161. Jahrgang Zweites Blatt Rr. 191 Freitag 16. August 1901 M. . (Ml «M-MUtch be^«Uft. Doppelte Strömungen? k mit ler, 1 unter Ä «II erfische. \ Mch auiteMI. 5M Politische Tagesschau Mit den Reden de8 Grafen Walderfee beschäftigt sich die denn sein, daß Graf Waldersee die Rolle des < ken ewten attffle für Depesch«» Anzeiger liefete. FrrnsprcchanschlußNr.GL. 3 Henkel 14. IlMMBtrw Ml SeaiM«. Te «***< tcoAtu Hm »*• ä*»Ä*xr ne* „Blätter Sezugrpret« eiertdjtH Mk. 2.20, monatl. 75 mit Briugerlohn: durch * Abholeßellen Dierte!j6tvrt Mk. 1.90, monatl. 65 $«£ Bei Postbezug öierteltM*, 5. 1 W achtm. , Es bleibt also nur eine Annahme Lbrig, nämlich die, daß die „Boss. Ztg." aus der bloßen rhatsache, daß Graf Waldersee in den letzten Tagen so viel gtrebet hat, ihre Schlüsse auf die Absichten deS Feldmarschalls jejoßcn hat. Aber auch das ist unseres Erachtens ungerecht Tas offiziöse Depeschenbureau muß sich darauf gefaßt machen, bet erster Gelegenheit im Reichstag einen scharfen —d Angriff seitens der Rechten auszuhalten. Die von uns ~ ‘ --------tr kt ®ettWftfotä Dfierten uw Ml« ptb. d. Bl nm» der Regierung funktionieren würde, davon kann die amtliche ^Q^rfäüie Berliner Korrespondenz, aus dem preußischen Ministerium - - des Inneren, mit ihrem sehr sachlichen, ehrbaren und ! sehr trockenen Inhalt einen Vorgeschmack geben. n •4* le gen bei größter Im -rFr-u3.S°E Stuben SSfVSt bereits erwähnte Erregung darüber, daß dies Bureau zahlreiche Stimmen der auswärtigen Presse gegen den Zoll- tarifentwurf, und namentlich gegen die landwirt- ' gastlichen Zölle, wiedergegeben hat, ist keineswegs . der Abnahme begriffen, und sie wird sich, wie in konservativen und agrarischen Kreisen verlautet, im Reichstag I xn Anfragen und Anträgen äußern, die eine „Klarstellung" i der Beziehungen zwischen der Regierung und dem „W. L TB" herbeiführen sollen. Man will offenbar dahinter "Lfou kommen versuchen, welche amtliche Persönlichkeit die l! Direktive hinsichtlich jener Meldungen erteilt hat. Sv J schreibt die „Kreuzztg.", die Haltung des offiziellen Tele- l Igraphenbureaus biete dem aufmerksamen Beobackiter genug Grund zu dem Glauben, als ob sogar in maßgebenden Kreisen doppelte Strömungen den Gang der Dinge zu Chtftlänber und Buren. Lord Kitchener hat sich neulich gegen den Borwurf einseitiger Berichterstattung zu verteidigen versucht, inhem er erklärte, es lohne sich nicht und sei auch zu kostspielig, über alle kleinen Gefechte besondere Berichte zu schicken. Eine gewisse Berechtigung kann man ja dieser Behauptung nicht absprechen. Aber es ist doch wunderbar, daß der ^>rd namentlich Dinge verschweigt, die auf das englische Volk verstimmend wirken könnten! Zudem sind selbst kleinere: Zusammenstöße bei einem Guerillakriege zur Beurteilung der Lage immerhin von erheblichem Werte. Wenn Kitchener alle Woche eine gedrängte Uebersicht über die getöteten,- verwundeten, gefangenen und sich ergebenden Buren bringt, dabei aber die eigene Verlustliste verschweigt, so erhält man eben kein objektives Bild vom Stande der Tinge, und die englischetr Leser, die ohnehin mit ihren Wünschen den Thatsachen vorauseilen, sind dann immer aus dem Häuschen, wenn ihnen der Zufall einmal den Vorhang lüftet und die sickstbar werdende Wirklichkeit nicht ihren Erwartungen entspricht. Es ist deshalb unerläßlich, von Zeit zu Zeit eine Gegenprobe zu machen, um sich den Blick für die Wirklichkeit zu bewahren, indem man sich die englisch, Verlustlisten recht genau anffehe Wenn man das mit der neuesten Liste thut, so kommt man zu folgendem überraschendem Ergebnis: E- sanden zwischen dem 2. und dem 10. August, al|o binnen neun Tagen, 21 Gefechte statt, und zwar in ^ansvaal, un Oranjefreistaate und in der Kapkolonre. ^.arm wuroei verwundet: leicht 2 Offiziere, 16 Mann: schwer 1 Offizier, 1 Arzt, 10 Mann: gefährlich 1 Offizier, 5 Mann, Zusammen 36 Personen: getötet 9 Mann; gefangen genommen p vermißt 6 Mann. Davon hatte man durch kitchener nichts? erfahren, und so nahm sich seine Meldung, die er als ganz besonders günstig bezeichnete. ^a^_ Z^ifch<-n dem . - und dem 12. August 39 Buren getötet, 20 verwundet und- Mineral- . Ntr Bem DoriügL geeignet Mit». «61 tynall, w. preußischen Provinzen Rheitrprovinz, Westfalen und Sachsen, ferner Oldenburg, Sachsen-Gotha und die Bistümer Birkenfeld, Lippe-Detmold und Waldeck. Das apostolische Vikariat Anhalt umfaßt das ganze Herzvgtuni Anhalt. Tas apostolische Vikariat „dLorddeutschland" oder „der nordischen Mission" erstreckt sich auf die beiden Mecklenburg, Lübeck und Schaumburg Lippe, sowie die freien Hansestädte. Das apostolische Vikariat Sachsen umfaßt die Kreishauptmannschaften Dresden, Leipzig und Zwickau, sowie das Herzogtum Sachsen-Altenburg. Bon den beiden apostolisck>cn Präfekturen Bautzen und Schleswig-Holstein umfaßt erstere im Königreich Sachsen die Kreishauptmannschaft Bautzen und letztere die Provinz Schleswig-Holstein. Die Zahl der Katho- liken und der Andersgläubigen betrug in den einzelnen exemten Diözesen, Kirchenprovinzen, apostolischen Vikariaten und Präfekturen nach genauer Zählung im Jahre 1885 in Breslau 2 014 000 bez. 5 850000, in Ermland 410 216 bez. 1930 000, in Hildesl>eim 102 000 bez. 1710 00, in Osnabrück 169 027 bez. 282 000, in Metz 472 000 bez. 60 000, in Straßburg 782 000 bez. 303 000, in der Kirchenprovinz Bamberg mit den Sufftaganbistümern Eichstädt, Würzburg und Speier 1 296 303 bez. 1 103 000, in München-Freising mit den Suffraganbistümern Fulda, Limburg, Mainz und Rottenburg 2 340 724 bez. 3 347 000, in Gnesen Pofen mit Sem Suffraganbistum Külm 1 594 313 bez. 1 056 000, in Köln mtt den Suffraganbistümern Münster, Trier und Paderborn 4 452 000 bez. 5 362000, in dem apostolischen Vikariat Anhalt 4600 bez. 243 000, in dem apostolischen Vikariat der nordischen Mission 29 000 bez. 1470 000 und in Sachsen 44/00 bez. 2 588 000, in der apostolischen Präftktur Bautzeni 30 000 bez. 326 000 und in Schleswig-Holstein 4700 bez. 1 14.) 300. lieber die Stärke des Klerus geben die nachstehenden Angaben Auskunft. Es betrug 1885 die Zahl der Priester- (Welt- und Ordenspriester zusammen) und die,entge der Pfarreien, Seelsorgestellen und Kuratien in den emzelnen exemten Diözesen, Kirchenprovinzen (einschließlich der zugehörigen Suffraganbistümer) apostolischen Vikartaten und Präfekturen in Breslau 945 bez. 740, in Ermland 274 bez. 136, in .Hildesheim 170 bez. 91, in Osnabrück 322 be^ 96, in Metz 900 bez. 624, in Straßburg 1108 bez. 700, tn Bamberg 1860 bez. 1050, in München-Freising 3889 bez. 1879, in Freiburg 2765 bez. 1934, in Köln 4492 bez. 2384, rn Anhalt 6 bez. 3, in der nordische«. Mission 23 bez. 14, tn Sachsen 35 bez. 15, in Bautzen 40 bez. 17 und in Schleswig- Holstein 16 (davon 3 Militärgeistliche) bez. 9. In diesen Tagen ist in der englischen und ftanzösi- schen Presse viel geschrieben worden über die Errichtung einer deutschen Ko h l e n st a t io n auf der Insel K u n a h , am Eingang des Roten Meeres. Bereits zu Beginn des Sommers gelangte die Kunde von einem derartigen Unternehmen Deutschlands zur öffentlichen Kenntnis, seltsamerweise auf dem Wege über Paris. Damals hieß es, Deutschland habe von der Türkei das betreffende Terrain pachtweise erworben und durch in Hodeida — Küstenstadt der arabischen Provinz Yemen — engagierte Erdarbeiter, Maurer und Zimmerleute Landungsstege und Gebäude errichten lassen. Ob das den Thatsachen entspricht, weiß man heute noch nicht. Die amtlichen deutschen Stetten haben in dieser Angelegenheit bisher ein auffallendes Stillschweigen beobachtet. Das könnte nun allerdings im Sinne der Bestätigung eines anderen Gerüchts gedeutet tu erben, demzufolge nicht die deutsche Regierung, sondern eine deutsche Firma die Erlaubnis zur Anlage eines Kohlendepots von der Türkei erwirkt hätte. Bei der außerordentlichen Bedeutung eines derarftgen Stützpunktes für die deutsche Kriegs- und Handelsflotte — sie würden dadurch hinsichtlich der Kohlenversorgung von Port Said und Aden unabhängig — wäre es wünschenswert, daß eine unzweifelhaft amtliche Klarstettung der Angelegenheit erfolgte. ein beeinflussen suchten. Ob es wirklich „doppelte" Strömungen sind? Wäre eS nicht möglich, daß der Reichskanzler selbst im Prinzip mchts dagegen einzuwenden hat, daß auch eine ungünstige Kritik am Zolltarifentwurf vom offiziösen Draht den Zeitnagen übermittelt wird? Es ist mindestens unwahrscheinlich, daß ein Nack'richtenbureau, das derart auf das Wohlwollen der Regierung angewiesen ist, es gelassen darauf mi kommen ließe, den Intentionen des höchsten Beamten her Regierung zuwider zu handeln. Vielmehr wird anzunehmen sein, daß bei einer so wichtigen Gelegenheit das Bureau sich ziemlich genauer Instruktionen versichert hat. W*-rden doch die aus dem Auslande eintreffenden De- peZchen des Bureaus, deren Inhalt nicht absolut harmloser Natur ist, Dor der Veröffentlichung der Zensur des Aus- Joartigen Amtes unterbreitet. Beim Zolltarif steht aber in der vordersten Reihe Graf Bülow. Wenn auch späterhin die Handelsvertragsverhandlungen durch das Auswärtige Amt geführt werden, er ist der „Mann am Steuer". Hat 4fcaf Bülow die Richtschnur gegeben, daß die offiziösen lOrgane, also besonders das Wolff'sche Bureau, sowohl Aus- laßsungen für wie gegen den Zolltarifentwurf verösfent-- Inltcn können, so dürfte weiterhin zu vermuten sein, daß di^ Bundesregierungen den gleichen Standpunkt einnehmen. wenigstens hat man noch nichts davon gehört, daß eine Üktt Bundesregierungen Mißbilligung zu erkennen gegeben hätte. Eher ließe sich denken, daß in mancher Hinsicht -es den Regierungen ganz willkommen ist, daß durch die Kritik des Auslandes am Zolltarif-Entwurf gewisse Zoll- Illusionen, mögen sie nun von der Landwirtschaft oder »on der Industrie ausgehen, ernüchtert werden. Trotzdem ist gewiß der Wunsch berechtigt, daß auch die anerkennendem Urteile des Auslandes über den Zolltarif offiziös verbreitet werden. Aber solche Anerkennungen sind naturgemäß spärlich. Nicht notwendig erscheint allerdings, daß jeglicher Allarmruf des Auslandes, jede Drohung und Repressalien Ankündigung obendrein zweifelhaften Ursprungs gleich her offiziösen Wiedergabe gewürdigt wird. D-or könnte etwas mehr Reserve nicht schaden. Wie gesagt, löir glauben nicht, daß in Bezug auf die Zolltarif-Behandlung in der Regierung zwei (Strömungen vorhanden sind. Und wir würden es für verfehlt halten, wenn etwa die Forderung wieder ausgenommen werden sollte, daß ein Nachrichtet'bureau der Regierung an Stelle des W. T. B. zweckmäßig sei. Tas offiziöse Depeschenbureau l)at in der letzten Zeit immerhiiu ein wenig mehr den Modernen Ansprüchen Rechnung getragen, und, wenn auch vorerst recht bescheidene Versuche gemacht, die bureaukra- tische, schablonenartige Berichterstattung in eine mehr kitterarische, gefälligere umzuwandeln. " Eine Schilderung bedeutender Tagesereignisse, anschaulich und mit Stimmung verfaßt, wäre vor einigen Jahren noch beim Wolff'schon Bureau „unmöglich" gewesen. Wie ein Nachrichtenbureau 5595 19, flde tlnjttqen Cerintttlu*ee< (teiltn bei In. und BulteeSat nehmen Anzeigen für w» • leßenet »(n»tiger tn-etyi» 8tilenprel6 lotai 11 Mtz». «uewärte io Pf,. fertigt; denn der Feldmarschall war in der üblen Lage, reden zu müssen. Daß eS vielleicht besier gewesen wäre, wenn die Reden etwas kürzer ausgefallen wären, das wollen wir durchaus nicht in Abrede stellen. DaS aber glauben wir dem Grafen Waldersee bezeugen zu können, daß er durch den Inhalt seiner Reden der „Voss. Ztg.- zu ihrer Berwutung keinen Anlaß gegeben hat. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt: Heute liegt eine Zeitungsnotiz vor, so eigenartig und Überraschend, daß man sich versucht fühlt, sie zunächst zu bezweifeln. Doch ein ernstes Blatt, wie die „Voss. Ztg ", bestätigt auf Grund glaubwürdiger Versicherungen, daß Abg. Eugen Richter sich demnächst mit der Wit w e seines langjährigen Freundes, des Abg. Ludolf P a r i s i u s vermählen und in die von ihm in Groß-Lichterfelde bei Berlin kürzlich angekaufte Vitta überfrebeln wird. Ter streitbare Oppositionsführer darf auch bei dieser Gelegen beit des Interesses seiner politischen Freunde und Gegner sicher fein. Er galt bisher als eingefleischter Junggeselle und hat darob manchen Spott erdulden müssen. Doch es focht ihn das wenig an. 9hir einmal, als Abg. Bebel ihm im Reichstag zurief: „Warum haben Sie denn nicht ge heiratet?", merkte man, daß er sich „getroffen" fühlte. Er gab mißmutig zurück: „So sind (Sie nun, meine Herren! Sie werden gleich persönlich . . ." Andererseits hat er, ebenfalls int Reichstag, erkennen lassen, daß er für die Reize des Familienlebens volles Verständnis besitzt. In einer Rede schilderte er die Empfindungen eines Vaters, um den abends das Kind herumspielt, mit solcher Wärme, daß ihm von allen Bänken des Reichstages ein donnerndes Bravo entgegenschallte. Bekannt ist auch, daß Richter gern Kinder sieht. Wenn er sich jetzt, im 64. Lebensjahr stehend, entschließt, dem Junggesellentum Valet zu sagen, so thut er es wohl auch in Rücksicht darauf, daß er nach dem, im vergangenen Herbst erfolgten Tod seines Bruders allein in der Welt steht, und für die Tage seines Alters einer treuen Gefährtin nicht entraten mag. (Bemerkt fei noch, daß Eugen Richter und Ludolf Parisitts während des größten Teiles ihrer parlamentarischen Laufbahn in einem und demselben Haufe gewohnt haben an der Hardenbergstraße zu Berlin, dessen Besitzer Parisius war, der um 11 Jahre ältere Freund Richters. D. Red. d. „Gieß Anz.") Aus Anlaß des am 25. August in Osnabrück tagenden Katholikentages fei einiges über die kirchliche Einteilung des deutschen Reiches in Bezug auf di ekatholische Seelsorge mitgeteilt. Tas deutsche Reich zerfällt in (katholisch-) kirchlicher Hinsicht in 6 exemte Diözesen (Breslau, Ermland, Hildesheim, Osnabrück, Metz und Straßburg), 5 Kirchenprovinzen (Köln, Gnesen-Poseu, Freiburg, Bamberg und München-Freising), 3 apostolische Vikariate (Sachsen sTresdenj, Anhalt und Nordische Mission), und in die apostolischen Präfekturen Schleswig-Holstein und Bautzen. Das apostolische Vikariat Anhalt wird von dem Bischöfe von Paderborn administriert; die Nordische Mission und die apostolische Präfektur Schleswig-Holstein stehen unter der Jurisdiktion des Bischofs von Osnabrück; der apostolische Vikar von Sachsen ist zugleich apostolischer Präfekt der Präfektur Bautzen. Ueber den Umfang der exemten Tiözesen, Kirchenprovinzen, apostolischen Vikariate und Präfekturen ist folgendes zu sagen: Tie Diözese (Fürstbistum) Breslau umfaßt Preußisch-Schlesien mit Ausnahme des Kommissariatoistriktes Kätscher, der zur Erzdiözese Olmütz gehört, und der Graffchaft Glatz, die einen Teil des Erzbistums Prag bildet, sowie Teile Oesterreichs. Die fürstbischöfliche Telegatur Berlin umfaßt die Mark Brandenburg und die Provinz Pommern mit 7 Archipresbyteriaten (Berlin, Köslin, Frankfurt a. O., Potsdam, Stettin, Stralsund und Wittenberge). Zur Diözese Ermland gehören die Regierungsbezirke Königsberg und Gumbinnen und von den westpreußischen Regierungsbezirken Danzig und Marienwerder die Kreise rechts der Weichsel mit Ausnahme des Kulmer Landes mit den Dekanaten Elbing, Neuteich, Marienburg a. N. bezw. Stuhm. Die Diözese Hildesheim umfaßt die Landdrosteibezirke Hannover (östlich der Weser), Hildesheim, Lüneburg und Stade, und das Herzogtum Braunschweig. Zur Diözese Osnabrück gehören die Landdrosteibezirke Osnabrück, Aurich und Hannover (westlich der Weser). Tie Diözese Metz umfaßt den Bezirk Lothringen, und die Diözese Straßburg Ober- und Nieder-Elsaß im Reichslande Elsaß-Lothringen. Die Kirchenprovinz Bamberg erstreckt sich im Königreich Bayern hauptsächlich über Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken und über die Rheinpfalz, außerhalb des Königreichs über die Herzogtümer Sachsen- Koburg und Sachsen-Meiningen. Zu ihr gehören außer der Erzdiözese Bamberg die Suffraganbistümer Eichstädt, Würzburg und Speier. Tie Kirchenprovinz München-Freising erstteckt sich hauptsächlich über Nieder- und Oberbayern, über Schwaben und die Oberpfalz, und besteht aus der Erzdiözese München-Freising und den Suffragan-Bis- tümern Augsburg, Regensburg und Passau. Tie (oberrheinische) Kirchenprovinz Freiburg erstteckt sich über die Großherzogtümer Hessen, Baden und Sachsen- Weimar, über das Königreich Württemberg und über die preußischen Regierungsbezirke Sigmaringen, Kassel und Wiesbaden. Unter der Metropole Freiburg stehen die Suff- ftaganbistümer Fulda, Limburg, Mainz und Rottenburg. Tie Kirchenprovinz Posen-Gnesen besteht §aus der Erzdiözese Gnesen-Posen und dem Suffraganbistum Kulm und erstteckt teilung des deutschen Reiches in Bezug auf die katholische sich über die Provinz Posen und Teile der Provinz Westpreußen. T-ie (niederrheinische) Kirchenprovinz Köln besteht aus der Erzdiözese Köln und den Sufftagan-Bis- tümern Münster, Paderborn und Trier, und umfaßt die Handlangers, die er bescheiden für sich in Anspruch ge- lotnmcn hat, als die Ausgabe der Kanzlerschaft betrachte, — mb das darf doch ohne weiteres nicht vermutet werden. Der örtliche Hinweis auf die in China „verblaßten Namen" ttann auch nicht als Anzeichen einer Aspiration der Kanzlerschaft angesprochen werden, denn ein künftiger Kanzler des Deutschen Reiche« würde gewiß derartige Dinge entweder gm; verschwiegen oder mit etwas mehr diplomatischem Ge- Ä WW“ JJL schi f behandelt haben. -SW 1 "Atück «e«e d hrräiitr ■ ... -n Preis- Presse. Die „Voss. Ztg." schließt sogar aus den jüngsten DankeSredeu des Feldmarschalls, daß er Kanzler zu werden gedenke. Wir wissen nicht, wie die „Boss. Ztg." Zimwer-Wobllu^ja dieser Annahme kommt. Politische Gedanken hat Gras inlarben'Sy jjytr, waldersee nicht entwickelt, ja kaum gestreift. Wenn er sein iS.hosraum u eei^jenp ,n Abrede stellte und den Kaiser immer wieder mit 2Teii®ett “u D«gr' brsonderem Nachdrucke hervorhob, so kann man darin doch n LschvivttM hum die Andeutung der Absicht, Kanzler zu werden, erkennen. GietzenerAnzeiger w General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt sürdenAreis Gießen 685 gefangen genommen worden seien, in der That noch günstiger aus. Nach bcm Vergleich beider Verlustlisten wird man indes sagen dürfen, daß die englischen Erfolge nicht eben billig erkauft sind, zumal wenn man bedenkt, daß unter den Gefangenen viele rlinder und Greise sich befinden. Ter wackere Buren-Kommandant Prctorius, dem vor einigen Wochen die Augen ausgeschossen worden sind, ist gestorben. Des englischen Obersten Scobell Kolonne, in Stärke von 300 Mann, stieß am 9. August in der Nähe des Fischflusses in der Kapkoldnie auf eine annähernd gleich starke Abteilung Buren. Tie Buren leisteten zwar Widerstand, wurden aber, wie eine englisch-offiziöse Meldung lautet, in vierstündigem Kampfe von Kopse zu Kopse getrieben. Auf englischer Seite fielen ein Offizier und ein Mann, sieben wurden verwundet. Oberst Benson, der südlich der T-elagoa-Bahn operiert, überraschte nach englischen Meldungei, erfolgreich ein kleines Burenlager am 5. August. General Barton fährt in Gemeinschaft mit Kekewich und Allenby fort, die Maga- liesberge westlich vom Kommando Nek zu „säubern". Kekewich nahm am 11. August 40 Buren, darunter den ehemaligen Vorsitzenden Wolmarans des ersten Volksrates von Transvaal, gefangen. Fetherstonhaughs Kolonnen begegneten nur schwachem Widerstande während ihres in Verbindung mit Methuen unternommenen Marsches durch den Kapkoloniebezirk Taungs und find jetzt auf dem Rückmärsche ostwärts. (Man erfährt so nebenbei, daß auch in diesem an Transvaal grenzenden Bezirke der Kapkolonie noch immer gekämpft wird.) Erwähnenswert ist auch die Meldung Kitcheners, daß Andries Wessels durch Rimcngtons Streitmacht bei Heilbron aus burischer Gefangenschaft befreit und am 10. August in Kroonstad eingebracht worden ist. Wessels hatte bekanntlich in Gemeinschaft mit I. I. Morgendal, der den Ncutralitätscid geleistet hatte und deshalb von Kitchener als britischer Unterthan bezeichnet wurde, als Friedensgesandter am 28. Tezember v. I. Kroonstad verlassen, um einige Burenlager zu besuchen und dort Lord Kitcheners letzte Proklamation bekannt zu machen. In Wessels Farm Paardekraal, nicht weit von Kroonstad, hatten sie eine Unterredung mit einigen Burenkommandanten, nach deren Schluß ihnen geraten wurde, nach Kroonstad zurückzukehren. Auf dem Rückwege dorthin wurden sie jedoch aufgegriffen, in De Wets Lager gebracht und als Gefangene festgehalten. Am 9. Januar morgens befand sich De Wets Lager in der Nähr von Lindley in Gefahr, von den Engländern aufgespürt zu werden. Te Wet gab deshalb Befehl zu schleunigem Aufbruch. Auch Morgendaal und Wessels sollten sich fertig machen; da sie dabei aber nicht die gewünschte Eile zeigten, wurde Morgendaal von dem Kommandanten Froneman, der in der Nähe stand, durch Peitschenhiebe angspornt und schließlich auf. einige jähzornige Worte Tr Wets, der ebenfalls hinzukam und in dem Zandern der beiden einen Fluchtversuch wittern mochte, niedergefchosfen. Wessels blieb verschont; nach einiger Zeit hieß es — selbst Kitchener brachte eine entsprechende Meldung —, ein Eingeborener habe bezeugt, daß auch er erschossen worden sei. Es zeigt sich hier wieder einmal, wie vorsichtig man gegenüber den Aussagen von Eingeborenen sein muß. — Ter „Standard" veröffentlicht einen Feldbrief, in dem es heißt, der Burenkommandant Beyers sei kürzlich in einem Gefecht verwundet worden; man glaube nicht, daß er genesen werde. Ferner berichtet der Brief, daß der Transportdampfer Montrosa mit 900 gefangenen Buren nach Bermuda abgegangen sei. Tas Gefecht, in dem Beyers verwundet sein soll, muß mindestens einen Monat zurückliegen. In der That hat man recht lange von ihm nichts gehört. 3000 Burenflüchtlinge, die im Norden des Oranje- staates streifende britische Kolonnen zusammengebracht Hatten, sind in Brandfort" angekommen. Ihr Gesundheitszustand ist jammervoll. Fälle von Diphtherie und anderen bösartigen Krankheiten treten zahlreich auf. Deutsches Reich. Berlin, 14. Aug. Der Kaiser sprach heute bei dem Reichskanzler Grasen von Bülow vor und verweilte dort längere Zeit. — Der Kaiser ernannte aus Vorschlag des Reichskanzlers den Regierungspräsidenten Conrad in Brom berg zum Wirkl. Geh. OberregieruugSrat und vortragenden Rat der Reichskanzlei. — Der Kaiser von Rußland hat dem Grafen Waldersee den AudreaS-Orden mit Brillanten und Schwertern verliehen. Der Andreas Orden ist die höchste russische Ordensauszeichnung; mit Schwertern ist er bisher überhaupt nur zweimal vergeben worden. (Graf Waldersee besaß jetzt schon den St. Alexander-NewSky Orden sowie den St. Annen-Ordeu erster Klasse mit Brillanten, die ja aber wohl beim Brande in Peking verloren gegangen find. Immerhin beleuchtet diese Auszeichnung durch den Zaren die 8e Ziehungen zwischen Rußland und Deutschland in günstigem Lichte. D. Red.) — Miteilungen des Kriegsministeriums über dtie Fahrt der Truppentransportschiffe: Dampfer „Neckar", Transportführer Major v. Freyhold mit Stab der 3. Infanterie-Regimenter Nr. 5 und 6, 1. Batterie schwerer Feldhaubitzen, Korps-Telegraphen-Abteilung, Train-Kommandeur, Proviantbolonne Nr. 1, 2 und 3, Feldlazarett 6, Kriegslazarett - Personal, Feldintendantur, Etappenkommando, im ganzen 55 Offiziere, 2002 Unteroffiziere und Mannschaften am 11. August von Taku ab; voraussichtlich 3. September in Aden. — Dampfer „Alesia", Transportführer fcauptmann Graf Zech mit 2. und Teil 3. Eskadron und Pferdetransport, im ganzen 7 Offiziere, 161 Unteroffiziere und Mannschaften, 401 Tiere am 11. August von Taku ab, voraussichtlich 3. September in Aden. — Dampfer „Silvia", Transportführer Major Nicolai, mit 2. Batterie schwerer Feldhaubitzen, 3. Pionier-Kompagnie, Eisenbahn- Bataillon, Pferdedepot, Bekleidungsdepot, Etappen-Munitionskolonne, Train-Nussichtspersonal, Magazin-Aufsichts- Personal, im ganzen 22 Offiziere, 995 Unteroffiziere und Mannichaften am 12. August ab Taku, voraussichtlich 4. September in Aden. — Dampfer „Batavia" 13. August in Singa- po-re eingetroffen. Dampfer „Bayern" 13. August Aden an und 14. August ab. bem nächstjährigen Gefechtsschießen auf dem ^^^onubungsplatze Munster (Provinz Hannover) werden - £-1 keine Ahnung hatte. Es dürste fid} aber nad} der vorläufigen Schätzung um mehrere Millionen Mark handeln.__ Handel und Verkehr. Volkswirtschaft Fabrik feuerfester und säurefester Produkte, Aktien-Gesellschaft, Vallendar a. R h. Ho Verhandlungen der Hauptversammlung wurden nach zweitägiger Taner geschlossen, ohne indes eine enOgiltige Entscheidung über das Schicksal der Gesellschaft gebracht zu haben. Nur soviel ist ftstzustellen, daß jetzt wohl alle Aktionäre von den Machenschaften Boeings überzeugt sind, sodaß letzterer, der unter polizeilid)er Bewachung erschienen war, nunn»ehr isoliert dasteht. Es wurde beschlossen, bie Beschlußfassung über die Genehmigung de- letzten Rech- nungSabschlusses und die Erteilung der Entlastung vorläufig auszusetzen. Gegen die Banken, insbesonbere gegen die Berliner Handelsgesellschaft und deren Geschäftsinhaber wurden heftige Angriffe gerichtet, mit dem Hinweis darauf, daß Justizrat Winterfeld, der Vorsitzende der Glashütte Siemens, einen Pachtvertrag Vorschläge, dessen Annahme die Gesellschaft hilflos jener Wettbewerbsgesellfchaft ausliefere und ben Aktionären alles nehme. Tie Berliner Hanbelsgesellschaft hätte bei Anwenbung der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmannes schon längst finden müssen, daß bei der Gesellsd>aft nicht alles in Ordnung sei. Trotzdem habe man fortgesetzt der Gesellschaft große Kredite gewährt, anscheinend, um letztere ganz in bie Gewalt zu bekommen, jetzt ziehe man bie Schlinge zu. Da sich auch in ben Kund mach ungey über die Einführung der Aktien und Schukbverschreibungen verschiedene unrichtige Angaben befänden, so sei es fraglid), ob nicht auch die Banken regreßpflichtig gemadft werden konnten. Tirektor Roland von der Bergisch-Märkischen Bank nahm die Banken gegen diese Angriffe in Schutz, indem er u. a. hervorhob, daß die Vereinigung von Nauheim mit Siemens von Boeing betrieben worden sei. Nach endlosen Verhandlungen wurde schließlich der Antrag angenommen, den Aufsichtsrat zu ermächtigen, binnen vier Wochen mit dem alten Aufsichtsrat unb Vorstande sowie mit Dritten über bereu Regreßpflicht zu verhandeln und eventuell Vergleiche abzuschließen. T-er Beschluß der Hauptversammlung vom 22. Mai 1900 auf Erhöhung des Aktienkapitals auf 8 Mill. Mark wurde einstimmig aufgehoben unb ebenso die Beschlußfassung über die Verpachtung der Werke von der Tagesordnung abgesetzt. Damit wurden die Verhandlung n geschlossen. Unmittelbar nach der Versammlung fand die Gründung einer Schutzvereinigung von Aktionären statt, die demnächst mit Wiederaufrichtungs-Vorsdstägen hervortreten will. — Boeing ist mit seinen Schwindeleien durchaus planmäßig zu Werk gegangen und hat sein Unternehmen vom ersten Augenblick der Umwandlung in die Aktienform an auf Betrug begründet. Bei der Gründung im Jahre 1891 erklärten als angebliche Erwerber der ein- zubringenden Fabrik (Ernst Boeing gehörig) Frau Julius Boeing, Arthur Boeing, Emil Boeing, Henriette und Bertha Boeing sich zu Gründern. L. O. Boeing wurde Generaldirektor, Arthur und Emil wurden stellvertretende Tirektoren. Mitglieder des Aussid)tsrats wurden Ernst Boeing, Justizrat Tr. Reatz unb Baron d'Ablaing von Giesenburg. Obwohl bie Grünber früher erklärt hatten, bie mnzü- bringenbe Fabrik schon im Januar 1891 erworben zu haben, würbe sie am 2. Dezember 1891 von ihnen durch ihren Bevollmächtigten L. O. Boeing von dessen Bruder Ernst Boeing nochmals, und zwar für bie Aktiengesellschaft käuflich erworben. Es ergiebt sich somit, daß die Gründer zwar die eine Million Aktien, nicht aber die den Gegenwert darstellenden Einlagen übernommen hatten, und es entsteht nach dem Bericht die weitere Frage, ob die Gesellschaft überhaupt Gründer gehabt hat. Die Nachprüfung des Gründungshergangs durd) unparteiische Revisoren würbe baburch vereitelt, daß Ernst Boeing aus dem Aufsichtsrat unb Arthur unb Emil Boeing aus bem Vorstanb ausschieben, so baß der Aufsichtsrat, ber burch bie Zuwahl des Bürgermeisters Aleff von Eberhahn ergänzt worden war, unb der Vorstand (L. O. Boeing) bei ber Gründung nicht beteiligt erscheinen. Trotz erheblicher Bedenken des Amtsgerichts in Bad-Nauheim wurde schließlich die Eintragung erreicht, worauf alsbald die vorher ausgeschiedenen Brüder Boeing in ben Aufsichtsrat bezw. Vorstanb ivieder eintraten. Die eingebrachten Werte wurden zu 1 031 045 Mk. übernommen, ihr heutiger wirklicher Wert stellt sich) nach vielfachen Erweiterungen unb Verbesserungen auf etwa 330 000 bis 375 000 Mk. Obwohl ferner erklärt wurde, daß die lieber» nähme ber Fabrik schuldenfrei erfolgt sei, würbe bie Gesellschaft burch verschiedene unrichtige Buchungen zu Gunsten von Ernst Boeing mit 64 928 Mk. Schulden belastet. Die Hauptkasse hatte L. O. Boeing in seiner Wohnung unb alle Buchungen geschahen auf feine Anweisung ohne Belege. Tie Eintragung einer viereinhalbprozentigen Anleihe von 300 000 Mk. in hypothekarischen Obligationen stieß bald darauf beim Amtsgericht von neuem auf Widerstand, weil das Vorhandensein eines Gläubigers bezweifelt wurde und eine ortsgerichtliche Schätzung der zu belastenden Grund- stücke nicht stattgesunden hatte. Nunmehr wurde zwischen der Gesellschaft und Rechtsanwalt Jäger in Darmstadt als Bevollmädstigten von Ernst Boeing ein Vertrag geschlossen, wonach Ernst Boeing 300 000 Mk. darleiht und auf die ortsgerichtliche Schätzung der Unterpfänder für das Darlehen verzichtet, wurde schließlich die Eintragung erreicht. Der Beridft bezeichnet das Ganze als Scheinvertrag. Ernst Boeing habe das Tarlehen nie gegeben. Ferner gaben die Schuldverschreibungen Anlaß zu einer ganzen Reihe von Buchungen, nach denen 429 000 Mk. Schuldverschreibungen als verkauft beziehungsweise verpfändet nachgewiesen sind, während in Wirklichkeit nur 300 000 Mk. ge- schaffen worden waren.__ Sport. — Fernfahrt Runde. Der 9. Gau des Deutschen Rad» fahr erkunde S veranstaltet am Sonntag, den 18. August, eine große Fernfahrt-Runde im 9. Gau, woran sich über 75 Mann beteiligen, die in einzelnen Gruppen abgelasien werden. Der Start ist in Mainkur bei Frankfurt a. M. morgens 5 Uhr. Von da geht es über Hanau, Wm- b den, Ilbenstadt, Friedberg, Nauheim, Usingen, Rod an der Weil, Wolfenhausen, Oberbrechen, Werschau, Kirberg, Wehen, Eiserne Hand, Wiesbaden, Curve, Kastel, Bischofsheim, Groß-Gerau, Darmstadt, Langen, Offenbach, Mainkur (Ziel) — 231 Kilom. Die Strecke ist zum Teil sehr bergig, trotzdem wird man die ersten Fahrer um 3 Uhr Jin Darmstadt an bec Kontrollstelle (Frankfurterstraße am „Gasthaus zur Stadt Darmstadt") erwarten können. Meratur, Wissenschaft und Kunst. — Der Konflikt zwischen dem Freiherrn von Wolzogen und Dr. Heinz Ewers, der zurzeit in Straßburg gastiert, ist durch Gerichtsbeschluß dahin entschieden worden, daß es Ewers bei einer Geldstrafe von 1000 Mk. unterlagt wird, Nummern aus dem Wolzogenschen Repertoire aufführen zu lassen. London, 14. Aug. Aus Denver wird telegraphiert: Der Milch Wirtschafts-Kommissionär für Colorado, Dr. Monson, erbot sich zur Jnoculation mit animalischer Tuberkulosis, um die Behauptung Dr. Kochs auf dem medizinischen Kongreß in London, daß animalische Tuberkulosis für Menschen nicht ansteckend sei, zu erproben. Dr. Monson macht die Aussetzung einer Rente für seine Familie zur Bedingung, falls er an dem Experiment stirbt. Eine der vielen Aenderungen, die der Sommer mit sich führt, ist die in der Ernährung mit frischen Gemüsen, die ihres Nährwerts und leichten Verdaulichkeit halber von Jedermann geschätzt werden. Oft sagt der Geschmack mancher frischen Gemüse nicht Jedermann zu, z. B. schon nicht des strengen Geschmacks wegen. Durch Zusätze einer gut zubereiteten Mondamin-Sauce werden selbst gewöhnliche Gemüse wie z. B. I Mohrrüben, Kohlrüben, Weiß- und Wirsingkohl u. s. ro. viel schmack I Hafter. Solche Saucen sind unter Zuhilfenahme von etwas Mondamin | und einigen Küchengewürzen leicht herzustellen. Ein kleines Büchelchen mit erprobten Rezepten zur Herstellung dieser neuen Mondamin-Gemüse« Saucen versenden gegen Einsendung einer 10 Pf.-Marke Brown und Polson, Berlin 02, Heiligegeiststraße 48. Ärmste Meldungen. Berlin, 15. Aug. Die Mitglieder des Zoologen ko ng reff es wurden abends im Rathause vom Oberbürger- meister begrüßt. Der Oberbürgermeister hielt eine Ansprache; Der Präsident de- Kongresses dankte. Perrier-Paris dankte namens seiner französischen Landsleute für den herzlichen Empfang. Sie würden stets gern der herzlichen Aufnahme ge denken, sowie des hier erhaltenen Eindrucks, daß die Wisienschaft, die Mutter des Friedens, keine Grenzen kenne. Sharbe-London führt aus, der beste Weg zur Regelung aller internationalen Schwierigkeiten sei, dieselbe einem Kongreß von Zoologen zu unterbreiten, wo alle Nationen nur eine Idee haben, nämlich die Förderung der Harmonie. Den Ansprachen folgte eine Festmahl. Troyes, 14. Aug. Der Anarchist Lambin, welcher der Zimmergenosse Villanueva FranquetS, des mutmaßlichen Urhebers der Explosion in der Kirche St. Dizier ist, wurde gestern abend verhaftet. Telepboaischer Kursbericht. Sf/B% Belcheanlelhe . . 10125 8 0/g do . . 91 60 81/iVo Konsole . . . . 101 15 8 0/, do .... 91.80 8Vt*/0 Heroen . . , . 98.70 fto/c Ital>en. Bente . . . 97.70 4 0/g Grieche Monop.-Anl. 43.40 8 o/g Portugiesen . . . 25.80 8 o/g Mexikaner «... 26.10 *t/t */o Chinesen .... 82.90 ‘Bnkfart, den 15. August Kreditaktien..... 202 80 Diskonto-Kommandit . . 174 30 Darmstädter Bank . . . 120.10 Dresdener Bank .... 130 40 Berliner Handelsgee. . . 137.30 Oesterr. Staatsbahn . . 136 75 Gotthardbahn .... 153 00 Laurahütte..... 183 50 Bochum...... 168 00 Harpener......155.25 z fest. Meteorologische Beobachtungen b*r ZZtaiwii föiefieti. August Barometer auf 00 reduziert Tentperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung «• =a 05- c K Wetter 14. 15. 15. 9« 7« 2« 748,2 746 1 744,0 + + + 17,6 13,8 19,3 11,7 10,3 12,4 78 88 74 NE. Still WNW 1 2 Heller Himmel) Sonnenschein Bed. Himmel Hdch le Tem peratur am 1 3.—14 Auguf 4- 27 .90 C. Medrigste ■ « n + 11.30 c. Todes-Anzeige Hotel Victoria» 08172 Ein tüchtiger 5607 Hausburfche gesucht. Eeltersweg 1» Die trauernden Hinterbliebenen. Gi essen, den 15. August 1901. 5599 Schmückung her Kriegergräber statt. 5592 G^etheftraße 40, i Tr. 5605 Verein der Gastwirte von Giessen und llmg stützungrkaffe. 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