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Zellenpreis: lokal 12 Pf., auswärts 20 Pf. Bezugspreis »iertcljährl. Mk. 2.20 monatlich 75 Pjg. mit Bringerlohn; durch die Abholestelle« vterteljährl. Mk. 1.90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2.— vierteljährl. ohne Bestellgeld. Hrsllieint lägNch mit Ausnahme deS MontagS. Die Gießener Mamilleub kStler werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess. Landwirt" u. „Blätter für Hess. Volkskunde- wöchtl. 4 mal brigelegt. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Amts- und Anzeigeblatt für ben Ttveis Gieren. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe Nr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Famiiienblätter, Der hessische Landwirt, Mütter für hessische Uollrslmnde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Sieben. Fernsprecher Nr. 5L Die Dueil'Iuterpkllatioll des Centrums im Reichstag. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 15. Januar: Die wiederholt im Reichstage erörterte Frage des Zweikampfes im Offizierkorps bewies auch heute ihre Anziehungskraft auf das Publikum. Der Ansturm auf die Tribüne war gewaltig. Viele mußten umkehren, da der Kartenvorrat bald erschöpft war. Unter den Hörern befanden sich begreiflicher Weise zahlreiche Offiziere. Im Parkett sah es zunächst trübselig leer aus, auch die Bundesratsestrade wies spärliche Besetzung auf. Der preußische Kriegsminister von Goßler mit zwei Departementschefs und die Militärbevollmächtigten Bayerns und Württembergs, das war die „Front", mit der die verbündeten Regierungen ins „Gefecht" rückten. Leidenschaftslos, wenn auch durchaus bestimmt, klang die Begründung der Interpellation durch den Vertreter der Stadt Köln, Ahg. Trimborn (Ztr.). In dieser rheinischen Metzeopole hatte sich bekanntlich das der Interpellation zu Grtzinde liegende „Trauerspiel" — wie es Abg. Trimborn nannte — abgespielt, des Inhalts, daß mehrere Reserve-Offiziors -Aspiranten nicht zu Offizieren gewählt wurden, weil sie sich bei Nachforschungen als grundsätzliche Gegner des Duells bekannt halten. 9hir das konnte der Grund sein, meinte Trimborn, weshalb man die absolut einwandfreien Aspiranten habe durchfallen lassen. Darüber sei ganz Köln einer Meinung. (Hört! Hört!) Das militärische Wahl-Verfahren stehe im Widerspruch zu der Erklärung des Kriegsministers vom 11. Dezember 1897, wonach derartige Fragen an die Osfiziersaspiranten auf Grund bestimmter Allerhöchster Befehle durchaus unzulässig seien. Der betreffende Bezirkskommandeur hat also entweder in grotesker Unkenntnis gehandelt oder sich über die Allerhöchsten Befehle einfach hinweggesetzt. Diese mit erhobener Stimme gesprochenen Sätze fanden lebhaften Beifall im Zentrum und links. Die Herren von der Rechten verhielten sich schweigend. Abg. Trimborn schloß seine wirkungsvolle Rede mit einer glänzenden Ehrenerklärung für die zurückgesetzten Offiziers-Aspiranten. Das Zentrum spendete enthusiastischen Beifall. Der^Saal hatte sich inzwischen merklich gefüllt, sodaß der preußische Kr i e g s m i n i st er vor einem stattlichen Auditorium das Wort zur Erwiderung nehmen konnte. Er enttäuschte insofern, als er sich nicht darüber äußerte, wie er die Wiederkehr solcher Fälle zu verhindern gedächte. • Das Vorkommnis in Köln werde Gegenstand der Untersuchung sein, im übrigen genügten die bestehenden Bestimmungen, gegen die ja zweifellos seitens des Kölner Ehrenrats verstoßen sein würde. An Allerhöchster Stelle dieser- ' halb vorstellig zu werden, liege keine Veranlassung vor. Das war das Wesentliche der kurzen Erwiderung des Kriegsministers, die, in dem, Herrn v. Goßler eigenen überlegenen Tone gehalten, vom Hause schweigend entgegengenommen wurde. Der Redner der Nationalliberalen, Abg. Büsing, fand die ministerielle Erklärung nicht ausreichend, obschon kein Grund vorliege, die Duellfrage jetzt von neuem aufzurollen. Seine Fraktion stehe noch immer auf dem Boden des seinerzeit von Bennigsen verteidigten, das Duell grundsätzlich verwerfenden Antrages. Dem Unmut des Zentrums über die kühle Antwort des Kriegsministers gab der Kölner Rechtsanwalt Abg. Dr. Bachem (Zentr.) beredten und kräftigen Ausdruck, nachdem vorher per freisinnige Redner Abg. Dr. P a ch n i ck e die undeutsche Sitte des Zweikampfes bekämpft hatte, den abzulehnen fast mehr Mut erfordere, als ihn anzunehmen. Dr. Bachem erhoffte von der Besprechung der Interpellation eine aufklärende Wirkung. Beim Offizierkorps werde sich schwerlich viel ändern: für dieses sind und bleiben maßgebend die Anschauungen der Heeresleitung, die dem Duell nicht grundsätzlich abgeneigt sind, was aus der Antwort des Kriegsministers unschwer zu entnehmen sei. Das widerspreche ja auch keineswegs der Tendenz der Kabinettsordre vom 1. Januar 1897, die bestimmt, daß den Zweikämpfen der Offiziere mehr als bisher vorgebeugt wird. Daß die Duelle sich seither vermindert haben, wurde auch in der Diskussion konstatiert. Abg. v. Levetzow (kons.) fand das Verhalten der bet dem Wahlakt in Köln thätigen höheren Offiziere inkorrekt und beklagenswert, doch stehe es wohl vereinzelt da. Er wenigstens habe von ähnlichen Vorfällen nichts gehört und wurde, wenn heute eine derartige Anfrage an ihn gerichtet wurde, die Antwort rundweg verweigern. Wie er in seiner ^ugend gehandelt haben würde, könne er freilich nicht sagen. ~,er ! sozialistische Redner, Abg. v. Kollmar, selbst ein ehemaliger Offizier, verurteilte das Kölner Vorkommnis wie das Duell überhaupt. Er meinte aber, daß, wenn m bicjer Beziehung noch immer zu Klagen Anlaß sei, der Reichstag, nicht zuletzt das Zentrum, mit die Schuld trage. Helsen könne nur ein absolutes Verbot des Zweikampfes, das der Reichstag einmütig fordern müsse. Das Zentrum solle sich mehr von höfischen Rücksichten sreimachen. Ob das jetzt noch möglich fei, wisse er freilich nicht. (Große Heiterkeit.) Abg. v. Kardorff (Rp.) teilte die Anschauungen Herrn v. Levetzows und zieh den Abg. Pachnicke völliger Unkenntnis germanischer Bräuche. Das Duell sei keineswegs romanischen, sondern kerndeutschen Ursprungs. Abg. Müller-Sagan (freis. Volksp.) resümiert im Tone tiefer Entrüstung dahin, daß man sich nicht täuschen solle über den Eindruck, den die heutige Reichstagsverhandlung im Lande Hervorrufen werde. Zu allseitiger Ueberraschung erhob sich noch ein Mitglied des Zentrums, Dr. Lieber, um einige schwer wiegende Worte über das Kölner Jnqui- sitorium zu sagen und seinem Erstaunen über die unbefriedigende Antwort des Kriegsministers Ausdruck zu geben. Es liege doch in Köln eine offene Auflehnung vor gegenüber einem kaiserlichen Befehl, lieber die Frage des Zurverant- wortungziehens der schuldigen Kölner Bezirksoffiziere sei der Kriegsminister leicht hinweggeglitten. Er, Dr. Lieber, würde dem derart mißbrauchten militärischen Wahlrecht, wenn die oberste Kommandogewalt es abschasfen wollte, keine Thräne nachweinen. Tie Ursache des Hebels sei nicht zuletzt bei studentischen Korporationen zu suchen, die solchen exklusiven Gewohnheiten huldigen und ihre Anschauungen in die Armee hinübertragen. Tarin pflichtete ihm der sofort entgegnende preußische K r i e g s m i n i st e r bei. Einen unfreiwilligen Heiterkeitserfolg erzielte er, als er weiterhin hervorhob, daß er der Allerhöchsten Kommandogewalt nicht vorgreifen wolle, denn „wenn ich der Armee zu befehlen hätte, dann wäre oas das größte Unglück für diese!" Verdutzt blickte der Minister, der sich des Doppelsinns seiner Worte im Augenblick nicht bewußt wurde, zu dem aufs höchste belustigten Auditorium hinunter. Er hatte überhaupt rednerisch wieder keinen guten Tag. — Dann kam die Duelldebatte zu Ende. Des Reichsparteilers Graf Bernstorff-Lauenburg kurze Ausführungen waren in dem Gebraus der mit Macht aphebenden Privatunterhaltung vollständig verhallt. Ein Abgeordneter meinte draußen im Foyer, die ganze Sache fei ausgegangen wie das „Hornberger Schießen". Er hatte nicht Unrecht. Engländer und Buren. Die letzten Meldungen aus Südafrika lauten fortgesetzt günstig für die Buren. In Kimberley drückten die Einwohner den Wunsch aus, die Regierung möge den Be lagerungszustand über sämtliche Distrikte der Kapkolonie ver hängen. In Port Elisabeth vereinigten sich die Behörden zur Ergreifung von Maßregeln zum Schutze der Stadt gegen einen möglichen Angriff der Buren. Lord Kitchener berichtet aus Kroonstad, daß mehrere hundert Buren die Eisenbahn überschritten haben. Eine Kapstädter Drahtung der „Times" besagt, Adrian Hofmeyer 'habe sich im Auftrage Lord KitchenerS natt Pretoria begeben, um den Buren vorzustellen, wie „hoff nungSlos" ihr Kampf und wie „großmütig" KitchenerS Be dingungen seien. Der Herr wird mit seinem Auftrage wenig Glück haben. Aus Pretoria wird der „Morn. Poft" vom 14. Jan aedrahtet: Die Truppen des Generals Alderson und des Obersten Plumer „säuberten" die Gegend von Irene von Buren und erbeuteten viel Vieh des Kommandanten Beyer, dessen 2000 Mann starkes Kommando nach Osten entkam. Die britische Kavallerie nahm heute seinen Adjutanten ge fangen. Die Buren griffen gestern die Station Zuur fontein an, wurden aber von einer kleinen britischen Streit kraft zmückgeworfen. — Eine Depesche KitchenerS auS Pre toria vom 14. Januar meldet: „Kommandant Beyer überschritt am Samstag die Eisenbahn hei Kalfontein mit der ganzen Mannschaft und wandte sich nach Osten. In den Verhältnissen der Kapkolonie hat sich nichts Wesentliches ge ändert. Einige kleine Barenabteilungen scheinen auf dem Rückwege nach dem Oranjefreiftaat zu sein. Einige Auf ständische, die sich den Buren in der Kapkolonie anschlossen, ergaben sich." In Koffyfontein ist vor einiger Zeit ein Deutscher, der Kaufmann Diehl, durch Engländer gefangen genommen worden. Das Reichskanzleramt hat auf die von dem Bruder des Gefangenen gemachte Eingabe geantwortet, der deutsche Generalkonsul in Kapstadt sei zu telegraphischer Berichterstattung über die Sachlage, sowie über die unter nommenen Schritte aufgefordert worden. Don der Bericht • rftattung des Generalkonsuls hänge es ab, welche Schritte durch den deutschen Botschafter in London unternommen werden. * • Karte des Afrikander-Aufstandes im Kaplan de und deS Angriffskrieges der Buren. Mit 4 Nebenkarten, Begleitworten und einem Original-Brustbild des Generals Christian de W^t. Bearbeitet von Paul Lang Hans. Gotha, Justus Perthes. Preis 1 Mk. — Wieder erscheint zur rechten Zeit Prof. Paul Langhans, dessen bekannte „Burenkarte" in Hunderttausenden von Exemplaren über die ganze Welt verbreitet ist, mit einer „Asiikanderkarte" vor dem Publikum, ihm den Verfolg der sich überstürzenden Ereignisse zu ermöglichen. In klarer Anschaulichkeit zeigt er den Verlauf der einzelnen Einfälle der Buren ins Kapland, die berühmten Streifzüge de Wets und die Stellung der anderen Burengeneräle. Nebenkarten stellen dar die An« strengungen der E g'änder, durch Verstätkungen aus allen ihren Kolonien den A.fstand niederzuringen, sowie die Lager der gefundenen Buren bei Kapstadt, auf St. Helena und Ceylon. Ein wohlgelungenes Originalbild zeigt die energische» Züge des betühwten de Wet, deff-n Geist über allen neueren erfolgreichen Kriegsthaten der Buren schwebt. Telegramme deS Äirfirtter Anzeigers. London, 16. Jan. Aus Kapstadt wird gemeldet, daK General Brand in einer Versammlung der vereinigten Bürgermeister eine Verstärkung von etwa 1000 Mann berittener Gruppen zur Verteidigung der Kolonie verlangt hat. /Sie Buren sind in den letzten Tagen nicht weiter üach, Äüden vorgedrungen. Nur einige Vorposten sind in der Nähe von Tulbach, ea. 100MeilenvonKap- stadt gesehen worden. Die Buren halten noch Clan- william besetzt. London, 16. Jan. „Evening Standard" glaubt melden zu können, daß in Washington ein Komplott entdeckt worden ist, das bezweckt, die englischen Dampfer, die Pferde nach Südafrika bringen sollen, zu zerstören. - v , London, 16. Jan. Tie heutigen Morgenblätter beschäftigen sich eingehend mit den Maßregeln, die vom Kriegsamt getroffen sind, um neue Verstärkungen nach Südafrika zu entsenden. Tie meisten Blätter glauben, daß es dem Kriegsamt aelingen wird, eine große Anzahl neuer Rekruten anzuwerben. „Daily Mail" weist auf die Thatsache hin, daß alle diese Maßregeln nicht genügten, wenn nicht wenigstens 50bis60000Rekruten gesandt werden könnten. Jedoch lasse es die Regierung an Maßregeln fehlen, dieses auszuführen. Kapstadt, 16. Jan. Deutsche Farmer, die ut der Nähe der Hauptstadt angesessen sind, sollen ein berittenes Korps gebildet haben, um die in die Kap- Kolonie eingefallenen Buren zu verjagen. (?) Zürich, 16. Jan. Die schweizerische Liebesgaben- Sammlung für die Witwen und Waisen der Buren ergabt bisher 140000 Franks.* London, 16. Jan., 11 Uhr 15 Min. vorm. (Privattelegramm des G. A.) Wie in Hofkreisen verlautet, besprach Lord Roberts bei seinem Besuch bei der Königin in Osborne die südafrikanischen Ereigniffe. Die Königin fragte Lord R. um seine Meinung, betreffs Beendigung des Krieges. Die Antwort Lord R. soll sehr pessimistisch gelautet haben; er erklärte, daß an eine baldige Beendigung des Krieges nur durch eine Unabhängigkeitserklärung der beiden Republiken möglich sei, ferner, daß England nur dann Aussicht auf Erfolg haben könne, wenn es dauernd eine Armee von 300000 Mann in Südafrika stationieren könne. Man glaubt, daß England deshalb in absehbarer Zeit direkt oder indirekt den Republiken mit Fr iedenS- vorschlägen (?) näher treten wird. China. Feldmarschall Graf Waldersee meldet aus Peking: Die Kolonne Pawel ist zurückgeführt, nachdem die Hauptkräfte Hsuenhwa erreicht hatten. Erne Abteilung untev Major T h i e m i g (Kommandeur der Mun.-Kol.-Abteilung) ist von Tientsin nach der Gegend von Thsang, 95 Kilometer südlich von Tientsin, abmarschiert, wo sich räuberische Banden gezeigt haben. Die chinesischen Truppen, die früher durch die Kolonne des Grafen Yorck über Kalgan hinaus zurückgetrieben worden waren, hatten nach dem Rückmärsche der Kolonne des Grafen York wieder ihren Vormarsch auf Peking angetreten und waren schon bis Hsüenhwa gelangt. Von hier hat sie das Erscheinen der Kolonne Pawel von neuem vertrieben. Tas Bestreben der chinesischen Führer, die ihre Truppen noch in der Hand haben, möglichst nahe an Peking heranzukommen, wird voraussichtlich zu einen abermaligen Rückkehr der chinesischen Truppen führen. Der Paß von Nankou, der auf ihrem Wege nach Peking überschritten werden müßte, scheint von den Verbündeten dauernd besetzt zu sein. Den Verkehr zwischen den deutschen und den französischen Truppen schildert Henri Dumollard, der den Feldzug in China mitgemacht hat, in der „Revue Bleue" folgendermaßen: „Heute abend spielt (in Tientsin) die Kapelle eines deutschen Regiments zum erstenmale im Parke. Das ist .ein Ereignis; folglich mn ich pünktlich zur Stelle. Im Augenblicke meines ^ntressen sind nur wenige Leute da. Die meisten Ziehen » vor, auf der Terrasse des benachbartenAstor-you e tzu sitzen und zu trinken. Die Damen haben sich meistens! auSzuüben. Aus In der Nähe find. Auch in gesundheitlicher Beziehung ließe fich in der ganzen Umgebung kein besserer Platz finden, denn erstens liegt er etwas hoch und zweitens schließen sich fast unmittelbar daran ausgedehnte Nadelwälder. Bon dieser Anhöhe auS hat man eine hübsche Aussicht in das Lahnthal m t seinen Bergen und Burgen, man erblickt Marburg und sogar Amöneburg. Auch die Wafferoersorgungsfrage wäre sehr le-cht zu lösen, da das Gelände wenig hundert Meter nach Großenlinden zu äußerst wofierreich ist. Ohne große Umstände und mit geringen Kosten könnte die Irrenanstalt sich an Ort und Stelle eine eigene Wasserleitung anlegen. Auch ist die neuerrichtete Wasserleitung beim Bergwerk, die jetzt frei wird, nur 10 Minuten entfernt. Nach allem dem oarf man wohl behaupten, daß in der ganzen Umgebung Gießens kein geeigneterer Bauplatz für die neue Irrenanstalt zu finden ist, wie der gewählte. Wir wollen aber auch nicht unerwähnt lassen, daß es im Interesse der Stadt läge, wenn der in Aussicht genommene Platz endgiltrg dazu bestimmt würde. Andere Städte pflegen fortwährend die kleineren Orte ihrer Umgebung einzugemeinden. WormS, Mainz und Friedberg gehen uns in dieser Beziehung voran, und auch Gießen wird wohl zur Eingemeindung der Nachbarorte schreiten. Der am nächsten gelegene Ort ist Kleiv' linden. Abgesehen davon, daß Gießen dadurch einen bedeutenden Zuwachs an Einwohnerzahl erhält, was ja nebensächlich ist, wird es der Stadt möglich sein, sich nach dieser Seite hin frei auszudehnen. Die Gemarkung Kleinlinden birgt eine große Menge schöner und billiger Bauplätze. *♦ Eisverein Bei anhaltender günstiger Witterung beabsichtigt der Borstand des EiSvereinS, am Freitag Nach- mittag die hiesige Regimentsmusik auf der Eisbahn kon- Schlachtfelde. Wien, 15. Jan. Mit Ende des Jahres 1900 hat bte Los von Rom-Bewegung zu 20000 UebertritUn geführt. Seit dem Toleranzedikt Kaiser Josefs II. von 1782 st die Zahl der Protestanten in Oesterreich von 73000 auf 450000 gestiegen. Voriges Jahr wurden 22 Kirchen und Bethäuser eröffnet. Sofia, 15. Jan. Blättermeldungen zufolge forderte der österreichisch-ungarische Gesandte von der Regierung eine energische Bestrafung der Personen, die den österreichischen Unterthanen Kaufmann Salomon in Plewna deshalb mißhandelten, weil dieser sich weigerte, zum zwischen Dänemark und den Vereinigten Staate» wegen des Verkaufs der dänisch westindischen Inseln stattqe fund n haben, sowie ein G such von 17 Kopenhagener Ge- chlflsleuten, worin diese um Unterstützung des Staates da üc bitten, daß die Inseln für das dänische Kap tal fruchtbringend gemacht werden. London, 15. Jan. Auf das Ersuchen des Bürgermeisters von Portsmouth, er möge den Tag zur Ueberreichung des qcftifteten Ehrendegens bestimmen, antwortete der Earl Roberts, es sei ihm peinlich, gefeiert zu werden, während so viele Leute fich in bitterem Leide befinden, denen man wirklich danken könne, daß die Wolken, die seit mehr als einem Jahre die Heimstätten des Landes verdunkelten und die Herzen so vieler Menschen bedrückten, entfernt seien. Nom, 15. Jan. Nach Berichten aus Harrar fand zwischen den Stämmen des Ras Olie und Ras Tesiema eine urchtbare Schlacht statt. Wie man erzählt, kämpften die beiden Günstlinge Menelrks mit je 30000 Mann gegen einander. 7000 Mann blieben tobt oder verwundet auf dem macedoniichen Fonds beizusteuern. Petersburg, 15. Jan. Meldungen aus Teheran zufolge erließ der Schah von Persien den Befehl, gegenüber der christlichen Religion die weitgehendste Duldsamkeit Ausland. Kopenhagen, 15. Jan. Die Regierung hat den Finanz auSschüssen der beiden Kammern und des Reichstags einen Bericht über die Verhandlungen zugehen lassm, die b -her als Freiwilliger nach China. (B. Z.) fc. Schotten, 15. Jan. Gestern wohnte Geh. Oberschulrat Nodnagel aus Darmstadt dem Unterricht an der hiesigen erweiterten Bürgerschule bei und nahm darauf an einer Kuratoriumssitzung teil. Es handelte sich in derselben um die Neuschaffung einer dritten akademischen Lehrer- stelle. Darmstadt, 15. Jan. Wie die „Darmst. Ztg." aus Petersburg berichtet, trifft der Großherzog von Hessen morgen abend zur Teilnahme an den Jubiläumsfeierlichkeiten in Berlin ein. Mainz, 15. Jan. In der SonntagSnacht hotten zwei Soldaten dcS 87. RegtS., 7. Komp, den Urlaub über* i schritten und versuchten nun sich durch Ueberfteig n in ihre Kaserne am EiSgrubweg zu schmugg ln. Bei die em Versuche I stürzten beide von der Kasernenmauer herab in den tiefen Aus Stadt und Sand. Gießen, den 16. Januar 1901. Zur Feier des 200jahrigen Bestehens d s Königreichs Preußen findet am Freitag dem 18. Januar auf dem Brand platze vormittags 11 f/2 Uhr eine Parade statt. Vorher, um 10 Uhr, ist Militärgottesdienst in der evangelischen, um 93/4 Uhr in der katholischen Kirche. Am Nachmittag um 3 Uhr versammeln sich die Offiziere und Reserveoffiziere der Garnison zu einem Festessen im Offizierskasino. • * Hoher Gast. Mit dem Schnellzuge 16 von Koblenz kommend, passierte gestern mittag der Erbgroßherzog von Baden nebst Gefolge die hiesige Station und nahm hier das vorher bestellte Diner ein. • • Lehrerkonferenz. Die Lehrer des Bezirks Gießen - Land hielten am Samstag, am Geburtstage Pestalozzis,! hre erste diesjährige Konferenz ab Herr Schmidt aus Heuchelheim hielt einen interessanten Vortrag über „den Kampf ums Dasein im Pflanzenreich". • • Landesirreuanstalt. Die bei Kleinlin'oen zu errichtende dritte Landesirrenanstalt soll oberhalb des Dorfes nach Großenlinden zu und zwar zwischen Frankfurter- und Lützel linder Straße in der Flur VI ihren Platz finden. DaS ßanb gehört in die IV. Steuerklasse, sodaß die Kosten des Geländes gering sind, teilweise ist es sogar Oedland. Die Umgebung ist still, da weder Fabriken noch Bahnkörper in Beratung wird zunächst die freisinnige Interpellation betreffend das Offenbacher Eisenbahnunglück auf die Tagesordnung gesetzt werden. — In der VII. Kommission des Reichstags wurde heute die Beratung des Gesetzes über die p r i v a t e n V e r s i ch e r- ungs-Unternehmungen fortgesetzt. Tie §§ 3—5 (Zulassung zum Geschäftsbetriebe) wurden unverändert nach der Regierungsvorlage genehmigt. Zu § 6 wurde ein Zusatz des Abg. Tr. Müller-Meiningen angenommen. — Tie VIII. Reichstagskommission beriet heute bei den Just i zr e f o r m - Anträgen den Antrag Rintelen auf Ein- fügung eines zweiten Absatzes zu § 7 der Strafprozeß-Ordnung (fliegenden Gerichts st and der Presse), und genehmigte denselben mit einigen Abänderungen. Alsdann wurde auf Antrag Stadthagen § 8a gestrichen. Stuttgart, 15. Jan. Tie heute zur Eröffnung des Landtages gehaltene Thronrede konstatiert, daß die wirtschaftliche Lage sich im allgemeinen gehoben habe. Ter Stand der Finanzen sei durchaus befriedigend. Aus dem Vorjahre ist ein Ueberschuß von 9 Millionen vorhanden; der neue Etat dürfte ebenfalls mit einem Ueberschuß abschließen, obschon die Ausgaben im Steigen begriffen seien. Tie Steuerreform wird dem Landtage wieder vorgelegt werden, in einer Fassung, die den früheren Beschlüssen Rechnung trägt. Sodann stellt die Thronrede verschiedene Neu- bauteu im Eisenbahnwesen in Aussicht, sowie ferner eine neue Gemeindeordnung mit periodischer Wahl der Ortsvorsteher, im Zusammenhang mit einer veränderten Zusammensetzung der Gemeindeorgane. Man schreibt uns ans Borten, 15. San.: Tor aus Leben "'»'ftTZn ft?“'" Anlaß der dräuenden „Lex Heinze" begründete „Goethe- und einem 19 Jahre alten Mädchen geschlossen. Bund" will eine Petition an den Reichstag wegen fc. Lich, 15. Jan. Es bestätigt sich, daß Dr. Weber Beseitigung der Theaterzensur richten. Tiefe von hier, der bei Kiel tot aus den Eisenbahnschienen gefuudeu Petition ist in' der Sitzung des Ausschusses zur Verlesung wurde, in einem Anfalle geistiger Umnachtung Hand an gelangt, und einstimmig gebilligt worden. Im Reichstagselbst gelegt hat. Dr. Weber diente sein 2. Halbjahr dürfte ihr eine weniger befriedigende Behandlung zu Teil a t in gieI ab> Schon während seiner Studienzeit hat werden. Es ist sogar zweifelhaft, ob sie überhaupt vor das W mit Selbstmordgedanken getragen. Auch verschwand “ ^««Wachen um eine Fußr-is- nach Italien Petitionskommission abgethcm wird. Tringt aber das Ge- zu unternehmen. Spater soll er sich daraus nicht mehr ersuchwirklich durch bis in den erhabenen Sitzungssaal, dann innert haben. Trotz dieser geistigen Excentrizttäten war er wird ihm erst recht unglimpflich mitgespielt werden. Die in tüchtiger Arzt, der das medizinische Examen mit der Regierung verzichtet auf die Theaterzensur sicherlich nicht, Note „sehr gut" bestanden hatte. Sein Schicksal findet hier und da Zentrum und Konservative die strenge Ueberwachung allgemeine Teilnahme. der Bühne durchaus „in der Ordnung" finden, wird der e Butzbach 15. Januar. Seit gestern befindet fich em Erfolg des Gesuchs gleich Null sein. Eine „akademische" 14jä£igcc K„abe namens Däuber aus Zweibrücken in Debatte mehr. | Untersuchungshaft. Er hat fich ohne Legitimationspapiere und Geldmittel hier umhergetrieben. Der jugendliche Landstreicher soll bereits wegen Eigentumsvergehens mit Gefängnis bestraft worden fein. Butzbach, 15. Jan. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde ein Soldat, der in China feinen Karne raden erschossen hatte, in die hiesige Zellenstraf- anstalt eingeliefert. Zwei Matrosen brachten ihn von Bremerhaven hierher und die hiesige Gendarmerie lieferte ihn in die Strafanstalt ab. Er ist zu 10 Jahren verurteilt, aus Kaibach bei Büdingen, diente beim Train und ging zertieren zu lassen. •* Karnevals-Konzert. Wie bereits gestern kurz gemeldet, hat sich unsere Regimentskapelle endlich bewegen lassen, dem Beispiele der durch ihren Karnevalshumor berühmt n Städte Köln, Mainz zc. folgend, am Donneistagabend 8i/2 Uhr in । Steins Saalbau ein Karnevals-Konzert zu arrangieren. Dem Politische Tagesschau. Vernehmen nach besteht das Programm aus musikalisch- 1», W. 7» “ . JSffi 3KX L « I»,st.ü.’«»«">'tt,«II«b.b?-»«... «->--»WH- führlich über wünschenswerte Verbesserungen dieses Ver- Zum Beweise dafür, daß diese Aufführungen von oez m kehrsmittels unterhalten. In der That, es läßt sich hier kernigen Humor durchdrungen sind, brauchen nur die folgenden nur von einer „Unterhaltung" sprechen, die jahrein, fahr- Programm-Nummern: „Die erste Probe der Ledder aus um diese Zeit wiederkehrt, in der ziemlich dieselben Badekapelle", das Auftreten der „Kapelle Krach" Anregungen und Beschwerden vorgebracht werden, ohne daß ^d „Eine kuriose Geschichte", erwähnt zu werken, in der Folge irgendwie bemerkenswerte Resultate sich zeigen. Geiseln nicht, daß es diesem Konzerte an regem Zu- Tie Beleuchtung, die Heizung der Wagen ist vielfach unzu- spruch nicht fehlen wird, KarnevalSfiiminung verscheucht kleine einheitlichen Personentarisen, von Gütertarifen, die den ersten Karnevals-Konzert Werben hoff vtlich nicht ollei» Erfordernissen des heutigen Verkehrs angepaßt find, scheinen Wochentags, sondern vorzugsweise an Sonntagen weitere wir, allen hoffnungsvollen Ankündigungen zum Trotz, weiter folgen. denn je entfernt. „Es ginge wohl, aber es gehl nicht."! -o- Ladenschluß. Man schreibt und: „Die Liste der Ge- Wer von Amerika herüberkommt und wieder in die kästen- schäftSivhaber zum Zwecke der Festsetzung einer einheitlichen ähnlichen, matt erhellten, entweder überheizten oder eisigen Schließung der Verkaufsstellen in unserer Stadt liegt, wie deutschen „Abteile" einsteigt gedenkt mit Wehmut der jeden Bekanntmachung der Bürgermeisterei besagt, zur Ein- Komfort bietenden, prachtvollen amenfam)d)en Siicn^n- fidjtnafjmc der Beteiligten auf dem Sekretariat im Bürger. ‘Ä K' drüben^Ll« mAsteLgebaude offen Sie umfaßt 18 Firmen der Gold- hätte! Ein charakteristisches Beispiel dafür, wie zäh in waren- und Uhren^anche und 343 Ladeninhaber der ver. Deutschland auf diesem Gebiet am „Alten, Bewährten" fest- schiedenen andern Geschäftszweige. Darunter sind aufgeführt gehalten wird, wie schwer sich Neuerungen einführen, bot die chemischen Wäscherei-Annahmestellen, Bank- folgende Episode: Ein Regierungsvertreter erklärte, die ge sch äste und die Dampfmolkerei. Die Läden der Frage der Kuppelung sei in neuester Zeit mit Nachdruck be chemischen Wäschereien fallen nicht unter das Gesetz, denn handelt worden, bald sei deren Lösung zu erwarten. Der Handelsgeschäfte werden in diesen Läden nicht vorgenommen, nationalliberale Abg. Münch-Ferber konnte darauf die Molkereien und zwar solche mit Dampfbetrieb von diese« verblüffende Eröffnung machen: Er habe schon vor 2 0L. netrnffen werden sollen läßt fidi streiten. Jahren in Amerika Zcntral-Kupp-lungen gesehen' - 3an^? Ein seliener Bund für» beim Ausbruche der Feindseligkeiten aus der Stadt geflüchtet und sind noch nicht dorthin zuruckgckchrt. Deshalb kommen die paar Offiziere, die sich emgesunden haben und in Extrauniform paradieren, nicht uuf ihre Kosten. Plötzlich erscheinen die Musiker eines französischen Marme- Jnsanterie-Regiments mit ihrem Kapellmeister, um den deutschen Kameraden zuzuhören. Sie begrüßen einander s e h r f r e u n d l i ch und suchen sich in Hoflichkeits- de^euqunqen zu überbieten. Der deutsche Kapellmeister mischt sich unter die Gruppe der Franzosen. Man sollte wirklich glauben, daß all das auf Befehl geschieht, und ich muß einem unserer Soldaten, der nur vorher erklärt hatte, die Deutschen feien die liebenswürdigsten Kameraden, völlig Recht geben. Nach der ersten Nummer klatschten unsere blauen Jungen freudig Beifall. Der deutsche Kapellmeister kündigte darauf den Franzosen «n, daß er die Ouvertüre zu „Wilhelm Tell" spielen lassen werde. Tie Marine-Infanteristen Horen andächtig zu. Mau vermag auf ihren Zügen eine ernsthafte Bewuriderung zu lesen, die etwas komisch wirkt. Als das Stuck zu Ende aesvielt ist, trete ich an einen von ihnen heran und frage ihn: „Nicht wahr, die Deutschen spielen nicht schlecht? Das ist wie das Signal zu einem wahren Sturzba ch e von Lobeserhebungen besonders über die Leistungen der Klarinettisteii und Hornisten. Ein dicker Kapitulant neben mir faßt die allgemeine Bewunderung in den Ausdruck zusammen: „Moi, ca m’en bouche un coin!“ (was ungefähr dem deutschen: ,Jch bin ganz baff!" gleichkommt.) Nach einem Telegramm aus New-2)ork ist Freifrau v Kettel er die Witwe des in Peking ermordeten deutschen Gesandten nach Deutschland zum Besuch der Schwiegermutter abgereist. Sie wird wahrscheinlich für immer in Deutschland bleiben. Sie empfing jüngst einen Brief des Kaisers, der ihr mitteilte, er möchte sie persönlich empfangen. Deutsches Keich. Berlin, 15. Jan. Ter Kaiser empfing heute den rumänischen Ministerpräsidenten Earp in Audienz und hörte dann die Vorträge des Staatssekretärs v. Tirpitz, des Chefs des Marine-Kabinetts v. Senden-Bibran und des Chefs des Militär-Kabinetts ti. Hahnk e. Um halb ein Uhr wurde eine vom General v. S p i tz geführte Abordnung des preußischen Landeskrieger-Verbandes vom Kaiser empfangen. — Ter rumänische Ministerpräsident Carp verließ heute abend Berlin, um sich zunächst nach Wien zu begeben, wo er Donnerstag vom Kaiser Franz Josef empfangen werden wird. — Ter Kaiser sandte dem Vater des Staatssekretärs v. Tirpitz, Geh. Justiz- und Kammergerichtsrat a. D. Rudolf Tirpitz in Frankfurt a. O. zu dessen 90 jährigem Geburtstage das folgende Glückwunschtelegramm: „Tem Vater des um die Entwicklung meiner Marine hochverdienten Sohnes grüßt an seinem neunzigsten Geburtstage sein König und Kaiser mit anteilvollsten Glück- wünscheii Wilhelm I. R." Gleichzeitig wurde dem greisen Geburtstagskinde zu feinem Ehrentage der königliche Kronenorden 2. Klasse verliehen, außerdem ging ihm ein Exemplar des von Prof. Doepler aus Anlaß des 2 00jährigen Krönungsjubiläums auf Veranlassung des Kaisers hergestellten Gedenkblattes zu, dem der Monarch eigenhändig folgende Widmung beigefügt hatte: „Zum 90. Geburtstage 14. Januar 1901 Wilhelm." Der Kaiser hat u. a. auch dem Präsidenten des preuß. Abgeordnetenhauses v. K r o e ch e r das Gedenkblatt zugehen lassen. Tas Bild trägt des Kaisers eigenhändige Unterschrift und zeigt als Mittelpunkt die Bildnisse König Friedrichs I. und Kaiser Wilhelms II. Es ist einer größeren Anzahl Vertrauter des Monarchen als Geschenk übersandt worden. — Tas Kriegsministerium hat dem Erfinder Ganswindt auf dessen Immediatgesuch an den Kaiser den Bescheid zugehen lassen, daß es unter Verpflichtung der Geheimhaltung bereit fei, in eine Prüfung der Erfindungen einzutreten. Es dürfte sich dabei um die Prüfung der Ganswindtschen Erfindungen auf dem Gebiete der Luftschiffahrt und um die Einführung der Ganswindtschen Trahtachsen -Fahrräder für die Armee handeln, nachdem sich ein solches Rad schon seit langer Zeit im Besitze des Kommandos des Kadettenhauses in Plön befindet. — Im preuß. Abgeordnetenhause wurde heute die erste Etatberatung vorgenommen. Es sprachen die Abgg. v. Zedtlitz (freik.),Ehlers (fr. Ver.), v. Jagdzewski (Pole) und Tr. Hahn (Bund d. L.). Außerdem griffen die Minister v. Hammerstein, Schönstedt, Tr. Studt und v. Miquel öfter in die Debatte ein. — Nach Beendigung der ersten Etat- ,*8um Sonett >ft wimtfjt auj) bet SJläbdj Staatsanwalt war vorbei dn Nttoi Ne auf Während dort nachMe angegebenen Ort. - ft ^Danzig anonym en Halstuch, angeblich je fie 1 Ä» $ V wn, 1°- v“, tat M i« W **“i' M und Thor öffnen nie schließlich den Hebe Mrde. Wiesbaden, 15- Ja lehrter, der sich den ü bereitete, wußte seine « Als d,r Apparat vom sp ben btgfyten Trank tvi ihm ein unangenehmer ( hinderte, baß Gebräu z Men fich Hebelfeiien en «ine Treppe höher gelegen auf dm erften Treppena Sprache; es waren a vorhanden. Der herbeig Vergiftung feft. Eine ergab, daß in der i stumme! fiat. Das h< völlig aufgelaugt und i ^gefügt, baß dann seir Professor liegt zurzeit Vorfall weift darauf hi ungen das Tabakgif tWffwen Raucher, die gestörte Verdauung uni auS diesem Vorfall eine ie« 2|. ° Unim/i $koperaiiD? £ eLaui N L.hre v '7! ^'ldang der *•*««8* - der Zo Äaifeti (??" T'-ß-ner "-'KL- nÄ w !vergrheu» * i Lh>°" ’a’iletftr« . h'° 'K* latrcf ““Lie liifi» g- «Ä ** . U»««CaUf a»" ' ib * ><«'Ä« S1*‘ «»“l'uebetM ’J’ifrf1 £er :i«svs f°r9ung«|tQQ ® unö W ’ N allem betn ?ip9* Umgebvik tet IS ®0«- Mm, „nfc 19 ^ran, und auch vS der Nachbar. kM Vrt ist klein, r dadurch üntti !JW, was ja neben- kw» sich nach dieser -Mkung kleinlinden wgrr Bauplätze, "st'ger Witterung be- am Freitag Nach> lf der Eisbahn lon= gkstern kurz gemeldet, bewegen taffen, dem ior berühmt n Städte ogabend 8i/, Uhr in u arrangieren. Dem nm aus rnnsUalisch. 8» in denen die Mit- aujireten, und aus i"gen für's Publikum Ehrungen von dez nt. ichen nur die folgenben probe der Ledder : „Kapelle kracherwähnt zu werten. korzerte an regem Zn- umng verscheucht kleine inige Stunden. Ten zvss nUich nicht ctteb in Sonntagen weilen S : „Die Liste der Ge- ung einer einseitigen lerer Stadt liegt, wie er ei besagt, zmLin- Sekretariat im Mtz^ Timen der Eck Ladeninhaber der vn- atuntet find aufgesühil btnefteilen, W’ j t ei. Die Läden dn unter daS Gesetz, dm den nicht vorgenoMw. )ampfbetlieb von diese» ich streiten. titeltet Bund fiirS chezu 60jähngen Manne W.dtt UmachMgh» ' re Meute Sem 2. * h leiner Studienrelt p n n N verschm^ 1 iS^si Stift*9' 4 ®/o Deutsche Grundschuld-Bank 1 u. 2 8«/,% 4 0/3 Preuss. Hyp'-A.-Bank 8. 8-12 Zigarren- den Stummel dem Getränke äußerte. Der Der traurige ergab, daß in der Ausflußröhre ein stumme! stak. Das heiße Kaffeewasser hatte völlig ouSgelaugt und so den Giftstoff Nikotin zugefügt, das dann seine furchtbare Wirkung Professor liegt zurzeit noch krank danieder. . 208.20 . 177.80 . 131.90 . 145 50 . 148.70 . 142.70 . 158.00 . 195.00 . 177 53 . 178 00 unu von 228 49 00 M. 49 00 „ 47.60 „ 97 10 „ 89.50 „ 82 00 „ 82.00 M. 00 00 „ 77.00 „ 95.50 , Kreditaktien . . . Dißkonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. ßtaatsbahn Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum . . . . Harpener . . . . : fest. 8. 15-18 unk. b. 1900 8. 19-20, unk. b. 1905 8. 18, 14 8. 21, 22, unk. b. 1905 Vorfall weist darauf hin, welche verderbenbringenden Wirk- ungen das Tabakgift enthält; vielleicht ziehen auch die exzessiven Raucher, die über Herzklopfen, schlechten Magen, gestörte Verdauung und Gedankenschwund zu klagen haben, aus diesem Vorfall eine Lehre. do. rlo 5 <7o Italien. Rente < . 40/0 Griech Monop.-Anl. 3 o/o Portugiesen .' . 3 0/0 Mexikaner . . . 4*/e % Chinesen . . . 4O/o 4 $/o Reichsanleihe . do ■*" Konsols . . . do . . . Hessen . . . schule für bas zu Ostern beginnende neue Universitätsjahr wurde der Kirchenhtstoriker und Romancier Geh. Kirchenrat Prof. Dr. Adolf Haus- rath gewählt, der 1882 bereits einmal diese Würde bekleidet hat. — Aus Straßburg wird g schrieben: Dr Wilh. Kisch aus Straßburg hat sich m der hiesigen rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät als Privatdozent für bürgerliches Recht und Ziodprozeß habilitiert.— Am 12. d. M ist in Hann. Münden der Geh. Regierungsrat Dr. Müller, seit 1872 ikofeffot der Botanik an der Mündener Forstakademie, oestorben. schlagungen im Amte zu verantworten hatte, ruiniert worden. H. besitzt vorzügliche Zeugnisse vom Militär aus, wo er es bis zum Feldwebel brachte. Er halte ein Gehalt von 25t u Mk. In die ihm anvertraute Kasie griff er für andere Leute. Einem Lokomotivführer, der ein guter Freund von ihm war, lieh er, um ihm aus der Bedrängnis zu helfen, 500 Mk. Der „gute Freund" erhängte sich. Einem Schwager in Berlin griff der Angeklagte mit 400 Mk, seinen: ebenfalls in mißlichen Verhältnissen lebenden SSater auch mit 400 Mk. unter d>e Arme. Keiner bezahlte etwas zurück. Httsig suchte sich bann burch Wetten am Totali- saror zu retten unb verlor 700 Mk. Die unterschlagenen Summen belaufen sich auf ca 900 Mk. Die Geschworenen b lligten dem Angeklagten mildernde Umstände zu. Das Gericht verurteilte ihn zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis, wobei noch als besonders strafmildernd die mangelhafte Kontrolle der Stadtverwaltung in Betracht gezogen wurde. Breötau, 15. Jan. Das Kriegsgericht der 11. Division verurteilt« den Gendarm Lorenz Laub aus Weigelvdorf wegen Mißhandlung des Arbeiters Finger unter Mißbrauch der Waffe zu zwei Monaten Gefängnis. Leipzig, 15. Jan. DaS Reichsgericht erkannte im Lippe- schen Apanagenprozeß beute auf Verwerfung der vom Graf- Regenten Ernst eingelegten Revision gwen daS Urteil deS C-ller OderlandesgerichtS vom 23. September 1900. Dem Kläger wurde außerdem die Tragung sämtlicher Kosten auferlegt. B-kanntlich hatte Graf E>ich zur Lippe-Weißenfels Klage gegen den Graf Regenten Ernst zur Lippe-Busterfeld erhoben wegen Rückzahlung einer feit Jahren bezogenen Rente, zu deren Empfangnahme der Graf R'gent nicht be- rrchttgt sei, weil besten G'otzmutter Modecte von Unruh nicht frei- herrlich ebenbürtigen Standes gewesen sei. DaS Landgericht in Detmold hatte die Klage abgewiesen, auf die von dem Kläger eingelegte Berufung aber hatte das Obeilandesgericht zu Eelle das Urteil aus- ehoben und den Klageansvruch gerechtfertigt angesehen. , 96.90 , 87 20 , 97 00 . 86.80 . 93.20 , 95.30 43 00 . 24.30 . 25.70 . 81.60 Tendenz Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Donnerstag den 17. Januar, abends 8 Ubr, Bibelstunde im Konfirmandensaal (Kirckfiraße 9). Psalm 19. Pfarrer Schlosser. 8«/i% 3% 3 */»% 3% 8»/z V/v Festungsgraben. Der eine Soldat brach beide Arme, während der andere den Fuß, Oberschenkel und einen Arm brach. Durch daS Hilfegeschrei der Lerunglückten eilten die Wachmannschaften herbei unb beförderten die Verunglückter zur Wache, woselbst sie verbunden und dann in das Lazarett verbracht wurden. -k- Mainz, 15. Jan. Die Waggonfabrik der Gebrüder Gastell hier führt im Einverständnis mit ihren Arbeitern in -er nächsten Woche eine tägliche Arbeitszeit von 9 Stunden ein, beziehungsweise reduziert die Arbeitszeit von 10 auf 9 Stunden und läßt dabei eine kleineErhöhuno des Stundenlohnes eintreten. Mit dieser Neueinrichtung soll nur eine P:obe gemacht weiden, um festzuftellen, ob bei der verkürzten Arbeitszeit die Arbeitsleistung nicht dieselbe bleibt. Die Siadt Mainz hat in ihren Betrieben kürzlich die Herab setzung der Arbeitszeit um eine halbe Stunde abgelehnt. — Unfern Hechtsheim wurde in der verflossenen Nacht auf freiem Felde die Leiche eines Mannes aus Partenheim aufgefunden, der dort nächtigen wollte und erfroren ist. -k- Bingen, 15. Jan. Die hiesige Handelskammer hat sich in ihrer letzten Sitzung eingehend mit dem Weinsteuergesetzentwurf befaßt und sich dabei energisch gegen die vorgeschlagenen Kontrollmaßregeln ausgesprochen. Die Handelskammer erblickt in den vorgeschlagenen Maßregeln eine unwürdige, allerlei Schnüffeleien und Denunziationen Thür und Thor öffnende Ueberwachung des Weinhandels, die schließlich den Uebergang zur Weinbesteuerung hüben würbe. Wiesbaden, 15. Jan. Ein hiesiger angesehener Ge lehrt er, der sich den üblichen Trank der Levante selbst zubereitete, mußte seine Kaffeemaschine in Reparatur geben. Als der Apparat vom Spengler zurückkam und der Professor den begehrten Trank wieder zum erstenmale bereitete, fiel ihm ein unangenehmer Geschmack auf, der ihn indeß nicht hinderte, das Gebräu zu sich zu nehmen. Bald darauf stellten sich Uebelkeüen ein. Der Professor ging nach seinem eine Treppe höher gelegenen Schlafzimmer, brach aber schon auf dem ersten Treppenabsatz zusammen unb verlor bie Sprache; es waren alle Symptome eines Schlaganfalles vorhanden. Der herbeigerufene Arzt stellte eine Nikotinvergiftung fest. Eine Untersuchung der Kaffeemaschine Nermischtes. * Zum Konitzer Mord. Nach einer Meldung aus Könitz ist nunmehr auch der Ueberzieher Winters auf dem Hofe der Mädchenschule gefunden worden. Dem Staatsanwalt war vorher ein Schreiben zugegangen, wonach der Paletot heute auf dem Grabe Winters liegen würde. Während dort nachgesehen wurde, erfolgte der Fund an dem angegebenen Ort. — Dem Stadtrat Klotz in Könitz ist aus Danzig anonym eine Postsendung zugegangen, bie ein Halstuch, angeblich jenes Winters enthielt. Krieskasten der Redaktion. Ij Abonnent. Ein Zeuge soll durch seine Aussage resp. sein Erscheinen vor Gericht nichts verdienen. Etz werden ihm seine Auslagen an Fahrt, Spesen, rc. Unkosten vergütet, selbstverständlich auch eoent. Ausfall an Lohn. Da ein Kranker nichts verdient, vielmehr ein Krankengeld bezieht, bat er, wenn er nicht besondere Ausgaben ür Fahrt rc., die eben sein ErscheinSwor Gericht verursachen, keinm Anspruch auf Zeugengelder und kann daher aeiroungen werden, seine irrtümlich empfangenen Zeugengebübren m'ückzuerstatten. Börsennachrechten. Berlin, 15. Januar. UniversiMs Nachrichten. — Der 19. Kongreß für innere Medizin findet vom 16. bis 19. April in Berlin statt. Folgende Themata sollen zur Verhandlung kommen: Am ersten Sitzungstag: Herzmittel unb Vasomotorenmittel. Rrferenten: Gottlieb (Heidelberg) und Sahli (Bern). Am dritten Sitzungs- tag: Die Entzündung des Rückenmarkes. Referenten: v. Leyden (Berlin) und Redlich (Wien). Folgende Vorträge sind angemelbet: Bier (Greifswald): Auf Wunsch des Geschäftskomitees: lieber die Anwendung künstlich erzeugter Hyperämien zu Heilzwecken. Smith (Schloß Marbach): Die Funktionsprüfung des Herzens und sich daraus ergebende neue Gesichts punkte. Schütz «Wiesbaden): Utber die Hefen unseres Verbauungskanals. 3 Hofmann (Schloß Marbach): lieber die objektiven Wirkungen unserer modernen Herzmittel auf die Herzfunktion. Hirschberg (Frankfurt a. M. : Die operative Behandlung der hypertrophischen Lebercirrhose. v. Strümpell (Erlangen): lieber My litis Schott (Nauheim): lieber das Verhalten des Blutdruckes bei der Behandlung chronischer Herzkrankheiten. Strasburger (Bonn): Gährungsdyspepsie der Erwachsenen Hugo Wiener (Prag): Reber synthetische Bildung der Harnsäure im Tierkörper. Münzer (Prag): Zur L.hre von der Febris hepatica intermittens nebst Bemerkungen über Harnstoffbildung. Litten (Berlin): Thema Vorbehalten. Hermann Strauß (Berlin): Demonstration eines Präparates von „ideopathischer" OesophaguS- Dilatation. Martin Mendelsohn (Berlin): lieber die Erholung des Herzens als Maß der Herzfunktion. — Teilnehmer für einen einzelnen Kongreß kann jeder Arzt werden. — Der Professor der Zoologie und Dirigent der zoologischen Abteilung des Versuchswesens an der Forflakademie zu Eberswalde, Dr. Eck, fietn (ein geborener Gießener) ist vom Reichskanzler als Mitglied des dem Kaiser! Gesundheitsamt beigegebenen Beirats für Fragen der Land- And Forstwirtscha't für die Zeit bis zum Schluß des Jahres 1905 berufen worden. — Man schreibt aus Heidelberg: Zum Prorektor unserer Hoch- Gerichtssaal. fc. Frankfurt a. M., 15. Jan. Durch seine Gutmütigkeit ist der 37 Jahre alte Bureauassistent am hiesigen Tiefbau amt Paul Robert Heisig, bet sich heute vor dem hiesigen Schwurgericht wegen Unter Kitteratnr, Wissenschaft und Kunst. Im Verlage von Gerhart Kühl mann in Dresden erschien kürzlich eine wunderliche kleine Schrift, „Lösung der I a h r h u n d e r t f r a g e mit dem Zirkel. Von einem Deutschen." Der Verfasser sagt auf Seite 13 seiner Broschüre, daß er nach dem Vorstehenden „die Frage nach dem thatsächlichen Beginge des 20. Jahrhunderts von streng wissenschaftlichem Standpunkte ans glatt gelöst und den 2 5. Dezember 1900 ein für allemal a l s Anfang fest gelegt hat" Dann aber stellt er chleunigst seine ganze Theorie auf den Kops und sagt, daß er damit aber noch nicht die Antwort aus die Fassung der Frage gegeben: beginnt das neue Jahrhundert mit dem 1. Januar 1900 oder mit dem 1. Januar 1901 ? Und hierauf giebt er, der die Antwort doch schon ganz richtig ausge- prochen hat, die lächerliche Ansicht preis: „Vom Standpunkt des praktischen Lebens aus betrachtet, beginnt das neue Jahrhundert mit dem 1. Januar 1900!" — Zum Schlüsse ist der Verfasser objektiv genug, eine Reihe von gewichtigen Stimmen anzuführen, die sich sämmtlich für den 1. Januar 1901 als den Anfang des neuen Jahrhunderts aussprechen; wir finden unter diesen Stimmen die von Friedr. Spielhagen, Dr. M. Will). Meyer, dem Begründer der Berliner „Urania", von Henry M. Stanley, dem bekannten englischen Parlamentarier Charles W. Dilke, von H. H. Turner, dem Astronomie-Professor in Oxford, dem Direktor der Pariser Sternwarte M. Loewy, dem berühmten Popula- risator der Himmelskunde Flammarion. Auch der so elend ums Leben gekommene König Humbert von, Italien hat, im Gegensatz zum deutschen Kaiser, das Jahr 1901 als den Anfang des 20. Jahrhunderts bezeichnet. — Herr Pros. Dr. W. Wetz schreibt uns: Ein sonderbarer Zu fall will es, baß ein von mir für eine Fachzeitschrift geschriebener Aussatz gegenwärtig in Tagesblättern berücksichtigt wirb. Die Notiz in der „Franks. Z.", die wohl die Ihrige veranlaßt hat (Wir entnahmen den größeren Teil unserer Notiz einem Berliner Blatt. D. Red.) gibt von meiner Stellung zu Schlegel eine ganz falsche Darstellung, bie ich wenigstens für Ihre Leser berichtigen will. Statt Schlegels Verdienste so herabzusetzen, „daß an dem klassischen Shakespeare-Dolmetsch der Deutschen kein gutes Haar mehr bleibt", erkläre ich ausdrücklich, „daß Schlegels Shakespeare unter den Übersetzungen einen sehr hohen Rang ttnnehme" und fahre bann fort: „Nun muß man um so mehr Achtung vor feiner Leistung haben, wenn man sich vergegenwärtigt, mit wie unvollkommenen Hilfsmitteln er arbeitete und daß er zu Vorgängern Wieland und den in doppelter Hinsicht prosaischen Eschenburg hatte. Die Sicherheit seines kritischen Blicks unb seine Fähigkeit, trotz aller Hinberniffe zu dem Sinn des Dichters durchzudringen und ihn in einer anderen Sprache wirksam wiederzugeben, zeigen sich oft in wahrhaft glänzender Weife. . . . Schlegels Programm: „Schritt vor Schritt dem Buchstabendes Sinnes zu folgen und doch einen Teil der unzähligen, unbttchreiblichenSchönheiten, die nicht Im Buchstaben liegen, die wie ein geistiger Hauch über ihm schweben, zu erhaschen", ist wohl am glänzendsten in seinem Julius Cäsar Der wirklicht." Richtig ist allerdings, daß ich behaupte, Schlegel habe sehr ungleich und oft mit großer Hast gearbeitet, denn in sechs Tagen übersetzte er einmal zwei Akte eines Shakespeari'chen Trauerspiels. Auch bin ich der Meinung, daß in den von Dingelstedt und Badenstedt herausgegebenen Uebersetzungen einzelne Stücke bester übertragen sind, als in dem sogen. Schlegel-Tieck. Schisssnachrichten.' Der Postdampfer „Noordland" der „Red Star Linie", in Antwerpen, ist laut Telegramm am 12. Januar wohlbehalten in New-Aork »angekommen. _____________________ Neueste Meldungen. Könitz, 16. Jan. Ter Erste Staatsanwalt Schweigger ist auf die Nachricht von dem Funde des Ueberziehers Winters schleunigst hierher zurüügekehrt und hat die Ermittelungen in die Hand genommen. Der Berliner Kriminal- Kommissar v. Kracht weilt außerhalb von Könitz, um im Interesse des zur Zeit die Situation beherrschenden Verdachts der Thäterschaft Nachforschungen anzustellen. Man glaubt, daß der Schuldige durch überschlaues Vorgehen ich selbst verraten hat und hofft auf dessen baldige Verhaftung. Seiden-Blusen». «e unb höher — 4 Meter'. — porto- unb -ollsrei jugefanbtl Muster gehend; ebenso von schwarzer, weißer und farbiger „Henneberg-Seibe Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Unser gestriger Artikel „Unsere Hypothe k e n banken" bezog' sich ausschließlich auf die Spiel- Hagen-Banken, was wir hiermit ausdrücklich klar stellen wollen. Wir haben uns in letzter Zeit überzeugt, daß unsere anderen großen deutschen Hypotheken- Institute, wie aus ihren Berichten hervorgeht, Gelder auf Industrie, Fabrikanlagen rc. überhaupt nicht gewähren, sondern ausschließlich auf Wohnhaus e r. Wenn die Spielhagen-Banken eine Ausnahme machten, — es soll dies auch nur in beschränktem Maße vorgekommen sein — so sind daran die Direktoren und einige Herren des Aufsichtsrates schuld, die ihren eigenen Verwandten auf deren industrielle Anlagen Geld durch Vermittelung ihrer Institute verschafften. Tas find bekannte Thatsachen, sollen aber an dem Resultate der Hypothekenprüfung nichts ändern. Diese etwas unsicheren hypothekarischen Ausstände find enthalten in den von der Revision als nicht deckungsfähig befundenen zehn Prozent der Unterlagen. Der weitaus größte Teil der Hypotheken der Preuß. Hypotheken-Aktienbank ist als zur Sicherheit der Pfandbriefe geeignet amtlich festgestellt worden. Wie wir hören, sollen bei der Bank die Hypothekenzinsen weiter flott eingehen, ein Zeichen, daß der größte Teil der hypothekarischen Ausleihungen auf gesunder Basis beruht. 85 Pfg. bis 18.65 p. Meter. . G. Henneberg, Seiden-FaörikanKk. u. k. Holl.) Zurich . 3« , o/„ do. 81/, o/o do. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt, den 16. Januar. 4 % do. 8. 5/6 unk. b. 1904 3Ve% do. 8. 7/8, unk. b. 1906 4 n/o D. Hyp.-Bank (Berlin) 8. 10 unk. 1908 do. unk. 1905 Hohversteigerung Montag den 21. Januar I. Js., vormittags -Vs Uhr, sollen im Rupp rtr- durger Gemeindewakd, Distrikte Rüden und Buchwald, folgende Holzsmtimente öffentlich versteigert werden: 300 Fichtenstämme mit 100 fm, 1100 Fichten'Dkrbstangen mit 50 fm, 510 Fickten-Rei-stangen mit 4 fm, 32 rm Buchen-Scheitholz, 32 „ Buchen-Knüppeiholz, 21 „ Eichen-Knüppelholz, 8 „ Nadel Knüppelholz, 7,5 „ Bnchen-Stockholz, 25,5 „ Nidel-Stockholz, 195 „ gemischtes Reisig. Eine große Quantität Nadel- Reisig in Abteilungen. Zusammenkunft ist im Distrikt Rüden oben an der Eisenbahn. DaS Holz wird teils vor-, teils unvorg-zeigt veisteigert. Nähere Auskunft erteilt Foistwart Steinbach. Ruppertsburg, 14.Jan. 1901 Großherzonliche Bürgermeisterei Ruppertsburg. Lehr. 651 Mobiliar- Versteigerung. Fortsetzung Donnerstag den 17. Januar, nachmittags 2 Uhr, Wolfstraße 9. Zum Ausgebot kommen Teppiche, Läufer, Vor- Lagen, Vorhänge, 1 Eis» schrank, 2 Waschtische, 1 ovaler Tisch ufw. 665 I. A : Schneider. Bekanntmachung Donnerstag den 17. d. M., nachmittags 3 Uhr, sollen dahier Neustadt 55 Haus- und Küchengeräte aller Art. zwangsweise gegen bar versteigert werden. 0176 Gießen, den 16. Januar 1901. Seipel, Gerichtsvollzieher. Statt. Schlachthaus. Freibank. Heute und morgen: ychseofleisch 45 pfg. Rindfleisch 45 pfg. Knhfteisch 40 pfg. (Dack-Pulver Vanille Zucker Pudding-Pulver L 10 Pfg. Millionenfach bewahrte Rezepte gratis von den besten Geschäften 281 8str- lick Milche st Klmg-Gns. Eingetr. Genoffensch. mit unbeschr. Haftpflicht. Es wird hierm t zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß alle Einlagen bei h esiger Spar- und Lechkaffe vom-1. Februar 1901 ab mit vier Prozent verzinst werden. Spar- und Leißkasse zu Lang-Höns. Eingetr. Genoffensch. mit unbeschr. Haftpflicht. A- Henrich, Direktor. 656 Sein Auf ist festvegrüudet und wohkvcrdient, den i cs übet trifft alle alten und neuen Konkurrenzvrodukle in Bezug auf Aus jteb'gfeit. Wohlgeschmack und Billigkeit. Ferner empfehle ich angele enilickst Waggi's Hemüse- nnb Kraft- fuppcu und Maggi's ZSouillon-Aaplekn. 216 Ang: Noll, D.ogene zum roten Kreuz, Bahnbofstr. 51. dlrrlleiiirriniiuii , MO Seltersweg 10 nachmittags 2 Uhr, in Londorf statt. 672 Danksagung Smil Lotz. «68 Christian Zimmer KB Gießen, den 15. Januar 1901. 659 des 625 Seltevsweg 77. 550 Thee-Import 668 Fr. Silcher. 5. 3-Zimmerwohnung auf I. April iu nermieten. Löbers Hof 5. P, Cornelius. 6 7. A. Muth. M. Bruch. m vermieten. Verantwortlich für dm allgemeinm Teil: P. Wlttk«; für dm Anzeigenteil: HanS Beck. — Druck und Verlag der Brühl'schen UniverfitätS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. Wietgesnche Offene Stellen 3u vermieten rMWWHW MWWK R. Schumann. R. Schumann. E. C. find am Meisten verbreitet. Wohnung von 8 Zimmern, Küche u. Bub , mögt mit «arten, zum 1. Marz ober i. April zu mieten gesucht. Off. m. Preisarrg. Unter Nr 0175 an die Erp d Bl. gesetzt von G. Weber. 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Veischudene»^ Wegen der W chtigkeit der Tages-Ordnung wäre ein vollzähliges Erscheinen sehr erwünscht. 654 Der Vorstand. Zum Augustiner Keute, Donnerstag: e tz e l s u p p e. Morgens Wellfleisch, sowie frische ! iiflh Bratwurst und Tauerkraut wozu freundlichst einladet 663 Jean Brunner« ÄS,> fyiehuna fÜ und S Sp Ke Mo. tyn l'.^Ulschc,^ ivichtigstx Bewend ' Ä p«> L->« fclkaffe JA bo fKtn ganz neuer Herrenanzug, 'S/ U.berz eher, hellgr. Oifiziers- mantel, noch nickt getr., sowie sonst, s. g. Cioil- u. Mibtärkleider zu verk. Wo's sagt die Expedition d. Bl Kaute Mist?“ufeT 675 Alexander Mayer. 422] Auf erste Hypothek und gegen erstklaisi ie Bürgschaft werden es. 35000 Mk. zu leihen gesucht. Näheres zu erfr. in der Exped. 00000000000000000060 S Gietzener tadttheater. Donnerstag den 17. Januar 1801. Mittlere Preise. Auf allgemeinen Wunsch wiederholt flad)9tnann als Crchher Komödie in 3 Akten v. Otto Ernst» Donnerstag den 24. und Freitag den 25. 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