Nr. 91 Zweites Blatt Freitag 19. April 1901 gez. Wilhelm. R. ■tieWee, eptHtion anb •wMwi- SMtraft« 7. Truppenkontingent in Mannschaftswerbnngerv ijetzt stattfindenden Frühjahrs'- 151. Jahrgang DaS besonders Auffällige, was zu ernstesten Erwägungen die Reichsregierung führen muß, um alles daran zu setzen, daß derartigen Greuelchaten nach aller Möglichkeit hinfort vorgebeugt werde, daß alles geschehe zum persönlichen Schutz unserer braven ostafiatischen Krieger, wenigstens in der pazi- fizierten Hauvtftadt des chinesischen Reiches, — das ist die unheimliche Thatsache, daß es immer und wieder die Deutschen sind, gegen die sich die gräßlich n Verbrechen richten. In der Presse des Auslandes, vormhmlich in der Amerikas und Englands, finden fich immer und immer nene eschuldigungeu der Deutschen, daß sie eS in erster Linie sind, die unausgesetzt die Brandfackel des Haffes der Chinesen schüren durch unaufhörliche SriegSzüge, deren Notwendigkeit nicht nach weisbar sei. Wir streuben uns nach Kräften, diesen AuS streuungen des Auslandes Glauben zu schenken, aber die letzten Vorgänge erwecken doch in uns gewisse Zweifel, die wir sobald als möglich zerstreut wissen möchten. »iesiges ßoloniatoaten- und iteffen'SkM per sofort gp Offerten eub A X 2884 an •peb. b. 81. erbeten. Für das deutsche O st a s i e n werden die fortgesetzt. Auf den Adresse für DepeschE» »«Zeiger «ietzeiu Fernfprechanschluß Ww.M, An die Witwe des in Peking ermordete« HauptmannsBartschhat der Kaiser folgendes® ei- leihstelegLsamm gerichtet: Schloß, Berlin, den 16. 2lpril 1901. Ich spreche Ihnen anläßlich des Ablebens JhreK Gemahls Meine herzliche Teilnahme aus, indem Ich aufrichtig den Verlust eines vortrefflichen Offiziers beklage, der auch- Meinem hessischen Infanterie-Regiment mit Auszeichnung angehörte. TelegraM« des Gtefteuer Anzeigers. Pretoria, 17. April. Reuter-Meldung. Nach sorgfältig ausgestellter Schätzung betrugen die Verluste der Buren iw Monat März 200 Tote und Verwundete und 1000 Gefangene. Erscheint täglich mit Ä**na>wc M Monta-S. Mr •itfrurr Familie«. Hitler »erden bau Stu W Hl Volkskunde- wer. ■Mf MscheuUich beifldtft. ■ »en «nietgcn W bw rpoflen ünb auf la- 8tu. $nto ,ßager, in/6UttunflfuTR°n‘ iner !«»*,%« 8«f Ile 5277^X^5? u’ Sä KlJ tat ,ä L •»ftSSiSS HK- HB O ||< >n W ,g vler^ Volttische Tagesschau. Das von der „Tägl. Rundschmr" dem Kaiser in de« Mund gelegte Wort vom „Kanalschlucken" hat de« Politikern der Rechten viel zu schaffen gemacht. Die „Kr^uz- zeitung" und die „Kons. Korresp." versicherten, daß MC Kaiser eine solche Aeußernng nicht gethan habe; aber trotz bereits Ende Dezember 1900 78 806 503 Mk. verauslagt und verrechnet waren. Daß übrigens in der deutsck)en Forderung von 240 Millionen Mark auch eine namhafte Summe ab- Geldbuße für die Ermordung des Freiherrn v. Ketteler enthalten sei, entbehrt, der „K. Z." zufolge, jeder thatsächlichen Grundlage. Eine solche Geldstrafe ist deutscherseits überhaupt nicht verlangt worden. Tie fremden Gesandten beschlossen in ihrer Besprechung vom 15 .ds., dem Anträge Rockhill-Kvmura gemäß, zu dem Art. 12 der gemeinsamen dtote über die Reform, des Tsungliyamen und die Aenderung des Hokere- moniells bei den Empfängen der Gesandten, daß an Stelle des Tsungliyamen ein Ministerium des Aeußeru geschaffen werden solle, das aus einem kaiserlichen Prinzen als Präsidenten und zwei Ministern zusammengesetzt sei, die direkten Zutritt beim Kaiser hätten. Es sollten ferner zwei Vizeminister ernannt werden, von denen einer einer fremden Sprache mächtig sein müsse. — Die Gesandten berschlossen ferner, das Archiv des Tsungliyamen den Chinesen wieoer auszuliefern. IMS öitnWta tot tM oder Frau gejuT ! Mwigsplich». zauLmbeii per fofort cefudrt. >1] gaM<» Bejugspreis DurtdüM. Mk. 2.20, monatl. 75 M». mit vrmgerlohn; durch w Bbholeftellen viortkljätz«, Wtt. 1.90, monatl. 65 ©d Postbezug oiertrfHM. «k. 2.00 ohne Bestell*» «Oc «nietern Btrntttlaeefr stell er, bei §n. und »uSlaeMt nt**cn nnjtlaen ftr taa •ttfcentr Lnzesgrr tntuMt Seil«n^rrt«. Ural 11 WM» eu8e4rt» SO P4g. kontrollversammlungen iverden die Gestellungspflichtigen darauf hingewiesen, daß zum demnächstigen Freiwilligeneintritt in das China-Expeditionskorps für alle Waffengattungen Gelegenheit geboten sei! Bei diesen Amverb- ungen handelt es sich um den Ersatz oder die Ablösung- der gegenwärtig in China weilenden Truppen, soweit diesem im Herbst ersetzt oder abgelöst werden. Also an ein baldiges Ende wird an maßgebender Stella noch immer nicht im entferntesten gedacht. O • Telegramm des Gießener Anzeigers. London, 18. April. .Dem „Standard" wird aus! Tientsin vom 17. April aemeldet: Es bestätigt sich daß bte- Chines en einen Teil der Eisenbahn jenseits von Pao- tingfu zerstört haben. Dem Vernehmen nach fand ein- leichtes Gefecht statt. Von Tientsin wurden Verstärkungen entsandt. Nachrichten aus vertrauenswürdiger chinesischssc- Quelle zufolge entschloß sichderchinesischeGene- ral Ma die Feinseligkeiten wieder zu 6e- ginnen.______________________________________ Engländer und Buren. Zu der angeblichen GefangennahmedeSGeneralS French durch die Buren ist auch bis jetzt noch keine Bestätigung eingegangen, jedoch auch keine eiuwandsfreie Widerlegung, auch kein Versuch der Widerlegung. Es scheint also an der Nachricht etwas wahres zu sein. Aus Heilbron ist die Nachricht eingegangen, daß AudrieS Wessels noch lebt. Wessels begleitete seinerzeit Morgen- dal als Friedensgesandter und sollte, wie damals gemeldet wurde, MorgendalS Schicksal geteilt haben und auf Befehl DewetS erschossen worden sein. Die „Nordd. Allg. Ztg.- schreibt: Die kürzlich in der Presse verbreiteten Angaben über die Behandlung der Firma Angehrn & Piel in Johannesburg dnrch die britischen Behörden sind nach den amtlichen Ermittelungen stark übertrieben. Die Behauptung, daS blühende Geschäft der Firma sei von den Engländern in den Grund vernichtet, ist falsch. Die Privatschlachtereien in Johannes- bürg find vom 15. April ab wieder eröffnet, auch die Firma Angehrn & Piel wird vermutlich in der Lage sein, den betrieb wieder aufzunehmen. WaS die Schadenersatzansprüche anbetrifft, so sind diese auf da« Einschreiten des deutsche« Konsuls zum Teil von den britischen Behörden bereits anerkannt und der noch streitige Teil wird zur Zeit geprüft und soll, sofern Zweifel über die Begründung der Forderung bestehen bleiben, später einer Kommission zur endgiltigen Entscheidung überwiesen werden. Aus Peking wird vom 17. April gemeldet: Morgen gehen 1100 Mann deutsche und 1000 Mann französische Truppen ab, um sich der Expedition anzuschließen, die von Paotingsu gegen Liukwanting und die Chi - n ef en entsandt wird, die sicy weigern, Lihungtschang in der Innehaltung der vereinbarten Grenzen Gehorsam zu leisten. Liu hält eine starke Stellung bei Huilu, 195 Km. von Paotingsu, besetzt. Jmganzen werden 5000Mann deutsche und 3000 Mann französische Truppen zu der Expedition gegen ihn verwandt. Die Expedition wird befehligt vom Generalmajor Frhr. v. Gayl. Die chinesische Streitmacht soll 10 000 Mann stark sein. Man erwartet ein heftiges Gefecht. Die chinesische Stellung befindet sich mehrere Mometer jenseits der Grenzen des vom Grafen Waldersee als Operationssphäre ber verbündeten Truppen bestimmten Gebiets. Liu weigerte sich bisher, sich zurückzuziehen, indem er erklärte, wenn die Verbündeten wünschten, daß er fich zurückzöge, thäten sie besser, zu kommen, um ihn dazu zu zwingen. Nach einem heute eingegangenen französischen Berichte glaubt man zwar, daß er sich jetzt zurückziehe; man nimmt jedoch an, daß, wenn dies wirklich der Fall sei, es nur ein Rückzug von 10 bis 15 Km. sei, um eine viel stärkere Stellung einzunehmen. Das ist wiederum eine Nachricht, die uns das besonders schneidige Vorgehen unseres deutschen Expeditionskorps beweist, das da jetzt vereint mit den französischen Waffenbrüdern ins Feld ausrückt zu neuen Kämpfen, deren Ausgang Unabsehbar ist. Immer näher rücken wir dem Wunsche, dem unglückseligen chinesischen Abenteuer ein möglichst baldiges Ende auf diese oder jene Weise zu machen und weiterem Blutvergießen wie weiteren Schreckensthaten ein dauerndes Ziel zu setzen. Lorbeern sind dort doch keine zu holen. Immer unwilliger verfolgen wir die Vorgänge in Ostasien, die niemals Popularität besessen haben und die geringen Sympathien, die ihnen hier und da noch entgegengebracht werden mögen, nun ganz gewiß auch einbüßen werden. Immer weiter verhandeln die Mächte über die Entschädigungsansprüche und kommen doch zu keinem Resultat. Deutschland verlangt 2 40 M il lio n en Mark unter der Voraussetzung, am 1. Mai ds. Js. die Provinz Tschili zu verlassen. Rußland verlangt 340 Millionen, also 100 Millionen mehr, indem es darauf verweist, daß es 220 000 Mann mobilisiert hat, wovon 174000 die chinesische Grenze überschritten haben und 27 000 in Tschili eingerückt waren. Frankreich fordert 260 Millionen Mark, England 120 Millionen, Japan annähernd die gleiche Summe, Amerika etwas über 100 Millionen, Oesterreich-Ungarn gegen 10 Millionen Mark. Auch Italien, Spanien und Holland haben Schadenersatzansprüche geltend gemacht, deren Einzelbeträge noch nicht genügend zu übersehen sind, ebensowenig wie die Ersatzansprüche der geschädigten Privaten. Ob wohl auch nur einer der Staaten je zur Einkassierung seiner Forderungen kommen wird! Was die deutsche Forderung von 240 Millionen Mark betrifft, so ist nicht zu übersehen, daß, wie die Japaner, so auch die Russen und Franzosen einen sehr großen Teil der von ihnen nach der Provinz Tschili entsandten Truppen in der nächsten Nähe hatten, die Russen im Amurgebiete und in Sibirien, die Franzosen in Jndochina, ebenso wie die Mehrzahl der von England nach Tschili gesandten Truppen aus Indien gekommen ist. Im Gegensätze hierzu haben sämtliche deutsche Truppen die weite Entfernung aus der Heimat zurücklegen müssen und ebenso müssen sie dorthin gebracht werden. Es wäre daher kaum auffällig, wenn Deutschland, zumal infolge der vielen gerade ihm erwiesenen Unthaten, die höchste Kostenforderung aufgestellt hätte. Das das nicht geschehen ist, beweist zur Genüge, daß die deutsche Regierung der Ueberzeugung, daß mehr dort ganz gewiß nicht zu holen ist! Bevor die deutsche Forderung in Peking geltend gemacht worden ist, haben übrigens alle beteiligten Reichsbehörden auf Befehl des Reichskanzlers die in ihren Geschäftsbereichen bis 1. Mai erwachsenen Expeditionskosten auf das genaueste zusammengestellt; sie betragen beispielsweise für die 3eit vom Sommer 1900 bis zum 1. Mai 1901 für das Reichs Heer rund 170 Millionen, für die Marine gegen 40 Millionen Mark. Als Anhalt zur Beurteilung dieser Summe mag die dem Etat für die Expedition nach; Ostasien für 1901 als Beilage 1 beigefügte Nachweisung dienen, wonach von der veranschlagten Gesamtsumme von rund 273 Millionen Mark .7 . 11 wr- in der Ervkd. ] fofort füllen »fr für rllvaren-Eiigros und'Detail t einen Lehrlma Att 6thulb’übuig. fatzi die frpeb. d. U. 9] Sin junges Mädten taai- Mt. Stmvadt 8. 1] Tin jüngeres tütligeS hnibdjen für sofort gefuü. VlSutarSikaße SS, U. ofort gesucht. 01411 Rkßaur. ültisnhsf, Gietzti der Bestimmtheit dieses Dementis wurde von anderer Seite das Wort für „durchaus echt" erklärt. Ob schließlich die agrarische „Deutsche TaHesztg/' wankend wurde, oder ob fie auf den Busch klopfen und eine offiziöse Notiz veranlassen wollte, als sie dem „Gerüchte" Raum gab, daß es sich unl eine Randbemerkung des Kaisers zu einem Zeitungsausschnitt handele, sei dahingestellt. Jedenfalls sieht sich nunmehr die Regierung veranlaßt, durch die „Nordd. Allg. Ztg." erklären zu lassen, auch diese Lesart entbehre jeder thatsächlichen Begründung. Ter Kaiser habe sich weder in dieser noch in einer anderen Form in dem Sinne ausgesprochen, daß die Behandlung der Zolltariffrage im Reiche von dem Gange der Beratung über die .Kanalvorlage im preußischen Landtage irgendwie abhängig zu machen sei. Aehnlich lautete eine vor kurzem von der „Nordd. Allg. Ztg." veröffentlichte Erklärung über die Auffassung des Reichskanzlers. Auch da wurde jede Verkopplung des Zolltarifs mit der Kanalvorlage weit abgewiesen. Beide Vorlagen gehören ja, wie mit Recht betont worden ist, in keiner Weise zusammen. Die Kanäle interessieren Preußen, der Zolltarif die ganze Nation. Aber wenn man sich auf Seiten der Rechten beklagt, daß immer wieder Versuche gemacht würden, Kanalvorlage und Zolltarife zu verquicken, und damit zu drohen, daß bei Ablehnung der Äanalvorlage von der Erhöhung der landwirtschaftlichen Zölle keine Rede sein könne — so muß doch in Erinnerung gebracht werden, daß parlamentarische Führer der Rechten hier nicht frei von Schuld sind. Wiederholt ist von konservativen und freikonservativen Abgeordneten bei der Beratung der Kanalvorlage mehr oder minder „fein" zu verstehen gegeben worden, daß die Berücksichtigung der Forderungen der Landwirtschaft bei den nächsten Handelsverträgen das Urteil über die Kanäle günstig beeinflussen könne, daß das möglichst rasche Einbringen des Zolltarifs im Reichstage zweckmäßig sei. Zuletzt mußte Graf Bülow auf Anfrage im preußischen Herrenhause erklären, er werde gewiß alles thun, das Erscheinen des Zolltarifs zu beschleunigen, lehne es aber ab, irgendwie die Bundes-Regierungen zu drängen. Ter überaus schleppende Verlauf der Beratungen in der Kanalkommission bestärkte den Eindruck, daß die konservativen Parteien zunächst sehen möchten, was der Zolltarif der Landwirtschaft bringe, um dann erst sich über das Wasserbauprogramm endgiltig schlüssig zu machen. Zur Widerlegung dieser Auffassung wäre eben das einfachste Mittel, daß die Kanal-Djitskussion in dem sonst üblichen Tempo zum Ziel geführt wird. Die preußische Regierung müht sich ab, immer wieder „Unterlagen" für die Beurteilung der Kanäle zu liefern, und möchte wis en, ob der Eifer nicht vergeblich aufgewendet wird. Ebenso ist die Öffentlichkeit dieses taktischen Hin- und Herziehens müde geworden und wünscht eine Entscheidung herbei. Am Freitag tritt die Kanalkommission wieder zusammen. Tas savoyische Königreich wird auch für die nächste Zeit im Zeichen der Flottenbesuche stehen. Einer Meldung des „B. T." aus Rom zufolge ist zum S t a p e l l a u f des neuen Panzers „Königin Margherita" ain 17. Mai das Eintreffen eines englischen Geschwaders zu erwarten. Das wäre ein nicht mißzuver- ftehender Wink an die Adresse Frankreichs, es möge alle auf Aenderung der politischen Konstellation im Mittelmeer gerichteten Hoffnungen fahren lassen. Das italienische Staatsschiff soll auch fernerhin im englischen Kiel- wasser schwimmen. So wünschen es wenigstens die Herren an der Themse. Und es ist nicht anzunehmen, daß der leitende italienische Staatsmann ostentativ einen neuen Kurs einschlagen wird, obwohl das Land bisher von dem Hinneigen zu Großbritannien alles andere als Vorteil hatte. Auf den Touloner Festrausch folgen zur Ernüchterung der Franzosen die Tage von Spezia. Daß den letzteren auch deutsche Kriegsschiffe beiwohnen werden, dürfte die Enttäuschung kaum geringer erscheinen lassen. — Es war wieder einmal nichts. Nach einer Meldung des „Daily Chron." aus Rom soll Anfang Juni der Besuch des deutschen Kaisers in Rom erwartet werden. Wahrscheinlich klingt diese Meldung nicht. Es würde dem üblichen höfischen Gebrauche zuwider laufen, wenn der deutsche Kaiser den Möiiig Viktor Emanuel besuchen wollte, bevor dieser, nach seiner Thronbesteigung, dem Berliner Hofe einen Besuch abgeftattet hat. Zudem sieht das italienische Königspaar im Mai oder Juni der Erfüllung eines lange gehegten Wunsches entgegen. Deutsches Reich. Berlin, 17. April. Der Kaiser reiste heute mittag nut dem Prinzen Adalbert nach Kiel ab. Se. Majestät trug Marine-Jnfanterie-Uniform. Im Gefolge befanden sich Oberhofmarschall Graf tzu «Eulenburg, General der Infanterie v. Plessen, Generalmajor v. Mackensen, Kapitän zur See Graf v. Baudissin, Oberstabsarzt Dr. Jlberg, der Chef des Zivil- rabiuetts Wirk!. Geh. Rat Dr. v. Lucanus und in Vertretung des Chefs des Militärkabinetts Generalmajor Graf v. Hülsen-Häseler. Auch die Oberhofmeisterin der Kaiserin Gräfin v. Brockdorff begab sich nach Kiel. Dort traf der Kaiser gegen halb 7 Uhr ein. Zum Einpfange waren auf dem Bahnhofe die Kaiserin, Prinz und Prinzessin Heinrich und Prinzessin Henriette zu Schleswig-Holstein erschienen. Nach herzlicher Begrüßung und nach Entgegennahme der Meldungen des Chefs der Marine-Station der Ostsee und des Stadt-Kommandanten begab sich der Kaiser mit Gefolge an Bord des Linienschiffes „Kaiser Wilhelm II." dlm Großtopp des Schiffes wurde die gelbe Kaiserstandarte und am Vortopp die Flagtze des Großadmirals gesetzt. Beim Setzen der Standarte feuerten die im Kriegshafen liegenden Schiffe den Kaisersalut ab. Die Kaiserin, Prinz und prmzessin Heinrich, sowie Prinz Sldalbert mit seinem Gouverneur fuhren in das Königliche Schloß. .c o Anfj9e beä Unfalles des Kaisers in Bremen bei den Theaterbesuchen des Monarchen e r - s;4^ahregeln getroffen. Namentlichge- fWj* sobald der Kaiser das Schauspielhaus besucht. Hier müssen bekanntlich die Parkettbesucher, sobald he in den Pausen das Foyer aufsuchen wollen an7 Eingang ter Kaiserloge vorüber Wie ein Berichterstatter mitteikt werden nun auf Wunsch der Kaiserin die Thüren zu dem Dorgemach, das an die Kaiserloge anstößt, rvährend der Vorstellung geschlossen, und in den Pausen nürd das Pubki- lum so lange zurückgehalten, bis sich die Herrschaften im kleinen Salon befinden, wo der Thee eingenommen wird. Hierdurch wirb jede Begegnung zwischen den Theaterbesuchern und dem Monarchen vermieden, im Gegensatz zu früher, als es ausdrücklicher Wunsch des Kaisers war, daß während seiner Anwesenheit im Theater die Zuschauer in keinem Falle durch irgendwelche, für ihn getroffene Sicherheitsmaßregeln von einem freien, ungehinderten Verkehr in dem Vorraume zurückgehalten werden sollten. Im Opernhause sind diese Vorsichtsmaßregeln nicht nötig, da hier die Kaiserloge ganz abgesondert von dem übrigen Zuschauerraum liegt. — Die Kaiserlichen Prinzen A u g u st W i l h e l m und Oskar werden, wie aus Plön geschrieben wird, mit sechs gleichalterigen Studiengenossen in den Unterricht der Prinzen schule eintreten, der nach dem Lehrplan des Gymnasiums erteilt wird. Tie wissenschaftliche Oberleitung der Prinzenschule ist vom Kaiser dem Geh. Ober-Regierungs- rat Dr. Kopeke im Kultusministerium übertragen, der bereits die Reifeprüfung des Kronprinzen im Februar 1900 geleitet hat. Ter ältere Prinz August Wilhelm tritt in den Unterricht der Unter-Sekunda, Prinz Oskar in die Ober-Tertia ein. Ten Unterricht in den alten Sprachen erteilt Oberlehrer Dr. Ziehen, bisher am Goethe-(Reform) Gymnasium in Frankfurt a. M., in Französisch und Englisch unterrichtet Oberlehrer Wappenhans, bisher am Luisenstüdtischen Realgymnasium in Berlin, während der Unterricht in den übrigen Fächern den bisherigen Lehrern Professor Esternaux und Oberlehrer Sachse verbleibt. Prinz Eitel-Fritz wird mit vollendetem 18. Lebensjahre zu Anfang des Sommers die Reifeprüfung in der Prinzenschule ablegen und alsdann einen Kursus im Anschluß an die Kriegsschule in Potsdam absolvieren. — Der langjährige Präses der Ober-Militärexami- nations-Kommission, Gen. d. Inf. v. Scheel ist in Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit Pension zur Disposition gestellt worden. Heinrich v. Scheel, der 61 Jahre alt ist, trat aus dem Kadettenkorps 1858 beim 39. Jnf.Regt. ein, und machte den Krieg gegen Frankreich als Komp.- Führer beim 83. Jnf.-Regt. mit. Später wurde er Obersttt. und etatsm. Stabsoff. im 115. Jnf.-Regt. 1879 wurde er mit Wahrnehmung der Geschäfte als Präses ernannt. Daß ein Offizier fast 12 Jahre lang i »derselben Stellung bleibt, wie dies beim General v. Scheel der Fall war, isst, in der neueren preußischen Armeegeschichte überaus selten. — Der Kaiser hat seinem bisherigen Hof- und Hausmarschall Frhrn. v. u. zu Egloffstein^ der zurückgetreten und durch den Kammerherrn v. Trotha ersetzt worden ist, den Charakter als Gen.-Lt. verliehen. Frhr. v. u. zu Egloffstein war, bevor er 1894 das Hofamt übernahm, Oberst und Komm, des hessischen Leib-Garde-Regts. in Darmstadt und wurde dann zu den Offizieren a la suite der Armee versetzt, bei denen er 1897 zum charakterisierten Generalmajor aufrückte. — Dem Präsidenten des Bundesamts für Heimatwesen, Wey mann, wurde der Charakter als Wirkt. Geh. Rat mit dem Prädikat Exzellenz, dem bisherigen Direktor der Universitäts-Bibliothek in Bonn, Geh. Regierungsrat Schaarschmidt, der Rote Adlerorden zweiter Klasse verliehen. — Dem Reichstage ging die Novelle zum Brannt- w e i n st e u e r g e s e tz zu. — Die Budgetkommission des Reichstags beriet heute das Kriegs in valide ngesetz. Die Frage der finanziellen Deckung wurde auf Anregung des Grafen Oriola auf .Schluß der Besprechung verschoben. Der Krieasminister erklärte, auch in der Vorbereitung des Frieoens-Jnvalidengesetzes sei kein Stillstand eingetreten, und erkannte unter Hinweis auf die 200 aus China« zurückgekehrten Invaliden an, daß die schleunigste Erledigung der Vorlage geboten sei. In der Spezialberatung wurden die §§ 1, 21 und 22, worin bestimmt wird, auf wen die Gesetze Anwendung finden, unverändert angenommen. Zur Frage der Versorgung der franzö- ischen Invaliden erklärte der Regierungsvertreter, hnen könne nur durch Unterstützung aus dem reichsländi- chen Fonds geholfen werden. Leuten, die gegen uns ge-, achten haben, könnten zwar Wohlthaten erwiesen werden, aber keine Rechte auf Bezüge eingeräumt werden. Im weiteren Verlaufe der Debatte wird § 2, wonach die Offizierspension bis zu einer anderweiten gesetzlichen Regelung nach den bisherigen Bestimmungen gewährt werden soll und § 4 betreffend die Verstümmelungszulage genehmigt. Tie Abstimmung über § 3 betreffend die Kriegszulage wird ausgesetzt, nachdem der Kriegsminister gegen den Anttafg v. Roon, die Kriegszulage für invalide Subalternoffiziere um 300 Mark jährlich zu erhöhen, ausgesprochen hat. — Bei den jüngsten Debatten im preußischen Wgeord- netenhaus, betreffend die Frage der Ernennung jüdi- cher Rechtsanwälte zu Notaren, bezog sich auch, wie erinnerlich der Interpellant auf die Zurücksetzung des Rechtsanwalts Epstein in Kattowitz. Wie dem „Jsr. Fambl." nunmehr gemeldet wird, ist Rechtsanwalt Epstein, >er, nebenbei bemerkt, Vorsitzender des jüdischen Repräsentantenkollegiums in Kattowitz ist, zum Notar ernannt worden. — Wie aus Pos e n gemeldet wird, ist an dem dortigen katholischen Mariengymnasium der polnische Sprachunterricht in allen Klassen und an zahlreichen ländlichen und städtischen Schulen des Regierungsbezirks Bromberg der polnische Religionsunterricht aufge^ hoben worden. Dortmund, 17. April. Gegen den früheren sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Dr. Lütgenau ist Anklage wegen Betrugs erhoben worden, die darauf beruht, daß er sich il a. Agitationsgelder doppelt habe auszahlen lassen. Hamburg, 17. April. Dreißig Mann und vier Offiziere von den gestern in Wilhelmshaven eingetroffenen Ablösungstruppen wurden hier heute nachmittag auf der Durchreise nach Kiel im Aufttage des Senats begrüßt und festlich bewirtet. Dresden, 17. April. Dem Hofbericht zufolge wird der Kaiser am Geburtstage des Königs Albert zur persönlichen Beglücvvünschung hier ein treffen. München, 17. April. Die Vierte Krankenkasse genehmigte die Honorarforderungen der Aerzte. Differenzpunkte sind noch die freie Aerztewahl und die Organisation der Aerzte. Ausland. Loubou, 17. April. Bei der heutigen Konfirmation und Wahl des neuen Bischofs von London, Ingram saudeu tumultarische Szenen vor der Kirche statt. Gegen die Wahl des Bischofs war hauptsächlich von dem Anttritualisten Kenfit Protest erhoben, weil der Bischof angeblich römisch-katholische Gebräuche begünstige. Kenfit wurde schließlich an der weiteren Vorlesung feine# Protestes verhindert und verließ die Kirche unter polizeilichem schütze, umgeben von einer schreienden Menge. Haag, 17. April. Die Zweite Kammer nahm die Novelle zum Müuzgesetz an, wonach ausländisches Geld in den Grenzprovinzen nicht als Zahlungsmittel gelten soll. Der Finanzminister hob dabei hervor, daß die Befugnis der Regierung zur Demonetifierung des Silbers, um defieu Wertverhältnis gegenüber dem Golde aufrecht zu erhalten, nach wie vor in Kraft stehe. Paris, 17. April. Der Minister des Aeußeren, DelcassS, verläßt am nächsten Samstagnachmittag Paris mit dem No d-Expreßzug, um am Montag in St. Petersburg einzutreffen, wo er fünf Tage verbleibt. Der Kaiser von Rußland wird Delcaffs in Audienz empfangen. Der Minister des Aeußeren, Graf Lamsdorff, und der Finanz- miaister Witte werden zu Ehren Delcaffs'S große DiuerS geben. — Präsident Loubet hat aus Anlaß der Touloner Festlichkeiten an den Marineminister Laneffau ein Schreiben gerichtet, in welchem er den Minister zu den präzisen und schnellen Bewegungen des Geschwaders und zu der guten Haltung der Mannschaften beglückwünscht. Gleichzeitig ersucht Loubet den Marineminister, seine Glückwünsche auch dem Admiral Maigret und seinen Offizieren zu übermitteln. Madrid, 17. April. Nachrichten aus Lissabon besagen, gegen die geistlichen Kongregationen herrsche dort fortgesetzt Erregung. Die Republikaner veröffentlichen heftige Angriffe gegen den Papst wegen eines Briefes, den der Papst über die Kongregationen an den Kardinal Patriarchen von Liffabou richtete — Vier Herren aus Burgos besuchten vor einigen Tagen, tote der „Jmparcial" erfährt, ein Kloster in Silo« (Provinz Burgos) als Touristen. Sie wurden von den Mönchen zum Esten eingeladen und saßen kaum am Tisch, als eine Schar Bauern hereinstürzte und fie gefangen nahm. Sie wurden Tags darauf von den Gevsdarmen befreit. Die Regierung verlangte Aufklärung vom Gouverneur von Burgos. Man glaubt, die Mönche hätten dieSache angezettelt, weil fie die Herren für Agenten des Fiskus hielten. Bem, 17. April. Der Bundesrat verfügte die Aus- Weisung von sechs Ausländern, in der Mehrzahl Rusten, welche an den Ausschreitungen vor dem russischen Konsulat in Genf am 5. dS. teilgenommen haben. Wien, 17. April. Der Kronprinz wohnte heute vormittag in Gegenwart des Erzherzogs Franz Ferdinand in der Winterreitschule des Reitlehr-JnstitutS den Borführungen beider Jahrgänge des Instituts bei. Zugegen war auch der Attache der deutschen Botschaft, v. Bülow. Bom Reillehr- Jnstitut begab sich der Kronprinz zu Fuß ins Palais der deutschen Botschaft, wo Fürst Eulenburg zu Ehren seine« Gastes ein Frühstück gab, wozu auch der bayerische Gesandte o. PodewliS, der sächsische Gesandte Graf Rex, der Minister deS Auswärtigen Graf GoluchowSki, die beiderseitigen Ministerpräsidenten und der Chef des GeueralstabS Freiherr v. Beck Einladungen erhalten hatte». Nach dem Frühstück begab sich der deutsche Kronprinz io das Palais Harrach, wo er von dem Grafen und der Gräfin Harrach empfangen wurde und die reichen Sammlungen, sowie da« sogenannte Hohen- zollern'sche Stammbuch befichtigte. Bon dort fuhr der Kronprinz nach Schönbrunn. Dort fand im Schloßtheater die Generalprobe zu einer unter dem Protektorate der Erzherzogin Marie Valerie stattfindenden aristokratischen Wohl- thätigkeitSvorstelluug statt, wobei AuberS komische Oper „$)er schwarze Domino- zur Aufführung gelangte. Bei derselben waren u. a. die Erzherzogin Isabella mit ihren TöckUern Aus Stadt und Zand. Gieße», 18. April 1901. ♦♦ KreiSausschuß. Am nächsten SamStag, vormittag« 9 Uhr findet im Regierungsgebäude hier (Brandplatz Nr. 9) eine öffentliche Sitzung des KreiSausschusteS mit folgender Tagesordnung statt: 1. Beschwerde der Gewerkschaft Braun- steinbergwerke vormals Fernie in Gießen gegen Zuziehung zur Umlage der Gemarkung Schiffenberg. 2. Schankwirt- jchaftsgesuch des Karl Schmitt II. in Gießen, (Neustadt Nr. 14). 3. Beanstandung der Bestätigung der Bürgermeisterwahl in Ettingshausen. ♦* Perftualuachrichten. Der Großherzog hat dem Hauptmann und Kompaguiechef im Jnfanterie-Regiment von Winterfeldt (2. Oberschlefischeu) Nr. 23 Troeger, seither im 5. Großh. Jnfanterie-Regiment Nr. 168, das Ritterkreuz 1. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen und ferner den Staatsanwalt am Landgericht der Provinz Oberheffen Friedrich Koch zum Amtsrichter bet dem Amtsgericht Büdingen und den Rechtsanwalt Justizrat Ernst Schmeel in Darmstadt zum Notar mit dem Amtssitz in Darmstadt als Nachfolger des Notars Schödler dort, und den Notar Schmitt in Alzey zum Notar mit dem Amtssitz in Gau-AlgeSheim ernannt. Der Großherzog hat den Notar mit dem Amtssitze in Sprendlingen in Rheinheffeu Karl Wolf auf fein Nachsuchen seines Dienste- entlassen. *• An die hiesige Stadtschule tarnen bei Beginn de« Schuljahrs zwei neue Schulverwalter, Ost und Schneider, und eine Lehrerin. Lehrer Leib, der bis zum Herbst beurlaubt ist, erhielt einen Vertreter. Herr Ost ist seither in Lumda thätig gewesen. ** Bezirksverein „N ordo st". Dienstagabend fand im Saale des Cafe Leib die Generalversammlung des Bezirksvereins „Nordost^' statt. Sie war sehr zahlreich besucht. Der Vorsitzende, Herr Friedberger, erstatte* eingehend Bericht über die Thätigkeit des Vereins im ve»- flofsenen Geschäftsjahre. Die Diskicsston toerr sehr lebhaft, uno war man allgemein der Meinung, wenn mtfjt die ’&W-' psi 2 üiuätr ihfr Statik wo." »®in b* K !M d°«t art »rt .0- waintob, l». D. Bischofs l hatb M eivm «V y* ba$ ", ? W stellte fest-daß Verlebte war 22 ja ist, tonnte noch nicht berg reiste heute m Snglanb zurück, hofft -n Schloß Hriligenber zessin Ludwig reist nach fironberg. -v DemM 11 der Odenwaldes Leh' vow Ämdacher N iennang feiner Verdi' dichte und den „6infi Ehrenmitglied emam oem Hofkalligraphen überreicht worden, in daß der Verein duro za Auerbach mit bleiben möge. Darmstadt, 17. ? farb in Folge eines JchiM Eberhard 1 wie die „N. H. 8bl. rdneienversammlung Mitglieder. In polit wfimgtn ia früheren Jahren k :Nt Mm Anteil N toar er leidend, letzter Zeit auf feine ZU verzichten. Damstadt, 17. 'S u. q. den! wM Brandenbr Mhelm (2. Großh. von demselben Darmstadt, die $ DmchM mi Nta* $tUir e 16. t b“ N«* bei « 9*: «M dm M rs1 äSb d u J^en de, j." ?J»ttt fa] sta Sanb0rafik?rf*« i K 6,,™« 9i, j bekanntlich reckt leicht nimmt, erregt die neueste, die siebente den. dem fechten und drangen wild aufeinander ein- Nach kurzes Zeit brach Vorcsak mit einem Aufschrei leb lo szusammen. Ein mächtiger Hieb Szuros' hatte ihn an der «cklüfe ge- trofsen. Die Geirdarmen verhafteten sowohl Szuros, als auch die Sekundanten. Heirat der Schauspielerin Bettina Girard Aufsehen Ihr jüngster Ehemann heißt Francis E. Witter und tritt mit ihr in einem Chicagoer Variete-Theater auf. Die Girard ist eine Tochter des Generals Albert Ordway, der jahrelang das amerikanische GeschüKwesen leitete, und war vor Jahren in der Washingtoner Gesellsck-aft viel umsckMärmt. Die Reiterei der ersten mit) zweiten deutschen Armee in den Tagen vom 7. zum 15. August v. Pelet-Narbonne, Generalleutnant v d. Kav. z. D. (Berlin, Siegfr. Mittler u- Sohn.) — Essays von Franz Xaver Kraus, zweite Sammlung. (Berlin 1901. Gebrüder Paetel.) schon lange ersehnte Eisenbahn-Haltestelle am Nordende unserer Stadt, bis zur Eröffnung der Londorf-Lollar Eisenbahn zur Ausführung kommt, der nördliche Stadtteil, der mit der Eröffnung dieser Bahn den letzten Rest seines Landverkehrs verliert, einer wirtschaftlichen Krisis entgegensieht, da der dort vorhandene Kleinhandel fast ausschließlich auf den Verkehr mit der Rabenau angewiesen ist. — 3>ie turnusgemäß ausscheidenden Mitglieder wurden per Akklamation wiedergewählt. dol. Lich, 17. April. Morgen sind eS 25 Jahre, daß August Kambütz als Gärtner beim Oekonomierat Hoffmann zu Hof Güll in Diensten steht. § Nidda, 16. April. Von dem deutschen Jagdschutz. Verein wurde Wachtmeister Schmidt in Anerkennung seiner Verdienste um den Schutz der Jagd das große Ehrendiplom mit einer Geldprämie zuerkannt. -ö- Ruppertsburg bet Laubach, 17. April. DaS benachbarte Eisenwerk ^FriedrichShütte- ist bekanntlich seit einiger Zeit durch eine Bahn, die direkt an unsecm Ort hergeht, mit der Station Billingen verbunden. Diese Bahn hat aber nur Güterverkehr. Wie man hört, ist unserer Ge meinde die Einrichtung des Personenverkehrs ange. boten wurden, wenn sie sich verpflichtet, das Gelände zur Verlegung der Strecke zu stellen. Es wäre sehr wünschen, wenn in dieser Angelegenheit eine baldige Einigung zustande käme, damit auch unser Ort dem Verkehr anqeschlossen wird -o- Rainrod, 18. April. In der hiesigen Holzfchneiverei des W. Bischoff II. wurde gestern dessen Sohn Rein Hard von einem Stück Holz so unglücklich auf den Kopf g'troffen, daß er zusammenstürzte. Der sofort zugezogene Arzt stellte fest, daß der Tod bereits eingetreten sei. Der Verlebte war 22 Jahre alt. Wie das Unglück entstanden ,st, konnte noch nicht ermittelt werden. Darmstadt, 17. April. Prinz Luowig von Batten berg reiste heute nach Ablauf seines kurzen Urlaubs nach England zurück, hofft aber anfangs Mai für längere Zeit in Schloß Hriligenberg eintreffen zu können. Die Prinzessin Ludwig reiste heute zum Besuch der Kaiserin Friedrich nach Lronberg. -n Darmstadt, 17. April. Dem Sänger und Dichter des Odenwaldes Lehrer Karl Schäfer in Darmstadt, der vom Auerbacher Verschönerungs- und Kurverein in Aner. '.ennung seiner Verdienste, die er sich durch begeisterte Gedichte und den „Einsiedler von Auerbach- erworben hat, zum Ehrenmitglied ernannt wurde, ist jetzt vom Vorstand ein von oem Hofkalligraphen Göttmann kunstvoll ausgeführtes Diplom überreicht worden, in dem der Hoffnung Ausdruck gegeben ist, daß der Verein durch die Bande der gemeinschaftlichen Liebe zu Auerbach mit dem Dichter auf immer verbunden bleiben möge. Darmstadt, 17. April. Wie wir bereits gestern meldeten, starb in Folge eines Herzleidens Rechtsanwalt und Notar Iustizrat Eberhard Sch öd l er. Der Verstorbene gehörte, wie die „N. H. Vbl." berichten, seit Jahren der Stadlver . rdneteuversammlung an, und war eines ihrer thätigsten Mitglieder. In politischer Beziehung gehörte er der deutsch- fceifinnnigen Partei Richtec'scher Observanz an, und nahm in früheren Jahren bei Wahlen auch in hervorragender Weise aktiven Anteil an dem Parteileben. Seit längerer Zeit war er leidend, und seine Krankheit nötigte ihn in letzter Zeit auf seine Thätigkeit als Rechtsanwalt und Notar zu verzichten. Darmstadt, 17. April. Der Großherzog empfing am 17. April u. a. den Major v. Schlemmer und den Hauptmann Brandenburg vom Infanterie Regiment Kaiser Wilhelm (2. Gcoßh. Hess.) Nr. 116, den Leutnant Kretsch- mar von demselben Regiment, kommandiert zum Traindepot in Darmstadt, die Professoren Drews von der Landes- Universität Gießen, Wegele von der Technischen Hochschule Darmstadt und Bode von Frankfurt a. M., den Forstmeister Lener von Lich. Darmstadt, 16. April. Aus dem Rechenschafts-Bericht :at verfügte die %u6> ru, in der Mehrzahl in vor dem rnWru mmen habe«. inz wohnte heute vor« S Franz Ferdinand m tut« den Vorführungen Zugegen war auch der Ülov. Vom Skeillehr- i Fuß in» Mali der wrg ju Hren feine» er bayerische 0ifubtt raf Ry, der Minister deidMügeuMOer. W Freiherr v. B eck m Frühstück begab fich 8 Hanach, wo er von i empfangen wurde und o« sogenannte Hohenau dort fuhr der Sm- , im Schloßtheater die Protektorate der Erz- aristokratischen Wohl- über» komische Dptr gelangte. 0« in IM «ti thrm Deil der w;untbr® *=b« b«6 b 1=1. **.-Ä J besangen. Der "'Und der Finani. große Diner« fi brr Touloner Fch- iQtt rin Schreiben ge- präzisen und Jwb J» der guten Elleichzeitig er- Glückwünsche auch dem a za übermitteln. uuü Lissabon br- 'egationen herrsche iepnblikaver verüfsent- u Papst wegen eine« Wegaliomn an den tete besuchten vor einigen i Kloster in Silo« rie wurden von den rßen kam am Tisch, und sie gesavgen ‘ den tzev-darmen bt- xuug vom Gouverneur e hätten dieSache für Agenten de« des Ausschußes des Kunst-Vereins für das Großher. zogtum Hessen für daS Jahr 1900 entnehmen wir folgendes: Aus dem Mitgliederverzeichnis ergiebt sich, daß zu Anfang 1901 die Zahl der dem Verein angehörigen Mitglieder betrug in Darmstadt 551, in Gießen 212, in Mainz 91, in Offenbach 124, in WormS 85, an anderen Orten des Großherzogtums 45, au Orten außerhalb des GcoßherzogtumS 25, zusammen 1133. Ss ist gegen das Vorjahr eine erfreuliche Zunahme der Mitgliedcrzahl ir Darmstadt und Gießen zu verzeichnen, der leider eine Abnahme in Mainz, Offenbach und WormS gegenübersteht. Die Ausstellungen des Vereins in dec Kunsthalle in Darmstadt haben, abgesehen von zahlreichen einzelnen Werken aller Richtungen der heutigen Kunst, eine Reihe von KollektivauS stellungen enthalten. In der Kunsthalle in Darmstadt wurden 1900 ausgestellt: 703 Oelgemälde, 80 Aquarelle und Pastelle, 35 Zeichnungen, 14 plastische Werke; im Kunst Vereinssaal Gießen und im Kunstverein zu Hanau je: 364 Oelgemälde, 55 Aquarelle, 28 Pastelle, 33 Zeichnungen 2 plastische Werke. fc. Mainz, 17. April. Unter Anwesenheit deS Ministerialrats Braun und deS Reichstags- und LandtagSabge ordneten Schmitt fand gestern hier eine Ausschußsitzung deS landwirtschaftlichenProvinzialvereins zweck Stellungnahme zur Weingesetzvorlage, statt. Der AuSschu schloß fich der in WormS gefaßten Resolution „v. Heyl" an. Bingen, 17. April. Am heutigen Mittwoch ist eS geradc ■ein Jahr, daß fich bei Bingen das schreckliche BootSunglüc «eignete, dem 18 Personen zum Opfer fielen. Erst nach arnd nach wurden die Verunglückten vom Waffer auSgeliefert. Rur eine fehlte schließlich noch: Fräulein Ridder aus Barmen. Jetzt wird aber gemeldet, daß auch deren Leiche aufgefunden ivorden sei, und zwar bei Boppard. fc. Frankfurt a. M , 17. April. Der Schwiegersohn bei Landgräfin von Hessen, Friedrich Frhr. v. Vincke, Oberleut nant im Ulanen-Regiment Nr. 10, ist in daS 1. hannoversche Dragonerregiment Nr. S versetzt worden. Von Vincke stand chedem bei den 13. Husaren. * Petersburg, 17. April. Bei Saratow an der Wolga fuhren 14 Zisternenivaagon--, die von der Maschine loSgerissen waren, auf einen Personenzug auf. Vier Personenwagen und ein Postwagen wurden zertrümmert und fünf Personen getötet, sechs Personen erlitten schwere und fünfzehn Personen erlitten leichte Verletzungen. * Z n m siebenten Male verheiratet Selbst,- in Amerika, wo.man cs.mit Eheschließungen und Scheidungen Mui- ießrn M ß^kwirl' MWU * * Sä'- MM *Ärt, R-l-r btuW" DtenP" , ■ segt«11. r * feuchten Elemente machten. Zuvor hatten fie sich aber die litttftlltllL* größten Rohheiten zu Schulden kommen laffen. Die Burschen « c. o cm« waren in die Häuser und Wohnstätten eingebrungen unb D eu ts che Kun st und Dekor atro "-Heft 2^ Marz hatten Frauen unb Männer aus ben Betten gerissen unb ^01. Sonderheft ( £• .Ä Reiterei am ourchgeprügelr. Dann demolierten sie Tische, Stühle, Fester, i ^ch Spichern^ 7^August 1870. Zugloch eine Richtig- kurz, alles was nicht niet* unb nagelfest war. Em Bauer^b Vorausaabe^ der 2. Ausl der Schrift: bte erhielt einen tötlichen Mefferstich in ben Rücken. Am nächsten ^eiter£ ^r ersten und zweiten deutschen Armee in den Gerichtssaal. ** Darmstadt, 16. April. Strafkammer I. Wegen Verkaufs unzüchtiger Abbildungen, Vergehen gegen den § 184 des St.-G.-B, hatten sich der 35jährige Kolporteur Heinrich Adam Heid hier und der 27jährige Photograph Benno Klausnitzer in Neu-Isenburg, zu verantworten. Während der Verhandlung war die Leffentlichkeit ausgeschlossen. Nacl) den Gründen des öffentlich verkündeten Urteils hat Klausnitzer int Mai v. I. im Auftrag Heids nach drei ihm von diesem übergebenen unzüchtigen Photographien eine Anzahl Vervielfältigungen hergestellt und an Heid verkauft, der seinerseits mit geringem Nutzen 12 Exemplare hier und in Etville an einzelne Personen weiterverkaufte. Der nicht bedeutende Absatz und Gewinn, sowie die Unbestraftheit KlauSnitzers kamen strafmildernd in Bettacht. Heid wurde zu 100 Mk., evenr. 20 Tagen Gefängnis, Klausnitzer zu 80 Mk, event 16 ^agen ; Gefängnis, verurteilt. Beide erkannten ihre strafe an. chrecklich jammernde Tier dann wieder springen lassen. — Dienstag Nachmittag hat sich der Ottsbriefträger Rösch in Gimbsheim erhängt. Er hinterläßt seine Frau unb 7 Kinder. — Der Beigeordnete unb Provinzial-AuSschuß- mitglieb Wenz von Kempten, ber wegen SittlichkeitSver gchen in Mainz inhaftiert war, würbe gegen Stellung einer Kaution von Mk. 10 000 aus ber Haft entlasten. — Der in der Wafhingtone Parteitag wirb ansang Oktober in Frank Sahr7n urt a. M. tagen und insbesondere Steuerfragen, Kolonial Sie ging dann zur Bühne und heiratete nach ivlitik unb Handelspolitik erörtern. ! einander ein halbes Dutzend Kollegen, von denen teils der Tod, meist aber ein Richterspruch sie trennte. Tage wurde ein ganzes Gendarmeriekorps nach Waldsee entboten, um die dortigen Bewohner zu beruhigen und nach ben Thätern zu forschen. Einige würben bann auch verhaftet, doch konnte man der Haupträdelssührer noch nicht habhaft werden. * Paris, 17. April. Heute nachmittag wurde in der Vorstadt Passy eine 35jährige Frau Namens Lausch- EnglLnder von einem Mann, dessen Identität bis jetzt| noch nicht festgestellt werden konnte, durch einen Revolver-1 schuß getötet. Der Mörder, der das Verbrechen verübt! haben soll, weil Frau Lausch seinen Heiratsantrag abge»' lehnt hatte, schoß sich alsdann selbst eine Revolverkugel in den Kops und starb bald darauf. Die Ermordete, die aus Berlin stammen soll, war die geschiedene Frau des ehemaligen Journalisten Dr. Engländer. * Budapest, 17. April. In der Apatelker Herrschaft des Barons Solymossy dienten zwei Ackerknechte, Anton Vorcsak und Joseh Szuros. Sie liebten beide ein Mädchen, die Tochter des Großknechtes Franz Kulcsar, und da die Heißbegehrte nur einem von ihnen angehören konnte, besckflossen sie, die Entscheidung durch ein Duell herbeizuftihren. Als Waffen wählten sie, wie sichs gebührt, eiserne Gabeln. Sie begaben sich mit vier Sekundanten auf eine Wiese, um den Zweikampf auszu- * Scrlia, 17. ^priL B^hi-r ist der ilsschor von xlMvcrsitAS'NllchrichttN. Alvensleben mit Hinterlassung einer Schuldenlast u. Darmstadt, is. April. An der hiesigen Technischen Hoch- von über 250000 Mark verschwunden. Der lebend kure ^aben 9eß«n bie W lustige Assessor war in die Hände von Wucherern ber . I würde, so wird dadurch ber Passus in ber Äabmeteorbie vom 26. Ro- ins Dorf eindrangen, rückte die Feuerwehr lN vember v.J. über Haupt- und Nebenfächer auch seine praktische Bedeutung schloffener Linie vor. Die rabiaten Burschen nahmen itoar unb feinc freundlick mildernde ötrfung im Examen erweisen Reißaus, sobald fie die unliebsame Bekanntschaft mit dem i u - -- fc. Srsuberg, 17. April. Wie verlautet, trifft der Kaiser am 25 April auf Schloß FciedrichShof ein. Kleine BtttteUimge« au8 Heße» unb len RachbarstLaten. Der Staatsanwaltschaft in Frankfurt a. M, sind durä Beschlagnahme der Liste eines auswärtigen Kollekteurs 195 in Frankfurt wohnende Personen bekannt geworden, die in einer verbotenen außerpreußischen Lotterie spielen; gegen Alle ist das Strafverfahren eingeleitct worden. — ®in verkrüppelter Alteisenhänvler im Gartenfeld in Mainz hatte eine Katze eingefangen und dieser einen 2*/8 Zoll langen Nagel, den er eigens dazu hergerichtet, und am Ende mit einer Quaste verziert hatte, in die Brust geschlagen und das Münster i. W, 17. April. Da« SchwRr-ericht verurteilte der Schlofler Friedrich Einhaus wegen Mordes eines Mitgefangenen zum Tode. Neueste Meldungen. W. Wien, 18. April, 1.45 Uhr. (Tel.-Meld. d. „Gieß. Anz.") Der Kronprinz reiste heute morgen T Uhr 45 Min. mittelst Sonderzuges nach Berlin zurück. Berlin, 17. April. Die „Nat.«Ztg.- hört, der Handels Minister habe sich bereits an einzelne Persönlichkeiten mit bei Anfrage gewandt, ob sie geneigt seien, einer Enquete zur Rcviiion des Börsengesetzes betzutreten. Hamburg, 17. April. Au Bord de-PoftdampferS «Graf Walderfee" wurde der steckbrieflich verfolgte Kassierer Bummert, der der Stadtkaffe tu «arbitz 13000 Gulden unterschlagen hat, verhaftet, als das Schiff den Hafen verlassen wollte. Kiel, 18. AprU. Die kaiserlichen Prinzen Eitel Fried. rich, August Wilhelm «ud Oskar träfe« um 7