»M ieljr. X Istern. ^"gs-Fabrik ui Fnueke - Düsseldorf. w-SchreinereUArbeiten ld ^en Entwürfen, kisten-lager । Niedenau 15 Carolina PlDe ,59g Offerten gntlt. ägüoh auf Ziegelpresse ite Wir Ä 3605 07. Rabatt fletoibte auf 86IT F sämtkiHe -PS -chtthwaren von Heute bis Pfingsten. L. Süss Mrch^.VrttnL-sst. emMStaufechnrubechn Iuckkkk, GL.E. LLLSKZ iti* lirtitn Abfahrt -- . n |inP- BIO OTÄ" Nr. 115 Erstes Blatt. 151. Jahrgang. Samstag 18. Mai 1901 glättet täglich mit Na», ich», H fawtHen. *HH werten btw Sn, **" mO „»föttrr P» Ml- ••lUtunbe" wer. W( Wcheatlich beiyl^. entfett .»Je« nt»imu8e f*r Un I«1 trl^elntnben £■■■** **• »*«" ie Ubr •H«e«Ke*gcn Ipätcfttn* ■»•M4 »erber. MaUMaa, ®x>ebition nnb Bwdmi: SchalAratze 7. GietzenerAiWger w Seneral-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen v4§Ag§pret» BterteW* Mt. 2.90, monall. 76 W m* Crtngtrfotm; durch M 8H?bol<|iHk* viertefstch^, Mk. 1.90, mwnatt. Bei Postbezug Diertefj^* SH. 2.00 ohne BrstevOM. Me *n>daei«'BermKtlinM» stell.» fe« u»> MuAtMM nehmet «nötigen für Ne •♦ebener «»teiger tnlgew» 8eilcn»iet6 (oral 18 Wst, euSBärt» 80 Psg. Ldreffe für Depesche«: Anzeiger Gieße». FernsprechanschlußNr.Wa. El Amtlicher Heil. Gießen, 14. Mai 1901. Betr.: Die Gehalte der BolkSschullehrer. Das Großherzogliche Kreisaml Gießen au die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Nachdem die Gehalte der BolkSschullehrer, soweit sie au» der HauptstaatSkafse fließen, praenumerando zur Auszahlung gelangen, beauftragen wir Sie, die Gemeinderechner anzu- weisen, in gleicher Weise die Lehrergehälter, welche von den Gemeinden aufznbringen find, am Anfänge des betreffenden Monats auSzuzahleu. ______________ V. Bechtold. Bekanntmachung. Bctr.: Pferdevormusterung im Jahre 1901. Gemäß der am 1. April l. I. in Kraft getretenen Pferdeaushebungsvorschrift vom 17. Juli 1900 hat nunmehr Zur Gewinnung einer zuverlässigen Uebersicht über den Bestand an kriegsbrauchbaren Pferden in jedem Jahre eine Vvrmusterung stattzufinden. Für den Kreis Gießen find folgende Termine an den nachbenannten Orten festgesetzt worden: 1) zu Großen-Linden auf der Straße nach Gießen, unweit der Fabrik von Krause, Freitag den 7. Juni l. Js., vormittags 8 Uhr für die Pferde aus den Gemeinden Allendorf a. d. Lahn, Garbenteich, Großen-Linden, Grüningen, Hausen, Heuchel- t)eim, Holzheim, Klein-Linden, Lang-Göns, Ober-Hörgern und Watzenborn-Steinberg; 2) zuGießen auf dem Trieb (Exerzierplatz) Samstag den 8. Juni l. Js., vormittags halb 7 Uhr für die Pferde aus der Stadt Gießen; 3) zu Gießen auf dem Trieb (Exerzierplatz) Montag den 10. Juni l. Js., vormittags halb 8 Uhr für die Pferde aus den Gemeinden Allendorf an der Lumda, Alten-Buseck, Annerod, Bersrod, Beuern, Taubringen, Großen-Buseck, Leihgestern, Lollar, Mainzlar, Reiskirchen, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Steinbach, Treis a. d. Lda., Trohe, Wieseck und Winnerod. 4) zu Lich a m Röder Thor auf der Straße nachGießen Dienstag den 11. Juni l. Js., vor- »nittags halb 7 Uhr, für die Pferde aus den Ge- meinden Albach, Bettenhausen, Birklar, Burkhardsfelden, Dorf-Gill, Eberstadt mit Arnsburg, Ettingshausen, Hattenrod, Langsdorf, Lich mit Hof Albach, Colnhausen und Mühl- fachsen, Münster, Muschenheim mit Hof Güll, Niedcr- Bessingen, Ober-Bessingen und Oppenrod; 5) zu Hungen auf der Straße nach Langsdorf Mittwoch den 12. Juni l. Js., vormittags 6 Uhr 45 Min. für die Pferde aus den Gemeinden Bellersheim, Hungen, Inheiden, Langd, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit Ringelshausen, Rodheim mit Hof Graß, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe und Villingen; 6) zu Grün berg auf dem Marktplatz neben dem Schießhaus Freitag den 14. Juni l. Js., vormittags 7 Uhr, für die Pferde aus den Orten Allertshausen, Beltershain, Climbach, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg, Harbach, Kesselbach, Lauter, Lindenstruth, Londorf, Lumda, Odenhausen mit Appenborn, Queckborn, Reinhardshain, Röthges, Rüddingshausen, Saasen mit Bvllnbach, Beitsberg und Wirberg, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain und Weitershain. Die Musterung der Pferde wird in der Reihenfolge der obengenannten Gemeinden vorgenommen. Jeder Pferdehändler ist rerpflichtet, seine sämtlichen Pferde zur Musterung zu bestellen mit Ausnahme: a) der Fohlen warmblütiger Schläge unter 4 Jahren, b) der Fohlen kaltblütiger oder kaltblütig-gemischter Sckstäge unter 3 Jahren, c) der Hengste, d) der Stuten, die entweder hochtragend sind oder noch nicht länger als 14 Tage abgefohlt haben (als hochtragend sind Stuten zu betrachten, deren Abfohlen innerhalb der nächsten vier Wochen zu erwarten ist), e) der Vollblutstuten, die im „Allgemeinen deutschen Gestütbuch" oder den hierzu gehörigen offiziellen — vom Unionklub geführten — Listen eingetragen und von einem Vollbluthengst laut Dockschein belegt sind, auf Antrag des Besitzers, s) der Pferde, welche aus beiden Augen blind sind, g) der Pferde, welche in Bergwerken dauernd unter Tag arbeiten, h) der Pferde, welche bei einer früheren Wkusterung als kriegsunbrauchbar bezeichnet worden sind, i) der Pferde unter 1,50 Meter Bandmaß. Außerdem ist das Kreisamt befugt, unter besonderen Umständen, namentlich in dringenden Fällen, Befreiung von der Vorführung eintreten zu lassen. Hn den unter d bis h aufgeführten Fällen sind von tzrer Bürgermeisterei ausgefertigte Bescheinigungen vorzu- begen, denen bei hochtragenden Stuten (Ziffer d) auch k>w Dockschein beizufügen ist. Don der Verpflichtung zur Vorführung ihrer Pferde tinti ausgenommen: 1. die Mitglieder der regierenden deutschen Familien; 2. die Gesandten fremder Mächte und das Gesandtschafts- Personal; 3. die aktiven Offiziere und Sanitätsoffiziere bezüglich der von ihnen zum Dienstgebrauch gehaltenen Pferde; 4. Beamte im Reichs- oder Staatsdienste hinsichtlich der zum Dienstgebrauch, sowie Aerzte und Tierärzte hinsichtlich der zur Ausübung ihres Berufes notwendigen Pferde; 5. die Posthalter hinsichtlich derjenigen Pferdezahl, welche von ihnen zur Beförderung der Posten kontraktmäßig gehalten werden muß; 6. die Staatsgestüte. Pferdebesitzer, welche ihre gestellungspflichtigen Pferde nicht rechtzeitig oder vollzählig vorführen, haben außer der gesetzlichen Strafe zu gewärtigen, daß auf ihre Kosten eine zwangsweise Herbeischaffung der nicht gestellten Pferde vorgenommen wird. Tas Vorführen der Pferde durch Kinder oder durch altegebrechlicheLeute i st verboten. Ferner findet gelegentlich der Pferdevormufterung eine Musterung der in den Musterungsorten Großen-Linden, Gießen, Lich, Hungen und Grünberg vorhandenen kriegsbrauchbaren Fahrzeuge statt. Tie Fahrzeuge sind an den für die Pferdevormusterung bestimmten Tagen und Stunden, sowie Plätzen zu gestellen. Es sollen nur vierräderige Wagen zur Gestellung kommen, welche ein kräftiges Untergestell mit Achsen von Stahl oder Eisen, mindestens 18 Zentner Tragfähigkeit haben und nicht über 14 Zentner wiegen. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Gießen, 15. Mai 1901. Betr.: Wie oben. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Wrofih. Bürgermeistereien des KreiseS. Unter Hinweis auf vorstehende Bekanntmachung und auf unser Ausschreiben vom 29. April l. Js., Kreisblatt Nr. 101, beauftragen wir Sie, dafür Sorge zu tragen, daß die Pferde gemeindeweise in der obchr angegebenen Ordnung, innerhalb der Gemeinden in>der Reihenfolge der Vorführungslisten aufgestellt, zur festgesetzten Stunde au" den Musterungsplätzen eintreffen. An der Halfter eines jeden Pferdes ist ein Zettel mit deutlicher Nummer, welche derjenigen der Vorfiihrungsliste entsprick).t, anzubringen. Tie Aufstellung per Pferde in der Reihenfolge der Vorstellungsliste ist schon in Ihren Gemeinden zu bewirken, und ist diese Ordnung auf dem Marsche zum Musterungsplatze beizubehalten. Die vorstehenden Bestimmungen, sowie diejenigen obiger Bekanntmachung wollen Sie auf ortsübliche Weise zur Kenntnis der Pferdebesitzer Ihrer Gemeinde bringen und wie geschehen, sowie daß Ihrerseits alle Vorbereitungen getroffen, namentlich! die Listen aufgestellt sind, bis zum 2 5. d. Mts. an uns berichten. Zum Musterungsgeschäft haben Sie, und in Ihrer Verhinderung Ihre Stellvertreter fkfy einzufinden und dem militärischen Musterungskommissar das nach dem Muster Anlage A der Pferdeaushebungsvorschrift aufgestellte Verzeichnis der in Ihrem Bezirk vorhandenen Pferde in doppelter Ausfertigung, sowie weiter eine Liste, aus welcher die Zahl der in Ihren Gemeinden vorhandenen kriegsbrauch-- baren Fahrzeuge hervorgehl, zu übergeben. Wir machen wiederholt darauf aufmerksam, daß sich die Musterung der Fahrzeuge nur auf die Orte Großen- Linden, Gießen, Lich, Hungen und Grünberg erstreckt. Tie Gr. Bürgermeister dieser Gemeinden haben Verzeichnisse in doppelter Ausfertigung vorzulegen und und dafür zu sorgen, daß die betr. Fahrzeuge pünktlich gestellt werden, und daß die Aufstellung hinter derjenigen sämtlicher aur Musterung vorgeführten Pferde erfolgt, nod)1 Maßgabe der in dem Verzeichnis gewahrten Reihenfolge. Bekanntmachung. Am Montag, 20. Mai d. Js., vormittags 10 Uhr, wird eine Generalversammlung des laudw. Bezirksver eius im Lenz'schen Saale (Felfenkeller) dahier mit folgender Tagesordnung stattfinden: 1) Feststellung des Voranschlags für 1901/02; 2) Wahl von 3 Mitgliedern des Ausschußes des Be- zirksvereins; 3) Mitteilungen; 4) Vortrag deS Herrn Schulrat i. P. Dosch von WormS über „Teichwirtschaft, insbesondere unter welchen Verhältnissen wird sich der Kleinbetrieb rentabel gestalten?" Ich lade hierzu die Mitglieder des Vereins und jeder- mauu, der sich für Gegenstände der Tagesordnung interessiert, freundlichst ein; insbesondere mache ich auf den Vortrag über Teichwirtschaft aufmerksam. Die Herren Bürgermeister des Vereinsbezirks wollen in ihren Gemeinden gefälligst ortsübliche Bekanntmachung er« lassen und sowohl selbst erscheinen, als auf einen zahlreichen Besuch hinwirken. Gießen, den 11. Mai 1901. Der Direktor des landwirtschaftlichen Bezirksvereins, v. Bechtold. Die Ausstellung des Küustlerheims in Darmstadt. i. Mund, Auge und Ohr unserer Zeit sind voll von Superlativen; kaum sieht oder hört man etwas, so hat man einte auf der Zunge, und empfindet das Gift mchl, das mau damit in sich hinein und um sich streut. Wle eine bittere Mandel eine Speise unschmackhaft macht, so verdirbt ein voreiliger Superlativ manchen reinen idealen Genuß. Hiev ekstatische Verzückung, dort fehmender Fluch, hier der Jauzcher „Wie wundervoll!" dort derSchmährus: „Wie blödsinnig." Schon manchen Schaden hat das angerichtet. Glücklich, wer noch anbeten und Haffen kann; kein Empfindsamer liebt jene bleiche Objektivität, die aller und jeder Erscheinung gegenüber den wohltemperierten Zustand einer alles begreifenden Philosophie beibehält; nur soll man sich bewußt sein, daß Anbeten und Haffen die Vollstreckung eines Urteils, nicht aber das Urteil selbst ist. Die Leidenschaft für einseitig urteilende Superlative, die wohl zum großen Teil aus der Unfähigkeit der feineren Unterscheidungen entspringt, hat zwei Begriffe zu einem ganz unverhältnismäßigen Ansehen und einer geradezu diktatorb scheu Macht gebracht: die Begriffe „Neu" und „Originell". Trotz ihres alten und allzu viel benutzten Gewandes sind sie heute die Superlative aller Superlative, nach ihnen hascht heute alles, was da schafft und bildet, als höchster künstlerischer Ordensauszeichnung jagt man ihnen nach. „Neu" und „Orginell" sind in den Künsten in jüngster Zeit von einer Urteilsbezeugung zu einer Forderung geworden. In dem ganzen Streben, das sich dadurch charakterisiert, scheu wir einen sympathischen Zug. Es ist eine gesunde Reaktion gegen eine Erscheinung, unter der das Schaffen unserer Zeit zu leiden hat, und der sie teilweise unterlegen ist: dem Uebermaß an Vorbildern. Goethe erkannte es als das „gepriesene Glück der Griechen", daß sie durch keine Vorbilder irre gemacht wurden; w ir haben ein Jahrhundert später wohl noch mehr Veranlassung, dieses Glück zu beneiden. Bei dem Uebermaß von Eindrücken, die uns durch die unvergleichliche Entwicklung der reproduktiven Künste und die Vervollkommnung der kunst- und kulturhistorischen Forschung umgeben und unsere Phantasie erfüllen, wahrhaft „neu" und „originell" zu sein, zu fühlen, zu denken und zu schaffen ist die Gottesgabe eines,'allzu winzigen Bruchteils der Menschheit. Die Zeiten sind noch nicht fern, wo man in Deutschland eigentlich nichts anderes als einen recht plumpen Buntdruck kannte, der der Mehrzahl unserer Landsleute zur Ausschmückung ihrer Wohnungen und zur Befriedigung ihres künstlerischen Bewußtseins vollständig auSreicheno erschien. In den Augen der meisten trat das künstlerische Wie vollständig in den Hintergrund gegenüber dem darzustellenden Hergang, und wenn die Geschichte nur lustig oder sentimental war, so genügte das allen Ansprüchen. Wenn man heute in verkehrsarme Gegenden unseres Vaterlandes kommt, so begegnet man dem Vorherrschen derselben „ Kunst "richtung, einem lebhaften Bedürfnis nach bunten Bildern, bei denen es aber in allererster und einziger Linie auf den dargestellten Gegenstand und allenfalls noch auf eine recht bunte glänzende Farbenzusammenstellung ankommt. Daß ein großer Teil unserer „guten Gesellschaft", weite Kreise der Gebildeten vor 20 bis 30 Jahren noch auf demselben Standpunkte standen, wie heute die Weltabgeschiedenen ihn ein- nchmen, Qiebt der Entwicklung unseres Kunstverständnisses ein schlechtes Zeugnis und beweist, wie lange die Vernichtung des ehemals bei und so hoch entwickelten Kunstgefühls, die wir dem dreißigjährigen Kriege und der nachfolgenden Nieder- gangSperiode zu danken haben, angehalten hat. Den letzten Jahrzehnten ist es erst gelungen, hierin einen Wandel zu schaffen, und wenn irgend etwas beweisen kann, daß der Niedergang der Kunst mit dem politischen Niedergänge ober der Erhebung eines Volkes im engsten Zusammenhänge steht, so ist daS ein Vergleich zwischen dem Staude der Knust in den letzten dreißig Jahren. Und wenn wir in der jüngsten Vergangenheit sehen, daß zum Teil durch die im gewaltigen. Strudel der Zeit umgestalteten Lebensumstände unsere heuttge Kunst als eins der vielversprechenden SJinber unserer alles neuenben Tage auf weitere Kreise rückwirkt, so berechtigt das zu der Hoffnung, daß die veränderten Dinge das deutsche Kunstniveau immer mehr erhöhen werden. In den letzten Jahren sehen wir in Deutschland vieler Orten neue Erscheinungen auftauchen, die mit mehr ober weniger Bescheidenheit in mehr ober weniger ernster Arbeit versuchen, neue Werte zu schaffen für die Formen in aller Kunst, daheim und draußen. ES ist der große Entdeckungszug nach einem neuen Stil in den Sänften, daS Streben, die in unserer neuen, tausend alte Gewohnheiten umwälzenden Zeit der Elektrizität morsch gewordenen Formen durch individuelle künstlerarbeit zu vertreiben aus HauS und Garten und Straße, der Wunsch, daß die Welt zur Farbe sich bekenne, zur rechten, jedem Zwecke entsprechenden Farbe und Form Solche Künstlerarbeit ist jetzt in Darmstadt geleistet Wenn wir auf dem Darmstädter Bahnhofe aulavgen, allen Landen bekannt machen soll. Nirgends sehen wir ein Licht voll herein. Um 6 Uhr erscheint der Großherzog, s- & ■& 19 6) (A <5> S den steht man Unter 5 o jr s K u 6 ö e Q B § U3 A 3 O rr 3 3 Gästen worden unter den schützenden Blicken unseres kunstfrohen LandeSfürsteu von einer eigens dazu bestellten Künstlerschar, der es vergönnt war, durch fürstliche Munifizenz sich ein Heim zu schaffen nach eigenstem Geschmack, eS außen und innen bis ins Kleinste auSzustatten mit Dingen nach eigenstem Kunstgefühl. So entstanden die Künstlerhäuser, die fich jetzt auf der Mathildenhöhe erheben, uud die seit Mittwoch geöffnet find sür jedermann, der sie sehen will. Ausstellungen kommen selten ohne heftige Geburtswehen zur Welt, und auch der Ausstellung auf der Darmstädter Mathildenhöhe blieben sie nicht erspart. Man bekam das alte Lied zu hören, das schon zum Gaffenhauer geworden ist: alles Ausstellungswesen habe sich überlebt, schade mehr, als es nütze, mit dem Jahrhundert, in dem es sich entwickelte, müsse es verschwinden. Wer kennt nicht diese Weise! Es ist eine Schlummer-Arie, mit der sich die Bequemen uud Gesättigten selber in den Schlaf summen. Das neue Jahr-j hundert hat eine neue Art des KunftauSstelluugSwesenS geschaffen. Die Darmstädter Künstler, ganz und gar befreit in ihrer künstlerischen Persönlichkeit, zeigen uns in ihren Häusern ihre individuelle Kunst der Ausschmückung, ihre! Räume voll anmutenden Etgenreizes und einer im ganzen wundersam wirkenden, eigenartigen Harmonie in Formen und Farben. die Terrasse hinauf, geführt von dem Architekten Profeffor Olbrich, von den übrigen Künstlern begleitet und gefolgt von der Hofgesellschaft. Es erfolgt der Rundgang und damit ist die Ausstellung eröffnet. Diese Eröffnungsfeier war wohl gelungen und überaus wirkungsvoll. Die lichten Gewänder der Sänger mit den schön abgestimmten Farben hoben sich ganz licht von dem hellen Künstlerhause ab, die eigenartige neue Umgebung der Wohnungen, Anlagen, alles wirkte im Sonnenschein fröhlich mit den weißen Wänden, den blauroten Holzteilen, dem grünen blaugefleckten Dache aus dem satten Grün des Rasens, der Sträucher und Baumkronen hervorleuchtet, wenn die Rosen in den blauroten Kübeln auf der Umsaffungsmauer des Grundstückes erst alle blühen — natürlich auch blaurot. Da plötzlich ertönt ein langgezogener Ton von Fanfaren von dem Dache des schräge gegenüber liegenden Hauses des Bild- Hauers Habich, darauf erschallt hinter mir ein anderer Ton hmh°tt.n Sie stehen auf Ma-k-n, die den Kops einer schlanken Saale bilden - di- junge Kunst stellt sich ans die alle und hall im B-wnßsein des Sieges den Larbeerkran, in die Höhe. Ich stand links von der Terraffe nnd dachte darüber nach, wie vorteilhaft sich die Christiansen'sche „Billa in Rosen- hinter mir erst machen würde, wenn die gärtner' ischen Anlagen zur vollen Wirkung gelangen, wenn das Haus erger usw. Auch die Herausgeber unserer großen deutschen Kunstzeitschristen sind fast alle vertreten. DaS Effen gewann durch die exakte Bedienung. Hier die Speisenfolge: Möveneter mit Trüffelsauce in römifchen Pastetchen Klare Schildkrötensuppe Rhetnsalm nach Cdambord Rchrückeu rach russischer Art GetrüffeUe Gansleber tn Gelör Französische Masthübmr Salat und g'dünst te Früchte Stangenspargel und Schaumsauce Diplomatenbombe Käse Nachtisch. Daß die Speisenkarte ein kleines Kunstwerk war, ist elbstverständlich. Schöner noch präsentierte sich die von Bürck gezeichnete Musikfolge, zu welcher nichts fehlte wie — das Konzert, welches ausfiel. Nach dem dritten Gange erhob fich der Großherzog, um folgende Rede zu halten: „Meine Herren! Das Werk, welches wir heute nach fleißiger und hingebender Arbeit in der Hauptsache vollendet vor unS sehen, zeigt uns das ernste und erfolgreiche Streben seiner künstlerischen Schöpfer. ES oll eine Anregung zu neuer herrlicher Entfaltung der Kunst sein. Groß und weit sind die Ziele, die die junge Künstlerschar sich gesteckt hat, dessen find sie sich wohl bewußt. Möge dieser erste Versuch ein Ansporn ein für alle Diejenigen, welche die echte Kunst Mitempfinden, so wie liefe That die Künfllerschaft anfeuern möge, mit derselben frischen Kraft weiter zu arbeiten, wie sie es bisher gethan hat Mit diesem Wunsche leere ich mein Glas auf das Wohl der Darmstädter Künstler-Kolonies Hierauf erwiderte sofort Professor Christiansen: „König!. Hoheit! Hohe Fefiversammlung! Der Same, den wir einff vor Jahren erwartungsvoll in die Erde gelegt, ist aufgegangen und der erstandene Baum steht heute mit Blüten beladen im Frühlingssonnen- schein vor Ihnen. Wir Gärtner, die wir das Reislein mit unserem Herzblut getränkt, wir geben heute den jungen, hoffnungsvollen Schützling zur weiteren liebevollen Pflege in Ihre Hände, damit er wachse und gedeihe und reiche Früchte trage von köstlicher Art. Ihnen Allen, die Sie dazu beigetragen, diesen Baum zur Blüte zu bringen, rufen wir unseren innigen Dank zu. Ich gedenke der nimmer erlahmenden Hand drs Arbeitsmannes, der unseren Sprößling täglich begossen und die Erde um seine Wurzeln sorgsam gelockert, der Handwerker, die mit Verständnis den schwankenden Stamm gestützt und festgebundm, des Künstlers, der trinkend am Urquell eigener Gestaltung seinem Wachstum neue wunderbare Formen aufgepfropft und seinem Kleide frische Farben verliehen,. und dann ein dritter, noch tieferer, von dem Dache des Olbrich'scheu Hauses, dann wirken die drei Posaunenchöre zusammen. — Die Feier hat begonnen, das großherzog- ^liche Paar ist erschienen und hat vor der Terrasse Pia} genommen. Inzwischen war aus dem Portale des Ernst Ludwig-Hauses der Chor der Oper herausgetrelen. Die Männer in weißem, talarartigem Gewände, das mit blauem Bande eingefaßt war, mit grünen Kränzen auf dem Kopfe, nahmen links Aufstellung, die Frauen mit weißen, lanc herabfallenden, faltigen Gewändern stellten sich ihnen gegenüber. Sie hatten seitlich im Haar Blumengehänge von gelbem Goldregen, violetten Glycinien und anderen Blumen, ihre Gewänder waren mit Blau, Grün, Violett und Rosa besetzt und ausgeschlagen. Durch die gebildete Gasse kamen langsam und feierlich geschritten ein Mann und ein Weib (die Opernsängerin Frau Kaschowska und der Opern- . , „, ■ „ . , . . o . .länger Weber) in schönen reichgestickten Gewandungen, die werden wrr zunächst abgestoßen durch daS llnfestliche, Schmuck- Frau in Goldgelb und Grün mit Gold verziert, der Mann lose, ja Unsaubere der Bahnhofshalle. Nichts ermuntert den in Graublau mit abgestimmtem Gelb. Sie stellten sich vor Fremden, hier einzukehren, nichts macht ihn aufmerksam auf dem Chore auf. Chor und Solisten trugen nun das von das Besondere, was die hessische Landeshauptstadt nun in Georg Fuchs gedichtete und von Willem de Haan kom- alleu Landen bekannt machen soll. Nirgends sehen wir ein ponierte Festspiel vor, begleitet von dem unsichtbaren Orchester. Plakat oder ein Schild, daS uns daS Pöesentliche deS Tages Von neuem Posaunenstöße, die Sänger wenden sich dem programmmäßig schildert, daS uns den Zugang zur Schau- Portale zu, aus dem die mächtige Gestalt des Verkünders Pellung erleichtert. Wir besteigen einen Straßenbahnwagen der neuen Kunst tritt und langsam an den andern vorüber und müssen nach kurzer Zeit auf dem Ernst-Ludwigsplatze um- nach vorne schreitet mit erhobenem Kopse und verschränkten steigen, wenn wir nach der Ausstellung gelangen wollen. Armen, dem Herrscherpaare entgegen. Er trägt ein schönes ©ecabe aber m diesen Tagen wäre es doch am Platze ge- rotes Gewand mit reichem Goldschmuck, auf dem Kopfe einen wesen, eine LlUie der elektrischen Bahn vom Bahnhof nach Kranz von Rotbuchenblättern. Er singt mit tiefer Stimme Der Mathiwenhöhe durchzuführen! Die Alexander- und die und zieht am Schlüsse unter seinem Gewände einen mächtigen durch die wir nun kommen, gehören wahr- Kristall hervor, hält ihn hoch in die Luft, daß die Sonnen- Uch nicht zu den schönsten der Stadt, wenn fie auch durch strahlen sich darin brechen - das Idol der neuen Kunst. bea bcn am Mittwoch trugen, ein wenig Bei diesem Höhepunkt des Spieles fallen die Fanfaren ein. an Repräsentabilität gewannen. An der Ecke der Stiftstraße Die Sänger kehren in das Haus zurück und unter fort, "erlösten wir den elektrischen Wagen und wandern nun hinauf währenden Posaunenstößen geht das aroßherzogliche Paar nach der Mathildenhöhe, jenem schönen, parkartigen Garten,'^' ~ ..... * ' - - - - der nun zu einer eigenartigen Villenkolonie umgewandelt ist Die ersten Häuser auf der Höhe, Privatvillen, zeigen schon im Aeußeren einige Originalität. Sie haben etwas von dem mittelalterlichen Burgstil und etwas von niederdeutschen Bauernhäusern an fich. Und nun stehen wir vor dem Hauptporta!. In den zwei hohen, gegeneinander schräg gestellten Pylonen wurden einerseits die Tageskassen und die Wechselbank, andererseits ---------- MWVS, lul ÖV1|UC11|U,C1U |luyuu, l8et nf^eftWv!t Feuerwache, dem Anschein nach und feierlich zugleich. Ich habe schon mancher Eröffnuvgs- uubequem und gedrückt, untergebracht. Die Pylonen tragen feier beigewohnt, aber keiner, bei der die Idee der Künstler Wandgemälde von Paul Bürck. Sie stellen den Drang der sich so frei entfalten konnte und so schön zum Ausdruck ae- Menschheit zur physischen und moralischen Schönheit dar bracht worden ist wie hier. Es war eine vornehme und burdj eine Anzahl steifer Figuren und ohne besondere Farben- sinnige Huldigung fiU unfern Großherzog als Erwecker und '^onhett. Förderer der jung aufblühenden Künstlerkolonie. • das ist der Ausstellungszaun. In bestimmten Entfernungen ^chtige Wanderung durch dte KÜustlerhauser sehen wir Tafeln aufgestellt, die zu beiden Seiten Reklame-1 glaubte man am Nachmittage vornehmen zu können. Leider Plakate aufnehmen sollen und zum Teil bereits aufnehmen. aber waren die meisten geschlossen und nur einige wenige Wir durchschreiten daS Thor, stehen auf dem Vorplätze, zugänglich, die von Christiansen, Behrens und Habich. Man «w »I. 1- -»«,» >-, SÄ” wie daS Portal, der Zaun re., wurden auch sie entworfen von Außenarchitektur und im Jnnenraum zeigt. „Individuell" Pros. Joseph M. Olbrich. Ein Teppich von hellblauen bedeutet in unserem Spracygebrauch etwa so viel wie Vergißmeinnicht breitet sich auS und erfreut unser Auge. „anders als andere Leute". Und anders als andere Leute Links führt der Weg nach dem Hauptrestaurant Huben die Künstler sich ihre Räume erbaut und ausge- ber Ausstellung, von dem wir heute nur erwähnen wollen, stattet, ihrem speziellen Geschmack und Gebrauch ange- daß eS am Ende eines Platanengartens liegt, der wohl an- und jeden Raum ausgebildet für die Funktion, die nähernd tausend Personen Platz zu gewähren vermöchte, daß O" 3U c? -inen langen, aber recht schmalen Saal beiA Dcr°„AMttekt-^'^sagt Räch WagE "ist C1f Glasmalereien von Pros, der eigentliche Tiihter"der bildenden Kunst". Jeder der H. Christiansen, daß die Möbel, das Leinenzeug, daS!Künstler gab zu seinem Hause die Idee, und Olbrich, der Porzellan, die Tischgläser und Kristallsachen, kurz so ziemlich Architekt, verdichtete diese Idee und brachte sie zur Er- daS ganze Inventar nach künstlerischen Entwürfen hergestellt scheinung. Jeder der Künstler gab von sich selbst in seinem find und darum Beachtung verdienen — und schließlich, daß ^ause ein Stück Charakterzeichnung mit den Mitteln seiner die Preise dort am Mittwoch für Leute mit ganz großen Kunstsprache. Hier findet man nicht das althergebrachte Geldschrünken vielleicht erträglich gewesen fein mögen. ^ema der Turchschnittsmietshäuser, das Aneinanderreihen Rechts vom Vorplatze kommen wir weiter nach bem ^J111 pa?r m^c übe£ weniger großen Zimmern, will- Ot h iÄaRnEr'L umgebt Hause, dem Hause der Arbeit, das den Mittelpunkt der inacht; jeder Raum hat seinen bestimmten praktischen Zweck, ganzen Ausstellung bildet. Hier spielte sich am Mittwoch ist für eine bestimmte Benutzung vom bewohnenden vormittag die Künstler gebildet und eingerichtet. Jedes Stück Möbel EköffuuugSfeier ist für den Raum entworfen, teilweise in ihn eingebaut, ab. Zu beiden Seiten der Terraffen, die zu diesem Atelier- ilud dabei laufen die Gedankengänge der Außengestaltung hause der Künftlerkolonie führen, hatten fich die gelabenen RL1^. ?er .V^^en Ausbildung parallel, stehen in vollem Gäste zahlreich zusammengesuuden. Vor «ukunft d-e M-lchgcwlcht. Schon durch die verschiedene Höhe der Tccken Luvwig-Hause empor. Durch mehrere Treppen wird der Behandlung der Decken in Profilierung und Farbe. Merk- Aufstieg erleichtert, die obersten Stiegen führen zum Portal würdig sind die Fenster dem jeweiligen Erfordernis des der gemeinschaftlichen Künstlerwerkstätte. Zwei mächtige I Raumes angepaßt. Gerade audh in der Beleuchtung jedes Statuen aus Sandstein erheben sich auf gewaltigen Quadern Pc!nc.r Räume zeigt sich der individuelle Charakter des zu Seite der Stiege und flankieren, übetraaen das Lauvt Hustlers. Jeder von ihnen weiß, daß in einem Raume portal, links eine kraftvolle, jugendlich männliche, rechts eine )0 entscheidend wirkt wie seine Lichtquelle. So fällt junge weibliche Gestalt. Weiter zurück direkt neben dem H emem Raume das Licht durch lange, schmale, neben- ehernen Thor stehen zwei geflügelte Mauren aus ör» h e Gpinanber Fensteytreisen, in einen anderen durch in ben üoraeftredten &nhpn 9 n QUJ hie knie niedrige, breitgelagerte Oessnung. vier liegt das i.tnfmnPH Ö JL* ?.!? Anen Kranz wagrecht vor sich, Fenster hoch oben an der Decke, sodaß das Licht wie aus einer geheimnisvollen Quelle hereiuflutet, dort reicht es fast bis auf den Fußboden hernieder, sodaß der im Raum Weilende in stetem Zusammenhang steht mit seinem grünen Garten draußen. Mit der Beachtung und Verwertung dieser Beleuchtungseffekte geht die Farbengebung Hand in .s?anh. Farbenfreudigkeit sieht man allenthalben, am allererfreulichsten in der entzückenden Villa „In Rosen". oll.e neutralen vorsichtigen Töne verbannt, da ist auev aui segelnde, Stimmung machende Farbenwirkung fein *"£$ äW“ tonnte, der m ff M9: ’ ©eiter setzte sich d die rheüerhak Als e Christians^ Henckel in Künstlers btt 8* Herr Herick- fyfd tMöc Vit L Doppelkreise denen die un Sasl mit Li Sehrp Sekretariats minifteriums znladen; al< eS zu spät, mahl, an eS auf, baß Oehringei mhl, wo fti vorgesehen w Platz blieb fi unb mutzten narbe durch Einen i Namen, M vola hat scho erhalten. D rifn Meltau gleich ersuch S. hat aw Einladung i zuwohnen, [ im neuen sprechenden Tafel,-etroa etquidlidjer lidjen Paare bunfelöiolet jeweils zum Stimmung e sollen zu ro Hand barfb IieitMiinflatn ist es streut toetbt gänzlich ver digsten For ^as ist vor der Buhne, Vörers abl< un Zuschauc 6Uschoden st gezwungen, Bewegungen beobachten, An Äenuss Möglichkeit n so hätte man jeder musüal y SMet 'heatraüfd>; ob die ifUi Heinen Stiegt wird, darauf anfij sehen sehen, denn fmen schmal der ,tEt Mrtl,l(it ,pdtct uchtigen L'nen & daß er» ÄlF heimliche, bunE tvm m n’u^crbD Pnl -r6,ge sfeÄ7 n bestich? Unb Wen Ä.1**3* teHutm bba^ mQd)t den *9 m Ae LL tn -^kln uns immer, Ä fe ^usstattunqs- ^Änngen hin geben ^achzuniachen^aber ^Aevlichem führen. to6t will niemanden rur gar eines ganzen Raumes a von uns, daß mir in Hof das zum Ausdruck lüibuum besitzen, indem. Qualität Mspräzen. Lie vie wir individuell unser inneren und intimeren seren Entfaltung geben ägliche Umgebung jein er iah! RestaurationSbaueS statt, fei und Teller sind wieder de Versammlung, die sich Tische scharrt, fallt das erscheint der Großherzog. KKr f J1'en aus =m ö“ tieital" .tz'LÄS * >‘sr?-e »wein Warnte ®W» «g, TM ab anbtte, bann h>> die Zpeisensolge- jUsl** itwsopp^, ßvamdoro fMir -r Stn * Mbmr !te Fächle SLaumsavce iombt -Sö-'K.' qe ,m (o w« e-lha"^ter N^n: Mr-"' m der wohlwollenden Herren au» Stadt und Land, die die zarte Knospe unter ihre goldene Obhut genommen, der lieben Bürger, die Sonntags an seine Stätte gekommen sind, sich fein*8 Wachstums zu fremn, der Behörden, die mit warmer Fürsorge rauhe Winde und verderbliche Stürme von unserem Schützling ferngehallen, vornehmlich aber deS edlen Schirm Herrn, auf dessen Boden der stolze Baum seine Wurzeln kräftig schlagen L der m Liebe seine starke Hand schützend über unseren Pflegling hält. Fhm gilt schließlich unser tiefgefühlter, tausendfältiger Dank, den wir ausklrngen lassen wollen in dem Ruf: Heil und Ehre unserem Großherzog. Er lebe hoch!" Weitere Reden wurden nicht gehalten. Nach dem Mahle setzte sich der Großherzog unten im Garten zwanglos unter btc Künstler und lachte und plauderte mit ihnen, bis in der Theaterhalle die Spiele begannen. Als einzige Verzierung des Speisesaals dient das von Christiansen entworfene, für ca. 35000 3J?f. an die Sekifirma Henckel in Mainz gelieferte, Kunstglasfenster; es wurde der KÜnstlerkolonie von dem jetzigen Besitzer während der Dauer der Ausstellung zur Verfügung gestellt, dafür hat sich aber Herr Henckel die Sektlieserungen ausbehalten und an der Tafel wurde fast nur Henckel getrunken. Die Beleuchtung wurde durch drei mächtige, durch Doppelkreise gebildete, sehr ' einfach gehaltene LüstreS, von denen die unzähligen Beleuchtungskörper herunterhängend den Saal mit Licht überfluteten, gespendet. Sehr peinlich berührt es, daß man von Seiten des Sekretariats übersehen hatte, den Präsidenten des Finanz- Ministeriums Gnauth zu den Eröffnungsfeierlichkeiten ein- I zuladen; als man den Fehler wieder gut machen wollte, war es zu spät, und so fehlte er auch um 6 Uhr an dem Festmahl, an dem alle seine Kollegen teilnahmen. Ebenso siel es auf, daß der preußische Gesandte Prinz Hohenlohe- Oehringen, der Vormittags anwesend war, bei dem Fest- mal)l, wo sein Platz ganz in der Nähe des Großherzogs vorgesehen war, anscheinend ohne Entschuldigung fehlte, sein Platz blieb leer. Sämtliche Kellner trugen kleidsame Kostüme und mußten ohne Schnurbart servieren. Der Großherzog wurde durch seinen Lribjäger bedient. Emen jungen Pariser Künstler, de Scevola mit Namen, zeichnete der Großherzog besonders aus. Sce- vola hat schon mit 19 Jahren die große goldene Medaille erhalten. Der Fürst kaufte im vorigen Jahre auf der Pariser Weltausstellung zwei seiner hübschen Aquarelle, ihn zugleich ersuchend auf der Darmstädter Kolonie auszustellen. S. hat auch fünf Aquarelle geschickt, auch leistete er der Einladung des Großherzogs, der Eröffnungsfeier selbst beizuwohnen, Folge. Die Spiele im neuen intimen Theater, einem äußerlich wenig ansprechenden Jnterimsbau, wurden nach Beendigung der Tafel,-etwa um halb neun Uhr, also mit halbstündiger unerquicklicher Verzögerung, in Gegenwart des Großherzoglichen Paares und der Hofgesellschaft eröffnet In diesem dunkelviolet gehaltenen Raume soll die vollkommenste, dem jeweils zum Vortrag zu bringenden Kunstwerke entsprechende Stimmung erzielt werden. Form, Farbe, Stimme und Sinn sollen zu rastlosem Einklänge verbunden werden. Vor der Hand darf bezweifelt werden, ob dieser vollendete Schönheits-Einklang erreicht werben wird. "Ter Zuschauer, so ist es beabsichtigt, soll durch Nebensächlichkeiten nicht zerstreut werden. Tarurn wird das dekorative Beiwerk fast, gänzlich vermieden, der Zuschauer soll nur die notwendigsten Formen sehen, zwischen denen die Szene spielt. Tas ist vortrefflich gedacht, aber wenn auch, wirklich auf der Bühne nichts sich findet, was die Aufmerksamkeit des Hörers ablenken könnte, um so mehr mehr siindet sich's im Zuschauerraum. Auf horizontalem, statt abgeschrägtem | Fußboden stehen die Stühle in dichten Reihen. Man ist gezwungen, die Glatze des Vordermanns, die unaufhörlichen . Bewegungen der unmittelbar davorsitzenden Dame rc. zu beobachten, und wird unausgesetzt in seinem künstlerischen Genüsse gestört. Wollte man dem Publikum alle i Möglichkeit nehmen, durch fremde Dinge zerstreut zu werden, so hätte man den ganzen Raum während jeder, also auch ' jeder musikalischen Aufführung, wie es ja in jedem Theater sonst geschieht, zu verdunkeln, oder man hätte ihn amphi- theatralisch zu gestalten gehabt. Auch scheint es zweifelhaft, ob die Akustik gerade besonders vorteilhaft ist. Und wer die kleinen Bühnenbilder, auf die ja freilich wenig Wert gelegt wird, da es den Leitern der Spiele vornehmlich darauf ankommt Herz und Gemüt, nicht das Auge zu fesseln, sehen will, der muß. sich in die Mitte des Hauses setzen, denn von den Seitenplätzen aus erblickt er nur ji- einen schmalen Bühnen streif. Ein paar kleine TichtunAn von Wilhelm H o l z a m e r kamen zur Ausführung. Ter Abend begann mit Holzamers „Weihes v i c l". Aus dun keim Vorhang heraus trat eine weibliche Gestalt in phantastischem Moftüm aus Weiß und Gold, Frl. Mardon, herzogl. anhalt. Hosschauspielerin. Während von ihren Lippen eine Flut wohlklingender Verse fließt, die unseren „eisigen, lebensfremden Tagen" neue Schönheit verkündet, neuen, schon herandämmernden Sonnenschein, schreitet sie ein paar Stufen herab und tritt an eine Säule, davor ein Lorbeer steht. Sie schneidet Zweige vom Baume und kränzt die Säule, um zum Leben den ersten Mockenschlag eines neuen Tages zu machen, an dem die K.unst nidjt nur zum „schönen Scheine" dient, sondern mit dem Leben sich verbindet. Ter Eindruck dieser fein zerfließenden Tichtung wurde leider erheblich gestört durch den größeren Teil des Publikums, der vielleicht so etwas wie ein höheres Tingeltangel erwartet haben mochte und in jokoser Stimmung sich befand, rund heraus den ganzen, wirklich weihevollen Bor gang für eitel Blödsinn kurzer Hand erklärte und es für angemessen fand, schon vor Beendigung der Tichtung in nicht mißzuverstehender Weise durch Ausrufe fadester Ironie seiner Ungeduld Ausdruck zu geben. Ein musikalisches Zwischenspiel, eine Prometheus-Musik von Hugo Wolf, dirigiert von Tr. Faißch aus Stutt gart, ging bei zunehmender Unruhe des Publikums eben falls durchaus wirkungslos vorüber. Tagegen fand die folgende Dichtung Holzamers, „Tie Stille", die einge leitet wurde von einer sehr stimmungsvollen schönen Musil, von Schuster, doch schon etwas mehr Aufmerksamkeit. Es ist ein Zwiegespräch zwischen Mann und Frau (Frl. Mardon und Herr G o d e ck). Sie sitzen an den Schmalseiten der Tische einander gegenüber. Es ist Abend. Durch das breite Fenster'im Hintergründe flutet goldiger Mondschein ins Gemach. Es ist Lyrik, vollkommenste Situations- lyrit in ungebundener Rede. Tie Herzen beider versenken sich ganz in die feierliche ÄbendMle. Ta dämmern ihre zartesten Gefühle auf, da kosten sie ihre innerste Sehnsucht aus, da prägen sie ihre weichsten Empfindungen zu duftigen Worten von seltsamer Schönheit. Tie ganze Szene hat etwas Ergreifendes in ihrer schlichten Grazie, ihre Wirkung wird aber doch ein wenig beeinträchtigt durch ihre unverhältnismäßige Länge. Sie bringt zu viel an Wiederholungen, es ist ein durch die Prosaform über Gebühr ausgerecktes Gedicht, das ein großer Lyriker in drei bis vier kurze Strophen angemessener und wirkungsvoller gekleidet hätte. Tie ganz kurze Szene „In der Thür" ist wohl die lieblichste von den dreien. Ein Mädchen, das an der Grenze des Backsischalters steht, ist im Begriff, ins Leben hinauszutreten. Es schwankt und bangt vor dem Ungewissen, das das Leben fern vorn heimatlichen Herde ihm bieten wird. Mer die Thür hinter ihr schließt sich von selber; es ist ausgewiesen und nimmt nun ihren ganzen Mut zusammen, um tapfer fürbaß zu schireiten. Tie großh. badische Hofschauspielerin Frl. B u rger sprach diese leichten tlingende^ Verse Holzamers anmutig belebt und mit feinem Es standen noch zwei weitere Dichtungen auf dem Programm. Toch der vorgerückte Abend gebot leider die Rückkehr nach, Gießen. Ich denke, das ganze Stück, dieses „Dokument deutscher Kunst" wird einen guten Erfolg Haber»., einen unerwartet guten. Rahmen und Bild sind in gleicher Weise gehaltvoll und bedeutend. Allenthalben fühlt man sicht angeweht von modernem Geiste. Es ist ein Schaustück gan% erlesener Art für jedermann und braucht nur ein bischen Glück, eine Hand voll Schicksalsgunst aus dem Wunschhütlein des Fortu- natus, weiter nichts. Ich will ihr für die ersten Tage den Daumen halten. • * Unser f-Korrespondent schreibt uns noch aus Darmstadt vom 15. März: Tie Spannung, die während der letzten Wochen und Monate über Darmstadt lag, hat sich heute gelöst, die Aus- lellung der Künstlerkolonie ist eröffnet, dem allgemeinen Urteil freigegeben. Und das erste Urteil heut war ganz allgemein (? T. Red.) ein beifälliges. Man stand ganz un- mitte'fbar unter dem Eindruck der gewaltigen Arbeitsleistung, die in der Zeit eines einzigen Jahres bewältigt worden ist. Dem Publikum war allmählich' die Phantasie durchgegangen, man ahnte hinter dem Ausstellungszaun nichts wie einen einzigen großen wirbelnden Schnörkel — und diese Ahnung hat sich als trügerisch erwiesen, ebenso trügerisch wie die andere Ahnung, die sich mit einem Ordens- und Titelre^en beschäftigte. Nichts von alledem traf ein. Tie Eröffnungsfeierlichkeit verlief ganz schlicht und einfach. Ein wohlkhucndes Gefühl rief die Wahrnehmung hervor, daß die Ausstellung ganz fertig ('? T. Red.) war, und das ist um so anerkennenswerter, als die ganze Anlage von einer Vielseitigkeit ist, wie selten eine andere Ausstellung, und obendrein bekanntlich ni|ri)t aus Leinwand unb Pappe hergestellt ist, sondern feste, für alle Zeiten bestimmte Objekte darbietet. Tie äußeren Umstände, die den Eröffnungstag begleiteten, waren die denkbar günstigsten ; ein herrlicher warmer Maitag mit strahlendem Sonnenschein, hie und da ein leiser Luftzug, der den Tust von abertausenden von blauen Frühlingsblumen aus großen Beeten durch die Landsck)aft trug, gab dem Ganzen einen Zauber von Lieblichkeit, der die Erinnerung auf lange hinaus zu beschäftigen vermag. Aus Einzelheiten kommen wir in der Folge noch zurück, für heute sei nur nochmals gesagt und betont, daß baS gesamte Bild, das sich dem Besucher der Ausstellung an diesem ersten Tage bot, bis ins kleinste erfreulich war, und daß, ivas man da auf der Mathildenhohe gefunden hat, manchen von übereilig gehegten Vorurteilen heilen wird. Nach dem Theater sand noch ein Souper für 10 Personen statt, dem der Großherzog beiwohnte. Tie Tagespreise sind jetzt wie folgt festgesetzt: Gewöhnlich 1 Mk. pro Person, von abends 6 Uhr ab 50 Psg. An zwei noch zu beftimnienben Wochentagen van form. 10 bis mittags 2 Uhr 2 Mk. pro Person. Hessischer Kandtag. Zweite Kammer der Stände. nn. Darmstadt, 15. Mai 1901. Am Ministertisch Justizminifter Dittmar und Ministerialrat Pückel. Zur Tagesordnung steht der Antrag der Abgg. HaaS-Mainz und Dr. David, die Errichtung eines neuen Justizgebäudes in Mainz betr. Abg. Haas schildert die Mißstände bei dem jetzigen Gebäude. Justizminister Dittmar versichert, daß die Großh. Regierung alles thun werde, um eine Aenderung in dem jetzigen Zustand herbeizuführen. Der Zeitpunkt der Realisierung der Wünsche von Mainz sei nicht so entfernt. ES handelt sich aber nicht nur um Verhandlungen mit der Justizverwaltung und der Stadt Mainz, sondern auch um andere Interessenten. Er hoffe aber, daß die Angelegenheit zur Zufriedenheit aller gelöst werde. Der Antrag wird hierauf für erledigt erklärt. Dem Anträge des Abg. Seelinger auf Errichtung eines Amtsgerichts in Lampertheim stimmt die Kammer zu, und erklärt die Vorstellung der Gemeindevertretung von Lorsch, Errichtung eines Amtsgerichts in Lorsch, für erledigt. Auch die Vorstellung der Gemeinde Heppenheim a. d. Bergstr. um Errichtung eines Amtsgerichts wird für erledigt erklärt. Die Gemeinde Dieburg hat sich ebenfalls mit einer Vorstellung um Errichtung eines Amtsgerichts an das Haus gewandt. Der Ausschuß beantragt, diesen Wunsch für erledigt zu erklären. Abg. Ulrich tritt für die Wünsche der Gemeinde Dieburg in warmer Weise ein. Der Ausschußantrag wird einstimmig angenommen. Die Vorstellung der Witwe Jak. Kettwig zu Langen um Gewährung einer Gnadenpension und di» Regierungs Vorlage, die pensionsfähige Dienstzeit des Rentamtmanns Roßmann zu Friedberg wird für erledigt erklärt. Der Gesetzentwurf, die Disziplinarverhältnisse der nicht- richterlichen Beamten, insbesondere die Unter erheben staatlicher Gefälle und die Ortseinnehmer betr., wird ohne Debatte angenommen, ebenso die Regierungsvorlage, bitr. Erweiterung und Neueinrichtung des Betriebes der Grube Ludwigshoffnung, wofür 930000 Mk. ver« willigt werden. Damit ist die Tagesordnung erschöpft und die Kammer vertagt sich bis zum 21. Mai. Vermischtes. • Danzig, 16. Mai. Auf der kaiserlichen Werft entstand kurz nach Mitternacht im VorratSschvppen der Kupferschmiede ein Feuer. ES zerstörte den Schuppen der Dampf- dynamomaschine und einen Teil des Kesselhausdaches der Maschinenbauwerkstatt. Der Materialschaden ist unbedeatend. Ursache des Brandes ist vermutlich Kurzschluß. * London, 16. Mai. Heute nacht brach im Arbeits- Hause in Stafford, in dem Flügel in dem alte Leute untergebracht waren, Feuer aus. Sieben Jnsaffen sind umgekommen. 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Die Rechnung liegt acht Tage lang zur Einsicht der Beteiligten in dem Kossenlokal des Rechners offen. Gleichzeitig werden sämtliche Mitglieder der Spar« und Leihkasse rubr, Kasse zu einer General Berfammluug auf DieuStag, de« 28. Mai l. I., nachmittag- 2 Uhr in der Wirtschaft des Karl Siegfried zu Großen-Buseck eingeladen. Tagesordnung: 1. Abhör der Bilanz, 2. Verteilung des Ueberschusses, 8. Verschiedenes. 8625 I. A: Anton Schmidt. Rechner. Wegen vorgerSckttt IchttsM habe ich die Preise meiner vorzügliche« Obst- u. Gemüse- Konserven nochmals reduziert und empfehle u. a.: 2 Md.-D- Schnittbohnen 32 H an do. »rechbohnen 82 „ „ do. Junge Erbsen 45 , „ do. Karotten 60 „ „ do. Vrechspargel 75 „ „ do. do. mit Köpfen 95 „ „ do. Staugenspargel 125 „ „ do. Kirschen oder Birnen 85 „ , do. Mirabellen 85 „ „ 8472 rc. ic. J. M. Schulhof gegründet 1886 Marktstraße 4. Telephon 119. Prompter Versandt nach auSwärtö. Für Wille rc. Kroßer Josten Meffer u. Gabeln unter Einkaufspreis. 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