Samstag 1« November 1 SV 1 Nr. 27V 151. Jahrgang Erstes Blatt. Erscheint täglich mu Ausnahme des Montags. Die Siebener Familien- matter werden dem Anzeiger im Wechsel mit »Hess. Landwirt" und den .Blättern für hessische Volkskunde" viermal wöchentlich bei- gelegt. Redaktion, Erpeditior und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FernsprkchanschlußNr.dl. A ygf A Annahme von Anzeigen ▼ H au der für den folgenden GietzenerAnzeiger General-Ameiaek WllViU» UniveMts-Druckerei Amts- und Anzeigeblatt Mr den Kreis Sichen KeKanntmachung. 6eh:.: Feldbereingung in der Gemarkung Garbenteich; hier die Arbeiten des III. Abschnittes. Mittwoch, 27. November L I. findet die Ueberweisung der neuen Grundstücke und die Versteigerung der Massegrund-- stücke vom L Felde an Ort und Stelle statt. Zusammenkunft vormittags 9 Uhr im Gemeindehause zu Garbenteich, woselbst auch die Versteigerungsbedingungen bekannt gegeben werden. Die Ueberweisung erfolgt unter folgenden Bedingungen: 1. Meliorationsarbeiten können auf den überwiesenen Grundstücken auch fernerhin vorgenommen werden. 2. Eigentumsoeränderungen, die infolge der Ausführung von Meliorationsarbeiten, der Anlage von Wegen und Gräben und dergleichen innerhalb der Zeit der Ausführung dieser Arbeiten notwendig werden, muffen die neuen Eigentümer dulden. Ein hierdurch bedingter Ab- und Zugang von Gelände wird dem neuen Eigentümer nach dem Bonitätswert vergütet bezw. zugeschrieben. Friedberg, 8. November 1901. Der Großh. Feldbereinigungskommiffär. Spamer, Kreisamtmann. Die Stadtverordueteu-Wahlen in Gietzeu. Die Schlacht ist geschlagen. Sie endete mit dem vorausgesehenen glänzenden Siege der Bürgerlichen. Etwa um 11 Uhr nachts war das Zählgeschäft beendet und das Resultat konnten wir noch Donnerstag vor Mitternacht durch Extrablatt in den Wirtschaften bekannt geben. Heute früh haben wir es von Haus zu Haus verkündet. — Es wurden gewählt: a. auf neun Jahre: 1. Prof. Dr. Gaffky, Stadtverordneter, mit 1793 Stimmen. 2. Carl Jann, Realgymnasiallehrer, „ 1616 , 3. Louis Flett, Stadtverordneter, „ 1536 w 4, Carl Orbig, Stadtverordneter, „ 1532 , 5. Emil Schwall', Stadtverordneter, „ 1435 „ 6. Carl Brück, Stadtverordneter, „ 1347 , 7. Ludwig Huhn, Stadtverordneter, „ 1320 . „ 8. Friedrich Helfrich, Stadtverordneter, , 1283 , 9. Louis Emmelius, Stadtverordneter, „ 1082 „ 10. Ludwig Pirr, Metzgermeister, „ 905 § b. auf sechs Jahre: 11. Heinrich Schaffstaedt, Fabrikant, mit 818 Stimmen. Ferner erhielten Stimmen: Heinrich Fourier 516, Michael Keßler 506, Hermann Elle 505, Georg Beckmann 496, Chr. Petersen 487, Heinrich Baum 484, Adam Volz 476, August Metz 472, Fr. Helm 439, Emil Heinrich Müller 335, Ernst Balser 304, Martin Dörr 310, Carl Steinberger 230. Die von den vereinigten Nation al liberalen und Freisinnigen aufgestellte Liste, die bekanntlich auch den Namen des als Mitglied des städtischen Collegiums seit 9 Jahren rührig thätigen Herrn Karl Orbig enthielt, ist also fast vollständig zum Siege gelangt. Nur Justizrat Metz ist unterlegen. An seiner Stelle ist Metzgermeister Ludwig Pirr, allerdings mit kleiner Majorität, auf 9 Jahre gewählt worden. Herr Pirr war von verschiedenen Seiten als Kandidat aufgestellt worden. Schon vor drei Jahren hatte sich auch auf ihn eine stattliche Wählerzahl vereint. Er ist ein in der Bürgerschaft recht bekannter und geachteter Mann von klarem Blick und hat als Obermeister der Metzgerinnung und als 1. Sprecher des Turnvereins seine schätzenswerten Verdienste. Reallgymnasiallehrer Jann, der mit den Herren Pirr und Schaff st aedt (dieser ist, da auf ihn sich die wenigsten Stimmen unter den Gewählten vereinigt haben, nur 'auf 6 Jahre gewählt anstelle des verstorbenen Stadtverordn. Scheel) zum ersten Male in den Gießener Stadtrat einzieht, besitzt, wie das Stimmcnergebnis erweist, in seiner schlichten Bescheidenheit das Vertrauen der Bürgerschaft in ganz besonders hohem Maße. Die drei Herren, das jüngste Stadtkleeblatt, werden, wie man annehmen darf, thätige und tüchtige Mitglieder unserer Stadtverordneten-Versammlung werden. Außer durch dieses Triumvirat ergänzt sich unser städtisches Kollegium wieder durch seine alten, längst bewährten Mitglieder, unter denen der in allen deutschen Landen hochgeschätzte Hygieniker unserer Universität, Geheimrat Prof. Dr. Gaffky, den wir zu unfern Mitbürgern zu zählen den Vorzug haben, die meisten Stimmen erhielt, der beste Beweis für die außerordentliche Hochachtung, die ihm von allen Kreisen unserer Bevölkerung und von allen Parteien entgegengebracht wird. Die sozialdemokratische Liste ist gänzlich unterlegen. Die meisten Stimmen erhielt außer Herrn Orbig der fleißige > Geschäftsführer der hiesigen Ortskrankenkaffe, Herr Fourier. Die Sonderkandidaten des Bezirksvereins Nord-Ost, außer Herrn Pirr die Herren Martin Dörr und Emil Heinr. Müller, erlangten eine nur geringe Stimmenzahl. Von den 11 Gewählten werden 5 der nationalliberalen, 4 der freisinnigen und einer der sozialdemokratischen Partei (zugerechnet. Herr Pirr gehört keiner Partei an. Im Jahre 1898 hatten sich, ebenso wie 3 Jahre vorder, die liberalen Wähler auf eine gemeinsame Kandidatenliste geeinigt und folgende Herren vorgeschlagen: Schneidmüller Euler, Prof. Dr. Fuhr, Weinhändler Fr. Helm, Fabrikant L. Heyligenstaedt, Schneidermeister Leib, Bäckermeister Löber, Gerbermeister Lotz, Landgerichtsrat Dr. Schäfer, Fabrikant SchaUtaedt, Kaufmann Scheel, Ingenieur Schiele und Prof. Dr. Wimmenauer. Es wurden gewählt die Herren Euler (1015 St.), Fuhr (1072 St.), Heyligenstaedt (1398 St.), Leib (838 St.), Löber (1447 St.), Schäfer (1229 St.), Scheel (824 St.) und Schiele (1054 St.) Von den von anderer Seite vorgeschlagenen Kandidaten wurden gewählt die Herren Fabrikant Hanau (971 St.), Ortsgerichtsmann Keller (898 St.), Architekt Huhn (789 St.) und Kaufmann Krumm (689^St.). Letzterer, der als nur auf 3 Jahre gewählt bezeichnet wurde, focht das Ergebnis der Wahl mit dem Erfolg an, daß sein Mandat 6 Jahre, dasjenige des Herrn Huhn 3 Jahre dauerte. Nach der Entscheidung des Kreisausschuffes wurden ca. 110 beanstandete Stimmzettel, die ebenfalls den Namen Eduard Krumm trugen, als für ihn abgegeben, bezeichnet. Die nächschöchste Stimmenzahl erhielten Metzgermeister Ludwig Pirr (679 St.) und der sozialdemokratische Redakteur Scheidemann (673 St.). Das sozialdemokratische Wahlresultat im Jahre 1898 war das folgende: Krumm 807, Scheidemann 677, Beckmann 455, Löb 454, Dahmer 433, Lenz 432, Baum 431. Diesmal hat sich die Stimmenzahl der Sozialdemokraten, entsprechend der Zunahme unserer Einwohnerschaft, vermehrt. Thatsächlich ist kein sozialdemokratischer Stimmenzuwachs festzustellen. Die Wahlbeteiligung war ebenfalls ungefähr die gleiche wie vor 3 Jahren. Etwa 60 Prozent der Wählerschaft erschienen an der Wahlurne. Die Wahl wickelte sich in den ruhigsten Formen ab. Daß keine wesentliche „Verjüngung" unseres städtischen Kollegs stattgefunden hat, scheint uns kein Fehler. Wir halten es für besser, daß erprobte Kräfte zur Beratung und Beschluß- faffung über unsere städtischen Angelegenheiten uns erhalten worden sind, als wenn nur „neue Herren" in den Stadtverordnetensaal eingerückt wären, die sich der Sisyphusarbeit des Hineinfindens in die städtischen Dinge erst hätten unterziehen müssen. Die verhältnismäßig geringe sozialdemokratische Wahlbeteiligung ist wohl nicht als ein Rückgang der Sozialdemokratie in Gießen überhaupt anzusehen. Man hat damit zu rechnen, daß unter den Arbeitern die Steuerrückstände nicht unbeträchtlich sind und daß eine vierjährige Ortsanwesenheit als Voraussetzung zur Teilnahme an den Wahlen gilt, die Arbeiterschaft aber bekanntlich aller Orten häufig zu wechseln pflegt. Also die bürgerlichen Parteien haben trotz ihres sehr entschiedenen Sieges keinen Grund, auf den Lorbeeren auszuruhen, sie müssen vielmehr auch fernerhin ernste Wacht halten zur Erhaltung ihres Besitzes. Vorläufig ist durch die Wahl bewiesen, daß das Vertrauen der Gießener Bevölkerung den bürgerlichen Parteien gehört. Die ruhige und sichere Art, wie in Gießen bisher die Geschäfte der Stadt geführt worden sind, ist durch das Wahlresultat zu glänzender Anerkennung gekommen, und wir wollen hoffen, daß auch fortan unser neues, wieder vollzählig ergänztes Stadtparlament auf fortschreitenden Bahnen immer das Beste der gesammten Bevölkerung unserer Stadt im Auge haben wird. Der Zollrariferttwurf. Der „Reichsanzeiger" schreibt: Wir sind fn der Lage, die wesentlichen Aenderungen des Ende Juli d. I. veröffentlichten Entwurfs eines Zvlltarifgesetzes nebst Zolltarif mitzuteilen, welche der Bundesrat beschlossen hat. Was zunächst das Gesetz anbetrifft, so ist der dritte Absatz des § 1 wie folgt abgeändert worden: „Aus die Erzeugnisse der deutschen Zollausschüsse finden die vertragsmäßigen Zollbefreiungen und Zvllermäßigungen Anwendung, soweit nicht der Bundesrat Ausnahmen vor- schreibt. Den Erzeugnissen der deutschen Kolonien und Schutzgebiete können die vertragsmäßigen Zollbefreiungen uno Zollermäßigungen durch Beschluß des Bundesrats eingeräumt werden". Die Absätze 4 und 5 des § 2 haben folgende Fassung erhalten: „Der Bundesrat bestimmt den Anteil des Rohgewichts, der zur Berechnung des Reingewichts als Tara in Abzug gebracht werden kann. Beim Eingang von Waren in den freien Verkehr bleiben handelsübliche Umschließungen zollfrei. Nach Bestimmung des Bundesrats kann bei der Verzollung von Waren, die nach dem Rohgewicht zollpflichtig sind, sofern sie unverpackt oder in nicht handelsüblichen Umschließungen eingehen, dem Reingewicht der Waren, und bei der Verzollung von Flüssigkeiten, sofern sie in nicht handelsüblichen unmittelbaren Umschließungen eingehen, dem Eigengewicht der Flüssigkeiten das Gewicht der handels- übllchen Umschließungen hinzugerechsslet werden." Im §5 ist die Ziffer 2 wie folgt abgeändert worden: „2. von deutschen Fischern uno Mannschaften deutscher Schisse gefangene Fische, Robben, Wal- und andere Seetiere, sowie die davon gewonnenen Erzeugnisse. Von der Zollfreiheit ausgeschlossen sind die in fremdländischen Küstengewässern gefangenen Schal- und Krustentiere. Die erforderlichen Ueberwachungsvorschriften erläßt der Bundesrat." In Ziffer 11 des § 5 ist die Zollfreiheit vorgeschla^en für Statuen aller Art einschließlich der Büsten, Relrefs und Tierfiguren, die zu öffentlichen Kunstausstellungen eingehen, sofern sie Kunstgegenstände sind, und das Land, dessen Erzeugnisse sie sind, für derartige Gegenstände deutschen Ursprungs Gegenseitigkeit gewährt." Der § 6 hat folgende Fassung erhalten: „Waren, die im Tarif nicht besonders Genannt, und auch in keiner Tarisstelle inbegriffen sino, werden denjenigen Tarifftellen zugewiesen, in denen die ihnen nach Beschaffenheit oder Verwendungszweck am nächsten stehenden Waren aufgeführt sind. Die entgegenstehenden Bestimmungen des Vereinszollgesetzes sind aufgehoben. Abfälle, welche im Tarif nicht bcson- oers genannt sind, sowie zerbrochene und abgenutzte Gegenstände werden wie die Rohstoffe, von denen sie herstammen, behandelt, wenn sie nur zu denselben Zwecken wie die Rohstoffe verwendet werden können, oder die Ver-, Wendung zu anderen Zwecken nach Anordnung der Zoll-, behörde durch geeignete Maßnahmen ausgeschlossen wird. Zollpflichtige Abfälle und verdorbene Waren, die zu Dünge-> zwecken bestimmt sind, werden zollfrei gelassen, wenn ihre Verwendung zu anderen Zwecken ausgeschlossen cr- cheint oder nach Anordnung der Zollbehörde durchs ge- ngnete Maßnahmen ausgeschlossen wird. Andere verdorbene Waren bleiben zollfrei, wenn sie unter amtlicher Aufsicht vernichtet werden." Im § 9 ist auch für Spelz Die Gewährung von Einsuhrscheincn vorgesehen. Außerdem hat die Ziffer 2 des § 9 einen Zusatz erhalten, nachdem die Bestimmung darüber, an welchen Orten gemischte Transitlager für nicht gehobeltes Bau- und Nutzholz be- wllligt werden können, dem Bundesrate Vorbehalten wer- den soll. — Im Zolltarisentwurfe sind die Zollsätze er-, höht worden: in Nr. 30 für Hopfen von 40 auf 60 Mark, in Nr. 31 für Hopfenmehl von 60 auf 90 Mk-, in Nr. 60, Absatz 2, für gebrannten Kaffee von 50 auf 60, in Nr. 80 für Holzpflasterklötze von 1 auf 1,25, in Nr. 257 für Wagenschmiere von 6 auf 10, in Nr. 452, Absatz 1, für rohe baumwollene Gewebe der ersten Staffel von 50 auf 60, in Nr. 489, Absatz 2, für leinene Taschentücher der zweiten, Staffel von 140 auf 145, in Nr. 648 für Steinnußknöpfe von 30 auf 150, in Nr. 709 für Meerschaumwaren, soweit! sie mit natürlichem oder künsllichem Bernstein verbunden sind, von 200 auf 400 Mark. Ermäßigungen von Zollsätzen haben stattgefunden: in Nr. 35 für Champignons von 20 auf 10 Mk., in Nv- 92 für Quebrachoholz und anderes Gerbholz von 2 auf 1 Mk., in Nr. 124 für Premier Jus von 12,50 auf 7, soweit dieses Fett ungenießbar gemacht wird, auf 2,50 Mk. (unter Verweisung der Ware nach! Nr. 126 des Tarifs), in Nr- 161 für Reis, poliert, zur, Herstellung von Stärke von 6 auf 4 Mk., in Nr- 164, Absatz 2, für Leinöl von 6 auf 4 Mk., in Nr. 164, Absatz 3, für Sesam öl, soweit es ungenießbar gemacht wird, von 10 auf 5'Mk., in Nr- 186 für Wein Hefe, trocken oder teigartig, von 4 auf 1,50 Mk., in Nr- 287 für Phosphor von 20 und 15 auf 10 und 5 Mk., in Nr- 326 und 381 für Farbholzauszüge und Gerbstoffauszüge von 8 auf 2 Mk. für flüssige, und auf 4 Mk. für feste Auszüge, in Nr- 328 für Ruß- und Buchdruckschwärze von 10 auf 5 Mk., in Nr. 332 für Papierdruckfarbe von 15 auf 10 Mk-, in Nr. 339 für Oelfirnisse usw- von 9 auf 7 Mk., in Nr. 458, Anmerkung, für zugerichteten, ungemusterten Baumwollen- tuell zum Besticken auf Erlaubnisschein von 250 auf 80 Mk., in Nr. 488, Absatz 2, für rohe Taschentücher der zweiten Staffel von 110 auf 105 Mk., in Nr- 572 für Kautschukfäden ohne Verbindung mit Gespinnsten von 40 auf 10 Mk., für die übrigen Kautschukfäden von 40, 75 und 60 Mk. auf 20, 60 und 40 Mk., in Nr- 627 für rohe Holzschuhs uno für rohe Werkzeugstiele aus Hickoryholz von 8 auf 3 Mk., in Nr- 671 für Goldwaren von 500 und 800 auf 300 und 600 Mk., in Nr- 839 für rohe ftetten zur Kettenschleppschiffahrt von 6 auf 3 Mk., in Nr. 874 für Kupser- oruckwalzen von 30 auf 18 Mk., in Nr- 875 für Metalltuch aller Art zu gewerblichen Zwecken von 40 auf 30 Mk. Zollfreiheit ist vorgeschlagen: in Nr. 39 für Blumenzwiebeln, Knollen und Bulben (früher vorgeschlagener Zoll> satz 10 Mk.), in Nr 190 für Kleie und Reisabsälle (früher 1 Mk.), in der Anmerkung zu Nr- 475 und 477 für Kokos-' fasern zu Strängen zusammengedreht oder gesponnen, ein- oder zweidrähtig, oder roh (früher sollte die zollfrei Ab- lassung nur für eindrähtiges rohes Garn zu gewerblichen Zwecken auf,Erlaubnisschein gewährt werden); in 9tr. 689 für Schieserstifte (Schiefergriffel), auch bemalt und mit Papier überzogen oder in Holz gefaßt, (früher 10 Mk.)> sowie in einer neuen Anmerkung zu Unterabschnitt 17 a, und in einer neuen Anmerkung zu den Unterabschnillen 17 b bis h für Statuen aus Eisen oder anderen unedlen Metallen, mindestens in natürlicher Größe, sofern sie Kunstgegenstände sind. Ferner sind folgende Aenderungen zu verzeichnen: In Nr. 10 sind die Worte „auch Bruchreis aller Art" gestrichen. Ananas, frisch, (früher nach Nr. 49 zollfrei) auch geschält oder ohne Zucker eingekocht, sind in Nr. 54 eingesetzt, sodaß der Zollsatz dafür 4 Mk. betragen soll. Bei Nr. 99 ist folgende Bestimmung als Anmerkung aufgenommen wordens „Nach näherer Bestimmung des Bundesrats dürfen Pferde, welche zu Zuchtzwecken vom Staate oder mit staatlicher Ge- nehmigimg eingeführt werden, im Alter bis zu zwei Jahren zum Zollsätze von 10 Mk., im Alter von mehr als zwe» Jahren zum Zollsätze von 20 Mk. für ein Stück abgelassen werden. Die Einlassung von Bullen und von Höhenvieh zu Zuchtzwecken zum ermäßigten Zollsätze von 9 Mk. für ein Stück in der Anmerkung zu Nr. 102 soll von den gleichen Bedingungen abhängig gemacht werden, und zwar unter Fortlassung der Beschränkung auf die ersten sechs Jahre der Geltung des Tarifs". Bei derselben Tarifstelle hat folgende fernere Anmerkung Aufnahme gefunden: „für Bewohner des Grenzbezirks dürfen wahrend der ersten sechL Jahre der Geltung dieses Tarifs nach näherer Bestimmung des Bundesrats Zugochsen im Alter von zweieinhalb bis fünf Jahren zum Zollsätze von 30 Mk. für ein Stück eingelassen werden, sofern sie zum eigenen Wirtschaftsbetrieb, nachweislich notwendig sind." Zu Nr. 107, 160, 162/3 und 196 ist in neuen Anmerkungen die Bestimmung vorgesehen, daß der Bundesrat befugt sein soll, für bestimmte Grenz< genannt, sowie zerbrochene uud abgenutzte Gegenstände wie die Rohstoffe, von denen sie Herslammen, bekandelt, wenn sie nur zu denselben Zwecken wie die Rohstoffe verwendet werden können. Abfälle und verdorbene Waren zu Dünge- zwecken werden zollfrei gelassen. Schließlich sei noch darauf hingewiesen, daß zu gunsten einer rührigen Industrie der Zoll für Meerschaumwaren, soweit sie mit natürlichem oder künstlichen! Bernstein verbunden sind, von 200 auf 400 Mk. erhöht werden soll. Nnnmehr haben diejenigen das Wort, die bei der Revision des Zolltavjfentwurfs durch den Bundesrat sich nicht genügend berücksichtigt glauben. Für diese „Zurückgesetzten" ist der Reichstag die geeignete Instanz. eren sich die Landwirtschaftsminister der verschiedenen Bundesstaaten in Bezug auf öffentliches Auftreten in be^ regier Angelegenheit befleißigen. Und doch sind gerade die Landwirtschaftsminister berufen, bei der parlamentarischen Erörterung über die meist umstrittene Position des Zolltarifs, die Getreidezölle, mitzuwirken. Anderer- eits ist aber nicht anzunehmen, daß Minister Möller, ohne ich des Einverständnisses des Reichskanzlers vergewissert zu haben, im Voraus, in aller Form die Ausgleichs- oder auch „Sammlungspolitik" auf wirtschaftlichem Gebiete pro- klamierte. Immerhin bleibt der Vorgang ungewöhnlich, daß ein Mitglied des preußischen Staatsministeriums, zudem ein erst vor sechs Monaten' ernanntes, dem Zustandekommen des Zolltarifs öffentlich vorarbeitet und dadurch gewissermaßen aus dem Rahmen der Regierung, nicht nur der preußischen, heraustritt. Zur preußischen Schulreform. Einen wesentlick)en Beitrag zur Weiterführung der Reform des höheren Schulwesens bilden die unter dem 25. Okt. vom preußischen Kultusminister erlassenen Bestimmungen über die Versetzung der Schüler an, den höheren Schulen und die mit diesen Vorschriften im Zusammenhänge stehenden unter dem 29. Oktober erlassenen Bestimmungei! über die Schlußprüfung an den sechsstufigen höheren Lehranstalten (Progymnasien, Realprogymnasien und Realsck)ulen). Bisher waren die Bestimmungen über die Versetzung der Schüler an den höheren Lehranstalten nicht einheitlich geordnet. Mit dem 1. Januar 1902 wird auf Grund der neuen Bestimmungen Einheitlichkeit im Versetzungsverfahren in allen höheren Schulen Preußens ein treten. Außerdem wird durch die neuen Versetzungsvorschriften die Versetzungsprüfung, die an vielen Schul rn üblich, war, im allgemeinen beseitigt. Die Grundlage für die Versetzung bilden in Zukunft die während des ganzen Jahres abgegebenen Urteile unb Zeugnisse der Lehrer, insbesondere aber das Zeugnis am Schlüsse des Schuljahres. Dem Direktor steht es indessen frei, diese Grundlagen noch durch mündliche Befragung und ausnahmsweise auch durch schriftliche Arbeiten zu vervollständigen. Rur bei der Versetzung nach Ober- secunda bildet diese Ergänzung der Unterlagen auch nach den neuen Bestimmungen noch die Regel. Tas erfordert die Rücksicht auf die sechsstufigen Lehranstalten (Progymnasien, Realgymnasien und Realschulen), die am Schlüsse ihres Lehrkursus zwecks Erlangung der einjährigen Berech- tigung nach den Bestimmungen der Wehrordnung eine Prüfung abzuhalten haben. Die Bestimmungen für diese Prüfung richten sich im wesentlichen nach den Anforderungen, die für die Versetzungen an den neunstufigen höheren Lehranstalten gelten. Der Atjehkrieg. der Kampf der Niederländer gegen das angebliche Seeräubervolk im Norden Sumatras, wird mit nicht geringer Grausamkeit geführt. Ein Telegramm aus Batavia meldet von einem größeren Gefecht der Kolonne Van Daalam mit der Macht des Präsident-Sultans in den Gajulanden, wobei 65 Feinde, darunter 7 Häuptlinge, getötet wurden. 'Die Verfolgung wurde fortgesetzt. — „Het Volk" geht in einem längeren Artikel auf die Ursachen dieses langwierigen Krieges ein. Im Jahre 1857 schloß Holland mit Atjeh ein Friedens- und Freundschaftsbündnis, ließ sich aber dadurch nicht abhalten, im folgenden Jahre ein Bündnis mit dem Feinde Atjehs, mit Siak, einzugehen. Daß daraus Feindseligkeiten entstanden, ist leicht erklärlich. Wie es mit der Seeräuberei Atjehs bestellt ist, die die eigentliche Ursache des Krieges sein soll, das zeigt die in einer Kammersitzung 1875 festgestellte Thatsache, daß in 40 Jahren (also seit 1835) in den Aljehschen Gewässern nur fünf Fälle von Seeraub vorgekommen waren, wovon der letzte bereits zwanzig Jahre vor Ausbruch des Krieges geschehen war. Der Kenner der Verhältnisse, der diese Ausführungen in der Kammer machte, erklärte zum Schluß, die Behauptung, daß Seeräuberei die eigentliche Ursache der Kriegserklärung der Niederlande gegen Atjeh gewesen sei, für eine Lüge. Tatsächlich ist es auch, hier die kapitalistische Gewmnsucht ebenso sehr wie bei dem Transvaalkrieg der Engländer, die den Krieg eigentlich erzeugt hat. Und daß auf Sumatra ähnliche Praktiken angewandt werden, wie in Südafrika, davon zeugt der folgende Erlaß des Generalgouverneurs: „Bei Exkursionen zur Unterdrückung von Unregelmäßigkeiten auf den Besitzungen außerhalb Javas und Maduras kommt es wiederholt vor, daß ohne zwingenden Grund Kampongs verbrannt werden und Eigentum zerstört wird. Manchmal . geschieht das durch inländische Hilfstruppen oder auf Veranlassung von inländischen Häuptlingen, die an solchen Zügen tellnehmen. Die Erfahrung hat genugsam gezeigt, , wie verkehrt ein derartiges Auftreten ist, durch das ftred- . same Leute oftmals, aller Habe beraubt, aus Verzweiflung zu Feinden gemacht werden. Der Generalgouverneur ver- , langt darum nachdrücklich, daß bei dergleichen Gelegenheiten das Verbrennen von Kampongs und das Zerstören und Beschädigen von Eigentum ohne zwingenden Grund nicht mehr ftattfinbet" „Het Volk" kommt bet seinen Betrachtungen über diesen. So naiv die Buren im geschäftlichen Verkehr auch waren, so besaßen sie doch eine gewisse Bauernschlauheit, die sich zuweilen, besonders beim Pferde- und Viehhandel, red)t unangenehm bemerkbar machte. Pferde zu frisieren und aufzuputzen, oder dieselben aus irgend welchen Gründen schnell unkenntlich zu macken, verstand niemand so gut wie sic, und sie machten sich gar kein Gewissen daraus, jemanden, der sich's gefallen ließ, gründlich übers Ohr zu hauen. Aber sonst waren sie in allem, was über „parde, osse und schaape" hinausging, sehr leicht zu übervorteilen, auch fand man bei ihnen mit den haarsträubend- ten Geschichten, wenn sie mit dem nötigen Ernst vor- gebracht wurden, Glauben. Sie waren eben große Kinder, die in ihrer Weltabgeschiedenheit und ihrem frommen Glauben, meist von der übrigen Welt ganz falsche Vorstellungen hatten. Daß sie aber bildungsfähig waren, und ich zu ganz Hellen Jungen au entwickeln int stände waren, das tonnte man an oen in und um Pretoria und in Johannesburg wohnenden Buren sehen, die im Verkehr mit Fremden schon mehr gewürfelt waren. Wie wenig die Buren aber auf den großen Krieg geaidjt waren, und daß der Kleinkrieg ihr eigentliches Element, das sah man immer und immer wieder. Es waren zwar allerlei moderne Kriegsmaschinen und Apparate vorhanden, wie Scheinwerfer mit starken Dynamos und Lokomobilen, Feldtelegraphen, Heliographen usw.„ ja man hatte fid) sogar zur Anschaffung eines Luftballons verstiegen, der aber niemals zum Aufsteigen gekommen ist, aber diese für schweres Geld angeschafften Sachen — die Linse des großen Scheinwerfers bei Ladysmith hatte allein 600 Pfund Sterling gekostet — gingen bei dem großen Rückzüge aus Natal fast alle verloren, und fielen den Engländern in die Hände. Die Buren gaben auch nicht viel auf diesen Verlust, denn so stolz sie auch vor Ladysmith waren, daß sie es auch tn Bezug auf moderne Einrichtungen mit den Engländern aufnehmen konnten, o betrachteten sie doch, als es zum Rückzüge kam, all diese Maschinen, Apparate usw., als läftige Hindernisse und ließen sie einfad) stehen; und nicht mit Unrecht, denn Leichtigkeit und Schnelligkeit der Bewegungen war von jeher ein Hauptprinzip ihrer Kriegführung, und alles, was ihnen bei einer Belagerung allenfalls von Nutzen gewesen war, konnte ihnen auf dem Marsche, da es sie am schnellen Fortkommen hinderte, verderblich werden. Das Einzige, was Botha noch immer mit sich hatte, und auch täglid) benutzte, waren einige Heliographen, die er auch bei Dalmanutha, der letzten großen Schlacht in diesem großen Kriege noch spielen ließ. Drastisch war die Art seiner Mitteilungen, durch diese Apparate. Er hatte während der fünftägigen Schlacht seinen Stand auf einer, seine ganze halbmondförmige Stellung ziemlich beherrschenden Anhöhe, die etwa eine englische Meile hinter derselben lag. Von hier aus gab er seine Befehle per Heliograph, an die in der Stellung, in der Nähe der drei Longtons befindlichen Heliographen, die dann von Meldereitern weiter befördert wurden. Mir sind einige davon in Erinnerung hasten geblieben, z. B- als ein Longton einige schlechte Schüsse abgegeben hatte, kam die Drohung: Longton 1. besser schießen, sonst komme ich mit dem Sjambock, oder als Leutnant Dutoit sich nut seiner Batterie vor dem heftigen englischen Granatfeuer zurückzog. (Dutoit! Seid Ihr verrückt?! Ihr sollt da bleiben.) Als wir am ersten Tage schweres Artillerie- feuer bekommen hatten, und dann von den englischen Sturmkolonnen hart bedrängt wurden, da schickte er uns die tröstliche Mitteilung (Jungens, in einer Stunde wird es Abend sein! Steht fest), als die Munitionskolonne beim Kommando v. d- Merve zu spät eintraf, so daß die Leute das Feuer eine Weile einstellen mußten: (Munitionskolonne! Ich werde Euch verhauen, wenn Ihr nid# aufpaßt! Die Leute können doch nicht mit Steinen schmeißen!) .. ,r, _ Bei dem gänzlichen Mangel an militärischer Erziehung, abgesehen von den Artilleristen, wußten die meisten Buren gar nicht mit Kriegsmaterial, welches über ihre Manier und die dazu gehörige Munition hinaus- qing, umzugehen, und es fit zu verwundern, daß bet der Fahrlässigkeit, mit der die Leute Bomben, Granaten, Dynamit usw. behandelten, in dem Kriege nicht mehr Unglücksfälle vorgekommen sind. Kunterbunt durcheinander lagen diese gefährlichen Gegenstände in Kisten auf den verschiedenen Ochsenwagen herum, die jedermann zugänglich waren, auf denen jeder herumtrampelte, der sich seinen Mantelsack oder sonst etwas vom Wagen herunterholte, und beim Suchen nach dem betreffenden Gegenstand alles durcheinander warf. So lange die Kisten mit den Granaten noch immer auff- recht standen, tonnten ja die furchtbaren Stoße, denen auf Ochsenwagen transportierte Gegenstände ausgesetzt smd, nichts schaden, aber es kam den Leuten auch nicht daran an, einmal so eine Kiste, wenn sie ihnen im Wege war, beiseite zu tonten und wenn sie dabei auf den Kopf gestürzt wurde, dann mußte der Inhalt unfehlbar explodieren. Unser Kommandant ließ deshalb, als ich einmal eine solche Prozedur mit einer Granatkiste angesehen hatte, auf meinen Rat, von sämtlichen Kisten die Deckel abnehmen, damit jeder sehen konnte, was dieselben enthielten,^ und ein Stürzen derselben nicht möglich war, ohne daß die Granaten l>erausfielen. Dieses Mittel verhindert ja die eine Gefahr, aber nun kamen die Burenbengels wieder, neugierig wie sie waren, und spielten mit den Dingern, nahmen sie heraus aus den Kisten, erklärten sich gegenseitig, oder ftritten darüber, wie sie funktionierten, und dabei gingen die Projektile, die hundertfachen Tod bargen, unter allerlei derben Späßen von Hand zu Hand, als ob es sich um das harmloseste Spielzeug handelte. Tie Leute hatten ihren guten Engel; ick) habe glücklicherweise ein V.tzalheur nicht mit erlebt, aber eine spätere Nachricht von strecken im Falle eines örtlichen Bedürfnisses die zollfreie Einfuhr einzelner Stücke von frischem oder einfach zube- reitetem Fleische ist Mengen von nid)t mehr als zwei Kgr., von Müllereierzeugnissen (mit Ausnahme von Reisgries und gewalztem Reis) in Mengen von nicht mehr als 3 Kgr. und von gewöhnlichem Backwerk in Mengen von nicht mehr als 3 Kgr., soweit diese Gegenstände nicht mit der Post ein- gehen, für Bewohner des Grenzbezirks nachzulassen. Die in der Anmerkung zu Nr. 248 aufgcführte Zollermäßigung von rohem und gereinigtem Paraffin soll auf das zur Herstellung von Eerosin bestimmte Paraffin ausgedehnt werden. In Nr. 275 ist die Gewichtsgrenze für die beiden Zollsätze der Essigsäure von fünf auf zwanzig Kgr. erhöht worden. Bei dem rohen, eindrähtigen Baumwollengarn (Nr. 438) ist die zweite Staffel mit dem Zollsätze von 15 Mk. auf die Garne der Nr. 17 bis Nr. 25 (ftüher 30) englisch beschränkt worden, sodaß die Game über Nr. 25 englisch in die dritte Staffel mit dem Zollsätze von 18 Mk. fallen. Ferner ist für die Garne über Nr. 100 englisch eine neue Staffel mit dem Zollsätze von 42 Mk. vorgesehen worden. In Nr. 503 ist Pausleinwand mit einem Zollsätze von 1.35 Mk. für 1 Dtzd. neu .eingestellt worden. Für die Lederschuhe der Nr. 556 ist eine andere Staffelung vorgesehen, inbein die erste Staffel mit dem Zollsätze von 85 Mk. auf Schuhe im Gewicht von mehr als 1200 Gr. (das Paar) befdjränft, für Schuhe im Gewicht von mehr als 600 bis 1200 Gr. (das Paar) der Zollsatz von 120 Mk. beibehalten und für Schuhe im Gewicht von 600 Gr. oder darunter (das Paar) ein erhöhter Zollsatz von 180 Mark vorgesehen ist, im zweiten Absatz der Nr. 632 mit dem Zollsätze von 40 Mk. für ein D.-Ztr. sind Billards und Teile von solchen neu aufgeführt worden. Für photographisches Papier aller Art ist in Nr. 666 der einheitliche Zollsatz von 12 Mk. für ein D-Ztr. eingesetzt. In der .Anmerkung zu Nr. 683 ist die Grenze für die Unterscheidung der gesägten (geschnittenen) und gespaltenen Platten von den Steinen der Nr. 683 auf 16 Etm. Stärke herabgesetzt. Die Nummern 769, 770, 772 und 773 haben folgende .Fassung erhalten: „679 Feingold, roh oder gegossen, gehämmert oder gewalzt, in Stangen, Blech oder 'Draht, legiertes Gold, roh oder gegossen, Goldmünzen frei; 770 legiertes Gold, gehämmert oder gewalzt, auch in Form von Blech oder Draht 250 Mk., 772 Feinsilber, roh oder gegossen, gehämmert oder gewälzt, in Stangen oder Bleck), legiertes Silber, roh ober gegossen, gewalzt, auch in Form von Blech, legiertes ober unlegiertes Silber, vergoldet ober auf mechanischem Wege mit Gold belegt, 100 Mk. In Nr. 771 und 776 sind die Denk-, Schau- und ähnlichen Münzen gestrichen worven. Soweit diese Münzen nicht in gewöhnlicher Fabrikware bestehen., sollten sie wie bisher zollftei bleiben. In Nr. 786 bis 788 sind die am höchsten belegten Staffeln für Eisenblech in der Stärke von 0,5 Millimeter oder barunter beseitigt und derartige Bleche in die vorhergehenden Staffeln einbezogen worden. Schließlich ist die Nr. 925 darin geändert worden, daß alle mit der Bestimmung zum Zerschlagen eingehenden Wasserfahrzeuge, auch die ganz oder überwiegend aus unedlen Metallen hergestellten, zollftei bleiben sollen. «M,1 iraune [ajital Sedeu Krieg zu folgendem Resultat: „Ungerecht, barbarisch ist der Atjeykrieg nicht weniger als der Transvaalkrieg. Das braune „Piratenvolk" rst ebensowohl ein Schlachtopfer der kapitalistischen Gewinnsucht, wie das weiße Burcnvolk. Die Niederlande handeln ebenso verbrecherisch wie England." Aus Stn-t und Land. (Der Abdruckder unter dieserRubrik befindlichen Origmal-Nachricksten st nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Anz." gestattet.) Gießest, den 15. November 1901. •* Tr. Ernst Leutert, bisher Privatdozcnt in Königsberg, der als Professor für Ohrenheilkunde an die Universität Gießen berufen worden ist, tritt hier bekanntlich an die Stelle Stcin- brügges. In seiner Sondermissenschaft bildete sich Leutert unter der Führung Schwartzes, eines der ältesten deutschen akademischen Lehrer der Ohrenheilkunde, aus. Nachdem Leutert 1889 die Approbation als Arzt erworben und sich zunächst der pathologischen Anatomie gewidmet hatte, trat er bei der Universitätsohrenklinik in Halle als Assistent ein. 1897 siedelte er nach Königsberg über, um sich bei der Albertus-Universität als Privatdozcnt zu habilitieren. Er errichtete zu Unterrichtszwecken ein Ambulatorium für Ohren- krankc. Von der halleschcn Klinik und seinem Königsberger Ambulatorium aus veröffentlichte Leutert außer Jahresberichten eine Reihe von Einzelstudien, teils pathologisch-anatomischen, teils klinischen Inhaltes. Zu nennen sind mikroskopisch-anatomische Untersuchungen zur Frage von dem sog. Cholesteatom, bakteriologische und klinische Studien über Nebenerscheinungen bei chronischer Mittelohrerkrankung, über Eiterfieber nach Ohrerkrankungen, über operative Behandlung von Erkrankungen im Schädelinnern bei Ohrlciden, über die Bedeutung der sog. Lumbalpunktion für die Erkennung dieser Erkrankungen u. a. m. ** Von Oberst Spohr in Gießen beginnt in der heutigen Nummer der .Straßb. Post" eine Artikelserie über „das Reichsseuchengesetz in der deutschen Armee". Das genannte Blatt begleitet den ersten Artikel mit folgender Anmerkung: Wir veröffentlichen diese Darstellung nicht ohne schwere Bedenken. Sie widerspricht allen Anschauungen und Forderungen der ärztlichen Wissenschaft. Aber chr Verfasser — der frühere Kommandeur unseres Fußartillerieregiments Nr. 10 — ist ein hochverdienter Offizier, der seit langen Jahren auf dem Gebiete gesundheitlicher Forschungen thätig ist und während und nach seiner aktiven Dienstzeit stets ein hervorragendes Interesse für die gesundheitliche Fürsorge für die Armee an den Tag gelegt hat. Es soll nicht gesagt werden, daß ein preußischer Oberst keine Stelle findet, an welcher er seine Gedanken bezüglich einer Sanitätsfrage für die Armee aussprechen kann I Mögen diese Gedanken nun richtig sein oder nicht. Selbswerständlich werden wir unsere Spalten auch einer Entgegnung von ärztlicher Seite nicht verschließen. ** Ein Lamborg -Konzert findet bekanntlich am Mittwoch den 20. November, abends 8 Uhr, in Steins Saw statt. Die „Dresü. Nachr." berichten wie folgt: Der Klavierhumorist Otto Lamborg gab vor überfülltem Saale seinen ersten Vortragsabend mit gleichem Erfolge, der seine in früheren Jahren veranstalteten Soireen begleitete. Während des zweistündigen Vortrages hielt er das Publikum fest im Banne seiner originellen! künstlerischen Begabung und seines liebenswürdigen urwüchsigen Humors. Keine Nummer des Programms versagte, und einige der Hauptstücke schlugen zündend ein. Die bloße Parodie oder die Bemühung, am Klavier humoristisch zu wirken, würden ähnliche Erfolge niemals erzielen können, wenn sie ohne jene eminente musikalische Begabung geboten würden, wie sie Lamborg verliehen ist. In ihm vereinigen sich Kunst und Technik, Pianist und Schauspieler, Sanger und Rezitator in so glücklichem Maße, daß die eine dieser brillanten Eigenschaften die andere immer im rechten Moment ergänzt und ablöst, sodaß das ganze eine Farbenpalette abgiebt, aus der Lamborg in jedem gewünschten Kolorit zu zeichnen vermag. Den Musiker und kunstverständigen Hörer fesselt er dazu in der exceptionellen Kunst der musikalischen Improvisation und durch ein bewundernswertes Gedächtnis, das ihn nie im Stiche läßt. Sein „Wettstreit der Melodien", den er nach gegebenen oder zugerusenen Melodien kombiniert, ist keine leeres Potpourri, das ein Motiv an das andere recht, sondern eine wirkliche, oft wertvolle Improvisation in der Gestaltung der lieber gange, per Modulation und der ingeniösen Verbindung des Ernsten mit dem Komischen. Derartige Leistungen stellen Lamborg in die Reihe seltener Künstler. Die schlagenden Wirkungen anderer Vorträge, wie das Finale aus der Oper „Der zerbrochene Eid", „Der Handschuh" (nach Schiller), „Die kleine Frau", das In-Musik-Setzen eines gegebenen . Gedichtes, Speisenzettels oder Konzert-Programmes, „Der Morgenanbruch auf dem Lande", „Schnurrpfeifereien" re. muß man selbst empfangen haben, um sich davon eine Idee machen zu können. Der beste Beweis, wie fesselnd und unterhaltend Lamborg zu musizieren, zu singen und deklamieren versteht, bleibt der, daß das Publikum aus einer fröhlichen Stimmung in die andere versetzt wird und das gesunde Lachen selbst im Verlaufe von zwei Stunden nicht versagt. Unter solchen Verhältnissen bleibt Lamborg immer ein Künstler und Hunrorist, den man mit Vergnügen wieder hört und dessen Darbietungen sich die allgemeine Anteilnahme ganz von selbst sichern. Bingen, 14. Nov. Der bekannte hochgeachtete Wein- Kommissionär Bernhard Groß wurde heute Vormittag tot mit feiner Frau im Schlafzimmer aufgefunden. Beide Eheleute sind jetzt 70 Jahre alt. Die Todes-Ursache ist Kohlengas-Vergiftung. Frankfurt a. M, 14. Nov. Hier hat sich eine Gesell- schaft für ästhetische Kultur konstituiert, eine Vereinigung von Künstlern und kunstliebenden Laien, die sich zum Ziel gesetzt hat, in allen Bevölkerungsklassen den Sinn für Schönheit zu fördern, durch künstlerisch-literarische Vortragsabende, durch Ausstellungen und durch Volksveranstaltungen an den Sonntag-Nachmittagen. Auch die Geselligkeit der Vereinsmitglieder unter einander soll gepflegt werden, durch regelmäßige Zusammenkunft in bestimmten künstlerisch aus- gestatteten Räumen. An den Vorttagsabenden und bei den Volksveranstallungn sollen sowohl die Literatur und Musik wie die bildende Kunst und das Kunstgewerbe Berücksichtigung finden. In allernächster Zeit soll bereits der erste öffentliche Künstlerabend abgehalten werden. Diese Idee ist gewiß gar nicht übel und verdient ohne Zweifel eine wohlwollende Beurteilung, aber eine gewisse Skepsis ist wohl berechtigt, so lange diese Vereinigung nicht durch Thaten ihre Existenzberechtigung bewiesen hat. Was speziell die Votksveran- staltungen betrifft, so ist übrigens diese Frage bereits praktisch gelöst, da eine andere Vereinigung m dieser Richtung schon seit längerer Zett recht erfolgreich thälig ist. Vermischtes. • Einen lustigen Com ment ar, in dem ein Kirchendiener die Gewißheit mancher Lilterarhistortter überbietet, bringt die „Jugend" in ihrem neuesten Heft: In dem Dörfchen Meißenheim bet Lahr i. B. ruheu die Ucberrc|te von Friederike Brion, der Jugendliebe Goethe's. Ein Grabstein, von Lahrer Verehrern des Dichters gestiftet, schmückt die Grabstätte. Das Monument trägt folgende Inschrift: „Ein Strahl der Dichtersonne traf auch sie So reich, daß er Unsterblichkeit ihr lieh." Der frisch in das Dörfchen versetzte Lehrer besah sich auch den Friedhof. Der Kirchendiener, der ihn auf diesem Gange bemerkte, tarn auf ihn zu und sagte: „ßuege (sehen) Se, do ruhet die Friederike Brion, deß isch em Goethe ft Bekanntschaft gsin (gewesen). Wie Se uff em Stein lese chönne, het se en Sunnestich tröffe, unn an dem het se sterwe müffe." * Ein „gebildetes" Gespräch, das von zwei elegant gekleideten Damen auf dem Wiener Zentralfriedhofe am Allerheiligen geführt wurde, teilt das dortige „Dtt'ch. Volksbl." mit: Beide Damen stehen vor dein reichgeschmückten Grabhügel Brahms'. „Brahms, wer tvar denn das?" fragt die eine der Damen leichthin. Darauf die zweite: „Aber Brahms, ich bitte Sie, wissen Sie nicht — Brahms' Tierleben!" So geschehen wahrheitsgetreu zu Wien im Jahre des Heils 1901. * Die Leichenrede eines holländischen Sergeanten auf dem Friedhöfe in Gravenhage lautete: „Kameraden! Der Verstorbene — unser aller Freund — war ein braver Kerl, er hatte ein reines Führungsattest, wenig Stiefelreparatur und selbst noch ein Sparkassenbuch. Spiegett Euch in ihm, Jungens. Abmarschiert!" Meratur. Goethes Briese. Ausgewählt und in chronologischer Folge mit Anmerkungen herausgegeben von Eduard von der Hellen. Erster Band (1764—1779). In Leinwand gebunden 1 Mark. (Verlag der I. G. Eotta'schen Buchhandlung Nachfolger G. m. b. H. in Stuttgart.) Daß Goethes Briese eine höchst wertvolle Ergänzung feiner Werke bilden, war längst allgemein bekannt, ebenso allgemein aber die Klage, daß diese Schätze teils noch unveröftentlicht, teils in zahlreichen Einzelwerken zersplittert und daher äußerst schwer zugänglich seien. Erst die monumentale Weimarische Goethe-Ausgabe hat durch eine absolut vollständige Publikation aller gedruckten und ungedruckten Briese Goethes diesem Uebelstand abgeholfen, dafür aber den neuen geschaffen, daß die nun vereinigte Masse schier unübersehbar ist. Eine Ausgabe der Briefe Goethes, die ebensoviele starke Bände zählt wie die bisherigen starken Ausgaben seiner sämtlichen Werke, kann trotz aller wissenschastlichjeu Bedeutung gerade das nicht leisten, worauf es ankommt: den Verehrern und Genießern Goethes im weitesten Sinne, dem ganzen deutschen Volke den Anteil an diesen Schätzen zu geben, aus den es berechtigten Anspruch hat. So muß die von der Eotta'schen Buchhandlung veranstaltete Auswahl- Ausgabe, von deren sechs Bänden der erste soeben erschien, als ein höchst verdienstliches Unternehmen freudig begrüßt werden. In voller Beherrschung des gesamten Stoffes ausgewählt und durch maßvolle Anmerkungen erläutert von Dr. Eduard von der Hellen, demselben, der auch den größten Teil der bisher erschienenen Woinmrischen Briefbände herausgegeben hat, befriedigt diese Ausgabe ein wirklich vorhandenes großes Bedürfnis in mustergiltiger Weise. Denn keines Biographen Kunst vermag uns Goethes Lichtgestalt in ihrer ganzen Herrlichkeit frischer und wahrer vor das Auge zu zaubern, den innigen Zusammenhang seiner Dichtung mit feinem Leben und Lieben anschaulicher darzu- stelleu, als eine so geordnete und kommerttierte Auswahl seiner Briefe. — Der vorliegende erste Band giebt uns den jungen Goethe in all seinem Drang, die ganze Menschen- well und Natur zu umfassen und zu genießen, zu durchschauen und darzustellen. Klarer Druck auf starkem Papier zeichnet das Buch auch äußerlich aus und sichert ihm bei dem ungemein billigen Preise — in geschmackvollem Ganzleinenband nur 1 Mark — die weite Verbreitung, die es verdient. Monatliche lltbupdjt der Todesfälle in Hießen. Monat Oktober 1901. Kinder .Summa: 40 (15) 32 (14)| 5 3 (1) Es starben an: Zusammen: Erwachsene: int vom Diphcherttis 1. Lebensjahr: 2.- -15. Jahr 1 (1) — — 1 (1) Typhus 1 1 — Lungentuberkulose 3 3 — _ Andere Tuberlulose 3 (1) 2 (1) — 1 Katarrh 1 1 — — Gehirnschlagfluß 2 2 —, — Herzleiden 4 (1) 4 (1) — Darmkatarrh 2 2 — Lebensschwäche 1 — 1 _ Altersschwäche 2 (2) 2 (2) — Neubildungen 4 (1) 4 (1) — —— Andere Krankhetten 16 (9) 13 (9) 2 1 Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Landwirtschaft. Zur Heilung der Maul- und Klauenseuche wrrd,tt>ie man der „T. R." berichtet, gegenwärtig in Frankreich nach vielen Versuchen mit vorzüglichem Erfolg ein Mittel angewandt, welches vor kurzem Dr. Jarre in Paris bekannt gemacht hat, und das vom französischen Ackerbau- Ministerium zur unverzüglichen Anwendung empfohlen worden ist. Das Mittel besteht aus 33 v. H. Lösung chemisch reiner Chromsäure (Acidum chromicum). 9Jlit einem großen Wattebausch werden die erkrankten Teile des Maules und der Klauen damit leicht betupft. Die Heilung ist so rasch wie sicher. Tiere, welche tagelang jede 'Nahrung verweigert haben, suchen fünf Minuten nach dem Betupfen mit Ehxomsäure von selbst wieder das Futter, und nur selten ist die Anwendung des Mittels im Maule zu wiederholen. Die Behandlung der Klauen dauert länger und ist schwieriger, aber der Erfolg ist gleichfalls befriedigend. Hauptbedingung des Hellerfolges ist, daß das Mittel chemisch rein ist; denn sobald dieses mit Schwefelsäure (Acidum sulphurtcum) vermischt ist, ift die Heilung fragncy. Die Behandlung durch Betuvfen hat niemals Entzündmrgen zur Folge, was durch viele Versuche erwiesen und von großem Wert ist. Ein Haupterfolg wurde mit dieser Behandlung besonders bei Schweinen erzielt. Die Versuchs des französischen Ackerbauministers werden an allen Orten vorgenommen, und nicht allein von Tierärzten, sondern in vielen Fällen von den Liehhaltem selbst, welche nach Anweisung der Tierärzte verfuhren und stets zufrieden^ stellende Erfolge erzielt haben sollen. F ta- uni Harnleiden + v fohlen. Proben der 4 Haupteorten Mk. 1.— „Franco" Ctrf.'-Trtjwrt HOBECtdfli. Tnnlrfurt a. w. (Ausfluß), Harnbrcuucu, Harndrang, Harnverhaltung, Blasen- katarrh u. s. w. finden Heilung ohne Bcrufsstörung durch „Locher* Antineon*' (jo.u Sarsaparill., 20,0 Burzelkraut, 10,0 Ehrenpreis, 100,0 Weingeist, 100,0 Kognak). — Innerlich! Total unschädlich wirkendI Acrztlich warm empfohlen! Kem Santalpraparat! Flasche vH* 2,50. — Zu haben in den Apotheken. — Man hüte sich vor Nachahnrungen und achte auf A. Locher’» Namenszug! Ausführliche Prospekte gratis. Alleiniger Fabri- karU: X. Locher, Pharmac. Laborator., Stuttgart. Niederlagen in Gießen: Pelikan-Apotheke u. Univcrptrts- Apotheke zum goldcueu Engel. 6990 Den fernsten Kaffee machen Sic, wenn Sie als Zusatz eine Kleiutg keit von der sehr ergiebigen Liude'scheu Essenz nehmen. Ueberall zu haben! Das Köstritzer Schwarz bi er ist seit dem 17. Jahrhundert als ein vorzügliches Stärkungsmittel für Blutarme mrd Geschwächte bekannt. Es wird gebraut nach einer uralten englischen Porteroorschrist. Es verdankt seine wette Verbreitung hauptsächlich seiner besonders zweckmäßigen Zusammensetzung — bei mäßigem Alloholgehall enthält es sehr viel Malz — und sog. Ertraktstoffe, die den Stoffumsatz in hohem Grade fördern. In neuerer Zett wird es auch vielfach in Lungenhcilanftalten angewandt, wo man die Schädlichkeit der früher beliebten Verabreichung großer Mengen von schweren Weinen und Spirituosen erkannt hat und das Schwarzbier als einen sehr zweckmäßigen Ersah derselben verwertet. Unter Verabreichung von Schwarzbier sind hohe Gewichtszunahmen bet Schwindsüchtigen, wie bei anderen schwächenden Krankheiten erzielt worden. Ter Verwendung von Schwarzbier bei Kranken ist auch deshalb ein hoher Wert beizulegen, weil dasselbe wegen feines angenehmen Geschmacks selbst von empfindlichen Kranken gern ge- iwmmen wird. Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die Brühl’sche Universitäts - Druckerei, Schulstr. *) Gascokes. Infolge Stadtverordneten - Beschlusses vom 20. Juni d. I. tritt eine PttisemPWg iinjerer Gascokes ein und wurden die Preise derselben bis auf weiteres festgesetzt wie folgt: Für den Centner ab Verkaufsstelle: Stnck-CokeS..............1,20 Mk. Nuß-Cokes in zwei verschiedenen Korngrößen für Stubenheizung und für weite und enge Ofenschächte paffend zerkleinert: Größe 9lr. 1, etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthractt, g a n g- barfte ©orte.........1,30 Mk. Größe 9ir. 2, kleiner als durchschnittliche Korngröße des Anchracit......1,35 Mk. In Wagenladungen von mindestens 36 Gentnern: Stückcokcs.......1,15 Mk. Nußcokes Nr. 1.....1,25 „ Srußcokes 9ir. 2 .... . 1,30 „ Bei gleichzeitiger Entnahme von mindestens 200 Gentnern: Stückcokeü.......1,10 M. Nußcokco 9tr. 1.....1,20 , Nußcokes Nr. 2.....1,25 „ Für Gokesabnehmer, welche zwei und mehr Toppelwaggons beziehen, ermäßigt sich der Preis um wettere 5 Pfg. pro Gentner. Für Anfuhr an das Haus werden 5 Pfennig für den Centner berechnet. NB. Sofern das Verbringen der Gokes — bis zu 6 Gentnern — aus die betr. Lagerplätze (Keller, Stall rc.) mit keinem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung. Im Gaswerk findet nur ein Verkauf von über 5 Ceutuer Gokes statt; dagegen bleibt bei folgenden hiesigen Firmen der gkiwrtaf nnkrrr ttetto von 1 bis 5 Centner buchen, nämlich bei den Herren: Job. Fischer, Alicestrape 19, H. Hof, Löwengasse 11 und Bahnhofstraße 33, Gcbr. Kahl, Frankfurterstraße 151, Ed. Klinket, Bahnhofstraße 10, Emil Lotz, Kirchenplatz 9, Emil Pistor Nachfolger, Macktstraße 10, Georg Schäfer, Licherslraße 2, Georg Unverzagt, Kaplansgaffe 5. Diese Firmen berechnen obensiehende Preise unserer Gascokes samt Anstchr wie das Gaswerk unb verabfolgen dieselben auch m Mengen unter 5 Gentnern. Gießen, den 21. Juni 1901. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. ' I V.: Edm. Wetter. 4388 Wege« Geschäftsaufgabe verkaufe ich den sämtlichen Vorrat meines reich assortierten Lagers in Cigarre», Cigarette», RaachtabaKe» etc. AmWMziiMeseWft sich«. Generalversammlung. Samstag den 16. November 1901, abends 8 Uhr, im „Schipkapaß" bei Wirt Arnold. Tagesordnung: 1) Berichterstattung. 2) Rechnungsablage. 3) Antrag auf Statutenänderung (§§. 9 und 20.) und etwaige Anträge gemäß §. 25 Abs. 3. 4) Wahl der Rechnungsprüfungskommission. 5) Ersatzwahl des Vorstandes und Wahl der Beamten. 6) Verschiedenes. zu ganz beiieMst herabgesetzten Preisen Ws G. Rosenthal Wwe, LchnlstrÄ 5. Der Vorstand 7101 6 75 Vanillin ist absolut frei von den "^SQ Gebraut^ 7482 LONDON gegründet 7330] Fr. Kfihnhold, Bier-Depot, Lrrdwigstraße 55 ÄS Wiittr-WötU« roich. f)6^9 Ofenlack y.GtR sowie 1 Adler-Drogerie, Seltersweg 39 Otto Schaaf. 7401 '£96 o. Die Rechnung liegt bei dem 1. Vorsitzenden Herrn A. Dickorb vom 1.—14. November zur gefl. Einsicht der Mitglieder offen. Koch- und Backrocepte, verfasst von Lina Morgenstern, gratis. in den besten und solidesten Qualitäten ernpstehlt JuBius S^as^ze, Kreuzplatz Patentirt. Emil Fischbache Ph. Herrmann. Wilhelm Haas. 1». Kalkhof. W. Kilbinger. Eberhard Metzger« Gehn Michel. H. F. Nassauer. >f. Dr. läger’s Normal-Woll-Unterkleider Benger’s Pallas-Tricot-Unterkleider alle anderen wollenen, halbwollenen und baumwollenen Hemden, Unterjacken und Hosen wohlriechend, das beste um eisernen Oefen und Ofenrohren ein gefälliges Äeuüere zu geben und dieselben vor Rost zu schützen. Große Flasche 60 Pfg. 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