Dienstag 18. Juni 1901 Nr. 140 151. Jahrgang Zweites Blatt. 8946 Vaterlandes Wohl das Seine nach Kräften zu leisten. Ltahlpaazer. Aast rmttö r r - ? der täglite Gebraut bott "veokn ^ensLwesek-Sch ßMMt8o,L«deduI'viei>ki Schutzmarke: St«ieitz>tzr- Hetzen Seife gegen alle-aal« niglgkeitm und -aalaus« Lge, trie Meser, Kestchl»- es,Mmml,bimtrtte,Nliücht» erffeAe rc. ä St. 60 M. in tzngrl'ÄMtltMdbriV. «öd». ”91 wm, garantiert, frant fl?' Ä* empfohlen, Pa M-M i, che und beliebt wegen seines rg -SeschmalkeS. Frmer gellen e hanjö|p"4en Kognaks unter malverfchluß als die besten, e der Markt bringt. 8986 Sott, WMHvrstraK 45, itutx« und ftrnniv und diebMcher. J. C. Petzold, Wranksabrik. ^gdehm-. Preise äutzertz billig. Ml Hutzrierte Kataloge kostens ß5k Äetftiunbe" »kr« ***r*tU^ bcigckflt. ®«**eigtn A» '«k n*fc*l8i«8« l*r »en ■Br-slaB -ft*, erf^etnenben g*7**e M wm ie Utzr nw<< ■ frältfttnl »Glich mit Montag«. 8* «twfrnw gewitten- »Krün dem An. 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Ter Geist der Weltgeschichte war's, der der Feierlichkeit seinen Segen gab, und die Besten der meisten Völker des Erdkreises haben wohl dieses Tages bei sich gedacht. Verdankt dochj die größere Zahl der Erdenvölker dem Fürsten Bismarck den Frieden, hat docg Deutschland seine mit durch ihn geschaffene Macht niemals in den Dienst von Bestrebungen gestellt, die das Gleichgewicht gefährden konnten, und stehen doch! heute noch die zu seiner Zeit gelegten Grundlagen fest und sicher, sodaß sie den Völkern Europas die friedliche Arbeit und hie ruhige Entwickelung ihrer Kräfte gestatten. Tas Wirken des großen Kanzlers steht noch deutlich vor aller Augen. Der Urgrund, auf dem jidji der Charakter Bismarcks aufbaute, ist die Treue, die er in seinem langen Leben unausgesetzt unter den schwierigsten Verhältnissen als ein tapferer Kämpfer mit den Waffen des Geistes gegenüber seinem alten königlichen Herrn und dem Hause der Hohenzollern überhaupt geübt hat. Er war nicht nur „ein treuer Diener Kaiser Wilhelms I.", wie er auf sein Grabdenkmal schreiben ließ, schon unter Friedrich Wilhelm IV., in den stürmischen Jahren um die Mitte des vorigen Jahrhunderts stand Bismarck in den vordersten Reihen derer, die den preußischen Königsthron schützten. Und nach seiner Entlassung blieb er, unbekümmert, ob man cs von ihm verlangte oder nicht, Berater des Reiches, dessen Stimme überall stets Beachtung fand. Bismarck ist allezeit ein großer Realist gewesen. Nie erstrebte er Unerreichbares, immer blieb er auf dem Boden der Wirklichkeit, alles Phantastische war ihm fremd und lag seinem Wesen fern. Nie vergaß er in seinen beispiellosen Erfolgen das Endziel und sah vorausschaueno in die Zukunft, um diese nach menschlichem Ermessen glücklich und sicher für die preußische Krone zu gestalten. Darum war er sorgsam bemüht, alle Bitterkeit zu entfernen, die nach! dem deutschen Kriege zurückbleibeu mußte, nachdem das große Nachbarreich gedemütigt worden war, und das einige Band, das uns seit 1879 mit Oesterreich verbindet, ist der Lohn dieser klugen Mäßigung, die ihm bekanntlich sehr schwer gemacht worden ist. Wir bewundern die schwere Tugend der Mäßigkeit an ihm, die nie, auch unter den größten Versuchungen nicht, ins Wanken zu bringen war. Und noch eins: Bismarck brach, seinem ganzen Wesen Auch hierin getreu, mit den alten Ueberlieferungen der Diplomatie und der Staatskunst: Er verschmähte es, Schleichwege zu gehen, auf denen man früher Erfolge suchte, und zeigte, daß der Staatsmann dann am besten zu seinem Ziele gelangt, wenn er mit offenem Visir kämpft. Nun hat der Künstler sein Wort über Bismarck gesprochen — der Historiker noch nicht. Um Bismarcks geifhge Wesenheit objektiv zu würdigen, erscheint die Zeit zu kurz, die uns von seinem Rücktritt oder Heimgang trennt. Seine Unbedingten Verehrer wie seine unbedingten Gegner leben und wirken noch allzu eifrig, und in der Erinnerung an die von ihm und gegen ihn geführten Kampfe wallt immer noch etwas wie Leidenschaft auf. Noch feplt die völlig sichere Ruhe der Betrachtung. Alles ist noch neu, noch frisch, noch lebendig. Und doch wer immer Verständnis für die Größe einer geschlossenen Persönlichkeit hat, wird heute Bismarck verstehen, mitsamt seinen Fehlern und Schwächen. Sie gehören zu seinem Charakter wie die Furchen und Buckel zu seinem Antlitze jemals zuvor ist! einem Volke ein Einblick in das innerste Leben und Schaffen, in die Gedanken- und Gefühlswelt eines feiner Führer so schnell und voll gewährt worden wie in Tbun Wollen und Empfinden des eisernen Kanzlers. Seine -kritische Tbätiakeit liegt vor uns, seine Noten, seine Staats- seine Reden, seine Briefe sind veröffentlicht. Ueber- Ll finden wir den ganzen Mann wieder, den Mann mit dem kalten Stopf und dem warmen Herzen, groß ui1 Liebe, wie Haß, von Leidenschaften bewegt, ohne ihr Lpfer zu werden; ein sporenklirrender Junker, wuchs er über das Junkertum hinaus zum ersten Staatslenker seiner Zeit, ein konservativer Parteimann, erhob er sch über die Anschauung seiner Freunde und Standesgenosten so weit, das er von niemand bitterer befehdet wu^e als von ihnen; alles in ihm war Wille, Leben Entwickelung, jeder seiner Schritte war Vorbereitung; leder semer Aussprüche geschah rebus sic stantibus. Alles, was er sagt oder tbut, gilt nur für di je-Lage des Augenblicks, nichts ist dauernd für ihn als der Wechsel, und unverrückbar Nichts als das Ziel, das Wohl des Vaterlandes. Die Zeit wird kommen, da von seiner Geikalt die jedem sterblichen anhaftenden Schlacken abgefallen such und die werden Recht behalten, die da prophezeien, daß das sagen- und legendenliebende deutsche Volk, der Erfinder kultus treibt, einst zu ihm aufblicken wird als zu einer Jdealgestalt, und ganz besonders dann, wenn es zur Lösung großer nationaler Aufgaben sein Wollen und Können einzusetzen hat. Möge das diese Jdealgestalt verkörpernde Standbild in der Reichshauptstadt für alle Zukilnft bei denen, die zu ihm empor schauen, den Entschluß wecken, in inniger Liebe zur engeren Heimat, wie sie Bismarck so ununvergleichlich bewies, und in aufrichtiger und aufrechter Hingebung an Kaiser und Reich zu des großen deutschen des Märchens, das deutsche Volk, das ja so treu ist in seinem Glauben an die Autorität, das ja so gern Heroen- Berlin, 16. Juni. Heute mittag wurde das von Reinhold Begas geschaffene Bismarck-Denkmal in Gegenwart des Kaisers feierlich enthüllt. Das Wetter war kühl und zunächst bedeckt, gegen Mittag kam stellenweise die Sonne durch, um ein ganz einzig geartetes, gewaltiges Bild zu beleuchten. — Große Menschenmassen hielten die Zugänge zum Denkmalsplatz besetzt, um Anfahrt und Anmarsch der an der Feier Beteiligten zu beobachten. Vor der riesigen Hauptfront des Reichstagsgebäudes, von dessen Giebel eine Fahne in den Farben des Reichs herabwehte, erhob sich das Denkmal in seinen massigen Abmessungen, die Hauptfigur noch verhüllt von adlergeschmückter Leinwand, die Bronzegruppen, die Sandsteingruppen mit den großen Wasserbassins bereits frei. In weiten Halbkreisen, anlehnend an die große Rampe des Reichstages, umschlossen Flaggenmasten, verbunden unter sich durch frisch duftende Tannen- guirlanden, den Festplatz, um auf der gegenüberliegenden Seite bei dem in weiß und gold prangenden Kaiserzelt zusammenzustoßen. Vor den Masten rot ausgeschlagene Tribünen, bis oben hinauf besetzt mit Damen in hellen Toiletten, und Herren in Uniform und Gesellschaftsanzug, auf oberster Gallerte die Chargierten der Studentenschaft, mit Fahnen und Schlägern, in farbenreichem Wichs; vor der Freitreppe des Reichstags auf einer weiteren Tribüne Schulkinder, Knaben und Mädchen, eine bewegliche Schar, auf der Treppe dahinter die Abordnungen der Kriegervereine mit einem Wald von Feldzeichen. Diesen lebendigen Rahmen füllte allmählich die glänzende Schar der namhafteren Geladenen, die sich auf dem Podium am Kaiserzelt und vor demselben, sowie auf der weiten Plattform des Denkmals einfanden. Auf dem Podium am Zelt trafen ein Fürst Herbert Bismarck, der Reichskanzler, die Minister und Staatssekretäre und die Mitglieder des Bundesrats, inaktive Minister, Fürst Hohenlohe, sowie etwa 200 Mitglieder des Reichstages, welche im Zuge vom Kuppelsaal des Hauses her über die Freitreppe herabgeschritten waren, das Bureau des Reichstags mit dem Bureaudirektor Geh. Rat Knack. Vor dem Kaiserzelt versammelten sich die Mitglieder des Zentralkomites (Wirk. Geh. Rat Dr. v. Levetzow, Adolf vom Rat, Rudolph Koch von der Deutschen Bank, Geh. Rat Prof. Ende, Prof. Graf v. Harrach, W. Kyllmann, Fr. Schmechten), die Mitglieder des Herrenhauses, die Ritter des Schwarzen Adler-Ordens und des Ordens pour le merite, die Generalität und Admiralität, die Mitglieder des Abgeordnetenhauses, der Schöpfer des Denkmals, ferner Ludwig (Sauer, der die Nebengruppen und Regierungsbaumeister Teubner, der die architektonischen Arbeiten ausgeführt hat, und die andern „vom Bau" (M. v. Piltzing, der den Guß besorgte, Hofsteinmetzmeister Schilling und die Vertreter der Steinmetzfirma Kessel & Röhl). Auf der Plattform erschien eine Offiziers-Abordnung der Bismarck-Kürassiere, es nahmen Aufstellung die Vorstände der Krieger vereine, die Räte erster Klasse, Regimentskommandeure und Marineoffiziere, die Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft, der Vorstand der Börse, die Vertreter der Universitäten und Hochschulen in ihren malerischen Talaren, Magistrat und Stadtverordnete von Berlin und Charlottenburg, verschiedene weitere Deputationen. Aus diesen Scharen ragten wie Inseln aus wogenden Wassern die großen Nebengruppen und Arrangements von Blattpflanzen und herrlich blühenden Blumen heraus. Um 12 Uhr verkündete der Präsentiermarsch der Ehrenkompagnie vom 2. Garde-Regt., die am äußeren Eingang zum Kaiserzelt aufmarschiert war, daß das Kaiserpar mit dem Hose nahte. Ter Reichskanzler, der Präsident des Reichstages Graf von Ballestrem und das genannte Zentralkomitee begaben sich zum Empfang der Majestäten zum Eingang. Der Kaiser, in der Uniform eines General- seldmarschalls, nahm die Honneurs der Ehrenkompagnie ab, und nahm dann mit Ihrer Majestät, die eine lilafarbene Toilette trug, unter dem Baldachin Aufstellung. Es folgten die hier anwesenden Fürstlichreiten, darunter auch der junge Herzog von Koburg. Es folgten die Damen und Herren der Umgebungen und des Hauptquartiers und die Kabinettschefs. . Schon erschallte der tausendstimmige Chor der Schulkinder: Beethovens herrliches „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre", und nun trat Dr. von L e v e tz 0 w vor, um dem Reichskanzler das Tenknral namens des Komites zu übergeben. Seine Rede wurde mehrfach von Bravorufen unterbrochen. Rede des Geheimrats Dr. v. Levetzow. Unter dem erbaoenen Protektorate Seiner Majestät des Kaisers und Königs haben Tausende drutschcr Landsleute aus allen fünf $Bdt- tetlm sich vereinigt, dem ersten Reichskanzler, dem großen Fürsten Otto von Btimarck in der ReichShauptstadt ein Nation albenkmal zu errichten. Bon hochbewührter Künstlerhand herg-stellt, erhebt es sich angesichts der Siegessäule, vor des »Reiches H-uS", dem Hause dcs deutschen BundeSrats und der deutschen Volksvertretung. Es wartet heute der Enthüllung in huldvoller Gegenwart Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Majestäten und erlauchter Glieder liefete6 Königshauses und deutscher landesherrlichen Familien, in Gegenwart deS Fürsten Herbert BtSmarck (mit Familie), ältesten Sohnes des verewigten Kanzlers, während der jüngere Sohn leider ganz kürzlich aus rrsolg- reicher Wirksamkeit in da« Jenseits abgerufen und die einzige Tochter durch Krankheit zurückgehalten ist, unter Beteiligung oberster Würdenträger des Reiche« und der Bundesstaaten, unter Beteiligung deS BundeSrats, deS Reichstag« und deutscher Landtage, in Anwesenheit von Tausenden au« allen Teilen deS Vaterlandes, die das Andenken deS Fürsten aus warmen dankbaren Herzen tragen- Dauernder alS Stein und Erz wird da« Andenken fortleben in der Weltgeschichte und in unserem Volke, daS sich selbst vergessen müßte, wenn tS des ersten Kanzler« je vergessen wollte, da« Andenken eine« der g-ößten Männer, die in Jahrhundert.n deutschem Stamme entsprossen find, deS treuesten Dieners, deS weisen, weitblickenden, unermüdlichen RaterS und HckferS unseres hochseligen großen Kaise-S Wilhelm. Unter ihm und mit ihm hat er zusarnmengrschrntedet und aufgrrichtet, waS zerstreut darnieder- tag, hat er verstanden, in der Do ksseele zu lesen und die Ideale von Generationen zu verwiiklichen. Die ganze Welt sah bewundernd auf zu dem eisernen Kanzler, unser- Gegner fürchteten ihn in Krieg und Frieden wie keinen anderen. Uns war und ist er und wird er sein ein nationaler Heros, da« Vorbild monarchischer Gefinnung, deutscher Treue, deutschen MuteS, deutscher Festigkeit, daS Vorbild rechter Vaterlandsliebe, daS gottgesandte fcharfeWe kzeug zur Wiederaufrichtung und Befestigung des deutschen Reiches durch unseren ersten Kaiser. Sein schönes, tapfere«, von ihm voll beihätigteS Wort: „Wir Deutsche fürchten Gott, sonst niemand aus der Well!" bleibe das Motto unserer Zukunft! Hier sein Standbild, ubique famal Mit hoher Genug- lhuunq dürfen wir auf die Erfüllung unserer Bitte hoffen, die ich an den Herrn Reichskanzler richte, daß Kaiser und Reich, BundeSrat und Reichstag daS Denkmal in Schutz und Obhut nehmen wollen. Dort wird eS sicher geborgen und hoch in Ehren gehalten sein. Wessen Auge — deutsch ober fremd — jemals auf das Standbild fällt, der wird sagen und sagen müssen, daS war ein Mann. Meinen märkischen Landsleuten aber wolle man eS nicht verargen, wenn ste hinzusetzen, ein brandenburgischer Mann. Graf Bülow erwiderte, dessen klare Stimme von der Plattform des Denkmals aus über die lautlose Menge drang; auch seine Worte begleiteten wachsende und immer häufigere Beifallskundgebungen, bis in das Hoch auf den Kaiser die Versammlung einstimmte; und nun erscholl die Weise der Nationalhymne, begleitet von den Kapellen, vom Klang der studentiscyen Schläger und mitgesungen von den 8000 Teilnehmern der Feier, ja es schien, als ob die Stimmen der draußen harrenden Menge sich mit diesen vereinigten. Rede des Reichskanzlers. Am Abend seines Lebens hat Fürst Bismarck geäußert, er sei Gott dankbar dafür, daß es ihm vergönnt gewesen sei, seinen Namen dauernd in die Rinde der deutschen Eiche einzuschneiden. Hetzte, wo wir sein Nationaldenkmal in der Reichshauptstadt enthüllen, ist unter denen, die mich hier umgeben, ist im ganzen deutschen Volke niemand, der nicht fühlte und wüßte, daß die Spur der Eroentage de« eisernen Kanzlers nicht untergehen, daß die Bewunderung und Dankbarkeit für ihn nicht aushören werden, solange ein deutsches Herz schlagen, ein deutscher Mund reden, eine deutsche Faust sich ballen wird. Dieses Bewußtsein ist has zukünftige Reichslimesmuseum auszuliefern. — Auf Friedrichshof nahmen an der Mittagstafel auch Prinzessin Adolf zu Schaumburg-Lippe und Prinz Friedrich Karl von Heffen teil. Der Kaiser verbrachte den Nachmittag in der Gesellschaft der Kaiserin Friedrich, begleitete die Kaiserin auch auf der Spazierfahrt im Park und trat dann 9>/4 Uhr Abends die Reise nach Berlin an. — GerichtSasseffor Possart, ein Sohn des Münchener Intendanten, ist als Justitiar zur Zensurabteilung des Ber- iner Polizeipräsidiums zur kommissarischen Beschäftigung überwiesen worden. Er dürfte zum Nachfolger Dumraths als Zensor in Aussicht genommen sein. — Die Vorschläge, welche für die am Montag im Reichsamt des Innern zusammentretende Rechtschreibungs- Konferenz vorbereitet find, haben eine besondere Trag weite. Es werde sich voraussichtlich nur um geringe Aende rungen der sogenannten Puttkamer'schen Orthographie handeln. Man hoffe, durch einige Vereinfachungen derselben den Zwie- palt überwinden zu können, der noch immer in der Recht- chreibung einerseits der Schule, andererseits eines großen Teils der Litteratur, der Preffe, der Behörden u. s. w. besteht. Man ist auch darüber im Klaren, daß u. o. das gewichtige Interesse des Buchhandels Zurückhaltung bei abermaligen Aenderungsversuchen erfordert. Dor einiger Zeit war die Rede davon, daß auch deutsche Sprachgebiete außerhalb des Reiches, wie Oesterreich und die Schweiz, an der Konferenz teilnehmen würden. Aus der Schweiz ist kein derartiger Wunsch amtlich bekundet worden, dagegen hat das österreichische Kultusministerium einen solchen ausgesprochen und hier bereitwilliges Entgegenkommen gefunden. Das österreichische Kultusministerinm wird daher in der am Montag beginnenden Konferenz vertreten sein. Dresden, 15. Juni. Ministerpräsident Justizminister Dr. Schurig ist heute hier gestorben. (Heinrich Rudolf Schurig war 1835 in Radeburg als Sohn eines Musikdirektors geboren, studierte die Rechte und trat dann in den Staatsjustizdienst; er wurde 1884 LandgerichtSpräfideut in Leipzig. 1888 Abteilungsdirektor im Justizministerium und 1890 nach AbekenS Tod Justizminister, dann auch Vorsitzender des Gesamtministeriums. Red.) Ausland. Marseille, 15. Juni. Die marokkanische Gesandtschaft ist hier eingetroffen. Auf die Begrüßungsansprache des Präfekten erwiderte der Führer der Gesandtschaft, die- freundschaftlichen Beziehungen zwischen der französischen und der marokkanischen Regierung seien schon alt und er hoffe, daß die Reise der Gesandtschaft nach Frankreich dazu beitragen werde, dieselben noch enger zu gestalten. Madrid, 15. Juni. Der „Liberal" erfährt auS Tanger, der Sultan habe die Herrschaft Frankreichs, über dieTuat-Oase anerkannt. Rom, 15. Juni. Die Taufe der Prinzessin Jolanda Margherita fand heute im Qurrinal statt. Außer dem Hönig wohnten der feierlichen Handlung die Königin-Mutter Margherita, Königin Maria Pia von Portugal, Fürst und Fürstin von Montenegro, der Herzog von Oportv, Prinz Mirko, sämtliche Mitglieder der königliche» Familie, die Minister und der Hofstaat bei. Vorher hatten sich mehrere tausend Schulkinder zum Quirinal begeben und streuten vor dem Eingang Blumen. Prag, 15. Juni. Am Nachmittag begab sich der Kaiser nach der neuen Jnfanterie-Kadettenschule und besichtigte sodann den Neubau des kunstgewerblichen Museums in der Altstadt. Der Handelskammcrpräsident Wohonka richtete an den Kaiser eine längere Ansprache in beiden Landessprachen. Ter Kaiser erwiderte tschechisch mit dem Ausdruck der Freude, die kostbaren Museums-Sammlungen in einem besonderen würdigen Bau untergebracht zu wissen, und mit dem Wunsche, die auserlesenen Sammlungen möchten zum Aufschwung des Kunstgewerbes beträchtlich beitragen. Der Kaiser fügte dann in deutscher Sprache die Versicherung hinzu, daß es seine und der Regierung stete Sorge sei, die mannigfachen Bedingungen zu erhalten und zu schaffen, deren Arbeit und Gewerbefleiß zu erfolgreicher Thätig- keit bedürfen. Es folgte ein Besuch des botanischen Instituts der deutschen und der tschechischen Universität. Heute abend brack)ten Sängervereine beider Nationalitäten dem Kaiser vor der Hofburg eine Serenade. Ter Kaiser hörte dieselbe mit dem Ministerpräsidenten v. Körber und den Ministern v. Härtel und Rezek und mehreren Würdenträgern auf dem Balkon an, und sprach seinen Tank und seine Anerkennung für diefe Huldigung aus. Sodann begab er sich zur Soiree bei dem Oberstlandmarschalt Fürsten Lobkowitz. Belgrad, 16. Juni. Aus Protupe wird amtlich gemeldet: Am 13. d. M. überfielen nachts Nizams und Arnauten ein auf serbischen Gebiete liegendes Haus des Serben Simenowitsch aus Schuarva, erschossen ihn und raubten sein Vieh. Nach Berichten an die Regierungen soll in Novi-Bazar ein Aufruhr gegen die Behörden herrschen und auch die serbische Bevölkerung von den Aufständischen ernstlich bedroht sein. Petersburg, 16. Juni. Während die Gesuche verschiedener Landschaften, ihre Vertreter an den Beratungen der Regierung über den neuen russisch-deutschen Handelsvertrag teilnehmen zu lassen, alle abschlägig beschieden worden sind, werden die Vertreter landwirtfchaft- licher Vereine zu diesen Beratungen hinzugezogen werden, da sowohl der Finanzminister wie der Minister des Innern es wünschen. Rio de Janeiro, 16. Juni. Der deutsche Kaier richtete nach dem Besuche des brasilianischen Kriegschiffes „Marschall Floriano" an den Präsidenten Campos Salles ein Telegramm, worin es heißt: Es freut mich herzlich, daß Ew. Exzellenz die Güte hatten, den Kreuzer „Marschall Floriano" nach Kiel zu entsenden und mir damit Gelegenheit gaben, dieses moderne Schiff gestern zu besuchen. Ich bin nicht nur entzückt von den vortrefflichen Einrichtungen des Kreuzes, sondern bewundere auch den mustergiltigen Zustand, in dem mir der Kapitän Bacellar das Schiff und die Besatzung vorführte. Als Zeichen der guten Beziehungen, die unsere beiden Länder verbinden, und die noch festen zu gestalten mein Wunsch ist, verlieh ich dem Kommandanten und seinen drei ersten Offizieren als Erinnerung, an den Besuch in Kiel Ordensauszeichnungen. Präsident Campos Salles antwortete: Ich danke Ew. Majestät lebhaft für die herzliche Weise, mit der Ew. Majestät die Güte hatten, die Flotten- mission aufzunehmen, die nach dem Hafen von Kiel zu entsenden ich mich für verpflichtet hielt, als Erwiderung für den bei meinem Antritt der Präsidentschaft in Rio de Janeiro abgestatteten Besuch Ich bin stolz über die hohe Meinung, die Ew. Majestät auszudrücken geruhten über das, was Ew. Majestät an Bord des Panzers gesehen. Ich anerkenne in hohem Maße die ausgezeichnete Ehre, die dem Kapitän und den Offizieren zuteil geworden. Tie Gesinnung Ew. Majestät wird von dem brasilianischen Volke als Beweis angesehen für die Freundschaftsbande, die es mit dem deutschen Volke verbinden, von denen ich wünsche, daß sie sich noch enger gestalten mögen. Peking, 15. Juni. Die Leiche des deutschen Gesandten Frhr. v. Kettel er wurde heute früh nach einer religiösen Feier und unter Erweisung militärischer Ehren an Bord eines Tigmpfers gebracht, auf dem sie nach Deutschland übergeführt wird. Tokio, 14. Juni. Gestern abend hat Waldersee dem Feste des deutschen Klubs beigewohnt. Heute wurde er vom Kaiser in Abschiedsaudienz empfangen. Ter Kaiser und die Kaiserin waren ungemein gnädig. Bereits gestern sandte der Kaiser dem Feldmarschall zwei prächtige Japanvasen und einen prächtigen Wandschirm, welcher in Stickerei den heiligen Berg Fudjiyama mit seiner Umgebung darstellt. Sämtliche Herren des Gefolges wurden heute mit hohen japanischen Orden, verschiedenen Klassen des Sonnenordens sowie des Ordens vom heiligen Schatz dekoriert. Morgen findet ein großes Fest der Deutschen in Yokohama statt. Am Abend giebt der Feldmarschall im Shiba-Palast zu Tokio den Spitzen der japanischen Behörden ein Festmahl. Am 17. d. Mts. erfolgt die Abreise nach Nikko, am 18. von dort nach Kobe auf der „Bertha". Am 22. Juni erfolgt die Einschiffung auf der „Gera" von Nagasaki zur Heimfahrt. Aus Stadt und Sand. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist Httr unter genauer Quellenangabe: „Gieß, tfah* gestattet.) *♦ Personal-Nachrichten. Ter Großherzog hat dem Steindrucker Johann Henrich zu Mainz, im Dienste der Ktmstdruckan statt von Josef Scholz dort, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Arbeit" verliehen. ja. Ai>. B HÄ 'er n°S ^ger ru^?kreily er.#4* rsMlte^ >?^«ÄL!"Z°- gÄX|t®b‘un« Mtaat bei Lr l9lu^ Blumen. "E begeben1 a'l^nt5ob!wP^ ln der ^inbeÄ?h*te an * mit km Ä*- ^mmlunaen ;« „■ bft gebracht w wiks^ be- NEZ - Sprach, bie Ä J« aesttutnj ftete Ä /u erhalten und zu jtLfJ : Ersolgreicher Thatig- ! SW-11 WM» der j?nHÜerfS' Hkute abend Nationalitäten dem Mr ^Tte dieselbe • ftowet und den Ministern -hreren Würdenträgern auf wen Tank und feine «ner- urs- Lodann begab er B 'Marschall Fürsten KMwitz. >s Protupe wird amtlich ge. sielen nachts Nizamr und Sebiete liegendes Haus dk» ^arva, erschossen ihnm )len an die Regierungen ft gegen die Behörden herrsche rung von den AuMndische» . Während die Gesuche bet* iertteter an den Beratungen men russisch-deutschen len zu lassen, alle abschlägi- i die BerNeter landwirtschast- cungen hinzngezogm werden, wie der Minister des Innern Quni. verdeutsche 5ai- 1 des brasilianischen Miego- in den MÄenlen Lamps , $ chei^l'. daß 6ro. Exzellenz die Mr (hall Florians" nach Ml zu Gelegenheit gaben, dieses m- uhen. bin nicht nur ml- i Einrichwngen des deuzS, m mstergiltigen ellar das und die »t- chen der guten Beziehung vbinben, und die noch fe>ksch-^^b»^t hohe» mit lg^2n deE^Mge» e^-*M ni^ien gtikko, am Au ÄlN ^heE I Bö &«)'ä MS^E ist nach Oberkleen — der schöne Festzug durch unseren idillisch 4266 Juni. Tendenz ruhig. Gewinn- und Werkustrechnung 464,01 schilltngen Sa. 11370,44 Watzenborn, den 26. April 1901. Schäfer. Philipp. 8760,18 428,54 16,22 1545,50 . 209.60 . 179 40 . 129.10 . 139.00 . 144.20 . 142.30 . 164.80 . 199.50 . 181.00 . 174.75 620,— D. R. P. 76 912 von Ausgabe. 1. Verwaltungskosten 2. Zinsen von aufgenommenen Kapitalien 3. SonsttgeAusgaben 4. Abschrttben auf Mobilien 5. Reingewinn _____ 21.70 c. 4.10 o. 17.2° C. 7.2° 0. .. 99.95 . 88.30 . 99 80 . 88.20 . 95.70 . 97.00 45.40 . 25.86 . 26.46 . 88.96 Kreditaktien . . Dißkonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelagee. Oeeterr. Btaatebahn Gotthardbahn . . Laurahütte . . Bochum . . . . Harpener . . . . Neueste Wldungen. W. Berlin, 17. Juni. 2.15 Uhr. (Telephonmeldung des „Gieß. Anz.-) Professor Hermann Grimm ist gestorben. Prag, 16. Juni. Der Kaiser besuchte nachmittags von der Station Karlstein die von Kaiser Karl IV. erbaute Burg gleichen Namens und kehrte hierher zurück. am 14.—15. Juni a a a „ 15.-16. , \ " । —L-. Bullen 1. Qual. 54-66 Mk., 2. Qual. 50—52 Mk; Kühe 1. Qual. 60—62ML, 2. Qual. 54—56Mk., 3.Qual. 41—43Mk., 4.Qual. 30—32 Mk., 5. Qual. 28—29 Mk. Bezahlt wurden für 1 Pfd. Schlachtgewicht Kälber 1. Qual. 78-80 Pfg., Lebendgewicht 46-49 Pfg., 2. Qual. 69-71 Pfg, Lebendgewicht 40—43 Pfg., 3. Qual. 60 Pfg., Schlachtgewicht 00- 00 Pfg.; Etuaahme. -) Schafe l.Qual. Schlgw. 64 Psg., 2. Qual. 57—59 Pfg.; Schweine 1. Qual. 1. Zinsen V0N auSge- S3 $fg., L-b-ndg-Mcht 48 w, 2. Bart M P!,„ -wicht 45 PIg lieferten«opitolien $0906,43 wS 2i6ent,a”‘*‘ 00 W ®e,W: 6°,n= unb L.N-chlLff-vmKau,. Telephonischer Kursbericht Frankfurt, den 17. J. Gesundheit nur nieder oder Corsets mit W Hercules-Spiral-Fedem M Sa. 11370,44 4273 Hirz. Seelsorgers, der sich freue,hfcnn der Samen, den er in Den Abschluß der Festlichkeiten zu Ehren dcS Kaisers bto den Tausenden von Predigten rvährend seines Wirkens gesät, beten abends eine Illumination der Stadt sowie eine obche Früchte der Dankbarkeit, Liebe und Verehrung, wie AbcndgcseUsct)ast beim Grasen Thun. Die Illumination war ie hier von Herzen zum Ausdruck käme, bringe. Nachdem äußerst glänzend. Um 9 Uhr sand ans der.Moldaueine er noch! die Zahlen seiner verschiedenen kirchlichen Hand- Regatta mit venezianischem Nachtfest statt. In der ^lveiio- lungen verkündet hatte, versprach er, nod) so lange aus- gesellschast, woran außer den Ministern und zahlreicistu zuharren,^ als es seine Kräfte gestatten. Mit Gesang und Abgeordneten die Spitzen der GeseUschaft teilnahmen, spracy einem dreifachen Hock) auf den Jubilaren wurde diese er. sich der Kaiser dem Bürgermeister gegenüber über den chm von hebende Ehrenbezeugung beendet. Die offizielle Feier, zu der Bevölkerung bereiteten Empfang in lobenden Worten der Einladungen ergangen sind, wird heute zu Grünberg im aus. „Hirsch" abgehalten. An bis jetzt bekannten Ehrengeschenken Hannover, 17. Juni. Ter Kai s e r tras heute scu» werden ein Regulator und eine Statue, der segnende hier ein und fuhr sofort zum MiUtar-Reitmstitut. Christus von Thorwaldsen von der Gemeinde überreichit München, 16. Juni. Infolge der seit Tagen werden. andauernden heftigen Regengüsse ist in Qberbahcrni ^Cleeberg, 17. Juni. Ter hiesige Kriegerverein vielfach, Hochwasser eingetreden. Auch die Isar ist start feierte am Sonntag die Einweihung seiner Vereinssahne gestiegen. Von vielen Seiten laufen Meldungen über Eisen- unter großer Beteiligung der hiesigen Bewohner und aus- bahnverkehrsstörilngen ein. Auch der DnrchgangsverkehÄ wärtigen Nachbarvereine. Um 2 Uhr bewegte sich vom Fest- auf der Strecke Bozen-Ma ist in der Gegend von Salurr» platz aus — in dem reizenden Wiesenthal an der Straße gestört. . nach Oberkleen-der schöne Festzug durch unseren idillisch Prag, 16. Juni. Heute wohnte der Kaiser einen gelegenen geschmückten Flecken nach dem Festplatz. Hier stillen Messe bei. Um 1 Uhr nachmittags fuhr der Monarch erfolgte! eine Begrüßungsansprache und Weiherede, daraus in Begleitung des Statthalters, des Ministerpräsidenten die Enthüllung und Uebergabe der neuen Fahne an den und der Minister v. Hartei und Rezet im Wagen nach Vereinsvorstand. Cs reihten sich Konzert und die üblichen Smichaeo, wo er von der Gemeindevertretung und Vereinen Volksbelustigungen hieran. Heute wird eine Heine Nacht- empfangen wurde. Unter Hoch»- und Jlavarusen fuhr der eier arrangiert, die bei günstiger Witterung ebenfalls auf Kaiser hierauf mit Gefolge zur Grundsteinlegung des.^uu» dem Festplatze stattfindet. Leider ereignete sich auch ein stummeuinstituts, woselbst er von dem Kardinal Fnrst^rz- Unglückssall, indem der Knecht des Spediteurs Roth zu bischof Skebeusti, dem Oberstlandmarschall und dein Pra- Butzbach beim Ablader! von Bier am Festplatz derart von ftdenten des Herrenhauses empfangen wurde. Wad)» der einem Pferde an das Bein geschlagen wurde, daß er eine Weihe des Grundsteins unterzeichnete der Kaiser die Ge- chwere Verletzung davontrug. denkurkunde und fuhr sodann zur Blindenversorgungsanstalt Darmstadt, 17. Juni. Der Großherzog empfing am Franzisco Joseph in m. Nach einem Nundgange durch die 15. Juni u. a. den Kustos der Universität Gießen Tr. Anstalt begab fidji der Kaiser zu Wagen auf Burg Karlstein. Robert Fritzsche. Budapest, 16. Juni. In der Stadt Szattna witthete Da r m st a dt, 15. Juni. Der Vorstand des Viktoria- am 15. d. Mts. abends ein heftiger Orkan mit Hagcl- Melitta-Vereins zur Erbauung billiger Wohn- schlag, der in den Obstgärten großen Schaden anrichtete. n n g e n hatte gestern eine Gesamtsitzung. Die in der Ersten — Wie aus Szekely - Udvarhely gemeldet wird, hat deck Kammer angeregten Gesetz-Entwürfe, die Ministerialrat Jkarbach! das Torf Csernaton überflutet und verursachte Braun formuliert hat, wurden durchberaten und einstimmig vielen Schaden. Ein Kind kam in den Flntest^m._______ gutgeheißen. Tie Landeskreditkasse soll Darlehen an Ge- ----_—-------- — meinben und Genossenschaften gewähren, damit diese auf JeCL6X* * AXX1111CX1VäU6x dem Wege freiwilliger und gemeinnütziger Keiftungen nn fontp batQuf sehen, daß feine Frau unb Töchter im Interesse ihrer der Lösung der Wohnfrage weiter mitarbeiten können. — — ~ fc. Mainz, 16. Juni. Wegen fahrlässiger Tötung wurde der Hausbursd;e der 2ßirtfd>aft verhaftet, in dcy sich der Händler Schneider aus Gonsenheim totgestürzt hat. Tie Fahrlässigkeit soll darin liegen, daß der Bursche die Kellerthüre offen ließ nach einem Raum zu, der von den Tas Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren t wurde verliehen durch Allerhöchste Entschließung des Gros> Herzogs den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Alzey Georg Aschoff und Sebastian Kähler dort. ** Besitzwechsel. Tas früher Schtvagersche Haus Seltersweg 8 wurde für 76000 Mk. durch die Vermittelung 1 des Herrn Sck-aumberger an Herrn Wirsig verkauft. fc. Unfall. Herr I. Anussek von hier, der in Frank- i furt a. M. von einem fahrenden Straßenbahnwagen springen wollte, kam unter den Anhängewagen und erlitt schwere, : jedoch nicht lebensgefährliche Brust- und Kopfquetschungen. , Er mußte in ein Zirankenhaus gebracht werden. ** 6 o n t e n t i (t Der von dem Verein Contentia gestern aufgelassene Ballon ist gestern abend 6.25 Uhr im Licher Walde im unteren Milrtär-Scl)ießistande gefunden worden und die an den Ballon geheftete Karte ebenfalls in den Besitz des Vereins gelangt. m. Heuchelheim, 15. Juni. Gestern lag bier Prinz Albert von Schleswig-Holstein-Sonderburg- Augustenburg, der im 23. Dragoner-Regiment als Oberleutnant steht, im Quartier. (:) Lollar, 16. Juni. Gestern waren 25 Jahre verflossen, seitdem der Prokurist der Eisenwerke Hirzenhain uno Lollar (Buderuswerke), Herr Ang. Sck>önwerk, in die Treuste der Werke trat. Die Direktion der Werke ver sammelte aus diesem Anlasse die Beamten der Werke von Hirzenhain und Lollar sowie der Gruben gestern Nack;»- mittag, in einem schön dekorierten Zimmer der Main- Weser-Hütte um sch, dem Jubilar eine Ueberraschung zu bereiten. Direktor Steinecke hielt eine längere Ansprache an den Jubilar, in der er desfeu Thätigkeit und Pflchttreue rühmte, und überrechte ihm unter Tankesworteu im Namen und Auftrage des Ausschitsrates eine wertvolle goldene Uhr. Ter älteste Beamte der Werke, Lanz, überreichte daun im Namen der Werkbeamten dem Jubilar eine von diesen gestiftete zur Uhr passende schwere goldene Kette mit Medaillon. Sichtlich gerührt sprach dann der Jubilar Worte des Dankes aus und verscherte der Direktion, daß er auch fernerhin bemüht bleiben werde, dem Werke seine Kräfte zu widmen. Nachdem nod} ver- sttftedene Ansprachen auf den Aufsichtsrat, die Direktion u. s. w. gehalten, aud) ein Danktelegramm an den Vorsitzenden des Aufschtsrates, Kommerzienrat Hugo Buderus, der schwur Zeit in einem Sck)weizer Bade besindet, abgesandt war, gab man sch der allgemeinen Festfreude bei Bier und dazu passendem Imbisse hin. Tie ganze Feier verlief würdig und legte Zeugnis dafür ab, weld)es gute Einvernehmen zwischen Tirektion und Beamten herrscht. Gegen 8 Uhr mußten der Jubilar, die Beamten von Hirzenhain und der Gruben wegen der abgehenden Eisenbabnzüge cheiden; die Direktion und Beamten von Lollar blieben dagegen nod)i bis zur späten Abendstunde bei Lieder und Pistonvorträgen durch Herrn Kirchner vergnügt vereinigt, und man trennte sch dann mit dem Bewußtsein, ein schönes Fest würdig gefeiert zu haben. -tt- Londorf, 17. Juni. Eine hiesige Manufakturwaren Händlerin hatte schon lange Verdacht auf eine Kundin aus einem Nachbarorte. Ts schien ihr immer als fehlte etwas in dem Laden, sobald die Frau sie besucht hatte. Gestern kam die Käuferin wieder. Die Händlerin machte sich draußen zu schaffen und als sie den Laden wieder betrat, merkte sie sogleich, daß ein Kinderkleidchen verschwunden war. Als die Diebin den Laden verlaffen hatte, wurde sofort bie Gens darmerie von dem Vorkommnis in Kenntnis gesetzt; man erwischte die Frau im BureanS des hiesigen Gemeindeeinnehmers und fand das Kleidchen in ihren Röcken versteckt. „DaS ist alles nicht so schlimm", meinte die entlarvte Spitzbübin, „wenn's nicht das fünftemal wäre!- Tatsächlich ist sie wegen Diebereien schon viermal vorbestraft. — Wie bereits mitgeteilt, findet am 23. Juni hier das Jubiläum des Ge- sangveretns „Frohsinn" statt. 55 Gesangvereine sind eingeladen worden. Bad-Nauheim, 17. Juni. Unterhaltungen vom 18. bis 22. Juni 1901. Frühkonzert ber Kurkapelle täglich von 7—8 Uhr norm, am Kurbrunnen. Dienstag, 18 Juni, nachm. von vier bis halb sieben Uhr und abends von 8—10 Uhr auf der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Meyerbeer-Konzert. Bei gutem Wetter abends gegen 10 Uhr Feuerwerk auf der Terrasse. u Queckborn, 16. Juni. Es war 1894, also vor 7 Jahren, als die Stadt Gießen die wasserreid)en Quellen deS sogenannten Bornfloß ankaufte und das Gießener Wasserwerk erbaute. Außer einer ansehnlichen Geldsumme erhielt unsere Gemeinde von der Stadt Gießen eine riqene Wasserleitung, sodaß jetzt jeder Ortsbürger das Wasser im Hause, Stall usw. hat, gewiß eine sehr angenehme und nützliche Änrichtung. Als damals die Quellen zur Gießener Wasserleitung gefaßt werden sollten, wurden die Mühlenbesitzer ait dem von Grünberg kommenden Oeftd)ers- badie unb an der Wetter bis hinunter nach Butzbach gegen die Stadt Gießen klagbar, da sie glaubten, durdi die Entziehung jener Quellen, deren Abfluß ein wasserreiches Backstein war, würde ihr Mühlenbetrieb geschädigt. Ihre Klage auf Sckvadenersatz wurde damals mit dem Bescheid ab gewiesen, es müsse erst der Nack)Sveis erbracht werden, daß der Wasserstand genannter Bäche abgenammeit habe. Dieses iSt bis jetzt nicht geschehen. Es fließt im Gegenteil noch ebensoviel Wasser ab wie vorher, sodaß bie Stadt Gießen für alle Zeiten mit Wasser versorgt sein durfte. -tt- Rüddiugshausen, 17. Juni. Hier herrscht schon seit langer Zeit D t p h t h e r i t i s. Bier Kinder find der tückischen Krankheit bereits zum Opfer gefallen, und jetzt liegen schon wieder einige schwer krank darnieder. m Winnerod, 17. Juni. Ein imposanter Fackelzug, bestehend aus Gemeinde-, Kirchen- und Schulvorstaiid, der Schuljugend, dem Krieger- und Gesangvereine und zahlreichen Einwohnern, bewegte sich Samstag abend von Bersrod zum hiesigen Pfarrhause, um dem ^tahrigen Greise und Seelsorger der Gemeinden Bersrod und Winne- wd, dem Pfarrer Rösck)en, der an diesem -tagejetn Fünfzigjähriges Amtsjubiläum beging, feine ^Ehrerbietung zu bekunden. Ter Gesangverein sang mehrere der Feier entsprechende Gesänge, ein Schuler sprach einen Festprolog, der von Lehrer Taad von Bersrod verfaß war, worauf Herr Daab in einer schwungvollen Ansprack>e die segensreiche und gewissenhafte Wirksamkeit des Jubilars auf den verschiedenen Gebieten des kirchlichen, ftttlick) dingungen liegen auf Gr. Bürgermeisterei Daubringen zur Ansicht offen. Gießen, am 13 Juni 1901. Großh. Kulturinspektion Gießen _______Wißmann._______ Versteigerung. Mittwoch den 19. d. RUS., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: 30 Kilo Stahl und 100 Glühkörper. Die Versteigerung findet bestimmt statt. 4279 ______Bor«, Gerichtsvollzieher. Mittwoch brn 19.Inni l.|., nachmittags 2 Ayr, werden in dem Bieker'swen Saale Möbel aller Arten, 2 Hobelbänke, eine Ladeneinrichtung u. v. a. versteigert. 4277 Gerichtsvollzieher. WWlniM Stöbt Schlachthaus. Areiltavk. 4283 Heute und morgen: Gchstvfleisch 50 pfz. Schweinefleisch 40 pfg. Vorzüglicher deutscher n. franz. Kognak ärztlich empfohlen die Flasche von Mk. 1.50 an in gut gelagerter Qualität stets vorrätig bei 413 A. & G. Wallenfels, Weinhandlung Telephon46. MarktBl. Fttr Hotels u. Restaurants Vorzugspreise. — Prompter Versand nach auswärts. Echter 4282 MsMtt Schweizerklise Mo. la. Limbiitfler Käse frisch in Anschnitt genommen. Varl Petri, MM. 18. ^ermietungei 2588] Schöne 5-Zimmerwohn« ung, Beletage, Bleichstraße 17 per sofort oder später zu vermieten. 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