Nr. 218 Zweites Blatt Dienstag 17. September 1801 wemmt habe, sei schädlich. Die entsprechenden Zölle wür- F 151. Jahrgang Der Kar) er leerte den Pokal. Unter den Hochrufen der versammelten Menge ging der Zug dann weiter durchs das alte Grüne Thor. Hier war das 2. Leibhusaren-Regt. aufmarschiert. Tas 1. Regiment nahm in Front diesem gegenüber Aufstellung. Generalmajor v. Mackensen, Kommandeur der Totenkopsbrigade, meldete dem Kaiser die Brigade zur Stelle und brachte ein Hoch auf den Kaiser aus. Der Kaiser übernahm das Kommando der Brigade und führte sie durchs die Stadt zum Rathhause, wo von der Treppe der Oberbürgermeister die Truppen bewillkommnete. General Mackensen dankte; die vereinigten Trompeterkorps beider Regimenter ritten blasend vorauf. Ter Kaiser führte die Brigade zur Kaserne in Langfuhr, nahm den Borbeimarsch entgegen und begab sich sodann ins Offizierkasino. In dem neuen Saal, der die Kasinos der beiden Leibhusaren- Regimenter verbindet, übergab der Kaiser die von ihm für den Saal geschenkten drei Schlachtgemälde von Kossak. Hieran schloß sich ein Imbiß im Kasino des ersten Leib- Husaren-Regiments. Dabei nahm der Kaiser die Meldung des Prinzen Heinrich entgegen. Sodann geleitete der Kaiser die Kaiserin nach dem Kasino des Leibhusarenregiments und zeigte ihr den Festsaal. Die Kaiserin unternahm nachmittags zu Wagen eine Fahrt durch den neuen und alten Teil Danzigs. Nachmittags um 5 Uhr nahm das Kaiserpaar den Thee auf der Pacht „Iduna" ein. Die Kaiserin wohnte darauf der Einweihung des „Auguste Viktoria-Hauses" am Diakonissen- haus bei. Am Portal wurde sie vom Vorstand, mit dem „wenn die LandwirtsckM nicht mehr bestehen kann, geht as Land zu Grunde." Bei schlechten Getreideernten habe zwar oft das Getreide hoch im Preis gestanden, aber die Händler und nicht der Bauer habe das Geschäft gemacht. Freilich seien auch die Faßüarone oder Großbrauer gegen dre Zölle, damit sie ihre billige ausländische Gerste verwenden und möglichst hohe Dividenden machen könnten. Er spricht noch über die Haltung der Metzger-Innungen, für den Quebrachozoll und stellt fest, daß verständige Jndu- strrelle schon heute für den Schutz der Landwirtschaft ein-, treten; die seitherigen Zölle haben die jetzige Krisis der Industrie nicht auf halten können. Gut sei es, daß diese Krisis schon jetzt eingetreten sei. Man müsse daher für dre volle Bewilligung der Forderungen eintreten oder sch wert werde, sei nicht stichhaltig. Deutschland sei event. wirtschaftlich stark genug und die Nachbarländer hätten ebensogroßes Interesse an den Handelsverträgen wie wir. Bedauerlich sei, daß der Ausschuß des deutschen Landwirtschaftsrates auf den Satz von 6 Mk. zurückgc- g an gen sei. Dies involviere eine Schlväche gegen die Zollgegner. Unter Bismarck wäre diese traurige Lage nicht eingetreten. Der Vorwurf, daß die deutsche Landwirtschaft die Bevölkerung nicht ernähren könne, entbehre ebenfalls der Begründung. In vielen Gegenden würden noch ungeheure Mengen von Getreide zur Viehhaltung verbraucht. Dem könne man leicht abhelfen, dann werde jede Einfuhr überflüssig. Ter Einwand, daß Der Kaiser in Danzig. Am Samstag vormittag 10 Uhr begab sich der Kaiser mit Sonderzug von Neufahrwasser nach dem Danziger Hauptbahnhofe, wo großer Empfang durch die Militär- und Zivilbehörden stattfand. Auf dem Bahnsteige hatte eine Ehrenwache vom Grenadier-Regiment König Friedrich I. Aufftellung genommen. In der Feststraße bewegten sich ungeheure Menschenmengen. Die Truppen der Garnison, Kriegervereine und Schulen bildeten Spalier. Ter Kaiser, welcher die Uniform der Leib Husaren trug, zog mit dem Ehrengeleit des ganzen 1. Leibhusaren-Regi- menrS, das vor dem Bahnhof aufmarschierte, durch das Hohe Thor in die Stadt. Das.Publikum bereitete ihm lebhafte Ovationen. Vor dem Artushof wurde Halt gemacht. Oberbürgermeister Delbrück reichte, umgeben von den Vertretern der Stadt, dem Kaiser den Ehrentrunk dar und hielt dabei eine Ansprache, in der er, der letzten Anwesenheit des Kaisers in Danzig im Jahre 1892 gHenkend, sagte, heute sei des Kaisers Einzug von einer besseren Zeit begleitet. Die hinderlichen alten Wälle seien gefallen, neue Hafenanlagen seien im Entstehen, die Mauern der neuen technischen Hochschule wüchsen rasch empor. Der Oberbürgermeister sprach darauf den Dank Danzigs aus für die thätige Anteilnahmt, die der Kaiser der Stadt widme, und erneuerte das GelÄbnis der Treue. Danach ergriff der Kaiser den Pokal und hielt eine Ansprache, die folgendermaßen lautete: Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die «iehener Homilien- blätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem „Hess. Landwirt" und den „Blättern für bessische Volkskunde" viermal wöchenttich beigelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr.51. „Mein lieber Herr Oberbürgermeister! Ich komme soeben von der hochbedeutsamen Begegnung mit meinem Freunde, dem Kaiser von Rußland, welche zu unserer beider vollsten Zufrieden heil verlaufen ist, und durch welche hinwieder um die Ueberzeugung unerschütterlich be festigt wird, daß für lange Zeiten der europäische Friede für die Völker erhalten bleiben wird. Dieses Faktum macht auch mir das Herz leichter, wenn ich in die Mauern dieser alten schönen Handelsstadt ein- ziehe. Als ich das erste Mal Danzig besuchte, konnte ich mir aus dem damaligen Zustande der Stadt' schon die Aufgabe vorzeichnen, welche darin bestand, die Stadt wieder zum Emporblühen zu bringen und zum Vorwärtsschreiten, die schönste Aufgabe, die einem Landesvater und Regenten blühen kann. Ich hegte keinen Zweifel, nachdem im Rathause mir die Absichten der Stadt in Wort und Bild mitgeteill worden waren, daß bei deren altem Hansageift, der in unser» Kaufleuten sitzt, bei dem Entschluß der Danziger, sich emporzuraffen, die Aufgabe, wenn auch nicht leicht, so doch ausführbar sein würde. Frei von dem bannenden Nebel parteipolitischer Rücksichten, die lange die Stadt Danzig zu ihrem Schwaden bedrückt und niedergehalten haben, statt sich! um ihre Interessen zu kümmern, sehe ich die Stadt jetzt vor mir aufblühen unter der sicheren Hand eines llugen, weitblickenden Stadthauptes. Wie die Entwickelung der Stadt mächtig emporstrebt, das zeigt sich in den gefallenen Wällen. Mit staunender Bewunderung hat mein Blick die neuen Stadtteile übersehen und mit Freude, daß sie an dem Stil Ihrer Väter festgehalten und daß Sie das schöne eigentümliche Gepräge und Bild, das einem jeden eingegraben bleibt, der einmal Danzig gesehen hat, festzuhalten und za entwickeln bestrebt sind. Sie sehen an mir noch die Zeichen der Trauer. Aber eines meiner letzten Gespräche, welche ich im vergangenen Sommer mit meiner schon damals schwer leidenden Mutter gehabt habe, das war über die Entwickelung der Stadt Danzig, weil Ihre Majestät wußte, daß ihr Regiment nunmehr auch hier eine Heimstätte finden würde, und die hoch? seljge Kaiserin spracht damals den Wunsch aus, sie hoffe, daß die Danziger ihre Vergangenheit nicht vergessen möchten, und vor allem ihren schöner: Stil, das Erbteil ihrer Väter, wahren und fortentwickeln möchten. Ihnen aber, meine Herren, spreche ich meinen herzlichsten, tiefgefühltesten Dank aus für den schönen Empfang, für den herrschen Sck)muck Ihrer Stadt und die freudige Stimmung Ihrer Bürgerschaft. Jcb, freue mich, daß es nach manchen Schwierigkeiten gelungen ist, dem Wunsche der Stadt zu entsprechen, ihr vorwärts zu helfen. Der Herr Oberbürgermeister wird das selbst am besten wissen, daß wir zusammen manchen harten Strauß haben fechten müssen, zumal der Finanzierung wegen, und nicht zum Geringsten rechne rch mir zum Ruhm, wenn ich sagen darf, daß ich Ihre Brücke habe durchgebracht. Sie können fick versichert halten, daß nach wie vor mein Interesse für die Hebung und Fortentwicklung Ihrer Stadt dasselbe bleibt, und Sie werden mich lange genug kennen, um zu wissen, wenn ich mir etwas vorgenommen habe, führe ich es auch durch. (Bravorufe.) Sie können sich denken, daß alte Phasen ihrer. Entwicklung von mir mit landesväterlichem Interesse, meiner Huld und meinem Schutz geleitet werden So trinke ich denn diesen Becher mit deutschem Wein auf das Wohl und die Entwickelung der Stadt Danzig. (Donnernde Hochrufe.) Iprechungen zu hoffen, daß die Negierung sich vernünftigen Bauer den billigen Schutz versage, Vorstellungen nicht verschließe, auch würden die allzeit treu wenigstens die Augen geöffnet. In H^,,^ v u c y ju ihrem Landesfürsten stehenden Bauern an diesen appel- Landwirtschastsministex am Platz, da der jetzige lleren Ein Hoch auf den Großherzog schloß die mit vielem zugleich mit der Industrie und dem Handel liebäugelet die Beifall ausgenommene Rede. Regierung hätte wohl zu der Versammlung eine Kom- Zur Geschäftsordnung wurde bekannt gemacht, daß vvm Mission schicken können, der die Wünsche der Bauern ange- Vermn Elmenrod em Schreiben eingelaufen sei, in dem hört hätte, die Antwort sei, zart ausgedrückt, unhöflich ersucht wird, die Versammlung möge an dem Minimalsatz Der Redner erntete außerordentlichen Beifall. von 7.50 Mk. Zoll auf alle Getreidesorten feschalten. Es Pfarrer Maurer tritt hierauf für besseren Schutz der haben sich ca. 1700 Landwirte angemeldet, aber weit mehr Tabakbauern ein, die durch die ausländische Kon- waren erschienen. kurrenz außerordentlich geschädigt seien. Man müsse sich . Gutsbesitzer Schade-Altenbura verbreitete sich hierauf zu Genossenschaften zusammenschließen, sonst mache der m längeren Ausführungen über die Notlage der Landwirt- Zwischenhändler das Geschäft, und dem Bauer bleibe nichts, chaft. Der Kampf auf der ganzen Linie sei jetzt entbrannt Außer dieser Selbsthilfe müsse aber auch der Staat ein- und es müsse sich jetzt entscheiden, ob die entstandenen I treten zur Stütze seiner getreuesten und besten Kinder. Tie Wunden geheilt würden oder nicht. Leider sei s. Zt- der | Gutmütigkeit der Hessen und Süddeutschen sei sprrchwört- Kampf zu Gunsten der Industrie entschieden worden. Heute mich, daher müsse man jetzt den Mund aufmachen und heute müsse dre Landwirtschaft dagegen ankämpfen. Tie Auf- wie immer geschlossen vorgehen. Hebung der kleinen Grenzzölle, die Aufhebung der Zoll- Landtagsabg. Korell bespricht die Nachteile der unter kredrte für gemischte Transitlager, Schaffung eines Mini-1 Caprivi eingeführten Zölle, sowie das Ueberhandnehmen maltarifs für alle landwirtschaftlichen Erzeugnisse seien die der Hypothekcnbelastungen auf dem Lande, was schon wichtigsten Forderungen. Ein Getreidezoll von 7.50 Mk. Ministerialrat Braun anerkannte und als beredtes Zeichen werde annähernd das frühere Verhältnis wieder Herstellen, der Zeit bezeichnete. Die Regierung werde auch im Falle der Dazu sei ein lückenloser Tarif notwendig. Die In dustrie,! Entscheidung nicht im Zweifel sein, wo ihr Standpunkt die das.System der Arbeitsteilung für sich habe, fet|fei. Geschlossen müsse man daher jetzt vorgehen. Er entschieden im Vorteil. Tie Landwirtschaft habe in!erinnere an die Worte' Bismarcks: Nur wenn die Lcttrd-i ungünstigen Zeiten nicht Hilfsmittel wie die Industrie, die I wirtschaft einig ist, kann sie sich im Parlament eine ihrer ich durch Arbeiterentlassungen, Ringbildungen re. helfen würdige Vertretung schaffen. 'önne. Vieles sei in dem Tarif noch vergessen, so der! Der Vorsitzende dankte hierauf allen Referenten Und Gartenbau, das Quebrachoholz, dessen Einführung die Ge- eröffnete die Diskussion, in der zunächst Landtagsabg. meinden, die Schälwaldungen haben, ungeheuer schädige. Wolff sein großes Bedauern ausdrückt, daß die beiden Alle von den Getreidezollgegnern angeführten Gründe seien Vorsitzenden des landw. Provinzialvereins in Rheinhessen nicht stichhaltig und Schreckgespenster. Tie zahlreich ange- den Aufruf zu unterzeichnen sich geweigert haben (es erstellten Enqueten bewiesen sämtlich den Rückgang der!tönen vielfach laute Pfuirufe). Die überwältigende Mehr- Landwirtschaft. Auch die von den Gegnern aufge- zahl der rheinhessischen Bauern sei für den Antrag. Es sei ührten Statistiken, nach denen der Großgrundbesitz von auch zu bedauern, daß viele junge ev. Landgeiftliche und »en Getreidezöllen Vorteil habe, seien vielfach widerlegt. Lehrer sich der national-sozialen Partei zuwenden, die Wie sehr die Landwirtschaft notleide, beweise der Umstand, den Bauer noch mehr zu schädigen suche, wie die Sozial- daß von 39 Hess. Großbetrieben nur 8 eine Rente bis zwei demokraten; auch fei es notwendig, alle Zeitungen, welche Prozent haben. Auchs der Einwurf, daß durch zu hohe gegen die Landwirtschaft aufträten, aus dem Bauernhause Agrarzölle der A b ch l u ß d e r H a n d e l s v e r t r : e e r -1 zu verdammen. — Landwirt Gra '> l'ajor v. Pfister treten GletzenerAnzelgerM W General-Anzeiger " Sä y Univerfttäts - Druckerei Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MZZ ____ zcigenteil: Hans Beck. Oberpräsidenten Goßler an der Spitze, empfangen. Die die Mehrzahl der Landwirte weder Interesse noch Vorteile Weihereoe hielt der Generalsuperintendent Döblin. Der von den Zöllen habe, sei durch viele Tabellen widerlegt. Kaiser begab sich abends im vierspännigen Wagen nach Nur die Handelskreise und die Sozialdemokratie gönnten Langfuhr, um bei den Offizieren der Lciohusaren-Brigade der Landwirtschaft nicht, was ihr gehöre, daher sei Einig- zu speisen. Gleichzeitig fand in der Doppelreitbahn des keit der Bauern beste Stütze. Er erhoffe von dem Wohl^ 1. Leibhusarenregiments ein Fest statt, welches die Stadt wollen der Regierung die beste Hilfe. Danzig den Mannschaften der Brigade gab. Gutsbesitzer Schätzel-Selzeir verbreitete sich' hieraus Am Sonntagvormittag empfing der Kaiser an Bord über die sehr ungünstige Lage des Weinbaues und des der „Hohenzollern" den Vertreter des Provinzialverbandes Weinhandels, sowie des Gemüsebaues rc. und über die Be- von Westpreußen in Gegenwart des Oberpräsidenten. Um Ziehungen zu den Handelsverträgen. Er machte Mittell- 10 Uhr vormittags fand an Bord der „Hohenzollern" Gottes- ungen über die kulturelle Lage, die gegenüber anderen Län- dienst statt. Ter Feldgottesdienst wurde abgesagt. ,dern sehr schlecht sei. Man müsse daher staatlichen k m * . . , ■- ■ .----- Schutz und Hilfe in Anspruch nehmen. Der Weinfabri- FMotS-MsllMMlUUg des hessischen Knuernstandes. kation sei Thür und Thor geöffnet, und die Konkurrenz S Darmstadt. 15 Sevtember Auslandes sei erdrückend. Auch die setthev zoll- Äuö dem ganzen Hessenlande sind heute die Bauern ^"^^st, die im Frühjahr lange, hier zusammengesttömt, um Stellung zu nehmen zu den unsere ernhemiychen Frr^hte reifen, das Land über- von der: Zollgegnern gegen den Zolltarif-Gesetzentwurf geltend gemachten Einwürfen und Verdächtigungen. Ueber ^,en . hoffentlich der deutlchen Landwirtschaft zum .Segen 2000 Agrarier hatten sich wohl im städtischen Saalbau ein- §breichen. gefunden. Wir sahen außer dem Reichs- und Landtags- Redakteur Hi rschel kritisiert die im Frühjahr in abaeordneten Haas, der in der Versammlung den Vorsitz Darmstadt stattgehabte Versammlung des Handels-Ver- führte, iw cf) die Abgeordneten Bär, Brauer, v. Brentano, trags- (oder Kommerzienrats-) Vereins und insbesondere Erk, Dr. Heidenreich, Horn, Köhler-Langsdorf, Koch> Korell, ^e Ausführungen des Prof. Staudinger. Von allen Ohl, Graf Oriola, Ripper, Schönberger, Wolff und Weith, Seiten werden dem Bauernstände niederttächtige Verleumden Präsidenten des Landw. Vereins für Oberhessen, Oeko- bungen und Verdächtigungen vorgeworfen;' der „Vvr°ö nvmierat Schien ke, den Vizepräsidenten des Landw. Ver- wärts" leiste hierin das Höchste an Lüge, Verhetzung und eins für Starkenburg, I. Walter, den 2. Vors. d. Hess. Gemeinheit. Ter bedauernswerte Rückgang des D-eutschen Bauern-Vereins, Pfarrer Maurer, den Schriftführer des Landwirtschaftsrates sei ein Sieg für die Sozialdemokratie, Hess. Bauernbundes, Hirschel, den Vertreter des Bundes die sich in hefttgen Agitationen ergehe. Er erinnere hier der Landwirte für Rheinhessen, PH. Ehr. Grosch, den Guts- «n das Wort Bismarcks, der einst gesagt habe, wenn die besitzer Schätzel-Selzen, sowie den Reichstagsabg. Gräfe aus Sozialdemokraten sich am heftigsten wehren, sei er auf dem Brschofswerder. Geheimrat Haas begrüßte die Versammlung richtigen Wege. Man müsse daher den Kampf gegen die rn längerer Ansprache und führte aus, daß ernste Zeiten rote und die goldene Internationale aufnehmen, denn für dre Landwirtschaft hereingebrochen seien, in denen sie jeder Arbeiter sei seines Lohnes wert. Auch die Sozial-, vor der Entscheidung stehe, ob sie auch ferner mit schwerem demokratte wehre sich gegen ausländische Arbeiter. — Eine Druck belastet sein werde oder ob sie bald werde aufatmen neue außerordentliche Getreidekonkurrenz sei in Sicht, die können. Man müsse deshalb Schulter an Schulter, unter das Schlimmste befürchten lasse; Bismarck habe auch gesagt Zurücksetzung aller lleinlichen Gegensätze für das gute Recht „wenn die Landwirtschaft nicht mehr bestehen kann, gebt des Bauernstandes eintreten. In der heutigen Versamm- das Land zu Grunde." Bei schlechten Getreideernten habe lung wolle man die Forderungen feststellen und gegen die «- -*«■« .. •« - - - - • schreiende Ungerechtigkeit protestieren, mit der die Zoll- gegner die Landwirtschaft behandelten. Tie heute erschienenen zahlreichen lleinen Bauern bewiesen am besten, daß nicht nur der Großgrundbesitzer von den Zöllen Vorteil habe. Ter Regierung rnüsse man die nötigen Maßregeln Vorschlägen, damit sie die für die Landwirtschaft notwendigen Lebens- bed-ingungen erwäge und sich auf ihre Seite stelle. Leider habe die Regierung auf die Einladung zur heutigen Versammlung geantwortet, daß sie bedauere, von derselben keinen Gebrauch machen zu können; diese Antwort sei weder höflich, noch! geschickt, noch klug, doch werde dies die Ver-, 0„.,0 o VVMf sammlung nicht abhalten, mit Rücksicht auf frühere Ver- lieber den Freihandel erklären; wenn die Regierung dem . , wurden diesem dann In Hessen fei ein eigenen Anatomie und Physiologie an der^tierarzneilichen' Hochschule zu Hannover angestellt. Vom 30. Juni 1879 wirkte er ; als außerordentlicher Professor für Veterinär-Anatomie und Histologie, Beurteilungslehre und Gesundheitspflege der . landwirtschaftlichen Haustiere, sowie Geschichte der Tierheil- ; llunde an der Abtellung für.Tierheilkunde rmserer Landes- Aniversität. Am 16. April 1900 wurde er zum ordentlichen Vrofessor der Tierheilkunde ernannt. Die Beerdigung findet am Mittwoch, 18. Sept., vormittags 11 Uhr, vom Bahnhof aus statt. ** Das Gießener Elekrizitätswerk wurde am Samstag abend von den Stadtverordneten unter Führung des Be- riebsleiters Muh lert eingehend besichtigt. Die Ausführung und Anlage des Werks, über das sich Bürgermeister Mecum in seiner Ansprache lobend äußerte, läßt erwarten, daß es allen berechtigten Anforderungen entspricht. ** Jahresversammlung der Zoologischen Gesellschaft. Wie wir erfahren, hat die Deutsche Zoologische Gesellschaft be- chlossen, ihre nächste Jahresversammlung in der Psingstwoche 1902 in Gießen abzuhalten. ** Diebstahl. Ein unbekannter Durchreisender (Böhme) cahl am vergangenen Samstag Nachmittag beim Betteln in einem Geschäftsladen der Wallthorstraße 27 neue Porte- moonaies. Er entfernte sich, da die elektrische Klingel in der Ladenthüre versagte, wieder, ohne bemerkt worden zu sein. Der Diebstahl wurde jedoch bald entdeckt und der Dieb 'onnte noch im Besitz der gestohlenen Ware verhaftet werden. Auf dem Kreuzplatze versuchte der Verhaftete, den ihn trans- lortierenden Schutzmann zu überwältigen und zu entweichen, was ihm jedoch nicht gelang. ** Verhaftung. Am Samstag Nachmittag gerieten der iausbursche und der Buffetier einer hiesigen Restauration in Lortwechsel, in dessen Verlauf ersterer ein Glas ergriff und em letzteren damit auf den Kopf schlug, sodaß eine blutende Wunde entstand. Der Thäter wurde verhaftet und wegen Körperverletzung zur Anzeige gebracht. ** Schlägereien. In der Nacht von Samstag auf Sonn- ag kam es in der Bahnhofstraße zwischen mehreren jungen Leuten zu einer Schlägerei, wobei einer von ihnen eine blutende Wunde davontrug. Die Thäter wurden ermittelt und wird Anzeige erhoben. — Eine andere Schlägerei ent- pann sich nach einem Wortwechsel in einer Wirtschaft in der Licherstraße zwischen Betonarbeitern von auswärts, die zurzeit bei dem Bau der Siechenanstalt beschäftigt sind. Dabei traten die Fäuste, aber auch Regenschirme und Stühle in Thätigkeit. Der mehrmaligen Aufforderung des Wirtes, das Lokal zu verlassen, folgten die Radaubrüder nicht, sodaß sie durch die Polizei entfernt werden mußten. Anzeige^ gegen die Haupträdelsführer wurde erhoben. ** Zu viel des Guten. Ein in Wetzlar wohnender Mann, der zu einer Beerdigung hierher gekommen war, bekundete seine Anteilnahme bei dem Leichenschmause so, daß er schließlich vor Rührung die Herrschaft über seine Gliedmaßen verlor und per Cylinder in das Haftlokal verbracht werden mußte. k. Rodheim v. d. H., 14. Sept. Zu dem bereits telegraphisch von uns gemeldeten Brande erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Das Feuer brach in der Nacht kurz nach 12 Uhr aus und nahm trotz des sehr nassen Wetters bei nicht ungünstigem Winde, aber infolge der unglücklichen, sehr eng zusammenhängenden Bauverhältniffe eine riesige Ausdehnung an. Die Bewohner Rodheims waren alsbald zur Stelle und mit Hilfe der rasch herbeigeeilten Nachbar- feuerwchren begann eine eifrige Löschthätigkeit, deren guter Erfolg noch am anderen Tage sich bemerkbar machte. Selbst von Friedberg erschien ein Löschzug. Im ganzen brannten etwa 20 Gebäude nieder, 9 Wohnhäuser, außerdem Scheunen und Stallungen, aber auch die alte Kirche. Die neuere Kirche wurde mit vieler Mühe unter Zusammenwirken droier Spritzen gerettet. Wunderbarerweise ist nicht der geringste Verlust an Tieren zu verzeichnen, auch Menschenleben gingen nicht verloren. Von dem Mobiliar konnte viel aus den Häusern gerettet werden. Beim Betrachten des Trümmerfeldes sah man manches schauerlich interessante Schauspiel. Die alte Kirche ist vollständig ausgebrannt. Die Glocken liegen halb geschmolzen in dem noch glühenden Schutt. Wo früher der Altar stand, blickt man jetzt hinunter in die Gruft, in welcher der Sarg der Stifterin der Kirche zu sehen ist. Was die Entstehungsursache des Feuers anbetrifft, so ist noch nichts Genaues bekannt. Allerlei Vermutungen werden ja aufgestellt, aber sie scheinen doch recht gewagt. Mehrfach begegnet einem die Ansicht, daß der Brand im Zusammenhang stehe mit dem Ergebnis der an demselben Tage stattgehabten Gemeinderatswahl. Was daran ist, wird wohl die Untersuchung, die bereits durch den Untersuchungsrichter eingeleitet ist, ergeben. Im Allgemeinen sollen die geschädigten Leute gut versichert sein. Am zweiten Tage des Brandes blieb immer noch eine starke Wache zurück, da die Lage, besonders für den Fall, daß der Wind vielleicht umschlägt, noch rech jür Beschädigung der Fichtenpflanzungen, 10 000 Mk. Ersatz Minderwertes der Gesamtbesitzung und 3000 Mk. als .Ersatz des Ausfalles der mit 1000 Mk. jährlich auf die Dauer von 6 Jahren zu bemessenden Jagdpacht. — Dem Adolf Gaub in Homberg a. d. Ohm war seitens des Kreisamts zu Alsfeld aufgegeben worden, sein baufälliges Wohnhaus abzutragen. Der hiergegen ergriffene Rekurs wurde vom Provinzialausschuß abgewiesen. — Karl Brack zu Bad-Salzhausen beabsichtigt, die früher von dem Kurhauspächter als Nebenbetrieb des Kurhauses innegehabte Wirtschaft weiter zu betreiben. Das Gesuche wurde vom Kreisamt Büdingen abschlägig beschieden. Ter Provinzialausschuß gab dem vom Gesuchskeller ergriffenen Rekurs statt, :da es sich um Fortbetrieb einer bereits bestehenden Wirt- schäft handelt. ** Professor Eichbaum f. In der vergangenen Nacht starb in Bad Rheinau Prof. Dr. Eichbaum, wo er zur Kur weilte, plötzlich an Herzlähmung. — Carl Friedrich Eichbaum ist am 4. Oktober 1852 zu Schwetz in Westpreußen geboren. Er studierte von 1871 bis 1874 Tierheilkunde an der Tierarzneischule in Berlin, und von 1875 bis 1876 medizinische Wissenschaften an der Universität Berlin. Arn 4. Dezember 1874 promovierte er bei der medizinischen Fakultä der Landesuniversität Gießen zum Dr. med. vet. Vom Oktober 1876 bis Oktober 1877 war er Kreistierarzt des Kreises Tuchel in Westpreußen. Im Sommersemester 1877 wurde er zur weiteren wissenschaftlichen Ausbildung nach Berlin beurlaubt. Am 15. Oktober 1877 wurde er als Repetitor für Neueste Meldungen. Berlin, 15. Sept. Die internationale AuA-i tellung für Feuerschutz und Feuerlöschwesen wurde nachmittags durch den Landwirtschaftsminister von i^odbielski, der in einer Ansprache der Verdienste Hohenlohes und Colers um die Ausstellung gedachte, geschlossen. Nach einer Ansprache des Geheimrats Richter gäben Kvm- merzienrat Jacob und Branddirektor Giersberg das Ergebnis der Preisverteilung bekannt. Podbielski schloß die Ausstellung mit einem Hoch auf den Kaiser und die Vro- tektorin, die Kaiserin. Heilbronn, 16. Sept. Es sind nunmehr beide Direk» toren der Heilbronner Gewerbebank in Haft genommen worden. Nach einer Mitteilung des Aufsichtsrats beträgt das, Defizit annähernd zwei Millionen Mark. Man hoffte das Defizit zu decken so daß eine Schädigung der In- : ereffenten nicht eintritt. Heilbronn, 16. Sept. Auf dem Dachraum des, ver-^ hafteten ersten Direktors oer Heilbronner Gewerbe^ bank wurde heute vormittag der Betrag von 50 000 Mark in einem Versteck aufgefunden, welche er bei Seite schaftte, um damit zu fliehen. Vorläufig wurde eine Untere bi lanz von anderthalb Millionen Mark' festgestellt. Ein großer Teil der der Bank übergebenen Depots ist nach Frank- urt a. M. weiter verpfändet worden. Der Gesamtverlust >er Bank dürfte 3 Millionen oder mehr betragen. Samt-, liche drei Direktoren sitzen in Haft. Entgegen der Versicher- ung, daß alle Gläubiger beftiedigt werden sollten, gilt dep Konkurs als unvermeidlich Winterthur, 15. Sept. Heute wurde die Ausstellung bet Werke des hier geborenen Porträtmalers Anton Gräff eröffnet, unter denen sich auch von der königlichen Akademie, der Nationalgalerie in Berlin, sowie von der sächsischen Re-, gierung gesandten Werke befinden. Chicago, 15. Sept. Die Polizei gab thatsächlich die Theorie vom Vorhandensein eines Komplottes zur Ermordung Mac Kinleys auf, da man keinerlei Beweffe für dasselbe auffinden kann. Cleveland, 15. Sept. Der Vater des Mörders Czol- gosz's ist nach Buffalo abgereist, um seinen Sohn zu bewegen, alles zu sagen, insbesondere auch dasjenige, was auf ein etwaiges Komplott Bezug haben könnte. Buffalo, 15. Sept. Roosevelt erließ eine Prvi klamation, worin er bestimmt, daß Donnerstag, am Tage der Beisetzung McKinleys, überall in den Vereinigten Staaten Trauergebete äbgehalten werden. T-r. Mann, einer der Aerzte, die McKinley behandelten, bezeichnet es als sehr bemerkenswert, daß bei der Autopsie alle Gewebe, durch die die Kugel gedrungen, abge, storben befunden worden sind. Vom Magen war eine Stelle, etwa von der Größte eines Silberdollars, abgei storben. Bei der Autopsie waren Vertreter der Regierung, der Familie, sowie des ärztlichen Standes zugegen. Buffalo, 14. Sept. Bei der heute stattgehabten Eidesleistung des Präsidenten Roosevelt im Haus, Wilkock waren Minister und andere Persönlichkeiten zugegen. Der Sekretär des Krieges, Root, der mit Thränen in den Augen sprach, setzte Roosevelt in Kenntnis, daß das Kabinett aus gewichtigen Reaierungsrüch'ichten beschlossen habe, von ihm sofort die Eidesleistung jn erbitten. Roosevelt erwiderte: Ich werde auf Ihren Wunsch sofort den Eid leisten und möchte in dieser Stunde tiefer Trauer, wo die Nation einen so schweren Verlust zu beklagen hat, erklären, daß es mein Ziel sein soll, die von McKinley zum Frieden, zum Gedeihen und zur Ehre meines geliebten Landes eingeschlagene Politik unverändert fortzusetzen. Der Richter nahm Roosevelt sodann den Eid ab. Roosevelt gab dann dem Wunsche Ausdruck, sich mit den Mitgliedern des Kabinetts allein zu besprechen. 'Er forderte sie in dieser Konferenz auf, ihre Portefeuilles wenigstens für den Augenblick beizubehalten, was diese zusagten. Schließlich teilte Roosevelt auch mit, der Kongreß würde nicht zu einer außerordentlichen Session zusammentreten, da dies unnötig sei. Buffalo, 15. Sept. Gegen 11 Uhr vormittags fand im Hause Milburna ein einfacher Trauergvttesdienst statt, an dem die Mitglieder des Kabinetts, zahlreiche hervorragende Personen, sowie die Witwe McKinleys teilnahmen. Alsdann wurde die sterbliche Hülle McKinleys, eskorttert von Mitgliedern des Kabinetts und begleitet von Abteilungen der regulären und Miliztruppen sowie Marinesoldaten nach City Hall gebracht, zu der die Bevölkerung nachmittags Zutritt erhielt. Klapst ad t, 15. Sept. (Reuter.) Hier herrscht Ein- sttmmigkeit darüber, daß oie Proklamation Kit- cheners vom 6. Aua. nicht ba^u geführt hat, daß sich irgend eine größere Zahl von Buren unterworfen hat. — Die Buren unter Theron griffen vorgestern Heidelberg, das von einer Abteilung des West-Yorkshire-Regiments verteidigt wurde, mit großer Kühnheit an, wurden jedoch zurückgeschlagen. Bloemfontein, 14. Sept. (Reuter.) Major Da- mant, welcher gegen Hertzogs Kommando operiert, gelang es, bei Fauresmith 11 Buren in einen Hinterhalt zu locken und gefangen zu nehmen. 234 Buren in Winburg, Drede und Harrismith haben den Engländern den Treueid geleistet/ ebenfalls für die Landwirtschaft ein und lassen den Bauern- stand und däs Vaterland' hochleben, worauf in einem Schlußwort der Vorsitzende die Einmüttgkeit der heutigen Versammlung konstatierte: Der Bauernstand sei sich jetzt Uar geworden, daß er sich auf sich selbst verlassen müsse. h-> EI wurde dann eine Resolution vorgeschlagen, die durch eine Deputation der Regierung überreicht werden soll. Die Resolution wurde einsttmmig angenommen, worauf der Vorsitzende die Versammlung mit einem lebhaft aufge- -nommenen Hoch auf Kaiser und Reich schloß. In der Resolution wird u. a. gefordert: die Aufstellung eines Doppeltarifs mit festen Maximal- und Minimaltarifsätzen für alle landwirtschaftlichen Positionen. Ws jMtpunkt des Jnkraftttetens des Zolltarifgesetzes ist der VC Januar 1904 gesetzlich festzulegen. Die Resolution zählt 'jutn im einzelnen die für die haupffächlich in Bettacht kom- -meuden Zolltarifposttionen für notwendig gehaltenen Minü- >M!altarifsätze auf, aus denen hervorgehoben sei, daß für 'Roggen, Weizen, Gersste und Hafer 7.50 Mk. für 100 Kilo und auch für andere Erzeugnisse höhere Zölle gefordert werden. Tie .Großh. Regierung wird ersucht, mit allem Nachdruck für die Einsetzung von Minimalsätzen für sämtliche landwirtschaftliche Produkte eintteten zu wollen. (Wegen Raummangels ist es uns heute unmöglich, den Wortlaut der Resolution zu veröffentlichen, was wir in unserer nächsten iNummer thun werden. D. Red.) Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen--,' 10 Schaflämmer. Bezahl! wurde; für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen :i. Qualität 64—70 3Rf'. 2. Qual. 63—66 Ack., 3. Qual. 59—61 Mk.; Bullen 1.Qual. 55 bis 57 Mk., 2. Qual. 51—54 Mk.; Kühe 1. Qual. 61—63 Mk., 2. Qual.' 57—58 Mk., 3. Qual» 42—45 Mk, 4. Qual. 32—34 Mk., 5. Qual.' 30—32 Mk. Kälber: 1.'Qualität 77—79 Pfcp, Lebendgewicht 46 bis' 48 Psg., 2. Qual. 69—71 Pfg., Lebendgewicht 40—42 Psg., Schlachtgewicht 00—00 Pfg, Schafe: 1. Qual. Schlachtgewicht 60—62 Pfg., 2. Qual. 52—54 Psg.; Schweine 1. Qual. 69 Pfg., Lebendgewicht 55 Psg., 2. Qual. 68 Pfg., Lebendgewicht 54 Pfg., 3. Qual. 58 bis. 60 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. Geschäft bei Hornvieh gut,' bei Kleinvieh gut. Markt geräumt. fc. Frankfurt a. M., 15. Sept. (Orig.-Telegr. des „Gießen. An-.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Mk. 16.25—00.00, Kurhessischer Mk. 16.50—00.00, La Plata Mk. 16.75—17.25, Kansas Mk. 00.00—00.00, Roggen (hiesiger) Mk. 13.75—00.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 16.00—16.50, Kleie Mk. 00.00—00.00, Hafer Mk. 13.75—14.00, Mais Mk. 12.00 bis Mk. 12.25, Weizenmehl 0 Mk. 24.75—25.00, 2. Qualität Nck. 22.75 bis Mk. 23.00, 3. Qualität Mk. 20.75—21.00, Rogaenmehl 0 Mk. 21.75—22,51.2. Qualität Mk. 20.50—20.75, Weizenkleie Mk. 9.00 bis Mk. 00.00, Roggenkleie Mk. 9.75—10.00, Maiskeime Mk. 9.50 bis Mk. 10.00. Alles per 100 Kg. ab hier. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik besindlichcn Original-Nachrichten ^st nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Auz." gestattet.) Gießen, 16. September 1901. ** Ter P r 0 v i n z i a l - A u s s ch u ß bet Provinz Ob!-erHessen' verhandelte am Samstag übet den Einspruch, den eine Anzahl Einwohner von Lollar gegen die Vsrntessung der zur Enteignung stehenden, für die Erweiterung des Vahnhvss Lollar be- prntmten Parzellen erhoben. Tie Kgl.' Eisenbahndirektiorr Frankfurt war durch Rechtsanwalt Dr. Weber vertteten, §.er u. a. darauf hinwies, daß die Vermessung die Entschädigung .für das zu enteignende Gelände nicht tangiere, sondern die Entschädigung aus Grund der Meßbriefe erfolge. Der Provinzialausschuß erkannte zu Recht, daß den von der Geländeerwerbs-Kommission und der Eisenbahndirektiou bestieMen Geometern nebst ihren Gehilfen das Recht zu- svehe, Vermessungsarbeiten vorzunehmen und die erforderlichen Instrumente aufzustellen, bis die Meßbriefe fertig gestellt sind, ti Durch den Bahn bau Niedergemüu- den-Nieder-Offleiden werden in den Gemarkungen Lomborg und Obevoffleiden eine Anzahl Grundstücke und Hosraiten durchschnitten, deren Besitzer nur -um Teil mit der ihnen angebotenen Enffchädigung zuftieden sind. Es haben Einspruch erhoben L. Firnhaber von Homberg, Karl .Schneider und Lorenz Metz V. von Oberoffleiden. Dem L. Firnhaber werden seitens des Provinzialausschusses zu- iMprochen 36 Pfg. für den Quadratmeter Gelände und 642 Mark für entsclllene Obistbäume; dem Karl Schneider wird ,eiue Gefamtentschädigung von 2323.90 Mk. einschließlich 2000 Piark Minderwertsentschädigrmg für die Hofraite (gefordert hat er 7000 Mk.) zugesprochen, dem Lorenz Metz V. eine Gesamtentschädigung von 2787. 50 Mk., worunter 337 Mark für entfallene Obstibäume und 900 Mk. als Ersatz des Minderwertes der Hofraite. — In dem Enteignungsverfahren gegen Kommerzienrat Passav ant in Frankfurt am Main handelt es sich um Anlage ein es Versuch,s- tzrubenfeldes in dem dem Genannten gehörigen Kirchenwald der. Gemarkung Langenhain-Ziegenberg. Ter Forstverwalter Sommerlad von Ziegenberg hat auf ^Grund des Berggesetzes das Enteignungsverfahren beantragt. Zwischen den beiderseitigen Rechtsvertteten, Rechts- ianwalt Windecker-Friedberg für Sommerlad und Rechtsanwalt Dr. .Schmidt-Polex-Frankfurt a. M. für Passavant, kcwr es nach! Vernehmung mehrerer Jagd-Sachverständiger zu langen Erörterungen über den Begriff Standwild und KÄechselwild. Der Vertteter Passavants ttat entschieden daftir ein, daß, das in den letzten Jahren im Kirchenwald erlegte Wild Standwild sei und demnach der Anspruch seines Menten Mf feine hohe Entschädigung für die durch Ausschließung eines Grubenfeldes entstehende Wertminderung der Jagdpackst und damit des ganzen Besitztums gerechtfertigt sei. A Ter Vertteter Sommerlads verttat aus Gund der Aussagen der von ihm geladenen Jagdvächter die Ansicht, daß es sich hier nur mm Wechselwild handle und deshalb die'Jago nicht den von der Gegenseite angeführten Wert chabe. Das' Besitztum Passavants werde nicht niinderwertig, 'eine Entschädigung in der von diesem geforderten Höhe ;fei auch deshalb nicht gerechtfertigt, weil es sich! zunächst inur um Aufschlußarbeiten handle, die eingestellt würden, ;tvenn die Erzlager nicht in einer bergmännischen Anforderungen entsprechenden Aiächtigkeit aufttäten. Die Forderung Passavants besteht in 25 000 Mk. Entschädigung für Minder- ^■ung des Jagdwertes, 500 Mk. jährlich für entgangene Benutzung des Abfuhrwegs, 600 Mk. Entschädigung für das , Abholzen der Betriebsfläche, 7500 Mk. für Entwertung der ^Abfuhrwege, 25 000 Mk. Sicherheitsleistung für Wertver- !nrinderung des Gesamtbesitzes, 11000 Mk. für Wiederherstellung der Betriebsfläche. Der Provinzialausschuß sprach^ 'dem Eigentümer eine jährliche Entschädigung als Ersatz des Minderwertes der Grundstücke von 500 Mk. zu, 300 Mk. ernst war. eh. Walleurod, 15. Sept. (Telephon-Meld, des „Gieß. Anz.) Seit einer Reihe von Jahren hat unser Ort keinen großen Brand mehr gesehen. Da schreckte heute Abend */,8 Uhr der Ruf „Feuer" die Bewohner auf. Es brannte der Stall und die Scheune unseres Mitbürgers Stock. Auch das Wohnhaus wurde von dem verzehrenden Element ergriffen. Mit knapper Not konnte das Vieh gerettet werden. Durch Boten und Telephonrufe wurden die Wehren von Reuters, Heblos. Vadenrod und Storndorf herbeigerusen, die auch bald erschienen und den Kampf gegen das Element aufnahmen. Hoffentlich gelingt es den sechs arbeitenden Spritzen das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Auch das Gebäude des nebenanwohnenden Besitzers Schrimpf ist zur Zeit noch nicht außer Gefahr. Die Entstehungsursache des Feuers is bis jetzt noch unbekannt. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Märkte. Grünberg, 14. September. Fruchtmarkt. (Durchschnittspreis pro 100 Kilo.) Weizen 16.25 bis 16.50 Mk., Korn 15.36 bis 16.00 Mk., Gerste 13.00 bis 00.00 Mk., Hafer 13.50 bis 00,00 Mk., Erbsen 00.00 bis.00.00 Mk., Linsen 14.00 Mk., Lein 00.00 Mk., Wicken 00.00 Mk., Samen 00.00 Mk., Kartoffeln 6.00 Mk. fc. Frankfurt a. M., 15. Septbr. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen bc.i heutigen Viehmarkt- preisc. Zum Verkause standen 432 Ochsen, darunter 141 aus Oesterreich, 36 Bullen, darunter 3 aus Oesterreich, 223 Kühe, Feffen, Stiere und Rinder, 177 Kälber, 420 Schafe und Hämmet, 1444 Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Der mit den konfirmierten Mädchen für Dienstag geplante, Ausflug muß des Wetters wegen verschoben werden. 1 b M Pfarrer Dr. Grern. Für die Redaktion .verautwörtliA 3M 6198 die vielen Beweise aufrichtiger und teilnehmender Freundschaft bei dem Tode meiner lieben Frau Sophie Balser, geb. Geismar Ernst BaBser 6191 Giessen, 16. September 1901 Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass es Gott dem Allmächtigen gefalle: hat, unseren innigst geliebten Schwiegervater und Grossvater Lorenz Seliäfer Giessen, den 15. September 1901, Die Beerdigung findet statt Dienstag den 17. d. M., nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehause, Schiffenberger Weg 62, aus nach langem Leiden heute morgen 7.9 ühr zu sich zu nehmen. Die tieftrauernden Hinterbliebenen - ».4 . .1 Der Borstand. 6199 Gesangverein Gemütlichkeit. Die Beerdigung unseres Mitgliedes Hem Lorenz Schäfer indet Dienstag den 17. September, nachmittags 4 Uhr, tatt, wovon wir unsere Mitglieder hiermit in Kenntnis etzen. — Zusammenkunft um Va4 Uhr im Vereinslokal. .Icvnuclnnnen 6209] 3-Zimmer-Wohnung mit Zub. zu verm. Weserstraße 25. Freundl. Wohnung per 1. Okt. zu verm. Schützenstraße 4. 6200) 3-Zimmerwohnung mit Küche im 1» Stock zu vermieten. ____________Seltersweg 77. 03613) Stephaustratze 42, part., 5 Zimmer mit allem Zubehör, Garten, per 1. Okt. ob. später zu verm. Näheres Marktstraße 28. ^Versteigerung. Donnerstag den 19. September d. IS., nachmittags 2 Uhr, soll das hiesige Hemeinde-Höst ^bestehend in Aepfeln, Zwetschen 'und Birnen, versteigert werden. ■ Die Zusammenkunft ist im Ort. Queckborn, den 14. Sept. 1901. Gr. Bürgermeisterei Queckborn.* Schmidt 6194 Ldftttßkigemg. Der diesjährige Ertrag von Obst soll auf den unten näher bezeichneten Kreisstraßen auf dem Stand versteigert werden und zwar: L Auf der KrciSstratze Sich— Langsdorf: Freitag den 20. d. Mts., an- fangend vormittags um 9 Uhr, bei Lich am Bahnübergang. $. Auf der KretSstratze Lich— Nieder-Besftnge«: An demselben Tage, anfangend nachmittags um 2 Uhr, bei Lich an der Baumschule. z 3. Auf derselben Straße: - Samstag den 21. d. Mts., anfangend vormittags um 9 Uhr, bei Nieder-Bessingen, nächst' der Peinmühle. " Bemerkt wird hterau, daß auf beiden Straßensrrecken größere Quantitäten feines Tafelobst zur -Versteigerung kommen. 6195 -Lich, den 16. Septbr. 1901. Braun, Kreisstraßenmeister. Stadt. Schlachthaus. Freibank. Heute und morgen: rchmivefleisch 50 Kfg. Der Verkauf deS Fleisches be« findet sich während der Marktzeit am Eingang der großen Schlacht« 'Viehhalle. Bullen. DonuerStag den 19. September l. I., uachmitt. 1 Uhr, werden zwei der Gemeinde Treis a. d. Lda. gehörige fette Hulken in dem Hofe bei dem Ochsenstall meistbietend versteigert. Treis a. d. Lda., 16. Sept. 1901. Gr.BürgermeistereiTreis a.d.Lda. Benner. 6206 ZU verkaufen Einmach gurken und sonstige Gemüse zu haben heute Dienstag auf dem Brand- m b°i §t(m Arber. Cebruuchter Guskochhn- (mit Bratraum), ' dreiflammig, gut erhalten, 9 billig abzugeb. SllkUj L. , Mmrkauf. Die herrschaftliche Villa Moltkestrasse 8 ist wegen Anstaltsverlegung sofort unter günstigen Bedingungen zu verkaufen._______________620- Memmie 5 Seltersweg 77. I H. KMrienWne billig abzugeben. 6192 ________Ricgclpfad 32, HI. 6185] Zirka 50 Ceutuert Haferstroh in Preßballen abzugeben. _____________Lndwigstratze 31. 03603] Ein feiner, vernickelter Kochherd preiswürdig zu verk. Waltthorstraße 46, I. i 4610] Bleichstratze 18 schöne 6-Zimmerwohnung im 1. Stock mit Ballon, Gas, Bleichplatz und sonst. Zubehör, per 1. 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Ko. 40000 Mk.8 Sicherheit alsbald ausmleihew Offerten unter Nr. 03620 an die Expedition dieses Blattes. «l Professor Dr. B'Brl -1 L^L°LS^2, im 49. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bittet im Namen der trauernden Hinterbliebenen Frau Mathilde Eichbaum, geb. Kutscher. Giessen, den 15. September 1901. 6208 —L AB Heute nacht starb in Rheinau plötzlich an Herzlähmung unser innig geliebter Gatte, Vater, Bruder, Schwiegersohn und Schwager, der Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 18. September, vormittags 11 Uhr, . vom Bahnhofe aus, statt. Todes-Anzeige. Heute morgen 3*1, Uhr ist nach kurzem Leiden unsere innigstgeliebte Gattin, Mutter, Tochter, Schwester und Schwägerin Frau Eva Maria Schneider geb. Birkenstock im 36. Lebensjahre von Gott dem Herrn in die Ewigkeit abgerufen worden. Im Namen aller Hinterbliebenen: Otto Schneider. Giessen und Ober-Mörlen, den 16. September 1901. Die Beerdigung findet Mittwoch den 18. September, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Frankfurterstrasse 29, aus, statt.