Nr. 116 Erstes Blatt. 151. Jahrgang Sonntag 16. Mai 1601 Ezpebition und Hbrtffc für Depesch«/ Snjeiger Siche«. FernsprkchanschlußStt.W». tii-lich wM k« Montag- B6«ei*iw |e*Kfe«. ■■MH« »«rd-ch-«Utch bögeltgl. •**•♦*« »•» «nttlgtn |» *« ««**««gl fn< den **.<*«* T«l crichetnenücn Hl we 10 Uhr w**<*as Ehepaar auch noch am Montag gesehen, als es mit Leutnant Vogt zusammen ausritt. Wie Bewohner der Nach- Iiarschaft der Eitadelle gehört haben wollen, sollen im Festungsgraben mehr als sechs Schüsse beim Duell gefallen ein; die Bedingungen scheinen also sehr scharf gewesen zu sein, wahrscheinlich Kugelwechsel bis zur Kampfunfähigkeit. Oberleutnant Richter war hier allgemein bochge- chätzt und beliebt. Leutnant Vogt soll nach beenoigtem Duell an der Seite des am Boden liegenden Oberleutnants Richter niedergekniet sein, diesem die Hand gereicht und ihn wahrscheinlich um Verzeihung gebeten haben. Richter nahm die Hand und flüsterte einige Worte mit seinem Gegner. Oberleutnant Richter hat einen Schuß in die Hüfte erhalten. Er befindet sich im Vincenzhospital, wo eine Operation an ihm vorgenommen wurde. Es soll keine Lebensgefahr mehr für den Verletzten bestehen. Vogt ist in Untersuchungshaft. Frau Richter, die den Anlaß zum Duell abgab, ist gestern morgen eiligst zu ihren Angehörigen nach auswärts gegangen. In der Wohnung Richters wurde noch gestern abend in später Stunde von einem höheren Offizier und dessen Adjutanten eine Haus- uchung vorgenommen. — Unser -k-Berichterstatter schreibt uns: Beide Schüsse, durch die Oberleutnant Richter getroffen wurde, würden unzweifelhaft von tätlicher Wirkung gewesen sein, wenn die Durchschlagskraft der Geschosse nicht mrch harte Gegenstände, die der Getroffene in seinen Taschen hatte, geschwächt worden wäre. Schon vor einigen Tagen hat Leutnant Vogt seine Versetzung in ein auswärtiges Jägerbataillon erhallen. — Nach einer anderen Meldung oll es sich nicht um ein Pistolen-Duell, sondern um ein Duell auf schwere Säbel gehandelt haben. Die Schußsüchtig. Vor sechs Wochen mackste sie schon einmak einen lärmenden Auftritt, in dem sie die Frau eines Bierabziehers, blutig schlug. Am Dienstag traf an L. ein Brief ohne Namensunterschrift ein. Bald darauf kam eine namenlose Postkarte mit den Worten: Lieber Emil, wo bleibst Du so lange? Komm 'in meine Arme! Ob nun wirklich eine Frau oder ein Mädchen Brief und Karte geschrieben hat oder ob sich jemand, der die Eifersucht der Frau Nerlich kennt, mit ihr einen Scherz machen wollte, steht dahin. Die Folgen waren sehr ernst. Als Leikert am Mittwoch abend um! halb sechs Uhr von der Arbeit nach Hause kam, gab es einen cheftigen Streit. Aergerlich ging der Mann in die Kneipe und kehrte erst um 2 Uhr zurück. Frau Nerlich war noch nicht versöhnt und verweigerte ihm den Eintritt in ihr Zimmer. Nun drohte Leikert, mit einem Beil die Thür einschlagen zu wollen. Ta er ein Beil nicht fand, stieß er mit einem Stemmeisen eine Füllung heraus. Unterdessen hatten Frau Nerlich und ihr Sohn aus Furcht, daß oer Wütende ihnen etwas anthun könnte, einen Strick am! Fenster befestigt, um sich aus der im zweiten Stock im Hofe gelegenen Wohnung hinabzulassen. Als sie sich in der Höhe des ersten Stocks befanden, riß der Strick, und beide sielen auf den gepflasterten Hof hinab. Max Nerlich, zog sich einen Bruch des rechten Armes zu, seine Mutter kam mit einer Verstauchung des rechten Beines und einer Verletzung des rechten Zeigefingers davon, den sie sich durch die Reibung am Strick verbrannte. * Die Hohkönigsburg. Die Arbeiten auf der Hoh- königsburg haben, wie die „Straßb. Post" mitteilt, jetzt wieder begonnen, nachdem im Winter die Vorbereitungen soweit beendet worden sind, um den Bau in großem Stile aufzunehmen. Auf dem Bergfried erhebt sich ein starkes. Gerüst für den Krahn, der die großen Quadern versetzen soll. Der Krahn wird elektrisch betrieben werden; die Lokomobile, die die Kraft liefern soll, wird demnächst erwartet. Auch der Damm der Feldbahn ist fertig, die den Schutt abfahren und das Baumaterial, soweit nötig, heranschaffen soll; sie hat mehrfach eine Steigung von 60 Grad zu überwinden. Endlich ist die Wasserleitung bis auf die Aufstellung der Maschinen fertig; das Brunnenhaus im Westen! der Burg ist gebaut und zwar in altertümlicher Form aus den'Sandsteinblöcken, die man gewann, als die Röhren durch die Felsen heraufgesprengt wurden. Die Aufgrabungsarbeiten sind ebenfalls im großen und ganzen beendet, sodaß mit den Untermauerungen begonnen werden kann. Solche sind namentlich an den großen Felsen, auf denen) die Mauern stehen, nötig geworden. Hier sind auch die großen Mauereinstürze weggeräumt worden, aus denen man eine Unmenge noch brauchbarer Steine, zum Teil gewaltige Blöcke, gewonnen hat. Andere, die sich zur Verwendung nicht mehr eigneten, werden, wie schon früher, zur Sandgewinnung benutzt. Große Abstützungen sind übrigens an der benachbarten Oedenburg vorgenommen worden, deren Einsturz sich leider befürchten ließ. Der Brunnen ist jetzt bis auf 62 Meter ausgegraben; er ist gegenwärtig mit Brettern zugedeckt. Die wenigen Tage der Arbeit dieses Jahres haben übrigens auch schon einige Entdeckungen gebracht. So ist vor dem Löwenthor ein Graben. aufgedeckt worden, über den seiner Zeit eine Zugbrücke geführt hat. Am Thore der Südseite hat man die Stallungen der Pferde gefunden, deren Anlage darauf schließen läßt, daß selbst hier die prachtliebenden Erbauer der Burg keine Kosten gescheut haben und geradezu Musterhaftes geleistet haben. Endlich ist man an der östlichen Spitze des Tiergartens in einer Tiefe von 2 Metern auf mächtige Fundamente gestoßen, eine Entdeckung, die geeignet ist, den Plänen in mehrfacher Hinsicht eine endgiltige Form zu geben. Funde werden fortwährend gemacht; ihre Zahl beträgt jetzt über 5000. Die Sammlung, die in dem kleinen Hause an der Südseite untergebracht ist, ist während des Winters übersichtlich geordnet und gezeichnet worden. Es finden sich darunter einige wertvolle und wunderhübsche Arbeiten. An den Plänen ist übrigens auf Grund der bisher gewonnenem! Aufschlüsse fortdauernd weiter gearbeitet worden. Sie sind zur Zeit in der Großen Berliner Kunstausstellung int Landesausstellungspalast am Lehrter Bahnhof ausgestellt, wo sie eine ganze Wand einnehmen. Ein großes Fries von 9 Meter Länge zeigt die Lage der Burg in dem langgestreckten Waldgebirg der Vogesen. Das Modell findet sich da, außerdem verschiedene große Studien blätter, die neu angefertigt sind, Grundrisse und anderes mehr. Alle diese Vorarbeiten geben für den Bau die allgemeine Grundlage, die im einzelnen auf Grund etwa noch zu machender Entdeckungen immerhin mancherlei Abänderungen erfahren könnte, wenn auch, wie gesagt, das Ganze jetzt enogittig feststehen dürfte. * Napoleon III. und seine Freundinnen. Von drei „Freundinnen" Napoleons III. erzählt der Pariser Korrespondent des „Wien. Extrabl.": Marion Morris, die in ihrer Jugend die bevorzugteste Maitresse Napoleons III. gewesen ist, kehrte vor kurzem der französischen Haupt- ladt den Rücken, um in ihre Heimat nach ÜLordamerika zurückzukehren. Sie ist an Leib und Seele gebrochen, und macht die weite Reise nur, um in der Erde ihres Vaterlandes bestattet zu werden. Gemeinsam mit Marron besaßen zwei andere Schönheiten die Gunst des Monarchen. Helene Esclande, Escher Beaulieu und Marion Morris! Helene Esclande und Esther Beaulieu waren Französinnen von niederer Abkunft. Auf recht romantische Art setzte Napoleon sich in den Besitz von Helene Esclande. Die einfache Pächterstochter begegnete eines Morgens auf einem schmalen Waldpfade einem Offizier. Sie ahnte nicht, daß es der Kaiser war, der einige Augenblicke mit ihr plauderte. Am Abend desselben Tages wurde sie entführt und nach dem Schloß Compiegne gebracht. Als Zwanzigjährige hatte sie es satt, von einem regierenden Fürsten angebetet zu werden. Sie entfloh mit einem Pagen. Als sie später unter anderem Namen in Paris als Schauspielerin auftrat, verliebte sich Napoleon aufs neue in die Treulose und veranlaßte die einstige Geliebte, in den Tuilerien zu bleiben. Im vergangenen September starb sie vor Entkräftung in einer armseligen Dachkammer, deren Mietzins sie längst nicht mehr erschwingen konnte. — Esther Beaulieu war eine schmucke, junge Wäscherin. Zu ihren Kunden zählten erste Berühmtheiten. So kam sie auch häufig in das Junggesellenheim des damaligen Direktors der Comedie Fran- caise, Arsene Hussaye. Dort sah sie einmal der Kaiser, er verliebte sich in die schöne Wäscherin und brachte sie nach einem Landsitze bei Neuilly. Auch Esther Beaulieu war nach dem Tode Napoleons dem Elend ausgesetzt. Am 20. Dezember 1900 fand man sie im Quartier Latin in einem kahlen Stübchen verhungert vor. Marion Morris, die letzte lleberlebende der drei Frauen, hat gleichfalls feit dreißig. ** Untersuch un a. In der Lederfabrik von R. Ihm in Mainz kam dieser Tage, wie wir mitteilten, der Arbeiter Fleischer ums Leben. Es wurde angenommen, daß er einer Vergiftung erlegen sei. Im pharmakologischen Institut der hiesigen Universität ist jetzt festgestellt worden, daß die Sumac-Brühe, die den Tod herbeigeführt haben sollte, giftige Bestandteile nicht enthält. Es wird nun angenommen, daß der Tod des Mannes durch Herzlähmung yerbeigeftihrt wurde. -ü- Lützellinden, 17. Mai. An dem Himmelfahrttage fand wieder, wie alljährlich, nachmittags auf der sogen. Holzburg, einem Tannenwäldchen an der Kleinlindener, Straße, eine kirchliche Feier statt. Zu dieser Feier war wieder Pfarrer D e g g a u, der früher in Heuchelheim wohnte und gegenwärtig am Diakonissenhaus in Darmstadt wirkt, erschienen. Verschönert wurde die Feier durch die Mitwirkung des hiesigen Posaunenchors und des Kirchengesangvereins. Die Bewohner unseres Ortes, sowie die aus Kleinlinden, Großenlinden und Allendorf a. d. Lahn waren äußerst zahlreich erschienen. e. Bad-Nauheim, 17. Mai. Das hiesige Großh. Kurtheater eröffnete am letzten Mittwoch die Theatersaison mit der „versunkenen Glocke" von Hauptmann. Heute abend gab es zwei Einakter: „Zum Einsiedler" und „In Zivil", sowie unter Mitwirkung der Kurkapelle Ballet eines Frankfurter Gastspiels. Die beiden Vorstellungen erfreuten sich eines recht guten Besuches. Die Aufführungen sind besser wie die in früheren Jahren; es dürfte das an dem Umstande liegen, daß der Direktor, Karl v. Maixdvrff,, früher Herzogl. Meiningenscher Hofschauspieler, feit dem vorigen Jahre mit einem und demselben Ensemble das ganze Jahr spielt. Die Direttion, die schon feit 7 Jahren ovs Saisontheater in Bad-Nauheim hat, spielt im Winter in Meran. — Die Gesamtfrequenz des Bades betrug mn 15, Mai 2514 Personen, Zugang in der letzten Woche .755 und noch anwesend waren am 15. Mai 2150 Personen. Die Zahl der abgegebenen Bäder beträgt 17 334. ßRlCLANT^LMLS2^*_l] - « n • -oXM-svv" ?:-nS.wzic \ 3664 Sport-Artikel. Mein Lager ist in allen Frühjahrs- und Sommer-Artikeln aufs Reichhaltigste ausgestattet Friedr. Teipel (Inh.: Friedr.Teipel & Franz Bette) Markt 16 Markt 16 hier. 18. Dr. Theodor Zinßer, 76 Jahre alt, Kreisarzt i. P. dahier. 14. Friedrich August Tischer, 70 Jahre alt, Privatmann dahier. 16. Heinrich Karl HillgLrtner, 9 Monate alt, Sohn des Knechts Wilhelm Hill- gärtner dahier. Friedrich Diehl, 22 Jahre alt, Musketier dahier. Kragen, Manschetten, Vorhemden und Faltenhemden, Kravatten, in Blousen - Schleifen und Gürteln. Kriefkasten der Redaktion. Abonnent 1999. Eine ,Brut fieber" genannte Krankheit bei Hühn ru kennen wir nicht. Auch Sachverständigen, die wir fragten, ist fir nicht bekannt. Sie müssm uns schon Näheret über die Krank- hettßerschetnungen mitteiken. Am besten aber thun Sie, sich an die veterinärmedizinische Union sitätkpolikitnik (Prof. Dr. Preuße) zu wenden. Unterzeuge in Leinen, Wolle und Baumwolle in allen Preislagen. Socken und Strümpfe. Lavalliers und Rüschen in reizenden Neuheiten. Grosse Auswahl in Feetons, Bändern und Spitzen. Für die Frauen. Das April-Heft der Zeitschrift „Ku n stge w e r b e fü r s 5) aus", herausgegeben von C. v. Sivers, Verlag von Otto Lienekampf, Berlin W. 35, ist in seiner Zusammen-, stcllung so reizvoll und eigenartig, daß, es jedem Dilettanten eine Fundgrube für originelle, schöne Arbeiten sein dürfte. Die verschiedenartigsten Techniken finden darin durch stilgerechte Vorlagen Berücksichtigung und besondere Freude werden allen fleißigen Dilettanten die beiden großen Musterbogen bereiten, die diesmal bemerkenswert reich und ergiebig sind. Direktor Peter Jessen leitet mit einem interessanten Aussatz „Das Buch als Kunstwerk" das Heft ein. Tie alte Waschfrau Chamissos hätte sicher ihre Freude daran gehabt, wenn sie es noch, erlebt hätte, daß viele Hausfrauen, natürlich die sparsamsten und auf das Wohl Handschuhe in Glac6, Baumwolle, Seide, Halbseide und Leinen. Spachtel und Spitzenstoffe. Damen-, Herren- u. Kinderwäsche in grösster Auswahl. Weisse Unterrocke. Taschentücher. olyteebnisebes Institut. 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UntÄec gerbte i&orbneitunX La n etn stackes *n Quadern versetzen rieben werben; bie wnb demnächst erwartet, st Mg, bte den Butt "veü nötig, heranschassen ng von 60 Grab zu über- ung bis auf die Aufstell- örunnenhaus im Westen in altettümlicher Form gewann, als die Röhren wurden. Die Ausgrab- ßen und ganzen beendet, begonnen werden kann, roßen Felsen, auf denen »en. hier sind auch die Mit worden, aus denen charer Steine, zum Teil Andere, die sich zur Bernerden, wie schon früher, >ße Abstützungen sind üb- iburg vorgenommen wor- irchten lie§ Der Brunnen reiben; er ist gegenwärtig ;en Tage der Arbeit dieses chon einige Entdeckungen hör ein Graben ausgedeckt ne Zugbrücke gefiihü hat. ne Mallungen der Pferde fließen läßt, baß selbst der Burg keine Kosten terhastes geleistet Huben, i Loitze des Tiergartens xii mächtige Fundamente eignet ist, den Plänen in > ge Form zu geben. Funde re Zahl beträgt jetzt über >em kleinen Hause an der ährend drs Mn ers »bei- mrden. 63 ii*i M mderhiiifche Adelten. M irbeitet worden. Tie swo Bsä' 93> -ndms nd etwa noch L „röhren bet fr® ÄS Heimat und und?Ä ihres W in der Marion be- Lmeinsam ulch Monarchen- die Gunst W ;PÜ und zö vmA Lim »51% M -echt ro^Hclinde-.^ KLM ugen .. j-ntfu^i . hatte fpSÄS-t ;enden sie t(. - S u5) ausg^tin # Kmdel und UrrKehr. Uolkswirlschasl. Labak. Wir sind nicht in der Lage, von großen Umsätzen im P Llzer Tabakgeschäst während der abgclaufcnen Woche berichten iu können, und mit Ausnahme eines kleine Pöstchens 1899er Oderländer Tal aks zu Mitte Mk. 40 ist nichts v er kaust worden. DaS Geschäft ruht xut« zeit vollständig, doch «st zu boff-n, daß es nach Beend'gung der Mai« fermenialion sich wieder brffrrn wird. In losen Pfälzer Ripp n ge« schästSloS, lose feine Mk. 8.50- 9.00. gekündelte Mk. 10 50-11. Arastsuttermittel. Die Lage deS MarkleS hat sich wenig geändert. DaS Geschäft ist anbeltcnb still, während an den ProduktionkplStzm man die Prriss tochhält. Viehmarkt. Ja der abgelausinen BertchtSwoche belebte sich daS Geschäft an den einzelnen Märkten wieder etwas besser und prima Großvieh wurde sehr flott gebandelt. In mittleren Qualitäten war der Umsatz annehmbar, doch die Preise ließen eine Kleinigkeit nach. Prima Zuchttiere wurden zu etwas anziehenden Preisen gehandelt- Der Umsatz In Kälbern entwickelte sich s
, Linsen per Liter 84 <&, Taubm per Paar jK 0.80-1.00, Hühner per St. JC 1.20—1.70, Hahnen per Stück M 1.80—2.00, Enten per St. J* 2.00—2.30, Gänse per Pfd. 0.00 bi« 0.00, Ochsenfleffch per Pfd. 68—74 $, Kuh. und Rindfleisch per Pfund 60-64 4 Schweinefleisch per Pfd. 64—74 4, Schweinefleisch, gesalzcn, per Pfd. 78 4, Kalbfleisch per Psd, 60—66 4, Hammelfleisch per Pfd. 50—70 L, Kartoffeln per 100 Kilo 6.00-7.00 JC, Weißkraut per St. 00—00 $>, Zwiebeln per Ctr. M 8.00—8.50, Milch per Liter 18 $>- Dauer der Marttzeit von 7 Uhr vormittags bis 1 Uhr mittags. Gerichtssiai. Dortmund, 17. Mai. Eine Giftmischerin stand heute vor dem hiesigen Schwurgericht. Es ist dieses die 1873 geborene Ehefrau Ackerer Dietrich Frölecke aus Enkesen im Kreise Soest. Sie ist beschuldigt, am 3. Oktober 1900 ihren vierjährigen Stiefsohn Wilhelm vorsätzlich und mit Ueberlegung durch Beibringung von Gift getötet zu haben. Der Ackerer Frölecke mußte nach dem Tode feiner Frau zur zweiten Ehe schreiten, da er ohne Hausfrau nicht wirtschaften konnte. Im Juni 1900 heiratete er die An geklagte, die ihn seines Vermögens wegen nahm, wie sie selbst zugiebt. Für den vierjährigen Wilhelm, das einzige Kind aus erster Ehe, waren M. 4962 Muttergut auf die Besitzung eingetragen; bei erlangter Großjährigkeit mußte das Kapital gezahlt werden. Tas war der Stiefmutter nicht recht, sie beschloß, das Kind aus dem Wege zu räumen. Da sie mit Hungern und Schlägen nicht schnell genug zum Ziele kam, griff sie zum schnell lvirkenden Gifte. Am 29. September hatte sie den Jungen mit zu einem Arzte in Soest genommen, der für das blutarme Kind eine Arseniklösung verschrieb. Der Arzt schärfte der Frau vorsichtige Anwendung ein; anscheinend l)at sie dem Kinde aber das ganze Quantum Gift eingeflößt, der Magen scheint es aber wieder ausgestoßen zu haben, denn bei der Leichenöffnung wurde Arsenik nicht nachaewiesen, wohl aber eine große Menge Phosphor. Der Tod war infolge Phosphorvergiftung einaetreten. Die Leichenöffnung ergab ferner, daß das Kind infolge innerer und äußerer Verletzungen ohnehin, nicht mehr lange gelebt haben würde, denn es war durch die Mißhandlungen schändlich zugerichtet. Die Frau hat schon früher geäußert, sie werde sich mit dem Lungen, dem sie am Tage der Großjährigkeit 1600 Thal er zahlen müsse, nicht quälen. Im Gefängnisse hat sie sich als Geisteskranke geberdet; in der Irrenanstalt wurde sie aber bald als Simulantin erkannt. Aerttnische ^eöeos-Wcrflchrrungs-Kesellschast. Begründet 1886. 64. Geschäfts-Bericht. Im Jahre 1900, dem 64. Geschäftsiahr der Gesellschaft wurden abqeschloffen 3769 Policen mü.........Mk. 16 614 050 Kapital und Mk. 10 365 Rente Gesamte Jahres-Einnahme pro 1900 . . Mk. 9 993 986. Angemeldet 551 Sterbefülle über .... Mk. 3 181 580 Kapital Geschäftsftaud Code 1900. Versicherungsbestand 42401 Personen mit. Mk. 200 475 007 Kapital und Mk. 375 063 Rente Grsamt-GaranliefondS........Mk- 70 361 048. Unterteilter Reingewinn der letzten 5 Jahre Mk. 6 248 276. Die Dividende pro 1901 beträgt für die nach VerteilunaS' Modus I Versicherten 80°/e der 1896 gez. JahreSprämie und für die nach Verteilungs-Modus II Versicherten 8,5e 0 der in Summa gez. JahreSprämien. Berlin, den 8. Mai 1901. 8647 Berlinische Leben^BerficheruugS-Gesellschaft. Weitere Auskunft wird gern eretcilt, auch werden Anträge auf Hevens-, Spar- und ^eivrenten-^ersichernnge« entgegengenommen von Herrn Privatter I. »eifer, Gießen Ederftraße 2. Jahren Entbehrungen aller Art erlitten. In Amerika nennt sie fteilich ein kleines Besitztum ihr eigen. Vielleicht wirft dies soviel ab, daß sie für den Rest ihrer Tage mit Milch und Brot — der einzigen Nahrung, die sie überhaupt noch genießen darf — versorgt sein wird. ihrer Familie bedachten, zu der alten sck)önen Sitte zurückkehren, sich ihren ganzen Wäschebedarf selbst herzustellen. Biel zu dieser erfreulichen und segensreichen Wandlung beigetragen hat das vorzügliche Spczialblatt „I l l u - strierte Wäsche-Zeitung", Verlag John Henrv Schwerin, Berlin W. 35. Dieses reichhaltige, auf jeder Seite illustrierte Monatsblatt für Wäsche regt in den Hausfrauen die Schaffenslust an, indem es ihnen Gelegenheit bietet, alle nur möglichen Gegenstände der intimeren Bekleidung mit Hilfe des jeder Nummer beiliegenden Schnittmusterbogens selbst anzufertigen, wie auch die für die Wäsche erforderlichen Stickereien, für die eine besondere Extra-Handarbeitenbeilage eingerichtet ist. Man sollte sich daher recht häufig der „Illustrierten Wäsche-Zeitung" bedienen. Für nur 60 Pfg. vierteljährlich ist das Blatt von allen Buchhandlungen und Postanstalten zu beziehen. Das bekannte Blatt „Mode und Haus", Verlag John Henry Schwerin, Berlin W. 35, bietet in seiner neuesten Nummer seinen Leserinnen eine Fülle von Modellen anmutiger und duftiger Frühlingstoiletten. Aber nicht nur Moden allein, nein, alles, was 5?ausN)irtschäft und Familie betrifft, Wäsche, Handarbeiten, Kindererziehung, ärztliche und juristische Ratschläge, geistige Unterhaltung, Aktuelles aus der Zeit wie aus dem Leben der Frau — findet sich in diesem Blatte vereint. Sck>on die große Anzahl der Beilagen gewährt uns einen Begriff von dem Reichtum des Blattes. Ta sehen wir eine reich illustrierte Belletristische Beilage, ein Modekolorit, eine „Humor-Beilage", einen „Aerztlichen Ratgeber", die ack)rseinge Roman- beilage „Aus besten Federn" und viele andere noch. Speziell machen wir auf den jeder -Nummer beiliegenden Schnittbogen aufmerksam. „Mode und Haus" kostet pro Quartal Mk. 1.—, mit Moden- resp. Handarbeiten-Kolorits Mk. 1.25. Abonnements bei allen Buchhandlungen und Postanstalten. Aus^llg sus den Staudesamtsregisterv der Stadt Gießen, «ufgedote. Am 10. Mai. Ludwig Dern, Metzger in Watzenborn mit Maria Faber daselbst. 13. WUhelm Rühl, Kaufmann dahier mit Luise Anna Elisabethe Keßler Hierselbst. 14. Balthasar Becker, Schmiedgeselle in Keffelbach mit Katharine Elise Konrad in Londorf. 15. Friedrich Schieß, Wirt dahier mit Katharina Wiegel Hierselbst. 17. Karl Reiber, Schlaffer dahier mit Helene Margarethe Wagner Hierselbst. »heschttetzim-e«. Am 11. Mai. August Paul Niewisch, Schriftsetzer dahier mit Marie Wilhelmine Reh hterselbst. Adam Weber, Former dahier mit Marte Schneider Hierselbst. Justus Krafthofer, Maschinenschloffer in Höchst a. M. mit Ernestine Philippine Luise Erb dahier. Nikolaus Kratz, Finanzaspi» rant in Darmstadt mit Friederike Anna Elisabeth Keller dahier. Ludwig Jung, Postbote dahier mit Anna Elisabeth Niederhöfer Hierselbst. Stbatent. Am 8. Mai. Dem Spenglermeister Emil Dürr eine Tochter Minna, EmUie. 9. Dem Oberpostassistent Heinrich Pitzer ein Sohn, Hans Robert. Dem Schloffer Franz Bepler eine Tochter, Sophie Karola Hedwig Johanna. 13. Dem Schutzmann Georg Stock ein Sohn. Dem Bäckermeister Ernst Muth eine Tochter, Martha Elisabeth. 14. Mai. Dem Wagenmeister Heinrich Keil eine Tochter Katharina Anna Lina. Gefiorderrr. Am 6. Mai. Frieda Leonhard, 2 Jahre alt, Tochter des Schneidermeisters Jakob Leonhard dahier. 11. Konrad Kaus, 22 Jahre alt, Musketier dahier. 12. Philipp Brand, 58 Jahre alt, Briefträger i. P. da- Zum Pfin^l-hsfltig empfiehlt den 3649 Luftkurort Dillenburg mit seiner herrlichen waldreichen Umgebung 4er Verwaltuugsrat des städt. Kurhauses. D. Sciimall, «pfi-hit fein Schuh- n. Stiefel-Lager. Größt- Auswahl ». d. feinst. 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