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Die Schuldigen konnten bald ermittelt werden, und man erwartet ihre Verurteilung nach Kriegsrecht. ( un» teutAM: ftMttafte r. Telegramme des Gießener Anzeiger-. Loudon, 15. Juli. Eine Depesche Lord KitschenerS aus Pretoria vom 13. ds. MtS. besagt: In der Kapkolonie brannten die Buren die öffentlichen Gebäude in Murrays- und einige Farmen nieder. Zwei britische Kolonnen kamen in Zeerust an, nachdem sie auf Widerstand gestoßen waren Adresse für Depesche«! Anzeiger Sietzeu. Fernsprechanschluß Nr.Vtl. China. Tie nach Deutschland bestimmte chinesische Sondergesandtschaft, bestehend aus dem Prinzen Tschirn und den Attaches Changyenmao und Zinschang, reiste am 12. d. M. aus Peking ab. Mehrere deutsche Stabsoffiziere und viele Mandarinen und Tolmetscher begleiteten den Prinzen zur Bahnstation. Ter Gesandte Mumm von Schwarzenstein und andere Mitglieder der deutschen Gesandtschaft, General von Trotha und viele Offiziere der Besatzungstruppen erwarteten den Prinzen am Bahnhof, wohin ihn japanische Kavallerie eskortierte. Eine deutsche Kompagnie erwies dort mit Fahne und Musik den Ehrendienste Tie Gesandtschaft verläßt Shanghai am 20. Juli mit dem Tampfer „Bayern". Ter amerikanische Staatssekretär Hay hat den amerikanischen Vertreter in Peking, Rockhill, angewiesen, den Antrag Japans auf Erhöhung der von Japan geforderten Schadenersatzsummen zu unterstützen. Japan will damit einen Ausgleich für den Minderwert erhalten, den seine Schuldverschreibungen im Vergleich mit denen der übrigen Mächte haben. Tie Soldaten der russischen Eisenbahnschutztruppe in der Mandschurei verüben nicht selten Gewalt- thaten, die gewöhnlich nicht in die Oeffentlichkeit dringen. Wenn das ausnahmsweise doch geschieht, so wird die Angelegenheit zu Gunsten der Schuldigen dargestellt, und die Wahrheit kommt gewöhnlich nicht ans Licht. Ein amtliches ostsibirisches Blatt gesteht das ganz offen ein und erzählt, nachdem es diese bedauerliche Thatsache festgestellt hat, einen empörenden Fall, der sich kürzlich, in der Nähe der Bahnstation Charchante ereignete. Zwei Soldaten von der Eisenbahnschutztruppe überfielen eine Mongolen- Jurte, töteten ihre drei Bewohner und nahmen alle wertvollen Sachen an sicht Tann zündeten die Mordgesellen einen Scheiterhaufen an, auf den sie die Leichfen gelegt hatten, und als sie sahen, daß die Bewohner einer benachbarten Jurte sie von weitem beobachteten, verfolgten sie die Zeugen ihrer blutigen That, denen es jedoch gelang, zu entkommen. Bald darauf kehrten die Frauen der ermordeten Mongolen nach Hause zurück. Sie löschten den hrennenden Scheiterhaufen und bargen die Leichfen, vort denen nur eine bereits vollständig verbrannt war, während hie beiden anderen noch zu erkennen waren. Die Politische Tagesschau. Der im preußischen Kultusministerium ausgearbeitete Entwurf eines Gesetzes über die Schulpflicht und die Bestrafung der Schulversäumniffe ist den Provinztalbehörden zur Segut achtung übersandt worden. Die wichtigsten Bestimmungen des neuen Gesetzentwurfs sind folgende: Die Schulpflicht beginnt mit dem auf das sechste Lebensjahr folgenden Aufnahmetermin. Die Regierung kann den Beginn aus örtlichen Gründen bis zu einem Jahre, der Kreisschulinspektor aus persönlichen Gründen (wegen zurückgebliebener körperlicher oder geistiger Entwicklung) auf angemeffene Zeit hinauS- schieben. Die Entlaffung erfolgt mit dem aus das 14. Lebens ;ahr folgenden amtlichen Entlaffungstermin. Ob die Entlastung einmal oder zweimal im Jahre stattfindet, bestimmt die Regierung. Bei nur einmaliger Entlaffung im Jahre werden die Kinder auf Antrag der Eltern mit dem Schluß der ersten Halbjahres entlasten, falls sie dann das 14. Lebens jahr bereits vollendet haben. Blinde und taubstumme Kinder sind der Schulpflicht unterworfen, so weit besondere Veranstaltungen für ihren Unterricht bestehen. Für taubstumme Kinder dauert das schulpflichtige Alter bis zum vollendeten 16. Lebensjahre. Zum Besuch der Volksschulen sind die Kinder nicht verpflichtet, die im Jnlanbe andere öffentliche Schulen besuchen oder von HauSlehreru nach einem mindestens die Ziele der Volksschule erreichenden Lehrplan unterrichtet werden. Schulpflichtige Kinder können der Schule zwangsweise auf Anordnung der Bezirksregierungen zugeführt werden, wenn sie ohne genügenden Grund die Schule beharrlich versäumen. Eltern oder ihre Vertreter, Dienst oder Lehrherrev, die es unterlaffen, die ihrer Obhut unterstehenden Kinder zum Schulbesuch anzuhalten, werden für jeden Tag der Versäumnis mit Geldstrafen von 10 Pfennig bis 2 Mark, im Unvermögensfalle mit Haft von drei Stunden bis zu zwei Tagen bestraft. An Stelle der Haft kann die Leistung von Gemeindearbeiten treten. Arbeitgeber, die schulpflichtige Kinder während der Schulzeit beschäftigen, werden mit 1 bis 150 Mark bestraft. Die Eltern oder ihre Stellvertreter sind zur Beschaffung der Lehrmittel und des Materials für weibliche Handarbeiten verpflichtet. Andrerseits erfolgt die Beschaffung durch den Schulverband, der zur ZwangSbeitreibung der Kosten von den Eltern berechtigt ist. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. In einem Gehöft zu Gro ßen -Bus eck ist die Schweiue- rotlaufseuche auSgebrocheu. Die Sperre des Gehöfts ist angeordnet worden. In der Bekanntmachung vom 4. Juli l. I. (Gießener Anzeiger Nr. 157), die hiermit zurückgenommeu wird, war irrtümlich Alten-Buseck als Ort der Seuche bezeichnet worden. Gießen, den 12. Juli 1901. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. Engländer und Buren. „Daily Graphic" veröffentlicht einen in Liverpool eingetroffenen Brief eines früheren Polizeioffiziers aus Liver- Pool, Fisher, der aus Naauwport Neck vom 3. Juni datiert ist und das Gefecht bei Vlakfontein in der folgenden Weise beschreibt: „Die Buren erschienen plötzlich hinter einem dicken Rauch, und es kam zu einem fürchterlichen Kampf. Wir kamen so ins Handgemenge mit ihnen, daß eS schwer war, sie von unseren eigenen Leuten zu unter« scheiden, weil sie auch in Khaki gekleidet waren. Leider erschaffen einige von den Buren unsere Verwundeten. Wir fingen einen derselben und schossen ihn in den Magen. Er starb denselben Abend. Er war ein Deutscher. Von meiner kleinen Abteilung allein wurden sieben getötet und neunzehn verwundet, von vier Offizieren wurden drei getötet. Mein Pferd fiel zwischen den Felsen und ich suchte natürlich hinter diesem Deckung. Ich war kaum an den Platz an- gelangt, als ein Bur heravgaloppierte und „Hände hoch!" rief. Ich legte meinen Karabiner auf den Felsen, hatte aber noch meinen Revolver bei mir. Er kam lachend an mich heran und sagte: „So, nun geben Sie mir noch den Patronengürtel und die Patronen." Als er nahe genug war, schoß ich ihn tot, in den Magen, mit meinem Revolver. Ich nahm ihm sein Gewehr weg, das ich mit nach Hause nehmen werde." Was wird die englische Scharfmacher« presse, vor allem die „Daily Mail", zu diesem Falle offenbarer, gegen gesittete Kriegsführung verstoßende Hinterlist sagen? Wenn ein ehemaliger Polizeioffizier mit solcher Unverfrorenheit nicht nur gegen den Kriegsgebrauch frevelt, sondern eS auch obendrein orbi ct urbi erzählt, ist es ganz unerhört, daß die Engländer über Nichtachtung derHpter- nationalen Kriegsregeln beim Gegner klagen. Wenn man im GlaShause sitzt, soll man nicht mit Steinen werfen. Ueber den Charakter der englischen Kriegsführung erhalten wir folgende verläßliche Daten aus Kapstadt: „In welch schändlicher Weise die Engländer vorgehen, habe ich Ihnen wohl schon in dem Briefe der letzten Woche berichtet. Da ich eS jedoch nicht mehr genau weiß, will ich es lieber noch einmal erwähnen: 1. Im Natalparlamente hat eS der Natalpremierminister selbst zugeben müssen, daß Zulukaffern auS Natal in bewaffneten Kommandos den Vryheid- Distrikt auf Veranlaffung der englischen Militärbehörde ausgeplündert haben; sie erhielten 10 Prozent der Beute. 2. Im Freistaate sind starke, bewaffnete KaffernkommandoS im Dienste der englischen Militärbehörde. Daß dem so ist, dafür kann ich mich mit meinem Worte verbürgen. 3. Ich habe in meinem Besitz einen Brief eines dentschen Ueberläufers, der früher unter den Bauern, jetzt unter Englands „glorreichem" Banner ficht, der berichtet, daß> sie in und bei Mafeking eine Unmenge bewaffneter Kaffern haben, die fie in den Kämpfen gegen die Bauern verwenden. Er schreibt von einem mißlungenen Ueberfall, den fie auf ein Bauernlager auSführteu, und an dieser Operation nahmen auch 80 bewaffnete Kaffern teil. . . . Was wir hier auS den Trans- oaaler Lagern hören, ist entsetzlich; es scheint fast so, als ob jenes unmenschliche satanische Volk es gern sähe, wenn möglichst viele Frauen der Buren dahinsterben. — Fräulein Hobhouse, deren ich früher schon Erwähnung that, wurden überall von den englischen Offizieren die größten Hindernisse entgegengesetzt und dann konnte fie auch nicht mehr das schreckliche Elend ansehen und ertragen. Als Engländerin kam fie, als Burin geht fie. Sie schildert uns die Burenfrauen als antike Gestalten, turmhoch die Frauen der anderen Völker überragend." Das Londoner Abendblatt „Sun" verbreitet die von keiner anderen Seite bestätigte Meldung, die Engländer hätten in Waterval (im östlichen Transvaal) Frau Schalk- Burger, die Gattin des Präsidenten SchalkBurger, gefangen genommen und sie als Kriegsgefangene nach Pretoria gebracht. Im englischen Ministerrat am Mittwoch wurde die Ergreifung energischer Maßregeln zu einer schleunigen Beendigung des Burenkriegs beschlossen. Kitchener wurde instruiert, eine Proklamation zu erlassen, die alle Klaffen von Bürgern und Rebellen warnt, daß, falls sie nicht sofort die Waffen niederlegen, ihr Eigentum konfisziert würde. Gleichzeitig wurde beschlossen, KitchenerS Machtbefugnisse dahin zu ergänzen, daß er die Burenführer für ihr Mißverhalten im Felde verantwortlich halten solle und daß, wo nach einem unparteiischen Prozesse ein Todesurteil gefällt worden sei, er dieses ohne weitere Zurateziehung der Regierung vollstrecken Deutsches Keich. Berlin, 14. Juli. Aus Odde wird gemeldet: Die „Hohenzvllern" hat heute früh 7 Uhr die hiesige Bucht verlassen und die Reise nach Bergen angetreten. — Eine weitere Meldung aus Bergen lautet: Der Kaiser nahm gestern vormittag den Vortrag des Botschafters Fürsten zu Eulenburg und Hertefeld, sowie den der Vertreter des Militär- und Marinekabinetts entgegen. Nachmittags unternahmen Se. Majestät mit einigen Herren des Gefolges einen längeren Spaziergang an Land. Soeben nach guter Fahrt bei kühlem Wetter in Bergen eingetroffen. Vormittags hielten Se. Majestät Gottesdienst ab. An Bord alles wohl. — Die Taufe der Zwillinge des Prinzen Friedrich Karl von Hessen findet am Dienstag im Homburger Schlosse statt. Die Kaiserin wird an der Feier teilnehmen. — Das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin hat seinen langjährigen leitenden Minister verloren. Der Präsident des Staatsministeriums, Minister des Auswärtigen und des Innern, sowie der Angelegenheiten des Groß herzoglich en Hauses, v. Bülow, ist nach kurzer Krankheit in Schwerin gestorben. — Der Präsident des kaiserlichen Aufsichtsamts für Privatversicherung hat eine Bekanntmachung erlassen, wonach die priväten Bersicherungansta.lten die zur Klarlegung ihres Geschästsplanes erforderlichen Angaben dem Aufsichtsamt bis zum 15. August zu machen haben. Die näheren Bestimmungen dafür werden im Reichs-Anzeiger veröffentlicht. — Die „Dtsche. Juristenztg." bringt einen scharfen Ab- wehrartikel gegen Reichsgerichtsrat Stenglein, der kürzlich! sich in derselben Zeitschrift über das Militärstrafverfahren in seiner jüngsten Anwendung beim Gumbinner Prozesse absprechend geäußert hatte. Der neue Aufsatz ist von dem Geh. Kriegsrat Romen, Vortragendem Rat im Kriegsministerium. — Im Mai sind auf deutschen Eisenbahnern — ausschließlich der bayerischen — 10 Entgleisungen von Güterzügen auf freier Bahn, 17 Entgleisungen in Stationen (davon fünf bei Personenzügen), 2 Zusammenstöße auf freier Bahn (davon 1 bei Personenzügen), 10 Zusammenstöße in Stationen (davon 5 bei Personenzügen) vorgekommen. Dabei wurden 13 Reisende, 6 Bahnbedienshete und 2 fremde Personen verletzt. Posen, 13. Juli. Der Provinzialausschuß beschloß, dem am 6. August zusammentretenden Provinziallandtage die Gewährung zinsloser Darlehen in der Höhe vou 10 Prozent der vom Staate aus Anlaß der allgemeinen Notlage kleinen und mittleren Grundbesitzern be-- willigten Summe, sowie die Zuwendung von Saatgut, Futter und Düngemittel bis zur Höhe von 500000 Mark vorzuschlagen. Stuttgart, 13. Juli. Die Zweite Kammer nahm heute den Gesetzentwurf über die Entschädigung der- Gemeinderäte für ihre Zeitversäumnis durch Tagegelder bis zu 5 bezw. 10 Mk. an. und einige Gefangene gemacht hatten. Auf britischer Seite ist ein Offizier gefallen, drei Offiziere und 24 Mann wurden verwundet. Einige britische Kolonnen, welche von Osten her marschierten, kamen in Heilbronn an. Während des Marsches überraschte die Brigade BroadnoSdis den Ort Reitz und nahm den Bruder des Präsidenten Stejin sowie mehrere andere gefangen. Stejin selbst entkam. Eine andere Depesche KitschenerS vom 14. besagt: Bezüglich des gestrigen Telegramms füge er hinzu, daß die „sogenannte" Regierung des Oranje-Freistaats gefangen genommen sei. Nur Stejin und ein anderer seien entkommen. Paris, 15. Juli. Eine von Studenten auf dem Sorbonneplatze beabsichtigte Kundgebung zu gunsten der Buren wurde von der Polizei verhindert. Kapstadt, 15. Juli. Während der letzten 3 Tage kam kein neuer Pestfall vor. Krodock, 15. Juli. Der Rebell Coetgse wurde am Samstag früh wegen Mordes und Verrates htngerichtet. Ausland. London, 13. Juli. Dem „Globe" wird aus Newyork gemeldet, daß ein Gegenfeitigkeitsvertrag zwischen Amerika und Rußland abgeschlossen werden wird. Brüffel, 13. Juli. Die Kammer nahm heute von neue« daS aus dem Senat zurückgekommene Gesetz über Spiele an und lehnte die vom Senat verlangte Verlängerung des Privilegs von Spa und Ostende mit großer Mehrheit ab. Luxemburg, 14. Juli. Staatsminister Eyschen beging sein 25jähriges Ministerjubiläum. Paris, 14. Juli. AuS Anlaß des heutigen Nationalfestes sind die öffentlichen Gebäude und zahlreiche Privathäuser beflaggt. Mehrere Abordnungen, darunter namentlich solche des Munizipalrates, der Patriotenliga und der sozialistischen Jugend legten Kränze vor der Statue der Stadt Straß« bürg nieder. Die Patriotenliga legte im Namen Däroulödes und Marcel HabertS Kränze nieder und brach in Hochrufe auf Döroulsde aus, worauf die Polizei die Demonstranten zerstreute. Ein ernster Zwischenfall ist nicht vorgekommen. Rom, 13. Juli. In vatikanischen Kreisen versichert man, der Papst habe im Einvernehmen mit dem Kaiser den Abt von Marialaach zum Bischof von Metz, den Monsignore * $*W (MfaSW E «L ' d‘ trage. Es sei sehr zu bedauern, daß in der politischen Bewegung die Frauen zurückständen. Gerade den grauen und Jungfrauen lege er die Beteiligung an der Bauern- ihn zerstören, aber nicht in seiner früheren Schönheit unh Stärke wieder Herstellen kann. Sie werden es erkennen, wenn es zu spar ist. Neue Handelsverträge sollen kommen. Die Judenpresse, der Großhandel arbeiten mit aller Macht, um zu siegen über die Interessen der Landwirtschaft allen Stimmen werden die begehrlichen Landwirte geschildert, die nicht genug haben können, Landwirt von seiner Arbeit? Aber die Ballm-, die 300000 Mk. bekommen, haben keine Einnahmen. Sie smd die unverantwortlichen Ratgeber. Die Minister smd die verantwort^ lichen, wissen aber meist gar nicht, was dorgeht. So sm», die Zustände im deutschen Reiche. Was ich! nicht begreife, i*t, daß die Bundes st aaten da nicht Mi stände smd,, im Bundesrat ihre Stimme geltend zu machen. Redner wendet sich sodann gegen den früheren Oberbürgermeister von Gießen, jetzigen Finanzminister Gnauth. Dessen Zirkulare vom Jahre 1890, die er an die Bürgermeister ver- chickte, waren speziell gegen unsere Kandidaturen gerichtete Er wird auch nicht einen Finger krumm machen, damit fim uns etwas herauskomme. Gerade einen solchen Mann schickt )ie Regierung dahin, wo die Entscheidung über die fünf5 tigen Zolltarife getroffen werden soll. Das versteht man. nicht. Sollte man im hessischen Lande niemand anders! gehabt haben, wie den freisinnigen Bürgermeister von Gießen, um über die Zollsrage mitzureden? Das wäre ent großes Armutszeugnis. Ich glaube, es giebt auch nira andere Leute. In den Kreisen der Landwirtschaft wurde man sie gefunden haben. Er ist heute der Berater für die Landwirtschaft, in dessen Hände sie vertrauensvoll ihr Schicksal legt. Ich danke schön! Sie ist gut aufgehoben bei ihm! Wenn lauter solche Leute zusammenkommen, um über den Zolltarif zu beraten, dann kann man sagen, „lieb Vaterland, magst ruhig sein". Haben wir uns deshalb aufgerüttelt und gearbeitet 10 Jahre? Wir haben noch anoere Ueberraschungen erlebt. Wir haben gesehen, wre dre Juden mit einem Sturme von Petitionen gekommen find, um als Richter in Hessen zugelassen zu werden. Wir werden es erleben, daß die Juden zuletzt doch ihren Willen durch- etzen. Wir haben eine antisemitische Bewegung in Deutschland notwendig, die mit Sachlichkeit und Energie ihren Willen klar macht. Es ist eine unerhörte Dreistigkeit von den Juden, zu verlangen, daß ein Jude als Richter ange5 stellt werde. Wie kann eine Minderheit von anderthalb Prozent das verlangen? Wie kann ein Deutscher sich vor einen Juden als Richter stellen: Ein Jude als Vertreter des Landesherrn! Kann es einen schlimmeren Stoß für das deutsche Volk geben? Die Judenschaft schreit, das ser ihr Recht. Allerdings haben wir ja zum Glück die Talare. Die werden es uns schwierig machen, den Juden zu erkennen. Aber das Volksgefühl wiegt vor, dem Bismarck Ausdruck gab, er könne sich nicht denken, daß ern Jude Vertreter des Staatsoberhaupts sein könne. Im Reiche erlebt man noch schlimmere Dinge. Da müssen wir sagen: Haben wir umsonst gearbeitet? Will unser Volk sich nickst endlich aufraffen? Es ist traurig, daß wir 10 Jahre nach jener gewaltigen Demonstration vom Kloster Arnsburg auf olche Dinge Hinweisen müssen. Es wäre schön, wenn wir eigen könnten, „unsere Arbeit hat reife Früchte getragen". In einigen Kleinigkeiten sind wir vielleicht vorwärts gekommen, in großen Sachen stehen wir noch da wie früher. Wir müssen möhr arbeiten. Die ganze Weltgeschichte ist gekennzeichnet durch Spuren von Blut und Schweiß und Thränen. Viel Schweiße viel Thränen und vielleicht noch mehr wird vergossen werden, ehe wir sagen können, „-Es! ist Friede und Wohlfahrt im Lande". Was wir heute haben, ist ein fauler Friede, ein latenter Krieg, ein Kampf aller gegen alle. Wir wollen den Frieden der Arbeit. Das solk unser Weg sein und es bleiben. Möge über diesem Streben der Segen Gottes walten. Mögen wir es dahin bringen, daß die Lande so regiert werden, wie es deutscher Arbeit und deutscher Weise geziemt. Möge unser geliebtes deutsches! Vaterland, möge auch unser blühendes herrliches Hessenland dahin kommen, daß wir sagen können: Es ist Wohlstand im Lande und eine gute Zeit. Unserem deutschen Vaterlande und unserem geliebten Hefsenlande ein drei- aches Hoch ! Bereits während seiner Rede war Dr. Böckel des öfteren von Beifallsbezeugungen unterbrochen worden. Als er geendet, erhob sich ein förmlicher nicht endenwollender Bei- allssturm. Auch ihm wurde ein Blumenstrauß überreicht. Nach ihm ergriff nochmals Abg. Köhler das Wort: Wir haben noch nickst viel errungen. Wenigstens können wir uns wieder frei unter Gottes Himmel versammeln. Immer Größeres aber wollen wir erringen durch unsere Einigkeit. Laßt Euch nicht abwendig machen durch die Studierten. Auch heute vermissen wir den Pfarrer, den Lehrer. Bedenkt, daß in Euch der Kern liegt, daß von Euch das Volk neu geschaffen werden muß. Wenn Ihr es wollt, kommen die Scharfen in den Reichstag, den Landtag. Bauern, ich rufe Euch, zu, seid stark. Nach einer abermaligen langen Pause wandte sich Landtagsabg. Wolf-Stadecken mit einer Ansprache an die Menge. Nachdem er am Eingang mit herzlichen Worten den Abg. Böckel gefeiert, führte er etwa folgendes aus: Die Zukunft wird begreifen können, daß die deutschen Bauern, gedrungen durch die Not, sich geeinigt haben. Es ist zu bedauern, daß innerhalb der Bauernschaft wieder Eifersucht und Neid unter den Führern rege geworden ind. Wir wollen dem Bund der Landwirte seine Erfolge nicht streitig machen, wünschen und hoffen aber, daß auch er seine Hände von den Kreisen läßt, die an die Fahne! der Bauernschaft gebunden sind. Wir finden den Segen in einer möglichst großen Dezentralisation, weil da viel mehr Interessenten gewonnen werden, die ihre Kraft verwerten können im Interesse der Bauernsache. Wir haben im Landtage gethan, was wir thun konnten. Wir haben es probiert, eine größere Vereinigung zu sammeln, und sind zur Ueberzeugung gekommen, daß es besser ist, wenn wir klein und rein bleiben, und jeder nach seinen Gaben im Landtage unsere Sache vertritt. Besonders einen Teil der Bevölkerung müssen wir zu unserer ferneren Thätigkeit heranziehen, die holde Weiblichkeit. Wenn die Weiber nichk wären, wären auch wir nicht, und wenn die Weiber nicht gute Antisemiten und Bauernbündler sind, tuerben wirk es auch nicht fein. Die deutschen und die hessischen bauern-, bündlerischen Frauen und die Mädchen, die Frauen werden wollen, und auch die Schwiegermütter, soweit sie bauernbündlerisch sind, sie leben hoch! Auch seinen Worten wurde lebhafter Beifall gezollt. Als letzter der Festredner sprach Bürgermeister M e 11 e n Heimer- Eichelsachsen, der besonders dazu auftorderte, die Judenpresse aus den Dörfern zwschasfen, und den Kampf gegen die Sozialdemokratie aufzunehmen. Er schloß mit einem Hoch auf die Gemeinde und Ortsgruppe Langd. —I An den offiziellen Teil schlossen sich nun mancherlei Volkse beluftigungen und ein Tänzchen, dem die Jugend trotz der drückenden Hitze schon in den Pausen gehuldigt hatte. Wie«, --- V-_____________ ______ erhob der Abgeordnete Rapoport beim Ministerpräsidenten und dem Ministerium des Aeußern Vorstellung gegen das w ____________„ . „ russisch e Verbot des Grenzverkehrs jüdischer pewegung ans Herz. Tenn es handele sich um das Wohl Kaufleute mit Rußland, welcher an der deutschen Grenze und Wehe des ganzen Standes. Ein Beispiel, wie man iKt«, ,*J»“SÄÄSS.'MSS?» »»iS"S." wi SÄÄ; des Königs soll den Ratschlägen der Königin Draga zuzu- gec °Sauer mitsamt seinen Kindern in die Fabriken xöge. schreiben sein, die fest überzeugt sei, daß sie nicht lange mehr Ta müsse man sich mit Händen und Füßen strauben. Vom Köaiain bleiben könne und deshalb auch den König berede, Parteiwesen wollten sie sich fern hatten, sie wollten eine dem Tbrone zu entsagen, damit sie dann im Exil als König reine Bauernbewegung sein, und die,en ^tand hoch bringen, Peter- und Paulstage ereignete sich tn Prischtina (Altserbren) ^^n. Er wolle sich kurz ausdrücken. Ein bezeichnendes , ein peinlicher Zwischenfall. Der serbische Diakon Sava Schlagwort fei: „Hier Bauer, hier Ballin". Deshalb । Popowitsch sollte an diesem Tage vom Metropoliten äum müßten zusammenhalten. Sie wollten auch feine So- , Priester geweiht werden und kam mit einer Abordnung des I zmldemokraten sein, die die Dinge auf den Kopf stellten. , Dorfes Kamenika, das ihn zum Pfarrer wählen wollte, nach Sie wollten Ordnung und Ruhe. Aber man sehe, daß Prischtina. Der Mutessarif Djemal Bey wollte diese Priester- gerade von oben fortwährend gerührt werde. Dem wolle w°ih° verhindern und ließ> den ®ia,"nJP"<,0^tf*[Sm“u|enbf; 'aücf). tin STÄ* £ ! barmen aus der Kirche holen und sowohl ih J feinen besseren Schluß finden, als wenn er ausfordere, ein- mit ihm gekommene Abordnung oer^ten. ®er ^y^Pi^Luftimmen in ein Hoch auf den geliebten Bauernstand und : von Prizreud ließ hierauf zum Zeichen des Protestes sämtliche ^bsfischen Bauernbund. serbischen Kirchen im Bezirke Prischtina sperren und erhob Begeistert stimmten die Anwesenden in das Hoch ein. beim Sultan, bei der Pforte und bei dem oerumenif(yeni^^^ überreichte ihm eine Festjungsrau einen Blurnen- Patriarchen telegraphisch Beschwerde. strauß, worauf auch, ihm ein Hoch gebracht wurde. Schon — Wie von amtlicher Seite gemeldet wird, Überstelen I zwischen den vorigen Reden war eine kleine Pause ein- TÜrken und albanesifche Baschibozuks die von Serben be- getreten, die mit dem Singen eines Liedes au§ gefüllt wohnte Ortschaft Kolaschoj im Sandschak Novibazar unter worden war. Jetzt wurde eine größere Pause gemacht, nach! dem Vorwande daß die Serben Gewehre versteckt halten, der der eigentliche Festredner ReichStagsabg. Dr. Böckel Mehrere Serben wurden getötet oder verwundet. Die das Wort ergriff. Schon als er sich zeigte, wurde er von geplündert. der Menge mit stürmischen Hochofen begrüßt. Seine Rede Schulz und die serblscheinhatte bis auf einige Kürzungen etwa folgenden Wortlaut: Varna, 14. Juli. Bei oem W J” I Verehrte Anwesende! Es sind schon viele Jahre her, daß Euxmograd brachte Großfürst Alexander M chackowi sch to^r un§ auf hessischem Boden zum letzten Male gesehen Hoch auf die russisch-bulgarische Wassenvruoer-1haben. Es war etwa vor zehn Jahren, als wir beim schäft aus. Kloster Arnsburg jene denkwürdige große Feier veran- PeterSburg, 14. Juli. Für daS Jahr 1901 werden auf statteten, die zunächst der Einweihung eines Paniers kaiserlichen Befehl zur Ergänzung des Heeres und der Flotte unseres Vereins galt, aber weit darüber hinaus 308500 Mann auSgehoben. Tausende und Abertausende von Freunden der Alaier, 13. Juli. In der heutigen Sitzung des General- deutschen Sache zusammensührte, eine Versammlung, ratö beschuldigte der frühere Maire von Algier Max RegiS imposant und großartig, wie sie noch me dagewesM i>°n Präftkt-N, -°hr°r° Jndimdu-N. welch- vor einigen Mo- un^gewr» ^uch^rcht wrederkehren^ naten verschiedene Führer der hiesigen Antisemiten zudamals einweihten, wieder unter uns entfaltet ist ermorden versucht hätten, seien dazu vom Präfekten an-1 ^otweiße Banner der Ortsgruppe Mufchenheim kann gestiftet worden. Diese Erklärung veranlaßte einen lärmenden ^ute seinen zehnMrigen Jubeltag begehen; 10 Jahre Auftritt, sodaß der Vorsitzende die Sitzung schließen mußte, ^nd es her, der Arbeit, im Dienste der produktiven Stände Zwei Personen von der Zuhörertribüne wurden verhaftet. I unseres Vaterlandes. Das ist ein tüchtiges Stück Arbeit. ■ ■= I Denn es ist ein schwerer Kampf. Wer heute in der Welt Das Dbertieiftidbe Bauernbundesseft. für das Großkapital streitet, wird ein angesehener Mann. r Wer M aber wagt, für das arbeitende Volk in Dentsch- D. Hungen, 14. ^zun. ISeiten, ist ein toter Mann, er gilt nichts, man Dorf Langd hatte heute ein überaus festliches Gewand verschweigt seinen Namen, und der Fluch Israels ruht angelegt. Galt es doch, das zehnjährige Bestehen des y(jer ihm. Auch der fähigste Mensch ist heute in Deutschi- Bauernbundes in der gebührenden Weise zu feiern, wofür ^nd tot, wenn ihm die Sonne Israels nicht scheint. Die es als Festort auserkoren war. Wer von Hungen fant, haben es fertig gebracht, die öffentliche Meinung wurde beim Eintritt in das Dorf durch eine Ehrenpforte Deutschland so zu beherrschen, daß ein freies Wort mit der Inschrift „Herzlich willkommen" begrüßt. Auch mcht mehr möglich ist. Fürsten und Völker müssen sich! das andere Ende des Dorfes war mit einer Ehrenpforte beugen. Wir haben doch erst jüngst erfahren, welchen Ein- geschmückt. In dem Dorfe selbst aber war wohl kein Hans, l ft^ß der Jude Ballin an maßgebender Stelle errungen hat. das nicht mit Tannengrün, Guirlanden oder wenigstenD Jener Mensch steht immer noch nicht an seiner Stelle. Fahnen verziert gewesen wäre. Auch der Festplcch vor dem ist ein Symptom unserer Tage, daß das jüdische Kapital Torfe war schön hergerichtet. An den beiden hinteren immer wieder seine Macht zeigen kann, und daß die Mäch- Seiten erhoben sich mächtige Zelte, in denen die Fest- ^en es nicht verschmähen, mit ihm zu rechnen. Heute teilnehmer sich niederlassen und ihre durstigen Kehlen ß^ißt es unsere Zukunft ruht auf dem Wasser. Das wäre nach Belieben anfeuchten konnten. In der Mitte war ein ref)r ,u bedauern. Sollten wir das herrliche Land um uns geräumiger Tanzplatz für die Jugend aufgeschlagen, unb ben ouben ben Placken preisgeben und auf das Wasser am anderen Ende befand sich ein kleines in Grün ge- ^^dern? Die ganze Ostgrenze ist bedroht von den Polen, lleidetes Zelt, das dem Mufikkorps als Aufenthalt, zugleich 50 000 italienische Arbeiter kommen alljährlich über unsere ober als Rednertribüne diente Von em halb 11 Uhr an herüber. Und da will man uns hinausschicken sand Empfang der auswärtigen Vereine statt. Daran schloß ^tt? Kann es eine verkehrtere Wirtschafts- stch em gemeinschaftliches Mittagessen Nach 2 Uhr be- . n wie die Wasserpolitiker und Weltpoli- gannen sich die Vereine aus dem Festplatz vor dem^orf ^ ^r heute, die die ganze Welt ero b er n un d das zum Festzuge auszustellen, der sich dann gegen 3 Uhr durch eigeneVaterlandverlieren? Alles in der Welt von wo er nach dem Festplatz zuruck- ein Mensch verlieren, nur nicht das Vaterland. Aber kehrte Mehr als dreißig auswärtige Vereine ^men I - maßgebende Politik nimmt uns das Teuerste, den £«£ SS ~ “i äriÄEÄ“ ÄS ’X®" 'Xi™ mm«: s,’®», und die Ehrengäste reihten. Auf diese folgten endlich die immer bei der t, & g ß J »er|Siebenen Vereine, an deren Spitz.! der Gi ehene r an dre richtige Sie le zu ^f°rbem. Nur dem Bauern- Verein marfchierte stand, dem Handwerkerstand gelingt es nicht, zur Geltung Tie Reihe der Festtedner eröffnete Redakteur Reuthers kommen. Aber ein großes ^hängms . wrrd über die von der „Volkswacht". Er dankte den Mitgliedern und h-rernbrechen, welche es wagen die arbeitenden Stande Gästen des Bundes für ihr zahlreiches Erscheinen und warf zuruckzusetzen, bie/ine uferlose Politik ablehnen. ^ie so- bann einen Rückblick auf die Geschichte des Bauernbundes, genannte Uebervolkerung Deutschlands ist nur em Phantom, Man könne mit Genugthuung zurückblicken auf das, was I Wirklichkeit geht das deutsche Volk zuruck, ^zn Wirklich- man errungen habe. Aber man müsse weit mehr erringen, ^eit ^ben wir m den großen Städten bereits eine Abnahme und da sei es nötig, trotz aller Stürme unentwegt zur ber Bevölkerung. Wenn die Landbewohner immer mehr Fahne des deutschen Bauernbundes zu halten. Er hofie, ™ die großen Städte streben, werden auch fie abnehmen, daß dieser Tag etwas zur Stärkung des Bundes beittagen! ußd es wird kommen ähnlich wie in Frankreich. Wir weroen werde. Er schloß mit einem begeistert aufgenommenen | ein Bolk zweiter Klasse werden, weil wir unsere Wehrkraft Hoch auf das deutsche Vaterland. nicht auf der Höhe halten können. Vor kurzem wurde von Zweiter Redner war Reichs- und Landtagsabgeordneter berufener Seite gesagt: „Die Landwirtschaft ist der Jung- Köhl e r - Langsdorf, der beim Erscheinen lebhaft begrüßt brunnen der Armee." Was soll das werden, roenn die wurde. Seine kurzen Ausführungen hatten folgenden In- Entwicklung so weiter geht wie jetzt! Ein Beispiel ist das halt: Ter Bauernbund habe seit seinem Entstehen schwere Königreich Sachsen. Bei der letzten Volkszählung hat sich> Kämpfe durchzumochen gehabt, ehe er das geworden sei, herausgestellt, daß dort die städtische Bevölkerung bereits was er heute sei. heute würden die Bauern wieder zur zahlreicher ist als die ländliche. Das ist der erste Schritt Fahne zusammengerufen, wie es einst Dr. Böckel gethan zum Verderben. Das ist der erste Schritt zur Entartung habe. Die Bauern wollten keine Partei, nicht national- der deutschen Rasse, zum Rückgang und Niedergang unseres liberal, nicht konservativ, nicht Sozialdemokraten, sondern deutschen Vaterlandes. Wir haben es nicht gewollt; aber Bauern sein. Zusammenstehen, Festhalten am Panier sei die klage ich an, die es gewollt haben, und stünden sie aber unbedingt notwendig, sonst wären sie verloren, auf Fürstenthronen. Sie haben eine Schuld auf sich geladen, Heute bewege sie die Freude, daß ihr geliebter Führer! an der sie schwer zu tragen haben werden. Man ttitt nicht Dr. Böckel wieder in ihren Reihen weile. Ihm gelte, ein umsonst das Bauemvolk mit Füßen. Die Weltgeschichte hat Zeichen der Dankbarkeit, sein Hoch. I bewiesen, daß alle Völker untergingen, die nicht im stände Begeistert stimmten die Massen der Zuhörer in den «waren, ein gesundes Volk zu erhalten. Das römische Reich Ruf ein. Eine Festjungfrau überreichte dem Abg. Köhler ist zuletzt doch weggefegt worden durch die frische Kraft hierauf einen Blumenstrauß. Von den Anwesenden wurde! der Germanen, weil es keinen Bauernstand hatte. Diejenigen, auch> ihm dann em Hoch ausgebracht. I bie heute glauben, sie könnten den Bauernstand vermissen, Nach ihm sprach der Schriftführer des Bauernbundes! werden sich gewaltig täuschen. Sie, vielleicht ihre Nach- Hirschel-Offenbach: Er fteue sich, vor einer so zahl-!kommen, werden es sehen, daß man einen Bauernstand ab- reichen Versammlung sprechen zu dürfen. Ter Ort Langd, hauen, aber nicht so schnell aufholzen kann, daß man . 196,80 Tendenz fest. , 100.80 . 90 30 . 100 95 . 90.45 . 97.80 . 96.80 43.00 . 24.00 . 26.05 . 80.40 29.8° C. 14,2° 6. . 17110 . 124.40 . 124 00 . 131 50 . 135 50 . 152.00 . 176 10 . 160 50 . 146.20 Kreditaktien . . . Dißkonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . , Berliner Handelsges. Oeeterr. Staatsbahn Gotthardbahn Laurahütte . . . Bochum . . . , Harpener . . . . 8O/o Portugiesen 3% Mexikaner . 41/10/0 Chinesen , WA r»/o ein — Es folgte das Festessen im Hotel Trapp, wo Geheimrat Dr. Braden, Regierungsassessor v. Marx, Geh. Oberbaurat Knoche, als Vertreter der Eisenbahndirektion Frankfurt am Main, die Beigeordneten Hievonimus-Friedberg und Feigen- Homburg, Landrat Dr. Beckmann-Usingen, Graf Oriola, Bürgermeister Wörner-Bad-Nauheim, Landtagsabg. Landgerichtsrat Dir-. Göschen-Frankfurt a. M., Gymnasialdirektor Dr. Lebell-Friedberg, Pfarrer Dr. Dickmann-Rodheim und Dr. Schreiber-Rodheim Ansprachen hielten. Man hörte, daß, die Bahn Friedberg-Homburg schon 1868 durch Herrn Privat aus Friedrichsdorf u. a. Männer geplant war. Tas Ministerium aber sprach: „Wir haben kein Geld." Im ^ahre 1870 wurden wohl die ersten Vermessungen vorgenommen, aber dann ruhte die Angelegenheit wieder 20 Fahre. Danach gab es wohl neue Vermessungen, damit aber auch groß-e Kämpfe, denn man wollte die Bahn am Gebirge herführen und die Ortschaften nicht berühren. In dieser Not wandte man sich an — Bismarck! Der Alte im Sachsenwalde fuhr kräftig dazwischen, und da wurde es besser. Ms im Oktober 1895 die Homburg-Usinger Bahn eröffnet wurde, betrieb man auch energischer den Bahnbau Friedrichsdorf-Friedberg. — Man pries in den Reden auch die gesegnete Wetterau, das echte deutsche Volkstum und die — vielen Kinder darin, die braven Landbürgermeister und die begeisterten Landpfarrer und sang: „Deutschland, Deutschland über alles!" Toaste wurden ausgebracht auf den Ingenieur Amson, den Erbauer der Bahn, von Graf Oriola, aus den Kaiser und den Großherzog, die Arbeiter, auf die Wetterau, auf die Städte Friedberg, Usingen, Homburg und Bad-Nauheim. Dabei wünschte man den beiden Kurorten ein recht freundschaftliches Verhältnis und Zu- summenwirekn. Es wurden auch Wünsche laut, die einer baldigen Bahnverbindung von Homburg nach dem Rhein, und einer Verbindung nach der Lahngegend das Wort redeten. Um 6.38 Uhr brachte ein Extrazug einen großen Teil der Festgäste auf der neuen Bahnlinie nach Homburg zurück. um den vom Kaiser gestifteten Ehrenpreis, dem silbernen Humpen, siegte (Älegaard in 3 Min. 38,4 Sek. Bei der Überreichung des Ehrenpreises brachte der PreisrickMr auf den Kaiser, als den erhabenen Förderer des Radfahrsports, ein dreifaches Heil aus, das jubelnd ausgenommen wurde. Daran schloß sich! ein dreifaches Heil auf den Sieger Ellegaard. Die Einweihung der neuen Bahnlinie Friedberg-Friedrichsdorf. (Originalbericht be8 „Gietz. Avz.") Otto Roth, dem Inhaber der Firma, ein prächtiges Alönm gewidmet mit den Porträts der Autoren und Geschäftsfreunde des Verlegers. — ES steht zu erwarten, daß das wohl renommierte blühende Geschäft unter seinem tüchtigen jetzigen B sitzer in Zukunft noch größere Ausdehnung und noch höheres Ansehen im deutschen Verlagsbuchhandel sich ver schaffen wird. ** Ei» kleiner Abenteurer. Ein seinem Lehrmeister in Gießen durchg brannter 15 jähriger Schneiderlehrling, der den Weg von Gießen nach Mainz zu Fuß zurückgelcgr hatte, wurde in Mainz festgenommen und wird jetzt per Schub nach Gießen zurückgebracht. •• Rüpelei. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag lief ein junger Mann einem Studenten auf dem Kreuzplatz! nach und schlug ihm ohne jede Veranlassung mit dem Stock auf den Kopf, sodaß der Student eine Verletzung davontrug und ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Anzeige wurde erhoben. ** Revision. Am Sonntag früh fand eine Revision der Backsteingruben statt. Verschiedene Unternehmer wurden dabei betroffen, daß sie ihre Arbeiter, besonders die jugendlichen, mit Erdarbeiten beschäftigten. Sie wurden zur Anzeige gebracht. , •• Schlägerei. Gestern abend kam es m einer hiesigen Wirtschaft mit Damenbedienung zu einer regelrechten Schlägerei. Der Wirt hatte mit seiner Frau einen Wortwechsel, die Gäste mischten sich ein und kamen so in Aufregung, daß ein Gast einen anderen mit einem Glase auf den Kopf schlug und ihn verletzte. Es wurde Anzeige 3V6 Vo Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Darmstadt, 13. Juli Die „Bank für Handel und Industrie" hat der Direktion der Jura-Simplon-Bahn angezeigt, daß sie tm Interesse von Vorzugs- und Stammaktionären eine Klage gegen die Bahn anstrenge, um die gerichtliche Aufhebung des in der Generalversammlung vom 29. Juni gefaßten Beschlusses auf Uebertraguna des Gewinnüberschusses von rund 3 600 000 Franks in verschiedene Res.rven h rbeizuführen und um das Recht der Pnoritäts« und Stammakt!onäre auf Verteilung einer Superdividende bezw. der Inhaber des Genußscheine auf Verteilung einer entsprechenden Dividende gerichtlich fefistellen zu lassen. Werdau, 13. Juli. Die Spinnereimaschinenfabrik I. H. Popp, Aktiengesellschaft, hat den Konkurs angemeldet. Der frühere Direktor Henning ist verhaftet worden, der jetzige Direktor Teichmann ist ver« schwanden und wird polizeilich gesucht. London, 14. Juli. Einer neuerlichen Depesche aus Valparaiso vom 13. Juli zufolge wurde die Clark'sche Transandenbahn von Graes and Company für ein Syndikat angekauft, an dessen Spitze I. S. Morgan steht. - Die Oldenburgischen Maschinen-Elektrizitätswerke in Oldenburg haben dm Konkurs angemeldet. FC. Frankfurt a. M., 15. Juli. (Telegr. Orig.-Bericht des „G. A. ). Amtliche Notierungen der heutigm Viehmarktpreise. Zum Verkauf 1 standen 500 Ochsen, darunter 140 aus Oesterreich, 30 Bullen, darunter 3 aus Oesterreich, 804 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 267 Kälber, 177 Schafe und Hämmel, 1423 Schweine, 0 Ziege, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochst» 1. Qual. 65—67 Mk., 2. Qual. 61—63 Mk., 3. Qual. 55-60 Mk.; Bullen 1. Qual. 55-57 Mk., 2. Qual. 51—54 Mk; Kühe 1. Qual. 60—62Mk., 2. Qual. 57—59Mk., 3.Qual. 41—433JIL, 4.Qual. 30—32 Mk., 5. Qual. 28—29 Mk. Bezahlt wurden für 1 Pfd. Schlachtgewicht Kälber 1. Qual. 77—79 Pfg., Lebendgewicht 45-48 Pfg., 2. Qual. 67-69 Pfg, Lebendgewicht 37—40 Pfg., 3. Qual. 55 Pfg., Schlachtgewicht 00—00 Pfg.; Schafe l.Qual. Schlgw. 64 Pfg., 2. Qual. 57—59 Pfg. ; Schweine 1. Qual. 65 Pfg., Lebendgewicht 00 Pfg., 2. Qual. 64 Pfg., Lebendgewicht 51 Pfg., 3. Qual. 57—58 Pfg, Lebendgewicht 50 Pfg. Geschäft: Hornvieh mittelmäßig, Kleinvieh gut. Markt geräumt. * " ranLfnri a. M., 15 Jul. (Orig-Telegr. des „Gi,hm. mtliche Notierung der heutigen Fruchtm arktpreise. Versteigerung. Dienstag de« 16* und 9MU woch de« 17. d. MtS-, jedesmal 2 Uhr nachmittaas, versteigere ich im Pfandlokal SelterSweg 11 dahier gegen Barzahlung: 2 Wagen, Kommoden, SofaS, Kleiderschränke, Bücher, einen Photograph. Apparat, Spiegel, 1 Taschenuhr u. a m. 4805 Gießen, den 8. Juli 1901. Joha««, Gr. Pfandmeister. Versteigerung. Dienstag de« 16. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, versteigere ich gegen Barzahlung Neustadt 55 dahier: 1. Bilder- und Po«karten> Albums, lederne Dame«« täschche«,Toilettebürstche« Eigarrette« - EtuiS und 80 «ilo Stahl; 2. 1 Break, 1 Wagen, 2 Hobelbänke und diverse Möbel. Derfitigeru«g zu 1 sicher. 4969 Vor«, Gerichtsvollzieher. Universttäts Nachrichten. — Professor Nicolle von der Pariser Fakultät, der seit Jahren dem bakteriologischen Institut zu Konstantinopel vorsteht, ist auf besonderen Befehl deS Sultans seines Postens enthoben und aus dem Staats- dienst entlasien worden Arbeiterbewegung. Pittsburg, 14. Juli. Die Besprechung zwischen den Beamten des Gesamtverbandes der Eisen- und Stahlarbeiter mit Vnttetern der Stahlgesellschaften wurde schließlich vertagt, ohne daß eine Eimgung zustande kam. Es wird daher erwartet, daß der allgemeine Ausstand avgeordnet wird. 8% 8Va3/: Telephonischer Kursbericht. Frankfurt, den 13. Juli. Meteorologische Beobachtungen der Stativ» ©iefoett.__________ Belcheanleüie . de Konsole . . » do . , . Hesses . . . Ans Stadt und Land. Stachrichte« von allgemeinem Jntereffe sind uns stets willkommen und werden ausemesie« honoriert. •• Jubiläum. Heute, am 15. Juli, find es 25 Jahre, seit der jetzige Inhaber der Verlagsbuchhandlung Emil Roth das väterliche Geschäft übernommen hat. Das Personal hat Herrn 5 % Italen. Bents . . 40/0 Grieoh. Monop.-Anl. $$->» StÄ L ein LanK-- . d'- und^ Ä'wt, te“ r'»'S Gericht» "-Mit für ei bie künst cuiderz SS 1)011 ft« ein "auch „vH Aast toürbt ewter für b luensvoll A 'ufgehoknA um übet sagen, „lieb' W deshalb .haben noch ^en, wie bie »wen sind, ^-Wir werden Willen durch- L Deutfch- ^skgie ihren 'Ästigkeit von Achter ange- m anderihalbi t>cher sich vor als Vertreter ren Stoß für fyreit, das sei die Talare. Juden zu er» dem Bismarck daß ein Jude e. Im Reiche en wir sagen: Volk sich nicht 10 Jahre nach Arnsburg auf hön, wenn wir ichte getragen", t vorwärts ge- da wie früher. eltgefäid)te r'flt > Schweiß und' vielleicht noch ' können, „M .t lMir IMn, r aller rbeii. Das soll diesem Streben dahin bringen, deutscher Arbeit siebtes deutsches mttches hessen- v. Es ist Wohl- serem deutschen lande ein drei- >cket des öfteren en. Ms er ge- Wollender Bei- cauß überreicht. er das Wort: nigstens können ael versammeln, n durch unsere lchen durch die u Pfarrer, den liegt, daß von ; Wenn M eS ag, den Landtag, [fe wandte sich Ansprache an die Achen Wortm folgendes ans. \ die deutsches es» 'J? b« ASM mrit d- °'kl i- (ft 'N. ,7:, Langd'.. W* Tie Einweihung der neuen Bahn gestaltete sich S , einem großen Ereignis für die südwestliche Wetterau. Um . 11 Uhr 30 Min. vormittags verließ der mrtheINschen, ui d vreußischen Fahnen und Guirlanden geschmückte <511 0 ß den Wnbof Friedberg, um die Eisen bahn beamten und < die Seftteilneljmcr von Friedberg und B°d-Nauherm nach v d foöbe zu bringen; von dort aus sollte bann , mit de/anderen Behörden und Gästen die eigentliche Fest- Wt nach Friedberg zurück erfolgen. Der neue,SckM"en- weg geht von Friedberg links ab und fuhrt zwischen den Geleisen der Friedberg-Hanauer Bahn (lmks) und der Main- Weser Bahn (rechts) mit sanfter Steigung aufwärts, um mittels einer Brücke über die Main-Weser Bahn zu kommen. Tie weitere Fahrt geht durch die wogenden Getreidefelder der Wetterau. Hier hat man einen herrlichen Buck auf die Stadt Friedberg. Man sieht die breite Front der renovierten Stadtkirche, den Adolfsturm und die Baumassen des Gymnasiums: im .Hintergründe schließt der Johannisberg bei Bad-Nauheim das landschaftlich überraschend schone Bild ab. Tie Bahn schneidet auf dieser Strecke auch die Kreisstraße nach Frankfurt a. M. Nach 19 Minuten Fahrzeit gelangt der Zug zur Station Rosbach v. d. Hohe. Tie Station liegt zwischen Ober- und Nieder-Rosbach m der Nähe des Mineralbrunnens und des Bergwerks, ^re ^tta- iionsgebüude auf der Strecke sind sreundliche Häuschen; der Parterrestock ist in Massivbau und der obere Stock in Fachwerk ausgeführt. In der Nähe, am Walde, steht man den Straßheimer Hof mit der uralten Lmde; sie bezeichnet den Platz, wo vor dem dreißigjährigen Kriege der blühende Ort Ober-Straßheim gestanden hat. Auch den Beinhardshof erblickt man. Auf der Weiterfahrt rückt man überhaupt dem Gebirge immer näher, und sieht deutlich die Höhen: Feldberg, Altkönig usw. Auch fährt man em Stuck am Walde entlang. Nach zehn Minuten Fahrzeit gelangt man nach Rodheim v. d. Höhe, in weiteren sechs Minuten nach H 0 l z h a u s e n v. d. Höhe. Hier sind mächtige Damme errichtet und das Bahngeleise fällt Man fahr durch den Spießwald und kommt nun in preußisches Gebiet. Auch nähert ntan sich der Homburg-Usinger Bahn. Ueber Friedrichsdorf und Seulberg fährt man auf der Bahn Homburg-Usingen nach Homburg, wo der Festzug um 12 Uhr 15 Min. anlaugte. In dem Restaurant „Neue Welt' gab die Stadt Homburg den Festteilnehmern ein Gabelfrühstück. Während der 45 Minuten Aufenthaltszeit fanden sich unter den Festteilnehmern ein: von den hessischen Behörden: Geh. Regierungsrat Tr. Braden, Kreisamtmann Dr. v. Bechthow, die Landtagsabgg. Joutz-Butzbach und Weith-Nieder-Woll- ftadt, Landtags- und Reichstagsabg. Graf Oriola, der staatliche Geometer Müller I.-Friedberg, Beigeordneter Hieroni- mus-Friedberg und Bürgermeister Wörner-Bad-Nauheim. Vom hessischen Ministerium war niemand erschien^.. Von preußischer Seite waren anwesend: Regierungs- und stadti- iche Vertreter aus Homburg und Usingen. Um 1 Uhr begann eigentliche Festsahrt. Man fuhr ohne Aufenthalt au der Station Seulberg vorüber und hielt zuerst in Friedrichsdorf. Die Festlichkeiten auf den Stationen waren sichiziem- lich ähnlich, überall standen Hunderte von Menschen, Schulkinder, Bürgermeister, Gemeinderäte, Pfarrer und Lehrer. Musik spielte, Fahnen wehten, weiß gekleidete Jungfrauen warfen Blumen, und alles rief „Hurra!" oder „Hoch die Eisenbahn!" An jeder Station stieg man aus und trank etwas. Geh. Regierungsrat Braden wußte auf alle Reden eine passende Antwort zu geben. In Holzhausen erhielt man auch ein „Gedenkblatt", in Verssorrn wird darauf die Geschichte der Bahn von dem früheren Bürgermeister R t e d geschildert. Hier überreichste man auch dem Geheimrat Braden und dem Ingenieur Amson hübsche Bouquets. Ev sprachen in Holzhausen: Herr Georg Fritz, Mitglied des dortigen Gemeinderats, in Rodheim: Bürgermeister Holl und Pfarrer Tr. Dickmann. Ter letztere feierte die neue Bahn, die es ermöglichte, daß die Arbeiter, die auswärts beschäftigt sind, nichst mehr nur jede Woche, sondern in Zukunft alle Tage nach Hause fahren können. Tie Bahn bringe neuen Verkehr und einen neuen Austausch! der Gedanken, eine neue Zukunft für die Gegend! Auf der Statwii Rosbach redete Beigeordneter Kunz von Nied er-Rosb ach für die Gemeinden Ober- und Nieder-Rosbach. Nach! Stunden fuhr man in den bekränzten Bahnhof Friedberg ____Neueste Meldungen. Theater, Kunst und Wissenschaft. Paris, 15. Juli. Ter frühere französische Gesandte — Prostssor Rewhold BegaS vollendet heute (Montag) das in Konstantinopel, Graf Longueville, wurde, während ep 70. Lebensjahr. BegaS ist Berliner. Er war der drUtälteste unter aus der Diplomatentribüne der Truppenschau beiwohnte, d-n vier kunstbegabten Söhnen deS Geschtchts- und BildntSmalers bont Schlage getroffen und starb sofort. K^Bega?^ ________ __ Paris, 15. Juli. Das gestrige N a t i 0 n a l f e st nahm einen äußerst glänzenden Verlauf. Zahlreiche Gebäude waren lUjISjUUL I illuminiert. An verschiedenen Stellen wurden FeuerwerNs W?' 1VUJL ?ie Verhandlung in dem Prozeß gegen dre ^gebrannt und unter freiem Himmel getanzt. In den 13 polnischen Akademiker wegen Teilnahme an einem Geheimbunde sic>weote firfi eine außerordentlich große Menschenwürde vertagt, da dem Antrag der Verteidigung, den Studenten Bolewski Straßen bewegte sich cme a^rorvenrim- y. p> 1 > in Krakau und den Schriftsteller Miltowski L Zürich kommiffarisch zu menge. Gegen 0 l^r vernehmen, stattgegeben wurde. fall in der rue Pyat. Aus dem Fenster eines dort g^ legenen Hauses rourbe ein Revolverschuß abgefeuert, wodurch ÄVÜkl eine Frau schwer verletzt wurde. Im übrigen verlief der Lrnn Nnbestöruna Im ganzen wurden wahrend des Friedenau-Sportpark, 14. Juli. Tie Rad- ^^s 14 Verhaftungen ^>orgenommen. Präsident Loubet f a h r m e i st e r s ch a f t d e r W e l t f ü r A m a t e u r e über L, fSEfto nach! Longchamps. Nachdem zwei Kilometer gewann Maitrot-Paris in 5 Min. 10 Sek. ^easminMer Andree die Front der in Parade stehenden Zweiter wurde Vejtrübe-Prag, Dritter -Struth-Mainz, Vier- die Tribüne, um sechs ter Temiy-Buffalo. Die Meisterschaft der Welt für Berufs- ^pp^geritten, 0 b verleihen. Hierauf fand fahrer Über zwei Kilometer gewann Ellegaard-Odense in ftott. Nach der Parade 3Mm. 29,2 Sek. Zweiter wurde Jaguelin-Paris^Dritter Lou^ an den Äminifter ein phrasenreicheZ Schilling-Amsterdam, Vierter Arend-Hannover. Bei dem Match zwischen Ellegaard und Maitrot über 2 Kilometer en‘ .fn UTlt> fiÄ S Neu tNl «Dell der Sers JS&" « meilter Norberte, kN, 1111 lNlt Niedrigste „ , 12. , 13. „ Höchste Temperatur am 13. „ 14. Juli Niedriaste , w 13. „ 14. , erstattet. ♦* Verhaftung. Ein hiesiger Dachd^ckergehilfe wurde am Samstag wegen verschiedener Unterschlagungen, durch die er seinen Meister geschädigt hat, verhaftet. *♦ Einen guten Fang glaubte die Polizei machen zu können, als sie gestern nachmittag gegen 5 Uhr nach einem. ko. Fra«kf«ri Hause in der Sonnenstraße gerufen wurde. Von einem Anz.«) Amtliche N......... --- Nockbarbause aus batte man nämlich beobachtet, wie ein Weizen Mk. 16 25—00.00, Kurbesstscher Mk. 17.50, La Plata unbekannter Mann in Mtag-kleidern »°r dem b=‘r. Kö,S-f-r auf und ab ging, auffallend daran m die Höhe schaute unb qT?ai8 11.75—12.00, Weizenmehl 0 Mk. 25.00 bis Mk. 25.50, chließlich die Hausthür aufzuschließen versuchte, waS ihm j. Qual. Mk. 23 00 bis Mk. 23.60, 3 Qual. Mk. 21-21.50, Ropaeu- s 2 Ä- PsegÄ»»® Klopfen — inzwischen hatte sich eine große Menschenmenge — .. --- or dem Hause angesammelt - wurde endlich die Hausthür SriefKüIIeN btt RebüKIlÜN. geöffnet, zwei Polizisten drangen sofort in das HauS, um _ » bitten wir, die Namen der Ein. den vermeintlichen Einbrecher festzunehmen, der ihnen ent= renber toie aller in den Ausführungen erwähnten Personen gegentrat — mit einer Pfeife im Munde, da stellte eS sich uns zu nennen. Wir wahren der Oeffentlichkeit gegenüber b Ue8 lerauS, daß der vermeintliche Einbrecher in dem Hause — Stillschweigen, müssen aber immerhin durch Namensnennung ewen wohnte. Anb'lt haben. w. Nidda, 15. Juli. Heute trafen hier über Bad Salz- Temperatur der Lahn und der Luft, hausen, wo sie die Quellen besichtigt hatten, eine größere 15 3ufL Nach Ri-um-ir gemessen mittag« zwischen 12 und 1 Uhr. Anzahl Studierender aus Gießen und Marburg unter| HWasser 2ofl, Lust 18°. Führung des Professor Dr. Brauns ein und besuchten die' --- sog. Klippe mit ihren Basaltbildungen. Die Herren machten im Schweiße ihres Angesichts reiche Ausbeute und erquickten sich nach des Tages Hitze in dem durch seine gute Verpflegung bekannten Hotel zur Traube. W. Reichelsheim i. d. W., 14. Juli. Ein von einem hiesigen Loseverkäufer geliefertes Los unserer Lotterie der 6. Klasse gewann 100,000 Mk. An diesem Gewinn ist zunächst eine Spielgesellschaft beteiligt. Ein Friedberger spielte auch ein Viertel der Glücksnummer, hatte aber am ZiehungStag den Betrag für das Viertellos noch nicht entrichtet. Der hiesige Loseverkäuser verweigert darum die gewünschte Herausgabe des Lose- und erklärt sich für den richtigen Eigentümer desselben, da er das Los bezahlt habe. Der Friedberger dagegen macht geltend, sie hätten sich vor Zeugen dahin verabredet, daß er die Losebettäge gelegentlich entrichten dürfe, und daß diese Praxis seither thatsächlich auch innegehalten worden sei. Wenn nicht noch eine Verständigung erzielt wird, wird das Gericht den Fall zu entscheiden haben. fc. Rotenburg a. d. F., 14, Juli. Die Vermählung des Grafen Leopold zur Lippe-Biesterfeld, ältesten Sohnes des Regenten von Lippe-Detmold, mit Prinzessin Berta von Hessen-Philippsthal-Barchfeld findet am 16. August im hiesigen Schlosse statt. — Pittsburg, 15. Juli Der Präsident des Gesamtverbondrö der Swhlarbetter ordnete an, dab die Arbeit in drei unterbeut ten Gesellschaften deS StahloerbcmdeS niedergelegt wird. D«e Zahl davon betroffenen Arbeiter wird auf 7'UM0 g-scbätzt. a luli a — Absolute Feuchtigkeit 1 Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 1 c 9 «uf 0° reduzier fr r £ 3 * J- -L 13. 9« I 748,5 20,8 i4,o; 77 SSW. 1 klarer Htmmel 14. 7’5 7481 16,8 11,0 77 w. 2 Sonnmschein 14. 2*5 747,1 26.8 14,5 56 NW. 2 ,, 14. 9« 747,2 20,0 13 8 79 SW. 2 klarer Himmel 15. 725 748,9 17,4 12,7 86 w. 2 Sonnenschein 15. 2to 749,7 23,1 12,2 59 WNW. 2 beb. Htmmel Höch ie Temperatur «m 12. bis 13. Jul 33,io C. Danksagung Gießen, den 15. Juli 1901. 02725 Wimpfen, den 13. Juli 1901. 02721 Carl Herr. 4972 Handschuhe etc. 49K Julius Schulze H, Elgegi statt. 4983 Becker. 4976 nach an der neuen Kaserne 02784 Besuche. empfiehlt 4970 2288 Geldgewinne z:T^:e ±U0 CO c/> 3 Per Worstand. 4973 weg 2. 4676 4957 jederzeit ins Haus den Anzeigenteil: Han- Beck. — Druck und Verlag der Brühl'schen UnwersilakS-Buch« und Stemdruckerei (Pietsch Erben) in Greßen. (Offene Stellen WpMMgen sterschledenes Vereine 1 er in i et n n gen zumWürzen Vlietfielnche, mich angelegentlickst. 4»77 I. v. Waesfeld, Fried elhaufeu. Die auf Montag den 15. Juli festgesetzte U-bnng fällt anS. seit dem 1. Mai übernommen habe. Ich empfehle meine Lokalitäten angelegentlickst zu geneigtem 4954] Sofort gute ßrlstenz. Für m. altbek. Hamb. Cig.-Haus s. fof. e. acktb., tücht. Herren, welche Gastw., Händler rc bei. Mon. JL120 u hohe Ur ob. Htto Zettmann, Hamburg25 sagt innigsten Dank Familie Poltzeidtener Schmidt. HeuchelheiM'Gießen, den 14. Juli 1901. Nene Kartoffeln aelbe Perle von Erfurt, in bekannter Qualität, vorsendet zum billigsten Tagespreis centnerweise A. Simon II., Karloffel'Versandgeschäft, L Echzell in der Wetterou. ® Die Beerdigung findet DienZtag den 16. Juli, nachmittags 8 ühr, vom Sterbehause, Weserstraße 6, auS statt. Restaurant Royal. Das auf heute Abend festgesetzte Konzert fällt arrS Dasselbe findet M“ Mittwochabend Gießener Zither-Club. (Wohttyätlgkelts-Werein.) Samstag, 20. Juli, abds. 9 Uhr: Mmts-Bersainnilllng im Pfälzer Hof (Rahnefeld), Schanzenstraße. Zahlreiche Beteiligung erwünscht kcsllcht ein jg. Mäöchcn in kleinen Haushalt. 4955 Zu erfragen in der Expedition. Vergebung von Bauarbeiten. Zur Erbauung einer Bibliothek der Landesuniversität sollen folgende Rohbauarbeiten bezrv. Lieferungen (bis Sockel höhe) unter Zugrundelegung der Ministerialerlaffes vom 16. Juni 1893 öffentlich vergeben werden: Los I: Erd- und Maurerarbeiten: ca. 850cbm Erdaushub, ca. 870 cbm Bruchsteinmauerwerk, ca. 620 cbm Backstetnmauerwerk, ca. 310 qm Sockelvrrblendung aus Basaltlava rc. Los II: Lieferung von 250 Tonnen Port landeement. Los III: Steirrharrerarbeit: ca. 12,0 cbm Basalt« lavasteine (Lungsteine). Los IV: Lieferung von ca. 19 639 kg alten Eisenbahnschienen. Los V: Lieferung von ca. 1260 kg I-Träger Nr. 8. Angebotsunterlagen können bei uns ungesehen und Ange- botsformulare (keine Zeichnungen) gegen Selbstkostenpreis bezogen werden. — Offerten mit bezeichnender Aufschrift siid spätestens bis 3. August d. I., vormittags 11 Uhr, dem ®i« öffnungstermine, bei uns einzureichen. ZufchlagSfrtst 4 Wochen. Gießen, den 13. Juli 1901. Großh. Baubehörde für die Universitäts-Neubauten. y * und Flechten. Obermeyer’a Herbaseife, ges. gesch. d. k. Pat enth. 3,5°/o Amica, 3,5°/o Salbei u. a., sollte wegen ihrer durchaus milden, aber sicheren Wirkung auch bei Kindern u. Säuglingen angewandt werden. Viele Anerkennungsschreiben von Privaten und Aerzten. Herr Dr. med. H. i. D., Spezialist für Hautlei- *den, schreibt: (notariell beglaubigt) „Obermeyer’s Herbaseife ist L „von mir in über 100 Fällen I „von Hautausschlägen zur ’ „Anwendung gekommen und k „war der Erfolg geradezu i „überraschend u. s. w. Ein einziger Versuch überzeugt Erfolg sicher. Obermeyer’s Herbaseife zu haben per Stück M. 1.25 in Apotheken, Drogerien u. Parfümerie-Geschäften od. durch den Fabrikanten J. Gioth, Hanau a. M- Auch zu haben bei H. Tichy, Parfümerie, Seltersweg 43, u. A. Welz, Parfümerie, Selters- Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Verluste meiner unvergeßlichen Gattin, unserer innigßgeliebten Mutier, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Glück am Grabe und für die vielen Blumcnspendeu Laden-Aufgabe. Beehre mich hierdurch, meinen werten Kunden mitzuteilen, daß ich mein Ladengeschäft vom 15. b. Mts. ab vorläufig aufgegeben habe, und mein Geschäft in der Privalwohnung, Eingang Linden» gaffe S, weiterführe. Indem ich mir noch erlaube, auf Sckelle und Sprachrohr im Hauseingang aufmerksam zu macken, empfehle ich Gurken zum Einmachen, in allen Größen, pro 1000 Stück Mk. 10 franko unter Nachnahme versendet 4856 Ludwig Vutman«, deppen Helm a Wiese (Rbeinbefi.) Donnerstag de« 18. Juki 1901: Haupt-Uebung. Nack derselben: Vortrag des Herrn Branddirektor Trabe« bei Kamerad Albold. 4901 Das Kommando. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Verlust unserer unvergesslichen Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter Frau Heinrich MoliWwe geb. Schüttler sagen herzlichen Dank Oberlehrer Dr. Noll und Frau. RMoti liefert durch die Milchleute WohleMt.BiiiillillrWW umzugshalber preiswert abzugeben. Näheres in der Geschäftsstelle deS Gießener Anzeigers.4524 LchMchei gegen Vergütung gesucht. 4962 I. Saar» fr., Kreuzvlatz. Eilt!10N"aÄ der II. Baden-Badener Mon Geld-Lotterie BI Lose ä 1 Mk., 11 Lose 10 Mk. { Porto und Liste " l 25 Pfg. extra. ■ der Suppen, Saucen, Gemüse, Salate u. f. w. Wenige Tropfen genüge«. Soeben wieder einaetroffen bei Chi*. Schilnhal», Weserstr. 1. tft-lJ fofort auf Hypothek, SlPifl Wechsel, Schuldschein, UulU Polizen, Erbschaft rc., nicht unter Mk. 100.—, zu günstigsten Bedingungen. Rück- norto. «. Marlier, Nürnberg, 4308s Radbrunnenstraße 138. Wirtschaft zur Stadt Lieh. Teile einem geehrten Publikum, Freunden und Bekannten ergebenst mit, daß ich die Wirtschaft zur Stadt Lich Todes-Anzeige Verwandten und Bekannten die schmerzliche teilung, daß mein lieber Gatte, unser guter Bare, Sohn und Schwager Wilhelm Schuldt Sonntagnacht ’/ri Uhr nach langem Leiden i« Alter von 35 Jahren sanft entschlafen ist. Lina Schuldt und Kinder. ILin unmöbl. Zimmer zu verm. *3/ Jakob Horn, Steinstraße 33. /Linfach möbliertes Zimmer zu vermieten. Bahnhofstraße 18. (Ktn schön möbl. Zimmer zu ver- vs/ mieten. 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