Mr. 88 Erstes Blatt. 151. Jahrgang. Dienstag 16. April 1901 Erscheint tSglich mit Bulna^n« dr- Montags Wit ^ikßrner Familie». Eietter werden dem An. »Myt im Wechsel mit „Heff. lairtwirt" und „Blätter Mr h«-. Volkskunde" viermal wöchentlich btigekflt. • »*n Haltigen D» *<< we*wttMge far »en Mgenbe« I*e tr1<6einenj>en flhetnnm bl» Bonn 10 Uhr ■ »»efc«Hungen fpdtelen» »benM normet. Äneeftiee, Lx-kdition und •ouM; Ichnl Drohe 7. (ESHMBWKSi GietzenerAnzeiger ** General-Anzeiger v . vezugspretr vierteljLtzrl. Ml 2.20, monatl. 75 Psa mil vringerloho; durch I* Abholestellen vierteljähtt Mk. 1.90, monatl. 65 Pig Bei Postbezug vierteljShri. Mk. 2.00 ohne Bestellgeld. Alle «nzeiqen-verrnirilunOa. Vellen deS An. und »hiManw nehmen (Intrigen für bei Siebener Anzeiger rntgeeau Zeilenpret» total ir • u6»ärt» SO Pfg. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen 3ssel Amtlicher Heil. Bekanntmachung. Betr.: Die Biehmärkte zu Gießen. Die für Dienstag, den 16. und Mittwoch, den 17. April I bestimmten Biehmärkte nehmen an beiden Tagen vor- -mittags 6 Utjr ihren Anfang. Am Dienstag, den 16. I. M. erfolgt der Auftrieb zum Markte sowohl entlang der Ostseite, wie der Westseite des Schlachthauses. Der Auftrieb muß um 8 Uhr vormittags beendet sein; zu dieser Stunde beginnt der Abtrieb des BieheS vom Marktplatz. Gießen, den lö. April 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gieße». Hechler. evangelischen Gemeinde über den Besuch des Kronprinzen in der Kirche Ausdruck gab. Ter Kronprinz fuhr nach Schluß des Gottesdienstes zur K apuzinergruft. Er wurde vom Guardian in die Gruft geleitet, wo er im Namen des Kaisers Wilhelm an den Sarkophagen der Kaiserin Elisabeth, des Kronprinzen Rudolf und des Erzherzogs Albrecht prachtvolle Kränke, die auf den Schleifen die deutsche ^Kaiserkrone und Darunter die Initiale W zeigen, niederlegte. Der Kronprinz verrichtete an den drei Ruhestätten kurze >Gebete, verließ daraus die Gruft und begab sich zur» Hofburg, h>o er in seinen Gemächern das Frühstück einnahm.' Sodann fbattete Se. Kaiserliche Hoheit sämtlichen in Wien weilenden Mitgliedern des Kaiserhauses, sowie dein Minister des Auswärtigen, Grafen Goluchowski, Besuche ab und empfing im weiteren Verlauf des Nachmittags die Gegenbesuche der Erzherzoge. Während einer Aufführung des Kölner Männergesangvereins im großen Musikvereinssaale erschien der Kronprinz in der Hofloge, wohnte einem Teil der Vortrage bei und ließ sich den Vorstand und mehrere Vorstandsmitglieder des Kölner Männergesangvereins vor- stellen. Um 5 hllr fand im prächtig geschmückten Redoutensaale der Hofburg Gal ad in e r statt. An der Mitte der äußeren Schmalseite der in Hufeisenform aufgestellten Tafel saß der Kaiser, zur Rechten des Kaisers der deutsche Kronprinz, Mir Rechten des Kronprinzen Erzherzogin Maria Josepha. Unter den zahlreichen Geladenen befand sich auch der Bürgermeister Tr. Lueger. Während der Tafxl konzertierte eine Militärkapelle. Ter Kaiser und der Kronprinz unterhielten sich in lebhaftem Gespräche. In seinem Trinkspruch hieß der Kaiser den Kronprinzen, den Svhn W treuen Freundes Kaiser Wilhelm, willkommen und Der deutsche Kronprinz in Wien. Wien, 14. April. _A Deutsche Kronprinz ist heute morgen um 8 Uhr SO Min. in Wien eingetroffen und auf dem festlich geschmückten Nordwestbahnhof vom Kaiser Franz Josef den Erzherzogen, dem deutschen Botschafter Fürsten zu Eulenburg, dem sächsischen Gesandten Grafen v. Rex, dem bayerischen Gesandten v. Podewils rc. empfangen worden, «us dem Perron hatte eine Ehrenkompagnie des Infanterie- Regiments Erzherzog Karl Stephan mit Fahne und Musik »Einteilung genommen, ferner waren auch Deputationen Reichsdeutscher Vereine in Wien anwesend. Kaiser Franz Josef erschien in preußischer Marschalls-Uniform, die Erzherzoge, die Inhaber preußischer Regimenter sind, in dieser Uniform. Nach der Ankunft des Hofsonderzuges verließ der Kronprinz den Wagen, grüßte militärisch und küßte dem Kaiser die Hand, worauf Kaiser Franz Josef seinen East auf beide Wangen küßte und der Kronprinz diese Zkusse erwiderte. Hieraus wurde die Front der Chrenkom- vagme, deren Kapelle bei der Ankunft des Hofsonderzuges die preußische Hymne intoniert hatte, abgeschritten. Sodann geleitete der Kaiser seinen Gast zu ber* Gruppe der Erzherzoge, mit denen der Kronprinz Handschlag wechselte. Hierauf sand die Vorstellung der anderen Herren statt. Der Kaiser und der Kronprinz begaben sich nun, begleitet von den Erzherzogen, zu den Equipagen. Ter Kronprinz »ahm zur Rechten des Kaisers in einem offenen zwei- spännigen Wagen Platz. Das Publikum begrüßte den Kaiser und feinen Gast mit brausenden Hochrufen. Am Eingänge der Hofburg wurde der Kronprinz von dem Obersthofmeister Fürst Liechtenstein und dem Stellvertreter des Oberzeremonien Meisters v. Berzeviczy em- pfangen und nach oem Pietra dura-Zimmer geleitet, wo der Minister des Auswärtigen, Gras Goluchowski, die obersten Hofchargen und der ungarische Hofmarschall sich zur Begrüßung eingefunden hatten. Nach der Vorstellung begab sich der Kronprinz in seine Gemächer. Um halb 10 Uhr vormittags empfing der Kaiser den Kronprinzen in längerer Privataudienz. Mittags stattete der Kaiser in den Fremdenappartements dem Gaste den Gegenbesuch ab. Kurz nach 10 Uhr vormittags fuhr Kronprinz Wilhelm mit Feldzeugmeister Fabini vor der protestantischen Kirche vor und würde dort vom deutschen Botschafter Fürsten zu Eulenburg und den Vorstandsmitgliedern der evangelischen Kirchengemeinde em- f»fangen. Der deutsche Kronprinz trug die Oberst-Uniform eines österreichischen Husaren-Regiments. Die Predigt hielt Pfarrer Dr. Johanni, der zum Schluß der Freude der sprach, die Hoffnung aus, der Besuch werde die guten Beziehungen zwischen den beiden Häusern und die politische Intimität zwischen beiden Seiten n0ch enger knüpfen. Der Kaiser schloß, in Treue seines Waffenbruders gedenkend, mit einem Hoch auf den Kro n-- prinzen. Dieser erwiderte: „Ew. Majestät bitte ich für die allergütigsten Worte und die unvergängliche herzliche Aufnahme allergnädigst meinen Dank entgegennehmen zu wollen. Ew. Majestät haben, so lange ich lebe, so viel Liebe und Güte mir zuteil kverden lassen, daß meine Dankbarkeit Ew. Majestät gegenüber niemals äufhören wird. Mich beseelt nur ein Wunsch, die Gefühle der herzlichsten Verehrung und Freundschaft fiir Ew. Majestät und dero Haus, die meinem Hause längst eine liebe Tradition wurden, auch meinerseits in Waffen brüderlicher Treue voll und ganz auszusprechen. Sv erhebe ich das Glas mit dem Rufe: Se. Majestät Kaiser und König Franz Josef hoch!" Nach, der Tafel wurde großer Cercle abgehalten. Um 6 Uhr 45 Min. waren Galadiner und Cercle zu Ende. Einen glanzvollen Abschluß der Festlichkeiten des heutigen Tages bildete das Theatre pare in der Hofoper. Ter Saal bot einen prächtigen Anblick. Im Parterre hatteiu die Generalität und das Offizierkorps Platz genommen! in den Logen die höchsten Hof- und Staatswürdenträger, Vertreter des Hochadels und die Spitzen der Gesellschaft. Unter den Anwesenden bemerkte man die Ministerpräsidenten v. Körber und v. Szell, sämtliche österreichischen Minister, den ungarischen Finanzminister v. Lukacs. Um halb 8 Uhr erschien der £of. In der Hoffestloge nahm Kronprinz Wilhelm zwischen dem Kaiser und der Erzherzogin Maria Josepha Platz. Das Publikum erhob sich von den Sitzen, worauf die Vorstellung begann. Zur Aufführung gelangte der erste Akt der Goldmarkschen Oper „Die Königin von Saba". In der Pause nahm der Hof im Ho'fsalon den Thee. Nach fünfviertelstündiger Unterbrechung folgte eine Balletaufführung. Nach der Vorstellung begleitete der Kaiser den Kronprinzen Wilhelm in die Hofburg und fichr sodann nach Sckchnbrunn. Die Wiener und Budapester Blätter begrüßen ben Kronprinzen herzlichst „als Friedensbote, Friedensbürge, aber auch als jungen Freund Oesterreichs". Die französischen Festlichkeiten. v. Toulo n , 14. April. Ter Herzog von Genua besuchte gestern das Artillerie-Schulschiff „La Courvnne" und nahm bann an Bord des „St. Louis" an einem ihm zu Ehren vom Admiral Maigret veranstalteten Frühstück teil, bei dem herzliche Trinksprüche ausgetauscht wurden. Der Herzog von Genua erinnerte daran, daß er zweimal, einmal im fernen Osten und einmal hier, mit Maigret in famerabfdjaftlid>e Berührung getreten fei. Er betonte, er werde eine dankbare Erinnerung an den ihm bereiteten Empfang mit hinwegnehmen. Ter Kommandant 9Jhoreu des fpanifdjen Kriegsschiffes „Pelayo" gab heute an Bord dieses Schiffes ein Frühstück. Bei Schluß des Mahles brachte der Kommandant einen Trinkspruch aus, in dem er für den den spanischen Vertretern bereiteten warmen Empfang dankte und dann fortfuhr: „Ich wünsche Ihnen, daß das französische Volk, welck)es der Ueberzeugung ist, daß die moralische Kraft einer Nation im geraden Verhältnis zu ihrer militärischen Stärke steht, stets dem Aufschwünge der letzteren als der sichersten 93ürgfd)art des Friedens seine Fürsorge zuwende. Vergessen wir nicht, daß, je schwerer das in ben Dienst des Rechtes gestellte Schwert ist, um so weniger das grausame Wort „Macht geht vor Recht" Verwirklichung finden wird. Ich trinke auf den Präsidenten der Republik, auf die Wohlfahrt des französischen Volkes, auf ba? Gedeihen seines Heeres und seiner Marine." Ter „Pelayo" wird morgen wieder nach Barcelona ab- sahren. Tas italienische Geschwader hat heute vormittag den hiesigen Hafen verlassen. O M • Ter Pariser „Gaulois" behauptet, daß die dem russi fdien Geschwader in Toulon erteilte Abfahrts- 0 rdre durch ein Telegramm des französischen Botschafters in Rom veranlaßt worden fei. Meser habe in einer Depesche an Telcasse erklärt, daß die gleichzeitige Anwesenheit des russischen und des italienijdien Geschwaders in Toulon ein Ting der Unmöglichkeit fei und daß Admiral Birilew mit feinen Schiffen sofort Toulon verlassen müsse, falls die begonnenen ausgezeichneten diplomatischen Beziehungen nicht wieder in Frage gestellt werden sollten. Telcasse habe dieses Telegramm dem russischen Botschafter in Paris übermittelt, der den Grafen Lambsdorff unverweilt von dem Wunsche der französischen Regierung verständigt habe. Tie »Petersburger „Nowoje Wremja" schreibt, sie sei weit entfernt von dem Gedanken, in den Touloner Festlichkeiten den ersten Scyritt zum Abschlüsse eines französisch-italienischen Bündnisses oder den Zerfall des Dreibundes zu sehen, aber auch die bloße FreundschaftzwischenJtalienundFrank- r e i cf) bringe Veränderungen hervor in den politischen Kombinationen der europäischen Mächte. Italien werde, wenn es mit der Verlängerung des Dreibundes einverstanden fei, in den Wortlaut des Vertrages jedenfalls Veränderungen hineintragen, da seine Freundschaft mit Frankreich solche erfordere. Für Rußland seien die Touloner Festlichkeiten hochersreulich; die Wiederherstellung herzlicher Beziehungen zwischen Frankreich und Italien sei ein neue* Pfand des Friedens. An dem Werke des F r i e d e « s zu arbeiten, sei aber die Hauptaufgabe der russischen Politik. Das Blatt sieht in den Touloner Festlichkeiten eine Friedenskundgebung, die darum besonders erfreulich ist, weil einer der Teilnehmer an dieser Kuud- gebuna dem Dreibund angehöre, der zwar keine kriegerischen Zwecke verfolge, ben Frieden aber durch Mittel schütze und aufrechterhalte, die nicht weniger drückend seien als der Krieg.________ Engländer und Bure». Eine Brüsseler Drahtung der „Mornmg Post" besagt, Krüger und sein Anhang beanstanden fortgesetzt alle FriedenSanträge, deren Grundlage nicht die Anerkennung der völligen Unabhängigkeit beider Burenstaaten bilde. Sie I sagen, die Transvaalregierung habe in Zoutpansberg 15 Millionen Patronen und eine große Menge Gewehre angefammelt Da die Bürger demnach mit Waffen und Munition wohl Der« when seien, liege keine Notwendigkeit vor, die unzulänglichen Fmedensbedingungen KitchenerS anzunehmen. Die chinesische Kriegskosten-Entschädigung. Nach den neuesten Nachrichten betragen die vorläufig angemeldeten Ansprüche an KciegSkosten Entschädigungen, tn die die Forderungen von Privatpersonen, Mlsfiouen u. s. w. nicht einbegriffen find, in runden Zahlen für England 90 Millionen, für Deutschland 240 Millionen, für Frankreich 260 Millionen, für Rußland 340 Millionen Mk. Die Regierung der Bereinigten Staaten hat ihre Entschä» digungS-Forderung auf 25 Millionen Dollars, also auf etwas über 100 Millionen Mark angegeben. Im ganzen dürste sich die Schätzung deS Reuter'schen BureauS bestätigen, wonach der Gesamtbetrag der von China zu leistenden Entschä- digungen sich auf 60 Millionen Pfund Sterling, also auf 1200 Millionen Mark belaufen wird. Alle Sachverständige find darüber einig, daß China sehr wohl im Stande ist, bei sachgemäßer Regelung seiner Ftnanzverwaltung diese Summe aufzubringen, ohne dadurch in seiner wirtschaftlichen Entwickelung gehemmt zu werden. Wie „Daily Mail" erfährt, beträgt die Summe der englischen Entschädigungsforderungen 6 Millionen Pfund Sterling. „Daily Telegraph" meldet aus Washington: Rußland verlangt eine Entschädigungssumme, die über die von Deutschland geforderte hinaus- geht. ES verlangt entschädigt zu werden für die Kosten der Erhaltung von 123,000 Mann Truppen in China (einschließlich Mandschurei), für die Beschädigung der tranSmandschu- rischen Bahn und für anderes. Der „Sunday Special" mtldet aus Washington, die Regierung der Vereinigten Staaten habe den Mächten neue Vorschläge, betreffend die von China zu fordernde Entschädigung, unterbreitet. „Weekly Dispatch" will wiffen, daß die Regierung der Vereinigte» Staaten ihren Vertreter in Peking angewiesen habe, nur dann einen Vorschlag bezüglich der an China zu stellenden Entschädigungsforderung zu unterstützen, wenn die Summe 200 Millionen Dollars nicht überschreite. Der Betrag solle zu gleichen Teilen unter die Mächte verteilt werden und in Gold zahlbar fein. Im Falle der Ablehnung seitens der Mächte würde Amerika die Entscheidung des Schiedsgerichts im Haag anrufen. i7»TirHime^JC==T " " Deutsches Keich- Berlin, 14. April. Bei ben Majestäten fand gestern abend ein Tiner statt, wozu sämtliche Botschafter mit Gemahlinnett, die ältesten Militärattaches, und Staatssekretär v. Richthofen geloben waren. — Ter Trinkspruch bes Kaisers bei der Frühstückstafel im Potsbamer Stadtschloß nach der Enthüllung bes Kaiser Wilhelmdenkmals am Donnerstag lautete nach, dem Berichte der „Kreuz-Ztg.": Ich baute der Provinz Brandenburg für die Errichtung des Tenkmals Meines hochseligen Herrn Großvaters und für die Worte, die sie an Mich durch ihren Landes- direktor, den Freiherrn v. Manteuffel, gerichtet hat. Ich leere Mein Glas auf das Wohl Meiner treuen Märker. Tie Mart und die Märker Hurra — Hurra — Hurra! Tas Wolffsche Bureau hatte berichtet, der Kaiser habe in feinem Trinkspruche für die ihm bei der Tenkmalsent- hüllung zu teil gewordene Begrüßung gedankt mit dem Bemerken, „in derselben seien Saiten angeschlagen worben, die auch ihn bewegten". — Die „Kons. Korresp." erklärt auf Grund sicherer Erkundigungen ausdrücklich, daß das Wort vom „Kanal- d} lud en" niemals gefallen ift Zugleich stellt sie eft, daß bei dem Empfange der Herrenhauspräsidenten burt» )en Kaiser weder von der Kanalfrage noch von der Frage der Getreidezölle auch nur mit einem Worte Ote Rede gewesen sei. palten die Ergreifung folgender Maßregeln für unerläßlich erklärt: 1. Im Laufe des April werden in den höheren Lehr anstalten die Vorlesungen wieder ausgenommen, und es wird nach Anordnung der Lehrobrigkeit zu Uebergavg-prüfungen in der gewöhnlichen Frist und unter den gewöhnlichen Formen geschritten. 2. Falls zur Beendigung der Vorlesungen und Prüfungen bis zu den Sommerferien die Zeit nicht hinreichen sollte, werden jene während der Sommerferienzeit fortgesetzt. 3. Alle, die zu den Prüfungen ohne hinlängliche Gründe nicht erschienen sind, oder die Prüfungen nicht bestanden haben, haben sich allen gesetzlichen Folgen zu unterwerfen. 4. In den höheren Lehranstalten werden in diesem Jahre ausnahmsweise Herbst- und Nachprüfungen in besonders wichtigen Fällen erlaubt. Düsseldorfer Gendarmerie-Pferdeknecht, der die Verhaftung Schultzes bewerkstelligende Kommissar der im Elberfelder Prozeß vielgenannte Düsseldorfer Kriminalkommissar Koch^. Die ärztlichen Vereine Kölns wollen nunmehr, nachdem bereits ein zweiter Kölner Arzt auf einfache Verdächtigungen hin in Sachen der Militärbefreiung mehrwöchige Inhaftierung über sich ergehen lassen mußte, energisch Stellung nehmen. — Der „Regierungsbote" widerliegt den Buch'schen Artikel über Die Reichskomptabilität, und weist nach, daß die angeblich fehlenden 30 bis 40 Mill. Rubel keineswegs de- fraudiert worden sind. Ker uküe Elberfelder Mitarbefrriürlgs-Proreß. IV. Aus Stadt und KauS. Gießen, den 14. April 1901. *• Auszeichnung. Der Großherzog hat dem Sekretär der Landesuniverfirät Gießen Kanzleirat Friedrich Schäffer die Krone zum Ritterkreuz zweiter Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Herr Schäffer feierte, wie wir berichteten, vor einigen Tagen fein 50jährigeS Staatsdienstjubiläum. Ausland. Haag, 13. April. Der Minister des Auswärtigen hat als Präsident de« Verwaltungsrates des internationalen SchiedSgerichtshofeS allen europäischen und außereuropäischen Mächten die Mitteilung zugehen laffen, daß der SchiedS- gerichtshof gebildet ist. Paris, 13. April. Der „Matin" veröffentlicht ein Telegramm des Vertreters der Filipinos Agoncillo, in denen es heißt, daß der Filipinosgeneral San Digo zum Nachfolger AguinaldoS und gleichzeitig zum Diktator ge> wählt worden sei. Madrid, 14. April. Mehrere Individuen versuchten das Jesus-Kloster in Aoeiro (Portugal) in Brand zu Peden. Sie hatten das Thor des Klosters mit Theer be» strichen und Feuer an dasselbe gelegt. Einwohner und Polizeimannschaften eilten indessen zeitig genug herbei, um das Feuer zu löschen. Die Schuldigen find bisher nicht er« mittelt worden. ei c Petersburg, 14- April. Der „Reqierungsbote" schreibt: Infolge der lüngst ftattgehabten Studenten Unruhen L?«n "anche höheren Schulen vor den Osterferien geschloffen, sodaß bte studierende Jugend in die Lage kam entweder ein Jahr verlieren oder sogar die Lehranstalt ver° laffen zu müffen. Wegen dieser schweren Folgen für das Schicksal der Studierenden hat unter dem Vorsitz des Unter- richtSministerö eine Beratung der Hauptleiter der höheren Lehranstalten stattgefunden und zur Wiederherstellung des regelmäßigen Unterrichtsganges in den bezeichneten Lehrau« 5» Mte» $ wo h°>b ‘i?Aben. ” worbe' S" *e - SL 6tbW SameraM fciH* mit 280 ^Sch-Ir und H»r z biib alt dtuGu $ kfim Hadi dann m utj toin und ®io6 fc. ki«d«G baullnternehmer hier nach Mücke eini Dir 14,2 Kilometer I geben. Der Submi biieftion in Frankfur Der Zuschlag wirb i Interbau muß bis zun Bahn führt meist fcur nnb Firienfren allein schnitte, TiiMe, lieber bet intnessavtrften, ab bahnen Deutschlands Dunnel allein 10000( -i-e. Lnbingtü, 1' z» Zsenbsrg uni Vbttfiib von Ree geboren in 8iibinge; i la suite im Ins.-L SrSfin Adelheid ist a geboren. D. Red.) •k- Raivz, 14. 5 ist hier der vr. phil •otben, der über eine t. Kainj, 14. ist seit heute morgen e Wtatte, inbtm langten Stand wat 3,90 Mir. vom Oberrhein w M «leine Meivui Te Sompagniebesichtia S'«e°tS in Butzbach treffen die Dir «'tS am 21. Apül bi zur größerem Elberfeld, 13. April. Der gestern vernommene Untersuchungsrichter Landgerichtsrat Spies hat nicht nur die lange Untersuchung! gegen Baumann und Genossen geführt, sondern auch die Untersuchung im vorjährigen „Pillenprozeß". Er berichtet eingehend darüber, wie er nach und nach auf die Spur der jetzigen Angeklagten, insbesondere Baumann und die Witwe Dieckhoff, gekommen sei. Unter den Verdächtigen rm Strucksbergschen Prozesse befand sich auch schon der Angeklagte Felde, der sich als Änjähriger bei dem dritten Feldartillerie-Regiment in Magdeburg gemeldet und sich nicht in seiner Heimat Remscheid, sondern in Erfurt hatte mustern lassen. Der Arzt, der ihn untersucht hatte, war Dr. Schimmel. Die weiteren Ermittelungen ergaben, daß auch Garschagen genau wie Felde in Magdeburg abgewiesen und von Dr. S ch i m m e l in Halberstadt ausgemustert worden war. Die Polizeibehörde in Cronenberg hatte dann ermittelt, daß ein gewisser Heinrichs aus Sudberg von Baumann in den 80er Jahren freigemacht worden sei. Der eigene Bruder des Heinrichs hatte die Anzeige gemach^. Nachforschungen bezüglich des Arztes, der Heinrichs unter- ucht hatte, ergaben, daß es wieder Dr. Schimmel war. Bürgermeister Gläßner aus Höhscheid berichtete, daß vor Jahren ein gewisser Hoppe von .Baumann freigemachit worden sei, sowie daß der Angeklagte Everts, ein Verwandter Hoppes, sich nicht zu Hause habe mustern lassen. Alle Umstände bestärkten den Verdacht einer Verbindung Baumanns mit Dr. Schimmel immer mehr. Einen eklatanten ^)eweis dafür lieferte auch eine Liste in Magdeburg. Diese enthielt eine Menge Leute aus hiesiger Gegend, aus Bochum und Essen, die sich als Einjährige nach Magdeburg gemeldet hatten, aber abgewiesen worden waren, und alle diese Leute waren, obwohl auch andere Aerzte in Magdeburg untersuchten, gerade von Dr. Schimmel untersucht worden. — Weitere Erkundigungen der Polizei ergaben, daß Baumann hier oft mit der Witwe Dieckhoff zusammenkam, daß beide zuletzt zusammen wohnten. Der frühere Militärarzt Dr. Schulze-Köln, der wegen orperlicher Gebrechen zur Verhandlung nicht erscheinen änn, ist kommissarisch vernommen worden. Er hat ausgesagt: Nach Beendigung der gegen ihn «führten Unter- üchung habe er sich der Zivilpraxis zugewandt und nie mehr mit Militärbefreiungen befaßt. Er könne daher nur über alte Zeiten aussagen. Genauer bekannt war er mit rem in Köln wohnhaften F. N. Dieckhoff (dem Schwagev der jetzigen Angeklagten Wwe. Dieckhoff). Dieser dirigierte gesagt: Nach Beendigung der gegen ihn geführten Uuter- uchung gewesenen Aerzte Fromm, Wesch, Brunzlow, Bemmer, sowie anderer, die nicht mit heineingezvgen wurden, unterhielt man sich damals ganz frei über jene Dinge. Es wurde gesagt, auch der Generalarzt Schöll er in Coblenz sei eingeweiht. Fromm erzählte einmal, er habe ihn durch einen Korb Champagner gewonnen, so daß er ich jetzt auf dem Sanitätsamte die Orte aussuchen könne, an die er zu Musterungen gern kommandiert werden wolle. Nach Münster in Westfalen hatte Zeuge außer zu Dr. Fürstenberg, der ihn in Köln zu Militärbefreiungszwecken selbst aufsuchte, keine Beziehungen. Er kannte dort nur noch den Oberstabsarzt Dr. Zicker. Dieser befaßte sich mit Militärbefreiungen im größten Umfange, war auch einmal in Untersuchung, wurde aber freigesprochen. Von Oberstabsarzt Dr. Lindner wurde ähnliches erzählt. Dr. Dreyer, ein Schwager des Dr. Zicker, war auch ein Hauptfreimacher. Es ließen sich damals überhaupt sehr viele Militärärzte auf diese Dinge ein. Man sagte, in Köln seien nur zwei, die sich zurückhielten. In Münster, hieß es, sei jeder zugänglich. F. W. Dieckhoff machte mir stets einige Zeit vor der Musterung, zu der Zeuge kommandiert war, die Leute, auf die es änkam, persönlich namhaft. Er wußte immer, woher, wohin die Militärärzte kamen. Auch Zivilärzte spielten damals eine Rolle. Sie kamen entweder zu den Militärärzten, um sich für junge Leute zu verwenden, oder gaben ihnen Atteste zu den Musterungen mit. Es wurde unter anderem gesagt, junge Leute, die ihre Befreiung wünschten, legten manchmal Atteste von Dr. Mooren (dem verstorbenen Düsseldorfer Augenärzte) bei; er wisse aber nicht, ob Dr. Mooren unrichtige Atteste ausgestellt habe. Von Baumann habe er nie gehört. Es fei vorgekommen, daß junge Leute, die freigemacht wurden, Mittel anwandten, um ^krankheitsähnliche Erscheinungen vorzutäuschen. Dr. Schulze wurde am 2. Febr. 1871 vom Korpsgericht in Münster zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. In dem Urteil wurden als strafmildernde Umstände sein glaubhaftes Geständnis und sein sehr günstiges Führungszeugnis hervorgehoben. Es werden dann Urteile, die von Kriegsgerichten und ähnlichen Gerichten in Sachen der Militärbefreiung gefällt worden sind, verlesen. Dünn kam es noch zu Auseinandersetzungen zwischen einigen Angeklagten und dem Untersuchungsrichter, weil letzterem unzulässige Einwirkungen vorgeworfen wurden, was er aber entschieden zurückwies. Die weitere Verhandlung wird, wie wir bereits meldeten, auf Dienstag vertagt. Man meldet weiter: Die Meldung, daß in Köln ein drit ter Mili tärbefreiungsprozeß bevorstehe, ist falsch "Der in dieser Sache verhaftete Arzt Schultze wurde ohne Kautionsstellung aus der Haft entlassen, nachdem die Grundlosigkeit des Verdachtes der Beihilfe zur Mili- tntbefreiung erwiesen war. Der betr. Polizeispitzel ist ein M mV? nach iöcrlin ?? Ja behaget & der Unterh £ Astern "bniijm d^Mft Tli:rbÄS Ahnden dE Kril fobtre ÄÄchi-ix * ' Ktte fetfe" bei siSts W mit N, ''m, ,,9e” 8 4* — Tas Reichsmarine-Amt beabsichtigt, die bei dem in Dftafien befindlichen 1. und 2. Seebataillon vorhandenen Einjährig-Freiwilligen und sonstigen M a n n s ch a f t e n, die bis zum 31. März d. I. ihrer aktiven Dienstpflicht genügt hatten, zurückzuziehen. Diese Mannschaften werden voraussichtlich im Mai oder Anfang Juni die Heimreise antreten. Cron berg, 13. April. Die Königin von England ist heute Nachmittag von hier abgereift. — Nach dem Berichte der Berliner Gewerkschaftskommission für 1900 erreichte die Zahl der organisierten Arbeiter im Jahre 1900 die Höhe von 94758 gegen 70 723 iut vergangenen Jahre. Den größten Anteil an dieser Steigerung nahmen die Gewerkschaften mit über 1000 Mitgliedern in Anspruch, die 16 695 Mitglieder gewonnen haben. Unter diesen stehen an erster Stelle die Metallarbeiter, welche jetzt 20 000 Mitglieder zählen. Hamburg, 14. April. Der Reichspostdampfer Laut schon" mit dem Truppentransport aus China ist heute vormittag hier eingetroffen. Eine zahlreiche MensckMmenge begrüßte den festlich beflaggten Dampfer beim Anlegen mit lauten Hurrarufen. . Nachdem der Dampfer festgelegt, begaben sich der tomman* bierenbe General des 9. Armeekorps, v. Massow, zahlreiche Offiziere und die Mitglieder des Senats an Bord des Dampfers. Hier hielt General v. Massow eine Ansprache an die Soldaten und schloß mit einem Hoch auf den Kaiser; die Musik spielte „Heil Dir im Sieaerkranz". General v. Massow richtete ivdann an jeden Soldaten einige freundliche Worte und reichte jedem die Hand. Mit Ausnahme von acht Schwerkranken, die mittelst Krankenwagen nach dem Altonaer Gamisonlazarett gebracht wurden, bestiegen die übrigen Mannschaften, etwa 200, zwei bereitstehende Extrazüge, in denen sie nach den verschiedenen Bahnhöfen befördert wurden, um von hier aus die Weiterreise anzu- treten. Das Aussehen und die Haltung der Mannschaften waren gut. Zahlreiche Anverwandte der heimkehrenden Krieger waren bei der Landung anwesend. — Der Generaladjutant und General der Infanterie v. Werder wird am Montag von seiner Reise nach Petersburg hierher zurückkehren. - Tie Zahl der i n a k t i v e n S t a a t s m i n i st e r beträgt jetzt 19. Der älteste von ihnen ist der seit 1876 in Jnaktivität befindliche, am 16. April 1817 geborene Dr. v Telbrück; ihm folgt Fürst zu Hohenlohe-Schillingsfür't (geboren 31. März 1819), Dr. v. Maybach (geboren 29. November 1822). Dr. von Schelling (geboren 19. April 1824), ■Xr. v. Hofmann, der frühere Staatssekretär in Elsaß-Loth- rmgen (geboren 4. November 1827 und seit 1880 inaktiv), ©rar Botho zu Eulenburg (geboren 31. Juli 1831), Graf von Hatzseldt-Wildenburg (geboren 8. Oktober 1831), der frühere Gouverneur von Straßburg und spätere preußische Kriegsminister Dr. von Verdy du Vernois (geboren 19. Juli 1832), Tr. von Bötticher (geboren 6. Januar 1833), Dr. v. Schol (geboren 1. November 1833), Dr. med. Frhr. Lucius v. Ball- yaufen (geboren 20. Dezember 1835), Gras von Zedlitz- Tnchfchlei (geboren 8. Dezember 1837), Dr. v. Goßler (geboren 13. April 1838), v. Heyden (geboren 16. März 1839), v-, "oller, ehemaliger Unterstaatssekretär im Ministerium lur Elwß-Lothringen und dann preußischer Minister des Innern (geboren 8. Juli 1841), Frhr. Marschall v. Bieberstein (geboren 12. Oktober 1842), Dr. Frhr. v. Berlepsch (geboren 30. März 1843), Frhr. v. d. Recke v. d. Horst (geboren 2. April 1847), und als jüngster Fürst Herbert v. Bismarck (geboren 28. Dezember 1849). Von diesen 19 inaktiven Ministern waren drei Minister des Innern, je Lwei Handels-, Landwirtschafts- und Kultusminister, je einer Justiz-, Finanz, Kriegsminister und Minister der öffentlichen Arbeiten. Von den inaktiven Ministern stehen noch fünf im preußischen Staatsdienst als Oberpräsidenten und zwei als Botschafter im Reichsdienst. - Ter „Kreuzzeitung" zufolge ist dem Generalleutiiant vor einiger Zeit im Reichstage zur großen Ueberraschung Des Hauses, der Reichsinvalidenfonds sei bankerott. Diese Erklärung wurde damals vielfach an- gezweifelt, nach der Bilanz aber, die dem Bericht der Reichsschuldenkommission über die Verwaltung des Fonds für das Rechnungsjahr 1899 beigegeben worden ist, ist sie leider nur allzu zutreffend. — -rer „Kruzzeitung" zufolge ist dem Generalleutnant v. Krosigk, Kommandeur der 2. Garde-Jnfanterie-Di- vislon, unter Verleihung des Kronen-Ordens 1. Klasse der ■ erbetene Abschied bewilligt worden. — Ter Reichstagsabg. Liebermann v. Sonnenberg hat seinen Wohnsitz in Gernsbach im Schwarzwalde genommen und gedenkt sich künftighin der badischen ) antisemitischen Partei anzunehmen. Der bevorstehende 1 Wahlkampf kann somit nach dieser Richtung recht inter- \ essant werden. i. Vom Proviuzialausschuß, Der zwei Jahre dauernde ! Streit, ob die Stadt Bad-Nauheim oder der hessische Stait die meisten Kosten zur Polizei zu tragen habe, ist am SamStag durch den Provinzialausschuß zu Ungunsten Nauheims entschieden worden. Bei dem Termin waren als Abgeordnete Nauheims der Bürgermeister Wörner und die Gemeinderäte Sprengel und Kegelmaun anwesend. Nauheim wurde dazu verpflichtet, in Zukunft die Kosten de- Polizei zu tragen; der Staat wird nur den Vorsteher, den Polizeikommissär, besolden. Die streitige Summe betrug über 9000 Mk.; im Ganzen hat Nauheim nun jährlich etwa 13—14 000 Mk. Polizeikosten zu entrichten, d. h. aus den Kopf der Bevölkerung über 4 Mk. Dieses ist der höchste Satz in Hessen. — Auch die Kreiskassenbeiträae, die Nauheim zu leisten hat, find von 24 000 auf 28 000 Mk. pro Jahr gestiegen. Friedberg giebt nur 26000 Mk. Beide Gemeinden bezahlen jetzt zusammen gerade ein Fünftel der gesamten KreiSumlageu. ~ ** Erkrankt. Wie wir hören, ist der prakt. Tierarzt Seiderer schwer erkrankt und in der Nervenheilanstalt Brunnthal bei München untergebracht worden. Seine Praxis hat Herr Tierarzt Johann, bisher Volontär-Asfistent beim Univ.-Professor Dr. Preusse, übernommen. •• Zusammenstoß. Heute morgen V, 12 Uhr stieß em Einspänner mit einem Omnibuswagen an der Ecke deS Marktplatzes zusammen; außer einer leichteren Beschädigung der Wagen hat der Zusammenstoß keine schlimmen Folgen gehabt. i. Bad'Ranheim, 14. April. Gestern und heute war hier das Gerücht verbreitet, im nahen Wisselsheim, im sogenannten Löwenthal, sei — ein Sprudel entsprungen! Findige Köpfe wollten sogar wissen, eS sei Wasser vom Nauheimer Sprudel. Doch die WisselSheimer Einwohner, o hieß es, wollten von dem Sprudel nichts wissen, da dessen salziges Wasser ihre Wiesen zerstöre und hätten deshalb mit Mistgabeln und Schaufeln den Sprudel wieder zerstörb. Thatsache ist, daß es schon feit vielen hundert Jahren in Wisselsheim Salzquellen giebt; es waren sogar bis zu« Jahre 1815 dort Salinen im Betrieb und heute heißt dort noch ein großer Platz im Bolksmund die „WisselSheimer Sud-. Eine im Thale noch vorhandene Salzquelle war, jedenfalls durch die vielen Niederschläge der letzten Zeit, etwas stärker geworden und so verbreitete fich schnell die Kunde vom Spindel zu Wisselsheim. — Der vorgestern Dem Gemeinderat vorgelegte Voranschlag der Stadt Bad-Nauheim für das Jahr 1901/02 zeigt in Einnahmen rund 900,000 Mk. ebenso in Ausgaben. Doch wird der Ausschlag auf die Mark Steuerkapital in diesem Jahre nicht höher. Der Gaswerks- Voranschlag figuriert mit 84 000 Mk. Einnahmen und Ausgaben. Der Voranschlag wurde von dem Gemeinderat ge- lehmigt. — In die Verwaltungs-Kommission des tädtischen KonitzkystiftS wurden die GemeinderatSmitgliedkr, ne Herren: Sprengel, Knieriem und Lentz und als Aerzte )ie Herren: Dr. Kuweit und Stabsarzt a. D. Dr. Stein- terg gewählt. Als Kommiffionsmitglied für das städtische Krankenhaus wurde Gemeinderat Muth, als Arzt Dr. Hahn gewählt. — Das im Sommer in großen Mengen nach Nauheim eingeführte Fleisch von auswärts soll in Zukunft mr noch bei Tage eingeführt werden dürfen. Der Fleisch- »eschauer soll im Gießener Schlachthaus einen Kursus mitmachen. — Es weilen bereits über hundert Kurgäste hier; darunter Herr (£• F. Schwetz aus Leipzig, der in diesem Jahre Nauheim zum 25. male mit großem Erfolge besucht. Der „große Sprudel" erholt sich immer mehr und die Aufregung in Nauheim hat sich bereits wieder gelegt. -ck. Lehrerhei» Vogelsberg. Die sehr gut besuchte Hauptversammlung des Vereins „Lehrerheim Bogels- erg- fand am 11. April in Jugenheim a. d. B. statt. Der Vorsitzende, Lehrer Linck-RüdiugShain, erstattete den Jahresbericht, aus dem hervorgeht, daß das Unternchme» ch günstig entwickelt. Der Rechnungsabschluß weift ei» Vermögen von nahezu 12,000 Mk. auf. Auf dem Sereinshause lasten zurzeit noch 20 000 Mk. Hypothek- chulden, und da eS rätlich und wünschenswert erscheint, dies abzutragen, wird auf den einstimmig angenommenen Antrag )eS Obmanns des LandeS-LehrervereinS, Oberlehrer Backes- Darmstadt, der Versuch gemacht werden, Anteilscheine zu je 50 Mk. auszugeben. Lehrer Lanz-Ober-Ramstadt empfahl, die Wetterseite deS VereinShauseS durch eine Schindelbedeckung vor dem Eindringen der Nässe zu schützen. Der engere Vorstand wurde beauftragt, die Angelegenheit in Erwägung zu ziehen. — Schließlich brachte Lehrer Reidel-Gundersheim den Antrag ein, der Vorstand solle an den Vorstand des Landes-LehrervereinS das Gesuch richten, max möge das Vermögen des Landes-LehrervereinS gegen eine angemessene Zinsvergütung und unbedingte Sicherstellung in den Dienst >eS LehrerheimS stellen. Der Antrag fand Unterstützung und Annahme. Hierauf wurde die Versammlung geschlossen. W. Ridda, 13. April. Heute nacht wurde hier ein chwerer Unfug verübt. An der Turnhalle wurden die Fenster eingeschlagen und die Lampen zertrümmert; eine städtische Laterne wurde gänzlich abgeschlagen, auS einer anderen wurde die Lampe entwendet. Gegen 20 Meter der ünf&fanft "EomnD» »unntehr enw^ ’> 1901. lei?7^ ? heiler '8'» Witta, fc 11 ^-°°r°g-»^ Wte boattnht ■ bkr hessische * Wt ist « ■? $Wn toarer »elm ®btu" * 8, ®an« aimtjttb “'“«ft bie Sofien it! r d-« Lorfteh„, in *W s*t iittug '» »M Mich et#" Jten» d. h. auf ben ' ch der höchst- NenbeltrSgr, bie 000 auf 28000 M :bt nut 26000 $DH. eD gerade ein gfinftd der prüft. Nerayt er Nervenheilanstalr >rden. SemrPrchs lontär-WM btim m. 1 li 12 Uhr stieß ein wagen an bei Ecke leichterenBeschäbigung ine schlimmen Folgen m und heute vor hier isselsheim, im jo* del entsprungen! eS sei Wasser vom ilSheimer Einwohner, ichtS wissen, ba dessen ib Hütten deshalb mit rubel wieder zerstört. i hundert Jahren in i sogar bii M Jahre tute ptifjt bart not) wisselSheimer Suh", teile war, sebensM n M, W Mer ie Kunde vom Sprudel em Gemeinderat vor- lad-Nauheim für daS ;b 900,000 Mk. ebenso schlag aus die Mark gher. Der GaSwerkS- Einnahmen und W- btm &eniein^at 9e* .fiommiffiM der Minderatrmitgl'edrr, t-nb und als 5erzte a. D. Dr. «J* b str das . »u tot Dr. W* m Musrn nach Nau- bür en. Der rM „r mehr Md di- «"I kbtÄ bN" e W » KogelS- statt. enhe'v o-D- u(e bett rf M Unten*? daß L weift et« ingSabschM f btB5 A Jpolbet» 100OOr»bie' SffiSS xfäti» < ta fr*’8 soll- ° möz-i' richte"v""o,zme?'"! nege« «>’ „ Z )P*®SW* (je bet Garlenzaun nebst den Pfosten wurden auS der Erde gehoben und in den nahen Flutgraben gegeworsen. In einem anderen Garten wurde nach Zertrümmerung der Thüre ein Gartenhauk halb eingedrückt, cS war zu stark gebaut, deshalb hatte es dem Anprall widerstanden. Die That kann nur von einer ganzen Bande verübt worden sein. Hoffentlich gelingt es ben energischen Anstrengungen der Gendarmerie die Thäter zu saffen. Man ist sonst in unserer Stadt solche Rohheiten nicht gewöhnt. — In der heutigen Generalversammlung des Kriegervereins Nidda bildete den Mittelpunkt ein gediegener Vortrag des Lehrers Jung aus Ober-Mockstadt über daS Thema: „Die Bedeutung der Kriegervereine für unser deutsches Volk-, der Redner hob besonders hervor die Pfleg- treuer Kameradschaft, die sich nicht durch politische oder ge meiuheitliche Fragen dürfe lockern lassen; ferner die soziale Aufgabe der Vereine. Interessant waren die Mitteilungen Iber die Unterstützungen, die die Vereine an notleidende Kameraden und deren Hinterbliebenen verabfolgen. So hat die „Hassia- seit ihrer Gründung über eine halbe Million an bedürftige Kameraden gegeben, ohne die sonstigen Unter stützungen an Konfirmanden re. Der deutsche Sriegerbunb verwendet jährlich ca. 160000 Mk. Auch bestehen drei Waisenhäuser mit 280 Waisen von Kriegern. Die letzte und Hauptaufgabe sei die nationale als Fortsetzung der Erziehung in Schule und Heer zur Treue gegen Fürst und Vaterland. DaS Kyffhäuserdenkmal vereinige seit 2 Jahren im Kyffhäuser bunb alle deutschen Vereine, er sei ihre gemeinsame Spitze. Heffen habe darin wie im Bundesrat 3 Stimmen. Ein Hoch auf Kaiser und Großherzog schloß die Versammlung. ko. Laubach, 14. April. Täglich treffen Eisenbahn Bauunternehmer ein, um die zu erbauende Strecke von hier nach Mücke einer näheren Besichtigung zu unterziehen. Die 14,2 Kilometer lange Strecke wird in drei Losen vergeben. Der Submissionstermin bei der kgl. Eisenbahn- direktion in Frankfurt ist auf den 22. d. MtS. festgesetzt. Der Zuschlag wird innerhalb 6 Wochen erfolgen. Der Mntcrbau muß bis zum 1. Juli 1902 fertiggestellt sein. Die Bahn führt meist durch prächtige Waldungen, zwischen hier und Freienseeu allein etwa 5 Kilometer lang. Tiefe Einschnitte, Dämme, UeberführungSbauteu werden diese zu einer der interessantesten, aber auch zu einer der teuersten Nebenbahnen Deutschlands machen, wird doch ein projektierter Tunnel allein lOOOOO Mk. Kosten verursachen. -i-e. Büdingen, 14. April. Der Erbprinz Wolfgang zu Asenburg und Büdingen hat sich mit Gräfin Adelheid von Rechteren verlobt. (Erbprinz Wolfgang geboren in Büdingen am 30. März 1877, ist Leutnant i 1» suite im Jnf.-Leibgarde-Reg. Nr. 115 in Darmstadt. Gräfin Adelheid ist am 31. März 1881 in Sommerhausen geboren. D. Red.) -k- Main-, 14. April. Für die nächste Theatersaison ist hier der Dr. phil. Otto Fest auS München engagiert worden, der über eine schöne Baßstimme verfügt. k. Mainz, 14. April. Im Wafferstand des Rheins ist seit heute morgen endlich eine Wendung zum befferen eingetreten, indem langsames Fallen bemerkbar ist. Der höchste Stand war 3,90 Mtr. und gegenwärtig ist er 3,86 Mir. Auch vom Oberrhein wird langsames Fallen gemeldet. ** Kleine Mitteilungen au» Hessen und ben Nachbarstaaten Die Lompagniebesichtigungen beim Bataillon des 168. Regiments in Butzbach finden am 22. April statt. AuS diesem Anlaß treffen die DivisionS- und Brigade-Kommandeure bereits am 21. April dort ein. Am 1. Mai begiebt sich daS Bakaillon zur größeren Hebung ins Griesheimer Lager. Vermischtes. * N a ch zehneinhalb monatiger Untersuchungshaft wurde gestern der ehemalige Polizei- meister Olbrich aus Kamerun aus der Untersuchungshaft entlassen. Olbrich diente bei der Schutztruppe und hatte zunächst die Stelle eines Polizeimeisters in Kribi und dann die eines Lagerverwalters in Kamerun inne. Im vorigen Jahre kam er mit halbjährigem Urlaub nach Berlin, wurde hier aber aus Veranlassung der Kameruner Behörde durch Vermittelung des Auswärtigen Amtes verhaftet. Ihm wurde Amtsverbrechen vorgeworfen und behauptet, das; er bei der Lagerverwaltung sich strafbare Unregelmäßigkeiten habe zu schulden kommen lassen. Die eingehende' Untersuchung ist vom Landgerichtsrat v. Ingersleben geführt worden. Olbrich, der jede Schuld entschieden bestreitet, ist gestern auf Antrag seines Verteidigers aus der Untersuchungshaft entlassen worden, da nach den Ergebnissen der Untersuchung Fluchtverdacht nicht mehr als vorliegend erachtet wurde. * Halle, 13. April. Auf Veranlassung des Prooinzial- vorsitzenden des Bundes der Landwirte für die Provinz Sachsen ist der Geschäftsführer des Bundes für die Provinz, Bruno Kreuz, verhaftet worden, weil er sich verschiedene Unterschlagungen, insbesondere im Verkehr mit einer bayerischen Viehverwertungsgenossenschaft, hatte zu schulden kommen lassen. Die veruntreuten Summen belaufen sich auf etwa 9000 Mark. Der Bund selbst scheint nicht geschädigt zu sein. * Gumbinnen, 14. April. Kriminalkommissar v. Bäckmainr, ver die ersten Ermittelungen zur Entdeckung des Mörders des Rittmeisters v. Krosigk leitete, l)Qt dem Kriegsminister eingehenden Vortrag über die Ergebnisse seiner Untersuchung gehalten. Diese sind durchaus nicht so günstig, als man allgemein annimmt. Tie Berliner Beamten hatten bei der Unbeliebtheit des erschossenen Rittmeisters eine recht schwierige Aufgabe zu losen. Gegen den zuletzt verhafteten und jetzt wieder frei- gelassenen Unteroffizier Domming lag so wenig Belastendes vor, daß der zuständige Auditeur sich längere Zeit gegen kessen Verhaftung sträubte. Tie beiden zuerst Verhafteten, Sergeant Hakel und Unteroffizier Merten, sollen demnächst nor das Kriegsgericht der zweiten Division in Insterburg gestellt werden, doch rechnet man in eingeweihten Kreisen schon jetzt mit einer Fr eispr echun g der Angeschuldigten. * Bremerhaven, 13. April. Die vermißten Goldbarren an Bord des Dampfers «Kaiser Wilhelm der Große" sind aufgefunben worden. Es wird darüber gemeldet: Heute morgen 8 Uhr war der Steward und Dirigent der Schiffskapelle Magers damit beschäftigt, im Gange vor dem Salon der zweiten Kajüte eines der oben bcfindlichen Gesimse zu reinigen und stieß dabet auf einen dort liegenden Gegen stand, der, wie sich heranSstcllte, einer der fehlenden Gold, bauen war. Dicht daneben lagen auch die beiden anderen Barren. Noch im Laufe des voimittagS wurden die Barren an die Direktion des Norddeutschen Lloyd in Bremen abgeliefert. Steward MagerS erfreut sich des besten Leumundes. Die Bremer Polizei hat nochmals die strengste Untersuchung eingeleitet. * Budapest,' 13. April. In Hermannstadt fand gestern zwischen zwei Oberleutnants ein Pistolen. Duell statt, bei dem einer der Gegner durch einen Schuß ins Herz getötet wurde. * N ew-Hork, 14. April. In der vergangenen Woche wurden für 2 7 96 6 Dollars Go l d verschifft, von dem für 5900 Dollars nach Liverpool, der Rest nach Westindien ging. Täe Silberverschiffung beziffert sich auf 689 050 Dollars und ging größtenteils nach London. ♦ Heiratsverbot. Die gesetzgebende Körperschaft des Staates Minnesota hat, wie die „Zeitschrift für Sozialwissenschaft" berichtet, sich kürzlich mit einem Gesetzentwurf beschäftigt, durch den Heiraten verboten werden sollen, bei denen einer von beiden Teilen, Bräutigam oder Braut, mit Krankheiten, wie Wahnsinn, Schwindsucht oder gewissen besonders bezeichneten Krankheiten behaftet ist. Der Gesetzentwurf enthält weiter die Verordnung, daß jede Bewerbung zur Eheschließung von einem ärztlichen Zeugnis begleitet werden soll, in welchem der Bewerber als geeignet für die Eheschließung erklärt wird. Endlich ist die Heirat von Frauen über 45 Jahren verboten, während für Männer keine derartige Beschränkung gemacht wird. $ttteratur, Wissenschaft und Kunst. Teter, 12. April. In der gestrigen Abendsitzung des Verbandes -für römisch-germanische Altertumsforschung sprach u. a. Prof. Anthes (Darmstadt) über die Frage: „Empfiehlt sich die Herausgabe eines Sammelwerkes über die römischen Skulpturen in Deutschland*. In der heutigen Delegiertenversammlung wurden Resolutionen einstimmig gefaßt betreffend: 1. die baldige Publikation der Neuhäuseler Funde durch die Museen von Frankfurt und Darmstadt; 2. die planmäßige Ausgrabung bei Friedberg; 8. eine einheitliche Regelung der Ringwallforschung und eine konsequente Forschung aller prähistorischen Grabfelder. Ministerial« direktor Soldan berichtete in der Hauptversammlung über die Neuhäuseler Funde, über die wir s. Z. im „Gieß. Anzeiger- einige längere Artikel veröffentlichten. Keramische Funde sprechen dafür, daß die Ansiedelungen zu Neuhäusel 400—500 v. Ehr. stattfanden. Vergleiche mit den römischen Lagern ergaben mit Sicherheü, daß die Neuhäuseler Ansiedelungen längst vergeffen waren, als die Römer am Rhein ihre Lager errichteten. Prof. Köhl (Worms) behandelte in ausführlicher Darlegung die Streitfrage, ob die Schnur- oder die Bandkeramik die ältere Art sei. Er entschied sich für die letztere Annahme. Von Gießen beteiligte sich auch an den Jubiläumsfeierlichkeiten der Univ.-Profeffor Dr. Gundermann. Regensburg, 14. April. Die hier tagende Generalversammlung des bayerischen Gymnasiallehrer-Vereins nahm gestern im Hinblick auf die Bewegung, die in Norddeutschland bestand und die humanistischen Gymnasien und besonders den griechischen Unterricht bedroht, nahezu ein- stimmig folgende Resolution an: „Der griechische Unterricht hat im humanistischen Gymnasium eine io große Bedeutung und stellt so hohe Anforderungen an die Schüler, daß es ausgeschloffen erscheint, die ihm gegenwärtig zugewiesene Stundenzahl zu vermindern oder den Beginn des Unterrichts über die 4. Klaffe hinaufzuschieben. Die Zulaffung des wahlfreien englischen Unterrichts an Stelle des griechischen würde das humanistische Gymnasium zerstören. Arbeiterbewegung. Hamburg, J3. April. Bii einem Streite »wischen streikend n Arbeitern der Lurder'schen Reismühlen in Moorfleth bei Hamburg und von auswärts zugezogenen Arbeitswilligen ksm eS zu Gewalt- 1 Hörigkeiten. Em Arbeiter wurde durch Mefferstiche schwer verletzt. 8euS, 13.April. Ter nationale Kongreß der Bergarbeiter beschldß nach langer Erörterung im Prinzip die Verkündigung deS allgemeinen Ausstandes, wenn im Verlauf von 10 Tagen die Arbeiter in Montceau-les-Minrs nicht wieder eingestellt seien. Ferner nahm der Kongreß eine Resolution an, in der die Regierung ausgefordert wird, innerbalb eine« Zeitraumes von 10 Tagen von den Etadliffe- ments die Wtedereinstkllung der Arbeiter zu erlangen. Endlich nahm der Kongreß eine dritte Resolution an, die besagt, daß der allgemeine Ausstand nur dann verkündet werden dürfe, wenn innerhalb eines Zeitraumes von 14 Tagen die Mehrzahl der Arbeiter, die durch ein Referendum ihrer Ansicht Ausdruck geben sollen, sich für den AuSstand auSspreche. Mouiceau les Mines, 14. April. Die hiesigen ausständigen Grubenarbeiter beschloffen in der heute abgehaltenen Versammlung, in welcher über den Erfolg der Bestrebungen chrer Vertreter auf dem Bergarbeiter-Kongreß in Lens Bericht erstattet wurde, den Ausstand bis zum äußersten fortzusetzen. «enua, 14. April. Die Mannschaften der hier anwesenden Dampfer der Florio-Gesellschaft haben den allgemeinen Ausstand beschloffen. Infolgedessen werden außer den bereits genannten Dampfern auch die Dampfer „Dräne", „Calabria", „Rapido", „Constante", „Angelica" und „Accame", sowie die Postdampfer der „Ravigazione General" von morgen an nicht abgehen. Gerichtssaal. Dresden, 13. April Der Hauptmann Horst v. Beust von der 2. Komvagnie des Jäger-Bataillons Nr. 13 ist vom Kriegsgericht brr 3. Division Nr. 32 wegen Mißbrauchs der Dienstgewalt, versuchter Nötigung und Freihettsberaubung, begangen in der Nacht zum 23. März, zu 3 Monat und 3 Wochen Gefängnis verurteilt worden. Es handelte sich darum, daß der Hauptmann, der ein sträfliches Verhältnis mit der Frau des Dr. Schaumann unterhielt, den Ehemann seiner Geliebten, von dem er ertappt wurde, widerrecktlich verhaften und in die Kaserne einsperren ließ. Handel and Verkehr. Volkswirtschaft. FQ. Frankfurt a. M., 15. April. (Telegr. Orig.-Bericht des „®. A.") Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkauf standen 410 Ochsen, darunter 114 aus Oesterreich, 38 Bullen, darunter 3 aus Oesterreich, 642 Kühe, Stiere und Rinder, 330 Kälber, 163 Schafe und Hämmel, 1299 Schweine, 14 Ziegenlämmer, 19 Schaf lämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfd. Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qual. 67—69 Mk., 2. Qual. 61—63 Mk., 3. Qual. 59-60 Mk.; Bullen 1. Qual. 53-55 Mk., 2. Qual. 49—50 Mk.; Kühe, Stiere und Rinder 1. Qual. 60—62 Mk., 2. Qual. 55-57 Mk., 3. Qual. 43—45 Mk., 4. Qual. 32—33 Mk., 5. Qual 30—31 Mk. Bezahlt wurden für 1 Pfd. Schlachtgewicht Kälber 1. Qual. 78—80 Pfg., Lebendgewicht 46—49 Pfg., 2. Qual. 70—73 Pfg., Lebendgewicht 42—44 Pfg., 3. Qual. 60—63 Pfg.; Schafe 1. Qual. 58—60 Pfg., 2. Dual. 54—56 Pfg.; Schweine 1. Qual. 59 Pfg., Lebendgewicht 46 Pfg., 2. Qual. 57—58 Pfg., Lebendgewicht 45 Pfg. Geschäft gut, Markt geräumt. Neueste Meldungen. I. Treiben, 15. April. (Telegr. d. „Gieß. Anz.") Im Tresdener „Journal" findet sich folgenbet Nachruf: Statt jeder besonderen Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, in der Nacht vom 9. zum 10. d. Mts. in Peking meinen h » » »> »» >» n »» ff ff ff ff ff Schles.L-lklkk SchwkL. |l« Injtrntr JDtifUtt Serres ftiofaaf Für die uns bei unserem schmerzlichen Verluste bewiesene herzliche Teilnahme sagen innigsten Dank Stein, 2875 Tüchtig Schuhmachkt per sofort gesucht. MäuSburg 4. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unseres unvergesslichen Vaters, Schwiegervaters und Grossvaters 61424] In ruhiger Lage frdl. möbl. Zimmer z. verm Westanlage 19 pari. ■f—7 Zu der Dienstag, de« UH< 80. April, abend« ««/, ■P^_\sU6r, stattfindenden 2868 U Hauptversammlung ■ werden die Mitglieder hierdurch freundlichst eingeladen. Tagesordnung fiehe Anschlag im LereinSlokal Der Vorstand. Sederne Pferdedecke gefunden. Abzuholen Katharinengaffe 12. Ketterer Mediziner sucht sofort, möglichst Nähe der Kliniken 1—2 gut mööt. Zimmer zu mieten. Peinlichste Sauberkeit, aufmerksame Bedienung verlangt. Gtfl Off- mit Preisangabe unter 2869 an die Expedition d. Blattes Manner-Turnverein Beginn der regelmäßigen Turnstunden Dienstag den 16. April rr , Mehrere gebrauchte, gut erhaltene franz, und rusfische Billards stehe« billig zum verkauf. Offerten unter Nr. 2813 an die Expedition dieses Blattes erbeten ülriietritaii!! 3m Stricken a. 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Aus den Distrikten Koppe, Zu- Haag, Krummstrauch und KlöSgeS- rod der Forstwartei Harbach, sowie aus den Distrikten Ochsenstall, Alter Haag und Beltersbainer Wald der Forstwartei Reinhards- hain sollen ca. 65 fm Fichten- Schnittholz (von 30 bis 48 cm mittl. Durchmesser), ca. 75 fm Fichten-Bauholz (von 18 bis 2» cm mittl. Durchmesser), ca. 6 fm Kiefern-Bauholz (von 21 bis 28 cm mittl. Durchmesser), sowie 0,78 fm Fickten-Derbstangen auf dem Submisssonsweg verkauft werden. Kaufltebbaber wollen ihre Gebote, getrennt nach Holzarten und Sortimenten, verschlossen und mit der Aufschrift.Submlssionsholzverkauff versehen bis längstens den 25 ds Mrs. bei der unterzeichneten Stelle einreichen, woselbst die Eröffnung der Gebote am 26. d. Mts , vormittags 7a 10 Uhr, in Gegenwart der etwa erschienenen Submittenten erfolgen wird. Die Großh. Forstwarte Kinkel zu Harbach und Klipstein zu Rein- hardshain sind beauftragt, das Holz auf Verlangen vorzuzeiqen. Grünberg, den 12. April 1901. Großh. Oberförsterei Grünberg. Stadt. Schlachthaus, grcibottf. 2890 Heute uuv morgen: WfnflfiWj 50 W Kuhßeisch 48 pfg. Der Verkauf deS Fleisches findet während deS Biebmarkres in der Großichlachiviehhalle ftutt. Gehr. Berdux Hießen 27 Bahnhofstraße 27 12 Lindenpkatz 12. Durch direkte« Bezug von 200 Ctr. echt Schlesischem Gebirgs- RotKleesamen sindwirinderLage,rmsereKundschaft besonders gut und preiswert zu bedienen. Wir empfehlen gleichzeitig unser Lager in 2883 fipin Mädchen empfiehlt sich i« Bügel« in und außer de« Hause. Wallthorttratze 16, Itt -r.pst.7vps,. 85 Tmn-Verein. Die regelmäßigen Tnruftnvdeu finden statt: FUenstags und Irettags: Riegenturnen. Mittwochs: Äüttun.tn und Fechten. Donnerstags: Damen-Riege. Anfang jedesmal abends 8 Uhr. Anmeldungen werden euch in unserer Turnhalle, straße 3, entgegen genommen. 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