Skr. 193 Erste« Blatt. Sonntag 18. August 1901 5’^et, des Windes zum Aus- entweder aus Stoff oder aus Gummi oder aus Papier hergestellt, an leicht zum Explodieren gebracht werden könnte. Ballons Korsts ohne im geringsten mit den Fingern: man e- . A L s. .5 8 ISS. Jahrgang haus !l-8M ‘ 203.00 • J76.1Q ‘ 20 60 ' 31« • 38.30 ‘ 87 ie • 133.00 • 184 60 • 89.20 ' 166 oo Olnttkl' Venn man es < H ft findet, schneide----------- ... hn-nnzugreifen, ab und stelle es unerofftiet vorsichtig bei- (N* |f 4^» Rite, wenn möglich, in einen geschützten Raum, wo es auch 9»P*. Ncr dem Regen bewahrt ist. Sind an dem Körbchen noch 1 mit ist von besonderem Werte, und muß. deshalb mit Ä äußersten Vorsicht behandelt werden. Sobald man das mit Metallpapier bekleidete kleine Körbchen, in dem der llvparat untergebracht ist, in der Lust ergreifen kann, oder ivenn man es am Erdboden, oder in einem Baum hängend. Adresse für Depesche«, Anzeiger Liehen. Fernsprechanschluß 9Zr.5L> Jank • Hangen in haben: Führer sh ta> Lahnthal, im von der Qoelle bis zu mg nebsi den Seilenibakn bearbeitet von orH.Luerssen.Wetzlu. Text mit ca. lOoninstn- n, 5Planen, i Kärtchen und grossen CebersichUkartf rbendrack and Höhen- bicbten-Darstellung intern Einband Nk. 2- । Fragend schöne«, jene AuHhlattune. « WXxntrUxte ¥ Ihrer iit nem der besten Kennt: ihn - xnVetbindung mit rden und massgebende inlichkeiten - aufs sorg ?ste ausgearbeitet. Giess« le bei größter W p Henkel 14. 554 Bekanntmachung. Die KreiSstratze Große».Linden—Leihgestern kann von Montag dem 19. August l. IS. ab bis auf weiteres wegen Umbaues derselben nicht befahren werden. Leichtere Fuhrwerke können den sogen. Münzevberger Weg — Feldweg, an dem Wilson'scheu Werk abzweigend und an der Ortstafel bei Großen Linden in die obengenannte Straße einmündend — benützen. Gießen, den 16. August 1901. Großherzogliches Kreis amt Gießen. v. Bechtold. Gießen, den 14. August 1901. Betr.: Die Aufstellung der Voranschläge der evangelischen Kirchenfonds fyr 19O2/O3 bezw. 1902/05. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen au die evaugel. Kircheuvorstaude deS Kreises. Unter Hinweis auf § 4 der Instruktion zur Fertigung der Voranschläge über die Vermögensverwaltung der evan gelischen Kirchen vom 31. August 1885 beauftragen wir Sie, die rubrizierten Voranschläge nach Anhörung des Kirchen- rechnerS so zeitig aufzustellen, daß die Beratung derselben im Gesamt-Sirchenvorstand und in der Kirchengemeindever tretung im Monat September ftattfinden und die Vorlage an das betreffende Großh. Dekanat bis spätestens Mitte Oktober erfolgen kann. Insofern ein Beitrag der Zivilgemeinde zur Deckung des kirchlichen Defizits in Anspruch genommen werden muß, ist nach § 24 Ord.-Nr. 10 der Kirchenvoranschlags Instruktion alSbald nach der Beratung des Voranschlags im Kirchenvorstand und Gemeindevertretung, der Bürgermeisterei unter Mitteilung eines Auszuges aus dem Voranschläge, von der Höhe des notwendigen Zuschusses Nachricht zu geben, damit der erforderliche Kredit im Gemeiodevoranfchlage ordnungsmäßig gewahrt werden kann. Wir verweisen noch auf das Ausschreiben Großh. Ober- konfistoriumS vom 12. Oktober 1894 (Verordnungsblatt Nr. 14) und empfehlen Ihnen, zur Vermeidung von RevifiovSbemerk- ungen genaue Befolgung dieser Vorschrift. Die RevistonSverhandlungen zu den vorhergehenden Voranschlägen find bet Aufstellung deS neuen Voranschlags zu beachten. Von der Ablieferung der Voranschläge an die Großh. Dekanate wollen Sie uns demnächst und jedenfalls bis Mitte Oktober, Anzeige erstatten. v. Bechtold. Bekanntmachung. Großherzogliches Ministerium des Innern hat dem Organisations-Komitee der Ausstellung für Unfall-Schutz- und Verhütung, SanttätS- und Rettungswesen in Frankfurt a. M. die Erlaubnis erteilt, die Lose einer aus Anlaß der im Oktober d. IS. dortselbst stattfindeudeu Ausstellung zu ver- austaltendeu Lotterie innerhalb deS Großherzogtums zu ver treiben. Indem wir dies zur öffentlichen Kenntnis bringen, bemerken wir, daß nach dem von der zuständigen Behörde ge nehmigten Verlosung-plan die Lotterie in drei Serien von ie 20 000 Losen, ä 1 Mk. (eiuschließl. Reichsstempel), zur Abspielung gelangt. Die Auszahlung der Gewinne erfolgt in Bons, die lediglich zum Ankäufe in der Ausstellung berechtigen, jedoch bei freier Wahl des Gegenstandes selbst, sowie bezüglich der Anzahl derselben. Gießen, den 15. August 1901. Vroßherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Bezugspreis vierteljährig Mk. 2.20, monatl. 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholkstcllen öierteljäljrt Mk. 1.90, monatl. 65 Pfg^ -ki Postbezug Vierteljahrs Mk. 2.00 ohne Bestellgelds ein» Anzctaen-Dermiulung«» . + 24.20 c + 9.90 (V Bebahion, Expedition und ruderei: Schuistrahe 7. lhnte * «itttUttg, W J, n,t -l-klrtsch.» 9 guter r»-tse» iH entleeren kann; besonders leicht, wenn man diese Oeffnung hierbei nach oben bringt. Kapierballons, deren Hülle an sich ohne Wert ist, können ohne weiteres durch Zerreißen entleert werden. Bei dieser Thätigkeit ist selbstverständlich jedes offene MfaNt!u steuer (Zigarre, Pfeife, Streichholz oder anderes) mit tt6rte M! größter Sorgfalt fern zu ha-lten, da das Gas IfltUttfl. 1. d. M. -Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. Vie Gießener Zamilien- blätter werden dem Anzeiger im Wechsel mir„Hess. Banbroirt" und „Blätter Kr Hess. Volkskunde" vier- al wöchentlich beigelegt. Mnnahme von Anzeigen p der nachmittags für ben lotgenben Tag erscheinenden Kummer biS vorm. 10 Uhr. «dbestellungen spätesten« abend« vorher. Bekanntmachung. . Betr. -^Schießübungen. C8 wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß bal Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116 am 19., 20., 21., 22" ”nb 241 V mt8‘ auf den Höhen hart nördlich Wißmar em schießen mit scharfer Munition mit der Schießrichtuna nach Norden und Westen abhalten wird. Der Gel'ändeabschuitt: Wißmar, Ruttershausen, Odeohause«, Salzboden, Schmelz Forsthaus Waldhaus, Fellingshausen, Krof- dors und Wißmar darf daher an den obengenannten Tagen von 6 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags nicht betreten werden, insbesondere nicht die Straßen Wißmar—Ruttershausen, Forsthaus Waldhaus - Krofdorf. Die Straßen Ruttershausen—Odenhanfen—Salzböden— Schmelz—Forsthaus WaldhauS und Fellingshausen—Krosdorf stad dagegen für den Verkehr frei. An den wichtigsten Straßen, welche in das gefährdete Gelände führen, werden vom Regiment Posten aufgestellt werden. Es wird noch besonders darauf hingewiesen, daß sich keine Wald- und Wegearbeiter, sowie Holzsammler in dem gefährdeten Gelände aufhalten dürfen. Gießen, nen 15. August 1901. Großherzogliches Kreisamt Gießen. .v Bechtold. QQ ihrem unteren Teile haben sie eine Oeffnung, aus der D* | man durch vorsichtiges Drücken auf den Ballon das Gas Neubewaffnnng der deutschen Artillerie in Sicht? Bon „gut unterrichteter militärischer Seite" wird der „Nat.-Ztg." geschrieben: „Mancher von den Bielen, die sich über die Bewaffnung unseres Heeres und artilleristische Fragen interessieren, wird sich noch der Ueberraschung erinnern, die der Kaiser den Militär-Attaches der sremden Mächte bereitete, als er ihnen im Frühjahr 1897 das neue Feldgeschütz im Gebrauch der Truppen zeigte. In der Stille, ohne daß ein Wort in die Oeffentlichteit gedrungen wäre, hatte die Heeresverwaltung die deutsche Artillerie mit über 4000 neuen Geschützen bewaffnet, um, als die neue Bewaffnung vollzogen war, Europa vor eine vollendete Thatsache zu stellen, die für Freund und Feind gleich unerwartet kam. Und doch waren dieser Arbeit Verhandlungen mit der Kommission des Reichstages, lange Versuche auf den verschiedenen Schießplätzen voraufgegangeu, auch war jede Kanone, jede Lafette bei ihrer Herstellung Hunderten von Arbeitern und Beamten durch die .Hände gegangen und Tausende wußten darum. Wenn man sich fragt, wie eine solche Arbeit ben Augen des Auslandes verborgen bleiben konnte, so kommt man zu de^ Ueberzeugung, daß jeder, sei es Abgeordneter, Beamter oder Arbeiter, dem Kenntnis von dieser neuen Bestellung ward, sich ernstlich der Wichtigkeit der Geheimhaltung bewußt war. Der Staat hatte die Hauptarbeit der Neubewaffnung neben feinen eigenen Werkstätten dem großen Essener Stahlwerk übertragen, dessen feit fast einem Jahrhundert sorgfältig geleitete Verwaltung einen Stamm von Arbeitern und Beamten zu schaffen verstanden hat, der mit dem vollen Bewußtsein des eigenen Wertes Pflichttreue und Gehorsam verbindet. Nur unter solchen Bedingungen konnte die Ueberraschung gelingen. Und heute? Dem aufmerksamen Leser der Tagespresse wird es nicht entgangen fein, daß schon seit dem Herbst vorigen Jahres bald in dieser, bald in jener Zeitung versteckter Weise Angriffe auf die Brauchbarkeit des deutschen Feldgeschützes gemacht wurden, denen sich Nachrichten über angebliche Reubewaffnung der deutschen Artillerie an- schlossen, welche schließlich zu der bekannten Interpellation an den Kriegsminister int Reichstage führten. Ob sich die Urheber dieser Nachrichten bewußt waren, in welchem 0/rabe sie hierdurch die deutsche Artillerie herabfetzten, möchten wir bezweifeln; doch war dies für die Wirkung gleich- giltig. Mit Freuden nahm das Ausland diese Nachrichten auf, und besonders in französischen und schweizerischen Zeitungen begegnete man Bemerkungen, die, ob richtig oder falsch, dem Leser die Meinung beibringen mußten, die deutsche Heeresverwaltung habe mit dem Geschütz 96 einen starken Mißgriff getljan und iverde sich zu einer Neubewafsnung gezwungen sehen. Wer mehr zu hören Gelegenheit hatte, als die Meisten, wird oft genug peinlich überrascht gewesen sein, zu erfahren, wie genau fremde Offiziere über Vorgänge Bescheid wußten, die nach den bisherigen Begriffen unbedingt geheim zu halten waren. Hat doch sogar in einem Nachbarstaate bei der Debatte über die Einführung von neuen Feldgeschützen das Haupt- argument eines Gegners der betreffenden Vorlage in der Behauptung bestanden, die deutsche Artillerie beginne bei Bekanntmachung. Betreffend: Bekanntmachung über die Behandlung auf» _ gefundener Luftballons. ko < Nachstehende Benachrichtigung und Anleitung über die 5oebanblung von Luftballons und zugehörigen Apparaten, welche im Kreise Gießen aufgefunden werden, bringen wir Jlierourtt), zur allgemeinen Kenntnis des Publikums. , Gießen, den 13. August 1901. Großherzoglickes Kreis amt Gießen. K Bechtold. h- Benachrichtignng und Anleitung über die Behandlung von Luftballons und zugehörigen Apparaten, tvelche im Kreise Gießen aufgefunden werden. Zum Zwecke wissenschaftlicher Erforschung der höheren Luftschichten, in welche Menschen nicht mehr vorzudringen vermögen, läßt man fast in allen Staaten Europas von Zeit zu Zeit kleinere oder größere Luftballons steigen, die Instrumente tragen, welche auf einer geschwärzten Papier- fiüche selbstthätig Auszeichnungen über die Temperatur, die Feuchtigkeit u. J. w. ausführen. Für die nächen Jahre finden derartige Auffahrten an dem ersten Donnerstage emes jeden Monats gleichzeitig in England, Frankreich, Elsaßf-Lothringen, Bayern, Preußen, Oesterreich und Rußland statt, außerdem aber noch gelegentlich an anderen Togen. In Preußen erfolgen dieselben seitens des Aero- Ämtlichn Feil. Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß die sttif den 3.-5. d. MtS. festgesetzte Ziehung der Lotterie zu Gunsten der Stvdt- und Kathedralkirche zu St. Jakob in ^iUhen auf den 7.—9. September d. Is. verlegt worden ist Gießen, den 13. August 1901. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold. neten Schnur so lange zu ziehen, bis eine Feder aufschnappt, was zum Zweck hat, eine nachträgliche Zerstörung der auf mit Ruß geschwärztem Papier erfolgten Aufzeichnungen zu verhindern. 4. Ballon, Netz, Fallschirm, Drachen und alle zugehörigen Teile sind ebenfalls sorgfältig aufzubewahren. 5. Bei allen innerhalb des Königreichs Preußen und der übrigen deutschen Bundesstaaten, außer dem Reichslande Elsaß-Lothringen, Bayern, Württemberg und Baden, gefundenen Ballons, Drachen und Apparaten, ist sofort eine telegraphische Depesche an das Aeronautische Observatorium Reinickendorf-West bei Berlin abzuschicken, in der die Adresse Finders genau angegeben ist. A'.-ch bei ausländischen Ballon s, die nicht selten in Nord- und Mitteldeutschland landen, ist zuerst eine solche Depesche nach Reinickendorf-Berlin zu schicken. Ballon und Apparat werden entweder abgeholt oder nach weiter erfolgender Vorschrift durch die Post zurückgefordert werden. 6. Für jeden aufgefundenen und in sachgemäßer Weife behandelten Ballon oder Apparat wird an den oder die Finder eine Belohnung gezahlt, die von 5 bis 20 Mark betragen kann, je nachdem die Bergung mehr oder weniger sorgfältig erfolgt ist, worüber sich das Königliche Meteorologische Institut die Entscheidung vorbehält; außerdem werden alle sonstigen Kosten, auch für die Depesche, zurückerstattet. Im Falle von Streitigkeiten wird das Großh. Kreisamt entscheiden, welchen Personen die Belohnung gebührt. Die Polizei- und Gemeindebehörden werden ersucht, der sachgemäßen Ausführung obiger Vorschriften die thun- lichste Förderung und Unterstützung zuteil werden zu lassen. Ganz besonders ist durch Belehrung und gelegentliches gutes Beispiel darauf hinzuwirken, daß jedes Oeffnen oder Berühren der Apparate in ihren inneren Teilen, die sehr leicht zerbrechlich sind, ganz besonders aber an der mit geschwärztem Papier oder Metall überzogenen Walze oder Trommel den wissenschaftlichen Wert des Aufstieges unwiederbringlich vernichtet, und daß auch aus diesem Grunde die Höhe der Belohnung in erster Linie davon abhängt, ob die Aufzeichnungen unversehrt sind oder durch die Schuld oder Ungeschicklichkeit der Finder verdorben worden sind. , fl kl oern ytegen vewayrr i|i onw um »wvu/vn . ergebt ' Hjomdere Vorschriften angebracht, so führe man diese sofort -qus^, z. D. wenn gebeten wird, an einer besonders bezetch- einer jüngeren rheinischen Fabrik:)iohrrücklauf-Feldgeschütze iiU bestellen. Der Redner, ein höherer Offizier, hat feine Behauptung bis zuletzt aufrecht erhalten, da sie ihm aus icherster Quelle zugegangen sei. Seither häufen sich in remden und deutschen Zeitungen die Nachrichten über Ber- nautischen Observatoriums des Königlichen Meteorologischen Instituts am Tegeler Schießplatz bei Berlin; die Ballons, Instrumente Und aller Zubehör sind demnach fiskalisches Eigentum. Ta diese Ballons „unbemannt" sind, d. h. nur Apparate, aber keine Person tragen, muß man erwarten, daß sie, von verständigen Leuten gefunden, in zweckmäßiger Imgebung ist gans besöi Weise aufbewahrt und zurückgeschickt werden. Um den Ängen nehmen 5 Bewohnern des Kreises die Möglichkeit einer sachgemäßen ihuidinngen entgegen- - Mitwirkung bei diesen wichtigen und in allen Kultur- ^FmikomendugnMi Staaten geübten Versuchen zu gewähren, seien folgende Er- 'trt?. läuterungen und Vorschriften bekannt gegeben und die gron Emil Roth in bit$>d Nachgeordneten Behörden ersucht, deren Befolgung anzu- »nripfehlen bezw. zu überwachen. ' 1 Zum Emporheben der Instrumente werden meistens .. I Luftballons, die mit Gas gefüllt sind, gelegentlich aber Nach Drachenflächen verwandt, die an einem Stahldraht “ gehalten und durch die Wirkung des Wii ' fbeigen gebracht werden. Die Ballons sind Die zu demselben Zwecke benutzten Drachen haben die Gestalt eines viereckigen offenen/ aus Holzstäb en bestehenden M'stenS, der teilweise mit Baumwollstoff bekleidet ist. Befindet sich, was meist nicht der Fall ist, noch ein längeres Stück Stahldraht an dem Drachen, so ist, falls die Möglichkeit vorliegt, daß dieses eine elektrische Starkstrom-Leitung jerühren kann, jedes Ergreifen desselben mit den bloßen fänden .oder Berühren mit unbedeckten Körperteilen sorgfältig zu vermeiden. JSagegen beseitigt ein um die Hände gewickeltes trockenes Tuch jede Gefahr. Man vermeide jede unnötige Beschädigung des sehr zerbrechlich gebauten Drachens. 2. Ist der Ballon oder Drache bei starkem Winde noch GietzenerAnzeiaer General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen X 1 \ » h schneller Bewegung, so ist bei den Versuchen, ihn fest- • z Uralten, njit aller Vorsicht zu verfahren, um nicht um- t »wissen oder hierbei beschädigt zu werden. Ein schnelles Iinschlingen der herab hängenden Leine um einen festen 'sjahl oder Baum ist am vorteilhaftesten, um feine Belegung aufzuhalten. 3. Das an dem Ballon oder Drachen hängende Jnstru- dus Stoss und Gummi müssen mit thunlichfter Sorgfalt 116?« Mstül« behandelt und deshalb z. B. aus Bäumen möglichst ohne r V —— roo-rfohitvrnpti trpi nPTHtaiprSyph ttt suche, die sonst geheim gehalten zu werden pflegten-, man weis; schon anzugeben, welches System eines Rohrrück lauf-Geschützes bei den Vergleichs-Versuchen den Sieg davon- getragen habe, und französische Zeitungen wissen sogar schon über Probe-Batterien neuer Geschütze und bevorstehende Versuche mit denselben im Bereiche des 17. Korps zu berichten. Mag an diesen Auslassungen wahr sein, was will, eins steht fest: sie tragen nicht dazu bei, das Vertrauen in die Voraussicht der Heeresverwaltung zu erhöhen, und setzen die jetzige Artilleriewaffe ganz ungerechtfertigterweise in den Äugen derer, die sich ihrer bedienen sollen, herab. Es erscheint im Interesse des Landes dringend geboten, daß dieses Treiben nicht fortgesetzt werde." Die Ermordung des Rittmeisters v. Krosigk vor dem Oberkriegsgericht. Hickel fährt fort: Kriminal-Kommissar v. Bäckmann ging umher und jemand sagte: Der sucht jemand mit einem schwarzen Schnurrbart. Ich sagte: Einen schwarzen Schnurrbart haben in der Schwadron nur ich, Schulz und Marten! Ich kann noch von Glück sagen, daß ich im Stalle war. Domning fragte ich damals nur, ob er vernommen worden sei. Er sagte, er wäre befragt worden, wann er dabei gewesen sei, die Lanipen anzuzünden. — Marten giebt die Erklärung ab, daß am 18. Juli bei seiner Vernehmung die Anordnung getroffen wurde, ihn zu rasieren. — Oberkriegsrat Meyer: Marten und Hickel sahen damals wie die Strauchdiebe aus. Sie hatten wilde Haare und Bärte. Rechtsanwalt Horn bat mich damals, veranlassen zu wollen, daß sie in einen menschenwürdigen Zustand gebracht würden. Die Angeklagten wurden darauf geschoren. Marten hatte zurzeit des Mordes nur einen Anflug von Bart. Erster Zeuge, Wachtmeister Buppersch bekundet: Als der Rittmeister schaß, tadelte er den Unteroffizier Riemer und rief: Wer nicht im Glied bleibt, den bestrafe ich im Augenblick. Ich lud dem Rittmeister zweimal seinen Revolver mit Platzpatronen, die er auch abschoß- Nach dem zweiten Abschießen rückte Die Abteilung auf und die zweite Abteilung rückte an. Die Rüge erhielt Riemer in dem Augenblick, als sein Pferd nicht aus dein Gliede heraus wollte. Der Rittmeister befahl: Vorrücken. Als das Pferd aber noch immer nicht herauszubringen war, kanzelte der Rittmeister Riemer mit den Worten ab: „Sie sind ein ganz fauler Reiter." Er befahl dann dem Unteroffizier Stiebert, das Pferd zu reiten, und fügte hinzu, die Abteilung müsse jetzt täglich reiten. Währenddem krachte der verhängnisvolle Schnß. Ich spürte den Luftdruck so stark, daß ich taumelte. Darauf wankte der Rittmeister, nachdem er noch gerufen: „Was ist denn los, wer hat geschossen?" Dann fiel er....." -Oberstabsarzt Goebel verbreitet sich über den Leichenbefund nach den Ergebnissen der Sektion. Oberleutnant v. Hoffmann: Zuerst glaubte auch ich, daß nur ein Unfall vorliege. Als ich den Oberrock des Rittmeisters aufriß, öffnete er noch einmal die Augen, zweimal quoll ihm ein Blutstrom aus dem Munde. Ich schickte nun sofort Leute zum Kommandeur und ins Lazarett. Tann fiel mir aber hinterher ein, daß es schließlich besser sei, wenn niemand die Reitbahn verließe. Ich erteilte also einen dementsprechenden Befehl. Leutnant v. Lorenz: Als der Rittmeister hinstürzte, sprang Oberleutnant v. Hoffmann hinzu und hob ihn auf. Ich wurde sodann zum Arzt geschickt. Ter Gerichtshof nahm darauf um 8 Uhr eine Besichtigung des Thatortes vor. Tie nächtliche Jnaugenschein- nahrne erstreckte sich ausschließlich auf die Reitbahn, in der der Mord verübt worden war. Sie zog sich bis gegen 10 Uhr hin. Danach wurden die Angeklagten unter sicherer Bewachung in Arrest abgeführt. Dabei spielten sich auf dem Kasernenhofe erschütternde Scenen ab zwischen der tiefgebeugten Mutter des Marten und ihrem Sohne und dem Hickel und seiner Ehefrau, der Schwester des Marten. Um 9 Uhr vormittags wird die Verhandlung am Freitag eröffnet. Erster Zeuge ist der Regimentskommandeur Oberst v. Winterfeld Marten war ein guter Soldat und sehr ehrgeizig. Dienstlich war der Rittmeister mit ihm zufrieden. Dagegen tonnte ich aus Redensarten von Krosigk heraus- « /ren, daß v. Krosigk gegen Marten und seine ganze Familie eine gewisse Voreingenommenheit hatte. Am Vormittage des Mordtages befand ich mich auf der Reitbahn. Ich war dabei auch Zeuge, wie der Rittmeister sich veranlaßt sah, Martens Reiten lebhaft zu tadeln, v. Krosigk ließ Marten hierauf absteigen und einen andern das Pferd reiten. Beim Absteigen bekam nun Marten einen roten Kopf, er rollte mit den Augen und es schien so, als ob er zeigen wollte, wie beleidigt er sich fühlte. Ich hatte schon die Absicht, ihn zu bestrafen, ging aber schließlich fort, ohne diese Absicht zu verwirklichen. Um 5 Uhr nachmittags meldete mir dann der Unteroffizier Ehrenberg, daß der Rittmeister erschossen worden sei. Die dienstfreien und die diensthabenden Unteroffiziere wurden in zwei Gruppen gesondert aufgestellt. Marten gab sich dabei als diensthabender Unteroffizier aus, indem er sich zu den letzteren stellte. Präs.: Wie äußerte sich die Abneigung von Krosigks gegen Marten? Zeuge: Frau o. Krosigk sagte mir, daß der Rittmeister den Marten für einen tüchtigen Mann halte. Dennoch aber, sagte er, wäre es ihm am liebsten, tvenn er abkommandiert würde. Auch selbst mir gegenüber hat v. Krosigk Redensarten fallen lassen, aus denen seine Äb- neigung gegen Marten klar hervorging. R.-A. Burchard: Welcher Art waren diese Bemerkungen? Zeuge v. Winterfeld: Ich glaube, v. Krosigk hatte gegen diese ganze Familie, besonders aber gegen den Vater des Marten einen großen Haß, weil sich der alte Marten in seiner früheren Schwadron mit ihm schlecht gestellt hatte. Beisitzer Major Ziermann: Konnte Marten wohl den Befehl, die dienstfreien Unteroffiziere mögen besonders antreten, überhört haben? v. Winterfeld: Nein. Bert.: R.-A. Horn: War schon angesichts der Leiche dazu ausgefordert worden, es möge vortreten, wer etwas gesehen habe? Zeuge: Jedenfalls. R.-A. Horn: Ich möchte dabei nur auf die Thatsache Hinweisen, daß Skvpek sich nicht meldete, v. Winterfeld: Skopek war schon als verdächtig angefaßt worden. Ich erinnere mich aber, wie der Wachtmeister Buppersch sagte, von den Mannschaften komme niemand in Betracht, der Thäter sei wohl nur unter den Unteroffizieren zu suchen. Präs.: Wie war das Verhältnis v. Krosigks zu Hickel? Zeuge: Jedenfalls auch kein gutes. Präs.: Er hatte sich doch aber für die Verheiratung Hickels verwendet, v. Winterfeld: Im Gegenteil, v. Krosigk sagte mir, er wolle nicht, daß noch einer seiner Leute dieser Familie Marten zugehöre. Ich erwiderte aber dem Rittmeister, daß ich keinen Grund darin für die Verweigerung des Konsenses erblicken könne. Gegen die Tochter des Wack;tmeisters Marten liege nichts vor. Bert.: R.-A. Horn: Unlängst ist hier der Trompeter Reinisch wegen Totschlages zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt worden, weil er in Stallupönen einen Arbeiter erschlagen hatte. Reinisch soll an jenem Abend, als die Schwadron mit der Leiche konfrontiert wurde, gleichfalls durch seine Blässe aufgefallen sein. Ist vielleicht nachgeforscht worden, wo sich Reinisch zur Mordzeit aufgehalten hat? v. Winterfeld: Davon ist mir nichts bekannt. Bert. R.-A. Horn: Besichtigten Sie beider Augenscheinnahme desThatortes auch die Pforte hinter der Reitbahn, welche vernagelt war? Zeuge: Jawohl. Die Pforte war am Mordtage verschlossen und vernagelt. Ich habe mich persönlich davon überzeugt. Präs.: Tas Geländer zeigt Spuren, daß dort ein Ueber- ft eigen stattgefunden hat. v. Winterfeld: Jawohl. Domning hat damals ausgesagt, das sei die Stelle, wo die Leute übersteigen, wenn sie in die Kaserne wollten. Zeuge Büchsenmacher Bergfeld: Zur Zeit der ersten Verhandlung folgerte ich aus der Beschaffenheit der Patronenhülse und des inneren Bruches, daß ein scharfer Schuß durch den Karabiner gegangen sein mußte. Heute ist das allerdings nicht mehr ersichtlich. Oberleutnant v. Roeper bekam den Karabiner am Mordabende zur Aufbewahrung. Er hielt die Waffe bis zur ersten Verhandlung in seinem Bureau verschlossen. v. R o e p e r : Ich erinnere mich, daß Reinisch am Mordabend befragt wurde, wo er gewesen sei, weil sein bleiches Aussehen besonders auffiel. Nocb an demselben Abend wurde festgestellt, daß Reinisch mit einem anderen Trompeter zusammen in seiner Stube zur fraglichen Zeit Noten abgetrieben hatte. Der Verdacht fiel damit fort. Außerdem sah Reinisch immer blaß aus. Er hatte einen kleinen schwarzen Schnurrbart. Staatsanwalt Meyer: Ich beantrage die genaue Feststellung, weshalb Reinisch bestraft worden ist. Zeuge Leutnant v. Lorenz sagt aus, daß der Schutz um 4 Uhr 37 Min. fiel. Kurz vorher beobachtete er, wie die Bandenthür etwas geöffnet wurde. Dieselbe Beobachtung machte der Zeuge am Samstag vor dem Mordtage beim Reiten. Es fiel das sonst nicht weiter auf, weil es öfter vorkam ,daß jemcnrd in die Reitbahn hineinschaute. Skopeck war im Unterricht einer von den Schlauesten. Bert. Hom: Ja! Der Herr Zeuge sagte damals: Unter den Dummen sei Skopeck der Schlaueste. (Heiterkeit.) v. Lorenz: Moralisch machte Skopeck stets einen guten Eindruck. Sodann tritt die Mutter des Marten, Frau Olga Marten, zu ihrer Vernehmung vor. Präs.: Wollen Sie uns einmal erzählen, wie es sich mit den Angaben Ihres Sohnes und Schwiegersohnes über den Besuch in Ihrer Wohnung zur kritischen Zeit verhielt. Zeugin: Beide kamen nachmittags zu mir. Ter genaue Zeitpunkt ist mir nicht bekannt. Ich glaube aber, daß sie vor halb fünf Uhr wieder fortgingen. Präs.: Ihr Sohn kam dann noch einmal wieder? Zeugin: Ja, auf einen Augenblick. Er ging an das Spind. Präs.: Wollen ©ie das beschwören, können Sie mit gutem Gewissen die Wahrheit des damals geleisteten Eides versichern? Ich mache Sie darauf aufmerksam, daß Sie Ihre Aussage verweigern können. Zeugin (weinend): Was ich gesagt habe, das kann ich auch beschwören. Nur über den Zeitpunkt weiß ich nichts genaues. Präs.: Gewiß, Sie haben aber der Wahrheit gemäß ausgesagt, was Sie wissen? Zeugin: Ja! Präs.: Wollen Sie die Wahrheit versichern auf den bereits geleisteten Eid, dann stehen Sie auf und sprechen Sie mir nach: Ich versichere es. Zeugin (sich erhebend): Ich versichere es. Es wird Wachtmeister Buppersch vernommen: Ter Rittmeister tadelte das Reiten des Unteroffiziers Riemer. Tabei lief er umher und sagte: Wachtmeister, schreiben Sie auf, daß die Abteilung von morgen ab täglich reitet. Wer nicht aus dem Glied kommt, der wird bestraft. In diesem Augenblick krachte der Schuß. Präs.: Erzählen Sie nun die Vorgänge, die sich bei der Gegenüberstellung der Schwadron mit der Leiche des Rittmeisters abspielten. Sie haben ge- geschworen, alles sagen zu wollen. Man gewinnt aber aus Ihrem ganzen Verhalten und Zögern den Eindruck, als wenn Sie nicht alles sagen wollten. Buppersch verbreitet sich über das bekannte Antreten der Schwadron. Tie Leute wurden gemustert, diejenigen, die blaß aussahen, wurden herausgesucht. In der Reitbahn befahl der Oberst, daß diejenigen, die dienstfrei waren, links, die andern rechts hinübertreten sollten. Wohin Marten sich stellte, ist mir nicht bekannt. Präs.: Wurde der Befehl laut gegeben? Zeuge: Jawohl, jeder mußte ihn hören. Staatsanwalt Meyer: Welche Unteroffiziere in der Schwadron hatten einen schwarzen Schnurrbart? Zeuge Buppersch: Feuilleton. 3m Frankfurter Opernhaus fand dieser Tage eine Vorstellung des alten wackeren Lortzing'schen „Waffenschmiedes" und des seltsamen Mimodramas „Die Hand" von Henry BerSny statt. „Der Waffenschmied von Worms" ist die letzte unter den Opern LortzingS, die sich ihre volle Lebensfrische und Zugkraft bis in unsere Zeit erhalten haben. In Leichtigkeit der Erfindung und Schärfe der Charakteristik, in der Fülle anregend unterhaltender Situationen und launiger Einfälle steht sie älteren Werken des Komponisten, zumal dessen „Zar und Zimmermann" nach. Aber sie hat vor jenen früheren Opern wiederum auch manches voraus, vor allem die gereimtere Erfahrung des Tondichters/sowie die dadurch bewirkte sicherere und gewähltere Verwendung der musikalischen Formeln und Ausdrucksmittel, obwohl auch die Musik zum „Waffenschmied" nicht engelreinj dasieht. Aber der frische fröhliche Zug zum Volkstümlichen macht den „Waffenschmied" doch zu einer Volksoper im besten Sinne des Wortes. Sie erfreut heute noch durch den liebenswürdigen Reiz ihrer Melodik und durch ihren Humor. Zwar erreicht die Arie der Maria die der Agathe im „Freischütz", an die sie bewußt oder unbewußt anknüpft, weder in der Feinheit des Kolorits, noch in der Kraft des dramatischen Ausdrucks, immerhin aber nimmt sie unter den meist liederartigen Ariensätzen Lortzings eine hervorragende Stellung ein und bietet jedenfalls der Sängerin ergiebigste Gelegenheit zur wirksamer Bethätigung. Die neue Frankfurter Opernsoubrette Frl. Ho heule itner nahm ja wohl diese Gelegenheit mit Glück und Geschick wahr und rief einen guten Eindruck hervor. Eine jugendfrische, metallreiche, ausgiebige Sopranstimme, deutliche Aussprache, leichter und reiner Ansatz auch in der höchsten Lage, sind ihre wesentlichen Vorzüge. Doch vermißt man in ihrer Vortragsweise die tiefere Innigkeit und daneben das Temperament. Der leicht fließende Gesang, das gefällige Parlando fällt der Stimme nicht schwer, solange in der Musik das melodische Moment vorherrscht. Die schweren Accente mancher das Dramatische streifenden Rezitativ-Stellen bereiten dagegen der Sängerin insoweit Schwierigkeiten, als ihr dort die Herrschaft über das Organ noch bisweilen verloren geht, sodaß die Tonstufen ineinander verschwimmen. Bei ihren unzweifel haften gesanglichen Anlagen wird es Frl. H. aber wohl nicht schwer fallen, diese Eigentümlichkeit allmählich zu beseitigen. DaS vor der Hand noch nicht besonders geübte, aber doch gefällige Spiel wird sich hoffenlich noch beleben. Spielerisch in durchaus annehmbarer Weise, lustig und natürlich führte die Partie des Knappen Georg Herr Schramm durch. Ziemlich leicht erhebt sich sein Ton, verliert aber in der Höhe an Tragkraft. ES braucht ihm aber nicht besonders unangenehm zu sein, daß ihm über das Durchschnittsmaß eines Tenorbuffos hinausreichende Töne nicht mehr recht eigen find. Frl. Weber bot als Jrmeutraut eine animierte und recht wirkungsvolle, dabei angenehme dezente und humorvolle Darstellung. ES ist kein Zweifel, daß die Frankfurter in Frl. W. eine Vertreterin für das an anderen Orten fast so gut wie verwaiste Fach der Opernalten haben, mit der sie in jeder Weise zufrieden sein können. Herr Greef zeichnet seinen HanS Stadinger, wie ihn sich der Hörer wohl meistens vorstellen wird. Die Stimme zeigt Wohllaut und besonders große Tragfähigkeit. Die Darstellung war sehr angeregt. Ich erinnere mich einer vor einigen Jahren in einer großen Musikstadt verübten unverzeihlichen Geschmacklosigkeit des Darstellers des Waffenschmiedes. Er gab eine Zusatzstrophe zu dem bekannten Liede „Auch ich war ein Jüngling in lockigem Haar", die den Manen des in Kummer und Not früh verstorbenen Tondichters Lortzing geweiht war. So etwas bekommt man glücklicherweise in Frankfurt nicht zu hören. Den Grafen v. Liebenau fang der Baritonist Herr Brinkmann nicht mit ganz gleichem Gelingen. In die Ensemblesätze fügte sich die Stimme nicht mit genügender Leichtigkeit und Wirkung; ohne irgend hervorzutreten und den gegebenen Rahmen zu durchdringen, konnte der sehr wohl accentuierte Gesang nicht zur vollen Geltung kommen, und auf das Singen mit heller Stimme versteht sich Herr Br. nicht besonders. Doch im Einzelgesang, in dem es auf Fülle des Tones, Wohllaut des Klanges und auf gute Resonanz ankommt, hielten Ausführung und Wirkung ziemlich gleichen Schritt. Herr Schwarz fang den Schwabenritter Adelhof recht beifallswürdig. Der Chor machte feine Sache so brav als möglich und das Orchester unter der achtsamen Leitung des Herrn Pittrich spielte seinen Part diskret, sehr leicht und meist sicher zu« sammengehend. Diesem gemütliche« musikalischen Ausschnitt aus der braven Biedermaierzeit folgte das entsetzliche Grusel Mimo drama „Die Hand", ein Unding von nervenzerreißender Fürchterlichkeit, meisterhaft dargestellt. Aber eS gehören bärenfelldicke Nerven dazu, namentlich um die musikalische Realistik, die von ungeheuerem Raffinement zeugt, ertragen zu können. Wer dieses grausame Ding ersann, ist ein Ton- poet, der augenscheinlich seine Hörer zu Neuralgikern zu machen die böse Absicht hat. Der nicht ohne Geistreichtum ausgeklügelte Vorgang wäre ohne die Musik erträglich, nervenanfpannend und äußerst packend, wenn auch unschön. Die unsäglich klägliche, abgefeimt spitzfindige Musik aber ist kaum erträglich, und doch hält sie den Hörer mit Krallen fest! Ein niederträchtiges kleines Kunstwerk, eine scheußliche Kunst — aber immerhin Kunst! Beim Aufgehen des Vorhangs sehen wir ein in Nacht gehülltes Boudoir einer Tänzerin. Hinter einem Fenster sieht man bald ein mattes Licht hin und her flackern. Dann öffnet sich das Fenster und ein Einbrecher steigt ins Gemach. Aengstlich und behutsam schleicht er umher, erbricht verschiedene Behälter, wird aber durch Geräusch gestört. Er verschwindet schleunigst hinter einem Vorhang. Die Tänzerin erscheint mit einem Begleiter und alsbald erstrahlt das Gemach in glänzendem elektrischen Lichte. Ein kurzes Tändel- intermezzo. Der elegante Begleiter überreicht der blühend schönen jungen Dame vom Ballet einen Schmuck, den sie aber verächtlich zurückweist, indem sie ihre Kleinodien voller Stolz zeigt. Er stiehlt sich deprimiert davon. Die Tänzerin, allein, beginnt sich anSzukeiden, bekommt aber plötzlich Lust zum Tanzen und führt im Negligöe einen reizenden Tanz aus. Wie sie grade in den Spiegel blickt, bemerkt sie hinter sich eine ans dem Vorhänge hervorgestreckte Hand. In fürchterlicher Angst versteckt sie sich zuerst, sammelt sich aber bald, glaubt sich getäuscht zu haben, sieht aber diese Hand bald darauf wieder. Beim Betreten des Zimmers hatte sie den Schlüffe! zur Eintrittsthür neben den Vorhang gehängt. Nun möchte sie ihn erhaschen. Aber wie! Die Hand flößt ihr unnennbares Grauen ein. Schließlich wagt sie sich tanzend heran, ergreift den Schlüssel, eilt ans Fenster und wirft ihn auf die Straße. Sogleich aber teilt sich der Vorhang, der Einbrecher stürzt auf sie und will sie erstechen, wird aber von ihrer Schönheit geblendet. Da erscheint bet vorhin abgewiesene Galant, wer weiß woher nach all den Vorgängen, übersieht sofort die Situation, zieht ein Pistole hervor — auch nicht recht glaublich, daß er so ein gefährliches Ding bei sich trägt — und bedroht den Einbrecher, der, die auf ihn gerichtete Pistole unausgesetzt im Auge, in ein Nebengemach flüchtet, das der elegante junge Herr sofort abschließt. Das dem Tode nahe Mädchen, das am Boden liegt, ruft er zur Besinnung zurück. Dann zieht er wieder die Pistole hervor, öffnet die Thür zum Nebengemach, bei Einbrecher erscheint und drückt sich, ständig bedroht, scheu durch das Gemach, leert, im Anblick der Pistole, feine Taschen, und entweicht durch die Eintrittsthür, nachdem er noch eine blühende Rose, die eben erst der schönen Tänzerin Haar geziert hat, an sich gerissen und an die Lippen gedrückt hat. Nun er verschwunden, will sich auch der junge Herr höflich verabschieden, sie aber finkt ihrem kühnen Retter in di« Arme .... Ich glaube nicht, daß eS in der Kunst noch ein Zweites gibt, was ein solches Mißbehagen — sehr gelinde ausgedrückt — hervorzurufen vermöchte wie dieses Mimodrama von bet „$anb“. P- w- Schiffsnachrichten. Norddeutf»er ßloob, in Gießen vertrete» bur» brn Haarten L. Loo«. Bremen, 15. Aug. fPer transatlantischen Telegravb-l Der Schnellpostdampfer „Lahn". Kapitän C. Pohle, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 1 Uhr morgen« wohlbehalten in New- york angekommen. Bremen. 15. Aug (33er trunSatlavtischen Telegraph.^ Der Postdampfer „Frankfurt", Kapitän E. Malchow, vom Norbdeutschen Lloyd in Bremen, ist am 13. August, 6 Uhr abend«, wohlbehalten in Baltimore angekommen. Unerreichter Insectentödter! Kaufe aber nur in Flaschen, wo Plakate aushängen. Gesunde Uinderspeise für den Sommer. Um die Kinder in den heißen Tagen gesund zu erhalten, achte die Mutter sorgfältig darauf, was sie essen..Speisen, die das Blut erhitzen, müssen vermieden werden; dagegen,ist erfrischende Nahrung vorzuziehen. Solche enthalt ein schöner MondamnH- Mtlchflammerr mit gekochtem Obst als Beigabe. Für bie Speisen der Kinder eignet sich Mondamin vorzüglich, da es em Produtt von bester Qualität und sorgfältigster Herstellung ist. Brown & Polfons Uioitfcamin Gesetzlich geschützt seit 1884. Die Blickensderfer Schreibmaschine steht an Leistungsfähigkeit keinem anderen Fabrikate No. 5 M. 175.—, No. 7 M. 225— nach, ooooooe» Katalog und Vorführung durch die Brühl’sche Druckerei, Giessen, Schulstrasse 7. ,Die miurn den Strom zu gut leitet, u..i Den nötigen Wioersranb» der Lampe mit Glühfäden von nicht zu geringem Querschnitte erzielen zu lassen. Voraussichtlich dürste die Lampe deshalb zunächst wenigstens nicht für so hohe Spannungen geeignet fein, wie die .üohlefadenglühlanipe; es werden also wohl zwei hintereinander geschaltete gleichzeitig biennende Lampen zu verwenden sein, uTtb die Herstellung von Lampen mit so kleinen Lichtstärken, wie sie der alte üohlefadeu gestattet, ivird unablässige lueitcre Versuche erfordern. Immerhin fdjeint die Osmiumlampe der ernsthafteste Konkurrent der bisherigen Glühlampe zu werden, und ihre Entwickelung durch jahrelange stetige Arbeit ist; eine erfreulid>e Erscheinung inmitten der überstürzenden Hast, die leider so viele Zweige der Technik jetzt kenn- zeichnet. . wir ein in N1 ter einem Fech er flackern. Dan steigt in-Semi rnher, erbricht tw änsch gestört, fc mg. Die Wr: bald erstrahlt da! gin larjti IW m'cht der blühens SäytNiÄ. den ft t gMbin * )On. aber plöM nen reizend» Dail , bemerkt sie M treckte H°°d. 3* sammelt sich «J ht aber diese N i Zimmers W-" i Vorhang M ! Die Hand R M wagt s" ilt ans Fensters e teilt sich ** .d mll * ««<■”* et so ein bett Ä Aimodra^ ff. AanLel und Verkehr. Uolkswirtschasi. Fabrik feuerfester und säurefester Produkte, A.-G., zu Vallendar- In der bereits wiederholt ermähnten Generalversammlung führte Geh. Justizrat Tr. Reatz aus Gießen, der frühere Vorsitzende des Aufsichts- rates und Generalbevollmächtigter der ganzen Familie Böing, dem „B. B. E" zufolge aus, man werde es begreiflich finden, daß er auf alle im Berichte erhobenen Bedenken und versd)ämten Anschuldigungen heute nicht ausführlich antworten und denselben in gebührender Weise entgegentreten könne. Er sei hergekommen, ohne Ahnung von dem, was vorkommen werde. Man hätte erwarten können, daß wenigstens dem Aufsichtsrat der Berickst vorgelegt werden würde, damit dieser auf eine Beantworung der Anschuldigungen hätte eingehen können. Redner bezeichnete eine Anzahl davon als unwahr, eine Menge Behauptungen feien wissentlich unwahr aufgestellt worden. Betreffs der Unterzeichnung der Bilanzen durch ihn selbst, giebt er zu, daß er von dem materiellen Inhalt der einzelnen Conti keinen Begriff gehabt habe. Er habe daher die Zuziehung einer kaufmännischen Persönlichkeit für die Prüfung der Bilanz veranlaßt. Diese sei damit: in Vier bis fünf Stunden fertig gewesen, was ihm eine große Beruhigung dafür gewesen sei, daß sich alles in Ordnung befinde. Was die abgegebene Erklärung bei dem Registerrichter über die erfolgte Einzahlung anlange, so könne ihn hierbei allenfalls der Wurf treffen, daß er unwissentlich fahrlässig gehandelt habe.- Aber man müsse berücksichtigen, daß die Erklärung erst ein viertel oder ein halbes Jahr nach erfolgter Einzahlung ftattfinben sollte, daß also inzwischen über die eingegangenen Gelder verfügt war und daher eine Nachfrage oder Prüfung, ob die Gelder wirklich eingegangen finty irgendwelchen Anhalt gar nicht hätte dafür geben können, daß die Gebrüder Böing die Einzahlung nicht geleistet hatten. Uebrigens habe L. O. Böing das größte Vertrauert des Aufsichtsrats genossen, und dies mußte ihm entgegengebracht werden, da nichts gegen ihn vorgebracht wurde und äuch nicht werden konnte und da überdies die Generalversammlung ihm ein Vertrauensvotum ausgesprochen habe. Wie konnte da der Aufsichtsrat am Tage nach der Generalversammlung durd) eine Prüfung Herrn L. O. Böing ein Mißtrauen entgegenbringen? Außerdem besitze er fünf Urkunden, zum Teil von Beamten der Gesellschaft herrührend, aus denen er entnehmen mußte, daß die Zahlungen wirklich geleistet sind. Redner kommt dann auf die Angaben des! Berichtes über seine Bezüge zu sprechen und erklärt, daß er für feine Arbeiten bei Gründung ic. einmal drei Aktien, später 27 Aktien ohne sein Zuthun von Herrn Böing erhalten habe. Er habe diese angenommen, vorbehaltlich späteren definitiver Abrechnung. Diese fei dann von Jahr zu Jahr verschoben worden und schließlich sei er mit Böing darüber auseinander gekommen. Redner wies daher die Angaben über seine Bezüge als kleinliche Anschuldigungen zurück, die lediglich erhoben seien, damit auch seiner Person etwas! angehängt werden solle. Christian ia, 15. August. Dem „Morgenbladet" zufolge schloß heute die Norwegische Hypothekenbank eine 3 einhalb prozentige Anleihe im Betrage von 8 Mill. Kronen mit einem ausländischen Bankkonsortium ab, das aus dem Kredit Lyonais Paris, L. Behrens Söhne Hamburg, der däuischeu Landmannsbank Kopenhagen, und der Stockholmer Entkildabank Stockholm besteht. Mteratur, Wissenschaft und Kunff Prof Dr. H- Schiller: Aufsätze über die Schulreform 1900. 1. Heft: Die Berechtigungsfrage. Wiesbaden, Nemnich. — Der weit über die Grenzen unseres engeren Vaterlandes, namentlich in pädagogischen Kreisen wnb neuerdings durch seine „Weltgeschichte" auch als Historiker wohlbekannte und wegen seines Konfliktes mit der hessischen Regierung allenthalben viel genannte frühere Eeßener Universitätsprofessor und Gymnasialdirektor ge- Denkt von seinem Standpunkt aus die neue Schulreform in drei Heften einer eingehenden Kritik zu unterziehen; ivaS vorliegende Heft giebt davon gleich eine verheißungsvolle und bedeutsame Probe, bedeutsam schon durch den Gegenstand, dem sie gewidmet ist. Schon viele einsichtsvolle Pädagogen vor und mit ihm haben das Berechtigungs- wesen als einen der Hauptkrebsschädeu am Leibe der deut- icheii Schulen bezeichnet. Wenige werden es so überzeugend oethau haben wie Schiller. Er weist an der Hand der ge- ichichtlichen Entwickelung des preußischen Schulwesens nach, wie sich das Berechtigungswesen aus einem kleinen Keim heraus entfaltet hat, wie das Latein, das in den alten Lateinschulen aus reinen Nützlichkeitsrücksichteu gelehrt, in ba3 humanistische Gymnasium übernommen, schließlich auch den neu gegründeten Realschulen aufoktroyiert wurde, und zwar mehr des Prinzips als des inneren Wertes wegen. Damit traten diese als Realgymnasien, in denen Schilber .eine verhängnisvolle Zwitterbildung sieht, in den Wettbewerb mit oer alten Lateinschule ein, und das Bürgertum war einer seinen Zwecken entsprechenden Schulart beraubt- Die daun au ihre Stelle getretene neue höhere Bürgerschule ohne Latein konnte sich, da sie von dem Berechtig- ungssegen ausgeschlossen war, nur langsam entwickeln. „So :tjaben", sagt Schiller (S. 18), „die preußischen Ministerien feie natürliche Entwicklung gehemmt und das höhere Bil- -dungswesen in künstliche und falsche Bahnen gedrängt." In den Ergebnissen der jüngsten Schulkonferenz sieht Schiller auch feine befriedigende Lösung der Frage: die Oberrealschulen, deren Abiturienten nur einige Gebiete der .philosophischen Fakiiltät geöffnet sind, stehen wieder vor >er Frage ihrer Existenz und müssen nun den Kampf erst recht fortführen. „Ruhe kann in das höhere Schulwesen 'so lange nicht einkehren, als die unselige Berechtigungs- ‘ frage nicht beseitigt ist, Gs giebt nur einen Weg, um hier ■\u helfen. Man wird zunächst den Zutritt zu den Univer- ’itäten und technischen Hochschulen allen drei höheren Schul- gattungeu freigeben müssen. Dem einzelnen bleibt es überlassen, für feine künftige Berufsbildung, über die er sich durch die Staatsprüfung auszuweisen hat, die Ergänzungen zu verfdiaffen, die er notwendig hat." „Dem einzelnen bleibt es überlassen", damit scheint das Ei des Kolumbus gefunden zu sein: es bleibt thatsächlich Jein anderer Weg auf die Tauer übrig, ja, wer nicht in Standes- und Bil- dungsoorurteilen befangen ist, muß sagen: es ist der einzig mögliche Weg. Tas gan.ze Berechtigungswesen kann man vergleichen mit einer Schraube, die der 1 m gewinnt ahn . m den Einback l. Buppersch Den li Schwadron. Tit e blaß aussahen, befahl der Oberst,1 nfe, bie andern r/en sich stellte, i Befehl laut hören. Staats» f bet Schwadron. »jeuge Buppersch:1 anschlagt. Die 30. Wanderve r sammln iig des Deutschen Phokographen-Vereius, die zugleich mit dem 25 jährigen Stiftungsfeste des Vereins verbunden ist, hat, wie man un s aus Weimar schreibt, am 13. d. M. in Weimar ihren Anfang genommen. In Anwesenheit der Ehrengäste und zahlreicher Teilnehmer wurden dem Verein und dessen Gründer, dem Vorsitzenden, Herrn Karl Schwier, seitens der Großh. Staatsregierung, der Stadtverwaltung, zahlreicher Korporationen, Vereine usw. mannigfache Ehrungen zu teil. Tie mit der Wanderversammlung verbundene Ausstellung dürste für die Frage der Neuschaffung eines photographischen Schutzgesetzes nicht ohne Einfluß fein. Ter 31. Kongreß für Innere Mission soll dieses Jahr in Eisenach Dom 23. bis 26. September abge- halteu werben. Tas Programm ist folgendes: 23. September: Eröffnungs-Gottesdienst in der Georgenkirche abends 6 'Uhr (D. Förtsch aus Millingen). — 24. September, Dorrn. 9 Uhr: „Luthers Stellung zu den sittlichen und sozialen Nöten feiner Zeit und ihre Dorbildliche Bedeutung für die eoangelische Kirche". (Professor T. Seeberg). — Nachm. 4 Uhr FestDersammlung auf der Wartburg. „Tie Lutherbibel und das deutsche Volk". (Senior T. Behrmann- Hamburg.) — Abend 8 einhalb Uhr öffentliche Abend-Versammlung: „Bilder aus der Inneren Mission m Thüringen". — 25. September: Spezial-Konferenzen. „Tre Seelsorge an den Gefangenen". (Tw. D. Koblinski.) „Tas Bürgerliche Gesetzbuch und die Innere Mission". (Tr. Stammler-Halle a. S.) „Neue Wege der weiblichen Diakonie." (Missionsinspektor A. Schreiber-Bremen.) „Die Aufgabe der christlichen Gemeinschaften gegenüber der Kirche und ihrer Inneren Mission." (Superintendent Streetz.) — Öffentliche Abendversammlung um 8 Uhr mit Ansprachen über unsere Aufgaben gegenüber a) den Seeleuten, b) den Kellnern und c) den Dienstboten. — 26. September: Zweite HauptDersammlung Dormittags 10 Uhr. „Tie Freiheit der Kun st'. (Prof. Tr. Karl Kinzel.) — Sckilußgottesdienst in der Georgenkirche nachmittags 4 Uhr. (Generalsuper- intenbent Lohr.) — Die Verhandlungen über bie „Freiheit der Kunst' und über die „neuen Wege" im Diakonissen- wege können lebhaftestes Interesse beanspruchen. T i e A u e r s ch e O s m i ii Ni l a m p e. Von der Osmium- qlühlampe hat die Oeffentlichkeit seit längerem nichts gehört Daß mau es nicht mit einer der zahlreichen tedy= Nischen Eintagsfliegen zu thuii hat, die nach dem ersten geräuschvollen Auftreten schnell in Vergessenheit geraten, tonnte allerdings oon Dornhereiii angenommen werden, denn der Name Auers, des Erfinders, bürgt schon für die Ernsthaftigkeit. In der That ist m der Zwischenzeit ruhig und sorgfältig an der Ausbildung der Lampe weiter gearbeitet, und die Vorbereitungen zur gewerblichen Benutzung scheinen auch noch nicht ganz abgeschlossen zu fern. Ter jetzige Zustand der Lampe läßt aber mit Sicherheit erwarten, daß bie barauf gesetzten Hoffnungen in Erfüllung gehen werden, daß sie eine elektrische Glühlampe Don genügenb langer Tauer bei gleichmäßig niedrigem Watt- Derbraud} werden wird. Tie frühere Angabe eines Verbrauches Don nur 1 einhalb Watt für die Kerze, gegen 3 Watt bei der gewöhnlichen Kohlefadenglühlampe, soll sich betätigen. Die meisten Schwierigkeiten soll der schon früher gekennzeichnete Uebelstand bereiten, daß das Os- W her , .«»betcn i*be"b I C» wei, , Melnschaiu7 yhau 1 ««h U ta*™ Ntez ■ ,Ud) w ’lbxf. "S L n einmal wieder ) 3 an das Spind ! öt« mit gutem l^ten Eides £ m- dafl Sie Ihrr XW- Was ich 1 Ar über de° Zewitz, Sie habin vas Sie wissen? Wt versichern ,eT! Sie auf und Zeugin (sich et- :Hickel und Eisenberg. Letzterer ist jetzt in Berlin. Einige andere hatten dunkle Bärte. Marten hatte einen kleinen Anflug. Staatsanw. Meyer: In der ersten Instanz haben Sie ausgesagt. Sie hielten den Marten zur Begehung einer solchen That für fähig wegen seines großen Jähzorns. Zeuge: Tas* habe ich nicht ausgesagt Staats auw.: Nun, halten Sie ihn. so frage ich jetzt, für fähig, daß er im Jähzorn plötzlich jemand töten kann? Z e u g e schweigt Derlegen. Staatsanw.: Nun, wenn Sie iiicht wollen, so brauchen Sie nidjt zu antworten. Ist Reinisd) wegen Totschlags oder wegen Körperoerletzung bestraft wor den? Buppersch: Ich glaube wegen Körper Der letzung. Ver teibiger Horn: Ist es richtig, daß Rittmeister D. Krosigk Jhneii und Hickel öfter im Mauöoer jedem eine Flasche Wein gegeben hat? Zeuge: Jawohl, öfters gab Rittmeister v Srrofigf Wein an den Biwackabenden. Präs.: Wir werben oom alten Marten noch hören, daß Herr D. Krosigk ihn öfter an patriotischen Tagen zu einem Glase Wein eiu- getaben l>at. Haben Sie auch mandpnal mit bem Ritt meister Wein getrunken? Zeuge: Nein, aber Bier. Präs.: Tas heißt also wohl, daß der Rittmeister zwar einerseits streng war, sich aber andererseits den Leuten gegenüber auch wieder wohlwollend zeigte. Zeuge: Jawohl. Präs.: Haben Sie für den Rittmeister auch das Hochzeitsgeschenk oesselben für Hickel ausgesucht? Zeuge: Ja, es war ein Oelbild im Werte von 20 Mark. (Fortsetzung im 2. Blatt.) Politische Tagesschau. Zu der Frage „Ausländer auf deutschen Hochschulen" wird in der „Post" folgendes beachtenswerte Material herbei geb racktt: „Ein weiteres Erfordernis für die Zulassung ausländischer Studenten ist der Nachweis einer unseren Anforderungen entsprechenden Vorbildung. Man weiß allgemein, daß auf diesem Gebiete noch schwere Mängel zu beseitigen sind. Ein großer Prozentsatz unserer sirudentischen Gäste hat eine absolut unzureichende Bildung, und wenn er trotzdem zum Studium zugelasseu wird, während ein Inländer abgelehnt würde, so bedeutet bas eine Schäbigung unserer eigenen Bevölkerung. Es wird sogar in eingeweihten Kreisen mit der Möglichkeit gerechnet, daß nicht alle Zeugnisse echt sind. Tie Jünger der alma mater kommen oft aus weiter Ferne und ihre Muttersprache zählt nickst immer zu den internationalen Verkehrssprachen, deren Kenntnis man bei den Hochschulbehörden ooraussetzen könnte. Um so schwieriger ist also die Prüfung der Zeugnisse und um so leichter eine Irreführung durch unrichtige Ausweispapiere. Es wäre deshalb immerhin zu erwägen, ob nicht in Zukunft eine bestimmte, lang ausgedehnte Meldefrist vorzusehen ist, innerhalb deren bie eingerekchteu Zeugnisse durch die Organe unseres aus- roärtigeu Dienstes geprüft werden. Jedenfalls dürfte es sich empfehlen, burd> Stichproben nachzuprüfen, ob die, wie gesagt, in eingeweihten Kreisen herrschende Meinung eine gewisse Berechtigung hat. Sollte sie in der That eine Bestätigung finden, so wäre natürlich die sofortige Verfügung der Kontrollmaßregeln unerläßlich." Man schreibt uns aus Berlin, 15. August: Ter Bau von Kanonenbooten hat schon manche Wandlungen erfahren. Eine Zeit hindurch hieß es sogar, Die Marineleitung werde diesen Schisfstyp ganz aufgeben und dafür kleine Kreuzer bauen. Tie Vermutung war, wie )as Flotteugesetz erwies, unbegründet. An geeigneter Stelle sind diese kleinen, flachgehenden, gut armierten Boote von bedeutendem Nutzen, und als solck-e Stellen sind besonders Die chinesische Küste und die großen chinesischen Ströme zu nennen. Tas Kanonenboot „Iltis" war es be- (anutlid), das in der Seeschlacht vor Taku die deutsche Flagge zum Siege führte. Außer dem „Iltis" liegen und verbleiben noch drei moderne Schiffe der gleichen Gattung auf der vstasiatischen Station. Eine Verbesserung m der Konstruktion der Kanonenboote hat sich indessen auf gründ der im chinesischen Kriege gewonnenen Erfahrungen als erforderlich erwiesen: die V e r g r ö ß e r u n g d e r Kohlen- lunfer um die Hälfte des jetzt dafür vorgesehenen Sck)ifss- aume^, wodurch der Aktionsradius der Boote bedeutend rtoeitert ivird. Tas in Tanzig der Fertigstellung ent- qesengeljenbe Kanonenboot „Panther" wird diese Neuerung bereits aufweisen, die naturgemäß auch den Gefechtswert i-Des Fahrzeuges entsprechend erhölst. 7 Meter. 5616 Kaffee Thee Krenzplatz 5 Lindenplatz 5 Antwerpen nach 5642 und 5633 wozu höflichst einladet 03199 5627 von Am 18. nnb 19. August 5630 •8176 39 ® ev * 8d: B Zuckerwaren Biskuits 'ob 24 Pfg ob 48 , Chotolade Cacao 2 Kilogramm I. Kd. Vrlte, Ktrch-GönS . L. Schmidt, Gr.-Ltnden . L. Steinmüller, Gr -Linden W. Weitzel v. Lang GönS Hausfrauen kaufet Kaffee nur in Ab 3 Uhr: Grosse Tombola mit hübschen Gewinnen künstlerischer Natur Abends: Tanz im Spielhause, Mn tüchtiger Kontorist mit guten Zeugnissen für ein hiesiger Engros-Geschäst per 16. Oktober d. I. gef. Schriftl. Off, sub. 03208 a. d. Exp.d.sBl. mehrere hundert Reste Kleiderstoffe von 1 Seidenstoffe für Kleider und Blousen, Waschstoffe, Damen-Vmhänge und Jackette werden zu überraschend billigen Preisen verkauft. 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Alter Baulehm (zur Bodenoerbefferung geeignet) kann vom Schloß auf dtm Brandplatz zu Gießen (frühere Universtlütskanzlei) währmd der> kommenden Woche gegen sofortige bare Zahlung von 60 Pfg. pro cbm, auf dem Wagen aurgemeffen, abgefahren werden. Die Bezahlung hat an Bauaufseheraspirant Grünig auf der Baustelle zu erfolgen. Gießen, den 16. Aug. 1901. Großh. Hochbauamt. 3.23.: Becker. 5644 für ben Anzeigenteil: HanS Beck. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei sPietsch Erben! in Gießen Karl Dorfeld Prima Sichln gier in %0 fiter. — Satt Sprifta ______________Ätdimeutömufir. Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Garteustraste L Klugetzot der Nrdeitnehmerr 1 Scklosier. 1 Schuhmacher, 1 Tapezier, i HauSbursche, 1 Näherin oder Flickerin, 1 Schreibgehilfe, 1 Dienstmädchen, 1 Kindermädchen. Lehrlinge r 1 Sattler. Slachfrage der Arbeitgeber r 1 Metzger, 1 Wagner, 2 Schuhmacher, 6 bis 8 Arbeiter, 3 Dienstmädchen. Lehrlinge r 2 Buchbinder, 1 Glaser, 2 Schlaffer, 2 Schneider, L Schreiner. (4 Pfund) Schwarzbrod bet: 42 H Karl Post von Wieseck . 44 H 44 , W.Stetnmüller o.Lang-Göns 44 , Kauft Kießener ÄiskNpIllvN ausgeführt von der Kapelle des Infanterie-Regimen ts Kaiser Wilyetm ll. Yr. 116 unter persönlicher Leitung der Herrn Musikdirektor Krauße. Ludwig Bierau III., Friedrich Weiurich V. „Zum Schwa«««" _____„Zur Xfoube". Beim M- nnü Berkus von Villen, Wohl»- und «e« schLftShüusern, Ootels,Reftau. rautb, Bauplätze« u. s. w., so. toie Wohaupgs- Nachweis em« vsichlt sich 5226 Heinrich Wallach _______Nlsmarckstraße 14. Landwirtschaftliches Versuchsfeld. Montag den 19. Ang. I. Js., nachmitt. 5 Uhr, sollen in der Hofraite des Herrn Oekonomen Carl Euler, Hammstraße 5 dahier, 10 bis 12 Zentner ausgedroschener Sommerweizen obigen Versuchsfeldes gegen Barzahlung an den Meistbietenden öffentlich versteigert werden. Gießen, den 17. Aug. 1901. Großh. Universität- Rentamt. Weimer. 5632 Der hiesigen Bäcker. 1 Kg. (2 Ptd.) Tafelbrod 28 Pfg l «g. l2Pfd.)Schm L Kg. (4 Pfd.) Tafelbrod 56 , 2 Kg. (4Pfd.)Schw< 1 Kg. (2 Pfd.) Weißbrod 26 , 8 Kg. (6Pfd.)Schw. 2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod 52 , Der auswärtigen Bäcker. 1 Kilogramm (2 Vlund) Weißbrod bei L. Schmidt, Gr.-Ltnden . 24 W. Weitzel von Lang-GönS 24 H W. Stetnmüller, Lang GönS 24 , C. Post von Wieseck . . 26 , Frankfurter Zeitung Kleine presse Annahme von ASonuements und Annoncen bet der Agentnr H. Wallach, BiSmarckstraße l4. Sjx Die Vorzüge der Westdeutschen Knndekuchen- und WnX Hestügetfutter-Aavrtkale .MWs sind: A.W größter Nährwert, leichteste Verdaulichkeit. Haupt-Niederlage für Gießen und Umgegend bei Herrn Ad. Geisse, Gießen. Proben, Preislisten daselbst umsonst. Künstler-Kolonie Darmstadt. Sonntag den 18. August 1901 5 grosse Konzerte des neuen Philharmonischen Orchesters aus Wien und der Kapelle des ”* Grossh. Leibgarde Infanterie-Regiments Nr. 115. Auskunft ertheilen! Red Star jime tu Autroer-n, Ioh. 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August, jedesmal vormittags 9 Uhr beginnend, soll das GrummetgraS von den städtischen Wiesen, von dem Friedhof, von den Anlagen vor dem Friedhof und von den Wteseckböschungen meistbietend versteigert werden und zwar: Montag deu 26. August a) an Ort und Stelle von den Wiesen vor der Neustadt, von den Wiesrckböschungen, sowie von einem Gras« und Kleestück auf dem Selteröberg, b) amNeuenrvegerthor von den Wiesen im Heegstrauch, c) an Ort und Stelle vom Friedhof (Abteilung 1—8), von den Anlagen vor dem Friedhof und von den Wiesen im Rußland, d) im Philosophenwald nachmittags 2 Uhr, von den Wiesen im Fürstenbrunnen, im Wieseckthal, von zwei Hospital- wiesen und von zwei Pfarreiwiesen in der Gemarkung Wieseck, sowie um 4% Uhr von ca. 16 Morgen Wiesen in der Schwarzlach; DieuStag deu S7. August e) von den Ochfenwiefen, einer Hospitalwiefe, von den Wiesen im Stolzenmorgen, am Utersbrmmen und Altentisch, f) nachmittag« 2 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Rödgen, g) nachmittags Va3 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Alten-Buseck, h) nachmittags 3 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung GroßeN'Buseck. Die Zusammenkunft ist am 26. August am Neustädtertbor und am 27. August in den Ochsenwiesen. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, Vorstehendes in ihren Gemeinden b;tan«t machen zu lassen. Gießen, am 17. August 1901. 5653 Großherzogliche Bürgermeisterei ®tefjen. ______ Mecum. A verpachten, ö » W Morgen, an der Mar. burgerstraße, Martin Schwall, Bildhauer, Grünbergerstraße 18. Fabrik sucht Abnehmer,a- von Damenftoffe*. Off. mit Referenzen unter R 8 5589 an die Expedition diese« Blatte« erbeten. Vollst. Kenntnis der engl., franz, u. italien. 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In btt Mn Sw gtfun verlo Der S feinen ilnsp Siel' Seitden fenausschuß daß die Boi nächste Pari würde dadu Gegner der ünderuna d gegenge/'e-te fyrt, tvie tm abgegeben, b ine völlige 2 Handels, ange denkt, ist nich selbst geheime lichkeit überg Herr Mo an den Ber nommen, sor Und auch bi Zwecken den glaubt an dc haben die A deren frühen auf bie Zenbei den Einfluß ( möglich, daß 1 nicht in dem Handelsherrei der Handelsn gen Monat Zeitung ben lediglich das scheu Schuh? Kurzum, die Regierunj Mit Sicherhe daß die Keg Börsengegner, schäfte sei er, fiirmmete, au des Zermintfai Tenn der Rei> 'Hung ist für dem Verlanget dürfte ichwer wttens des % über die Einr 'E - das w daß an den i den Bankiers simdern der pit solchen § sich in das: bine durchs ( Klassen wird legen. Unter Gericht seine r, ^fe Zust ?°ben, sind ( daß alle ansi ^nwandes ei Ablage abe geändert o ^rung i «Lw niAt Lntzierung L^.dem" in /eö^cherh tvürd/t Lrch sofern f'llafte < besser o^UQ€l haaunCt>^en bor < ^entneu ' um di