Nr. 2S5 Erscheint täglich «üt Ausnahme deS Montags. Die Gießener Familien- blätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem »Hess. Landwirt' vnd den .Blättern für hessisch« Volkskunde" Viermal wöchentlich berge legt. OUbaftion, Erpedttton und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr.51. Zweites Blatt. 151. Jahrgang. Sonntag 15. Dezember 1901 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger v Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Annahme von Anzei«» iu der für den folgende» Tag erscheinenden Nr. bis vormittags 10 Uhr. Alle Anzeigen-Dermitt- lungsstellen des In-und Auslandes nehmen Anzeigen entgegen. Zeilenpreis: lokal 12M» auswärts 20 Psg. Rotationsdruck u. Verlag der Bruhl'schen UniversilätS • Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Witt ko; für den Anzeigenteil: HanS Beck. Aach den AolltarifdebaLteu. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 12. Dezember: Es maß jetzt eigentlich ein schönes Gefühl der Zufriedenheit in allen Parteilagern, ohne Ausnahme, herrschen! Denn wenn man die Auslassungen der verschiedenen politischen Preßorgane liest, dann scheint es bei den Zvlltarifdebatten nur Sieger gegeben zu haben. Aon rechts, v-vn links, aus der Mitte, kurz von jeder Seite vernimmt man Ausdrücke der Genugthuung über das „Erreichte", über die „glänzende Widerlegung" der gegnerischen Meinungen, über „Rebeleistungen ersten Ranges", Dun ^durchschlagender Kraft der Überzeugung". Im Grunde Benommen ist auch jede Richtung bei diesen Debatten im Gewinn gewesen. Die Anhänger des Schutzzolls sahen Vie Regierung in ihrem Bunde, und die Vertreter des alten kknrses der Zollpolitik, ferner die mehr oder minder ent- Hchiedenen Freihändler erhielten immerhin Gelegenheit zu einer Opposition, die, auch wenn sie schließlich nicht den ^rrsolg auf ihrer Seite hat, doch eine nickst zu unterschätzende werbende Kraft im Lande ausübt. Im ganzen darf der Zoll- taris--Erörterung die Anerkennung nicht vorenthalten werden, daß sie, von wenigen Ausnahmen abgesehen, im lllahmen der Sachlichkeit und der Mäßigung blieb. Das ivar nach den viel mehr auf leidenschaftlichen Don gestimmten Auseinandersetzungen in der Presse kaum zu er* loarten. Es ging im Reichstag lebhaft zu, mitunter auch bewegt, aber bei aller Schärfe der Polemik fehlte die Erbitterung, die man von diesem Kampf „aller gegen alle" uielfach mit Besorgnis vorausgesetzt hatte. In kritischen iDuamenten löste eine satirische Bemernrng ober ein guter Witz die so wunderbar besänftigend wirkende Heiterkeit aus. Der Reichstag hat schon manche öde Woche gehabt. Sitz- ktngen, von denen viel erwartet wurde, gestalteten sich matt und eindruckslos. Diesmal aber stand der Reichstag auf ber Höhe. Es waren Debatten von einer Frische und von einem Elan, die an die besten Zeiten des deutschen Parlaments erinnerten. Wer diesen Verhandlungen auf der Tribüne beigewohnt hat, wird eine dauernde Erinnerung daran bewahren. Und was noch besonders den Rednern der Volks- ooertretung wie der Regierung zum Ruhme nachgesagt werben kann, ist: daß sie es verstanden, durch eine anschauliche, klare und in gewissem Grade „populäre" Behandlung das schwierige, an und für sich „trockene" Thema von den Zöllen unb Hanbelsverträgen für weite Kreise anziehenb zu machen. Von ben Industrie-Zöllen ist verhältnismäßig wenig ivie Rede gewesen; der Accent der Diskussion lag auf den liandwirtschaftlichen, insbesondere den Getreibezöllen. Es ist eben auch im Reichstag die Auffassung vorherrschend, baß mit der Entscheidung über die Getreidezölle der Zoll- t arifentwurf steht und fällt. Soviel haben die Debatten mit Sicherheit ergeben: es ist eine Mehrheit im Reichstag vor- Ijjanben für eine Erhöhung der Getreidezölle. Die Frage ist nur: um wieviel. Die Regierung hat wiederholt dar- yelegt, die von ihr vorgeschlagenen Sätze des Roggew- Mindestzolls von 5 Mk. und des Weizen-Mindestzolls von a.50 Mk. stellen die richtige „Mittellinie" dar. Dies scheint Mich die Ansicht der großen Mehrheit des Zentrums sowohl wie der Nattonattiberalen zu sein. Es ist aufgefallen, daß Lei der Erörterung der Polen-Interpellation im Reichstag der Führer der Konservativen, Abg. Graf Limburg, mit bemerkenswerter Schärfe gegen den Sprecher des Zentrums, Wg. äioeren, sich wendete, der die Polen-Jntervellatim Unterstützt hatte. Es war nicht so der Inhalt der Entgegnung des Grafen Limburg, sondern mehr der Don, der auf die Vermutung brachte, daß zwischen der Rechten und dem Zentrum Verstimmungen obwalten. Man erzählt sich in parlamentarischen Kreisen, daß thatsächlich die Konser- vativen enttäuscht darüber sind, bei ben Zolltarifbebatten seitens bes Zentrums keinen Beistand in ber Forberung erhöhter Getreibezölle, über ben Entwurf hinaus, gefunben zu haben. Selbst ber Zentrumsagrarier Abg. Dr. Heim sprach sich nur für einen 6 Mk.-Getreibezoll ans, bie cm bereu Redner des Zentrums vermieden es, sich auf Zahlen sestzulegen. Und was noch wichtiger ist: Kein Redner des Zentrums hat sich ber vom Grafen Schwerin-Löwitz aus- gegebenen Parole ber Konservativen augeschlossen: dm Zoll- 1,arifentwurf abzn.lehnen, wenn bie Forderung auf Höherbemessung der landwirtschaftlichen Zölle nicht zu verwirklichen sein werbe. Die Regierung hat ihrerseits zu erkennen gegeben, baß sie mit ben Getreidezöllen nicht höher hinaus noill. Es ist innerhalb ber Regierungen — darüber ließ die Rebe des württembergischen Ministers v. Pischek keinen Zweifel — nicht leicht gewesen, über diese Zölle ein Einvernehmen herbeizuführen. Die Regierung muß sich nun im wesentlichen auf die Festigkeit des Zentrums verlassen. Ein etwas bedenkliches Moment scheint darin zu liegen, daß das Zentrum es abgelehnt hat, den Vorsitzenden für die Zolltariskommisfion zu stellen, wodurch zum Ausdruck g elangt, das; das Zentrum nicht für den Ausgang der Kom- missionsbcrattingen verantwortlich sein möchte. Ebenso hat s. Z. das Zentrum mit dem Vorsitz in der Kanalkommission des preußischen Landtags nichts zu thun haben wollen. Die Reichspartei stellt in Herrn v. Kardorff den Vorsitzenden der Zolltarifkommission. Immerhin geht daraus hervor, daß die Reichspartei auf einem mehr vermittelnden Stcmd- pMnkt steht hinsichtlich der Getreidezölle und nicht das „Ent- nroeber — Oder" der Konservativen sich zu eigen macht. Bemerkenswert ist eine Feststellung der „Kreuzztg." Dcarnach haben 23 Redner für die Erhöhung der Getreioe- Mle, 12 Redner dagegen gesprochen. Unter den Rednern Dr die Getreibezölle befanden sich Kolf Süddeutsche, gegen dm Getreidezolle zwei Süddeutsche, Abg. Peyer und Schwarz. Mit großer Entschiedenheit setzt sich soeben bie „Nationat- jt:g." mit den Agrariern im nationalliberalen Laaer aus- eüncutber. Das nattanalliberale Blatt schreibt, es habe feit. dem Beginne der neunziger Jahre auf die Gefahr hinae- wiesen, daß die Wirtschaftspolitik der nationalliberalen Partei sich vollständig in Augenblicks-Taktik verwandle. Vergeblich. Die Entwicklung sei immer weiter fortgeschritten : sie habe u a. dazu geführt, daß selbst so schutz- zöllnerische und landwirtschaftssreundliche Männer, wie der inzwischen verstorbene Buhl, ferner Dr. Bürklin u a. aus der parlamentarischen Vertretung des Nationalliberalismus cms- gemerzt und durch Persönlichkeiten ersetzt wurden, die in wirtschafts-, namentlich in zollpolitischer Hinsicht von Agrar- konservativen nicht zu unterscheiden sind. . . Es ist also doch, wie man sieht, keine „reine" Befriedig-1 ung aus den Zolltarifdebatten in den Parteilagern zurückgeblieben. Aber durch diese „inneren Angelegenheiten" wird der Zolltarifentwurf nicht berührt. Am 9. Januar nächsten Jahres tritt die Kommission zu ihrer ersten Sitzung zusammen. In der Kommission überwiegt das schutzzöllnerischje Element. Wir glauben nicht an ein negatives Ergebnis der Kommissiynsberatungen, weil, wenn in der Kommission es nicht gelänge, die Verständigung unter den Tariffreunden auf einer „Mittellinie" herbeizuführen, im Plenum solche Versuche vollkommen aussichtslos sind. Der Zolltarif- enttourf kommt in der Kommission zu stände, oder er kommt überhaupt nicht zu stände. Deutsches Reich. Berlin, 13. Dez. Der Kaiser toirb den Marquis Ito sowie seinen Begleiter Baron Tsudzuki morgen mittag in Potsdam empfangen. — Die Post" bemerkt %u der Blättermeldung, daß ein Längerer Aufenthalt der Kaiserin in Abazzia in Aussicht genommen sei, die Reise der Kaiserin nach Süden liege zwar nicht außerhalb des Bereiches der Atöglichteit, Abazzia dürfte jedoch als Aufenthaltsort schwerlich in Frage kommen. Hebrigens habe sich! die Kaiserin in letzter Zeit auch hier schon bedeutend erholt. — Bei dem gestrigen Sttstungsfest des hiesigen Holländischen Vereins „Nederland en Oranje" erklärte der hollän- dftche Gesandte: Königin Wilhelmina und Prinz Heinrich erfreuen sich ungestörten Eheglücks. Freudiger als je bringe er das Höch auf die Königin aus, da sie sich jetzt von der Enttäuschung, die sie vor einigen Wochen erfuhr, wiederhergeftelll fühlt. Prinz Heinrich widme sich der Königin mit aufmerksamer Ergebenheit, beide leben mit großer Liebe und innig miteinander verbunden. (Wir möchten bei dieser Gelegenheit auf einen luftigen Artikel in oer neuesten „Zukunft" Hinweisen, ber die Heberschrift „Der Prinz-Gemahl" trägt. D Red.) — Am Montag abend wird im Neuen Palais in Potsdam zu Ehren des am Sonntag hier eintreffenden russischen Thronfolgers Großfürsten Michael sowie zur festlichen Begrüßung der Offiziers-Deputation des russischen Dragoner-Regiments Narva beim Kaiserpaar großes Diner stattfinden. — Der Großfürst und die Großfürstin Sergius sind heute früh in Kiel eingetroffen und von der Prinzessin Heinrich am Bahnbofe empfangen worden. Das großfürstliche Paar wird das Wechnachtsfest in Kiel verbringen. (Großfürstin Sergius ist bekanntlich die hessische Prinzessin Elisabeth, die zweite Schwester desGroßherzogsErnst Ludwig,der, wie wir schon meldeten, auch zum Weih- nachtsfefte im Kreise der Familie feiner dritten Schwester, ber Prinzessin Irene, in Kiel erscheinen toirb.) Großfürst Michael hat, wie ferner über London gemeldet wird, mit der Herzogin Marie von Koburg-Gotha und ihrer Dochter, ber Großherzogin Viktoria Melitta, in München kürzlich eine Konferenz gehabt unb bem Zaren über den Ausgang berichtet. Es soll eine Art von Familien-Kongreß während ber Weihnachtstage in Kiel zu erwarten fein. — Der neue chinesische Gescmbte am Berliner Hofe General Ding-tschang hat heute vormittag bie Geschäfte der Legation übernommen. — Die Zolltarif-Kommission des Reichstags ist zu ihrer ersten Sitzung auf den 9. Januar, vorm- 10 Uhr, einberufen. Die ,,'Dtsche- Tagesztg." rechnet aus, daß grundsätzliche Gegner des Taris-Entwurfs 8 in der Kommission sitzen, während die übrigen 20 Mitglieder entweder im allgemeinen auf dem Boden des Entwurfs stehen ober bezüglich der landwirtschaftlichen Zölle noch darüber hinaus- zugehen entschlossen sind. Etwa 15 oder 16 Mitglieder dürften einer Erhöhung der landwirtschaftlichen Zölle zu- sttmmen. Ohne eine solche Erhöhung würden nur 12 ober höchstens 13 Mitglieber ben Tarif cmnehmen. — Tie Einberufung bes preußischen Lanbtages barf für ben 8. Januar als sicher angenommen werben- Ob ber Kaiser ober Graf Bülow bie Thronrede halten wird, ist noch nicht besttmmt. — Eine interessante Regelung der Ruhegehälter seiner Beamten unb der Versorgung ihrer Hinterbliebenen richtet der Deutsche Kriegerbund vom Januar 1902 ein. Die Beamten werden ohne Rückftcht auf ihr Gehalt verpflichtet, sich in der höchsten Lohn klasse der Reichs- Mersversick)erung zu versichern; die Hälfte der Beiträge, trägt der Deutsche Kriegerbund. Den in den Ruhestand tretenden Beamten zahlt der Bund zu den Altersrenten soviel zu, bis das erbiente Ruhegehalt erreicht ist. Das Beamten-Ruhegehalt sowie die Witwen- und Waisen-Ver- forgung ist nach den für die Staatsbeamten gellenden Gesetzen geregelt. Die Beämten sollen bei genügender Leistung in der Regel mit 30 Jahren fest angestellt werden unb mit 48 Jahren bas Höchstgehalt erreichen. Diese Regelung dürfte für große Korporationen und industrielle Gesellschaften von Interesse fein. — Nach den „Bert. Pol- Nachr." werden im Jahre 1902, wie es bei der Einführung der zweijährigen Dienstzeit in Airssü^ genommen war, die Reservisten stärker zu Hebungen herangezogen werden. Zu den 13« tägigen Hebungen werden 5350 Unteroffiziere, 48111 Gemeine (gegen 25 200 und 2800 im Vorjahre) herangezogen. Bei längeren Hebungen bleibt die Ziffer unverändert. Ausland. Paris, 13. Dez- Der Haager Korrespondertt des „Tempcll hatte eine Unterredung mit einer Hofdame, die ihm mitteilte, daß die holländische Königin ihrem Gemahl bei der Erwerbung desSchlosses Dobbini in Marseille behilflichaewesen sei, daß aber der Priuz, die vorgestreckte Summe durch jährliche Summen tilgen werde. Rom, 13. Dez- In der Kammer äußerte sich der Ministerpräsident zu den Handelsverträgen. Die Regierung fyoffe, zu günstigen Bedingungen für die heimischen landwirtschaftlichen Produtte, zu Abschlüssen mit Deutschland undi Oesterreich zu gelangen. Zu diesem Zwecke arbeite sie einen Tarif aus, der gegebenenfalls den ausländischen Tarifen zu Verteidigungszwecken entgegengestellt werden solle. Wien, 13. Dez- Eine von der deutschen Volkspartei einberufene Versammlung, bei welcher mehrere Abgeordnete anwesend waren, wurde nach stürmischen UnterbreHungen der Redner durch (^hrisllich-Soziale polizeilich aufgelöst. Der Lärm wurde auf der Straße fortgesetzt. Budapest, 14. Dez. Entsprechend einem Geheimerlaß des Honvedministers werden nach Meldung des „Neuen Pester Journals" die Regimentskommandeure angewiesen, nicht nur Ehrenangelegenheiten der aktiven, sondern auch der R e s e r v e o f s i zi e r e genau zu untersuchen, besonders wenn eine thätliche Beleidigung vvrliegt. Die Erhengerichte der Regimenter dürfen das Duell erst gestatten, wenn eine friedliche Austragung unmöglich ift Petersburg, 12. Dez. Die „Handels- und Jndu- strieztg." veröffentlicht einen Artikel, betitelt: „Zur Bewertung der Vorteile, die Deutschland durch den Handelsvertrag mit Rußland von 1894 geboten werde n." In dem Artikel heißt es: Was bie Voraussetzungen bezüglich der Abänderung des Tarifs von 1891 im Sinne ber Differenzierung einzelner Sätze anlange, so werbe diese Frage gegenwärtig eingehend unter Beteiligung von Spezialisten studrert. Die Redattion könne jedoch bereits jetzt mitteilen, daß die m Aussicht genommenen Abänderungen eine ganze Reihe Arttkel folgender Branchen betreffen werden: Chemische Produkte, Metallfabrikate, Maschinen und Apparate, Galanteriewaren und Arttkel aus Faserstoffen. Ferner wird für den Fall der Erschwerung des Getteideexports nach Deutschland die Erweiterung der Handels-Beziehungen mit anderen Staaten, in erster Linie mit Großbritannien, in Aussicht gestellt. Aus Sludl und Kund. (Ter Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachttchten ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Auz." gestattet.) Gießen, den 14. Dezember 1901. •• Der juristischen Fakultatsprufong im Wintersemester 1901/02 haben sich an unserer Landesuniversität 31 Kandidaten unterzogen. 11 Kandidaten haben nicht bestanden. Unter den übttgen 20 Kandidaten haben 4 mit der Note „gut", 11 „im Ganzen gut", 5 „genügend" bestanden. '* Kanarien-Ausstellnug. Bei der Prämiierung der ausgestellten Konkurrenzsänger erhiellen folgende Aussteller die nachstehenden Preise zuerkannt: A. Felsing 1., 2. und 4. Preis, K. Schneider 1. und drei 2. Preise, R. Frenzel je zwei 2. und 3. Preise, Wilh. Mayer sechs 2. und zwei 3. Preise, H. ©immer zwei 2. Preise, L. Roloff je zwei 2. und 3. Preise. P. Gabis II. zwei 3. und 4. Preise, Georg Haubach vier 3. Preise, W. Seitz je zwei 3. und 4. Preise, W. Leichtweiß 3. Preis, F. Wiederneyer 3. und 4. Preis. Sehr schöne HWmittel zur Kanarienzucht und -Pflege haben nachstehende Firmen ausgestellt: E. Borrmann (Gebauer und Zuchtutensilien), Flemming-Globenstein (Käfige), Fttes- Homburg v. d. H. (Lucullus, Fritter für Weichfresser), Ph. Herrmann (Futterattikel), E. Pistor Nachf. (Käfige), Seekatz Witwe-Westerburg (Eisbisquit). . Der Besuch der Ausstellung war gestern und heute sehr gut. Die vom Verein Kanatta aus Anlaß der Ausstelluüg veranstaltete Verlosung hat Anklang gefunden; denn die zur Ausgabe gelangten Lose sind sämtlich verkauft. *• Zu der Ortsgruppe Gießen des Alldeutschen Verbandet hiell gestern Abend Amtsrichter B onh ard aus Worms einen Vottrag über „Wahlbetelligung/Wahlpflicht und Wahlkartell". Nach einigen Bemerkungen über die Form des Wahlrechts (das allgemeine, gleiche, geheime und unmittelbare Wahlrecht) gab der Redner einen historischen Ueberblick über die Entwicklung der politischen Patteien im Reichstag, die zu einer überwiegend mächtigen Stellung des Klerus unb ber Sozialdemokratie geführt hat. Die Ursache daß die nationalen Parteien hinter diesen im Reichstage in der Zahl der Plätze zurückstehen, liegt einmal in der Gleichgiltigkeit der Wähler, zum aribem in dem Mangel eines einheitlichen Zusammenschlusses der Nationasozialen. Als im Jahre 1871 das neue Wahlgesetz in Kraft trat, war die geringe Wahlbeteiligung anfangs erklärlich, weil die ganze Sache noch zu neu und noch nicht völlig ins Völk durchgedrungen war. ©eit damals hat denn auch die Wahlbeteiligung zugenommen, aber nicht in dem richtigen Verhältnis zur Entwicklung der Bevölkerung. Redner weist dann slatisüsch die immer geringer werdende Beteiligung cm den Wahlen nach, z. B. in Lippe beteiligten chstags-Fraktion beschlossen, h dein Gnesener Urteil sich zu einer für den Krieg in LüdaftM ffngsb-vten. Der .Premierminister Darmstadt, 14.Dez. Geh. Baurat Winckler, Mitglieder Eisenbahndirektion Mainz, ist auf sein Ansuchen unter Ver- leihung eines hohen Ordens zum 1. Januar in den Ruhestand die Regelung des P ri v a t-V er s ich erun g s r e chts sind soweit fortgeschritten, daß sie um Ostern der gutachtlichen Beratung von Sachverständigen aus dem ganzen Reiche unterbreitet werden dürften. Berlin, Dez. 1500 Bäckermeister von Berlin und Umgebung haben in einer gestern stattgehabten Versammlung nach Reden des Sekretärs des Handelsvertrags-Vereins v. Gerlach und des Vorsitzenden desselben Abgeordneten G-othein eine Protest-Resolution gegen den Zoll- gegen Corfica auf 7000, Offermanu 11000, Thieme 7000, Fuhrmann 7000 und Hergersberg 500 Mk. Geldstrafe. Die Au« geklagten haben die Kosten des Verfahrens zu tragen. Stockholm, 14. Dez. Professor Vanthoff hielt gestern Nachmittag unter großem Beifall seinen Nobelvortrag in der Akademie der Wissenschaften. Prof. Röntgen ist nach München abgereist und wird im nächsten Jahre seinen obligatorischen Vortrag halten. London, 14. Dez. Nach einer Meldung des ^Standard" Neueste Dleloungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. AiestMen der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) S. Herr v. Hesse-Wartegg, der letzte Redner in der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde, ist der Gatte der bekannter Opernsängerin Minnie Hauk. Universitäts-Nachrichten. Berlin, 13. Tez. Die polnisLen Studenten h bringen, sich an den Wahlen zu beteiligen. Dann g«ßÄe 8Ä«9tä;'an die Kläger am der Redner mit aller schärfe die politische Indifferenz der 1 c?Qnur 3902 15 Mk. zahlt und daß damit alle gegenseitigen Angroßen Masse des Volkes. Die Regierung klage, daß die'* - «- --- i» Reichstagswahlen nicht das richtige Bild der Volksstimmung geben. Das Volk müsse aus seiner Lethargie aufgerüttelt werden, wenn nicht anders dadurch, daß das Wahlrecht zur Wahlpflicht werde, obwohl das ein gewaltiger Eingriff in die Freiheit des Einzelnen sei. Ein anderes Moment, fuhr der Vortragende fort, ist die politische Uneinigkeit der rechtsstehenden Parteien. Ost befehden sich im Wahlkampfe der Bund der Landwirte und die Nationalliberalen, sodaß schließ- hinzugefügt hat. ** Gutsverpachtung. Herr Oekonom Kitz teilt — — uns mit: Das Kempffsche Fideikommiß-Gut geht nicht An- denn daß ein etwa zusammenberufener Ehrenrat diese Sachlage fang Februar, sondern am 22. Februar in die Hände des'—'"-" neuen Pächters Curtmann über, des früheren, nicht gegenwärtigen Verwalters des Herrn Kitz. Der.letztere übernahm die Pachtung bereits vor 24 Jahren und zahlte zuletzt 28 Mk. (nicht 18 Mk ) pro Morgen Pacht. ** Ein böser Köter. Gestern nachmittag gegen vier Uhr passierte eine junge Dame den Kreuzplatz. Da kam plötzlich ein großer Hund auf sie zu, sprang an ihr in die Höhe und faßte die tötlich Erschrockene am Arm. Zufällig vorübergehende Herren befreiten die Dame von dem Tier, indem sie es ant Halsband faßten und von ihr wegrissen, worauf das junge Mädchen seinen Weg fortsetzte. Es war noch nicht weit gegangen, etwa bis zu dem Geschäft des Herrn Adami (Mäusburg 14), als es von demselben Köter zum zweiten Male angegriffen wurde. Der Hund sprang diesmal von hinten an ihm in die Höhe und faßte es am tarif angenommen. Berlin, 14. Dez. Zu einer lärmenden Demonstration kam es gestern abend in der hiesigen Universität im Hörsaale des Professors Schiemann, der über „Die polnische Frage im 19. Jahrhundert" vor Hörern aller Fakultäten las. Als Professor Schiemann den Saal betrat, brachen zahlreiche anwesende polnische Studenten m heftiges Zischen und Pfeiffen aus. Ter Lärm steigerte sich, als der Professor zu lesen begann. Tre in der Mehrzahl befindlichen nicht-polnischen Hörer suchten anfangs den Lärm durch Händeklatschen zu übertönen. Als ihnen dies aber nicht gelingen wollte, wurden die Ruhestörer von ihnen gewaltsam aus dem Saale gedrängt, wonach Professor Schiemann unter begeisterten Hochrufen der anwesenden Hörer seine unterbrochene Vorlesung fortsetzte. Wie das „Kl. I." erfährt, waren diese Demonstrationen von Seiten der polnischen Studenten wohl vorbereitet, worauf auch der Umstand hinweist, daß viele von ihnen,Pfeifchen bei sich hatten. Vor einigen Wochen hatte Professor Schiemann in einem Vortrage über die polnische Bewegung in den 30 er Jahren eine Verschwörung erwähnt, deren Teilnehmer sich aidlich zum politischen Morde verpflichtet hatten. Diesen Eid bezeichnete er als ruchlos. Bald darauf erhielt er ein anonymes Schreiben, das darauf Bezug nahm und die Unterschrift itlrug: „Ein treuer Bürger des deutschen Volkes." Schiemann meinte, daß dieses Schreiben kein Deutscher versaßt haben könne und ging dann dazu über, seine von dem Anonymus beanstandete Auffassung sachlich zu begründen. T-rier, 14. Dez. Wie das „Tr. T." mittellt, verurteilte das Kriegsgericht der 16. Division den Hauptmann Koch von oer 9. Kompagnie des 29. Infanterie- Regiments wegen Unterschlagung von Kantmen- qeldern, Mißhandlung Untergebener, falscher Fuyr- ung der Dienstbücher und nicht vorschriftsmäßiger Bestrafung eines Untergebenen zu 6 Wochen Stuben* arrest und Diensten tlassung. Von der Anklage schwerer Unterschlagung wurde er fteigesprochen. ^er Audi- I teur hatte zweieinhalb Jahre Gefängnis und Ausstoßung laus dem Heere beantragt. Koch befindet sich seit dem 16. November in Untersuchungshaft. . . London, 14. Dez. Der Premierminister von Neu- aus Schanghai hat eine geheime Gesellschaft am 20. November, dem Geburtstage der Kaiieriu-Witwe, an den Kaiserlichen Palast in Kaifengfn Fener gelegt und zwei Gebäude aus« geplündert. London, 14 Dez. Die „Morningpost" meldet aus Tanger 9 Fabriken — außer einer Gießerei in Offenbach, die heute I ^^Pala^in (KolleH I vom 13. ds.: Wie aus Marakesch gemeldet wird, wurde der mit zu den bedeutendsten zählt, hatte die Firma bisher, aM roafjrenb seiner Abwesenheit in den Weihnachtsserien ausgepfändet Korrespondent der „Times", Harris, auf einer Reise ins Innere gesehen von dem Stammhaus, 5 Filialbetriebe in Hessen und Iworden. Diese Mitteilung war völlig entstellt, denn Polandt hatte überfallen und beraubt. den angrenzenden preußischen Gebieten sowie 3 Betriebe in I nur gelegentlich einer Unterhaltung and^ I Paris, 14. Dez. Eine Depesche aus Konstantinopel be- Bayern — 2 weitere Betriebe, die sich in Bayern befinden,! ^^an 6^ gepfänbet worden sei". Den stätigt die Meldung von einem schweren Kehlkopfleiden des 'Namen des Betreffenden hatte er nicht genannt. Kolle wurde trotzdem Sultans mit dem Hinzufügen, der Sultan habe bereits die von feinen Kommilitonen aufgestachelt, Polandt zu ohrfeigen;fast vollständig verloren. Kunstwäscherei der Firma Kunz befindet, vermutlich durch Gieße«, 14. Dezember. Marktbericht. Auf dem himtigen heißgelaufcne Teile an den Waschmaschinen Feuer ausge-t Wochenmarckt kosteten: Butter pr. Pfund 1,20—-lP0Mk„ Huhirer- brachen war Das Feuer hatte infolge der großen Benzin, st--Stück Erbten pr^'Lt°?20 P§, Linsen Ar vorrate und der nut Benzin getränkten Wäschestücke bis zur Liter 30 Pfa., Tauben pr. Paar 0,80—1,00 Mk., Hühner pr. Stück Ankunft der Feuerwehr schon die ganze innere Einrichtung! 0,90—1,20 Mk., Hahnen pr. Stück 0,70—1,10 Mk., Enten pr. Stück ergriffen. Zu wiederholtenmalen mußten die Mannschaften! 2,00—2,50 Mk., Gänse pr. Pfd. 50—65 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund zurückweichen, da unerwartet verschiedene Benzinbehälter £6t76 Wy,v^Murch , s. ■ i t r-x. s. e rv , 0 . I fleisch vr. Pfund 70—80 Pfq., Schweinefleisch, gesalzen, pr» Pfuno explodierten, wodurch sich das Feuer sogar über den '«4^Kalbfleisch pr. Pfd.60-66 Psg., Hammelfleisch pr. Pfund Hof verbreitete. Zum Glück sind keine Verletzungen! 50—'70 Psg., Kartoffeln pr. 100 Kar. 3,20—3,50 Mk., Weißkraut per voraekommen. I Stück 00—00 Psg., Zwiebeln pr. Zentner 4,00—5.00 Mk., Milch per i > ---lwj ■' .. I Liter 18 Psg. Äepsel per Pfd. 9—15 Psg., in Körben 12—lo Pfg. I Trauben 35—50 Psg., Tomaten per Pfd. 18—20 Pfg. m>rllUJl9|UUL Dauer der Marktzeit von morgens 8 Uhr bis.nachmittags I, - J Krieasamt telearaphisch weitere 1000Mann e. Gießen, 13. Dez. (G e w e r b e g e r i ch t.) Ten Vorsitz 12 Uhr, während der ersten drei ^-lmiden f er Msrktzett batf m^t I 9to>miermtniftäi fuhA Veigeordnoter Wolff. Als Beisitzer fungieren Metzgermeffte^lnn Umherziehen feilgeboten werden - , . s. kl “ "" statt. Es wurde der stitherige Beigeordnete, H ch. Volk" Handel und Uerlrehr. NoUrswirlschast. tnann IT., der dieses Amt bereits 18 Jahre bekleidet, mit! München-Gladbach, 13. Dez. In der gestrigen General- 168 Stimmen wieder gewählt. Der Gegenkandidat, W'W ?er!annuIua,rl91. ber: ^orr IV., erhielt löL^timmen. . Dw Wahl verlief gkic^ der Gememderats- und Bürgermeister-Wahl ruhig. 333,000 Mk. schuldeten. Die Bilanz wies dies nicht auf, sondern Frankfurt a M., 13. Dez. Die beiden Löschzüge aus Idas Bankhaus I. H. Stein in Köln schuldete 56,000 Mk. und der der Burgstraße und Münzgasse wurden gestern vormittag, Barmer Bankverein in Barmen 60,000 Mk. Die Bankhäuser er- 11 Uh- nach der ^genfchoft Königswarierstraße 14 gerufenes wo in einem einstöckigen Hintergebäude, m dem sich die Märkte. spruche beseitigt sind. — Die Klage des Heizers Heinrich Atuller in Beuern gegen den Unternehmer Konrad Rübsamen zu Gießen endete mit Versäumnisurteil gegen den Beklagten, der im heutigen Termm trotz ordnungsmäßiger Ladung nicht erschienen mär. Der Klager verlangte 22.84 Mk. rückständigen Lohn. —^Von dem Damenschneider Anton Bregina hier verlangt die Schneiderin Kathchen Hinkler hier 18 Mk. Lohn. Da Beklagter >ncht erschienen ist, ver- langt die Klägerin Erlaß eines Verläumnisurteils gegen ihn. Dem Antrag wird entsprochen. — Der Kellner Heinrich Kerl von Heckersdorf klagt gegen Wilhelm Amend, East dahier, weil er ohne Grilnd und Kündigung entlassen worden sei, auf Zahlung von 89 Mk. Entschädigung. (5 Mk. Salair für 14 Tage, 42 Mk. entgangene Trinkgelder und 42 All. für entgangene Kost rc. — 89 Mk.) Der Be-, . . to 6 - klagte beantragt Klageabweisung, weil Kläger nicht entlasten worden Ä Ä bi-r -in üark,r sei: er habe diesem nur gesagt, wenn er die Arbeit so wie seither Bad Ems, 14. Dez Heute Nacht wurde hierein starker nicht verrichten wolle, könne er geben. Uebrigens habe der Klcwer Erdstoß in der Richtung von Ost nach West verspürt. auch die Gaste übervorteilt. Der Kläger bestreitet die beklagtischen Kreuznach, 14. Tez. Auch hier wurde in der vergangenen Vorbringungen entschieden. Das Gericht erlaßt Beweisbeschluß. % 12 Uht 45 Mn. ein starker Erdstoh verspürt. 2anaÄ" 13 3S=F Wammer d-s Landgerichts I Br-slau, 14. De,, Großes Aufsehen erregt hie. die zu einem Zweikampf nicht für ausreichend erachtet hätte, Berlin, 14. Dez. Nach ber „Natl. Korr." steht zu war sowohl dem Angeklagten wie auch dessen Kommilitonen klar, extvarten, daß das Zentrum sehr bald int neuen Jahre Kolle hat sich nunmehr emen Grund für den Zweikampf schaffen , .. mpratuna sea Toleranz"-Antrages Werk aufzuklären sich bemühte, ließ dieser Palandt gar nicht mm Wort Lieber durch seine Krankheit auf so lange Zeit von Berlm kommen, sondern schlug ihm mit den Worten „Sie Lümmel" ferngehalten wird. Aus Zentrumskreisen verlautet, daß mehrmals ins Gesicht. Kolle hat zugegeben, daß er den Re- ^ch die Frage der Unterstützung der Polen durch das serendar nur in der Absicht geschlagen und beleidigt habe, u m Zentrum in der Wrcschener Angelegenheit eine andere Wend- einen Zweikampf herbetzuftthren. Polandt, der Gegner genommen hätte, wenn Tr. Lieber die Führung des thätlicher Beleidigung zu 6 Monaten Gefängnis, wogegen ' dieser Berufung einlegte. In der Berufungsinstanz kam ein Ver- .... . „ gleich zu Stande; Kolle gab eine Ehrenerklärung ab und ihm in die Höhe und faßte es am zahlte 1000 Mark an die Armen. Aber die voraejetzte Be- Atann aus dem Geschäft des Herrn Hörde des beleidigten Referendars griff nunmehr die Sache auf und der Dame nnb befreite sie Natür- so hatte sich Kolle vor der Strastammer zu verantworteii. Interessant war die Schilderung des Beleidigten über die Folgen, die sein duellgegnerisches Verhalten für ihn hat. Er ist zunächst unter dem Eindruck der ihm widerfahrenen Behandlung riicht unbedenklich erkrank t und bisheute noch nicht wieder hergestellt. Die Hauptsache sind Kragen an. Ein jmtger L . , . „ Adami sah die Notlage der Dame und befteite fte. Natürlich waren ihre Kleider von oben bis unten beschmutzt, sodaß fte in dem genannten Geschäft sich erst reinigen lassen mußte, ehe sie wertcrgehen konnte. Der peinliche Vorgang ( _ verursachte einen großen Mensch^nauflauf. Daß das arme roic$cr hcrgestellt. Die Hauptsache sind aber die gesellschaft- Mädchen mehr tot als lebendig nach Hause ankam, braucht lich en Nachteile, die ihm aus dem Verzicht auf em Duell ,faum gesagt zu werden. Erst nach geraumer Zeit war es I erwachsen sind. In Hildesheim, wohin er bald nachher versetzt im stände den Eltern über das Vorgefallene Auskunft zu «wurde, hat man ihm sofort zu verstehen gegeben, eine Anme ld- aeben ung zur Tischgesellschaft der Juristen zu unter- B ** Pinpn>üm lieben Scblafvlaü suchte lassen, da er doch nicht ausgenommen wurde. Auch hat Einen eigen tum lch cy TP V Qr^Tiijer hinsichtlich seiner Karriere eine Aenderung muffen eintreten in einer der letzten Nachte em Gast aus, der am Abend ^n. Das Gericht verurteilte Kolle zu e i n e m M o n a t G e- zuvor in einer Wirtschaft auf dem rechten -^.ahnuser fixiTlidrtani^, indem es annahm, daß die Beleidigung absichtlich dem lukullischen Genuß einer vorzüglichen Metzelsuppe in I ro(tr 1 un^ nur den Zweck hatte, den Referendar zum Duell zu mehr als reichlichem Maße hingegeben hatte. Auf dem zwingen. Es sei dies als eine Frivolität sondergleichen anzuiehen, Nachhausewege überfiel ihn eine große Müdigkeit. Flugs I und es sei sehr bedauerlich, daß von den Kommilitonen des Angesteckte er — er befand sich gerade auf der Lahnbrücke — klagten eine solche Ansicht geteilt würde. eine beiden Beine durch das Brückengeländer und schlief Wie«, 13. Dez. Das Oberaertcht entschied heute, daß alt- sojort fest ein. In dieser eigenartigen Situation fanden ihn katholische Ehen trennbar sind. öerurteHte ben früh Arbeiter, denen es aber erfftz nach vielen Bemühungen lP^rrer l'ancar %on Leschach zu einer Geld st rase von gelang, ihn zu ermuntern und aus seiner eigenartigen X-agc 1200 xg neu und zum Verlust der Befähigung zur Erteilung des zu befreien. iReligions-Unterrichts, weil er bet Erteilung desselben die Schul- r. Heuchelheim, 12. Dez. Gestern fand hier unter ztem->rinder grausam mißhandelt.hatte. suh ,m Jahr 1887 81 Prozent der Bevölkerung 1890 75 Prozent, 1893 46 und 1898 38 Prozent. In anderen ^hannFischbach seither in Frankfurt a.M., gegen den Restaurateur =oWw, io. ^e6. ‘4^. VI ----s '7 * Wahlkreisen ist die Beteiligung noch geringer, z. B. im Jahre ^uftao Skalttzki hier, die aus Entschädigung wegen Nichteinha tung Berlin und Eharlottenburg haben ein M i 8 trau en s - Lot um im D-gg-ndo-f 32 Prozent der Wahlberechtigten. Wie gering da? Interesse der Bcoülke. ist, wnter verhandelt werden. Der Klager, Jnierpellaiion ent,chloffen Hal, und diese in einer Weise abjayte, rung an den Wahlen ist, zeigt auch das Beispiel des baye-.^ .. ieborf) nicht geladen werden, weil sein Aufenthalt nicht de- welche imt der polnischen Nationalehre unvereinbar sei. rischen Wahllreises Wafferburg, wo im Jahre 1898 bei ^»nt ist. Die Sache blieb deshalb beruhen. - In der Sache des üBicn, 13. S)ed. ^egen erMie§ emer ^l9°r^rnr5^ einer Stichwahl zwischen CentriUN und Bauernbund dride Erdgrbe^ Stewnnung^ sanden^ im ^physinl . sch en ^n^itu tUämenU Kandidaten bei der Stichwahl weniger stimmen erhielten als g Kreili^ nur' ber Kläger. Diese? erklärte, blockierten d e n H ö r s a a l d e s P r o f es s o rs Exner und bei der ersten Wahl. Das ist der Grund der Machtstellung! bem Beklagten besriödiqt worden zu sein. —Die Ernst Walther! verhinderten ibn, seine Vorlesungen abzul)alten. Aus den Temon. des Merus und der Sozialdemokratie, weil beide Patteien enae Eheleute, Artisten aus Leipzig, klagen gegen den Konzert- stralionen, welche eine volle Stunde wahrten, dursten sich einige im Gegensätze zu der nationalen ihre sämllichen Wähler dazu nnternehmer August Gläßner aen. Emst Adolfi, z. Zt. h'er, aus D u e l l e entwickeln. .Von Montag ab soll der Zutritt zu dem Z M an ben Wablen bctciliaen Dann I RnWnng non Kaa°, und ot-isckoß-n. Nach lnng-r-r Verhandlung I yorianl nur gegen L-g.Nmattonokari- g-s.aUet s-uu lich ein Sozialdemokrat, der sonst nicht in Frage gekommen wäre, das betr. Mandat erhält. Mindestens ein Dutzend Mandate entgehen auf solche Weise den nationalen Parteien^ Geschlossen müßten die Parteien den Einfluß de§ Klerus und der Sozialdemokratie bekämpfen. Bezeichnend ist es auch, wenn die Klerikalen in Wahlkreisen siegen, die überwiegend protestantisch sind, wie z. B. Wahlkreis Forchheim-Kulmbach ö„„,. . mit 56 Proz. Protestanten oder Bielefeld mit gar 70 Pro^.I^^e heute vom Staatsanwalt die mehrere hundert Seiten starke!Verhaftung des Direktors Welke der Orgelbauanstatt Alle Parteien müßten gegen KleruZ und Sozialdemokratie I An klage sch rift gegen den Aufsichtsrat der Treb er gesell- Schlag u. Sohn in Schweidnitz wegen Unterschlagung von zusammenstehen, dann würde der Reichstag wieder national\\d)awte sich 116 000 Mk. werden. Die von nicht gewöhnlicher Sachkenntnis zeugenden R^ch ts^nwal t ^rueß zu verantworten wegen Betruges Leipzig, 14. Tez. Das Urteil im Wollkammereiprozeß Ausführungen des Redners wurden von den leider nicht sehr s^e u n t e r s ch l a g u n g in acht Fällen. Die veruntreute Summe tautet wegen Vergehens gegen § 249 des Handelsgesetzbuches zahlreich erschienenen Zuhörern mit lebhaftem Beifall auf- belief sich auf 4452 Mk. Der Staatsanwalt beantragte 16 Monate f 'LLmmnti Gefängnis, 600 Mk. Geldstrafe und 5 Jahre Ehrverlust. Das Ge- genommen. . ir. richt verurteilte den Angeklagten wegen Untreue .in idealer Kon- Das neue Adreßbuch der Stadt Gießen ist soeben er-! £umn^ Unterschlagung, begangen in vier Fällen, zu insgesamt fchienen. 8 Monaten Gefängnis; 4 Monate strenger Einzelhaft kommen iu ** Konzert. Für die morgen (Sonntag) in der Süd- Abrechnung. Das Urteil hob als strafmildernd hervor, daß der anlag° ftattfinbenbe Prom°nad-nmufik Programm vorgesehen: 1. Ouvertüre z. Op. Die Felsenmuhle von ! escheut, bedürftige Verwandte um 1800 Mk. zu schädigen. Reissiger, 2. Paraphrase über „Home su cet home von Voigt. I Güttingen, 12. Dezember. Der frühere Korpsstudent bei der 3. ,Judra-Walzer" von Lincke. 4. Finale cu „Aida" „Hereiniä'-Göttingeu und jetzige Bergbaubefliffene Leonhard Kolle im« 91Prhi aus ElauSthal (im Harz) hatte sich wegen Mißhandlung und von ^eroi , Beleidigung des Referendars Otto Pallandtaus Zellerfeld Betriebsvergroßernng. ^tus Kreisen der hiesigen In-! ^antworten. Der Anklage liegt folgender Sachverhalt zu dusttie hören wir, daß die seither schon weitaus bedeutendste I Kolle kam eines Sonntags zum Frühschoppen, wo seine Ziaarrenfabrik nicht nur in unserem engeren Bezirk,!Kommilitonen allerlei anzügliche Redensarten sallen ließen, aus sondern m ganz Hessen von C Kl>ngspor6«enbeJbe?e« er 9 Fabnken — außer einer Gießerei m Offenbach, bte gerne 19 »iinrnnht in '^cUerfelb »u anderen erzählt habe, er (Kolle) sei erklärte in einer öffentlichen Versammlung, die Monier eien ebenso entschlossen und bereit, dem Mutterlande zu helfen, wie zu der Zeit, als das erste Kontingent abgcsandt vurde. London, 14. Dez. Tas Kriegsamt veröffentlicht eine avm 13. Juli datierte Proklamation Kruitzingers, die man am 8. November an der Thür einer Farm im Berg revier-Distrikt geheftet fand. Kruitzinger erklärt darin, da die Annektierung bestimmter Tistrikte der Kapkolonie vom |u)bcm6cr 1899 noch in Kraft sei, sei kein Bewohner aller dieser Distrikte berechtigt, Lebensmittel und Pferde in die Stabte und englischen Älger zu liefern oder den Engländern über die Bewegungen der Burentruppen Nachricht zu geben, ' tote es von den englischen Behörden verlangt worden sei. Tie Proklamation bedroht.jeden, der die Proklamation nicht beachtet, mit Einziehung seines Eigentums oder je nach der Entscheidung der Offiziere Kruitzingers mit der äußersten Strenge des Gesetzes. Jeder Kaffer, der üb-erführt wird, dntz er den Engländern Nachrichten liefert, wird erschossen. London, 14. Dez. ,,Zentral-News" berichtet, Botha habe sich mit 700 Mann in südwestlicher Richtung von Amsterdam begeben. — „Daily Mail" meldet aus Brüssel: Ein reger Briefwechsel findet zwischen Krüger und Sch a l k B u r g e r statt über die Frage, ob es für die Duren vorteilhafter wäre, die Waffen zu strecken unter der Gewährung einer Autonomie seitens Englands. Die Antwort Schalk Burgers wird gegen Ende des Monats erwartet. London, 14. Tcz- Tie englischen Zigaretten- Fabriken werden sich mit einem Kapital von 15 Millionen Pfund Sterling zu einer A r t i e n - G e s e l l s ch a f t f u s i o - nieren, um der amerikanischen Sion Hirt en & auf dem englischen Markte entgegentreten zu können. Paris, 14. Dez. Tem „Matin" zufolge hat der Kriegs- minifter infolge verschiedener bei den letzten Manövern vorgekommener Zwischenfälle, die einen schlechten Eindruck hervorgerufen haben, sich entschlossen, eine Anzahl Generale und Offiziere ihrer Kommandos zu entheben oder zu pensionieren. Graz, 14. Dez. Das Pulverwerk Antritz ist mit 224 Kilogramm Pulver in die Luft geflogen. Es soll sich um einen Racheakt von Arbeitern handeln, die mit dem Werkführer in Streit geraten waren. Glücklicherweise; wurde niemand verletzt. Telephonischer Kursbericht. t1'rankt art a. H», 14. Dezember. 3’/J>/o Reichsftnlöihe . . 100.80 30/, do. ... 90.30 3’ ,0 Konsole .... 100.70 30,0 ' do......90.20 3; 2% Heesen .... 98.45 ■o/j haben Rente . . . 100.25 4 /q 0riech Monopo l-Anl 42.50 50/ L-’ortogiesen .... 26.70 3u/q Mexikaner .... 25.50 4*/i L Chinesen .... 86.80 Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresd n-r Bank . . Ber iner Handelsgea. Oesterr Staatsbahn . Gotthar i bahn . . . Lauranütte . . . . Bochum . . . . . Harpeoer . . . . Tendenz: schwach. . . 205.80 . . 179.70 . . 126.00 . . 128.80 . . 139.2» . . 14100 . . 164.40 . . 1831.0 . . 171.75 . . 160.70 Versteigerung. Ticustag den 17. 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