Mr. 138 Zweites Blatt Samstag 15. Juni 1901 151. Jahrgang 2.-1» bade nicht nach durchschwärmter Nacht oder nach über Bewegung, das Bad i jedesml eian Vergnügen und wirkt wohlthuend süld anzulegen, Der Vorstao-. Za dm SMehtae, t^rtthon unb vBwAml: tzchuißrah« T. Ldrefle für Lepesch««, Anzeiger Siehen. FernsprechanichUch Nr. M. Kameraden, welche stch an bti ^sest der KÜM.Pnck» u fett htdlip, werden eis^ Zuck, vormittags w/tUH ttleüer stch einfinden zu welle ig 12,05 Uhr vermittelst Cm rnäßiaeu körperlichen Anstrengungen, ohne vorher einige Stunden geruht zu Haden, 1. Nach reichlichem (benutz, von Speisen und besonders geistigen Getränken ist dcvS Baden unbedingt zu unterlassen. 5. Den Weg zur Badeanstalt lege man in ruhigem Tempo zurück. <>. Bei der Ankunft im Bade erkundige man sich vor allem nach der Tiefe und Strömung des Wassers. 7. Mau entkleide sich dann langsam und gehe dann sofort ins Wasser. 8. Man thut gilt , sofort einmal untcrzutauchen. 9. Zu langes Verweilen im Wasser ist nicht gut, besonders wenn man nicht sehr kräftig ist. 10. Nach dem Bade trockne man sich vollständig ab, reibe den Körper zur Beförderung des Blutumlaufs, kleide sich rasch an und mache sich mäßige — Wird nack) diesen Vorschriften gebadet, ist hin Wife 8 16. Attui er.: j Wr# * 52 ffliu. Der Vorstand. 85? Die RkntabilitSt der gei^nlagtn im glfinbrtrirb. (Ori-inalartikel des „Gießener Anzeigers".) stündlich gehört zu diesem Verfahren auch eine größere Anzahl gut vorbereiteter Teiche. Redner erläuterte hieraus auch einige Vorbegriffe, verwies auf die Fische mit „Mundzähnen" (Raubfische) und auf die Fische mit sog. „Schlundzähnen", welche in guten Präparaten vorgezeigt wurden und erwähnte, daß der Speichelzusatz zu dem Futter nicht ini Munde, sondern durch die Bauchspeicheldrüse erfolge, und oaß die Verdauungsfähigkeit der Fische, ähnlich wie bei den Schlangen, eine sehr große sei. So greife der Hecht Fische an, welche fast so groß als er selbst sei, und verdaue dieselben stückweise, indem seine Hechelzähne den Raub je nach Bedürfnis immer weiter in den Schlund verschöben. Ter Hecht bedürfe, um ein Pfund Fischfleisch .anzusetzen, etwa 40 Pfund Fisch- oder Froschfleisch als Nahrung. Tas Erhaltungs- und Zuwachsfutter, wie es bei den Warmblütern unterschieden werde, sei in ähnlicher Weise bei den Fischen vorhanden. Nur bedürfe der Fisch eine sehr geringe Quantität Erhaltungsfutter, verliere aber bei zu geringer Nahrung die Fähigkeit zu wachsen, er fei dann „verbuttet^. Ten erforderlichen S a u e r st o f f erhalte der Fisch durch die dem Wasser beigemengte atmosphärische Luft. Wo er fehle, wie z. B. im destillierten oder stark verunreinigten Wasser könne kein Fisch leben. Entzogen werde er dem Wasser und dem Fische durch faulende oder unlösliche aber fein zerteilte Stoffe, welche sich auf die Kiemen legten. Blau gefärbte Algen (Zeichnungen derselben waren vorgelegt) seien immer ein Anzeichen faulenden Schlammes. Merkwürdig sei es, daß Fische, welche Mangel an Sauerstoff hätten, sich vollständig entfärbten. Tie Fische erhielten nämlich ihre Färbung durch die sog. Chromatophoren, welche entweder in besonderen Farbzellen oder frei im Bindegewebe der Lederhaut lägen, und diese Farbzellen verblaßten beim Fehlen des Sauerstoffes. So seien bei der Fischereiausstellung in Gießen 1895 eine große Menge von Forellen, welck>e zu zahlreich in ein Bassin eingezwängt worden seien, abgestorben, nur etwa 5—6, welche nach Wegnahme der abgestorbenen Fische noch am Leben geblieben, aber doch schon teilweise entfärbt gewesen seien, hätten im Verlaufe einer halben Stunde ihre Farbe und ihre frühere Lebendigkeit wieder bekommen. Ferner sei auf gen Untergrund großes Gewicht zu legen. Nicht der schlechteste Boden sei gut genug für die Fische, wie man gewöhnlich annehme, sondern guter Acker- auf Körper und Geist. ** „T i e Z e i t u n g m u ß d o ch v o l l w e r d e n !" Diese Redensart kann man täglich Dutzende Male hören. Gefällt irgendwem der oder jener Artikel nicht, so schilt er in allen Tonarten,' und gleich schallt's ihm von anderer Seite besänftigend entgegen: „Na, die Zeitung muß doch voll werden." Wenn doch diese guten Leute eine Ahnung hätten, wie es in einer Zeitungsredaktion zugeht, was für Plagen und Scherereien die „Zeituugsmenschen" haben. Oft klebt an wenigen, aber inhaltsschweren Zeilen eine Arbeit, die Stunden erfordert hat. Tag für Tag laufen ganze Berge von Schriftstücken ein, die sich auf hunderterlei verschiedene Tinge beziehen. Wollte man alles das mit Truckerschwärze übertünchen, so tonnte die Zeitung täglich, in einem stattlichen Bande erscheinen. Selbst von deu mit großer Mühe ausgesonderten wichtigeren Sachen kann in der Regel schließlich nur das Allerwichtigste benutzt und gedruckt werden. Also gerade umgekehrt wird ein Schuh daraus! Nicht um das Vollwerdcn ist jeder Redakteur besorgt, sondern darum, wie er deu massenlwften Stofs in dem zur Verfügung stehenden Raume unterbringt. Wenn große Prozesse verhandelt werden, die ganze Seiten verschlingen, oder wenn die Parlamente tagen, dann müssen zahlreiche brauchbare Manuskripte, die sonst unbedingt benutzt worden wären, zurückbleiben oder in den Papiere korb wandern. Selbst in der sogenannten „Sauren- Gurken-Zeit", also jetzt, ist keine bessere Zeitung um Stoff verlegen. T. Rudingshain, 12. Juni. Bei der dritten Bürger m ei st erwähl wurde der Landwirt Karl Ludw. Teubel abermals mit 71 gegen 59 Stimmen znm Bürgermeister gewählt. Man behauptet hier, die Gegenpartei habe sich dadurch Stimmenmehrheit zu verschaffen versucht, daß einige zwei Stimmzettel auf einmal in die Wahlurne: warfen. Tas Verfahren scheiterte jedoch an dem pflicht- getreuen Protokollführer Müller ans Schotten. B. Udenhausen (Kreis Alsfeld«, 12. Juni. Heute nachmittag wurde oer hiesige im 54. Lebensjahre stehende. Ans Stadt und Kand. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist «Ur unter genauer Quellenangabe: »Gieß. Anz." gestattet.) ** Eine Feldpaketp -st nach China geht von Hamburg am 26. Juni ab. Sie trifft am 10. August in Shanghai ein. Diese Feldpost befördert Pakete sowie Geldbriefe bis zu 1500 Mark. ** T i e zehn Bade regeln sollen zu dieser Zeit wieder in Erinnerung gebracht werden. Sie lauten: 1. Man bade nicht bei heftigen Gemütsbewegungen. 2. Sowohl bei plötzlich eintretendem Uebelbefinden, sowie auch bei dauerndem Unwohlsein meide man das kalte Bad. 3. Man bvden sei auch guter Teichboden, und bringe ebenso die: beste Rente. Der Teichboden sei aber bei unserem Kleinbetriebe fedes Jahr nach der Abfischung trockenzulegen^ mit etwa 35 Zentner Stückkalk (kein Gyps) zu kalken und ausfrieren zu lassen. Eine Düngung mit Jauche, Schaf oder Schweinemist und Phosphor (Thomasmehl) sei gleichfalls erforderlich. £ay Kalken vertilge nicht blos die Fischfeinde und neutralisiere die Humussäure, sondern gehöre auch zur Bildung der Knochen (Gräten). Ein Ausfrieren des BodenS sei ebenso erforderlich wie bei der Landwirtschaft und befördere namentlich die reichlichere Bildung der zur Nahrung der Fische gehörenden Kleintiere. Es wurde nun unter Vorzeigung von guten Zeichnungen der Bau d e r Teiche erklärt und namentlich betont, daß der Boden genau geebnet, mit Abzugsgräben versehen unb vollständig troffen gelegt werden müsse. Tas sog. Wildgerinne müsse aus festen Dämmen bestehen und so be- schaffen^ sein, daß es jedes Wildwasser aufnehmen und vom Teiche abhalten könne. Man unterscheide Karpfen- und Forel len- wasser. Das erstere müsse warm sein, die Temperatur fön ne bis zu 24 Grad steigen. Es müsse ruhig gehalten werden, damit die Millionen von Wasserflöhen, Hüpferlingen, Krebstierchen, Einaugen u. s. w., welche die hauptsächlichste Nahrung bildeten, nicht abgeschwemmt würden. Es dürfe nur so viel Wasser zufließen als gerade verdunste. Im Karpfenteiche könnten nicht blos Karpfen, sondern auch Regenbogenforellen wnb Schleien, deren Zucht als gewinnbringend sehr empfohlen wurde, gezogen werden. Ter Forellenteich müsse dagegen kalt sein, Dürfe sich nie über 18 Grad R. erwärmen, müsse an einigen wenigen. Stellen, ebenso wie der Karpfenteich, beschattet sein. Ueberall sei indessen die grobe Teichflora, wie Schilf, Binsen ,und Schachtelhalme abzufalten. Tagegenwürden sich empfehlen Pflanzen mit Schwimmblättern ober Wasserlinsen. In Forellenteichen seien die grünen Fadenalgen nicht sok zu empfehlen, wie in Karpfenteichen, weil sich die jungen Fische oft darin verfängen und zu. Grunde gingen. Als besondere Teiche wurden aufgeführt: 1. Ter Torfteich, welcher 75—100 Mk. Reinertrag' pro Morgen brächte, wenn Tungstoffe in ihn geleitet werden könnten. Er brächte oft 200—400 Kilogramm Fischfleisch pro Hektar. 4» ' •31,1 Itoei Mk S ---- WerkM 26' W 28. ttheater. »tplup.: Ä Fledermaus" Geisha. HM» Challier 8 Ml 1 Parkett 2 MM. Parketi (an der Abendkasse erhöhte Preise e Vorstellungen nimmt jeder Zeh ’gten Preise abgegeben. ’ sönlichen Ansicht Raum geben dürfen, so ist uns die Vorschrift, alle aus dem Lateinischen stammenden Zeitwörter mit -ieren statt mit -iren zu schreiben, schwer annehmbar gewesen. Wenn wir in einem juristischen Werke lesen: „einen Wechsel creieren", so stutzen wir. Jm Jahre 1879 war eine bayerische Rechtschreibung, die von der preußischen abwich, und im Jahre 1889 wurde eine sächsische Rechtschreibung geschaffen, die von der preußisckMn und bayerischen abwich. Taß in Bayern und Sachsen etwas falsch fein sollte, was in Preußen richtig war, verletzte unser nationales Gefühl. Tie andere Schwierigkeit erhob sich in Preußen. Fürst Bismarck weigerte sich, in der Kanzlei die Rechtschreibung anzunehmen, die für die Schule geschaffen war. So giebt es seitdem in Preußen eine doppelt? Rechtschreibung, eine der Schule und eine der Kanzlei; und derjenige, der in den preußischen Staatsdienst eintritt, muß sich bemühen, die Rechtschreibung, die er in der Schule gelernt hat, wieder zu verlernen. Auch der entschiedenste Verehrer aller Thaten des Fürsten Bismarck sollte mit dem Eingeständnis nicht zurückhalten, daß er sich hier einer Wunderlichkeit schuldig gemacht hat,. Entweder hätte er die Versuche des Ministers v. Puttkamer, eine amtliche Rechtschreibung zu schaffen, in ihrer Entstehung hemmen, ober, nachdem die Sacksen so weit gekommen waren, sich fügen und seine Erlasse in derjenigen Form unterzeichnen sollen, in der sie ihm von seiner Kanzlei vorgelegt wurden. Tas Opfer, das er dabei zu bringen hatte, wäre ein verschwindend geringes gewesen. Nachdem die Sachen in diese Lage gekommen, erscheint es nun allerdings dringend wünschenswert, die Grenzlinie, die zwischen einzelnen Staaten, zwischen der Schule und der Kanzlei avfgerichtet chorden ist, wieder zu beseitigen. Und in diesem Sinne ist zu hoffen, daß die Bemühungen, eine einheitliche Rechtschreibung für Deutschland herzustellen, von Erfolg begleitet sein werden. Daran ist freilich nicht zu denken, daß die deutsche Rechtschreibung für ewige Zeiten festgelegt werden kann. Bezugspreis ourtdjHK. Mk. 2.20, nwnatl. 75 Piß. mitBru gcrlohn; durch In Adholrstkllrn öiertclj&NK. Mk. 1.90, monatl. 65 Bei Postbezug virrlelj-hUß. Mk. 2.00 ohne BestrllgTW. Lllr klnzrlaen-vermlnlunH». vrllrn bei 5'" unb ®u8ltinw nehmen Anzeigen für bc* •iefecner Anzeiger tntg«MM. SetltnprtiO. loten u «ulieätH 20 Slfg- br“3nabiefe Gebe hinein hätte der fürstlich Schwarzen- „ergsche Domänenbirektor S u st a zu Wittingen in Böhmen neues Leben gebracht, indem ei durch eingehende Versuche iimchgewiesen habe, daß der Karpfen ein Fleijch- jr esset sei, welcher sich von Wauerflohen, Hüpferlingen cheinkrebsen re. ernähre, und daß die Vermehrung diejev 7i ere mit allen Mitteln erstrebt werden müsse. Der Steiermärkische Landwirt -t u b 11 ch griff oieie htween auf und setzte die Fischbrut schon nach 2-3 Wockjen Ü frische Teiche ein, wo dieselbe sofort wieder frilche Klein- Ive-ien fand und außerordentlich gedieh. Mit diesen 7-ubisck ^Verfahren" fei ein kaum glaublicher Stiickzuwachs |Li b eine überaus große Rente erzielt worden, ^lbjtver- Eiuheitliche Rechtschreibung. Erst seit Deutschland ein einiges Reich geworden ist, yat sich cher Partikularismus der Rechtschreibung bemächtigt. Seit etwa zwanzig Jahren giebt es eine preußische, eine bayerische, eine sächsische Rechtschreibung. Verschiedenheiten und Zweifelsfragen in der Rechtschreibung hat es von jeher gegeben, aber sie beruhten auf Verschiedenheiten der privaten Meinungen, nicht auf einem Gebote der Staats qewalten. Erst seit man die Rechtschreibung verstaatlicht bart, treten die Verschiedenheiten einander schroff gegenüber. Gerade wie feit der Verstaatlichung der Eifenbahneii die Gegensätze in den Verwaltungsgrundsätzen einen viel schrofferen Charakter angenommen haben als früher. Es wäre vielleicht besser geivesen, wenn die Staatsgewalt sich niemals in die Frage der Rechtschreibung gemischt hätte; jetzt aber, wo gewaltsam verschiedene Recht i-chreibilngsgebieke gefdjaffen worden, ist es notwendig, diese künstlich geschaffenen Binnengrenzen wieder zu beseitigen )>nd aus der deutschen Rechtschreibung diejenigen 93er- jchiedenheiten wteeder zu entfernen, die ihr durch staatliche Anordnungen künstlich aufgezwungen worden sind. Es giebt ein altes Sprichwort: „Caesar non supra grammatieos." Ter Staat kann der Sprache keine Gesetze auszwingen. Tie Sprache ist in steter lebendiger Entwickelung begriffen, die jedem willkürlichen Eingriff entzogen ist. An dieser Entwickelung nimmt auch die Rechtschreibung keil. Wenn man die ältesten Schriften Goethes in den Driginaldrucken mit der Gesamtausgabe letzter Hand ver- Lleicht,, so staunt man über den Umschwung der Recht- fichreibung, der in diesen sechzig Jahren eihgetreten ist. Aber auch seitdem hat die Entwickelung nicht gerastet. Immer mehr überflüssige Buchstaben wurden aus den Wörtern herausgeworfen. Tie Sprachjübung würde zu einem erwünschten Ergebnis gekommen sein, wenn auch niemals < in Kultusminister sich in die Sache eingemischt hätte. Tem einzelnen Schriftsteller, der einzelnen Zeitung kann man feine bindenden Vorschriften über die Rechtschreibung machen. Walten Verschiedenheiten in Einzelheiten ob, so ist das fein besonderes Unglück. Auch abgesehen von der Rechtschreibung tjiebt es in der deutschen Sprache Zweifel, die niemand endgiltig lösen kann. Man holt sich Rat bei Sanders oder bei Wuslniann oder bei dem eigenen SpraclMfühl. Mit der Zeit setzt sich diejenige Form durch, die dem allgemeinen Sprachgefühl am besten entspricht. Aber während ein Zweifel gelöst wird, entstehen neue Zweifel. 9iun hat man in Preußen im Jahre 1880 diejenige Schulrechtschreibung geschaffen, die man die Puttkamersche nennt. Herr v. Puttkamer hat freilich schwerlich mehr gethakk^ als seinen Namen unter die Erlasse gesetzt; in die wissenschaftlichen Fragen hat er sich wohl kaum gemischt. Die Hauptarbeit hat der Akademiker Bonitz gethan. Allen hat er es nicht recht machen können, und wenn wir einer per- E, '"LM. SiK* lieber dieses Thema hielt der als Autorität in Fischerei- angelegenheiten bekannte Schulrat Do sch zu Worms am 20. Mai in der Generalversammlung des landwirtschaftlichen Bezirksvereins Gießen einen mit allseitigem Beifall aufgenommenen Vortrag, welchem wir nachfolgende Hauptpunkte entnehmen: Redner wies darauf hin, daß nur eine rationelle Bewirtschaftung der Teiche zu einem günstigen Er-, gebniffe führen könne. Die Teichwirtschaft sei fein Kind der Neuzeit und unsere Kunde davon reiche bis in die ältesten Zeiten zurück. Römer, Grieck>en, Assyrer, Perser re. batten mit Vorliebe Fischzucht getrieben und unter ben bekannten luxuriösen Mahlzeiten des Lucullus hätten die ' Fasche, welche oft mit den teuersten Preisen bezahlt worden jeien, eine große Rolle gespielt. . Jm Mittelalter wären die Mönchsteiche in größter kZollendung gebaut worden und hätten namentlich auch Zn Volksnahrungsmittel geboten, welches in den Fastenzeiten einen ausreichenden Bedarf geliefert hätte. Jm 30 jährigen Kriege und durch die Raubkriege Lud- luias XIV., sowie durch die Feldzüge Napoleons I. seien ? A-füffe und Teiche ihres Inhaltes beraubt worden, man habe iie Kunst der TeichwirtsckM verlernt und die probeweis nach keinen bestimmten Grundsätzen angestellten Ver- MetzeimAnzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen spiel es , ^ + 15.70 0. • + 7.4« c, "glich ■* M Montag». »e Mchin r f «Mittel* MMl< WerbtH dem Sn» „Blätter WGchoatttch beigelegt. Iurib nafli reinen oqurnnucn wum-iupv» juche hätten zu einem kläglichen, gewinnlojen Resultate gefügt so daß man die Teiche abgetanen hatte, obgleich ine auf dem neuen Areale gezogenen Crescentien da- saure 4ras und die auf dem mit Rastgallen .durchletzten Acker geoflanzteu Gewächse meistens auch geringen Ertrag ge- Schlossermker, welcher ein Hostbor liefern unb H> gegen bei beibeyests solidenMo> ein prim Fahrrad nehmen » wolle seine Adusie un er X W in der EM d. Bl abo?6fn_ Vermischter * Berlin, tvelen-Diebe den ausgesuchtesten Tabaken gemacht. Der Arbeiter, der diese Zigarren für den König Eduard herstellt, erhält als Arbeitslohn für jede Zigarre 25 Cts. (1 Mark). Die Zigarren kosten in der Havanna 1 Dollar (4 Mark) das Stück. Einige solcher Zigarren werden übrigens als Andenken an den Aufenthalt in der Havanna an Reisende verkauft, und auf diesem Wege kann auch ein nicht königlicher Raucher in den Besitz einer solchen königlichen Zigarre kommen. er nennt sich Ende — solange als nivglich zu verheimlichen. Ter Verbrecher ist ein ziemlich großer, schlanker, dünner Mensch mit schwarzem Haar und stechenden schwarzen Augen. Tas Geschäft des Wolff, der die Versteigerung von Tiebesbeute im großen betrieben zu haben scheint, wurde von der Kriminalpolizei geschlossen. Ein großer Teil der gestohlenen Sachen wurde in dem Laden noch gefunden, etwa im Werte von 20000 Mk. Die Gemeinde - Krankenversicherung ist in Oberhessen wett starker vertreten als in Starkenburg und auch in Rheinhessen. Die Zahl der Erkrankungsfälle, mit Ausschluß der, die nur zur ärztlichen Behandlung oder Verordnung von Arznei, aber nicht zur Zahlung von Krankengeld oder zur Aufnahme in ein Krankenhaus Anlaß gaben, sowie mit Ausschluß der der Angehörigen der Kassenmilglieder, betrug im Jahre !898 7 2,840. Die Zahl der KrankhettStage 1 270 339. Auf je 100 Mitglieder kamen also durchschnittlich 34 Erkrankungsfälle und 593 Krankheitstage. Unsere Provinz Oberhessen ist nach der Statistik die, die den niedrigsten Prozentsatz von Erkrankungsfällen aufweist, mithin auch wohl StA Ski« . cn . _ * r ■........ . < •? < > -s. < « - _ 7 hatten, packren sie mit festem Griff zu. Wolff und der unbekannte feine Mann wurden am Kragen genommen und nach der Wpche gebracht. Bei dem Unbekannten ging das nicht so glatt ab. Während andere Beamte sich noch mit Wolff und den übrigen Leuten beschäftigten, legte einer dem feinen Herrn eine Fessel an und setzte sich mit ihm in eine Droschke. Es gelang dem Verbrecher, mit der freien Hand einen scharf geschliffenen Dolch unbemerkt aus der Die Krankenversicherung im Grotzherzogtum Hesse» im Jahre 1898. P. Gießen, 14. Juni 1901. Im Jahre 1898, über das jetzt erst von der Großh. Hess. Zentralstelle für Landesstatistik berichtet wird, betrug die Gesamtzahl der Kaffen, die den reichsgesetzlichen Vorschriften über die Krankenversicherung ent sprechen, im Großherzogtum 1003. Es kommen mithin im Jahre 1898 auf 100 000 Einwohner durchschnittlich 93,3 Kaffen. Von der Gesamt zahl gehören die meisten Kassen, 393, der Provinz Starkenburg, 389 der Provinz Oberhessen und 221 der Provinz Rheinhessen an. Die Zahl der Mitglieder war im Durchschnitt 214 282. Auf eine Kaffe kommen 213,8 Mitglieder. Unter den Mitgliedern gehörten 156 893 dem männlichen und 57 369 dem weiblichen Geschlecht an. Nach Kaffenarten unterschieden, überwiegt bei weitem die Gemeinde- Krankenversicherung. Zu ihr zählen von 1003 Kassen im Großherzogtum 699, also fast 70% aller Kaffen. Darauf folgen die eingeschriebenen Hilfskaffen (108), sodann 90 Betriebs- (Fabriks) Krankenkassen, 86 Orts« krankenkassen. • Durchschnittlich dauerte ein Krankheitsfall 17,4 KrankheitStage. Von den 1003 Krankenkassen haben 650 mit einem Einnahme- Ueberschuß, 353 mit einer Mehrausgabe abgeschlossen. Die gesamte Einnahme aller Krankenkassen betrug 39 662 44 Mk. ! Auf em Mitglied kamen durchschnittlich an Beiträgen, Zusatzbeiträgen und Eintrtttegeldern 15,25 Mk im Jahr. Die gesamte Ausgabe betrug 3 688 462 Mk. Davon kamen auf Krankheitskosten 2 824 393 Mk. Auf ein Mitglied kamen durchschnütlich 13,18 Mk. Krankheitskosten. Die Aufwendung für jeden Erkcankungsfall belief sich im Durchschnitt auf 39,75 Mk, auf einen Krankheitstag entfielen 2,22 Mk. Ber- waltungskosten kamen auf ein Mitglied im Durchschnitt 0,78 Mk. Der Vermögensstand der Kassen war folgendere Aktiv« 3 394 147 Mk. Passiva 233 668 Mk.; mithin ein Reinvermögen von 3 160479 Mk. So kann man das Vermögen eines Mitgliedes der Krankenkassen auf 14,75 Mk. feststellen. von 100—50 Kilogramm, von 50—25 Kilogramm und von 25—12 Kilogramm pro Hektar Teichfläche. Während der Stückzuwachs als eine bestimmte Größe erscheine, sei der Gesamtzuwachs „anzunehmen" und zwar je nach der Güte der Teiche. Die Formel sei b — |- d. h. man finde die Anzahl der einzusetzenden Fische, wenn man den (angenommenen) Gesamtzuwachs durch den bekannten Stückzuwachs dividiere, wie dieses die nachfolgenden Berechnungen näher zeigen würden. Man dürfe bei guten Teichen auf eine Rente von 75—100 Mk. pro Morgen rechu,dd°sbad„ Kapelle C“ ei lfe 6 i “ WÄ ty«* Ä Kolk« gksU uldit 'Ws-' brW” Ausgabe Stinte ur Stiebe w Zellen scb Men, Pn Ä-sienver hältuogs- JaSbe! ltch« W' sls nolötiw' f jlfion wolle bti W™ 3ugniW[l 'voroerunfl v- .'lgttidr Rsso oerdertliche auiübt, abei gedruckten r Freunde die iittttatur ' litterarische sich )u bete' roilchüge hiemit Teilnehmer g' durch Gebet i efien im Hotel em gemeinsim Inneren Nils iÖJBint 37. Jahresversammlung der südweftdentsche« Konferenz für Innere Mission. (Eigener Bericht). in. -k. Friedberg, 13. Juni 1961. Gestern «bend vereinigten sich sämtliche Teilnehmer unter Beteiligung der städtischen Bevölkerung tm großen Saalbau, der fast ganz besetzt war. Der Vorsitzende deS hessischen Ausschusses, Pfarrer Wiedmann-Darmstadt, begrüßte dte Anwesenden in herzltchac Ansprache, Direktorv.Weiss enbach,Friedberg hält einm länger« Vortrag über dte B e b e u t u n g d e r I n n e r e n M t s s t o n. Der Sekretär des Zentralausschuffes, Pfarrer Fritsch- Berlin, zeichnet in anschaulicher Weise einige ergreifende Bilder der SeemaunS- m iss ton, deren kräfttgste Unterstützung er allen Zuhörern ans Herz legt. I Die heutige Tagung wurde einaeleitet durch eine von Pfarrer W i s s t g - Bad-Nauheim über Jakob. 5, 16 gehaltene Morgenandacht, die um Vi9 Uhr ihren Anfang nahm. Als Ergebnis der gestrigen Verhandlungen werd« zunächst folgende Resolutionen einstimmig angenommen: 1. die von Profeffar Krieg- Kaiserslautern lautet: »Die 37. Jahresversammlung der südwestdeutschen Konferay hält es für dringend notwendig, daß die schulentlaffme Jugend nicht sich selbst und verderblicher Beeinflussung überlaffen, sondern durch möglichste Stärkung der Autorität von Famllie, Schule, Kirche und Staat erziehlich beeinflußt werde. Durchdrungen von der Ueber- zeugung, baß ohne Gottesfurcht und Gebet keine wahre Erziehung möglich ist, erbittet sie von der Familie, Schule, Kirche und Staat kräftigere und nachhaltigere Bemühungen und erkennt zugleich dte Notwendigkeit gesetzlicher oder freier Ordnungen, welche dte Heranwachsende Jugend etnschränken und schützen. Sie beauftragt di« Konferenzausschüffe, nach Kräften dte erkannten Schäden aufzudeeken und Mittel und Wege aufzuwetsen, um dte Erziehung unseres nach- wachsenben Geschlechts in christlichem Sinne zu beeinflussen." 2- Die von Pfarrer F r i t s ch. Ruppertsburg: „Die am 14. und 15. Juni zu Friedberg tagmbe JahreS- oersammlung der südwestdevtschm Konferenz für Innere Mission nimmt mit Bebauern davon Kenntnis, daß, wie dte Press« meldet, der 8 228 der hessischen Polizetverordnung, welcher den Ausschank während der GotteSdtenstzett verbietet, nicht mehr gehandhabt werden soll. Sie spricht den Wunsch auS, baß dieser 8 238, wenn auch aus dem Wege der Gesetzgebung zeitgemäß umgestaltet, seinem Haupt« Inhalt nach in Geltung bleibe und insbesondere zum Schutze der Heranwachsenden Jugend gehandhabt werde." i. c^er da« Thema deS Tages: „Unsere Pflicht gegenüber den Lesebebürfnissen des Volkes" referierte Pfarrer Dr. W«tt- brecht-Wimpfen. Seine Thesen sind folgende: 1. In allen Schichten be8 deutschen Volk«S ist LesebedürfniS vorhanden; aber die Stärke des Bedürfnisses und die Art seiner * Gumbinnen, 13. Juni. Biele Glückwunsch- karten find an die Unteroffiziere Marten und Hickel aus Anlaß ihrer Freisprechung von der Anklage des Mordes gerichtet worden. Tie Karten werden jedoch (da das Urteil noch nicht rechtskräftig geworden ist) den beiden nicht ausgehändigt, sondern zu den 'Gerichtsakten genorn- inen. Lediglich der Inhalt wird, soweit,er dazu geeignet erscheint, den aus der Untersuchungshaft immer noch nicht Entlafsenen bekanntgegeben. * Tie Zigarren des Kaisers werden in der Havanna besonders hergestellt. Der Kaiser raucht Zigarren, die ein Format von 17 Etm. Länge haben. Dieselben kosten in der Havanna das Stück 28 Cents (1.15 Mark). In der- elben Fabrik werden auch die Zigarren für den König von England hergeftellt. Dieser raucht gern große und starke Zigarren. Tie für ihn angefertigten Zigarren I ind 22 Etm. lang, haben an der dicksten Stelle einen Turchmesser von fünfeinhalb Zentimeter und werden aus Karpfen im Gewichte von 107 Kilogramm, also einen Zu, Aachs von 107—24 Kilogramm von 83 Kilogramm für zwei Morgen Teichfläche. Berechnung III. Einjährige Karpfen. Sie kosten 70—80 Pfg. pro Pfund und wiegen 65—70 Gramm pro Stück. Es wurden 300 Stück zu je 10 Pfg. in 1 Hektar Teichsläcl>e eingesetzt, sodaß die Einsatzkosten sich aus 30 Mk. stellten. Das Abfischungsgewicht ergab nach 9 Monaten: 280 Karpfen von einhalb bis dreiviertel Pfund Gewichi im Werte von rund 100 Mk. als gute ziveijährige Besatzkarpfen. Nachdem Redner nach über das Absatzgebiet und die Verwertung der Fischs gesprock>en hatte, faßte derselbe den Gesammtinhalt seines Vortrages in den folgenden zehn Geboten zusammen: Zehn Gebote. 1. Für Torf- und Himmelsteiche soll der Einfluß von Dungstoffen ermöglicht werden. — Doch hüte Dick, sie zur Pfuhlkaute zu machen. 2. Ten Ablaßteich lasse jeden Winter trocken stehen, kalke und dünge ihn und lasse ihn ausfrieren. 3. Tas Wasser für K a r p s e n sei st i l l st e h e n d und warm; für Forellen und Sälmoniden überhaupt mit ständigem Zu- und Ahfluß. 4. Hüte Dich vor zu starker Besetzung des Teiches und vor dem Turcheinander der Altersklassen. Sorge für schnellwüchsige Rassen und nehme nichS die zufällig im Teiche entstehenden Kümmerlinge zu Lkbwachs fischen. 5. Sorge für natürliche Nahrung und Helse nur mit künstlicher Nahrung nach. Letztere lasse nicht im Teiche faulen. 6. Regle die Teichflora und lasse kein grobes Unkraut auf ko mm en. 7. Vermeide beim Einsetzen und beim Versandt Tein^ peraturschwankungen im Wasser. 8. Setze beim Transport in je 100 Liter Wasser nie mehr als 25 Kilogramm Karpfen oder 12 einhalb Kilogramm Forellen. 9. Tas Faß darf höchstens vier Fünftel voll sein un» soll von Zeit zu Zeit eine mäßige Zugabe von ®i erhalten. 10. Betreibe Teine Teichzucht rationell, berechne, und halte gute Buchführung. Tasche zu ziehen. Um sich von der Fessel zu befreien, schnitt er zu und verletzte den Beamten eryeblich an beiden, ~ . ----------------------------wuyi Händen und einer Pulsader. Dann sprang er aus der die gesundeste Bevölkerung enthält. Folgende Zahlen Trofchke. Der Beamte stürzte ihm trotz seiner Wunden deutlich dafür: und des starken Mutverlustes nach und hielt ihn fest, ^°°"" -"-2 E-!eanlungSM-, auf 100 SRitgt. 34,7 bis er Hilfe erhielt. Von der Revierwache wurde der Ber- " Rh-inh-sien 24288 ’ ” ' JH zugesührt Er leugnete " G-g°n ba8 <1887) war di-'Z-hl d--^rIr°nängSM°'in zunächst jebe Schuld, obwohl er )td) schon dadurch ver- den drei Provinzen niedriger. s dächtig machte, daß er mit seinem Namen nicht heraus ~ "" wollte, sich vielmehr bald so, bald wieder so nannte. Es scheint, daß man es mit ginem Amerikaner zu thun hat. Tie Einbrüche bei Brinner und Hilsckzer gab er endlich zu. Sicher aber hat der gefährlick>e Bursche noch manches andere auf dem Kerbholz und allen Grund, seinen wahren Namen ovelche die "Wale in jchlufz an Dar Postdampfer .Southwark" btt »Red Ster Etat* in Lat- toetptn ist laut Telegramm am 10. Juni wohlbehalten in Newyork angekommen. diesem Abend noch einige der hiesigen Militärkapellen kon- zertieren. — HanS Pfitzner, der Komponist des schnell bekannt gewor- denen Mustkdramas „T)et arme Heinrichs, ein junger Frankfurter, wurde als Kapellmeister an das Theater des Westens in Berlin engagiert. Pfitzner genoß seine mufikalische Ausbildung in seiner Vaterstadt, der hessische Hof interessierte sich lebhaft für den jungen Künstler, dessen erstes Wnk zu großen ZukunftShofinungen berechtigte. — Ein oberschlrfischeS StLdtebundtheater ist nunmehr be° schloffen« Sache. Den Beitritt erklärten Königshütte, Kattowitz, Beuthen und Gleiwitz. Sitz deS Theaters soll Königshütte sei» Vorstellungen sollen auch in großen Jndustriedörfern stattstnden. Beginn der VorstelL ungen, die von großen industriellen Werken subventioniert werden sollen, ist auf Oktober festgesetzt. Sie bringen Volksstücke, Schauspiele sowie Einakter mit Variete. ® ® • TAFELKARTEN ® ® ® BALL- UND TISCHKARTEN HOCHZEITSTAFELKARTEN REIZENDE NEUE MUSTER IN EINFACHER UND GLÄNZENDER o o o o o AUSFÜHRUNG o o o o o BRÜHL’SCHE UNIV.-BUCH- UND STEINDRUCKEREI, GIESSEN, SCHULSTRASSE 7. Arbeiterbewegung. Mitt, 12. Juni. Gegenwärtig ist man in den einzelnen Distrikten deS rheinisch-westfälischen Kohlenreviers mit der Bildung einer Bergarbeiter»Organisation beschäftigt, die alSbald nach der Rückkehr der deutschen Truppen auS CHLna zur Erschließung der Kohlenfelder in den deutschen Besitzungen Chinas nach dort abgehen soll. Die Expedition erfolgt auf staatliche Veremlaffung. Jeder Teilnehmer wird auf 5 Zehre verpflichtet. Hamburg, 12. Juni. Die gesamte, dem GewerkschaftSkartell angehörige Arbeiterschaft boykottierte die Erzeugnisse der Nordhäuser Tabakfabrtken; darum wird die ArbeUerfchaft aus. gesperrt werden. Budapest, 12. Juni. Der AuSstanb bei der Oesterreichisch- Ungarischm StaatSeisenbabngesrllschaft in Reschtka gewinnt noch immer an Ausdehnung. Heute haben sich sämtliche Gelbgießer den Aus- ständigm angeschlosfen, Ruhestörungen find nicht vorgekommen. Kunst und Wissenschaft. Künstler-Kolonie Darmstadt. Man schreibt uns: Am Samstag, den 15. er., findet dem Vernehmen natfr im Spielhause der Kolonie ein großes Konzert statt, zu bem Prof. Hugo Becker, Carl Friedberg und der Komponist Lampe ihre Mitwirkung zugesagt haben. Jedenfalls wird dem Publikum ein ganz außergewöhnlicher Kunstgenuß ge boten werden, und es ist zu hoffen, daß die Beteiligung recht zahlreich werden wird. Mit diesem Konzert schließen b'.e Veranstaltungen der seitherigen Leitung. — Eine Veranstaltung im größeren Umfange ist für den kommenden Mittwoch geplant und zwar eine große Illumination. Es smd über die Art der Wirkung Versuche am Theater bereits angestellt worden, die außerordentlich gut ausgefallen sind, und nun soll kommenden Mittwoch der gesamte Ausstellungspark mit nahezu vierzehntausend Illumination^ körpern illuminiert werden. Tie umfangreichen Vorbereitungen werden von dem 5?oskunstseuerwerker August Becker ans Wiesbaden geleitet. Tie Wirkung durste bei der an und für sich schon so schönen Lage der Kolonie hervor- r-agend sein, da sämtliche Beete, die Teiche, Häuser, das Wasserreservoir u. s. w. in Licht erstrahlen werden. Ter g-efamte Platanenhain wird nach allen Richtungen hin p'»n Lampions durchzogen werden. Tausende von Lampen werben allein verwandt, um die großen Beete vor der spelle in ein Lichtmeer zu verwandeln. Tas gewohnte Mendentree von 50 Psg. ist an diesem Abend auf 1 Mk. erchöht, während Abonnenten ein Sonderentree von 50 Pfg. ’iii zahlen haben. Um dem bei guter Witterung zweifelsohne außerordentlichen Andrange zu begegnen, wird an diesem Tage hinter dem Wasserreservoir ein Sonderbufiet errichtet (mit Bierausscktank zu 12 Pfg.) und auch diese Wiese wird festlich! illuminiert. Außer den täglichen Konzerten des n.euen philharmonischen Orchesters aus Wien werden an Halle, 13. J i'h entgegengebracht. Unsere Stadt steht als Sih der >vchschule, an der „Vater Kühn" seit einem Menschen (ilter wirkt, in engen Beziehungen zu Tausenden von Land- bvirten. Unsere städtischen Behörden bewilligten ent- ßprechende Summen zur Beschaffung des 120 Morgen großen ^urssle'lnngsplaßes in vortrefflicher Lage und stifteten einen erheblichen Beitrag zu Ehrenpreisen, stellten endlich unseren prächtigen Ratskellerbau mit seinem Festsaal und schönen 2 >b en räumen für den Empfangsabend und die herrliche ^achtigalleninsel, die „Peißnitz", für ein Gartenfest am Donnerstagabend zur Verfügung, wobei die romantischen helfen und die idyllisck>en Partanlageu im festlichen Schein : Lerichh. m. 13- Sunt 1M1. 4 t Ära l ^*$tiebkrgHilt einen länger® ^untren Klffion.^ E°e «Uber berge ernannt Atzung et dien Mtrm tti ünjeleUet durch eine oon Pim« )b. 5,16 ßtijollent SRorgmtnbtii i BnhMmgm werben junii angenommen: 1. die von Sßrofr lung btt lübweßbeutfjen Äonfetaj daß die schulackfsmr Jugend änflufsmig übnUfitn, sondern M tat von Fmilie, Schule, Rhfy und rbe. DurchdtWM oon ber Heben it und Gebet keine wehre tzMiwtz Familie, SM Kirche unb Staat emühnngm unb erkennt zugleich die fickt Ordnungen, welche die herw- unb schützen. Sie beauftragt bie t bk trlannkn Schäden anfjübeto v, um bk Wung lafmi nach- fern Sinne zu beeinflussend uni tu FrMng iagmbe jen Konferenz für Innere MiW mW, daß, wie die Puste meM iverorbnung, welcher dm MW bietet, nicht mehr achandhabt werd» u8, daß bkfff SS», warn «y ltgemäö uwflW ,ctn£ntt und tnkbesonbite zum Schutze w P'»»' ««‘«S IftS" referierte Mrff Dl. Weit "bÄ»"'« ’Ä es Bebürfnißer und die Sri feine Gerichtssaal- Limburg, 12. Juni. Wegen Körperverletzung mit tötlrchem Aus' gang hat das Schwurgericht den 23jährigen Maurergesellen W. Schmidt von Reiskirchen zu 6 Jahren Zuchthaus Derart eilt Er hat am 27. Januar im Lokal des Wirtes Lehnhardt zu Reiskirchen wegen eines Mädchens Streit angefangen und dann den Wirt erstochen. — Das ObeetriegSgericht zu Hannover hob das Urteil des Kriegsgerichts der 20. Division gegen den Leutnant der Reserve Rechtsanwalt Dr. Lüdbe-Branvschweig wegen Zweikampfs auf und ermäßigte die Strafe von 9 Monaten Festungshaft auf 6 Monate; gegen Referendar Reiche, dm anderm Duellbeteiligtm, wurde auf 3 Monate Festungshaft erkanvL — Die Ermordung des Rittmeisters v. «rofigik vom 11. Dragoner-Regiment in Gumbinnen wird, gutem Vernehmm nach, im nächsten Monat daß OberkrlegSgericht deS 1. Armeekorps in Königsberg in der Berufungsinstanz beschäftigen. Wie verlautet, wird jedoch die nmerliche Verhandlung in diesem SensationSprozeffe wiederum in der Dragonerkaserne zu Gumbinvm stattstndm und zwar mit Rücksicht auf dm umfangreichm Zeugenappnat und die notwendigen Lokal- bestchtiguogm. Dm Vorsitz wird diesmal ein Oberst oder Oberst leutnavt sührm, dm Gerichtshof die OberkriegSgerichtsräte Meyer und Scheer auS Königsberg bilben. Die Aogrklagten, unter ihnm der ireigesprochme Sergeant Hickel, befindm sich noch immer im Gambirner Mllttärarrest al« UntersuchungSgesangme. kirrer Märchen lüften Beleuchtung in beu Besuchern des festes zweifellos unvergeßliche Eindrücke Hervorrufen it erben. Ter gestrige Empsangsabcnd war von gegen 800 Per- i ar en besucht. An der Ehrentafel irahmen der Präsident bv. Ausstellung, Fürst Christian Eritst zu Stolberg-Wernigerode, die Vorstandsmitglieder der T. L.-G. sowie zahl reiche Mitglieder der städtischen Behörden und des Orts und Ehrenausschusses der Ausstellung Platz. Oberbürger meister Staude richtete herzliche Begrüßurrgsworte an die beschienenen, wünschte der Ausstellung Gelingen, den Ver twublungen gedeihlichen Verlauf und den Gästen nach den Anstrengungen der Besichtigungen und Sitzungen srohe Stunden der Erholung; er gab endlich dem Wunsche Ausdruck, daß diese Ausstellung und Versammlung dazu bei tragen möge, die Gegensätze in den Interessen zwischen Stadt und Lund zu mildern. Fürst Stolberg-Wernigerode kaufte für dieser! Willkommengruß mit einem Hoch auf Sie Stadt Halle und ihre Behörden. Bei Konzertmusik blieb man dann in fröhlichster Feststimmung bis nach Mitternacht beisammen. Heute mittag erfolgte durch den Fürsten Stolberg die Eröffnung der Wanderausstellung. Ter Vertreter des Kaisers, Prinz Friedrich Heinrich, sagte in seiner Ansprache, Vas Wohlwollen des Kaisers gehöre besonders der Land- wirtschaft. Landwirtsck-aftsminister v. Podbielski wünschte eine verständnisvolle Vereinigung der Landwirtschaft, der Industrie und des Handels. Amvesend waren: Oberpräsi- iX'nt v. Bo et tich er, Regierungspräsident Recke und Vertreter U r städtischen Behörden Ter Reichskanzler sprach in einem Telegramme der Ausstellung feine besten Wünsche aus. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. r. Limburg a. d. Lahn, 12. Juni. (Fruchtmarkt.) (Durchschnittspreis pro Malter.) Roter Weizen Mk. 14.43, weißer Weizen Mk. 00.00, Korn Mk. 11.09, Gerste Mk. 0.00, Hafer Mk. 7.37. j7 Kilogramm, also einen m von K Kilogramm Landwirtschaft. -u- Hanau, 12. Juni. Das Königliche Proviantamt giebt bekannt, daß e« gute 8 und trockenes Pferde heu sowie gesunde« Roggen-, Flegel- wie Maschinenfiroh frei Scheune Hanau gegen Barzahlung am kauft. Bei Bahnsendungen ist die Adresse für den Frachtbrief: Hanau Bahnhof Nord. Die Bahnfracht und Abfuhrkostenwerden verauslagt; letztere betragen pro Zentner Heu oder Stroh 15 Pfennig. Weitere Auskunft wird vom obigen Proviantamt mündlich wie schriftlich erteilt. Eingesandt. . Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Hygienische Zustände bei der Eisenbahn. Reisende von Frankfurt a. M-, die öfters den 8 40 Uhr Vormittagi- Schnellzug der Main-Weser-Bahn nach Gießen und weiter benutzen, klagen darüber, daß die Fußböden der Wagen 3. Klasse noch vor Nässe triefen, wenn die Passagiere in Frankfurt a. M. in den Zug steigen. Da die Böden aus Tannenholz bestehen, und weder lackiert, noch ange- strichen sind, so trocknet das in Menge aufgetragene Wasser nur sehr langsam, bleibt in allen Riffen und Ecken stehen und verbreitet nun während der Fahrt einen ganz abscheulichen Geruch. Man spricht in unserer Zeit soviel von Hygiene, wer aber 1*,2 Stunde in dieser Atmo sphäre sitzen und alle möglichen Giftstoffe einatmen muß, der sagt sich, die preußffche Eisenbahn ist sehr wenig für die Gesundheit ihrer Reisenden 3. Klaffe bedacht. Man sollte auch in der 3. Klaffe den Fußboden entweder anftreichen oder noch besser, mit Linoleum belegen; das kostet nicht viel, ist schnell aufzuwaschen und trocknet auch rasch. Außerdem schützt ein Linoleum-Belag gegen Zug unb hält im Winter die Kälte von außen ab. Die Katastrophe in Dresden. DaS Vorkommnis mit der Dresdener Kredit-Anstalt unb den Kummer-Werken erregt das peinlichste Aufschm durch die Plötzlichkeit seines Ausbruchs und den Umfang deS Unheils, das durch eine leichtsinnige GelchäftSgebabrung über eine größere Anzahl Unternehmungen heraufbeschworm worden ist. Wie bei zahlreichen industriellen Unternehmungen, hat auch im Falle der DreSdmer Kredit-Anstalt eine maßlos« Ueberschätzung der Konjunktur und der eignm Mittel zu der verhängnisvollen Zuspitzung der Verhältniffe geführt. Die Leitung der Bank war von einer wahren Gründungswut besessen und die Schaffung immer neuer Werte, die mangels auSreichendm Rentabili- lätßnachweiseS größtenteils nicht unterzubriugm waren und daher das Bankkapital in ganz unverbältnismäßigem Umfang festlegtm, sollte nach Absicht der Direktion der Anstalt dicjenigen Gewinne zuführe«, die aus der regulären Banklhätigkeit nicht herauSzuarbeiten warm. Unaufgeklärt bleibt bis zur Stunde der gleichsam über Nacht eta- jtkeiene Verfall der Elektrizitätswerke Kummer, die auf einem Kours« stände von 10 Prozent angelangt sind. 10 Mill. Aktienkapital unb 3f/j Mill. Mk. Obligationen, wovon 2‘/t Mill, erst im Januar d. I. aufgenommen wurden, erscheinen durch den drohenden Zusammenbruch mtwertet, auf den 20 Mill. Mk. Aktien der Dresdmer Kredit Anstalt liegt ein Koursverlust in annähernder Höhe deS Nominalbetrages, eß sind elfo tat Handumdrehen Werte von mehr als 30 Mill. Mk. förm« lich wegrafiert, ungerechnet die Referom beider Unternebmungm von über 4 Mill. Mk. — ein kaum je dagewefener Fall in der Geschichte des deutschen AkttmwesmS. Mehr als ein Dutzend Aktiengrsellschastrn, in der Hauptsache der ElektrizttätSindustrte angehörend, wird durch diese dm Dresdner Platz natürlich am schwersten tresimde Krisis in Mitleidenschaft gezogm. Die Erbitterung über die bisherig« Verwaltung läßt die Frage nach Erhebung von Regreßansprüchen nur zu berechtigt erscheinen, zumal angesichts der Fahnenflucht einer Reihe von Auffichtsrätm. Ihrer Verantwortlichkeit könnm sich letztere damit aber nicht entziehm. Gründungen der Dresdner Kredit-Anstalt find u. a.: Aktien» Gesellschaft für elektrische Anlagen und Bahnen, die Allgemeine Jndustrie- Ntim-Gesellschaft in Dresden, , di« Aktiengesellschaft zur Verwertung der «lektrischm Krafe im Plauen'schen Grunde, die Nordische Elektrizitäts-Gesellschaft in Danzig, die Baltische Elektrizitäts-Gesellschast, die Elektrizitätswerke vorm. Herm. Pöge in Chemnitz, die sämtlich mit oen Kummer-Elektrizitätswerken in Zusammenhang stehm; ferner die Wagenbauanstalt für elektrische Bahnen vorm. Busch in Hamburg, die Fahrrad- unb Maschinen-Fabrik vorm. Schladitz in Dresdm, die Maschinmsabrik Pauksch in Cöthen, die Speditions- und Lagerhaus- Gesellschaft in Riesa, die Aktiengesillschaft Dresdner Fuhrwesen usw. DaS Garantiekonsorttum stellt dem Institut etwa 6 Mill. Mk zur Verfügung, es besteht auS der Deutschm Bank, der Berliner Handelsgesellschaft. der Darmstädter Bank, der Dresdener Bank, der Berliner Lank, der Leipziger Bank und der Allgemeinen Deutschm Kredtt- Änftalt in Leipzig. Die Retchsbank, die etwa 2 Mill. Mk. zu fordern hat, und die Sächsische Bank, die mit etwa 5 Mill. Mk. beteiligt ist, haben sich den Maßnahmm des Konsortiums angeschlosfen. Zunächst dürfte die Liquidation der Dresdener Kredit-Anstalt ta die Wege geleitet öerben. Nachbem bekannt geworben ist, baß bie Krebitanstalt für Jnbustrie unb Hanb el ihren Verpflichtungen nachkommt, haben beut« nur noch vereinzelte Rückforberongm statt- zesundm. Der Geschäftsverkehr vollzog sich am Donnerstag wieber in ber gewohnten Weise. Wtcratur. — Brandl, A , Ludwig Fulda, Paul H-yse und Adolf Wilbranvi über die Schlegel»Tieck'sche Shakespeare-Uedersetzung. Srparatabdruck aus dem Jahrbuch der Deutschen Shakefpeare-Gesellfchaft. Gr. 8" (19 S ). Berlin S.W., Lmgenscheibt'sch« VerlagSbuchhblg. Wie«, 12. Juni In Marburg a. d Donau wurde der Winzer Franz Bratuscha, der feine zwölfjährige Tochter ermordet, zerstückelt, gebraten unb gegessen hatte, zum Tode durch vm Strang und seine Gattin Marie roegen Vorschubleistung zu drei Jahren Kerker verurteilt. Wie«, 13. Juni. Som Schwurgericht in Marburg in Steter» mark würbe ber Winzer Franz Bratuscha, ber gestünbig ist, seine Tochter ermorbet, zerstückelt, gebraten unb teilweise gegessen |u haben, zum Tod burch den Strang unb seine Frau wegen Bechilfe zu drei Jahren Kerker verurteilt, lieber bie Verhandlung entnehmen wir folgenbefc: Bor dem Schwurgerichte stehen bie Winzerleute Franz unb Maria Bratuscha unter ber Anklage, im Mai v. I. ihr zwölfjähriges Kinb Johanna ermorbet zu haben. Man nahm ursprünglich an, baß da» Mäbchcn in einen Dienst getreten fei; erst bie Ausfinbung ber Leiche eines ungefähr gleichaltrigen Mädchens, b e Bratuscha als bie feiner Tochter erkennen wollte, was sich später alS falsch herausftellte, lenkte ben Verbucht einefi Verbrechens auf bie Angeklagten. AlS ein Gendarm in ihrem Hause erschien, erschrak Bratuscha so sehr, baß er biefem folgenbe» furchtbare Geständnis ablegte: Am Tage vor Pankratius, also am 11. Mai v. I, habe er im Walde Holz geklaubt unb plötzlich seine Tochter abgemagert unb halb verhungert auf der Erde kauernd erblickt. Er habe sie angerufen, da sei sie aber davongceilt, vor Schwäche aber gleich zusammengesunken. Da habe er sie an sich gezogen unb ihr beiläufig vier Minuten lang bie Kehle zugebrückt, bis sie nicht mehr atmete. Dies sei nachmittag» geschehen, am «benb habe er bie Leiche nach Hause gebracht, bie Gattin aufgefordert, im Backofen ein starkes Feuer anzurichten, unb nunmehr bie Leiche teils mit dem Brotmesser, teils mit ber Hacke zerstückelt und in ben heißen Backofen geworfen. Vor dem Untersuchungsrichler wiederholte er dieses Geständnis mit allen grauenhaften Details unb schilberte auch ganz umstänbllch, baß er bas oberste Stück bes gebratenen Oberschenkel» abschnitt unb verzehrte. Er legte es zuvor auf einen Teller. Zum Essen will er baburch veranlaßt worben fein, baß er sich erinnerte, in Jnbianer-Romanen gelesen zu haben, baß Menschenfleisch gut schmecke. Die Mutter, Maria Bratuscha, will von einer Beteiligung oder Derabrebung nichts wissen, boch giebt sie zu, bem Maune beim Zerstückeln behilflich gewesen zu sein unb die Leiche dabei gehalten zu haben. Auch habe sie zum Zwecke des Verbrennens den Backofen geheizt. Ihr zehnjähriger Sohn Franz habe in derselben Stube geschlafen, doch sei es ihm zu heiß gewesen und er habe sich im Hof niebergelegt. Wie der Knabe selbst angab, schärfte ihm bie Mutter am folgenbtn Tage ein, e: möge über eventuelles Beftagen den Leuten sagen, sie habe Brot gebacken. Die Anklageschrift spricht bie Uebetjeugung aus, daß sich bie Frau mit bem Manne vor bem Morbe verabredet habe, daher auch sie direkt mitschuldig sei. — In der Verhandlung bekennt sich Franz Bratuscha des Mordes schuldig unb schilbert bie That wie in der Anklageschrift. Er giebt an mit der Zerstückelung der Leiche von 7 Uhr abends bis 3 Uhr früh zugebracht zu haben. Die Leiche habe er in fünf Stücke geteilt, zuerst mit bem Brotmesser, bann aber, da die Knochen zu hart waren, mit der Hacke. Zuerst hieb er ben Kopf ab, bann bie Unterschenkel von ben Knien angefangen unb hierauf teilte er ben Rumpf in zwei Teile von oben nach unten. Die Gattin half ihm unb hielt bie Leiche währenb ber ganzen Prozebur. Die fünf Stücke warf er inS Feuer, legte noch Holz baju unb aß bann ein Stück vom Unterschenkel. Ob seine Frau bies gesehen habe, wisse er nicht. Einige Knochenrefie habe er bann in bie Düngergrube geworfen, worauf er unb bie Frau ihr Lager aufsuchten unb einschliefen. Befragt, wie ihm ber Gebanke kommen konnte, sein eigenes Kind zu morben, erzählt er, halb nach ihrem Veischwinben habe er von der Johanna geträumt, sie fei vor ihm geflanben, ganz herabgekommen unb schwarz im Gesichte; ba habe er beim Wachwerben sich vorgenommen, wenn er sie so treffen sollte, werde er sie ermorden Auf weiteres Befragen giebt ber Angeklagte an, er habe sich gebucht, bas Mäbel sei ohnehin zu nichts auf ber Welt ba, am Enbe werde er noch SpitalSkofien bezahlen müssen , ba habe er sich bei ber Begegnung im Walbe entschlossen, sie um’8 Leben zu bringen. Beim Nachhausekommen habe er bie Thar seiner Frau mitgeteilt; biefe habe ihn nicht getabelt, benn auch sie sei froh gewesen, daß das Mädchen schon tot sei. Beim Morde sei sie nicht anwesend gewesen, auch habe sie ihn nicht dazu verleitet Die Gattin beteuert, bet Ermordung ganz ferne zu stehen; sie fei erst durch ben Gatten von bet vollbrachten That in Kenntnis gesetzt worben; baß sie jeboch beim Zerstückeln, Feuermachen und Verbrennen mithalf, sei richtig. Das Gericht erkannte diesem Sachverhalt gemäß. Illing lll. ge Karpin. tzt, J j nach 6b« K t d-n '* Gebote. ., M derK iinmelsUlch^hM^ r^moniden her der Älte^Me^ ander unM e - iöe S w1” 1 ‘ helft * * ” * ■ fein 9* U*'! nW6 3n9“6 « ,mä8,8<3 ,( itttn Ärftitdtgung ist sehr vrrschftdm. 2. Drr Geschmack, dir »Übung und die Sittlichkeit werden vielfach durch Lesen oeidorben, insbesondere durch Zeitungen (? D. R-d.), Zeitschriften und Kolporiage- iltteratur. 3. ES ist Pflicht aller, die ein Herz für unser Volk haben, dem LcsebedürfniS in der rechten Weise entgegen,ukommen unb dem Volke gesunde GeisteSnahrung zu geben. 4. Man bars den Leserr nicht einfach bieten, waS fi« lesen wollen, aber nach nicht daS aufdrängen, waS fie lesen sollen. Die durch das LesebebürfniS gestelltc Aufgabe ist eine volkSerzieherische. 5. ES ist um beS FriebenS bet ©tänbe unb der Einheit der Ration wollen wünschenswert, baß alle Stände möglichst auS ben gleichen geistigen BilbnngS- und Genüße quellen fchöpfm. 6 Die Mittel, um das LesebebürfniS zu befrie digm, find: Volksbibliotheken, Lesehallen, Lesezirkel, Einzel- unb Massenverbreitung guter Schriften, Vortrags« unb VolkSunter haltungSabenbe. JnSbefonbere hebt der Referent die Schädlichkeit drr verderblichen Kolporlagelitteraiur hervor, die durch gute Littcratur zu ersetzet, als notwendigste Aufgabe angesehen wird. Aus der lebhaften Dis kaision wollen wir nur erwähnen die Warnung vor den Bestttbungen des Hamburger JugendschriftenauSschusse», der in der Auswahl seine, f agendschrtften nicht vorsichtig genug zu Werke geht, und bie religiöse Föroerung der Jugend gänzlich außer Acht lasse. Schließlich wurde folgende Resolution von Pfarrer Kayser«Frankfurt angenommen: „3n der Erkenntnis der Gefahren, welche die sittlich unb religiös verberbliche Sitteratur, besonbers auch bet periobischen, auf unser Volk auSübt, aber auch ber außerordentlichen Sebratung bet Wirkung bes gebrückten Wortes auf bie Volksseele, richtet bie Konferenz an ihre Freunde bie btingenbe Bitte, sowohl ber in chrem Kreise verbreiteten Üttcratur sorgfältigste Aufmerksamkeit zu wibmen, alS auch burch litteratische Mitarbeit unb Fötberung ber Verbreitung guter Littetatur fich zu beteiligen. Hierzu finb bie vom Referenten gemachten praktischen Vorschläge zu empfehlen." Hiermit haben bie Verhanblungen ihr Enbe erreicht, bie auf alle Teilnehmer große EinbrÜcke hinterlassen werben. Das JahteSfest würbe durch Gebet unb Gesang um 12 Uhr geschlossen. Ein emfaches Mittagessen im Hotel Trapp, in bem verschiebens Toaste ausgebracht würben, unb «m gemeinsamer Spaziergang nach Bab-Nauheiw hielt bie Freunbe ber Inneren Mission noch bis zum Abenb zusammen. 16. tßauber * Versammlung der Deutschen Land» WirtschaftS. Gesellschaft. ELM “ dach v.„ und '"■-»ÄÄ Ä*« " MB-r Bri'or j?ie- jhren < JSrtarf in Sribrn- E t - J „cm rn.t'crf.’n,; per -' ■ f JT -*T 1 f| hingen m I Ul £ K" l V Jb.rm Itirerrffe I W iimacbrnb un> " iianko Hausier von ~ ~ —- - — von k>er •Ifohengt einer Seidenweberei,,Lotze“, Hohenstein Ernstthal. Xöniglid'er, öro^bcrjo^lr^'cr.iFit' Brrjoglidicr -üoflicjrruiit . Bekanntmachung. Die Firma „Nathan Stein Hauer" in Hungen ist erloschen. Wahrung im Handelsregister ist erfolgt. Hungen, den 12. Juni 1901. 4197 Großherzogliches Amtsgericht. Vergebung vsn Sauarbeiten. Die zur Erbauung eines Tchalhauses für die Gemeinde Liudeustruth er forderlich werdenden Arbeiten und Lieferungen, und zwar: veranschlagt zu Mk. Erd,».Maurerarbeiten 7750,47 Steinhauerarbeiten 696,67 Zimmerarbeiten 1874,60 Dachdeckerarbeiten 792,09 Spenglerarbeiten 144,— Schloss rarbeiten 146,50 Schreinerarbetten 138,— Weißbinderarbeiten 101,30 Eisenlifferunq 952,69 sollen am Freitag den $81. Jnui l. Js., vormittags SVi Uhr, im Wege schrtft« lichen Angebots auf dem Ge- meindehousi zu Lindenstruth vergeben werden. Angebote auf diese Arbeiten und Lieferungen sind bei Großh. Bürger, meisteret Lindenstruth, woselbst Pläne, Voranschlag und Bedingungen zur Einsicht offen liegen, abzugeben. Gießen, den 11. Juni 1901. Der Großh. Kreisbautnspektor ________Stahl. 4179 Vergebung von Schlofserarbeit. Die zur Herstellung von Fenftergittern an den Fenstern im Erdgeschoß des Haupt- steueramtsgrbäudes zu Gießen erforderliche Gchlofferarbeit (— 650 kg) wird hiermit auf dem Suvmisstonsweg aus- geschrieben. Die bezüglichen Unterlagen liegen auf unserem Amtslokal zur Einsicht offen. Angebote sind bis zum Mittwoch den 19. d. Mt«., vor- mittags 10 Uhr, postfret an uns abzugeben. Zuschlagsfrist 8 Tage. Gießen, den 10. Juni 1901. Großh. Hochbauamt Gießen. Neuling. 4121 Samstag de» 15. Juni Ml, nachmittags 2*/a Uhr sollen die zum Nachlaß der Jacob Witzner Eheleute gehörigen Grundstücke Flur 34 Nr. 599,2 — 93 qrn Grabgarten zwischen dem Wäldchen und dem Schießhaus, Flur 34 Nr. 599,3 — 289 qm Hof. raite daselbst, Flur 34 Nr. 599,4 — 115 qm Grasgarten daselbst, Flur 29 Nr. 24 — 1388 qm Acker auf der Weißerde auf dem Bureau Großh Ortsgerichts dahier öffentlich freiwillig srbverteilungShalber versteigert werden. ES wird bemerkt, daß dem Meistbietenden der Zuschlag erteilt werden wird. Gießen, den 11. Juni 1901. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. 4132 Samstag den 29. Iiini, nachmittags 2 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Wilhelm Steluöach in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 27 Nr. 181«/IW — 412 qm Hofraite am kleinen Steinweg linkS, Flur 27 Nr. 181'6/, o — 170 qm Wohnhaus daselbst, Flur 24 Nr. 18168/100 — 321 qm Grabgarten daselbst, Flur 27 Nr. 162a8/lo — 517 qm Hofraite am Brennofen, stößt auf die Wiesen, Flur 27 Nr. 166f‘/10 — 361 qm Bauplatz am Brennofen, Flur 27 Nr. 166f*/ie — 463 qm Hofraite daselbst, Flur 27 Nr. I66f8/io — n qra Grabgarten daselbst, Flur 33 Nr. 16»/10 — 222 qm Acker im Altenfeld, bei den Garten, Flur 33 Nr. 17 — 344 qm Acker daselbst, Flur 33 Nr. 85 — 475 qm Acker im Altenfeld, auf ein Gäßchen, öffentlich meistbietend versteigert werdest. Gießen, 17. Mai 1901. Großh. Ortsgericht Gießen. I A: Voa' 3634 Samstag den 29. Ium, nachmittags 2 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Wilhelm Steiuvach in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 27 Nr. 181«/ico - 412 qm Hofraite am kleinen Steinweg lrnks, Flur 27 Nr. 181«V100 — 170 qm Wohnhaus daselbst, Flur 27 Nr. 18153/10e — 321 qm Grabgarten daselbst, Flur 27 Nr. 162a9/l0 — 517 qm Hofraite am Brennofen, stößt auf die Wiesen, Flur 27 Nr. 166f‘/io — 361 qm Bauplatz am Brennofen, Flur 27 Nr. 166ß/10 — 463 qm Hofraite daselbst, Flur 27 Nr. 166(8/,, — 77 qm Grabgarten daselbst, Flur 33 Nr. 16»/10 — 222 qm Acker im Altenfeld, bei den Gärten, Flur 33 Nr. 17 — 344 qm Acker daselbst, Flur 33 Nr. 35 — 475 qm Acker im Altenfeld, auf ein Gäßchen, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 17. Mai 1901. Großh. OrtSgericht Gießen. _________I. A.: Vogt. 3646 Samstag de« 29.Iani, nachmittags 2 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ottsgericht die dem Wilhelm Steinvach in Gießen gehörigen Immobilien: Flur 27 Nr. 181«/l00 — 412 qm Hofraite am kleinen Steinweg links, Flur 27 Nr. 181*/1C0 — 170 qm Wohnhaus daselbst, Flur 27 Nr. 181S’/1O1 — 321 qm Grabgarten daselbst, Flur 27 Nr. 162aS/,g — 517 qm Hofraite am Brennofen, stößt auf die Wiesen, Flur 27 Nr. 166k'/,o — 361 qm Bauplatz am Brennofen, Flur 27 Nr. 166f6/nj — 468 qm Hofraite daselbst, Flur 27 Nr. 166f8/10 — 77 qm Grabgarten daselbst,^ Flur 33 Nr. 16° n - 222 qm Acker im Altenfeld, bei den Gärten, Flur 33 Nr 17 — 344 qm Acker daselbst, Flur 33 Nr. 85 — 475 qm Acker am Altenfeld, auf ein Gäßchen, öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 17. Mai 1901. Großh. Ortsgericht Gießen. ________I A.: Vogt. 3645 Samstag de« 29. Mi 1901 nachmittags 3 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die der Jean Hanpein Witwe und deren Kinder in Gießen gehörigen Immobilien: I Flur 27 Nr. 152" ^,-239 qm Acker in der Stephans- mark zwischen dem kleinen und großen Steinweg, II Flur 27 Nr. 15251/1OO - 51Sqrn Hofraite, Nr. 15Sa“/100 WA Nr. 15Sb-/„0 Sinter- bauöffentlich meistbietend versteigert werden. Es wird bemerkt, daß die Versteigerung auch dann genehmigt werden wird, wenn ein die Schätzung nicht erzielender Preis geboten wird. Gießen, den 20. Mai 1901. Großherzogliches Ortsgericht. 8702 I. A.: Vogt. Oyiipfehhunjen Hchstiuen Akpstlwkm liefert Carl Beh, Flaschenbier AuSschank, Wagengaffe Franko in 4 osen: ff- Bratschellfisch X 2 40 ff. Bratschollen, Flundern M 2 60 ff. Fisch-KotelettS „ 2.40 ff. delikate Bollheringe „ 2.50 ff. fette MatjeS-Heringe „ S.- ff. holl.Sardellen,ca.l0Pfd. „ 10 50 ff. Brat-GoldlachS „ 2.60 ff. Rollmops „ s.- ff. Bismarck-Heringe „ S.- ff. ruff. Sardinen „ 2.50 Gebr. 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