Nr. 27V Zweites Blatt 151. Jahrgang Samstag 16 November 1901 Parlamentarisches aus Hessen Politische Tagesschau. Die Eröffnung des sächfischeu Landtags. GietzenerAnzeiger v General-Anzeiger y "äS*7 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen Erscheint täglich nut Ausnahme des Montags. Die Eichener Familien- vianer werden dem Anzeiger im Wechsel mit bem ,Heff. Landwirt^ und den -Blättern für hessische Volkskunde* viermal wöchentlich beigelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st ratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gtetzeu. Fernsprechanschluß Nr.bl. bisher mit mehr oder minder kraftvoller Bestimmtheit 23c*. strittene wird zum Ereignis: Neue Reichssteuern sind projektiert! Selbstverständlich können Steuervorlagen nicht improvisiert werden; es ist zu vermuten, daß die Quellen, die man anbohren will, bereits ins Auge gefaßt und auf die Ergiebigkeit geprüft sind. Und es müssen schon sehr ergiebige Quellen sein, wenn sie den Ztveck erfüllen sollen. Ob nun das Reichsdefizit sür 1902 „nur" 100 Millionen oder 140 oder gar 160 Millionen beträgt: in jedem Falle kann sich die Regierung nicht mit Kleinigkeiten abgeben., Es bleibt da kein anderes Mittel, als Gegenstände des Massenverbrauchs höher zu besteuern, wenn man nicht die Reichs-Erbschaftssteuer und die Reichsvermögenssteuer ein» führen will. Eine sehr unerfreuliche Wahl. Deutsches Deich. Berlin, 14. Nov. Gestern machte der Kaiser mit dem Fürsten von Monaco eine Ausfahrt nach Schloß Sanssouci. Zur Abendtasel waren geladen der Fürst von Monaco mit Begleitung, Generaldirektor Ballin, Generaldirektor Wiegand, der Präsident des Norddeutschen Lloyds Geo Plate, Kolonialdirektor Dr. Stübel und Wirkt- Legationsrat Rose. Heute vormittag hörte der Kaiser die Vorträge des Kriegsministers v. Goßler, des Chefs des Generalstabes der Armee Grafen Schlieffen und des Chefs des Militär-Kabinetts Grafen Hülsen-Haseler. Heute nachmittag begab sich der Kaiser in Begattung des Prinzen Heinrich, der am Vormittag aus Darmstadt ein-- getroffen war, zu den Hofjagden nach Letzlingen. — Wie. dem „Lokalanz." aus Koburg gemeldet wird, ist der Regierungsverweser, Prinz zu Hohenlohe- Langenburg, nicht aus freien Stücken zum Kaiser gereist, sondern durch ein Telegramm des Kaisers nach dem Neuen Palais eingeladen worden. München, 14. Nov. Kammer der Abgeordneten. Heute begann die Debatte über die allgemeine Finanzlage. Pichler (Ztr.) schildert die gegenwärtige ungünstige wirtschaftliche Lage sowie den Rückgang wesentlicher Staatseinnahmen. Den dunkelsten Punkt des Etats bilde das Steigen der Matrikularbeiträge angesichts des Rückgangs der Reichseinnahmen. Seine Freunde hier und im Reichstage wünschten eine allseitige Reichsfinanzreform, allerdings nur eine solche, welche das System der Matrikularbeiträge und die dadurch gegebene Eimvirkung der Ein- zelstaatcn auf das Reich beibehalte. Das Reich solle nichst unabhängig werden von der finanziellen Einwirkung der Einzelstaaten. Schließlich ermahnt der Redner die bayerische Regierung zur Festigkeit gegenüber zu weit gebenden Forderungen der Reichsregierung. Beckh (kons.) will den Ministerpräsidenten darin bestärken, daß er die fördera- listische Grundlage des Reiches und die Selbständigkeit Bayerns energisch gegen etwaige Angriffe verteidige. Die bayerische Regierung übe die ihr zustehende Einwirkung aus die Leitung der Reichsregierung nicht genügend aus; sie sollte auch den Reichskanzler auf die Notwendigkeit eines Protests gegen Chamberlains Aeußerungen aufmerksam machen, v- Voll mar (Soz.) betont, daß die einzig erfolgreiche Reichsfinanzreform in der Einführung einer direkten Reichseinkommensteuer liege. Die Reichsschulden wüchsen insbesondere durch den Militarismus an. Die jetzige mißliche Finanzlage des Reiches sei nur durch den Mangel jeglicher Voraussicht bei den verbündeten Regierungen entstanden, da sie der Verschwendung der Reichsmittel un- thätig zugesehen hätten. Bayerns Finanzlage sei verhältnis- nismäßig noch günstig. Man müsse zwar sparen, solle aber bei notwendigen Ausgaben und Besoldungen nicht knausern. — Der Finanzausschuß der Kammer der Abgeordneten lehnte mit Stimmengleichheit durch Stichentscheid des Vorsitzenden den Antrag Dr. Heim (Zentrum) auf Beschränkung der Zulassung jüdischer Richter ab. Der Justizminister betonte, der Antrag sei wegen der gesetzlichen Gleichberechtigung aller Konfessionen unannehmbar. — Ter Kaiser hat Veranlassung genommen, dem ehemaligen württembergischen Ministerpräsidenten v. Mitt- nacht durch den preußischen Gesandten in Stuttgart seine Anerkennung für die Anteilnahme des Ministers an dem Zustandekommen des Postabkommens und für seine reichs- sreundliche Haltung auszudrücken. — Ein in Nizza erscheinendes Blatt will wissen, daß die Kaiserin in Bordighera Kuraufenthalt nehmen wird. — Tas vom Kaiser entworfene China-Ge- den kblatt wird neueren Bestimmungen zufolge, durch das Kriegsministerium auch denjenigen Hinterbliebenen von Teilnehmern an den Chinawirren zugestellt, die nach ihrer Rückkehr in die Heimat nachträglich an den Folgen der Strapazen in heimischen Lazaretten verstorben sind. Tas Gedenkblatt enthält neben dem Vor- und Zunamen, den Geburts- und Sterbetag des betreffenden Kriegers, sowie die Worte: „Er starb sür Kaiser und Reich. Ehre seinem Andenken!" — Tas Andenken derjenigen Mannschaften des oft* asiatischen Expeditionskorps, welche in China oder später infolge von Krankheit gestorben sind, soll von den Stammtruppenteilen, welchen sie vorher angehörten, in gebührender Weise geehrt werden. Dieses soll derart geschehen, daß von den betreffenden Truppenteilen auf den Kasernengrundstücken Gedenksteine errichtet werden, woraus die Namen der Gestorbenen verzeichnet sind. — Der Bundesrat überwies in seiner heutigen Sitzung dem zuständigen Ausschuß den Entwurf eines Gesetzes wegen Feststellung des Reichshaushaltsetats für das Rechnungsjahr 1902. Die Zustimmung erteilte dec Bundesrat dem Ausschußantrage betr. die Verwendung von Brennnesseln zur Herstellung von Schnupfe Annahme van Anzeige« zu der für den folgenden Lag erscheinenden Nr. bis vornnttags 10 Uhr. Alle Anzeigeil'Vermitt- lungsstellen des In-und Auslandes nehmen Anzeigen entgegen. Zeilenpreis: lokal 12Pf* auswärts 20 Psg. Rotationsdruck u. Verlag der B r ü h l'schen Universitäts - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich sür den allgemeinen Teil: P. Wlttko; für den Anzeigenteil: Hans Beck. seitherigen Praxis bei Vergebung neuer oder Wiedervergebung heimgefallener Apothekenkonzessionen in erster Linie Gemeinden oder Kommunalverbände zu berücksichtigen, und damit den Antrag Ulrich und Genossen für erledigt erklären." — Sodann liegt der Bericht des Vierten Ausschusses über den Antrag des Abgeordneten Köhler- Langsdorf, betreffend die Neubildung eines Kreises Hungen, sowie die Vorstellung des Gemeindevorstcurdes von Bellersheim und 28 weiterer Gemeinden in gleichem Betreff vor. Abg. Köhler-Langsdorf beantragt vom 8. Mai: „Hohe zweite Kammer wolle beschließen, die Großherzoaliche Regierung zu ersuchen, in Abänderung der bezüglichen Verordnung vom 11. Juni 1874, die Neubildung eines Kreises Hungen anzuordnen." Diesem Anträge schließt sich die Vorstellung des Gemeindevorstandes von Bellersheim und 28 weiterer Gemeinden vom 11. Mai 1901 beistimmend an. Zu dem Anträge Köhler-Langsdorf und der Vorstellung des Gemeindevorstandes von Bellersheim hat das Großherzogliche Ministerium des Innern seine Ansicht durch Antwortschreiben vom 15. Juli dahin geäußert, daß die Eingaben Den mit der Revision der Verwaltungsgesetze beauftragten 23eamten überwiesen worden sind. Unter diesen Verhältnissen beantragt der berichtende Ausschuß 1. den Antrag des Abg. Köhler-Langsdorf und 2. die Vorstellung des Gemeindevorstandes von Bellersheim und 28 weiteren Gemeinden zur Zeit für erledigt zu erklären. — Schließlich berichtet der Vierte Ausschuß über den Antrag des Abg. Schönfeld, betreffend Wi e d ererrichtungdesKreises Grünberg. Schönfeld beantragt unterm 20. Mai: „Hohe Kammer wolle Großherzogliche Regierung um eine Gesetzesvorlage in Betreff der Wiedererrichtung des früheren Kreises Grünberg ersuchen." Das Ministerium des Innern hat unterm 15. Juli an den berichtenden Ausschuß geantwortet, daß die Eingabe den mit der Revision der Verwaltungsgesetze beauftragten Beamten überwiesen wurde. Der Ausschuß beantragt deshalb, den Antrag des Abg. Schönfeld zur Zeit für erledigt zu erklären. Der Landtag des Königreichs Sachsen wurde am 14. d. M. mit einer Thronrede eröffnet. In der Thronrede heißt es, daß die gegenwärtigen Verhältnisse auf dem Gebiete der Volkswirtschaft nicht eine so günstige Gestaltung aufweisen wie in den früheren Perioden. Jn- t dustrie und Handel ließen die frühere Stetigkeit des Wachstums vermissen. Gleichermaßen stehe die Landwirtschaft unter einem schweren Drucke, und es vollziehe sich in diesem Hauptproduktionsgebiete des wirtschaftlichen Lebens ein empfindlicher Rückgang. Liege auch der Grund zu diesem zeitweiligen wirtschaftlichen Niedergange größtenteils in allgemein wirkenden Umständen, welche dem Einfluß der Regierungsgewalt entzogen seien, so bleibe doch die Regierung der Verpflichtung eingedenk, für die Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse nach Kräften mit einzutreten. Die Thronrede hofft, daß durch die in Vorbereitung begriffenen Maßnahmen der Reichsregierung auf dem Gebiete der Zollpolitik der nationalen Arbeit und Produktion ein nachhaltiger Schutz zugeführt werde. Die Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse habe allerdings die Fortdauer des Friedens nach Außen zur Voraussetzung. In dieser Richtung seien aber glücklicherweise keinerlei Anlässe zu Befürchtungen gegeben. Insbesondere sei durch die Lösung der Wirren in China das Vertrauen auf die Erhaltung des Friedens! nen hefeftigt Den Krieg erfülle mit gerechtem Stolze, daß die Ärchsen, die dem Expeditionskorps in nationaler Begeisterung zahlreich gefolgt seien, sich durch Tapferkeit, Pflichttreue und Manneszucht ausgezeichnet hätten. Zur Befriedigung gereiche dem Könige, daß das reine St aats- vermögen auch in der zuletzt abgeschlossenen Finanz- perivde wiederum einen ansehnlichen Zuwachs erfahren habe. Dabei biete die Lage des E t a t s n i ch t das erfreuliche Bild früherer Perioden. Das rühre namentlich von den geringen Erträgnissen der Eisenbahnen her. Angesichts der steigenden Ausgaben werde man daher auf eine Vermehrung der Staatseinnahmen bedacht sein müssen. Für die bevorstehende Finanzperiode habe die Herstellung des Gleichgewichts im Etat zunächst mit Hilfe von Zuschlägen zur Einkommensteuer gesucht werden müssen. Doch enthalte die bezügliche Vorlage, da der Landtag auch die Frage der Beschaffung von Mitteln für dre Zukunft mit der Regierung zu regeln habe, zugleich für den Fall einer Entscheidung zu Gunsten einer organischen Steuerreform die Gesetzentwürfe, wodurch die Emkommensteuerzuschläge auf besondere Notfälle beschränkt werden. Das f i n a n z i e l l e V e r h ä l t n i s der Bundesstaaten zum Reiche lasse bedauerlicherweise nach wie vor die langersehnte Neuregelung vermissen, ohne welche eine geordnete Finanzwirtschaft der Einzel st aaten unerreichbar sei. ^er„ oufjerxrrb entließe Druck, den die zunehmend ungünstige Gestaltung der Finanzlage des Reiches auf die ©tatv der Bundesstaaten ausübe, werde, wie zu erwarten tehe, zur Erschließung neuer eigener Ein- naJimen d,^s Reiches zlyingen und die auf das Zustandekommen de« Reichsfinanzreform gerichteten Bestrebungen der sächsischen Regierung unterstützen. Schließlich hebt die Thronrede hervor, daß die Vorlage ,etr. Gewährung von Wohnungsgeldzuschüssen, welche in >er vorigen Tagung bereits beraten worden ist, dem Landtage anderweit zugehen werde. Die Thronrede wurde, da der König erkältet, und etwas heiser ist, durch den Prinzen Georg verlesen. Also doch! Das lang befürchtete, von den Offiziösen Die Abgeordneten Molt Han, von Brentano und Horn, haben in der Zweiten Kammer der Landstände ^neiL dlutrag eingebracht, betreffend die Weiterführung der Bahn Darmstadt—Groß-Zimmern über Groß-Umstadt durch das Bachgau nach Aschaffenburg. — Ferner hat der De- tamisten-Verein der Nahrungsmittelbranche zu Mainz eine Vorstellung eingereicht, betreffend die Revision des Stempelsteuertarifs vom 1. Januar 1900, den Kleinverkauf von Bramitloein, über die wir seinerzeit berichteten. — Die Feldschützen des Kreises Friedberg bitten in einem Antrag um Anstellung und Gehaltsregu- heruitg. Danach werden die Feldschützen zur Zeit von dem Gemeindevorstand angenommen, das Gehalt für diesen Dienst beträgt in den meisten Gemeinden 300 bis 400 Mark, in einigen Gemeinden sogar unter 100 oder inenig über 100 Mark pro Jahr. Die Gemeinden sollten bei der Anstellung des Fewschutzpersonals einen Gehalt euistellen, der dem Feldschützen erlaubt, seinem Dienst voll und ganz nachzugehen, und er nicht auf Nebenverdienste angewiesen ist. Die Feldschützen bitten deshalb um L Anstellung des Feldschutzpersonals nach Ablauf einer untadelhaften Führung, dienstlich wie außerdienstlich. 2. Pensionierung im Falle einer eintretenden Erwerbsunfähigkeit oder wegen hohen Alters. 3. Witwen- und Waisenversorgung. 4. Regelung der Gehaltsverhältnisse je nach den Verhältnissen der Gemeinden. — Ferner -ist eingegangen der Antrag der Abgg. Ulrich und Genossen, betrefferrd die Bildung kleinerer Sanitätsbezirke und Anstellung staatlich vollbesoldeter Bezirksärzte. Die Antragsteller wünschen die Beseitigung der auf Grund der Kreiseirtteilung des Landes seither bestehenden 18 Kreisgesundheitsämter; die Kreise sollen vielmehr in kleinere Sanitäts-Bezirke zerlegt, und in diesen Bezirken staatlich vollbesoldete ärztliche Beamte angestellt werden. Diesen 23eamten — Be- rirksärzte genannt — wären vor allem die Funktionen der öffentlichen Gesundheitspflege, welche bisher die Kreisärzte ausübten, zu übertragen, insbesondere hätten sie in umfassender Weise auf dem Gebiete der Schul- unb Gewerbe-Hygiene thätig zu fein (regelmäßige Untersuchungen des Gesundheitszustandes der Schulkinder, sowie der sanitären Verhältnisse der Schulhäuser, der Fabriken und aller sonstigen zu gewerblichen Zwecken dienenden Räume). Diese Beamten sollen auch dem Publikum zu privatärztlichen Dienstleistungen unentgeltlich zur Verfügung stehen. Aus Anlaß des vorstehenden Antrags hat die Regierung in dankenswerter Weise dem Vorsitzenden des berichtenden Ausschusses unterm 1. Januar eine ausführliche Denkschrift über die Organisation der öffentlichen Gesundheitspflege im Großherzogtum Hessen zugehen lassen, worin zugleich dargethan iift, auf welcl)e Weise den seitens der Antragsteller vorgebrachten Wünschen seither entsprochen wurde, und angedeutet ist, in welcher Richtung eine weitere Ausgestaltung der bezüglichen Einrichtungen möglich und angezeigt erscheint. — Des weiteren liegt ein Bericht des Vierten Ausschusses über den Antrag der Abgg. Ulrich und Genossen vor, betreffend die Uebersührung der Apotheken in Staatsbetrieb. Der Antrag verlangt Vorlage eines Gesetzentwrirfs, betreffend Ueberführung der Apotheken in Staatsbetrieb, wonach 1. neue, resp- heimgefallene Konzessionen fernerhin an Private nicht mehr ertellt, und 2, die bestehenden Apotheken auf dem Wege des allmählichen Ankaufs vom Staate erworben werden sollen. Das Ministerium des Innern hat unterm 3. Juli 1900 ein Antwortschreiben erlassen, in dem gesagt wird, daß nach der Bekanntmachung vom 9. Februar 1881 bestimmt worden ist, daß die Verleihung der Konzession für eine neu zu errichtende und die Wiederverleihung einer heimgefallenen, sogenannten geschenkten Apothekenkonzession auf Nachsuchen auch an eine Gemeinde oder einen Kreis erfolgen könne. Von diesem Zeitpunkt an seien seither sämtliche derartige Konzessionen, cs sind deren 9, an Gemeinden verliehen woroen und es bestehe nicht die Absicht, in dieser Hinsicht eine Aenderung eintreten zu lassen. Der Ankauf der bestehenden Apotheken durch den Staat sei aber nicht angezeigt. Außer den 9 Gemeindeapotheken und den 10 rein persönlichen Konzessionen, die unverkäuflich, aber vererblich! seien, beständen im Lande 97 Apotheken, deren Besitzer das Recht hätten, einen geeigneten Nachfolger für die Konzession vorzuschlagen, dem, wenn" nicht ganz besondere Grunde vorlägen, die Konzession zu erteilen ist, wobei das dem 23orgänger zustehende Recht zugleich mit übergeht. Der Erwerb dieser Konzessionen durch den Staat wurde nach den heutigen Verhältnissen mindestens 15 Millionen Mark beanspruchen, wozu noch eine nicht unbeträchtliche Summe als Entschädigung für das den 10 unveräußerlichen Apotheken zuftehende Recht der Vererbung hinzukommen würde. Es erscheine um so weniger angezeigt, diese Summe aufzuwenden, als die reichsgesetzliche Regelung des Apothekenwesens schon seit längerer Zeit zur Erwägung stehe, und sich gar nicht voraussehen läßt, nach welcher Richtung Aender- ungen sich vollziehen würden. Nach Ansicht des Ausschusses bedarf es besonderer gesetzgeberischer Maßregeln nicht, um dem Anträge Ulrich und Genossen in erwünschter Weise entgegenzukommen, es erübrigte nur, daß die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen in Der Weise gehandhabt würden, daß künftighin bei Errichtung neuer und Wiederverle^huug h eingefallener oder geschenkter Konzessionen diese in e r ft er Linie an Gemeinden, eventuell auch an Kreise oder Kreisverbände verliehen und diesen Dann das Recht zu- gestanden würde, die betreffenden Apotheken an einen geprüften Apotheker zu verpachten. Demgemäß beantragt der Ausschuß: „Hohe zweite Kammer wolle an Großherzog'liche Regierung das Ersuchen richten, unter Beobachtung der • -e- Bad-Nauheim, 14. Nov. Schon seit längerer Zei ^erzählte, daß er am Sonntag nochmals nach Wißmar gehen ** Vermißt. Seit Mittwoch Abend wirb der General- wurden ausgenommen. 'Agent der Oberrheinischen Versicherungs-Gesellschaft Annus sek vermißt. Er war an dem genannten Tage in heiterster Stimmung nach Wißmar gegangen. Aus dem Heimwege traf er in Launsbach mit dem Wirt Forbach zusammen, dem er erzählte, daß er nach Wißmar wolle. Hier soll er auch gesehen worden sein. Auf dem Rückwege kehrte er in Launsbach in der Wirtschaft Forbach ein, wo er dem Wirt u. a. 2lpothcke sind mehrere Häuser vorgesehen. Mit dem Bau soll eventuell im nächsten Sommer begonnen werden. Die alte Apotheke erzielte in den letzten 4 Jahren durchschnittlich einen Jahresumsatz von 51836,35 Mk. Die Miete betrug beschäftigt sich der Gemeinderat mit der Einrichtung einer zweiten Apotheke in Bad-Nauheim, da die alte Apotheke im Sommer zuviel zu thun hat. Als Platz für die zweite für das Jahr 15,000 Mk. — Auf dem neuen Frredyos sind in den letzten Tagen abermals Funde aus römischer Zeit gemacht worden. — Gegenwärtig wird nach dem neuen Friedhof ein Weg angelegt, der 5900 Mk. kosten wird. Man will mit den Beerdigungen in der südöstlichen Ecke anfangen und glaubt dabei noch mehr Funde zu machen. — Auch das Verkaufsgeschäft blüht wieder in Nauheim, in den letzten Tagen wurde ein Privathotel in der Mühlstraße für 175,000 Mark und eine Privatpension in der Karlstraße für 51,000 Mark verkauft. — Die Arbeiten an der sogenannten „Donnerbrücke", am Jnhalationsgebäude, an den Sprudelbassins rc. (Otto Pickert) der Versicherungs-Gesellschaft Thuringia in Ganzen vereinigt hat, vortrug. Die poetischen Darbietungen 'Erfurt. Beifall von dem zahlreich erschienenen Publikum mit vielem Vermischtes. • Berlin, 14. Nov. Die mutmaßlichen Mörder der Gastwirtsfrau Jaap zu Jagel sind der ehemalige Kauf-- mann Hermann Lunitz, am 13. Dezember 1858 zu Nauen- geboren, 1,80 Meter groß, Anflug von Kinn- oder Vollbart,; bekleidet mit altem grauem Anzuge und grauem Hut, und ein angeblicher Paul Runge, am 13. Januar 1878 zu Berlin- chreiten rüstig vorwärts. Darmstadt, 13. Nov. Wir lesen heute in der „Wormser Zeitung": Die Fehde zwischen dem Handelsvertrags- v er ein und einigen Agrariern der Provinz Starkenburg chcint sich immer mehr zuspitzen und noch zu einem erbitterten Krieg auswachsen zu wollen. Die hiesige Gruppe des Handelsvertragsoereins, an deren Spitze Geh. Kommerzienrat Dr. Louis Merck steht, hat den Fehdehandschuh ausgenommen und richtet nun einen, wie es scheinen will, allzu charfen Protest gegen die mehr oder weniger verblümten Boykottierungsdrohungen settens einiger Landwirte; besonders werden benannt die Gutsbesitzer A. H e y l - Bensheimer Hof, G. Dress el IV. in Groß-Zimmern und Fritzsch - Dilshofen. Diese sollen von den Unterzeichnern des s. Z. vielbesprochenen Zollgegner-Flugblattes förmliche Abbitte verlangt haben. Ferner nennt es der Handelsverttagsverein eynische Offenheit, daß diese Landwirte die Namen aller derjenigen, die ihre Unterschrift desavouieren, bekannt zu geben erklätt haben. Wir sinden, daß der Handelsvertragsverein mindestens ebensoweit übers Ziel hinausschießt als diese „Herren Landwirte", wie er sie fortwährend nennt, und wir möchten zu bedenken geben, daß derlei lokale, erbitterte Chikanen vollständig zwecklos sind, da sie trotz ihrer Maßlosigkeit schließlich doch in der Gesamtheit viel zu wenig ins Gewicht fallen." 8. Darmstadt, 14. Nov. Ein anscheinend Geistesge» störter drang gestern Abend im Großh. Schloßhofe an dem Pollen vorbei in die Vorräume der Wohnung des Groß Herzogs ein mit der Angabe, daß er ein Bruder desselben sei und ihn in wichtiger Angelegenheit unbedingt sprechen müsse. Nur mit Mühe konnte er wieder durch das Personal herausgebracht werden, er wurde der Schloßwache übergeben. — In der heute extra einberufenen Stadtverordnetensitzung verlas der Oberbürgermeister eine längere Erklärung, in der er die gegen seine Person und Geschäftsführung in der vorigen Woche in der Versammlung der Bezirksvereine gemachten Angriffe energisch zurückwies. An die Erklärung schloß sich eine längere Debatte, die aber die Thatsache nicht aus der Welt schaffen konnte, daß eine ganz beträchtliche Zahl mit der derzeitigen Leitung unserer Stadt-Verwaltung Unzufriedener vorhanden ist. Eine Verständigung mit der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft wurde für die erste Hälfte des Dezember in Aussicht gestellt. Darmstadt, 14. Nov. Der preußische Gesandte am hiesigen Hose Prinz zuHohenlohe-Oehringen soll vor seiner Abreise nach Berlin eine längere Konfe^ r e n z mit den Ministern Rothe und D i t t m a r gehabt haben. Frankfurt a. M., 14. Nov. Eine Unterschlaa-, ungsasfaire hat sich im Hause M. A. v. Rothschild' Söhne zugetragen. Der im Hause Rothschild angestellt gewesene Bankbeamte Carlebach mißbrauchte seinen Ver-, trauenspoften dadurch, daß er an der Berliner Börse spekulierte, und zur Deckung seiner Verbindlichkeiten die ihm anvertrauten rumänischen Coupons benutzte. Ungedeckt gebliebene Differenzen veranlaßten das Berliner Bankhaus, das die Geschäfte für Carlebach vermittelte, die Sache zur Kenntnis der Diskontogesellschaft zu bringen, die darauf den jungen Mann entließ. Die Unterschlagung beläuft sich auf Frcs. 6000. Kassel, 14. Nov. Hier bereitet sich eine seltene Feier vor. Der Oberstleutnant z. D. Sunkel wird morgen sein siebzigjähriges Dienstjubiläum begehen, denn 1831 trat er an diesem Tage im Alter von 15 Jahren in das damalige zweite kurhessische Regiment ein, dessen Traditionen nach kaiserlicher Bestimmung auf das Infanterie-Regiment Nr. 82 übergegangen sind. Oberstleutnant Sunkel, der nunmehr das 85. Lebensjahr erreicht hat und sich voller geistiger und körperlicher Frische erfreut, ist der letzte noch lebende Veteran der alten kurhessischen Truppen, die am Feldzuge von 1849 gegen Dänemark teilnahmen und am 13. April jenes Jahres unter Landgraf Wilhelm von Heffen die Düppeler Schanzen nehmen halfen. Der jetzige Jubilar erhielt damals den kurhessischen Militärorden mit Schwertern. Nach den Ereignissen des Jahres 1866 trat er in die preußische Armee und im Jahre 1877 in den Ruhestand. An den Ehrungen, die dem alten Herrn bereitet werden sollen, werden sich die beiden Regimenter Nr. 82 und 83 beteiligen. A. Wallernhausen, 14. Nov. Heute fand hier dieNeueinweihun unserer wiederhergestellten Kirche unter zahlreicher Beteiligung der Gemeindemitglieder und der Geistlichkeit des Dekanats Nidda statt. Von feiten der oberen kirchlichen Behörde nahm Prälat Habicht von , Darmstadt an der Feier teil. Die Renovation ist zur vollen Zufriedenheit der Gemeinde ausgefallen. Die in der Kirche befindlichen Gemälde wurden mit viel Geschick durch Maler Fritz in Gießen in ihrer ursprünglichen Schönheit wieder : hergestellt. * Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten^ Bei der am vergangenen Dienstag stattgehabten Gemeinderats-Ersatzwahl in Schotten wurde Wilh. Prö- 1 scher IV. mit 108 Stimmen gewählt. Auf den weiter auf- > gestellten Kandidaten Adam Hofmann fielen 86 Stimmen. — . Das kcuserl. Gesundheitsamt teilt das Erlöschen der Maul- • und Klauenseuche vom Viehmarkte zu Mainz am 13. Nov. i mit. — Bei den Ergänzungswahlen der Stadtverordneten i in Cassel siegte die bürgerliche Liste vollständig über die i der Sozialdemokraten. gefallenen Stimmen wird einige Ziffern ändern, ohne daß das Gesamtergebnis sich verschiebt. Im Leitartikel der vorliegenden Nr. haben wir die Angaben in unserem gestrigen .Extrablatt, nach den uns zu Gebote stehenden Ziffern berichtigt. Zersplittert waren ca. 60, ungiltig 46 Stimmen. .Daß es Leute giebt, die es nicht unterlassen können, der Wahlurne die Erzeugnisse ihrer Dichterbegabung zu überliefern, hat sich auch gestern gezeigt. Eine Wiedergabe der Verse an dieser Stelle verbietet die Rücksicht auf die betr. Personen. Daß aber auch Gießen im Zeichen der Frauen- - Emanzipation steht, geht daraus hervor, daß eine Frau mit Entschiedenheit versuchte, an die Wahlurne zu gelangen, daß ferner auf erneut Zettel der Name eines Kandidaten durchstrichen und durchs den Namen seiner Frau ersetzt war. Hausfriedensbruch. Zwei hiesige Schlosser, dem Ausschußantrage betr. Verwendung von Vial-Imüsse. Er verließ nach kurzem Aufenthalt die Wirtschaft, 1 dri an wurzeln zur Herstellung von Schnupftabak,! um sich auf den Heimweg zu begeben; seitdem wird er ver- < sowie dem Ausschußantrage betr. Abänderung von Tara- mißt. Da Annussek ein durchaus nüchterner, in geordneten . Men. Verhältnissen lebender Mann ist, bleibt nur die Annahme — Gegen die gesetzliche Festlegung von Mmdestzöllen ^rig, daß er unterwegs verunglückt ist, oder daß ein Ver- fur die Hauptgetreidearten und schließlich gegen den ganzen pichen an ihm verübt worden ist. Zolltarifentwurf haben im Bundesrat nur die drei ** Der erste Schnee. Vorgestern meldeten wir, daß in Hansastädte und der Vertreter der Herzogtümer Ko bürg- Königsberg der erfte Schnee gefallen sei. Heute früh sind Gotha gestimmt. . auch bei uns die ersten Flocken gefallen, die sich im Laufe — Dem am 21. November zu einer mehrtägigen Sch- Vormittags sogar zu ansehnlicher Größe verdichteten. A„g hier zusammen tretenbm So lo n taIr a t toeiben ^ude betrachtete unser- Jugend das Spiel der Flocken, gZ Z/Ä® ^rragen U allgem^nem und hier und da uersuchten die Jungen sogarschon einen Interesse zugehen. Dazu zählen vor allem eingehendere Schneeball zustande zu bnngen, allerdings eine vergeb! ch Berichte der Ausschüsse, welche vor etwa 14 Tagen einer- Mühe, sie mußten schließlich betrübt zugestehen „er halt setts über die Frage der Abschaffung der Sklaverei! noch nicht." und andererseits über die Arbeiter-Ordnung für Kamerun *• Weruing'sche Kriegsfestfpiele. In dem auf dem Marktberaten haben. Iplatz aufgehängten Schaukasten des Photographen Zimmer — Das „B. T." kann versichern, daß die aus Rom ver-1 gegenwärtig mehrere photographische Aufnahmen einzelner breitete Meldung durchaus gr unb I o 3 ift, toonady bte barqcfteriter Szenen aus den Werning'schen Kriegsfestspielen Dreibundmächte, denen sich wahrjcheinltch England!afa fehr aelunaen bezeichnet werden müssen, anschließen dürfte, auf Grund chrer Verträge, die ihnen ausgestellt, die als let)r gelungen Dejewjne roeroenimup. die Rechte der meistbegünstigten Nation geben, die gleichen Resolution gegen das Duell. Ps Zugeständnisse von der Türkei verlangten, wie sie Frank- zusammenkunft m Hungen am 13. November wurde folgende reich gemacht sind. Der Dreibund als solcher sei in der Resolution angenommen: Die zur Pfarrvereins- genannten Richtung überhaupt nicht in Aktion getreten, zusammenkunft in Hungen am 13. November versammelten Nur Oesterreich-Ungarn habe durch das bekannte Abkommen evangel. Pfarrer sehen sich infolge des bedauernswerten mit der Türkei einige ältere Beschwerde, ... I welche wir Einfluß haben, vor Eintritt in das aktive Ofsizier- AnL iitth korps dringend zu warnen, da dieser Stand ernstes Christentum dfUlVl UHV tum auf solche Weise gefährdet. Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen! ? Laug-Gons, 14. Nov. Lehrer Schwinn aus Böll- und werden augemesien honoriert. ftetn i. O. wurde als 3. Lehrer in der zweiten Schule durch Gießen, 15. November 1901. Pfarrer Weber unter Beisein der Lehrer Mann, Roth I ** Ue6er den deutschen Romau im 17. Jahrhundert beab- und Roth II und der Schulvorstände eingewiesen. sichttgt Privatdozent Dr. Collin in diesem Wintersemester )( Li ch, 14. Nov. Auf den an der Steinbacherstraße einen ausschließlich für Damen besttmmten Cyelus von!in der Nähe des Albacher Hofes gelegenen Wiesen fand .Vorträgen zu halten. Im verflossenen Sommersemester hat man gestern einen älteren, dem Arbeiterstande angehören- Dr. C. dasselbe Thema bei den Marburger Ferienkursen be- den Mann kraftlos daliegen. Passanten glaubten, der Mann handelt. Die einzelnen Vorträge werden die Romantik, sei betrunken, und wollte bei „Mutter gruw ,einen Rausch Z < Kx« c .6 l n.,. a ß>flnCy Iausschlasen. Als man genauer zu,ah, erkannte man, daß Jungdeutschland (Gutzkow und Laube), Gottftied Keller, ! U* Höbe rinße wurde in einem Wagen nach Konrad Ferd. Mayer und Wllh. Raabe, Anzengruber unb I S^dt geschafft, gab jedoch vor der Stadt seinen Geist Fontane zum Stoffe haben. An jedem Freitag sollen die Qllf. Anscheinend ist der Mann an den Folgen völliger .Vorttäge im Audttorium VII des Universitätsgebäudes abends Entkräftung gestorben. Seine Personalien konnten noch von 6—7 Uhr stattfinden, so zwar daß die ersten drei oder! nicht festgestellt werden. Eine bei ihm vorgefundene Be- vier in die Zeit vor, die andern nach Wechnachten fallen. scheinigung des Friedberger Krankenhauses lautet auf den **Zur Stadtverordneten wähl. Die endgittige I Namen K. G ö b e l. . . Feststellung der auf die neugewählten Stadtvevoroneten i )( Stangenrod, 13. Nov. Ta bei der Wahl ernes gefallenen Stimmen wird einige Ziffern ändern, ohne daß Beigeordneten für die hiesige Gemeinde auf keinen der drei Kandidaten die absolute Stimmen-Mehrheit entfiel, fand am Montag Stichwahl statt. Gewählt wurde Johannes Groß III. Im Laufe dieses Herbstes sind et auch noch die Bürgermeisterwahl statt, die voraussichtlich die Wiederwahl des seitherigen Bürgermeisters zum Ergebnis haben wird. Q Ortenberg, 14. Nov. Heute Morgen starb hier im 84. Lebensjahre unser langjähriger Bürgermeister und Sparkassenrechner Johannes Roth. Beide Aemter, die er erst in den letzten beiden Jahren niederlegte, verwaltete er mit ausgezeichneter Treue, mit Geschick und Gewissenhaftigkeit. B. Nidda, 14. Nov. Auch im Vogelsberg soll dem Andenken unseres Altreichskanzlers ein sichtbares Zeichen , , , , , v z ,, , erstehen, indem der Vogelsberger Höhenklub auf der höchsten die sich am Abend vor den Stadtverordnetenwahlen in «Spitze, dem Taufstein, eine Bismarckfäule, die zugleich einer Wirtschaft am Wallthvr durchaus ungehörig benahmen als Aussichtsturm dienen soll, errichten wird. Die Kosten .und der Aufforderung des Wirts, das Lokal zu verlassen, I der Ausführung werden sich auf 25 000 Mark belaufen, keine Folge leisteten, mußten durch die Polizei aus dem die teils durch Zuschüsse seitens der Sektionen des Höhen- Lokal gewiesen werden. Es wurde gegen sie Anzeige wegen! klubs, teils durch freiwillige Beiträge und eine zu ver- Hausfriedensbruchs und Beleidigung erhoben. anstaltende Lotterie aufgebracht werden sollen. Wie man ** Verhaftung. Heute vormittag wurde ein vorIhört, wird der Militärfiskus, da der Turm gleichzeitig kurzem wegen Sitllichkeitsvergehens verurteilter junger! als trigonometrischer Punkt gelten soll, einen namhaften Mensch, ein Schreibgehilse von hier,, wegen des gleichen Zuschuß zu den Baukosten gewähren. Freiwillige Beiträge Delittes verhaftet. werden seitens der Vorstände der einzelnen Sektionen des •* Einbruch. In das Geschäftslokal des hiesigen Eisen- Vogelsberger Höhenklubs gern entgegengenommen. bahn-Konsum-Vereins, Liebigstraße 23, wurde in der letzten .0 Mittel-Gründau, 14. Nov. Auf der Eisenbahn- Nacht eingebrochen. Der oder die Einbrecher sprengten einen LaL J ei«« Gegenstand aus und stiegen lam Ä" d-s Fenster, in dem eine Scheibe zettrummert war em. Oberschenkel und ein Teil des Unterleibes zerquetscht -Abgesehen war es anscheinend hauptsächlich auf baares Geld, luur^e. Der Verunglückte wurde sofort in das Kranken- da der inzwischen wieder gebrauchsfähig gemachte Kontrol- haus Hanau übergeführt, wo er heute seiner Verletzung Kassen-Apparat ziemlich stark beschädigt wurde, während von erlag. Waren nur Kleinigkeiten fehlten. Der gestrige Kassenbestand et. Butzbach, 14. Nov. Als ersten Vortrag für dieses war am Abend abgeliesert worden, sodaß sich die Einbrecher Wintersemester war im Volksbildungs-Verein der des Lehrers gründlich verrechnet haben. Der Eisenbahn-Konsum-Verein IA. Storch angesetzt. Das Thema war insofern eigenartig, erleidet insofern keinerlei Verlust, als er gegen Einbruch- als der Redner einen Cyklus eigner Gedichte, die er unter Diebstahl versichert ist durch die hiesige General-Agentur dem Titel „Heimatklänge" durch verbindenden Text zu einem geboren, von kleiner Statur, bartlos, bekleidet mit braunem Jaquetanzug, schwarzem Hut und Schnürschuhen, sowie grünem Shlips. Er hat vermutlich am Daumen der linken Hand einen Lcinenverband. Lunitz ist ein alter Vagabund, während Runge anscheinend noch unbestraft ist, auch liegt die Möglichkeit vor, daß letzterer unter falschem Namen reist. * Berlin, 12. Nov. Die Nr. 34 des „Simpli- zissimus", die sich in einem „Serenissimus" betitelten Bilde mit den Vorgängen im Fürstentum Neuß ä. 2. beschäftigt, ist beschlagnahmt worden. * Mannheim, 13. Nov. Der Verleger des „Gen.- Anz. der Stadt Mannheim", Jnillerat-Chasseur, hat heimlich die Flucht ergriffen. Es soll ein Verfahren wegen Vergehens gegen die Sittlichkeit gegen ihn anhängig jein. * Paris, 14. Nov. Aus Rio de Janeiro wird gemeldet : Der brasilianische Kongreß hat dem L u f t s ch i f f e r Santos Dumont ein Geschenk von 125 000 F rs. überwiesen als Anerkennung für den von ihm der Wissenschaft geleisteten Dienst. * Budapest, 14. Nov- Der Steucrpraktikant Viktor Kecskemcth, welcher heute in Begleitung eines Stcuerdieners 773000 Kronen Steuergeldcr an die Staatszentralkasse abliefern sollte, st a h l unterwegs, während er aus dem Wagen den Diener nach Zigarren in eine Trafik schickte, 588 000 Kronen aus der Geldtasche und verschwand. Der Dieb stammt aus einer vornehmen Gentryfamilie, hat vier Jahre Jura studiert und als Vizepräsident der chauvinistischen Uuiversitäts-Nationalpartci eine Rolle unter der Studentenschaft gespielt. * Kiew, 15. Nov. Das Haus, worin sich der Stab des Raucnschen Infanterieregiments befand, ist nachts niedergebrannt. Den gemeinsamen Anstrengungen der Soldaten gelang es, die Nachbarhäuser zu retten/mib die Regimentsfahnen zu bergen, während die Montierungsstücke, das Eigentum der Soldaten und die Mehlvorräte vernichtet wurden. Mehrere Personen erlitten Brandwunden. Der Sck)aden beziffert sich auf 60 000 Rubel. * New-York, 14. Nov. In einem Kohlenbergwerk in der Nähe vo-. Porahonws, Virginia, brach heute infolge Schmelzens von elektrischen Drähten eine Feuersbrunst aus. Ein erheblicher Teil des Bergwerks ist eingestürzt. Zwei Explosionen erfolgten. 25 Personen sind schwer verletzt; viele sind erheblich verbrannt aus dem Bergwerk herausgebracht. Das Bergwerk steht noch in Flammen. * Philadelphia, 14. 9Lov. Der Dampfer „Ethelka" sah in der Nacht vom 7. November unter dem 41. Grade nördlicher Breite und dem 59. Grade westlicher Länge ein brennendes Schiff unter geljen. Es schien eine Ex- plos io n stattgehabt zu haben. Von Mannschaft und Schiff wurde keine Spur gefunden. Der Kapitän der ^Etelka" glaubt, das Sck)iff sei ein Oeldampfer gewesen. * Ein fürchterlicher Sturm wütet seit ein paar Tagen an den deutschen, englischen, russischen und nord- französischen Küsten. Nachrichten über Schiffsunfälle treffen fortwährend ein. Wir geben die folgenden wieder: Die Rettungsstation „Ording" der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphierte am 14. November: Von dem hier gestrandeten deutschen Ewer „Johannes", Schiffer Witt, mit Gerste von Hamburg nach Meldorf bestimmt, wurden zwei Personen durch das Rettungsboot „Amalie Borchardt" gerettet. Sturm aus Südwest. — Bei den Schiffbrüchen, die in den letzten Tagen an den Küsten von Großbritannien infolge der dort wütenden Stürme vorgekommen sind, kamen, soweit bis jetzt festgestellt ist, 129 Personen um. — Eine Lloyd-Depesche meldet: Der deutsche Dampfer „Agnes", von Shielos nach Königsberg bestimmt, ist in der vergangenen Nacht in der Nordsee untergegangen. Der Kapitän und 13 Mann von der Besatzung sind gerettet, drei Mann sind ertrunken. — Gestern und vorgestern wütete ein heftiger Sturm über Nord- jütland und Nordseeland und verursachte große Verkehrsstörungen, besonders für Jütland, wo die meisten Eisenbahn-, Telegraphen- und Telephon-Verbindungen unterbrochen sind. Auch viele Schiffsunfälle werden infolge des Sturmes gemeldet. Von einem an der Nordküste Seelands gestrandeten schwedischen Schiffe wird die Besatzung vermißt. — Im Aermel-Kanal herrscht ein furchtbares Unwetter. Aus den verschiedenen Hafenorten werden zahlreiche Unglücksfälle gemeldet. Mehrere belgische Schifferboote werden vermißt. Die Zahl der verunglückten, resp. ertrunkenen Personen beläuft sich nach den bisherigen Feststellungen auf 18. Univcrlitüts-Uachrichten. Berlin, 14. Nov. Tie akademischen Behörden verhängten K a r z e r st r a s e n gegen die Studierenden, welche aus Anlaß der Streitigkeiten bei den Vorberciürngen zum Virchow-Kommers Duellforderungen hatten ergehen lassen. Die Heraus-' sorderungen wurden mit je drei Tagen Karzer, die Kartellträger mit je einem Tage bestraft. — In Berlin starb der a.-o. Professor der Nationalökonomie R e i n h o l d. (R. war, wenn wir uns recht erinnern, vor seiner Ernennung zum Universitätsprosessor in Berlin Amtsgerichtsrat in Wiesbaden und hat ein paar von höchster Bismarck- Verehrung zeugende Bücher veröffentlicht. D. Red.) Gerichtssaal. 8. Darmstadt, 14. Nov. Kriegsgericht. Der Reservist Bach zu Ober-Eschbach (Kr. Friedberg) hatte vom Bezirkskommando Friedberg eine Arreststrafe erhalten, die er am 25. Oktober in der Kaserne zu Homburg v. d. H. vormittags 11V, Uhr antreten sollte. Er erhielt den Gestellungsbefehl etwas verspätet, hätte jedoch spätestens um 1 Uhr bequem in der Kaserne sein können. Er stellte sich jedoch um 5 Uhr und gab dem Feldwebel, dem er zur Verpflegung überwiesen wurde, auf dessen Vorhalt eine ungebührliche Antwort. Den wachthabenden Arrestoerwalter belog er aus dessen Frage, ob er verbotene Gegenstände bei sich habe. Dem Befehl, die Taschen umzulegen, folgte er nicht sofort. Erst auf wiederholte Weisung kamen Zigarren, Wurst rc. zum Vorschein. Ebenso ging es bei Abgabe des Leibriemens; die einzelnen Handlungen wegen Ungehorsams sind teilweise vor versammelter Mannschaft geschehen. B. wird ui eine Gesamtgesängnisstrafe von 2 Atonalen und 3 Wochen verurteilt, die er nach einigem Zögern annimmt. — Der Musketier- Ludwig An th es aus Arheiliaen in der 7. Kompagnie des Jnf.- Regiments Nr. 116 hat sich der Bedrohung, des Widerstandes gegen die Staatsgewalt, der Beleidigung und des groben Unfugs schuldig gemacht: Er fuhr am 7. August mit der Straßenbahn von Darmstadt nach Arheiligen, ging dort mit einem Gefährten namens Finkel in den Wartesaal und skandalierte daselbst. Einen Bahnbcamten, der sie zur Ruhe verwies, beschimpften sie in gröblicher Weise, ebenso den dazukommendcn Zugrevisor, und bedrohten beide mit Schlagen uiid Kaltmachen. Einen zu Hilse ge- rusenen Polizeidiener verhöhnten und beschimpften sie ebenfalls; Anches, der erst inzwischen zum Milttär gezogen wurde, behauptet, betrunken gewesen zu fein und gar nichts mehr von dem Vorfall zu wissen, wogegen durch die Zeugen-Aussagen sestgestellt wird, daß die Trunkenheit nicht so schlimm war. Er erhält 7 Wochen Gefängnis und 5 Tage Hast. Berlin, 14. Nov. Unter der Dinklage der Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg stand heute der^Schankwirt Rudolph Ecearius aus Oberschömvcida vor dem Schwurgericht am Landgericht II hier. Derselbe wird beschuldigt, am 2. August d. I. seine Ehefrau vorsätzlich körperlich verletzt zu haben und zwar mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung und mit der Folge, daß durch die Verletzungen der Tod der Frau eingetreten ist. Der schon mehrfach wegen Körperverletzung vorbestrasie Angeklagte bestreitet seine Schuld. Nach längerer Beratung erkennen Die Geschworenen den Angeklagten der vorsätzlichen Körperverletzung für schuldig. Der Gerichtshof verurteilte ^den Angeklagten zu zwei Jahren sechs Monaten Gefängnis. Ter Staatsanwalt hatte eine Gefängnisstrafe aon drei Jahren beantragt. Lyck sOstpr.), 14. Nov. Tie Strafkammer verurteilte den Redakteur des polnischen Blattes „Gazeta Lrwowa", Stanislaus Palczynski, wegen Beleidigung der deutschen Streitkräfte in Ehina durch einen Artikel, zu 1 Atonal Gefängnis. Augsburg, 14. Nov. Im Prozeß gegen den Räuber Kn ei ßl wurde der heutige Tag fast ganz durch das Verhör des Angeklagter: ausgesüllt, welcher im Wesentlichen die ihm zur Last gelegten Ticb- stahls- und Raubanfall-Reatc zuqiebt, die er teils allein, teils mit arideren verübt hat. Man habe rviederholt zu ihm geäußert, er möge es seinem Onkel Passolino, dern berüchtigter! Räuber, nachmachen. Bezüglich der Ermordung der beiden ^Gendarmen, welche ihn mit dem Bajonett in der Wohnung des Flecklbauers Rieger suchten, giebt der Angeklagte an, nicht gezielt zu haben, sondern er habe au) das Geratewohl geschossen. Gegen abend erklärte der Gerichtsarzt Kneißl für nicht mehr vernehmungsfähig. Es folgte fodann die Vernehmung des zweiten Angeklagten, Flecklbauers Rieger von Irchenbrunn, welcher es entschieden leugnet, auf die Gendarmen einen Haß gehabt zu haben, und welcher ebenfalls in Abrede stellt, Kneißl ermutigt und angefeuert zu haben, auf die Gendarmen zu schießen. Sodann ivird die weitere Verhandlung aus morgen vormittag vertagt. Die Vernehmung der beiden Angeklagten wurde heute beendet. Morgen finden Zeugeiwernehm- ungen statt. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. O Grüuberg, 14. Nov. Ter Martinimarkt, im Volksmund der „kleine Gallusmarkt" genannt, war vom Wetter nicht sehr begünstigt, da besonders vormittags kalte Regenschauer niedergingen. Trotzdem herrschte ein sehr lebhafter Verkehr. Ter Viehmarkt war mit Rindvieh und Schweinen ziemlich stark befahren. Die Preise der Ferkel hielten sich auf der Höhe derjenigen des Gallusmarktes. Jüngere kosteten 30—50 Mk. das Paar. Leipzig, 14. Nov. In der heute bei dem hiesigen Amtsgericht abgehaltenen Gläubigerversammlung der Leipziger Bank wurde der erste Konkursverwalter Freytag endgiltig mit den Funktionen des verschwundenen zweiten Konkursverwalters Barch betraut und beauftragt, bei der jedesmaligen Verteilung einer Abschlagsdividende an die Gläubiger Rechenschaft abzulegen. Freytag stellte die erste Dividende in einer wahrscheinlichen Höhe von 30’ Prozent für Januar in Aussicht und erklärte den Termin für die zweite Dividende noch für ungewiß. Er bestätigte ferner ausdrücklich, daß durch das Verschwinden seines Kollegen für die Lank ein finanzieller Nachteil nicht erwachse. Der heute gleichzeitig begonnene Prüsungstermin sür die angemeldeten Forderungen dauert voraussichtlich bis zum 2. Tezember. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag den 17. November. 24. nach Trinitatis. G o t t e s d i e n st. I» der Stadtkirche. Vormittags SV, Uhr: Pfarrasfistent Kraus. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Psarrer Dr. Grein. Abends 6V4 Uhr: Christliche Musikaufführung des Evangel. Kirchengesangvereins. Im Koufirruaudeusaal (Kirchstraße). Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Schlosser. Die Vorbereitung dazu am Samötag fällt aus. Mittwoch den 20. November, abends 8 Uhr, im unteren Kon- sirmandensaale: Vortrag über die Mission in Ehina. Missionar Flad aus Frankfurt a. M. Donnerstag den 21. November, abends 8 Uhr, int oberen Kon- sirmandensaal: Bibel stunde. Psalm 33. Psarrer Schlosser. Es wird auch an dieser Stelle nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß der Kindergotlesdienst der Matthäusgemeinde nächsten Sonntag nicht, wie angelündigt, um 2*/i Uhr, sondern um 11 Uhr gehalten werden wird, und zivar im Kousirmandensaal, und daß die Vorbereitung dazu ausfällt. In der Johauueskirche. Vormittags 9'/, Uhr: Psarrer Dr. Slaumann. Vormittags 11 Uhr: Ktndergottesdienst für die Johcmnes- gemeinde. Pfarrer Dr. Nauman n. Abends 5 Uhr: Pfarrer Euler. Montag den 18. vfooember, abends 8 Uhr, Bibel st unde im Konsirmandensaal der Johanneskirche. Hebräerbrief, Kap. 12, von Vers 25 an. Fluch des Abfalles, Segen und Pflicht des Neuen Bundes. Pfarrer Dr. Naumann. Nächstkünftigen. Sonntag, den 24. November, als am Totenfest, findet nachmittags 2 Uhr Gottesdienst in der Friedhofskapelle und abends 6 Uhr Liturgischer Gottesdienst in der Johmmes- kirche statt. Dienstag den 19. November, nachmittags 5'/, Uhr: Vereinigung der konfirmierten Mädchen der Lukasgememde im «Schwesternhaus. Pfarrer Euler. Katholische Gemcirrde. Samstag den 16. November. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht. Sonntag den 17. November. 25. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. , um 7 Uhr: Die erste heil. Meffe; vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. , um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. Militärgottesdienst mit Predigt. „ um 9Vs Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 6 Uhr: Christenlehre; darauf sakramentalische Bruderschafts-Andacht. Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage. Israelitische Aeligionsgemeinde. Samstag, den 16. November 1901. Vorabend: 480 Uhr. Morgens 9 Uhr. Nachmittags 3 Uhr. Schrifterklärung. Sabbathausgang: 5" Uhr. Krieskaflen der Redaktion. (Anonyme ««frage« bleiben unberüLfiLtigt.) F. Wir haben an dieser Stelle bereits zu Dutzend Malen bemerkt, daß wir aus guten Gründen Anfragen, die uns ohne Namensnennung zugehen, nicht beantworten können. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungeu des Gießener Anzeigers. Kiel, 15. Mov. Ter kleine Kreuzer „Amazone" geht heule unter dem Kommando des Korvettenkapitäns Bruck mit Flaggenparade in See. Tas Schiff wird dem ersten Geschwader als Aufllärungskreuzer beigegeben. Eoburg, 15. Nov. Nach einer Mitteilung der „Cob- Ztg." ist die Meldung der Blätter von einem Zusammentreffen des Groffherzogs und der Großherzogin von Hessen in München erfunden. Die Großherzogin verließ Eoburg \ü> dem 16. Oktober nicht. Hanau, 15. Nov. Tie Stadtverordnetenversammlung be willigte 20 000 Mk. zur Inangriffnahme von Straßenbautea zwecks Beschäftigung Arbeitsloser. Barcelona, 15. Nov. Der Rektor der Universität wurde seines Postens enthoben, weil er die aus Anlaß der jüngsten Sludeuteuunruhen ergriffenen Maßregeln abfällig kritr fierte. Die Studenten haben bei der Konigin-Negcntiu tele graphisch Einspruch erhoben gegen die Absetzung des Rektors und Kundgebungen in den Geschäftsräumen einer Anzahl von Zeitungen veranstaltet, wobei fie für die Universität Autonomie verlangten. London, 15. Nov. Die „Times" melden aus Middel burgh vom 13. November: Seit 2 Tagen wurden Bure n in der Nähe von Kapstadt gesehen. 60 Mann von einem jüngst bei Hopeficld beobachteten Kommando drangen in Darling ein. Toch dürste der Einfall nicht zu ernst genommen werdew da die englische Truppcnabteilung stark genug ist, um staudzw halten. ________ Berlin, 15. Nov. Wie die „Nat. Korr." härt, haben in den letzten "Tagen Besprechungen von Vertretern der Der« schiedenen Einzel stauten über die Finanzlage im Reiche und in den Einzel st aaten stattgefunden. Zu einem Beschluß sind die bezüglichen Beratungen nicht gekommen Immerhin machte sich die Ueberzeugung sehr stark geltend, daß insbesondere die sinanzielle Lage der kleineren Staaten eine zu große Inanspruchnahme ihrer Kräfte durch höhere Matrikular-Beiträge nicht angezeigt erscheinen läßt. Die Beratungen der einzelnen Etats in den Bundesrats-Ausschüssen werde in den nächsten Tagen beginnen. — Gegen den Schriftsteller Martin Hilde« b r a n d t, der vor einigen Monaten weiteren Kreisen durch die Verhökerung des von der Regierung geheim gehaltener Zolltarif-Entwurfs bekannt geworden ist, hat die Staats« anwaltschaft die Anklage wegen Gotteslästerung er hoben. Das Vergehen wird erblickt in zwei Artikeln, die in der von ihm heraus gegeben en Druckschrift „Der Heide< enthalten sind. London, 15. Nov- Reuter meldet aus Graaffreinet vom 14. Nov., überall mache sich eine völlige Aenderung der Stimmung gegenüber dem Afrikanderbond bemerkt bar, weil man ungehalten darüber sei, daß man von dieser. Vereinigung irregeführt worden sei. Ein einflußreiches Mit« glied des Afrikanderbonds und Mitglied der gesetzgebenden Versammlung, Smith, habe erklärt, daß er sicb deshalb völlig vom Afrikanderbond zurückziehe. Ein anderes ein« flußreiches Mitglied des Bonds, John Enslin, werfe den Bondführern vor, daß sie die Anhänger verraten und das Land verlassen, und fordert die Freunde auf, ein Manifest zu unterzeichnen, worin sie erklären, daß sie aus dem Bond austreten, weil dieser den Klassenhaß schürte und auf diese Weise dem Lande Unheil brachte. Leeds, 15. Nov. Lord Selborne, der erste Admirali« täts-Lord, hielt gestern hier eine Rede, worin er den Krieg als eine der schweren Prüfungen darstellte, welche von Zeit zu Zeit die Nationen heimsuchen. Wenn wir uns jetzt, so sagte er, zu schwach zeigen würden, so würden wir die Früchte aller unserer bisherigen Bemühungen und An« slrengungen verlieren. Zum Schluß versicherte er, daß die Marine im stände sei, alle Eventualitäten aufzunehmen. Dover, 15. Nov. Die internationale Konferenz der Führer der Bergleute von Frankreich, Belgien und Eng. land hat gestern hier stattgefunden. (Ägenstand der Berat« ungen bildete die Zweckmäßigkeit eines internationa« len Bergarbeiter-Ausstandes. Ed in bürg, 15. Nov. Lord Rosebery hiell hier gefterv eine längere Rede, in der er die allgemeine Gleichgiltigkeit der verantwortlichen Führer der Nation beklagte. Dieselben seien nicht im stände, wichtige Fragen zu lösen. Er befürwortete die Bildung eines Kabinetts, welches mehr aus Geschäftsleuten zusammengesetzt sein soll. Wien, 15. Nov. Als sich gestern der deutsche Vize- vräsident des Abgeordnetenhauses in dieser Eigenschaft dem Kaiser vorstellte, äußerte Franz Josef seine Betrübnis darüber, daß die Partei-Gegensäsie im Parlament sich wieder verschärft haben, und daß sich der Beratung des Budgets solche Hindernisse entgegen, türmen. Heute sei man sich doch auf allen Seiten klar, daß ohne Aenderung der Geschäftsordnung eine dauernde Gesundung des Parlaments nicht möglich sei, und doch erfolge von keiner Seite eine Anregung in diesem Sinne. Schließlich drückte der Kaiser die Hoffnung aus, daß bei entsprechender Geduld von allen Seiten die Parlamentsberatungen doch zu gedeihlichem Ende geführt werden. P e k i n g, 15. Nov. Hier herrscht ein heftiger Schnee« sturm, wie man ihn seit 10 Jahren nicht gehabt hat. Man befürchtet, daß die Rückkehr des Hofes durch das Unwetter eine weitere Verzögerung erleiden werde. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. November Barometer aus 0° rcdtlzicrt Temperatur der Lirst Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 14. 14. 15. 2“ 926 7“ 729,9 734,1 734,7 4- 7,8 + 4,0 + 1,2 4,7 4,9 4,9 60 80 98 SW. SW. 8. 4 2 1 bew. Himmel Stnh. Himmel Schneefall Höchste Temperatur am 1; r. bis 14. No D. + ,9° C. Niedrigste * , 13. „ 14. , + 3,9° C. Telephonischer Kursbericht, Frankfurt a. 31., 15. November. 3,/i% Reichsanleihe . . 100.60 3«/) do. ... 89.20 3V,«/fc Konsols .... 100.60 3°/g do.....89.30 3‘ 2°/.) Hessen .... 98.10 5"/. Italien. Rente . . . 99.20 4 /o Griech. Monopo I-Anl 41.70 6°/. Portugiesen .... 25.80 3u/o Mexikaner .... 25.50 41/2 / Chinesen .... 84.30 Kreditaktien.....196.40 Diskonto-Kommandit . . 174.10 Darmstädt- r Bank . . . 120.30 Dresdener Bank .... 120.80 Berliner Handelsges. . . 134.20 Oesterr. StaaUbahn . . . 133.20 Gotthardbahn.....154.50 Laurauütte ...... 180.50 Bochum ....... 165.00 Harpener......158.50 : ruhig. zu billigsten Preisen. 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