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Alle Anzeigen-Dermittlungsstellen deS In- und AuS- landcs nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zellenpreis: lokal 12 Pf., auswärts 20 Pß Bezugspreis »ierteijährl. Mk. 2.20 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; Mir* bk Abholestelle» vierteljährl. Mk. 1.90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2.— viertcljährl. ohne Bestellgeld. Erscheint tägNch mit Ausnahme bei Montags. Die Gießener Alamitieuvtätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess. Landwirt" u. „Blätter Mr Hess. Volkskunde" wöchtl. 4 mal beigelegt. Amts- und Zlnzeigeblntt für den Avers Gretzen. Redaktion. Expedition und Druckerei: rchulprahe Nr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblatter, Der hessische Landwirt, ___________ Witter für hessische Ualbsbnnde. —--I ■ I ^^^W~B^—III— I WH !■ IIIIII Adresse für Depeschen: Anzeiger Siehe». Fernsprecher Nr. 5L Amtlicher ®etl Bekanntmachung. Am Sonntag, 20. Januar nachmittags 4 Uhr wird Herr Oekonomierat Leithiger aus Alsfeld in Weiters »ain in der Wirtschaft von H. Theiß V. einen Vortrag über Feldbereinigung halten. Am selben Tag nachmittags 3 Uhr wird Herr Land Wirtschaftslehrer Ltntz aus Büdingen in Nieder-Bessingen im Saale der Johann Lotz Witwe einen Vortrag über Viehzucht und Mast halten. Ich lade dazu Jedermann, der sich für die Vorträge interessiert, freundlichst ein. Die Herren Bürgermeister der Vortrags- und der Nachbarorte ersuche ich um ortsübliche Bekanntmachung. Gießen, den 15. Januar 1901. Der Direktor des landw. Bezirksvereins, v. Bechtold. Bekanntmachung. Betr.: Die Bildung einer öffentlichen Waffergenoffenschaft für die Flur XII der Gemarkung Queckborn. Nachdem zur Ausführung einer Entwäfferunq von Grund stücken in der Flur XII der Gemarkung Queckborn Antrag auf Bildung einer öffentlichen Waffergenoffenschaft gestellt worden ist, und Großherzogl. Ministerium des Innern, Abt. f. R., H. u. G., als fachliche Zentralbehörde das beabsich tigte Unternehmen als zweckmäßig und zulässig erachtet, und die Einleitung des Verfahrens zur Bildung einer öffentlichen Waffergenoff nschaft angeordnet hat, wird hiermit zur öffent lichen Kenntnis gebracht, daß die Vorarbeiten hierzu vom 1.—15. Februar I. IS. auf dem Bureau der Großherzogl. Bürgermeisterei Queckborn zur Einsicht sämtlicher Grund Eigentümer, deren Grundstücke in die zu verbessernde Fläche fallen, offenliegen. Gleichzeitig werden diese Grundeigentümer zur Verhand lung und Beschlußfassung, sowie zur Wahl ihrer Vertreter für daS weitere Verfahren auf Montag ben 18. Februar l. Js., vormittags SV, Uhr, in daS Gemeindehaus zu Queckborn vorgeladen, unter Androhung des Rechtsnachteils, daß die Nichterscheinenden, sowie die Nichtabstimmenden als dem beantragten Unternehmen beistimmend, mit der Wahl der Vertreter einverstanden an gesehen und mit ihren Einwendungen gegen die Art der Aus führung später nicht mehr gehört werveu. Diejenigen Grundeigentümer und WafferbenutzungS berechtigten, die an dem Unternehmen nicht unmittelbar be teiligt erscheinen, werden hiermit aufgefordert, etwaige Ein sprachen gegen daS Unternehmen in der vorerwähnten Tag fahrt geltend zu machen, widrigenfalls die Einsprachen nach Ablauf der Frist nicht mehr berücksichtigt würdtn, und nur noch prioatrechtliche Entschädigungsansprüche gegenüber dem Unternehmen geltend gemacht werden können. Gießen, den 14. Januar 1901. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ____________________v. Bechtold.___________________ Bekanntmachung. Detr.: Zurückstellung der mit Berechtigung zum einjährig- freiwilligen Dienst versehenen Militärpflichtigen. Die im Jahre 1881 geborenen, im laufenden Jahre militärpflichtig werdenden und mit Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst versehenen Militärpflichtigen, welche im Kreise Gießen ihren dauernden Aufenthalt haben, haben sich, sofern sie nicht bereits zum aktiven Dienst eingetreten sind, alsbald bei Vermeidung der gesetzlichen Strafen längstens aber bis zum 1. Februar l. Js. bei mir schriftlich oder mündlich zu melden und unter Vorlegung ihres Berechtigungsscheines ihre Zurückstellung von der Aushebung zu beantragen, einerlei, ob sie bereits am 1. April l. I. zum Dienst eintreten wollen oder nicht. Ohne den Zurückstellungsvermerk auf dem Berechtigungsschein findet die Annahme bei einem Truppenteil nicht statt. Diejenigen Militärpflichtigen, welche mit Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst versehen sind, und im Kreise Gießen geboren sind, haben sich auch an ihrem Geburtsorte, wenn sie daselbst wohnen, zur Stammrolle anzumelden. Soweit die Berechtigung auf Grund des Schulzeugnisses bei der Großh. Prüfungskommission in Darmstadt noch nicht nachgesucht sein sollte, hat dieses sofort zu geschehen, und werden die Interessenten noch ausdrücklich auf die dem Schulzeugnis aufgedruckten Bestimmungen zur genauen Nachachtung aufmerksam gemacht. Gießen, den 16. Januar 1901. Der Civilvorsitzende der Großh. Ersatz-Kommission Gießen. B o e ck m a n n. Aus Parlamentskreisen. AuS Berlin, 14. Januar, wird uns geschrieben: Nach Erkundigungen in parlamentarischen Kreisen ist das Sch ckial der preußischen Kanalvorlage als durchaus ungewiß zu betrachten. Alles ist noch in der Schwebe. Als Thatsache wird bezeichnet, daß zwar eine kleine Anzahl von Konservativen einem „Friedensschluß" mit der Regierung geneigt sind auf der Grundlage Mittellandkanal --- höhere landwirtschaftliche Zölle, daß aber vorläufig gerade einflußreiche Mitglieder der Rechten einem solchen Arrangement widerstreben. Insbesondere verhehlen sich die letzteren nicht, daß ein Einlenken auch den eigenen Wählern als ein „Kuhhandel" erscheinen und den politischen Kredit der Partei schädigen könnte; man sei es zudem den gemäß- r g Len Beamten gewissermaßen „schuldig", ebenso wie den Or h ngen auch ben Versprechungen gegenüber fest zu bleiben. H.be sich denn irgend etwas geändert, um das Urteil über Die Wasi rstraßenprojekte zu verändern? Wenn ja, dann eher zu Ungunsteu als zu Gunsten der Vorlage. Damals ichon war das Hauptbedenken der Kostenpunkt, obwohl die wirtschaftlichen Verhältnisse zu der Zeit als ung« wohnlich stänzend sich darstellten. Heute, bei bedeutend verschlechterter Konjunktur, bei der Ebbe in der Reichskasse, erscheine eine noch viel höhere Forderung für die „erweiterte" Kanal- Vorlage! Ein Gesamtkostenvoranschlog von 389 Millionen laufe, wie mannigfache Erfahrungen beweisen, bei Unternehmungen des Staates oder des Reiches, auf mindesten- 400 bis 450 Millionen bei der Schlußrechnung aus. Ferner richtet sich die konservative Kritik gegen die Kanäle, weil diese einen großen Teil deS W'NterS durch Zufrieren unbenutzbar sind; es fvll daher, dem Vernehmen nach, aufs neue fettender Rechten der förmliche Gegenvorschlag dem Ab- qeordnetenhause und der Regierung unterbreitet werden, zur Bewältigung des Verkehrs und für die Zwecke der Lande-- oerterdigung — besonders wird der strategische Zweck für ben Rhein Elbe-Kanal geltend gemacht — unter Benutzung des für die Wasserstraßen projektierten Weges neue Eisenbahnlinien zu bauen. Wo ein Kanal Platz habe, sei auch Raum für Bahngeleise. Dieses Projekt habe den Vorzug der bedeutend billigeren und schnelleren Ausführung, der Möglichkeit der Ausgestaltung nach Bedarf und vor allem der ununterbrochenen Benutzung. Eben im Jntereffe der Landesverteidigung sei dies von größtem Werte. Wenn sich zurzeit Gießener Stadttheater. Reif Re»fliugerr. Von Gustav von Moser. Es ist immer ein freudiges Ereignis, alten, guten Freunden zu begegnen; man sieht sie und spricht mit ihnen gern und erinnert sich mancher frohen Stunden. War das ein famoser Kerl, der Kamerad Reif Reiflingen. So frisch und toll, so naiv selbstbewußt und dabei fast unverschämt tugend« haft. Und er ist'S, um mich, in seinem Sinne, eines meteorologischen Ausdrucks zu bedienen, bis zu einem gewissen Grade geblieben. Man kann über manche seiner leicht lockeren, aber artigen Scherze noch heute lachen. Die breiten Scherze des immer jungen, heute freilich 75 jährigen Herrn v. Moser werden ein nicht wählerisches und anspruchsvolles Publikum immer unterhalten. Wenn wir einem solchen guten alten Freund begegnen, so öffnen sich ihm Herz und Hand, die letztere zum Applaus — aber bald vermindert sich doch die Freude des Wiedersehens. Wir beobachten ja die erste Freude durchaus nicht zum Schein und möchten auch einen so überflüssigen alten Onkel wie den alten Herrn Bernhard d. Folgen nicht beauftragen, daß er den guten Freund möglichst schnell hinweg spediere. Aber wir können uns doch nicht dem Gefühl verschließen, manche der alten Scherze überlebt zu finden und in dem gutmütigen Gesicht des alten Freundes auch etwas Fades zu bemerken. In den letzten 15 Jahren hat sich doch die Geschmacksrichtung gar sehr verändert und die Nerven des Herzens wie des ästh tischen Empfindens um ein Bedeutendes verfeinert. Moser ist uns heute fürs Schauspiel, was Millöcker uns für die Oper ist. Daß aber der so tausendfach schon mit fröhlichem Beifall gegebene Schwank von Moser noch heute fein* aufmerksamen belustigten Lauscher bei dem größten teil unseres Publikums findet, daß er immer noch erheblichen Beifall erntet, wie daS gestern der Fall war, das ist kein ungünstiges Zeichen, ein Zeichen der F ende der Allgemeinheit an ha mlosen Scherzen. Und dieser Beifall galt gestern nicht allein dem heiteren Schwank aus dem Leben eines Leutnants, sondern auch der Darstellung. Allen voran ist zu nennen der schneidige Träger der Titelrolle, Herr Willy Loehr aus Darmstadt, der als Darsteller des unwiderstehlichen, feudalen, von Grund aus liebenswürdigen, treuherzigen und echt ritterlichen Kurschneiders und Aller- weltschwernöters thatsächlich mehr leistete, als der Autor gegeben hat. Nicht die scherzhafte Puppe Mosers war Herr Loehr, sondern ein warmblütiger, fühlender Mensch, selbst so etwas tote ein Charakter. Dadurch kam er freilich an einzelnen Stellen in einen gewissen Konflikt zu den Possen, Die er zu treiben hat und die andere mit ihm treiben, man mochte manche, die allerschlimmsten SituationSolbernheiten diesem wirklich gewinnend liebenswürdigen, tadellosen Gent leman nicht recht glauben. Sein durchweg ungezwungenes, kavaliermäßiges Auftreten, feine glänzende Sicherheit in der Beherrschung des ganzen Milieus, die diesem ohne jede unnötige Uebettreibung durchaus taktvoll angepaßte Sprache, seine Freiheit von unmännlicher Ziererei verdienen schranken loses Lob. Herr L. war nicht der in unserem „Lustspiel" der 70er und 80er Jahre stereotype Salon Leutnant, sondern ein witziger und selbstbewußter, schlagfertiger und hin und wieder sogar beinahe geistreich scheinender Mann aus einer Welt, in der man sich nicht langweilt. Kurt v. Folgen hat mit dem bürgerlichen Rock auch ein großes Maß kleinbürgerlicher Philistrosität angezogen. Herr Ramseyer bemühte sich in etwas verunglückter Maske der farblosen Rolle Farbe zu geben. Eine Figur, die nur eine Kunst annehmbar zu gestalten vermag, der es gegeben ist, aus einer thorichten Karikatur einen komischen Menschen zu machen, ist der „Fähnrich der Pharmazeutik" und Z m perling Theobald Blum, der Pillendreher, dem man an der Aussprache seine Herkunft aus Hannover anmerken soll, wenn er „in sztockfinsterer Sztube sztill und f tumm wie ein Sztand bild von Sztein szteht." Herr di Balthyni errang am Dienstag einen homerischen Heiterkeitserfolg, als er die schöne Gesch chte vom alten Urias (mit dem Ton auf dem i!) erzählte und die gewichtigen Worte sprach: „Er hatte nur ein Schaf, und das bin ich". Sein „Prinzipäl", der Apotheker Hi ffmeister, wurde von Herrn Marli tz gegeben. Sonst weiß dieser „Giftmischer" auf ein leicht empfängliches Zwerch-' fell gut zu wirken; am Dienstag verfehlte er diese Wirkung durch die allzu trottelhafte Darstellung des Herrn M. g?mz und gar. Herr Lachmann, der nicht so leicht eine Rolle ganz umwirst, hätte die Weinseligkeit des guten alten Onkels wohl noch mehr betonen können. Auch diese Figur kann sehr komisch wirken. Ohne ungalant fein zu wollen, seien die Damen heute insgesamt an zweiter Stelle genannt. Frl. v. Lindenau als Frau Ilka v. Folgen, die Moser leider des Temperaments hrer Rasse ganz entkleidet hat, zeigte ein hübsches Wollen und ihr Können schien gestern diesem Wollen ebenbürtig. — Frau Kruse war recht glaubhaft als eine den Umständen jemä|j zur Tugendhüterin gewordene alte Sibylle. Der Prisca des Frl. Wohlbrück fehlte es im Temperament an dem charakteristischen nationalen Anstrich, den diese Jungfrau aus dem Pußtenlande haben soll, war im übrigen aber ganz munter und neckisch. Vielleicht wird ihr Geplauder mit der Zeit natürlicher, herzhafter. Jetzt klebt immer noch etwa- Schale daran, ihm haftet immer ein wenig vom Auswendig- gelernten an. Daß Frau Elsa Hoffmeister nicht zu einer Keiferin wird, ist eine Klippe, die von den Darstellerinnen selten glücklich umgangen wird. Frl. Kugler zeigte dabei zum wenigsten doch ihre stets angenehm bemerkte Natürlichkeit, die allerdings gestern nicht so ganz frei wie sonst gewöhnlich war. Elsa verträgt einen ganzen Feuerbrand von Humor, Frl. K. hat davon nur ein Fünkchen. Frl. Eichenwald überwand ihren inneren Zwiespalt zwischen Wald und Apotheke zu gunften der letzteren mit gewinnender Fröhlichkeit. P. W. Deutsche Ghansons. (Original-Artikel deS „Gießener Anzeigers.") Nachdruck verboten. Ein unschöner Titel — wird der auf Sprachreinheit jaltende Leser denken. Und doch: so steht zu lesen dem rot und weiß gewürfelten Umschlag eines Bändchens Gedichte, das eben zehn deutsche Dichter unter Dorantrttt des schelmisch' zwinkernden Otto Julius B i e r b a u m («erlag von Schuster Und Löffler, Berlin) zusammengesteuU sich qm nicht betreten, denn es wird ohne Motiv bei der 19$ die Lehren des Christentums bis zum äußersten festhalten, vom Offiziersstande ausgeschlossen. Durch diesen Ausschluß kann die Armee und namentlich das Reserveoffizier- korvs selbst geschädigt werden. Ein solcher Standpunkt kann nicht derjenige der Militärbehörde sein. Zahlreiche Mitglieder solcher studentischen Korporationen, die das Duell verwerfen, sind ja thatsächlich Reserveoffiziere. Tie Frage nach dem Duellstandpunkt war also überhaupt auszuscheiden. Eine, erfreuliche Seite zeigt der Vorgang indes:* das Verhalten der betroffenen jungen Männer. Als qualizifierte Soldaten haben sie sich zur Offizierwahl gemeldet, aber sie haben einen noch höheren Mut bewiesen, den Mut der christlichen Ueberzeugung. (Lebhafter Beifall.) Sie haben sich würdig erwiesen ihrer Eltern, sie werden für alle, die in ähnliche Lagen kommen werden, ein leuchten- haben. „Deutsche Chansons!" Das Ohr will sich- nicht i recht an die fremde oder ungewohnte Verbindung ge- ‘ rvöhnen. Aber einen vollgiltigen Ersatz vermag unsere : Sprache nicht zu bieten. Denn der Untertitel „Brettl- Lieder" ist nur ein Notbehelf, kein gleichwertiger Begriff. Tie Gattung hat uns bisher gefehlt, und darum mußten wir auch den fremdländischen Warnen importieren. Andererseits haben wir ja den Franzosen unser Wort „Lied" überlassen, so daß wir mit dem internationalen Tausch zufrieden sein können. Im Gegensatz zu den „Brettern, die die Welt bedeuten", spricht man in Süddeutschland vom Brettl, das nach dem Ausspruch eines Witzboldes die Halbwelt bedeutet, und bezeichnet damit neben der Kunst die Variete-Kunst, ein Bastardkind Apolls. Aber gerade dieser lockere Sprößling erfreut sich der Gunst der Menge. So sehr man auch über ihn zetern mag, er ist nicht mehr aus der Welt zu schaffen, ja, er wird seinem Stiefbruder, dem Theater, ein immer gefährlicherer Nebenbuhler und hat ihn in England schon aus dem Sattel gehoben. Nun soll dieses ungezügelte Straßenkind salonfähig gemacht, für den litterarischen Salon wenigstens herangebildet werden. Ernst von Wolzogen, der Verfasser mehrerer ausgezeichneter humoristischer Romane, zweifellos einer der witzigsten Köpfe, die wir augenblicklich besitzen, hat sich die Aufgabe gestellt, diesen Umwandlungsprozeß vorzunehmen. Tie Idee stammt keineswegs von ihm. Der dänische Dichter Holger Drachmann hat den Gedanken in ihm angeregt, wie er neulich in einem Vortrag, den er über sein Unternehmen hielt, bekannte. Tann haben ihn Bierbaum in seinem Roman „Stilpe" und der Wiener Jacob Wassermann in der „Geschichte der jungen Renate Fuchs" aufgegriffen und ausgeführt. Als praktisches Vorbild konnten ihnen allen die sogenannten Cabarets in Paris auf dem Montmartre gelten. Ein derartiges Tingeltangel, die Roulotte (fo genannt nach dem Karren, mit dem sie herumziehen), hat sich vor zwei Jahren bei uns produziert und reichen Beifall geerntet. Warum hoffe von den Verbandlungen eine aufklärende Wirkung. Die Duellgegner sind im Kriege ebenso tapfer gewesen, als die Duellanhänger. Es müsse Klarheit in dieser Frage geschaffen werden im Sinne des Gesetzes und der christlichen Moral. Abg. Dr. v. Levetzow (kons.) giebt zu, daß das 23e> fahren im Kölner Fall tadelnswert und unzulässig wa^. Es sei aber doch auch Remedur erfolgt. Gewissen Tradi- die grundsätzliche Duellfrage gehe er nach den früheren Reichstagsbeschlüssen nicht ein. Abg. v. V o l l m a r (Soz.) bezeichnet es als einen Widers sinn, daß die Nichtachtung des Gesetzes beim Duell förmlich für die im Staatsdienst Stehenden zur Pflicht gemacht wird und verurteilt jede Art von Duell, für das auch keine ehrengerichtliche Ausnahme gemacht werden dürfe. Hier kommt ferner der grundsätzliche Standpunkt in Betracht, daß a l 1 e Staatsstellen jedem dazu Geeigneten offen stehen müssen, ohne Rücksicht auf religiöse, auf wirtschaftliche und politische Unterschiede. Also darf man auch Sozialdemokraten nicht zurückweisen. Die gegenwärtigen Ordnungen des Duel^ wesens seien unzureichend, da im kaiserlichen Erlasse bap Duell nicht grundsätzlich verworfen werde. Abg. v. Kardorff (Reichspartei) bedauert auch den sein scheint: „Ich sing auch Deutsch, wenn's d'es verlanget. Denn mein Französisch g'langt nur — oh jeh! Zum Hausgebrauch fürs Variete?" In dem dritten dieser Gedichte hat Wolzogen tragische Töne angeschlagen oder vielmehr die Ausgelassenheit durch einen schrillen tragischen Schluss beendet: .„Bald ein End hat alle Not — Frühling wird's — dann kommt der Tod." Ten grimmsten Humor nennt Frank Wedekind sein lassen eine Beschwerde nicht begründen. Gewundert habe ich mich über die kühle A r t, mit der der K r i e g s m i n i st e r die Bohnfrachen erheblich höher stellen als die Schiffsfrachten, so müsse eben durch entsprechende Tarifmaßregeln ein Aus- gleich geschaffen werbe«. lüed in Allem erscheinen solche Elsenbahntinie* rentabler als die SanLie. In der Begrün düng zur Giamtvoilage wes Vorbild lein Und das Bewußtsein dessen mag ihnen | den Offizier der Reserve au f d e r V i s i t e n k a r t e b"b “Sffi Difani UnbÜI febL bie fie ”faI,Ien blVd)'^DfY^r^I^lbet/biren 6 SrieShdfto v Goßler teilt in Beantwortung ber fragt, wie er sich zum Duell stelle. (Hort, W ®er Interpellation mit, baß bie zustänbigen Militärbehörden schwerbeweg, auf den der »riegsmnnster verwiesen^ lagt des Generalkommandos des 8. Armeekorps die Beschwerde sr^ -..... -- für begründet erachten und auf Entfernung aller auf Offizierswahl abgestrmmst und auch psV^ogifche Gmrn^ die Befragung bezüglichen Aktenstücke aus den Akten er- lasten. eine J8ef$tD'erbe! m$t begründen. kannten Es sei selbstverständlich, daß auch beim Wah l - mich über die k u h l e Ar t, Mit der der Kr ie g s i s äkt die ftraae nach dem Duellstandpunkte nicht gestellt die Frage behandelt hat. (L>ehr richtig? un 3entruTn.) ^ch werden dürfe^ da sich ja die Aspiranten ohne weiteres'-»- V^bandlunaen eine autflarenbe Wirkung, der Verordnung über die Ehrengerichte unterwerfen. D ie Bestimmungen darüber seien klar und wenn dagegen verstoßen werde, gäbe es Mittel und Wege, sie zur Geltung zu bringen, wie es auch im vorgebrachten Falle die Minderheit der Offiziere das Mittel der Beschwerde hätte. Es liegt also keine Veranlassung vor, weitereMaß - befürworten!" Was^d?/Ärhalten" des ^BeMskommandos I Honen bes^ Offizier^orps müsse man Hagem Auf betrifft, so wird die Sache im ordentlichen Instanzenwege ^upHtrnn? ne he ei nach den trüberen aufgeklärt werden. (Unruhe im Zentrum und Bewegung.) Abg. Büsing (natl.): Meine Partei verurteilt es ganz entschieden, wenn ein solches Jnquisitorium stattgesunden hat. Mit der Erklärung des Kriegsministers kann ich die Sache n i ch t als e r l e b i g t ansehen (Lebhafte Zustimmung), denn er hat keine Zusicherung abgegeben, daß dergleichen Fälle nicht wieder vorkommen sollen und daß man das von oben her einschärfen wird. Andererseits weih ich allerdings nicht, wie man uns noch weitere Garantien geben soll^ als den allerhöchsten Befehl, der solche Jnquisitorien verbietet. Wir können nur hoffen, daß der allerhöchste Be- ehl in Zukunft bessere Nachachtung finden möge als bisher. (Lachen.) In der prinzipiellen Duellfrage stehen meine Freunde auf dem Standpunkte der Resolution von 1896, die entschiedenste Bekämpfung des Duellwesens forderte. Der z n M q e^? e tret en e n^B ef e h P ber h Ä st en ^Stelle" bem Miell des I Frage auf, warum überhaupt eine Offizierswahl notwenbig Offizierskorps entgegenzutreten, verspreche er sich von einer ist unb erwähnt den Fall der nochmaligen prinzipiellen Erörterung der Duellfrage keinen Bürgermeisters m Kreuznach für die eine frühere xuell- nrottiffhen Eriola weiter I ablehnung die mittelbare Ursache war Aha Dr. Pachnicke (frs. Vgg.): Der vorgetragene Fall Abg. Tr. Lieber (Zentr.) äußert sein Bedauern, daß liegt schwer genug, um eine Interpellation zu rechtfertigen, man vom Regierungstisch aus a1 eine°^?bcr' Es handelt sich um bestrafte Gesetzestreue, um erzwungene unzureichend geantwortet habe. liege doch eine T.ider- Gesetzwidrigkeit. Die Armee ist der Sitz des Uebels; was m setzlichkeit gegen einen höchsten ^hl, eine Rebel ion der Armee verherrscht, wird anderswo, bei den Stu- vor. Ter Kriegsniinister habe s ch öwar ^ttla'tet aber deuten usw, n a ch g e a h m t. (Widerspruch rechts.) Der damit andere hohen Stellen belastet. Berechtigt sei auch kaiserliche Duellerlaß reiche nicht aus, man müsse schärfer die Frage, ob die Ofstzierswahl. nicht durch Ha»> zugreifen. Die Duellstrafe sei zu gering und werde in der habung zu einem unertrglichen Privilegium des Dffiuert Ausführung kaum als solche empfunden. Dazu kommen standes geworden sei. ^cr Duellunfug m ben ~fft die bäufiaen Duellbegnadigungen- Das Duell zierkorps werde -gerade von den s^."h e^.e n Korp_- wirkt ungünstig auf dasRechtsempfinden d e S st n d e n t e n gepflegt. Einen Unterschied Volkes. Es ist eine durchaus undeutsche Unsitte, ge- kicher und Offiziersehre werde er nicht anerkennen. s kommen aus Frankreich und Spanien; so undeutsch, daß noch ist ein unläßlicher Widerspruch wenn das allgemeine Landrecht in Preußen die Strafe des Ver- liche. Religion und Gesetzlichkeit betont, uud underers^ts Instes des Adels daraus setzte. Das Duell ist immer unt) tnejemgen glimpflich behandelt, ^lche Religion und ausnahmslos zu verwerfen. „Schießt der Ehebrecher den setzlichkeit mit Fußen treten. (Beifall ^^rum.) beleidigten Ehemann im Duell nieder, was fehlt da noch Kriegsminister v. G o ß l e r: bin in der glücklichen an Mord?" hat ein berühmter Rechtslehrer gefragt. Geht Lage, in vielen Fragen nut dem Vorredner einberftanben man der Unsitte in der Armee zu Leibe, so wird sie auch zu sein. Ein großer Teil feiner Ausführungen, namenr- in deü übrigen Kreisen der Bevölkerung schwinden. (Beifall Iiich in Bezug aus das Universita tSle ben, begegnet! , meiner vollen Sympathie, ich erkenne auch durchaus an, 'Abg. Dr. Bache in (Ztr.): Wir haben den Weg der daß sehr viele Uebelstände im Interpellation nur gewählt, weil es sich um eine ganz ver- können and namentlich bei der^Wahl zu Tage treten aus breitete Erscheinung handelt. Erst nachdem sich alle übrigen Differenzen, die von der Univerlitat stammem Wir haben Versuche der Abhilfe als fruchtlos erwiesen haben, auch die kein Jnteresfe daran^.derartige Gegensätze, )ne >rch n, oen Wege, die wir auf den Rat des Kriegsministers gegangen Studienjahren herausgebildet haben, auf bie.Ofnzcerkorps -iittb, wenben wir uns an ben Reichstag unb an bas ganze übertragen zu sehen. Es wäre .d?ugenb erwünscht, buie deutsche Reich. Es ist auch eine Flucht in bie Oeffentlich'- Zustände zu bessern resp. zu beseitigen. Was ich aber nid}t feit. Diejenigen, die auf dem Boden des Gesetzes stehen, verstanden habe, ist der Vorwurf des Vorredners, ich deckte werden vom Offiziersstande ausgeschlossen. Wir wollen aber mich persönlich und belaste die höchste Kommandogewalt, dem Könige und dem Vaterlande nicht nur als Unteroffiziere, Tas wäre der diametralste Gegensatz von dem, was ich sondern auch als Offiziere dienen. Das ist uns Ehrensache, beabsichtigt habe und erstrebe, ^ch darf nicht der !höchsten Herzenssache und Pflicht, nicht etwa treibt uns die Eitelkeit,, Kommandogewalt vorgreifen, ich konnte nicht Erklärungen Bekat »-« il-ir-g 00f b0 M«ü ReU bet Meldung be« AuOschluff-r bet un« uorjubtingen, H. Heyne, Zum Aquarium, Wallthorstrahe, Gießen, Gießen, den 12. Januar 1901. bejogen werden. toWgWSr ^eßen. J Liesch- Brauerei. I. 93.: Wolfs. wie bisher zu halte». Möchte es ihm beschieden sein, in dieser Weise die ihm so lieb gewordene akademische Wirksamkeit noch recht lange zu üben, ohne seine Gesundheit dadurch zu bedrohen! Zunächst wird er sich freilich für das kommende Sommersemester vollständige Schonung auferlegen müssen. — Die ordentliche Professur der praktischen Theologie, die D. Köstlin inne hatte, wird, wie wir bereits mitteilten, dem bisherigen außerordentlichen P ofesior dieses Faches an der Universität Jena, D. Paul D.r ewS übertragen werden. D. DrewS hat den Ruf hieher zum nächsten S'mester angenommen. Er stammt aus dem Königreich Sachsen und ist 1858 geboren. Seine theolo.ische Bildung erwarb er hauptsächlich an der Universität Leipzig. Lon 1883 an war er zunächst mehrere Jahre Landpfarrer in der sächsischen Lausitz, 1889 kam er als Archidiakonus an die Lutherkirche in Dresden, in welcher Stellung er bis 1894 blieb. In seinem Dies« dener Amte erwarb er als Prediger besonderes Ansehen, und das bot 'die Beraulasiung, daß die Fakul'ät zu Jena ihn 1894 zum außerordentlichen Professor der praktischen Theologie neben dem alternden D. Seyerien berief. In Jena hat DrewS auch eine größere lüterarische Thätigkeit, besonders auf dem Gebiet der Kultusgeschichte, daneben vielsach auf dem der Reformationsgeschichte (speziell mit Bezug auf Melanchthon) entfaltet. In besonderem Maße wurde er durch das Interesse und Vertrauen des vor Kurzem verstorbenen Großberzog« vdn Sachsen Weimar geehrt. Der verstorbene Großherzog von Sachsen lud ihn wiederholt zu Predigten auf der Wartburg ein, und noch im letzten Herbst weilte er dort zu diesem Zweck in der Umgebung des Großherzogs, als dessen jugendlicher Enkel so plötzlich starb. DrewS- wissenschaftliche Verdienste wurden von der Halle'schen Fakultät durch Verleihung eines D. theol. honoris causa anerkannt. Es steht zu hoffen und zu erwarten, daß er in Gießen rasch eben solches Vertrauen sich erwerben wird, wie in seinen bis- herigen Aemtern und daß die Fakultät an ihm, soweit damöglich ist, den rechten Ersatz für den hochgeschätzten D. Köstlin Mit Bezugnahme auf die Bestimmungen in § 25 der Verordnung werden alle im Jahre 1881 geborenen Militär- Pflichtigen, sowie die in früheren Jahren geborenen, welche sich 8 Uhr zu beschränken sei. „ Um beurteilen zu können, ob für die vorliegenden An- träge die gesetzlich vorgeschrtebene Mehrheit vorliegt, oder ob solche b t einer etwaigen bemvLchsiigen Abstlmmunq sich ergiebt mar die Aufstellung von Listen aller beteiligten Geschäftsinhaber erforderl ch. Diese Liften, und zwar: _.r, 1. der Geschäftsinhaber der Uhren, Gold« und Silberwaren Zur Bockbier-Saison Vurgbrätt'Ausstich Gieße», 16. Januar 1901. Gedenket der hungernden Vögel! * Auszeichnung. Der Großherzog hat am 15. Dezember 190U der Marie Größ zu Darmstadt die Silberne Medaille des LudewigSordenS verliehen. *♦ Heber den demnächst stattfiudeuden Wechsel i» der Besetzung der Professur für praktische Theologie an unserer Upt veisilät geht uns von wohlunterrichteter Seite nachstehende Notiz zu: Geh. Kirchenrat Prof. D Köstlin ist, wie man nunmehr amtlich meldet, unter glcickzeitiger Verleihung des Ehrenkreuzes des Philipps-Ordens in den von ihm erbetenen Ruhestand versetzt worben. Er wird mit dem 1. April, dem Tage deS Dienstantritts seines Nachfolgers, aus seinem Amte ausscheiden. In ehrenden Worten hat ihm das Ministerium durch den Rektor der Landesuniversität das lebhafte Bedauern bezeugen lassen, welches es darüber empfinde, daß auf seine ausgezeichneten Dienste fernerhin Verzicht geleistet werden müsie. Wie es wenigen beschieden ist, hat D. Köstlin eS in der kurzen Wirksamkeit, die ihm an der Landesuniversität vergönnt war (seit Herbst 1895), ver- macht, sich allseitiges Vertrauen zu erwerben. ■ Nicht nur die theologische Fakultät, sondern die gesamte Universität sieht mit wärmster Teilnahme diesen im Kreise der Kollegen und Studierenden gleich sehr verehrten Mann sich vor der Zeit aus seinem Amte zurückziehen. D. Köstlin, der erst im 55. Lebensjahre steht, war seit Ostern 1899 sehr leidend. Wiewohl er im vorigen und in diesem Winter cs ermöglichte, seine Vorlesungen und Seminarübungen in seinem Hause abzuhalten, glaubte er sich doch aus Gewissenhaftigkeit verpflichtet, sein Amt, das er nach ärztlichem Urteil nicht wieder vollständig werde auSfüllen können, aufzugeben. Doch hat er in's Auge gefaßt, eine beschränkte Lehrtätigkeit auch weiterhin noch fortzusetzen und besonders etwa Vorlesungen über die Geschichte der Mission unb zur Einführung in daS theologische Studium, gefunden hat._______ Familien-Nachrichten. Verlobter Gutta Heinemann mit Bertram Kahn. Fürth i. B.— Mainz. — Rosa Fürth mit Max Bauer Seligenstadt-London. Gestorben: Fräulein Katharina Pappert m Offenbach a. M. Karl Jokel I. in Hungen.___ 2. der^GeschäftSinhaber aller übrigen Branchen mit Ausnahme der Bäcker und Metzger, 1901 auf bTea,» I WäSSIÄ'btt Ätt f Ebneben, die die Initiative meines allerhöchsten KrregS- fierrn erschwerten. Ich muß dem Kaiser berichten über das, was hier geschehen ist, woran er den größten Anteil nimmt. Was er dann thut, ist seine Sache, nicht Sache des Kriegsministers. Wenn ich es lväre, der befiehlt, Io wäreesein Unglück für die Armee. (Große andauernde Heiterkeit.) Im Jahre 1900 sind nur vier Duelle im ganzen preußischen Heeresbereiche vorgekommen, von denen drei unblutig verliefen; die kaiserliche Ordre hat also die glänzendsten Früchte getragen. (Sehr richtig! rechts.) Tie Regeneration des preußischen Offrzrerkorps datiert von der Einführung der Wahl her; un Osftzrer- korps steht einer für des anderen Ehre ein. Wir werden jedenfalls sorgen, daß die Wahl immer in der richtigen ... ^schränken sei. ots zu drei xagen oeiegr, von oer «ztuuuymv »» « • mon einer Anzahl von Geschäftsinhabern der Uhren-, ausgeschlossen und ihrer etwaigen Ansprüche aus Zurückstellung Go^d- und Silberwarmbranche ist der weitergehmde Antrag u. s. w. für verlustig erklärt werden. Bezüglich der zur Zer gestellt worden, anzuordnen, daß die Offen Haltung der «er- her Wbeftlfl abmefmben kuHftetten für diese Branche auch in der Zeit vom 1. Oktober Vormünder, Lehr-, Brod« ober Fabrckherren zu düsen An bi« Ende März auf die Zeit von morgens 8 Uhr bis abends Meldungen verpflichtet. Ferner wird bemerkt, daß Gesuch- ” Gno ’ - - ■ •um Zurückstellung von Militärpflichtige am Grund des § 32, pos. 2, lit. a, b, c, d, e, f und g der Wehrordnung recht zeitig bei der Bürgermeisterei dahier vorzubr.ngen find, da verspätete Gesuche keine Berücksichtigung finden. Gießen, den 3. Januar 1901. 378 Der Bürgermeister: I. V.: Wolff. weidet Vüan9e‘ ;t d°rwikßn Z-s- i LZi I KÄS «Säe ! ^wissen Trabi- chuung tragen, w na^ den UÄ es alskinen Wider, £?UeI1 Ärmlich W aemarfjt auä) keine ehren- Betracht, dahalle ' L^ 'tehen muffen, Mü dje und politische 'Menwkraten nicht dnmgen des Duell- 'erlichen Erlasse dch erde. bedauert auch den . Vollsp.) wirst die izierswahl notwendig ätigung des zweiten eine frühere Duellsein Bedauern, daß ' Interpellation ganz ege doch eine Wider- l, eine Rebellion | Mr entlastet, aber Berechtigt sei auch t)t durch ihre Hand-. ilegium des Osfiziers- unsug in den Ossi- rüderen Korps- chied zwischen bürger- licht anerkennen. Er 1 man einerseits christ )Nt, und anderer!eil- che Religion und Gc ll im Zentrum.) bin in der glücklichen orrebner einverstanden lussührungen, nament- äUleben, begegnet e auch durchaus an, ierskorps vorlommn )l zu läge tteten W nammen. $vc haben nsätze, die sich m oei aus die Offmerbch igenb erwünscht, bieif en. Was ich aber "ch s Bonedners, ich dem ichste Kommandogewalt atz von dem, ms ck darf nicht der W nntt nicht Erklärungen Tanz- und Fechtschule von 377 Emil Orth Emil Horst, Giessen Cementwaren- und Kunststein-Fabrik Liebigstrasse 43/45 und An den Bahnhöfen. Rasche Lieferant in gediegener Ausfah- rung za billigen Preisen. | Grobes Zager in Triltshlfen. »lütten, yachsahiiegeln. Krippen, Trogen Montag den 21. Januar er. beginnt ein neuer Tanzunterrichts-Kursus und bitte gett. Anmeldungen Bahnhofstr.31, II, gelangen zu lassen. In diesem Kursus werden unter Garantie der Erlernung folgende Tänze in kQrzester Zeit gelehrt: Sechsschritt-Schleif- walzer Polka. Rheinländer, Polka-Mazurka, Esmeralda, Pas de Qu’atre. Washington Post, Tyrolienne Menuetwalzer, Kaiser-Polka, Contre (Fran^aise), Quadrille ä la cour, Gavotte der Kaiserin und Menuet de la Reine. Privatstenden zu jeder Zeit in und äusser dem Hause. Vollste Garantie der unbedingten Erlernung jeden Tanzes. Bekanntmachung, I den Antrag auf vorzeitige Schließung der Verkaufsstellen für den geschäftlichen Verkehr vetr. Nach § 139 des Reichsgesetzes vom 30. Juni 1900, die ^ch nicht zur Musterung gestellt oder welche hinsichtlich ihrer Abänderung der Gewerbrordnung betreffend, kann auf Antrag Verpflichtung zum Eintritt oder ihrer Befreiung vom Militär- oon mindestens zwei Dritteln der beteiligten Geschäftsinhaber Dienste noch keine definitive Entscheidung erhalten und entweder für eine Gemeinde durch Anordnung der höheren Verwaltungs-1 Gießen ihren gesetzlichen Wohnort haben, oder als Stu« behvrde nach Anhörung der Gemeindebehörde für alle oder Renten. Gymnasiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, oder -mzelne Geschäftszweige angeordnet werden, daß die offenen £QUfl, unb Wirtschaftsbeamte, Handlungsgehilfen, Lehr Verkaufsstellen während bestimmter Zeiträume oder während! fnge# Handwerksgesellen, Dienstboten, Fabrikarbeiter oder in des ganzen Jahres auch in der Zeit zwischen 8 und 9 Uhr | ähnlicher Eigenschaft sich dahier aufhalten, hiermit ausgefordert, abends und zwischm 5 und 7 Ubr morgens für den geschäft- behufs Eintragung ihrer Namen in die NekrutierungS' Uchen Vcikchr geschlossen fein müssen. stammrolle in der Zeit vom IO. biS 20. Januar d. I. Auf Grund dieser Bestimmung ist von einer Anzahl vor. bei der Bürgermeisterei dahier im Zimmer Nr. 13 zu melden Geschäftsinhabern der Antrag gestellt worden, für die Stadt and dabei, wenn ste dahier nicht geboren find, ihren Gießen anzuordnen, daß die Offenhaltung aller Verkauft stellen Geburtsschein, welcher von dem betreffenden ^tand'Sanu .mit Ausnahme derjenigen der Bäcker und Metzger Lu erwirken tfi, und, wenn sie bereits bei einer früheren 1 in b-r Zeit vom 1. April bis Ende September auf die Musterung konkurriert haben, ihren Losungsschein vorzulegen. ‘ Seit von morgen« 7 Ubr bis abenb« 8 Uhr Zugleich wird barauf aufmerksam gemacht, baß diejenigen, 2 in der Reit vom 1. Oktober bis Ende März auf die welche die Anmeldung unterlassen, sich zu gewärtigen haben ' Rett von morgens 8 Uhr bis abends 9 Uhr |ba6 sie mit einer GelhIrafe bis zu 30 Mark oder mck Haft vis zu drei Tagen belegt, von der Teilnahme an der Losung Weise erfolge. Abg. Graf v. Bern stör ff-Lauenburg (Rp.): Ich verstehe nicht, wie dadurch Remedur geschaffen werden soll, daß die betreffenden Papiere aus den Akten zuruckgezogen nwrden sind. Es kann kein Zweifel sein, daß bet der Wahl aus diese Papiere entscheidende Rücksicht genommen worden ist. Tas war aber absolut unzulässig. Ich kann »ur wünschen, daß derartige traurige Verfehlungen nicht wieder vorkommen. (Beifall.) Tamit schließt die Beratung der Interpellation. Die Beratung des Etats des Neichsamts des Innern wird fortgesetzt. Abg. Bebel (Soz.) verlangt die Schaffung eines Reichs «rbeitsamtes. Ter Staatssekretär nehme nur die Interessen her Unternehmer wahr. Aus der neuen Untersuchung über die Abänderung der Bäckereiverordnung werde nichts her- suskommen. Staatssekretär Graf Posadowskh kommt auf die gestrige Debatte zurück. Betreffs der Union zum Schutz des gewerblichen Eigentums sind auf der letzten Brüsseler Konserenz alle unsere Wünsche erfüllt. Tie Vorlage wird dem Haus demnächst zugehen. Tas Gesetz über den unlauteren Wettbewerb hat bisher im allgemeinen günstig gewirkt. Auch über die Berufskrankheiten der Sandsteinarbeiter wird eine Enquete veranstaltet. Bezüglich der Phosphor-Zündholzfabrikation ist festgestellt, daß die sanitären Verordnungen zum Schuß der Arbeiter nicht genügen. In Frankreich soll eine Zündmasse erfunden sem, die für die Arbeiter unschädlich ist. Wir haben darüber Auskunft erbeten. Abg. Möller (nl.) Tie Schrift „Materialien zum russischen Handelsverträge" sei vom Zollbeirat herausgegeben und ganz objektiv gehalten gewesen. Ter Zentralverband babe nur die sachlichen Kosten getragen; der Zollbeirat v,abe Tiäten erhalten, die Kosten für Drucksachen und Porti (6000 Mark) seien auf die einzelnen Mitglieder des Zoll- beirats aus Handel und Industrie repartiert worden. Daß inan die kosten trug, sei eine alte Gewohnheit. Mit dem sozialpolitischen Programm Bassermann erklärt sich Redner einverstanden. Tie 12 000 Mark-Sache sollte doch nun endlich begraben sein, man solle auch nicht den Weg der Skandalprozesse betreten und sich vor Verleumdungen hüten wie derjenigen, daß Bueck den bewußten Brief selbst an die Oeffentlichkeit gebracht habe. Bueck gehöre nicht zu denen, hie einem zottpolitischen Kompromiß entgegenarbeiten. Tarauf wird die Debatte vertagt. Nächste Sitzung: Mittwoch 1 Uhr (Anträge betr. die Reform der G e w e r b e - gerichte.) Aus Stadt und Land. Neu! M* Sicherheits-Gürtel -W Neu! das HerausfaUen der Kinder aus Kinderwagen, Bettohen und Stühlen unmöglich machend. D. R. M. angemeldet. Gebrüder Berdux Bahuhofftratze 27. Lindeuplatz 12. Fischtage: Mittwoch, Donnerstag, Freitag jede Woche. Schdlbh, ton, Schollen. Wir beziehen Mittwochs und ist Vorrat Freitag geräumt. Direkter Bezug. Lebeudfrisch Flotter Absatz. Prima Ware — billigster Preis. Gebrüder Berdux. Magen-, Darmleiden glänzende Erfolge erzielt. " Zu haben in Apoth. u. Drogerien. Bauer & Cie., Berlin SO. 16. 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