Nr. 65 Zweites Blatt. 151. Jahrgang. Sonntag 17. März 1601 Erscheint täglich mit LuSnahmk de- Montags. WU Gießener Lamilien- »lStter werden dem An» geiger im Wechsel mit „Hess. Landwirt" und „Blätter Mr heff Volkskunde" vier« mal wöchentlich betgelegt. von «nietgcn ■ der nachmiiiog« für den Mfenkcn Tag erscheinenden ■emmtr bte vorm 10 Ubr Uhdeßellungen Ipättfitn« ücnM vorher ■eMeftiee, Expedition und Druckerei' tchnkstrah« 7. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis Vierteljahr!. Ml. 2.20, monall. 75 Psa. mit Bringerlohn; durch w Adholestellen Vierteljahr!. Mk 1.90, monatl. 65 PM. Bet Postbezug vierteljährl. Mk. 2.00 ohne BestellgeD ■ dt «nzelaen BtrmiiilunO*« stellen de» In> und ttuSlenw nehmen Anzeigen lür d« »iebrner Anzeiger tntgeew. LeilenpreiS lokal li VMv aukwärrs w Pfg. Adrefle für Depesche«! Anzeiger Siehe«. Fernsprechanschluß Nr. M. „Blinde Heffen." W. Gießen, den 16. März. Ein neue- Blatt in den Kronz von Lächerlichkeiten, die in diesen Tagen in Berlin erblühten zur Zierde deS Groß Herzogtums flechten wieder die „Berl. Neuest Ruhr." In Anbetracht des wohltbätigen Zweckes ergehen sie sich neuerdings in Klageliedern über die bevorstehende Liberaltsi ruug des hessischen Wahlrechts und träufeln uns manchen bittern Tropfen in unseren Freudenkelch. In feier licher Haltung, als ob sie vor einem Momentphotographen stehen, mit dem Ausdruck innerer Sammlung vor dreiteiligem Spiegel, prophezeien sie uns gletschereisig, gleich tiefsinnigen Geologen, den Untergang der Erde, wenn es bei uns so weiter geht, die Sintflut, eine neue Götterdämmerung und Gott weiß was sonst noch. Die KtiegSdrommete des Herrn Krupp macht ein so schauerliches würdevolles Getön, daß es imstande wäre einem Hypochonder über die schwersten Mo mente seines Lebens mit Leichtigkeit hinwegzuhelfen. Sie schreiben: In Preußen würde man jeden für einen Schwindler erklären, der behaupten wollte, daß für die Einführung des Reichswahlrechts zu den Landtagswahlen eine starke Bolksströmung bestände Außer der Sozialdemokratie trägt keine einzige Partei Verlangen danach, wenn auch der Freisinn und das Zentrum sich gelegentlich den Anschein geben mögen. Es ist auch kein Zweifel, daß die Gründe, welche gegen das Reichswahl- recht sprechen, heute, nachdem man die Erfahrungen eines Menschenalters hinter sich hat, allgemeiner und anders gewürdigt werden, als seinerzeit bei Errichtung des Norddeutschen Bunds. Das Blatt schildert Dann in schwärzesten Farben unsere Wahlrechtsreform und fährt dann fort: „Nach all dem Gesagten ist das in Rede stehende Vorgehen der hessischen Regierung allerdings geeignet, nicht geringes Staunen hervor- zurufen . . . Die gegenwärtige dortige Politik ist nur verständlich, wenn sie von der festen Hoffnung getragen ist, die Sozialdemokratie durch ein geradezu verblüffendes Entgegenkommen entwaffnen zu tönnen. In einem süddeubchen Blatt fanden wir den Ausdruck der Ge nugthuung darüber, daß von Berlin kein Quos ego (Bannstrahl) nach Darmstadt ergangen sei. Die Bemerkung war an sich ziemlich sinnlos, aber doch recht bez ichnend. Man möchte offenbar ein stillschweigendes Placet (Einveiständuisj der höchsten Stelle tm Rl« Mk. 220, Ruhr-Flammnußkohlen III Mk. 200 bi« Mk. 210, Fettschrot Mk. 170 bis Mk. 180, Ruhr-Bruchcok« Mk. 320 bi« Mk. 330 Ausstebgrie« Mk. 150 bt« Mk. 160. Alle« per 10 Tonnen ad Mannheim. Die Verhältnisse sind unoerLndert. GptritttS. ä Spiritus verkehrte auch in dieser Berichtswoche ohne jedwelch- Bewegung zu unverändettrm Preise von 44,20 Mk. an bei Berliner Börse. Die Zufuhren blieben ebenfalls gleich stark, die ringsreien Splitfabriken nehmen jedoch herankommenve Ware schlank auf. Die Februar-Statistik weist ein weitere« Anschwellen nach und ist cB uv ekfindlich, wo der Rmg mit der vielen Ware hin will. Al8 Bestand vom 28. Februar wird auSgewiesen 1,054,409 Hektoliter. Rechnet man den Bestand deS Hamburger Lager« mit nur 15,000,000 Liter dazu, o zeigt sich eine Situation, die viel zu benten giebt. Tabak. Im Laufe ber BerichtSwoche wurden in Mannheim einige hundert Zentner neue Neckar- und Oberländer-Tabake in der PieiSlage von 50—56 Mk in tranfit gehandelt. In Württemberg wurden von inem Spekulanten zirka 200 Zentner 1895er steuerfreier Tabak zu 54 Mk. verkauft. Die Mannheimer Fabrikanten find für neue Tabake itetS Liebhaber, obwohl solche in der Hauptsache ihren Bedarf gedeckt haben. Im allgemeinen ist e« aber doch ruhiger, da man die Haupt- Fermentation abwarten will, wenn nicht noch auswärtige Händler zu rascherem Eingreifen Veranlassung geben In alten Jahrgängen, die tcht zu hoch im Preise stehen, besteht ständige Nachfrage. Lose Pfälzer, gut brennende Einlage sehr gesucht Lose Pfälzer R'ppen ge- iLSftSloS; lose feine 8,50—9 Mk., gebündelte 11—12 Mk. Landwirtschaft. Gießen, 11. März, lieber den Nutzen und Schaden gewisser Wildarten, so namentlich des Fasans, der auch in unserer Gegend seit einigen Jahren Standwild geworden ist, haben in neuerer Zeit namhafte Gelehrte Untersuchungen veranstaltet und veröffentlicht, die für den einsichtsvollen Landwirt Interesse bieten. Ter Fasan ist der Landwirtschaft positiv nützlich durch massenhafte Vertilgung von Unkrautsamen und schädlichem Gewürm und Jnsektenge züchte. Professor Landois fand in einem einzigen Fa sanenkropfe über 250 Stück der verderblichen Ackerschnecke Nach v. N e u r o t h s Beobachtungen nährt sich der Fasan in Flugjahren fast von nichts anderem als von Maikäfern In Frankreich hat die Gesetzgebung der Erhaltung der Fasanen, Feldhühner und Wachteln sehr geschadet und in folgedessen hat das Ungeziefer in Feldern und Weinbergen sich schrecklich vermehrt. Es werden dort von den Landwirten jetzt zum Schutze der Feldfrüchte gegen Schnecken u. dergl. Perl- und Truthühner zur Weide auf die Felder getrieben, um die Geschäfte zu besorgen, denen früher Fasanen und Feldhühner oblagen. Ter geringe Schaden, den der Fasan anrichtet und der darin besteht, daß er im Herbst an den Getreidegarben pickt und ab und zu Kartoffeln aus der Erde scharrt, wird weit überragt von dem Nutzen, den er, gleich dem Feldhuhn, der Landwirtschaft bringt. Spazierstöcke stets Neuheiten. Casseler Schirmfabrik Gieße«, SelterSweg 9 ung der Kosten des Verfahrens unter Solidarhaft für die Auslagen je zur Hälfte verurteilt: auch wird hinsichtlich der beiden Angeklagten auf Zulässigkeit der Polizeiaufsicht erkannt. - Tie Einziehung eines falschen Zwei Markstückes, das in Büdingen auf dem Postamt angehalten worden ist, spricht das Gericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft aus. — Gegen das Urteil des Forstgerichts in Butzbach vom 24. Januar 1901, das seinen Wider sprach gegen den Strafbefehl kostenfällig verwarf, hat der Angeklagte Heinrich Mobs X zu Nieder-Mörlen Berufung verfolgt. Er hatte Holz gesteigert, dieses aber trotz Aufforderung der Bürgermeisterei nicht abgefahren, da der neue Weg, der gebaut werden sollte, noch nicht nach der Mfuhrstelle hin angelegt und bei der Versteigerung ausdrücklich erklärt worden war, das Holz sollte erst abgefahren werden, wenn dieser Weg gebaut sein würde Er hatte deshalb einen Strafbefehl über 1.45 Mk. erhalten. Er bleibt auch,heute noch bei seiner Ansicht, kann aber das Gericht nicht überzeugen. Ter Staatsanwalt beantragt kostenfüllige Verwerfung der Berufung, die anch das Gericht ausspricht mit der Begründung, daß der Angeklagte trotz der Aufforderung, das Holz abzufahren, dieses nicht, wie es seine Pflicht gewesen sei und wie es die anderen Leute gethan hatten, abgefahren hat. Tie Landwirte Jakob Ludwig Klees und Otto Herget von Büdesheim sind wegen Körperverletzung und Bedrohung vom Schöffengericht Vilbel am 0. Februar 1901 ersterer zu einem Monat Gefängnis und in eine an den Verletzten Karl Herget zu zahlende Buße von 200 Mi. und drei Viertel ber Kosten, letzterer in eine Geldstrafe von 5 Mk. event. 1 Tag Gefängnis und ein Viertel der Kosten verurteilt worden. Gegen dieses Urteil hat Klees durch seinen Verteidiger Berufung eingelegt. Ter Berufung des Klees wird teilweise stattgegeben, das angefochtene Urteil aufgehoben, soweit es Klees angeht - dje anderen Angeklagten hatten keine Berufung verfolgt - und für Recht erkannt, daß Klees wegen Körperverletzung mittels gefährlichen Werkzeugs in eine Geldstrafe von 50 Mk event. 10 Tage Gefängnis, drei Viertel der ersten und alle Kosten der Berufungsinstanz einschließlich der dem Nebenkläger Herget erwachsenen notwendigen Auslagen zu tragen hat, unter Wegfall der Verurteilung der Bnßerstattung. Einen Vorteil hat die Berufung also doch für den Angeklagten gehabt, indem' die Buße von 200 Mk. wegfiel. 2 weiblichen Geschlechts). Verurteilt wurden 11 Angeklagte (8 männlichen, 3 weiblichen Geschlechts). Auf Zuchthaus wurde erkannt gegen 4 Angeklagte (3 männlichen, 1 weib lichen Geschlechts). Die in der Periode erkannten Gesamtzuchthausstrafen bettägen 22 Jahre und 8 Monate, die Gesamt gefängnißstrafen 8 Jahre 8 Monate und 4 Tage. Die Ge samtfce'heitsftrafe mithin 31 Jahre 4 Monate 4 Tage. K. Vortrag. Heute abend um 9 Uhr wird der Leiter der Hamburger GroßeinkaufSgesellschaft, Kaufmann, im Orbig'schen Lokale, Rittergasse, einen Vortrag halten über „Die Genossenschaftsbewegung". Da gegenwärtig diese Frage allerorts lebhaft in Arbeiterkreisen interessiert, dürfte ber Besuch rege sein. -o Stadttheater. „Der jüngste Leutnant" — wer denkt da nicht an Ernestine Wegner, die Unvergeßliche, di die Rolle des Bernhard Schönland zu ihren gefeiertsten zählte und der Posse im Berliner Wallnertheater E folge auf Erfolge sicherte.' Ob selbst eine Wegner heute dem Stück so und so viel hundert Wiederholungen bringen könnte? Das ist doch recht zweifelhaft, denn inzwischen ist „der jüngste Leutnant" alt geworden. Er müßte der Anciennität nach jetzt eigentlich schon zum General avanciert sein, oder c wäre vor Jahr und Tag, zu seinem eigenen Besten, um die Majorsecke gegangen und aus der Rangliste der Bühnenstück, ein für alle mal ausgeschieden. Das ist leider nicht geschehen Doch wenn ihn heute anderswo ein Bühnenscldherr zum Dienst kommandiert, dann erscheint er wenigstens neu aufgeputzt, mit lokalen Coupletschlagern neuester Erfindung k. bombenvoll gestopft. Denn daS alte Gerippe, wie wir es zu sehen be kamen, ist höchst klapperig und unmodern, und der Geschmack unterer heutigen guten Gesellschaft ist nicht der seine. Gibt es für einen „jüngsten Leutnant" etwas Blamableres? In den Augen, mit denen wir heute sehen, ist dieser alte Ladenhüter eine ber bümmsten Possen, bie ber furchtbar fruchtbare selige Jacobson verbrochen hat, unb das will doch viel sagen. Wenn die Rolle deS „jüngsten Leutnants" nicht von einer Dame gespielt würbe, was ihr ja natürlich eine gewisse Pikanterie verleiht, so wäre die Posie heute vollkommen ungenießbar. Frl. Eichenwald hatte sie gestern zu ihrem Benefiz auS- «rsehen. ES war ein Fehlgriff. Wir haben Frl. E. manchen recht vergnüglichen Theaterabend zu verdanken. Ihr sprudelndes Temperament, ihr wirklich sescheS Soubrettenblut hat sich nirgends wirksamer dokumentiert, als in Fuldas „Jugend- freunben". Das war eine burchauS abgerundete Leistung, bie einen tüchtigen Triumph verdiente. Der gestrige Abend aber brachte ihr zwar Ehren, bie ihr ja auch für alles das, was sie uns in ber zu Ende gehenden Spielzeit gegeben hat, durchaus zukommen, aber gestern doch etwas deplaziert er schienen. Merkwürdig, gerade an ihrem Ehrenabend geigte Frl. E. ganz und gar keine Stimmung, ganz und gar nicht die Munterkeit, die ihr doch in so ausgiebigem Maße zur Verfügung steht. Luftig war in dieser abgelebten Farce allein Frau Kruse als die possierliche Majorin v. Alden. Auch H.'rr Helm wurde viel belacht. Herr Ramsey er that in seiner Zecherszene an plattestem Realismus mehr als man ihm verzeihen kann. Das Hauptcharakteristikon des Abends war: bte Darsteller hatten selbst keine Freude an dem verstaubten Spaß, ohne Lust und ohne Liebe spielte sich die Chose ab — zum Gotterbarmen. Für uns bedeutete das gestrige Blumenfest im Theater das Begräbnis des , jüngsten Leutnants'. Friede feiner Ajche! -f- Harbach, 15. März. Der Gesangverein „Ger- mania" feiert am 7. und 8. Juli sein Fahnenweihfest. ES war bereits im vorigen Jahre geplant, mußte aber ein getretener Hindernisse halber verschoben werden. Von den damals cingclabcnen Vereinen hatten 15 ihre Beteiligung zu- gesagt. Die Besitzer ber zum Festplatze auSersehenen Wiesen haben biese bereitwilligst dem festgebenden Verein überlaffcn. -e- Schotten, 14. März. DaS neue Pofigebäude an der Staatsstraße Schotten—Gedern ist jetzt im Rohbau fertiggestellt. ß btt *• : btn titytr- it fyiix vvr ichtMt ihm besser fortfiele, en Maß, eint nehmen. ®nt ;nb eint Herab' bt stellen. Eine g werde er an» ijsen will er mit war, auch baulichen Ler- irben So fitD Qöiuttn dürst. w* ** Linordnnng W , fc* lot«'«“* it W gutoritü hi* btt ©täten dtt MigAlh«^ «°l et« » 3a fn blV *W re« werden s« .-AL Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Watzeftdoru-Stetuve^g, 15. März. Die Anschaffung eines vierten Fafelochfen macht unfern Gemeinberätm große Kopfschmerzen. Schon nahezu ein Jahr ist ve>. flössen, daß hiesige Landwirte etn'n dem entsp cchrnden Antrag unfern« Oltsvorstand oorlegter. Seitdem ist die Faselfrage in den Kreisen de Landwirte, sowie auch bet unfern @undnberälen nach nicht von der Tages- orbnung abgcsetzt worden. Befandei« die Letzteren haben eine rüh.tge Tätigkeit in dieser Angelegenheit entialtet. DaS Verdienst, da« fich unsere Gemeinderäte durch die so-gsame unb gewissenhafteste Prüfung dieser Frage erworben haben, verdient nicht allein in unserer Gemeinde, sondern auch über ihre Mauern hinsu« allenthalben bekannt zu werden. Schon im Sommer vorigen Jahres waren fie von der BedÜrfnisfrage überzeugt und genehm'gten dementsp'.echend die Anschaffung einte vierten Faselochsen. Aber kaum war dies geschehen, so glaubten si die Jntereffen ber Gemeinde nicht voll und ganz gewahrt zu haben sie hoben demnach den gefaßten Beschluß wieder auf und beschloffen die Erbauung eine« Fase.stalles in der Annahme, daß die drei Bullen, die schon da sind, vermöge besserer Fütterung unb Pflege in einen. Gcmeü.dc-Faselfialle für bte Zukunft genügen würden. Aber auch dieser Schritt macht unfern Gemeinderäten wieder schlaflose Nächte und a'.sbald hoben sie diesen Beschlich wieder auf und beschlossen zur Abwechslung wieder bie Anschaffung eines vierten Fsselochsen zum i. Dezember 1901. Auch war ein Formfehler unterlaufen; es war nämlich vergassen worbei:, dieZuchtrtchtung zu bestimmen, waS jedoch in,wischen im Sinne der Interest.nün erledigt wurde. Nun kam eine stille Zeit. In landwirtschaftlichen Krisen gab man fich ber Hoffnung hin, d«ch endlich einmel unser Wunsch erfüllt werden sollte, unb daß, was lange dauert endlich gut werden müßt'. Der 1. Dezember kam, aber ber Faselochs blieb au«. Während unsere Bauern in guter Hoff nung lebten, war unferm OrtSoberh-upt die Ausführung bes Gemeinde- ratSbeschluffes längst aus dem Gedächtnis entschwunden. — Weihnachten kam, das neue Jahr begann und immer noch harrte der GemetnderatS beschluß der Ausführung. Auf einmal traten unsere Gemeinderäte wieder zur Beratung zusammen, um ihr Oberhaupt wegen Nicht auSführung ihres Beschluffes zur Rechenschaft zu ziehen. Die harten Worte, die da gefallen, entziehen sich unserer Kenntnis, anscheinend find sie aber auf unfruchtbaren Boden gefallen. E? kam nun zum dritten Male zur Genehm'gung eines alerten Faselochsen, und zwar sollte ber Ankauf auf den Butzbacher Fafelmarkt am 14. b. M. verlegt werden, da sollte der Tag kommen, wo der Wunsch unserer Bauern erfüllt werden würde. Ader wiederum, welche Ent täuschung! Zwei Tage vor dem beabfichtigten Ankaufstermin am 12. b. Mts. stand die Fasclsrage wieder auf ber Tagesordnung, unb daS Resultat, ber Beschluß wurde zwar nicht aufgehoben, aber bie Anschaffung wurde auf ben Johannistag verlegt. (In welchem Jahre?) Nun noch ein Wort. Gegen eine folche Wetterfahnenpolitik kann nicht scharf genug Protest erhoben werben. Es wird soviel von Seiten der Regierung zur Hebung ber Landwirtschaft unb speziell zur Hebung der Viehzucht gethan und gefordert. Ist denn kein Kreisamt und keine Behörde da, bie dieser beispiellosen Verschleppungstaktik einen Riegel Gerichtssaat. K. Gießen, 15. März. (Strafkammer.) Ter Gast- wirt Nikolaus Heil und dessen Ehefrau Auguste, geb. Beier, zu Bad-Nauheim, werden beschuldigt, im Laufe der letzten Jahre gewohnheitsmäßig und aus Eigennutz der Unzucht Vorschub geleistet zu haben, ferner wird dem Heil allein zur Last gelegt, durch einen unterm 19. September 1900 an d ie Eltern der Emma Zimmermann aus Koblenz gerichteten anonymen Brief die Emma Zimmermann sowie den Restaurateur Kniese in Bad-Nauheim beleidigt und in Beziehung auf beide nicht erweislich wahre Thatsachen be- ' hauptet und verbreitet zu haben, die geeignet waren, die | Genannten verächtlich zu machen oder sie in der öffentlichen h Meinung herabzuwürdigen. Tie Verhandlung selbst, zu der 18 Zeugen geladen sind, findet wegen Gefährdung der Sitt lichkeit hinter verschlossenen Thüren statt. Nach! Wiederherstellung der Oeffentlichkeit verkündet ber Vorsitzende das Urteil des Gerichtshofes dahin, daß Nikolaus Heil wegen i Kuppelei zu einer Gesamtgefängnisstrafe von 6 Monaten und 1 Woche, die Frau Heil wegen Vergehens der Kuppelei zu einer Gefängnisstrafe von 8 Monaten, beide zur Tragui- .goi, 3*', tiM wUnt> i*i,MU« ziB ® \ n)|btt 5 Große PrckemGWW auch auf sämtliche Neuheiten in Damen - Kleiderstoffen und Damen-KonfeMon, "“"Wito * die ° West du ;n «volle tt Darauf auf. W'fle Milch Geldstrafe«, JMoin«, "Micht- ’fy Sleivhff. v.orsteher Me, iuign, aodpuuft der r„ Mßtrtgttn Ümliche So. S der Ort6 11 W thit e nicht wch. kostststhuvgtz. kosestletzullgs. -l Zeit in An- llj, daß düse esttllt würben lllvg der Se. pinkrleganßi- Wenlje Tropfen |R JEDEN TISCH eingetroffen, "Witwe, In Butzbach bei A. 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