Itrto 's 9 Uhr: umfang. ■ MWene«. Vorstand. urnvereius. en jungen Pariser, eld/er feine fferitn Zeptember d. tMU, MMlr ksion wenn mSg- lirofeffor ob. Lehrer. Nr. 4988 an die eS Blattes. -jlkchll!! en Ellern auf Reisen »raße 17, Part. rt auf Hypothek, el, Etuldschein, n, GtbW re., unter W. 100.-, ledingungen. Rück« rtter, «üraberg, rumenßraße 188. aie grsuadm. Mrchstraße lt SeW6iesseo D.&Oe.A-V. ’ DonnerM^ den ^abends 8^Uhr: ' Dtrtineatitti otfll Rum Andres. dttFeldberMr. 4— 4118 Erstes B' ^tt. Nr. 166 151. Jahrgang. Donnerstag 18. Jnli 1901 Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulftrahe 7. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Gießener Zamilien- hlütter werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Heff. Landwirt" und „Blätter für Hess. Volkskunde" viermal wöchentlich beigelegt. Annahme vonAnziigen ju der nachmittags für den folgenden Tag erscheinende« Nummer biS nenn. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. GietzenerAnzeiaer General-Anzeiger v ** Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen vezugsprels viertcljährk Mk. 2.20, monatl. 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestellen vierteljährl. Mk. 1.90, monatl. 65 Pfg. Bei Postbezug Vierteljahrs. Mk. 2.00 ohne Bestellgeld. All« Slnzcigrn-DermittlungS-, stellen drü Zn- und Auslandes nehmen Anzciqou für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis, lokal 12 Pfg., auöwärtS 20 Pfg. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FernsprcchanschliißNr.51. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Betr.: Die Ausführung des Gesetzes vom 1. Juli 1893, die polizeiliche Beaufsichtigung der Mietwohnungen und Schlaftstellen betr. Da in letzter Zeit die Bestimmungen rubr. Gesetzes seitens der Hauseigentümer, sowie Vermieter von Wohnungen und Schlafstellen öfters außer acht gelasien wurden, sehen wir uns veranlaßt, die nachstehenden Vorschriften wiederholt zur öffentlichen Kenntnis zu bringen. Wir empfehlen den genannten Personen, dieselben künftighin um so gewißer beobachten zu wollen, als sie sonst strenge Bestrafung zu gewärtigen haben. Das Formular, au besten Händen die Anzeigen zu erstatten find, wird auf unserem Meldebureau unentgeltlich verabreicht. Die hier in Betracht kommenden Vorschriften find im einzelnen folgende: 1. Derjenige, für. dessen Rechnung eine Wohnung erst, malig vermietet wird, öder dessen Vertreter ist verpflichtet, hiervon vor dem Einzuge des Mieter- der Ortspolizeibehörde Anzeige zu machen, wenn entweder a. die Mietwohnung (einschließlich der Küche und ausschließlich solcher Räume, die in Aftermiete gegeben oder von anderen Personen regelmäßig mitbenutzt werden) aus drei oder weniger Räumen besteht, oder b. Kellergeschosse oder nicht unterkellerte Räume, deren Fußboden nicht mindestens 0,25 Meter über Erde gelegen ist, oder c. unmittelbar unter Dach (ohne Zwischendecke) befind liche Räume zum Wohnen vermietet werden sollen. Die Anzeige muß Auskunft geben über a. den Eigentümer, sowie die Lage des Hauses nach Straße und Nummer, b. die Lage der Wohnung (ob im Haupt- oder Nebengebäude und in welchem Stockwerk), c. die Anzahl und Bestimmung der Räume, d. den Beruf des Mieters, sein Verhältnis zu den in seiner Hausgemeinschaft befindlichen Personen, sowie Namen und Alter derselben. Die Vermieter sogenannter möblierter Wohnungen find von dieser Anzeigepflicht befreit, wenn und solange der Miet preis für das Zimmer den Betrag von monatlich acht Mark überschreitet. ^^8 M 2. Der Ortspolizeibehörde ist ferner binnen einer Woche Anzeige zu machen, wenn in der Person des Vermieters oder Mieters einer Wohnung der unter 1 vorstehend bezeichneten Art eine Aenderung eintritt, oder wenn durch Verminderung der Zahl der Mieträume oder durch Aftervermietuug die Wohnung nachträglich anzeigepflichtig wird. Die Anzeigepfiicht trifft bei Aenderuugen in der Person des Vermieters den neuen Vermieter. Bei Aenderuugen in der Person des Mieters find zugleich die im vorigen Artikel unter d. vorgeschriebenen An. gaben zu machen 3. Wer dritten, nicht zu seiner Familie gehörigen Personen Schlafstellen, mit oder ohne Berechtigung zum Aufenthalt über Tag, vermietet, hat hiervon vor Beginn der Miet- beuutzung der Ortspolizeibehörde Anzeige zu machen. Die Anzeige muß Auskunft geben über a. Lage des Hauses nach Straße und Nummer, sowie über den Vermieter, b. Lage, Länge, Breite und Höhe der zu Schlafstellen bestimmten Räume, e. die Anzahl der in jedem einzelnen Raume vorhandenen Schlafstellen. Von jedem Wechsel in der Person des Vermieters der Schlafstellen hat der neue Vermieter der Polizeibehörde binnen einer Woche Anzeige zu machen. Der Wechsel in der Person des Mieters ist — im Unterschied gegen die unter 2 bezeichnete Vorschrift - nicht anzuzeigen. 4. Der Vermietung im Sinne dieses Gesetzes steht gleich jede Vergebung von Wohnräumen oder Schlafstellen gegen Entgelt. 5. Wer die Erstattung der vorgeschriebenen Anzeigen unterläßt, oder in denselben wissentlich unrichtige Angaben macht, wird mit Geldstrafe bis zu 30 Mk. bestraft. Gießen, den 28. Juni 1901. Großherzvgliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung Betr.: Borträge über Obstbau. Herr Kreis-Obstbautechniker Metternich beabsichtigt, die nachstehend verzeichneten Orte des Kreises Gießen zur Abhaltung von Vorträgen über Obstbau, verbunden mit praktischen Unterweisungen an Obstbäumen, zu besuchen: Samstag den 20. Juli in Stangenrod, nachmittags 3 Uhr praktische Unterweisung, abends 8 Uhr Vortrag; Sonntag den 21. Juli in Geilshausen, nachmittags 3 Uhr Vortrag; Montag den 22. Juli daselbst vormittags 8 Uhr praktische Unterweisung; nachmittags 3 Uhr desgleichen in Odeuhauseu, abends 8 Uhr daselbst Vortrag. Lebhafte Beteiligung der Mitglieder de- Oberhessischen Obstbauvereins und sonstiger Freunde des Obstbaues erwünscht. Gießen, den 16. Juli 1901. Der Vorsitzende »eS Vereinsbezirks Gießen des Oberhessischen Obstbauvereins. Dr. Heinrichs. Bekanntmachung. In dem Verfahren zur Anlegung des Grundbuchs für die Gemarkung Rödgen beginnt die Anmeldungsfrist mit dem 1. August und endigt mit dem 31. Oktober 1901. Die Vorschriften darüber, was seitens der Beteiligten während der Anmeldungsfrist zu geschehen hat, können auf der Amtsstube des Großh. Ortsgerichtsvorstehers zu Rödgen und aus dem Anschlag an der dortigen Ortstafel ersehen werden. Gießen, den 15. Juli 1901. Großherzogliches Amtsgericht. Ju China „alles in Ordnung". Die Wiener Politische Korrespondenz erklärte jüngst kategorisch die Besorgnisse über Entstehung neuer Wirren in China für grundlos. Briefe von Missionaren drücken sich minder zuversichtlich aus. Auch in Offizierskreisen wird, nach einer Pekinger Meldung, die Situation durchaus nicht als absolut ruhig und geklärt betrachtet. Unter dem „Strafgericht" haben die Kaiserin-Regentin und die ihr ergebenen Würdenträger wenig zu leiden gehabt; in Sanganfu, weitab von den Gefahren, ließ es sich ganz gut leben mit den reichen Mitteln, für deren prompte Bereitstellung die Vizekönige zu sorgen hatten. Die Kaiserin-Regentin hat, darüber kann kein Zweifel sein, das Heft in Händen. Der „Bogdochan", der junge Kaiser, den Rußland als den einzig legitimen Herrscher anerkannt wissen wollte, ist seit dem Abzug von Peking ein „Schattenkaiser" wie zuvor. Die verschiedenen Telegramme an europäische Herrscher, angebliche vom jungen Kaiser herrührend, eine Reihe fremdenfreundlicher Edikte, Reformbeshrebungen u. s. w. — das alles dürfte nichts weiter als ein Komödienspiel sein, wozu der willenlose Bogdochan sich hergeben muß, damit der Anschein erweckt wird, er besitze wieder die Macht und sei int stände, sein Wohlwollen für die Fremden zu bethätigen. Es ist bezeichnend, daß man auf chinesischer Seite jetzt, da der größte Teil der verbündeten Truppen sich aus dem „schrecklichen Lande" entfernt, ungeniert die Maske fallen läßt: Die Kaiserin-Regentin zeichnet die letzterschienenen Dekrete aller- höchstselbst. Diese energische, intriguante Frau, von der die fremdenfeindliche Bewegung unbestrittenermaßen ausgegangen ist, triumphiert am Ende der Geschichte; es ist gar keine Rede davon, ihr die Zügel der Regierung zu entwinden, obgleich diese Forderung oft genug von den Chinakennern aufgestellt wurde, weil sonst nicht die Gewähr gegeben sei gegen eine Wiederholung der Katastrophen. Man läßt seelenruhig den Dingen ihren Lauf. Entgegenkommen, Versöhnung, auf diese milden Töne ist dte Chinapolitik gestimmt. Wenn nur die Freundlichkeiten nicht als' Schwäche gedeutet werden. Eben jetzt ist wieder ein Wunsch der Chinesen bereitwillig erfüllt worden: Die Truppen aus den Palästen und Tempeln bis zum 15. August zurückzuziehen. Die Befehlshaber der verbündeten Truppen empfingen von den Gesandten entsprechende Weisungen. Es könnte so aussehen, daß der chinesische Hof ernstlich die R ü ck k e h r nach Peking betriebe und zu diesem Zweck die Paläste wieder in Stand setzen lassen will. Aber mit dieser Rückkehr 'des Hofes wird es sicher gute Wege haben, so lange die „Gesandtschaftswache" der Mächte in Peking bleibt. Das Ersuchen um Zurückziehung der Truppen aus den Palästen und Tempeln entspricht einfach der stolzen chinesischen Auffassung, daß durch den Aufenthalt der Fremden diese Gebäude „entweiht" werden. Die chinesische Regierung ist wieder obenauf. Auch damals, U)or den Ereignissen, die den Anlaß gaben zu der gemeinsamen Aktion der Mächte, sind die ersten Warnungen von Missionären ausgegangen. Wenn wieder aus diesen Kreisen geschrieben ist, man habe das Gefühl von neuem kommenden Unheil, wenn die Militärs dem Frieden nicht trauen, so beanspruchen solche Stimmen Beachtung, trotz der Autorität der „Wiener Pol. Korresp.", daß Pie Besorgnis grundlos sei. Politische Tagesschau. Aus Berlin, 15. Juli, wird uns geschrieben: Die Aeußerung des preußischen Eisenbahnministers von Thielen bei dem Festmahl der Rheinstrombauverwaltung: „Er werde Gelegenheit haben, seinen Standpunkt zur Wasser st raßenf rage in der nächsten Landtagssession wie bisher zu vertreten", ist von verschiedenen Zeitungen als eine bestimmte Ankündigung der Wiederkehr der Kanalvorlage aufgefaßt worden. Von konservativer Seite macht man demgegenüber darauf aufmerksam, daß ein Beschluß des preußischen Staatsministeriums über die im Landtage einzubringenden Vorlagen erst später erfolge. Der Minister hat nur sagen wollen, daß er trotz der ablehnenden Haltung des Landtags noch immer ein Kanalfreund sei, und dies auch im Parlament ungescheut bekennen werde. Diese Auffassung wird als zutreffend gelten können. Kürzlich verlautete, die nächste preußische Landtagssession solle nur mit dem Allerdringlichsten beschäftigt werden. Hierzu wird die Kanalvorlage nicht gerechnet. Nicht nur, daß die offi- ztöse Presse über die Vorteile der Wasserstraßen garnichts, mehr sagt, es ruhen auch zurzeit die Arbeiten, die zur Ergänzung des amtlichen Materials, zur Befriedigung der wißbegierigen Fragen der Kanal-Opposition begonnen und noch nicht vollendet waren. Rüstete sich- die preußische Regierung zu einem neuen Kanalkampf, so würde schon, jetzt der Tag genutzt werden. Graf Bülow soll, wie man. wissen will, mindestens die Hinausschiebung der großen? Kanalprojekte, Mittelland- und Dortmund-Rhein-wanak, für zweckmäßig halten, um das volle parlamentarische Interesse dem Zolltarifentwurf zu reservieren. Da die Wasserstraßenpläne nach wiederholter Versicherung der Regierung ein „untrennbares Ganze" bilden, so werden wohl auch die kleinen Projekte dieser Art noch liegen bkeiben. Wie offiziös aus Paris verlautet, sind die portugiesische und die französische Regierung bezüglich der Regelung der portugiesischen Schuld zu einem Einvernehmen gelangt. Diese Meldung wird die zahlreichen deutschen Gläubiger des Pyrenäenstaats interessieren, aber kaum erfreuen. Denn von irgendwelchen Bestrebungen der Lissaboner Re^ gierung, den so lange vernachlässigten Verpflichtungen auch den Anderen gegenüber nachzukommen, die ihr einst vertrauensvoll Millionen darliehen, verlautet nichts. Richtig ist ja, daß Frankreich noch weit mehr portugiesische Papiere ausgenommen hat, als Deutschland, also ein gewisses Recht besitzt, in der Schuldenregulierungsfrage zuerst berücksichtigt zu werden. Doch Portugal darf seine anderen Gläu-i biger deshalb nicht ohne weiteres „absägen". Tas liberale Kabinett de Castro hatte sich um die Angelegenheit der äußeren Schuld überhaupt nicht gekümmert; das zurzeit die Staatsgeschäfte führende konservative Ministerium scheint mehr Pflichtgefühl zu besitzen. Vielleicht hat eine diplomatische Vorstellung von Berlin aus jetzt Erfolg. England ist dem Besitzer der Delagoabai für die im Burenkriege geleisteten Dienste den klingenden Lohn sicherlich nicht schuldig geblieben, wie denn die kürzlich erfolgte kostspielige Meerfahrt des portugiesischen Königs wohl ebenfalls den Schluß gestattet, daß es um die Finanzlage Por- tugals nicht gar so schlecht bestellt ist Aus Stadt und Land. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist IlUt? unter genauer Quellenangabe: „Gietz. Ärrz.* gestattet.) e* Das Großherzogliche Regierungsblatt, Nr. 48, ausgegeben am 11. Jnli 1901 veröffentlicht eine Bekanntmachung, die Veranlagung der direkten Staatsfteuern betreffend. Die direkten Staatssteuern int Großherzogtum Hessen mit Aus« nähme der von dem Kondominat Kürnbach zu zahlenden ständigen Steuern von 186 Mark für das Jahr 1901/02 sind insgesamt mit dem Betrag von 10 309 531 Mk. 05 Pfg. veranlagt worden. Dieser verteilt sich auf die beiden ©teuer« orten und die einzelnen Steuerkommissariatsbezirke folgendermaßen: Es entfallen a) an Vermögenssteuer b) an Einkommensteuer auf Alsfeld a. 36 347 85, b. 85 770, zusammen 122 117 85. Alzey a. 57 406 25, b. 130 289 50, zus. 187 695 75. Beerfelden a. 22 828 85, b. 57 286, zus. 80 094 85. Bingen a. 93 492 30, b. 245 117 50, zus. 338 609 80. Büdingen a. 41 719 70, b. 80 199 50, zus. 121 919 20. Butzbach a. 38 803 05, b. 74 253, zus. 113 056 05. Darmstadt I a. 269 256 90, b. 1 283 626 50, zus. 1 552 883 40. Darmstadt II a. 41 606 95, b. 111 793 50, zus. 153 400 45. Dieburg a. 39 030 75, b. 93 745, zus. 132 775 75. Friedberg a. 125 394 50, b. 334 508 50, zus. 459 903. Fürth a. 28 619 25, b. 60 974 50, zus. 89 593 75. Gießen a. 98 312 50, b. 434 993 50, zus. 533 306. Groß-Gerau a. 55 309 65, b. 188 923 50, zus. 244 233 15. Grünberg a. 30 548 65, b. 57 620, zus. 88 168 65. Heppenheim a. 36 641, b. 135 413 50, zusammen 172 054 50. Höchst a. 27 448 30, b. 48 731, zus. 76 179 30. Homberg a. 21 439 55, b. 28 828, zus. 50 267 55. Hungen a. 55 168 30, b. 75 939, zus. 131 107 30. Langen a. 26 596 35, b. 103 914 50, zus. 130 510 85. Lauterbach a. 43 877 90, b. 80 024 50, zus. 123 902 40. Mainz I a. 260 553 15, b. 1 683 427 50, zus. 1 943 980 65. Mainz II a 44 113 30, b. 115 883, zus. 159 996 30. Michelstadt a. 38 842 10, b. 73 916 50, zus. 112 758 60. Nidda a. 40 111 50, b. 83 843, zus. 123 954 50. Ober-Ingelheim a. 56 338 70, b. 164 369, zus. 220 707 70. Offenbach a. 141 597 50, b. 926 908 50, zus. 1 068 506. Oppenheim a. 64 585 40, b. 140 818 50, zus. 205 403 90. Osthofen a. 57 143 90, b. 132 003 50, zus. 189 147 40. Schotten a. 16 805 80, b. 32 9’6 50, zus. 49 732 30. Seligenstadt a. 30 838 50, b. 109 196 50, zus. 140 935. Wörrstadt a. 50 783 15, b. 93 314, zus. 144 097 15. Worms 150 863 35, b. 647 430 50 798 293 85. Zwingenberg a. 65 143 65, b. 186 094 50, zus 251 238 15. ** Personal-Nachrichten. Der Großherzog hat dem evangelischen Pfarrer Friedrich August Röschen in Winnerod aus Anlaß des 50jährigen DtenstsubtlaumÄ das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Der Großherzog hat dem Pfarrer und Dekanstellvertreter Georg Bayer zu Kelsterbach die evangelische Pfarrstelle zu Dorn he im, Dekanat Groß-Gerau, dem Pfarrer Johannes G u y o t zu Dortelweil die neu errichtete evangelische Pfarrstelle zu Heppenheim, Dekanat Zwingenberg, dem Pfarrassistenten Otto Ausfeld zu Bensheim, Dekanat Zwingenberg, die neu errichtete zweite evangelische Pfarrstelle daselbst, dem Pfarrverwalterr Albrecht Hartmann zu Hainchen, Dekanat Büdingen, die evangelische Pfarrstelle daselbst übertragen und den von Sämtlichen Riedesel Freiherren zu Eisenbach auf die evangelische Pfarrstelle zu Nieder-Moos, Dekanat Lauterbach, präsentierten Pfarrverwalter Friedrich Schultheis daselbst für diese Stelle bestätigt. Der? Großherzog hat ferner Franz Zimander aus Petersdorf, Martin Jung aus Wölfersheim, Gustav Adolf Schmidt aus Eiserfeld, Albert Kunz aus Allendorf am den achtziger Die Zahl der Aerzte i» Deutschland. Die Zahl der Aerzte hat in Deutschland in den letzten zehn Jahren ungemein stark zugenommen. Sie betrug 1876 13 728 gleich 3,2 auf 10000 Einwohner, 1887 15 824 gleich 3,3, 1898 24 725 gleich 4,4, 1900 27 374 gleich 5,1. Bis zum Jahre 1887 hielt sich die Aerzte-Mehrproduktion in Deutschland in engen Grenzen und übertraf nur wenig die Bevölkerungszunahme, die Zunahme bis 1900 dagegen ist eine riesige und plötzliche. Die Aufnahme des Reichsgesundheitsamts vom Jahre 1898 unterschied allopathische und homöopathische Zivilärzte, Aerzte, die nur in Anstalten beschäftigt sind, aktive Militärärzte und Marineärzte überhaupt und die von diesen zur Zivilpraxis angemeldeten. Außer den approbierten Aerzten gab es früher fast in allen deutschen Staaten Wundärzte, in Bayern auch Landärzte. In Preußen wurde die wundärztliche Prüfung schon 1852 beseitigt, so daß hier die Wundärzte nahezu ausgestorben sind. Bei der Zählung der Aerzte am 1. April 1898 wurde auch die Zahl der homöopathischen Aerzte in Deutschland erhoben, da dies 'N Hinsicht auf das ständige Verlangen der Ho- möopathie nach einem eigenen Lehrstuhl von Wert wär. Ihre Zahl ist sehr gering; sie betrug 240. Die meisten kommen auf die größeren Städte, nur 19 praktizierten in Gemeinden unter 5000 Einwohnern. In Deutschland beschäftigt sich außer den approbierten Aerzten eine große überhaupt auf 10,000 Einwohner tädten zu gute. _ c ri .r , Nicht nur zwischen Stadt und Land, auchl zwischen großen und kleinen Städten ist der Unterschied sehr beträchtlich. Es ist begreiflich«, daß die Zahl der Aerzte in den Städten größer sein muß, da schon dre gerrngere Entfernung vom Arzte eine intensivere Inanspruchnahme bedingt. Aber auch abgesehen hiervon ist an vielen Orten die Indolenz der Landbevölkerung gegen Erkrankungen ganz unglaublich, die nur dann gebrochen wird, wenn heftige Schmerzen Linderung verlangen; so kommt es, daß auch bei wohlhabender Landbevölkerung eine große Anzahl Einwohner auf einen Arzt kommen muß- wenn er sein Auskommen finden soll. Gegenüber dem Zusammendrangett der Aerzte in den Städten ist die Behauptung aufgestellt worden, es wäre auf dem Lande noch Platz genug für Aerzte, wenn diese nur auf das Land hinaus wollten. Das Bst aber meist nicht richtig, vielmehr werden immer wieder Versuche zu Niederlassungen an Orten, wo bisher 'eine Aerzte wareü, gemacht. Sehr häufig finden hier aber die Aerzte kein solches Auskommen, das einen Ersatz für >ie beständige Anspannung, Verantwortlichkeit und, das tete Bereitsein bei Tag und Nacht böte; zudem ist an olchen Plätzen eine Erweiterung der Praxis nur selten möglich. In Oesterreich, das viel ungleichartigere Verhältnisse bietet, als Deutschland, ist durch die gesetzliche Einrichtung des Gemeinde-Sanitätsdienstes, wodurch den Gemeinden die Pflicht auferlegt wird, für ärztliche Hilfe zu orgen, eine gleichmäßigere Verteilung des Aerztepersonals erzielt worden. Nach der Ansicht des genannten Gewährsmannes güt die vielfach behauptete Ueberfüllung des Aerztestandes allerdings zweifellos für die Städte, wo die Aerzte sich zu- ammendrängen, da sie oft auf hem Lande nicht den tätigen Lebensunterhalt erwerben können. Eine Ausgleichung ist hier nur durch gesetzliche Einrichtungen möglich, wie das in Oesterreich geschehen ist. überhaupt auf 10,000 Einwohner Man sieht aus diesen Ziffern, daß in Jahren die erhebliche Zunahme der Aerzte in den Städten nicht dem Riesenwachslum derselben entsprach^ so daß die prozentuale Ziffer sofort zurückging. Ganz kolossal aber war die Zunahme seit 1887; sie kam vor allem den Groß- Geschäftsbericht des Vorstandes entnehmen wir, daß dem Verbände 81 Innungen mit 3084 Mitgliedern angehören. Ucber die Thätigkeit der Handwerkskammern und ihre Stellung zu den Jnnungsvsd:bänden referierte der Vorsitzende Jessel. Er beschwerte sich über die Konkurrenz der Handwerkskammern gegenüber den Innungen, indem ich dieselben mit Gründungen von Sterbekassen, Herausgabe von Lehrbriefen, Arbeitsverträgen befaßten. Diese Thätigteit sollte lediglich Aufgabe der Innungen und Verbände bleiben. Fauser (Weimar) plaidwrte dafür, daß die Kosten für die Handwerkskammern von den einzelnen Staaten getragen und nicht den Handwerkern auf- erleqt würden. Ueber die M e i st e r p r ü f u u g s o r d n u n g für das Glaserhandwerk berichtete Meier (Hamburg). Die Prüfung foll sich außer dem Meisterstück und den dazu gehörigen Zeichnungen und Kostenanschlägen auch auf Buch- und Rechnungsführung, die allgemeinen Grundsätze des Wechselrechts sowie vornehmlich, die gesetzlichen Vorschriften betr. das Gewerbewesen erstrecken. Nach längerer Debatte wurden die Vorschläge einstimmig angenommen. . Ueber einen Statutenentwurf einer Unterstützungskasse bei Aus- stäuden und Werkstattssperren für ganz Deutschland berichtete Türke (Leipzig). Wenn eine gütliche Einigung bei Ausständen und Werfftattssperren nicht herbei- zusiihren sei, dann müsse mit allen gesetzlichen Mitteln gegen dieselben angekämpft, und die betroffenen Handwerker aus der Kasse unterstützt werden. Der Vorstand empfahl, dem Baugewerksverbande nachzuahmen, und bei allen Ausständen sofort eine gedruckte Liste aller Ausständigen sämtlichen Innungen in Deutschland zuzusenden. Bis auf Widerruf dürfte dann keiner der Ausständigen eingestellt werden. Wenn die Arbeitnehmer sehen, daß ie nirgends Arbeit bekommen, dann würden Ausstände nicht so leicht enfftehen. Nach langer Debatte wurde der vorgelegte Entwurf einschließlich der vom Vorstände abgegebenen Erklärung angenommen. Ter Vorstand wird das Statut nochmals ausarbeiten. Die Glaserinnungen des Königreichs Sachsen beantragten, die Errichtung einer Un- -all-Berufs-Genossenschaft für das deutsche Gla- ergewerbe baldigst zum Abschlüsse zu bringen. Es wurde eine fünfgliedrige Kommission gewählt, welche sich mit der Sache beschäftigen soll. Ein Antrag, die Regelung der Submissionsbedingunben bei Staatsbauten betr., wurde dem im September in Gotha stattfindenden allgemeinen deutschen Jnnungs- und Handwerkertag zur Beschlußfassung Oberwiesen. Die Anträge Danzig und Frank- ürt a. M., daß Spiegelglasscheiben seitens der Glashütten und Händler an Nichtglaser nicht verkauft werden dürften, rief eine längere Debatte hervor. Sämtliche Redner sprachen ich entschieden für diese Anträge aus. W. Homburg v. d. H., 16. Juli. Die Kaiserin traf heute vormittag 11.50 Uhr mit dem Prinzen Eitel Friedrich hier ein. Sie wurde am Bahnhof von dem Prinzen Friedrich Karl von Hessen und dessen Gemahlin empfangen, und ühr unter dem Jubel des Spalier bildenden Publikums nach dem Königl. Schlosse. Nach! der dort stattfindenden Frühstückstafel begeben sich die Herrschaften 3.15 Uhr nach^- mittags nach Schloß Friedrichshof. Abends 8.15 Uhr reiste die Kaiserin in Begleitung des Prinzen Eitel Friedrichs mit Sonderzug nach! Wilhelmshöhe ab. Prinz Friedrich Karl von Hessen begleitete die Herrschaften zum Bahnhofe. In den Straßen, wie aus dem Bahnhofe Homburg hatten sich amtliche Kurgäste versammelt, welche die Kaiserin mit lautem Jubel begrüßten. Meine Mitteilungen aus Hessen und deu Nachbarstaaten. Vom Frankfurt-Münchener Schnellzuge erfaßt wurdd am Samstagabend auf Station Aschaffenburg der Rangiermeister Kaupp von dort, Vater dreier Kinder. Er wurde buchstäblich zermalmt. — In Saasen stürzte der mit Kirschenpflücken beschäftigte 20jährige Karl Starck so unglücklich vom Baume, daß er bewußtlos unten liegen blieb. Vorübergehende fanden den Bedauernswerten mit einer laffenden Kopfwunde und schafften ihn in die elterliche Wohnung, wo er nach, einigen Stunden verstarb. — Bezüglich einer Notiz aus Mannheim über eine Leich en - L ä n i> u n g teilt die „Butzb. Ztg." mit, daß der Soldat Müller mit der angeblich gelandeten Barbara Lutz in keiner Beziehung steht. Wohl hat Müller sich! an eine Mannheimer Zeitung gewandt um Nachricht, ob ein Mädchen L. L. Selbstmord versucht habe. Doch hieß die Betreffende weder Barbara Lutz, noch, war sie Dienstmädchen, vielmehr Direktrice und war auch nicht in Amlishagen O.-A. Gerabronn geboren. — Ein Liebespaar, Friedrich, Fuchs und Anna Ro do l p h, beide aus Göllheim, haben sich am Abend des 15. Juli zusammen in den Rhein bei Ludwigshafen ertränkt. Die Reiseeffekten der Unglücklichen sowie ein Zettel wurden am Ufer gefunden. — Wie uns Herr Lehrer Ro t h in Klein-Karben mitteilt, hat, entgegen unserer Notiz in Nr. 161, weder er bisher ein Versetzungsmandat nach Heldenbergen, noch Lehrer Knaup in Heldenbergen ein olches nach Klein-Karben erhalten. — Dem z. Z. im Wormser Äarnisonlazarett befindlichen Sanitätsmaaten Reith der 2. Werft-Division Wilhelmshaven, ein geb. Binger, wurde von dem Kaiser das Militär-Ehrenzeichen 1. Klasse verliehen. Kurze Zeit vorher hatte err das Militär-Ehrenzeichen 2. Klasse, sowie das hessische Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift für Tapferkeit erhalten. Sanitäts- maat Reith hat die Beschießung der Takuforts an Bord des „Iltis" im vorigen Jahre in der Nacht vom 16. auf den 17. Juni mitgemacht. Außerdem hat er an dem Vormarsch gegen Peking teilgenommen. der Lahn, Albert Cullm ann aus Schweinfurt, Friedrich Ohl aus Bad-Nauheim, Paul Mattke aus Exbrucke und Friedrich Peter Ehr ist aus Groß-Bieberau zu technikern ernannt. In den Ruhestan^wurde Hauptsteu - amtsdiener bei dem Hauptsteueramt ^rmstadt .Lmmt, - tura Oßwald auf sein Nachsuchen mit ^rrttmg vom . Juli versetzt, unter Anerkennung ,emer langjährigen treuen Dienste. . ** Professor Tr. philos. Olt, zurzeit an der Königl. tierärztlichen Hochschule in K seinerzeit berichtet haben, den an ihn ergangenen Rus als ordentlicher Professorr für pathologische Anatomie, Tw^ Hygiene und Fleischbeschau an der vereinigten medizinischen Fakultät in Gießen angenommen hat, wurde 1866 m Breitenbrunn, Kr. Erbach i. O. geboren. Cw besuchte die Realschule zu Michelstadt und das Realgymnasium zu Essenbach Von 1885 bis 1887 studierte er in Gießen und hieraus in Berlin- Tierheilkunde, wo ihm 1889 die Approbation erteilt wurde. Im Wintersemester 1889 studierte er in Heidelberg Naturwissenschaften und nach zweijähriger praktischer Thätigkeit zu Ober-Ramstadt und Groß-Bieberau zwei Semester Zoologie in Erlangen, wo er 1891 promovierte. Nach' zweijähriger Thätigkeit am Schlachthofe zu Stettin war Olt in Hamburger Staatsdiensten und alsdann vom September 1894 bis Mai 1895 als Kreisveterinärarzt in Erbach, i. O. thätig. Bon da ab bekleidete er zweieinhalb Jahre hindurch die Stelle eines Repetitors an der tierärztlichen Hochschule zu Berlin, wo er den Unterricht in der pathologischen Histologie und Bakteriologie erteilte. Herbst 1897 übernahm er die Leitung der veterinär-bakteriologischen Instituts zu Hamburg und Mai 1898 den Lehrstuhl für pathologische Anatomie an der tierärztlichen Hochschule zu Hannover. **Studenten-Versammlung. Am Donnerstag den 18. Juli findet im großen Saale des Hotel Einhorn eine allgemeine Studentenversammlung statt, in der Dr. Phil- K. Heim über das Thema „Ter moderne Student und ine Sittlichkeitsfrage" sprechen wird. ** Der Gießener Turnvere in kehrte gestern übend von der Teilnahme an dem Offenbacher Turnfest wieder zurück. Auf dem Bahnhof wurde ihm ein festlicher Empfang bereitet und kurz nach 8 Uhr zog er unter dem klingenden Spiel eines Musikkorps wieder in unsere Stadt ein. ** Ausflug. Der kaufmännische Verein „B a v a r i a" hat am vergangenen Sonntag einen Ausflug nach Wetzlar unternommen. Nach der Ankunft hier um 11 Uhr ging man zunächst nach dem „Klostergarten", tou> die mitgebrach-te Regimentskapelle konzertierte. Im „Römischen Kaiser" wurde das Mittagessen eingenommen. Nach demselben wurde „Göths Garten" aufgesucht, wo man einige Stunden fröhlich verlebte. Für den Abend hatte man Konzert und Tanz im „Schützengarten" vorgesehen und' vertrieb sich dort köstlich die Zeit bis zum Abgang des letzten Zuges. ** Ein Gewitter) ahr soll das Jahr 1901 sein. Im April d. I. veröffentlichte Prof. August Schmidt- Stuttgart eine Wettervoraussage. Die für Mai und Juni angesagte Gewitterperiode fand statt, und jetzt traf Prof. Schmidt auch das Richtige mit der Voraussage einer Anschwellung der Gewiterneigung bis zum 25. Juli folgt eine starke Abnahme bis zum 3. August. Etwa am 23. August sind starke Gewitter zu erwarten. Dann folgt eine Ruhepause bis zum 10. September. Die nun beginnende Anschwellung der Gewitterneigung erreicht ihren Höhepunkt zwischen dem 15. und 22. September. Prof. Schmidt hat seine Gewittertabellen nach den Beobachtungen verschiedener Forscher, wie Bezold, Enkhold usw., aufgestellt, die nackHUweisen suchen, daß jährlich drei Gewitter- periodeu, die 26—28 Tage währen, Vorkommen und daß diese Perioden mit gewissen Stellungen des Mondes etwas Gemeinsames haben. Weniger auf wissenschaftlicher Basis beruhend, aber doch recht interessant und wenigstens in diesem Jahre zutreffend sind die Wetterzeichen, die der Landmann beobachtet. Die Ameisen zeigen ihm durch Zurückziehen in die tieferen Teile ihrer Erdwohnungen Regenwetter an. Auch dem Vieh werden barometrische Eigenschaften nachgesagt. Ein ungeberdiges Benehmen der Bullen ohne sichtliche Veranlassung wird als Ansage von Regen und Gewittern betrachtet. — Der Wetterwitzbold Falb erzählt, daß die Regen um den 17. ein „mäßiges Maximum erreichen". Röthges, 15. Juli. Trotz der Sonnenhitze zogen am Sonntag junge und alte Krieger zum Bezirksfest des Bezirks Laubach nach unserem festliche geschmückten Orte. Eine stattliche Zahl von Vereinen hatte sich emgefunden. Nach kurzer Begrüßung durch den Vereinsvorsitzenden Buttron ordneten sich die Vereine zum Festzug. An der Spitze die Schuljugend, gefolgt von blumengeschmückten Festdamen, bewegte sich der Zug durch die Straßen. Auf dem Festpaltze begrüßte Bürgermeister Metzger im Namen der Gemeinde die Festgäste. Vorsitzender Buttron rief allen ein herzliches Willkommen zu. Mit dem Hoch auf den Protektor der Hasfia, Großherzog Emst Ludwig, schloß der Bezirksvorsitzende Ritter die kernige Ansprache, die den Veteranen die Erinnerung an 1866 und 1870/71 wach rief, und das Herz der alten Kameraden bewegte. Pfarrer Scriba rief sodann den Festteilnehmern die Errungenschaften unter dem mächtigen Schutz des Reiches zurück und ermahnte zum treuen Festhalten unter der Devise: „Mit Gott für Kaiser und Reich". In das Hoch auf Kaiser Wilhelm II. stimmten alle begeistert ein. Bei Tanz und heiterer Geselligkeit schwanden die Stunden dahin. Butzbachs 16. Juli. Der Unteroffiziers- ver ein des hiesigen Bataillons unternahm am Sonntag einen Ausflug mit Damen nach Braunfels. In Gießen schloffen sich noch weitere Teilnehmer an. Alle Ausflügler verlebten _ einige wirklich vergnügte Stunden. Mit dem Zuge 8.47 Uhr kehrte man abends wieder hierher zurück. Vermischtes. * L6ipzig, 16. Juli. Der Opernsänge r Gr eder wurde heute früh im Rosenthal von zwei Strolchen an- gefallen, zur Erde geworfen und seiner Baarschaft sowie der Schlüssel beraubt. Trotzdem rasch Polizeibeamte zur Stelle waren, gelang es den Strolchen, zu entkommen. Greder selbst mußte sich in ärztliche Behandlung begeben. * Könitz, 16. Juli. Heute vormittag wurde der Barbier-Lehrling Güde unter dem Verdachte, am 13. Juni 1900, an der Inbrandsetzung der Konitzer Synagoge sich! beteiligt zu haben, verhaftet. * Eine merkwürdige Geschichte erzählt man aus Lothringen: Ter Besitzer des Gutes Oberweiler bei Saarburg, Baron v. Stietenkron, scheint ein arger Sonderling zu sein. Er hat besondere, nicht gerade ungefährliche Liebhabereien. So verbietet er jedem, sein Gut zu betreten und hat schon öfters mit Schießen gedroht. Dieser Tage nun hat er seine Trohung auch ausgeführt. Er kam nämlich um 6 Uhr zu den italienischen Arbeitern, die an den Wasserleitungsarbeiten der drei Gemeinden Hoch- walsch, Bruderdorf und Niederweiler beschäftigt sind, unb gerade auf dem Gute des Barons, das derselbe vor einigen Jahren gekauft hatte, einen Graben auswarfen. In reinem „Platt", das von keinem Bewohner jener Gegend, noch viel weniger aber von Italienern verstanden werden kann, forderte er diese auf, ihre Arbeit einzustellen. Als nun die Männer nicht sogleich gehorclsten, riß er das Gewehr, das er bei sich führte, an die Wange und schoß einen Arbeiter, einen jungen Mann von 24 Jahren nieder. Zum zweiten Male drückte er sein Gewehr ab und trraf einen zweiten, den die finget zwischen Schulter und Lunge traf und erheblich verletzt. ^Hierauf ergriffen die übrigen die Flucht, denn der Herr war bereits daran, wieder zu laden. Tie Gendarmerie von Saarburg wurde benachrichtigt und nahm den Baron fest. Als Rittmeister a. T. untersteht Baron v. Stietenkron übrigen^ der Militärgerichtsbarkeit. Spangenberg, 16. Juli. Welche Verstümmelungen ein Telegramm erleiden kann, mag folgendes vor kurzer Zeit hier eingetroffene Telegramm beweisen. Lehrer Blu- menkern erhielt aus Geisa im Weimarischen drahtlich die Nachricht: Jöcute abend 752 Leiche am Bahnhof abholen. ein- v 8-c ^isa die umgehende Antwort: „Hier alleo gesund/ Trotzdem große Aufregung. Und was wars? . Abgegebener Zeit ein Kistchen mit Fischen an. Aus Fischen war also „Leiche" geworden. fu. M ain z, 16. Juli., Der 21.d e n tsch e Gl a se r ta g begann heute hierunter dem Vorsitz des Verbandspräsi- denten Jessel (Berlin). Zur Begrüßung waren u. a. tjfdnenen firei§amtmann Krug von Nidda, Gewerberat Meuter (TarmstcckU) als Vertreter der großherzoglichen Zen- tralstelle für das Gewerbe, der zweite Vorsitzende der hessischen Handwerkskammer Rockel und der Sekretär Engelbach Der Vorsitzende sprach der Regierung für die Schaffung der Handwerkskammern den besten Dank aus und brachte ein .Hoch auf Kaiser Wilhelm aus. Aus dem umfangreichen Anzahl von Kurpfuschern gewerbsmäßig mit der Heilkunde^ besonders in den letzten 20 Jahren ist dieser ungemein häufig ergriffen worden. Ein bedeutender Unter schied bei der Aufnahme von 1898 gegenüber den früheren besteht darin, daß die sogenamiten Zahntechniker, deren Zahl besonders in den Städten sehr?ugewachsen ist 1898 nicht mehr unter den Kurpfuschern, )ondern getrennt auf- geftihrt sind. Ihre Zahl betrug in diesem, Jahre^4 376, wovon 623 als Gehilfen thatigI warenEin. Motzer Tick der Kurpftischer gehört zum weiblichen Geschlecht; 1898 war dies bei 25 Prozent der Fall. Die Stad e wurden von ihnen mehr bevorzugt als das Land; es kamen 1898 nutz 100 000 Einwohner in den Gemeinden Mit 100,000 Einwohner und mehr 14,1 KurpfUfcyer 40—100,000 „ J,2 20— 40,000 „ 6,4 5— 20,000 „ 6,8 unter 5,000______„ _______3,6 ,, ganz Deutschland 0,8 Kiirpfuscher Von Wert ist es, sich ein Bild davon zu machen, welchen Weg die Bevölkerung auf dem Laude zum Arzt zurückzulegen hat. In der folgenden Zusammenstellung, bei der wir uns ün eine Arbeit von Friedrich Pmzing- Ulm in der „Zeitschrift für Sozialwissenjchaft halten, ftnd nur die Aerzte in Gemeinden von weniger als &OUU Einwohnern auf die Gesamtfläche des betrefsenden Staatsgebiets bezogen. Es entfallen 1898 auf je einen praktizierenden Zivilarzt Quadratkilometer im Großherzogtunr Hessen 28, im Königreich Sachsen 37, Baden 41 Hessen- Nassau 41, Pfalz 41, Rheinprovinz 47, Westfalen 54, Württemberg 61, Provinz Sachsen 63, Elsaß-Lothringen 6a ^ckM- rhein. Bayern 65, Hannover 78, Schleswig-Holstein 80, Schlesien 85, Brandenburg 124, Mecklenburg-Schwerin 126, Pofen 139, Pommern 184, Westpreußen 190, Ostpreußen 12 Der Unterschied ist gewaltig; den weitesten Weg zum Arzt haben die Landbewohner der östlichen p^bußischen Provinzen zu machen, auch Brandenburg und Mecklenburg stehen noch sehr weit zurück. _ Die Zahl der Aerzte wächst mit der Große der Städte. Es waren in Deutschland Aerzte in den Städten mit mehr als 5000 Einwohnern , . und in Gemeinden mit weniger als o0M Einwohnern 1876 1887 1898 7816 9943 16907 7,5 6,8 8,4 1876 1887 1898 5912 5881 7818 1,8 1,8 2,4 rr^N>t. den teleHleit dettennt?.8 Ährej S „SroBer L $ ®8n, Würben Lar * ms 5 "Mcher öu machen e zum Arri Wung .Wxx, 5000 S Jben Staate e^ren- en 11 °c um ? 41, Hessen- 4en Würt- gen 65, rech^ Elftem 80 ^chttrerin 126 ^eußen 192' NrW\ Mcherr Ko- > Mecklenburg 'Ke der Städte, dten mit mehr bohnern 7 1898 5 16907 8,4 ? 1898 l 7818 2,4 . den achtziger in den SMen *4 so daß die i kolossal aber fern den Grotz- auch Mchm schied sehr be- chl der Aerzte i die geringere mnspruchmhme in vielen Orten rankungen ganz , wenn heftige es, daß auch \e ihtyity (Sin* ; er sein Arts- Mmendrängen amtz ausgestellt ich genug für hinaus wollten. : werden immer :ten, wo bisher finden hier aber einen Ersah für hkeit und das zudem ist an rxis nur selten rtigere Verhält- gesehliche Ein- rdurch den Ge- cztliche Hilfe zu AerztepersonM ährsmnnes gilt rztestandes aller- Aerzte wie nicht den Eine Ausglech ftnngen möglG ngerSreder i Strolchen an- öaarschastsowe .lizeibearnte zur * enttommen. ndlE begebe - äSsä y^wü-ot rtfS >em- Dieser icnÄKrt Er ’ die ^^L,und Ä! vor einige« ersewe v noch mer »’ n tonn, nden>ver^ nltn 4h er och ;nen l »#?ttnb tn° ft chA!-e- - Herr w-r ^öP ^tie von en^üW* Sprechsaal. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Wißmar, 14. Juli. Von der Einwohnerschaft Wißmar's ist, durch die Koblenzer Handwerkskammer unterstützt, der Antrag auf Errichtung einer Postagentur daselbst, bei der Handelskammer in Wetzlar eingegangen, um denselben befürwortend der Oberpostdirektion vorzulegen. Wohl hat letztere versprochen, die Entwickelung, welche eine solche Einrichtung rechtfertigen würde, im Auge zu behalten, aber den Antrag vorläufig abgelehnt. Und so sitzen wir Wißmarer wieder da und warten bis die Oberpostdirektion es für gut befindet, uns anderen Postverkehr zu schaffen. Meine Aufgabe soll es nun sein, die Notwendigkeit einer Aenderung des Postverkehrs für Wißmar hier zu beleuchten. Wißmar liegt 6 Kilometer von Gießen, 3 Kilometer von Krofdorf und nur 2 Kilometer von Lollar. Unsere Postsachen werden von Gießen nach der Postagentur Krofdorf und von hier aus Sommer wie Winter durch einen Landbriefträger früh morgens um 6 und 10 Uhr an die Empfänger befördert. An dem übrigen Teil des * Wien, 15. Juli. Pariser Blätter brachten Berichte über eine mysteriöse Asfaire, die sich bei Ouimper (Departement Firnstere) zugetragen haben soll. Eine Hebamme, Madame D., die in Saint-Medard wohnt, erhielt am Abend des 29. Juni von einem Boten die Mitteilung, daß eine Dame in einem in der Nähe gelegenen Schlosse, das nicht näher bezeichnet wurde, ihrer Hilfe bedürfe. Sie folgte dem Boten auf die Straße, wo ein Wagen vor ihrem Hause stand. Im Wagen, der rasch davonfuhr, sand sie zwei maskierte Männer, die ihr eine Binde auf die Augen legten, xie Fahrt dauerte lange, offenbar wollte man Madame x. das ßicl der Fahrt verbergen. Endlich hielt man vor einem Gebäude, und Madame D. wurde in dasselbe geführt. Erst, in einem Schlafgemach, dessen Möbel, Bilder, Spiegel mit weißem Calico verhängt waren, nahm man ihr die Binde ab und nun fand sie sich am Bette einer gleichfalls maskierten jungen Frau. Ein Knabe kam zur Welt. Tie massierten Männer nahmen das Kind und führten die Hebamme in ein anstoßendes Zimmer, in welchem ein großes Feuer brannte. Die Hebamme wurde nun aufgefordert, das Kind in die Flammen zu werfen, weigerte sicb aber entschieden, dies zu thun, obwohl sie bedroht wurde. Endlich ließ man von ihr ab, händigte ihr eine ansehnliche Summe ein, und brachte sie in derselben Weise, in der sie gekommen war wieder nach Hause. Dick französischen Behörden haben bisher kein Licht in diese mysteriöse Affaire bringen können. So tveit die französischen Blätter. Heute abend erhielten wir nun, so erzählt die „Neue Freie Presse", aus Lemberg folgende Depesche: Dem hiesigen „Przedswit" berichtet man aus Stanislau, daß dort eine Hebamme, Namens Maller, gestern verhaftet wurde, nachdem sie selbst die Anzeige erstattet hatte, daß sie infolge von Drohungen zweier maskierter Männer, welche sie in der Nacht vom 8. d. M. in einem Wagen einer ebenfalls verlarvten Wöchnerin zuführten, das neugeborene Kind derselben in die Flammen eines Backofens geworfen habe. Tie Hebamme vermag nicht anzugeben, in welchem Stadtteile die Wohnung der Wöchnerin sich befindet, indem sie behauptet, daß! man sie während der Wagenfahrt durch Anlegung einer Augenbinde gehindert habe, sich diesbezüglich zu orientieren. — In Stanislau scheint man eifrig französische Blätter zu lesen. * Budapest, 15. Juli. In Homanna wurde heute der Bezirksrichter Paul Ruby auf offener Straße von einem Bauernburschen aus Rache erdolchet. * Attentat eines Irrsinnigen auf einen Universitätsprofesfor in Budapest. Von den Gefahren des ärztlichen Berufs erlebte der Leiter der psyck)iatrischen Abteilung der Pester Universitätsklinik, Tr. Karl Hudowernig, eine recht unangenehme Probe. Als er, um eine Kranke zu besuchen, über den Korridor ging, stellte sichj ihm plötzlich eine ärmlich gekleidete Frau entgegen, schwang drohend in der Rechten ein großes Küchen- messer und rief ihm zu: „Lieber Herrr Toktor! Ich bin verrückt, ich weiß aber, daß Sie mich gesund machen können. Wenn Sie sich weigern, es zu tyun, stoße ich Ihnen das Messer in die Brust." Professor Hudowernig fand sich, mit größter Geistesgegenwart in die gefahrdrohende Situation. Es war ihm nicht zweifelhaft, daß die Frau bei dem geringsten Widerstande Ernst machen würde. Er ging daher anscheinend auf ihren Wunsch ein und forderte sie auf, ihm in sein Zimmer zu folge/n. Inzwischen waren einige Wärter der Klinik, die den lauten Wortwechsel gehört hatten, herbeigekommen. Ein Blick des Professors genügte, um sie über die Sachlage aufzu klären. Sie warfen sich über die Geisteskranke und machten sie nach heftiger Gegenwehr unschädlich. Tie Frau wurde dann der Polizei übergeben, die feststellte, daß die Unglückliche eine Tagelöhnerin Namens Marie Jykaß aus Foth sei, die eben erst nach Budapest gekommen war und sich! unbemerkt in tue Klinik eingeschlichen hatte. Als gemeingefährliche Kranke wurde fie der Landes-Irrenanstalt zugeführt. * Das Ende eines alten Korpsstudenten. Otto Eberhardts Bild, mit zahllosen Schmissen im Gesicht, erschien, so schreibt man aus New vor k, in amerikanischen Zeitungen nach den Gefechten auf Kuba. Tie Amerikaner lagen am 1. Juli 1898 in langer dünner Linie von ^an Juan bis El Eaney und die dritte reguläre Brigade hielt den SckMsselpunkt dieser Stellung, hatte aber pro Mann nur noch zwei Patronen. Jeder Gegenstoß der Spanier würde zur Katastrophe für die Amerikaner geführt haben. Otto Eberhardt, der einst seinen Familiennamen bei der Fahrt über den Ozean in diesem versenkte, war damals Sergeant und StabsordonnMz eines Regimentskommandeurs dieser Brigade, deren Munitionsersatz Adjutanten und Patrouillen vergeblich zu bewerkstelligen suchten. Freiwillig erbot sich Otto Eberhardt, Patronen zur Stelle zu schaffen und erschien nach fast einstündiger Abwesenheit mit sechs Maultieren, die Munition trugen, und — drei Kugeln im Leibe. Seiner Bravour und Findigkeit wurde verdiente Anerkennung gezollt, aber er erbat nach Heilung feiner Wunden seine Entlassung. Indessen nahm er wieder, und zwar zum vierten Male, Onkel Sams Handgeld, als die Expedition nach den Philippinen geschickt wurde. Vorher hatte er auch! einmal einen Abstecher nach Indien gemacht und unter englischen Fahnen gedient. Auf den Philippinen aber sah er sich, am Sternenbanner satt und ging zum Feinde über. In einem kleinen Gefecht, bei dem die Filippos etwas besser als gewöhnlich schossen und mit dem Davonlaufen warteten, bis ihr Führer gefallen war, fand er seinen Tod. In der Leiche erkannten die Amerikaner ihren einstigen Unteroffizier Otto Eberhardt. * S h a n g h a i, 15. Juli. Bei Hanhan sind durch Ueber- schwemmungen Hunderte von Menschen um gekommen. Tage8 wird weder ein Brief von hier abgeholt noch einer gebracht. Hat man nun einen Brief nach diesen Bestellungszeiten hier in den Kasten ge= legt, so ruht er erst mal einen ganzen Tag, ehe er von Krofdorf nach Güßen befördert wird, wirft man denselben Samstag nachmittag hier in den Kasten, so geht er gar erst Montag früh nach Gießen. Mit der Paketbestellung sieht's noch trauriger aus. Will man ein Paket weg haben, muß man es vor der zweiten Bestellung an der Hilfs» stelle abgeben und ’ann gewärtig fein, daß, wenn mehrere Pak-te vorhanden sind, es erst noch einen Tag auf der Hilfsstelle ruht, wahrend ein am Samstag nachmittag abgegebenes Paket erst am Montag nachmittag oder gar Dienstag von Krofdorf nach Gießen geht. Wie die Beförderung von Postsachen von Wißmar ab schlecht und absolut nicht mehr zeitgemäß 'st, so ist sie auch nach W'ßmar hin; so kommt es auch vor, daß die Bestellung an Sonntagen, anstatt um 11 Uhr vormittags, erst nachmittags um 3 Uhr erfolgt, da der Briefträger an diesen Tagen ganz besonders überlastet ist. Dies alles widerfährt einem Dorf von 1360 Einwohnern mit zwei Zigarrenfabriken, einer Schuhfabrik, einer Holzschneiderei, zwei Bauunternehmern mit Ringofenbacksteinsabrikation, vielen Handwerkern, einem Konsumverein, fünf Verkaufsstellen und vier Wirtschaften, daneben noch vieler Hausindustrie, ferner einer Pfarrei, vier Lehrerstellen, einer Försterei und einer Gendarmeriestation. Alle diese leiden unter den ge= schilderten, geradezu miserablen Veikehrsverhältniffen ganz ungeheuer, sind sie doch meistens gezwungen, Pakete und Briefe an die nächsten Postämter Lollar und Gießen oder gar nach Wetzlar, direkt zu befördern, damit sie ihren Bestimmungsort rechtzeitig erreichen, wiederum auch dieselben dorthin an bekannte Personen schicken zu taffen, um sie schneller in die Hände zu bekommen. Dadurch ist cS der Oberpostdirektion nicht möglich, den richtigen Ueberblick über die Notwendigkeit einer Postagentur hier zu ge» rolnnen. Eine solche Einrichtung verursacht aber den Interessenten neben Zeitaufwand öfters nicht unerhebliche Geldausgaben. Dabei liegt Wißmar an der Bahn, so zu sagen im Verkehr drin, hat Haltestelle, das nächste Postamt Lollar ist nur zwei Kilometer entfernt, und doch hält die Oberpostdirektion an dem alten Zopf fest, die Postsachen hierher Über Gießen- Krosdors zu befördern. Im Warnen aller Einwohner von Wißmar spreche ich deshalb die Bitte aus, die Oberpostdirektion möge die Notwendigkeit eines anderen Poftverkehrs hier auss genaueste prüfen und sobald als möglich Aenderungen vornehmen, damit wir wenigstens denselben Verkehr bekommen, wie ihn ganz entlegene Ortschaften ohne jegliche Industrie rc. im deutschen Vaterlande schon längst haben. Einer für Alle. Meratur, Wissenschaft und Kunst. Berlin, 16. Juli. Anläßlich der diesjährigen großen Berliner Kunstausstellung verlieh der Kaiser die große goldene Medaille den Bildhauern Prof. Frttz Sch aper, Berlin und Robert Dietz-Dretzden. Die kleine goldene Medaille erhielten Stadtbaurat Architekt H o f f m an n-Berlin, Bildhauer Haverkamp- Friedenau und W. nck - Berlin, Radierer Schmutzer - Wien, sowie die Mahr Htreny-Htrschl - Rom, Aublet-Reutlly für Seine und Marinemaler Bohrdt - Friedenau. , Berlin, 16. Juli. OSkar Neumann ist gestern von seiner Durchquerung des nordöstlichen Afrika von der Somaltküste nach F - s ch o d a am Weißen Niel wieder in Berlin cingthoffen. Die Forschungsreise, deren Resultate in jeder Beziehung befriedigende sind, hat im Ganzen 20 Monate gedauert. Besonders in retn» geographischer Hinsicht wurden im Quellgebiete des Sobat wichtige Entdeckungen gemacht. Von Baron Carlo Erlanger, der gemeinsam m't OSkar Neumann diese Forschungsreise angetreten batte, sind neuere Nachrichten nicht eingetroffen. Die beiden Forscher haben sich unterwegs getrennt und Baron von Erlanger hat die Expedition nach dem Rudolf'See allein unternommen. — Professor Begas wird in M a d ri d, wie man telegraphisch von dort meldet, einen Prozeß gegen den Architekten Grasses, dm Urheber des Denkmals Alfonso XIL, das ein genaues Ab- btsd des Berliner Kaiser Wilhelm-Denkmals sein soll, ^engai. $uU Gras Goertz, Direktor der Großherzogl. Kunstschule, hat sein Amt niedergelegt. Bekanntmachung. Zur diesjährigen Ausführung der Ebel-Stiftung werden u. a. erforderlich und sollen auf dem Submisfionsweg bezogen werden: ca. 25 fertige Anzüge für Knaben (Joppe und Beinkleid, ohne Weste), ca. 80 Mir. Stoff zu Winterkleidern für Mädchen, ca. 90 Mtr. Baumwollflanell bezw. Halbleinen zu Hemden. Ferner soll die Anfertigung von ca. 20 Mädchenkleidern and von ca. 45 Knaben« und Mädchenhemden vergeben werden. Angebote auf Lieferung der Anzüge und Stoffe, sowie Anfertigung der Mädchenkleider und Hemden find bis spätestens Dienstag den 23. Juli 1901 bei dem Armenamte ein» zuretchen. Für die Knabenanzüge sind Muster in Loden und Lörracher Tuch vorzulegen. Gießen, am 10. Juli 1901. 4980 Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. _______________Mecum._______________ Wer baut! versäume nicht, Offerte und Prüfungszeugnisse der 3856 patentierten Glas-Wandbekleidungs Platten sowie der Marienberger Wo saik-Wodenpkatten bei mir einzuholen und stehe ich mit Kostenvoranschlägen gern zu Diensten. Willi. Textor, Meserstraße 4. In 15 Minuten besohlt die Erste Mnetl- Kesohlaußalt besohlt schnell besohlt gut besohlt billig. und 4206 SWMe 5. J ohannea Hecker. Laden-Aufgabe. Beehre mich hierdurch, meinen werten Kunden mitzuteilen, daß ich mein Ladengeschäft vom 15. d. Mts. ab vorläufig aufgegeben habe, und mein Geschäft in der Privatwohnung, Eingang Linden- gaste 1, weiterführe. Indem ich mir noch erlaube, auf Schelle und Sprachrohr im Hauseingang aufmerksam zu machen, empfehle ich mich angelegentlichst. Carl Herr. □ Müller. v. Jungenfeld. □ □ □ □ □ □ Q O o D O O o o a c o Die Giessener Depositenkasse u. Wechselstube der Bank für Handel und Industrie in Giessen, Wiesenstrasse 2, Ecke Ostanlage, übernimmt gegen mässige Gebühr Wertpapiere als offene Depots zur sicheren Aufbewahrung und Verwaltung. Die Verwaltung erstreckt sich auf alle bei einer sorgfältigen Beaufsichtigung eines Vermögens notigen Massnahmen, als rechtzeitige Abtrennung und Einkassierung von Coupons, Kontrolle der Verlosungen u. s. w. Auch geschlossene Depots werden in Verwahrung genommen. Die Depositenkasse empfiehlt sich zugleich auch zur sorgfältigsten Erledigung aller in das Bankfach einschlagenden Geschäfte, 4787 □ oDQoaoooaoaoooööoaooooaaoDöoooooöoaooooooooDöD Schon vom 3. bis 5, August Kaupt-Ziehung der Cöthener Geld-Lotterie. Nur Nar-Held-Hewinne. 70,000 Mark. 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