Nr. 114 Drittes Blatt. 151. Jahrgang Donnerstag 16. Mai 1901 ■U»»»rte 10 P^g. bald oedner 8 etroffm MW 8623 Feuilleton ist °7°°ä u>8 ipaßhaft ist ferner, was ein Herr Gerhard Heyden in der 'M ja* V//////A den Feldern, auf den kraftvoll und durstig Gern folgen wir im und wünschen ihnen wir dies thun, tritt Ar Mr MWunbe" Vier- ®* *>4r«tU4 betytqt. be*Ug« Wit ben Ul erW einenbtn M 1WRB ie «tzr ■M« ■ WHcRtit« «breffe für ®e6tf4*| Anzeiger Kietz«. FkrnsprrchanIchlußNr.HL. ibm daraus finanzielle Rechte für sein ganzes Lrben erwachsen find. Wenn ein Beamter nicht wenigstens 10 Jahre lang dem Staate gedient hat, ist ihm ein Anspruch auf Penfiqp nach dem preußischen Gesetz vom 27. März 1872 nicht er« wachsen. Nach § 1 des obigen Gesetzes erhält dagegen jeder unmittelbare Staatsbeamte, welcher sein Diensteinkommen aus der Staatskasse bezieht, eine lebenslängliche Pension aus derselben, wenn er nach einer Dienstzeit von wenigstens zehn Jahren infolge eines körperlichen Gebrechens oder wegen Schwäche seiner körperlichen oder geistigen Kräfte zu der Erfüllung seiner Amtspflichten dauernd unfähig ist. Bei Staatsministern, die aus dem Staatsdienste ausscheideu, ist eingetretene Dienstunfähigkeit nicht Vorbedingung des An« spruches auf Pension. Nach § 8 des gedachten Gesetzes beträgt die Pension, wenn die Versetzung in den Ruhestand nach vollendetem zehnten, jedoch vor vollendetem elften Dienst- jahre eintritt, ie/60 und steigt von da ab mit jedem weiter zurückgelegten Dienstjahre um Veo des Diensteinkommens. Letzteres beträgt für den preußischen Staatsminister jährlich 36,000 Mk., wovon jedoch nach § 10 des mehrzitierten Gesetzes, da von dem 12,000 Mk. übersteigenden Einkommen nur die Hälfte in Anrechnung gebracht wird, auch nur 24,000 penfiouSberechtigt sind, also würde der Betrag von ,s/60 oder i/4 dieses Einkommens die jährliche Pension von 6000 Mk. ausmachen. Das ist immer besser als gar nichts, denn die anderen Minister, wenn sie mit 40 Dienstjahr en ausscheiden, erhalten 45/eo ihres Diensteinkommens, also 18,000 Mk., als Pension. Familien, und in den Gärten, auf Fluren, in den Wäldern erblühen die Blumen harmlosen Frohsinns. Geiste den Scharen der Glücklichen des Himmels Segen. Aber indem Eine heilsame Lehre. Aus London tvird uns geschrieben: Ter britische Höchstkommandierende in Südafrika, Lord Kitch en er, muß in der That ein bedauernswerter Man« grause» 7 E«n^e‘ ti-llch mtt ÖfcMeiwt bei MontogS btm Sn- । jm aita M durch gehend. „Ttsch. Bauhütte" von Darmstadt und den Darmstädtern vorbringt. Er schreibt u. a.: „Tie eine Hälfte der Bewohner dieser friedfertigen Stadt besteht aus Staatsbeamten, die andere aus alten Jungfern jeglichen Geschlechts. Tie Ausstellung der Darmstädter Künstler-Kolonie erlaubt heute noch kein abschließendes Urteil als Ganzes — aber selbst an den übermodernsten Tollheiten wüßte ich an diesem Orte nichts auszusetzen: denn es ist eine Ausstellung, die Tendenz hat, ihre Tendenz ist der Kampf der Jugend gegen das Altmeistertum und die liebe, enge, deutsche Philisterei! Dieses Milieu, dieser Hintergrund, von dem sich die Ausstellung abheben wird, giebt ihr einen ganz besonderen Reiz, bcn ihr keine Stadt geben konnte, deren Bewohner einige künstlerische Erziehung, einen weiteren Gesichtskreis und weniger Entsetzen vor allem Neuen hätten. Für den freilich, der weiß, daß es eine Ehre ist, von gewissen Leuten nicht verstanden zu werden, giebt es kein Lob, das die Künstler der Kolonie mehr ehren könnte, als das Gespött und die dünnen Witzlein, mit denen diese Darmstädter ihr hohes Streben abthun zu können glauben. Diese Ausstellung wird eine günstige Gelegenheit sein, zu beobachten, wie sich heute das weite Publikum zur Kunst und zum Künstler verhält. Die Grenzen des Publikums, mit dem wir es hier zu thun haben, können durch den trivialen Begriff „die Gebildeten" bezeichnet werden. Das erste Kennzeichen des Gebildeten ist das, daß er über alles ein Urten hat. Ob der er gekommen, erscheint uns nicht bloß im Licht einer legendarisch-poetischen Gerechtigkeit, sondern auch fast als eine logische Notwendigkeit. Ter Himmel an sich aber, man mag sich davon eine Vorstellung macl)en, wie man will,- muß und wird alle Zeit dem fühlenden Menschen, bald 1 r GietzenerAnzeiger ** General-Anzeiger v Mts-und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Zum jüngsten Atteulatsgerücht schreibt man aus Buenos Ayres: Eine famose Geschichte publizierte die größte argentinische Zeitung „La Prensa" dieser Tage. Es h2ndelt sich um nichts mehr oder weniger als um ein anarchistisches Attentat auf Kaiser Wilhelm II. Der Attentäter Romazeoli soll bereits in Berlin verhaftet worden sein, nachdem der hiesige Polizeichef die Berliner Behörden von der Abreise des Attentäters verständigt halte. Der Polizeichef streitet die ganze Geschichte ab, wohingegen „La Prensa" bei ihrer Behauptung verharrt. Bis hierher wäre an der Affaire nichts Absonderliches zu finden, jedoch die Reiseroute, die der angebliche Anarchist benutzt haben soll, um nach Berlin zu gelangen, ist mehr denn verrückt zu nennen. „La Prensa- behauptet, der anarchistische Attentäter wäre von Rom über Paris und Havre nach New York, von dort nach Buenos Ayres gegangen, hätte dann im Innern die Städte Santa Fe und Rosario mit seiner Anwesenheit beglückt. Am 19. März soll er alsdann von Bern nach Berlin abgereist sein, nachdem er sich mit einem Komplizen am 17. März in Buenos Ayres nach Europa eingeschifft hätte. Der verrückte anarchistische Reiseonkel sollte samt „La Prensa" in eine Kaltwasser-Heilanstalt gebracht werden. „La Prensa" leistet sich in bezug auf Deutschland überhaupt öfter Schnitzer, die stark an Blödsinn streifen. Aus Anlaß des Todes unseres „eisernen Kanzlers" berichtete sie ganz stramm, daß Kaiser Wilhelm II. nach Erhalt der Todesnachricht sofort seine Nordlandreise unterbrochen habe und mit seiner Dacht „Hohen- zollern" in den Hafen von Berlin zurückgekehrt sei. Später ließ sie sogar den russischen Zaren zum Besuche in Potsdam mit einem Kreuzer 1. Klaffe erscheinen. Mehr kann max doch wirklich nicht verlangen. Mk. 2.-•tnonatl, 75 Piy. mitönngcrlobn; burch Sm Sbholkflclltn tMfrtdjibsv. Mk. 1.90, mouatl. 65. ®d SkfHjrgufl ötcttelHW. Mk 2.00 ohne tklkflfrtb ■dt iln|rster Ml® Ware luster er von der Sache etwas versteht ober nicht, ob er sein Urteil aus der Zeitting oder aus dem Konversationslexikon hat — er hat ein Urteil. Natürlich hat er auch ein Urteil über die Kunst in ihrem ganzen Umfang. Es ist unglaublich, wie wenig Erziehung, wie viel tölpelhafte Unwissenheit der Gebildete gerade auf diesem Gebiete ganz unverfroren offenbaren darf. Man braucht nur zu hören, wie Leute, die vielleicht in ihrem Leben keine drei vernünftigen Ideen hatten, die im engen Kreise ihres Amtes und ihres. Biertisches nie Zeit noch Lust fanden, genug zu lernen, um zu begreifen, daß sie nichts wissen, wie diese über Kunst und Künstler urteilen wollen, und wie es ihre Umgebung nicht nur begreiflich, sondern natürlich findet, dcr ja jeder Gebildete über jedes Ting ein Urteil haben muß. Frühere Zeiten hatten, wenn nicht Verständnis, so doch eine gewisse Ehrfurcht für ihre Kunst und für ihre Mnst- ler; heute wären wir froh, wenn das Publikum wenigstens so viel Anstand hätte, nicht über Tinge zu schimvfen, von denen es nichts versteht. Es ist noch lange nicht alles unverständig, was einem Philister unverständlich ist. Wer diesen Hintergrund kennt, von dem sich die Darmstädter Ausstellung abheben wird, gewinnt ihr sicher noch mehr Reiz ab, er wird sich freuen, daß diese Ausstellung gerade in Tarmstadt entstehen konnte." Darmstadt im Spiegel des Reiches. Man geht im Reiche mit den Bewohnern unserer Lmideshaupt- stadt nicht gerade sehr glimpflich um. llnlängst erzählten wir, was der Redakteur der „Münch. Ztg.", Eduard Engels, von ihnen zu sagen wußte, und daß der Darmstädter Verkehrsverein darob in höchster Entrüstung diesein Manne mit Klage drohte. Herrn Engels fiel alsbald da^ Herz in die Hosen. Er erklärt jetzt feierlich und beschämt, daß es ihm durchaus fern gelegen habe, die Tarmstadt zu verlästern, und bittet, seinen nächsten Artikel über Darmstadt und die Ausstellung — welchen beiden er in voller Objektivität gegenüber stehe — abwarten zu wollen; dann würde man anderer Ueberzeugung werden. Es war ja nun freilich nicht besonders hübsch, was Herr Engels von Tarmstadt gesagt hatte, aber nach dem Poem, das daraufhin ein Herr P. E. im „Tägl. Anz." veröffentlicht, kann man Herrn Engels bis zu einem gewissen Grade leider gar nicht so ganz Unrecht geben; etwas Alberneres kann man sich kaum denken als dieses „Heldengedicht", ilnverständlich bleibt auch die ^klagedrohung des Verkehrsvereins, der mit einer Klage zweifellos von jedem Gericht abgewiesen worden wäre. Tine Stadt als solche läßt sich nicht beleidigen. Recht pil .....< auch! die Vorstellung von der religiösen Bedeutung, die an den „Himmel" uns erinnert, in unseren Gesichtskreis, und wir denken daran, wie dieser Tag in der Geschichte der Christenheit historisch geworden ist zu dem, was er ist. Wie die Vorstellung des Urchristentums von der Erhebung des geistig verklärten Christus zu den Himmelshöhen sich schließlich umformte zu der sinnlich greifbareren Vorstellung von dem Emporstieg des leibliclien Heilands zu den Wolken, zum Throne des Ewigen, wie, entgegen den Anschauungen einzelner Jünger, die jene Himmelfahrt, den göttlichen Lohn für den Opfermut und die Liebe des Gottessohnes, auf den Auferstehungstag verlegten, schließlich die Apostelgeschichte den vierzigsten Tag nad), Ostern als Him- melsfahrtStag feierte, und seit Ende des vierten Jahrhunderts die christliche Dogmatik diesen letzteren Termin zu einem kirchlichen Festtag erhob. Es ist nicht unseres Amtes, hier Kirchengeschichte oder Dogmatik zu dozieren. Aber in wie hohem Maße berühren doch, aller asttonomi- schen Wahrheit zum Trotze, die das Oben oder Unten im Weltenraume, die jede Oertlichkeit des alten „Uranos", des Himmels, leugnen muß, ajlem Rationalismus zum Trotze, der sein Placet zu dem Emporstieg eines leiblichen Christus in die physischen Wolken nicht geben kann, die Begriffe des Himmels und der Himmelfahrt tiefer, inniger, unmittel barer unser Empfindungsleben, als manche andere Vorstellungen unserer christlichen Lehre. Die Aufnahme dessen, der in seinem Wesen und Wirken uns als übermenschlich, als göttlich erscheint, in die außermenschttche Welt, aus Himmelfahrttag. Es giebt neben den „großen" Christenfesten, die so hoch emporragen in der Menscl-enwelt und so sehr weit hinaus in das Empfindungsleben der Einzelwesen, wie in das Gesellschaftsleben der großen Menschengemeinde ihre Strahlen senden, auch bescheidenere Festes-Veilchen. Ihr religiöser Charakter, ihre christlicl>-dogmatische Bedeutung mag so scharf und selbständig ausgeprägt sein, wie die der großen Feste, in den Augen der Durchschnitts- meuscl)en sind sie gleichsam nur Heinere Planeten, die das Licht von der großen Sonne empfangen. So ist's mit dem Himmelfahrts-Feste. Tausende, die es verstehen und bereit sind, Jirfy in die religiösen Vorstellungen oes Weihnachtsfestes, oes Osterfestes zu versenken, sehen im Himmelsfahrtstag nicht viel mehr als einen willkommenen Feiertag, der gleich einer freundlichen Extra-Gabe ins Alltagsleben des Wonnemonds hineinfällt, in der Hauptsache aber nicht viel mehr ist, als eine Art von Borbereit-- ungstag, eine Generalprobe zu dem gewaltigen Pfingst- feste, das uns an die Spendung des himmlischen, heiligen Geistes erinnern soll. Vom Standpunkte des nüchternen, -enußfrvhen Menschen, der nach der Regel lebt: „Man soll die Feste feiern, wie sie fallen", ist der Himmelfahrtstag, dann zumal, wenn wirklich der „Himmel" in seiner irdischen Schönheit und Bläue in Erscheinung tritt, ein Tag des lebhaftesten Naturgenusses. Man findet, daß selbst Lente, die an Sonntagen, in der Furcht vor dem über- nläßigen Andrange stadtflüchtiger Menschen zu den Verkehrsmitteln, daheimbleiben, an diesem Tage mit muterfüllter Seele sich dem großen Exodus anschließcm und dazu beitragen, alle nahen Stätten, die so schön .und-so lieblich sind, auf unserem hessischen Boden und von denen wohl leider trotz ihrer Vorzüge so viele Tage im Jahre von friedlicher Stille erfüllt sind, .ein Tummelplatz frohsinniger Menschenkinder zu verwandeln, die sich auf kurze Stunden Vergessenheit im Drange des Alltagslebens, den „Himmel auf Erden" schaffen wollen. Ueberall wimmelt! es von großen und kleinen Kindern, von großen und kleinen 3527 immer noch glücklich der, welcher ahnt und fühlt, welch süßes Heimatswehen aus dem Himmelsbegriffe uns ent- gegensttömt, welcher Trost aus ihm in der Fülle irdische^ Leidens uns erblüht, und welche innere Würde wir unserem' Seelenleben und damit unserem irdischen Handeln verleihen könnten, wenn wir an die Wahrheit des Empfindens- glauben wollten, die unbeschadet alles praktisck-en, ver- nünfttgen, irdisch kühlenden und strebenden Menschentums in dem alten Liede liegt: Was kann die Erde Dir gewähren Auf der Du Gast und Fremdling bist? Dem Himmel sollst Du angehören, __________Weil Himmelsahnung in Dir ist._______ -Politische Tagesschau! .Unter Bezugnahme auf unseren gestrigen Artikel über „die Amerikaner im Anrücken", geht uns aus Lehrerkreisen folgende beachtenswerte Auslastung über das amerikanische Schulwesen nach der „Allg. deutschen Lehrerztg" zu: „Wenn in Lehreikreisen j,ht fast einmütig die allgemeine Volksschule für die einzig richtige Bildungsanstalt für unsere Jugend angesehen wird, so ist daS gewiß berechtigt. Ein Beweis da für, wie wertvoll diese Einrichtung ist, liefern die Vereinigten Staaten. In seinem im Verlag von Julius Springer in Berlin unter drm Titel: „3um dritten- und viertenmale in den Vrreinigten Staaten" ver- öffmtlichten Vortrage sagt Friedrich Goldschmidt über da« amerikanische Schulwesen: Der Amerikaner nennt neben seiner Verfassung die freie öffentliche Volksschule das Heiligtum seiner Nation. Mit R?cht sagen wir, daß unsere Volksschule Preußen groß gemacht habe, aber die preußische Volksschule hat mit den Ansprüchen der Zeit nicht Schritt gehalten, und ste steht jetzt wett hinter der amerikanisch-'n zurück, schon deshalb, weil die amerikanische keinen Unterschied macht zwischen arm und reich, zwischen hoch und niedrig, zwischen Stadt- und Landschulen. Der Sohn deS Präsidenten der Republik sitzt neben dem Sohn des Kutschers dieses Präsidenten aus derselben Bank, und die Tochter der reichsten Frau neben der Tochter vielleicht ihres Schuh machers, Gärtners oder Stallmannes. Und wenn sich heute einzelne aristokratisch gesinnte Eltern zusammenthun und einzelne Privatanstalten gründen, so ist die- äußerst feiten der Fall, der wirkliche Amerikaner thut das ganz gewiß nicht, und kein amerikanischer Staatsmann würde wagen, sein Kind getrennt von dem deS Volkes erziehen zu lassen. AlleS ist frei, nicht allein der Unterricht, sondern auch Bücher, Federn rc Und die Leistungen dieser Schule? Die Knaben, dteMädchen verlassen sie wohl ausgerüstet, daß sie getrost den Kampf mit dem Leben aufnehmen können. Sie haben gelernt, sich in ihrer Muttersprache mündlich und schriftlich gewandt auszudrücken, ste sind auch in der Geschichte und Geographie trefflich unterrichtet, und vor allen Dingen, sie rechnen vorzüglich. Man ersieht hieraus, daß die Gründe, die man gegen die allgemeine Volksschule ins Feld führt, in der Praxis gar nicht stichhaltig sind. Im Jahre 1891 trat der damalige Oberbürgermeister von Frankfurt a. M., Dr. v. Miquel, als Finanzminister in den preußischen Staatsdienst. Er ist niemals Staatsbeamter gewesen, als nur allein in der höchsten Stellung als Minister. Dies steht wohl neben dem Fall seines Landsmannes Frhrn. v. Hammerstein ziemlich einzig da in der Verwaltung. Herr v. Miquel hat dieses Amt aber auch so lauge verwaltet, daß sssM Ult empfänger ein Ende zu bereiten, denen es nicht möglich ist, mit den geringen Renten, die die VersicherungS Anstalten zu zahlen in der Lage sind, auch nur notdürftig ihr Leben zu fristen. Statt der Rente würde also die freie Wohnung, die freie Benutzung des Garten- und Ackerlandes treten und außerdem noch die Gewährung einzelner Mahlzeiten, während den Rentnern außerdem durch geeignete, in den Invaliden- Häusern zu beschaffende Arbeitsgelegenheit die Möglichkeit gegeben werden soll, ihre ferneren Bedürfniffe zu decken. - Um zu verhindern, daß für die Oeffentlichkit nicht bestimmte Aeußerungen des Kaisers unbefugt weiter verbreitet werden, und um dem Ueberhanduehmen bildlicher Darstellungen vorzubeugen, soll die Absicht bestehen, in Zukunft bei der Zulassung dienstlich nicht beteiligter Personen zu Veranstaltungen, an denen der Kaiser teilnimmt, eine schärfere Kontrole zu üben. — Im südlichen Ostpreußen soll dem Vernehmen nach eine größere Grenzsicherung in absehbarer Zeit ein- treten, indem die Orte Passenheim, Hohenstein, Neidenburg, und Johannisburg zunächst Jnfanteriegarnison er» halten sollen. — König Eduard VII. von England wird, wie nunmehr feststeht, Ende dieses Monats zu einem mehr« wöchigen Kuraufenthalt in Homburg v. d. H. eintreffen, und während seiner Anwesenheit dort im königlichen Schlöffe Wohnung nehmen. Bei dieser Gelegenheit wird der König als häufiger Gast bei seiner Schwester, der Kaiserin Friedrich, auf Schloß Friedrichshof weilen, auch ist es nicht ausgeschlossen, daß zwischen dem Kaiser und König Eduard eine abermalige Begegnung dort stattfindet. Prinzessin Margarete, die jüngste Schwester des Kaisers und Gemahlin des Prinzen Friedrich Karl von Hessen, ist nach einer Meldung aus Frankfurt a. M. heute Morgen von zwei Prinzen entbunden worben. Auch die beiden bisher jüngsten Söhne des prinzlichen Paares, das seit 1893 vermählt ist, sind Zwillinge. Im ganzen sind nunmehr der Ehe 6 Söhne entsproffen. Im Falle des Aus. sterbens der männlichen Linie des großherzoglichen Zweiges oes Hauses Hessen wären die Kinder des Prinzen Friedrich Karl, der allerdings noch einen älteren, aber unvermühlten Bruder hat, zur Nachfolge in Darmstadt berufen. — Das „Militärwochenbl." meldet: Der Kommandierende des 15. Armeekorps, Generalleutnant Herwarth von Bittenfeld ist zum General der Infanterie befördert. Der Kommandeur der 19. Division Generalleutnant Graf von Blumenthal ist in Genehmigung seines Abschiedsgesuches zur Disposition gestellt. — Der neue Handelsminister Möller hat in seiner Jugend das Buchbinderhandwerk erlernt. In Gemeinschaft mit dem jetzigen Bielefelder HandelSkammer-Präfidenten Bertelsmann kam her junge Möller damals bei dem Buchbindermeister Guudlach in Bielefeld in die Lehre und bestand schließlich die Gehilfenprüfung mit Auszeichnung. Als dann später die Firma Gundlach in eine Aktien-Gesellschaft umgewandelt wurde, erwarb auch Exzellenz Möller als dankbarer Lehrling eine größere Anzahl der seinerzeit emittierten Aktien, und er gehört noch heute dem Aufsichtsrate der Gesellschaft als Mitglied an. — Daß der Unterstaatssekretär im Reichspostamt Fritsch um seinen Abschied nachgesucht hat, wird jetzt von der „Kreuzztg.- bestätigt. — Bezüglich der geplanten Börsengesetzreform er- ahren wir, haß die Regierung die Frist für die Rückfor- derung und Anfechtung der Differevzverluste, die jetzt 30 Jahre beträgt, verkürzen will. — Bekanntlich sind die Ausführungsbestimmungen zum Schlachtvieh- und Fleischbeschaugesetz noch nicht fertiggestellt worden. Wenn auch im ReichsgesundheitSamte die bezüglichen Arbeiten jetzt stark beschleunigt werden, so erscheint es doch noch fraglich, ob die Ausführungsbestimmungen dem Bundesrate so zeitig zugehen können, daß dieser sich damit vor seiner Vertagung zu beschäftigen vermag. — Eine weitgehende Fürsorge für Invalidenrenten- Empfänger im Bereiche der preußischen und hessischen Eisenbahn-Direktionen bildet zurzeit den Gegenstand eingehender Beratungen der maßgebenden Verwaltungsstellen. Man erwägt nämlich ernstlich den Plan, Jnvalidenhäuser in gesunder Lage auf dem Lande zu errichten, in denen den Rentenempfängern ein geeignetes Unterkommen gewährt werden soll. Bei dem Bau soll möglichst darauf Rücksicht genommen werden, alles Schablonenmäßige zu vermeiden, die Häuser nicht etwa schon im Aeußeren als „Anstalten" oder „Kaserne- mentS" zu kennzeichnen, sondern einfache, aber freundliche Häuser im Landhausstil mit Veranden, Vorgärten und einem Stück Ackerland herzustellen. Ein größeres Gebäude soll ferner der gemeinsamen Benutzung dienen, eS soll Lesezimmer, Unterhaltungsräume, Badezimmer, Zentralküche rc, enthalten, doch soll es natürlich Niemand verwehrt werden, sich seine Lpersen auch selbst zu bereiten. Durch diese Einrichtung YvNt man den fortgesetzten berechtigten Klagen der RentenAusland. Paris, 14. Mai. Im heutigen Ministerrat teilte der Minister des Aeußeren, Delcoss^, mit, daß Frankreich sich dem nachdrücklichen Protest der Mächte gegen die Maßregeln dec Pforte gegenüber den fremden Postämtern angeschloffen habe. Ferner erklärte der Minister, daß 2000 Mann von dem chinesischen Expeditionskorps in die Heimat zurückbefördert seien, das Expeditionskorps selbst werde folgen, sobald die letzten Klauseln der Kollektivuote erfüllt und besonders, sobald die Entschädigungsfrage geregelt sei. Madrid, 14. Mai. Heute ist vor dem Bischofspalast in Palma (Mallorka) eine Dynamitbombe geplatzt. Die Explosion richtete lediglich Sachschaden an. Sevilla, 14. Mai. Die ausständigen Gärtner begingen Ausschreitungen, um alle Gärtner zur Einstellung der Arbeit zu veranlaffen. Es kam zu einem Zusammenstoß mit der Gendarmerie, mehrere Personen erlitten Verletzungen, 70 Verhaftungen wurden vorgenommen. Die Arbeiterbewegung gewinnt in der ganzen Umgegend an Boden. Rom, 14. Mai. Am vergangenen Donnerstag hat König Viktor Emanuel einen ihm vom Ministerpräsidenten Zanar- oelli vorgelegten Erlaß unterschrieben, durch den ein neuer Orden für Verdienste um Landwirtschaft, Industrie und Handel gestiftet wird. Er kann allen denen verliehen werden, die sich, einerlei, ob Besitzer, Unternehmer oder Arbeiter, um den Ackerbau, Bodenverbefferungen, um Entwickelung dec Gewerbe, um das Wohl und den Schutz der Arbeiter, um Ausbreitung des italienischen Exports, mit Kredit-Einrichtungen zugunsten des Ackerbaues und der Industrie verdient gemacht haben. Abbazia, 14. Mai. An Bord des griechischen Kriegs- chiffes „Psara" fand heute ein Frühstück statt, an dem der König und die Königin von Rumänien mit Gefolge teilnahmen. Bei ihrer Ankunft au Bord wurde ein Salut von einundzwanzig Schuß gefeuert und die rumänische Hymne gespielt. Der König von Griechenland brachte )en ersten Trinkspruch (französisch) aus. Er sagte etwa olgendeS: Ich bin überaus glücklich, Ew. Majestäten, welche heute zum erstenmale griechisches Territorium betreten, u begrüßen. Hierüber meine außerordentliche Freude aus- »rückend, trinke ich auf das Wohl des Königs und der Königin von Rumänien. Die Kapelle spielte hierauf die rumänische Hymne. König Carol erwiderte französisch etwa folgendes: Ich beglückwünsche mich, in der Gesellschaft »es Hellenenkönigs zu verweilen nnd trinke auf das Wohl »es Königs und der Königin und das Gedeihen Griechen- ands. Gegen 3% Uhr kehrte das Königspaar von der „Psara" zurück. Die Verabschiedung trug den Charakter herzlicher Freundschaft. Belgrad, 14. Mai. Man erfährt, daß in ganz Belgrad große Entrüstung herrsche, weil die Königin von Serbien einem freudigen Ereignis entgegensehe. Eine medizinische Autorität erklärte, daß hierzu überhaupt kein Anlaß vorhanden gewesen wäre. Deutsches Keich. Berlin, 14. Mai. Aus Kürzel wird gemeldet: Das Kaiserpaar unternahm heute morgen 6 Uhr einen Spazier- ritt gegen Laudonvillers und kehrte gegen 8 Uhr nach Schloß Uiville zurück. Der Kaiser erledigte darauf RegierungSge- schäfte und nahm Vorträge entgegen. Zur Mittagstafel war auch der Minister des Innern Frhr. v. Hammerstein geladen. Morgen findet eine große militärische Uebung der Metzer Garnison zwischen Gorze, Rezonville und ArS statt. Der Kaiser steigt um 6 Uhr in Gorze zu Pferde. Nach dem Schluffe des Manövers gedenkt der Kaiser beim komman- dierenden Genral des 16. Armeekorps, Grafen Häseler daS Frühstück einzunehmen. genannt werden. Tenn ihm ist das seiner Meinung nach sicherlich Schlimmste widerfahren: man bemitleidet ihn. Und weshalb? Eine wunderliche Ironie des Schicksals hat es gefügt, daß der Held vvn Khartum, der hartgesottenste aller Junggesellen, sich „herablassen" muß, durch Vermittelung einer Frau beim alten Ohm Paul wegen des Friedensschlusses anzuklopfen. Tie Stunde, da Lord Kitchener die kluge Gattin des tapferen Botha ersuchte, beim Präsidenten Krüger zu Gunsten der Beendigung des Krieges vorstellig zu werden, mag eine der schwersten seines Lebens gewesen sein. Aber es blieb ihm keine andere Wahl. Ter Boden Südafrikas brennt ihm unter den Füßen, er möchte ihn nicht vollends zum Grabe seines Feld herrnruhms werden lassen. Toch nach London zurück? den auf jeden Fall demütigenden Friedensantrag in der Tasche? Nein, das ist nichts für den maßlos ehrgeizigen Mann. Er denkt — wie aus brieflichen Andeutungen an ihm näherstehende Persönlichkeiten zu entnehmen ist —, die Scharte auszuwetzen. Aber nicht im Süden Afrikas, sondern dort, wo er den kriegerischen Lorbeer dereinst pflückte, im Sudan, nilaufwärts. . . Im Quellgebiet dieses Flusses gährt es wieder. Ein neuer M a h d e ist erstanden, die schwarze Fahne des Propheten flattert wieder auf. M o h a m m e d - b e n -A b - dmllah behauptet, ein Engel habe ihn geheißen, den „hNligen Krieg" gegen die Briten wiederum zu verkünden. Seine Lehre hat gezündet, zahlreiche Negerbanden halten zu ihm, und das Land befindet sich schon seit Monaten im Kriegszustände. Schulter an Schulter mit den Briten Generalfeldmarschalt Grafen W a l d e r s e e. Tie Leitung des Vereins liegt in den Händen eines Komitees, welchem folgende Herren angehören: General v. Throta, Vorsitzender, Major v. Kronhelm, stellv. Vorsitzender und Schatzmeister, Hauptmann v. Sandrart, Stellvertreter, Hauptmann von Blottnitz, Schriftführer, Hauptmann v. Reitzenstein, Technische Kommission, Rittmeister Graf v. Magnis, Jagdreit- Kommission, Hauptmann Schmidt, Schießkommission. Tie einzelnen Kommissionen sind noch durch eine Anzahl Herren verstärkt. Ter Verein hält wöchentlich zwei Jagden ab, die sehr starke Beteiligung finden. Es ist hier aber auch ein Gelände, das jedes Reiterherz entzückt. Bald wird jedoch diese Freude wohl aufhören, da die Chi nesen jetzt anfangen, die Felder zu bestellen. Und da wir ja bekanntlich uns nicht im „Kriege" befinden, wird es wohl auch hier bald heißen: „Fl ur s chäd en d a r f n ich t g e- macht werden.!" — Tann Ade schönes Reiten. kämpften dort Truppen des Negus Menelik, ohne bisher besondere Erfolge errungen zu haben. Jetzt sollen 10000 Mann frischer abessynischer Reiter eingreifen. Nicht daß Menelik daran dächte, den Engländern die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Ter verschlagene Barbarenfürst hat lediglich im eigenen Interesse, um sein Eigentumsrecht an der „Aequatorialprovinz" zu besiegeln, zum Schwerte gegriffen. Zufällig sind seine Feinde gegenwärtig auch Englands Feinde. Tas Blatt wird sich wenden, wenn der Somali-Aufstand niedergeworfen ist. Menelik wird die Hand auf ein Gebiet legen wollen, das England für sich beanspruchen muß, wenn anders es auf dem Projekt beharrt, seine Eigentumssphäre von Aegypten bis nach Britisch Ostafrika hin auszudehnen. Ter englischen Waffen wartet also über kurz oder lang im südlichen Sudan schwere Arbeit, und sie dort zum Siege zu führen, dort seinen erschütterten Feldherrnruf zu festigen, das ist es, was der Besieger der Terwische, der in England vor wenigen Jahren noch vergötterte, jetzt bemitleidete Lord Kitchener zu wünschen scheint. So ist das kleine Volk der Buren berufen, das Geschick dieses Mannes wie das des ganzen England entscheidend zu beeinflussen. Was Kitchener nicht möglich war, wird keinem Offizier des vereinigten Königreichs möglich sein. Ter stolze Plan, eine großafrikanische Kolonie vom Kap bis 3um Nil zu errichten, darf als gescheitert betrachtet werben. Lord Kitchener war ausersehen, ihn durchzuführen; jetzt ersucht er, der Rächer G o r d o n s, durch Vermittelung einer Frau den heimflüchtigen Burenpräsidenten, seine, Krt- cheners, Feldherrnqualen zu Ende gehen zu lassen. Wahrlich, eine heilsame Lektion für Kitchener und seine Landsleute — und darüber kann auch die neueste, hochtönende Bankettrede Lord Salisburys nicht Hinwegtäuschen, auch xi England nicht. • * Aus Kapstadt meldet „Reuters Bureau: Ter Premierminister erklärt die Gerüchte von einer beabsichtigten Umbildung des Kabinetts für durchaus unbegründet; es sei überhaupt keine Aenderung in dem Kabinett geplant. Die Lage rn China. Schneller als erwartet werden konnte, hat China eingewilligt, den von den Mächten geforderten Ent- hchädigungsbetrag von 450 Millionen Taels zu bezahlen. Das ist immerhin ein Fortschritt, doch das „aber" bleibt «uch hier nicht aus. China schlägt den Mächten vor, diese Summe vom Juli 1902 ab durch jährliche Zahlungen von 15 Millionen Taels, also in dreißig Jahren, zu tilgen. Mit solchen Ratenzahlungen ist es erfahrungsgemäß eine mißliche Sache, besonders, wenn man mit einem nichts weniger als gutwilligen Partner zu thun hat. Wie, wenn die Zahlungen unregelmäßig erfolgen, oder ganz ausbieiben? Liegt nicht die Gefahr nahe, daß die dann von Fall zu Fall energischer werdenden Vorstellungen und Ermahnungen der Gläubiger neue Unruhen Hervorrufen? Und volle dreißig Jahre soll dieser angenehme Zustand dauern! EG bestehen in der That ernste und berechtigte Zweifel,! ob die Mächte sich auf diese Sache einlassen werden. Als die Gesandten seinerzeit über die Entsck)ädigungsfrage konferierten, hatten sie auch! den Modus der jährlichen Ratenzahlungen in den Kreis ihrer Betrachtungen gezogen. Doch die überwiegende Mehrheit war einer derartigen Lösung der Entschädigungsfrage abgeneigt, und es ist anzunehmen, daß die Regierungen der Auffassung ihrer Gesandten sich damals angeschlosfen haben. Am geeignetsten erschien den letzteren die Tilgung durch eine von allen Mächten zu verbürgende Anleihe, deren Rückzahlung aus den Erträgen der Zölle, namentlich, der erhöhten Seezölle, unschwer be- werkstelligt werden könnte. Auf diese Weise wäre die ganze Entschädigungsfrage mit einem Mal aus der Welt ge- fthafft. Tie Titres dieser Anleihe würden zu Anlagezwecken stark begehrt werden, die Regierun-gen würden also das verausgabte Geld sofort wieder in den Staatskassen haben, und durch die internationale Kontrolle der chinesischen Zollverwaltung ließen sich etwaige unlautere Manipulationen der Mandarinen vereiteln. Der Ratentilgungsvor- fchlag der Chinesen wird also zunächst neue diplomatische «Verhandlungen zeitigen, eine neue Verzögerung herbei- fciS.en'cv er wesentlich zu diesem Zwecke ge- pellt. In der Verschleppungstaktik bleiben die Gelben nun einmal bu unerreichten Meister. n englischen Unter Hause teilte Cranborne mit, die brrtlsche Regierung habe sich, solange nicht gleichzeitig eene Reform des Handels der fremden Staaten statt indet, gegen lebe Erhöhung des chinesischen Einfuhrtarifes über jenes Maß hinaus erklärt, das nötig sei, um den ^>n -mf volle 5 Prozent vom Werte zu bringen. Im Zentralblatt für die Gesamtinteressen der deut- ßchen Pferde-Rennen „Ter Sporn" lesen wir: „Zur Pflege jeder Art von Sport hat sich in dieseni Monat hier der Pekinger Reiter-Verein gcbübet Terselbe zählt schon jetzt 120 Mitglieder: er ist inter national und steht unter dem E h r e n v o r s i tz des S?errn Aus Stadt und Land. Gießen, 15. ** Das Großh. Regierungsblatt Nr. 34, ausgegeben am 13. Mai 1901, enthält: Bekanntmachung, den Handel mit vollständig denaturiertem Branntwein betreffend. Vom 1. April 1901. *.* Die Kreisstraße von Hausen nach Gießen oll im Laufe dieses Jahres verbreitert werden. ** „Die Rollen sind verteilt", kann man ausrufen angesichts der in allen Stadtteilen lagernden höl- zeriren Ungetüme, in denen sich! die Kabelrollen für die elektrische Leitung befinden. Mit dem durch das Legen )es Kabels notwendigen Straßenaufbruch, ist an mehreren Stellen zugleich, begonnen worden; diese Arbeit giebt einen kleinen Vorgeschmack von der bevorstehenden Tiefkanalisatiom; (!) Feuer. Heute morgen zwischen 3 und 4 Uhr brach in einem Hause in der Wallthorstraße in den unteren Räume» Feuer aus, das von den Bewohnern und der Nachbarschaft alsbald gelöscht wurde. Einiges Moblilar ging zu Grunde. ES liegt anscheinend Brandstiftung vor. — Wie wir eben ören, wurde der Besitzer des Ladens, Schuhmacher Johan» Debus wegen schweren Verdachts der Brandstiftung verhaftet. 1 eine Mitbewohnerin des Hauses will gegen abend einen karten Benzingeruch wahrgeimmmen baben. ** Iagd auf Maikäfer. Tas Ministerium hat angeordnet, daß in denjenigen Gemeinden, in denen in diesem Jahre ein Maikäferflug stattfindet, den schul- iflichtigen Knaben im Alter von 10—14 Jahren während ►er Vormittagsstunden gestattet wird, bis etwa 9 Uhr, so lange der Maikäferflug bauert — also etwa drei Wochen —, unter Aufsicht und nach Anleitung erwachsener, von dem betreffenden Gemeindevorstand bestimmter Personen beim Abschütteln, Sammeln und Vertilgen der Käfer sich zu beteiligen. ! Großen-Linden, 14. Mai. Dieser Tage wurde die Firma Krause u. Co. und die Ziegelei dem Gießener Fernsprechnetz angeschlossen. § Hattenrod bei Reiskirchen, 14. Mai. Wie alljährlich, so wird auch diesmal an dem Himmelfahrtstage eine Feier in dem an der Straße nach Lich gelegenen chönen Buchenwald stattfinden. Diese Stelle des WaldeS liegt ungefähr eine halbe Stunde von unserm Orte uni» führt den Namen Mailbach. Ein Dorf dieses Namens fott hier im 30 jährigen Kriege verwüstet worden sein;^rotza Steinhaufen und Mauerreste bezeichnen noch heute die Stelle. Dieses Himmelfahrtsfest in Mailbach steht in der ganzen wort zugegangen: Berlin, den 10. Mai 1901. Telephonischer Kursbericht 8*/t % Beloheanleihe . do 8% Tendenz schwach. . 188 00 . 132.70 . 148.20 . 151 90 147.10 . 162.40 . 211.00 . 194 50 . 178.50 Dißkonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelssfet. Oosterr. titaatehahy Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum . . . , Harpen er . 98.30 . 88.0 b . 98 25 . 88.00 . 95.50 . 96.10 44.00 20 70 . 27.00 . 81.501 bringen, da schon seit Jahren von einem Fruchtbau zum Zwecke des Verkaufs bei dem kleinen Hauer keine Rede mehr sein könne. In Folge der hohen Fleischpreise sei der Bauer von der Ackerwirtsck>ast zur Viehwirtschaft übergegangen und aus der Reihe der Produzenten ausscheidend, zu einem Konsumenten geworden. Hieraus resultiere der bedeutende Verbrauch an Futtermitteln. Tas Geschäft hierin werde immer lebhafter, da aurl) die Arbeiter durch den günstigen Stand der Industrie und die dadurch bedingten hohen Löhne zur Viehhaltung übergegangen seien. Die Zahl der kon furnierten Futterartikel werde täglich größer, da die einheimischen Futtermittel durch die Ringbildungen so ver teuert seien, daß der Bauer trotz seinem Hangen am Alten sich gezwungen sehe, zu den ausländischen Futtermitteln überzugehen. Durch die günstigen Erfahrungen, die man mit der Maisfütterung bei Schweinen gemacht, und durch die bedeutende Zunahme der Schweinehaltung im Kreise Biedenkopf sei der Verbrauch an Mais sehr gestiegen. Ter Uebergang der Bauern zur intensiven Viehwirtschaft, unterstützt durch die Herdbuch-Genossenschaften, sei für die Lage derselben nur von Vorteil gewesen. fc. Limburg a. d. L., 14. Mai. Der achtjährige Sohn des Polizeisergeanten Weißgerber hier fiel gestern in die Lahn und ertrank. Frankfurt, 14. Mai. Dem hiesigen Magistrat ist auf ein an den Frankfurter Ehrenbürger Staatsminister Dr. v. Miquel gerichtetes Begrüßungsschreiben folgende Ant- 25.10 c. 8.9° C. Arbeiterbewegung. Mainz, 14. M-i. Die hiesigen und Kasteler Bäcker befinden sich in einer Lohnbewegung. Die Bäckerinnung hat dm Oberbürgermeister um Vermittlung angerufm und so fand heute mittag auf dem Stadthaus zwischen Vertretern der Bäckerionung und der Lohnkommtssion ein EtnigungSversuch statt. 68 wurde von Oberbürgermeister Dr. Gatzner folgender Vorschlag gemacht: Sämtlichm Bäckern wird die Beköstigung außer dem Hause zuaestandm und dafür entsprechende Lohnerhöhung gezahlt, ebmso allm über 20 Jahre alten Gesellen auch auswärtige Wohnung zugebilltgt und dafür Vergütung gewährt. Eine Jnnungöversammlung soll zu diesem Vorschläge Stellung nehmen. Die Bäckergesellen beschlossen in einer hmte nachmittag ab- g eh allen en zahlreich besuchten Versammlung den obigen Vorschlag an- mnehmen. Eine wettere Verhandlung soll morgen auf dem Stadthaus folgen. Frankfurt,, den 15. Mai Kreditaktien ' . . .217 90 Höchste Temperatur am 13. —14. Mai Niedrigste „, ■ Meteorologische Beobachtungen der Stativ» Giekeu. ___ 8Vb 9/q Konsole . . . 8 % do . . . 81/t % Hessen . . . 5"/z Italien. Bente . 40/q Griech. Mcnop.-Anl 3 e/n Portugiesen 3 n/ Mexikaner , . . 4t/, e/g Chinesen . . Städtischer Arbeitsnachweis Gießen Garteuftratze 2. vygedot der Arbeitrrehnrer: 1 Glaser, 1 Schlosser, 1 Lauffrau, 1 Dienstmädchen, 1 Waschfrau, 1 Brödchenträgerin, 1 Fuhrkneckt. Nachfrage der Arbeitgeber r 2 Glaser, 1 Wagner, Sattler, 3 Schreiner, 1 Fuhrknecht, 1 Haus bursche, 8 Dienstmädchen, 1 Brodchen« auSträgerin, 1 Waschfrau. r ,lfl_ „ s,(n(rw Lehrlinge: 1 Bäcker, 1 Buchbinder, 1 Glaser, 1 .Kellner, 8 Schlosser, 1 Schneider, 1 Schreiner, 1 Metzger. Theater, Kunst und Wissenschaft. „Die Bettlerin vom Pont des Arts." Nunmehr ist die lyrische Oper Berkals, die in Köln, Kassel, Tarmstadt und Mainz laute Erfolge errungen, auch in Frankfurt in Szene gegangen. Sie wurde sehr herzlich ausgenommen, besonders gefielen die choreographischen Szenen in der Stuttgarter Gallerie, die der Komponist recht hübsch vertont hat. Trotzdem ist man sich der Schwächen der Oper sehr deutlich bewußt; die lyrische Sentimentalität und die melodische Phrase langweilen auf die Tauer, dazu das miserable Textbuch., das dem Komponisten eher hinderlich als förderlich gewesen sein muß. Dagegen wurde in Frankfurt die glänzende Instrumentation der Oper anerkannt, die den geschickten Routinier und feinsinnigen Musiker verrät. Frl. Elsa Schweitzer, die neu engagierte jugendlich! dramatische Sängerin, bot eine brillante Leistung als Bettlerin und entledigte sich mit künstlerischer Noblesse des Gesangsparts; Heusel als Fröben war ebenfalls gut, sein ausgesprochen lyrisches Organ kam seiner Aufgabe außerordentlich zu statten. Brinkmann als Don Pedro hatte schöne gesangliche Momente. Tie Aufführung leitete Kapellmeister Wolfram mit musikalischer Sicherheit. Eine Repertoireoper dürfte das rührselige Stück von deutscher Treue und Liebe kaum werden. W. bet -Z§rns to'***8t 8t, d.7«7' ** "i- * Gärtner beginnen onem Bufounnrnftofi mit eD Etrn Bttletzungev levDonnerStag ^ißerpräfibenltn janat- ;d' durch den ein neuer ,rIndustrie nn allen denen verlirheu ’/ Unternehmer oder Ar- ruvgen, umthttvidelnng 'tti Schutz der Wester, mst rredst'Liu. und der Industrie ver« 1 des griechischen Kriegs- ühstück statt, an dem der Rumänien mit Gefolge Bord wurde ein Salut rt und die rumänische in Griechenland brachte )) aus. Gr sagte etwa icklich, Ew. Majestäten, jcheS Territorium betteten, ^erordentliche Freude aus- hl des Königs und bet pellt fpielte herauf bit )l erwiderte französisch Aich, in der Gesellschaft । trinke auf da- JEW >aS Gedeihen Griechen« s KünigSpaar von der ag trug den Tharatter ,rt, daß iu ganz Belgrad onigin von Serbien entgegenie^e. :ju überhaupt kein Anlaß Umgegend in gutem Ansehen und erfreut sich alljährlick) großen Zuspruck)S aus den Nachbarorten. e. B a d - N a u h e i m , l t. Mai. Gestern und heute fand hier der 39. Verbandstag der hessischen Vorschuß- und K r e b i t ö e r e i ne statt. 24 Genossenschaften >onbten etwa 80 Vertreter und Abgeordnete. Tie Hauptversammlung tagte fyeute vormittag im Saale der Turnhalle. An Stelle des erkrankten langjährigen Verbands- direktvrs Tiehls leitete Justizrat Dr. Harnier-Kassel die Versammlung, und er wurde auch zum Verbandsdirektor einstimmig gewählt, sowie Herr Gleim-Melsungen als Stellvertreter. Es waren ferner anwesend Tr. Crüger-Berlin und Bankdirektor Thorwart von der Genossenschaftsbank in Frankfurt a. M. Tas Großh. Kreisamt Friedberg hatte Tr. Wagner geschickt, der die Herren im Namen des Kreisamts willkommen hieß. Tie Berichte der 24 Vereine — es fehlte nur ein Verein — boten ein sehr interessantes Bild der wirtschaftlichen Lage des Mittelstandes. Im ganzen wurde darauf hingewiesen, daß es weniger wichtig sei, hohe Tivideuden zu verteilen, als einen größeren Reservefonds zu bilden; das sei notwendig für event. kritische Zeiten. Auch die Einführung des Checkverkehrs wurde eifrigst gewünscht, ebenso der Beitritt zu den sogen. Check- vereinigung. Checkverkehr, mit Anschluß au die Checkvereinigung, Giro-Verkehr und Wechsel-Verkehr, das seien gegenwärtig die wichtigsten Erfordernisse für jede Genossenschaft und so ausgebildet, vermöge sie auch die Konkurrenz der Reichsbanknebenstellen und anderen Institute nicht allein auszuhalten, sondern auch zu schlagen, denn die Genossenschaftskassen könnten billiger arbeiten. Zum Besuche der Genossenschaftstage in Baden Baden wurden die Vereine Wächtersbach und Marburg ausgelost, Vertreter zu bestimmen, und als Ort für den nächstjährigen Verbandstag wählte man Wildungen. Um 2 Uhr nahmen die Herren das Festessen im „Sprudel-Hotel" ein und besichtigten darnach den Park, die Kurterrasse re. Melbach, 14. Mai. Am 15. Mai 1851 trat der hiesige erste Lehrer, Herr Gremm, zu Hemmen bei Schlitz in den 'Schuldienst ein. Seit 1877 wirkt er an der hiesigen, bis zum vorigen Jahre noch einklassigen Volksschule. Ter Ortsvorstand in Gemeinschaft mit dem Schul- und Kirchenvorstand veranstaltet am Samstag zum 50 jährigen Dienstjubiläum des verdienten Lehrers eine Feier verbunden mit einem Festessen. r. Schlitz, 13. Mai. Heute nachmittag fand hier die feierliche Bestattung des Geh. Kirchenrates D. theol G Chr. Dieffenbach statt. Die Gedächtnispredigt in der Kirche hielt der 2. Pfarrer Schmidt über das Schriftwort: Herr, nun lassest Du deinen Diener in Frieden fahren, denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. Er führte aus, wie das Leben des Entschlafenen, der durch seine schrist stellerischen Leistungen, besonders auf dem Gebiete der Lyrik, weit über die Grenzen des engeren Vaterlandes bekannt und als Herausgeber des Kinderblattes „Der Jugendfreund" be« rühmt geworden ist, reich gewesen sei an Gnade, reich au Arbeit und reich an Ehren. Nachdem hierauf der Kirchen« zesangverein, den der Verstorbene seinerzeit ins Leben gerufen ; Hatte, ein Lied vorgetragen hatte, widmete der Superintendent der Provinz Oberhessen, Prälat D. Habicht vom Altar aus, zu desien Füßen der mit Blumen und Kränzen geradezu überdeckte Sarg aufgestellt war, dem Entschlafenen einen warmen Nachruf, nochmals kurz der Verdienste des Heim gegangenen um seine Gemeinde und die ganze Landeskirche gedenkend und daran erinnernd, daß derselbe freilich auch oft heftigen Widerspruch wegen seines orthodoxen Stande Punktes in Glaubcnssachen gefunden habe. Nach einem Schlußgebet des Dekans des Dekanates Lauterbach, des Geh. KirchenrateS D. theol. Stock-Stockhausen, setzte sich der Leichenzug unter Vorantritt der Schulen, Vereine und der De- LanatSgeistlichkeit im Ornat nach dem Friedhöfe in Bewegung, i)ic Einsegnung am Grabe nahm nach einem Gesang deS Gesangvereins „Harmonisches Kränzchen" der Vikar deS Entschlafenen, Bernbeck, vor, worauf Prälat D. Habicht dem Segen erteilte. Kränze legten nieder OberamtSrichter Wahl hier im Namen des KicchenvorstandeS, Lehrer Müller im Namen der Lehrer der Stadt Schlitz, Lehrer Bohl namens des Kirchengesangvereins und der Präsident des Harmonischen Kränzchens im Auftrage seines Vereins. Auch von dem Kaiser, der dem Entschlafenen sehr gewogen war und ihn «och neulich bei der Galatafel im gräfl. Schlöffe mit einer Ansprache ausgezeichnet hatte, soll ein Kranz eingetroffen sein. Darmstadt, 14. Mai. Der Großh er zv g wohnte heute vormittag auf dem Truppen-Uebungsplatz der Be- sichtigung der Bataillone des 5. Großh. Jnfanterie-Re- Kemints Nr. 168 durch den Kommandierenden General bei. i — Zum neuen Kanzler des Deutsch en Flotten Vereins wurde Generalmajor z. D. Wilhelm Menges hier ernannt, der zur Ueberuahme seines Amtes schon Eudo dieser Woche nach Berlin übersiedeln wird. — Gestern abend . 6 15 Uhr stieß ein Radfahrer mit einem Fuhrwerk zu- I Jammen. Ter Radfahrer wurde gegen einen Gastandelaber ■ gedrückt und trug dabei solck>e Verletzungen am Kopfe davon, daß er in das städtische Krankenhaus gebracht wer- | den mußte. — Die Preise für die „Darmstädter Spiele 1901" in der Ausstellung betragen für gewöhnliche 3 ML, 2 ML und 1 ML Am Eröffnungstage für das Weihefest werden nur Plätze zu 5 ML und zu 3 Mk. am Portale der Ausstellung ausgegeben. — Die Leitung der Spiele ttiadjt bekannt, daß das Programm der Festvorstellung am Donnerstag, 16. Mai, für das weitere Publikum wiederholt wird. Tie Preise sind 3 und 2 ML für die besten Plätze, 1 ML für die übrigen. Sch. Darmstadt, 14. Mai. Heute mittag wurde der Händler und Metzger Feist Reinheimer aus Eberstadt wegen Sittlichkeitsverbrechens, begangen an einem Dienstmädchen von Griesheim, mit dem er in einem Fuhrwerk l>on Griesheim nach- Darmstadt fuhr, durch die Gendarmerie verhaftet, und in das hiesige Untersuchungsgefängnis eingeliefert. — Der auf der Künstler-Kolonie vor- acsehene große Aussichtsturm wurde der bedeutenden Soften wegen vorerst nicht errichtet, auch das vor der russischen Kapelle vorgesehene große Marmorbassin wurde burdji ein mächtiges Blumenbeet ersetzt. Dillenburg, 14. Mai. Ein in dem Jahresbericht 1 der hiesigen Handelskammer veröffentlichter Berick)t a lis dem Kammerbezirk führt u. a. aus, eine Erhöhung des Nnfuhrzolles auf Frucht, Mehl und Futterartikel würde Mr die hiesige Gegend dem Bauernstand nur Nachteile Neueste Meldungen. (Telephon-Meldungen deS „Gießener Anzeiger-".) L. Darmstadt, 15. Mai. 1.10 Uhr. Heute vormittag 11 Uhr wurde im Beisein deS Großherzogs und der Großherzogin die Ausstellung der Künstlerkolonie eröffnet. G. Darmstadt, 15. Mai. 12.45 Uhr. Die Zweite Kammer der Stände setzt heute die Beratung fort. Der Antrag des Abg. HaaS - Mainz betreffend Errichtung eines Justiz- gebäudeS wird für erledigt erklärt, nachdem der Justizminister Dittmar der Errichtung zustimmte. Der Antrag des Abg. Seelinger (Lampertheim) auf Errichtung eines Amtsgerichts in Lampertheim wurde abgelehnt. Für die AuSbefferung rc. der Grube „Ludwigshoffnung" wurde» 93 000 Mk. bewilligt. Die Sitzung wird auf Dienstag de« 21. Mai vertagt. A. Berlin, 15. Mai. (12.15 Uhr ) Wie unser Spezial- Berichterstatter hort, wird in politischen Kreisen angesichts der chronischen Beschlußuufahigkeit des Reichstages die Nückkehr zur dreijährige» Legislaturperiode diskutiert. ~ Die fünfjährige Legislaturperiode hätte sich mehr schädlich als nützlich erwiesen Die Rückkehr zur dreijährigen Legislaturperiode könne dem Deutsche» Reiche nicht als ei» Zeichen der Schwäche aufgelegt werden. Berlin, 15. Mai (2.15 Uhr>. Der Reichstag wurde heute mit einem Schlußeffekt geschloffen. Die von agrarischer Seite ausgehende Befürchtung, daß es heute der Opposition gelingen werde, dasZustandekommeu desBranutweiu- steuer-Rotgesetzes in der von der Kommission gegebene» Faffuug durch Obstruktion zu verhindern, hat sich erfüllt. Bei der Abstimmung über das Notgesetz waren nur 198 Abgeordnete anwesend. Es fehlte also einer an der erforderliche« Beschlußsähigkeitsziffer. Das Gesetz ist damit unter den Tisch gefallen. Nachdem dieses Ergebnis festgestellt war, vertagte sich der Reichstag bis zum 26. November. 8t. Berlin, 15. Mai. (12.05 Uhr.) Dem Bundesrat ist ein Antrag zugegangen betreffend die Einziehung der Noten der Frankfurter Bank. R. Wien, 15. Mai. 12.20 Uhr. Alle aus Böhmen vorliegende» Preßstimmev geben der Befriedigung Ausdruck, daß eine Annäherung zwischen den Deutschen und den Tschechen, besonders aber zwischen dem Abg. Wolf, Führer der Alldeutschen und dem Tschechenführer stattgefunden bat. Berlin, 15. Mai. Wie nach der „Nationalliberalen Korrespondenz" verlautet, darf angenommen werden, daß der Staatsvertrag zwischen Preußen uni) Bayern wegen der Mainlanalisiemng oen beiderseitigen parlamentarische« Vertretungskörpern bereits in deren nächsten Tagungen zugeht. Berlin, 15. Mai. Man meldet aus Rom: In Cor- teolona bei Cremona brach in einer Seidenraupenzüchterei Feuer aus, das Wohnhaus stürzte ein, und begrub ein Ehepaar mit 6 Kindern unter den Trümmern. Berlin, 15. Mai. Man meldet aus Bromberg: 504 Arbeitslose beschlossen gestern in großer Anzahl heute bei dem Regierungspräsidenten um Gewährung von Arbeit vorstellig zu werden. . London, 15. Mai. Die „Times" meldet aus Peking: Tie chinesische Antwortsnote in der Entschgdigungsfrage war von einer französischen Uebersetzung begleitet, der erste derartige Fall in der Geschichte der diplomatischen Beziehungen zu China. Yokohama, 15. Mai. Ter Kaiser nimmt die Demission des Finanzministers Watanabe an,, aber nicht di« der anderen Minister. Ter Verweser des Kabinettspräsidiums Saiouji ist interimistisch zum Finanzministev ernannt. Dem Hochlöblichen Magistrat sage ich für den so freundlichen Willkommensgruß zu meinerbevorstehenden Nückkehr nach meiner lieben Stadt Frankfurt meinen herzlichsten Dank. Während meiner fast elfjährigen Abwesenheit habe ich nie aufgehört, ein guter Frankfurter zu sein, und meinen Entschluß, meine alten Tage dort zu beschließen, stets festgehalten. Ich bin glücklich, daß nunmehr die Zeit gekommen ist, wo ich diesen Entschluß ausführen kann, und freue mich, alte Freunde und Bekannte wiederzusehen und persönlich mich von der herrlichen Blüte der Stadt und dem gewaltigen unter Ihrer Verwaltung erreichten Fortschritte überzeugen zu können. Ich verbleibe dem Hochverehrten Magistrat als stets treu gesinnter Ehrenbürger Miquel. Hanau, 14. Mai. In der gestrigen Generalversammlung des hiesigen Kunstgewerbevereins referierte Fabrikant König über „Zolltarif un~b Handelsver- träg e". Ter Verein wünscht keine Aendernng der deutschen Zollsätze gegen die ausländische Konkurrenz, der Stand zu halten ei die inländische Industrie auch ohne erhöhten Zollschutz für stark genug hält. Aber er wünscht auch keine Hinaufschraubung der Tarife des Auslandes, durch die unser Export in Frage gestellt würde; eine solche Gefabr bestehe infolge der übertriebenen Forderungen der land^- wirtschastlichen.S>ck)utzzöllner und der Nachgiebigkeit der Regierung gegen diese. Handel und Industrie, so betonte der Referent, haben alle Veranlassung, sich gegen agrarische Uebergriffe zu wehren. Es wurde von der Versmnmlung einstimmig beschlossen, eine motivierte Eingabe an den Bundesrat und Reichstag zu senden, in welcher der Standpunkt der Industrie zu den neuen Handelsverträgen dargelegt und ausführlich begründet werden soll. •* Meine Mitteilungen au8 Hessen und den Nachbarstaaten. In Frankfurt kam am 12. d. M. ein verheirateter Mann beim Hauptbahnhofe, als er auf einen Wagen der Straßenbahn aufspringen wollte, zu Fall, geriet unter den Anhängewagen, dessen Räder ihm über den Kopf gingen, so daß der Tod auf der Stelle eintrat. öen {A , ÄtlUl8« ° di- ; bit Wtit b. ä'Wibtn. Gerichtssaal. Neisse, 14. Ma». DaS Kriegsgericht der 12. Div'sion verurteile den Hauptmann HonrichS von dem in Opveln garnisonierenden 4. Obrrschlestschen Infanterie-Regiment Nr. 63 wegen vorschriftswidriger Behandlung Untergebener zu 3 Monaten Festungshaft. Die Vrrhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkett statt. Müncherr, 14. Mai. Hier hat vor der Sttafkammer des Landgerichts I die Verhandlung gegen den (auch in Nauheim bekannten D. Red.) früheren Sekretär des Fürsten Ferdinand von Bulgarien Eugen Pfannen stiel wegen des sein erzett gemeldeten Betrugsfalles stattgesunden, in welchem Pfannenstiel den Münchener Hotelier Schenk um dreitausend Mark geprellt hatte, die er angeblich in einer Mission für den Fürsten brauchte. Pfannmstiel wurde wegen Zweifels an seiner geistigen Zurechnungsfähigkeit freigesprochen. ^MYRRHQLIN-SEIFE „Ist den meisten anderen, selbst viel teureren Toiletteseifen entschieden vorzuziehen." Dies wird von einem bekannten Mediziner behauptet, welcher Versuche mit der Patent-Myrrholtn-Seife angestellt hat. Ueberall, auch in den Apotheken, erhältlich. 4 nü N- Gießen, 15. M nasblatt A ilt-b Bekanntmachung, de» Branntwein b«nd. ff t dem w mehreren M einen wese u üsatson, llh-but 6ei" rÄ*»*11 - sSms« befh