Nr. 344 Zweites Blatt- 151. Jahrgang. Donnerstag 17. Oktober 1901 Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. Die Giehener FamUieo. oiatter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem »Hess. Landwirt* und den .Blattern für hessische Volkskunde* mermal wöchentlich beigelegt. Redaktion, Erpedittor und Druckerei: Schnlstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Äictzen. FrrnsprechanschlußNr.bl. GietzenerAnzeiger u General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Annahme von Anzeige» au der für den folgenden Lag erscheinenden Nr. bis vormittags 10 Uhr. Alle Anzeigen-Vermitt- lungsstellen des In-und Auslandes nehmen Anzeigen entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pf, auswärts 20 Pfg. Rotationsdruck u. Ver» lag der Brühl'schen Universitäts - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich sür den allgemeinen Teil: P. Wntko; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Samoa. Von geschätzter Seite wird uns geschrieben: Aus den deutschen Gebietsteilen der Schiffer-Inseln sind in den letzten Wochen Berichte eingegcmgen, die zu einigen Bemerkungen Anlaß gaben. Der Eindruck, den der Gouverneur Dr. Sols gelegentlich einer Informationsreise durch die Insel Sawaii von Land und Leuten gewonnen hat, ist im allgemeinen günstig gewesen. Dr. Solf wurde, wie er meldet, überall gut ausgenommen und sand mit wenigen Ausnahmen seine Anordnungen befolgt. Wenn er gleichf- wohl zu dem Schluß gekommen ist, daß den Eingeborenen gegenüber größere Strenge angezeigt sei, so mögen ihn triftige Gründe leiten. Tie Kolouialvcrwaltung würde aber gut thun, darauf zu halten, daß das Wohltvollen hei der Behandlung der Samoaner stets in angemessener Weise zur Geltung kommt. Gerade dieses Naturvolk ist nach, dem Urteil aller Südseekenner, und besonders da, wo es mit den Europäern wenig Berührung hatte, gutmütig und zutraulich. Verfehlungen dieser harmlosen Naturkinder gegen Vorschriften der deutschen Verwaltung mit harten Strafen zu ahnden, könnte also leicht eine andere als die beabsichtigte Wirkung haben, die Zuneigung in Haß verwandeln, zumal bei dem sanguinischen Temperament der Samoaner. Es liegt umsomehr Veranlassung vor, diese nicht vor den Kopf zu stoßen, weil der Plantagenbetrieb ohne die eingeborenen Arbeiter nicht die Entwickelung nehmen kann, die sich ihm dem Anschein nach eröffnet, besonders hinsichtlich des Kakaobaues. Die Bedingungen für den Anbau dieser Frucht sind auf Samoa ebenso günstig wie auf Ceylon und Trinidad. Von glaubwürdiger Seite wird sogar versichert, daß der Durchscchrittsertrag auf Samoa größer sei, und die Bäume ehre Früchte tragen. Ein weniger erfreuliches Bild zeigt die Schiffsverbindung dieser Südseekolonie. Die von privater Seite eingerichtete, freilich nur mit einem Dampfer betriebene Linie Apia-Honolulu ist leider nach, kurzem Bestehen einge- gangen, weil der aus Neuseeland bezogene Dampfer sich! als für diese Zwecke nicht brauchbar erwiesen hat. Dadurch ist die Anschlußverbindung an die n-ord-pacifische Linie nach San Franzisko in Fortfall gekommen, ein für die Beförderung der Post, Passagiere und Handelsgüter mißlicher Umstand. Die 'Deutschen aus Samoa hoffen nun, daß die von der Hamburg-Amerika-Linie geplante Einrichtung einer regelmäßigen Schnelldampferfahrt von San Franzisko nach Ostasien zur Eröffnung einer Zweialinie nach, Samoa führen wird. Es wäre dies ja wünschenswert, doch die Hamburger Rhederei hat von einer solchen Absicht bisher nichts verlauten lassen. Bei den durch die große Entfernung — von Apia nach Honolulu 4000 Kilometer — bedingten, erheblichen Kasten einer deutschen Postdampfer-Verbindung mit Sainoa müßte wohl die Voraussetzung, ein lohnender Handel, gegeben sein. Doch dieser Handel, zu dessen Stapelplatz die Schiffer-Inseln vermöge chrer natürlichen Lage berufen sind, kann fidji auf Samoa erst dann entfalten, wenn dort ein genügend großer, wettersicherer Hafen vorhanden fein wird. Da ihn die Natur versagte, muß ihn die Technik -schaffen. Durchaus zeitgemäß ist deshalb der Hinweis der „Deutschen Kolonialztg." auf das Samoa benachbarte amerikanische Pay-Payo, das zum brauchbaren Hafen für ihre Handels- und Dnegsfahrzeuge auszugeftalten, die Amerikaner eifrig bemüht sind. Die Anlage eines ähnlichen Hafens auf Samoa ist also wohl das hauptsächlichste Bedürfnis dieser Kolonie. Ist der Hafen erst geschaffen, dann dürste die Schnelldampfer-Verbindung Samoas mit der deutschen nordpacifischen Linie nicht auf sich warten lassen, und Samoa schließlich werden, wozu die Natur es bestimmte: zum Knotenpunkt des gesamten Südseehandels. Politische Tagesschau. Keine Krifis. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: In den letzten Tagen erschienen in verschiedenen Blättern Auslassungen, die auf einen Rücktritt des Ministers v. Thielen vorbereiten wollen. Wir können erklären, daß es an jeder thatsächlichen Unterlage für solche Erörterungen fehlt. Insbesondere ist es unrichtig, daß der Minister selbst, der erst vor wenigen Tagen eingehende Rücksprache mit dem Präsidenten des Staatsministeriums gepflogen hat, sich mit Rücktrittsgedanken trage. Die „Nordd. Allg. Ztg." ist bekanntlich das Organ des Reichskanzlers. Es ist daher anzunehmen, daß diese Erklärung des offlziösen Blattes durch den Grafen Bülow selber veranlaßt worden ist, der auch s. Z. in ähnlicher Weise bei dem Ansturm auf den Staatssekretär Grafen Posadowsky anläßlich der 12 000 Mk.-Affaire persönlich für den Angegriffenen eintrat und kurz und bündig alle Rücktrittsdiskussionen abschnitt. Herr v. Thielen ist seit dem Ausspruch an die Adreffe der Agrarier: „Sie sind doch nicht allein auf der Welt!" has unpopulärste Mitglied der preußischen Regierung in den Augen der gesamten Rechten, geworden. Daß bei der Frühjahrs-Erneuerung des preußischen Staatsministeriums gerade der Eisenbahnminister sich nicht den Herren v. Miquel, Frhr. v. Hammerstein unb Brefeld anschloß, ja, daß von der maßgebenden Stelle ausdrücklich seinBleiben gewünscht wurde, hat tiefe Enttäuschung erregt. Das ist es im Grunde, was besonders den Führern des „Bundes der Landwirte" am Reichskanzlex mißfällt, nicht „volles Vertrauen zu ihm aufkqmmen läßt", daß Graf Bülow zwar mit Wohlwollen der Landwirtschaft gegenübersteht, aber durchaus nicht geneigt ist, sich von Männern zu trennen, wie Herrn v. Thielen und dem Reichsschatzsekretär Frhr. v. Thiele mann, die, nach agrarischen Ansichten, allzusehr der Industrie und dem Handel zuneigen. Es ist anzunehmen, daß Graf Bülow sich bereits darauf gefaßt macht, daß in der nächsten Reichstagstagung, beim Kampf um den Zolltarif, die Reihe an ihn kommt, weil die landwirtschaftlichen Zollsätze, soweit hinter den Forderungen zurückgeblieben sind. — An Kanzlerkrisisgerüchte glaubt vorläufig ernsthaft kein Mensch. Zum Ueber- fluß liegt heutp noch eine Nachricht vor, die alles derartige Gerede in Abrede stellt. Die Meldung ist freilich recht nichtssagend, sie entstammt einem der unbedeutendsten Blätter Berlins, der ^Dtschen. Warte", die sich gern mit einem offiziösen Fähnchen schmückt, aber ihre „an bestunterrichteter Stelle" erlangten Meldungen sind zumeist nichts Anderes als Domestikengewäsch. Sie schickt uns ihre heutige Nummer, in der sie folgende Notiz hervorhebt: Wie wir auf eine Anfrage an bestunterrichteter Stelle erfahren, ist zur Zeit kein Anlatz vorhanden, der irgend geeignet wäre, die Stellung des Reichskanzlers, Grafen v. Bülow, zu er- schüttcrn. Das vor Kurzem in einer Leipziger Zeitschrift aufgetauchtr Gerücht von dem demnächst zu erwartenden Rücktritt des obersten Staatsbeamten kennzeichnet sich demnach als völlig aus der Lust gegriffen. Das hat man auch ohne die „Dtsche. Warte" gewußt, die sich unlängst erst mit einer ähnlichen hochoffiziös klingenden Notiz blamierte, die den Brand im Sultanspalaste zu Konstantinopel „auf Grund von Informationen auf der Berliner türkischen Botschaft" als höchst harmlos hinstcllte, während fast gleichzeitig aus Konstantinopel die Verhaftung der Favoritin und ihre Beiseiteschaffung, sowie die Verbannung zahlreicher türkischer Würdenträger gemeldet wurde, in direktem Zusammenhänge mit diesem Feuer. Kleine Gernegroße wirken immer lächerlich. Der Priuzkommiffar. Aus Berlin, 15. Oktober, wird uns geschrieben: Tie bevorstehende Reise des Königs von Griechenland nach Wien wird von mehreren Blättern mit der Kretafrage in Verbindung aebracht. Auch heißt es, daß Prinz Georg von Griechenland, der OberLommandeur Kretas, um dieselbe Zeit in der Tonaustadt eintreffen werde, lieber den letzteren Besuch nun ist in Wien einstweilen nichts bekannte Es läßt sich auch kaum annehmen, daß Prinz Georg von einer nochmaligen Audienz bei Kaiser Franz Josef in Bezug auf eine Aenderung der staatsrechtlichen Stellung Kretas sich einen Erfolg versprechen sollte. Tie österreichisch^un- garische Regierung hat dem Prinzen Georg s. Z. mit derselben Deutlichkeit, wie die Regierungen der anderen Schutzmächte, zu erkennen gegeben, daß sie zu einem Eingriff in das der Türkei zustehende Hoheitsrecht nicht geneigt ist. Und dieser Auffassung ist sie ohne Zweifel heute noch. Uebrigens wird die ganze Frage von griechischer Seite systematisch aufgebauscht. Die Kreter selbst sind mit den obwaltenden Verhältnissen nicht unzufrieoen und würden bei einer Angliederung der Insel an Griechenland keinenfalls gewinnen. Auch das Amt des Oberkommissars scheint durch aus erträglich zu sein. Wäre das nicht der Fall, dann hätte sich Prinz Georg schwerlich bereit erklärt, eine Wiederwahl anzunehmen. Vom Burenkriege. Ein Telegramm Lord Kitcheners vom 14. dS. Mts. besagt: In der vergangenen Woche sind insgesamt 26 Buren gefallen, 8 verwundet und 134 gefangen genommen worden, 42 haben sich ergeben. Heftige Regengüsse haben die Operationen und die Verbindung zwischen den englischen Trappen an der Grenze von Natal sehr erschwert. Die Truppen General Kitcheners operieren von Petersburg und Utrecht aus gegen betracht- lich» feindliche Truppenteile, die zwischen dem Slangapiesberg und dem Pongola-Busch stehen. General Hamilton steht in der yrähe des Ngome-Waldes. Lord Methuen „säubert" den Marico-Distrikt vom Feinde, Te« larey und Kemp haben sich! nach Lindley Awrt zurückgezogen. Elliot hat mit Buren in den Drakensbergen zu kämpfen. General French berichtet über die Lage in der Kapkolonie, daß das Kommando Schlepers Feuilleton. Der Schluß der Darmstädter Ausstellung. Die Ausstellung der Künstler-Kolonie ist beendet. Es ziemt sich, einem jj? eigenartigen und bedeutenden Unternehmen noch einmal Worte des Tankes ^u widmen. Nicht alle Träume der Veranstalter haben sich erfüllt, manche Darbietung war mehr Schein als Sein, selbst ärgerlich)« Thorheiten fehlten nicht, und durch, irrige Persvnenwahl sind Verwaltung und pekuniärer Erfolg auf abschüssige Bahnen geraten. Doch wir haben keine Veranlassung, uns um interne und persönliche Angelegenheiten dort zu kümmern, sondern typllen einzig und allein das künstlerische Facit ziehen. Die ganze Idee der Ausstellung ist von bleibendem Wert. Tas üblick)e Ausstellungsprinzip ist im Grunde durchs aus kunstwidrig, ein Haus dagegen, das an sich Kunst ist, mit Gemälden, Skulpturen und Arbeiten des Kunstgewerbes in feinsinniger Weise auszustatten, das heißt, Kunst im Sinne der Kunst darbieten. Man wende nicht ein, daß gegen solche Behauptung alle unsere berühmten alten Gallerten sprächen. Gerade Gallerie-Tirektoren, hoch angesehene Wtänner, halten das Darmstädter Prinzip für das Ideal jeder Ausstellung, und im neuen Nationalmuseum in München ist das theoretische Ideal bereits praktisch verwirklicht. Für moderne Darbietungen gab Darmstadt ein erstes Beispiel und es wäre sehr zu wünschen, daß die originelle., glänzende, aber freilich schwer durchführbare Idee vielfache Nachfolge fände. Tie Wirkung der Ausstellung auf.weite Kreise des Publikums muß segensreich gewesen sein/ Gepredigt wird zwar aller Orten, das Bürgertum möge sich künstlerisch kultivieren, aber Thaten nützen Lesser a& Worte. Die Tarmstedter Ausstellung hat schon durch -jhr Grundprinzip Vielen die Augen geöffnet, die bisher fern standen oder in den Kern der künstlerischen Bewegung nicht eingedrungen waren. Jetzt wissen sie, daß es sich nicht darum handeln soll, gute Bilder zu bewundern, so angenehm solche Beschäftigung sondern daß es Leute giebt, die in einer persönlichen, ihnen entsprechenden Weise alles und alles, was sie umgtebt, fein, geschmackvoll, schon wünschen, das ganze Haus sowohl wie das unscheinbarste Ting im Zimmerwinkel. Tarmshadf hat in solchem Sinne gewiß, aufllärender gewirkt, als alle kunstgewerblichen Ausstellungen der letzten Jahre, und sür diese Propaganda der That wollen wir dankbar sein. * ♦ • Aus Darmstadt wird uns unterm 15. d. M. von unserem M-Korrespondenten geschrieben: Heute abend gegen 6 Uhr fand die Ausstellung der Darmstädter Künstler-Kolonie durch einen kurzen Aktus im Spielhause ihren offiziellen Abschluß. Tas Dämmerlicht des Oktoberabends lag vor den gegen den Garten zu offen gelassenen Eingangsthüren, in der lilafarbenen, reich auswattierten Festfpielhalle waren einige Lichterreihen angezündet, auf der Bühne stand die von Blattgewächsen umrankte Büste des-Gvoßherzogs, und die Kolonieherren trugen den festlichen Frack. Sonst aber machte in der Versammlung, die sich aus Damen und Herren zusammensetzte und in einfachem Straßenanzuge erschienen war, nichts einen irgendwie festlichen Eindruck. Vielleicht hatte man diesen für das nachher ftattsindende Bankett reserviert. Bildhauer Bosselt, der Mann, dessen Name am wenigsten unter kratzende Stahlfedern geraten ist, aus dem einfachen Grund, weil für ihn der Boden der Ma- thildenhöhe kein eigenes Heim trug, erschien auf dem Podium. Mit einem Vortrag hat er seinerzeit im Mai die Arbeit der Genossen eingeleitet — er war dazu ausersehen worden, der Sache durch eine Rede das abschließende Finale zu geben. Er sprach, nicht länger als 10 Minuten, aber fließend, gewandt. Man hörte es den Worten an, daß der Sprecher jeden Satz wohl erwogen hatte, damit ihm kein Stegreifgedanke dazwischen käme, der zu irgend welchen Mißverständnissen Anlaß geben könne — man hat genug an den Mißverständnissen! Und vor der Oeffentlichkeit will man sich in Frieden und in bester weltmännischer Form verabschieden. —1 Zunächst dankte Bosselt denen, die durch Opferfreudigkeit, Arbeitsausdauer und Leistungstüchtigkeil dem Ausftellungsunternehmen zum Dasein vcrholfen hätten. Er berührte noch einmal ganz kurz die Ge,ichis- punkte, die für die Inszenierung maßgebend gewesen, wie man dem neuen Frühling des Kunstgewerbes, unserer modernen Renaissance auf hessischem Boden eine Stätte habe bereiten wollen, in wie fern diese Ausstellung eine Etappe, ein Dokument auf dem langen Wege gewesen sei, und daß man wohl zu unterscheiden habe zwischen dem kaufmännischen und dem ideellen Erfolg eines Unternehmens. Der geschäftliche Tell der Sache beginne mit der Finanzierung und schlösse mit der letzten Rechnunasablage. Daß das Ergebnis kein zufriede n ft e tl e n d e s sei, verschwieg Bosselt keineswegs, wenn schon er alle näheren Angaben darüber unterließ Diese gehören ja wohl auch in erster Linie vor das Forum des bohen Protektors und der Herren des Garantiefonds. Allerdings wäre es manchem gewiß interessant gewesen, dar- gethan zu bekommen, und zwar von berufener Seite, wie es zugegangen, daß eine Ausstellung, die von einem Massenandrang des Publikums und von einem geradezu idealen Wetter begünstigt worden ist — denn die schlechten Tage konnte man wirklich zählen, und heute, am letzten Tage sind noch für 500 Mark, gestern für 900 Mark Eintrittskarten gelöst worden — zu feinem guten pekuniären Abschluß geführt hat. Wer wird in Zukunft noch, hinreichenden Wagemut besitzen, um ähnliches zu riskieren?! —l Gewiß, mit Recht hob Bosselt das ideelle Moment hervor. Tiefes werde feine Nachwirkung zeitigen. Und auch, darin hat Bosselt recht, wenn er sagte, daß viele, die mit Vorurteilen nach Darmstadt gekommen, als Freunde heimgekehrt sind. Gern hätten wir jedenfalls etwas mehr über das weitere Schicksal der Kolonisten, ihre Pläne usw. gehört. Selbstverständlich erwarteten wir kein Programm, aber auch schon Andeutungen in positiver Richtung hätten uns zukunftsfreudiger gestimmt. Vielleicht war es ein kleines blaues, freundliches Stückchen Zukunft, das über der schwer lastenden Herbstatmosphäre aufzog, gls Prof. Christiansen in warmer Dankbarkeit des hohen Protektors, des Großherzogs, gedachte und versicherte, daß der fürstliche Mäcen auch ferner seine Teilnahme und Huld der Sache zuwenden würde, unbekümmert um die widrigen Winde, die zuweilen über der Mathildenhöhe dahingezogen seien. Mit einem dreifachen Hoch'! auf den Landesherrn trennte sich die Versammlung, nachdem zuvor den „Diplomierten" von Firmen und Industriellen zunächst ihre Auszeichnung verkündet, und ihr Tiplom eingehändigt worden war. Auf den Parkwegen liegt das herbstliche Laub, die Häuser tragen heruntergelassene Jalousieen, die Schieber an den Tageskassen gleiten herunter, für einige Stunden brennen noch die großen elektrischen Bogenlampen am in der Auflösung begriffen sei. Das Kommando von Smuts habe sich in zwei Teile geteilt, deren einer sich nördlich von Aberdeen nach, Westen zu bewege, während der andere südwestlich von Somerset East steA. Beide würden von englischen Truppen verfolgt. Fr euch selbst habe mit einer kleinen Burenabteilung zu thun, die sichi in südlicher Richtung auf Piequetbera zu bewege. Sonderbar, daß eine kleine Burenabteilung den .großen und viclgerühmten Reitergeneral French so energisch in Schach zu halten weiß. Auch die Kämpfe des englischen Generals Ellivt, von denen Kitchener nichts anderes als jenen ganz kurzen Satz meldet, scheinen danach recht wenig günstig für die Engländer zu sein. Nach! Privatmeldungen aus Durban soll der Buren- Mhrer Emette, ein Schwager Bothas, gefangen genommen worden sein. Den Blutthaten an Lotter und Schoernan rechen sich fortwährend andere an. Die „Msch Wochenztg. in den Niedert." berichtet davon auf Grund von Mitteilungen,welche die 76jährige Frau Eremer, eine Schwägerin des niederländischen Kolonialministers Eremer, einer Gefangenen im Lager zu Kronstadt gemacht hat. Die alte Dame selbst ist. drei Tage nach ihrer Ankunft im Lager gestorben. Vorher Hatte sie über ihre letzten Erlebnisse folgendes erzählt und andere beteiligte Frauen haben es bestätigt: „Am 6. Juli fielen die Buren bei Graspan, in der Nähe von Reitz, den englischen Transport an, bei dem sich Frau Cremer und die 'anderen Frauen mit ihren Kindern befanden-- Als die Engländer einige Verwundete bekamen und die Buren immer näher rückten, wurde den Frauen und Kindern be- js.Ä)hlen, aus den Wagen zu kriechen undsichvor die Soldaten hinzu stellen ; diese schossen un ter ihren Armen durch auf die nähernden Buren. Auch, hinter Frau Cremer hatte sich ein Soldat postiert, der unter ihrem Arm durch schoß. Durch das Feuer der Buren fielen acht Frauen uüd zwei Kinder. Als die Buren dies sahen, stellten sie das Feuer ein; sie schrien wie „wilde Tiere"' und drangen mit den Kolben in den Kreis der Soldaten ein; sie schlugen die Tommys tot wie tolle Hunde. Zuvor wurden aber wohl noch gegen 20 Buren in kurzer Entfernung von den englischen Soldaten erschossen." Der der Verräterei bezichtigte Dr. Krause ist wieder bis zur Ankunft neuer Beweisstücke ins Londoner Gefängnis geschickt worden. Deutsches Reich. Berlin, 15. Okt. Der Kaiser nahm gestern vor dem Diner beim Elisabeth-Regiment militärische Meldungen entgegen. Heute empfing der Monarch den Chef des Milttär- kabinets, Grafen Hülsen-Häseler. — Reichskanzler Graf Bülow empfing heute mittag den bayerischen Staatsrat Frhrn. v. Stengel und hatte mit ihm eine längere Unterredung. — Dem Grasen Waldersee wurde der Orden Pour le merite mit Eichenlaub verliehen. — Der Fideikammißbesitzer Graf Hutten-Czapeski wurde zum Schloßhauptmann von Posen ernannt. — Der italienische Dttnister Baccelli ist nachmittags nach Mailand abgereist. — Der deutsche Botschafter in Paris, Fürst Radolin, der in den letzten Tagen vom Kaiser in Hubertusstock und vom Reichskanzler Grafen Bülow empfangen worden ist, hat Berlin verlassen und sich nach Ablauf seines Sommerurlaubs auf seinen Posten zurückbegeben. — Wie Pariser Blätter melden, soll Fürst Radolin demnächst nach London versetzt werden. — Als Nachfolger des demnächst in den Ruhestand tretenden deutschen Botschafters in London, Grafen Hatz- seldt, werden in diplomatischen Kreisen auch der deutsche Botschafter in Rom, Graf Wedel, und der deutsche Gesandte in Hamburg, Graf Wolff-Metternich, genannt. Eingangsportal, dessen Gestalten sich jetzt bei diesem aus- tvocknenden, pfeifenden Oktoberwinde wirklich nach Kleidung zu sehnen beginnen. Unser Klima ist nicht für die Antike. Und nun ist das warme Leben des Sommers verblüht. Porta clausa est!! ♦ • Endlich schreibt uns noch! unser Darmstädter S.-Mit- arbeiter: Das von Bosselt entworfene Plakett ist noch nicht fertig gestellt, und wird erst in einigen Tagen den Dekorierten zügestellt. Es enthält den Spruch: „In labore honos. Als Anerkennung für außerordentliche Leistungen verliehen auf der Ausstellung der Künstlerbolonie. Ein Dokument deutscher Kunst". — Das dazu gehörende Diplom ist sehr hübsch von Hohmann nach Brücks Entwurf ausgeführt und enthält dieselbe Inschrift mit den Unterschriften der sieben Künstter. An dem Bankett nahmen außer dem Groß Herzog und seinem Gefolge, sowie den sieben Künstlern ca. 70 Personen teil. Rechts vom Großherzog saß Staatsminister Rotbe, links Prof. Christiansen, vis-a-vis Prof. Olbrich. — Nach dem vierten Gang hielt Prof. Olbrich folgende Ansprache: Eure Königliche Hoheit! Mir ist es heute gegönnt, einer vollendeten Arbeit ein Schlußwort zu sprechen. Mit vielen Hoffnungen nach! einem neuen großen Arbeitsfeld Mächte ich diesen Tag beschließen, nicht rückwärts schauend,.sondern mich erfreuend an dem neuen Strahle, der aus' dieser Arbeit erfolgreich erwachst-., uns weiter vorwärts führt. In diesem frohen, mutigen Hoffen liegt der lebenswarme Dank, den wir Ew. Königlichen Hoheit für die unbegrenzte Gnade und Fürsorge nicht oft genug beweisen können. — Dieser Dank , den ich heute am Schluß unserer emsigen Arbeit Eurer königlichen Hoheit unter- thänigst ausspreche, soll eingedenk der künftigen mächtigen Arbeiten unser erster führender Wahrspruch! sein. Unser allergnädigster Schutzherr, Se. Königl. Hoheit der Großherzog, er lebe hoch, hoch, hoch. Die Anwesenden stimmten begeistert ein und der Großherzog war sichtlich animiert; er unterhielt sich sehr lebhaft und ließ sich, später einige Herren der Gesellschaft vorstellen. — Tie Tafelmusik stellte die Kapelle des Artillerie-Regiments Nr. 61, unter Leitung ihres Dirigenten Weber. — Ihn 10 Uhr verabschiedete sich der Großherzog doch soll die Tafel noch viel länger gedauert haben. Die Ausstellung ergiebt trotz ihres außerordentlich guten Besuches voraussichtlich ein außerordentliches Defizit. Man hört, daß der mehr wie eine halbe Million betragende Garantiefonds beansprucht werde. Bestimmte Angaben lassen sich aber erst nach definitiver Abrechnung machen. Die G a r a n t i e z e i chn e r sind a u die schlimmsten D-inge vorbereitet. — Von dem Kommandanten der „Vineta" ist der erste amtliche Bericht über die Vorfälle bei Puerto Cabello hier eingetroffen. Dieser bestätigt durchaus die aus Carraras eingetroffenen Meldungen. Deutsche Unteroffiziere, bezw. Matrosen sind von dortigen Polizisten angegriffen worden, ohne daß sie ihrerseits irgend welche Veranlassung dazu gegeben hätten. Das deutsche Auswärtige Amt dürfte bereits die Angelegenheit in die Hand genommen haben. — Ueber angebliche Ausschreitungen auf dem Küstenpanzer „Hagen" bemerkt die „Nattanalztg.": An amtlicher Stelle sei über diese Vorgänge noch kein Bericht eingetroffen. Das dürfte beweisen, daß es sich nur um unbedeutende Ungehörigketten gehandelt haben könnte. Jeden- facks seien die Vorgänge stark übertrieben. Von einer Unzufriedenheit der gesammten Mannschaft auf dem „Hagen" wegen Verkürzung ihres Urlaubs könne keine Rede sein. Wie es sich auf der „Gazelle" nur um die Ausschreitung eines einzigen Obermatrosen gehandelt habe, so dürfte auf dem „Hagen" die Zahl der Unzuftiedenen, die wegen Urlaubsbeschränkung Ungehörigkeiten begangen haben, nur sehr gering gewesen sein. Die Untersuchung wegen der Vorgänge auf der „Gazelle", die in Kiel geführt wurde, ist übrigens noch nicht abgeschlossen. Auch bis heute hat dieselbe nicht das geringste gegen den Kommandanten Neitzke ergeben. In keiner Weise sind die Mannschaften zu stark an- gesttengt worden. — Wie bekannt, hat der Handelsminister Möller in diesem Sommer eine Reise unternommen, um sich über die Fortschritte der Industrialisierung des Ostens zu unterrichten. Ueber den Stand und die Aussichten der östlichen Industrie schreibt man u. a.: Zigarrenfabriken würden zweifellos gut prosperieren. Bedingung wäre allerdings wohl dafür, daß sie an einem Orte eingerichtet würden, der zu gleicher Zeit eine bedeutende Maschinenindustrie hat, wo die Männer ihre Beschäftigung finden, denn dann könnten die Frauen in der Zigarrenfabrtt thätig sein. Den Vorzug hat die Industrie des Ostens vor ihrer älteren Schwester im Westen voraus, daß sie billigere Arbeitskräfte und billigeren Grund und Boden zur Verfügung hat. Der Kohlenbezug mag sich dagegen etwas teurer stellen; bedeutend sind die Mehrkosten bei dem billigen Wafferttansport aber nicht. — Der Zolltarif soll, dem Reichstage sehr bald nach seinem Zusammentritt zugehen, nachdem die Annahme der Vorlage seitens des Bundesrats bis dahin erfolgt sein wird. Wesentliche Aenderungen sind im Bundesrat nicht vorauszusetzen. Im Uebrigen wird man nicht fehlgehen in der Annahme, daß wettere Erhöhungen der Agrarzölle ebenso ausgeschlossen sind, wie die Ausdehnung des Doppeltarifs auf Viehzölle u. s. w., daß aber auch andererseits eine weitere Herabsetzung des Minimaltarifs nicht in Aussicht zu nehmen ist. — Aus Argentinien wird gemeldet, daß der Ackerbauminister am 20. September den Minister des Auswärttgen ersuchte, bei der deutschen Regierung die geeigneten Schritte zu thun, damit der dem Reichstage vorzulegende Z olltarif, sowett er die Einfuhr von Quebracho, Getreide und Vieh erschweren würde, nicht genehmigt werde. — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht heute eine Chin a- Verlustliste Nr. 20. Danach sind im französischen Hospital zu Suez gestorben 2 Mann am Typhussieber, im Hospital zu Aden 1 Mann, an Bord des „Erzherzog Franz Ferdinand" 1 Mann am Unterleibstyphus, 1 Mann an Lungenentzündung, an Bord der „Krefeld" 1 Mann an der Ruhr, im Barackenlazarett zu Bremerhaven 2 Mann am Typhus, 1 Mann an einem Leberabseeß, im Barackenlazarett zu Munster 2 Mann am Typhus, an Bord des „Neckar" 1 Mann am Typhus, im Garnisonlazarett I zu Tientsin 1 Mann an der Ruhr, an Bord der „Batavia" 1 Mann am Typhus, in Nagasaki 1 Mann am Typhus. Ausland. London, 15. Okt. Wie amtlich bekannt gegeben wird, ist Prinz Heinrich von Preußen zum Ehren-Ad- miral in der britischen Flotte befördert worden. — Ter „Morning Post" wird aus Washington gemeldet: Präsident Roosevelt beschäftigt sichi gegenwärtig mit drei Punkten, die in die erste Botschaft an den Kongreß Aufnahme finden sollen, nämlich eine Gesetzgebung gegen di e Trusts, eine Be s chrän kun g der Einwanderung und eine beträchtliche Vermehrung der Flotte. Der Präsident ist bestrebt, Amerika zur See stärker zu machen, als, von England abgesehen, irgend ein Land Europas, und er wird eifrig thätig sein, um beim Kongreß die Bewilligung beträchtlicher Mittel für diesen Zweck in der nächsten Tagung durchgusetzen. New-V^rk, 15. Okt. Der zum Tode verurteilte Czolgosz erhält Blumen, Früchte und sonstige Geschenke, besonders von Frauen. Beim Gefängnisdirektor laufen tausende Gesuche ein um die Erlaubnis, bei der Hinrichtung zugegen sein zu dürfen. Aus Stadt und Kand. (Der Abdruck der unter dieser Rubrtt befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Anz." gestattet.) Gießen, den 16. Oktober 1901. •• Der Verein zur Züchtung reiner Hunderassen in Gießen hält sein diesjähriges Herbstpreisschliefen für Dachshunde am 20. Oktober auf der „Schönen Aussicht" zu Gießen ab. Als Preisrichter fungiert: Königl. Forster O. Luban (Remscheid-Reinshagen. Letter der Schliefen ist Schliefplatzmeister Schreiner. Ordner sind die Herren Benner, Dickorö und Kuhl. Folgende Nennungen sind erfolgt: I. Jugendschliefen. 1. Mäuschen vom Jägerhaus, Besitzer C. Jsermann, Sondershausen. 2. Dewet vom Jägerhaus, Besitzer Derselbe. 3. Kicks-Bottrop, Besitzer Jos. Fische- dick, Bottrop i. W. 4. Kneissel v. Planegg, Besitzer Schaeffler, Gießen. 5. Max, Besitzer Fritz Jung, Gießen. II. Ncu- lings-Schliefen. 1. Sieger Nttrck v. Wallenstein, Besitzer G. Brücher, Gießen. 2. Waldmann, Besitzer Sylvester Wirtz, Gießen. 3. Lump-Bingen, Besitzer Carl Gräff L, Bingen. 4. Loni von der Seilbach, Besitzer Friedrich Schön, Lollar. ®. Donner vom Jägerhaus, Besitzer C. Jsermann, Sondershausen. 6. Hansel vom Jägerhaus, Besitzer Derselbe. 7. Ferry Victoria, Besitzer Fritz Lucas, Frankfurt a. M. 8. Schnapp vom Vesuv, Besitzer Königl. Förster Weber, Riedelbach i. T. 9. Kicks-Bottrop, Besitzer Jos. Fischedick, Bottrop u W 10. Kneissel v. Planegg, Besitzer Schaeffler, Gießen. 11. Hackel- Eichhorst, Besitzer Rechtsanwalt Grünewald, Gießen. III. Offene Schliefen. 1. Schlüpfer-Walhall, Besitzer Dr. G. Steffens, Schliersee, Ober-Bayern. 2. Lutz von Mainthal, Besitzer Wilhelm Heyl, Offenbach a. M. 3. Hexe vom Reichenberg, Besitzer K. Zimmer, Oberlehrer, Bingen. 4. Loni von der Seilbach, Besitzer Friedrich Schön Lollar. 5. Waldine, Bingen, Besitzer Carl Gräff L, Bingen. 6. Hexe-Bingen, Besitzer Derselbe. 7. Max vom St. Gotthard, Besitzer Förster König, Forsthaus Hinkelstein. 8. Hexe vom St. Gotthard, Besitzer Ingenieur E. Fornerod, Lüttich. 9. Racker v. Zion- Teckellust, Besitzer Hermann Förster Gießen. 10. Seppel vom St. Gotthard, Besitzer Ingenieur E. Fornerod, Lütttch. 11. Gert, Besitzer Förster Weber, Riedelbach i. T. 12. Wildfang von der Klause, Besitzer Königl. Förster Weber, jRiedelbach i. T. 13. Botha vom Jägerhaus, Besitzer C. Jsermann, Sondershausen. 14. Lump-Bingen, Besitzer Carl Gräff I., Bingen. 15. Waldmann, Besitzer Sylvester Wirtz, Gießen. 16. Ferry- Victoria, Besitzer Franz Lucas, Frankfurt a. M. 17. Jupp, Besitzer Louis Benner, Gießen. 18. Erllönig von Radeberg, Besitzer Louis Benner, Gießen. 19. Ratzmann-Kismet-Eichhorst, Besitzer Friedrich Schreiner, Gießen. IV. Sieger-Schliesen. 1. Cronje vom Jägerhaus, Besitzer C. Jsermann, Sondershausen. 2. Waldine Bingen, Besitzer Carl Gräff I., Bingen. 3. Hexe- Bingen, Besitzer Carl Gräff L, Bingen. 4. Hexe vom St. Gotthard, BesitzerE.Fornerod-Lüttich. V. Vereins-Schliefen. 1. Ratzmann-Kismet-Eichhorst, Besitzer Friedrich Schreiner, Gießen. 2. Gert, Besitzer Königl. Förster Weber, Riedelbach i. T. 3. Erlkönig von Radeberg, Besitzer Louis Senner, Gießen. 4. Loni von der Seilbach, Besitzer Friedrich Schön, Lollar. 5. Sieger Muck von Wallenstein, Besitzer G. Brücher, Gießen. 6. Schlüpfer-Walhall, Besitzer Dr. Steffens, Schlier- see. 7. Waldmann, Besitzer Sylvester Wirtz, Gießen. 8. Kneissel v. Planegg, Besitzer Schaeffer, Gießen. 9. Hackel-Eichhorst, Besitzer Rechtsanwalt Grünewald, Gießen. Die Ehrenpreise sind bei dem Kaufmann Hrn. Herber (auf dem Seltersweg) ausgestellt. Ein Zeichen für das Blühen des Vereins ist die Thatsache, daß der Verein diesmal das größte Schliefen abhält, das jemals von irgend welchem Verein abgehaÜen worden ist. Während bisher die Nennungen die Zahl 30 niemals überstiegen haben, ist diesmal die Zahl 51 erreicht worden. Möglicherweise nimmt das Schliefen wegen seines großen Umfangs erst am Montag sein Ende. Der Verein zählt jetzt 132 Mitglieder. * * Die Hegezeit für weibliches Rehwild schließt mtt dem 15. Oktober. Die Jagdzeit dauert bis zum 15. Dezember. * * Die Ziehung der LU. Baden-Badener Geld-Lotterie ist in Folge der allzugroßen Konkurrenz und der ungünsttgen Zeitverhältnisse auf den 6. und 7. Dezember verlegt worden, um einen vollständigen Ausverkauf zu erzielen. * * Ein neuer Kasienrevisor. Ein start Angetrunkener, anscheinend dem Arbetterstande angehörender Mann, trat gestern lärmend gegen Abend in ein Geschäftslokal an der Schul- sttaße, um daselbst „die Kaffe zu revidieren". Er wurde natürlich sofort wieder dahin, wohin er gehörte, an die Lust befördert. In ziemlich lauter Weise gab er seiner Entrüstung ob dieser respektwidrigen Behandlung Ausdruck, trollte sich aber, als die Polizei dazu kam, seines Weges. * • Studienreise. Eine Anzahl hessischer Kreisärzte unternahm unter Leitung des Geh.-Rctts Prof. Dr. Gaffky vor einigen Tagen im Auftrag und auf Kosten des Staates eine Studienreise nach Hamburg, um die dortigen hygieni- chen Einrichtungen zu besichtigen. ♦* Wohlfahrtseinrichtung. In diesem Wntter werden vom 1. Dezember ab 146 Mädchen und 119 Knaben der städttschen Volksschulen, die von den Lehrern im Einvernehmen mit dem Schularzt ausgesucht werden, mit warmem Frühstück versorgt werden. Das Frühstück besteht in einem Viertelliter heißer Milch und einem Brötchen. Die entstehenden Kosten, die sich auf mehr als 1000 Mark belaufen, werden gedeckt durch die Zinsen aus der Konrad Koch-Sttstung und durch die Zuwendungen, die der Kronbauersche Quartettverein und der Verein „C o n t e n t i a" aus den Erträgen ihrer Veranstaltungen machen. — Wie wir hören, beabsichtigt der Kron- bauersche Quartettverejn, im Januar ein Konzert zu veranstalten, dessen Erlös zu dem genannten wohlthätigen Zweck verwenoet werden soll. r. Lollar, 14. Okt. Lehrer Daab aus Bersrod wurde hierher versetzt. Lich, 15. Okt. Bei Legung von Zementröhren zur Kanalisation wurden Bleirohre zu den Hausanschlüffen der städttschen Quellwafferleitung frei gelegt. Es soll sich nun herausgestellt haben, daß diese Röhren bedeutend dünner sind als sie der Vorschrift entsprechend verwendet werden dürfen, daß sie aber als schwerere Qualität bezahtt worden sind. Entspricht dies den Tatsachen, so wäre ein großer Unterschleif dadurch aufgedeckt. Einige Stadtvertteter sollen sich der Sache angenommen haben. Grüuberg, 15. Okt. Einem Dekret gemäß wurde Pfarrvikar Römheld, der seither als Assistent des Kirchenrats Pullmann wirkte, wegen Erkrankung des Pfarrers Koch die Verwaltung der zweiten Pfarrstelle übertragen, während die der ersten Pfarrstelle Pfarrvikar Schmidt auS Treis a. d. Lumda übertragen wurde. — Zum Gallusmarkte ist die kürzlich konzessionirte Wirtschaft in dem Baurat Dr. Dieffenbach'schen Hause am Bahnhofe, das zu diesem Zwecke von der Gießener Aktienbrauerei gepachtet und an Herrn G. Allendorf auS Ortenberg weiterverpachtet wurde, eröffnet worden und hat den Namen „Zur lustigenKanone" erhalten. ** Friedberg, 15. Okt. Gestern wurde hier ein Wechselfälscher verhaftet. Er hatte an eine hiesige Bankfirma 2 Wechsel, die von einem Niddaer Mühlenbesitzer auf 2 hiesige Bäcker gezogen waren, gesandt mit einem Begleitschreiben des Inhalts, daß am Montag ein Reisender käme, um das Geld cinzukassiren. Eine Anfrage bei den beiden Firmen ergab, daß die Sache auf Schwindel beruhte. Die Polizei wurde benachrichtigt. Der Reisende wurde, als er das Geld holen wollte, verhaftet. Er heißt Emil Koppe und stammt aus Wolfenbüttel. — Das Resultat der Arbettsvermtttelung im Kreise Friedberg im 3. Quartal 1901 ist folgendes: 1. Herberge zur Heimat Friedberg: von Arbeitgebern gemeldete Stellen 111, von Arbeitnehmern besetzte Stellen 90; 2. Verpflegungsstation Butzbach: von Arbeitaebern gemeldete Stellen 19 von Arbeit- nehmern besetzte Stellen 17; 3. Verpflegungsstation Groß- Karben : von Arbeitgebern gemeldete Stellen 94, von Arbeitnehmern besetzte Stellen 92. k Mainz, 15. Okt. Bezüglich der bevorstehenden Ergänzungswahlen zu der Stadtverordnetenversammlung beschloß eine gestern Abend stattgehabte Versammlung des weiteren Ausschusses der nationalliberalen Partei, selbständig und getrennt von den übrigen Parteien in den Wahlkampf zu treten. Von verschiedenen Seiten war in der Versammlung angeregt worden, mit Rücksicht auf einen zu erwartenden Erfolg einer Koalition der liberalen bürgerlichen Parteien und der Sozialdemokraten gegen das Zentrum beizutreten, diese Anträge wurden indes auf das Entschiedenste bekämpft. — Auf der rheinischen Bahnstrecke Kastel-Ehrenbreitstein fand man in der vergangenen Nacht zwischen den Stationen Ober- und Niederlahnstein neben dem Gleise die schrecklich Verstümmelte Leiche eines Bahnhülfsarbeiters, der wahrscheinlich von einem der Nachtzüge auf. eine bis jetzt unaufgeklärte Weise überfahren und getödtct wurde. Der Verunglückte heißt Adler uud stammt aus Oberlahnstein. fc. Mainz, 15. Okt. Wegen Mangels an Arbeit wurde dem gesamten Personal der chemischen Waschanstalt Gebr. Röver für die Winterszeit gekündigt. Vermischtes. * Die Luftfahrt über das Mittelmeer. Die französischen Marine-Behörden hatten den verschiedenen Stationen auf Gorsika und an der algerischen Küste Befehl erteilt, dem Luftschiffer de la Baulx, falls er in Gefahr geraten sollte, alle mögliche Hilfe zu leisten. De la Baulx hat mit seinem Ballon einen Winkel um die Balearen- Inseln machen müssen. Am Montagabend hat der Kreuzer „Duchgyla" die vier Insassen des Ballons „Mediterraner", jvwie diesen letzteren selbst auf hoher See etwa 40 Kilometer von Port Bendres ausgenommen. Graf de la Baulx erklärte, daß er infolge des heftigen Windes an der spcrni- fcheu Küste hätte landen müssen und deshalb, vorgezogen habe, seine Fahrt zu unterbrechen. * Prag, 15. Okt. Der Wiener P ersivnen zug, der 140 Rekruten beförderte, entgleiste in der Nahe van Zelakowitz. Sechs Personen wurden verletzt. GerWssaal. e. Gießen, 15. Okt- (Gew erbe gerächt.) Unter dem Vorsitze des Beigeordneten Wolff kamen heute fünf Klagen zur Verhandlung. Als Beisitzer fungieren Kommerzienrat Louis Emmelius und Schreiner Heinrich Männ- che von hier. Tie Köchin Minna Gertzen von hiep verlangt von dem Restaurateur Anton Koch hier, von dem sie am 1L d. M. entlassen worden sein will, trotzdem die Kündigungszeit erst am 17. d. M. ablaufen würde, 35 Mk. 33 Pf. rückständigen Lohn und Entschädigung. Ferner verlangt sie die Ausstellung eines Zeugnisses in Gemäßheit der Gewerbeordnung. Ter Bellagte wendet ein, daß! er die Klägerin nicht entlassen, daß diese vielmehr bie Arbeit niedergelegt habe, und daß er deshalb Entschädigungsanspruch wegen des Vertragsbruchs erhebe. Auf Zureden des Vorsitzenden kam Vergleich zu stände. Der Beklagte zahlt an die Klägerin 17 Mark und stellt ihr ein Zeugnis aus. Die Klägerin erklärt sich damit zufrieden. — Ter Kellner Franz Siber verlangt von dem Restaurateur Gustav Skalizki hier wegen grundloser verfrühter Entlassung Entschädigung. Er berechnet diese Entschädigung für zwölf Tage auf 48 Mark. Der Bellagte wendet ein, daß er mit seinen Kellnern im allgemeinen dreitägige Kündigungsfrist vereinbare. Ob dies auch mit dem Kläger geschehen, könne er nicht sagen, er nehme dies aber an. Uebrigens sei er auch zur sofortigen Entlassung des Klägers befugt gewesen, weil dieser öfters zu spät zu seinen Dienstverrichtungen erschienen sei, so am Tage der Entlassung anstatt zwischen 9 und 9 einhalb Uhr erst 5 Minuten vor 11 Uhr vormittags. Der Kläger bestreitet das Vorbringen des Beklagten entschieden. Tas Gericht erläßt über die bellagtische Behauptung Beweis- beschluh, in deren Erledigung ein Zeuge vernommen werden soll. Tie Höhe des geltend gemachten Entschädigungsanspruchs wurde nicht bestritten. — Auch der Kellner Johann Fischbach klagt gegen den Restaurateur Skalizki hier wegen verfrühter unberechtigter Entlassung, und verlangt 55 Mark Schadenersatz. Ter Bellagte beantragt Klageabweisung. Mit dem Kläger sei eine Kündigungsfrist von drei Tagen vereinbart. Er nenne als Zeugen für diese Behauptung den Kellner Theodor Eppendvrfer in Leipzig. Ter Kläger erklärt von einer solchen Vereinbarung nichts zu wissen Ueber die bellagtische Behauptung wurde Beweisbeschluß erlassen. Der als Zeuge genannte Kellner Cppendorfer soll durch Requisition des Amtsgerichis Leipzig vernommen und ein weiterer Verhandlungstermin nach Rückkunft der Akten anberaumt werden. — In der Sache des Knechts Ludwig Becker gegen den Unternehmer Albert R ü b s a m e n hier, wegen Lohnforderung, — über die wir bereits berichtet haben — wurden heute die benannten Zeugen vernommen. Durch die Zeugenvernehmung hat sich ergeben, daß Beklagter seinen Knechten freiwillig erklärt hat, sie sollten jeder Die Woche 1 Mark zu ihrem seitherigen Lohne erhalten, die jedoch einbehalten und Weihnachten oder bei (ordnungsmäßigem Tienstaustritt auch, bei diesem zur Auszahlung kommen sollte. Eine Auszahlung werde jedoch nicht stattfinden, wenn sich einer der Knechte betrinke oder das Fuhrwerk stehen lasse. Tes wetteren wurde feftgestellt, daß Kläger am 5. d. M. angetrunken war, mehrmals zum Anspannen der Pferde aufgefordert worden ist und daß er, als Bellagter ihm gesagt, nun sei es aber Zeit, daß er anspanne, sonst bliären die Pferde auf seine Kosten stehen, entgegnete, da liege ihm nichts daran u. dgl. m- Die Pferde sind dann in der That im Stalle stehen geblieben. Das Gericht erkannte unter diesen Umständen auf kostenfällige Klageabweisung. Mainz, 15. Okt. Einen gemein- und gesundhetts- gesährlichen Betrug hatte der Metzgermeister Georg Decker aus Weisenau, in Kastel wohnhaft, beim Schlachten einer tuberkulösen Kuh verübt. Am 21. Februar schlachtete D. eine Kuh. Die Lunge, die Rippen, die Bauchhöhle und die Gedärme waren mit Tuberkeln durchsetzt. Um keinen Schaden zu erleiden, kaufte D bei einem Siachbarkollegan eine gesunde Lunge von einem Stück Vieh, das am Tage vorher geschlachtet worden war. Diese gesunde Lunge wurde in warmes Wasser gelegt und dann mit Blut durchtränkt. Der Fleischbeschauer stellte auf Grund des Befundes der guten Lunge den Gesundheitsschein aus, woraus das Fleisch an die Kunden zum Verkaufe gelangte. Der saubere Handel wurde verraten und Decker hatte sich wegen Verkaufes gesuirdheitsschädlichen Fleisches vor der Straftammer zu verantworten. Der Angellagte gab den Thatbestand zu. 'Der Krersveterinärarzt von Groß-Gerau gab. nach der Beweisaufnahme sein Gutachten dahin ab, daß das Fleisch als verdorben zu bezeichnen sei, nicht aber als gesundhetts- schädlich. Es hätte als „nichtladenrein (!!) untern: Ladenpreis verkauft werden müssen. Staatsanwalt Tr. Mayer stellte an den Herrn Sachverständigen die Frage, ob nicht jedes tuberkulöses Fleisch geeignet sei, die Gesundheit zu schädigen. Der Sachverständige erwiderte, daß dies nur der Fall sei, wenn die Fleischhr.üsen auch von der Rankheit befallen seien; dies könne. nur konstatiert werden, wenn dieselben ausgeschnitten würden. Da dies vom Fleisck)- beschauer nicht geschehen, läge hierüber kein Beweis vor. Jedes tuberkulöse Fleisch dürfe in Hessen als nicht ladenrein verkauft werden. Die Staatsbehörde mußte auf Grund des Gutachtens die Anklage aus § 12 des Nahrungsmittelgesetzes fallen lassen und sie nur aus § 10 Ws. 2 des Gesetzes aufrecht erhalten. Wegen der gemeingefährlichen Handlungsweise beantragte der Staatsanwalt 2 Monate Gefängnis. Das Gericht stimmte den Ausführungen der Staatsanwaltschaft zu. Beim Ausmaß der Strafe zog es die große Gemeingefährlichkeit des Angeklagten in Betracht und erkannte auf 2 Wochen Gefängnis, 100 Mk. Geldstrafe und Urtettspublikation. Frankfurt, 15. Okt. Tas Schwurgericht verhandelte unter Ausschluß der Öffentlichkeit wegen Notzucht gegen den Maurer Karl Georg Opp e l aus Mansfelden. Er wird gefesselt in der blauweiß gestreiften Sträflingskleidung von Butzbach durch einen hessischen Gendarm vorgeführt; denn dasselbe Verbrechen, wegen dessen er sich setzt verantworten soll, hat ihm am 9. März d. I. vom Schwurgericht in Gießen eine Zuch thausstrafe von 15 Jahren eingetragen. Er hat in der Zeit vom 22. bis 27. Juni p. I. drei Frauen vergewalttgt und zwei, Frauen zu vergewalttgen versucht. Jetzt wird ihm zur Last gelegt, daß er am 10. Okt. v. I. quch .in Seulberg eine Frau, die sich noch dazu in gesegneten Umständen befand, an- gefallen, " und in rohester Weise vergewalttgt hat. Der Ausgang der Sache steht von vornherein fest. Es mich auf eine Gesamtstrafe erkannt werden, und da der Angeklagte bereits zu der höchsten gesetzlich zulässigen Strafe verurteilt ist, so lautet der Spruch unter Einziehung des Gießener Urteils abermals auf 15 Jahre Zuchthaus. Universitäts-Nachrichten. — Au der Universität Freiburg i. B. wird ein tierhygienisches Institut errichtet; die Stadt leistet einen Kosterweilrag von 51330 All. — KatholischeStud euie n beabsichtigen in Mü n cf)c n die Gründung einer katholischen, nicht schlagenden, aber sonst dem SO. entsprechenden Korporation. Arbeiterbewegung. Geviüa, 15. Okt. Die Unruhen dauern fort. Die Streikenden durchziehen die Straßen und verüben Gewalthätigkeiten, sie steckten das Steueramt sowie Kloster in Brand. Ueber Sevilla wurde der Belagerungszustand proklcnniett. Paris, 15. Okt. Der Ministerrat faßte einen Beschluß über Maßnahmen für den Fall eines allgemeinen Ausstandes der Bergarbeiter. — Zu den Erörterungen über die Eventualität eines Gesamt- ausstandes wird von offiziöser Seite berichtet, die Regierung glaube, daß kein Gesamtausstand zu befürchten sei, daß es nur zu teilweisen Ausständen von kurzer Dauer kommen werde und daß insbesondere die Arbeit in den Departements Nord und Pas de Calais nicht eingestellt werden dürfte. Dem „Journal des Dsbats" zu- iolge ordnete die Regierung eine Untersuchung au bezüglich der unter die Bergarbeiter in Moneeau les Mines verteilten aus- gemusterten Grasgewehre. Einige derselben wurden beschlagnahmt, um von Sachverständigen geprüft zu werden. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Donnerstag, den 17. Oktober, abends 8 Uhr, im unteren Kon- firmandensaale (Kirchstraße 9): Bib elstunde. Brief des Jacobus, Kap. 1, Vers 1 ff. Pfarrer Dr. Grein. Neueste Meldungen. Oviginaldrahtmelduugen des Gießener Anzeigers. Darmstadt, 16. Okt. Der Großherzog wohnte gestern abend dem Sckstußbankett der Ausstellung bei und reifte mittags nach Italien. zu längerem Ausenthatt. Die Großherzogin und Prinzeß Elisabeth sind gestern abend nach, Coburg abgereist. Berlin, 16, CIt Die Virchow-Feier, die der Wahlverein der freisinnigen Volkspartei gestern abend in der Brauerei Friedrichshain veranstaltete, bildete eine imposante Kundgebung für den greisen Gelehrten. Lange vor Beginn der Feier war der große Saal bis auf den letzten Platz gefüllt. Selbst Oberbürgermeister Kirschner, der in vorgerückter Stunde erschien, mußte mit einem Stehplatz vorlieb nehmen. Jrn Saale bemerkte mau fast alle Abgeordneten der freisinnigen Volkspariei, sowie eine große Anzahl Stadtverordneter mit dem Stadtverordneten- Vorsteher Dr. Langcrhaus an der Spitze. Als Vlrchow erschien, wurde er mit unbeschreiblichem Jubel empfangen. Nachdem Abg. Fischbeck den Gelehrten begrüßt, feierte Abg. Eugen Richter in längerer Rede Virchow als Mensch, als Gelehrten und als Politiker. Am Schluß seiner Rede sagte er: Die Arbeit, die Virchow zu leisten hatte, hat ihn nicht gehindett, der Pattei seine Kräfte im Großen und Kleinen zu widmen. Dann erhob sich Virchow. Anknüpseud an den Brief eines Unbekannten, den er kurz vor seinem Erscheinen erhalten hatte uud in dem ihm vor- geworfen wird, daß er bei einer der festlichen Gelegenheiten Orden angelegt habe, ging er auf die Zeit zurück, wo er von Kaiser Friedrich, der damals im Sterben lag, einen hohen Orden erhielt. Zur Erinnerung an den ihm unvergeßlichen Kaiser lege er den Orden au. Sodann gab Virchow einen Umriß seiner praktischen Thätigkeit uud schloß mit der Versicherung, auch weiterhin der freisinnigen Partei feine Dienste zu widmen. Die Ausführungen der übrigen Redner des Abends, des Abg. Träger, Justizrats Cassel und des Abg. Kopsch galten in erster Linie dem Parteimavn Virchow. Das Fest schloß mit einem Kommers. Berlin, 17. Oki. In den Blättern roirb ein Aufruf veröffentlicht zur Errichtung eines Albert Lortzing- Denkmals in Berlin. Leipzig, 17. Okt. Während eines Kouzettes, das gestern nachmittag im großen Saale des hiesigen Palmcngartens stattfaud, löst; sich ein 3 Meter langes Gypsstück von der Decke uud stürzte in den Zufchauerraum. Tie 19jährige Tochter eines Uhrmachers in Stettin wurde erschlagen. Die Frau eines Schuldirektors in Leipzig-Gohlis erlitt einen Schenkelbruch. Eine Anzahl anderer Personen wurden leichter verletzt. Grimma, 16. Oktober. Der verschüttete Brunnenbauer Thiele war heute früh noch nicht befreit. Gegen 7 Uhr war man Thiele bis auf 10 Elm. nahe gekommen. Der Verschüttete scheint noch gut bei Kräften zu fern» Er unterhielt sich mit den an seiner Befteiung arbeitenden Pionieren, und ermahnte sie, vorsichtig zu sein, da sonst die Schalung zusammenbräche. Haag, 16. Okt. Rach hier eingetroffenen Meldungen ist die Lage Bothas sehr ernst. In der Umgebung des Präfwevtm Krüger herrscht große Besorgnis. Paris, 16. Okt. In einer Restauration wurden heutt Nacht durch eine Gasexplosion sechs Gäste schwer 6et» wundet. Paris, 17. Okt. Die Budgetkommission nahm einen trag au, nach dem die Petroleum-Raffinerie als Monopol dem Staat übertragen werden soll. Der Finanz» Minister machte Mitteilung über das Staatsbudget von 1902. Es ergab sich ein Defizit von 50 Millionen Francs, vou denen 20 Millionen auf die Einnahmen aus dem Zucker kommen. Wien, 16. Okt. Wie verlautet, wird der Finanzminrster das neue Budget begleitet von einem Expose über die Finanzlage bereits in der morgigen Sitzung des Abgeordnetenhauses einbringen. London, 16. Okt. Die „Times" melden aus Washington vom 15. Oktober: Die kubanische Präsidentenwahl und die Kongreßwahlen werden auf den 24. Febr. 1903 festgesetzt. Nach Eingang aller Wahlberichte werde der Generalgouverneur den Tag besttmmen, an dem der Zusammentritt des Kongresses, der Amtsantritt des Präsidenten und die Uebertragung der Regierung auf die neue Verwaltung stattsinden soll. Konstantinopel, 16. Okt. Trotz des ossizielleu Denrentt ist es Thatsache, daß das Nierenleiden, an dem der Sul* t a n schon lange laboriert, äußerst heftig auftrttt. Die zur Kon- sultation berufenen auswättigen Aerzte erklätteu, das Leiden sei bereits derartig vorgeschrttten, daß eine Operation vollständig zwecklos sei. Rewyork, 16. Okt. Der Attentäter Czolgosz legt im Gefängnis eine große Ruhe an den Tag. Er erklärt, keine Furcht vor dem Tode zu haben. Berlin, 16. Okt. Den „Berk. Pol. Nachr." zufolge) gelangen, nachdem erst .kürzlich 4000 Eisenbahnwaaen in Bestellung gegeben wurden, demnächst über 4 00 L^cko-- Motiven zur Vergebung. Elbing, 16. Okt. Auf dem kurischen Haff ging eut Steinkohlen-Kahn unter. Der Schiffer mit seiner Frau und zwei Matrosen ertranken. Leipzig, 16. Okt. Die gesamten Textilarbeiter, des Voigttandes treten in die Lohnbewegung ein. Bei Nichtannahme der gestellten Forderungen bis zum 20. ds^ soll eventuell ein allgemeiner Ausstand eintreten. Vardö, 16. Okt. In den letzten Tagen frerun^ glückte ein Fischerboot mit drei Mann und bei Farasjord ertranken sieben Personen infolge Umschlagens eines Bootes.; London, 16. Okt. Aus Pretoria wttd berichtet: Eine Anzahl Gefangene sind hier eingetwffen. Dieselben sind guten Mutes, — Nach Meldungen aus Lourenzo Marques,' ist die Lage der Truppen Bothas sehr kritisch. Tie Ge-s fangennahme des Generals mit fernen Leuten soll unmittelbar bevorstehen. (Na, na!!) — Tie tägliche Verlustliste der englischen Truppen in Südafrika beziffert sich für gestern auf zMi Tote, 8 Verwundete, 8 an Krankheiten Verstorbene und 3 Vermißte. London, 16. Okt. Die ,^Times" meldet aus Dunde« vom 13. ps. Mts.: Es gelang einer Anzahl Buren, nach Westen und Norden über die Linie Wackerstroom-Pietretief- zu „entnommen". Sie führen einige Karren mit, aber keine Kanonen, wahrscheinlich.auch keine Wagen. Paris, 16. Oft Tas Blatt „Rappell" berichtet ans; Rom: Tie Versuche, eine internationale Anti-, Anarchistenkonferenz zu organisieren, sind ge^ scheitert. Dagegen verständigten sich« die Mächte dahin^ in Zukunft gemeinsam insoweit gegen die Anarchisten vor-^ zugehen, als ein Austausch von Auskünften über Anarchisten zwischen den Polizeibehörden der verschiedenen Staateni stattsinden soll. Mons, 16. Okt. Angesichts des drohenden Aus-^ standes im französischen Zbohlenbecken sind zahlreiche Vertreter französischer Industrien hier eingetroffen, um größere; Kohlen-Bestettungen zu machen. Ter einheimische Kohlenmarkt hat sich infolgedessen gebessert. — Seit einigen Tagen herrscht hier besonders im AÄeiterviertel eine Thhphusi Epidemie, welche zahlreiche Opfer fordert Die Zahl 5er, Ettrankten ist bedeutend. Madrid, 16. Okt. In Sevilla wiederholten sich spät abends die Wirren. Ihre unmittelbare Ursache war die? Entlassung von Arbeftern der keramischen Fabrik Cartujai Tie Entlassenen bewogen die Genossen anderer Unter-, nehmungen zu einem allgemeinen Ausstande. Sogar in der staatlichen Tabak-Fab rik ruht die Arbeit Tie Regierung erachtet die Vorgänge als sehr bedenklich.^ General Luque meldete telegraphisch, die Aufrührer hätchu auf die Truppen geschossen. Anarchistische Wüh-, ter eien machen sich, auch in anderen Arbeiterzentren bemerkbar. Am Dienstag beschlossen in Madrid und Bareelona Arbeiter-Versammlungen den allgemeinen Ausstand. Ebenso sprach .sich der Madrider Arbeiter-Kongreß für denselben, aus. —s Sevilla, 16. Okt. Bei den Ruhestörungen sind mehrere Bäckereien geplündert, mehrere Fabriken, ein Kloster und die Universität mit Steinen beworfen worden. Zwei Studenten und ein Kirchendiener wurden verletzt 'Die Stadt ist durch Militär besetzt. Aus Cordoba gehen Truppen ab, um die Garnison zu verstärken^ Peking, 16. Okt Li-Hung-Tschang besuchte den russischen Gesandten zweimal in einer Woche. Ueber den Gegenstand der Unterhaltung ist keine absolut verläßliche Mitteilung zu erhalten, aber die chinesischen Beamten be-- haupten, Li-Hung-Tschang habe an den Gesandten das dringende Verlangen gestellte, die Mand schurei wieder an China abzutreten. Ter Gesandte schilug darauf vor, daß China einen Sondergesandten nach Petersburg sende, um über die Bedingungen zu verhandeln. Li-Hung-Tschang beabsichtigt jetzt, Tschangtschitung, seinen größten Feind, mit dieser Mission zu betrauen. Middelburg (Kapkolonie), 15. Okt. Wolfaardt/ Leutnant im Kommando Lotters, ist heute erschossen! worden. Durban- 16. Okt General Bo tha soll nordwärts nach Pietretief marschieren. Tie britischen Kolonnen sind noch in Berührung mit den Buren und es finden täglich Heine Kämpfe statt. Das Operationsfeld ist mit dichtem Gesttüpp bedeckt, und sehr schwierig. General Plumers Kolonne bestehend aus Queensländern, Neuseeländern und Artillerie kam mittels Eisenbahn in Volsrust an, um au Bewegung gegen Botha teilzunehmen. Gießen, den 16. Oktober 1901. 04181 Konkursverfahren.! Städtischer Arbeitsnachweis Gießer Das Konkursverfahren über GartenftraKe 2. l Die heute erfolgte glückliche Geburt eines an Kleine Wohnung zu vermieten, »k 66681 Kaplaueigasse 7. Giessen, 15. Oktober 1901. 6871 £ - Ihmt-O H'lndic 3ii ueimieten Hilfe, 1 Lauffrau. Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Spengler, 1 Schlaffer, 1 Metzger, 1 Schreiner. 2 Schuhmacher, 2 Dienstmädchen, 2 Laufkranen, 1 Putzfrau, 1 Austräger. 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S 00 Z 03 2 — 'ü *ier?' 03 Q *ö' § O s H CD © co CD "ei 03 03 xr 8 8 E C3 8 T cj CJ 8 E> 8 c 03 E 8 S5 e ü-«s» e ä .5 M 's o ö “ W 3r o :O 2 .^K AS 2 H ’M d O © < < o bö * er © M 0 G ±, -L a ee T ’S JS •*D pH 5" £jo(j I -uaqn.x© •n -iwK O © LL r-» ^-.so O y MZ Es? w _: cS “5 o /-»§ S? 01» oo ._, o ■V 03 e E o Ko -st KffK g.-f c Z-Ä^ ■o$» ■*■*- 'S" o jQ 'S CJ S—» ö -Jö O . £ § 2 •X ' -2- s ^2 0x5?°- — s*> Sä n 2.^ r- 5 O vO »**■ o o § Ä- '_> r» s o 3 _ G L-Kd Mo Z «5» _8 'S o £> ’B «i? rr Cl> L^S 5 o tu !r» § ö~*. vö> C-* *ö cn o 03 J-» c - © — 45 © 'S •a o S-c^ o o ■ ** g « ■-> o 8 .8 « -- « S *^S5 O uabuvjJ -qrsD S ?icch 'F -uaqm© Sjofjnvffi 'S' 2 — o -L -L o 'S*'S' o Ä CJ 0^ C-.O.O c-> CD -— -4M S o n o C- C> ^D E _ u Z s pa e a-u-r G'" 'S 5 -_> T* S 22 _2i o o e j. w 03 ’S >5 Ssf. . lE" O «w 'TT — %4 .2 C g rT E M-^ O :O e e> G* c> K« e U»8 -j*. E MK-Z U w !C fOSÖ tc -S Z-Z dH cn « 45 © ® § l r a sg? <7= ~ rO *ft.s 3> 0 ü O* 3-f VD l*W Ä' o $-* «> '<=-=> ^r> o 4© « uJH'g L « £8$fi a© KW a5>. 8 e (9 ö oF? o 2w° S — E E - c 2to"g§ 5? «-» v X o :E 03 »'S 8'S ö o 05, O s E=o H 'b-- - £> er?.: cd B 19 e.o :O ZLKLS-L § o ö ä&t.; ZLR»L 2 2 05» T5 2Z ö?Ä- 2 « 41 y E Q 5 - E GQE K>2 d er?^ (9 2- CSD ,-m c* l» O E ODuO 2 o 2 2« -8 CQ Ö c u s LÄo EcS-vä eS? ^^"S 3 Giro ,-^n 8 Sb 8 £J>E> 8 e 3 ZK8 Z-8t9S 1 E® 8 O >5. 8 <8f *' e 8 jQ M 03 ssZ ° 8 03 E 8 05» V ä O3Z8 ^-3- g£Ö *8 G 05, 8 K ü 8 0-8 ®et «®- 3W-2 « F 2 e P 5 E^7?d 5 2^3,3--»ooo^do 85S? 19 o-jDfiÄS o 8^ E !-» 2 to O 05» "3 03 O B 8 ■ -E 8 8 8, o ««güp 2 8's ÄS"*ä 03^* 3 'S er?b i-4 ~ :E «5» _F a$?*rr LAE' SS..5--X o-8 Q 2$ E 5? E 3-Lo .'S 8ÄE.S Ö 8*2 03 S1 83-0. 3-8 oD :Q o o 05» O3<5>>85 «8 s—* tr> ’e" "2^8 8 03 o O 8 CJ •»E^ 2 8 q 8 8 2 8 3 5 H.-A05» ^(9 3 8 E 8 o e 05, 8 8 ■gg2 gjc3 s? A H O 8^-0 S’2 g 5 8 tiS' 3 g 2'S 8CS 8 2,8 S ö-U U-C K •Hfs •? § I AZ -D ' ä*T" o -z o « 8 ** 5*^ te- « -8 o 05» :d E-i 05» ;- 05, s ti 8 05» O vO 8 8 03 05» 8 b "2 8 8 O 05» 57 v SL "° 8 O »52 — _ C •=dS — >£3'^* .. 8 ■8 o ^2 o . 8ä e E'G «8Z^K 74 e poT O o- Q 83 0 g. 3 2 83-oy: .'S "8 2 8152 03^ ; 8 : 3 3' 8 O3*_» 87- 2*8'2- E c— o l. ■** ■*—X-'*'-* 05, — OA O,S Ltz-i 22 2-'S ■=03 vo5*d ■2^8- Ordn.-Nummer Verreffend: Die itilgemeittc Faselschau im Jahre 1901. Bekanntmachung. Nachstehend bringen wir das Ergebnis der allgemeinen Faselschau im Bezirk Gießen und Hungen—Lich zur allgemeinen Kenntnis. G ießen, den 3. Oktober 1901. Großherzogliches Kreisamt Gießen. von Bechtold. Ergebnis der allgemeinen Faselschau im Bezirk Gießen und Hungen—Lich. Namen der Gemeinden Langsdorf w rt tt Bettenhausen u rt Bellersheim H U o u Obbornhofen ff ff Utphe n 6 TraiS-Horloff ii w rt 7 Inheiden M rt rt 8 Hungen M rt n ii rt d Langd rt N rt 10 Steinheim rt ii Rodheim n rt Rabertshausen Lich u rt w H rt Birklar n rt Mufcheuheim 161 Dorf-Gill rt n 171 Eberstadt H lt 181 Ober-Hörgern 19! Hausen I " 201 Garbcnteich n n rt h rt 21 Watzenborn h 221 ff Steinberg rt ff 23 ft Grüningen 241 Holzheim ff ff 251 Steinbach 0 ff ff ff 261 Albach n 11 12 13 14 15 Namen der H alter Angaben über Gutachten der Kommission über Bemerkungen Gattung | Raffe Alter (Iabrc) | Ja ’s 0 5.-2 t sl des FasclvieheS & S 7o R R ©^ Heinr. Fey IX. Eber Jorks. Krz. 17« gut sehr gut gut gut Jolj. Lehrmund Bulle Sim. Krzg. > ungen. gut gut gut Abschaffen. Adam Roth III. Bulle Simmenth. 4 ehr gut gut gut gut Chri ßian Schmidt Ziegenbock Saaner 2 sehr gut ehr gut ehr gut ehr gut Joh.rnnesFeyIV. Eber Jorkshire 1 gut gut gut gut Jakob Bender Bulle Simmenth. 2 sehr gut ehr gut ehr gut ehr gut Joh. Georg Stark Bulle Sim. Krzg. 2 gut gut ungen. gut Bürg'rrmstr. Roth Eber, Priv. Jorks. Krz. 3 gut gut gut gut GUlbert Samcs Bulle Lim. Krzg. 3*7 gut ehr gut ehr gut ehr gut @iü)rg Hahn Bulle Siinmenth. 4 gut ehr gut ehr gut ehr gut Friedrich Bopp Bulle Simmenth. 2 ehr gut ehr gut ehr gut ehr gut Aug ust Schneider Ziegenbock Saaner 3 gut gut gut gut Konirad Kumpf Eber, Priv. Jorkshire 1 gut gut gut gut Dritter Bulle sfehlt. L N. H. Kammer Eber, Priv. Yorkshire 2 gut ehr gut ehr gut ehr gut Friedrich Reitz Bulle Sim. Krzg. 27. gut ehr gut ehr gut ehr gut Ph. Peter Grotz Eber Jorks. Krz. Appenzell. 17? genüg. gut gut gut Friedrich Emmel Ziegenbock a ungen. jenügb. genügb. genügb. Abschaffen. Aug. Ruppcl I. Bulle Sim. Krzg. 27. gut ehr gut ehr gut lehr gut Dr. Fülberth Bulle, Pro. Sim. Krzg. 27? gut gut gut gut Bulle, Pro. Sim. Krzg. 1*7 genügt). gut gut gut Eber, Priv. Jorkshirc Landraffe 1 sehr gut ehr gut ehr gut sehr gut Wilh. Eigenauer Ziegb., Pv. 7? genüg; genügb. genügb. genüqd. iZH. Hch. Hublitz Bulle Simmenth. 17? gut ehr gut gut gut Joh. Carl Bley Ziegb., Pv. Landraffe i genügb. gut gut gut Otto Fritz Bulle Sim. Krzg. 37., gut gut gut gut Ludw. Hch. Becker Eber, Priv. Jorks. Krz. Appenzell. 7- gut gut gut gut Wilh. Herzberger Ziegb., Pv. 3 gut gut gut gut Joh. Konr. Parr Bulle Sim. Krzg. 27? genügb. ungen. gut genügb. Heinrich Wilhelm Eber Jorks. Krz. 1 gut gut gut gut Carl Raab Bulle Lim. Krzg. 17, gut gut gut gut lZüchter Kammer Bulle, Prv. Sim. Krzg. 2 gut gut gut gut .. Bulle, Prv. Sim. Krzg. 17. gut gut gut gut \ Zhil. Sciberth II. Bulle, Prv. Sim. Krzg. 2 gut gut gut gut ff Bulle, Prv. Sim. Krzg. 2 gut gut gut gut l Züchter Kammer Eber, Priv. Jorkshirc 7- gut gut gut gut s. Zhil. Sciberth II. Eber, Priv. Jorkshirc 2 gut gut gut gut Friedrich Roth Ziegb., Pv. Saaner 8 gut gut gut gut Ab sch affen, zu Emil Fritz Bulle Sim. Krzg. 2 genügb. gut gut gut [schwer. Georg Dietrich Bulle Sim. Krzg. 17. genügt). gut gut gut Gg. Konr. Belzer Peter Fritz Bulle Sim. Krzg. 4 gut gut gut gut Eber Jorks. Krz. 17? gut gut gut gut Otmar Werner Ziegenbock Landraffe 3 genügt). gut gut gut Conrad Engel Eber, Priv. Jorks. Krz. 17, gut gut gut gut Ludwig Birk Bulle Sim. Krzg. 17. gut gut gut gut Wilhelm Belte Bulle Sim. Krzg. 27- genügt). gut gut gut Conrad Laug Ziegenbock Saan. Krz. 17- gut gut gut gut Georg Nikolai III. Eber Jorks. Krz. 2 genügb. gut gut gut Hch. Konr. Roth Bulle Sim. Krzg. 3 gut gut gut gut Heinrich Klöpper Bulle Sim. Krzg. 17? gut gut gut gut Ziegb., Pv. Saan. Krz. 7- ungen. ungen. gut gut Abschaffen. Wilhelm Reichert Bulle Simmenth. 3 gut gut gut gut Gemeinde Bulle Simmenth. 47« sehr gut sehr gut lehr gut sehr gut Bulle Simmenth. 37? sehr gut sehr gut sehr gut sehr gut Bulle Simmenth. 37- ehr gut sehr gut lehr gut sehr gut Bulle Sim. Krzg. 27- gut sehr gut sehr gut sehr gut Bulle Vogelsbgr. 37. ehr gut sehr gut sehr gut sehr gut Ziegenbock Saaner 27- gut sehr gut lehr gut sehr gut Ziegenbock Saaner 2 ehr gut sehr gut sehr gut sehr gut Ziegenbock Saaner 17- sehr gut sehr gut sehr gut sehr gut Eber Jorkshirc 7. sehr gut sehr gut sehr gut sehr gut Heinr. Müller VH. Bulle Sim. Krzg. 17. genügb. gut gut gut Friedr. Brückmann Bulle Sim. Krzg. 37? gut gut gut gut Eber, Priv. Jorkshire 7, 27- gut gut gut gut W. Hanitsch Wwc. Ziegb., Pv. Saaner gut gut gut gut Heinrich Müller Ziegb., Pv. Saaner 17? gut gut gut gut Heinrich Eller V. Bulle Simmenth. 17- gut gut gut gut ff Eber, Priv. Jorkshire 7. ehr gut gut gut gut Heinr. Weitzel IX. Bulle Sim. Krzg. 3 gut gut gut gut Eber, Priv. Jorkshire 7. gut gut gut gut Martin Krieb Bulle Simmenth. 3'7 sehr gut sehr gut sehr gut sehr gut Bulle Simmenth. 17? gut sehr gut sehr gut sehr gut Heinrich Kutscher Ziegb., Pv. Saan. Krz. 17- gut sehr gut sehr gut sehr gut Heinrich Weitz Eber, Priv. Jorks. Krz. 7. sehr gut sehr gut sehr gut sehr gut Krd.WedemannII. Ziegb., Pv. Saan. Krz. 1'7 genügb. gut gut gut Hch. Gerlach VIII. Bulle Simmenth. gut sehr gut sehr gut sehr gut Hch. Ludw. Mulch Bulle Simmenth. 2*7 sehr gut sehr gutlehr gut sehr gut ff Bulle Sim. Krzg. 2*7 genügb. sehr gut sehr gut sehr gut Herm. Düringer Bulle Simmenth. 4"., gut sehr gut sehr gut sehr gut Wilhelm Schmalz Ziegenbock Appenz.Kz. 17- sehr gut sehr gut sehr gut sehr gut Heinrich Dippel Bulle Lim. Krzg. 2 genügb. gut gut gut Heinrich Münch Ziegenbock Bulle, Prv. Saan. Krz. 3 genügb. gut gut gut Jak. Wallboth XI Sim. Krzg. 3*7 gut sehr gut sehr gut sehr gut ff Bulle, Prv Sim. Krzg. 2 genügb. sehr gut sehr gut sehr gut Joh. Schmidt IV Ziegb., Pv Landrasse 3 gut gut gut gut ff Ziegb., Pv Landrasse 1 genügb. gut gut gut Heinrich Kissel II. Eber, Priv Jorks. Krz 7s gut gut gut gut Joh. Gg. Burk III Eber, Priv Jorks. Krz 1 gut gut gut gut Joh. Carl Philips Joh. Lud. Philips Bulle Vogelsbgr 2 genügb gut gut gut Bulle Sim. Krzg 2*7 gut gut gut gut Balser Philipp III Bulle Logclsdgr 2 gut gut gut gut Bulle Sim. lttzg 1*7 gut gut gut gut Georg Jak. Häusei Ziegb., Pv Landraffe 2 genügb sehr gut sehr gu sehr gut Ziegb., Pv Landraffe 1 gut sehr gu sehrgu sehr gut Phil. Heinr. Eule Bulle BogelSbgr 17 ehr gu sehrgu sehr gu sehr gu sehrgu sehrgu Hch. Ernst Hublc Ziegenbock Saaner 2 ehr gu sehr gu Chr. E. Bingel II Bulle Simmenth .27 gut gut gut gut Heinr. Chr. Enge Eber, Priv Jorkshirc l3 gut gut gut gut Eber, Priv Jorkshire 7 gut gut gut gut Gemeinde Bulle Sim. Krzg •37 gut sehrgu sehr gu sehr gu sehr gu Bulle Simmenth .27 sehr gu t sehrgu sehr gu Bulle Simmenth ■ 17 sehr gu sehr gu t sehrgu tsehr gu Ziegcnboci Saaner 3 sehr gu t sehrgu sehr gu sehrgu Zicgenboü Saaner 3 sehrgu sehr gu sehr gu sehr gu Gemeinde Ziegenbock Saaner 7 sehrgu sehr gu t sehrgu sehrgu Ziegenbock Saaner 17 sehrgu tsehr gu sehr gu sehr gu Bulle Vogelsbgr. 5 sehr gu sehr gu t sehr gu t sehrgu Bulle Vogelsbgr .27 gut sehr gu t sehr gu t sehr gu Bulle Sim. Krzg .27 gut sehrgu t sehr gu t sehrgu CarlGehrhardIV . Eber, Priv . Jorks. Krz • 1 gut sehrgu t sehrgu t sehr gu Christian Hilbero Zicgenboc Saaner 27 . sehr gu t gut gut gut Schlechte Georg Hofmann Bulle Simmenth .4 gut sehr gu t genügt . gut sKlauenpflege. rt Bulle Sim. Krzo 2 ungen sehr gu t gut gut Abzuschaffen. Gicsten, den 14. September 1901. Der Vorsitzende der KörkomMission. Schmidt. Orbn.-Nummer Namen der Gemeinden Namen der Halter Angaben über Gutachten der Kommission über Bemerkuvgerr Gattung Rasse miet 1 (Jal)r< Körperbau Nähr- zustand Pflege- zustand iseiuno- heits- zustand des Fa selviehes 27 Oppenrod Carl Kinzenbach Bulle Sim. Krzg. 4'7 Sim. Krzg. 2'7 gut ehr gut ehr gut,, ebr gut Bulle gut ehr gut ehr gut sehr gut Conrad Döring Eber Jorks. Krz. gut ehr gut ehr gut gut Heinrich Weller I. Ziegenbock Landraste ,1'7 gut gut ehr gut gut 28 Burkhardsfelben Heinr. Paul Menz Ziegenbock Saan. Krz. 2 gut gut ehr gut gut Heinrich Haas IV. Bulle Vogelsbgr. 3*7 ehr gut ehr gut ehr gut ehrgui ff Bulle Vogelsbgr. gut ehr gut ehr gut chr gut Hermann Becker Eber, Priv. Jorkshirc 1*7 genügb. gut gut gut 29 Reiskirchen Jakob Becker Bulle Vogelsbgr. 2'7 ehr gut gut gut gut Bulle Vogelsbgr. 1*7 gut gut gut gut Heinr. Hartmann Ziegenbock Saan. Krz. 7- ungen. genügb. genügb. genügb. Abschaffen. Ferdinand Balzer Eber, Priv. Jorks. Krz. gut gut gut gut Schlechte 30 Annerob Ludw. Schäfer III Bulle Sim. Krzg. 3*7 gut gut genügb. gut [Klauenpflege Bulle Vogelsbgr. 1*7 gut gut genügb. gut Carl Schäfer Ziegenbock Saaner 3 gut gut gut gut Lconh. Schäfer Eber, Priv. Jorks. Krz. 7« gut gut gut gut 31 Gießen Georg Simon Lulle, Prv. Holländer 3 gut gut gut gut Bulle, Prv. Vogelsbgr. 1'7 genügb. gut gut gut Adam Beimborn Ziegenbock Saaner 1'7 chr gut gut gut gut Ziegenbock Saaner 2'7 chr gut gut gut gut Ziegenbock Saaner 4*7 ehr gut gut gut gut 32 Rödgen Gemeinde Bulle Simmenth. 2 ehr gut ehr gut ehr gut sehr gut Bulle Simmenth. 3 ehr gut ehr gut ehr gut sehr gut Ludwig Balzer Ziegenbock Saaner 3 ehr gut 'ehr gut sehr gut sehr gut 33 Großen-Buscck Gemeinde Bulle Simmenth. 2 gut ehr gut sehr gut sehr gut Bulle Simmenth. 17« genügb. ehr gut sehr gut sehr gut Bulle Vogelsbgr. 2'7 gut ehr gut sehr gut sehr gut Bulle Vogelsbgr. 2 ehr gut sehr gut sehr gut sehr gut Ziegenbock Saan. Krz. 7« gut sehr gut sehr gut sehr gut Ziegenbock Appenz.Kz. 2 gut sehr gut sehr gut sehr gut Pachter Esau Eber, Priv. Westphal. 2 genügb. gut gut gut 34 Altcn-Buseck Kasper Hofmann Eber, Priv. Jorks. Krz. 7« genügb. gut gut gut Wilh. Becker IX. Ziegenbock Saaner 3 gut gut gut gut Ziegenbock Bulle Saaner 1 gut gut gut gut Gemeinde Vogelsbgr. 3 gut sehr gut sehr gut 'ehr gut 11 ii Bulle Simmenlh. 2'7 gut sehr gut sehr gut sehr gut Dritter Bulle 35 Trohe Bürgerin. Schmidt Bulle Sim. Krzg. 2 gut gut gut gut Philipp Schmidt Ziegenbock Appenz.Kz. i*7 gut gut gut gut 36 Wieseck Gemeinde Bulle Simmenth. 0 sehr gut sehr gut sehr gut sehr gut Bulle Simmenth. 2 sehr gut sehr gut sehr gut sehr gut Bulle Vogelsbgr. 3 gut sehr gut sehr gut sehr gut Bulle Vogelsbgr. 2 gut sehr gut sehr gut sehr gut Ziegenbock Saaner 2 sehr gut sehr gut sehr gut sehr gut Ziegenbock Sapner 3 sehr gut sehr gut sehr gut sehr gut Carl Schäfer V. Eber, Priv. Jorks. Krz. *7 gut gut gut gut 37 Lollar Hch. Schadeck VII. Eber, Priv. Jorks. Krz. 1*7 genügb. gut gut gut Philipp Moos Ziegb., Pv. Saaner 1 sehr gut gut gut gut Ziegb., Pv. Saan. Krz. 1 genügb. gut gut gut Lud. Hofmann III. Bulle Vogelsbgr. 3 gut gut gut gut Christoph Fuchs Bulle Sim. Krzg. 2*7 total Schl. Klauen- ungen. gut genügb. gut [pflege. Soso« [abzuschaffen. Dritter Bulle n fsehlt. 38 Saubringen Heinr. Schäfer HI. Ziegb., Pv. Saaner 1 sehr gut gut gut gut Ziegb., Pv. Saan, Krz. *7 genügb. gut gut gut Wilh. Lepper Bulle Vogelsbgr. 4*7 gut gut gut gut Heinrich Braun II. Bulle Vogelsbgr. 3*7 gut gut gut gut Sehr schlechte 39 Mainzlar Kaspar Müller IV. Bulle Vogelsbgr. 2 kaum 3*7 genügb. gut gut gut [Hinterbeine. ii Christoph Findt Bulle Vogelsbgr. genügb. gut genügb. gut Bess.Klauenpst [erforderlich Wilh. Becker Wwe. Ziegb., Pv. Saaner 1 gut gut gut gut Balthascr Krailing Eber, Priv. Landraffe 1 genügb. gut gut gut 40 Staufenberg Friedrich Schwalb Eber, Priv. Jorks. Krz. *7 gut gut gut gut L. Müller II. Wwe. Ziegb., Pv. Saan. Krz. 2 gut gut gut gut Johs. Sommer Bulle Voglsb.Kz. 3*7 gut sehr gut sehr gut sehr gut Kaspar Vogel Bulle Vogelsbgr. 2*7 gut sehr gut sehr gut sehr gut 41 Ruttershausen Dietrich Karber Ziegenbock Landraffe 7 4 genügb. gut gut gut Heinrich Moos Bulle Vogelsbgr. 2*7 genügb. ungen. genügb genügb 42 Heuchelheim G.SchimmelII.W. Ziegb., Pv. Saaner 2 gut gut gut gut Jakob Rinn XXII Bulle Vogclöbgr. 3*7 gut gut gut gut Ludwig Hörr III. Eber, Priv. Jorkshire 1*7 sehr gut sehr gut sehr gut sehr gut Eber, Priv. Jorkshire k gut sehr gut sehr gut sehr gu Ludwig Römer V. Bulle Vogelsbgr. 4*7 gut genügb gut gut Beff.Klauenpst Bulle Vogelsbgr. 2*7 genügb. genügb genügb gut Bulle Vogelsbgr. 2 gut genügb genügb gut Bulle Vogelsbgr. 1*7 gut genügb. genügb gut 43 Klein-Linden Ludw. Becker Wwe. Ziegenbock Landraffe 4 genügb gut gut gut Ziegenbock Saan. Krz. 1*7 gut gut gut gut Wilh. Weller II. Bulle Vogelsbgr. 4*7 gut sehr gut sehr gut sehrgu Abschaff. Be§ Bulle Vogelsbgr. 3'7 ungen. sehr gut genügb sehr gu [Klaucnpfleg, 44 Allenborfa/Lahn Johannes Binz II Bulle Vogelsbgr. 4*7 sehr gut lehr gut sehrgu lehrgu Beff.Klauenpß Jakob Wagner III Peter Luh IV. Bulle Vogelsbgr. 3 7 lehr gutlehr gut gut sehrgu Ziegb., Pv. Landraffe 7 genügbJgenügb genügb genügb 45 Großen-Linden Hch.WcigantWwe Eder Jorkshire 2 lehr gnt'sehr gut sehr gu sehr gu Gemeinde Bulle Vogelsbgr. 5 sehr gut sthr gut sehr gu sehrgu Bulle Vogelsbgr. 2 gut sehr gu sehrgu sehrgu Bulle Vogelsbgr 1’7 sehr gut sehr gu sehrgu sehrgu Bulle Simmenth 174 sehr gut lehrgu sehr gu sehrgu Ziegenbock Saaner 3 sehr gu sehrau sehrgu sehrgu Ziegenbock Saaner 2 sehr gut sehrgu sehr gu sehrgu Ziegenbock Saaner 1 gut gut gut gut 46 Lang-GönS Anton Müller Ziegb., Pv Laan. Krz 2*7 gut gut gut gut Ziegb., Pv Saaner 1*7 gut gut gut gut Konrad Weil III. Eber, Priv Jorkshire 1*7 gut sehr gu sehr gu sehrgu Wilhelm Weil Eber, Priv Jorkshire i sehr gu sehr gu sehrgu sehrgu Bess.Klauenpf Gemeinde Bulle Vogelsbgr 2 sehrgu sehr gu gut sehrgu Bulle Sim. Krzg 4 genügb sehrgu gut sehrgu Beff.Klauenpf Bulle Simmenth 4 sehrgu sehr gu sehr gu sehrgu Bulle Simmenth sehrgu sehr gu sehrgu Jeljr gu • e Bulle Sim. Krzg genügb sehrgu sehr gu sehr gu 4' Leihgestern Jh. Dudenhöfer II Ziegenbock Saan., Pv gut gut gut gut ff Ziegenbock Saaner, Gemeinde 1’/ gut ungen gut gut Joh. Gg. Faber II Bulle Sim. Krzg 5 gut gut gut gut Abschaffen, Johs. Faber IX. Bulle Sim. Krzg 4 ungen gut gut gut Joh.G.Martinill Bulle Simmenth 17 sehrgu gut gut gut rt Gg. Langsdorf III Eber,Priv Jorkshire ■7 .sehrgu sehrgu sehr gu sehrgu