des UmbaueS Detail »o A ta| 22. UM WmiHe N?. 115 Zweites Blatt. 151. Jahrgang. Samstag 18. Mai 1901 rf^drt ILgltch mtt ^.«.»xebeie »r6 MomagS. f>v » -'n dem Sri grt** Hn JUr-ewte'f' „Blätter ftr '»4 1-itWunfre" »w> OMf bnykflt. x US« fer »ex trl^ewenben ffcC.Ä*, S^tie« hu» ßär'Awi 7. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger v #v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen vezugrprelr DiertdjfiW- Mk. 2.20, munati. 75 mit Brmgrrlohn; durch tte Ldholrftellen »rertrlji^, Mk. 1.90, monatl. 65 8ei Postbezug Durtclij^et. Mk. 8.00 ohne Bestell^ BO« »n,,Uen-verw>nau«fa. PrSex bei In- uwb 8u8t«n-*rU nehmen Lnjelaen für *e*t Siebener »xteiger tnigfpf ßtlltn^reU. lokal H Ich».. • uewärte TO Vf» Ibrefle fflr Depef4wi Atzeiger Stetze». Ferniprechanschluß W«.9Ä. ■■■■■■MOHHDSWvSk Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Die Senkenbergstroße zwischen Ostanlage und Brandplatz wird neu eingedeckt und eingewalzt und deshalb für die Zeit vom 18. bis 22. d. Mts. für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. Gießen, den 17. Mai 1901. Großhei^ogliches PolizeürmL Gießen. Hechler. der Geschäftsordnung, wenn Sie jetzt diesen Antrag nicht zulassen wollten. Abg. Singer äußert sich in gleichem Sinne. Abg. Bachem bestreitet die Richtigkeit der Auffassung, erklärt aber nochmals, er verlange ja augenblicklich weiter nichts, als die Verlesung der Namen. Abg. Gamp: Bei jenem vom Abg. Richter erwähnten Anlaß hielt die Geschäftsordnungs-Kommission diese Frage nur für zweifelhaft, und sie unterließ deshalb einen Beschluß, indem sie glaubte, abwarten zu können, ob sich ein solcher Vorfall wiederholen werde. Abg. Singer : Die Geschäftsordnungs-Kommission hat damals durchaus Ihrer Auffassung entgegengesetzt entschieden und nur für Vertagur.gs- oder Schlußanträge Anwesenheit der Antragsteller verlangt. Wenn übrigens Herr Bachem gar nichts anderes verlangt, als Verlesung der Namen, sa habe ich ja bereits erklärt, daß wir dieses Verlangen durchaus unterstützen. Abg. Richter: Ich weiß gar nicht, weshalb die Herren sich so sehr aufregen? Ich will doch nur mit dem Anträge auf namentliche Abstimmung die Namen der Herren öffentlich festlegen, welche dem Volke den Spiritus so sehr verteuern wollen. Wollte ich etwas Anderes, so brauchte ich ja nur die Beschlußfähigkeit anzuzweifeln. Es ist also doch nur Freundlichkeit gegen Sie selbst (Heiterkeit), wenn wir namentliche Abstimmung fordern, denn Sie können ja dazu noch alle Mannen heranschleppen (Heiterkeit). Ihr Verdruß braucht sich also doch nicht gegen uns zu kehren! (Heiterkeit.) Nach Bemerkungen der Abgg. Bachem und Stadthagen erklärt der Präsident Graf Balle st rem : Meine Herren, die Geschäftsordnung enthält keine positive Bestimmung, welche die persönliche Anwesenheit der Unterzeichner für einen Antrag auf namentliche Abstimmung verlangt. Nur bei Anträgen auf Vertagung oder Tcbatteschluß ist Anwesenheit erforderlich. Ich habe mich nicht über das Angemessene oder Unangemessene eines solchen Verfahrens zu äußern, sondern nur über das Thatsächliche. Die Praxis war bisher stets so, daß keine Kontrolle ausgeübt wurde. Ich wüßte auch nicht, wie sie erfolgen solle. Meiner Ansicht nach ist also gegen vorliegenden Antrag auf namentliche Abstimmung nichts einzuwenden. Wenn nun Herr Bachem gewünscht hat, daß die Nanien verlesen werden, so ist dergleichen zwar bisher nie geschehen, aber ich habe nichts dagegen einzuwenden. Wenn kein Widerspruch erfolgt, so lasse ich also die Namen verlesen. Widerspruch erfolgt nicht. (Heiterkeit.) Ich bitte also den Herrn Schriftführer, die Verlesung vorzunehmen. Tie Verlesung ergiebt als Unterzeichner des Antrags auf namentliche Abstimmung die Sozialdemokraten, einige freisinnige Volksparteiler und süddeutsche Volksparteiler. Nunmehr tritt das Haus in die Generaldebatte ein, nachdem die Geschäftsordnungsdebatte eine volle Stunde in Anspruch genommen hatte. Abg. Lucke (B. b. L.) tritt für die Beschlüsse zweiter Lesung ein, ebenso Abg. v. Kardorff, welcher erklärt, ohne die Kontingentsherabsetzung für die neuen Brennereien liege ihm nichts an dem ganzen Gesetz. Auch die Abgg. Gamp und Holtz einpfehlen kurz das Gesetz, wogegen die Abgg. Wurm und Richter dasselbe bekämpfen und den Antrag Fischbeck empfehlen, der in seinem ersten Teile die Kon tin g e ntshe r ab setzung für neue Brennereien st r e i ch e n und in seinem zweiten Teile ; die Brenn st euer lediglich verlängern will, also ohne den in zweiter Lesung beschlossenen 50prozentigen Zuschlag. Schon etwas vor dreiviertel 11 Uhr schließt die Generaldebatte. Ohne weitere Spezialberatung wird über den er st en Teil des Antrages Fischbeck namentlich abgestimmt. Geaen denselben stimmen 178, für denselben 25 Abgeordnete, der Abstimmung haben sich 2 Abgeordnete enthalten. Anwesend waren somit insgesamt 205 Abgeordnete Ter Antrag Fischbeck ist also in seinem ersten Teile abgelehnt. Abg. Fischbeck empfiehlt sodann den zweiten Teil seines Antrages, also bloße Verlängerung der Brennsteuer ohne Zuschlag. Abg. Wurm, für den Antrag, bekämpft in längeren Ausführungen den Beschluß zweiter Lesung. Nach weiteren längeren Ausführungen des Abg. Stadthagen schließt die Tebatte. Zunächst wird der A n t r a g F i s ch b e ck auf einfache Verlängerung der Brennsteuer in ihrer jetzigen Höhe um ein Jahr in einfacher Abstimmung abgelehnt. Ueber den Beschluß zweiter Lesung — 5 0prozen- tigerZuschlagzur Brenn st euer — wird n a m e n t - l i ch abgestimmt. Für Aufrechterhaltung dieses Beschlusses werden 179, gegen denselben 17 Stimmen abgegeben, während zwei Abgeordnete sich der Stimmabgabe enthielten. Es sind also insgesamt nur 198 »Stimmen abgegeben. Präs. Graf B a l l e st r e m: Meine Herren, das Haus ist hiernach beschlußunfähig. Es läge mir nun zwar ob, eine Sitzung mit einer Tagesordnung anzusetzen, da ich aber begründete Vermutung habe, daß wir vor einer längeren Unterbrechung unserer Arbeiten stehen, so darf ich wohl annehmen, daß Sie mich ermächtigen, seiner Zeit eine Tagesordnung, die Ihnen reck)tzeitig zugestellt werden wird, Deutscher Reichstag. Berlin, 15. Mai. Die Bänke der Rechten, des Zentrums und der National- liberalen sind gut besetzt, wogegen Sozialdemokraten und namentlich Freisinnige in sehr geringer Anzahl vertreten find. Präs. Graf B a l l e st r e m : Es ist zur dritten Lesung des Branntweinsteuergesetzes ein Antrag Fischbeck eingegangen, die Brennsteuer nur zu verlängern, ohne sie zu erhöhen. Ter Antrag bedarf noch der Unterstützung. Die Herren, welche den Antrag unterstützen wollen, wollen sich ergehen. (Abg. Richter ruft dazwischen: zur Geschäftsordnung! Als sich nur die wenigen Freisinnigen und Sozialdemokraten erheben, wird rechts gerufen: Tie Unterstützung genügt nicht! Heiterkeit.) Abg. Richter zur Geschäftsordnung: Ich habe die erforderliche Anzahl Original-Unterschriften hier! Der Abgeordnete eilt zum Präsidialtisch und überreicht die Unterschriften. • Abg. Gamp ruft: Dann mögen die Herren auch hier sein! Abg. Bachem : Tann bitte ich den Herrn Präsidenten, die Unterschriften verlesen zu lassen, damit man nachher wenigstens weiß, welche von den Herren Unterzeichnern nicht hier sind! Abg. Richter (lachend): Tie Namen der Antragsteller tiommcn ohnehin in die Akten? Damit ist diese Angelegenheit erledigt und das Haus tritt in die Tagesordnung ein. Es werden zunächst einige Rechnungssachen definitiv erledigt und sodann das Han - delsprovisoriummitEngland debattelos in dritter Lesung definitiv angenommen. Letzter Gegenstand der Tagesordnung ist die dritte Lesung des Branntweinsteuer-Gesetzes. Präs. Graf Ballestrem teilt sogleich mit, daß ein Antrag der äußersten Linken eingegangen sei auf namentliche Abstimmung über die Herabsetzung des .ibontingents für neu entstehende Brennereien. Abg. Bachem ersucht den Präsidenten jetzt abermals, die Namen der Antragsteller verlesen zu lassen, damit das Land wisse, welche Herren solche Anträge stellen, ohne anwesend zu sein. Abg. Singer : Ich unterstütze das Ersuchen des Herrn Bachem durchaus, denn auch ich will, daß das Land wisse, wie wir noch das letzte Mittel versuchen, um das Zustandekommen' dieses unheilvollen Gesetzes zu verhindern? Abg. Groeber Ta wir nicht mehr beschlußfähig find, kann ich auch nicht: das Wort zur Geschäftsordnung erteilen. Der Herr Reichs kanzler hat das Wort. Reichskanzler Graf Bülow verliest nunmehr die tu Straßburg i. E. vom 12. Mai datierte Kabinettsordre betr. Vertagung bis zum 26. November. Präs. Graf Ballestr cm: Wir beenden unsere Arbeiten mit dem Ruse der Liebe, Treue und Ergebenheit zu dem erhabenen Reichsoberhaupt. Se Majestät der Kaiser lebe hoch. Tas Haus stimmt dreimal begeistert ein. Politische Tagesschau. Der gemeinschaftliche Landtag der Herzogtümer Gotha und Koburg hat sich in seiner letzten Sitzung mit einer Angelegenheit der Aera des Ministers v. Strenge befaßt, die allgemeines Aufsehen erregen dürfte. Den Anlaß zur Besprechung gab eine Petition des Buchhändlers Emil Perthes in Gotha um sinngemäße Einführung des § 16 des ReichS- beamten-GefetzeS vom 31. März 1873 in den Herzogtümer« Koburg und Gotha und zwar in folgender Fassung: .Kein herzoglicher Staatsbeamter darf ohne vorgängige schriftliche Gmehmtgung deS herzoglichen StaatSmt^tstertumS ein Nebenamt oder eine Nebenbeschäftigung, mit denm eine fortlaufende Vergütung verbanden ist, übernehmen oder ein Gewerbe betreiben. Dtefelbe Genehmigung ist zu dem Eintritt eines herzoglichen Staatsbeamten in den Vorstand, VerwaltungS- oder AuistchtSrat einer j nicht vollendet ist. Die Truppen auf der Veste waren nur 5 Bataillone stark und hatten einige Magazingeschütze, während der angreifende Befehlshaber über 13 Bataillone und zahlreiche Artillerie verfügte. Nach längerem Feuergefecht wurde unter Führung des Kaisers ein Sturm gegen di Front und die rechte Flanke der Veste unternommen und die Veste um 9 einhalb Uhr genommen. Ter Kaiser hielt hierauf Kritik ab. Am Nachmittag 5 Uhr kehrte der Kaiser nach Kürzel zurück. Auf dem Bahnhofsplatz stürzte der voranreitende Ordonnanzoffizier Oberleutnant v. Eichmann vom 13. Tragoner-Regiment mit dem Pferde, ohne sich eine Verletzung zuzuziehen. Ter Kaiser stieg aus, erkundigte sich nach dem Befinden des Offiziers und reichte ihm die Hand. — Zu der heutigen Frühstückstafel bei den Majestäten im Schlosse zu Urville waren u. a. die Gemahlin des preußischen Ministers des Innern Freifrau v. Hammerstein und der kommandierende General des 16. Armeekorps Graf v. .Haeseler geladen. Um 3 einhalb Uhr Nachmittag fuhr die Kaiserin nach dem Schulhause in Kürzel, bewirtete dort die Kinder mit Chokolade und Kuchen, und unterhielt sich huldvollst mit den Kindern, die zum Schlüsse ein dreimaliges Hurra ausbrachten. — Ter Reichstag hat innerhalb des knappen Zeitraums der letzten vier Wochen mehr geleistet, als während irgend einer anderen Session innerhalb desselben Zeitraums. Am 16. April seine Arbeiten nach den langen Osterferien wieder aufnehmend, hat der Reichstag in rascher Aufeinanderfolge an Gesetzen erledigt: Tie Versorgung der Kriegsinvaliden und Kriegshinterbliebenen, das Urheberrecht, das Verlagsrecht, das Gesetz über die privaten Versicherungs-Unternehmungen, das Unfallfürsorgegesetz für Beamte und Personen des Soldatenstandes, das Weingesetz, die Anträge über Aenderung und Erweiterung der Gewerbegerichte und Ausübung der freiwilligen Gerichtsbarkeit; dann eine Anzahl kleinerer Vorlagen und Anträge, wie Aenderung des Auslieferungsvertrages mit Belgien, den Nachtrag für Errichtung eines Aufsichtsamts für die privaten Versichjerungsunternehmungen und den Anwesenheitsgelderantrag. Tie Gesetze über Verlagsrecht und die privaten Versicherungsunternehmungen wurden in dritter Lesung en bloe angenommen. Tie kürzeste Sitzung fand am 11. Mai statt, wo eine lange Tagesordnung, die sonst wohl für eine Woche ausgereicht hätte, in kaum 20 Minuten erledigt wurde. Zum Verdruß des Zentrums konnte der „Toleranz"-Antrag nicht erledigt werden. Dicht vor der Vertagung ist der Bericht über das Süßstoffgesetz fertig gestellt. Mit der Seemannsordnung muß das Garantiegesetz für die ostafrikanische Bahn über ein halbes Jahr hinausgeschoben werden. — Wie nach der „Nat. Korresp." verlautet, darf angenommen werden, daß der Staatsvertrag zwischen Preuren und Bayern wegen der Mainkanalisierung den beiderseitigen parlamentarischen Vertretungskörpern bereits in den nächsten Tagungen zugeht. — Zwischen Deutschland und der Schweiz ist eine Vereinbarung getroffen worden, wonach bei der Abschiebung arbeitsloser Elemente aus einem Staat in >en anderen künftig stets eine Benachrichtigung und Ver- tändigung über die Beförderungskosten voranzugehen hat. — Am Mittwoch wurde im Reichstagsgebäude eine KonferenzvonHandwerker-Genossens cha f te n abgehalten, welche die Bildung von Revisions- und Jnstruk- tionsverbänden bezweckte. Zu diesem Zwecke wurde eine Kommission eingesetzt. — Zu Gunsten Maximilian Harden's, der sich ;etzt wegen Majestätsbeleidigung auf der Festung Weichselmünde befindet, und dessen Gesundheit zu wünschen übrig lassen soll, war ohne sein Wissen ein Gnadengesuch vorbereitet worden, das die Unterschrift von mehr als 200 Namen gefunden hatte. Als Harden von der Absicht erfuhr, hat er gebeten, davon Abstand zu nehmen. Bremerhaven, 16. Mai. Der Lloyddampfer „Stuttgart" ist heute mit322 krankenSoldatenausChina eingetroffen. Der Kommandant von Geestemünde, Kapitän zur See begrüßte die Heimkehrenden im Namen des Kaisers an Bord des Schiffes. Von den Kranken bleiben 170 im hiesigen Kriegslazarett, die übrigen werden nach Bremen und Berlin weiter befördert. Essen a. Ruhr, 15. Mai. Für den jetzigen Handelsminister Moeller ist als Reichjstagskandidat für Duisburg der Kommerzienrat Servaes in Aussicht genommen. Koburg, 16. Mai. In feierlicher Weife hat gestern die Taufe der am 2. April geborenen Tochter des Regenten, Erbprinzen Ernst zu Hohenlohe-Langenburg und seiner Gemahlin Alexandra, Tochter des verstorbenen Herzogs Alfred von Sachsen-Koburg-Gotha (Schwester unserer Frau Großherzogin) stattgefunden. Den Taufakt vollzog mit Jordanwafser, das der verstorbene Erbprinz Alfred von seiner Palästinareise mitgebracht hatte, der General- üperintendent Bahnsen. Der Täufling erhielt den Namen Alexandrine Beatrice Leopoldine. Aus Anlaß der Feier pendele die Witwe des Herzogs Ernst, die Herzogin Marie 10000 Mark dem Marienverein zu den Kosten der Gründung eines Mutterhauses für Krankenpflegerinnen. Stuttgart, 15. Mai. Gegen den Redakteur des Beobachters, Landtagsabg. Schmidt, ist vom preußischen Ktiegsministerium wegen Beleidigung der deutschen Truppen in China Strafanzeige erhoben worden. Der Landtag hat die Angelegenheit an die Geschästsord- nungskommission verwiesen. München, 16. Mai. Der Regent spendete anläßlich der gestrigen Taufe im Bamberg 20000 Mark zur Errichtung einer „Prinzregent Luitpold-Stiftung für arme Kinder in Bamberg." Ausland. Stockholm, 15. Mai. Die Zweite Kammer beriet heute die Regierungsvorlage betreffend die Heeresordnung. Nach langer Debatte wurde die Vorlage, in der die Militär- dienstzeit auf 12 Monate festgesetzt ist, abgelehnt, dagegen gelangte ein Abänderungsantrag mit Festsetzung der Dienstzeit auf acht Monate zur Annahme. Loudon, 15. Mai. Der König ordnete an, daß sein Geburtstag in Zukunft am 24. Mai, dem Geburtstage der verstorbenen Königin, gefeiert werde. (Des König- Geburtstag ist am 9. November. D. Red.) — Die brititsche Admiralität beschloß, in diesem Jahre den Bau von drei neuen Schlachtschiffen von je 18 000 Tonnen Tragkraft zu begimrn. Dieselben werden die größten und mächtigsten Kriegsschiffe bcr Welt sein. Ihre Bewaffnung wird vier 50 Tonnen wiegende Geschütze umfassen. Die Kosten eines jeden Schiffes find auf l’/* Mill. St. veranschlagt. Paris, 15. Mai. Aus Algier wird gemeldet, daß in den letzten Tagen Ueberfälle auf französische Ansiedler statlfanden. So soll in einem Dorfe bei Mattfon ein französischer Kolonist namens Pascal von Eingeborenen ermordet worden sein. In der Nähe von Constantine griffen Araber einen französischen Gutsbesitzer an. ES entstand ein heftiges Handgemenge zwischen den Arabern und Leuten, die dem Gutsbesitzer zu Hilfe geeilt waren, wobei auf beiden Seiten mehrere Personen verwundet wurden. Der Rädelsführer der Araber wurde verhaftet. — Die „Libre Parole", die feit langem eine Skandal- Campagne gegen den Justizminister Monis führt, der auch Besitzer einer Cognakfabrik ist, beschuldigt diesen, er habe widerrechtlich die Verleihung der goldenen Medaille der Weltausstellung au die deutsche Cognakfirma Buchholz in Grünberg im „Journal offiziell" inserieren laffeu, obwohl die internationale Jury die Firma von der Liste ge- strichen hatte. Abbazia, 15. Mai. Bei dem gestrigen Diner bei dem König und der Königin von Rumänien brachte der König von Griechenland einen Trinkspruch auf das Glück Rumäniens aus. Heute vormittag unternahmen der König von Rumänien und der König von Griechenland einen gemeinschaftlichen Spaziergang. Das Frühstück nahm der König von Griechenland mit Gefolge bei dem König und der Königin vou Rumänien ein. Budapest, 16. Mai. Wie verlautet, soll demnächst die Verlobung des Prinzen Georg Wilhelm von Cumberland mit der Tochter des Erzherzogs Friedrich erfolgen. Petersburg, 16. Mai. Der Dozent an der Universität, S. A. Wenger ist wegen seiner litterarischen Thätigkeit verhaftet worden. (In Deutschland ist Wengerow nicht ganz unbekannt. Es erschien von ihm 1899 ein Buch „Grundzüge der Geschichte der neuesten russischen Litteratur. D. Red.) Belgrad, 16. Mai. König Alexander soll ernstlich entzweit mit seiner Gemahlin, der Königin Draga, sein. Es wird behauptet, er habe sie lediglich nur deswegen geheiratet, weil sie ihm die Geburt eines Erben in sichere Aussicht gestellt habe. Und nun soll sich gezeigt haben, daß sie nie zu einer solchen Behauptung berechtigt war. Ihr darauf bezügliches Geständnis soll vom König Alexander sehr ungnädig ausgenommen worden sein, und in weiten Kreisen Belgrads waltet die Ansicht ob, es könnte zur Scheidung der königlichen Ehe kommen. Aus Stadt und Zand. Gießen, 16. Mai. LU. Von der Universität. Am 15. d. MtS. fanden die Fachprüfungen für das Finanzfach, denen sich diesmal drei Kandidaten unterzogen, ihren Abschluß. DaS Examen bestanden die Kandidaten der Kameralwiffenschaft Wilhelm Ullmann aus NiederErlenbach und August Weimer aus Gießen. ** Der erste Vortrag des Lektors Goetschy, ;er Samstag abend in der kleinen Aula der Universität tattsindet, behandelt das Thema „die Frauen Fran^ reichs im 18. Jahrhundert". Da die Frauenfrage stetig mehr in den Vordergrund des öffentlichen Lebens tritt, dürste es von besonderem Interesse sein, zu erfahren, daß Herr Goetschy im Laufe seines Vortragcyclus u. a. die Beziehungen der Frau von Stael zu Deutschland bespricht. Irr Tarmftadt, wo Herr Goetschy vor einigen Wochen seine Vorträge hielt, hatte er zahlreiches Stammpublikum. * * Personal Nachrichten. Der Großherzog hat dem Pfarrer Hermann von der Au zu Dalheim die evangelische Pfarrstelle zu Flomborn, Dekanat Alzey übertragen. — Dem Fabrikanten Lucian Wolf zu Mainz wurde der Charakter als ..Kommerzienrat", dem Feldschützen Heinrich Appel II. zu Langd (Kreis Gießen) das Allgemeine Ehrenzeichen für langjährige treue Dienste verliehen. * * Vom Jahrmarkt. Am Mittwochnachmittag fiel ein Arbeiter beim Schaukeln aus der Schiffsschaukel und zog sich leichte Verletzungen am Kopfe zu. — Einen Korb gestohlen auf dem Jahrmarkt hat eine Bäuerin. Anzeige wurde erhoben. — Ein Schüler, der mehrfach wegen Diebstahls betraft ist, entwendete am Mittwoch an einem Schuhwarenstand auf Oswaldsgarten ein Paar Schuhe im Werte von 6 Mk. Die Schuhe wurden dem Jungen abgenommev und de« Eigentümer wieder zugestellt. Anzeige wurde erstattet. • * Glück im Unglück. Gestern nachmittag fiel ein dreijähriges Kind aus dem dritten Stock eines Hauses am Neuenweg. Ein in der Nähe arbeitender taubstummer Schreinergeselle sah es fallen, eilte herbei, und es gelang ihm, das Kind noch kurz über der Erde aufzufangen und er vor Schaden zu bewahren. • * Mißhandlung. Gestern abend gerieten zwei Arbeiter in der Sonnenstraße in Streit, wobei der eine seinem Gegner eine Zaunlatte auf den Kopf schlug und ihn verletzte. Anzeige ist erstattet. * * Ueberfahren. Ein Arbeiter von Annerod überfuhr mit seinem Fahrrad in der Gartenstraße einen Weißbinder von Reiskirchen. Dieser erlitt derartige Verletzung, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. • * Herr Proftffor Dr. Strack bittet uns, mitzuteilen, daß, wie sich die Leser bereits gedacht haben werden, in seinem Wüllner-Artikel auf Spalte 3 Zeile 5 zu lesen ist statt „Zwitterwesenhybrides". ..hybrides Zwitterwesen". Wies eck, 17. Mai. Am Mittwoch morgen bemerkte: der Landwirt Simon auf seinem am Hochwald gelegenen Felde zwei Pferde ohne Geschirr weiden. Zufällig Fant ein Gendarm des Wegs und die Pferde konnten mit seiner Hilfe aufgefangen werden. Bald fand man am Waldesrande auch einen Wagen mit dem Geschirr der Pferde herrenlos! stehen. Ter Wagen und die Pferde wurden nach Wieseck gebracht. Wie verlautet, sollen die Pferde und der Wagen in Westfalen gestohlen und der Besitzer bereits in Kenntnis gesetzt worden fein. »ÄS& l 9* Nt h- »Ad tin L?en tan. d &Mtll, H« W. Wbti auf htih,"6 ®118' T* Mett««« z tm dn äÄtn?to bti d'» « bÄfaäS5"'» , h' 6 ~lua tKutnänieiig 1 “onig Bon SRnmanten Ä 8tBti*Wn ■ ß«tt non Zrinhni- w der Sövigili vou A- IE brnnita bie «ßuyeltn von Cumberland uedrich erfolgen. ozent an der Universität, r litteratiMen Thiliglck iiüBÖ ift Wengerow nicht « ihm 1899 tin Such esteo russischen Litteratnr. xander toll un^\iä) Königin Dragi. sm. edigiich nnr deswegen ge. ct eine- Erben in sichere oll sich gezeigt haben, daß tung berechtigt war. Ihr vom König Alexander sehr in, und in weiten Kreisen S könnte zur Scheidung Gießen, 16, Mai. m 15. d. M fanden bit •inanijad), denen sich ’n, ihren Abschluß. DaS der KameralwiWschast .Erlenbach und tzLrNvrsGoetschY, t neu Ma der UniverM ma „die Frauen W )ie Frauenfrage stetig mehr Mn Lebens tritt durste ■; i -u erfahren, daß Herr lgcyclus u. a. die Bezich ; teutfdflanb beirtt nni«en»ota feint 8«’ tammpublrkum. Großherzog bat bra zu Dalheim butW* Alzey übertragen. - M » tznnrith ' L '■ . jfnidflt murde er Soenn. Diebstahls bt> eiÄ 6 * -uh- “ unb b* n Stock ttu jraiinitnet ;fÄ«f*“nb abend 9«ie‘“f^ W‘ *8>*s**sr« KsGtz l»^"^e"dI^achS'^ > ä'Äfe Ps-ldeL und » —m. Heuchelh eim, 16. Mai. In dem an der Lahn gelegenen Wiesengrund „Heßles haben sich drei Storchenpaare auf Erlen und Weiden wohnlich ein- gerichtet. Ein weiteres Paar soll leider von Jägern erschossen und in die Lahn geworfen ivorden sein. Wie man hört, sind die Schützen zur Anzeige gekommen. I. Klein-Linden, 16. Mai. Ter hiesige Turnverein veranstaltete heute ein kleines Waldfest in dem nahe dem Bergwerk gelegenen Walde. Es w-urdcn hierbei volkstümlicl)e Uebungen geturnt und eine Preisverteilung damit verbunden. R. Reiskirchen, 15. Mai. Vor einigen Tagen hat in dem hiesigen Walde ein junger Bursche von 18 bis 19 Jahren ein siebenjähriges Mädchen vergewaltigt. Tie Eltern haben die Angelegenheit der Behörde angezeigt. Der Bursche soll Schreiner von Beruf sein. 8 Sichenhausen, 16. Mai. Die in dieser Woche im hiesigen Gemeindewald abgehaltene Brenn- und Nutzholzversteigerung war gut besucht. Das Fichtenstammholz wurde im Durchschnitt mit 17 Mark pro Festmeter, das Bnrt,enscl>eit mit 4,50 bis 5 Mk., die Buchenknüppel mit 3,50 bis 4 Mk. pro Raummeter bezahlt. Z. Geilshausen, 16. Mai. Ter Gesangverein „Jugendmut h" feiert am 14. und 15. Juli sein fünf- nndzwanzigjähriges Fahnenjubiläum, zu ton schon zahlreiche Vereine ihr Erscheinen zugesagt haben. sc. Laubach, 16. Mai. Tie älteste noch unverheiratete Schwester des Grasen von Solms-Lmibach, (Gräfin Marie, die dritte Tochter des im vorigen Jahre gestorbenen Grafen Friedrich, hat sich auf Schloß Arnsburg mit dem Baron v. Schwertzcll auf Willingshausen, zu Willingshausen im Schwalmgrunde gelegen, verlobt. — Graf Otto zu Solms-Laubach begiebt sich morgen mit Fa- nrilie zu mehrwöcl)entlichem Aufenthalt zu seinem Schwager, dem Grafen von Eollalto, nach Oberitalien. § Grebenhain, 15. Mai. Ein an dem Bahnbau Lauterbach—Grebenhain beschäftigter ausländischer Arbeiter wurde heute von einer herabrutschenden Erdmasse beinahe gänzlich verschüttet, er konnte nur mit Mühe herausgezogen und gerettet werden. Der Arzt stellte fest, daß dem Arbeiter das Brustbein zerquetscht und diyser noch mehrere schwere Verletzungen erhalten hat. Der Verunglückte mußte in das Krankenhaus nach! Lauterbach ge- brackut werden. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Mainz, 16. Mai. In der letzten Sitzung derStadt- verordneten-Versammlung berichtete Kommerzienrat M. M. Mayer über die Feststellung der Ausschlagsziffer für die Gemeindesteuer für das RcckMungsjahr 1901/1902. Nach dem Referate sind für dieses Rechnungsjahr 2 412 786 Mk. 40 Pf. Gemeindesteuer aufzubringen. Zur Bestreitung dieser Summe beschließt die Versammlung einen Zuschlag von 91,8 Prozent zur Staatseinkommensteuer zu erheben. — Aus Anlaß des heute stattfindenden 60jährigen 61 eschäfts- jubiläums der S. Wolf scheu Schuhfabrik wurde der Inhaber derselben, Herr Lucian Wolf, zum Kommerzienrat ernannt. Provinzialdirektor v. Gagern gratulierte dem Inhaber namens der hessischen Regierung und Oberbürgermeister Dr. Gaßner namens der Stadt Mainz. —k— Mainz, 16. Mai. In das hiesige Gefängnis wurde gestern eine sehr wohlhabende Besitzerin einer Milchkuranstalt von Worms eingeliefert. Sie wurde auf Requisition der hiesigen Staatsanwaltschaft wegen Verleitung zum Meineid verhaftet. — In dem hiesigen Tome wird in aller Kürze eine gründlick)e Renovatton der in Ihrem Acußeren wie im Inneren sckchn ziemlich lange stark verfallenen Gotthartskapelle vorgenommen. Tie Gotthartskapelle, die an der Nordwestseite des Domesangebaut ist, gehört mit zum ältesten und interessantesten Teil des Mainzer Domes. Sie wurde nachweislich in den Jahren 1135 und 1136 durch den Erzbischof Adalbert I., aus dem Hause Saarbrücken, erbaut als Hauskapelle für den Erbauer, weshglb sie aud)i mit dem damaligen bischöf- Itffyen Palast mit einem Gang in Verbindung stand. Als Bauwerk bietet die Kapelle, in der der Erbauer nach seinem Tode begraben wurde, besonderes Interesse. In zwei Stockwerken übereinandergebaut, zeigt sie oben wie unten die gleiche Anordnung. Zwei Reihen, schwerer, viereckiger 'Pfeiler teilen das Gebäude in drei Schiffe, und tragen schwere Meuzgewölbe. An das mittlere Schiff schließt sich ein runder Chor, um den außen in der Höhe ein mit Vogen umwölbter Seitengang führt. Da die Seitenschiffe enger als das Mittelschiff sind, so hat sie der Erbauer mit eliptisch überhöhten Kappen überwölbt, um die Schluß-- Keine in gleiche Höhe bringen zu können. Schlüchtern, 16. Mai. Der Rendant der hiesigen städtischen Sparkasse, Adam Weitzel, hat sich der Staatsanwaltschaft in Hanau gestellt, mit der Angabe, daß er Sparkassengelder im Betrage von 40000 Mark unterschlagen habe. Der Magistrat arebt bekannt, daß Weitzel seines Amtes enthoben ist, und Die Kasse zur Vornahme einer außerordentlichen Revision bis zum 18. d. M. gesclflossen bleibt. In welcher Weise die Unterschlagungen Begangen wurden, ist noch nicht festgestellt, da alle Depots und Wertpapiere der Kasse unter doppeltem Verschluß und völlig intakt sind. Es wird angenommen, daß Gelder, die dem Rendanten in Abwesenheit des Kontroleurs ge-- Fahlt wurden, nicht zur Buchung kamen. •* Meine Mitteilungen au8 Hessen und den Nachbarstaaten. In Alzey starb ein alter Achtundvierziger, der Geometer Johann Antz. Er stand mit an der Spitze aller gemein nützigeu Bestrebungen und war Mitbegründer des Vorschuß- vereiuS. a— In der Stadtverordneten-Versammlung zu Frankfurt teilte der Oberbürgermeister mit, daß die Herren Dr. LueinS und V. Meister für die Stadt Frankfurt eine Schenkung von 500 000 Mk. zur Förderung wissenschaftlicher Zwecke gestiftet haben. — Der 57 Jahre alte Schachschrist- Keller Hans v. Minckiewitz in Wiesbaden ist Mittwochabend halb 11 Uhr in Biebrich von der elektrischen Straßenbahn überfahren worden. Beide Arme mußten ihm sofort amputiert werden. M., der gänzlich heruntergekommen und Qllch geistig nicht normal ist, hat offenbar aus Mangel an Mitteln selbst den Tod gesucht. Vermischter. * Kassel, 15. Mai. Der „Hochstapler in der Sommerfrische", früherer Unterosfizierschüler Sauerland <2uS Göttingen, der im vorigen Sommer an verschiedenen -Orten in Hannover, Thüringen, Hcffen und Waldeck Hoch- Aappeleien beging, auch in Gasthäusern einbrach und dabei größere Geldbeträge stahl, wurde von der hiesigen Straf, kammer zu einer Gesamtstrafe vou 6*/, Jahren Zuchthaus verurteilt. * Nomen et omen. Schon aus der Zusammen- stellung der Namen der jetzigen preußischen Minister ergiebt sich ein einheitliches Zusammenwirken de» neu gebildeten Ministeriums zu Gunsten der Canalvorlage: SChönstedt II Ammern lein ThieleN RheinbAben GoseLer PodbiolsKi MölLer StUdt Bülow. Ein Ministerium, das sich selbst als „Canalklub" bezeichnet, wird gewiß fest zusammenfiehen zur Durchführung seiner wichtigsten Aufgabe. * Könitz, 15. Mai. Rechtsanwalt Lohwasser in Schlochau ist wegen Untreue und Unterschlagung^ er h aftet worden. ♦ Tarnowitz, 16. Mai. Bei dem gestrigen Brande eines Hauses erstickten zwei Kinder, die sich aus Angst in einen Schrank verkrochen hatten. Eine Frau sprang aus dem zweiten Stockwerk auf die Straße und erlitt dabei so schwere Verletzungen, daß sie bald daraus starb. * Straßburg i. E., 15. Mai. Der gestern vormittag hier aufgelassene Ballon ist mit seinen Insassen Professor Dr. Hergesell und Graf Zeppelin nachmittag 2 Uhr glücklich bei Remiremont gelandet. * London, 15. Mai. Der vor sechs Wochen mit einer Ladung Kohlen von England abgefahrene Dampfer ,Cito" ist mit 14 Mann Besatzung untergegangen. * Pensa, 15. Mai. In den Dörfern Trubetschino und Lunino im Bezirk Mokschany sind 118 Häuser sowie 49 abgesonderte Baulichkeiten und in Lunino das Post- und Telegraphenamt durch Feuer vernichtet worden. * Polen z a, 15. Mai. Im Dorfe Acerenza wurden durch einen niederstürzenden Fels zahlreiche Häuser fortgeriffen. Bis jetzt sind 15 Tote aufgefunden. Militär ist zur Hilfeleistung entsandt. * Algier, 15. Mai. Ein Telegramm aus SoukarraS meldet, räuberische Eingeborene griffen in vergangener Nacht in der Nähe des Bahnhofes Marsotte einen Güterzug, der von Tebessa kam, an. Auf die Maschine wurden zwei Schüffe abgegeben. Der Heizer wurde verletzt. UnioerMts Nachrichten. Wien, 16. Mai. Gestern abend sand ein KommerS der deutschoölktschen Studentenschaft statt anläßlich der Gründung e neS Vereins zur Errichtung einer staatlichen Universität in Salzburg, der dem Verein« zur Gründung einer katholischen Universität von Salzburg entgegenwirken soll. Der Wiener UnioersttätS- rektor Schrutka sprach seine Sympathien für diesen UniverfitätSverein auS, der ein österreichische« Heidelberg schaffen möge. (Stürmische H-Ulvfe.) Dem Kommerse wohnten studentische Vertreter von Heidelberg, Königsberg, Halle, Leipzig und Karlsruhe bei. Arbeiterbewegung. Albany, 16. Mat. Die Straßenbahn-Ausständigen griffen aestein abend die nicht uniontsttfchen Angestellten an, als letztere zu t>-n Wagenfchuppen geleitet wurden. Kavallerie ging gegen die Ausständigen mit flacher Klinge vor und verletzte mehrere. Viele nicht untontsttsche Arbeiter wurden durch Stetnwürfe verletzt. Gerichtssaal. Köln, 15. Mat. Die hiesige Strafkammer verurteilte den Kaufmann Dtening, Inhaber deS Schnetder'schen Manufaktur-Mode- warenhauseö, das in zahlreichen großen deutschen Städten Zweigniederlassungen besitzt, wegen Betrug« zu sechs Monaten Gefängnis. Ueber daS Kölner Geschäft, daS Passiva im Betrage von 1 770 000 Mk. und Aktiva von 190 000 Mk. aufweist, wurde der Konkurs erklärt. Der A Schaafhausen'sche Bankverein allein verliert 100 000 Mk. Der Konkurs ist noch nicht erledigt, mehrere kleinere Häuser sind gleichfalls schwer geschädigt. Berlin, 14. Mai. In dem Prozeß gegen Mtlp acher und Genoßen, in dem eS sich um versuchten Betrug, bezw. versuchte Erpressung, verübt gegen die Erben deS verstorbenen Prinzen Bernhard von Sachsen-Weimar und den jetzt regierenden Großherzog von Sachsen-Weimar handelt«, erfolgte Dienstag die Urteils» Verkündigung. ES wurden »erurtellt: 1. die Schauspielerin Alice Mtlpacher zu 8 Monaten, 2. der Ztmmervermteter Eger zu 6 Monaten, 3 der „Redakteur" Lndwtg Barth zu 6 Monaten Gefängnis. Gegen Eger wurde auch Ehrverlust auf die Dauer von zwei Jahren ausgesprochen. Bet allen drei Angeklagten wurde je ein Monat auf die erlittene Untersuchungshaft angerechnet. Der Gerichtshof hielt für erwiesen, daß die Milpacher in Verbindung mit Eger durch Täuschung e-nen DermögenSvorteil habe erlangen wollen, auf den ste keinen Rechtsanspruch halte. Um biefen widerrechtlichen Vermögensvorteil zu erreichen, haben die beiden die Fiktion der Wechfeloerpflichtmig her- gestellt, um dadurch einen Irrtum zu erregen. Bet Eger hat das Gericht nicht Bethllfe, sondern MttthäUrfchaft angenommen, weil er im Bewußtsein und gewolltem Zufammeuwtrken mit der Milpacher vte That alS eigene Straflhat auSgeführt hat. Auch bei Barth ist ,uS gleichen Erwägungen Dritthäterfchaft bet der »ersuchten Erprestung angenommen wordm. Bet der Strafabmefiung hat der Gerichtshof oct den beiden ersten Angeklagten die Vorstrafen, im übrigen aber die große Summe, um die es sich handelte, und die außerordentliche Dreistigkeit, mit der die Angeklagten vorgegangen find, andererseits die Thatsache berücksichtigt, daß der Versuch nicht geglückt ist. — Die Mtlpacher erklärte sich unter Verzicht auf ein Rechtsmittel zum Straf' anttitt bereit, Barth behielt sich eine Erklärung vor. Bezüglich des Eger beantragte Rechtsanwalt Dr. Schwindt Haftentlassung, da bei der erkannten Sttafe Fluchtverdacht nicht vorliege. Der Gerichtshof entsprach diesem Anträge. (Mr haben seinerzeit näheres hierüber^mir- gdcilt. D. Red.) Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Märkte. 4- Herchenhain, 16. Mai. Gestern fand hier Vieh markt, der sogenannte .Walpurgi«'-, auch .neue- Markt genannt, statt. Auf- getrieben war wenig Rindvieh. Verkauft wurde darum nicht viel, obwohl die Preise sehr günstig waren. Besonders gesucht waren frischmelkende Kühe, die fast alle daS Stück mit 270 bis 300 Mk. verkauft wurden. Die wenigen Kälber wurden verkauft. An Schweinen waren etwa 400 Stuck angefahren, meistens junge Ferkel. Das Paar, 6 bis 8 Wochen alt, kostete 40 biS 45 Mk., 8 bis 10 Wochen alt und etwas älter 45 bi« 60 Mk. Der Verkauf ging flott von statten. Zucht- fchweine kosteten daS Stück 55 bi« 65 Mk. Fette Schweine wurden verkauft das Pfund Schlachtgewicht zu 48 bis 52 Pfg, hierin wurde auch alles umgesetzt. Der nächste Markt, sogen. „Johanni Markt", siidet am 24 , 25. und 26. Juni statt. Limburg . Lahn, 15. Mai. Fruchtmarkt. Durchschnittspreis pro Malter Roter Weizen 14.41 Mk., Weißer Weizen 4.00 Mk., Korn 11.44 Mk., Gerste 8.50 Mk., Hafer, 7.14 Mk., Srbf« 00 00 M?., Katrositln 00.00 Mk. Krieskasten der Redaktian. Bergb. H. Setzen Sie sich mit dem Kirchenamt in Verbindung. Unser Manuskript weist den Namen ,Ida" nicht auf. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag den 19. Mai. Exaudi. Gottesdienst. In der Stadikirche. Vormittags 8 Uhr: FrÜbgottevdienst. Pfarrer Scbloffer. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmterten der MatthäuSgemeind«. Vormittags 9‘/i Uhr: Pfarrassiftent KrauS. Vormittags 11 Uhr: Ktnderkirche für die MarkuSgcmeinde. Pfarrer Dr. Grein. Am 2. Pfingstfeiertaae find-r Beichte und heil. Abendmahl für dl« Matthäus- und MarkuSgemeinde gemeinsam im HauptgotteSdienst statt. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. In der JshanneSkirche. Vormittags 8 Uhr: FrÜhgotteSdtenst. Pfarrer Dr. Naumann. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der JohanneSgemeind«. Vormittags 9*/i Uhr: Pfarrer Euler. Bormfags 11 Uhr: Ktnderkirche für die LukaSgcmeinde. Pfarrer Euler. An diesem Tage wird nach allen Gottesdiensten eine Kollekte für bie kirchliche Versorgung der evangelischen Glaubensgenossen im AuS- lande erhoben. Am 1. Pfingstfeiertag findet Beichte und heil. Abendmahl für die LukaS- und JohanneSgemeinde im HauptgotteSdienst statt. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Katholische Gemeinde. SamStag den 18. Mai. 'Nachmittags um 4,/i Uhr und abends um 8 Uhr: ^Gelegenheit zur heil. Beicht. Sonntag den 19 Mai. 6. Sonntag nach Ostern* Vormittags von 6Vi Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. , um 7 Uhr: Die erste heil. Meße; vor und in derselben Austeilung der hell. Kommunion. „ um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. „ um 9V« Uhr : Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Andacht mit Segen. Dienstag und Freitag abends um 61/« Uhr: Matandacht. Gottes-ienst in der Synagoge, Südanlage. Israelitische Keligiousgemeinde. SamStag den 18. Mai 1901. Vorabend 748 Uhr, morgens 8M Uhr, nachmittags 4 Nhr Schrift- erklärung, Sabbathausgang 9 Uhr. GottesdieaK der israelitischen Keligionsgesellschast. Sabbathseier am 18. Mai 1901. Freitag abends 7« Uhr, SamStag vormittags 8 Uhr, nachmittags 4 Uhr, SabbathauSgang 9 Uhr. Nachmittags 3’J Uhr Schrifterklärung. WochenaotteSdienst: morgens 680 Uhr, abends 9 Uhr. SchMmkchrichtt* -norddeutscher Lloyd. Vertreten in Gießen durch Agent Carl Loos. Bremen,. 15. Mai. (Per transatlantischen Telegraph. Der Doppelschrauben-Postdampser Köln, Kapt A. Langreuter, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 8 Uhr morgens wohlbehaltm in Baltimore angekommen. Der Pofidampser „Nederland" der „Red Star Linie," in Antwerpen, ist laut Telegramm am 3. April wohlbehalten in Philadelphia angenommen. Meteorologische Beobachtungen der Station Oieheu. Mai Barometer : auf 00 reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit i 5 9 c D 1 1 a % 1 7 i Wetter 15. 16. 16. 16. 17. 17. 9“ 7» 2» 9» 7“ 2M Hö Ni Hv Nü 747,0 747,0 746,3 747,0 747,8 747,7 chfie T« drigste chste Te drigste + 15,2 + 8,1 + 18,4 + 8,8 + 10,8 + 16,3 mperatu e mperatw n 6,7 6,2 6,6 7,3 9,0 8,1 r am am 52 77 58 87 94 59 4.-1 15.—1 w N. N. NW. Still Still NE >. Mai 5. Mai e + + + + i 2 1 23. 7. 15. 6. bew. Himmel beb. bew. beb. „ bew. Himmel 3« C. 5° C. io C. 40 C. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt, den 17. Mai. 8Vi % Belohaanleihe . . 98.40 8 Q/o do . . 87.85 87b 9/j Konsole . . . 98 30 8 do ;. . . . 87.60 8Vt% Heesen .... 95.50 5% Italien. Rente . . . 96.20 4O/o Griech. Mcnop.-Anl. 44.00 8 0/0 Portugiesen . . . 25.65 8 0/# Mexikaner , . . . 27.10 4«/e % Chinesen . . . . 81.70 Tendenz Kreditaktien.....218.75 Diskonto-Kommandit . . 189 50 DarmstMter Bank . . . 182.50 Dresdener Bank .... 148.60 Berliner Handelsgee. . . 152.70 Oceterr. Staatsbahn . . 147.30 Gotthardbahn .... 162.80 LanrahQtte , . . . . 211.00 Bochum......195.00 Harpen er .... . 178 30 schwach. Neueste Meldungen. W. Belgrad, 17. Mai. (2.10 Uhr.) Telephonmeldnug des ^Gieß. Anz." Das hiesige diplomatische Korps ist m geeigneter Weise verständigt worden, daß eine Niederkunft der Königin Trag« nicht ftattfioden werde. Mainz, 17. Mai. (Telegr. deS Gieß. An;.). Zwischen dem Kavallerie-Rittmeister Bogt und dem Infanterie« Oberleutnant Richter fand gestern hier ein Duell im Festuugsgraben statt. Ersterer wurde schwer verletzt. Die Ursache des Zweikampfes ist ein Eheskaudal. Loudon, 16. Mai. Unterhaus. Im Laufe der Beratung des Entwurfes über die Heeres-Organisation forderte der Kriegsminifter Brodrick das HauS bringend auf, die Regierung bei ihren Bemühungen zu unterstützen, dem Lande eine ständige militärische Organisation zu geben, und wirksame Maßnahmen im Sinne einer Militär- Reform durchzuführen. Albany, 16. Mai. Zwei Soldaten, die Pferdebahn^ wagen bewachten, gaben, da Wurfgeschosse gegen sie geschlendert wurden, Feuer. Ein Schuß verwundete einen, die Vorgänge beobachtenden Bürger tötlich, der andere verwundete einen Ladeninhaber. Konstantinopel, 16. Mai. Auf einem von Odessa über Konstantinopel in Smyrna eiugetroffenen Schiff ist ein pestverdächtiger Fall sestgestellt. Die ärztliche Untersuchung ist eingeleitet. Kronstadt, 16. Mai. Auf der hiesigen großen Rhede stieß der deutsche Dampfer „Hamburg" mit einem finnländischen Segelschiff zusammen. Letzteres sank, die Mannschaft wurde gerettet. Darmstadt Auf der Mathildenhöhe, oben, wo die goldenen Kuppeln der russischen Kapelle ins Land hincusgtänzen, stehen ganz in der Nähe einige hundert stumme Zeugen einer großen Vergangenheit, welche dieser herrliche Park hinter sich hat. Es find die uralten Pla. tonen, die den wunderbaren Hain bilden, in welchem frühere Darmstädter Herrscher oft glänzende Hoffeste veranstaltetm, als noch die Mathilden- höhe herrschaftlicher Park war. Jetzt beherrbergt fie die Kolon,e der sieben Darmstädter Künstler, aus deren Wohn- und Arbeitshäusern sich die „Ausstellung der Darmstädter Künstlerkolonie 1901' zusammensetzt. Da ist auch dem Platanenhain eine herrliche Aufgabe zugefallen: er ist jetzt der Wirtsgarten für bad große Restaurant. Einen prächtigeren kann man sich nicht denken. Zahlreiche bunte Pfeiler folgen den Baum stämmen, fie tragen farbige Schalen, aus denen am Abend Acetplen- flammen emporquellen. Im Verein mit dem innerlich und äußerlich durchaus originellen Restaurantgebäude atmet alles wohlthuende Harmonie. Denn einer auch wirklich für das Streben der Kolonie nicht ein Fünkchen von Wohlwollen übrig hätte — das Stündchen im Platanenhain m der Ausstellung wird er nicht vergeffen. Aus dem Gefchüftslebeu. Zur Vertilgung der Ratten in Wohnräumen, Gehöften, Vieh« und Hühnerställen haben fich Freybergs Delieia Rattenkucherr auf da« Glänzendste bewährt. Delicia-Rattenkuchen töten alle Ragetiere, für Menschen und Haustiere wirken sie jedoch im schlimmsten Falle nur brechenerregend und können deshalb ohne Gefahr wertvolle Trete ju vergiften, überall ohne Bedenken ausgelegt werden. Die vorzügliche Wirkung ist durch mehrere Hundert Anerkennungsschreiben, sowie durch 2 goldene Medaillen und 3 Ehrendiplome bestätigt- Man verlange in Apotheken und Drogenhandlungen ausdrücklich Delicia-Rattenkuchen (patentamllich geschützt unter Rc. 36110 F 2807 Kltffse 2), andernfalls wende man fich direkt an Freybergs Giftfabrik in Delitzsch. -ft.] Hl***' Teilnahme herben Verlust, 3642 Rehen Dank die vielen Beweise i uns betroffen Gießen, den 15. Mai 1901. 3622 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme «ährend der Krankheit und der Beerdigung unsere» lieben, unvergeßlichen Hm, Philipp Brand sagen wir allen, besonder» dem Herrn Kaplan Friedrich für seine trostreiche Grabrede, der Krieger-Kamerad- schast Gießen, der Freiwilligen Feuerwehr sowie den Herren Postbeamten süc die große Beteiligung und für die überaus zahlreichen Blumenspenden auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Marie Brand Wwe. -ITrrltfigrntnrtrn Mittwoch itn 22. |M 1901 nachmittags 8 Uhr, sollen auf hiesigem Ortsgericht die zu dem Nachlaß der Aakov Wißner Htzeteute in Gießen gehörigen Liegenschaften Flur 84/599V10 — 93 qm Grabgarten zwischen dem Wäldchen und dem SchießhauS, Flur 84/599«/,o — 289 qm Hof» raithe daselbst, Flur 34/599»/19 = 116 qm Grasgarten daselbst, Flur 29/24 — 1388 qm Acker auf der Weißerde, erbverteilungshalber öffentlich freiwillig meistbietend unter den im Versteigerungstermin bekannt gemacht werdenden Bedingungen versteigert werden. Gießen, 11. Mai 1901. 3522 Großherzogl. Ortsgericht Gießen. __Gros.__________ Samstag bett 29. Inni, nachmittags 2 Uhr, sollen auf dem diesigen OrtSgerickt die dem Mkhetm Steiuvach in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 27 Nr. 181M/1W — 412 qm Hofraite am kleinen Steinweg links, Flur 27 Nr. 181«/1X) — 170 qm Wohnhaus daselbst, Flur 24 Nr. 181M/1W — 821 qm Grabgarten daselbst, Flur 27 Nr. 162a8/i0 — 517 qm Hofraite am Brennofen, stößt auf die Wiesen, Flur 27 Nr. 166f*/10 — 861 qm Bauplatz am Brennofen, Flur 27 Nr. 166fi/10 — 463 qm Hofraite daselbst, Flur 27 Nr. 166f6/10 — 77 qm Grabaarten daselbst, Flur 33 Nr. 16«/l0 — 222 qm Acker im Altenfeld, bei den Gärten, Flur 88 Nr. 17 — 844 qm Acker daselbst. Flur 38 Nr. 85 — 475 qm Ack'tiL°nb£ ^^nden^vg tollen Witter r hlai