Nr. 41 Zweites Blatt Jahrgang Sauntag 17. Februar 1901 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger ** ** Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen Engländer und Buren t Deutsches Reich rühr Denkmünzen zu ermöglichen, ist beabsichtigt, das Präge- !^^n werden Vielleicht erläutert darin Graf w» SaFnff/nt« n JAtÖr t,I5’ m September 1900 einen Teil des unabhängige« Kongostaates an sich gerissen hätten, indem sie die belgischen Posten aus den dortigen Stationen unter Kriegsdrohungen entfernten. Ob es der Regierung bekannt sei, daß die Deutschen auf die Weise von dem Gebiet Besitz ergriffen hätten, welches im Jahre 1894 von dem König der Belgier an Großbritannien verpachtet worden sei. Dieses Gebiet sei infolge der von der französischen Regierung erhobenen Einwendungen wieder aufgegeben worden. Parlamentssekretär Cranborne erwiderte, die Regierung habe davon kerne amtliche Kenntnis, es würden Nachforschungen angestellt. Hierauf wurde die Adreßdebatte angenommen. — Die Meldung, der König beabsichtige uuverweilt den Kontinent zu besuchen, ist unzutreffend. Madrid, 15. Febr. Die Theater- und ZeitungS- zensur wird von der Militärbehörde in der schärfsten Weise ausgeübt. Auch die Regierungsblätter, sogar die aus dem Ministerium deS Innern herrühreuden Nachrichten, sind der Zensur unterworfen. Wien, 15. Febr. Unter großem militärischen Gepränge fand in der serbischen Kirche die Leichenfeier für den König Milan statt. Nach der Einsegnung begleiteten der Kaiser, die Erzherzoge und der Herzog von Cumberland den Leichenwagen zu Fuß bis zum Rennweg. Belgrad, 15. Febr. Am Nachmittag fand in der Kathedrale eine Trauerandacht statt, welcher der König, der Hofstaat, die Minister, das OsfizierkorpS und Zivil und Militär- deputationen aus dem Innern des Landes beiwohnten. Zahlreiche Kränze wurden dargebracht. Petersburg, 15. Febr. Der Großherzog von Hessen und Prinzessin Elisabeth sind heute vormittag 10 Uhr in bestem Wodnsein in St. P tersburg angekommen. Nachprägung der Denkmünzen in größerem Umfange ist m Aussicht genommen. Um die thunlichste Verbreitung der Berlin, 15. Febr. Das Kaiserpaar traf heute Nach mittag wieder auf Schloß Friedrichshof ein und kehrte um 4V2 Uhr nach Homburg zurück. Prinz Heinrich von Preußen trifft morgen früh hier ein. Kriegöminister v. Goßler weilte bekanntlich neser Tage zum Bortrage beim Kaiser in Homburg. Er oll dem Monarchen bei dieser Gelegenheit über den Morchinger Totschlag, resp. über die kriegsgerichtliche Politische Tagesschau. Aus Berlin, 15. Februar, wird uns geschrieben: Zu den Unruhen in Spanien liegt heute abend eine Meldung vor, die dadurch, daß sie vom offiziösen Wolffschen Depeschenbüreau verbreitet wird, besondere Beachtung verdient. Es soll nämlich, nach der Meinung eines Pariser Blattes, „Le Journal", bei den gegenwärtigen Revolten in Spanien kein anderer als England die Hand im Spiel haben, und zwar in der Absicht, durch Zerrüttung Spaniens Frankreich in einem künftigen Kampfe ums Mittelmeer seines einzigen Bundesgenossen zu berauben. Wenn man erwägt, mit welchem Geschick die britischen Staatsmänner es verstanden haben, Italien — trotz seiner Zugehörigkeit zum Dreibunde — in aller Stille auf ihre Seite zu bringen, wofür die Afrikapolitik hinreichend Zeugnis ablegt, und wenn man ferner berücksichtigt, daß der andere Bekanntmachung. I« der Zeit vom 9. bis 16. Februar I. Js. wurde in hiesiger Stadt und deren Gemarkung gefunden: 1 Gebetbuch, verloren: 1 Trauring und 1 Arbeitsbeutel mit Inhalt. Der Empfangsberechtigte des Gebetbuchs beliebe feinen Anspruch alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, 16. Februar 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Gießener Zamlllen- hlätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Heff. Landwirt" und „Blätier für Hess Volkskunde" vier» mal wöchentlich beigelegt. Annahme von Anzeigen R der nachmittags für den gcnben Tag rricheinenden Nummer bi» norm 10 Uhr Abbestellungen ipätcften» abend» vorher. Panzerzug eröffnete ein Feuer. Zwei Buren wurden getötet. Colesberg, 17. Febr. (Reuter-Meldung.) Die Buren überschritten am 9. Februar den Oranjefluß bet Zanddrift und nehmen in der Richtung auf Phi- lippstown eine ausgedehnte Stellung ein. — 200 Kolonialtruppen kamen Mittwoch mit 1500 Buren in Fühlung und behaupteten sich, bis sie durch australische Truppen unter Oberst Plumer verstärkt wurden. Der Feind wurde zuerst langsam zurückgedrängt und war gestern in vollem Rückzüge gegen Osten, von Plumer verfolgt. London, 15. Febr. Unterhaus. Im Verlaufe der Adreßdebatte wiederholten verschiedene irische Nationalisten ihre Proteste gegen den südafrikanischen Krieg und die Art der Kriegführung. Sir Walter Forster und andere tadeln scharf die Verwaltung der Hospitäler in Südafrika. Lord Stanley, Finanzsekretär des Kriegsamtes, bemerkte, er glaube, wenn erst einmal der Friede gekommen sei, würden rasch wieder geordnete Verhältnisse in Südafrika eintreten. Cradock, 15. Febr. (Reuter-Meldung.) Eine Abteilung von 50Burennahm gestern 10 Meilen von hier einen Transport von 70 Pferden, welche fiir die englischen Truppen bestimmt waren, weg. Porte Elisabeth, 15. Febr. (Reuter-Meldung.) Einem Privatbriefe zufolge sprengten die Burenvier- maldieBahnzügebeiEdenburgindie Luft. Beim letzten Male verloren sie durch Schüsse, welche aus einem englischen Panzerzuge abgegeben wurden, 12 Tote und Verwundete. Warnung! $« letzter Zeit wurde des Oeftere« in einer hiesigen Zeitu-.g ein a»tirheumatischer und autiartdrit,scher Vlatreiaiguugsthee, als dessen Erfinder eie Apoiheker Franz Wilhelm in Neunkirchen, N Oe., bezeichnet ist, angepriesen. Nach sachverständigem Gutachten besteht der Thee aus einer Mischung von Bitterstoffen verschiedener Art und Zucker. Weder bett einzelne« Beftaudteileu deS TheeS, uoch bereu Mischung kauu irgendwelche heilkrästige Wirkung auf rheumatische oder gichtische Zustande begemcfseu werden. Der Thee gehört eben zu den zahlreichen Echwtudelßrodukte«, die keine arzneiliche Wirkung aufweisen, und nur dazu dienen, den Verkäufer zu bereichern, und einen Teil des Publikums abhalten, rationelle Hilfe beim Arzte aufzusuchen. Gießen, den 15. Februar 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gieße». Hechler. Telegramme des Gießruer Anzeigers, Standerton, 15. Febr. (Reuter-Meldung.) Die Buren sprengten zwischen Vaal und Greylingsstad einen Arbeitszug in die Luft. Ein nachfolgender Bezugspreis viertkljahrl. Mk. 2.20, monatl. 75 Ps^. mit Bringerlohn; durch be Abholestellen Vierteljahrs. Mk. 1.90, monatl. 65 Ps,. Be, Postbezug vierteljährt. Mk. 2.00 ohne Bestellgeld. Alle Anzetaen-Bermuilun-A. stellen drö In- und 4iuSlonS«O ntbincn Anzeiaen für do Öicftencr Anzciqcr entgrate. ZettenprciS total 12 Vfg, auüwärk» 20 Pfg. Totschlag, resp. über die kriegsgerichtliche Pyrenäenstaat, Portugal, dem englischen Einfluß völlig Verhandlung und das Urteil eingehenden Bericht erstattet gegeben ist, dann kann man der Auffassung des Pariser haben. In der heutigen Sitzung der Budgetkommission des Journals eine innere Berechtigung nicht aberkennen. Sonst Reichstages nannte der Minister das Vorkommnis -ine Hätte auch das Berliner Auswärtige Amt, dessen Zensus Schmach, die glücklicherweise vereinrelt baftebe das Nachrichtenmaterial des Wolffschen Büreaus unterliegt, _ D,e Nord M s c v die Meldung schwerlich passieren lassen. Also, es ist wohl rom Reicks amt he« Qnn?™ werft darauf hw, daß die möglich, daß England durch Geldsendungen und Lieferung A h r , c . . "ern herausgegebenen Nachrichten für von Waffen die aufständigen Elemente „bei Stimmung^ ->a?5 Industrie heute zum ersten Male Nachrichten erhält. Die Stimmung spielt ja bei den leichtblütige» veröffentlicht über die Kohlenförderung und Beweg Spaniern eine ausschlaggebende Rolle. Das erhellt ungen auf den Kohlenmärkten der wichtigsten deutschen laus der Nachricht, wonach die Sennors und Sennoritas — Plätze im unmittelbar abgelaufenen Monat nebst eingehender die Frauen fehlen bei keiner Straßenkundgebung in (Spanien Berücksichtigung des Auslandes. Das Blatt bemerkt, es fciH.W beim Beginn des Karnevals keine Neigung zu bestimmt zu erwarten, daß diese monatlichen Veröffentlichungen, wetteren Demonstrationen bekunden, sodaß Ruhe in Madrid die Graf PosadowSky am 7. Dezember v.J. dem Reichstage I den anderen von Tumults betroffenen Städten einge- nigefagt, eine wesentlich verbesserte Grundlage der Beurteilung Nnn wirit^man HA SÄwird, her ftnrfimirfifinpn »loann wtrsl man |ict) wieder auf dte Poltttk mtt erneuter h o chw^«gen^Ä^srage biet en werde. Kraft. Ein solches „Operetten-Völkchen" zu dirigieren, kann ® tu ol0ee kann den bet der den klugen und geschäftsmäßig die Gelegenheit ausnützenden Generalstaatskasse noch täglich einlaufenden Anträgen auf Briten in der Thal nicht schwer fallen. Uebrigens steht Auswechselung von Jubiläumsmünzen nicht ent- nunmehr fest, daß das englische Königspaar anfangs nächster Wochen werden, weil der Vorrat zurzeit erschöpft ist. Eine! Woche in Schloß Friedrichshof eintrifft. Man darf auf de» Aus Kapstadt wird vom 25. d. M. telegraphiert: Die Buren unterDeWetüberschritten vor drei Tagen in verschiedenen Abteilungen den Oranje- fluß bei Sanddrift. Hertzogs Kommando im Westen rückt auf Kenhardt vor, während die im Zentrum des Landes operierenden Kommandos unter Kruitzinger und Scheeper zurückgingen. Ersterer besetzte Murray s b u r g. Man nimmt an, sie streben danach, eine Vereinigung mit Dewets Truppen herbeizuführen. De Wets Manöver ist also vollkommen ge - l u n g e n. Er hat die Engländer durch seine Operationen östlich von der Eisenbahnlinie getäuscht und erreicht, daß sie wohl die östlichen Furten des Oranje, nicht aber die westlichen besetzten. Da zur Beförderung von Truppen nach diesen letzteren Eisenbahnen nicht verfügbar, in der Mar- schierfähigkettdieBurendenBrite naberweit überlegen sind, so fand er sowohl Philippolis als auch dte Za n ddrif t unbesetzt und konnte ben lieber = gang ungehindert bewerkstelligen. Der Erfolg ist ihm also wieder durch die b r i t i s ch e N a ch l ä s s i g Fei leicht gemacht worden. Nach allen -Nachrichten muß man annehmen, daß De Wet zwischen den Stationen Jagers- fontein Road und Springfontein, also genau westlich von Smitsfield, wo der Durchbruch am ehesten zu erwarten war, nicht den gering st en Wider stand gefunden hat, vielmehr in aller Gemütsruhe noch einigeZügeabfangen und verbrennen konnte. Erst in Philippstown trat ihm eine englische Abteilung entgegen, etwa 50 Kilometer südwestlicb von der Zanddrift, und man gewinnt aus Kitcheners Bericht nicht den Eindruck, daß es dieser Abteilung gelungen ist, ihn in seinem Marsche nach Westen aufzuhalten. Es wird sich nun bald zeigen, ob die Erwartung, daß De Wets und Steijns Erscheinen den Hellen ~ " in der Kapkolonie entfachen werde, sich erfüllen Ucber die Vorgänge im südöstlichen Transvaal ist zu bemerken, daß French in seiner letzten Meldung (siehe unsere ^gestrigen Telegramme) nur von einer Buren- abteilung spricht, die nach Südosten auf Piet Retief zurück- gedrängt worden. Einer andern Abteilung ist es also offenbar gelungen, nach Norden auszuweichen, vermutlich die 2000 Mann starke Abteilung, die sich südöstlich von Carolina Smith-Dorrien entgegenwarf. French befindet sich 40 Kilometer südöstlich von Ermelo, d. h. am Fuße der Trakens- bergausläufer, wo die Buren willkommene Schlupfwinkel finden. Kammermusik. i Gießen, 16. Februar. Die Kammermusik - Konzerte unseres vortrefflichen Klaviertrios Trautmann, Redner, Hegar fanden mit dem gestrigen in der großen Aula der Universität abgehaltenen dritten Konzertabend für diese Saison ihren Abschluß. Znxrr war die Zahl der erschienenen Zuhörer nicht so groß als sonst, doch war dafür die Andacht um so größer und der Beifall nach den einzelnen Vorträgen um so reicher und herzlicher. Und in der That hatten unsere geehrten Künstler wieder ein Programm zusammengestellt, dessen Ausführung man nur mit größtem Interesse verfolgen konnte. Tas Konzert wurde eröffnet durch ein Trio des auch in Deutschland zu gutem Rufe gelangten Franzosen Saint- Saens, und wir gestehen gern, daß das interessante Werk wohl geeignet ist, die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu fesseln. Wenn auch weniger hervorragend in der Tiefe der Erfindung, so ist es doch ein deutlicher Beweis für die Fähigkeit des Autors, nicht nur seine Gedanken geschickt auszuarbeiten, sondern ihnen auch durch die Einkleidung in eine glänzende Instrumentation einen äußeren Reiz zu verleihen, der das Publikum leicht für das Werk einnimmt. Die Serenade von Beethoven für Violine, Viola und Eello, in der Herr Musikdirektor Trautmann die Partie der Viola in dankenswerter Weise übernommen hatte, gehört zu den leider so selten gehörten köstlichen Perlen der Kammermusik, und wir nehmen keinen Anstanp, den geehrten Künstlern für die Aufführung eines derartigenWerkes besonders zu 'danken um so mehr, als unserem Herrn Musikdirektor Trautmann dadurch Gelegenheit geboten wurde, auch seine Fähigkeiten als Geiger bezw. Bratscher einmal persönlich zur Geltung zu bringen. Ten Schluß bildete Schuberts außerordentlich schwieriges, aber mit Schönheiten auch! reich ausgestattetes Trio in B-dur opus 99. Wer dieses herrliche Werk vor mehreren Jahren im Konzertverein von den Herren Pauer, Zajic und Grünfeld gehört hat, wird die gestrige Wiederholung durch die Herren Trautmann, Rebner und Hegar mit um so größerer Freude begrüßt haben, als die Ausführung der einzelnen, oft mit ganz besonders großen Schwierigkeiten ausgestatteten Sätze das beste Zeugnis von dem vorzüglichen Können unseres jetzigen Trios ablegte. Sämtliche drei Kammermusikwerke wurden ihrer ausgezeichneten Wiedergabe entsprechend von dem Publikum äußerst dankbar ausgenommen. Zwischen diesen Ensemble-Nummern sang die von der letzten Messias-Aufführung her vorteilhaft bekannt gewordene Altistin Fräulein Martha Stapelfeldt Lieder von Schubert, Brahms, Trautmann und Schumann und bekundete, daß das günstige Urteil, das wir seiner Zeit über sie abgaben, durchaus gerechtfertigt war. Wenn auch die Lieder, mit denen sie die Zuhörerschaft gestern erfreute, sich nicht alle für Frauenstimme eignen, so muß doch anerkannt werden, daß sie bei der Wahl ihrer Vorträge den Klangcharakter ihrer Stimme stets in glücklichster Weise berücksichtigte. Ter Erfolg war auch dem entsprechend groß, denn das Publikum hörte nicht eher auf mit Applaudieren, als bis sich die geschätzte Künstlerin mit einer Zugabe — fapphische Ode von Brahms — losgekauft hatte. Pr. Aus Stadt und Aand. Gießen, 16. Februar 1901. [Gedenket der hnngernden Vögel! ** Wintertouri st ik. Die zweite diesjährige Pro- granrmtour der Sektion Gießen des D. u. Oe. A.-V. galt dem Gebiete der oberen Lahn, den Höhen und Gründen slußaufwärts von Marburg und ihrem Gebieter, dem Rimberg. Freilich mochte die schlüpfrige Beschaffenheit der Straßen unserer guten Provinzialhauptstadt manchen erprobten Wanderer zu der unbegründeten Voraussetzung verleitet haben, daß auch für das Gebirge die gleichen Bedingungen zutreffend seien, und so war es denn im Verhältnis zur Mitgliederzahl nur ein kleines Häuflein unerschrockener Alpinisten, das sich zum Achtuhrzug am Bahnhofe einfand. In Marburg-Süd beginnt punkt 9 Uhr die Fußwanderung. Bald wird der Weg verlassen und in steilem Anstieg durch Gärten und Felder die Höhe der Wehrshäuser Landstraße erklettert, eine kleine Vorübung, deren befriedigender Ausfall zu den besten Erwartungen für den weiteren Verlauf der Tour berechtigt. Ein letzter Gruß nach den schlanken Türmen der freundlichen Lahnstadt, und rüstigen Schrittes geht es hinein in den heiteren Sonntagmorgen den Hinterländer Bergen zu. Ländliche Schlitten von ursprünglichster Bauart, einem auf Kufen gesetzten Bettgestell gleichend, eilen vor- kber. Und was ist das für eine Gruppe sonderbarer Gestalten, die dort mehr aleitend als schreitend in unbeholfen steifer Haltung der Höhe zustreben? Skiläufer sind es, Studenten, wie beim Näherkommen die unregelmäßige Zeichnung der Wangen verrät, freilich noch Neulinge des nordischen Wintersports. Nur der Führer der Kolonne, dessen rundliche Leibesbeschafsenheit mit des Rucksackes lieblicher Fülle im Einklang steht, bemüht sich sichtlich, die Ueber- zeugung zu erwecken, daß er schon etwas tiefer in die Geheimnisse der edlen Kunst eingedrungen ist. Wehrs - Hausen ist rasch erreicht, Elln Hausen wird durch- ßhritten. Die Doristraßen sind wie ausgestorben, gleichgiltig schaut nur hie und da ein menschliches Antlitz hinter trüben Scheiben hervor. Auch Dilschhausen liegt bald im Rücken der frohgemuten Wanderer, schon winkt im Vordergrund die Kuppe des Rimbergs freundlichen Willkommgruß. Doch sogleich umhüllt ein Nebelschleier die Höhen ringsum, '»iw ein munteres Schneegestöber erschwert das Zurecht- finden nach den blauen Farbenzeichen auf dem nur spärliche Spuren des Verkehrs ausweisenden Wege. Und als dann die -sonne wieder siegreich den Vorhang zerteilt, liegt bereits Kälbern vor den Blicken der Wanderer, und von der Hohe zur sinken lugt die Pyramide des Rimberaturmes nach ihrem angesagten Besuche aus. Tie Uhr zeigt elf Jetzt heißt es, die Straße verlassen und querfeldein geht es durch Feld und Wald, über Graben und Schneewehen in gerader Richtung dreiviertel Stunden lang dem Fuße des Berges zu. Sofort beginnt der Ausstieg an der steilen Bergwand,'wo stellenweise metertiefer Schnee durchwatet werden muß, andererseits auch bei der Glätte des Bodens ein Zurückgleiten oft unvermeidlich ist: du leisten denn die mitgeführten Bergstöcke willkommene Dienste, und die gute Laune hilft über manch kleines Mißgeschick hinweg. Kurz vor 1 Uhr ist endlich der Gipfel erklommen. Fürwahr, reichlich lohnt sich die aufgewandte Mühe! Kein Lüftchen regt sich, in der warmen Mittagsonne glitzern die schneeüberzogenen Stämme und Zweige der Buchen, köstlich mundet der Inhalt der Rucksäcke. Der Turm, der bei der letzten Anwesenheit der Sektion im Juni noch unvollendet war, macht in seiner leichten Bauart aus geschältem Tannenholz einen höchst gefälligen Eindruck. Von den drei geräumigen Plattformen bietet sich ein prächtiger Rundblick auf die in ihr jungfräuliches Winterkleid gehüllten Kuppen und Thäler, und darüber hinaus schweift der Blick nach Osten zum Knüll, nach Norden zur Sackpfeife, und im Süden erhebt der heimatliche Dünsberg zu vertraulichem Gruße sein Haupt, das nach neuester Messung vom Rimberggipfel noch um einige Meter überragt wird. Hatte der Aufstieg fast eine volle Stunde beansprucht, so vollzieht sich in kaum einer Viertelstunde der Abstieg, richtiger die Abfahrt, bei der es wiederholt zu inniger Berührung mit der Schneedecke kommt, und kurz nach 2 Uhr sitzen die Wandergenossen in behaglich durchwärmter Stube des freundlichen Gasthauses zu Kaldern und sprechen wacker dem braunen Tranke zu, den das schmucke Wirtstöchterlein aus geblümter Kanne spendet. Tie Weisen einer fröhlichen Sängerschar schallen die Dorfstraße herauf, und bald beginnt es im anstoßenden Saale lebendig zu werden: die Burschen des Ortes feiern heute Kaisers Geburtstag. In pietätvoller Rücksichtnahme auf die schwere Erkrankung eines Kameraden hat man die Lustbarkeit bis heute verschoben. Auch die Torfschönen finden sich ein, im langsamen Walzer drehen sich die Paare und gewähren durch die bunten Trachten der Mädchen ein farbenfrohes Bild. Zu früh eigentlich muß von dem munteren Treiben Abschied genommen werden, aber der lachende Sonnenschein mahnt zum Aufbruch, wenn bei guter Tageszeit noch Marburg erreicht werden soll. Auch dieser letzte Teil des Weges offenbart dem empfänglichen Auge die lieblichsten Bildchen einer winterlichen Landschaft, belebt von zahlreichen Schlitten, unter deren Insassen die akademischen Bürger zu überwiegen scheinen. Abwärts führt die Straße über Marbach nach der Musenstadt. Noch bietet hier eine zweistündige Rast bis zur Heimfahrt den Touristen Gelegenheit zu gemütlicher Aussprache über die Eindrücke des genußreichen Tages und über die Einzelheiten der beendigten Tour, einer Tour, die zwar nicht jedermanns Sack)e sein wird, auch nicht sein kann, die aber unter der Voraussetzung entsprechender körperlicher Eigenschaften in vollem Maße dem Hauptzweck des Alpinismus zu dienen geeignet ist, Nutzen zu bringen für Körper und Geist, Gesundheit und Lebensfreude zu fördern. Zugverspiitungeu. Wegen Schneeverwehungen hatte )er heute morgen fällige Zug aus Berlin Verspätung. In Kassel mußte der Zug zwei Stunden und 10 Minuten Aufenthalt nehmen. Auch der Fuldaer Frühzug hatte über eine Stunde Verspätung. x- Jagd-Verpachtung. Die der Gemeinde N jeder - Gemünden zustehende Feldjagd wurde bei der am 14. er. abgehaltenen Versteigerung dem Metzgermeister Fr. S ch r e i n e r von Gießen, für 350 Mark jährlich als Höchstbietenden zu- geschlagen. Von der Oberförsterei ist sie für 140 Mark taxiert. Die seitherigen Pächter bezahlten 161 Mk. pro Jahr. * * Eine Feldpost nach China geht wieder am nächsten Montag den 18. Februar von Berlin ab. Sie trifft am 23. März in Shanghai ein und etwa Anfang April auf dem Kriegsschauplatz. Diese Feldpost befördert außer Briefen und Postkarten auch Postanweisungen bis zum Betrage von 100 Mark gegen eine Gebühr von 10 Pfennig. * * Maskenball. Der durch vorzügliches Arrangement wie prächtige Gruppen-Aufführungen sich großer Beliebtheit erfreuende Maskenball des „Bauer'sch en Gesang Vereins" findet heute abend im „Cafö Leib" statt. * * Aus dem Theaterbureau. Der erste Held und Lieb' Haber des Nürnberger Stadttheaters, Herr Hubert Dietzsch, gastiert am hiesigen Stadttheater am Mittwoch, den 20. d. M. als „Dr. Martens" in Jugendfreunde", am Donnerstag, den 21. d. M. als „Tellheim" in „Minna von Barnhelm" (Bolksvorstellung) und am Freitag, >en 22. d. M. zum letzten Male als „Fuhrmann Henschel". ♦ ♦ Deutscher Verein. In der bereits von uns angeküm >eten politischen Versammlung am Sonntagnachmittag Zi/z Uhr (Steins Garten) wird u. a. auch Abg. Liebermann vonSonnenberg die Stellung der deutschen Reichsregierung zum Burenkrieg behandeln. w- Großeu'Busecker Bürgermeisterwahl. In der heutigen KreisauSfchußsitzung kam die Angelegenheit der letzten Bürgermeisterwahl in Großen-Buseck zur Verhandlung. Wie wir seinerzeit berichteten, siegte in der Stichwahl zwischen dem Altbürgermeister Meyer und dem Polizeidiener Schwalb der Letztere. Meyer legte Revision ein. Es wurden heute 38 Zeugen vernommen und die Wahl zu Gunsten des gewählten Bürgermeisters Schwalb ent chieden. R 0 dheim a. d. Bieber, 15. Febr. In dem benachbarten Vetzberg spielen sich zur Zeit der „Tischen. Volks- wacht" zufolge, saubere Vorgänge ab. Ein 13 jähriges jüdisches Schulmädchen befindet sich in gesegneten Umständen und sieht seiner Niederkunft entgegen. Alle eifrigen Nach- orschungen des Gendarmen Bechstein bei dem Mädchen nach dem Thäter blieben erfolglos. Es sagte, es wäre von einem Mann mit einem schwarzen Schnurrbart, den es nicht erkannte, angepackt worden. Als aber der Vater in Untersuchung geführt wurde, gab das Kind auf einmal (!!) den Lehrer des genannten Ortes als Thäter an, worauf der Vater wieder hi Freiheit gesetzt wurde. Ganz Vetzberg ist jedoch von der Unschuld des Lehrers (eines tüchtigen Mannes) überzeugt, wie er auch selber erklärt hat, daß ihn die Sache nichts anginge und seine Unschuld an den Tag kommen müsse. Lützellinden, 15. Febr. Unserer gestrigen Mitteilung betreffend die Gemeindejagd ist noch nachzutragen, daß vor Wochen schon der Gemeinderat — wozu er vollständig berechtigt ist — den besten Teil des Jagdbezirks, einen nach dem Stoppelberg zu gelegenen Waldkomplex von mehr als 400 Morgen Größe, aus der Hand an den hiesigen OrtS- bürger Bork, einen bekannten Jäger, für den bescheidenen Preis von 130 Mk. pro Jahr vergeben hat. Büdingen, 16. Febr. Heute feiert Fürst Bruno 8U Vfenburg und Büdin gen das 40jährige Regierungsjubiläum. Am 16. Februar 1861 wurde der damalige Erbprinz Bruno nach dem Tode seines Vatertz Ehef des Fürstlichen Hauses Menburg und Büdingen in Büdingen und übernahm die Verwaltung des Fideikommisses. Fürst Bruno ist am 14. Juni 1837 geboren. Er, besuchte die Gymnasien zu Tuisburg und Marburg, ging sodann zu seiner weiteren Ausbildung nach Lausanne und bezog im Herbst 1857 die Universität Göttingen. Am 9. Mai 1859 trat er als Leutnant in das Ungarische Infanterie- Regiment Erzherzog Franz Karl Nr. 52 ein. Seine militärische Laufbahn führte ihn alsbald auf das Schlachtfeld. tzchon am 24. Mai nahm er an der Schlacht von Solferino teil und wurde bei dem Sturm auf Medole durch einen Schuß in den Schenkel verwundet. Er blieb autz dem Schlachtfelde liegen und kam in französische Gefangenschaft. Ta er aus der Schlacht nicht zurückkehrte, nahm man an, er sei tot; und in Büdingen traf die Nachricht ein, daß er in der Schlacht bei Solferino gefallen sei. Erst nach dem Frieden von Villafranca konnte er heimkehren. Die Folgen seiner Verwundung nötigten ihn jedoch, seinen -Abschied zu nehmen, welchen er als Oberleutnant am 1. Mai 1861 erhielt. Schon vorher war er an dasj Sterbelager seines Vaters gerufen worden, welchem er am 16. Februar 1861 succedierte. Am 31. Juli 1862 vermählte sich Fürst Bruno mit Prinzessin Mathilde zu Solms-Hohen- solms-Lich, welcher Ehe zwei Töchter entsprossen. Am 11. September 1867 starb die jugendliche Fürstin Mathilde. Nach zweijährigem Witwerstande vermählte sich Fürst Bruno am 30. September 1869 mit der Gräfin Bertha zu Castell- Rüdenhausen. Aus dieser Ehe sind 8 Kinder entsprossen: 1 Prinz, 7 Prinzessinnen. Vierzig Jahre sind verflossen, seit Fürst Bruno seinem Vater succedierte. Ueber die Grenzen seiner Standesherrschast hinaus hat sich seine Wirksamkeit erstreckt. Trotz seiner 63 Jahre ist der Fürst noch frisch und gesund. Darmstadt, 14. Febr. Der Landesausschuß der nationalliberalen Partei tritt am 3. März hier zusammen, um in der Reorganisation der Landespartei, wie sic von der Landesversammlung am 11. November im Prinzip festgesetzt ist, die entscheidenden Beschlüffe zu fassen. ach- Darmstadt, 15. Febr. Der Maurermeister D. in Oberramstadt benötigte nach Fertigstellung eines Neubaues die entsprechende Hypothek. Da er diese in Oberramstadt nicht erhalten konnte, wandte er sich u. a. auch an einen hiesigen Agenten, durch den er dann den 22 Jahre alten Bautechniker Alexander Stumpfi aus Wien kennen lernte, dessen Vater dort K. K. Rat sein soll. St. versprach dem vertrauensseligen Maurermeister, ihm die Hypothek zu verschaffen, entlockte ihm aber nach und nach ca. 400 Mk., als auch diesem das Geld knapp wurde, machte er auf Anraten des St. ein „Wechselchen" von 1000 Mk., den St. zu versilbern versprach. Er ging auch mit dem Papier nach Darmstadt, kam aber nach ein paar Tagen mit dem Bemerken zurück, Niemand wolle ihm das Papier abnehmen, er habe es deshalb verbrannt. Am 1. Februar aber wurde zum Schrecken des Geschäftsmannes der Wechsel durch ein hiesiges Bankgeschäft, das ihn diskontiert hatte, vorgezeigt, er mußte ür Deckung sorgen. St. ist seitdem verschwunden und treibt ich anscheinend in den Nachbarorten herum, er ist ein tüch- iger Zeichner, bummelt aber gern. Die Staatsanwaltschaft ahndet auf ihn. Er spricht echten Wiener Dialekt und »ürfte leicht zu fassen sein. — Der Oberkellner Arthur Schaal aus Homburg vor der Höhe, der, wie wir bereits berichteten, im Hotel Traube hier seinen Prinzipal um ca. 4000 Mk. beschwindelte, hat nunmehr im Untersuchungsgefängnis auch eingestanden, daß er seinerzeit eine Büchse, von der er angab, daß sie von dritter Seite erbrochen und ihres Inhaltes von ca. 300 Mk. beraubt war, elbst geöffnet und den Diebstahl erdichtet hatte. Sch. soll übrigens sehr krank sein. — Das Dienstmädchen Margaretha Proci, das schon einige Zeit dahier, zuletzt bei einem Buch, druckereibesitzer in Stellung war, nahm gestern vormittag in einem Anfalle von Schwermut in der Nähe des Schlacht- loses Schwefelsäure, die sie sich in der benachbarten Apotheke zu verschaffen gewußt hatte und verbrannte sich innerlich derart, daß sie nachmittags ihren Bövletzungen im Krankenhaus erlag. — Großes Erstaunen erregte es, als ich bei der letzten Gläubiger-Versammlung der Zuckerfabrik Kerns he im ein hiesiger Anwalt den Gläubigem als Konkursverwalter selbst anbot, unter der Bedingung, »aß fein Vater, der eine Anzahl Gläubiger zu vertreten hat, in den Gläubigerausschuß gewählt werde. Wir hören, daß ihm die entsprechende Antwort zu Teil geworden ist. 8. Offenbach, 15. Febr. Der auf dem Polizeiamt be- chäftigte Gehilfe Lamsbach, der sich das Vertrauen seiner Vorgesetzten erschwindelt hatte, und den man auf dem Fundbureau daselbst beschäftigt, entnahm in einer ganzen Reihe von Fällen aus den abgegebenen Portemonnaies einen Teil »es Inhaltes an Geld und verbrauchte es für sich; auch einen Vorschuß von Mk. 100, den er sich unter falscher Ausrede von dem Oberbürgermeister auf seinen Gehalt verschaffte, vermöbelte er in Oberrad. Er wird jetzt seinem Schicksal nicht entgehen. ♦* Kleine Mitteilungen auS Heflen und den Rachbar-aaten. Bei Mainz stürzte der Schiffskapitän Hofmann von GernS- heim beim Besteigen seines Schiffes in den Rhein und er* trank. Man fand die Leiche. Vermischtes. • Gumbinnen, 17. Febr. Die Thätigkeit de- KriminalkommiffarS v. Bäckmann, der nun schon seit dem 25. Januar mit einem Schutzmann in Gumbinnen weilt, um den Mörder des Rittmeisters v. Krosigk zu ermitteln, scheint doch von Erfolg gekrönt zu sein. Unter den drei in Haft genommenen Angehörigen des Regiments dürfte zwar kaum der eigentliche Thäter sein, jedoch der Mitwiffeistchast sind zwei von ihnen dringend verdächtig. Die Aufklärung der That ist deshalb zu erhoffen. Die obersten Militärbehörden verfolgen den Verlauf der Untersuchung mit gespanntestem Jntereffe. Bald nach der Rückkehr des Kaiseraus England wurde der Kriegsminister nach Homburg be- »*ss* r*wbt" H ■ ^de der «.£»» ,?«Ä£! ?' Am 9 «m . \®ei™ mili, ft :Ä3 SM gefallen w ^nnte er fcß inÄ iedoih, ls Oberleutnant Dar, er an das er an, E vermählte 1 ^otms-Hohen- T-^MN. Sep- ■^W. H Kuno am ttha zu Castell- lder entsprossen! 'd verflossen, seit ver die Grenzen nne Wirksamkeit t noch frisch uni, nusschuß der. ■ Mrz hier zu- kSPartei, wie fle >dn im Prinzip cermeister D. in eines Neubaues in Oberramfladt a. auch an einen l 22 Jahre alten en kennen lernte, st. versprach dem Hypothek zu ver- :a. 400 Mk., als : er auf Anraten den Tt. zu ver« rpier nach Darm« üt dem Bemerken bnehmen, er habe aber wurde zum durch ein hiesiger gezeigt, er mußte unben und treibt er ist ein tüfy aatSanwaltschch er WvüX unb >n Oberkellner der Hohr, btt, :aubt hier seinen hat nunmehr io daß er seinerzeit von dritter Seite gjlt. beraub! war ■ hatte. Sch. so» >chen Margaretha t bei einem Buch' ern vormittag in he des Schlacht' der brnachbarterr nb verbrannte sich n Lttletzungen nn n enegtt rS'^ der ZuckerjaM Gläubigern ali er der BedinM t zu vertteten ha , Wir hören, daß; norden ist- , tSArMurnse^ ian auf dem F einer g* * '.'Sn ■tess Die ÄE d„ ntt« W'jjeiit, «(i tu 'S „hei t“11 Unt»S|e * »St. W«Ä*i :t nach * sohle«, um über die Vorgänge in Mörchiugen und Gumbinnen Vortrag zu halten. • München, 15. Febr. Die Gattin des Zigarren Händlers Nejber hat sich im englischen Garten erstochen. Ihr Gatte wollte sich gestern erschießen. Motiv: ungünstige VcrmögenSverhältniffe. * Kälte. In ganz Oesterreich ist außergewöhnliche Kälte eingetreten; vom Pusterthal (Tirol) werden 30 Grad Kälte gemeldet. Auch in der Schweiz herrscht b.’t klarem Wetter außergewöhnliche Kälte. Im Neuenburgs Jura sank das Thermometer auf 30 bis 35 CelsiuS- grad unter Null. Verschiedentlich sind Todesfälle durch Erfrieren vorgekommen. *Kanstantinopel, 15. Febr. An Bord des aus Alexandrette in Rhodos eingetroffenen Dampfers „Apollo- des österreichischen Lloyds ist ein Mädchen unter pest verdächtigen Symptomen gestorben. Der Dampfer ist darauf z«r Desinfektion nach dem Lazaret Klazomene bei Smyrna gewiesen. Meratur, Wissenschaft und Kunst. — Max Halbes dreiaktigeS Drama „HanS Rosenhagen" ging wn Donnerstag im königl. Schauspielhaus in Dresden zum überhaupt ersten Mal in Szene und errang einen großen Erfolg. Der Berfassir wurde nach dem zweiten und dritten Akt wohl zehnmal herausgerufen — Wilhelm Trinius, der langjährige Freund Gustav Freitags, ist in Wiesbaden plötzlich verstorben. Er war eine literarisch gebildete Persönlichkeit, die seit vielen Jahren das Haupt einer angesehenen Künstler- Vereinigung darfiellte. Im Kursaal und im „Nonnenhof", wo sich die Geistesheroen zu regem Gedankenaustausch zusammenfanden, sah man früher n den Trinius und Freitag auch Badenstedt, KnauS und Wilh Jordan. Der Verstorbene, deffen gastfreies Haus den Namen eines Künfilerheims verdient, hinterläßt eine der bedeutendsten Autographensammlungen der Welt. — Im „Lessing-Theater" in Berlin hat da« neue Derslustsptel „Die Zwtllingvschwestern" von Ludwig Fulda einen lebhaften Er» folg erzielt. — Hermann Levi alS Parfifal-Dirigent. Es hat immer Leute gegeben, die eS nicht verstehen konnten, daß Rich Wagner, der Verfasser der Schrift „Das Judentum in der Musik", gerade einen Lvi sich zum Dirigenten seines „christlichsten" Werkes erwählt hat. Man weiß, daß vom Anfang der Berufung Levi's als Parsifal Dirigenten an sich eine starke Strömung dagegen geltend machte. Es konnten sich viele die Thatsache nicht zusammenreimen, daß Wagner seine Ansichten so geändert haben sollte, Levi, den Sohn des Gießener Rabbiners, zur Leitung des „Parfifal" zu b-rufen. So wie Wagner seinen Levi kannte — und das waren damals bereits ungefähr 14 Jahre — durfte er chm die musikalische Altung des „Parsifal" anvertrauen. Levis Tüchtigkeit war für ihn er p obt und bewiesen: weiter kam nichts in Betracht. Gerichtssaal. D. Gießen, 15. Febr. Elrafkammer. Gegen den Taqlöhner Philipp Weigand von Klein-Linden war die Anklage wegen Maje - stätsbeleidtgung aus 8 95 des St -G.-B. erhoben worden, weil er sich in erregtem Zustande einer gegen dm Kaiser gerichteten Aeuße- rung schuldig gemacht hatte. Die Großh. Staatsanwaltschaft stellt die Entscheidung, ob der Lage der Umstände nach der Thatbestand des zur Anklage gestellten Deliks als erfüllt anzunehmen sei ober nicht, in das Ermessen der Strafkammer. Das Gericht erkennt ihn der Majestätsbeleidigung schuldig und verurteilt ihn in die geringste zulässige Gefängnisstrafe, von zwei Monaten. Wegen grobm Unfugs gemäß $ 360 des Vtr.-G -B. erhält er außerdem eine Haftstrafe von drei Tagen. Der Angeklagte erkennt die sofortige Rechtskraft des Urteils alsbald an. — Wegen Verleitung zum Meineid gemäß S 159 Str.-G. B. erschienen vor den Schranken des Gerichts der Jakob Freitag und seine Ehefrau Lina von Butzbach. ES wird chnen zur Last gelegt, gemeinschaftlich zu Butzbach nn November vorigen Jahres oder um diese Zeit es unternommen zu habm, die Lina Schmidt, jetzige Heinrich Christoph Kunz Ehefrau von da, zur Begehung deS eben genannten Deliktes zu bewegen. — Gelegentlich eines zwischen dem Angeklagtm Freitag und dem Handelsmann Fröhlich in Butzbach anhängigen Civilprozeffes, den der erstere einer nach seiner Ansicht ihm zustehenden Schadensersatzordnung wegen angestrengt hatte, soll der Angeklagte nämlich, wie die Zeugin Kunz aussagt, zu ihr gekommen sein um sie unter JnousstLtstrllung eines B-rmöaensvorteils, zu veranlasim, unter ihrem Eide ein Zeugnis abzuqeben, auf Grund deffen sein Proz.ßgegner zur Zahlung der ringeklagten Schadenserfatzsumme von 5t Mk verurteilt wurde. Die Z ugin bleibt auch in der heutigen Verhandlung bei ihrer Aus'age. Das Gericht glaubt jedoch die erbrachten BeweiSthatsachen nicht für ausrelchmd ansehen zu dürfen, um auf sie ein verurteilendes Erkenntnis gründen zu können; insbesondere da die Zeugin Kunz immerhin nicht als völlig einwandfrei angesehen werden kann, und den Angeklagten, insbesondere dem Ehemann, von den erschienenen Zeugen das beste Z uanis ausgestellt wird. Nach längerer Beratung erfolgt des- weoen ihre kostenlose Freisprechung, Arbeiterbewegung. — In den vetden großen Tadakfadrtken in Roskilbe (Dänemark) ffreiken die dort beschäftigt gemeiner. Knaben. Sie hatten eine Ethäbung des Wochenlohns von 1,50 Kr. auf 1 83 Kr, ooer bet einer u öchenlltchrn ArdrttSzett von 30 Stunden 1 Oer« mehr pro Stunde verlangt Die vier Knaben, die den Fabrikanten d'e Fo berunjen überreichten, wurden entlassen. Jhie Kollegen erklärte" sich mit ihnen soltdaitsch und l-gten fämlltch die Arbeit nieder. Eine Verhandlung zwischen den Eltern der Knaben und den Fabrikant.» 'üb'te iu ketzern R s ttat. Handel und Verkehr. Uolkswirtschast. Wir verweisen auf bie im Anzeigenteil unserer heutigen Nummer veröffentlichte Bilanz bet Hypothekenbank in Hamburg. Gießen, 12. Februar. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. jfC 0.80—1.00, Hühnereier per St. 7—9 2 St. 00—00 Enteneier 2 St. 00—16 L, Gänse- eiet per St. 00—00 <£, Käse 1 St. 5—8 , Käsematte 2 St. 5—8 , Erbsen per Liter 22 <), Linsen per Liter 34 $, Tauben per Paar JC 0.80—1.00, Hühner per St. JC 1.00—1.50, Hahnen per Stück JC 1.00—1.80, Enten per St. JC 2.00—2 20, Gänse per Pfd. JC 0.00 bis 0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 , Kuh- und Rindfleisch per Pfund 60—64 Schweinefleisch per Pfd. 64—74 <£, Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 78 L, Kalbfleisch per Pfd, 60—66 L, Hammelfleisch per Pfd. 50—66 Kartoffeln per 100 Kilo 5.00—6.00 JL, Weißkraut per St. 00—00 , Zwiebeln per Str. M 6.00—6.50, Milch per Liter 18 s,. fc. Frankfurt a. M., 15 Febr. (Heu- und Strohmarkt.) Angefabrcn: 10 Wagen mtl Heu, 2 mit Stroh. Heu Mk. 4.30 bis Mk. 4.60, Stroh (Roggenstroh) Mk. 2 80 bis Mk. 3.20. Alles per 50 Ki'o Auszug aus den Standesamtsregistern der Stadt Gießen. Aufgebote. Februar. 9. Jakob Schöneck, Maurer in Enbbach, mit Margarethe Belte daselbst. 9. JuliuS Hermann Heinrich Dreher, W-rk- führer in Butzbach, mit Karoline Wilhelmine Friederike MauS in Gießen 9. Heinrich Joseph Föller, Maurer in Vilbel, mit Pauline Bertha ReSke daselbst 9. August Wagner, Maurer in Petterweil, mit Margaretbe Eltsabethe Müllet irr G-oß-Karbm. 11. Michael Christian Fiiedrtch Bauer, Hausdiener in Darmstadt, mit Marie Oßwald in Gießen 11. Heinrich Kürk-l, Schlosser in Dahlbruch, mit Frieda Wilhelmine Boihe in Halberstadt. 12. Karl Scherf, Dreher in Offenbach a M., mit Christiane Luise Seubert in Frankfurt a.M.-Obenad. 12. Ludwig Judt, Wagner dahier, mit Luise Elise Katharina Schmidt hierseldst. 13. Heinrich Wurm, Sergeant dahier, mit Marie Röder Hierselbst. Eheschließungen. Februar. 9 Heinrich Friedlich Wilhelm Grünewald, Kautavak- spinner dahier, mit Elisabethe Schimmel hierseldst. 9. Heinrich Keßler, Möbeltranspolteur dahier, mit Eltsabethe Magdalene Margarethe Luis- Marte M-rkel Hierselbst. 11. Friedrich Ludwig Jö g, Dachd-cker tn Gießen, mit Dorothea Kalbfleisch hierseldst 14. Wilhelm Kraushaar, Kellner dahier, mit Dorothea Scherer Hierselbst. Geburten. Februar. 3. Dem Steinhauer Peter Will ein Sohn, H-inrich August Christian. 3. Dem Fuhrmann JustuS Sauer eine Tochter, Johanna (Settrübe. 5. Dem Taglöhner Philipp Lotz ein Sohn, Wil Börsennachrichten. 31/, °/o do. 81/, % Reiohsanleihe . do 8% Tendenz fest. 4 % 4°/o 8«/, o/0 98 30 89 20 98 10 88.75 94.60 96.20 43 76 25.50 25.50 82.10 211.50 185 70 134 90 149 80 154 00 143 60 177.10 198 00 178 00 16810 15. Februar. 46.00 M. 46 00 „ 45 50 „ 97.75 , 90.00 . 81 90 M. 81 90 « 00 00 „ 76.20 „ 76.20 , Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handeteges. Oosterr, Staatsbahn Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum . . . Harpener . . . . 8. 15-18 unk. b. 1900 8. 19-20, unk. b. 1905 8. 13, 14 8. 21, 22, unk. b. 1905 Berlin, 4 % Deutsche Grundschuld-Bank 1 u. 2 do. do. do. 40/0 do. 8. 5/6 unk. b. 1904 37,0/ do. 8. 7/8, unk. b. 1906 4 O/o D. Hyp.-Bank (Berlin) 8. 10 unk. 1908 do. unk. 1905 Helm Karl Heinrich. 5. Dem Knecht Georg Rrii Hard eine Tochter, Dlargaretbe. 5 Dem ÄJpbaltcur Ks»par Lmz eine Tochter. 8. Dem 8u»h«lter H inetch Sonntag eine Tochter Else. 9. Dem R-g'st «tor F i drich Möms dre Tochter, Marie Ro'alie Jos.pda. 9. Dem 5aor ferbdter Adam Ohr cme Tochter, Katharwe Lutte. 9. S-Em Schlöffet Kaspar Stroh ein Sohn. Al ext Karl. 9. Dem Redakteur o i"drich V-tt-rS ein Sohn, Adolf Hermann. 10 Dem Fabrikarbeiter Jobannes Rikp I ein Sohn, H.tnr-ch Ernff. 10. Dem W-ichensteller RAnrab Hauetath dn Sohn, Heinrich N kolau?. 10. Dem Unb oersitStsprof.ffor Dr. R inhard B'aunS dn Sohn. 10 Dem H'lfS- bahnwai ter Heinrich Alt ach ein Sohn. 10 Dem Bierbrauer Christoph LooS eine Tochter, Eug-nie Elisabeth. 11. Dem Fabrikarbeiter Philipp Hahn eine Tochter. 12. Dem Sanier Friedrich Groß eine Tochter Gestorben«. F/.bruar 10. Elisabethe F.a^ z 83 Jabre alt, P'ründnerin dahier. 11. Eltsabethe Schneider,: geb. Rößer, 64 Jahre alt, Prtvattn dahier. 12. Theodor H-inxtch ©du dtcr, 7 Monate alt, Sobn von Buchhändler Heinrich Schneider hierseldst. 13 Friedlich Wilh 'm Berndt, 7 Monate alt, Sohn von R staurateur H inrich Berndt dahier. 14. Else Zöckier, 2 Jahre alt, Tochter von M hger Karl Zöckl.r in Krünberg (Oderh.). 15. Marte Katharine Zulauf, geb. Hahn, 84 Jahre alt, PTvattn dahier 15. F iederike Zinßer, geb. La^gin- botf 77 Jabre alt, E'^-frau von Schi sse«- H tnr»ch Zlnh'r badier Neueste Meldungen. Berlin, 16. Febr. Der Abg. Rickert ist schwer erkrankt. Sein Zustand flößt ernste Besorgnis ein. S'/,°/o 4 0/0 Preusa. Hyp’-A.-Bank 8. 8-12 Telephonischer Kursbericht. Frankfurt, den 16 Februar 8V1,% Konsole . . . 8 o/c do ... 8*/a % Hessen . . . 5°/c Italien. Rente . . 4 »/q Griech. Monop.-Anl. 3% Portugiesen , . 8 o/o Mexikaner . . . 41/19/o Chinesen . . . Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Höchste Temperatur am 14.-15, Febr. — 5 9° C. Niedrigste „ „ „ -16,0° C. Februar Barometer auf 00 reduziert Temperatu. der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit c a § w wo C § Windstärke Wetter 15. 926 758,7 13,2 1,5 81 1 bedrckt 16. 726 752 6 -7,0 2,5 92 w. 2 y 16. 2’5 7487 -0,4 39 82 w. * bewölkt Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Garteustraße 2. Angebot der Arbeitnehmer: 2 Weißbinder, 1 Mälzer, 2 Heizer, 1 Bauschloffer, 1 Schneider, 1 Möbelschreiner, 1 Kellner, 2 Taglöhner, 2 Mechanikerlehrlinge, 2 Buchbinderlehrlinge, 1 Lauffrau, 1 Putzfrau, 1 Flickerin. Nachfrage der ArbeitgeVerr 1 Heizer, 1 Schuhmacher, 1 HauS- bursche, mehrere Dlenstmädchen, 1 Kindermädchen. Lehrlinger 2 Buchbinder, 1 Glaser, 1 Kellner, 1 Schneider, 1 Schlaffer, 1 Schreiner Mtanz am 31. Dezemöer 1900. Aktiva. Passiva. Saffenbestand 287.60 Aufgenommene Kapi- Warenvorrat 3129.87 talien 400.— G schäftsmoblliar 77.— Guthaben der Mit- Ausstände 1946.16 glieder Noch zu zahlende 310.— Rechnungen 1341.02 Reseroefoad 1100.— Betrirbsrücklage 1383.95 Reingewinn __ 9r-5 66 5440.63 5440.63 Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1899 ■ 55 Zugang in 1900 7 Abgang durch Tod 2 Daher Stand der Mitglieder Ende 1900 62 Konsum-Jerein II Weiskirchen. Eistgrtragene Genoffcnschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. 1410 Ph. Stumpf. L. Beck. Stottern 1 wird dauernd geteilt. *912 Letzte Meldungen nur noch bis Montag. Sprsch.AtUa«stslt vlüa Rüth, It. Gitßkll, Kohnhosstr. 2,1. Louverts mit Firma billigst vrühllche Univerfitäts-Vruckerei. Meinkinder-Bewahranstalt. Von nächster Woche an sollen die Beiträge für unsere Anstalt in 1901 erhoben werden. Die Erhebung geschieht durch unsere Anstaltsdienerin Käthcheu Hofmann, die außer der neuen Geberliste auch die vorjährige mit sich trägt. Niemand sonst ist zur Erhebung der Beiträge berechtigt. Wir bitten zunächst um die Beiträge für das 1. Vierteljahr 1901; mit denselben kann nach Belieben der freundlichen Geber zugleich der Gesamt-Jahresbeitrag gespendet werden. Indem wir dies den Wohltätern und Freunden unsrer Anstalt mitteilen, bitten wir freundlichst, uns auch in diesem Jahre gütige Unterstützung gewähren zu wollen. Wir haben für 240 Kinder in unserer Anstalt zu sorgen. Gießen, am 16. Februar 1901. 1417 Der Vorstand der Kleinkiuder-Bewahraustalt. Dc. Naumann. Vergebung von Bauarbeiteu und Abbruchsarbeiten. . Nachstehende bei Erbauung eines SchulsaalS in Hattenrod erforderlichen Ar- beiten und Lieferungen und zwar: veranschlagt zu Erd- u. Maurerarbeiten je. 3052,56 Steinhauerarbeiten 369,70 Zimmerarbeiten 1001,50 Dachdeckerarbeiten 828,90 Spenglerarbeiten 166,68 Schlofferarbeiten 28,60 Weißbinderarbeiten 74 51 Arphaltpappelieferung 14,00 Eisenlieferung 551,00 sollen im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden. An- Gebote sind bis Montag, den 25. Februar l. Js vormittags 10 Uhr bei Großh. Bürgermeisterei Hattenrod, wo- selbst Voranschläge, Pläne unb Bedingungen zur Einsicht offen liegen, einzureichen. Nach Eröffnung der ein- gelaufenen Angebote findet die öffentliche Versteigerung der Schulscheuer auf den Abbruch an den Meistbietenden statt. Gießen, 14. Februar 1901. Der Großh. Kreisbauinspektor Stahl. 1412 Hohversteigerung Donnerstag, den 21. d. M., vormittags io Uhr beginnend, soll in den Waldungen der Gemeinde Wieseck im Distr. Heide nachverzeichnetes Holz versteigert werden. 98 Nadelstämmemit 63,45 fan 189 rm Nadel'Scheitholz, 75 „ Nodel-Knüppelholz worunter 15 rm 3 m lang, 1740 Wellen Nadel-Reisig, 39 rm Stockholz. Die Zusammenkunft ist im Distr ft Heide, auf der Straße Gießen-Daubringen. Wiese ck, 16. Februar 1901. Großh. Bürgermeisterei Wieseck. Sommerlad. 1415 Samstag den 30. Marx, nachmittags 2 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgerichl die dem Gärtner Friedrich Schmitz in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 33 Nr. 9*/io — 1319 qm Grabgarten am Altenfeld bei den Gärten, Flur 83 Nr. 10V10 — 156 qm Hofraite daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 15. Februar 1901. Großh. Ortsgerichl Gießen. J A : Bogt. 1411 (ihn pfr li hi na ni Stabt. Schlachthaus. Freibank. Heute und Montag: Gchskssteisch 30 Pfg. Unerhört billig! 375 Stück um 3,50 Mark: 1 reiz, vergold. Uhr mit prachlv. Goldinkeite, genau geh. 3jähr. Gar.; 1 prachtvoll. Collier aus oriental. Perlen, mod. Damenschmuck f. 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[14131 Gebr. Schwan. Aktienkapital Conto -..... Satznagsmässige Reserve . . . I Reserve-Conto II, für etwaiges künftiges Pfandbriel-Disagio u. s w. . Hypothekenpfandbriefe 4°/,ige Pfandbriefe..... 3‘/2#/o’ge w ..... Fällige Renten- und Hypothekenpfandbriefe ..... Fällige Coupons unserer Pfandbriefe .......... Divid»*nden-Conto (Restanten) . . Vorträge auf Provisions-Conto Vorträge anf Zinsen-Conto . . Vorträge auf Unkosten-Conto . . Beamten-Unterstützungsfonds . . Creditoren in lautender Rechnung Gewinn- und Verlnst-Conto . . . Gewinn- und VerluNt-Conte ultimo Dezember 1900 An Pfandbrief-Zinsen..... „ Beamten-Unterstützungsfonds „ Effekten d. Reservefonds (Coursverliist)...... „ Bankgebäude-Conto Hamburg „ Unkosten-Conto: Saldo des Contos...... Vortrag auf neue Rechnung . . Ueberschuss . . Auslosung der ehemals 41/2%igen, zunächst auf 4, sodann auf 3y2 % konvertierten Hypothekenbriefe. Der gesamte noch im Umlauf befindliche Rest unserer ursprünglich 41/, %igen, zunächst auf 4, sodann auf 3*/a */o Hypothekenbriefe Ser VI—XV — Ausstellungsdatum 1. April 1881 und 1. April 1883 — ist zur Rückzahlung al pari per 1. Oktober 1901 ausgelost worden. Rnbe--' Ann h ein >^0 M J11« Red StarTine [1 Rothe A) Stern Jjßinie ap |opdampftr von ZU bedeutend herabgesehten Preisen verkaufe die «och vorrätiger, Winterhandschuhe, Strümpfe, Socken u. Normal-Unterkleider. Die Uebereiestimmung mit den Büchern der Hypothekenbank in Hamburg bescheinigen wir hiermit. ___ Hamburg, den 10. Januar 1901. I sicherungstacke nachweisen kann, er- H. Angener. P. Galle». C. Call. "Slt den V°r,u°. «u»sührl. Angeb - ® I Mit Lebenslauf, Res. u s w erbeten Der Jahresbericht kann kostenfrei direkt von der Bank oder durch die Pfandbriefverkaufsstellen bezogen ^werden. Ub b 166 ™ l« Vogler A. V. Safier. ßrudtrn: Hypothekenbank in Hamburg z ultimo Dezember 1900. Fastnacht, 5 Uhr b9 Min. 61 eef.:, Karneval. *«85 I s 13,010,640 89 60,000 — Verehrlichen Einwohnern von Giessen und Umgegend die ergebene Mitteilung, dass ich unter dem Heutigen die schonen Lokalitäten des Restaurant Kaiserhof Schulstrasse, Ecke Sonnenstrasse übernommen habe. Zum Ausschank gelangt das vorzügliche Bier der Aktien-Brauerei Giessen sowie ein Münchener Bier. — Beine Weine. — Es wird mein Bestreben sein, gute Küche zu jeder Tageszeit zu führen. Ich bitte ergebenst, mich in meinem neuen Unternehmen gütigst zu unterstützen, und werde bemüht sein, durch aufmerksame Bedienung meiner werten Gäste deren Wohlwollen zu erwerben. Aum Kamkrinus. Sonntag, 17. Februar, nach«. 4 Uhr u. abends 8 Uhr Karnevalistisches Konzert. Eintritt frei. 1419 A. F. Albold, ZUM «-mdnnlls ' Der Scho I ^ndwirtschaf' ^esteriva/ch'ch^ ■® Monberä, < Lln«vNüutio ' der andere ! Auhe'schen 1 I Endung des k?Ug-me I Reg.-Rats Mb 8eV Montagab d. bei Kamerad TrinkauS. Jn ^ucj 397 Der Vorstand. ^|en Oer einz fas* * । »ichmM Die Rückzahlung erfolgt: in Hamburg an unserer Kasse Hohe Bleichen 18, der Deutschen Bank, Ein Posten znrülkgesetzte Spitzen sowie Stickereien, auchHteste werden bill g abgegeben. 1163 Frau Schmitt, TeuselslnstgLrtcher» 26. Credit. M 79,001 15,162,189 689,959 97,233 — I unb hohes Einkommen. 261 Berücksichtigt werden nur Offerten I sehr gut empfohlener Bewerber, die I ca. 1000 Mk Kaution stellen können. I Wer praktische Erfolge im Ber- /Achüler findet gute Pension irr bürgerl. Hause. Off. unter M B 0480 an die Exped. d. Bl. StriLgarnestesteGualliSreltz habe ich stetS vorräng 364 „ Berliner Handels-Gesellschaft. „ Nationalbank für Deutschland H U m WtsKlant imifenen W chantesten P< zeschichte übe Ingen, die u pesens name freut vorlreg historischen S rrüßen ist w tr. Friedrich landvirtschaft )on 1848,49 b Der Äerfa mrtschast weg! mrtschastlicher mente, die dr Tgrarversassui »em Beginn t iunben haben schastlicher L sozialer Natu teuere, das ^sonderen S virtschastliche iußett, auf . Kapital und 1 Die erster Daten die Boi nicht als teil chätigkeitsans Kredit und Ä virtschastlich, ruf die Taui Verdienst va >iese Äenossei »äuerlichen l der Landwirts Don dieser zur rach einem 1 Mit hervori die spezi enen Schulz ®il iherr F Zinsfußes ni 'iche Personc Selbsthilfe, d lelviesen wu> Wolkengaffe 26 ßu erfr. in der Exo. Ein erstes leistungsfähiges Haus der Molkereibranche sucht unter günstigen Bedingungen einen Ntllrkler für Gießen und Wgrdung. Offerten u. B K 1409 a. d. Exp. d. Bl.__ 1401] Wir suchen zum baldigen Eintritt einen in jeder Beziehung zuverlässigen, verheirateten (Grauer Km-rr-Nchliragk« verloren. Gegen Belohnung obzugeben bei 0538 .^ohnarzi Westanloae 31. Giündl. 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