f Nr. 64 Erstes Blatt. 151. Jahrgang. Samstag 16. März 1901 IHattio«, Expedition und Druckerei kchulftraße 7. Adresse für Depesche»! Anzeiger Gieren. Fernsprechanschluß Nr. 51. Erscheint täglich mit LuSnahme de- Montag«. Die Gießener Kamillen- Matter werden dem An- ytgtr im Wechsel mit „Hess. Landwirt" und „Blätter Mr hey. Volkskunde" vier- ■kI wöchentlich beigelegt. Annahme von «nielgcn ■ der nachmittag» für den Mgcnben Tag rrichetnenden Anmmer bi« vorm 10 Uhr Uhbeßrllungen Ipäteftrn» abend» vorher. vezugspreir vierteljährl. Mk 2.20, monotl. 75 Pfa imt Bringcrlohn; durch bl« Abholestellen vierteljährl Mk. 1.90, monatl. 65 Bei Postbezug vierteljährl. Mk. 2.00 ohne Bestellgeld. CClt Anjriarn-Bermitklung». stellen deS yn- und AuSlanda» nehmen Anzeigen für de« Siebener Anzeiger entgegen, fittlenprets lokal 18 OlS^ auvwärt« 80 Pfg. GietzenerAnzeiger ” General-Anzeiger v 'ea* Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Amtlicher Ml. Gießen, den 15. März 1901. Betr.: Errichtung und Einrichtung der Fortbildungsschulen, hier Darstellung des Zustandes derselben. Die Großh. Kreisschulkommisston Gießen au dte Lchulvorstäude deS Kreises. Diejenigen von Ihnen, welche unserer Verfügung vom 2. Februar 1901 (Gießener Anzeiger Nr. 31) noch nicht »achgekommen sind, werden an deren sofortige Erledigung erinnert. v. Bechtold. Mit der hessischen Wahlrechtsvorlage beschäftigt sich ein Karlsruher Artikel der offiziösen „Süddeutschen Reichskorrespondenz". Es heißt darin: „Bekanntlich war in Liessen seither schon das Wahlrecht bei den Wahlen der Wahlmänner und Abgeordneten außer von dem dreijährigen Wohnsitz im Großherzogtum auch von der Heranziehung zu einer Staatssteuer seit Anfang des Rechnungsjahres, in dem die Wahl vorgenommen wird, abhängig und Stimmberechtigung auch denjenigen versagt, die zurzeit der Wahl länger als zwei Monate mit der Entrichtung der schuldigen Staatssteuer sich im Rückstand befinden. Daran ist auch in dem vorliegenden Entwurf, der die direkte Wahl mit geheimer Abstimmung (Artikel 4) und Wahlumschläge, sowie Jsolierräume nach badischem Muster (Artikel 30 und 31) vorschlägt, im wesentlichen festgehalten und das Wahlrecht nur denjenigen männlichen Staatsangehörigen zuerkannt worden, die zurzeit der Wahl wenigstens drei Jahre int Großherzogtum wohnen und seit drei Jahren die hessische Staatsangehörigkeit besitzen, sowie feit Anfang des Rechnungsjahres, in dem die Wahl vorgenommen wird, zu einer direkten Staats- oder Gemeindesteuer herangezogen sind (Aritkel 6 Ziffer 2 und 3), und find vom Stimmrecht weiterhin diejenigen ausgeschlossen, die zurzeit der Wahl mit oer Entrichtung der direkten Staats- oder Gemeindesteuer sich im Rückstand befinden (Artikel 7 Ziffer 11). Welchen Einfluß derartige Bestimmungen in Baden auf die Zahl der sozialdemokratischen Stimmen in den größten Städten haben müßten, wird nicht nur den sozialdemokratischen Führern, sondern allen denen klar sein, die einen Blick in städtische Steuerlisten und Steuerrückstandsverzeichnisse zu thun in der Lage waren, oder sich der zahlreichen Gesuche um Aufnahme in den badischen Stagtsverband erinnern, die beim Herannahen der Landtagswahlen von oft erst ganz kurze Zeit im Großherzogtum sich aufhaltenden Angehörigen anderer Bundesstaaten. gestellt werden. Auch in anderer Beziehung wird man bei genauerer Betrachtung von einer anerkennenswert freisinnigen Wahlreform wohl nicht reden dürfen. Tie Erste Kammer, die seither außer den Prinzen des Großherzoglichen Hauses, den Standesherren, dem Bischof und Prälaten, den Abgeordneten des mit Grrtndeigentum angesessenen Adels neben den zwölf vom Großherzog ernannten Mitgliedern nur zwei gewählte Mitglieder aufwies, erfährt zwar eine Verstärkung, aber nur durch die vom Großherzog für die Tauer des Landtags ernanntest Mitglieder, nämlich drei Bürgermeister der Städte mit Städteordnung, und ein vom großen Senat der Technischen Hochschule vorgeschlagenes Mitglied dieses Senats. Ferner sollen nicht nur in den Städten, die mehrere Abgeordnete zu wählen haben, durch, Verordnung Wahlbezirke gebildet werden, und zwar ebensoviele, als Abgeordnete zu wählen sind, während seither die betreffenden städtischen Wahlmänner mehrere Abgeordnete zu wählen befugt waren, sondern es ist auch die Bildung der Wahlkreise außerhalb der mit einem besonderen Wahlrecht be- liehenen Städte, welche seither durch ein Gesetz vom 20. Mai 1875 festgelegt war, der Verordnung zugewiesen." Daß diese minder freisinnigen Bestimmungen in den parlamentarischen Verhandlungen zu Fall gebracht werden können, glaubt das offiziöse Organ nicht. Man wird vielmehr, so fährt es fort, „annehmen dürfen, daß, wie dies anderwärts geschehen ist, auch die hessische Regierung der direkten Wahl nur im Hinblick auf die Einschränkungen und unter der Bedingung ihrer Beibehaltung zuzustimmen sich entschlossen hat. Trifft dies aber zu, so kann man doch wohl noch recht sehr darüber streiten, was „fteisinni- ger" ist — das allgemeine Wahlrecht mit indirekter Abstimmung, das in Baden geltendes Recht ist, oder die direkte Wahl mit C e n s u s und dreijährigerKarenz- frift" Hessischer Zandtag. Zweite Kammer der Stände. nn. Darmstadt, 14. März. Die Sitzung wird um 9.15 Uhr eröffnet. Am Ministertisch: Staatsminister Rothe, Ministerialrat Braun, Landesökonomierat Müller, Landeskulturrat Dr. Claas, Ministerialrat v. Krug. — Ein Antrag des Abg. Brauer und Genossen betr. Aufhebung der gemischten Transitlager und Zollkredite wird bis zur Beratung der Getreidezölle zurückgestellt. Ministerialrat Braun: „Gestern noch auf stolzen Rossen, heute durch die Brust geschossen", hat er sich; nach den gestrigen Ausführungen des Abg. Weidner über die Landwirtschaft gefühlt, als der Abg. Weidner einen ganzen Haufen schwarzer oberhessischer Wäsche über ihn äusge- schüttet habe. Nach genauer Prüfung all der vorgebrachten Klagen sei aber nicht so viel übrig geblieben als in eine Pappschachtel gehe. Im allgemeinen hätte er eigentlich keine Veranlassung, das Wort zu ergreifen, weil die Anschuldigungen gegen den Landwirtschaftsrat gerichtet worden seien. Als Regierungsvertreter und als 17 jähriges Mitglied landwirtschaftlicher Vereine antworte er jedoch Herrn Weidner. Dem Abg. Weidner sei bekannt, daß eine Neuregelung des landwirtschaftlichen Rechnungswesens und der Voranschläge in Angriff genommen sei, und es stehe ihm auch nicht zu, sich zu beschweren, daß er (Weidner) nichy zu den Sitzungen des Landwirtschaftsrats hinzugezogen worden sei.' Was das Prämiierungssystem bei den Viehausstellungen und insbesondere auf der Landesausstellung von Darmstadt betreffe, wobei, einige kleine Bauern leer ausgingen, so glaube er, daß es sich hier mehr um den. gekränkten Stolz der Herchenhainer Renommierkühe handele, als um eine Thatsache, für die der Beweis noch fehle. Bei der Auswahl der Preisrichter werde in sorgfältigster Weise verfahren, und die Klagen des Abg. Weidner seien an die falsche Adresse gerichtet. Bezüglich der Beschwerden über zu große Ausgaben bei Reisen, Ausstellungen u. s. w. stelle er fest, daß er 15 Mk. für Reisediäten nicht zu hoch finde, und wenn man bei einer landwirtschaftlichen Exkursion Aepfelwein und Schinkenbrot kredenzt, so werde hieran der hessische Staat nicht zu Grunde gehen. Tie von dem Abg. Weidner gemachten Vorschläge zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Verhältnisse könne er nicht brauchen, da ie uferlose Gesichtspunkte enthalten, die aus finanziellen Gründen nicht durchführbar seien. Hessen marschiere in den Aufwendungen für die Landwirtschaft im ganzen deutschen Reich an der Spitze. Der Staatszuschuß habe betragen 1891/94 280 000 Mk., 1894/97 351000 Mk., 1897/1900 709 000 Mk., 1900/1901 751000 Mk. und 1901/1902 921640 Mk. Die Kesten auf den Hektar ausgeschlagen betragen in Preußen 77 Pfg., während Hessen 1.24 Mk. dafür aufwendet; damit sind die Aufwendungen für die Landwirtschaft um 30 pCt. gegen früher gestiegen. Die Aufwendungen für die Viehzucht seien in gleichem Maße in die Höhe gegangen. Daß dies so sei, sei der Stolz der Großh. Regierung, aber für neue Forderungen, die systemlos gebracht würden, sei die Re„ gierung nicht zu haben. Zum Schluß konstatiert der Redner, daß die Regierung die Förderung der hessischen Landwirtschaft als eine ihrer ersten Aufgaben betrachte und durchführe. ( w Abg. Dr. Heidenreich wendet sich gegen die Anschuldigungen des Abg. Weidner, die teilweise gegen seine Person gerichtet seien. Es seien bedauerlicherweise Gegenstände zur Sprache gebracht worden, für die er den Beweis, der Wahrheit vor Gericht antreten müsse. Die Stellung der Regierung zur Landwirtschaft sei über jedes Lob erhaben und der größte Teil der Mitglieder der Kammer sei wohl derselben Ansicht. Die von Herrn Weidner gemachten Ausstellungen seien auf gekränktes Ehrgefühl ^urückzuführen und die Beschuldigungen gegen ehrenwerte Männer in dem Provinzialverein müsse er mit Entschiedenheit zurückweisen. Abg. K o r e l l verbreitet sich über die Organisation der Landwirtschaft in Hessen und glaubt, daß die Landwirtschaft unter der jetzigen Regierung wohl zufrieden fein könne. Die aufgewendeten Mittel seien zwar groß, aber die Landwirtschaft werde auch für diese Förderung der Regierung stets dankbar sein. Abg. Wolff bringt ebenfalls eine Reche von Klagen Über die Organisation der hessischen Landwirtschaft vor. Er wünscht eine andere Prämiierungsmethode, Einführung von Stallprämien für tüchtige Landwirte, eine andere Züchtungsmcthode und Auswahl des Zuchtviehes zwischen Oberhessen und Rheinhessen, Ersatz des Landwirtschaftsrates durch Land wir tschaf tskammern, da er die jetzige Zusammensetzung des ersteren für sehr bedenklich halte. Er bemängelt das, W a n d e r l e h r s y st e m, das viel Geld kosw, aber keinen Erfolg habe. Die Besucher der Vorträge gingen so gescheit nach Hause, wie sie hingegangen seien. Herr Hahn habe alle Fähigkeiten, Oekonomierat zu werden, denn er wisse sich zu helfen auch ohne Getreidezölle. Wenn all das wahr sei, was der Abg. Weidner vorgebracht habe, dann sei es bedauerlich, wenn ein solcher Mann in der Landwirtschaft noch geduldet werde. Er betrachte jeden Beamten als bezahlten Diener des Staates und könne nicht zugeben, daß einem Mitglied des Hauses mit Spott und Hohn vom Regierungstisch geantwortet werde, wie dies dem Abg. Weidner von feiten des Ministerialrats Braun heute geschehen sei. , . , . Ministerialrat Braun stellt fest, daß es ihm Nicht im entferntesten in den Sinn gekommen sei, Jemand zu beleidigen, aber das wolle er konstatieren, daß er es für seine Pflicht halte, Angriffe zurückzuweisen, die unverdienter Irankfurter Schauspielhaus. Ostern.*) Passionsspiel in drei Akten von August Strindberg. Wir befinden uns in der Charwoche, die geweiht ist der Erinnerung au das Leiden und Sterben Christi, des Erlösers her Menschheit. Mit schwachen Kräften noch reckt sich die Natur empor aus dem langen Winterschlaf, strebt sie gegen die Winterstürme dem Lenz entgegen, dem Auf- erstehen. Täge kommen, an denen unter freundlichem Himmel die Erde sich zu schmücken beginnt, an denen uns der Vögel muntere Stimmen grüßen, die Büsche und Sträucher sich mit Knospen behangen und die Matten mit leichtern Grün sich kleiden. Und froh wird unser Herz, leicht und weit vor Freude über das Auferstchen. Aber dann kommen wieder Tage mit Stürmen und dunkeln Nebeln . und Schneegestöber, an denen der alte Winter von seinem Totenbette mit neuer Kraft sich erhebt, an denen die gespenstigen Gestalten des Winterdunkels spuken und unsere Seelen sleif und starr, zag und müde machen. „Ta siechen die Kräfte, da sinken die Arme, Ohnmacht legt sich im Lufthauch der Nacht Sinnverwirrend auf sämtliche Wesen", heißt's in der „Edda". Es ist die Woche der großen, stillen Marter, des Leidens, der hohen Pein. Dieser ewige Wechsel in den' Erscheinungen der Natur stimmt uns zu trauriger Klage. Wir seufzen unter diesem Gefühl ob unseres eigenen *) Nach Niederschrift dieser Besprechung fällt mir von HardenS »Zukunft" das Heft vom 9. März in die Hände, in dem sich ein interessanter Au'satz befindet unter dem Titel „Der neue Strindberg". Dieser Aufsatz, der zwar die Dichtung „Ostern" nicht behandelt, dagegen eingehend dem letzten Gesinnungswechsel Strindbergs psychisch nachzuspüren sucht, sei der Beachtung empfohlen. Elends und ahnen doch, daß im Leiden des Glückes erster Sonnenstrahl schimmert, daß sich die Zeiten wandeln wer den und folgen wird zu vollem Frieden der Ostertag, die Auferstehung aus der Qual. Tas ist die Stimmung, zu der uns Strindberg in seiner neuesten dramatischen Dichtung führt, die am vergangenen Samstag zum ersten Male auf einer Bühne erschien, und diese bevorzugte Bühne war die des Frankfurter Schauspielhauses. Strindberg, der nordische Poet, ist vor Jahr und Tag katholisch geworden. Er ist nach langen Irrungen und Wirrungen, nach schweren Schicksalschlägen und romantischen Herzenskämpfen „in den Schoß der allein seligmachenden Kirche zurückgekehrt", wie einst seine berühmte Königin Christine, die Tochter Gustav Adolfs, wie die bekannte Schriftstellerin Laura Marholm. Ein seltsamer Zug besonders begabter nordischer Charaktere zu den phantasievollen, bilderreichen Gefilden der römischen Kirche. Es liegt eine feine und artige Symbolik in )einer neuesten Dichtung: In der Zeit, die der Erinnerung an das Leiden Christi gilt, ist es Fug und Recht, daß auch mir leiden, unschuldig leiden für unsere Nächsten, daß diese Leiden sich in diesen Tagen besonders zuspitzen, daß aber der Ostertag uns zu neuer Freude, zu Frieden und Glück neu erstehen läßt. Ter eand. phil. Elis Heyst ist ein weicher, lyrisch empfindsamer Mensch von tiefem Gemüt, aber schwach und unselbständig, von äußeren Eindrücken allzu abhängig, ein Pessimist ohne Charakterstärke, ein Muttersohn ohne feste Männlichkeit. Sein Vater hat Mündelgelder unterschlagen und sitzt im Gefängnis. Unter dieser Folter leidet die ganze Familie, er wie Mutter und Schwester und Braut. Tie Mutter selbst ist dem Gefängnis nur ferngeblieben, weil der Richter Mitleid und Einsehen genug hatte, daß ihre Mitwisserschaft an dem Verbrechen des Mannes ihr mehr Leid gebracht hat, als Freiheitsentziehung ihr bringen kann, weil sie geschwiegen hat aus Liebe, zu Mann und Kindern. Sie trägt ihr Geschick mit äußerer Standhaftigkeit und Würde, als eine Frau, deren oberste Sorge nur einzig die um die Ordnung im Haushalt zu fern scheint, die sich in Einfalt kleidet, um sich dem Ausbruch ihrer inneren Qual zu entziehen. Eleonore, die Tochter, hat unter dem Verbrechen des Vaters augenscheinlich, am meisten gelitten. Sie hat einer Nervenheilanstalt zuaeführt werden müssen, der sie nun entronnen ist. Ein holdseliaes kleines Geschöpf von reinster Anmut und bezauberndem Liebreiz, von somnambuler Feinfühligkeit, vogelsprachekund wie Salomo, von zartester Nervenkonstruktion, selbstlosester Gute und reinster Kindlichkeit und dabei von naiver Weisheit und klarstem Herzensblick. Dieses Kind hat eine außerordentliche Thor- h'eit begangen, es hat aus der Blumenhandlung eine Oster- lilie entnommen, da niemand gerade im Laden war, das Geld auf den Tisch gelegt, und daneben ihre Karte und ist getrost mit der Blume nach Hause gegangen. Geld und Karte aber verschwinden und in der Stadt wird dieser „Diebstahl" ruchbar. Tie Polizei ist auf den Beinen, den Dieb zu ermitteln, und Angst und Sorge kehrt daher in die Herzen der Familie ein, da man befürchten muß, daß man Eleonore, dem Kinde des großen Betrügers, nicht Glauben schenken wird. , o. , Diesem kleineren Leid parallel läuft ein größeres Lindgren, der Hauptgläubiger des Vaters, ist in die Swo gezogen, und man muß alle Tage fürchten, daß er ko wird um der Familie das letzte Stück vom Leibe Endlich beginnt Elis seiner Braut zu mstztrauen und m zweifelt ganz und gar, da er sicht wie fte ^seinem treulosen einstigen Freunde in B st cy, um auch in persönlichen Verkehr tritt, « b h i den den Be- das Leben bedeutend teurer ist, als in der Haupt- und Residenzstadt Darmstadt, wo die Abgeordneten verhältmß» mäßig billige Quartiere bekommen können. So mußten viele ferner Elogen als übertrieben und nicht am Platze angesehen werden. Die landwirtschaftlich interessierten Kreise können das Zutrauen zu unserer Regierung haben, daß diese innerhalb der Grenzen ihrer verfügbare» Mittel für die Landwirtschaft so sorgen werde, als sie dazu im Stande ist. - Dafür geben die vom Ministerialrat Braun gegebenen statistischen Angaben das glänzendste Zeugnis. Die Ausgaben sür den Hektar für die Landwirtschaft benutzte Fläche betragen in: Preußen 77 Pfg., Bayern 85 Pfg., Baden 88 Pfg., Württemberg 92 Pfg., Sachsen 100 Pfg., ElsaßLothringen 122 Pfg., Hessen 124 Pfg. Sapienti sat. haben, die er wohl erhofft hatte. So mußte er nach Erfolgen der letzten Woche auf gewerblichem Gebiete am ginn seiner Entgegnung bekennen: Gestern noch auf stolzen Rossen, Heute in die Brust geschossen. DaS Lob der letzten Tage kontrastierte stark mit Weise gegen ihn gerichtet seien. Wie man in den Wald rufe, so schalle es heraus, und auf einen groben Klotz gehöre ein grober Keil. Nach kurzer Duplik zwischen dem Abg. Weidner und Ministerialrat Braun hebt Vandesökonomierat Müller hervor, daß sich die Wanderlehrer sehr gut bewährt haben, daß sie aber für den Landwirt nicht immer neues bringen können, weil denselben das Abc der Landwirtschaft nicht oft genug vorgehalten werden könne. Was die Stallmistfrage betreffe, so stehe man hier noch am Anfang. Abg. Weidner beschwert sich über die inhumane Behandlung seitens der Regierungsvertreter. Er bedauert dies umsomehr, als er Herrn Braun schon seit Jahren schätze und achte. Durch das Vorgehen des Regierungsvertreters fei dies Vertrauen erschüttert, insbesondere dadurch, daß er hinter dem Rücken der Kammer mit dem Präsidenten des Landwirtschastsrates Erhebungen pflegte. Damit werde er sich keine Sympathie erwerben. Der Ausschluß der Zuchtviehhöfe von den Ausstellungen sei auch von dem Präsidenten des Landwirtschaftsrates anerkannt worden. Hier wird die Sitzung um 1 Uhr abgebrochen. Nächste Ntzung nachmittags 3 Uhr. • e • Die Sitzung wird um 3 Uhr eröffnet. Am Ministertisch: Maatsminister Rothe, Ministerialrat Braun, Landesökonomierat Müller, Landeskulturrat Claas, Finanzminister Gnauth. Die Generaldebatte über die Landwirtschaft wird fiortgesetzt. Die Abgg. Dr. Frenah und Molthan treten für strengere Kontrolle über die Verwendung der Gelder für die Landwirtschaft ein. »Dadurch würden Klagen, wie die von Abg. Weidner nicht mehr vorkommen. Dr. Frenay ist erfreut, daß man so große Mittel für die Landwirtschaft aufwendet, insbesondere für das landwirtschaftliche Unterrichtswesen. Empfehlenswert sei es, daß in den Landwirtschaftsrat auch ein Vertreter des christlichen Bauernvereins zugezogen werde. Er empfiehlt die Einführung von Winzergenossenschaften und Verkaufsgenossenschaften. Abg. Leun wünscht, daß die für die Viehzucht bewilligten Mittel möglichst den kleinen Bauern zu gute kommen möchten. Tie Abänderung des Grundplanes sei empfehlenswert. Abg. Haas-Darmstadt will niemand das Recht be- sthneiden, Kritik zu üben, wenn es sich um Verwendung von Staatsmitteln handelt. Er bedauert, daß die Debatte eine scharfe Wendung genommen hätte, weil dadurch Gegensätze hervorgetreten seien bei demjenigen Stand, der doch tn seiner Notlage an demselben Strange ziehe und dem Lande habe man damit ein Schauspiel geboten, das nicht nötig gewesen sei. Er stellt fest, daß die Mitwirkung des Landwirtschaftsrates in Bezug auf die Organisation der Viehzucht und Verwendung der Mittel beschränkt sei. Die Kritik an der Thätigkeit des landwirtschaftlichen Provinzialvereins in Oberhessen sei ungerecht und nicht stichhaltig. Die an der Spitze dieser Organisation stehenden Männer seien von demselben Pflichtgefühl beseelt wie der Abg. Weidner; auch diese wollten nur für die Landwirtschaft das beste. Daß Wünsche vorhanden feien, müsse anerkannt werden, aber die Hauptaufgabe sei, daß man mit den bewilligten Mitteln dem kleinen Landwirt unter die Arme greife. Er ist ebenfalls dafür, daß bei Ausstellungen die großen Zuchtviehhöfe ausgeschlossen werden. Er tritt ferner für Errichtung von Landwirtschastskammern ein. Der Pro- vinzialverein sei ein freier Verein, der mit seinen Mitteln Wirtschaften könne wie er wolle. Die von Weidner behauptete Bereicherung einiger Mitglieder des Landwirt- sthaftsrates müsse er mit Entschiedenheit zurückweisen. Herrn Hahn kenne er als einen Ehrenmann nach jeder Richtung. Abg. Köhler-Langsdorf wünscht eine noch intensivere Ausbildung der landwirtschaftlichen Jugend. Er bedauert, daß diese Debatten im Hause vor- gekommen seien. Zur Stärkung des gemeinschaftlichen Zu- fammenfchlusfes hätten sie nicht beigetragen. Die ganze Organisation müsse anders werden, denn in jedem Bauernherzen bestehe ein Widerwille gegen die jetzigen landwirtschaftlichen Vereine. Die Leute haben kein Vertrauen zu denselben, weil in ihnen die national- liberale Partei Cliquenwirtschaft treibe. Abg. Ulrich meint, daß ein Körnchen Wahrheit in den Ausführungen des Abg. Weidner liegen müsse. Er wünscht, daß die Regierung eine Prüfung eintreten lasse und ist erstaunt, daß man die Feststellungen von Abg. Weidner |o kurzerhand vom Regierungstisch abgewiesen habe. Er wendet sich gegen die großen landwirtschaftlichen Ausstellungen, die für den kleinen Landwirt keinen Wert hätten, Sitzung der Stadtverordneten. Gießen am 14. März 1901. Anwesend: Bürgermeister Mecum, die Beigeordnete» Georgi und Wolff, die Stadtverordneten Brück, (Emme» ltus, Euler, Flett, Dr. Fuhr, Dr. Gassky, Hanau, Haubach, Heichelheim, Heyligenstaedt, Huhn, Jughardt, Keller, Kirch, Krumm, Leib, Löber, Loos, und Wallenfels. Entschuldigt Beigeordneter Grüneberg, die Stadt» verordneten Faber, Helfrich, Orbig, Petri, Dr. Schäfer und Schmall. Die Versammlung stimmte zunächst dem Antrag der Friedhofsdeputation auf Beschaffung einer Glocke für die Kapelle des neuen Friedhofs zu und bewilligte die einschließlich der Montage auf 610 Mk. veranschlagten Kosten. — Stadtv. Dr. Fuhr spricht sich für Beschlußfaffung über die Frage der Errichtung eines Crematoriums aus.— Bürger» meister Mecum verspricht, die Frage demnächst in der Kom» Mission behandeln zu lassen. Die Lieferung der zur Anlage erhöhter Bürgersteige erforderlichen Bord- und Bandsteine, der Trottoirrinnen, Einsallröste und Kanaldeckel wird dem Vorschläge der Kommission gemäß vergeben. Betr. der in voriger Sitzung behandelten Vergebung der Weißbinderarbeiten im städtischen Elektrizitätswerk teilt Bürgermeister Mecum mit, daß der Stadtverordneten Be» schluß vom November 1899, wonach bei Vergebung von städtischen Arbeiten Abgebote über 20 Prozent der Voranschlagssumme nicht berücksichtigt werden sollen, im vor» liegenden Falle versehentlich außer Acht gelassen worden sei. Die Baudeputation beantragt darnach, den Zweitmindestheutigen Aeußerungen des Abg. Weidner. Die heutige De- batte ließ es nicht an manchen spitzen Redensarten fehlen. Der Herr Ministerialrat wußte aber gegenüber den Verdächtigungen und Verunglimpfungen seiner Ministerialabteilung seinen Mann zu stehen. Jeder unparteiische Zuhörer mußte zugebeu, daß ein Teil der Weidner'schen Ausstellung daran litt, daß er, auf ein Vorkommnis aufbauend, eine ganze Einrichtung abfälliger Kritik unterzog. Wenn hier und da einmal ein Fehler vorgekommen sein mag, so scheint doch eine Verallgemeinerung nicht am Platze zu sein. Unschön warS zu sehen, daß Weidner dabei einen außerhalb des Hauses Stehenden mit scharfen Worten anfaßte; wenn überhaupt das Wort: „Audiatur et altera pars.!“ Geltung haben kann, so ist eS hier, wo unter dem Schutze der Redefreiheit eine Anklage erhoben wurde. Mit Recht wurde verlangt, die hier vorgebrachten Verdächtigungen auch an anderer Stelle vorzubringen, damit vor einem unabhängigen Richter die Sache untersucht werden könne. Dies wurde auf allen Seiten des Hauses anerkannt. Wenig Freude mag ja der Abgeordnete Weidner über den Landwirtschaftsrat um die PrämiirungSmethode bei den landwirtschaftlichen Ausstellungen haben; aber ob seine Abneigung nicht persönlich gefärbt ist, ob er nicht vielleicht falsch unterrichtet ist und aus rein lokalem Interesse seine Klagen verallgemeinert hat, das bedarf doch der Erwägung. Man muß Zweifel in die Behauptung setzen, gelehrte Männer hätten als Preisrichter sich von persönlichen Rücksichten leiten lassen, ihre Stimme in diesem oder jenem Sinne abzugeben. Jedes Urteil ist stets subjektiv, absolute Objektivität ist nicht menschenmöglich. Jeder denkende Mensch hat seine guten Gründe für seine Ansichten. Wenn der Abg. Weidner die Kuh eines Bauern aus seiner Gegend für prämiirungSwürdig erachtet, so darf man nicht gleich den Preisrichtern Unparteilichkeit absprechen, wenn sie nicht Weidner'sche Ansichten haben und eine andere Kuh prärniiren. Ein Abgeordneter kann die Landtagsdiäten im Betrag von 9 Mk. 4- 3 Mk. UebernachtungSgelder als Normalsatz für alle Diätenbewilllgungen ansehen. Aber wenn deshalb, feinem Wunsch zufolge, für diejenigen, die beauftragt sind, Zuchtvieh in der Schweiz zu kaufen, die seither üblichen Tagegelder von 15 Mk. nicht mehr bewilligt werden sollen, beweist dies doch, daß Abg. Weidner sich noch nicht darüber klar geworden ist, daß dies erstens keine VergnügunSreise für die betr. Beauftragten ist, sodaß man ihnen also auch nicht zumuten kann, etwas zuzusetzen, daß aber ferner in der Schweiz aber immer zuviel Absichtlichkeit anhaftet. Allen Stimmungen weiß er mit großer Treffsicherheit zu folgen, aber er betont sie dann oft über Gebühr. Es fehlt ihm die feinere Ausgeglichenheit. Frl. Pollner war als die kranke Eleonore einfach untadelhaft. Sie hatte die sehr schweve Rolle wunderbar fein durchgefühlt und kam allen ihren vielen kleinen Subtilitäten restlos nach. So, und nut so, ist m. E diese Rolle aufzufassen und darzuftellen, wie es Frl. P. that. Sie ist die für andere Leidende sich Hin- gebenbe, die Verkörperung der christlichen selbstaufopfern-- den Liebe. Die Tarnen Freund, Boch und Irmen und Herr Diegelmann kamen der dichterischen Stimmung zumeist entgegen. Einen eigentümlichen Scherz leistete sich die Regie, indem sie einmal das Schattenbild des Herim Diegelmann auf die Wand zauberte, was teilweise Heiterkeit, teilweise Unwillen im Publikum hervorrief. Die musikalischen Präludien, Motive aus Haydns „Sieben Worten", namentlich das zum 3. Akte, waren von ergreifender Wirkung. Ich bin gespannt auf das Erscheinen deS Buches, von dem ich einen noch größeren Genuß erhoffe. P. Wittko. der eine Stallschau und event. eine Ortsschau mit Prämiierung verlange und damit zufrieden sei. Empfehlenswert sei, daß die Regierung den Klagen auf den Grund gehe. Nachdem noch der Abg. Weidner betont hat, daß er alles, was er gesagt, aufrecht erhalte und im Auftrag feiner Wähler dies gethan habe, wird die Generaldebatte geschlossen. Es werden hiernach bewilligt: Kap. 71, Landwirtschaft!. Dispositionsfonds, mit 10 000 Mk., Kap. 72, Landwirtschaft!. Unterrichts- und Versuchswesen, mit Tit. 1, Landwirtschaft!. Versuchsstation, mit 31 000 Mk. Tit. 2—4, Obstbauschule und Landwirtschaft!. Winterschule zu Friedberg und Landwirtschaft!. Winterschulen, Tit. 5, Haushaltungsschulen, Tit. 6, Molkereischulen, und Tit. 7 und 8 werden einstimmig nach dem Ausschußantrag genehmigt. Kap. 73, Vereins-, GeuoHenschafts- und Ausstellungswesen, Kap. 74, Boden- meliorations- und Wasserversorgungswesen, Kap. 75, Förderung einzelner Zweige der Landwirtschaft, werden genehmigt. Damit wird die Sitzung um 7 Uhr geschlossen. Morgen vormittag 9 Uhr Fortsetzung. * ♦ -ca- Darmstadt, 14. März. Daß bei dem Kapitel „Landwirtschaft- unsere Agrarier die Kammer wieder mit einer großen Anzahl von Klagen, Bitten und Beschwerden überschütten würden, war ja vorauS- msehen, aber auf eine anderthalbftündige Rede, die gestern Abg. Weidner dem Hause bescherte, war man doch nicht gefaßt. Unser Reffortvertreter im Ministerium, Ministerialrat Braun, war erstaunt darüber, daß feine ernstlichen Bemühungen auf diesem Gebiete nicht die Anerkennung gefunden Einen schweren Fehler hat die Strindbergsche Dichtung: sie ist als Drama äußerlich gestaltet, und doch in ihrem Kerne ein lyrisches Gedicht. Sie paßt ganz und gar nicht auf die Bühne. Ihre sck>önften Partien sind von echtester, lauterster Lyrik, sind die entzückenden Zwie- gespräck>e zwisck>en zwei lieblichen ftinbem. Tarin liegt ein reicher Schatz feinster Kunst, der von den robusten Händen eines breiten Publikums nie gehoben werden kann. Er ist wie subtile Kammermusik für einzelne, besonders Feinfühlende bestimmt. Tiefe Reden find für die Bühne viel zu weitschweifig und zugleich zu monoton, um dramatisch wirksam sein zu können. Dazu kommt, daß die Geschichte von der Osterlilie gar zu kindlich, um nicht zu sagen kindisch ist, daß der hyperidyllische Ausgang nicht frei von Banalitäten ist, die schließlich beunruhigend wirken. Am packendsten ist der zweite Akt, meisterhaft auch die Exposition und die ganze Schilderung des Milieus und der einzelnen Charaktere. Tas Frankfurter Publikum brachte der Dichtung nur ein sehr geringes Verständnis entgegen. Es zeigte deutlich, daß es eine so subtile Kunst zu genießen nicht fähig ist, daß es sich dem wunderbaren melanck-olischen Stimmungszauber hinzugeben außer stände ift Nur auf einzelnen Bänken machte sich bei den Aktschlüssen demonstrativer Beifall kund, von anderen hörte man ein recht unzweideutiges ironisches Räuspern und hier und da auch gelindes Zischen. Die Aufführung war im großen und ganzen sehr wohl gelungen. Herr Bolz hatte die Hauptrolle, die des unglückseligen Elis, inne. Er schlug von vornherein den Nagenden, schwermütigen Ton eines von Seelen quälen ganj und gar mitgenommenen Menschen ein. Wieder zeigte er sich, wie stets, als ein sehr geschickter Darsteller, dem ihn und die ganze Familie aus der Not herauszuhelfen, lann Elis in feiner Kleinmütigkeit trotz der Versicherungen feiner Braut nicht glauben. Der letzte Akt bringt endlich, am Osterrnorgen, die Lösung. Lindgren, der Märchenriese, der die Kinder schreckt, erscheint auf der Bildfläche. Er, vor dem alle zittern wie vor Thrym, dem Riesen der Edda, kommt als letzter Bote des Winterleids. Von seiner pelzumhüllten Gestalt geht ein Zug der Kälte aus, der sich auf die Herzen legt als starre Qual. Aber der Niese thut nur so. Gr spielt ein wenig mit dem kleinen Menschenherzen grau* fam uub läßt sie eine Weile zappeln. Plötzlich aber deckt •r fein gutes Herz auf. Er erfüllt die Menschen mit herrlicher Freude, und rein und klar wird der nordische Himmel am Tage der Ostern, der Auferstehung. Freya vre Frohe, die Fürstin des Frühlings, kehrt nach langen Dayrten in südlichen Ländern zur Götterburg Walhall zu- und freudig feiert man das Fest des Frühlings. Mles Leid tft vorüber, und die Menschen fingen ihre IJcmnehcber. ' ' 1 ö ' Man sieht, Strindberg's Dichtung ist eine moderne Erneuerung der OstermYthe aus der Bibel und den Edden. Die Dichtung ich christlich und heidnisch zugleich, indem sie dem christlick)en Stosse einen von der Natur bedingten Untergrund giebt. Wie ein Uhdesck-es oder Slredsvigsck>es Gemälde lehrt sie uns die Allgegenwart und Enngkeit des versuchenden, bis zu den unschickdigen Kindern rächen den und strafenden, aber nach harten Qualen in seiner Gnade schließlich verzeihenden und alles versöhnenden Gottes, lehrt sie uns das in den nordischen Mythen verherrlichte Auferstehen der Natur aus dem Winterschlaf, das Neuerstarken der Seelen im frifdien Frühling, das Erwachen der Lust im lieblichen Lenz. Frankfurter Schauspiele. Man schreibt uns: Nach bisherigen Bestimmungen wird Frau Helen« O d i 1 o n aus Wien ihr kurzes Gastspiel am 2 0. M L r z int Schauspielhause beginnen. Für dieses Gastspiel werden di« normalen großen Preise des Schauspielhauses in Kraft fein. Tie Vorstellungen finden außer Abonnement statt. Platz- - bestellungen werden von jetzt ab entgegengenommen. Politische Tagesschau. Das franzöfische Schiffbauprogramm, das durch Gesetz im Jahre 1896 festgelegt war, forderte eine Vermehrung von 112 Schiffen, die bis zum Jahre 1903 fertig- gestellt sein sollten. Die Besorgnis der Franzosen jedoch, daß sie auch mit dieser Schiffszahl dem englischen Nachbar gegenüber nicht gewachsen sein dürften, hatte sie schon lauge veranlaßt, eine weitere Verstärkung ihrer Flotte ins Auge zu fassen. Infolge der häufig schwankenden Anschauungen in den leitenden Marinekreisen und im Parlament kam am 30. Juni vergangenen Jahres ein neues Flottengesetz zu stände, durch das mit einem Kostenaufwande von 650 Millionen Francs eine Verstärkung der Flotte um weitere 110 Fahrzeuge beschlossen wurde. Gleichzeitig wurde festgesetzt, daß diese Schiffe bis zum Jahre 1903 beendet sein müßten. Im Jahre 1900 hat die französische Flotte durch Bauvollendung von Kriegsfahrzeugen einen Zuwachs von 31 Schiffen erfahren, unter denen fick) jedoch nur ein einziaetz Panzerschiff, die „Jena" befindet. Unter der Gesamtzahl der in Bau zu legenden oder fertig zu stellenden Schiffe befinden sich, nur vier Linienschiffe, von denen zwei, „Heinrich IV." und „Suffren", im Lause dieses Jahres noch beendet werden sollen, während die beiden anderen, noch ungenannt und nach einem neuen Typ zu bauen, bis zum Jahre 1905 beendet sein sollen. Eine große Rolle hat auch im Vorjahre in Frankreich die Unterseebootsfrage gespielt, die jedoch trotz aller Versuche noch nicht zum Abschluß gekommen ift. Nach beendetem Bauprogramm wird die ftanzösische Flotte aus 28 Schlachtschiffen, 24 Panzerkreuzern, 52 Torpedoboottz- zerstörern, 300 Torpedobooten und 56 Unterseebooten bestehen. Die Gesamtkosten des alten und des neuen Programms belaufen sich auf 569 760 000 Francs. Ny unh jtaL bit W* tiVcx. Dr. Beigeordnetri rüd, Emme« r. Raffln, ginftaibt, nm, Leib, Antrag der !t für die Äo= je einschließlich :en, - Stabt», -er die Frage iS,-Mger. l in btt Som- Qmm, bä» le eine Ver. l003 fertig- M jedoch, hen Nachbar ■ schon lange te ins Auge lnschauungen clament kam Flottengesetz ade von 650 1 um weitere I wurde festbeendet jein Motte burdi 'uiuafä von ein einziges amtzahtder sfe beenden einriry IV." nbet werden genannt und hre 1905 beim Vorjahre t, die jedoch ;ekommn ist. jösische Flotte Corpebobootö* seebooten be- neuen Pro« s. r Bürger» der Trottorr- ZorMrdn Vergrdüvg btt .etorbnet«»«- »ebvng i $tojent b“ ®»rbt” ßnjeitminoep fr u»b in: Regierung ,etföflbatett ? dazu lrQt Braun »rugnis. 'n Wen E r und nur ÄS- Ks «MN B des v--r" litte, ** Bit"" M S- fordernden Gg. Möhl und Ehr. Schmidt, die zu Mk. 7612 veranschlagten Arbeiten zum angebotenen Preise von Mk. 5407 zu übertragen, in Zukunft aber nach dem erwähnten Be schlufse zu verfahren. Wäre bei Vergebung der obenbezeich neten Arbeiten darnach verfahren worden, so hätten unter 13 Mitbewerbern 7 ausscheiden, und der Zuschlag demjenigen, der 6416 Mk. forderte, erteilt werden müssen. Auf Grund auswär'S eingezogener Erkundigungen empfahl die Baudeputatton, den Beschluß vorläufig zu fistieren, bis weitere Erfahrungen über dessen Zweckmäßigkeit vorliegen bezw. denselben, und zwar mit Zulassung bis zu 30% Abgebot anzuwenden, wenn die zu vergebenden Arbeiten nur vis zu 5000 Mk. veranschlagt find. — Stadtv. Krumm schlägt Belastung bis zu 20 Prozent und nur bei Objekten bis zu 3000 Mk. vor. — Stadtv. Löb er ist für Sistierung des Beschlusses, bis weitere Erfahrungen vorliegen. — Stadtv. Wallenfels schließt sich den Ausführungen des Vorredners an, will aber die Mitglieder der Stadtverordneten-Versammlung von der Beteiligung an Submissionen auf städtische Arbeiten ausgeschlossen wissen. — Stadtv. Heyligenstaedt bemerkt, daß der vorliegende Fall einen derartigen Beschluß nicht veranlassen solle und spricht sich im übrigen gegen die weder dem Gewerbe noch den Arbeitvergebenden dienende Gepflogenheit, die Arbeit an den Mindestfordernden unter allen Umständen zu vergeben, aus. — Die Stadtv. Haubach und Brück sprechen sich für Aufhebung des Beschlusses aus. — Stadtv. Krumm ist für Sistierung des Beschlusses und empfiehlt, in Zukunft, die Voranschläge nicht zu hoch zu stellen. — Beigeordneter Georgi spricht gegen den Beschluß vom November 1899. — Stadtv. Löber stellt den großen Unterschied zwischen Voranschlag und Angebot fest, der zu der Frage berechtige, wem man eigentlich glauben könne, dem Bauamt oder dem Unternehmer. Auf Antrag des Stadtv. Haubach beschließt die Versammlung Aufhebung des 1899er Beschlusses. Der ftattgehabten Verpachtung einiger Lagerplätze an der Margarethenhütte wird Genehmigung erteilt, dcsgl. der Anstellung eines Aufsehers daselbst, dem die Be dienung der Eisenbahn- und Fuhrwerkswaagen übertragen werden soll. Infolge Teilung je einer weiteren Klasse der Stadt-Knaben- und der Mädchenschule müssen neue Räume beschafft werden. ES sollen zwei Knabenklassen in dem Real« schulgebäude und eine Mädchenklasie in einer der Baracken der Stadtknabenschule an der Kirchstraße untergebracht werden. Die baulichen Aenderungen sind veranschlagt zu 2800, die Beschaffung von Schulbänken usw. zu 1800 Mk. — Stadtv. Hanau fragt, wie es mit der Erbauung eines neuen Schul- Hauses stehe. — Bürgermeister Mecum erklärt, daß sich der Schulvorstand bereits mit der Platzfrage beschäftigt habe; es werde demnächst diesbezügliche Vorlage gemacht werden. Die zur Herstellung des alten Rathauses erforderlichen Weißbinderarbeiten werden zum Angebot von 1301 Mk. dem Malermeister Groß übertragen. Das Stadtbauamt hat mit Rücksicht auf die gesteigerte Straßenlänge (die Stadt Gießen hat über 26 Kilometer Straßen) die Anschaffung eine- einspännigen und eines zwei- spännigen Sprengwagens empfohlen. Hierfür werden 2800 Mk. bewilligt, und das Fahren der Gießfässer dem Fuhrmann Herzberger zum Preise von 12 Mk. für den zweispännigen und 9 Mk. für den einspännigen Wagen und für den Tag übertragen. Das Gesuch des Rudolf Wolff um Erlaß des StraßenkoftenbeitragS für die Liebigstraße ttnrb abgelehnt dasjenige des Ioh. Ludwig SpieS in gleichem Betreff (für den Mittelweg) vertagt. Abgelehnt wird ferner das Gesuch des WeinhändlerS Saame um Gewährung einer Entschädigung für den in folge einer Überschwemmung der Ludwigstraße im Juli 1899 in seinem Weinkeller entstandenen Schaden. Für 5 Quadratmeter in die Straßenflucht am SelterS- weg fallendes Gelände sollen dem Schirmfadrikanten M. Levi 500 Mk. geboten werden; der Eigentümer fordert 2000 Mk. Die Versammlung beschloß, auf dem Gebot von 500 Mk. zu beharren. Kommerzienrat W. Gail hat um käufliche Ueberlassung des als Straße in Wegfall kommenden Teils der Sand gasse nachgesucht. Die Versammlung spricht sich für Ge nehmigung des Gesuches aus, behält sich aber definitive Beschlußfassung bis auf weiteres vor. Der zwischen der Universität und der Stadt abgeschlossene Vertrag, nach dem letztere gegen eine jährliche Vergütung von 50 Mk. die Anlagen vor demUniversitätsgebäude unterhält, soll auf zwei Jahre erneuert werden. DaS Baugesuch der Eisenbahn-Betriebs Inspektion für ein Stellwerksgebäude an der Frankfnrterstraße toirb, befürwortet, das Gesuch der Geometergehilfen Jung und Stork um Entlassung aus dem städtischen Dienst genehmigt. Die projektierte Entwässerung der Stadt Gießen, Uber die eine detaillirtere Vorlage im Druck erschienen ist, wird von Bürgermeister Mecum an Hand der ausgelegten Pläne eingehend erläutert. Das Gesuch der Karl Buß Ehefrau um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Marktplatz 5 wird nicht befürwortet, da ein Bedürfnis zur Errichtung einer Wirtschaft nicht vorliegt. Die Konzessionsgesuche von Arthur Stegmann (Sonnenstraße 8), Wigand Wagner (Grün- berger 30) und Ludwig Wagner (Steinstraße 76) werden befürwortet, da es sich um Uebergang bereits bestehender Wirtschaften auf andere Inhaber handelt._________________ Aus Stadt und Land. Gießen, den 15. März 1901. ♦* Personalnachrichten. Der Großherzog hat dem Fürstlich Hohenzoller'jchen Oberforstrat Dr. Karl v. Fischbach zu Sigmaringen das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und dem Kapitän Spring, Kapitänleutnant zur See der Reserve, in Berlin, das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütige» verliehen; ferner den Revisor bei der Zentralstelle für die Landesstatistik, Rechnungsrat Friedrich Arnold, auf fein Nachsuchen mit Wirkung vom 16. März 1901 in den Ruhestand versetzt. G. Technischer Verein. Jüngst hielt Ingenieur Fleischer aus Frankfurt a. M. im hiesigen Technischen Verein (Zweig- verein des deutschen TechmkerverbandS) einen äußerst interessanten und lehrreichen Vortrag über Eis- und Kühlmaschinen mittelst natürlicher Kohlensäure und über Stückkühlanlageu für das Kondensationswasser zu wiederholter Benutzung bei den Konden iato.en von Eis- und Kühlmaschinen, sowie auch bei Dampf maichinen mit Kondensation. An den Vortrag, der mit großem Beifall ausgenommen wurde, knüpfte sich eine sehr lebhafte Diskussion, hauptsächlich wurde von m-hreren hiesigen Metzgern — bic neben anderen erschienenen Gästen von der öffentlichen Einladung an alle sich für den Vortrag Interessierenden Gebrauch gemacht hatten — lebhaft bedauert, daß daS Gießener Schlachthaus noch keine Kühlhalle hat. Obermeister Pirr führte auS, daß in Gießen leider noch lange nicht an eine solche Anlage zu denken sei, weil die Stadt die vollständige Verzinsung des hierzu aufzuwendenden Kapitals, gewissermaßen als Schlachtsteuer aut die hiesigen Metzger uusschlagen wolle, dies aber ganz unerschwingliche Lasten für diese bedeute. Herr Pirr meint, die Stadl hätte eme Verpflichtung, eine solche von hygienischem Standpunkt für die Bewohner Gießens so wichtige Einrichtung ebenso zu unterstützen, wie z. B. daS Volksbad u. a. Einrichtungen von der Stadt unterstützt werden. Eine weitere Schwierigkeit stelle sich einer einzurichtenden Kühlanlage noch dadurch entgegen, daß durch die fehlerhafte Anordnung der Schlachthausbauten die geeignete Stelle zu einer solchen Anlage nur dadurch geschaffen werden könne, daß ein großer Bau abgebrochen und anderswo wieder errichtet würde. Stadtverordneter I. Kirch nimmt die Stadt gegen den Vorwurf des Herrn Pirr in Schutz und führt aus, daß jedenfalls die Stadt nach damaligen Verhältnissen etwas gutes geleistet hat; erst durch die neueren Errungenschaften auf diesem Gebiet könne man vielleicht die von Pirr genannte Stelle als die geeignete bezeichnen, damals hätten die Kühlanlagesysteme noch in Kinderschuhen gesteckt und wäre infolgedessen nicht vorauSzusetzen gewesen, was heute am zweckmäßigsten fei. Weitere Frage« von feiten verschiedener Interessenten beantwortete Herr Fleischer bereitwilligst, hierbei wurden seine großen Erfahrungen und Kenntnisse von allen Seiten bewundert und ihm der Dank durch Erheben aller Anwesenden von den Sitzen ausgesprochen. -r- Reiskirchen, 14. März. Bei der heute stattgehabten Bürgermeisterwahl wurde der sei'herige Bürgermeister Wagner mit 127 Stimmen wiedergewählt. Auf den Gegenkandidaten Philipp Launspach XII. entfielen 8 Stimmen. W. Friedberg, 14. März. Der hiesige Vorschuß- u|nb Kreditverein hat nach dem letztjährigen Rechnungsausweis auch im abgelaufenen Jahre eine sehr rege Thätigkeit entfaltet. Dementsprechend war auch der reine Gewinn sehr bedeutend. Er betrug, bei einem Umsatz von 15 346 486 Mk. 36 Pfg. iu Einnahme und Ausgabe, 54 021 Mk. 71 Pfg. Für gemeinnützige Zwecke, Remunerationen unb Verbandsbeiträge wurden davon 2560 Mk. verwendet. — AuS der Wetterau hört man überall Klagen darüber, daß der Weizen erfroren sei. DaS gilt namentlich vom englischen Weizen in leichtem Boden. Im schweren Boden hat er sich hier und da noch etwas gehalten. Auch im vorigen Jahre war in einem großen Teile der Wetterau der Weizen aus- gewintert. Der Roggen ist meistens gut durch den Winter gekommen, der Klee hingegen hat stellenweise auch durch den Frost gelitten. Bilanz am 31. Dezember 1900. Aktiva. JL H Barer Bestand 1261.26 AuSgel. Kapitalien: a) gegen Bürgschaft und andere Sicherheiten 11145.— b) gegen gerichtliche Hypotheken 900.- 12045.— Ausstehende Zinsen 92.80 13399.06 Passiva. Spareinlagen Guthaben der Genossen Reservefonds 18399.06 10846.26 2450.- 102.80 Zahl der Mitglieder bei Gründung der Kasse 48 Zugang in 1900 ____ Zahl der Mitglieder Ende 1900 49 Die Rechnung liegt von heute ab bis zur nächsten General- Versammlung bei Rechner Schlapp zur Einsicht der Mit« glieder offen. Gleichzeitig werden die Mitglieder auf Samstag den 23. März 1901, abends 9 Uhr, zur General-Verfarnmlrmg in das Lokal des Direktors Bivgel tingetaben. Fages-Hrdurmg: 1. Jahres-Rechnung pro 1900. 2. Verschiedenes. Mainzlar, den 15. März 1901. Spar- und Aorschußkaffe Mainzlar. Eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. Der Vorstaud: Bingel, Direktor, ©paar, Kontrolleur. Schlapp, Rechner. Für de« Ausftchtsrat: Decker. 2058 Bier-, Wein- u. Wasserschlauche AaschenabfaWäachk, Nerüichtaagk« itf« Art, Ittibtitmtß sowie 1861 alle technischen Artikel für maschinelle Betriebe. Gebrüder George Srltphon Nr. 249. SSallthorstratze 24. Nuh- Md KttUtchlch-DerstcheiMg der Fürstlich Solms-Braunsels'schen Obersörsterei Hungen in dem Distrikt Tiergarten bei Hungen. ES sollen versteigert werden: Dienstag den 19. März, von vornnttags 10 Uhr an: 16 Eichen-Stämme, 3—9 m lang, 36—58 em Durchm. — 11,54 km, Schnitt- und Glaserholz. 8 Buchen-Stämme, 6—8 m lang, 36—55 cm Durchm. — 9,20 km, 670 Fichten-Derbstangen — 21,74 km, Sparren und Leiterbäume. 190 rm Buchen-Scheitholz, 18 rm Eichen-Stockholz, 114 „ Buchen-Prügelholz, 002 , Buchen-Reisig, 6 , Eichen-Prügelholz, 68 „ Eichen-Nersig. 58 „ Bucken-Stockholz, 327 rm Fichten-Reisig (Bohnenstangen, Baumstangen, Leiterbäume). Die Zusammenkunft ist an der Straße von Hungen nach Schotten. Kurrgerr, den 14. März 1901. 2042 Fürstliche Oberförsterei. Darmstadt, Nieder-R^mstädtersiraße 28. Vorbereitung zum Einjährigen-, Primaner- und Abiturienten-Examen, sowie für mittlere und obere Klaffen höherer Lehranstalten. Gute Erfolge. 1928 Beginn de2 Sommersemsters: 15. April. M. Elias. Verdingung. Die zur Herstellung eines chauffierten Weges nach dem städtischen Elektrizitätswerk erforderlichen Chauffier- uud Pflasterarbeiteu, sowie die Steiuzeuglieferuug sollen Dienstag den 19. Wär-, vsrmitta-s 113/| Ahr, öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienststunden bei uns auf Zimmer Nr. 7 zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck find bis zum genannten Termin einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Güßen, den 12. März 1901. Dar Stadtbausmt. Schmandt. 2034 Ausschreibung der Bewegung von rund 5000 cbm teils Erd-, teils milder Felsmaffen auf Bahnhof Gießen. Zeichnungen und Bedingungen können hier eingesehen, letztere auch gegen gebührenfreie Einsendung von 0,50 Mk. von hier bezogen werden. Die Eröffnung der Angebote mit der Aufschrift: „Angebot auf Erdarbeiten auf Bahnhof Gießen', findet hier am 21. v. Mts., vormittags 11 Uhr, in Gegenwart etwa erschienener Bewerber statt. Zuschlagsfrist: 14 Tage. [2027 Gießen, den 18. März 1901. Großh. Hessische Eisenbahn - Betriebs»Inspektion I. IdltH bewährt sich nun« mehr Retters Haarwasser (München) staatl. geprüft u begutachtet. Z. h. um 40 H und X 1,10 bei I. H. Fahr, Sonnenstr. 25. Kohlen- Lieserung. Für die Großh. chirurgische unb ophthalmologische Universitätsklinik soll für das Rechnungsjahr 1901/02 auf dem öffentlichen Submissionswege die Lieferung von ca. 800 Ctr. Nutz kohlen u. ea. 2500 Ctr. Authracitkohleu vergeben werden. Mmisterialerlaß und Be« dingungen liegen an Wochentagen, nachmittags von 3 bis 5 Uhr, auf dem Verwaltungs- bureau offen. Offerten, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift ver- fehm, sind bis zum 21. März d. IS., vormittags 12 Uhr, auf dem erwähnten Bureau einzureichen. 1872 Die Zuschlagsfrist beträgt 3 Wochen. Gießen, den 7.März 1901. Großh. Verwaltungs Direktion der chirurg. und ophthalmol. Universitäts-Klinik. Poppert. Vosfius Verdingung. Die Lieferung von 20000 cbm Packlagesteinen auS Basalt oder sonstigem Hartgestein soll vergeben werden. Angebotformulare und „Besondere Bedingungen" find von der Unterreichneten gegen gebühren« freie Einsendung von 50 Pfg. zu beziehen. Angebote sind verschlossen unter der Aufschrift .Lieferung von Packlagesteinen für BahnhofGießen* gebührenfrei bis zum 22. März 1901, vormittags 11 Uhr, an die Unterzeichnete einzusenden, zu welcher Zeit die Eröffnung in Gegenwart etwa erschienener Bieter erfolgt. 2040 Zuschlagsfrist 14 Tage. Gr. Betriebs-Inspektion I, Gießen. Nkt'ktiM'iNliMl Samstag btn 30. Marx, nachmittags 2 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Gärtner Friedrich Schmitz in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 33 Nr. 9»/io — 1819 qm Grabgarten am Altenfeld bei den Gärten, Flur 83 Nr. lOVio — 156 qm Hofraite daselbst öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 15. Februar 1901. Großh. Ortsgericht Gießen. ________I A: Bogt. 1411 Hohversteigerung Donnerstag bett 21. März b. I. werden aus den Distrikten Breiteloh, Bauschel, Belmenrod, Birken- heege, Großerseng, Kälberstall, Reuhofsheege, Schafbusch, Sengkopf, Winneröderhaide und Zeil- eichen versteigert: Scheiter rm: 292 Buchen, 56 Eichen, 67 Nadelholz, 4 Aspen; Knüppel rm: 81 Buchen, 61 Eichen, 152 Nadelholz, 1 Aspen; Reisig rm: 328 Buchen, 251 Eichen, 308 Nadelholz, 4 Aspen; Stöcke rm: 15 Buchen, 21 Eichen, 19 Nadelholz. Zusammenkunft vormittag» 10 Uhr auf der Kreisstraße Winnerod—Reinhardshain am Pflanzgarten des Distrikt» Nenhofsheege. Das Holz in den Distrikten Bauschel, Großerseng und NeuhofSheege wird teilweise vorgezeigt, alles übrige wird uuvorgezeigt versteigert. Die Nummern des zur Versteigerung kommenden Holzes find nicht blau unterstrichen. Gießen, den 14. März 1901. Großh. Oberförsterei Wiefeck. Weigand. 2061 vrühl'sche UnioerfitätL-vruckerei. L». Kalkhof. « W jeglicher Art in wirklich guten Qualitäten assortiert. 1789 25 25 Reu! Neu! 6 Südanla.-e 15 4d Marburgerstraße 88. [1795 1942 g. Moeser. 4—, 5, 1299 1853 Steins starten« 16.13 T\t W Ervedition dieses Blattes. verantwortlich für den allgemeinen Tt\V. v XDHtfoj für den »nzewenkeil: Hans veck. — Druck und Verlag der Brühltchen UniverfitLtS«Vrch« und Steindruckerei (Pietsch erben) in «letzen Die Heutige Dummer umfaßt 10 Seiten DWfklßWW Vermietungen »8 it verl:nuten ist der mittlere Stock, beziehbar am 1. April, anderweitig zu vermieten Flur Flur '855* Gartenstratze 30 ”*SSI 4 Zimmer und Zubehör zu beim. Technikum Liinbachs Maschinenbau. Elektrotechnik. 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