fe sowje eter} 5816 Uv. 193 Zweites Vlatr. 161. Jahrgang Sonntag 18. August 1901 jAWWae, UB* a GiehenerAnzeiger " General-Anzeiger v Amis- und Anzeigeblatt für den Meis Gießen Stp^sprtl« Bietis»il.Hefs w* ^Matter * ML VMNmH* wtt« ** 'Mch-tttch Metkft. try*d*e>ben IS Mr ■ WbeRenS Rdreffe für Depescha». Anzeiger Sietzen. Fernsprechanschluß 11x.iA_ im■niimiiii i in \ui > oon SamtttfUfftn N «nt RefnÜA 9J"bie EkP-ditw- nbetrn. Ä sondern ^8 vn Konversation 'Kenntnissen, ,u Atonal. 2)i6 ßtunbt 'S ««* «N »«, Motoi,»etau W^a u. f. 6?., (o. r>m h HaUach nAftraV 14. ainjiffr Uön hilf in AMklfkl, ?N i- M •w in ZWiioy. M ^fg.Augs f, , ' 031W -rseld« 6ili M"' HmUicher Feil. Bekanntmachung. Jv der Zeil vom 10. bis 17. August I. I. wurde in hiesiger Stadt gefunden: 1 goldener Ring; Verloren: 1 dunkelrotes Ledertäschchen mit Inhalt. Der Empfangsberechtigte des gefundenen Ringes beliebe seinen Anspruch alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 17. August 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Börseu-Spielgeschäfte. Seitdem die Regierung, vor zwei Monaten, den Bör- fenausschuß einberufen hat, wird allgemein angenommen, daH die Vorlegung einer Novelle zum Börsengesetz für die Ochste Parlamentssession beabsichtigt ist. Die Regierung wurde dadurch den Wünschen sowohl der Freunde wie der Gegner der Börse entsprechen. Beide fordern eine Ab- ärrderung der gesetzlichen Bestimmungen, aber in ent- yegengesetzter Richtung. Tie Mehrheit des Börsenausschusses hat, wie erinnerlich sein dürfte, ihr Urteil in dem Sinne abgegeben, daß eine Milderung des Gesetzes, vor allem die völlige Aufhebung der Beschränkungen des Terminhandels, angezeigt erscheine. Wie die Regierung darüber denkt, ist nicht bekannt geworden, weil die Verhandlungen selbst geheimgehalten und nur die Beschlüsse der Leffent- lrchrert übergeben wurden. Herr Möller, der neue preußische Handelsminister, hat an den Beratungen des Börsenausschusses nicht teilgenommen, sondern er ließ sich durch Kommissare vertreten. Und auch diese mögen wohl lediglich zu informatorischen Zwecken den Verhandlungen beigewohnt haben. Die Börse glaubt an das Wohlwollen des Handelsministers. Indessen haben die Neigungen einzelner Minister, aus die vielleicht deren frühere Thätigkeit als Abgeordnete schließen läßt, auf die Tendenz von Gesetzesvorlagen schwerlich entscheidenden Ginfluße Es ist zudem in diesem speziellen Falle wohl möglich, daß die auf Herrn Möller gesetzten Erwartungen nicht in dem gewünschten Maße sich erfüllen. Auch die Handelsherren der Seestädte West- und Ostpreußens hat der Handelsminister auf seiner Informationsreise im vorigen Monat einigermaßen ernüchtert. Eine Königsberger Zeitung bemerkte, daß als Positives Ergebnis der Reise lediglich das offene Bekenntnis des Ministers zur agrarischen Schutzzollpolitik zu verzeichnen wäre. Kurzum, es herrscht noch Ungewißheit darüber, wie -die Regierung die Reform des Börsengesetzes gestalten wird. Mit Sicherheit darf aber wohl heute schon gesagt werden, daß die Regierung weder die Auffassung der radikalen Börsengegner, eine völlige Unterdrückung der Termin-Geschäfte sei erforderlich, noch die vom Börsenausschuß befürwortete, aus eine völlige Aufhebung der Beschränkungen Des Terminhandels abzielenden, sich zu eigen machen wird. Tenn der Reichstag in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung ist für beide Forderungen nicht zu haben. Auch dem Verlangen nach Abschaffung des Börsenterminregisters dürfte schwerlich seitens der Regierung, noch weniger seitens des Reichstages entsprochen werden. Und man mag über die Einrichtung des Termisregisters denken, wie man will — das wird von keiner Seite geleugnet werden können, daß an den durch die Geltendmachung des Spieleinwandes den Bankiers erwachsenen Schäden nicht das Terminregister, sondern der Umstand die Schuld trägt, daß die Bankiers mit solchen Kontrahenten Differenzgeschäfte abschlossen, die sich in das Terminregister nicht eintragen ließen. Wenn eine durchs Gesetz gebotene Vorsichtsmaßregel außer Acht gelassen wird, so ist das nicht dem Gesetz zur Last zu legen. Unter diesem Gesichtspunkte hat auch das Reichsgericht seine Entscheidung gefällt. Die, Zustände, wie sie si^hs allmälig herausgebildet haben, sind gewiß unerfreulich. Es kann kein Zweifel sein, daß alle anständig Denkenden in der Erhebung des Spieleinwandes eine unmoralische Handlung sehen. Würde die Sachlage aber durch die Abschaffung des Börsenregisters geändert? Man erinnert an den Hinweis eines angesehenen Berliner Großbankiers, daß alles beim alten bleiben würde, solange die Paragraphen des Bürgerlichen Gesetzbuchs, welche die Nichtigkeit der auf Spiel und Wette abzielenden Geschäfte aussprechen, in Kraft sind. An eine Abänderung dieser Bestimmungen des Bürgerlichen Rechts ist wohl nicht zu denken. Es könnte sich also nur um eine Modifizierung der Vorschriften des Börsengesetzes handeln, etwa in dem Sinne, daß die seitens eines Kunden bestellten Sicherheiten und abgegebenen Schuldanerkenntnisse in jedem Fall rechtsverbindliche Wirksamkeit erhalten. Das würdk insofern eine vorbeugende Maßregel werden, als dadurch viele abgehalten werden dürften, Börsenspiel-Ge- schäfte einzugehen. Der Kern der Sache wird dadurch besser getroffen, als durch die formale Vorschrift der Eintragung ins Börsenregister. Wer vom Börsenspiel nicht lassen will, soll auch das Risiko tragen. Die Ermordung des Rittmeisters v. Krosigk vor dem Oberkriegsgericht. (Fortsetzung aus dem 1. Blatt.)- Staatsanwalt Met)er: Ich halte jetzt den Zeitpunkt für gekommen, um die Angeklagten darauf hinzuweisen, daß eventuell eine veränderte Rechtsauffassung eintreten könnte, und zwar bezüglich Martens anstatt vorsätzlicher Tötung, die mit Ueberlegung ausgeführt wurde, die Annahme eines ohne Ueberlegung, im Affekt begangenen sog. Totschlages (§ 212). Bezüglich Hickels, der der Mitthäterschaft des Mörders beschuldigt ist, wäre möglich, daß er nur wegen Beihilfe an einem Totschlage herangezogen werden könnte. Die Meuterei spielt nach dieser Richtung hin keine Rolle. Präs, (zu den Angeklagten): Haben Sie hiergegen Einwendungen zu machen? AngeN.: Nein. Beisitzer Major Ziermann: Buppersch soll dem Kriminalkommissar v. Baeckmann gegenüber geäußert haben, inan könne manches sagen, aber die Wände hätten Ohren. Präs.: Buppersch, haben Sie die Aeußerung gethan? Zeuge: Nein. Bert. R.-A. Horn: Buppersch soll auch gesagt haben, er hätte sich selbst einmal wegen des Rittmeisters v. Krosigk das Leben nehmen wollen. Präs.: (zu Buppersch): Haben Sie sich das Leben nehmen wollen? Zeuge: Nein. Präs.: Haben Sie in Erfahrung gebracht, wer den Rittmeister erschossen oder den Schuß abgegeben hat? Zeuge: Nein. Präs, (eindringlich): Wissen Sie absolut nichts, haben Sie durchaus nichts gehört? Buppersch: Nein. Präs.: Was Sie hier ausgesagt haben, entspricht das vollkommen der Wahrheit? Zeuge: Jawohl. Präs.: Können Sie die Wahrheit Ihres vorgeleisteten Eides versichern? Buppersch: Jawohl. Präs.: Dann sprechen Sie mir nach: Ich versichere es. Buppersch: Ich versichere es? Unteroffizier Riemer soll — nach Wiederaufnahme der Verhandlung — die Vorgänge bei der Konfrontation erzählen. Es ist nichts aus ihm herauszubringen. Ich weiß nichts Genaues über das Verhalten des Marten. Zeuge Unteroffizier Stueber: Riemer konnte das Pferd nicht herausbringen. Der Rittmeister ließ mich auffteigen, und mir gelang es, das Pferd herauszubringen. In demselben Augenblick fiel dann der Schuß. Gefreiter Bandilla: Ich ritt in der Ziehabteilung. Mein Pferd wurde unruhig, sodaß ich abstei'gen mußte. Als der Rittmeister umfiel, kommandierte Oberleutnant v. .Hoffmann: Die Ziehabteilung soll aus der Reitbahn hinaus! Ich, ging als erster aus der ^eitbahn hinaus' und erzählte im Stalle, was passiert sei. Hickel habe ich nicht gesehen. Präs.: Haben Sie gehört, daß er dort gewesen sei? Zeuge: Nein. Kaum waren wir im Stall, sv ertönte der Ruf: Ziehabteilung zurück in die Reitbahn. Zeuge Gefreiter Stephan: Ich erhielt den Auftrag, den Wagen anzuspannen und den Arzt zu holen. Ich lief in den Krümperstall und rief, die Hände hochhebend: Wißt Ihr, was passiert ist? Der Rittmeister ist verunglückt. Ob Skopeck im Stalle war, ist mir unbekannt. Sergeant Fehler läßt sich eingehend über die Aufstellung der Dienstfreien in der Reitbahn aus. Präs.: Wie war das Verhältnis zwischen dem Rittmeister und .Hickel? Zeuge Fehler: Der Rittmeister sagte: In schriftlichen Arbeiten ist er gut, im Reiten schlecht. (Heiterkeit.) Vernommen wird nun der Dragoner Weber, dem der Karabiner gehörte, aus dem der Schuß abgegeben war Präs.: Haben Sie Kenntnis davon, wer den Karabiner ge nommen hat? Zeuge Weber: Nein. Präs.: Haben Sie auch keine Vermutung auf irgend jemanden, ober haben Sie niemanden eine Vermutung äußern hören, wer es gethan haben könnte? Zeuge: Nein. Staatsanwalt Meyer: Haben Sie den Karabiner nochmals zu sehen bekommen, nachdem Sie ihn zurückgestellt hatten? Zeuge: Nein, er war nicht oben, als ich zurückkam. Staatsanwalt Meyer: Wann war denn zum letzten Male aus dem Karabiner schürf geschossen? Zeuge: Zuletzt im Herbste. Dragoner Baranowski: Ich, führte um halb fünf Uhr mein Pferd von der Schmiede zum Stalle durch bei Vorraum der Reithalle. Dabei nahm ich nichts wahr. Als ich zurückkam und an der Bandenthür vorbeiging, stand der Thürflügel handbreit offen. Im Lichtschimmer sah ich eine Person mit schwarzem Schnurrbarte, mit Schirmmütze und Mantel auf der Schwelle vor dem Guckloche stehen. Derr Präsident läßt Hickel vortreten und eine Schirmmütze aufsetzen. Sehen Sie sich den Angeklagten recht genau an. Die Anklage meint, daß er es gewesen, den Sie dort haben stehen sehen. Er ist aber jetzt bleicher als damals und hatte damals auch vollere Backen. Sie ollen nack) bestem Wissen und Gewissen die Wahrheit sagen. Kriegsgerichtsrat Rösler beantragt während der Befragung des Zeugen den Angeklagten abzuführen. Als Hickel hinausgeführt ist, äußert ^er Zeuge: Ich erkannte den Mann nicht ganz genau. Präs.: Was für eine Statur hatte denn der Mann, den Sie sahen? Zeuge: Er war mittelgroß, so ungefähr wie ich. Ich wollte durch das Loch hindurchsehen, um zu sehen, was auf der Reitbahn geschah, da sah ich am Thürpfosten einen Vorgesetzten stehen und trat zurück. Kriegsgerichtsrat Rößler: Ich muß Sie nun nock;mals fragen, ob Marten oder Hickel der war, den Sie gesehen haben. Zeuge: Nein. Präs.: Können Sie bestimmt agen, daß es Hickel nicht war? Zeuge: Nein. Hickel wird nun in den Saal zurückgeführt. Präs.: Nun sehen Sie ich Hickel nochmal genau an, erkennen Sie ihn jetzt? Zeuge: Nein. Präs.: Sah er nicht so ähnlich aus? Zeuge: Das kann ich auch nicht sagen. Gefreiter Bogoslawski: Skopeck kam zum Krürn- per-Stalle hin und erzählte uns, er würde Gefreiter. Einige Minuten nach dem Weggange hörten wir einen scharfen Knall, die Pferde wurden unruhig. Einer von den Leuten meinte, Skopeck müsse die Thür offen gelassen haben, sodaß das Schießen lauter aus der Reitbahn herschalle. Gleich darauf stürzte Stephan mit hocherhobenen Händen herein und schrie: Schnell anspannen, der Rittmeister ist er- chossen. Verteibiger Horn: Tte Aussage des Zeugen lautet wesentlich anders, als bei der Untersuchung gegen Skopeck. Damals hat er gesagt, Skopeck fei hinausgegangen. Jetzt giebt er die Möglichkeit zu, daß Skopeck im Stalle zurückgeblieben und nur anZ dem Lichtkreise der Lampe herausgetreten sei. Der Zeuge versichert die Richtigkeit ferner jetzigen Aussage. Marten hatte vor dem Morgendienst mehrfach das Pferd „Isidor" gerittenj und behauptet, darauf beziehe sich die ihm zur Last gelegte Aeußerung: Der Hund soll heute noch Farbe bekennen, er soll heut noch Blut sehen. Marlen hatte sich hinsichtlich der Richtigkeit dieser seiner Darstellung nun auf den Zeugen Schüttig berufen. Unteroffizier Riemer: Mir hat Marten gesagt, er habe einmal abends das Pferd geritten. Ich habe es aber nicht selbst gesehen. Auch als er das Pferd als Berittführer ritt, habe ich Marten nichts angemerkt. Marten (einfallend): Riemer muß mich mißverstanden haben. Ich habe gesagt, daß ich das Pferd morgens, nicht abends geritten habe. Gefreiter Schüttig bestätigt, daß Marten eines Morgens „Isidor" geritten und er das Pferd selbst in die Reitbahn geführt habe. Präs.: Marten, wo bleiben nun die beiden anderen Male, in denen Sie nach Ihrer Behauptung das betreffende Pferd geritten haben? Marten: Da habe ich das Pferd selbst gesattelt und in die Reitbahn geführt. Dragoner Zimmermann: Als Skopeck gegen halb 5 Uhr hineinkam, fragte er, wie spät es sei. Skopeck ging sodann gleich wieder weg in der Richtung auf die Thür. Ich glaubte, daß er hinausging, konnte ihn aber nicht mit den Augen verfolgen. Einige Minuten nach dem Weggänge Skopecks ertönte der ^chuß. Bogoslawski meinte, Skopeck habe die Thür wohl offen gelassen, weil der Schall so laut war. Einige weitere wenige Minuten darauf stürzte ein Dragoner herein und ries: Der Rittmeister ist erschossen! Präs.: Kam Skopeck in den Stall zurück? Zeuge: Ich glaube nicht. Präs.: Skopeck behauptet, noch im Stall gewesen zu sein, als der Schuß ertönte. Zeuge Kn ü p p e l: Davon habe ich nichts bemerkt. Präs.: Sagte Bogoslawski laut: Skopeck hat wohl die Thür offen gelassen? Zeuge: Jawohl. Präs.: Und es hat sich daraus niemand gemeldet? Zeuge: Nein. Präs.: Tann ist es wohl unwahrscheinlich, daß Skopeck noch im Stall war, sonst würde er sich doch jedenfalls gemeldet haben? Zeuge: Ja. Präs.: Es hat auf die Bemerkung jedenfalls niemand geantwortet? Zeuge: Nein. Präs.: Waren Sie der Bursche des Rittmeisters von Krosigk? Zeuge: Ja. Präs.: Ihnen ist es bei dem Rittmeister gut gegangen? Zeuge: Jawohl. Präs.: Was wissen Sie über die Aeußerung Martens zu sagen: Ter Hund soll heute rot, er soll Blut sehen. Knüppel: Mir erzählte am Tage nach dem Morde ein Dragoner, was Marten gesagt habe. Präs.: Und Ihnen fiel die Aeußerung auf? Zeuge: Ja. Präs.: Haben Sie sonst noch etwas Auffälliges bemerkt? Zeuge: Ja. Hickel stand an Iber Banbenthür, als der Dragoner Krause sagte: „Ten hat der Deibel geholt." Daraus lächelte Hickel. Präs.: War es schon bekannt, daß der Rittmeister erschossen war? Knüppel: Ja, der Ritt- nteifter lag am Boden. Präs.: Und Hickel wußte auch schon, daß v. Krosigk erschossen worden war? Zeuge: Jawohl. Hickel: Ich habe den Anruf nicht gehört. Nur die Aeußerung Krauses hörte ich: „Ta liegt das Aas". Gelächelt habe ich nicht. Der Präsident läßt die Angeklagten hinaussühren. Staatsanwalt Meyer: Sie haben früher ausgesagt. Stufet habe bei der Aeußerung Krauses hell aufgelacht. Knüppel: Nein, er machte eine lächelnde Miene. Staatsanwalt Meyer: Fiel Ihnen das auf? Zeuge: Jawohl. Staatsanwalt: Haben Sie die Aeußerung gehört: Da liegt das Aas? Zeuge: Nein. Gendarmerie-Wachtmeister Melzer bekundet: Der Fahnenschmied sagte mir, daß der Schmied Skopeck etwas gesehen habe. Ich fragte darauf den Sxopeck, ob die beiden Leute, die er zurzeit des Mordes in dem Gang gesehen haben wollte, Unteroffiziere gewesen seien, ob sie Mäntel und Schirmmützen getragen hätten. Skopeck sagte, daß er das nicht gesehen habe. Es sei dazu schon zu dunkel gewesen. Präs.: Fragten Sie Skopeck vielleicht auch, ob es etwa Zivilisten gewesen seien? Zeuge: Nein. Verl. R.-A. Horn: Hat der Zeuge ein Interesse daran, Skopeck zu beeinflussen, daß er etwas anderes aussage, als die reine Wahrheit? Zeuge Melzer: Bewahre! Ich kann nur versichern, daß ich den Skopeck weder vor noch nach diesem Vorfall jemals gesprochen habe. Ich habe Marten nur einmal, etwa vor einem Jahre, im Konzert gesprochen. Präs.: Oder sind Sie vielleicht mit dem alten Marten bekannt? Zeuge: Nur ganz oberflächlich! Mein Gewissen ist so rein wie die Sonne. Es wird nun der Vicewachtmeister Schneider aufgerufen, dessen Aussage im Verein mit der des vorigen Zeugen das Gericht der ersten Instanz zu der einstimmigen lieber» zeugung brachte, daß Skopeck unglaubwürdig und daher nicht zu vereidigen sei, ein Ergebnis, das damals das Zünglein der Wage entscheidend zu Gunsten der Angeklagten neigte und deren Freisprechung herbeiführte. Schneider war am Tage vor Skopecks Haftentlassung als Ordonnanz zu dem die Untersuchung der ersten Instanz führenden Kriegsgerichtsrat Lüdicke kommandiert. Skopeck wurde dann aus der Untersuchungshaft von dem Zeugen auf Befehl des Kriegsgerichtsrats Lüdicke abgeholt. Sie mußten dabei am Viereck bei der Reitbahn warten, da der Rat noch etwas zu fragen hatte. Bei dieser Gelegenheit fragte nun der Zeuge den Skopeck, was er gesehen habe. Präs.: Und was antwortete darauf Skopeck? Zeuge: Er gab mir zur Antwort: Eigentlich gar nichts. Es standen zwei an der Bandenthür. Ich fragte ihn dann, ob sie Mantel oder Schirmmützen trugen. Skopeck sagte, das wisse er nicht. Ich fragte nun weiter: Waren es vielleicht Zivilisten? Skopeck meinte, das könne auch möglich fein. Es fei schon sehr dunkel gewesen. • Nach dem obigen Berichte spielt sich der Prozeß einstweilen so ab, wie der erste Prozeß, der mit der Freisprechung der beiden Angeklagten endigte. Ein Unterschieo, ein r Bor allem wird hier Steijn ein alter Mann genannt, zählt noch nicht 44 Jahre und ist von bester Rüstigkeit. Des Unaufgeklärten und Zweifelhaften ist noch viel, und es bleibt nur zu wünschen, daß die weitere Verhandlung das Dunkel lichtet, das über dem Meuchelmorde ruht. schaftSkammerv und die offiziellen landwirtschaftlichen tretungeu der süddeutschen Bundesstaaten und Sachsens, die Borfitzendeu des Bundes der Landwirte und größeren Bauern« vereine, sowie die landwirtschaftlichen Mitglieder des wirtschaftlichen AuSschufieS. — Wie die halbamtliche »Deutsche VerkehrS-Ztg." mit- teilt, weist der Ueberschuß der Reichs-Po st- und Telegrapheuverwaltuug für das Rechnungsjahr 1900 gegen den Etatsansatz einen Minderbetrag von 25 434 000 Mk. auf. Dieser Minderbetrag ist hauptsächlich verursacht durch die erst nach der Feststellung deS Etats beschlossenen Umformungen des Betriebes und durch die Verbilligung der Gebührensätze. Während trotz erheblich stärkeren Verkehrs die Einnahmen nur wenig höher waren als der Voranschlags gingen die NuSgaben weit über den Voranschlag hinaus. An besonderen Mehraufwendungen find zu nennen: Ent« schädigungen an die Inhaber und Bediensteten der früheren Privatbeförderungsanstalten, sowie für größeren Personal« bedarf infolge Eingehen- dieser Anstalten, ferner für Herstellung neuer und Vermehrung bestehender Fernsprech Einrichtungen, für Mehrbeschaffung von Apparaten, Batterien und für größere Bauthätigkeit im Fernsprechwesen, endlich für Wiederherstellung der durch Schneefall (namentlich im Rheinland und Westfalen) in großem Umfange beschädigten Telegraphen- und Fernsprechleitungen. — Eine große Versammlung der Duellgegner Deutschlands ist für den Herbst geplant, in der nament- lich eine Ausgestaltung der Ehrengerichte zum wirksamen Schutz der Ehre erörtert werden soll. Man möchte den ordentlichen Gerichten die Aufgabe zuweisen, gegebenen Falles auch als Ehrengerichte zu wirken. — Ueber die inneren Verhältnisse und die Aussichten des Antisemitismus hat sich neuerdings der Schriftsteller Wilberq in einem Flugblatt in nachstehender Weise geäußert: „Seit 16 Jahren stehe ich in der Berliner antisemitischen Bewegung und bin als Redner unserer Sache in Berlin wohl der einzige, der die Zeit von Henrici bis heute nicht nur mit geseben, sondern auch mit durchgelevt hat. Von Henrici bis heute! Jeden ehrUchm Antisemiten packt ein ingrimmiger Zorn, wenn er an diese Zett zurück- denkt, und wer nur gar 18 Jahre hindurch seine Lunge, seine Grsunt^ heil, seine Existenz und einen nicht unbeträchtlichen Teil seines GrldeS geopfert hat, der möchte verzweifeln, wenn er steht, wie bisher «llei umsonst war und wie wenig wir in so langer Zett erreicht haben. ... Hätten wir nur stets eine Sache im Auge gehabt, so wären wir heute wohl die mächtigste und einflußreichste Partei im ganzen Lande. Aber leider haben wtr gar zu oft die Personenfrage statt der Sache in den Vordergrund gestellt. Und gerade darum mußten wrr immer und immer wieder scheitern. Keine einzige Partei hat so viele Gaukler und Schaumschläger in ihren Reihen gezählt, wie die unserige, und keine Partei hat sich von P h r a s e n- hselden und elenden Spekulanten nasführen lasten, wie die antisemitische." . Emden, 16. Aug. Heute nachmittag fand nach einer Ansprache des Oberbürgermeisters die Enthüllung der Standbilder des Großen Kurfürsten und Friedrichs des Großen statt. Straßburg, 16. Aug. Weihbischof Dr. Marbach wurde vom Papste ersucht, sein Rücktrittsgesuch einzureichen. Aus Stadt und Land. Kachrichter» von allgemeinem Jntereffe find uns stets willkommen und werden angemeffen honoriert. ** Konzert. Morgen Sonntag findet das übliche Konzert nicht auf der Promenade, sondern am Kriegerdenkmal statt. Das Programm ist folgendes: 1. „Kriegerische Fest- Ouverture" von Lindpaintner. — 2. „Dankgebet" Altnieder- ländischcs Volkslied. — 3. „Melodie celöbre" von Rubinstem. — 4. Große Fantasie a. d. Götterdämmerung von Wagner. *• Verhaftung. Der Arbeiter, der vor einigen Tagen in einem Hause der Neustadt ein Dienstmädchen belästigte und sogar mit offenem Meffer bedrohte, wurde gestern ver- Entsprungen. Zwei im hiefigen Provinzialarresthaus internierte Strafgefangene benutzten gestern mittag zwischen 12 und 1 Uhr als sie einen Aschenkasten heraustrugen, Die Gelegenheit, in der Richtung nach dem Rodberg zu entspringen. Es gelang, den einen wieder festzunehmen, während oer Telegram» de- Gieheuer Anzeigers. Loudon, 17. Aug. Eine Depesche KitchenerS aus Pre toria vom 16. d. M. meldet: Oberst Gorringe griff am 13. d. M. das unter Kruitzinger stehende Kommando nördlich von SteynSburg an und trieb es in Unordnung bis in die Nähe von BenterSdorp. Die Kommandanten Cachet und EraSmuS wurden gefangen genommen, ersterer tötlich verwundet. Andere Abteilungen unter General French drängen den Feind schrittweise nach Norden. Aufklärungsmannschaften von French wurden in den Bergen bei Bethesda oon einer überlegenen Burenmacht unter Theron umzingelt und waren gezwungen, sich zu ergeben. Ein Mann fiel, drei wurden verwundet, darunter der Führer, Kapitän Bettelheim. Die Gefangenen wurden von den Buren wieder freigelaffen. meifter erfahren hat. Tas Benehmen Martens nach Bekanntwerden der Ermordung des Rittmeisters ist, das muß man objetkiv zugeben, ein nicht unverdächtiges gewesen. Besonders mußte der Umstand gegen ihn sprechen, daß er bei der sofort eingeleiteten Ermittelung auf Aufforderung des Oberleutnants v. Hoffmann sich zu der Gruppe der diensthabenden Unteroffiziere gesellte, obgleich er keinen Dienst gehabt hatte. Marten will den Befehl nicht gehört haben: er sei zu schmerzlich in den Anblick der Leiche des Rittmeisters vertieft gewesen. Zeugen bekunden aber, dar der Befehl so laut erteilt war, daß jeder ihn habe hören müssen. Immerhin läßt sich vom psychologischen L>tandpnntte aus denken, daß die Ermordung eines Menschen, den Marten als seinen Feind betrachtete, ihn, den Angeklagten, erschüttert haben, ihn momentan geistesabwesend gemacht haben kann. Auch das läßt sich verstehen, daß Martens auffälliges Benehrnen nach der Ermordung von Krosigks durch die Furcht beeinflußt wurde, ihm selbst werde vielleicht die That als ein Racheakt zugeschrieben werden. Aber Verdachtgründe, wie stark sie auch sein mögen, und xs fallen noch mehrere andere Momente ins Gewicht, ersetzen nicht die Gewißheit. Gerade, weil Marten die Person ist, von der man sich, nach den voraufgegangenen Auftritteri mit dem Ermordeten, der That versehen kann", wird jedes Verdachtsinoment doppelt kritisch zu prüfen sein. Man hat darauf vorbereitet, daß neue, schwerwiegende Umstände zur Kenntnis der Militärbehörden gekommen seien, die insbesondere die Wiederverhaftung des Hickel rechtfertigen würden. Bisher sind solche neuen und erheblichen Momente in der Verhandlung nicht zur Sprache gekommen. Wohl aber hat der Staatsanwalt die Erklärung abgegeben, daß eventuell statt Mordes ein im Affekt begangener Totschlag angenommen werden würde bezüglich Marten's', und Beihilfe bezüglich Hickel's. Darnach würde also eine Verurteilung zum Tode vom Gerichte nicht ausgesprochen werden können. Hickel wird auch in diesem Prozeß einstweilen wenig belastet. Ein irgendwie verdächtiges Benehmen hat Hickel, nach dem Urteil der ersten Verhandlung, weder vor noch nach dem Morde an den Tag gelegt. Eigentümlich ist, daß nach einem Bericht die Unteroffiziere der 4. Schwadron als Zeugen „nur mit der größten Mühe zum Sprechen zu bewegen sind". Ter Präsident sagte von dem Wachtmeister Buppersch: „Man muß alles aus ihm herausholen". Diese Zurückhaltung kann allerdings auf der Besorgnis beruhen, sich nicht etwa in Widersprüche zu verwickeln und 4n Untersuchung gezogen zu werden, sie kann auch andere Gründe haben. Zweifellos wird die Behörde den Ursachen nachforschen. Noch eins: es wird in dem Prozeß viel Gewicht auf die Bekundung gelegt, daß der Attentäter eine „steife Mütze" getragen habe. Ist es ausgeschlossen. Deutsches Keich. Berlin, 16. Ang. Im Gegensatz zn anderen Meldungen verlautet von unterrichteter Seite, daß eine Begegnung des Kaisers mit dem Zar während der Manöverzeit doch ftattfinbet — Verschiedene Blätter knüpfen an die Nachricht der Reise des Kronprinzen nach Schottland die sensationelle Meldung, als handle es sich hierbei um eine Verlobung des Kronprinzen mit einer englischen Prinzessin. Diese Mutmaßung ist durchaus unberechtigt und falsch. Der Kronprinz tritt lediglich eine Ferien-Erholungsreise ohne jeg« liche politische Absichten an, um die Zeit der UniversitälS fetten zu benutzen, einen weiteren Ausflug iuS Ausland zu unternehmen. Er reist in strengstem Jncognito — — als einfacher Bonner Student. — Unter Vorsitz des ReichStagS-Abg. Grafen Schwerin« Löwitz trat heute der ständige Ausschuß des Land- wirtfchaftSrateS zu einer Besprechung des Entwurfes des Zolltarife- zusammen. Zu der Konferenz waren auch eingeladen die Vorsitzenden der preußischen Landwirt- geriet gelegentlich eines Erkundigungsmarsches am 10. d. in der Nähe von Nen-Bethseda in einen Hinterhalt. Einzelheiten fehlen. Es wird jedoch befürchtet, daß sie schwereVerluste erlitten hat. Dasselbe Bureau meldet aus Middelburg vom 14. d. M.: Kommandant Era sm u s wurde im letzten Gefecht gefangen genommen (also nicht Ivie gestern berichtet wurde, tödlich verwundet). Alle diese Nachrichten, besonders aber das gestrige Telegramm, dem zufolge Botha 4000 Mann um sich hat, beweisen unwiderleglich, daß die freche Behauptung Eham- berlains, die Buren bildeten zurzeit keine Trupps mehr, sondern schlichen zu zweien und dreien wie Bauditenn durch die englischen Posten, um zu plündern und zu morden, eine neue Lüge ist. Die sogenannten Reitz-Briefe, die die englische Regierung am 18. Juli veröffentlichte, wurden bereits da- mals von manchen Seiten angezweifelt. Heute kann es kaum mehr einem Zweifel unterliegen, daß die Briefe von Reitz sowohl, als die von Steijn eine p l u m p e Fä ls ch - ung sind, und daß die englische Regierung, als sie sie veröffentlichte, selbst nicht an die Echtheit glaubte. „Daily Telegraph" giebt folgende Einzelhecken über die Gefangennahme von Präsident Steijn's Kabinett am 12. 'Juli: Eine Patrouille von höchstens sechs Mann von den siebenten Garde-Tragonern unter dem Befehl des Leutnants Shaw ritt auf die Stadt zu. Sie sah zunächst ein Zelt in einem Garten mit einem Feuer, das in der Nähe brannte und an dem Kaffee gekocht wurde. Als die Engländer herankamen, sprangen plötzlich ungefähr ein halbes Dutzend Buren auf den Hof, die offenbar gerade aus den Betten kamen. Tie Patrouille rief sofort „Hände hoch", ein Befehl, dem die meisten Buren sofort folgten. Einer von ihnen, der später als General odeh Kommandant Cronje erkannt wurde, versuchte in ein Zelt zu gelangen, um ein Gewehr zu holen, der Säbelhieb eines der Dragoner hinderte ihn aber daran, diese Absicht auszuführen; einem andern Buren, der zu fliehen versuchte, wurde eine Kugel nack>gejagt, die ihn veranlaßte, sofort seine Absicht wieder aufzugeben. Die ganze Sache war in einer Minute geschehen, während General Broad- woods Hauptabteilung noch weit entfernt war. Die Patrouillen sowohl als auch alle die anderen Führer wußten gar nicht, wen man in Reitz vermutete, und hatten keine Ahnung davon, daß Steijn überhaupt in der Nähe sei. Man hätte geglaubt, daß der Rückmarsch nur deswegen angeordnet worden sei, weil man einige Burenpatrouillen hatte entkommen lassen, die nachträglich noch gefangen werden sollten, aber selbst, als die elf gefangenen Buren halb bekleidet auf dem Hofe standen, hatte kein Mensch ein Ahnung davon, daß dies die Mitglieder von Steijns Kabinett oder Kriegsrat seien. Leutnant Shaw glaubte, daß er elf gewöhnliche Buren gefangen hätte, und dachte nicht daran, daß es sich um Steijns jüngeren Bruder und die ersten Beamten des Staates handelte. Während dessen war der Präsident selbst, im Nachtgewand und die Beine nur mit Socken bekleidet, auf einem Pony um die Ecke des Hauses herum entkommen, und da er selten zu reiten pflegt, sondern immer im Wagen fährt, muß ihm der Ritt besonders, unbequem gewesen sein. So galoppierte er die Hauptstraße entlang aw einem englischen Posten vorbei, der ihn anrief und ihm Halt gebot. Ter Sergeant, unter dem dieser Posten stand, und der zufällig der beste Schütze des Regiments war, erzählte, daß es ihm den Eindruck gemacht habe, Steijn habe halten wollen, das Pferd sei aber durchgegangen; er rief deshalb noch einmal, und als auch das nicht half, griff er zur Büchse. Beide Schüsse aber versagten, und zwar, weil den Leuten so schlechtes Oel zum Reinigen der Gewehre gegeben worden war, daß es unmöglich war, ein Gewehr in gutem Stand zu halten. Leutnant Shaw feuerte noch seinen Revolver ab, aber traf nicht, inan ließ dann lachend den alten Mann davonreiten, natürlich ohne eine Ahnung davon, wer es war. Später wurden Patrouillen hinter ihm her- geschickt, der Präsident hatte aber offenbar bald Hilfe gefunden, und war von Buren auf geheimen Wegen in die Berge geführt worden. Die gefangenen Kabinettsmitglieder wurden dann nach Heilbron gebracht, und von da nach Pretoria, wo sie in ein Gefängnis eingeliefert wurden. Staatspapiere sowie Korrespondenzen- und die Kleider des Präsidenten wurden erbeutet, ebenso einige hundert Pfund in Gold und etwa 12 000 Pfund in Papiergeld. Anstand. Kopenhagen, 16. Aug. Ter Landwirffchafts-Mi- nifter erließ eine sofort in Kraft tretende Verfügung, wonach das am 16. März erlassene Einfuhrverbot von lebendem Geflügel aus Deutschland nach Dänemark a u f g e h o b e n ist. London, 16. Aug. Der deutsche Kronprinz ist heute früh auf Viktoriastation eingetroffen. Er stattete im Laufe des Tages mehrere Besuche rein privaten Eharakters ab und besichtigte den Tower und die Westminsterabtei. Paris, 16. Aug. Der (bereits kurz von uns erwähnte) Volksschullehrer-Kongreß, der letzte Woche in Bordeaux tagte, beschloß eine Reihe von Resolutionen, die im Fall der Durchführung den Volksunterricht zu einem Vor unterricht für den Sozialismus gestalten würden: 1. Ter Moralunterricht soll auf der Idee der Gerechtigkeit und Brüderlichkeit und der gegenseitigen Achtung der Meinungen beruhen. 2. Der Geschichtsunterricht soll vor allem die Kämpfe des Volkes um Freiheit und Recht betonen. 3. Der Geographie-Unterricht soll auch dazu dienen, das Verdienst der einzelnen Nationen nach ihrem moralischen Wert, ihrem Einfluß auf die Entwickelung der menschlichen Arbeit zu würdigen. Ferner verlangte der Kongreß die Beseitigung der „Pflichten gegen Gott" aus dem Moralunterricht, das vollständige Verbot des klerikalen Schulunterrichts. Tas vom Kongreß ausgearbeitete Schulreformprogramm wird auf Beschluß des Kongresses in den Mammerwahlen von 1902 den antiklerikalen republikanischen Kandidaten zur Annahme vorgelegt werden, und zwar vom sozialistischen Abg. Carnaud. Tie Verwirklichung der Kongreßbeschlüsse steht freilich in weitem Felde. Wien, 16. Aug. Ter ständige Ausschuß der österreichischen Zentralstelle zur Wahrung der land- und forstwirtschaftlichen Interessen beim Abschluß von Handelsverträgen nahm einstimmig eine Resolution an, in der im Hinblick auf den neuen deutschen Zolltarif, der, unverändert angenommen, den österreichischen land- und forstwirtschaftlichen Export nach Deutschland in einzelnen Zeugnissen wesentlich erschweren, teilweise sogar unmöglich machen würde, die Regierung ersucht wird, dieser Gefahr dadurch vorzubeugen, daß seiner Zeit bei den Vertrags- Verhandlungen die erhöhten Zollsätze Oesterreich gegenüber ermäßigt, beziehungsweise einer differenzierenden Behandlung zu gunsten Oesterreichs unterzogen werden. Engländer und Buren« Ans Bloemfontein meldet Reuter: Der zum Jacobsdal-Korps gehörende Feldkornet Costhuizen ist gefallen. — Tie südafrikanischen Buschmänner hatten bei einer Farm ein Gefecht mit 50 Buren. 5 Buren fielen, 17 wurden verwundet, wovon jedoch 8 entkamen. Am 11. d. M. verwickelte die Kappolizei nördlich vom Modder- -flusse 40 Buren in ein Gefecht. Die Buren hatten drei Tote und verschiedene Verwundete. Sechs wurden gefangen genommen. D-ie Engländer hatten zwei Tote und sieben Verwundete. — Ferner meldet Reuter aus Middelburg vom 12. d. M.: Eine Kompagnie von General F r e n ch s Truppen W*1" « «M -3"11 ;V.h- zu lIULm 1. 1® 0 fei irbeiter%fc£ 3fS& S-iL gffi h(n W>M W diiV'dE feilen au6 dem vtchch""«« ° beiter, « cetbeff««. ® Veranstaltung hatte, Lerteill ungen, fltW u. a. Die ©' in verschiedene Hessen geplc sicht genommei tat deS Schied Schers entge, Gießen gehöre ncher, Arü, klinik, Pfarrer *• 6fofni deS Ministerin auf Feldhühner (mit Ausnahme auf den 19. H' B. Lantz-E bei der Gautu Lander den der erste Erfo 4- Grebe demnächst nach gründen. Sei weiter oatritiL Urteilt öffentl § AA-rch, Bhb yynwäiti bitnro foU. NN- ' sich am 22. li ftabt zum Rex Schießübungen dort aus ins t unsere Gemein finden. Nach tonnen 468 @ der Dienstzeit Banunleroehmei man», welche . verstorbenen Gen Gasmann, und sreimillig au8y MfWxtUoi iklsatzmünner j: «Mach b'S zum 15. 4 Tage 226,823 n . § «« bei Seit sind die P w die Höhe gegenwärtig mi gewicht mit 60 f» gchch, bQj Herkommen un' rftrkeln, von b f matt 4 Seit höchst,,, gekostet. <, Dnrn i» 8en^,jm ,trianbfang 6] •atienen be® Bure uner Schuft !°!°n in b,n Ä'U Ä?» •'* Ä.fle Titel- i^Hrt, anerkennenswerter, gegenüber der ersten Verhandlung, liegt darin, daß diesmal nicht der Ausschluß der Oeffentlich- keit angeordnet worden ist bei den Punkten der Beweiserhebung, die das Verhalten des Ermordeten als Vorgesetzter betreffen. Für den Ausschluß der Oeffeutlichkeit wurden seinerzeit Gründe der Disziplin geltend gemacht. -Es ist aber inzwischen auch in weiteren Mreifen bekannt geworden, daß Herr v. Krosigk keineswegs das Muster eines Vorgesetzten war; das im ersten Prozeß ergangene Urteil stellt die „außergewöhnliche und kränkende Behandlung" fest, die sepeziell der Unteroffizier Marten durch den Ritt- daß jemand, der kein Unteroffizier ist, sich eine solche Unteroffizier-Mütze verschafft hatte, um möglichst unauffällig und unangefochten sich dem Ort der That nähern zu können? Auch die Beobachtung, daß der Thäter einen „schwarzen Schnurrbart" trug, kann durch die Beleuchtung beeinflußt worden fein. Marten hatte übrigens nur einen Anflug von Bart. Auch diese hübsch erzählte Geschichte hat ihren Haken. ' ' - ‘ ........ ■ Er China. Aus Peking wird gemeldet: Die Gesandten unter, zeichneten den vorläufigen Entwurf des Friedensproto kolls, um ihre Regierungen dadurch zu veranlaffen, abermalige Abänderungen zu vermeiden. Die Gesandten meinen, am nächsten Dienstag gemeinsam mit den chinesischen Bevollmächtigten das FriedenSProtokoll unterzeichnen zu können. Diese Nachricht klingt höchst naiv, abgesehen davon, daß die Gesandten ihre Aufgabe schlecht verstehen würden, falls sie der Entscheidung ihrer eigenen Regierungen in einer so wichtigen Angelegenheit vorgreifen wollten. DaS Reutersche Bureau hat mehrfach in beruhigendem Sinne berichtet. So waren die Meldungen der jüngsten Tage über englische Verzögerungen so gehalten, als ob dadurch die Unterzeichnung des Schlußprotokolls überhaupt länger hinausgeschoben oder gar verhindert werden sollte. In Wirklichkeit handelte es sich, nach Informationen der „National-Zeitung", um untergeordnete Fragen, wie die Festsetzung des bei den verschiedenen Zahlungen in Betracht kommenden Kurswertes des Taels, da dieser Wert vielen Schwankungen unterworfen ist. Auch über die Einsetzung einer Kommission, die diese und ähnliche Fragen entscheiden sollte, bestanden noch einige Meinungsverschiedenheiten. An der nahe bevorstehenden und nunmehr auch erfolgten Unterzeichnung des Schlußprotokolls durch die Gesandten konnte jedoch nicht mehr gezweifelt werden, während das Reutersche Bureau in dieser Beziehung noch pessimistisch gefärbte Telegramme verbreitete. Das „0. Lassan" meldet aus Peking: Zwei Mitglieder der Schaufi-Mission find in Begleitung eines englischen Offiziers der Nachrichten-Abteilung von Tai-Auen-Fa nach Sin- gansu abgegangen, um Unterstützungen hinzubringen. Die Hungersnot soll dort furchtbar sein; Menschenfleisch soll zu drei Cent Pro Pfund verkauft werden. Auch im südlichen Schanfi ist die Hungersnot groß. Die Hungersnot herrscht meist in den schwer zugänglichen Gebirgsdörfern. bis zu dem jüngsten Tag z l Nach einem Beschluß deS de- Fremdenverkehrs wird Verkehrsvereine vom und Julius zur Lippe Biesterfeld, Prinz und Prinzessin Heinrich von Waldeck-Pyrmont aus Landau, Staatsminister Gevekot aus Detmold. Summen warten und auch wohl warten können. Frankfurt o. M., 16. Aug. hiesigen Vereins zur Förderung der Verbandstag deutscher gestern eingetroffene Briefe bei dem Mann große Aufregung hervorgerufen haben. In der sehr elegant und vvllständ,g neu eingerichteten Wohnung sah eS heute früh sehr wüst quo. Im Eßzimmer war noch der Tisch gedeckt und etliche leere und halb volle Wein- und Champagnerflaschen ließen auf ein gemeinsames Mahl schließen, daS die Ehegatten noch gestern abend, bevor sie ihre Absicht aussührten, eingenommen. Die Thal wird auch mit dem Leipziger Bankkrach in Ver- binbung gebracht, doch läßt sich darüber vorläufig noch nichts Definitives sagen. Rotenburg bei Fulda, 16. Aug. Heute fand die Hoch- eiisfeier oer Prinzessin Bertha von Hessen-Phi- ippSthal- Oertfeld mit dem Erbgrafen Leopold von Lippe-Biesterfeld hier statt. Als Hochzeitsgäste waren erschienen der Fürst und die Fürstin von Bentheim-Steinfurt, Fürstin Wittwe von Waldeck Pyrmont, Prinz Christian von Hessen, Graf-Regent und Gräfin zur Lippe-Biesterfeld, Gräfinnen Carola und Mathilde, sowie die Grafen Bernhard Verfahren wird, wie bei jedem Ehrenhandel zwischen Ossi- , zieren, erst dann eiugeleitet, wenn daS kriegsgerichtliche l Urteil, wonach eine Verurteilung der Duellanten zu 4 bezw. 6 Monaten Festung erfolgt ist, die kaiserliche Bestätigung erhalten hat. Die Ehe, die S. gestört haben soll, schein, keine glückliche gewesen zu sein, — Frau A. hat sich schon, , ehe fir S. kennen lernte, mehrfach von ihrem Manne getrennt und lebte auch getrennt von ihm, als der Ehemann anonym einen Brief erhielt, der auS den Papieren der Ehefrau entwendet sein muß, und der die Beranlaffung zu seiner thät lichen Beleidigung des S. war Wenn die früheren Mitteilungen unseres 8.-Korrespondenlen hiernach nicht überall zutreffend waren, so ist daS leicht erklärlich bei der Geheim niSthuerci, mit der Duellangelegenheiten behandelt zu werden Pflegen. Darmstadt, 16. Aug. Bei dem gestern gemeldeten Jagdausflug warben von dem Großherzog im Lorschrr Wald 1 Äapitalhirsch und 5 starke Rehböcke erlegt. — Die vereinigten Milchproduzenten und Milchlieferanten lassen von nächster Woche ab einen Preisaufschlag eintreten, indem von da ab die Vollmilch pro Liter 20 Pfennig kosten soll. 8. Darmstadt, 16. Aug. Die Vorstände des Handels Vereins, der Handelskammer, des Gewerbevereins, der Handwerkskammer, der Innungen rc. sind heute abend zu einer vorläusigen Beratung beir. Stellungnahme zu dem neuen „Zolltarif--Eutwurf hier zusammengetreten. — In der Leitung der Sterbekasse des Bundes deutscher Gastwirte, die ihren Sitz in Darmstadt hat, ist eine Aenderung eingetreten, indem der seitherige Rendant plötzlich ausgeschiedeu ist. -k- Mainz, 15. Aug. Der in Verbindung mit dem großen Bank- und Börsenschwindel in der letzten Zeit viel- genannte Name Terlinden ruft die Erinnerung an einen Herrn Terlinden wach, der Anfang dieses Jahres in htefiger Gegend auftauchte und wegen seiner großen Freigebigkeit einiges Aufsehen erregte. Besagter Terlinden erschien Mitte Februar auf der Bildfläche, logierte sich in Hochheim in einem Gasthause ein, aß und trank gut und gab sich als Rekonvaleszent aus, der auf einer großen Reise krank geworden und sich jetzt bis zu seiner vollständigen Genesung in dem stillen Städtchen aufhalte. Ob dieser Terlinden identisch mit dem flüchtigen Börsenschwindler ist oder ob er in irgend welchem verwandtschaftlichen Verhältnis zu dem letzteren steht, entzieht sich unserer Kenntnis, wie überhaupt in Hochheim niemand erfahren konnte, woher der Mann gekommen, noch wohin er von Hochheim gewandert ist. Ein hiesiger Journalist lernte dort Terlinden flüchtig kennen und erfuhr, daß er sich kürzlich mit drei anderen Herren mehrere Wochen ver kleidet in Mekka aufgehalten habe. Ueber seine Reise im Orient beabsichtige er ein größeres Werk zu schreiben. Er erzählte auch, daß er in Holland und am Niederrhein große Reichtümer besitze und von einer hochbetagten, schwer trän! darniederliegendeu Tante jeden Tag noch zirka 100 Millionen zu erwarten habe. Trotz dieser großen Reichtümer suchte Terlinden den Journalisten eines Tages hier in Mainz auf. An der Tafel eines bekannte» hiesigen Hotels, an der außer Terlinden und dem Journalisten noch zwei Offiziere und ein Bankier teilnahmen, zeigte sich der erstere sehr aufgeräumt, erzählte wiederum von seinen Reisen und Reichtümern und platzte schließlich mit der überraschenden Bemerkung heraus, daß er seinen Ttschgenosseu eine Freude bereiten wolle, indem er dem Journalisten 300,000 Mk. und jedem der beiden mit- speisenden Offiziere je 200,000 Mk. schenke, welche Beträge zur Auszahlung kommen sollten, wenn die in den letzten Zügen liegende alte Tante das Zeitliche gesegnet habe. Ter linden war bereit, diese Schenkung schriftlich festzustclleu, was indeß von den Beschenkten abgelehnt wurde. In gleicher Weise machte Terlinden in Hochheim größere Geschenke und dampfte etwa acht Tage später von Hochheim ab. Wohin er seine Schritte lenkte, hat bis jetzt noch kein Mensch er. fahren, ebensowenig, wie etwas darüber bekannt geworden ist, ob die „Erbtante- gestorben oder am Leben ist. Nur soviel steht fest, daß die mit so reichen Geschenken bedachten Personen bis jetzt vergeblich auf das Eintreffen der hohen 10. bis 13. Oktober hier abgehalten. — An der im Oktobe hier stattsindenden Unfallschutz-Ausstellung wird auci die hi sige Eisenbahn-Direktion mit verschiedenen interessanten Objekten teilnehmen. Freie Rückfahrt der ausgestellten und nicht verkauften Ausstellungsobjekte ist auf sämtlichen Bahnen Deutschlands bewilligt worden. Homburg, 16. Aug. Der Großherzog von Hessen traf heute mittag 3 Uhr zum Besuch des Königs Eduard hier ein. Um 5 Uhr brachte der König seinen Gast per Automobil nach Frankfurt und kehrte dann wieder nach Hom bürg zurück. Wiesbaden, 16. Aug. Ein schreckliches Familiendrama hat sich in vergangener Nacht in einem Hause an der Nerobergstraße abgespielt. Seit etwa acht Tagen wohnt dort im Erdgeschoß eine Familie — Mann, Frau und ein etwa 7. bis 8jährigeS Mädchen — namens Maier aus Bremen. Heute früh fand nun die dort bedienstete Stundenfrau die drei Personen in ihrem Blute ans dem Bett liegen. Die Frau war tot, während der Manu und das Kind, beide mit Schußwunden in der Herzgegend, noch Lebenszeichen von fich gaben. Die Stundenfrau benachrichtigte sofort die Polizet, auf deren Beranlaffung eine gerichtliche Aufnahme des That- bestände« stattfand. Das schwer verletzte Kind wurde zum Krankenhause gebracht. Nach den Andeutungen des Mannes — eine imposante kräftige Erscheinung — hat seine Frau die unselige That auSgeführt und zuerst auf ihn, den Mann, und dann auf ihr Kind geschaffen, worauf sie die Waffe gegen sich selbst richtete. AuS den Andeutungen scheint jedoch hervorzugehen, daß er mit der That einverstanden war. Die Beweggründe find noch unklar. Die Frau — eine Schwedin — wohnte mit dem Kinde schon seit einiger Zeit im HvSPiz „zum hl. Geist- und fiel durch ihr verschloffenes Wesen auf. Vor etwa 8 Tagen kam der Mann hierher, wie verlautet von Amerika, worauf die Familie die Wohnung auf der Nerobergstraße mietete. Gestern abend kam die Frau noc, von Einkäufen auS der Stadt zu Wagen zurück nno fiel den Nachbarn durch ihr unruhiges Benehmen auf. Auch sollen andere entkam. Ec war mit grauleinener Anstaltshose, 5 braunen Segeltuchschuhen bekleidet, hatte keine Jacke an und i ist von untersetzter, kräftiger Statur. Er ist etwa 26 bis 28 Jahre alt. 1 ** Gravelotte Feier. Im Restaurant Ludwtg Spuck in Kleinlinden findet morgen, Sonntag, eine GravelotteFeier statt. Zur Unterhaltung der Gäste ist Konzert und Abends bengalische Beleuchtung vorgesehen. Der Eintritt f ** Gesellschaft für soziale Reform. Nachdem es gelungen war, eine „Internationale Bereinigung für gesetzlichen Arbeiterschutz" zu gründen, traten am 6. Januar 1901 in Berlin eine Anzahl hervorragender Sozialpolitrker zusammen, um eine deutsche Sektion, eine Gesellschaft für soziale Reform, ins Leben zu rufen. Die Gesellschaft hat sich zur Aufgabe gestellt 1. im Zusammenwirken mit den Vertretern anderer Staaten die Hindernisse zu beseitigen, die der Förderung des Arbeiterschutzes mit Rücksicht auf die Konkurrenzfähigkeit der Industrie auf dem Weltmärkte entgegengestellt werden, 2. als nationale Vereinigung die verschiedenen Bestrebungen, die in Deutschland für die soziale Reform auf dem Gebiete der Arbeiterfrage thätig sind, zu stärken durch Aufklärung in Wort und Schrift Verständnis für die soziale Reform zu wecken und zu thätiger Mitarbeit anzuregen. Als nächste Aufgabe dieser Reform betrachtet die Gesellschaft hauptsächlich den Ausbau des Arbeiterschutzes und der Gewerbeaufsicht, die Förderung deS Arbeitsnachweises, die Fortbildung der Einrichtungen zur Verhütung und Beilegung von Streitig- leiten aus dem Arbeitsverhältuis, den Ausbau der Arbeiterversicherung und die Förderung der Bestrebungen der Arbeiter, in Berufsvereinen und Genossenschaften ihre Lage zu verbessern. Die Gesellschaft will diese Ziele erreichen durch Veranstaltung von Vorträgen und Kursen belehrenden In Halts, Verteilung von Broschüren, Petitionen an die Regierungen, gesetzgebenden Körperschaften, Behörden 2C., Kongreffe u. a. Die Gründung von Zweigvereinen, die bereits in verschiedenen Teilen Deutschlands bestehen, ist auch für Hessen geplant, wofür besondere Versammlungen in Aussicht genommen sind. Beitrittserklärungen nimmt der Sekretär des Schiedsgerichts für Arbeiterversicherungen zu Gießen, Scherf entgegen, der auch weitere Auskunft erteilt. Aus Gießen gehören der Gesellschaft u. a. bereits an: Dr. Bo etlicher, Arzt, Privatdozent an der chirurgischen Universitätsklinik, Pfarrer Dr. Grein und Lackierer Ritzert. *♦ Eröffnung der Hühnerjagd. Laut Bekanntmachung d«s Ministeriums des Innern ist das Ende der Hegezeit auf Feldhühner und Wachteln im ganzen Großherzogtum (mit Ausnahme der Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten) oaf den 19. August festgesetzt. B. Lang Göns, 14. Ang. Der hiesige Turnverein errang bei der Gauturnfahrt in Schlitz durch sein Mitglied Ludwig Laub er den 13. Preis mit 29^prcisw.z.verk.BiSmarckstr.lO^II. Grünberqerfttaße. 5639 beuche noch Kunden z. Wascken u. Bügeln. Neustadt 8, Her-. hat abzugeben 5268 gesucht. Carl Buh, Wetzlar. sofort gesucht. 5660 Alte künvltche 21 Markt 21. Telephon 46. 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Ztg " meldet «uS Kamemöerts-Kronen- Irühstücks-Käse Fromage de Brie empfehlen in frischer feinster Ware zu billigsten Preisen 4543 A. & G. Wallenfels Henrik Meldungen Tel^o! on-Meldungen deS „Gießener Anzeigers-.) Coblenz, 17. Aug. Gestern abend brach im Dachstuhl des Regierungsgebäudes auf bisher unaufgeklärte Weise Feuer aus. Ter Brand verbreitete sich mit großer Schnelligkeit über den ganzen Dachstuhl. Mit .Hilfe einer Abteilung Pioniere gelang es, des Feuers Herr zu werden und einem weiteren Umsichgreifen des Feuers Einhalt zu thun. Durch die Wassermassen wurden im obersten Stockwerk große Beschädigungen angerichtet. Der größte und wichtigste Teil der Akten wurde rechtzeitig in Sicherheit gebracht. Um 3 Uhr morgens war das Feuer gelöscht- Berlin, 17. Aug. Die Persönlichkeit des Chekdieb es, der in der Filiale der Dresdner Bank festgenommen worden ist, ist jetzt festgestellt. ES ist der auS Warschau stammende Karl Noel-Laterner, der nach San Francisco vor Jahren auS- gewandert ist und dort die amerikanischen Bürgerrechte erwarb. Näcksten DienStag den 20. August, von 8 Uhr morgens ab, trifft auf dem Eilgüterbahnhof der Main-Weserbahn eine Ladung Einmachgurken (Salz-, Flascken-, Senf» u. Salatgurken), sowie Weißkraut, »ob kraut, Wirsing und Kartoffeln ein. Staunend billige Preise. So lange Vorrat r-icht, verkaufe eine Anzahl gebrauchter Fahrräder unter Preis. AaKrrad- und Zräg- malckinen-Kandtuug, Reparatur- werkstäite h. Fitzler, 5655 Bahnhosstratze 58, II. BetohianleQie do Konsole . . do . . Hesäea . . Vorzügliche Süßrahm-Tafelbutter ZH K 5 tto Meteorologische Beobachtungen der Ttc-tiov Gieren. Kommisstelle in meinem Kolonial- u. Delikateffen- Geschäft ist per 1. Oktober zu besetzen. 5388 AlSseld. 8* Marschall. Märkte. Gießen, 17. August. Marktbericht. Auf dem Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. A 1.15 — 1.25, Hühnereier per Steckbrief. Gegen die unten beschriebene Verkäuferin Marie Strantz, gen. Köppel, geb. am 5. August 1880 in Butzback, Kreis Friedberg, zuletzt in Hannover, welche flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen Diebstahls verhängt. Es wird ersucht, dieselbe zu verhaften und in das nächste Gerichts- a-fängnis abzuliefern, sowie zu den hiesigen Akten, 6. I. Nr. 871/01, sofort Mitteilung zu machen. Hannover, den 14 August 1901. 3>er Königs. Erste Staatsanwalt. Beschreibung: Alter: 21 Jahre, Statur: schlank, Größe: 1.73 Mtr., Haare: fast schwarz, Augen: braun Besondere Kennzeichen: Schleppen- Stäbt Schlachthaus. fceiUnt 5516 Heute und Montag: Ochstvfleisch 50 Pfg. Schweive-eisch 30 Pfg. Dißkonto-Kommandlt Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelßgee. Oeeterr. Sraatebahn Gotthard bahn La urahütte . . . Bochum . . . , Harpen er . . . Tüchtiges Dienstmädchen I mit guten Zeugnissen wird für fleinen HauShalt per 1. Sept. ges. Näheres Nordanl. SS I. s5647 5636] Suche sof. reinl. 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