ttwMgih6. ' I* $«rf. 62. BBftl AM Verlegung. te«s , 2911 reuewkg 6 ^kr'scht Btftyum) pabe. Achtungsvoll Krämn, Hikt. Lteme Wohnung beftnhet g ) von heute an 2791 0 m Gasthaus ° ;um Löwen ° (9Unm»t9). q Gießen, 12. Äpril 1901. 0 r. Koehler,§ Wttanl Q iHirmmn 111 Wohne vom 16. April at irchenplatz 14 im ttfltn Sto-k. i fjortt, Msm. 13 RuerfrjlS--- ckM Frau l «ohltME U vtsmdbalLigstruentnchtenbn Kohlennann DL mMM-I Sri. kl. uns H **r#7I «Ml, Mrtinstraße ß tbildung in dta Jjjjjl ffwi ntlwnlebm. W»\- J jftunft, » wr ■**?" «winkln»» »VeShSiS ? K/s-tz- -eO°.k< ieer- Eaw*/ -7T 111 an- IZr. 90 Zweites Blatt. 151. Jahrgang. Donnerstag 18. April 1901 ttffttllt täglich mit ■zineleK M Montag-. M« M*« Lamilien- MWtl Bxrben dem An. Milte he Wechsel mit „Hess. twlieirt* und „vlatter ItrH. Bolk-kundr" vier» awl »Sche-llich beigelegt. IMeWee, E^ditlon und •w*wi: »ch-ißratz« 7. enieleeu m«ge ft>r ken | erscheinenden Kn io Uhr Mch-tstttzlnAHr» Ipditfitul GietzenerAnzeiger ** General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen vejogrpreir vierteltäh«! Ml. 2.20, monall. 75 mit Brmgerlohn; durch w Abholestellen »ierteljätz^. Ml. 1.90, monatl. 65 Phg. Bei Postbezug viertelsähVl. Ml. 9.00 ohne Bestellet» ea« An^tc,en t3ermtttluiiei» stellen des In- und »luOlenw nehmen Anzeigen für bee Ateheaer Anzeiger tntgrjee Sctltnpr«« lokal 11 GM, euleärtl 10 Psg. Adresse für Depescha«, Anzeiger Gietze«. Fernsprechanschluß ftt.M. Volttische Tagesschau. Aus Berlin, 16. April, wird uns geschrieben: Die „M aifeier" kann in diesem Jahre manches unerfreuliche Nachspiel haben. Zahlreiche Berliner Arbeiterorganisationen beschlossen, der „Voss. Ztg." zufolge, am Mittwoch, 1. Mai, der Arbeit fernzubleiben. AlS Antwort proklamieren die Verbände der Arbeitgeber, die Feiernden bis zur Dauer einer Woche auszusperren oder eine allgemeine Arbeitsruhe für diesen Zeitraum eintreten zu lassen. Bei der Ungunst der Konjunktur, die an und für sich vielfach Betriebseinschränkungen notwendig macht, kann den Arbeitgebern mit einer solchen Maßregel nur gedient sein. Manche Arbeitgeber, meint die „Voss. Ztg." mit Recht, wären froh, einen guten Vorwand für die Aufhebung des Arbeitsvertrags zu finden. Anders die Arbeiter, die nur zu verlieren haben. Die Zeiten sind nicht darnach, daß bic Arbeitnehmer die Gefahr der Entlassung gering schätzen dürfen. Ersatz ist schwer gefunden. Die sozialdemokratische Parteileitung, die wohl kaum begierig ist, unter Umständen zahlreiche Gemaßregelte unterstützen zu helfen, sollte daher bei Zeiten vor einer solchen Kraftprobe eindringlich »oarnen und ihren ganzen Änfluß aufbieten, sie zu verhüten. Oberfinanzrat D r. Becker-Darmstadt iveist in der „Dtschn Juristenztg." im Hinblick auf den Gegensatz, der zwischen dem Reichsgericht und dem preußischen Oberverlvaltungsgericht in Bezug auf die Steuerpflichtigkeit des Emissionsaaios besteht, darauf hin, daß den Standpunkt des Reichsgerichts auch die höchsten Instanzen einer Reihe von Bundesstaaten teilten. C5o hat der badische Verwaltungsaerichtshof im Urteil vom 13. Mai 1891 und das sächsische Finanzministerium in ber Verfügung vom 21. September 1883 das Agio für nicht fbenerbar erklärt und der hessische Verwaltungsgerichtshof ich in zwei Urteilen vom 30. April 1898 und vom 29. Ok Wb er 1898 dieser Auffassung angeschlossen. Insbesondere das Urteil vom 30. April 1898 besaßt sich auch mit der Rechtsprechung des preußischen Oberverwaltungsgerichts, Vommt aber nach sorgfältiger Würdigung seiner Gründe zur Verneinnna der Frage der Steuerpflicht. Es wird nachgewiesen, daß oer Agiogewinn nicht als Einkommen, sondern als Vermögenszuwachs, als Vermehrung des Geschäftskapitals, der Einkommensquelle angesehen iverden müsse. Tas Urteil gleht auch auf die vom preußischen Oberverwaltungsgericht bejahte Frage ein, ob nicht etwa die von dem hessischen wie von dem preußischen Einkommensteuergesetze bei Aktiengesellschaften für steuerbar erklärten „Ueber- chüsse" von dem Einkommen im Sinne der sonstigen Betimmungen des Gesetzes begrifflich durchaus verschieden ind, bezw. ob nicht durch Sondervorschriften über die Besteuerung der Aktiengesellschaften ein besonderer Ein- wmmensbegriff für diese, abweichend von dem Begriffe des Einkommens physischer Personen, geschaffen werden sollte. Diese Frage wird verneint, und zwar unter der Begründung, daß das Einkommensteuergesetz es klar und deutlich hätte »nssprechen müssen, wenn es für die Aktiengesellschaften einen besonderen Einkommensbegriff hätte schaffen wollen. Mit diesen Urteilen war für Hessen unter der Herrschaft des Einkommensteuer-Gesetzes vom 25. Juni 1895 die Steuerpflicht des Emissions-Agios, die früher von den Steuerveranlagungs-Behörden im entgegengesetzten Sinne behandelt "worden war, endgiltig zu gunsten der Aktiengesellschaften verneint. Aus Anlaß der Reform des gesamten Staatssteuerwesens im Jahre 1899 wurde das Gesetz vom 25. Juni 1895 einer Durchsicht unterzogen: durch den Artikel 2 Absatz 2 des Einkommensteuer-Gesetzes vom 12. August 1899 ist für Hessen die Frage durch einen Akt der Gesetzgebung endgiltig zu Gunsten der Steuerfreiheit des Agios entschieden. Engländer und Buren. Die Aufsehen erregende Meldung, daß General French mit 500 Mann von den Buren gefangen genommen wurde, hat noch keine Bestätigung gefunden, und im englischen Kriegs- amt wird ihre Richtigkeit nach wie vor bestritten. Deshalb kann der Vorgang sich doch zugetrageu haben. Jedenfalls kann die Nachricht nicht als eine boshafte Ausstreuung der Buren betrachtet werden, da sie durch eine englische Nach richten-Agentur verbreitet worden ist. Der englische Oberst Plumer hat, nachdem er festgestellt hatte, daß 300 Buren unter Schalk Burgers und Beyers vor ihm nach Zerstörung von 25,000 Patronen in der Richtung auf HaenertSburg, daS ungefähr 50 Km. östlich von Petersburg an der Straße nach LeydSdorp liegt, mit einem langen Tom abgezogen waren, Petersburg am Morgen deS 14. verlassen und ist nach Südosten marschiert, ohne auf Buren zu stoßen. Auf seinem weiteren Marsche hat er in dessen, wie aus KitchenerS gestern von uns mitgeteilter Mel düng hervorgeht, eine kleinere Burenabteilung aufgehoben. Bon Schalk Burger heißt es, daß er deu Sitz seiner Regierung nach ToteSburg verlegt hat, während der öfter ge Bannte Vorster sich in den Bezirk Spelonken zurückgezogen hat, wo er als selbsternannter Generalkommandaut schaltet. Von den angeblichen neu aufgeuommenen Friedens Verhandlungen in Südafrika ist es ganz still geworden; da die Nachrichten hierüber die amtliche Bestätigung nicht erhalten haben, so find sie wohl in daS Reich der Fabel zu verweisen. Aus Kapstadt wird berichtet, daß dort neun neue Pestfälle zu verzeichnen gewesen find, von denen vier tätlich verliefen. Die Gesamtzahl der unter Beobachtung stehenden Kranken beträgt 392, die Zahl der bisher Verstorbenen 152. Der „New Dort Herold" bringt ein Schreiben aus Pretoria vom 13. März, in dem die Gemahlin des englischen Militärgouverneurs von Pretoria, Generals Maxwell, die Amerikanerin ist, einen Aufruf um Spenden an warmen Kleidungsstücken für die Burenfrauen und Kinder in den Flüchtlingslagern erläßt. Frau Maxwell fügt hinzu, daß die Fonds in England durch Hilfeleistungen an eigene Sol baten, sowie deren Frauen und Kinder derartig in Anspruch genommen seien, daß sie sich an ihre amerikanischen Lands leute, unter denen wie sie wisse, viel Sympathie für die Buren herrsche, nm Unterstützung für deren hilflose Frauen und Kinder wende. Es ist zu hoffen, daß dieses erfreuliche Vorgehen der Dame von schönem Erfolg begleitet sein wird. * • • Telegramme des Wiehe«er Anzeigers. London, 17. April. „Daily News" erfährt. Ober- kommifsar Milner suchte darum nach, Südafrika mit Ur- (aut) verlassen zu können. Der Urlaub wurde gewährt. Das Blatt fügt hinzu: Obwohl die vorübergehende Abwesenheit MilnerS von Südafrika möglicherweise mit seinem Ge sundheitsznstarde zusammenhänge, glaube eS, daß er nach England berufen werde, um dem Kabinet die Ansicht über die Lage darzulegen. „Daily Chronicle" bestätigt die Meldung und bemerkt, Milner komme Anfang Mai nach England. Der Aufenthalt werde nicht länger als zwei Monate dauern. Pretoria, 16. April. Reuter-Meldung. Der Buren general CellierS, von dem berichtet wurde, er sei bei Lichteuburg gefallen, ergab sich den britischen Truppen bei der Besetzung von Warmbad, wo er wegen seiner bei Lichtenberg erhaltenen Verwundung in Behandlung war. Johannesburg, 16. April. Reuter-Meldung. In der Grube „GeldenhuiS Dreysmiue" riß heute das Seil des FörderkorbeS, worin sich Eingeborene befanden. Der Förder korb stürzte in die Tiefe. 26 Eingeborene wurden getötet. China. Jetzt erst meldet auch das amtliche deutsche Telegraphen- Bureau etwas von der Festnahme des Mörders des Hauptmanns Bartsch. Die Depesche lautet: Berlin, 16. April. Der Kaiserliche Gesandte in Peking meldet, daß der chinesische Mörder des Hauptmanns Bartsch festgenommen und der Thal geständig ist. Kennzeichnend für unsere amtliche Berichterstattung ist es, daß wir über dieses wichtige und allgemein interessierende erschütternde Ereignis, das doch zweifellos zuerst zur Kenntnis der amtlichen Stellen in China gelangt sein muß, durch derartige knappe Meldungen uns abspeisen lassen müssen und fast ganz auf private Mitteilungen angewiesen Md. Eine ausführliche Privatmeldung lautet: „Der Mörder des Hauptmanns Bartsch ist am 15. ds. verhaftet worden. Er ist ein Chinese Namens Howan, ein junger Bursche mit einer wahren Verbrecherphysiognomie, mit unverschämte nr Benebmen und rohem Charakter. Er gesteht die That nicht nur ein, sondern rühmt sich ihrer noch. Er behauptet, der Hauptmann habe ihn auf dem Wege überholt: er, Howan, habe gegrüßt, aber Bartsch habe ihn im Vorbeireiten über den Kopf geschlagen. Darauf zog Howan, wie er weiter erzählt, einen Revolver ältesten Systems hervor, feuerte und rannte weg, Hauptmann Bartsch verfolgte ihn einige Schritte weit, aber sein Pferd bockte plötzlich; er wurde aus dem Sattel geworfen und stürzte in einen Graben. Das Pferd lief davon. Howan fing es aber mit Hilfe eines anderen chinesischen Spießgesellen — der gleichfalls verhaftet wurde — ein. Beide setzten sich dann auf das Pferd. Als sie von der Polizei erblickt wurden, erschraken sie und ließen das Pferd laufen. Das Pferd wurde dann eingefangen. Soweit sind beide Schuldige geständig, indessen setzte die Polizei ihre Nachforschungen in der Nachbarschaft fort und verhaftete zwei weitere Chinesen, die zu der Mordthat in Beziehung stehen sollen: sie wurden der deutschen Präfektur übergeben. Tie Untersuchung ist in vollem Gange." Inwieweit diese Angaben des chinesischen Mordbuben den Thatsachen entsprechen, wird hoffentlich die Untersuchung ergeben. Vorläufig glauben wir noch nicht daran, daß Hauptmann Bartsch ohne jede Veranlassung einen Menschen, der ihm sogar eine Reverenz erwies, mißhandelt haben wird. Man wird mit Spannung dem Ausgang der Untersuchung entgegensehen. • Ter „New-Bork-Herald" läßt sich aus Peking vom 15. d. Mts. telegraphieren: Tie Kriegsgerüchte, die während der letzten zehn Tage in Umlauf waren, lassen sich auf einige positive Thatsachen zurückführen, die übrigens alle zusammen darthun, daß die Deutschen Gele gen- heit suchen, sich zu schlagen. 500 Mann Kavallerie, mit einem endlosen Troß sind heute ftwh nach dem lieber* gang von Nankau (50 Km. nördlich von Peking) abgegangen, dort werden sie warten, um sich mit den berüchtigten Mongolenhorden unter dem Oberbefehl des Generals Tung- fuhsiang zu messen. — Die 400 Mann starke deutsche Sri gäbe in Paotingfu verläßt diesen Platz morgen früh, um nach Westen vorzurücken. Das Ziel ihrer Expedition ist nicht bekannt. Ihre Aufgabe ist aber wahrscheinlich, den Besitz von anderen Uebergängen zu sichern, die in die Provinz Schansi führen und wenn möglich auch den Chinesen eine Schlacht zu liefern. Reuter meldet: Die Gesandten berieten am 16. d. M. über die allgemeine Lage und über den Bericht Walder- sees über dessen militärische Vorschläge. Endgiltiges wurde nicht beschlossen. — Auf die Vorstellungen Japans ex* widerte der chinesische Hof, es sei dem Kaiser unmöglich, nach Peking zurückzukehren, bis die Fremden das Land geräumt hätten. Deutsches Reich. Berlin, 16. April. Der Kaiser unternahm heute morgen den gewohnten Spaziergang im Tiergarten, hörte den Vortrag des Reichskanzlers Grafen v. Bülow in dessen Wohnung und empfing, in das kgl. Schloß zurückgekehrt, den Präsidenten des Reichsmilitärgerichts Generalleutnant a la suite der Armee Frhrn. v. Gemmingen. Später hörte der Kaiser den Bortrag des stellvertretenden Chefs deK Militärkabinetts Generals v. Villaume. Dann fand eine Schlußbesprechung des diesjährigen Kriegsspiels im Apollosaal des kgl. Schlosses statt. Der Kaiser behielt hiernach sämtliche beteiligte Herren zu einer Frühstückstafel um sich. Heute abend besuchte der Kaiser das Neue kgl. Operntheater. — Wie ein Pariser Sportblatt mitteilt, hat der deutsche Kaiser für das Autojmvbil-Wettfahren von Paris nach Berlin einen Ehrenpreis gestiftet. — Laut der „Nordd. Allg. Ztg." erließ der Kaiser am 13. April an das Kommando derMarine st ation der Nordsee nachstehende Ordre: „Ich habe mit Befriedigung dem Berichte des Chefs der Marinestation der Nordsee vom 30. März entnommen, daß es der umsichtigen Thätigkeit des Kommandanten und ersten Offiziers des kleinen Kreuzers „Kondor" sowie infolge der Ausdauer der Besatzung dieses Schiffes gelungen ist, den havarierten deutschen Dampfer „Mlawka" trotz des sehr stürmischen Wetters auf der Nordsee in Schlepp zu nehmen und zu bergen. Ich nehme hieraus gern Veranlassung, den Offizieren und der Besatzung des „Kondors" Meine Anerkennung auszusprechen und bestimme zugleich: Dem Korvettenkapitän Scheibe! dem Kommandanten des ,,Kondors", Kapitänleutnant Zalewski, dem Oberbootsmannsmaaten Gronkowski, dem Bootsmannsmaaten Weber von der Besatzung des Kreuzers ist aus diesem Anlaß in Meinem Namen ein Lob auszusprechen. — Der „Reichsanz." veröffentlicht einen königlicl-err Erlaß an den Arbeitsmini st er vom 1. April auf den Bericht des Ministers über die Jahre 1890/1900. Der Erlaß spricht die Befriedigung aus, daß die von den Vorgängern des Kaisers angebahnte Eisenbahn Politik unter Thielens Leitung in reichem Maße die erhofften Früchte getragen (?), die es ermöglichten, den stark an gewachsen en Bedürfnissen des Verkehrs Rechnung zu tragen und daneben alljährlich reiche Ueberschüsse zur Befriedigung der allgemeinen Staatsbedürfnisse bereitzustellen. Nicht minder interessierte Mich, so fährt der Erlaß fort, die Leistungen des abgelaufenen Dezeniums im Gebiete des W a sserb aues übersichtlich zusammengestellt zu sehen und hierbei einem verständnisvollen Eingehen: auf die Anforderungen dieses für die Volkswirtschaft sc» wichtigen Zweiges der staatlichen Fürsorge zu begegnen. Ter Erlaß dankt schießlich dem Minister und den Re, fort- beamten für die treue Pflichterfüllung und genehmigt die Veröffentlichung des Berichts. — Die „Nordd. Allg. Ztg." hebt hervor, daß die Oont Reichsamt des Innern seit 1897 eingeleiteten Produktionserhebungen einen planmäßigen Fortgang nehmen. Nachdem die bei den ersten Erhebungen gewonnenen Materialien bei den Vorarbeiten zum Zolltarifentwurf berücksichtigt werden, handle es sich nunmehr darum, daß bezüglich der in den neuen Handelsverträgen anzustrebenden Vereinbarungen die Wünsche und Bedürfnisse der deutschen Produzenten und Kaufleute im einzelnen ermittelt werden. "Deshalb habe das Reichsamt des Innern jüngst die Befragung einer Anzahl sachkundiger Hauptvertreter der verschiedenen Jndustriegruppen in die Wege geleitet, damit die Reichsverwaltung bei jedem Wechsel der handelspolitischen Verhältnisse sichere Grundlagen für feine Entschließungen besitze. Es würden sowohl die eigentlichen produktionsstatistischen Erhebungen, wie die Fühlungnahme mit den Hauptvertretern des Gewerbes auch künftighin fortlaufend wiederholt. — Zur Weingesetznovelle wird anscheinano offiziös mitgeteilt: Jedenfalls wird die Weingesetznovelle: in der von der Kommission in erster Lesung beschlossenen Fassung nicht zu stände kommen: dagegen ist die boftnung nicht aufgegeben, daß im Laufe der teeren Erholungen eine Verständigung sich erzielen laßt. Fu 6 ä annehmbar sieht die Regierung die zeitliche und räumliche trugen ein Sohn eines leider schon früh verstorbenen Mitgliedes mit seinem Freunde Kompositionen für Zither vor, )te gleichfalls mit dem größten Beifall ausgenommen wurden- Den Schluß des ersten Teils der Feier bildeten drei lebende Bilder: Die Götterkönigin sendet Merkur als ersten Boten jur Erde; Huldigung der fünf Erdteile dem Begründer des Weltpostvereins Staatssekretär v. Stephan; Die Post als Vermittlerin der Kunst, Wissenschaft und Industrie. Die Darstellung übertraf alle Erwartungen. Herr Johanne- Stommel hat sich um die Aufführung der lebenden Bilder ehr verdient gemacht, auch war er der Berfaffer eines von einem Herrn vorgelesenen Prologs. Ein Tanzkränzchen, das ne Festteilnehmer bis zur frühen Morgenstunde zusammenhielt, rildete den Schluß. Zahlreiche Telegramme von Breslau, Frankfurt, Offenbach, Darmstadt, Mainz rc. brachten Glückwünsche. ** Schuler-Krankheiten. Nach einem von dem hiesigen Schulärzte Dr. Königer erstatteten Bericht erstreckten sich >ie halbjährigen Untersuchungen der Schulkinder auf deren Größe, Gewicht, Ecnährungs- und ReinlichleitSzuftand, die Haur, die Brust mit Brustumfangsbestimmung, die Wirbel- jäule, die Extremitäten, Mund, Nase und Augen und auf das Bestehen chronischer Krankheiten, ferner auf die Seh' leistung und das Gehör. Bei Verdacht des Vorhandenseins eines Bruches wurde bei Knaben auch der Bruch untersucht. Die Schüler, deren dauernde Ueberwachung in gesundheitlicher Beziehung für notwendig erachtet wurde, wurden bei der Untersuchung notiert. Auch wurde die halbjährliche Unter uchuug benutzt zur Auswahl derjenigen Kinder, denen die Wohlthat eines aus Stiftungen beschafften Frühstücks zu gewandt werden soll. Was nun die Einrichtung des schulärztlichen Dienstes betrifft, so kann fürs erste fefigestelU werden, daß sich der Reinlichkeitszustand der Kinder in Be zug auf das Vorhandensein von Ungeziefer bedeutend ge- lessert hat. Ferner trägt die Schule zur frühzeitigen Erkennung der bei den Kindern sich entwickelnden Krankheiten und Gebrechen bei, wobei die Einmischung in die Behandlun des Schularztes streng vermieden ist. Die Ueberweisuvg der mit Sprachstörungen behafteten und der schwachsinnigen Kinder in die hierfür eingerichteten besonderen Kurse erfolgt unter Zuziehung des Schularztes, wobei auch entschieden wird, ob für das eine oder das andere Kind nicht bester der Rat zur Aufnahme in eine Anstalt zu erteilen ist. Schwäch ichen, kränklichen und mit Gebrechen behafteten Kindern widmet die Schule besondere Sorgfalt, indem diesen Kindern ihre Plätze zuerteilt werden, sodaß z. B. Blutarme und Skrophelöse in der Nähe der Fenster, Kurzsichtige und Schwerhörige in der Nähe der Tafel resp. des Lehrers g etzt werden. -o- T a u b r i n g e n, 16. April. In dem Steinbruchr des Ludwig Hofmann von hier verunglückte der Arbeiter Heinrich Doll von Alten-Buseck infolge Explosion einer Dy n a m i tp a tron e. D. hatte tagsüber allein in dem Steinbruch gearbeitet und versucht, mit dieser Dynamit- latrone einen Felsen zu sprengen. Auf noch unerklärte Weise entzündete sich das Geschoß und verletzte den Bedauernswerten derart im Gesicht, daß er in die Klinik nach Gießen verbracht werden mußte, + Lollar, 16. April. Gestern vormittag verunglückte auf der Main-Weser Hütte beim Rangieren der Wagen ein Arbeiter, indem er unter einen Wagen geriet, besten Rad ihm das Bein bis zum Knie vollständig zerquetschte. Der hiesige Arzt legte sofort einen Notverband an. In einem nach Gießen abgehenden Zuge wurde der Verunglückte in die Klinik gebracht. Der bedauernswerte junge Mann, der auf diese Weise ein Bein verliert, ist aus Weidenhausen und war erst einen Tag hier in Arbeit. -mi- Lollar, 16. April. Am Sonntag hielt Lehrer Volk von Schadenbach im Vereinslokale des Kriegervereins einen Vortrag, zu dem auch die Kameraden der Nachbarvereine erschienen waren, über die Wiedergebmt unseres Vaterlandes. Der erste Vorsitzende Heibertshausen dankte Herrn Volk für feinen Vortrag und den auswärtigen Kameraden für ihr Erscheinen. Darauf brachte Lehrer Volk ein Hoch aus auf die alten Veteranen; Herr Feller dankte im Namen der Veteranen und sprach den Wunsch aus, daß Herr Volk im nächsten Winter wieder Vorträge halten möge. Ein kurzer Vortrag des Herrn Volk ,.Unsere Zukunft liegt auf dem Master" folgte. Sodann wurden die Kameraden noch darauf aufmerksam gemacht, der Feuerverficherungsgesellschaft „Providentia" beizatreten, da durch diese Versicherung eine große Summe alljährlich der Hassia- und Vereinskasse zufließe. ES wurden im Jahre 1900 von der „Providentia" der Hassia- käste Mk. 18 000 zugeführt. Dieser Betrag bleibt zur Hälfte in der Hafsiakaste, der Rest wird an die Vereins- kaffen, je nachdem dessen Mitglieder versichert sind, ausbezahlt. -g Sambach, 16. April. Lehrer Dotter wurde von hier an das Realgymnasium zu Offenbach versetzt. -o- Wetterfeld bei Laubach, 16. April. Seil kurzem ist Die neuerbaute Straße, die unser Dorf mit der 10 Minuten abgelegenen Haltestelle der Bahn Hungen-Laubach verbindet. Dem Verkehr übergeben worden, während man früher einen Feldweg benutzen mußte. Gewiß wird die Herstellung eines guten Fahrwegs viel zur Hebung des Verkehrs beitragen, und in Bälde die Bahnverwaltung veranlasten, statt der kleinen Bretterhalle einen heizbaren AufenihaltSraum für das Publikum zu schaffend k. Homberg a. d. Oh«, 15. April. Die hiesige Bahnstation an der neuen Ohmthalbahn wird eine Bahnhofswirtschaft erhalten, die am 15. Mai eröffnet wird. Darmstadt, 16. April. Der Prinz und die Prinzessin Ludwig von Battenberg trafen gestern nach- mittag zum Besuche des Großherzogs im Neuen PalaiS zum Thee hier ein und kehrten später nach Schloß Heiligen- berg zurück. Mainz, 16. April. In geheimer Sitzung des SreiSauS- schusteS wurde kürzlich eine Klage verhandelt, in der cs sich um die Entziehung einer WirtschastSkonzession handelt, da in der fraglichen Wirtschaft sich in Bezug auf Sittlichkeit i die haarsträubendsten Dinge ereigneten. In der Verhandlung wurde nun auch die Wirtschaftsführung überhaupt, durch eine Zur prkutzisch'hksßschea Gisrllbahllgkmkmschaft. Der Abg. ö h l e r - Langsdorf ist zweifellos ein Mann von großem Eifer und von lebhaftester Anteilnahme an den öffentlichen Vorgängen. Erst in unserer am Montag Nachmittag zur Ausgabe gelangten Nummer brachten wir eine kurze Notiz in unserem lokalen Teil über die Anstellung zahlreicher Nichthessen im hessischen Staatsdienste, und gestern nachmittag bereits legte Herr K. auf unseren Redaktionstisch eine Anfrage an die Zweite Kammer der Stände, in der er auf unsere Notiz Bezug nimmt und weiterhin folgendes ausführt: Diese Noliz bietet ein getreues Abbild der Stimmung, die allgemein im Lande, insonderheit in den die staatlichen Verhältnisse näher kennenden hessischen Beamtenkreisen herrscht über die unmotivierte Herein^iehung der Nichthessen zu hessischen Staatsämtern, sowohl den oberen als den unteren. Ich verwahre mich hierbei ausdrücklich gegen eine etwaig. Unterstellung, als ob ich die betreffenden Personen damit angreifen wollte: im Gegenteil, ich erkenne ausdrücklich an, daß wir eine erkleckliche Anzahl hochbefähigter und hochverdienter Nichthessen in unserem hessischen Staatsdienste haben. Dieses hindert mich jedoch nicht, aus das Verkehrte aufmerk- kam zu machen, wenn in den unteren Stellen preußische Militäranwärter z. B. als Kanzlisten vor den Hessen den Vorrang erhalten, wenn durch das Herübernehmen von niederdeutschen oder ostelbischen Baumeistern — im Gegensatz zu unseren heimischen hervorragenden Bau- ninftUrn Hofmann, Aallot n. a. — und hierdurch veranlaßte durch Hierher Verpflanzen des im flachen Niederlande be- rechtlgten, in unserem Berg und Hügellande höchst ge- w° en e n ® a d e.i11 c ® a 11 e unser öffent- ^Unwesen per schände lt wird und nun vollends, wenn «Seiteivj der hessischen Negierung — wie seinerzeit geschehen - ein Berliner Preuge nach Berlin geschickt w i rb , u m im Gegensatz zu Preußen «l s Vertreter des hessischen Ministeriums zu Berlin die hessischen Eisenbahn-Interessen zu vertreten. Ich bin mit der nunmehrigen großen Majorität des gegenwärtigen Landtags der Meinung, wie ich mit meinen politisck-on Freunden und der damaligen Grirppe der Oppositionell n es schon im Jahre 1896 war, daß wir mir dem Cisenbahnvertrag zwar ein zeitlveilig gutes finanzielles Geschäft machen, daß auch durch Beseitigung der verknöcherten hessischen Büreaukratie im Eisenbahnwesen der technische Betrieb ein bedeutend besserer, daß aberHessennunmehr auchgänzlich von Preußen abhängig werden würde. Ich habe dies alles bereits in meinen kurzen Ausführungen unter dem von Seiten der nationalliberalen Partei damals veranstalteten ohrenbetäubenden Lärm in der Nachmittags- Sitzung vom 23. Juli 1896 vorausgesagt. Ich habe darauf besonders aufmerksam gemacht, daß wir Hessen uuu- mchr vollständig der Willkür des preußischen Beamtenapparates ausgeliefert sein würden. Während es jedem preußischen Staatsbürger möglich ist, seinen Wünschen, die Eisenbahnverwaltung betr., mit Hilfe seines heimischen Landtagsabgeordneten in Berlin Geltung zu verschaffen, ist dies Recht jedem Hessen abgeschnitlen, weil Hessen infolge des unglückseligen Vertrags eben in Eisenbahnverwaltungssachen fast nichts mehr darein zu reden hat. — Nachdem dies nun aber der Fall ist, wäre es meines Erachtens doch unumgänglich nötig, daß unabhängige, eingeborene hessische Männer als Vertreter Hessens zur Wahrung hessischer Interessen nach Berlin geschickt würden. Ob es bei dieser Wahrung der hessischen Interessen zu kleineren oder größeren Kollisionen dann käme, wäre belanglos. Ich meine, es sei besser, unbedingteste Wahrung der hessischen Interessen m i t Kollisionen, als eine laue Vertretung ohne sie. Meine politischen Freunde und wohl auch alle Gegner des Vertrags haben es darum seinerzeit der Großh. Regierung sehr übel vermerkt, daß sie den nunmehr verstorbenen, persönlich sehr achtbaren und amtlich hervorragenden und verdienstvollen Herrn Geh. Oberbaurat v. Wetz nach Berlin delegierte, weil die serselberein Preuße war. Denn wie sonst schvü kein Mensch aus seiner Haut heraus kann, so kann sich noch viel weniger ein geborener Preuße von seinen partikularistischen groß-preußischen Anschauungen freimachen. Ebenso aber auch könnte ein Nicht-Hesse und Mitschuldiger am Vertrag aller Voraussicht nach Ersprießliches in Berlin für Hessens speziellen Vorteil kaum zu Werke bringen. Ich frage hiernach, Was gedenkt die Großh. Regierung zur Beruhigung der durch lotbige Zeitungsnotiz wiederholt aufgeregten öffentlichen Meinung zu thun? Langsdorf, 16. April 1901. Köhler-Langsdorf. Soweit die Eingabe des Herrn Köhler an die Kammer. Es ist nicht zu leugnen, Herr Köhler hat bis zu einem gewissen Grade recht, aber wie gewöhnlich geht feine Phantasie mit ihm durch Es fehlt leider dem ungemein rührigen Manne das nötige Maß in vielen Dingen. So schießt er namentlich in der Charakterisierung des Preußentums über das Ziel hinaus. Die Zusammenstellung von Hofmann und Wallot, dem Restaurator unseres alten Rathauses und des Schlößchens am Brand, und dem genialen Reichstagsbaumeister, ist doch wohl nicht angängig. „Tie höchst geschmacklosen Blendbacksteinbauten" passen in diese Eingabe hinein wie etwa ein Hosenknopf auf einen Kirchturm, aber recht hat Herr Köhler'mit seinem abfälligen Urteil über diese Bauten. Ein eklatantes Beispiel für die Anstellung von Nichthessen im hessischen Staatsdienste bietet, neben der Beschäftigung von nichthessischen Baumeistern in der früheren hessischen Eisenbahnverwaltung, die Besetzung der Direktion der Hess. Landes-Lotterie mit einem Sachsen, dem Geh. Finanzrat Tr. Götz. Es besteht u. E. kein Zweifel dafür, daß sich zu dieser besonders hoch besoldeten Beamtenstelle geeignete Persönlichkeiten auch int hessischen Beamtentum hätten finden lassen, die man vor Errichtung einer Landeslotterie nach Sachsen und Preußen hätte delegieren können zum Studium des gesamten Lotteriewesens. Vor längerer Zeit wurde an einem Darmstädter Gymnasium ein akad. Hehrer aus einer schweizerischen Stadt berufen, der sich später als durchaus untauglich erwiesen haben soll. Dabei herrschte damals wie heute Mangel an geeigneten Lehrkräften für unsere höheren Schulen. Es ließe sich ein ganzer Strauß winden aus der Blütenmenge des Nichthessentums im Garten der hessischen Beamtenschaft. Wir werden diese Angelegenheit nicht aus dem Auge verlieren. Begrenzung des Zuckerns der Weine, sowie den Dekla- rationszwang für Verschnitte aus Rot- und Weißwein an. — Nach, der „Nationall. Korr." nimmt man an, daß die Ausführungsbestimmungen über das Fleisch beschau- gesetz demLundesrat erst im Herbst zugehen werden. Die Bestimmungen bezüglich des ausländischen Fleisches hätten unseres Erachtens sämtlich recht wohl schon erlassen werden und in Kraft treten können. — Die weitere Ausgabe von Jubiläumsdenkmünzen wird am 1. Mai erfolgen. Es sind nachträglich noch 360 000 Fünfmarkstücke und 1600000 Zweimarkstücke geprägt worden. Die neuen Münzen werden vom 1. Mai ab tu den verschiedenen Staatskassen zur Verteilung gelangen. Wilhelmshaven, 16. April. Kontreadmiral von Frantzius begrüßte auf dem Torpedo-Exerzierplatz die mit dem Lloyddampfer H. H. Meyer aus China zurück- gekehrten Mannschaften mit einer Ansprache und brachte ein Hoch auf den Kaiser aus. Hieran schloß sich ein Parademarsch der Truppen. Aus Stadt und Land. «iefieu, 17. April 1901. -o- eine folgenschwere Schlägerei. Heute vormittag ge rieten zwei in der Werkstatte des Spenglermeisters A. hier beschäftigte Gesellen, Keip und Lopata, in Streit. Lo rata ergriff einen auf der Werkbank liegenden Holzhammer und versetzte seinem Gegner mehrere Schläge auf der. Kopf, sodaß dieser mit einer großen klaffenden Wunde und mehreren Beulen bewußtlos zu Boden stürzte. Der Thäter ergriff die Flucht, wurde jedoch alsbald fest genommen und verhaftet. Keip hatte gestern abend wegen »ringender Arbeit einige Stunden länger gearbeitet. Das oll heute morgen Anlaß zum Wortwechsel und schließlich zu )en Thätlichkeiten gegeben haben. Lopata soll kaum eine Woche bei A. in Arbeit gestanden haben. Man nimmt an, raß dem eifrigen Verfechter sozialdemokratischer Ideen Keips Arbeiten über Feierabend hinaus in maßlose Wut versetzt hat. Gp. Stiftungsfest. Am 13. d. M. feierte der Sterbe kassenverein der Postunterbeamten im Cafö Leib fein 15 jähriges Stiftungsfest. Vor Beginn der Feier war der große Saal dicht besetzt. Das reichhaltige Programm, das 16 Nummern enthielt und in dem jeder Unterhaltung Rechnung getragen wurde, wickelte sich zur größten Zufriedenheit aller Anwesenden ab. Nach Einleitung der Feier durch Den Marsch „Ein Hoch der deutschen Reichspoft" begrüßt' der Vorsitzende des Vereins, Postschaffner Otto Rühl, dü Gäste. Zum Schluß brachte et ein Hoch auf Kaiser und Großherzog als die Förderer der wohlthätigen Vereine aus. Zwei Theaterstücke, die von BereinSangehörigen flott gespielt wurden, ernteten lebhaften Beifall. Emen außergewöhnltchen Ohrenschmaus bereiteten Violinist Ehr. Hüttenberget und dessen Braut Fräulein Brehme, die sich in uneigennützig. r Weise bereit erklärt hatten, zur Verherrlichung bei schönen Feier mitzuwirken. Sie trugen je zwei Solostückc vor, die den Beweis lieferten, daß man es mit tüchtigen konfe'.vatorifch ausgebildeten Künstlern zu thun hatte. Ferne- . KsslanS. Kopenhagen, 16. April. Der ReichstagSabg. v. Vollmar hielt im hiesigen Deutschen Verein gestern einen Vortrag über die politische Lage Deutschlands und die Fortschritte der Sozialdemokratie. London, 16. April. Die deutsche Feld dienst-Aus rüflung wurde heute im Kriegsministerium besich tigt. Anwesend waren Lord Roberts, Unterstaatssekretär Brodick, Oberstleutnant Trotter, Oberst Ward, Lord Raglan, verschiedene Verwaltungsbeamte, ferner General-Major von Moltke und Oberleutnant v. Usedom mit dem deutschen Ser geanten, bet die Uniform angelegt hatte. Brüffel, 16. April. Wie „ße Soir" meldet, wird der Unabhängige Kongostaat, sobald die Kammern den Gesetzentwurf betreffend die Hinausschiebung der Frist für Uebernahme des Kongostaates durch Belgien genehmigt haben, eine Anleihe emittieren. Antibes, 16. April. Der König der Belgier ist heute früh zum Besuch- des Ministerpräsidenten Waldeck-Nousseau hier eingetroffen und alsbald wieder abgereist. Waldeck-Rousseau wird kommenden Donnerstag nach Genua und Verona abreifen. Madrid, 16. April. Die Republikaner bereiten neue große antiklerikale Meetings und Kundgebungen vor. In Madrid wird beabsichtigt, eine weitverzweigte an titlet i« kale Liga mit Provinz-Komitees und einem Centralausschuß in Madrid zu gründen. Dagegen vernimmt der Jmparcial, daß Prälaten, Mönche und andere Klerikalen den Beschluß gefaßt haben, ihre Verteidigung zu organisieren. U. a, soll eine Adresse.an die Königin gerichtet werden, deren Schutz für die bedrohten Kongregationen erbeten werden soll. Wien, 16. April. Der deutsche Kronprinz besuchte das Kunsthistorische Hofmuseum und besichtigte dort die Waffen- und Gemäldesammlung. Er nahm dann an einem Frühstück beim bayerischen Gesandten teil, und machte einen Spaziergang durch die innere Stadt und erschien darauf zu dem Diner im Belvedere beim Erzherzog Franz Ferdinand. Am Abend fand im prachtvoll dekorierten Ceremoniensaal der Hofburg Hofball statt. Der Kronprinz führte die Erzherzogin Maria Josepha. Gegen Mitternacht erreichte das Ballfest sein Ende. Budapest, 16. April. In einer gestern abgehaltenen Konferenz der Landwirte wurde beschlossen, zurzeit von der Bildung einer besonderer Agrarpartei noch abzufehen, bei den nächsten Wahlen jedoch nur für agrarisch gesinnte Kandigaten einzutreten. An der Konferenz nahmen auffallend viele Mitglieder der liberalen Partei teil. Belgrad, 16. April. Die Entbindung der Königin wird in Den nächsten vierzehn Tagen erwartet. r?nn/ ei» sehr je er bei* A°üw« t * München, i »fS» ZLr m Braut LSD Vtui- Iditen ß b-i de fn ÄT"11* »eifer »"bet ein S? ta,(9etaienb^"M fette, feien w frfeeiL1 Nm Hllen, £ bei »» 5 J .Men s Fatmir J; 50 Ps.1 d»s Selb lie „ nach »L, 'Hon Prr'^1. lvar ENfen 9erS""en hxchL •MS art». Js btth ieLrsiHQ8 das d »S.T;* sss.. a«f8sWefilW,t‘ra,1] tuten1. «I« bann 11 Mich« UM'f« Häringe nerzehrU Nation, daß da- m Spncknapf gricc veranlaßt sah. diesen zu entziehen, kann nu Mainz, 16. Ap leeren der Mortsgru heben Geschlechts ges unbekleidet war, mu ränge in der Grube gi des lindes ist in de aus.'königshosen in U des Kindes, ein 26 jät Friedberg, ist in ha W Minhchn. Provmz die Erricht^ Bereits bat sch Oft an Sroßh. Ministrri .Wormser Ztg." vov wnrbe, dürfte Ostho^ ins Sage springender eine solche Anstalt ft Gegend um Wöllsteir Hier spielt allein dal scheidenden Punkt. fc. Frankfurt a.! in der Weserf -sch aus Mair durch Erhänge bekannt. •' Xthu ffitttUu der Frankfurter nnngEtien-AB Monat Mz Uf !-l Zchadensälle auf Arbeiterbewegung. Genua, 16. April. In einer heute stattgehabten Versammlung der Ausständigen wurde beschlossen, den Ausstand ruhig, aber ertt- ftblnfffn fortiuffften. Kunst und Wissenschaft. Berlin, 16. Lpril. Der 19. Kongreß für innere Medizin ist heute hier zu einer viertägigen Tagung zusammengetreten. Anwesend find 350 Aerzte, zahlreiche Ausländer, besonders Oesterretcher. ihren Brautstaat gekauft, mit einem anderen eine Anzahlung aus die neue Wohnungseinrichtung gemacht. Auch die Kosten des Hochzeitsmahls mären aus der Beute bestritten morden. Ten Rest von 40 Mark hatte der Bräutigam, der Sohn einer Schankwirtin, erhalten. Tas brachte mich ihm Ungelegenheiten. Kriminalbeamte sanden ihn in der neuen Wohnung in der Weinst!atze bereit, den Gang zur Kirche anzutreten. 9hin mußte er zunächst in Lackschuhen, Frack und Cylinder, die er zum Teil mit den 40 Mart bezahlt hatte, nach der Wache. Jedoch errnies sich die Annahme, daß er die Her tunft des Geldes gekannt habe, als irrig. Der junge Mann konnte daher bald rnieder nach Hause gehen, Lenchen aber mußte, statt vo r den Altar zu treten, in das Untersuchungs gefängnis rnandern. Sie mar bei Frau Molinski, die mit ihrer Mutter verkehrte, aus- und eingegangen und hatte so Kenntnisse von dem Schatze bekommen, den die Frau in ihrem KIeiderspinde sicher geborgen glaubte. * Eine pikante Geschichte erzählt man sich in Paris im Faubourg Saint-Germain. Ter Marquis v. $., ein großer Kunstliebhaber, besaß in seiner Gemäldesammlung eine herrliche Landschaft von Taubigny, die lange Zeit die Bernunderung und den Neid des Herrn v. Z. erregte. Z. bot einen hohen Preis für das Bild, aber der Marquis mollte von einem Berkaus des Meisterwerkes nichts wissen. Bor einigen Monaten gerieten die beiden Freunde in ihrem Klub in Streit miteinander. Es handelte sich um die „plastischen Eigenschaften" einer graziösen Tänzerin der Großen Sper. „Ich bin meiner Sache ganz sicher", [ciglc der Marquis, „so sicher, daß ich 500 Louis wette, daß ich recht habe." „Nein", erwiderte Herr v. Z., „wenn Sie gewinnen, zahle ich 10 000 Fr., gewinne ich aber, dann bekomme ich den Taubigny." „Abgemacht!" rief der Marquis. Der Marquis verlor, und Herr v. Z. erhielt einige Tage später den Taubigny. Wie erstaunt war er aber, als er dieser Tage gelegentlich eines Besuches bei seinem Freunde die Landschaft von Taubigny an ihrem alten Platze fand! Man braucht seinen Geist nicht sehr anzustrengen, um zu begreifen, wie das zugegangcn mar. Ter Marquis hatte einfach seine Wette mit einer vorzüglichen Kopie seines Taubigny bezahlt. Herr v. Z. mar sehr entrüstet und hatte die Wsicht, die Gerichte anzurufen. Im letzten Augenblicke kam jedoch.'eine Versöhnung zwischen den beiden alten Freunden zu stände, und zwar durch Bermittelung des sehr berühmten Malers, der den echten Taubigny kopiert hatte. Ter Marquis gab schweren Herzens den echten her und tauschte dafür den falschen ein, nachdem von diesem sorgsam die Signatur Daubigny entfernt morden war. Der unglückliche Verlierer soll jetzt gewettet haben, daß er in feinem Leben nicht mehr wetten werde. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. »eichSbiMk. Am 29. April wird Döb-ln etn- oa„ d-r Reichsdrnkbauptstelle ti L-ipzi, abhängig-R^chSbanknebmttell« Kaffeuelnrichiung und leschrünkttm Giroocrk b. HW weiden. Unzahl Zeugen kn greller Weise beleuchtet. Wenn der Wirt und die Wirtin verschiedener Ansicht waren, dann gab es regelmäßig Disput, der alsdann zu Tätlichkeiten aus artete. Wenn sich alsdann der Wirt in dem Wirtslokal be fand, dann ergriff die hinter dem Buffet stehende Wirtin etwa ein Rippenstück, das für Die Gäste bestimmt war und schleuderte dies ihrem Gemahl an den Kopf, was dieser in derselben Weise zurückbeantwortete, bab< i kollerte allerdings das Rippenstück in dem handhohen Schmutz des Bodens herum, damit nicht genug, ergriff die Ge mahlin alsdann den HärtngStopf und ein Häring nach dem andern flog nach der Richtung, in der sich der Herr Gemahl befand, der aus Liebenswürdig' teil für seine andere Hälfte, die Häringe vom Boden aufraffte und diese wieder zurückwandern ließ. Als weitere Wurfgeschosse dienten alsdann noch Hand käse, Wurst und sonstige Speisen, die für die ge ehrten Gäste auf dem Buffet standen. War dann daS Pulver verschaffen — der Krieg kann doch nicht ewig dauern — und der Friede soweit wieder hergestellt, dann begaben sich Mann und Frau gemeinsam an die Arbeit, um die über und über mit Schmutz bedeckten, auf dem Boden überall umherliegenden Wurfgeschosse wieder aufzuheben, und nun begann daS „Rein machen". Als dann später die Gäste kamen, und diese mit sichtlichem Appetit ihre gesalzenen Rippchen und sauren Häringe verzehrten, da hatten die Gäste keine Ahnung davon, daß das Rippchen im Kohlen kästen und der Häring tm Spucknapf gelegen hatte. Daß der KreisauSschnß sich veranlaßt sah, diesen ehrenwerten Wirtsleuten die Konzession zu entziehen, kann nur Jedermann mit Genugkhuung erfüllen Mainz, 16. April. Gestern nachmittag ist beim Aus- tecren der Abortsgrube die Leiche ein es Kindes männ- iichen Geschlechts gefunden worden. Die Leiche, die völlig unbekleidet war, muß dem Verwesungsgrade nach schon lange in der Grube gelegen haben. Die unnatürliche Mutter des Kindes ist in der Person einer 29 jährigen Arbeiterin aus Königshofen in Unterfranken verhaftet. Auch der Vater des Kindes, ein 26 jähriger Maurer aus Heldenbergen bei Friedberg, ist in Hast genommen worden. Aus Rheinhessen, 16. April. Wie bekannt, ist für unsere Provinz die Errichtung einer Irrenanstalt geplant. Bereits bat sich Osthofen in einer ausführlichen Eingabe an Großh. Ministerium darum beworben. Wie nun be- »Wormser Zkg." von kompetenter ärztlicher Seite mitgeteiit wurde. Dürfte Osthofen aus naheliegenden, auch dem Laien ins Auge springenden Gründen nicht der geeignete Ort für eine solche Anstalt sein, sondern es dürfte dafür eher die Gegend um Wöllstein und Neubamberg in Frage kommen. Hier spielt allein daS Interesse der armen Irren den entscheidenden Punkt. ko. Frankfurt a. M., 16. April. Gestern wurde in einem Keller in der Weserstraße dahier der 21jährige Kaufmann Bure sch aus Mainz tot auf gefunden. Er hatte seinem L-ben durch Erhängen ein Ende bereitet; die Ursache ist »ücht bekannt. e* Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Bei der Frankfurter Transport-, Unfall« und Glas-Ver sicherungS'Aktien-Gesellschaft in Frankfurt a. M wurden im Monat März 232 Schadenfälle auf Einzelunfall- und 121 Schidensälle auf Haftpflicht-Versicherungen gemeldet. Universitäts-Nachrichten. — Ueber die «rweiterm g dse Akademie in Münster zu einer Universität ist von hervorragender Seite der juristischen Praxis in Westfalen ein Urteil des Breslauer Geh.-Justizrals Pros. Dr. Fischer eingeholt worden, das die „D. Juristenztg." veröffentlicht. In dem Gutachten heißt es: Für eine so große und blühende Provinz wie Westfalen ist der Mangel einer eigenen Univerfität eigentlich eine levis notae macula. Westfalen zeichnet sich vor allen Dingen durch einen sehr großen Andranq zu den humanistischen Studien aus. Die Zahl der Gymnasialabtturienten ist größer als in Schlesien. Westfalen hat insbesondere nicht nur sehr lahlreiche, sondern in Folge der eigentümlichen Begabung des westfälischen Stammes in dieser Hinsicht auch viele tüchtige Juristen geliefert. Ich er innere nur an Pape. Die Provinz hat daher gerechten Anspruch aus eine juristische Bildungsstätte in ihrer Mitte und im Anschluß daran auf eine eigene Prüfungskommission, so daß es namentlich auch dem westfälischen Juristen ermöglicht sein würde, seine Studien in Ruhe in seiner Heimat und in der für Studierende sehr geeigneten Stadt Münster ---um Abschluß zu bringen. Lebensfähig würde die neue Fakultät sicherlich sein. Dagegen ist bei dem Wanderttieb, der den Westfalen auszeichnet, nicht anzunehmen, daß sie den westfälischen Juristen ganz an die Schale fesseln und andere Universitäten erheblich beeinträchttgen würde. Namentlich ist di-ses für Bonn, bei der jetzigen Zerstreuung der westfälischen Juristen auf fast alle Universitäten nicht, wenigstens nicht in einem bemerkbaren Maße, zu befürchten. Auch vom allgemeinen, nicht spezifisch westfälischen Standpunkt aus kann eine mäßige Vermehrung der mittleren und kleineren juristischen Fakultäten nur empfohlen werden. Der gegenwärttge Rechtsunterricht, bei dem neben den thoeretischen Vorlesungen auf Uebungen der mannigfachsten Art in allen Rechtsdisziplinen und persönlichen wiffenschafllichen Verkehr zwischen Lehrer und Studierenden entscheidendes Gewicht gelegt wird, kann in letzterer Hinsicht bei kleineren Fakultäten erfolgreicher betrieben werden als bei großen. Ich kann also den Bestrebungen Westfalens und Münsters, die zudem die Staatskaffe nicht nennenswert belasten würden, nur den besten Erfolg wünschen. — Der Profeffor der romanischen Philologie an der Universität Marburg, Dr. Eduard Koschwitz, hat für das Sommersemester 1901 Urlaub genommen, den er im Ausland zu verbringen gedenkt. DaS an derselben Universität vakante franzöfische Lektorat bleibt bis auf weiteres unbesetzt. — Der Professor der romanischen Philologie an der Univerfität Bonn, Geh.-Rat W. Foerfier, wird im Sommersewester 1901 seine Vorlesungen wieder aufnehmen. Dem Bonner französischen Lektor, Dr. Eugen Gaufinez, bei dem auch der deutsche Kronprinz hören wird, wird die an dieser Universität neu errichtete a -o neusranzösische Profeffur über tragen werden. — Prof. Dr. Karl Zettel in München, der an ver schiedenen Gymnasien gewirkt hat und auch als Lyriker und Literar Historiker hervorgetreten ist, feiert am 22. ds. Mts. seinen 70. Geburtstag. — Aus Berlin wird gemeldet: Der Chefarzt der chirurgischen Abteilung des Augusta Hospitals, Prof. Dr. Fedor Krause, ist zum a.-o. Professor an der medizinischen Fakultät der Berliner Hochschule ernannt -oorden. — Der Privatdozent der Theologie, Dr. A Rahlfs m Göllingen, ist zum a-'-o. Profeffor ernannt worden. — Aus Wien wi-:d berichtet: In Konsequenz einer Mlnisterialverordnung, wonach an den Wiener t. k. Krankenanstalten wirkende Abtcilungbvorstände im Alter von 70 Jahren in den Ruhestand zu treten haben, während solche im Alter von 65 Jahren pensioniert werden können, werden binnen kurzem zwei Primärärzte des Allgemeinen Krankenhauses, Hofrat Prof. Dr. Dräsche, Vorstand der fünften medizinischen Abteilung, und Prof. Dr. I Weinlechner, Vorstand der ersten chirurgischen und gynäkologischen Abteilung, von der Stätte chrer Tätigkeit im Spitalsdienst scheiden und nur noch die Privatpraxi» aus üb en. — Der Privatdozent des internationalen und Völkerrechts an der Universität Bern, S. Michel Kebedgy, wurde zum Profeffor ernannt — In Bern starb Pros. Adolf Hirsch, Direttor der Sternwarte in Reueuburg. Er war ständiger^ Schriftführer der internationalen Kommission für Maße und Gewichte, und bis vor kurzem Sekretär der internationalen Vereinigung für Erdmefsung. iit al» . J1 lebtddr i" fr §K1 brachten M LJ? dm hiefigrn ’, rXerMen sich gmiet auf Mchnt-jnstand, die bit Wirbt!. £ unb auf .senier auf die Sth- des Vorhandenseins °cr Bruch untersucht. JJ9 in -efundheitlicher r°e. würben bei brr 1 haWüichr Unter ien wilder, denen die Äfften Frühstücks Einrichtung des schul- särS erste fefigestelli nd der Kinder in Be jeziefer bedeutend ge- zur frühzeitigen Er- licttluben Krankheiten ng in die Behandlnn, Die Ueberweisuntz der der fchwuchfinnitzen anderen Surfe erfolgt rodet auch'entschieden :e Lind nicht besser dir , erteilen ist. Schwäch cn behafteten Kindern i, indem diesen Kindern z. 8. Blutarme und per, Kurzsichtige und test. des Lehrer- ß- In dem Steinbruch iglückte der Arbeiter lge Explosioneimr gsüber allein in dem mit dieser Dynamit- Auf noch unerllärte and verletzte den Be- j er in die Klinik nach Mag verunglückte agieren der Wagen rin lgen geriet, besten Rad ständig zerquetschte, i Notverband ob. jb . wurde der Verunglückte «Wirte junge t/ ift all »M* "S Ä wf herungsgefeu^' bl«»' ,i« ie er Krem-' 6. ilpttl ® 10 MB' Dors wlt d ch verbinded Langens nährend ®^Lung W*™ nd» 'S AM" >51« * , „M feÄS" Vermischtes. * Aachen, 16. April. Ter wegen Sittlichkeitsver- drechens verhaftete frühere Polizeidirektor Schneemann, ein sehr vermögender Herr, befreitet jede Schuld, doch mird er belastet durch die Aussagen des noch nicht 14 Jahre alten Mädchens, mit dem er sich vergangen Haben soll. * München, 16. April. Die bekannte Schloßbrauerei des Freiherrn v. Cramer-Klett in Hohenaschau ist vergangene Nacht vollständig niedergebrannt. Nichts ist gerettet. * Campi (auf Korsika), 16. April. Hier kam es aus bisher unbekanntem Anlaß zu einer blutigen Rauferei, bei welcher der Bürgermeister und drei andere Per- Konen getötet und einige verwundet murden. * I m Brautkleide Der hastet wurde vorige Woche in Berlin eine Helene Joskow genannt Reuter aus der Weberstraße Nr. 3/. Die Frau des Kutschers Molinski aus der Alexanderstraße Nr. 11/12, der augenblicklich im tkrankenhause liegt, bewahrte in ihrem Spinde 300 Mark auf, die in einem Holzkästchen lagen. Gestern morgen entdeckte sie, daß das Kästchen erbrochen und seines Inhalts Beraubt war. Der Einbruch mußte während der Zeit aus- tzeführt worden sein, in der sie zwei Tage vorher mit ihrem Sohne ihren Mann im Krankenhause besuch! hatte. Srft jetzt dachte Frau Molinski wieder daran, daß ihr |eit zwei Tagen der Schlüssel des Spindes fehlte. Aus ihre Anzeige bei der Revierpolizei in der Kaiserstraße bellten Kriminalbeamte im Hause, der alten Kaserne, und rn der Nachbarschaft Ermittelungen an. Dem Schlosser- vieister Bürow ckus der Alexanderstraße 9 siel es nun wieder ein, daß am Mittwoch in der Zeit, wo der Einbruch fcattgefunben haben mußte, ein junges Mädchen ihn ersucht gatte, ihr die Wohnung zu öffnen, da die Mutter weggegangen sei und den Schlüssel mitgenommen habe. Dem Besellen, der diesen Auftrag ausfiihrte, gab das Mädchen nur 25 statt 50 Psg., den Rest wollte sie bringen. Bald Darauf ging Bürow zufällig an dem Hause vorüber, als Gerade das angebliche Fräulein Molinski herauskam. Ganz unbefangen trat sie an den Meister heran und gab ihm Das Geld, nachdem sie in einem Blumenladen rasch hatte «echseln lassen. Als Frau Molinski die Beschreibung ihrer angeblichen Tochter hörte, rief sie unwillkürlich: „Das ist mi Lenchen Reuter, die heute Hochzeit hat." Zwei Kriminaloieamte gingen nun nach der Webersttaße Nr. 37, wo Lenchen tnefs nach der standesamtlichen Trauung soeben für die kirchliche Einsegnung der Ehe ihr Brautgewand angelegt Patte. Die Tafel war bereits gedeckt und die ersten Gäste, b«ie schon erschienen waren, thaten sich einstweilen an Mrkenden Gettänken gütlich Die jähe Störung des Festes taar zwar sehr unangenehm, aber die Beamten konnten wicht anders, sie'mußten Lenchen nach der Wachs mitnehmen, *»sn der sie nicht mehr zurückkehrte, da sie alsbald ein Geständnis ablegte. Für einen Teil des Geldes hatte sie iängnisstrase von drei Wockien wegen des Delikts des Haus- riedensbruchs erkannte, eingelegte Berufung wegen uu* entschuldigten Ausbleibens tostensällig verworfen. — Dem Julius Mogk in Badenhausen legt die Anklageschrift zur Last, am l. Januar 1901 — in der Neujahrsnacht — den Wilhelm Rödling dort mittelst eines geöffneten Messers körperlich mißhandelt und an der Gesundheit beschädigt zu haben. Trotz des Leugnens des Angeklagten, der die Benutzung eines Messers in Abrede stellt, überdies in Notwehr gehandelt haben will, kommt das Gericht zu der Ueberzeugung von feiner Schuld und zwar auf Grund einer umfangreichen Beweisaufnahme. Das Urteil tautet auf eine Gefängnisstrafe von fünf Monaten gegen den Angeklagten unter Aufrechnung der seit dem 18* März 1901 erlittenen Untersuchungshaft. Außerdem werden dem Angeklagten die Mafien des Verfahrens zur Last gelegt und er verurteilt, dem Verletzten, Wilhelm Nöd- ling, eine Geldbuße in Höhe von 69.30 Mk. zu entrichten. -- Die Berufung des Landwirts Mourad Faust in Stockhausen gegen ein Urteil Großh. Amtsgerichts Grünberg vom 6. März 1901 wird kostensällig zurückgewiesen. Ter Angeklagte ist beschuldigt, die Heinrich Biedenkapp Ehefrau in Stockhaufen vorsätzlich mittelst eines gefährlichen Werkzeugs, nämlich eines Wasserjochs, verletzt zu l-abeu. Das Gericht stellt sich auf den Standpunkt des Urteils erster Instanz, das gegen den Angeklagten eine Geldstrafe von 25 Mk., die eventuell mit fünf Tagen Haft zu verbüße.' sind, ausqesvrochen hatte, und beläßt es bei der crlannten Strafe unter Belastung des Angeklagten mit den Mosten der zweiten Instanz. — Ter Kaufmann Albert Wilhelm Berger, der feit längeren Jahren in hiesiger Stadt einen Uhrhandel betrieb, der mit einem zurzeit noch im Gange befindlichen Konkurse endigte, steht vor den Schranken der Strafkammer unter der Anklage, in den Jahren 1900 und 1901 in rechtswidriger Absicht Privaturkunden, die zum Beweise von Rechten und Rechtsverhältnissen erheblich sind, nämlich 1) die Blankoindossemente auf 18 Wechseln, gezogen und an die Gewerbebank in Gießen weiter begebene, durch die Unterschrift des hier wohnhaften Lbermüllers August Raabe und 2) die Accepte auf sieben gezogene und an den hiesigen Bankier Ludwig Racke weiterbegebene Wechsel durch die Niederschrift der Namen der Bezogenen, fälschlich angefertigt und zum Zwecke der Täuschung von ihnen Gebrauch gemacht, diese Urkundenfälschungen auch in der Absicht, sich einen Vermögensvorteil zu verschaffen, verübt zu haben. Durch die strafbaren Manipulationen des Angeklagten wurde die hiesige Gewerbebank um den Betrag von 2902.33 Mk.. der Bankier Racke um einen solchen von 1016.95 Mk. geschädigt. Der Angetlac;te ist in jeder Beziehung und in vollem Umfange geständig, behauptet aber, die Absicht irgend welcher Schädigung feiner Gläubiger nicht gehabt zu haben. Er fei durch widrige Geschästsverhältnisse, an denen er (eine Schuld trage, auf die Bahn des Verbrechens gelenkt worden; er werde, sofern ihm, was er hoffe, die Gelegenheit geboten werde, feine Gläubiger zu befriedigen suchen. Nach sehr umfangreicher' Beweisaufnahme und den erfolgten Ausführungen bet Staatsanwaltschaft und des Verteidigers des Angeklagterr, die insbesondere bei der Beurteilung der Frage, ob einfache oder schwere Urkundenfälschung gemäß § 268 des St.- G.-Bs. vorliege, wesentlich von einander abweichen, zieht sich der Gerichtshof zur Beratung zurück. Das Urteil lautet auf eine Gefängnisstrafe von einem Jahre und acht Monaten wegen schwerer Urkundenfälschung in idealer Konkurrenz mit Betrug. Dem Angeklagten werden die .Kosten des Verfahrens zur Last gelegt; ein Monat der erlittenen Untersuchungshaft wird ihm auf die erkannte Strafe ausgerechnet. Tie Staatsanwaltschaft hatte eine Gesamtgefängnisstrafe von drei Jahren beantragt — Zuletzt wurde über die von der Karl Gottlieb Maurer Ehefrau in Bergheim gegen ein Urteil des Schöffengerichts Ortenberg voni 4. Dezember v. I. eingelegte Berufung verhandelt. Tie Angetlagte war wegen Sachbeschädigung in eine Gefängnisstrafe von acht Tagen durch Erkenntnis dieses Gerichts verurteilt worden; weil als festgestellt angesehen wurde, daß sie eine größere der Katharine Männche in Bergheim gehörige Quantität Aepfelgelee mit Petroleum übergossen habe. Die Straskammer kommt zwar zu derselben Feststellung, reduziert aber die erkannte Strafe auf eine Geldstrafe von 25 Mk. Frankfurt, 16. Ap-U. D»s Schw urgcrtcht verultellte den F»brtt«rbeiler Rudolf Gust aus Schneidemühl, der bereit« in Bayern ojegen Falschmünzerei verurtellt worden war und gleich nach Ver- öütmng seiner Strafe wieder falsche Zweimarkstücke ansertigte, zu sechs Jahren Zuchthaus, dm von ihm verführtm Koch Karl Hügel zu zwei Jahren Gefängnis. Frankfurt u zahlen; 2. an den Kläger zu zahlm 10223 Mk. nebst 5 Prozent Zinsen feit dem 19. Juni 1896; 3. wird der K-äger mit dem Betrag ■jon 4824 Mk. abgewiesen. Die Beklagten, insbesondere Frhr. v. Mirbach, sind, wie der „Gm -Anz." schreibt, die Verwalter deS Vermögens der Familie des Fürsten zu Sayn-Wtttgmstein-Sayn und weigert, n sich, dem alten Fürsten (Grafen Hachenburg) seine Revenuen fernerhin iu bezahlm. Da der Prozeß sehr lange dauerte, so geriet die gräfliche Familie in nicht geringe Vcrlegenhctten. Seine Söhne, Prinz Stanislaus und Friedrich zu Sayn Wittgenstein-Sayn, welche nun schon fett mehreren Jahren großjöhrig sind, führen auch einen Prozeß gegen Frh^n. v. Mirbach, al« den Vermögmsoerwaltrr der Prinzen, urh zwar auf Herausgabe Ihre? Erbes. Berlin, 16. April. Der im Oktober v. I. vom Schwurgericht zu Könitz wegen wiffentlichen Meineids zu einem Jahre Zuchthaus vec urteilte Kaufmann Jacob Jakoby aus Tuche! ist von dem Kaiser zu sechs Monaten Gefängnis begnadigt worden. Hamburg, 16. April. Das Altonaer Landgericht verurteilte denPolizetwachtmeister Hubert, der sich kürzlich zu vergiften versuüt hatte, wegen Amtsunterschlagung zu 6 Monatm Gefängni». Der Staatsanwalt hatte 9 Monate Gefängnis beantragt. Sbtx Bk - letieate leugnete bortnätf o Grrichtssaal. T. Gießen, 16. April. (Strafkammer.) In der Strafsache gegen den Grubenholzarbeiter August Dirking in Lette, geboren am 8. Juni 1873, wird die von dem Angeklagten gegen ein Urteil des Großh. Schöfsfengerichts Homberg vom 5. März 1901, das gegen ihn auf eine Ge- fc. grdtrfftttt, 17 April. Die Ost ermesse gebt zu End-. S»e tner al« «an» gut zu bezeichnen. Da« ® schilt in Sckubwiren, Hü,en (F'lz und Stroh), irdenem Geschtir war sehr gut, bn U nsatz in Luxus«'tikeln, Holz- und Rauchwaren, G aS- und Porzellanwa m, in S'einou« war gering. Blechwaren wurden ziemlich, emaillterieS GZchirr wenig abaes ht. fo. Frankfurt, 16. Ap'U. Accumul«toren»We>k« System Pollak, Frankfurt a. M. D 5,5 5,1 4,2 5,2 5,0 3,4 90 91 47 87 87 51 NNW. NNW NNW. NNW. NNW. N. 2 2 2 2 2 4 vrd. Himmel ■ w ■ ,» ■ * • • Be». Himmel Höchste Temperatur am 14. —15. April + 10.29 C. Niedrigste , „ , , + 4 0* C. Höchste Temperatur am 15.—16. April 4- 9 63 C. Niedrigste , , „ , + 2.8® C Qaiflon*,0,,e’ Sammle,Velvets«,1^ WwlUCII Blusen. Besatz liefern wir hievtet an Brieat*. Man Verl. Muster unserer großen Auswahl, von Elten & Keussen, Handlung Krefeld. 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