Nr. 319 erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Siebener Familien- -lütter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem »Hess. Landwirt" und den „Blättern für hessische Volkskunde" viermal wöchentlich bei» gelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Gchnlstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gicßeu. FrrnsprechanschlußNr.51. Zweites Blatt. 151. Jahrgang. Mittwoch 18. September 1901 GietzeimAnzeiger Eeneral-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Annahme von Anzeige» zu der für den folgenden Tag erscheinenden Nr. bis vornnttags 10 Uhr. Alle Anzeigen-Vermitt- lungsstellcu des In-und Auslandes nehmen Anzeigen entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pf., auswärts 20 Pfg. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univcrsitäts - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Dell: P. Wrttko; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Bekanntmachung. Betr.: Die Verpflichtungen von unfallrentenberechtigten Inländern, welche "sich im Ausland aushalten. Tie nachstehenden Vorschriften bringen wir zur öffentlichen Kenntnis. Gießen, den 14. September 1901. .Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Vorschriften über die Verpflichtungen von unfallrentenberechtigten Inländern, welche im Auslande sich aufhalten. Vom 5. Juli 1901. In Ausführung der Bestimmungen des § 94 Ziffer 3 des Gewerbe-Unfallversichcrungsgesetzes (Reichs-Gesetzblatt 1900 Seite 585), § 100 Ziffer 3 des Unfallversicherungsgesetzes für Land- und Forstwirtschaft (Reichs-Gesetzbl. 1900 Seite 641), § 37 Abs. 1 des Bau-Unfallversicherungsgesetzes (Reichs-Gesetzbl. 1900 Seite 698) werden die nachstehenden ^Vorschriften erlassen: § 1. Nimmt ein rentenberechtigter Inländer seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Auslande, so hat er der die Rente zahlenden Berufsgenvssenschaft unverzüglich diesen Ausent- halt so mitzuteilen, daß Postsendungen unter der angegebenen Adresse bestellbar sind. Tie Mitteilung kann schriftlich, telegraphisch oder zu Protokoll erfolgen. § 2. Tie Mitteilung gilt als unterlassen im Sinne der Ziffer 3 Abs. 1 der §§ 94 des Gewerbe-Unfallversicherungs- gefetzes und 100 des Unfallversicherunasgesetzes für Land- und Forstwirtschaft, wenn die Abreise des Rentenberechtigten ins Ausland glaubhaft gemacht, innerhalb der Mitteilungsfrist aber keine den Vorschriften des § 1 entsprechende Mitteilung der Berufsgenossenschaft zugegangen ist. Diese Frist beginnt mit dem Tage, an welchem die Reise ins Ausland angetreten worden ist, oder, sofern dieser Zeitpunkt nicht feststeht, mit dem Tage, an welchem die Bestellung einer Postsendung der Berufsgenossenschaft an den Rentenberechtigten unter seiner letzten bekannten Adresse im Jnlande wegen Verlassens dieses Aufenthaltsortes nicht hat bewirkt werden können. Tie Frist beträgt: 1. wenn der angegebene oder nach den Umständen anzunehmende ausländische Aufenthaltsort innerhalb Europas gelegen ist, drei Monate, 2. wenn dieser Ort in den Küstenländern von Asien und Afrika längs des Mittelländischen und Schwarzen Meeres oder auf den dazu gehörigen Inseln belegen ist, sechs Monate, 3. wenn dieser Ort in einem sonstigen außereuropäischen Lande belegen ist, neun Monate. Im Zweifel ist die längere Frist maßgebend. § 3. Bei jedem Wechsel des gewöhnlichen Aufenthalts Innerhalb des Auslandes finden die Vorschriften der §§ 1 und 2 entsprechende Anwendung mit der Maßgabe, daß für die Berechnung der Mitteilungsfrist der letzte bekannte Aufenthaltsort im Ausland an die Stelle des letzten inländischen Wohnorts tritt, und daß die Frist in allen Fällen sechs Monate beträgt. § 4. Eine ausdrückliche Vereinbarung zwischen der Berufsgenossenschaft und dem Rentenberechtigten über die anoerweite Festsetzung des Beginns und der Tauer der in den §§ 2 und 3 bestimmten Fristen ist »zulässig. § 5. Auf Erfordern der die Rente zahlenden Berufsgenossenschaft haben die rentenberechtigten Verletzten sich von Zeit zu Zeit bei dem örtlich zuständigen deutschen Konsul oder einer ihnen zu bezeichnenden anderen deutschen Behörde persönlich vorzustellen. Diese Vorstellung darf, sofern nicht zwischen der Berufsgenossenschaft und dem Rentenberechtigten über einen kürzeren Zeitraum ausdrückliches Einverständnis erzielt ist, 1. innerhalb der ersten zwei Jahre von der Rechtskraft des Bescheids oder der Entscheidung ab, durch welche die Entschädigung zuerst endgiltig festgestellt worden ist, a) von dem am Sitze der Behörde wohnenden oder dort regelmäßig beschäftigten Verletzten nur in Zeiträumen von mindestens sechs Monaten, b) von anderen Verletzten nur in Zeiträumen von mindestens neun Monaten, 2. in allen übrigen Fällen nur in Zeiträumen von mindestens einem Jahre verlangt werden. § 6. Tie Berufsgenossenschaft, welche die Vorstellung Ungeordnet hat, ist verpflichtet, den Verletzten die zur zweckentsprechenden Ausfiihrung der Reise aufgewendeten Kosten an Reise-, Uebernachtungs- und Zehrungsgeld sowie den dadurch entgangenen Arbeitsverdienst zu erstatten. § 7£ Die Bestimmung unter Ziffer 3 Abs. 3 der §§ 94 des Gewerbe-Unfallversicherungsgesetzes und 100 des Un- sallversieherungsgesetzes für Land- und Forstwirtschaft gilt auch für die Pflicht zur Mitteilung des Aufenthaltes. § 8. Diese Vorschriften treten am 1. Oktober 1901 in Kraft. Sie sind en entsprechende Anwendung auf die rentenberechtigten Inländer, welche an diesem Tage bereits ihren gewöhnlichen Aufenthalt im Auslande genommen oder die Reise ins. Ausland angetreten haben. Für .solche Personen beginnen die in den §§ 2 und 3 vorgesehenen Mitteilungsfristen mit dem Tage des Inkrafttretens dieser Vorschriften. Der Mitteilung des Aufenthalts, an dem sich ein Berechtigter zu- diesem Zeitpunkte befindet, bedarf'es nicht, wenn seine ausländische Adresse der die Rente zahlenden Berufs- genossenschast bereits früher genau (§ 1) mitgeteilt worden ist. § 9. Soweit die Rente von einer Ausführungsbehörde §§ 128 ff. des Gewerbe-Unfallversicherungsgesetzes, §§ 134 ff. des Unfallversicherungsgesetzes) für Land- und Forstwirtschaft, z 6 Ziffer 2 u. 3 u. §§ 42, 43 des Bau-Unfall- versicherungsge)etzes gezahlt wird, tritt diese hinsichtlich der vorstehenden Bestimmungen aß die.Stelle der Beruss- genossenschaft. Berlin, den 6. Juli 1901. Das Reichs-Vesicherung'samL. Mbteilun^ für Unfallpersicherung.- Nach den Flottenmanövern. Aus Berlin, 16. September, wird uns geschrieben: Die Kriegsmarine hat ihre „Generalprobe" in den Danziger Gewässern glänzend bestanden. Nachdem ihr der Zar bereits mitten im Manöver seine Anerkennung hatte signalisieren lassen, gicbt Kaiser Wilhelm jetzt in einer besonderen Ordre den Offizieren und Mannschaften der Flotte seine vollste Zuftiedenheit und seinen Dank zu erkennen. Prinz Heinrich, im Manöver Kommandant des die Küste verteidigenden „blauen" Geschwaders, dem durch die Schiedsrichter der Sieg zugesprochen wurde, erhielt die Ernennung zum Admiral, und ist dadurch in die höchste Rangstufe der Manöver aufgerückt. Die Schiedsrichter rühmten besonders die Schnelligkeit der von den Schiffen des „blauen" Geschwaders ausgeführten Evolutionen, während den gegnerischen Schiffen des „roten" Geschwaders, unter dem Befehl des Vizeadmirals v. Arnim, das größere Maß von Präzision zuerkannt wurde, Richt zuletzt ist auch bemerkenswert, daß die Kriegsschiffs ausnahmslos den an sie gcstMen denkbar hohen Anforderungen entsprachen. Was das heißen will, läßt sich an der Thatsache ermessen, daß nicht etwa „ausgeruhte" Fahrzeuge, sondern z. B. auch die Schiffe der kürzlich erf aus China nach einjährigem, ununterbrochenem Dienst heimgekehrten Panzerdivision an den Manövern beteiligt waren. Alles in Allem haben die Danziger Kaisertage erwiesen, daß die deutschen Seeoffiziere und Marinemannschasten auf der Höhe der Leistungsfähigkeit stehen, und daß sich auch das schwimmende Material der Kriegsmarine in vortrefflicher Ordnung befindet. Die an den Untergang des Kreuzers „Wacht" geknüpften Befürchtungen hinsichtlich etwaiger Mängel der Dampf- oder elektrischen Steuerung der deutschen Kriegsschiffe sind erfreulicherweise gegenstandslos geworden. Frankreichs Enttäuschung. Man schreibt uns aus Berlin, 16. Sept.: Das Zaren'paar ist auf dem Wege nach Frankreich, aber nicht auf dem Wege nach Paris. Erregbare Leute wie die Franzosen thun leicht den Schütt von Enthusiasmus zur Niedergeschlagenheit, von der Begeisterung für die Russen zum grimmigen Verdruß über die „Brüder". Mit einem Male sind, nun der Verzicht des Zaren auf die Wunder von Paris feststeht, die nattonalistischen Blätter aus der Ekstase zur Ernüchterung gekommen. Blätter wie „Autorito" und „Soleil" verkünden mit dürren Worten, das Bündnis mit Rußland sei nichts wert, es komme Frankreich furchtbar theuer zu stehen, es verurteile zu ewigem Verzicht auf die verlorenen Provinzen. . . Vermutlich hat zu dieser melancholischen Auffassung der Alliance auch die Danziger Rede des Kaisers beigetragen. Nicht konnte knapper und treffender der Gedanke, der immer noch in vielen Köpfen Frankreichs spukt: „Die Revanche mit Hülfe Rußlands", als leerer Wahn gekennzeichnet werden, wie es durch die kaiserlichen Worte geschah, daß für länge Zetten der europäische Frieden erhalten bleibe. Das ist das Resultat der Kaiserbegegnung, und es liegt keineswegs außerhalb der Möglichkeit, daß nicht nur persönliche Zusicherungen Nikolaus II. für die Aufrechterhaltung des Friedens erfolgt sind, sondern auch in formellen Abmachungen unter Mitwirkung der leitenden Staatsmänner ihren Ausdruck gefunden haben. Was immer der Zar in Trinksprüchen und sonstigen Kundgebungen den Verbündeten Angenehmes sagen wird, es ist nicht das, was die geheime Hoffnung der „Patrioten" bildete, und nunmehr mit der Offenherzigkeit des Zornes preisgegeben wird. Rußland ist kein Verbündeter für einen Angriffskrieg: Die Danziger Tage haben den Beschluß der russischen Politik besiegelt. Nkr ilegitrungsrotdjfrl in htn Ucrrinigtkn Staaten. Mit lebhafter Spannung sind die Augen der Welt auf den „neuen Mann" gerichtet, der nun als der 26. Präsident in das Weiße Haus in Washington einzieht und bis zum Ablauf der Präftdialperiode, mithin für die Tauer von drei ein halb Jahren, das Oberhaupt der Vereinigten Staaten sein wirdi „Was! haben -vir von TheodorRoose- velt zu erwarten?" fragen sich angesichts der neu geschaffenen Lage' nicht nur die Vereinigten Staaten, sondern auch die Völker der alten Welt, die vor allem in ihren wirtschaftlichen Interessen eng verflochten sind mit dem in gewaltigem Auffchwung begriffenen Lande. Soviel kann man wohl schon jetzt sagen, daß mit Präsident Roosevelt die Politik des stpammen Imperialismus ins Weiße Haus zu Washington eingezogen ist Als öffentlicher Redner bat Roosevelt dieses Thema wohl einige Male erörtert, sich dabei aber auf allgemeine Tarlegungen beschränk, wie das einem Vize-Präsident zukam. Im Kreise seiner engeren Freunde ließ Roosevelt diese Zurückhaltung fallen. Tort entwickelte er, wie uns von einem mit amerikanischen Verhältnissen vertrauten Manne berichtet wird, politische Ideen von großer Kühnheit Es empfiehlt sich nicht, diese jetzt in vollem Umfange bekannt zu geben, wo Roosevelt die Leitung der Staatsgeschäfte übernommen hat und voraussichtlich demnächst sein offizielles politischjes Glaubensbekenntnis in einer „Botschaft" an die gesetzgebenden Körperschaften zum Ausdruck bringen wird. Doch schon die eine Bemerkung dürfte interessieren, daß Roosevelt die Am eri- kanisierung Mexikos als erforderlich bezeichnet hat. Ein Blick auf die Karte läßt die Bedeutung dieses Planes erkennen. Ter Freistaat Mexiko bildet die Festlandsbrücke zu bett mittel- und südamerikanischen Republiken. Die politische Strategie, von der man sagt, daß Für die Leichenfeierlichkeiten und die Beisetzung Mae Kinleys find bis jetzt folgende Bestimmungen getroffen worden: Tie Leiche Mac Kinleys wurde am 16. früh vom Rat- hause, wo sie aufgebahrt war, in feierlichem Zuge, der durch seine Einfachheit und das Fehlen jeden Pompes besonders tiefen Eindruck machte, zur Bahn gebracht, um nach Washington übergeführt zu werden. Roosevelt geleitete die Leiche nach Washington, wo sie Montagabend eintrifft^ und für die Nacht nach dem Weißen Hause überführt wird. Tienstagmorgen wird der Sarg in die Rotunde des Kapitols verbracht/ woselbst die Leiche aufgebahrt wird. Im Kapitol findet eine kurze Trauerandacht tatt. Auch in der Rotunde des Kapitols werden Trauergottesdienste abgehalten, wonach die Leiche bis zum Abend in der Rotunde aufgebahrt bleibt. Abends wird die Leiche in feierlichem Zuge nach dem Bahnhofe geleitet, und sie wird Mittwochnachmittag in Canton cintreffen. Donnerstag vormittag .11 Uhr wird der Sarg zur sie den panamerikanischen Bestrebungen zu Grunde liege, weist in der That zunächst auf die Annektierung Mexikos hin. Die Jnselbrücke der Antillen ist bereits seit der Angliederung Kubas und Portoricos an Amerika in ihren wichtigsten Teilen dem Sternenbanner unterstellt. Ter Krieg mit Spanien, nicht zuletzt verursacht bin:*} dick amerikanischen Wühlereien auf ftufca, warf bekanntlich der Union diese reiche Beute in den Schoß. Tie Annektierung Mexikos zu bewerkstelligen, dürfte allerdings schwer halten. Einen Krieg mit Mexiko vom Zaune zu brechen, davon möchte Wohl aber Roosevelt Abstand nehmen, solange der besonnene, in der ganzen Kulturwelt geachtete Porfirio Diaz an der Spitze der mexikanischen Regierung steht. Der Präsident der Vereinigten Staaten würde sich durch einen solchen „Rauhe Reiter-Streich" gegen den friedliebendsten und trefflichsten der lebenden amerikanischen Staatsleiter uni jeden moralischen Kredit bringen. Toch Porfirio Diaz ist ein alter Mann. Wenn sich auch die im März ds. Js. von New-Dor k aus verbreitete Meldung, Diaz sei geisteskrank, nicht bestätigt hat, so ist doch recht zweifelhaft, ob er nach Ablauf der sengen Mandatsdauer, im Jahre 1904, nochmals um den Präsidentensitz wird kandidieren können. Politische Gegner hat Tiaz auch heute schon; sie wagen sich nicht hervor, weil die überwiegende Mehrheit des mexikanischen Volkes ebenso wie die Fremden, unter diesen besonders die Deutschen, dem Präsibenten unbedingtes Vertrauen entgegenbringen. Tas Bild kann und wird sich voraussichtlich ändern, wenn Tiaz, sei es durch Tod, oder in Rücksicht auf fein Alter! aus dem Amte scheidet. Tann wird die Partei der Unzufriedenen ihr Haupt erheben, Wirren entfachen und so den Vereinigten Staaten, die „Ruhe vor ihrer Thür" haben wollen, Grund zur Einmischung geben. Tas Schicksal Kubas wäre Mexiko sicher. 9tun wird aber Roosevelt kaum sein mexikanisches Projekt bis zu diesem Zeitpunkt int „Aktenschrank»" verschließen. Er wird wahrscheinlich nach kubanischer Methode vorgehen wollen, also zunächst das Terrain bearbeiten, das Volk ,,scharf zu machen" versuchen u. s. w. Ein Wink genügt, die „gelbe" Presse zu alarmieren. Wo deren Agenten sich einnisten, ist es bekanntlich mit dem Frieden vorbei. Ta ist auch im Handumdrehen ein „Fall" konstruiert, der die ernste Aufmerksamkeit der Washingtoner Regierung äu erregen geeignet erscheint. Nun, die in Mexiko lebenden, zahlreichen Deutschen werden ja nicht verfehlen, nach der Heimat zu melden, wenn eine neue Strömung von Washington ausgeht. Daß' für die deutschen Interessen ein Vordringen des amerikanischen Einflusses in Mexiko, oder gar eine Annektierung dieses Landes durch die Vereinigten Staaten, nichts weniger als günstig wäre, ist ohne weiteres einleuchtend. Tie Politik Roosevelts würde, wenn sie sich in diesen Bahnen bewegte, nur eine verschärfte Fortführung der Gedanken McKinleys sein. Daß der neue Präsident tatsächlich so denkt und in McKinleys Bahnen weiter wandern will, hat er, wie ein Telegramm des Wölfischen Bureaus berichtet, am Sonntag in Buffalo in einer Konferenz mit den Ministern und anwesenden Freunden seine politischen Ansichten dargelegt. Darnach ist auch, Roosevelt für weitergehende Reziprozität beim Kauf und Verkauf der Güter, so daß über einen Ueberschuß der Produktion der Vereinigten Staaten auf Grund billiger Abmachungen mit fremden Ländern in zufriedenstellender Weise verfügt werden kann. Ferner ist er für das völlige Aufhören des Handelskrieges gegen die übrigen Länder, für Absch ließnn g der Reziprozitätsverträge und Abschaffung solcher Zölle, die nicht weiter als für das Staatseinkommcn nötig find, natürlich unter der Bedingung, daß durch Abschaffung dieser Zölle die amerikanische Industrie und Arbeit nicht beeinträchtigt wird. Es sollen ferner nach dem Programm Roosevelts direkte Schiffahrtslinien zwischen den Vereinigten Staaten und den beiden Küsten von Süd - und Zentralamerika geschaffen werden. Es sollen die Handelsmarine ermutigt und Schiffe gebaut werden, und zwar mit amerikanischem Gelde, welche Amerikanern gehörend unter, amerikanischer Flagge fahren und amerikanische Mannschaft führen. Der Jsthmus-Kanal soll sobald als möglich fertiggestellt und ein der amerikanischen Regierung gehörendes Kabel gelegt werden, welches das Mutterland mit feinen auswärtigen Besitzungen verbindet. Roosevelt ijstf auch für schiedsgerichtliche Erledigung aller Streitigkeiten mit fremden Nationen, um den Krieg zu vermeidet: (!). Er will, daß Ersparnisse des Volks, die in Banken niedergelegt sind, und ändere Arten von Kapitalsanlaaen durch Wahrung des kommerziellen Gedeihens des Landes und Ernennung von Männern von der höchsten Integrität zu Vertrauensstellungen geschützt werden. gestorben. Deutsches Keich. Klasse mit Eichenlaub verliehen. — General der Infanterie z. D. v. Struberg begeht heute in seltener Frische seinen 80. Geburtstag. Aus diesem Anlaß ist ihm von dem Kaiser nachstehendes, von Bord der Yacht „Hohenzollern" datiertes Glückwunschtelegramm Die Spaltung der evangelischen Arbeitervereine, die schon auf dem Pfingstkongreß in Speyer zu Tage getreten war, ist am Sonntag auf einer in Volmarstein abgehaltenen Versammlung öffentlich und cndgiltig vollzogen worden. Die entschiedenen Gegner der Sozialdemokratie, die zu der sogenannten Bochumer Richtung gehören, sind unterlegen, und die^ational-Sozialen haben einen Sieg erfochten. Auf dem Pfingstkongreß war über die Anlehnung der evangelischen Arbeitervereine an die Gewerkschaften beraten worden. Der Bochumer Flügel wehrte sich damals entschieden gegen eine Verbrüderung mit den sozialdemokratischen Gewerkschaften. Sein Führer, der nationalliberale Abgeordnete Franken, wurde bei den Ausschußwahlen nicht wiedergewählt, und die Resolution der Bochumer abgelehnt, den Vereinsmitgliedern aber empfohlen, sich nach eigner Wahl beliebigen Gewerkschaften anzuschließen. Rach diesem Siege i der Rational-Sozialen unter Naumann verließen in Speyer die Bochumer den Saal, wodurch die Spaltung gekennzeichnet wurde. In Volmarstein erklärten nun die Bochumer mit 33 Vereinen ihren Austritt aus dem rheinisch-westfälischen Verbände. Sie werden Sonntag einen neuen Verband in's Leben rufen. Hessischer Handelskammertag. Mftttnz, 16. Sept. treffens des betreffenden Dampfers in Münster eingehen. Köln, 14. Sept. Der Zentralausschuß der Zionistischen Vereinigung für Deutschland hatte ein Glückwunsch-Telegramm an den Großherzog von Baden als den Gönner der Bestrebungen des Vereins gerichtet, worauf der Vorsitzende ein Danktelegramm erhalten hat. Der 5. Zionistenkongreß ist für den 26. bis 29. Dezember nach Basel einöerufcn. Den wichtigsten Teil der Tagesordnung wird voraussichtlich die Erörterung der körperlichen, geistigen und wirtschaftlichen Hebung der Juden bilden, worüber Dr,' Max Nordau den Generalbcricht übernommen hat. Kiel, 15. Sept. Der Kaiser und die Kaiserin von Rußland unternahmen nachmittags mit der Prinzessin Heinrich eine längere Spazierfahtt. Nach der Abendtafel begab sich das russische Kaiserpaar an Bord des „Standart", der voraussichtlich am frühen Morgen den Hafen verläßt. Brnnsbuttelkoog, 16. Sept. Das russische Kaiser» paar und Prinzessin Heinrich trafen nachmittags um 5 Uhr an Bord des „Standart" hier ein. Prinzessin Heinrich begab sich alsbald per Sonderzug nach Kiel zurück, während das russische Kaiscrpaar erst morgen früh fünf Uhr die Weiterreise nach Dünkirchen antritt. Deffau, 16. Sept. Oberst von Frankenberg und Proschlitz, Kommandeur des Anhalttschen Infanterieregiments Nr. 93, ist heute im Manövergelände in Thüringen plötzlich Ueber eine Meuterei, die sich dieser Tage beim Einmarsch des waadtländischen Landwehr-Bata i l l o n s 103 in Bex ereignet hat, schreibt man der „Thurg. Ztg.": Das Landwehr-Bataillon 103 war auf Samstag, nachmittags halb zwei Uhr, nach Lavey (St. Maurice) zu einem Wiederholungskurs einberufen. Eine größere Anzahl der Mannschaft stellte sich zu spät; 146 Mann wurden aus diesem Grunde für einige Tage zu Wasser und Br ot verurteilt; andere waren so betrunken, daß sie kaum mehr! stehen konnten; zehn dieser Trunkenbolde sind in Haft vcr- setzt worden. Es ist somit eine große Anzahl der Mannschaft gleich beim Antritt des Militärdienstes bestraft worden. Bei der Bestrafung beider Kategorien Schuldiger ging ein solcher Rumor durch das Bataillon, daß es einem Aufruhr ähnlich sah. Es wurden z. B. Drohungen auf höhere Offiziere ausgestloßen, welche diese zu neuen Maßnahmen gegen die ungehorsame Mannschäft veranlaßten. Die Aufwallung war am Abend so stark, dcr»ß ein Hauptmann der Festung seinen Soldaten nach Mitternacht scharfe Munition austeilen lieft Ein Soldat soll einem Offizier mit erhobenem Gewehrkolben gedroht haben; ein anderer soll geäußert haben, daß er die erste scharfe Patrone, die er I erhalte, dazu verwenden werde, um den Festungs-Kommandanten niederzuschießen. Dieses Bataillon kam also in einer Aufregung und zur Zügellosigkeit geneigten Stinim- |ung nach 9 Uhr abends in Bex an, wo es Einquartierung Regelung der Bestattungsfeierlichkeiten deiner nannten Komitee übergeben, worauf die Beerdigung stattsindet. Der neue Präsident hat 'eine Prvklämatron erlassen, welche bestimmt, daß am Donnerstag, dem Tage der Beerdigung des Präsidenten Mac Kinley, überall in den Bereinigten Staaten Trauergebete abgehalten werden. zugegangen: In erneuter dankbarer Erinnerung Ihrer großen Verdienste im Kriege wie im Frieden nehme Ich gern Anlaß, Ihnen zu dem heutigen Tage, an welchem Sie das 80. Lebensiahr vollenden, Meinen herzlichsten Glückwunsch auszusprechen. Ihr w^lgeneigter Ausland. Goerzsoeny, 16. Sept. Das Kaisermanöver wurde infolge ungünstiger Witterung im Auftrage des Kaisers abgebrochen. Konstantinopel, 16. Sept. Ter in dem Jrade betreffend die Verständigung zwischen der Pforte und Tubiui angegebene Betrag ist richtig, da er im Einvernehmen mit Tubini in dieser Höhe festgesetzt worden ist. Der französische Botschaftsrat Bapst hat seine Regierung von dem betreffenden Arrangement verständigt. — Bisher ist weder über die Bande, welche die Amerikanerin Miß Ellen Stone entführt hat, noch! über das Schicksal der Gefangenen in Salonichi irgend eine Nachricht eingetroffen. Man glaubt jedoch, daß die Gefangene sich in Sicherheit befindet und daß man durch Bezahlung des geforderten Lösegeldes ihre Freilassung wird erwirken können. — Ter österreichisch-ungarische Botschafter Freiherr v. Calice überreichte gestern der Pforte eine Note, in welcher hervor- | gehoben wird, daß seit einigen Monaten bei den Sendungen der österreichischl-ungarischen Post in Salonichi während des Transports durch Beamte der türkischen Post von Salonichi nach Zibeftsche, an der serbischen Grenze, Diebstähle von Wertgegenständen feftgestellt sind. Die Note macht die türkische Postverwaltung für diese Thatsache verantwortlich und ersucht dieselbe, Maßnahmen zu treffen, die geeignet sind, den Transport der österreichisch-ungarischen Postsendungen zwischen Salonichi und Zibeftsche zu sichern. Madrid, 15. Sept. Der Minister des Aeußern hat in Tolosa einem Redakteur der „Eorrespondencia de Espana" erklärt, daß die Vertreter der auswärtigen Mächte in Tanger erst morgen zusammentreten würden. Hierbei sollten die Note Spaniens und die Kollektivnote der Mächte zur Verlesung gelangen und der Dolmetscher der spanischen I Gesandtschaft mit 'der Ueberbringung der Noten an den Sultan von Marokko nach Marrakesch beauftragt werden. Paris, 16. Sept. Heute vormittag fand im Elysee unter Vorsitz des Präsidenten Loubet ein Minisherrat statt, der sich ausschließlich mit der Festsetzung der letzten Einzelheiten für den Empfang des Kaiser s und der Kaiserin Ivon Rußland beschäftigte. — Delcasse gab heute ?tu Ehren des Grafen Lambsdorff ein Frühstück, wozu 30 Einladungen ergangen waren. — Präsident Loubet und Frau gaben heute dem Grafen Lambsdorff ein Diner, wozu auch Waldeck-Rousseau, Delcasse und der russische Botschafter in Paris, Urusosf, und der französische Botschafter in Peters- I burg, Montebello, geladen waren. Haag, 16. Sept. Der deutsche Kronprinz ist hier eingetroffen und besichtigte verschiedene Sehenswürdigkeiten. Er besucht morgen Leyden, Haarlem und Amsterdam. — Das Panzerdeckschiff „Utrecht" geht demnächst nach Curacao ab, um dort die niederländische Flotte wegen der venezolanischen Wirren zu verstärken. Rom, 16. Sept. Das in Umlauf gesetzte Gerücht, det Papst habe heute während des Empfanges der französi- schon Pilger, oder nach demselben einen Ohnmachtsanfall gehabt, ist unbegründet. Der Papst befindet sich wohl. Tientsin, 14. Sept. 600 Briganten sollen auf Schan- haikwan zu marschieren; chinesische Truppen sind avgesandt worden, um sich ihnen entgegen zu stellen. Peking, 14. Sept. Ein Denkmal zur Erinnerung an die Belagerung der Gesandtschaften wurde heute nachmittag gegenüber der britischen Gesandtschaft in Gegenwart von Mitgliedern der britischen Kolonie enthüllt. Tie Gesandten (Sofort) und Eonger hielten hierbei Ansprachen. Vsliüsche Tagesschau. Der Eisenbahnminister hat einen Runderlaß veröffent- licht, in dem angesichts der rückläufigen wirtschaftlichen Kon- -junktur die Verminderung der Güterzüge uud des Versonals. die Herabsetzung des Lohnaufwandes,, „ „ ~ r x. t. t Einführung des Stücklohnes, eine bessere Ausnutzung — Schulrat Professor Dr. Euler, der seit Jahrzehnten des Lokomotwpersonals und eme dem allgemeinen Lohn- die König- Turnlehrerbildungs^ rückgang entsprechende Herabsetzung der Löhne (I) steller auf dem Geb, des Turnw°ftns h-r°°rtr°t, .st pmnfnkrpn rnirh * I gestern Nachmittag im Alter von 73 Jahren gestorben. empfohlen werd. ---- . - Der Reichskanzler Graf v. Bülow, der gestern Die Berufung des Privatdozenten Dr. Spahn, nachmittag aus Danzig hier eintraf, nahm noch im Laufe des des Sohnes des bekannten Zentrumsabgeordneten, als ordent- Abends eine Reihe von Vorträgen entgegen. Heute hat sich lichen Professors der Geschichte nach Straßburg macht mel berfefoe nach Norderney begeben, wo er noch einige Tage von sich reden. Nach Straßburg sind bekanntlich gleichzeitig verweilen wird, um sodann über Flottbeck Ende September ^wei Geschichtsprofessoren berufen würden, und zwar em ^ch Berlin zurückzukehren. Evangelischer und ein katholischer.^' Dr. Spahn ist noch ver- _ Das Defizit der Internationalen Feuer- hältnismäß jung, er steht erst im 27. Lebensjahre. ^^^Ischntzausstellung, deren feierliche Schließung am gestrebt hervor, daß er nicht auf der Vor sch lag liste der^ Sonntag erfolgte, wird auf 400 000 Mk. geschätzt, von Fakultät gestanden habe, und daß seine Berufung nur ein benen etroa 230 000 Mk. durch den Garantiefonds ge- Kompliment an das Zentrum sei. Die Straßburger I^ckt find. Professoren sollen entschloßen sein, einen geharnischten Protest' gegen die Ernennung zu erheben. ' als tüchtiger Gelehrter geschildert, dessen L vorragend sei. Engländer und Bsrre«. Unser Londoner Korrespondent schreibt uns: Die englische Regiernng scheint schon selbst das Vertrauen verloren 331 haßen, daß der Krieg mit dem 15. September beendigt werden wird. Das Kriegsministerium hat neulich die Bildung neuer Yeornanry-Regirnenter aüge- 'ordnet. Born Tienst entlassene Soldaten dürfen nach dem 15. September wieder angeworben werden. 5 Mark täglicher Sold werden zugesagt. Vor zwei Monaten dementierte der Kriegsminister Brodrick.noch im Parlament, daß Lord Kttchener mehr Truppen haben müßte. Und nun, nachdem Chamberlain soeben konstatiert hat, daß die Lage in Südafrika sehr günstig sei, muß man gegen Zahlung von 5 Mark versuchen, altgediente Yeomen zu neuer Anwerbung zu verketten, da man ihrer unbedingt bedarf. In Ergänzung unserer bereits telegraphisch mitgeteilten Nachricht über die Läge in der Kapkolonie geben wir nachstehend eine Auslassung des Korrespondenten der „Daily Mail" aus Kapstaot wieder, der ein sehr düsteres Bild entwirft. Er sagt, der seit Monaten immerernster werdende Ausblick sei jetzt am altertrübsten, Die Kolonie treibe einem Abgründe zu, dessen Tiefe nied mand ergründen könne. Die K'kümmandos seien durch! eine größere Zahl von Rebellen als je zuvor vermehrt worden, abgesehen von b;m ersten Anfall vor nunmehr 23 Monaten. Diese Haltung der Kolonisten sei es, welche die Lage so ernst gestalte. Im Midland-Distrikt ginaen ganze Scharen zum Feinde über, und das nicht der Plün-I derung halber, sondern um ihren Freunden im Felde aktiv zu helfen. Tie britischen Truppen bedrängten die Kommantws wie nie zuvor, und doch erhielten letztere! mehr Rekruten wie je. Aus Orten nahe der Küste im Mid- land-Gebiet seien kürzlich genügend Kolonisten zum Feinde übergegangen, um ganze Kommandos zu bilden. Die ganze Nordwest-Provinz (nämlich die Distrikte Fraser- burg, Williston, Sutherland, Carnarvon, Van Rhynsdorp und Clan-William) befänden sich! in dffener Revolte. Gewiß gebe es auch dort Lo y alisten , ab e r s e h r, s e h r w e- ni ge, in einigen Dörfern könne man sie an den Fingern einer 5)and abzählen. Kommandant Maritz, der vor einigen .Wochen mit 10 Mann in den Distrikt Fraserburg gekommen sei, habe jetzt 300 Mann, die sich ihm alle innerhalb einer Woche angeschlossen hätten. Durch den bereitwilligen Anschluß von Kolonialrebellen bewogen, Körnen die Buren immer weiter nachf Süden. Monate müßten vergehen, ehe | •in der Kapkolonie das Ende erreicht sein werde. Bei dem ständigen Ausschuß des internationalen Schiedsgerichtshofes im Haag haben die in Europa weilenden Vertreter der Burenstaaten den schon im April d. I. gethanen Schxitt wiederholt und Austragung des burisch,- englischen Kampfes durch internationalen Schiedsspruch beantragt. In der Eingabe an den permanenten Ausschuß .des Ähiedsgerichtshofs im Haag, die von den Bevollmächf- tigten'Transvaals W. I. Leyds, A. Fischer, A. D. W. Wol- !marans und den Bevollmächtigten des Oranjefteistaates Vi -------- ... _. w . . A. Fi cher und C. H. Wessels unterzeichnet ist, heißt es hatte. Es wurde der Mannschaft verboten, die Wirtschaften -u a.: „Seit Beginn des Krieges und während seiner ganzen vber Weinschenken zu betreten. Es war aber unter dem Dauer hat England unauf h örlich die allgemeinen Militär eine so außergewöhnliche Unordnung, em Umher- unb von ihm selbst bei Kriegen zwischen zivili^- treiben, ein Sckfimpfen und Fluchen, daß die zuschauenden vierten Völkern anerkannten Vorschriften — Bewohner darüber empört waren. Tie Ordnung konnte nicht ,wie sie die Haager Konventton vom 29. Juli 1889 in ihren hergestellt werden; Wein wurde allerseits ausgeteilt, und Beschlüssen bestätigt hat — un ab lässig v erletzt. Eng- um halb zwölf Uhr war nock) kerne Ruhe, weder in den lanb hat außerdem durch fbrre abi 7. August 1901 durch ! Straßen noch in den Quartieren. »"n^^bon^retoria ’S'ertaffene In Spanien beginnt eS wieder einmal unruhig zu werden, seine Absicht ttmdgegeben, sich in kurzem mit Artikel 20 In Almorox (Provinz ^oledo) fand eme Erneute gegen des erwähnten Reglements in entschiedenen Widerspruch die dortige Gendarmerie statt, die eme Verhaftung vor- 33i setzen. Ta es England beliebt, zu leugnen, daß das genommen hatte. Die Gendarmen mußten sich in's Stadt- Kriegsrecht fortwährend von ihm verletzt werde, so find ft^us flüchten. Nachdem einige Schüsse gewechselt worden ,!bie von den Unterzeichneten vertretenen Staaten der An- ^aren, wurden die Haupttädelsführer verhaftet. — In B ar- sicht, daß diese Ableugnung eine neue Streitsrage bilde, ! eIona veranstalteten etwa 6000 Anhänger der katalanischen S Kranz'ni-d-r. D°r P-Zid°nt d-r kata^am,ch°„ Union Fol- Schiedsspruchs die Einwilligung Englands unbedingt nötig guera, legte in einer Ansprache die Bedeutung der Kundist. Sollte England sich ablehnend verhalten, so würde gebung dar. es damit beweisen, daß es sich dem Urteil eines gewissen- haften, gut informierten imo unparteiischen Richters nicht zu unterwerfen wagt. Damit wird es die ganze Verantwort- lichkeit für diesen gräßlichen, unnützen Krieg a.uf sich Berlin, 16. Sept. Eme kaiserliche Kabinettsordre nehmen und sttllsch-veigeno anerkennen, daß es sich mit oom ig. Sept, bestimmt: Kapitän zur See Galster wurde den Regeln der Menschlichkeit, und Zivilisation in üusdrück- untcr Ernennung zum Inspekteur der Marineattillette zum lichM Widerspruch gesetzt hat, die es selbst genehmigte."! ^rzähligen Kontre-Admiral befördett, Blanc, Vizeadmiral w z. D. der Charakter als Admiral, Vizeadmiral v.Diedettchsen N r^^n77i? ^15^ Sevt lRrn^r^^er Afri- der Rote Adlerorden erster Klaffe mit Eichenlaub. Vizead- kander-Geistliche Murray Botha kehrte heute von seiner Imiral von Arnim der Stern zum Roten Adlerorden zweiter erfolglosen Friedensmission zurück, die er zu Steijn und u Dewet unternommen hatte, um ihnen Kttcheners Pvokla- niatton zu erläutern und sie zu veranlassen, sich zu ergeben, Steijn und Dewet lehnten es ab, sie anzuhören. In Hannover tagte die Hauptversammlung deS Ver- müßen. Es wird nochmals darauf hmgewiksen, daß aus bau des der Deutschen'Gewerbevereine. Die Ver- sanitären Gründen der Zut^tt zu den Truppe, auch sammluna narnenS ßer Staatsregierung von dem den Offizieren, absolut ausgeschlonen ist Alle. W Oberpräsidenten Grafen zu Stolberg-Wernigerode begrüßt, sendungen^^namentlich> Packete, sindmpraktycher Weise nach welcher versichette, die Staatsregierung sei gewillt, ui Ge- Münster so zeitig abzusenden, daß sie am ^.age des Em- meinschaft mtt den beteiligten Kreisen für das Wiederauf- > trottona des betrefienden Dampfers m Munster emgehen. blühen des Handwerks und Gewerbes zu arbeiten. Es wurden Beschlüsse gefaßt zu Gunsten der Errichtung, kaufmännischer Schiedsgerichte und der Errichtung von Meisterkursen. Als nächster Vorort wurde Kaiserslautern gewählt. Gestern sand unter dem Vorsitze des Geh. Kommerziem rats Michel im Stadthaussaale ein Hessischer Han- delskarnrnertag statt. Von der Regierung warOber- regierungsrat Tr. U s i n g e r - Darmstadt erschienen. Der Vorsitzende begrüßte namens des Vororts die erschienenen Vertreter der hessischen Handelskammern und den Regier- ungsvertreter. Als Beisitzer wurden ins Bureau Ditt- mär-Mainz und Kölsch-Worms berufen. Auf der Tagesordnung stand als erster Punkt der Entwurf des neuen Zolltarifs, wie er aus der bevorstehenden Plenarversammlung des Deutschen Handelstages beraten werden soll. In der Generaldebatte zu dem Zolltarif vertritt Prof. Nies-Worms den Standpunkt seiner Kammer, wonach die Erneuerung der Handelsverträge aus Grund eines Minimal-Tarifs nachi oben hin nwgocy ]cl Ter Zustimmung zu einer gegenteiligen Resolution weror sich die Wormser Kammer enthcüten. , Koch-Gießen ist der Meinung, daß der Handelskammer- , * ca ।I taa die Interessen der Jndusttie und des Handels zu ver ,-mischten P r o t e st l — Das Kriegsministerium teilt mit, daß ttotz der Auf- I^eten habe, eine andere Vertretung gehöre in die Land- Dr. Spahn wird forderung, zum Empfange der Verwandten bei den ostasiatischen Wirtschaftskammern. Ter Vorsitzende referierte hlbraus Lehrbefähigung her- Truppenteilen nicht nach Bremerhaven oder Münster zu reisen, über die einzelnen Paragraphen de-' ^olltarisS. j zahlreiche Angchöttge eintreffen und zurückgewiesen. werden des Zolltarif-Gesetzes wurde beschlossen^ dahin zu toi < 41. Wanderversammlung des Oberhesfischen Bienenzüchtervereins. (Originalbericht des „Gieß. Anz.") w. Reichelsheim i. d. Wetterau, 16. Sept. Gestern mittag 3% Uhr wurde hier im „Gasthaus zur Post" die 41. Wanderversammlung des Oberhess. Bienenzüchtervereins durch den Präsidenten, Dekan Ellenberger von Ortenberg, eröffnet. Der Saal war dicht besetzt. Der Präsident hieß die Erschienenen herzlich willkommen und wies darauf hin, daß die 860 in 21 Zweigvereine gegliederten Mitglieder die Aufgabe hätten, das Interesse an der Bienenzucht in immer weitere Kreise zu tragen und rattonelle Bienenzucht zu lehren, damit die vielen Millionen, die jetzt noch für Bienenprodukte ins Ausland gingen, hier bleiben könnten. Die Bienenzucht könnte darum recht wohl eine lohnende Nebenerwerbsquelle für die Landwirtschaft ryerden. Er wies sodann auf die Vorteile der Bienenzucht hiü und schloß mit einem Hoch auf den Großherzog. Gleich der ^gestrigen Vorversammlung war auch die heutige Hauptversammlung trotz der Ungunst der Witterung sehr zahlreich besucht. Um 10% Uhr vormittags eröffnete der Präsident Dekan Ellenberger die Versammlung, bewillkommte die Anwesenden und dankte der Stadt Reichelsheim für die freundliche Aufnahme. Apocheker Hampel begrüßte darauf die Versammlung namens des Versammlungsortes. Der Präsident verlas den Bericht des abgelaufenen Vercinsjahres, in dem er folgendes erwähnte: An die Reichsregierung ging eiue Massenpeti- tion ab um Schutz des natürlichen Honigs gegenüber dem Kunsthonig durch Bezeichnung des letzteren im Handel. Eine Petition um Aenderung im neuen Zolltarif fft ge- vlant, denn nach dem Entwurf sollen lebende Bienenvölker ohne Zoll eingeführt werden können. Damit würden aber auch zum Schaden der deutschen Bienenzucht die in den Stöcken enthattenen Vorräte von Honig und Wachs frei eingehen. Man hofft hier Entgegenkommen zu finden. Mit den Provinzialvereinen in Starkenburg und Rheinhessen soll gemeinsam einVxrttag zwecks Versicherung gegen Haftpflicht mit einer Gesellschaft abgeschloffen werden. Das Jahr 1901 wurde als gutes Honigjahr erwähnt, das überdies auch recht früh Schwärme brachte. Im Juli wurde in Ortenberg wieder ein Kursus abgehalten, der aber nur von 6 Teilnehmern besucht raarJ Es wurden dann noch die Boni- fikattonen von den Versicherungsanstalten erwähnt, und mit- geteitt, daß in Gießen ein neues Depot für Honigverkauf errichtet sei. Die verlesene Rechnung zeigt eine Einnahme von 2991 Mk. und eine Ausgabe von 2313 Mk. sodaß ein Ueberschuß von 678 Mk. verbleibt. Der sofort genehmigte neue Voranschlag balanciert in Einnahme und Ausgabe mit 2879 Mk. Nunmehr erhielt Pfarrer Schick von Burggemünden das Wort zu seinem Vortrag über „Einwinterung der Bienen". In sehr eingehender sachkundiger Weise legte er dar, daß der gute Erfolg der Ueberwinterung abhängig sei von der Stärke des Vottes, dem Honigvorrat, der Dichtigkctt und Wärme der Bienenwohuung. Eine lebhafte Debatte folgte. Den nächsten Vorttag sollte eigentlich Herr Heck von Dudenrod haben „über die neue Lehre von Dickel". Ta er erkrant ist, war Herr Dickel selbst erschienen, um die Versammlung nut einenForschungen bezüglich des willkürlichen Einflusses der Bienen auf die Geschlechtsbcstimmung der Heranwachsenden Generation bekannt zu machen. Die Dickel'sche Theorie hat bekanntlich in den Fachzeitschriften von ganz Europa eine lebhafte Meinungsäußerung hervorgerufen. Herr Dickel hofft, durch seine neuesten Forschungen die Richtigkeit seiner Lehre end- giltig nachweiscn zu können. Im Rahmen eines kurzen Berichtes seine interessanten, sehr eingehenden Darlegungen zu bringen, ist nicht angängig. Zum Schluß lud Herr May von Lauterbach die Versammlung ein, im nächsten Jahr in Lauterbach zu tagen. Die Einladung wurde einstimmig angenommen. Die gleichzeitig veranstaltete Ausstellung war sehr gut beschickt. Es wurden folgende Prämien zuerkannt: Für lebende Bienenvölker 7 Geld- und 2 Ehrenpreise, für Honig 11 Geld- und 2 Ehrenpreise und für Geräte 6 Geldpreise. — Ein gemeinsames Essen mit einer grnßen Reihe von Toasten hielt die Teilnehmer der Versammlung noch einige Stunden vereinigt. Aus Stadt und Land. (Ter,Abdruck der unter dieser Rubrik besindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: ,,Gicß. Auz." gestattet.) Gießen, 18. September 1901. — Ernennung. Ernannt wurde der Hauswärter im neuen Kanzleigebäude Heinrich Hartmann in Darmstadt mit Wirkung vom 1. Oktober zum Hauptsteueramtsdiener bei dem Hauptsteueramt Darmstadt. ** Die Prüfung der Gerichtsschreiber., Gerichtsvollzieher- und Polizeikommissariats-Aspiranten nimmt Montag den 3 0. September, vormittags 9 Uhr, in Darmstadt ihren Anfang. ’* Fortbildungskursus für Organisten und Kantoren. Der diesjährige, wiederum unter Leitung des Kirchenmusikmeisters Professor Arnold Mendelssohn stehende Fortbildungskursus ür Organisten und Kantoren der evangelischen Kirche des Großherzogtums Hessen wurde am Montagvormittag %10 Uhr im Gemeindehause der Johannesgemeinde in Darmstadt durch Oberkonsistorialrat I). Flöring mit einer Ansprache eröffnet. Es beteiligen sich, nach der „Darmst. Zt^", an dem Kursus diesrnal 11 Lehrer und Schulverwalter aus den hessischen Orten Auerbach, Dorf-Güll, Frei-Laubersheim, Kelsterbach, Kirch-Brombach, Leeheim, Nieder-Ramstadt, Nieder-Saulheim, Rothenberg, Saasen und Wald-Uelversheim. Der Kursus dauert bis einschl. 5. Oktober l. Js. * * Unverkäufliche Lotterielose. Nach Mitteilung Berliner Blätter machen gegenwärtig alle Staatslotterien, die preußische ebenso wie die sächsische, mecklenburgische 2C., keine glänzenden Geschäfte, weil ihnen viele Lose unverkauft liegen bleiben. Seitdem der Lotteriestempel von 10 auf 20 Prozent des Nennwertes erhöht worden ist zur teilweisen Deckung der Kosten des neuen Flottengesetzes, hat die Spiellust des Publikums und der Absatz der Lotterielose erheblich nachgelassen. Auch die Berliner „Post" schreibt, daß der preußischen Staatslotterie durch den Nichtoerkauf zahlreicher Lotterielose namhafter Schaden erwachsen ist und die Vereinnahmung des nicht abgehobenen Gewinnes aus dem großen Los von 500 000 Mk. seitens der Lotterie Verwaltung um so lieber erfolgen werde. * * Pferdemarkt ■ Omnibusverbindung. Gelegentlich des morgen (Mittwoch) vormittag an der Rodheimerstraße statt- findenden Pferdemarktes wird die Omnibus-Gesellschaft zu den ankommenden und abgehenden Eisenbahnzügen eine regelmäßige Omnibusverbindung zwischen Bahnhof und Pferdemarktplatz einrichten. * • Pferdemarkt. Wir machen auch an dieser Stelle nochmals darauf aufmerksam, daß, um Unfällen vorzubeugen, Kindern unter 14 Jahren das Betreten des morgen (Mittwoch) vormittag stattsindenden Pferdemarktes polizeilich verboten ist. — An Stelle des erkrankten Schlachthofdirektors Dr. Liebe ist Prof. Dr. Preuße in die Prämiirungs- kommission eingetreten, während den Vorsitz der Pferdemarktkommission in Vertretung des beurlaubten Beigeordneten Wolf Herr Stadtverordnete Kirch übernommen hat. — Die Anmeldungen auswärtiger und hiesiger Pferdehändler sollen zahlreich eingelaufen sein, sodaß der morgige Herstmarkt seinen Vorgängern nicht nachstehen dürfte. — Die Prämiirung der vorgeführten Pferde findet vormittags von 9—12 Uhr statt, die Preisverteilung nachmittags 3 Uhr auf dem Pferdemarktplatz. Das Auskunftsbureau ist wieder im städtischen Schlachthof eingerichtet. w. Hungen, 17. Sept. Bei der am Samstag stattgehabten Gemeinderatswahl wurden neugewählt: Jul. Fendt und Wilh. Aug. Hofmann; wiedergewählt wurde Metzger Karl Seibert. Herr Kohlheyer wurde leider nicht wiedergewählt. r. Obbornhofen, 16. Sept. Gestern hatten wir seit vielen Jahren den stärksten Regenfall, das Wasser flieg innerhalb 24 Stunden um 40 mm. Darmstadt, 16. Sept. Das Großherzogspaar mtfj den zurzeit in Wolfsgarten weilenden Gästen außer der Prinzessin Viktoria von Schlesivig-Holstein, die nach Gotha abreist, begiebt sich nach Mainz zu anderthalbwöchigem Aufenthalt. m Offenbach, 16. Sept. Die unter Staatsaufiicht stehenden technischen Lehranstallen der Stadt Offenbach a. 2)L (Pau- schule, Maschinenbauschule, Kunstgewerbeschule, auch für Schülerinnen) beginnen am 21. Oktober er. ihr Winter- ernester. ■— Programme sind durch die Direktion zu beziehen Universitäts Nachrichten. Wiesbaden, 15. Sept. Gestern fand hier eine Versammlung freier Studenten statt, an der Studierende von 12 deutschen Hochschulen teilnahmen. Nachdem ein Redner ausemandegefetzt, Saft e§ sich nicht um einen Verein der Veremslosen, sondern um die durchaus unpersönliche V e r t r e t u n a d e r a l l g e m e i n st e n studentischen Interessen handelt, wurde folgende Resolution angenommen: „Die Versammlung erklärt sich mit der deutschen Finkenschaftsbewegung solidarisch einverstanden» insofern diese eine Interessenvertretung der nicht korporierten Studenten anstrebt. Sie erklärt jedoch, daß diese Vertretung nicht als persönliche Vertretung aufzufassen ist, und daß daher der Anspruch einer Zwangsver- tretung bewegungsfeindlicher Kommilitonen nicht erhoben werden darf. Aus diesem Grund empfiehlt fie. den freien Studenten die sogen. Banner-Konvention, nach der diejenigen Kommilitonen, die von der Vertretung nichts wißen wollen, ausdrücklich ausgenommen werden." Auch die Frage des studentischen Arbeitsnachweises und die allgemeine Ausbeutung der Studierenden, namentlich in großen Städten, wie Berlin, wurde gestteift. Die nächste Zusammenkimft findet am 22. ds. auf dem Feldberg (im Taunus) statt. In Gießen soll mit Beginn des nächsten Semesters auch eine JinkenschaftL- bewegung eröffnet werden daß eine Instanz geschaffen werde, welche enbgütig über entstehende Differenzen zu entscheiden habe._ Ferner erklärte sich der Hanoelskammertag dafür, day Kampszolle bei Ausbruch eines Zollkrieges nicht in Form von zöllen erhoben werden. Langenbach -Darmstadt ijt der Meinung, daß die angebliche Not der Landwirte nur eine künstlich gemachte sei, es widersprächen einer solchen die überall bestehenden gut fundierten Sparkassen. 2/er Zwie- spall sei von gut bezahlten Agitatoren in die Nation hwcin- gebracht worden. Tie Agitation des Bundes der Landwirte sei weit schlimmer und gefährlicher als diejenige der Sozialdemokraten. (Bravo!) Für Erhöhung der Lebem- mtttelzolle dürste die Handelskammer nicht zu Haven fern, wenn man dabei auch auf Worms Verzicht leisten müsse. Kommerzienrat Michel pflichtete dem Vorredner in seinen Ausführungen bei, da die allgemeine Volksernahrung gegen jede Erhöhung der Lebensmittelzölle spreche. Aber für die Handelskammern sei es die Hauptsache, langsnsttge Handelsverträge zu erzielen. Es würde sich aber niemals im Reichstag eine Mehrheit finden, weün die Lebensmittelzölle aus' dem Tarif entfernt werden sollten. Es müsse dahin gewirkt werden, daß wir 1903 keine vertragslose Zeit bekommen, auch unter der Bedingung, wenn eine mäßige Erhöhung der Lebensmittelzölle eintrete. Ter Arbeiter habe bei langfristigen Handelsverträgen die Mittel, durch seine Beschäftigung auch einige Pfennige mehr für das Brot zu zahlen. Mit dein Kopfe könne mön, wie die Sachss einmal liege, nicht durch die Wand rennen. May- Bingen sprach sich gegen jede Erhöhung der bestehenden Vertragsfätze auf Lebensmittel aus. Nachdem sich noch Prof. Nies-Worms und Schloßmacher-Offenbach an der Debatte beteiligt, wurde zum Schlüsse der Beratung des Zolltarifs einsttmmig folgende Resolution an- aenommen: r . „Der Hessische Handelskammertag spricht sich entschieden gegen die im Zolltarif-Entwurf vorgesehenen übermäßig hohen Zölle auf Lebensmittel aus und richtet an Großh. Regierung die Bitte, ihren Einfluß dahin geltend zu machen, daß diese Zölle im neuen Zolltarif nickst höher als im bestehenden autonomen Tarif bemessen werden." Meesmann referierte hierauf über die Regelung des kaufmännischen Fvrtbildungsschul-Unter- richts bezw. bie vom hessischen Staate bewilligte Subvention von 12 000 Mark und deren Verteilung. Nachf- dem sich Oberregierungsrat Dr. Usinger, Schloßmacher, Nies, May und Deister-Gaualgesheim an der Debatte beteiligt, wurde die Angelegenheit zur eingehenden Prüfung an eine Kommission verwiesen. May-Bingen regte die Beschränkung der Sonntagsfahrkarten an; es sei notwendig, wenn der Handelskammertag hiergegen Protest einlege, wie dies auch schon von den einzelnen Kammern igeschehen sei. Dtttmar-Mainz teilte mit, daß auf die Eingabe der hiesigen Handelskammer an die Eisenbahn- Tirektion gestern die Antwort von dieser eingelaufen sei. Dieselbe erkläre, daß sie auf die Eingabe nicht eingehen könne, weil die Beschränkung der Sonntagssahr- 1 farten auf eine allgemeine tarifliche Maßregel zurückzu- führen sei. Schließlich wurde einstimmig beschlossen, den Protest gegen die Beschränkung der Sonntagsfahrkarten zu unterstützen und die hessische Regierung zu ersuchen, daß 'fie ihren ganzen Einfluß aufbieten möge, daß die Sonn- stagsfahrkarten, wie sie bisher bestanden, beibehalten wür- ;ben. Kommerzienrat Michel konstatierte zum Schluß, daß sämtliche Beschlüsse einsttmmig gefaßt worden seien. Zum Vorort wurde Mainz wiedergewählt. Kölschf-Worms .drückte dem Vorsitzenden für seine umsichjttge Leitung den «Tank der Versammelten aus, die sich von ihren Plätzen erhoben. 8. Michelstadt, 16. Sept. Der feit einem halben Jahre nicht mehr gehörte Ruf „Feuer" schreckte heute Nacht gegen 11 Uhr die Bewohner auf. Die aneinandergebauten Scheunen des Joh. Braun und des Schneiders Hartmann standen in Flammen. Das in den Ställen befindliche Vieh konnte rechtzeittg gerettet werden. Die Feuerwehr beschränkte das Feuer auf feinen Heerd. Es liegt Brandstiftung vor. k. Mainz, 16. Sept. Während gestern am Oberrhein vorübergehend Stillstand im Wachsen des Wassers ein- getreten war, melden heute die Nachttchten von dort wieder das Gegenteil. Gleichzeitig wird vom Main starkes Steigen gemeldet, so daß die Hochwassergefahr noch nicht als beseitigt zu bettachten ist. Hier ist der Rhein noch fortwährend im Steigen. Seit gestern betrug die Steigung hier annähernd einen halben Meter. , fc. Schwabsburg (Rheinhessen), 16. Sept. Hur mußten wegen stark auftretenben Scharlachs die Quartiere für die manövetterenden Truppen abbestellt werden. (siehe Inseratenteil). Mainz, 14. Sept. Eine angenehme Ueberraschung brachte der Schluß der Eröffnungsfeier der allgemeinen deutschen' Gartenbau-Ausstellung, eine Komposition des Großherzogs, betitelt: „(Erinnerung an Jlinskoe" —Phantasie. — In dem Werk prägt sich 'das individuelle künstlerische Empfinden unseres Landesfürsten in hervorragender Weise aus. Um eine sympathische Melodie, die außerordentlich ge- chickt die Grundzüge des Charakters des russischen Volkes im Tone festhält, ranken sich die persönlichen Erinnerungen des Komponisten aus jenem russischen Badeort in Form von bald heiter-temperamentvollen, bald schwermüttg dahinfluten- den Tongebilden. Das Werk als Ganzes wirkt eindringlich auf den Hörer und prägt sich durch seine in Wahrhett schöne Melodien dem Gedächtnis ein. Gelnhausen, 15. Sept. Die Stadtverordnetenversammlung wählte einsttmmig Herrn Bürgermeister Schösser aus eine fernere Amtsdauer von 12 Jahren. Marburg, 15. Sept. Ueber die Haftplicht bet Lehrer bei Unfällen der in ihrer Obhut befindlichen Kinder' entspann sich in der letzten Sitzung der Stadtverordneten eine interessante Debatte. Die Lehrer der Mädchenbürgerschule hatten einen Anttag gestellt, daß die Stadt die Haftpflicht für Unfälle, die bei Sedanspaziergängen re. Vorkommen, übernehme. Stadtv.-Vorsteher Dörffler nahm hier Bezug auf einen schon wegen dieser Frage gehaltenen Vorttag des Prof? Lehmann. Indem et weiter ausführte, daß die allzu große Furcht unter den Lehrern wegen der Haftpflicht nur von den Versicherungsgesellschaften künstlich genährt würde, gab er zugleich in längerem Referate eingehende Belehrungen über die gesetzlichen Besttmmungen, die gar nicht neu seien. Redner erklärt sich schließlich nicht dafür, daß die Stadt die Haftpflicht übernehme. Der Anttag, daß die Stadtverordneten es ablehnen, bezüglich der Haftpflicht der Lehrer Beschluß zu fassen, fand schlioßlich Annahme. Falls wirklich einmal so cm Fall cintreten sollte, 'ist die Stadt bereit, in Verhandlungen ein» zutteten und die Sache eingehend zu untersuchen. fc. Frankfurt a. M., 16. Sept. Die Explosion an der Großen Friedberger Gasse dürfte für die Besitzer der Droguene Glocke u. Tscharnke noch ein unangenehmes Nachspiel haben. Nach einer Regierungspolizeiverordnung dürfen Explosivstoffe in feuerfesten Privatkellern nur in einer Quantität von höchstens 100 Kgr. gehalten werden. Es ist verboten, in derartige Lagerräume mit Licht hineinzugehen. Auch darf der Verkauf nur in geschlossenen Behältern geschehen. Dieser Verordnung soll in der genannten Droguerie zuwider gehandelt worden sein. Der Lehrling Einschütz soll noch vor seinem Tode angegeben haben, daß er und der Ausläufer Ehrmann Stteich- ' Hölzer im Keller angezündet haben. Es dürfte auch zu rügen sein, daß zwei Knaben von 14 Jahren mit einer so gefährlichen Arbeit wie das Abfüllen von Benzin betraut wurden. — Gestern Abend drangen acht Burschen, darunttr drei Gebrüder Hofmann, in eine Wirtschaft der Goldsteinsttaße in Niederrad ein, begannen, offenbar auf getroffene Verabredung, alles kurz und klein zu schlagen und griffen den Stellvertreter . des Wirts, Schweitzer, thütlich an. Dieser feuerte aus einem Revolver mehrere scharfe Schüsse ab, wobei eine Kugel den Ludwig Hofmann in den Unterleib traf und schwer verletzte. Derselbe mußte in das städttsche Krankenhaus gebracht werden. Auch der Wirt hat Verletzungen erlitten. — Die Erben Miquels überwiesen der städttschen Armenkasse den Betrag von 1000 Mk. zur Verteilung an „Arme guten Leumunds". Die zur Beteiligung am Begräbnis befohlenen städttschen Unterbeamten erhalten jeder 30 Mk. Frankfurt a. M., 15. Sept. Der hiesigen Stadtverwaltung ging ein Schreiben von den Kindern des verstorbenen Finanzministers v. Miquel zu, in welchem für den Entschluß, dem Heimgegangenen Vater eine Grabstätte zu bereiten, dieselbe bildnerisch zu schmücken und dauernd zu erhalten, wärmster Dank ausgesprochen und die erbetene Zusttmmung zu dem hochherzigen Beschluß etteilt wird. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Märkte. Gießen, 17. September. Marktbericht. Auf dem heutigen ' Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfimd 1,00—1,10 Mk., Hühner- , eier pr. Stück 7 Pfg., 2 Stück 00—00 Pfg., Käse pr. Stück 5—8 Pfg,. Käsematte 2 Stück 6—8 Pfg., Erbsen pr. Liter 22 Pfg., Linsen per Liter 34 Pfg., Tauben pr. Paar 0,75—1,00 Mk., Hühner pr. Stuck 1,00—1,50 Mk., Hahnen pr. Stück 0,70—1,20 Mk., Enten pr. Stück 2,00—2,20 Mk., Ganse pr. Psd. —,— Mk., Ochsenfleisch pr. Pfund : 66-76 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr.^Pfund 60-64 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 64-80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 60-66 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund ■ 50-70 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 5,00-8,00 Mk.^Weipkraut per Stück —Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 7,00-8,00 Mk., Milch per Liter 18 Pfg. „ , ... _ Dauer der Marktzeit von morgens 8 Uhr bis nachmittag- 1 Uhr, während der ersten drei Stunden der Marktzett darf nicht 1 im Umherziehen seilgeboten werden.__■ Neueste Mewungcn. Berlin, 7. Sept. Gestern nachmittag wurde die 23 jährige Arbeiterfrau. Roehlicke in ihrer Wohnung, Gle- ditschsbrcrße, im Sudwesten von Berlin, ermordet auf- gestmben. Ter Mörder wurde heute in der Person des 22 jährigen Albert Jaenicke von der Schöneberger Kriminalpolizei verhaftet. Er legte ein umfassendes Geständnis ab. = Bei einer Benzinexplosion im Hause Charlottenstraße 22 a wurden sechs Feuerwehrleute zum Teil schwer verletzt. — Die „Berliner Politischen Nachrichten" meinen, die Kanalvorlage werde den Landtag sicher noch in der laufenden Legislaturperiode, aber schwerlich in der nächsten Tagung beschäftigen, Köln, 17. Sept. Die Nebenflüsse des Rheins sind in stetem Steigen begriffen. Vormittags 11 Uhr zeigte der Kölner Pegelstand 5,16 Meter. Die Mosel stieg seit gestern um 0,30 Meter. Leipzig, 16. Sept. Der seit 15. Juli bestehende Generalstreik der Böttcher hat nachachtwöchiger Tauer heute mit der Niederlage der Streikenden geendet. Brunsbüttelkoog, 17. Sept. Der „Standart" ist mit dem russischen Kaiserpaar heute früh 5 einviertel Uhr nach Dünkirchen abgefahren, nachdem der Kreuzer „Swetlana" gestern nachmittag cibgegangen war. Western waren der Großherzog und die Großherzogin-' mutter von Mecklenburg-Schwerin mit Automobil zum Besuch hier eingetroffen, und begaben sich auf den „Stan- dart". Später besuchten die russischen Majestäten und die mecklenburgischw Herrschaften die hiesigen Schleusen- und Hafenanlagen. Paris, 17. September. Der Luftschiffer Vauls erklärt fn den Blättern, daß er in den nächsten Tagen die Fahrt über das Mittelmeer vollführen werde, wenngleich ihm der Marineminister mitgeteilt habe, daß er wegen der^Gefährlich- ikeit des Unternehmens chm kein Kriegsschiff zur Begleitung des Ballons stellen werde. Washington, 16. Sept. Der Zug mit der Leiche McKinleys ist abends 8 dreiviertel Uhr hier eingetroffen. Auf allen Stationen, die der Zug langsam passierte, hatten sich gewaltige Menschenmengen eingefunden, die den Zug in ehrfurchtsvoller Haltung vorüberfahren ließen. New-Nock, 16. Sept. Die Anklagebehörde faßte den formellen Beschluß, Czolgosz unter Anklage des Mordes ersten Grades zu stellen. New York, 16. Sept. Der Anarchist Johann Most wurde heute dem Gericht vorgesiihrt. Der Richter erklärte, er glaube nicht, daß der im Most'schen Blatte erschienene Hetzartikel mit dem Verbrechen in Buffalo in Ver- rbindung stehe. Most wurde daraufhin, unter der Bürgschaft von 500 Dollars freigelassen. New-York, 16. Sept. Während' sich in McKees- port die Ausständigen zur Wiederaufnahme der Arbeit drängen, ist die Arbeit in Pitts bürg noch nicht allgemein wieder ausgenommen. Tie Ausständigen sind unzufrieden. Sie wollen die Arbeit nicht wieder aufnehmen, bevor sie die Bedingungen kennen, unter denen die Beilegung des Ausstandes erfolgte. Buffalo, 16. Sept. Das Vermögen Mc Kinleys, das hauptsächlich die Witwe erbt, stellt, wenn auch eine ansehnliche Summe, doch keineswegs einen großen Besitz dar. — Dem Attentäter Czolgosz wurde der Tod des Präsidenten noch nicht mitgeteilt. Buffalo, 16. Sept. Ter mit einer Flagge bedeckte Sarg mit der Leiche M cKinleys wurde bei der Ueber- führuna nach dem Bahnhofe von Soldaten und Marinemannschaften getragen. Kleine Abteilungen des Heeres und der Marine eskortierten. Tie Musik spielte Choräle. Tie Kabinettsmitglieder folgten im Wagen dem Sarge zum Bahnhofe. Auch die Gattin des Verstorbenen und eine Anzahl Senatoren begleiteten den Zug. -Ter Sgrg war m einen schwarz ausgeschlagenen Wagen gestellt; am Fastende nahm ein Soldat, am Kopfende ein Matrose Aufstellung. Buffalo, 16. Sept. Tie Anklagejury erhob gegen Czolgosz die für begründet erklärte Anklage auf M o r d im ersten Grade. TeSe^honischer Kursbericht. 3‘/8O/o Reichsanleihe . 30/d do. . . gi/,o/g Konsole . . . 3% do..... 3l/2% Hessen . . . 50/0 Italien. Rente . . 4 /o Griech. Monopol-Anl 3 /o Portugiesen . , * 30/0 Mexikaner . . . 4V2V0 Chinesen . . . Jb'rankfurt a. M., 17. September. . 100.55 Kreditaktien ..... 193.80 . 90.15 . 100.15 . 90.20 . 98.15 . 99.00 Diskonto-Kommandit . Darmstädter Bank , , Dresdener Bank . . . Berliner Handelsges. . Oesterr. Staatabahn . . . 172.70 . 117.10 . 126.40 . 134.50 . 131.30 43.10 Gotthardbahn ..... 154.00 25.75 Lanrahütte 26.30 Bochum . 84.60 Harpencr Tendenz: fest. 179.00 163.25 151.56 Meteorowgtsche Beobachtungen der Gtatiorr Giesterr. Wetter September Z d uO 8 O -H ö- . . £ " o -Q I e K * o o *Q 16. 16. 17. Höchste Temperatur am 15.—16. September 4- 14,6° C. Niedrigste . „ , w u + 9,7° C. 4-14,2 + 10,2 + 8,4 9,0 9,2 8,2 2“ 92i 1^26 2 2 1 743,0 744,8 745,0 75 99 100 SW. E. S. Bed. Himmel Sternh.Himm. Nebel DWWWlW , Am Nachmittag des 17. August d. I. (Sonnabend) wurde auf dem Bahnhof in Gelnhausen der Bürgermeister Kunkel von Mos- horn durch einen Postkarren angefahren. Er fiel infolge des Stoßes zu Boden und ist zwei Lage später, offenbar an den Folgen des heftigen Anpralls, verstorben. 6238 Etwaige Zeugen des Unfalls ersuche ich, fich bei mir mündlich pder schriftlich zu melden. (Akten- zeichen 1 I. 1380/01.) Hanau, den 12. Sept. 1901. Der Erste Staatsanwalt. I. A.: v. Jbell. Bekanntmachung. Donnerstag, 19. ds. Mts. nachmittags von IVi Uhr an sollen dahier im Saale des Herrn Otto Luft, Neuenweg, eine größere Anzahl Meerschaum - Cigarren - Spitzen, Armbänder, Uhrkettcn, Ringe, Vorstecknadel«, Brocheu u. a. zwangsweise gegen bar versteigert werden. 6237 Versteigerung ganz bestimmt. Gießen, 17. September 1901. __________Seipel.__________ MHWWMW Stadt. Schlachtham. Freibank. Heute und moraerrr UMcisch 56 M Der Verkauf deS Fleisches befindet sich während der Marktzeit iCim Eingang der großen Schlacht- piehhalle. Vorzügliche SWahill-Tchlbulttt LWeizn-, Wamtr- « Rahm-, Limburger- =c§ Kaub-, Kräuter- dÄ GamemöertsKronen- Irühstücks-Käse Fromage de Brie empfehlen in frischer feinster Ware .zu billigsten Preisen 4543 A.& G. Wallenfels [21 Markt 21. Telephon 46. Mittwoch, Donnerstag, lebend frisch a la. Tafelschellfiscb, Portionsfisch, Cablian, Zander, Schollen, Rotzungen. 6236 Gebt, Bardux Bahnhofstr. 27. Lindenplatz 12. 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