rnW| >d tiVM. Äilo enthaltend J0|t' »■m 6. St?* T U, h;6n!fle Pfennig, ®A isa*' «t * derschE r «baltlid, b,i- S l2L^rad Jlr*r. inte!, < -A :nshawl8, r, Srltnmg. usiruu, w'Icke öiF »Um Würzen se-u. Rr&fuuppen lOD-Knpgelnt n-R&kao 215 'S ILt Sck llnstraße?. E>n schönes, großes Ziom, rt oder unmSbl., zu Dens. eiA fltotfl, belierSwea 41. öMitilts Zi«; mieten. WalltborSr. lS. \ 3-.^\mmexwot)nuog je iimtuV Leuten |unnda BM ri vohlaaerndm ^W8qa»li‘iten > uontan118 "Lr, Aüi- Srid^ra l«n-: 7V*/ »asensF »ÄftS ^V»«feodor5- ”,[bungbn/am^w°4^ •n a-nonE^.---—rjj oder J L7M ,-Vifft iu. ^editien^. *nVbl'fiel,fc} b e j Mob! Zimmr zu Dem ■ Lchlörb, Löwenooff- 22. Rimmer uno Kufy zu Der ielen. Nahnbolilrahe 32. ] MödlieüeS Mmer zi klen. Bleichttrave 8.1. 6] MavKaies Z mmet j. eten. St-inßrob» 82, mtI [9] Mdl flimmer mit Si> iu b rm- AommÜraße 28. Nr 13 Zweites Blatt. Mittwoch d^n 16. Januar 181. Jahrgang 1901 GießenerAnzeiger General-Anzeiger Alle Anzeigen-Vermittlungsstellen des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pf., auswärts 20 Pf, Zgezngsprcls viertcljährl. Mk. 2.20 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestellen viertcljährl. Mk. 1.90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2.— vicrtcljährl. ohne Bestellgeld. Grscheiul täglich mit Ausnahme bei MontagS. Die Gießener Alamikieub kälter werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess. Landwirt" u. „Blätter für Hess. Bolkskunde" wSchtl. 4 mal beigelegt. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Dornt. 10 Uhr, Abbestellungen spätestens abends vorher. Amts- und Anzeigeblatt für den ICrete Gieszen. Aedaktion, Expeditton und Druckerei: Schulstratze Nr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hesstsche Kandwirt, Klätter für hessische UolKsKunde. Adrcffe für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprecher Nr. 5L «. filals PtbBflt im prkllWkll ^bgtorbntltnljattfe. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 14. Januar: Parlamentarische Tagegelder haben auch keine unbedingt sichere Wirkung." Heute begann im preußischen Abgeordnetenhause die Beratung des Etats, die besten Redner standen auf der Liste, trotzdem war der Saal nur mäßig besetzt. Die mit der ersten Etatslesung verbundene Kritik an den allgemeinen politischen Zuständen eröffnete der Abg. Fritzen (Zentrum). Den Höhepunkt der Ausführungen des gern gehörten Redners bildete der Schluß. Fritzen sprach offen sein Bedauern aus über das Wiedereindringen der Kanalvorlage, dieses „Zankapfels" innerhalb der Parteien. Wenig verheißungsvoll für das Schicksal der Kanalprojekte klang der Ausdruck der Ueberzeugung, daß die Regierung besonnen genug sein werde, eine etwaige Ablehnung der Vorlage nicht mit der Auslösung des Abgeordnetenhauses zu beantworten. Die darob entstandene unbehagliche Stimmung unter den Ministern wurde nicht verbessert durch den folgenden Etatsredner, Graf Limburg-Stirn rn. Die Erinnerung an den damaligen Führer der Kanaloppösition wurde lebendig bei den kühlen Worten: „Wir bedauern, daß die Vorlage noch einmal gekommen ist." Zwar müsse man dem Reichskanzler dankbar sein, daß er die Vorlage in den richtigen Rahmen gebracht, sie als eine wirtschaftliche, nicht als eine hochpolitische Frage bezeichnet habe — aber: „lln sere Bedenken sind nicht beseitigt." Das war der Grund- und Hauptton, aus den die Rede gestimmt war. Und dieser Ton hallte lange mach, das war ersichtlich aus den Mienen der Herren am Negierungstisch. Dr. von Miquel bekannte sich späterhin „voll und ganz" als Freund der Kanäle, aber „dann ist es auch noch so". Er- nüchtender konnten die Erklärungen der beiden führenden Gruppen im Abgeordnetenhaus, des Zentrums und der Rechten, zu dem wichtigsten Gegenstand dieser Session kaum ausfallen. Abg. Richter (freis. Volksp.) trat zwar für die Kanalpläne ein, ja, ^r ging sogar — ein überaus seltenes Vorkommnis — soweit, die Finanzlage Preußens als ausgezeichnet anzuerkennen; aber diesen „Rosen" fehlten die Dornen nicht, allerlei stachliche Sarkasmen an die Adresse der Regierung. Da wurde insbesondere Graf Bülow bedacht. Graf Bülow halte stets „schöne" Reden. Unter der Hand führte Richter den Agrariern zu Gemüte, daß die Verheißungen des Grafen Bülow sich nur auf einen g e s ich er te n - nicht auf einen erhöhten, wie allerdings jeder im Saale verstanden habe — landwirtschaftlichen Schutzzoll bezögen. Also, deswegen braucht Ihr nicht für die Kanäle zu stimmen: so etwa lautete die nicht gesagte,. aber erkennbare Pointe dieser Bemerkungen. Da im Laufe der Debatte mehrfach die Vorgänge im Prozeß S t e r n b e r g berührt worden waren, trat der Minister des Innern, Frhr. v. Rhein baden, nach einer Verteidigung der Theaterzensur mit seinen Absichten für die Reform der Kriminalpolizei hervor, ohne indessen wesentlich Neues zu der wiederholt offiziös erörterten Frage beizusteuern. Eisenbahn-Minister von Thielen hatte fortgesetzt Beileidsbezeugungen entgegenzunehmen; er mußte gestern seinen ältesten Sohn zu Grabe geleiten. Schlußredner zum Etat war heute der nationalliberale Abg. Dr. Sattler. Selbst dieser sonst so versöhnlich gestimmte, maßvolle Parlamentarier führte ein stattliches Bündel Pfeile im Köcher, die er samt und sonders zum Ministertisch entsandte. Auch Dr. v. Miquels „Fiskalrtät" blieb nicht unangefochten. Besonders eingehend beschäftigte sich,Sattler mit den Zuständen in- der Kriminalpolizei, was den Minister des Innern in gelinde Nervosität zu versetzen schien. Auch das Offenbacher Eisenbahn - Unglück fand kritische Beleuchtung, ebenso die Programmrede des Grafen Bülow. Die Kanaloorlage werde hoffentlich in den Hafen kommen. Zu scharfen Auseinandersetzungen zwischen dem Abg. Richter und Frhrn. v. Rhein- baoen führte nochmals die Handhabung der Theater- zensur. Die ausgedehnte Sitzung bot manches Interessante. Allerdings dürfte die Regierung einen weniger befriedigenden Eindruck mit nach Hause genommen haben. Engländer und Buren. Das begreifliche Verlangen des lesenden Publikums nach Neuigkeiten vom südafrikanischen Kriegsschauplätze kann heute nur in ungenügender Weise befriedigt werden, lieber das Vordringen der Buren in der Ka p ko lo nie liegen kaum Meldungen vor. Eine Reutermeldung aus Kapstadt vom 14. besagt: Eine Abteilung von etwa 120 Buren find in Tulbaghkloof, 160 Kilometer von Kapstadt einge- rückt. Auch in dem Bezirk von Beaufort-West haben sich Buren gezeigt. Daraus ist nicht eben viel zu ersehen. Die Abteilung von 120 Buren, die in Tulbaghkloof einge- rückt ist, gehört offenbar der westlichen Kolonne unter hertzog an, ist vielleicht dessen Avantgarde, während die in Beuausort - West eingedrungenen Buren den östlichen Burentrupps zugerechnet werden müssen, die durch die Obersten Grenfell und Williams von Middelburg aus verfolgt werden. Grenfell hatte am Abend des 10. Januar Murraysburg westlich von Graaff Reinet erreicht, nicht ohne Schwierigkeiten, die ihn eher als den Verfolgten denn als den Verfolger erscheinen ließen; er sand nämlich seinen Weg bei einem Paß in der Nähe der Farm Springfontein so stark besetzt, daß er den Uebergang zu erzwingen nicht für ratsam hielt und es vorzog, einen andern Weg zu wählen. In Murraysburg fand er den Obersten Byng mit einer Abteilung der Südafrikanischen leichten Reiter. Die Stimmung der Kapburen in dem Orte war sehr feindlich. Tulbaghkloof liegt vermutlich in den Olifantsbergen, in denen Buren schon vor einigen Tagen gemeldet wurden; sie sind da nur etwa noch 160 Kilometer von Kapstadt entfernt. Bis Piquetberg, wo die Engländer stärkere reguläre und freiwillige Abteilungen zu- ammengezogen haben, sind sie noch nicht gekommen. Die englischen Behörden rüsten fleißig. In die Stadtgarde von Kapstadt sollen 6000 Mann eingestellt sein, und 900 Mann ich allein am 11. gemeldet haben. Ein Radlerkorps ist in Bildung begriffen, und soll auf 200 Mann gebracht werden; > aus Eisenbahnbeamten wird! ein Eifenbahnbataillon gebildet. Aus dem Freistaate und Transvaal meldet Kit- chener vom 13. aus Pretoria: es haben v-erschiedene Gefechte stattgefunden, in denen die Buren zurückgetrieben wurden. Die beiderseitigen Verluste sind gering. In einem Gefecht bei Senekal fielen Kommandant Duprez und 8 Puren. Man ersieht aus dieser lakonischen Meldung nur, daß die Buren ihre Betriebsamkeit fortsetzen. Ob die Gefechte so harmlos gewesen sind, wie Kitchener sie macht, muß dahingestellt bleiben. Ueber eines von ihnen berichtet Reuters Bureau aus Pretoria vom 12.: 800 Buren unter dem Kommando Beyers griffen heute früh, nachdem sie den Telegraphendraht zerschnitten hatten, Kaal- sontein, die dritte Station südlich von Pretoria, an. Die Besatzung bestand aus 120 Mann unter einem Leutnant. Die Buren umzingelten und beschossen die Station und unterhielten ein for twähren- des Gewehrfeuer. Ein englischer Soldat schlug sich durch ihre Reihe und gelangte nach dem Bahnhof von Olifantssontein, von wo er telegraphisch aus Pretoria einen Panzerzug zu Hilfe rief. Es wurden unverzüglich Verstärkungen abgesandt. Unterdessen gelang es der Garnison, die Buren ohne Verlust zurückzudrängen. Die Buren ließen drei Verwundete auf dem Schlachtfelde zurück. Bevor sie abzogen, sprengten sie die Eisenbahn im Süden von Kaalfontein in die Lust. Lord Roberts ersuchte privatim den Lordmayor und andere Mayors von London, die feierliche Ueberreichung des Ehrenbürgerbriefes aufzuschieben. Er sagte, er habe die Empfindung, daß unter den gegenwärtigen unglücklichen Umständen in Südafrika einige Zeit keinerlei Festlichkeiten stattsinden sollten. * * * Telegramme deS Oießeuer Anzeigers. London, 15. Jan. „Daily Mail" berichtet aus dem Haag: Präsident Krüger habe neuerdings die Erklärung abgegeben, daß jeder Versuch der Unterwerfung der Buren durch Versprechung der Autonomie erfolglos sein würde. — Aus Kapstadt wird gemeldet: Die Buren besetzten Clan Willi am. Mehrere Gefechte haben bei Zuurberg stattgefunden. „Daily Mail" berichtet aus Pretoria über mehrere Scharmützel mit den Buren 10 Kilometer von der Stadt. — „Daily Telegraph" wird aus Lorenzo Marquez telegraphiert, daß sich unter den flüchtenden Buren eine Bewegung bemerkbar mache, um sich ihren früheren Kommandos anzuschließen. London, 15. Jan. Wie aus Kapstadt gemeldet wird, konzentrieren sich die Buren in der Umgebung vön Rockveld. Die Zahl der Buren, die sich in Clan- William und Sutherland befinden, beläuft sich au 2000. Ein anderes Kommando ist auf Beaufort-West unterwegs. Die englischen Linien dehnen sich von Colesberg bis nach dem Meere aus. — Die heutigen Morgenblätter trösten sich über die schlechten Nachricksten aus Afrika mit der Meldung, daß demnächst 20 000 Mann Verstärk- nngstruppen dorthin entsendet werden sollen. Diese Verstärkung soll größtenteils aus berittenen Momanris 5 sammengestellt werden. Kairo, 15. Jan. Die englische Kolonie ist über die Anweisung sehr überrascht, wonach General Wingarte einige Bataillone berittener Jnfanteri e oder zwei Eskadronen Kavallerie für den Feldzug in Transvaal abgeben soll. Da der Effektivbestand der Truppen in Egypten bereits bedeutend reduziert ist, so erscheint eine weitere Verringerung nicht angängig. China. Graf Waldersee meldet aus Peking vom 13. Januar: Tie Kolonne Pavel kehrt morgen zurück, nachdem durch den Vormarsch auf Kinsing festgestellt ist, daß die nach Suanhua zurückgekehrten chinesischen Truppen rechtzeitig den Rückzug antraten. Eine offiziöse Petersburger Meldung der Wiener „Pol. Korresp." versichert auf das Bestimmteste, daß Rußland mit China keinen Sondervertrag abgeschlossen habe, kein Protektorat über die Mandschurei und keinen Eingriff in die Integrität Chinas beabsichtige, auch eine Verletzung der Grundlagen des Einvernehmens mit den Mächten nicht plane. Tas Uebereintommen betreffs der Mandschurei bezwecke lediglich die Herstellung der Ordnung durch temporäre Besetzung. — Das ist offenbar nichts als. eine nicht ernst zu nehmende Bemäntelung - der Angelegenheit. Wie Rußland Ordnung herzustellen pflegt, ist genugsam bekannt. Li-Hung-Tschang ist so krank, daß mit feinem baldigen Ableben gerechnet werden muß. — Eine Depesche aus Peking vom 13. Januar meldet: Prinz T s ch i n g unterzeichnete die gemeinsame Note der Mächte am Samstag, Li-Hung-Tschang heute. Prinz T s ch u n stattete dem deutschen Gesandten einen Besuch ab. Die Unterredung hatte, wie es heißt, ein günstiges Resultat. Tie Ernennung Tschuns zum kaiserlichen Abgesandten mit dem Auftrag, sich nach Deutschland zu begeben, wurde gutgeheißen. Prinz Su begleitet ihn wahrscheinlich nach Europa. Deutsches Reich- Berlin, 14. Jan. Heute empfing der Kaiser den K. K. österreichisch-ungarischen Militär-Attache Major und Flügeladjutanten Grasen Stürgkh und hörte die Borträge des Cbefs des Zivilkabinets Wirkt. Geh. Rats Dr. v. Lucanus, des Chefs des Admiralstabs der Marine Bize Admiral- v. Diederichs und des Chefs des MarinekabinetS Freiherrn v. Senden Bibran. — Am heutigen Todestage des Vaters der Kaiserin, des Herzogs Friedrich von Schleswig-Holstein, ließ das Kaiserpaar auf dem Sarge desselben in Primkena« einen kostbaren Kranz niederlegen. — Zu dem auf den heutigen Tag fallenden russische'» Neujahrsfest stattete der Reichskanzler Graf Bülow dem russischen Botschafter v. d. Osten-Sacken einen längeren Besuch ab. — Der Entwurf einer Geschäftsordnung für den Reich s- gesundheitsrat, die nach dem Gesetz über die Bekämpfung gemeingefährlicher Krankheiten vom Reichskanzler mit Zustimmung des Bundesrats festgestellt werden soll, ist dem letzteren zugegangen. — Bezüglich der Zweihundertjahrfeier ist im Reichstage bestimmt worden, daß der Präsident die Glückwünsche des Hauses dem Kaiser überbringen wird. Wegen der Anwesenheit deS Präsidiums beim Hoffeste am 18. d. Mts. soll die Plenarsitzung an diesem Tuge ausfallen. Obwohl daS Präsidium auch zum 17. ds. Einladungen zur Teilnahme an dem Ordenskapitel und insbesondere zu der Investitur deS Kronprinzen erhalten hat, scheint es noch fraglich zu sein, ob an diesem Tage die Plenarsitzung aus- gesetzt werden wird. Osnabrück, 14. Jan. Nachdem Passau abgesagt, wird die diesjährige Generalversammlung der Kat ho- liken Deutschlands hier abgehalten werden. Ausland. Paris, 14. Jan. „Patrie- meldet aus Nizza die Verhaftung eines russischen Prinzen, deffen Name noch geheim gehalten wird, wegen Teilnahme an einem Komplott gegen das Leben des Zaren. — In der heutigen Kammersitzung antwortete der Marineminister auf eine Anfrage betr. die Katastrophe der „Russie", indem er erklärte, eS würden Vorkehrungen getroffen, daß bei ähnlichen Vorfällen schnellere Hilfe geleistet werden könne. Die Kammer vertagte alsdann die Interpellation des Abg. Zevals über den Brief deS Papstes an den Kardinal Richard auf nächsten Freitag und begann dann Die Diskussion der Interpellation Sembat über die Einmischung deS Klerus in die französischen Staaisgesetze. Sembat schlägt eine Tagesordnung vor, die veNangt, jede fremde Einmischung in die innere Politik zu verhindern. Das HauS lehnt die Tagesordnung Sembat ab. Die Tagesordnung Labatut, die die Erklärungen der Regierung billigt und auf ihre Festigkeit zur Verteidigung der Staaisrechte vertraut, wird mit 310 gegen 110 Stimmen angenommen. Bukarest, 14. Jan. Nach einer Meldung des Universul hat die Wiener Polizei die rumänische Regiernng verständigt, daß rumänische Anarchisten ein Attentat auf den Exkönig Milan vorbereiten, aber bis jetzt noch rnch Gelegenheit gefunden haben, das auszuführen. Die verfügte die strengsten Maßregeln zur Ermittelung der schworenen. Politische Tagesschau. Man schreibt uns au4 Berlin, 14. Ian.: Der rumänische Ministerpräsident Carp ist vor einigen Tagen in Berlin eingetroffen und im Hotel de Rome, Unter den Linden, also ganz in her Nähe des Palakies der Diskonto- Gesell chaft, abgestiegen. Man vermutet, Carp ist hier, um eine neue Finanztransaktion mit der Diskonto Gesellschafi abzuschließen, denn Rumäniens Finanzen können eine ^Auffrischung" gut vertragen. Vielleicht handelt eS sich um die Verpachtung der rumänischen Petroleumquellen. Hinter diesem fetten Bisien waren die Amerikaner her, aber es hat sich ein so heftiger nationaler Widerstand dagegen erhoben, daß die Amerikaner abziehen mußten. Nun versucht Carp wohl, deutsches Kapital für die Ideen zu interessieren. Ob deutsche Banken darauf eingehen werden, ist freilich zweifelhaft, denn sie haben die Schränke noch voll Papiere. Rumänien hat schon anderen Staatsbesitz verpfändet^oder veräußert, z. B. seinen Anteil Aktien der Natwnalbank, reiche Holzbestände, das Zigarettenpapiermonopol. Auch haben Verhandlungen wegen Veräußerungen der Kauf fahrteiflotte geschwebt. Die Bevölkerung ist ziemlich mißlich daran; Rumänien ist ein reiner Agrarstaat," der obendrein durch schlechte Ernten geschwächt worden ist. Auch die letzte Ernte war nur mäßig. Carp sucht die Staatskasse auf jede Weise wieder zu füllen: durch neue Steuern, durch Ersparnisse im Etat und durch die (jetzt durchgeführte) Erhöhung einer Reihe von Zöllen. Prozeß Platho-Arudt. Berlin, 14. Januar. Tie Verhandlung gegen Fräulein Platho und Herrn Arndt wegen Beleidigung des Oberstaatsanwalts Tr. I s e n b i e l fand heute vor der 7. Strafkammer des Landgerichts I statt. Fräulein Platho wird in einem Falle, Arndt in drei Fällen der Beleidigung des Tr. Jsenbiel nach § 187 bezw. 186 des Strafgesetzbuchs beschuldigt. Tie Platho erklärt, daß sie, weil sie Sternberg Tank schulde, nach dessen erster Verurteilung den Plan gefaßt habe, alles zu thun, um dessen Begnadigung herbeizuführen. Sie habe sich deshalb mit Arndt in Verbindung gesetzt, der mit dem Bankier Fritz Behrens bekannt war, und gesagt habe, daß dieser mit vornehmen Kreisen Berührung habe. Sie habe Arnot gesagt, er solle Behrens für ein Gnadengesuch zu gewinnen suchen. Sternberg würde für eine wohlthätige Stiftung 500 000 Mk. geben und beim Gelingen des Gnadengesuchs 50 000 Mk. bewilligen, die sie mit, Arndt teilen wollte. Tie Sache sei nicht zur Ausführung gebracht worden und nicht über das Stadium eines Entwurfs zu einem Begnadigungsgesuch hinausgekommen. Tiefer Entwurf sei wahrscheinlich im Bureau des Rechtsanwalts Dr. Werthauer hergestellt worden. Letzterer habe sich ablehnend gegen ein Gnadengesuch verhalten. Tie Angeklagte giebt zu, vielleicht davon gesprochen zu haben, daß sie mit der, dem Staatsanwalt Tr. Jsenbiel bekannten Frau von Gräfe über Sternberg gesprochen habe, bestreitet aber entschieden, daß sie sich wegen der Begnadigung der Beihilfe der Frau von Gräfe bedienen wollte. ( Arndt erklärt, daß der Bankier Behrens ihm gesagt habe, er würde nur dann sich für Sternberg verwenden, wenn er die Gewähr habe, daß Sternberg durch sein Vorleben und durch seine Vergangenheit eine solche Empfehlung verdiene. Er selbst, Behrens, wolle keinen Pfennig für seine Bemühungen haben, aber es wäre ihm keineswegs unangenehm, wenn ihm M wohlthätigen- Zwecken 500 000 Mark zur ^Verfügung gestellt würden. Fräulein Platho habe den Entwurf des Begnadigungsgesuches selbst zu Behrens gebracht, dieser habe aber wahrscheinlich auf Grund der eingezogenen Erkundigungen die Sache auf sich beruhen lassen. Nachdem dieser Versuch gescheitert sei, habe Fräulein Platho erzählt, daß vielleicht durch Frau von Gräfe sich etwas erreichen lasse. Arndt giebt zu, daß er einen anonymen Brief an Staatsanwaltschaftsrat Tr. Romen gerichtet habe, in welchem dieser vor den Machinationen gewarnt wird, die im Gange seien, um Sternberg frei zu bekommen, und Dr. Romen zu beseitigen. Ferner erkennt er einen an v. Tresckow gerichteten anonymen Brief als von ihm geschrieben an. In demselben wird Oberstaatsanwalt Dr. Jsenbiel beschuldigt, auf die Richter in Leipzig eingewirkt zu haben. Auf weiteren Vorhalt erkennt Arndt auch, die ganzen angeblich vorgekommenen Beeinflussungsversuche und Machinationen als zusammenfassen- bes Schriftstück von ihm geschrieben an, das er zunächst dem „Vorwärts" angeboten, und als dieser die Ausnahme ablehnte, der „Staatsbürgerzeitung" übermittelt hat. Au Grund dieses Schriftstücks erfolgten in dem zuletzt genannten Blatte die bekannten „Enthüllungen". Als erster Zeuge wird der Verleger der „Staatsbürgerzeitung", Bruha, vernommen, der aussagt, daß Arndt mit der Form des in der „Staatsbürgerzeitung" veröffentlichten Artikels einverstanden gewesen sei. Frau von Gräfe bekundet, daß Fräulein Platho an sie niemals das Anfinnen gestellt habe, auf Dr. Jsenbiel einzuwirken. Fräulein Platho habe ihr nur einmal gesagt, daß sie Mitleid mit Sternberg habe, da sie von dessen Unschuld vollständig überzeugt sei. Oberstaatsanwalt Dr. Jsenbiel erklärt als Zeuge, daß er seit ungefähr 16 Jahren nicht in Leipzig gewesen sei und auch keinen von den Reichsgerichtsräten, die in der Sternberg-Sache genannt worden seien, kenne. Frau v. Gräfe habe nie den Versuch gemacht, ihn in der Sternberg-Sache irgendwie zu beeinflussen. Tr. Romen sagt aus, daß die Berufung ins Ministerium feinen innersten Wünschen entspreche. Tie Behauptung, daß Sternberg hierbei etwas zu thun habe, könne er nur als hirnverbrannt und blödsinnig bezeichnen. Rechtsanwalt Tr. Werthauer erklärt, nicht mehr gewußt zu haben, daß Arndt bei ihm gewesen sei; er sei auf diesen erst durch den Artikel der „Staatsbürgers " wieder aufmerksam geworden. Tie ihm vorgeworfeucn Beeinflussungsversuche weise er mit aller Entschiedenheit zurück. Es folgt das Plaidoyer des S t a a t s a n w a l t s Dr. 6g er. Er bezeichnet beide Angeklagte für schuldig im Sinne des § 186 und des § 187 (selbstthätige Verleumdung) und zwar sowohl im Falle des Oberstaatsanwalts Dr. Jsenbiel, als auch in der Angelegenheit des Staatsanwaltschaftsrats Romen. Tr. Eger beantragt gegen die Platho mit Rücksicht auf ihre Unbescholtenheit, andererseits aber unter Berück ichtigung des Umstandes, daß sie die ganze Sache in Szene gesetzt hatte, eine Strafe von vier Monaten Gefängnis. Bei Arndt komme als strafverschärfend in Betracht, daß unlautere Motive, lediglich Geldgier, waren, die ihn zu seiner unverantwortlichen Handlungsweise getrieben haben. Er beantragt gegen Arndt wegen des anonymen Briefes an Herrn v. Tresckow eine Strafe von vier Monaten, wegen des anonymen Briefes an Tr. Romen eine solche von fünf Monaten und wegen der Urheberschaft des beleidigenden Artikels in der „Staatsbürgerztg." eine Strafe von acht Monaten, eine Gesamtstrafe von einem Jahr Gefängnis. Sollte indessen der Gerichtshof der Ansicht fein, daß nur der § 186 zur Anwendung komme, so bitte er, die Strafe nicht erheblich zu mindern, sondern auf neun Monate zu erkennen. Darauf beginnen die Verteidiger ihre Plaidoyers und bitten um Freisprechung ihrer Klienten. Ter Gerichtshof beschließt folgendes Urteil: Freisprechung der Platho und gegen Arndt neun Monate Gefängnis auf Grund des § 186. Aus Stadt und Land. Gießen. 15. Januar 1901. * ♦ Die Zweite Kammer der Laudstäude tritt am 22. d. M. zusammen, der Finanz-Ausschuß schon Donnerstag den 17. ds. • • Der Zweiten Kammer der Landstande ging ein Bericht >es zweiten Ausschusses über die Regierungsvorlage, betr. den Gesetzentwurf über die Gemeinde umlag en, nebst einigen hierzu eingeaangenen Vorlagen zu. * ♦ Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Am 9. d. M. prach Dr. L. H. Grothe aus Wiesbaden, ein guter Kenner des Orients, über „Deutsche Kulturarbeit in Kleinasien-.' Der Redner gab zunächst eine (Einleitung über >ie Halbinsel Kleinasien als solche, ging dann besonders auf )ie Bevölkerung derselbe» ein und verweilte längere Zeit bei >er Bedeutung der Osmanen für den Ackerbau und bei der Frage der armenischen Metzeleien, die er im wesentlichen auf oziale Gründe zurückführte. Darauf folgte die Vorführung einer Reihe von wohlgelungenen Lichtbildern aus der Bahn trecke Jsrnid—Eskischehr— Angora und. ESkischehr—Angora Tr. Grothe schloß seine Ausführungen mit einem längeren Bericht über die Bemühungen der Deutschen zur Kultivierung und Kolonisierung Kleinasiens, insbesondere über die deutschen Eisenbahnlinien und die Aussichten für die Zukunft. - m Vortrag. Nochmals machen wir darauf aufmerksam, )aß der Vortrag des Ministerialrats a. D. S o l d a n (Darm tadt) über „Aufdeckung prähistorischer Niederlassungen bei Neuhäusel im Westerwald und bei Butzbach" im „Oberhefs. GeschichiSverein" am Donnerstag den 17. ds. Mts., abends Uhr, im „Cafö Ebel" gehalten wird und Gäste willkommen sind. * * 50jährige8 GeschaftSjubiläum. In diesem Jahre begeht )ie Firma Wilhelm Rudolph daS 50jährige Jubiläum des Bestehens ihres Geschäfts. ES wurde im Jahre 1851 unter der Firma H. Rudolph, von dem Vater des dermaligen Inhabers gegründet. Aus kleinen Anfängen heraus entwickelte es sich zu hoher Blüte und hat das Vertrauen weitester Kreise in allen Teilen Deutschlands und darüber hinaus erworben. Einen Einblick in die Prosperität dieses Geschäfts gewährt unS eine vorliegende ältere Referenzen Liste. Diese weist etwa 2070 Referenzen über verkaufte PianinoS, Flügel und Klavierharmoniums und etwa 1200 über abgesetzte Harmoniums und Cottage Orgeln nach. Um einerseits dem sich immer weiter auSdehnenden Geschäftsbetrieb, andererseits auch den Anforderungen der Neuzeit Rechnung zu tragen, sah sich die Firma W. Rudolph vor einigen Jahren zum Neubau genötigt, einem stattlichen Etablissement am SelterSweg. * ♦ Das erste große Karnevals-Konzert findet am Donners, kagabend 8i/2 Uhr in Steins Saalbau statt (s. Inserat). • • Die Wanderer, G. R. G., Mitglied des Deutschen Radfahr-Bundes, veranstaltete ihr Winterfest am SamStag in Steins Saalbau. Eingeleitet wurde die wohlgelungene Feier, die sich eines überaus zahlreichen Besuchs von Angehörigen der Mitglieder und von eingeladenen Gästen zu erfreuen hatte, durch den von der hiesigen Regimentskapelle zum Vortrag gebrachten „Wanderer-Marsch", den der Komponist, Herr Paul Polster, der rührigen Radfahrer-Gesellschaft gewidmet hat. Im Anschlüsse hieran entfesselte eine junge Frankfurterin Stürme des Beifalls durch die Wiedergabe eines Prologs, besten Inhalt den Gegensatz der radsportlichen Be strebungen im Sommer und Winter einander gegenüberstellte, und nach einer Begrüßung der Freunde des Radsports auS- klang in einem All Heil auf die Gäste der „Wanderer, G.-R.-G." DaS Konzert-Programm fand im Weiteren eine gediegene Erledigung, und die Einlagen des Programms, von Denen wir den sehr schneidig und schön gefahrenen Radfahrer- Reigen der Mitglieder, die hübschen und wirkungsvollen humoristischen Vorträge und den Schwank „Eine vollkommene Frau" hervorheben möchten, unterhielten aufs Beste die Fest Versammlung, die mit ihrem Beifall keineswegs kargte und Dem abwechselungsreichen Programme Interesse entgegenbrachte. — Gegen 12 Uhr begann der Festball mit einer Polonaise, die von den beiden Vorsitzenden und den Damen und Herren eröffnet wurde, die sich um daS Gelingen der Aufführungen so sehr verdient gemacht hatten. Die Be- teihgung war so groß, daß die Paare zunächst den Nebensaal zur Aufstellung mit in Anspruch nehmen wußten, um den Platz für die Tanzenden frei zu halten, und es war daher nicht verwunderlich, daß der frühe Sonntagmorgen bereits tagte, als dieses Fest, das vielen Teilnehmern woh noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben wird, sein Ende erreichte. * • Fa sche Meldung. In auswärtigen Blättern finden wir die Nachricht, daß ein Pfeiler der hiesigen Lahnbrücke -üngestürzt fein soll. Wir bemerken dazu, daß die Brücke röllig unbeschädigt ist. Die Nachricht beruht also au E'findung. _ Kleiu-Liuden, 14. Jan. In der Sitzung der Gießener L-tadloerorDneten vom vorigen Donnerstag kam man auch auf den Anschluß unserer Gemeinde an daS ElektrizrtätS- rocrl zu sprechen. Leider hört man hier nichts über etwaige Unterhandlungen mit dem Elektrizitätswerk. Sehr zu 6t» Dauern wäre es, wenn der hiesige Gemeinderat den Ans chluß ablehnen würde, ähnlich wie im vorigen Jahre die Telephon- oeibinbung. Fast alle hiesigen Einwohner erwarten bestimmt. Daß der Gememderat den Anschluß bewilligt, da sonst in ab- ehbärer Zeit ein Anschluß nicht möglich ist. Außerdem hofft man auch, daß, sobald die elektrische Leitung nach hier gelegt ist, unser Ort durch eine elektrische Straßenbahn mit Gießen verbunden wird. (Darauf werden mir wohl leider noch lange warten können. D. Red) ;[] Aus dem Lumdathal, 14. Jan. Die Arbeiten an dem Eisenbahnbau Lollar — Londorf sind auf einige Zeit ein gestellt, weil sie durch den Hanen Frost zu chwierig geworden waren. Die Stationsgebäude für Allendors, Treis und Mainzlar stehen im Rohbau fertig Da; auch die Erdarbeiten find in den Gemarkungen der genannten Orte nahezu beendigt, während sich dieselben an )en beiden Endstationen der neuen Bahnstrecke noch sehr im Rückstände befinden. + Ettingshausen, 15. Jan. Nachdem die Gegner des im vorigen Jahre gewählten Bürgermeisters Johannes Keil die Verhandlung, die am 12. d. M. vor dem Provinzialausschuß stattfinden sollte, zurückgenommen haben, wurden sie alle (11) Freitag schriftlich abbestellt. Die Gegner des Keil haben endlich das Nutzlose ihrer Einwendungen eingesehen. Sie wurden vom Kreisausschuß kostenfällig abgewiesen. Hoffentlich erfolgt nun bald durch das Großh. Kreisamt die Bestätigung des Keil. Es wäre dies im Interesse des örtlichen Friedens sehr zu wünschen. -Q- Solms-Ilsdorf, 14. Jan. Am 11. d. MtS. gegen 10 Uhr brach in der Scheuer des Landwirts Karl Theiß hier ein Feuer aus, das in kurzer Zeit die ganze Scheuer mit Stall bis auf die Grundmauern einäscherte. Der Brand soll durch Unvorsichtigkeit entstanden sein, indem der 17 Jahre alte Sohn des Theiß die in nächster Nähe der Scheuer stehende eingefrorene Pfuhlpumpe auftauen wollte. Er nahm zu diesem Zwecke ein Bündel Stroh, umwickelte das Pumpen- rohr und zündete es an. DaS Feuer schlug an der Pumpe empor und entzündete durch eine unweit oberhalb der letzteren befindliche Oeffnung in der Scheuer, das in dieser aufgespeicherte Futter. Ob Theiß versichert war, ist nicht bekannt. fc. Laubach, 14. Jan. Mit dem Bau der Bahn Laubach —Mücke, die eine Fortsetzung der Linie Friedberg —Hungen—Laubach bilden wird, soll im Frühjahr begonnen werden. Die Geländeerwerbung, bezw. die von den beteiligten Gemeinden zu tragende Kostendeckung derselben macht noch Schwierigkeiten. Die Kosten haben sich zum Teil dadurch erhöht, daß im Anschluß an den hiesigen Bahnhof die neue Eisenbahnlinie den hiesigen Friedhof durchschneidet. Nicht weniger als 120 Gräber mußten geöffnet und die Leichen an anderer Stelle des Friedhofs beigesetzt werden. Zur Herbeiführung einer Verständigung der einzelnen Gemeinden hielten mit Vertretern derselben vor Kurzem auf dem hiesigen Rathause die KreiSräte von Schotten, Alsfeld und Gießen eine Verhandlung ab. Eine vollständige Einigung über Höhe der Beiträge, sowie Beitragspflicht einzelner in Betracht kommender Gemeinden wurde jedoch bis jetzt nicht erzielt. fc. Friedberg, 14. Jan. Bekanntlich wird von allerhöchster Srite gewünscht, daß die Bahn Friedberg- Homburg bis zum 1. April fertiggestellt wird. Daher war denn auch die Baubehörde sofort zur Stelle, um Abhilfe zu schaffen, als dieser Tage der Bauunternehmer Feldman« aus Griesheim durch allerlei Widrigkeiten am Herbeischaffen von Kies gehindert war. fc. Reichelsheim i. d. Wetterau, 14. Jan. Nach der im Dezember v. I. von der Großh. Regierung der Zweiten Kammer gemachten Vorlage über die „höheren Bürgerschulen" soll für jede dieser Schulen eine bestimmte Summe aus der Staatskasse bewilligt werden, der Fehlbetrag soll von der betr. Gemeinde zu decken sein. Die hiesige Gemeindevertretung lehnt eS ab, draufzuzahlen, und so dürfte am 1. April die im Jahre 1887 hier errichtete „höhere Bürgerschule" wieder eingehen. Um die Kosten zu decken, wurde bisher ein hohes Schulgeld erhoben. Darmstadt, 14. Jan. Das große Masken - und Kostümfest, das der Mufikverein am Samstag gab, hatte hunderte von Teilnehmern im Saalbau vereinigt und gestaltete sich zu einem der glänzendsten Feste, die man in unserer Stadt in den letzten Jahren noch gesehen hat. Nach 9 Uhr begann das Gastspiel des internationalen Parodietheaters, genannt „Das Ueberbrettl", wozu die Idee und die Dichtung von Dr. Georg Büchner herrührte. Eingeleitet wurde das Spiel durch ein recht witziges, teilweise freilich etwas anfechtbares Entree des „Hanswurst" (Stud. Buchner), der feinen Satz „Die Kunst ist frei" namentlich gegen einen „Ueberkünftler" (Dr. med. Heil) und einen Polizeikommisfar zu verfechten hatte, welch letzteren Strrd. Krömmelbein während der ganzen Dauer des Festes mit vorzüglicher Charakteristik durchführte. Nachdem die Hörer bann im Saale auf den Gallerien Platz genommen, erfolgte unter mächtigen Paukenschlägen und unter dem Geleit einer Schar von Harlekins und Colom- binen der Einzug der Theatergesellschaft des Direktors Adalbert Schmieriuski (Julius Harres) a la Roulette und Bat- jazzi, wobei selbst der veritable Esel, der den Theaterwagen zog, nicht fehlte. Sehr hübsch und gewandt durch Prologe des Direktors (der einen hiesigen Mimen trefflich zu kopieren wußte) und des lebensvollen Hanswurst, der feine Sache vorzüglich machte, eingeleitet, ging dann aus dem „Ueberbrettl" das sensationelle Schauermärchen - Drama „M e i st e r Heinri ch", nach der „Versunkenen Glocke" frei übergedichtet, hier erstmalig in Szene. Die geist- und humorvolle Parodie, zu der, ebenso wie zu ihrem Vorspiele, die Künstlerkolonie und der Goethebund, die lex Heintze und der Normalmensch neben Gerhart Hauptmann und den Dichtern der „Moderne" den Hauptstoss liefern mußten, wurde unter der Regie des Hofschauspielers V i e b e g von den Herren Harres („Meister Heinrich"), Buchner („Sein Weib"), Stud. Fink (ein liebreizendes „Rautendelein), Dentist Lipps („Quorax") und Stud. Nothnagel („Die alte Witticheu") prächtig bargestellt und entfesselte größte Heiterkeit. Es folgte „DiePeripaulingeparsie", ein L-ratorium-Mixtum-Kompositum, vertont Den Musikdirektor v' Modlk" KÖrtS* Es beftem ®elinfi(dl 1° lebhaftes AEhru -'N wJVnW “fÖ lU'll'* Ä'Sw Adlern, Sangern uno Allang hatte auch Mw Mn em von Apothe Die Zerstörung xM junben. ZuerMnen-l gemalten Schilder und fonipin herruhrten. M14- Jan-, brr Krrisämter in d gegen die anonymen 5 wieder zahlreich eingelai wird hekvorgehsden, daß snhlignng finden. Die k Zeitungen scheinen! („Eingesandt") nicht machten Erfahrungen der ebtt entstellte Angaben e heißt ü dann wörtlich: der Presse" insachlick stände aufmerksam zum such zu dec Mgemtinl wird dementsprechend Di berücksichtigt werden, c Wünschen der Bevölkerm jede anständige Un - Vor kurzem wurde b Unbekannten mit einem Die Persönlichkeit kann einen Zeitungsausschnitt, aber jr$t ermittelt wer Mainzer SerlagsgtM Unglückliche Liebe Uneben. CSs. bischer M ’fei«; i Ä"«, • ' < S.L&otti »««ms? ein',8 , S.'LL> -‘-Kitt' fc. Marburg, 13, Jo Ehender Mann 'in seiner Trankenberg ersrvrrn ein Me Füße. fc- Frankfurt a. M ^««Händler haben, um gegenüber konkurrenzfähi kaufSgenossenschaft und ähnliche Secuse Mündet. 1 fc. Eranberg i, $ i. 'S w Wch gtöjjete -rrk. & r '»betQt beX cttöarten k N, da Lbft^ ift. »J°S'»ab. ?«9 »aj'h A rt >°°HI lllbtt 'tV^N ?« M kJ iSiLJ*bit(elben« ftr£(fe °°ch sehr ün te”6 Gegner bei Hannes Seil ®ot dm Provinzial. tB ft Wen bet ^Wendungen emge. u6 k°kienfällig abge- das Großh. ®«tote dies iw > »ünschrv, 0 n V* d. Mts. gran "dtvnls Karl Theiß im die ganze Scheuer naicherte. Der Braud n, indem der 17 Mt Itt Wläfyt der Scheuer uen wollte. Er nah« mickelte das Pumpen« schlug an der Pumpe Oberhalb der letzteren das in dieser ausge- var, ist nicht bekannt. em Bau der Bahn mg der Linie Friedberg im Frühjahr begonnen hw. die von den bt» blckung derselben macht n sich zum Teil dadurch tgen Bahnhof die neue durchschueidet. Nicht e'öfinet und die Leichen eigesetzt werden. Zur er einzelnen Gemeinde« kurzem auf dem hiesigen otten, XlSftlb uud tine voMndige Am'g- eittagSpstichl einMrr vurde jedoch dis setz atlich wird von aller- Bahn Friedberg- naestellt wird. Dahn t zur Stelle, um Abhilsi luunternehmer Mdm« feiten am Herbeischassen 14. Qan. Nach den« legierung btt Zveilen höheren Bürger- Le bestimmte Summ n, bet S-M'°g '» (gut Die W- ® S«, u«b 'b et erntete . - „ bie Soft'" II U«ggiS fe- zendsten Feste, D-k°eb-°b-°ch'^ Spiel Dinw %e Ns [einen. ;tneb. n verzechten >) ^uet ' mb bet gE N» L'du-AK W ,-cha t des w b A „ la SRonlette i« s ‘g^uef^Ä ®'tdl et Lne 21t &* JSw-SSÄ; SZÄ-L 5$r> verton' Fritz Keifer, aus vier Meisterwerken verdichtet von dem Hausdichter. Mit großem Geschick waren die Weisen dieser musikalischen Parodie aus Motiven der „Zerstörung Jerusa- lems", „Paradies und Peri", C. A. Mangolds „Frithjof", „Parsifal", „Die Fledermaus", „Die kleinen Michus" und „Der Mikado" zusammengestellt worden, und die Mitwirkenden: Fräulein Vowinkel („Peri"), Fräulein Schenck („Jnge- borg"), Dr. Pip („Parsifal") und Inspektor Nafziger („Pau- 1115"), lösten ihre gar nicht leichten Gesangsausgaben mit bestem Gelingen. Ter Komponist begleitete sein Werk, das lebhaftesten Beifall fand, selbst am 'Klavier. Die Schlußnummer der Aufführungen bildete dann „Harlekin und Co lo m b i n e", ein von Dr. Büchner gedichtetes, durch seine mannigfachen aktuellen und lokalen Anspielungen zündendes Couplet: „Was geht denn uns das an", von Fräulein Schaffner und Herrn Stud. Arnold reizend gesungen, dem ein von 12 Paaren getanztes Colombinenballett folgte, das von Hoftanzlehrerin Fräulein Swoboda wieder vorzüglich einstudiert war und auf stürmisches Verlangen wiederholt werden mußte. So fand der Epilog des Direktors, als er sich „wegen allzu großer, dem Hoftheater bereiteter Konkurrenz" auf Nimmerwiedersehen von dem Publikum verabschiedete, nur heitere und zufriedene Gesichter, und auch die als „unheimliche Genossin finstrer Nacht" apostrophierte Kritik stimmte von Herzen in den reich, gespendeten Applaus mit ein, der, nachdem der Vorhang über der hübschen Schlußgruppe gefallen war, den durch Lorbeer geehrten Dichter, Hofschauspieler Viebeg und Fräulein Swoboda mit den Darstellern, Sängern und Tänzern an die Rampen rief. Viel Anklang hatte auch unter den die Pausen ausfüllenden Musikstücken ein von Apotheker W. Kasper nach Motiven aus „Die Zerstörung Jerusalems" komponierter Walzer gefunden. Zu erwähnen ist schließlich noch, daß die parodistisch gemalten Schilder und Plakate von Hoftheatermaler Kurt Kempin herrührten. (Darmst. Ztg.) Maio-, 14. Jan. Ein soeben veröffentlichtes Ausschreiben der Kreisämter in der Provinz richtet sich entschieden gegen die anonymen Denunziationen, die neuerdings wieder zahlreich eingelaufen seien. In de« Ausschreiben wird hervorgehoben, daß derartige Schriftstücke keine Berücksichtigung finden. Die Kreisämter werden auch die in den Zeitungen erscheinenden nicht unterschriebenen Artikel („Eingesandt") nicht berücksichtigen, weil nach den gemachten Erfahrungen derartige Auslaffungen meist unwahre oder entstellte Angaben enthielten. In Bezug auf die Presse heißt es dann wörtlich: „Das Recht und die Pflicht der Presse" in sachlicher, verantwortlicher Weise auf Mißstände aufmerksam zu machen und deren Beseitigung zu erstreben, such zu der Allgemeinheit nützlichem Borgehen anzuregen, wird dementsprechend von uns um so sicherer anerkannt und berücksichtigt werden, als und in unserem Bemühen, den Wünschen der Bevölkerung nach Möglichkeit gerecht zu werden, jede anständige Unterstützung willkommen ist." — Vor kurzem wurde bei Stuttgart die Leiche einer jungen Unbekannten mit einem Schuß in der Brust, aufgesunden. Die Persönlichkeit konnte nicht festgestellt werden. Durch einen Zeitungsausschnitt, den die Tote bei sich trug, konnte aber jetzt ermittelt werden, daß sie in einem der ersten Mainzer Verlagsgeschäfte als Buchhalterin thätig gewesen war. Unglückliche Liebe hat das Mädchen in den Tod getrieben. fc. Marburg, 13. Jan. In Niederwalgern ist ein alleinstehender Mann in seiner Stube erfroren, und im Kreise Frankenberg erfroren einem Steinklopfer bei seiner Arbeit beide Füße. fc. Frankfurt a. M., 14. Jan. Die hiesigen Kolonial tvarenhänvler haben, um Warenhäusern und Konsumvereinen gegenüber konkurrenzfähig zu bleiben, hier eine Großein kaufsgenossenschaft für Kolonialwarenhändler und ähnliche Berufe für Stadt- und Landkreis Frankfurt a. M. gegründet. fc. Crouberg i. T., 14. Jan. Die Kaiserin Friedrich «acht jetzt täglich größere Ausfahrten, die sich manchmal auf 1 Stunde in der Umaebung CronbergS erstrecken.__________ Vermischtes. * Berlin, 14. Jan. Zwei junge Landschaftsmaler auS Berlin Namens Froberg und van der Monde, die in Begleitung einer jungen Dame eine Schlittschuhpartie über den Schwftlow See gestern unternahmen, gerieten in der Nähe von Caputh unter das Eis und ertranken Die junge Dame konnte gerettet werden. »Starnberg undThiel imGefängnis. Sternberg trägt seit seiner Verurteilung ein gänzlich verändertes Wesen zur Schau. Während er früher rastlos an seiner Verteidigung arbeitete und ein reges Interesse an feinen vielen geschäftlichen Unternehmungen zeigte, über die ihm ab und zu von dem damals noch anwesenden Luppa ober einem andern Prokuristen Vortrag gehalten wurde, ist er seit einiger Zeit auffallend apathisch, fast teilnahmslos. Dieser Zustand hat sich nach der Mitteilung eines Montagsblattes mit der Zeit so verschlimmert, daß seine Aufsicht verschärft wurde, um einem Selbstmordversuch vorzubeugen. Schuld daran scheint die Einleitung des neuen gegen ihn schwebenden Straf verfahrens zu sein, das ihm im Falle eines Schuldigspruchs naturgemäß eine erhebliche Zusatzstrafe einträgt. Um Be stechungsversuche zu verhindern, sind von dem Direktor des Untersuchungsgefängnisses besondere Maßregeln getroffen worden, Sternberg beschäftigt sich tagsüber größtenteils mit der Lektüre von Anstaltsbüchern.Kommissar Thiel macht den Eindruck eines an Leib und Seele gebrochenen Mannes. Sein volles blondes Haar beginnt an den Schläfen bereits zu ergrauen. Der Prozeß Thiel wird wahrscheinlich bereits im nächsten Monat zur Verhandlung kommen. * Straubing, 14. Jan. Ein 79jahriger Kandidat der Rechte ist ein Fall, der nicht alle Tage zu verzeichnen sein dürfte. Heute verschied der cand. jur. Georg Hofmarksrichter im Aller von 79 Jahren. * London, 14. Jan. Infolge einer Explosion in einer Hutfabrik wurden lOPersonen getötet und mehrere verwundet. * Neues von Sven §ebin. Wie die „Neue Freie Presse" schreibt, lenkt Hedins Schweigen seit Juni vorigen Jahres jetzt wieder die Aufmerksamkeit aus den kühnen Reisenden, zumal dieser vor dem schwierigsten Abschnitt der diesmaligen Expedition, der Reise ins Innere von Tibet, steht, wenn in der Zwischenzeit attes glücklich von statten gegangen ist! Als Dr. Hedin seine letzten Nachrichten nach Europa sendete, hatte er in einem Jahre bereits ein größeres wissenschaftliches Material gesammelt als während seiner dreijährigen Reise im Herzen von Zentral-Asien. In erster Linie ist seine kartographische Aufnahme des Tarim, des größten Stromes im Innern Asiens, zu nennen, die nicht weniger als hundert große Blätter einnimmt. Jm>L-opiNor-Gebietefaul)'er diesmal das alteSeebecken selbst, das eine dicke Salzschicht und Millionen von Muscheln enthielt. Besonders interessant war hier die Entdeckung von Ruinen einer alten Stadt. Bei seiner vorigen Reise war ihm bereits die hochinteressante Entdeckung zweier- alter, vom Sande verschütteter Ruinenstädte geglückt. Man erinnert sich noch der qualvollen Episode, als Mann auf Mann und Lasttier auf Lasttier dem Tode des Verdurstens erlag, die er in spannendster Weise in seinem Werk „Durch Asiens Wüsten" erzählt. Anfang Dezember 1900 kann er mit der Aufnahme der neugefündenen Ruinen fertig geworden sein, und bald nach Neujahr gedachte er beiTscharchlik einzutreffen. Dort wohnen nur wenige Chinesen, die in der türkischen und rein mongolischen Bevölkerung verschwinden. Da die Türken und Mongolen die Chinesen als Unterdrücker ansehen, und der Haß der Chinesen gegen die Europäer von ihnen nicht geteilt wird, darf man hoffen, daß es dem kühnen Forscher gelingt, bald in Tibet einzutreffen, und daß er auch dort dem Schicksal des gemarterten Engländers Landor („Auf verbotenen Wegen") entgeht. Hedin ist seinem wissenschaftlichen Bildungsgang nach ein Deutscher, dessen interessante und doch schlichte Reisebeschreibung ihm bei uns alle Herzen im Fluge erobert hat. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Unsere Hypotheken-Banken. Es ist gerade kein übertrieben günstiges Zeichen, daß infolge des Spielhagenkrachs eine Reihe Fabriken in Verlegenheit geraten. Denn wenn die Hypothek doch einmal bestellt war. so ist es in der That nicht recht zu ersehen, was hier eigentlich veranlassen sollte, daß solche Fabriken plötzlich stocken müssen. Es müssen also Geldhilfcn in einer Form stattgefunden haben, die von kurzen Kündigungen abhängen, oder jene Jndustrieen haben überhaupt ihre Hypo- thizierungen gegen Aktien und Obligationen anstatt gegen bares Geld erhalten. Diese Papiere sind also wahrscheinlich nicht verkäuflich gewesen und haben schließlich zum Zusammensturz geführt. Die Frage ist nur, inwiefern die Hypotheken wirklich eingetragen sind, so daß es nunmehr noch Mühe machen muß, deren Löschung herbeizufahren, um rasch anderweitig Barmittel herbeizuschaffen. Solche Dinge sind nicht neu. Gießen, 15. Januar. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 0.80—0.90, Hühnereier per St. 8—9 5>, 2 St. 00 -00 Enteneier 2 St. 00—16 4, Gänse- eier per St. 00—00 4, Käse 1 St. 5—8 d>, Käsematte 2 St. 5—8 , Erbsen per Liter 22 <£, Linsen per Liter 34 4, Tauben per Paar X 0.60—0.90, Hühner per St. X 0.90—1.80, Hahnen per Stück X 0.65—1.00, Enten per St. X 2.00—2.20, Gänse per Pfd. X 0.54 bis 0.65, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 , Kuh- und Rindfleisch per Pfund 60—64 $ Schweinefleisch per Pfd. 60—70 L, Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 74 «j, Kalbfleisch per Pfd, 60—64 Hammelfleisch per Pfd. 50—60 d>, Kartoffeln per 100 Kilo 5.00—5.50 X, Weißkraut per St. 00—00 <9, Zwiebeln per Ctr. X 5.50—0.00, Milch per Liter 18 «3. Humoristisches. — Der ärztliche »lick. Ein Profeffor der Medizin hielt sein Kolleg oben zu derselben Zeit ab, wo unten die Kranken aus der Stadt von seinen Assistenten „poliklinisch" behandelt wurden. Kurz vor Beginn der Vorlesung suchte der Herr Profeffor die intereffanten Fälle zur Demonstration au« und ließ sie dann nacheinander „nach oben" kommen. So auch eines Tages. Er ruft einen Studenten zum Praktizieren auf und setzt den Patienten weit von demselben weg, worauf er dem Studenten folgende Ansprache hält: „Ich zeige-^Zhnen diesen Kranken nicht wegen seiner spezifischen Afftktion, sondern um Ihren ärztlichen Blrck zu schärfen. Sie sehen, der Patient hat etwas Fragendes in seinem Gesicht, beobachtet mich bei meinem Sprechen sehr genau und hängt gewiffermaßen an meinen Lippen. Was schließen Sie daraus?* — Der Student schweigt und bemüht sich vergeblich, etwas zu finden. Der Herr Professor wird endlich unwillig und sagt: „Ra, sehen Sie denn nicht, daß der Mann taubstumm ist?" Da sagt der Taubstumme: „Erlauben Sie, Herr Profeffor, das ist mein Bruder, der sitzt noch drunten I" Simpl. Krieflmsten. ^93* Ein Bericht über den von Ihnen genannten Vortrag hat für unS keinen Zweck, höchstens ein ganz kurzes Referat übet die ganze Versammlung. Wenn Sie gegen den Verein Stellung nehm« wollen, so thun Sie das in einem „Eingesandt". In den redaktionellen Teil gekört so etwas nicht. Neueste Meldungen. Berlin, 15. Jan. Im Reichstage wird am 17. d. Mts. trotz des Ordensfestes Plenarsitzung abgehalten werden, dagegen fallen am 18. und 19. die Plenarsitzungen aus. — Könitz, 15. Jan. Hierher gelangt aus Kottbus die Nachricht von einer Anzeige dahingehend, ein jetzt in der-Fremden- Legion dienender Mann habe den Mord in Könitz begangen. Der Angabe des ehemaligen Kottbuser Legionärs wird aber kein Gewicht beigelegt. Der Mann hat bereits Dor einiger Zeit an die hiesige Staatsanwaltschaft geschrieben. Anscheinend handelt es sich bei dem angeblichen Konitzer Fleischergesellen lediglich um eine Persönlichkeit, die auf billige Art die Reise nach Deutschland zu machen Gelegenheit haben möchte. Hamburg, 15. Jan. Bei einem Groß-Feuer in einem Mobilienlager wurde der Besitzer, der 50 jährige Kaufmann Schick, durch einen herabfallenden Balken getroffen und getötet. Vier Frauen und ein Kind wurden nur mit großer Mühe gerettet. Die Ursache des Brandes ift durch die Explosion einer Lampe entstanden. London, 15. Jan. Ein ernster Konflikt ist im Kriegs amt ausgebrochen. Tie bedeutendsten Militär- und Zivilmitglieder des War-Office drohen, ihre Demission einzureichen, falls dem neuen Befehlshaber Lord Roberts freie Hand zur Reorganisation des Kriegsdepartements gelassen werden sollte. Lord Roberts hat aber das ihm verliehene Amt gerade unter dieser Bedingung übernommen Er ist entschlossen, mit den bisherigen Traditionen zu brechen oder andernfalls sein Amt niederzulegen. Er ist mit dem Kriegsminister vollständig im Einverständns. Auch dieser wird bei dem Konflikt nicht nachgeben. London, 15. Jan. Ein katholisches kanadisches Blatt veröffentlicht einen Artikel, worin es heißt, daß die kanadischen Franzosen, falls die englischerseits gegen sie gerichteten Angriffe nicht eingestellt werden, sich an die Vereinigten Staaten wenden wollen, die bereit seien, einen Versuch Kanadas, sich von der englischen Herrschaftloszureißen, zu unterstützen. Innerhalb drei Wochen würden die amerikanischen Truppen in Quebec, Montreal und Torento sein. Paris, 15. Jan. Wie ein hiesiges Blatt berichtet, soll Labori, der Verteidiger von Dreifus, erklärt haben, er besitze ein Schriftstück, dessen Veröffentlichung wahrscheinlich den Sturz des Ministerpräsidenten Waldeck-Rousseau nach sich Ziehen würde. Frankfurt, den 15. Januar. do 3°/o Tendenz: fest. B,/g % Reiohßanleihe . 8V1 % Konsole . . . 8 u/0 do ... S1/« % Hessen . . . 5 ,,/c Italien. Rente . . 4O/o Griech Monop.-Anl. 3 0/0 Portugiesen . . 30/0 Mexikaner . . . 4eicknende 687 Haarwasser von Retter, München, aufmerksam machen,welches wirklich leistet, was es verspricht: Konservierung und Kräftigung der vorhandenen Haare, Reinigung von Schuppen, weich u. glänz, machen der Haare Z. h. um 40 H u.X 1,10 bei I. H. Fuhr, Sonnenstr. 25. FürZiesieleien.Steinbrüche, Fabrikbetriebe rc. div.^tateauwagen,Wukde«kipper V, und 8/< cbm, Aaßtrausport- roagen, Lavgyokztransportwage« rc., neu und gebraucht, utttpäpM» halber sofort Stllig >u verkaufen. Gefl Anfr. unt. K. H. 895 an Ruvorf Moss,, CöM. 636 ®4E* Schluss meines Ausverkaufs >a am I. Februar. Sämtliche noch vorrätigen Waren zu jedem annehmbaren Preis. 8n posten französischer Wune und Zephyrs, sowie Ballstoffe extra billig. Günstige Gelegenheit für Wieder verkauf er. §f. Iß/eimersheim Nachfolger, «iS?1 $|oniü9,< •SÄ»«« I • ®,d| . »Oll« wm tot*” ® stimtii*1,1 gnMi«‘ w 8"« ktn folg* w**'1 13 Kreuzplatz 13. Steinkohlen-B^ugsgescllschast Gießen. Generalv crj ammlung Donnerstag den 31. Januar, abds. 8 Uhr, in der Restauration Bourgeois, Brandgoffe. Tagesordnung: 1) Berichterstattung, 2) R chnungsablag-, 3) Wahl der R cknungs-Prü^ungs Kom- m'sfion, 4) Ersatzwahl des Vorstandes, 6) Antrag auf Statut, nän der ung (§ 17), 64? 6) Verschiedene«. Der Vorstand. Krisch eiugetroffenes Geflügel empfiehlt 640 Eberh. Metzger, Settersweg 70. — Grlephon Wr. 65. Mittwoch, den 16. Jauuar: Metzelsuppe. Morgens von 10 Uhr an Wellfleisch mit Kraut. oiss Zu zahlreichem Besuch ladet höflichst ein: Wilh. Wagner, „Zum Anker", Lt-iuflrafle. Wiener S zu vermieten. Td« Vogt, Löwencafle 17. 626] Schone Wohnung von |echS Zimmern nebst Zubehör, Ludwig- ftraße 18, III, per 1. April za verm Näb. bei G. Gantz, Bleickstraße 81 28S] Bletchstr. 6 rst der untere Stock (5 ger. Zimmer, Badezimm., Veranda, Küche) mit 2 Kellerräum., Mägdekammer und Bodenverschlag vom 1. April 1501 an an eine ruhige Familie oder an einzelnen Herrn oder Dame zu vermieten. 628] Schöne 4 Zimmerwohnung, 2. Stock, per 1. April zu vermieten. Näheres Siebtgstratze 7t, I. 632] «chtUerstratze 9 Mansardenwohnung, 3 Zimmer u. Küche nebst Zubehör, an ruhige Leute oer l. Avril zu vermieten.________ üDobl. nrrnmer mit Kabinetl zu JA verm. Schulstratze 9. 504] Einfach rrrvbt. Zimmer für 10 Mt. monatlich sofort zu vermieten. Bahnhofvratze 60. Mietgel uche Möbliertes Zimmer in der Nähe der Sudanlage oder Bahnhofstr. sofort gesucht. Offerten untfT 641 an die Erved. d. Bl. Köln, rrbeten. 605 Mur noch einige Hage! 638 8 Uhr abendS 00000000003006000060 Geschäft gesucht. 684 Zu erlraaen in der Ervedition Lanffrau «ÄX6.6 Offene Stellen Kteljen-Geliillik Perschledenes Gewandter Schreiber sucht dauernde Beschäftigung auf sofort oder später. Offerten unter "W Z Nr. 627 an die Expedition d. BL In ein Fabrrkg.schäft wird per sofort, evtl. 1. April, ein tüchtiger junger Man« für Kontor und zum Besuch der Stadtkundschaft gesucht. Offerten mit GchaltSansprüchen unter L A Oill an die Expedition dieses Blattes erbeten Modes. Lehrmädchen für feines Putz- Tüchtige Knechte und ^urschen zu Pferden, ^and» arbeit, Wieysütfer«, Welken sd» fonft. Arbeiten vermittelt streng reell u. billig überallhin unter Garantie für Ank.; provistonsfreier Ersah bet etwa frübzeitig. Abgang; zahlreicheZlauKschrelven'Auskunft kostenfrei. Aufträge rechtzeit. erfl. Gart Aleck, Hannover, Onerstr 62 u. cfonise Aärwinket, Kalle a S., Mersebnrgerftrahe 8 557 Schreidhilse gesucht. Meldungen unter U. B. 563 an die Expedition erbeten. Welt-Theater- Merragerie. Täglich 2 große Vorstellungen Anfang 4 Uhr und frÜttlMtt Wirtstochter, sucht JlUUlllU, Stellung als Stütze der Frau in Hotel-Restaurant. Zu erfragen Bahnhofstraße 28. S Giefzener tadttheater. Mittwoch den 16. Januar 1901. 10. Vothsvcrsttlliillg. Mutter fegen oder Die Perle von Savoyen Volksstück mit Gesang in 5 Akten von Friedrich. Musik von Schäffer. Eintrittspreise: Loge 1,— Mk^ Saal 40 Pfg., Gallerte 20 Pfg. Packheu kaufen 649 Benner Sk Krumm. Gießener - Kuder-Gesellschaft 1877. Behufs Jahresabrechnung bitte« wir um Einreichung etwaiger Forderungen bis spätestens I. Febr. d. A. an Herrn A. Scheel,Selte» «w.87 fiolünialmtirtn. Reisender, branchekun- diger, mögl. bet der XlanDtunO|ü aft der Kreise Marburg, Biedenkopf, Kirchhain, Frankenberg eingeführt, findet sofort oder später angen. Lebensstellung. Spätere Ueberlaffung des Geschäfts nickt ausgeschloffen. D skretion Offerten unter H H 262 an Haasensteirr & Vogler, A. G., Frankfurt a. M., erb. Für den Verkauf von ^xßohlkn u. Costg a außer Syndikat speziell Fett- und GaSflammkohlen für Hausbrand und Industrie, mageren Ziegel- und Kalkkohlen, werden an fntuonki» Vertreter allen Ortenf^l"l.Uli' u Händler mit Konsumenten-Kund'chaft ge- sucht. Offerten unter E. J. 1868 anHaasenftein & Vogler,A.-G , Aus Steinbach vird ein Bote gesucht zur täglichen Beförderung des Gießener Anzeigers nach dort. Näheres in d^r Expedition. Ci» jg. Hnushiirschchen grf. Vogt, Bäckerei, Selter-?wea 61. Ein Hausbürsckchen sofort gesucht 0 * 89] I. Dränier, Konditorei. 548] Hausbürschchen für leichte Arbeit gegen guten Lohn gesucht. Bahnhofstraße 59. Wen EtWin Ä Arau Tränkner, Sonnenstr. 13 0118] Ein Dieustmädcheu gesucht gegen hohen Lohn. ______Seihgeveruerwea 2t. 0134] Elnfaches, braves Mädchen findet in kleiner Familie zum 15. Januar Stellung. Näh. durch Frau Hüttenberger, Seltersweg 67 6141 Lauffrau oder Mädchen für sofort qef Lchillertzratze 5. Lehrling gesucht zu Ostern auf das Kontor einer hiesigen größeren Cigarrenfabrik. Offerten unter 0147 an die Exoed. d. Bl. Lehrmädchen zum baldigen Eintritt suchen 454 Ater. Salomon & Ko. 0160] Zeucht sofort em er» fahreneS Mädchen, welches perfekt kochen, waschen und bügeln kann u. alle Hausarbeit verst. Sehr a Zeuan. nötia. Vergstr. 18,1. IMrthdhfrn welckeS tochen kann, rUllvchkll, in ein kleines HauS gesucht. Henfekskustgärlche« 24. Tüchtiges Dienstmädchen für gleich oder später gesucht. 0167 Plockstrgtze 6, I. Unserer heutigen Gesamtatiflae liegt ein Pro- spekt von Jürqeusen Hrrjsau bei. Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wittko; für den Anzetgenteil: HanS Beck. — Druck und Verlag der Brühl'schen UniverfitäkS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen. ffm Sonntag, \ Sitrr Orfonomieral Lei atn in der Wirtschaft IberFeldbereinigu 8m selben Tag MchastSlehrerLintza im Saale der Johann Viehzucht und Mast Ich lade dazu Je ivtnrfstert, freundlichst LorttagS- und der Na Bekanntmachung. Gießen, den 15 Der Direktoi Srfi Betr.: Die Bildung für die Flu Nachdem zurAuSii Men in der Flur XI euf Bildung einer öff »orbtn ift, unb @rDjhe f K. H- u. als fa y Unternehmen als zn die Einleitung des Berfa ELaffergeuvff nfchaft ang. hchen Kenntnis gebracht „715- Februar l. Fs. vilrgermejsterei Queckbi ng'Ntümer, deren Grui ^llrn, offenliegeo. _ Gleichzeitig F“r da- »eitert Berfahre Montag bett b ba8 ^meindehaus^u Hel - 'm , L? Seif | Ä“Sl’*S ^i» i»™,. tla Midj: ft 8rt«»b ise letztere ^gnen, ln rl Ä SM* ■ ,reibt bur* ’• ÜttlSQM «ich, ^6x5 ’w*« unb w J «1B08 i’? Beifall n. Q?er bet t