Nr. 296 Dienstag 17. Dezember 1901 Erstes Blatt »ij M "uditorei bulstrasseJL ü"-» der UV- jlpli? 1 ooi lalerialiar?!. arben und Lacke. 151. Jahrgang das hier in schlichter, aber fesselnder Weise dargesbellt wird. Emil ischbach Giessen. IW Fw b« d, ■ b,®'9e W? Valiiische Tagesschau. Die angebliche Duellrede des Kaisers. D. B. Hd. meldet: Die Einleitung eines gerichtlichen Verfahrens gegen den Urheber der falschen Meldung über eine Duellrede des Kaisers in Potsdam ist seibens der Militärbehörde beantragt worden. Es scheint also ein Gericl-tsvcrfahren wegen B e l e i d i g * ung der betreffenden Offiziere gegen den Verbreiter der aus der Luft gegriffenen Kaiserrede in Aussicht zu stehen. Der Monarch hat sich verschiedentlich darüber Bericht eingefordert und hin und wieder auch selbst die ihm zugestellten Zeitungsausschnitte durchgelesen. Das diesmal sehr schnell durch den „Reichsanzeiger" veröffentlichte Dementi soll durch den Kaiser selbst veranlaßt worden sein. Der Monarch hat leider bisher noch in keiner Weise seine Duellbestimmungen in abgeänderter Form dem Offizierkorps bekannt geben lassen, vielleicht aber wird der Kaiser am Neuiahrstage vor versammelter Generalität in dieser Angelegenheit das Wort nehmen. Die „Deutsche Volkswtl. Korr." glaubt in der Thatsache, daß solche Gerüchte entstehen und verbreitet werden, Anzeichen einer gewissen Nervosität in der Armee erblicken zu sollen. Gegen diese Nervosität wendet sie sich mit folgenden Sätzen: „. . . Ist aber jetzt, wie auch in politischen Dingen, in Angelegenheiten der Armee manchmal eine große Nervosität, ein Hasten nach schnellreifen Früchten, noch, äbändernden Anordnungen bemerkbar, die manchmal schon morgen wieder eine Abänderung erfahren, so kann es kaum Wunder nehmen, wenn die überall auf das Nivellieren gerichtete demokratische Zeitströmung sich derartige nervöse Symptome zu nutzte macht. Die preußische Armee ist in ihren Traditionen und Institutionen ein Tell des Volkskörpers allerdings, aber ein Glied dieses Körpers, welches nur gedeihen kann, wenn ihm eine gewisse Selbständigkeit der inneren Fortentwickelung feiner besonderen Kräfte garantiert ist. Das bedingt allerdings eine Sonderstellung der Armee und des Offizier- lorps im Staatsorganismus. Gegen diese notwendige Sonderstellung richtet sich das deinokratische Nivellement. Gestützt auf das parlamentarische Geldbewilligungsrecht will man, was man gegen König Wilhelm, Bismarck,Moltke und Roon in der Konfliktszeit nicht durchsetzen konnte, jetzt erzwingen, die Armee soll die Eigenschaft eines selbständigen Gliedes am Volksheer verlieren. Wird man aber in der Armee selbst unsicher, glaubt man nicht in vollster Klarheit darüber zu sein, welche Absichten in den maßgebenden Stellen obwalten, hat man das Empfinden, daß an Stelle der Kontinuität der Entwickelung ein Zustand getreten sei, der alles, Dinge, Anschauungen und Menschen, im Flusse befindlich erscheinen läßt, dann freilich darf man sich nicht wundern, wenn aus solchen Ungewißheiten sich ergebende Nervositäten auch nach außen reflektieren, und man im Publikum Dinge glaubt, die jeder für einfach unmöglich erklärt haben wurde, wenn sie ihm unter anderen Umständen berichtet wären. Wir glauben, daß darin ein sehr ernstes Sy mp to m unserer inneren Zustände sich andeutet, dessen Ursachen von den dazu Berufenen schleunigst aufgedeckt und aogestellt werden sollten. Nervosität ist überall bedenklich; in Angelegen-, heilen unseres Heerwesens wäre sie unerträglich, weil sie dessen Kern in kurzer Zeit zerstören müßte." termärchen in einem sehr hübsch illustrierten Quartbande, für den Karl Röhling künstlerisch schönen Buchschmuck und außerordentlich anschauliche und anmutige Textillustrationen gezeichnet hat. — Seidels „Wintermärchen" zeichnen sich aus durch die Frische, die Spannung, die anschauliche Sckilderung, mit der Seidel zu erzählen versteht. Seine Dichterische Erfindungsgabe findet immer neue Stoffe, seine Gestaltungskunst weiß sie zu beleben, und meist weiß er noch mit feinem Humor einen tieferen Sinn hineinzulegen, wie das beispielsweise bei dem köstlichen Vlärchcn vom „Tolpatsch" der Fall ist, ohne dabei irgendwie ausdringlich zu werden. Besonders schön an Seidels Märchen ist es, daß sein Wunderland mit der Wirklichkeit sehr nahe zusammenliegt, daß die kleinen Leser überall eigen Erlebtes oder doch Erlebbares wiederfinden, das in das Uebernatürliche, das Märchenhafte sich mischt. Dabei sind die Märchen, so schön und poetisch erzählt, erfreuen sich einer so anmutigen dichterischen Sprache, daß auch Erwachsene mit Vergnügen sie lesen werden. Seien diese Märchen für den Weihnachtstisch bestens empfohlen. (Preis geb- 5 Mark) — Fenier seien aus dem nämlichen Verlage erwähnt: Der Jugendgarten Band 26, eine Festgabe für Mädchen, gebunden Mark 6,75; H a u s f s M a r ch e n, in vortrefflicher, reich' und sehr fein künstlerisch ausgestatteter Ausgabe, gebunden Mart 5,—; Schuster, Mathematik für jedermann, geb. Mk. 4,50; Kam er a d -Bib lio th e k, Bd. 6, geb. Mk- 3,— ; Kränzchen-Bibliothek, Bd. 5, Clement, Libelle, geb. Mk. 3,— ; Godin, Weihnachtsgrüße, geb. Mk. 2,— ; Lohmeyer, Junges Blut, geb Mk- 2,— ; Ludwig, Aus goldner Zeit, geb. Mark 2,— ; Universal-Bibliothek für die Jugend, Bändchen 381/82 Mk. —,80; 387/88 Mk- —,80; 386 Mk. —,60 gebunden; Jllustrie-rte Taschenbücher für die Jugend, Bändchen 13—18, jedes Bändchen gebunden Makr 1—. Erscheint täglich Ausnahme des Montags. Die (Siebener Famttien- •witer werden dem Anleger im Wechsel mit dem »Hess. Landwirt" und den »Blättern für hessische Volkskunde" viermal wöchentlich bet- gelegt. ötedaktion, Expedition und Druckerei: Schulst raße 7. lldresfe für Depeschen: Anzeiger Gießen. ssnnsprechanschlußNr.51. i- —IM werden, sondern es verdient die wärmste Empfehlung und wird sich sicher immer mehr in die weitesten Kreise einbürgern. Der Bestrebung, die Kunst in das Leben des Kindes zu tragen, folgt mit größtem Feinsinne ein allerliebstes Buch „Dornröschen", ein scherzhaft Märlein für große und lleine Kinder, aufs neue erzählt von Friedrich Wegener", mit Bilderschmuck von Wilhelm Jordan, einem jungen Berliner Künstler — der Nibelungen-Wilhelm Jordan isst in seinem 82. Lebensjahre nicht unter die Zeichner gegangen, wie wir unseren Lesern zur Beruhigung mitteilen können „Dornröschen" ist im Verlag von Dr. Max Sklarek u- Co., Berlin W. 62, erschienen- Auf holzfreiem Büttenpapier mit zweifarbigem Umschlag und echt tunstlerischem Buchschmuck, kostet „Dornröschen" nur 1.50 Mk. Es wird sich daher durch seine doppelten Vorzüge bei Alt und Jung bald sehr beliebt machen. Zum bevorstehenden Weihnachtsfeste seien ferner ein paar Bücher aus dem Verlag der Union, deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, genannt. Wir finden darunter alte Bekannte, die alljährlich in neuer Ausgabe erscheinen. Es ist zunächst das „Neue Universum" (Preis 6.75 Mk-), das bereits im 22. Jahrgang vorliegt. Es giebt neben längeren und kürzeren Erzählungen eine Ueberficht über die wichtigsten Entdeckungen und Erfindungen des letzten Jahres aus technischem und wissenschaftlichem Gebiet; neue Maschinen, neue technische und gewerbliche Anlagen werden eingehend beschrieben, die Fortschritte un Heerwesen und in der Marine, in Physik und Chemie und auf anderen Gebieten werden besprochen und zum Schlüsse giebt eine Rubrik „häusliche Werkstatt" Anleitung für geschickte Knabenhände. Das Buch hat sich bereits so gut eingebürgert, daß eine weitere Empfehlung kaum nötig ist. — Von einem der liebenswürdigsten Erzähler, dem Verfasser der köstlichen, idyllischen und humorvollen Geschichten von „Lebrecht Hühnchen", Heinrich Seidel, dem Meister der Klcinmalerei, bietet die „Union, Deutsche Verlagsgesellschaft zu Stuttgart", diesmal für den Weihnachtstisch prächtige Win-- «en Weihnachtslitteratur. N. Jungbrunnen. Schon einmal ist an dieser Stelle tiuf ein sehr verdienstvolles buchhänhlerisches Unternehmen des Verlags von Fischer u. FrankeinBerlin, „Jungbrunnen" betitelt, hingewiesen worden. Wir wollen nicht verfehlen, beim Herannahen des Weihnachtsfestes, wo an uns die Frage nach passender Geschenklitteratur herantritt, iwch einmal darauf hinzuweisen. Man muß dem Ver- lege dankbar sein, daß er sich bestrebt, unserem Volke u.mseren herrlichen Scha»A an Atärchen, Erzählungen und Liedern zu erhalten und sie uns in einer Ausstattung zu !>-eten, die diese Merkchen zu Zierden jeder Bibliothek Zachen, während doch zugleich der billige Preis (jedes Ländchen kostet im Abonnement 1 Mk., einzeln 1.25 bis 1,50 M5) jeoem die Anschaffung ermöglicht. Akit vollem 'Z-.echte sind wir stolz auf die deutschen Märchen. Mögen Ech die orientalischen bunte Farbenpracht zeigen, an Innigkeit der Empfindung, an wahrhaft poetischem Gehalt sind iwsere Märchen unerreicht. Darum sollte auch dieser „Schatz- vLhälter deutscher Kunst und Dichtung", wie die Verlagsbuchhandlung nicht ohne Grund ihr Unternehmen nennt, sich in jeder Hausvibliothek finden. Unsere tüchtigsten Künstler haben sich mit Freuden bereit erllärt, den Buchschmuck der einzelnen Bändchen zu übernehmen. So hat Franz SitaUen das alte Volksbuch vom „F o r t u n a t u n d s e i n e n Löhnen", F. Mueller-München „Marienkind und andere Märchen der Gebrüder Grimm" mit reichem Bildschmuck ausgestattet. Ein reizendes Bändchen M auch „Die Jahreszeiten in Liedern" mit Bil- dsrn von Horst-Schulze. Jede Seite dieser Bändchen ist mit Machtvollen Randleisten verziert, fast auf jeder Seite finden sich wahrhaft künstlerische Bilder von plastischer Wirkung. 5l!ur die gewaltigen Fortschritte unserer Technik haben es ermöglicht, solche Prachtwerke zu einem so geringen Preise zu liirfern. Das Unternehmen gehört nicht zu denen, welchen vorn der Kritik nur mit kühlem Wohlwollen ein paar kon- vümtionelle Anerkennnngsphrasen mit auf den Weg gegeben Volitische Wochenschau. deutschen Reichstage floß während der oo ngen Woche in Sachen des Z o l l t a r i f s der Redestrom unaufhörlich weiter; für und ander die Wirtschaftspolitik, oiL regierungsseitig augenblicklich verfolgt wird, traten die Volksvertreter in die Schranken, aber es wird beim besten rvcklen wohl kaum jemand sein, der ernstlich glauben wollte, daß die eine oder andere Meinung auf die Freunde oder Gegner des Tarifs bekehrend eingewirkt haben könnte. Auch dl^ Zolltarifdebatte hat eben wieder bewiesen, Paß die Te- oatten im Reichsparlament der Verflachung anheimgefallen fuud, wie sie denn längst schon unter dem Niveau stehen, das sie erreichten, als die Lasker, Bennigsen, Bamberger u. a. Parlamentarier von Ruf den Ton angaben. Konnte mein damals mit Goethe sagen, daß ein geistreich aufge- scklofsenes Wort seine Ewigkeit wirkt, so muß man sich heute leioer zu der Ansicht bekennen, daß in der deutschen Volksvertretung häufiger denn gut ist, Leute zu reden sich unter- jarigen, die durchaus nicht in der Lage sind, das, worüber ju vortragen, richtig zu beurteilen. „Die Worte fliegen arf, der Sinn hat keine Schwingen." Deshalb und aus umnchem anderen Grunde noch braucht man sich eben nicht zu wundern, wenn so wenig Positives mit den vielen und langen Reden erreicht lvird. Ob es in der Kommission, an die der Tarif nun gegangen ist, anders sein wird? Wir wollen Leisen, daß dort mit unanfechtbaren Zahlen Schaden und Stützen der Zölle in allen ihren Einzelheiten nachgewiesen tvi cd. An Material dazu fehlt es ja nicht, man muß es nur rüisi.ig zu gebrauchen wissen. Dann wird auch der Erfolg ui ht ausbleiben. Inmitten des Zentrums und der National- llleralen kriselt es viel zu sehr, als daß sich die Mannen schon mit einiger Bestimmtheit schätzen ließen, welche die Entscheidung nach der einen oder anderen Richtung hin brangen werden. Der Ernst und Eifer, mit dem man in Rußland ««aerdiwgs daran gegangen ist, den handelspolitischen löc,ziehungen zu England die Wege etwas zu ebnen, verdient immerhin Beachtung, und den Engländern ist das Slliiit doch nicht so sehr verdickt, als daß sie nicht jede Ei legenheit gierig aufgreifen sollten, die ihnen einige Aus- ficht auf Zurlickdrängung Deutschlands vom Weltmärkte er- ofi net Wo das eigene Interesse in Frage kommt, da schweigt dü Stimme des Blutes, und wenn man sie auch noch so ost anruft; ist der deutschen Ausfuhr aber einmal der Kk‘ben entzogen, dann wird es angesichts des gegenwärtig bis zum Höhepunkt gestiegenen Wettbewerbs der Völker urtereinander Opfer an Zeit und Geld und Arbeit erfordern, die Wunden auszuheilen. Die Klugen nur erringen überall dem Sieg. Graf Bülow könnte in dieser Beziehung an Ruß- lamd lernen, das sich diese Spruchweisheit zur Richtschnur Mi-ommen hat und, wie die fortgesetzten Erfolge der in ^tersburg betriebenen Politik beweisen, daraus reichen Erfolg erzielt. Der Staatenkvloß im Osten verfolgt sein 3pei, den ganzen Osten sich und seinen Zwecken dienstbar zu machen, mit einer Zähigkeit, welcher der Erfolg nicht amsbleiben kann. Der Slavismus ist ohnehin augenblicklich in starker Erregung gegen Deutschland, wie die lebhaft nind sogar parlamentarisch erörterten deutschfeindlichen llmsschreitungen in Galizien beweisen. Schon aus diesem Gründe sollte eine vorsichtige, aber entschiedene und vor allem ihres Zieles bewußte Polittk getrieben werden, denn miser Interesse liegt nun einmal im Osten, heute noch wie schon zur Zeit Bismarcks, und der Osten wird es sein, der ui der künftigen Auseinandersetzung der Völker den Ausschlag geben wird. Die am Samstag erfolgte Ankunft des ff als ** tjll ll pWMotih ff"° houlglllch^ lBe Auswahl in * klELoubovt rjpitTt?? phten FW ducken ^-enLebkuchnmik VoekMrnbm )u ben billigst.^, da Adami Zuöbnrg 14, GiehenerAnzeigers w General-Anzeiger v LMLL Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MZZ V s kr zeigenteil: Hans Beck. russischen Thronfolgers Großfürsten Michael in Berlin zur Teilnahmeia n den Hofjagden Kaiser Wilhelms ist angesichts der in der russischen Presse und im Publikum neuerdings infolge der preußischen Polenpolitik sich geltend machenden wenig deutschfreundlichen Gesinnung als ein sehr erfreuliches politisches Ereignis zu betrachten. Man wird daraus entnehmen müssen, daß die guten freundnachbarlichen Beziehungen in den leitenden Kreisen, sowie die intimen Fa- milienbeziehungen zwischen dem russischen und deutschen Kaiserhof nach wie vor in alter Herzlichkeit fortbestehen und von der allgemeinen Mißsttmmung gegen Deutschland, die in Rußland herrscht, nicht berührt werden. Die innerpolitische Lage in Oesterreich, die heute wieder schlechter ist, als sie Jeit langem war, beweist nach dieser Richtung hin auch etwas. Der Uebermut und Terrorismus der Tschechen konnte schon so weit steigen, daß die Regierung kein anderes Mittel sah, als mit der Aushebung derVerfassung zu drohen. Der österreichische Ministerpräsident Dr. v. Körber hat davon ziemlich unverhüllt im Parlamente gesprochen, und der österreichische Kaiser hat in Privatgesprächen mit Abgeordneten ähnliche Andeutungen gemacht, sodaß sich der Abg. Bayreuther bereits veranlaßt gesehen hat, wegen dieses Kaiserwortes im Wiener Parlament zu interpellieren. Man weiß sich eben in Oesterreich heute nicht mehr zu helfen, und es ist gar nicht so ganz ausgeschlossen, daß eines schönen Tages — er mag immerhin noch sehr fern liegen — das ganze Slaven tum Preußens, Oesterreichs und Rußlands vereint einen Vorstoß gegen die germanischen Völker zunächst unternimmt, und wenn sich das offizielle Rußland bann berufen fühlt, als Schutzherr der Slaven auszutreten, dann würde sich daraus eine Situation ergeben, die dem europäischen Frieden kaum dienlich sein könnte. Das sind im Augenblick zwar noch Zukunftsbilder, aber die Gegenwart ist dazu angethan, sie herauf^ubeschwören, und die ganze weltpolittsche Situation sieht sich ohnehin nicht sonderlich vertrauenerweckend an. Vor fast drei Jahren hat auch kaum jemand daran gedacht, daß im ©üben Afrikas ein mörberischcr Krieg entbrennen würbe, und doch hat sich längst schon zum zweiten Male der Tag gejährt, au dem die Buren den englischen Fehdehandschuh mit blutigem Ernst aufnahmen. Und noch immer stehen sie im Felde gegen den übermächtig'en Feind, und kaum ein Tag vergeht, der nicht neue Kunde von Zusammenstößen bringt. Da ist es an sich wohl zu verstehen, wenn die Engländer Den Wunsch haben, den Ausrottungsfeldzug bis zum äußersten fortzusetzen, und wer weiß, ob sie nicht schon längst die ohnehin nur dürftige Maste geregelter Kriegführung hätten fallen lassen, wenn nicht Die Augen der ganzen eivilisierten Welt fortgesetzt auf den einst so blü!)enden Gefilden Transvaals ruhten. Wie das Kriegsspiel schließlich enden wird, wer kann es wissen; ginge es nach Recht und Gerechtigleit, wäre Südafrika längst schon das Grab des englischen Ruhmes geworden, wo aber ist das Völkerrecht in Diesem Falle geblieben, wo Die Gerechtigkeit? Was Karl Emil Franzis einst sagte, trifft leider auch heute noch zu: Gerecht ist auf Erden immer jene Sache, die mehr Arme hat und bessere Gewehre. Sehr lesenswert ist übrigens das soeben in Reclams Univ.-Bibl. erschienene Burenbuch Dr. Heinrich v. Lenks, „Tie Wanderungen der Buren bis zur Gründung ihrer Staaten 1652 bis 1854" (Preis 20 Pfg.), der erste Teil einer kurzgefaßten allgemeinen Geschichte der südafrikanischen Republiken, der Kampfes- und Leidensgeschichte der Buren. Es ist vornehmlich das Heldenzeitalter des „großen Treks" der Buren in den Jahren 1836 und 1837 und der darauffolgenden erschütternden Ereignisse in Natal 1838 bis 1843, nder, öianbtln, Mo««, ü,stiuftt«ewcht M- uni ÄniWlf en, Chololade nm »o, Batoblaten, heo, Rofneu M Lnttauinen, »nium, Potlaiche, lver, Bauillr zur DÄM kannten allechüE naogeln lascbinen jiackmascliinen >. und Gabel* maschinen [schinen naschinen «swaage« nüjIrfiW Dählen laschen Universitäts-Nachrichten Zandwirtschast. Rom, 14. Dez. In der Kammer pries Baecelli den Er- olg seiner neuen Methode zur Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche, dabei gegen die deutschen Tierärzte polemisierend, die von den italienischen lernen könnten. In Italien habe sich seine Methode erfolgreich bewährt. Sidney, 14. Dez. Der amtliche Ackerbau-Bericht schätzt die Weizenernte in Nen-Südwales aus 19 Millionen Bushels, das ist durchschnittlich 12,8 Bushels per Acre bei einer Fläche von 1 470 400 Acres. Spitlplan der vereinigten Frankfurter Ztadttheater. Opernhaus. Dienstag, 17. Dez., abends 7 Uhr: „Tie Entführung aus de» Serail." Schauspielhaus. Dienstag, 17. Dez. „Flachsmann als Erzieher." Die Tabakfchuhzolluer haben sich im Verlaufe der nunmehr beendeten ersten Lesung der Tarisv^rlage vorsichtig zurückgehalten. Weder der bayerische Finanzmini st er v. Riedel noch dec Wormser Frhr. H e y 1 v- Herrnsheim, von welchen beiden Herren man in erster Linie ein Eingehen auf diese Frage erwarten konnte, haben in ihren Ausführungen ihren Wünschen in Bezug auf die Erhöhung des Tabarzolts Ausdruck gegeben. .Es scheint also, daß die Herren mit ihrer Anregung der Tabatfrage Anstoß erregt haben, und daß ihnen dies in der einen oder anderen Werse zu verstehen gegeben worden ist. Aber nach gewissen Anzeichen in nichtparlamentarischen Kreisen scheint man, so schreibt die „Disch,. Tabakztg.", an dem Ernst der Negierung, an der Position Tabak im Zolltarif nicht zu rühren, nicht zu glauben, und es ist daher recht wohl möglich, daß aus diesen Kreisen die beteiligten Reichstagsmitglieder gedrängt werden, ihre in Aussicht gestellte Intervention zu Gunsten eines höheren Schutzzolls für Tabak doch noch eintreten zu lassen, sei es bei der Kommissionsberatung des Zolltarifs, sei es bei der zweiten Lesung im Plenum. Aus Stadt und Zand. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: „©iefc.'Anz.'* gestattet.) Gießen, den 16. Dezember 1901. Kunst und Wissenschaft. Paris, 15. Dez. Die Mitglieder des Komitees der Pariser Presse, welche mir der Verteilung des Osiris-Preises von lOO OOO Frcs., welcher im Jahre 19Oo zur Belohnung der schönsten Erfindung des Jahrhunderts gestiftet worden ist, werden sich denmächst versammeln, um feslzustellen, wem der Preis zuzusprechen sei. Es ist zurzeit in Aussicht genommen, den Preis dem Er- f.inder des Unterseebootes, Goubet, zuzusprechen. Goubet ist zurzeit durch Ueberanstrengung derartig erkrankt, daß er bereits feit Monaten das Bett hüten muß. Kolorrialpoft. Farbige Offiziere des Kolonialheeres. In unserer Schutztruppe für Ostafrika hat man, was nicht allgemein bekannt sein dürfte, auch farbige Offiziere; die Zahl derselben ist freilich nicht groß; in diesem Jahre gab es noch 12, im nächsten Jahr werden es nur noch 9 sein und schließlich werden sie wohl ganz versckMnden. Die farbigen Offiziere erhalten eine Besoldung von 1392 Rupien gleich 1950 Mark, im nächsten Jahre wird die Besoldung etwas geringer fein und nu,r noch 1286 Rupien gleich 1800 Marr betragen. 130 farbige Unteroffiziere bienen in der Schutztruppe für Ostafrika. Jeder erhält 603 Rupien Löhnung gleich 845 Mark. Die Zahl der Gemeinen beträgt 1440; die Löhnung ist verschieden. 600 Sudanesen erhalten eine durchschnittliche Löhnung von je 398 Rupien gleiche 558 Mark. 840 Eingeborene werden mit durchschnittlich 265 Rupien gleich 372 Mark besoldet. 120 Rekruten sind noch vorhanden, sie müssen sich mit je 183 Rupien gleich 257 Mark begnügen. Da wir nun einmal bei den falrbigen Truppen sind, sei mitgeteilt, daß wir mit bejc Chinesen- Kompagnie in Kiautschou wenig Erfolg errungen haben; man wird die Versuche, die bezopften Sühne des himmlischen Reiches zu vollwertigen Soldcüen heranzubilden, aufgeben; man will aber doch nicht ganz in Kiautschou auf die Mitwirkung der Chinesen verzichten; die Vorteile, welche die Verwendung einer Chinesen-Tmppe nach anderer Richtung hin vielleicht in Aussicht stellt, lassen es erwünscht erscheinen, die Versuche mit den Chinesen fortzusetzen. „Die größte Sünde" von Otto Ernst, dem Verfasser von „Flachsmann als Erzieher", welches bereits an mehreren Bühnen aufgeführt wurde und u. a. in Frankfurt am Main demnächst zur Darstellung gelangen wird, ist auch für das hiesige Stadttheater erworben worden. "' Krankenversicherungspflicht. Eine wich? tige, die bei Behörden und Staatsbetrieben im Ressort des Großh. Ministeriums des Innern beschäftigten Personen, darunter auch die zahlreichen Bediensteten der Landes-Universität interessierende Anordnung hat das oben bezeichnete Ministerium unter dem 3. l. M. getroffen und in seinem Amtsblatt Nr. 18 v. l. I. veröffentlicht. Hierin wird bekannt gegeben, daß mit Wirkung vom 1. Januar 1902 an die Krau lenoersi cherun gspflicht auf die bei Behörden und Staatsbetrieben gegen Lohn oder Gehalt beschäftigten nicht angestellten Personen dieses Ressorts insoweit ausgedehnt wird, als diese Personen nach der Art ihrer Beschäftigung bei staatlichen Behörden und Betriebsverwaltungen als invalid e n v e r s i ch e r n n g s p f l i ch t i g (s. Jnoal.-Vers.-Ges. v. 13. Juli 1899, R. G. Bl. S. 463) erachtet werden müssen, und diese Beschäftigung nicht durch die Natur ihres Gegenstandes oder im voraus durch den Arbeitsvertrag auf einen Zeitraum - von weniger als einer Woche beschränkt ist. Alle bei diesen Behörden und Staatsbetrieben bes.,!äfiigten Personen, soweit sie kraft Gesetzes über in Gemäßheit des vorerwähnten Beschlusses der Krankenversicherungspflicht unterliegen, haben vom 1. Januar 1902 ab der staatlichen Betriebst kranken lasse an zu gehören. Staatliche Beamte, ,owcit ihr Gehalt 2000 Mk. nicht übersteigt, können zwar freiwillige Mitglieder dieser Kasse werden, doch scheint dies schon darum nicht angezeigt, weil die freiwilligen Mitglieder die Beiträge ganz zu entrichten haben, für die betr. Beamten also verhältnismäßig hoch sind. Damit aber diese Beamten an der ärztlichen Fürsorge, welche die staatliche Betriebskrankenkasse bietet, an der Gewährung von Arznei und sonstigen Heilmitteln teiluehmen können, ist mit dieser Krankenkasse eine besondere Medizinalkasse ohne B e i t r i 11 s z w a u g verbunden. Mit dem Beitritt zur staatlichen Betriebskralitentasse i|t sodann für hie Behörden und Staatsbetriebe dieses Geschäftsbereichs der Anschluß an die B e r so r g u n g s a n sta l t für staatliche Arbeiter verbunden, deren Aufgabe ist: Gewährung von Ruhegehältern, Fürsorge für die Witwen und Waisen der ständigen Arbeiter unb der in regelmäßiger Wiederkehr beschäftigten Saisonarbeiter (vergl. Regbl. Nr. 24 von 1901). Für den Geschäftsbereich des Ministeriums der. Finanzen ist die staatliche Betriebskrankenkasse schon im Jahre 1900 in Wirksamkeit getreten. ** Von dem Herrn Inhaber der Firma C. Kling spor erhalten wir, unter Bezugnahme auf eine Lokalnotiz in unserer letzten Nummer, eine kurze Zuschrift, die zu veröffentlichen wir um so weniger anstehen, als uns ene Nachricht von der „Betriebsvevgrößerung" aus Kreisen )er hiesigen Industrie zugegangen war unb für uns fein Anlaß vorlag, ihr irgend welchen Zweifel entgegenzubringen. Die Zuschrift lautet: „Da ein Stillschweigen meinerseits von den mir Fernerstehenden so gedeutet werden könnte, als fei ich einverstanden mit dem Inhalt des im 2. Blatt der vorigen Nummer dieser Zeitung unter der Überschrift „Betrieosvergrößerung" erschienenen Artikels, so erkläre ich, daß öffentliche Erörterungen über meine GesckKftsverhältnisse mir überhaupt nicht zusagen. Aufs unangenehmste aber berühren mich solche, wenn sie, wie im vorliegenden Falle, zu ganz unzuverlässigen Vergleichen führen über beit. Umfang meines Betriebes gegenüber demjenigen anderer Unternehmer der Branche hier >oder auswärts. Zwecks Richtigstellung sei noch bemerkt, daß nicht, wie im obengenannten Blatte gesagt wurde, Bayern, sondern Baden der Sitz erwähnter Zweigfabriken ist." st. Butzbach, 13. Dez. Gestern abend sprach im hie- igen Volksbildungsverein Frau Ottilie St e i n aus Offenbach über die „Kunst im Hause". Ihre schönen Aus- ührungen gipfelten in dem Verlangen, daß im Schoße >er Familie Kunstsinn und Kunstbegeisterung geweckt unb gepflegt werben müßten. Hauptsächlich sei es bie Aufgabe des gebübeten Mittelstandes, ben Bestrebungen ber wahren Künstler Interesse unb Unterstützung entgegenzubringen. Im deutschen Hause müsse bie eble Kunst eine Heimstätte finben, bie ihren Pforten unsauberen Probukten verschließe. w N i b b a, 12. Dez. Die Generalversammlung )es Kurvereins Salzhausen fanb gestern hier statt. Die Zahl ber Mitglieber des Vereins beträgt 116. Die Rechnung ergiebt eine Einnahme von 397,05 Mk., eine Ausgabe von 350,60 Mk. Das Vermögen beträgt 403,45 Mk- Es wurde die Aufstellung einer Ruhebank an dem neu angelegten Weg Nidda — Salzhausen, ferner eine Ver- chönerung des Ruheplatzes an ber Silberpappel an bem- elben Wege beschlossen. Die Regierung soll ersucht werben, >en Weg zwischen ben Wiesen und dem Niddaer Weg her- tellen unb bas neue Badehaus in die Nähe ber Salzquellen erbauen zu lassen. Auch soll gebeten werben, Mittel für geeignete Reklame bereit zu stellen. — Den größten Vorteil bei Schaffung einer eigenen Gemarkung Salzhausen hat bie Gemeinbe Kohden, zu deren Gemarkung Salzhausen früher gehörte, gehabt. Nicht blos, baß biefe eine schöne Abfindungssumme erhalten hat, sie hat auch ein Stück Walbland ein getauscht, bas, nachdem es urbar gemacht war, reichlich ohne Düngung Erträge gebracht hat, unb in ber Folge noch reichliche Erträge bringen wirb. Unb doch sind nicht alle Bewohner zu- rieden damit gewesen. H.lede Kau trau, in deren Hände der Eiukaiii liegt, muß zugestehen, daß selten ein Artikel auf dem Weihnachtsmarkte angetroffen wird, der so gediegen, so nützlich und für Jedermann so passend ist, wie die bewährte Doerings Eulen-Seife in den eleganten Weihuachtö-CartonS. Diese Cartons -nthalten 3 Stück der „besten Seife der Welt", sind hochelegant ausgestattet und der Wirkung wegen, welche die sccifc auf Haut und Teint auSlibt, ein sehr willkommenes Geschenk. Wir machen Alle, die gute Einkäufe machen wollen,' auf diese praktische Äeihnachts-Beigabe aufmerksam. Doerings ^seistn-CartdnS find überall ohne Preiserhöhung erMttltch. Ueber die polnischen Demonstrationen. bie am Freitag in der Berliner Universität bei Beginn der Vorlesung des Pvof. Schiemann entfesselt worden sind, wird uns berichtet: Prof. Schiemann liest z. Z. „Heber die polnische Frage des 19. Jahrhunderts." <^^^n in ben ersten Vorlesungen waren auffaUenb viel Polen zugegen, bie sich immer mehr verstärkten. Prof. Schiemann behandelte bie polnische Frage treu historisch, selbstverständlich aber auch in deutschnationalem Sinne unb flocht babei verschiebene persönliche Ansichten ein, bie stets bei den Polen auf Widerspruch stießen. Verhältnismäßig ruhig ging es aber immer noch zu Es gährte bereits! unter ihnen heftig, und sie beschlossen, den bei ihnen verhaßten Dozenten zu zwingen, seine Vorlesungen abzubrechen. Die neuliche polnische Reichstagsdebatte über Wreschen gab dazu ben Anlaß. Unzufrieden mit ihrer eigenen polnischen Fraktion, beschlossen sie, auf eigene Faust zu demonstrieren. Prof. Schiemann sollte gerade die polnische Revolution von^1830 behandeln. Geschlossen marschierten die polnischen Studenten heran unb nahmen bie v-orbersten fünf Bänke in Beschlag, lieber ben weiteren Verlauf der Dinge berichtet ein Augenzeuge folgendes: Der Dozent betritt den Hörsaal. Die deutschen Kom- müitonen empfangen ihn mit Beifallstrampeln. Aber auch die Polen sind nicht faul, sie beginnen ein Scharren, Zischen, Pfeifen unb Johlen, an dem sich auch einige Damen, wahrscheinlich polnische, beteiligen. Der Dozent will sprechen, doch ber Lärm übertönt seine Worte. Er lehnt blaß am Katheber und wartet einen Augenblick. Er setzt wieder zum Sprechen an, dasselbe Scharren unb Pfeifen. Nun wirb es ben beutschen Kommilitonen zu viel, sie beginnen als Gegenbemonstra- twn ein ungeheures Getrampel. So bauert ber £ärm 10 Minuten. Der Dozent sieht sich fassungslos ben Rummel an, er ist machtlos. Als die polnischen Demonstrationen nicht aufhören wollen, beginnt bie Situation gefährlich zu werben. Rufe wie: „Ruhig!" „Po- .lacken raus!" „Eine Schaube für eine beutsche Universität!" werden laut. Ein Pole erwidert mit: „psa krew" (Bluthund). In den ersten Reihen kommt es zu persönlichen Auseinandersetzungen. Jetzt erheben sich die deutschen Studenten, ungefähr 200, unb machen Miene, thätlich vorzugehen und die Po l e n a n d i e frische Luft zu setzen. Ein herbeigerufener Aufsichtsbeamter der Universität erscheint im Saal. Die Polen ziehen es nun vor, unter großem Lärm langfam den Saal zu räumen und die Vorlesung nimmt ohne Störung ihren Verlauf und endigt unter dröhnendem Trampeln unb Beifallsklatschen ber deutschen Studenten. Soweit die Darstellung des Augenzeugen. Dem Skandal irgend welche Bedeutung beizulegen, ist nicht von nöten. Wenn er zur Eindämmung unserer allzu großen Gastfreund- schaft gegen fremde Akademiker beitragen würbe, gegen bie wir uns stets, unb, wie wir glauben, als bie Ersten in ber deutschen Presse, mit Entschiedenheit geäußert haben, wäre er allerbings von großem Nutzen. ** Ausstellung. Gestern unb vorgestern fanb bie Ausstellung ber in ber Handarbeitsschule bes Fräulein Lanbmann gefertigten Gebrauchs- unb Luxusgegenstänbe statt. Eine Fülle einfacher bis zu ben kunstvollsten Stickereien, Holzschnitzarbeiten, Brandmalereien, Leberschnitt- unb 2eberbranbarbeitcn u. bergt mehr bot bem Auge ein abwechslungsreiches, interessantes Bilb, bas von großem Fleiß und Ausdauer ber Schülerinnen wie auch von ben hervorragenden Fachkemitnissen «der Leiterinnen bes Instituts Zeugnis ablegte. ** Aus Vom Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Montag den 16. Dezember, abends 8 Uhr, im Konfirmanden» aale der Johanneskirche: Bibelstnnde. Text: Hebräerbrief, Kap. 13, von Vers 14 an das Vergängliche und Bleibende im Christenleben. Pfarrer Dr. Naumann. Dienstag den 17. Dezember, nachmittags 5'/, Uhr: Vereinigung der konfirmierten Mädchen der Lukasgemeinde im Schwesternhaus. Pfarrer Euler. — Wie dem „Elsässer" aus Rom gemeldet wird, werden die Verhandlungen über die Errichnmg einer k a t h o l ij_d) en theologischen Fakultät an derUniversitätStraßbura wieder aufgenoinmen. Professor Hertling, der letzten Herbst ohne besondere Besprechungen nach Rom gekonunen fei, komme diesmal mit einem Füllhorn von Versprechungen zurück. Dein Bischof von Straßburg werde ein Ausfchlußrccht gegenüber mißfälligen Kandidaten, sowie das Recht auf Absetzung mißliebiger Lehrer zuge- stanOen, die Lehrstühle würden im kalhotischen Priesterseminar ausgestellt und Aehnliches mehr. Gerichtssaal. -i- Gießen, 14. Dez. Strafkammer. Ein großer Wilderer» prozeß spielte sich heute vor den Schranken der Kammer ab. Der vielfach, auch mit Zuchthaus vorbestrafte Bruno Jockel von Hohenfels, Wilhelm Jockel, des ersteren Bruder, und der Ferdinand Gering von Blankenhof sind beschuldigt, im Verlaufe des Jahres 1901, insbesondere am 28. Juli 1901, an Orten, an denen sie zu jagen nicht berechtigt waren, nämlich in den Distrikten Gleicher und Hardt der Freiherrlich Riedefel'schen Waldungen, gejagt, die unbefugte Jagd auch gewerbsmäßig ausgeübt zu haben. Tie Angeklagten geben die ihnen zur Last gelegten Strasthaten nicht zu. Es erfolgt nach ihrer Vernehmung eine sehr ausgedehnte Beweisaufnahme. Es fino im Ganzen 17 Zeugen erschienen. Nach dem Schlüsse der Beweisaufnahme beantragt die Staatsanwaltschaft Freisprechung des Gering mangels Beweises, Schuldigsprechung der beiden anderen Angeklagten,' unb zwar gegen den wegen Jagdvergehens vor- bestraften Bruno Jockel eine Gefängnisstrafe von 5 Jahren, außerdem Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für 5 Jahre, gegen Wilhelm Jockel eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr 6 Monaten, auch die Kosten des Verfahrens unter Solidarhaft für zwei Drittel der Auslagen den beiden letzten Angeklagten zur Last zu fetzen. Der Vev teioigcr des Gering und Bruno Jockel beantragt Freisprechung dieser Tlngeklagten. Den gleichenAntrag stellt derVerteidiger des W. Jäckel, Nach erfolgter Beratung verkündet die Strafkammer das Urteil: Der Gering wird freigesprochen. Bauer und WUHelm Jäckel werden schuldig erkannt und ersterer in eine Gefängnisstrafe von 4 Jahren 6 Monaten, letzterer in eine solche von 8 Monaten, auch beide in die Kosten des Verfahrens verurteilt. Das benutzte Jagdgerät, insbesondere die beiden Gewehre werden ein» gezogen. Leipzig, 14. Dez. Aus der Urteilsbegründung ist folgendes bervorzuheben: Nach Ansicht des Gerichtshofes erfolgte die Verbuchung des Defizits der Hamburger Wollkämmerei im Betrage von 54o,933 Alk. in das Kontokorrentbuck), um die Uebernahme des Verlustpoftens der Kenntnis der Aktionäre zu entziehen. Hierzu kommt, daß der Posten auch nicht im Pachtverträge Erwähnung gefunden hat, obwohl er ein wesentlicher Tetl desselben war, denn )amit stand der dritte Teil des Aktienkapitals der Leipriger Wollkämmerei auf dem Spiel. Die Angeklagten erwähnten hiervon auch nichts gegenüber dem Rechtsbeistande, Justizrat Langbein. Ferner wird das Bestehen eines neben dem Pachtvertrag noch existierenden Nebenvertrages gerügt Gegen Dffermann spricht noch, daß er jede Kenntnis von dem Nebenvertrag in Abrede stellte, obgleich er als Aufsichtsrat der Hamburger Wollkämmerer den Nebenvertrag kennen mußte. Budapest, 14. Dez. Acht Studenten, welche an den kürzlich in Singspielhallen stattgehabten antideutschen Kundgebungen beteiligt waren, wurden heute vom Polizeigericht zu Geldbußen von 1Ö bezw. 20 Kronen verurteilt. Die meisten Blätter erklären ich entschieden gegen das Vorgehen der Studenten und bezeichnen es nicht für eine würdige Aufgabe der Universitätshörer, in Nachtlokalen und Singspielhallen moralisierende und nationale Propaganda zu machen. Glatz, 14. Dez. Der wegen des Duells mit dem Leutnant Blas ko witz vorn Justerburger Kriegsgericht zu 2 Jahren F e st u n g verurteilte Oberleutnant Hildebrand hat die Strafe angetreten. New°Aork, 14. Dez. Hier herrscht große Aufregung über den Urteilsspruch des militärischen Ehrengerichts unter Dewey gegen den Admiral S ch l e y. Das Urteil konstatiert Mangel an Entschlossenheit int Ausstichen des Feindes, Vernachlässigung des Aufklärungsdienstes, Vermeidung des Zusammentreffens mit dem Gegner unter dem falschen Vorwand, daß das Geschwader, obwohl es in Wahrheit mit Kohlen versorgt war, erst Kohlen aufnehmen müsse, ferner zeigte Scbley Mangel an Mut, weil er nicht vernetzte, das spamsche Schiff „Colon" zum Sinken zu bringen und weil er im Treffen bei Santiago zur Sicherung feines Flaggschiffes die „Texas" gefährdete. Seine Berichte waren ungenau unb irre- ührenb. Berlin, 14. Dez. Aus Anlaß der Berufung des frcutzösischen Profeffors Haauenin an die Berliner Universität soll Professor Mommsen sich einem Korrespondenten des Pariser „Ternps" gegenüber in dem Sinne geäußert haben, eine Ernennung für eine bestimmte Zeit lasse den Launen der Ereigniffe und der Rcgierungs- gewalt viel zu viel Einfluß. Richtig ist, daß der Lehrauftrag für die neuere französische Sprache und Litteratur Herrn Hagüenin ür drei Jahre erteilt woroen ist. Dies entsprach jedoch durchaus nicht einem Verlangen der preußischen llnterrichtsverwaltung, sondern ganz im Gegenteil dem ausdrücklichen Wunsche des Berufenen, der aus der Erfüllung dieses Wunsches eine unumgängliche Bedingung für die Annahme des Lehrauftrags machte. Hamburg, 14. Dez. Im Hamburger Goethebund sprach heute der Berliner Historiker Professor Lenz über „römischen I Glauben unb freie Wissenschaft". Lenz hatte S p a b n auf dessen ' Bitte der Berliner Fakultät zur Habilitation empfohlen, nachdem! Spahlt ihm versichert, daß er aufrichtig und nach bestem Wissen lehren werbe. Der Zweck feiner Ernennung zum Professor in Straßburg fei ber, den Elsässer KleruS für das Deutschtum zu gewinnen. Tas beutsche Prosessorentum habe die Pflicht, gegen das Paktieren mit dem römischen Geiste auf den Universitäten zu pro-' 4. cLv , r Ä «stieren, damit Deutschland nicht in seiner wiffenschaftlichen Stellung S^eaterbureau. Da§ neue Drama^uvückgehe. 1 1 1 1 1 8 Kreishktt für bett Krtis ^eher.* leidiger des W. 5« lifammer das uw IN. püees der. ,tl5^rc N C’OeriP* feen istr *^0l'b f'Mvei'fe *' i-d tt £ " SioöttHn oißk » W - iasft Ä Ws WngwßerM^. ■ ^mmer ab. l'ojodelüonj.c Wes 1901, ~ ■.eA,le zu jagen r- |ei^er und Hackd ■ öie unbefugte > I Nagten ti- l:\1L . erfolgt’t Mrauinahme. & ■- ^Mst'rechung > Abcr beiden orfo vl.agdvergehens # uü fahren, außer- 'Fhce, gegenL b ^ioiiaten, aui iroet drittel der L zu setzen. Der! I[ Freiiprechung di auer und Mh>_ r in eine Gefängiv ne solche von 8 i!> ens verurteilt, u. Gewehre werden ® imdung ist folgend es erfolgte die Lr Immerei im Betrag! die Ilebemahine Ü6 u entziehen, öitru 'ertrage ErwÄmc Selben roar, !a bet Seipriger M* '.rroahnten htxw. usiizrat Langbnn Ito Üfttxwrax spch tag inAdrede fttUt : UMämmekei da ten, welche an V. utschen fiunbgebimp geridjt zu töelbbu^ il'ten Blätter erkläre lernen und bezeichre chtätshörer, inM' und nationale jb [5 mit dem Stufen ächt zu 2 Jahtu rand hat die Sir oße Aufregung ä irichts unter 2c i( konstatiert M Lernachlässigung- nentressens nut k ; Geschwader, ob^ t Kohlen auf* weil er nichts feit zu bringen » :q seines UaM- n ungenau und nc jltn. f. jlautnan’r ; Stetem Wt bcr jJlaul' v- sM ci einer W* pfarvetj^^ ledieL"' 1 hie? ndL .Ltls5 , ,5. T-cic •n Sel^ M ! ufc V> 07 w c* Ä - ♦© & -2 •a CD Oft E d <73 - CD cd uQ e CD O -o cd jO VD s o s C ä- E Ö7 Oft 2 C X st-, C o vO uO ,? e cd „O OD 5 0 CD S HI CD — o 1 o cd E ca T E CD Z> o o (?t «■ E cd ■CI s. 2 , D 2 cd S CD —> SX' cd Ei CD Z ,EÄ 'B'e 'cd ’•» CD O c - CD cd ZL CD . 5'S. jO CD JO lä o r-T. cd ua" CD ,cd na c c. ■-* XD- rZZ LZ na 4> O CD CD -E. .. VDSE' SÄ- ;E_ S'S'nJ, Et C CD *2 = E 0 E E fito , C t , ^D — e e; 57 ° . CD — c"J E* ZZ. u - “ ä ® .Ä o“S.2i & & I 'S E 0 «El § cd 2 ZX -.5 i£ •§2 CD C S 4D CD E :Ö CD na Ei^ jO 1$Q -8 --T e.5 cd r> «E1X ZL rS » " 2 N § 5cn E !-. . = E©r 2 =. 55 '"S O "5 *C e t IS sO , CD CD CD E Ls Zs N c -L- 2 _ 5. £ E e S cd o CD.E KL o -oÄE Ö .. * na na -— t7sO s2 O 2r-> S5 E gj CD "od'Z' dO =sS E _ c ^sg^? na 2 'na E cd — c qw o y jd« ß'~CW CD CD -E L CD DO e « *^S-C s oa x> co II E h £. CD Cd •« 2-E L.L N 2= Si - CD CD CD vQ na^E» LA LZ — CD sG~ — L 2 ,-1 CD E ” _ S. CD CD -O E -C >b iE- c o ’S cd «a c. sC. 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QO.2 C-) -1’ to oa E c» O & E 2 sö .ff—— CD — V *2 :O Ä Ä E CD 0 E -~D *~i2 :E a<7< C=-E5 CD I-f ZHßßsZ-;HLZ" — aji-a-jc-®* sää- *- -E sä L§CDL Ü Q ■q'Ü •<- — *772 ELjj) ÄgaSSs® %E3»S S CD :3 0* XD - Ä-CD 92$^ E-Z^Z cdS - E E 'S'« 2 *—» E. E ffT Ä CD ö CD -2 MoS- c«K>c E^Ty • wfi“„a = 2 #^2’S § CD Z E . Z 25 a" LZ§§ 2°UZ-§^L L Z^sZ^E ^.sÄ-r^CD' 2 amerikanische Nähmaschinen kauft! Für den UkUMMms tr 8044 Seltersweg 43. 8063 Seltersweg 85. Seltersweg 85. 6769 w M Winter - UnterKleider Feine Kreuzplatz. wie: Als praktisches Weihnachts-Geschenk besonders beliebt. KäSto* Unserer heutigen Ausgabe liegt ein Pro- spekt des Waarcnhauses Adolf Baer in Gictzen, Schulstratze 6, bei. 8193 Parfümerien uppent Man verlangt obige Schutzmarke.' Die Verkaufsstellen dieser | I Während sich die deutsche Nähmaschine durch ihre vor- züg- den Weltmarkt erobert hat, ist es geradezu unbegreiflich, daß das deutsche Publikum noch immer Geld für aus- ländische Singer-Nähmaschinen ausgiebt! «Es wird dazu nur veranlaßt durch die matzlose Reklame der Amerikaner, welche nmerdings durch ihre Stickereireklame den Glauben zu erwecken suchen, als ob Kunststickereien nur auf amerikanischen Nähmaschinen hergestellt werden können. Dem gegenüber erklärt der Verein Deutscher Nähmaschinen- Zabnkanten, daß sich Aunststiekereien auf allen guten deutschen Nähmaschinen ebenso gut Herstellen lassen, als auf amerikanischen. Alan hat deswegen nicht nötig von Amerika zu holen, was man besser und billiger in Deutschland haben kann, ganz abgesehen davon, daß sich Amerika gegen die «Einfuhr deutscher Nähmaschinen durch ungeheure Zölle verschlossen hält. 5___ 6.50 8.-. Cßffl Grßfr Kirchenplatz 11, Ladeneingang Schlossgasse. H. Kraft, Neuenweg 46. Job. Fr. 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