113 Zweites Blatt 151. Jahrgang Mittwoch 15. Mai 1901 wird •dintemerke. Rollschutzwände. 2789 er: •meister, Giessen. ‘ ittwoch dev 15. Mai: den olljalousien Llreflr für Depcfchem Anzeiger «ehe». KrrnsprechanichlutzRe.DT. Holzwareo-Manufactur Gingen a. fl. ' &> Leibt ried. Patente im In- und Ausland. TaiUefl- and Mahtband SB Amtlicher Teil. Bekanntmachung. P1°ekstrasse. Gießen, den 14. Mai 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Teil der großen Aufträge fremder Länder zu erlange n." Tie „Nationalztg", die ebenfalls der amerikanischen Trustbildung Beachtung widmet, erkennt an, die Entwicklung vollziehe sich, als ob es gar nicht anders sein könnte, scharf berechnet und kühn ins Werk gefetzt; Tauer und Erfolg würden ihr dadurch aber noch keineswegs gesichert. Tas Letztere kann man in dem Sinne gelten lassen, daß, je gewaltiger geschäftliche Unternehmungen sind, je großer naturgemäß oas Risiko in jeder Hinsicht ist. 2rob* dem darf die amerikanische Gefahr nicht unterschätzt werden. Sehu's fer= Kaffee Kenn Vvhue jetzt 8437 nWl*14. tau Wacker. Leichenfrau. ^jjlielm^reher^ dinei) Ueai» ■Ninen Wegen Vornahme von Sabelverleguugsarbeiteu .... die Dammstraße zwischen Wallth^rstraße un^ Nordanlage am 15, 16. und 17. Ifb. MtS. für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. vezugspretr DkrkfteNl Mk. 2.20, monatl. 76 W. mit vringerlohn; durch le Abholrstcllkn vitrtelj-tzll. Mk. 1.90, m»nall. 66 ®d Postbkzug viertkljAHM. Mk. 2.00 ohne Bestellt Ml ÄnetUtn Ccrmlttlnee*» fkfler. btf In- und UuliMMl ndnntn Anzetarn ftir Ms •xfceiur 81n>c[ger tnMMt 8eilen»rei<: lokal 11 fb, ■utadrtB SO Pig. Eisenbahnbetriebsgemeinschaft. Selbständige Eisenbahnverwaltung oder Anschluß an die preußisch-hessische Eisenbahngemeinschaft, das^war die Frage, die vier Sitzungen der württembergischen Abgeordneten- kammer beherrschte. Am Samstag ist die Entscheidung gefallen. Mit 53 gegen 26 Stimmen wurde, wie wir bereits kurz mitteilten, ein Antrag angenommen, der sich! gegen den Anschluß des württembergijchen Bahnnetzes an die preußisch-hessische Betriebsverwaltung ausspricht. Für diesen Antrag stimmten die Volkspartei, das Zentrum und die Sozialdemokraten, dagegen die deutsche Partei, die Konservativen, die Bündler und die Ritter und Prälaten. Aufgerollt wurde die Frage durch den Antrag der deutschen Partei, die Regierung möge das Für und Wider eines Anschlusses Württembergs an die zwischen Preußen und Hessen bestehende Eisenbahngemeinschaft prüfen und das Ergebnis ihrer Ermittelungen dem Landtage vorlegen. Begründet wurde der Antrag mit dem Hinweise, daß ein solcher Anschluß die württembergischen Finanzen günstig beeinflussen würde. „Wer zuerst ronnnt", meinte der Abg. Frhr. v. Wöllwarth, „kriegt am meisten Geld." Ter finanzielle Erfolg würde allerdings außer jedem! Zweifel stehen. Tie preußisch-hessische Eisenbahngemeinschaft hat aber bekanntlich ihre Kehrseite. Wenn zwei Körper um eine gemeinsame Achse treiben, so liegt der gemein-- fchaftliche Schwerpunkt dem größeren näher als dem kleineren, und ist der größere Körper sehr groß, so kann es geschehen, daß der Schwerpunkt in ihn selbst fällt. Tas Ist ein Naturgesetz, dem auch, Staatswesen unterworfen sind. Man weiß es bei uns zu Lande längst, wie hart die Sachen sich im Raume stoßen. Wenn jetzt in einem Landtag sich Eisenbahnwünsche hervorwagen, sei es, daß auf die Notwendigkeit eines Ausbaues kleinerer Bahnen hingewiesen oder eine vermehrte Fürsorge für die Beamten und Arbeiter der Eisenbahnen empfohlen wird, so erfahren wir immer und immer wieder, daß die Entscheidung für solche Fragen für Hessen nicht mehr in Darmstadt liegt, sondern in Berlin. Es geht eben im wirtschaftlichen Leben der Staaten wie im wirtschaftlichen Privatleben. „Ich habe noch, nie erlebt", äußerte am Donnerstag der Abg. Hauß- niann in der schwäbischen Kammer, „daß in einer Kompagnie der mit dem Riesenkapital sich von dem mit der kleinen Einlage etwas dreinreden läßt." Vestigia terrent. Auch die deutsche Partei will keinen bedingungslosen Anschluß Württembergs an die preußisch- hessische Eisenbahngemeinschaft. Sie giebt sich, dem Köhler- Glauben hin, daß Württemberg die Vorteile einer Betriebsgemeinschaft genießen könne, ohne in seinen Hoheitsrechten beschränkt zu werden. Die anderen Parteien betrachten die Angelegenheit kühlen Blutes. Sie wissen, was ist, und was immer gewesen ist, und sein wird: Kein Geld, keine Sck)weizer, und umgekehrt. Ter Preis aber, den sie für die wirtschaftlichen Erfolge der Gemeinschaft zahlen miissen, ist ihnen, wie die Verhältnisse nun einmal liegen, zu hoch ©ine süddeutsche Eisenbahngemeinschaft erstrebt die ' württembergische Landlagsmajorität, die der Ansicht ist, daß trotz vieler Schwierigkeiten noch nicht alle Hoffnung dazu geschwunden sei. So lange sich aber eine süddeutsche Personentarifgemeinschaft nicht realisiert habe, müsse Württemberg selbständig vorgehen, und den Nahverkehr verbilligen. Vor einer Gemeinschaft mit Preußen warnte der Referent sehr eindringlich. Tie Erfahrungen, die man mit Hessen gemacht habe, seien für Württemberg nicht verlockend. Die finanziellen Vorteile seien ein Linsengericht gegenüber dem politischen Erstgeburtsrechte, das bedroht werde in der verminderten Kontrolle des Landtages, des Tarifwesens, des gesamten Staatshaushaltes, soweit er von dem Eisenbahnetat beeinflußt werde. Es bestände weiter eine Gefahr für die staatspolitische Selbständigkeit Württembergs. Tie Achtung und das Verständnis für die Bedürfnisse des Landes würden von Preußen nicht gehörig gewürdigt, wie sich dies in Hessen zeige; oft seien widerstrebende, wirtschaftliche Interessen vorhanden; Wünsche, Beschwerden der Bevölkerung fanden nicht die gebührende Berücksichtigung in einem Verwaltungskörper, der neunzehn Mal größer sei, als der württembergische. Auch sei an das Ernennungsrecht der Beamten zu denken. Auch der Äerkehrsminister von Soden hat in den letzten Sitzungen des württembergischen Landtages wiederholt seine Mein- -ung dahin kundgegeben, daß Württemberg in die preußisch- hessische Eisenbahngemeinschaft nicht eintreten könne, weil die Einbuße an wirtsckjastlicher Selbständigkeit durch die finanziellen Vorteile nicht ausgewogen werde. Als ein Vertrauensvotum wird Herr v. Thielen diese Spaltung Württembergs nicht gerade ansehen können, und wir können nach unseren Erfahrungen nur sagen: die Engländer und Buren. lieber London wird gemeldet: Präsident Krüger habe von Botha einen Bericht erhalten, wonach die Lage der Buren sehr befriedigend sei; die Autorität der Transvaal-Regierung werde im Lande nördlich von Pretoria voll anerkannt. Reuters Mitteilungen aus Durban, Frau Botha befinde sich, unterwegs nach England zur Anknüpfung von Friedensverhandlungen, können nicht ernst genommen werden,xumsoweniger da Frau Botha gar keinen offiziellen Aufttag zu seinem solchen Schritte haben kann. Tie jetzt maßgebenden Persönlichkeiten der beiden südafrikanischen Republiken denken gar nicht daran, ihren Widerstand gegen die Engländer aufzugeben, falls diese nicht in die Unabhängigkeit der Burenstaaten willigen. Ter „Manchester Guardian" tritt für das sensationelle Gerücht ein, Kitchener habe der Regierung angeraten, den Buren günstigere Friedensbedingungen zu stellen, weil infolge der gegen- wärttgen Burentaktik der Guerillakrieg noch Jahre dauern dürfte. Nach allem, was aus Kapstadt verlautet, muß dort eine recht arge Verwirrung herrschen und die Lage sehr prekär sein. Tas Gerücht über die Berufung Cecik Rhodes zum Ministerpräsidenten der Kapkolonie haben wir bereits gestern wiedergegeben, es wird jetzt auch von einzelnen Berliner Blättern gebracht, begegnet aber selbstverständlich starken Anzweifelungen. Angesichts der schwierigen Situ- atton in Südafrika und der sich wieder mehr bemerkbar machenden Ansttengungen der englischer: liberalen Partei, das Kabinett Salisbury in Mißkredit zri bringen, treten neuerdings wieder Gerichte aus, daß Salisbury amtsmüde sei, und sich zurückzuziehen wünsche. Die Stimmung im britischen Heere wird durch einen in der „St. James-Gazette" veröffentlchten Brief eines englischen Offiziers hübsch illustriert. Es heißt dort über die Schwierigkeiten, mit denen French zu kämpfen hatte: „Meine Schwadron ist selbstständig, da sie detachiert wurde, um hier zil warten und Vorräte — die niemals ankommen — an unsere Kolonne weiter zu besorgen, die etwa 20 Meilen von uns umhertanzt. Aller Proviant braucht infolge schwerer und unzeitgemäßer Regengüsse so lange Zeit, bis er eintrifft, daß bis zu dem Augenblick, wo er endlich! anlangt, die Bedeckungsmannschaften die ganzen Vorräte aufgegessen haben, so daß wir jetzt zwar Lebensmittel für die Leute haben, aber doch nicht weiter können, da seit etwa 10 Tagen kein Futter für die Pferde vorhanden war, und vor drei Tagen auch nichts zu erwarten ist. Arme Tiere! Sie sterben mit ihren nassen, kalten, ausgehungerten Leibern schnell dahin. Selbst in meiner Schwadron, die nichts zu thun hat, verlieren wir jede Nacht zwei oder drei. Nur die wenigen Buren- Ponies, die wir haben, sind im stände, irgend welche Arbeit zu thun. Wir verbringen die Zeit, indem wir dis- tutteren, wann der Krieg zu Ende sein wird, und jeder, der vorbeikommt, hat uns seine Ansicht zu sagen. Tie Hauptautoritäten sind der Doktor des Ortes, ein Schotte und ein amerikanischer Bur, der bis vor kurzem Konstabler des Torfes war. Der KonstMer glaubt, daß, wenn Botha überredet werden kann, nachzugeben, der Krieg nun gen zu Ende sein wird. Ter Doktor sagt, er werde mindestens noch sechs Monate dauern. Conspuez le medecin!" Nach einer Meldung aus Standerton vom 10. Mai befindet sich! General Knox südöstlich von Heidelberg, Oberst R i in i n g t o n westlich, Oberst Bullo ck nördlich von Standerton auf Streifzügen, bei denen in üblicher Weise muer täglichen Scharmützeln mit den Buren das Vieh zufammen- getrieben wird. Telarey soll sich nach Aufgabe von Hartebeestfontein südwestwärts nach Wvlmaransstad gewandt haben. Lord Kitchener meldet aus Pretoria vom 12. Mai: Nach den Berichten der einzelnen Abteilungen sind sett der letzten Depesche 8 Buren gefallen, 20 wurden verwundet, 132 gefangen genommen und 24 haben sich ergeben. Erbeutet wurden ein Maschinengewehr, 6400 Patronen, 150 Wagen und 870 Pferde. Die Prüfungskommission für die Entschädigungsansprüche der aus Südafrika ausgewiesenen Personen nahm am 13. d. M. in London ihre Arbeit wieder auf. Es wurde eine amtli-che Mitteilung verlesen, durch welche die Ausdehnung und die Umgrenzung der Untersuchung klargelegt wird. Ter leitende Grundsatz der Kommission bei der Abschätzung des Schadens werde eine anständige und billige Entschuldigung für den direkten Schaden oer daraus folgenden weiteren Nachteile sein. Ter Präsident der Entschädigungskommission sagte im Hinblick auf die hinsichtlich des Umsanges und der Grenzen ihrer Untersuchung herrschenden Zweifel, die Mitglieder der Kommission setzten folgendes feit: 1. daß sie nur mit eine Entschädigung fordernden Personen verhandeln können, welche Untertanen befreundeter Mächte sind: 2. daß der ^ber- kommandierende im Felde das absolute Recht hatte, aae Personen vom Kriegsschauplätze zu entfernen, deren fort- ü GietzeimAilzeiger w General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen räulein empfiehl!si-b imZSch- ie°g«ä-t- und StiLru m > außer dem Haust 0184! -rofdorferstraße ia. M mw* für D-men und Herm .imlt »m ».x. GereS K-etWatzr Staaten haben mit ihrer Ablehnung recht und dreimal recht. Zu so gereizten Erörterungen allerdings hätte es nickst gerade kommen brauchen, wie es in Stuttgart geschehen ist. Der Hinweis, daß an den preußisch-hessischen Eisenbahnwagen der preußische Aar gegen den hessischen! Löwen die Zunge weit herausstteckte, ist wahrhaftig nicht geschmackvoll. Ter Verkehrsminister Frhr. v. Soden antwortete dem Abg. Frhr. v. Wöllwarth, er würde dem Herrn v. Wöllwarth dankbar sein, wenn dieser sein agitatorisches Talent dahin verwenden wolle, nicht die Schwaben in die preußisch- hesfifche Gemeinschaft, wohl aber Preußen in die Gemein- chaft mit dem Reiche zu lotsen. Ter Minister Frhr. v. Soden teht dem Gedanken einer Reichseisenbahngemeinschaft sym- rathisch gegenüber, und mit ihm der ganze württembergische Landtag. Alle Redner erkannten an, daß keine Verkehrseinrichtung so nachdrücklich wie das Eisenbahnwesen einer einheitlichen Gestaltung zudränge, da keine andere in demselben Maße der Hebung der allgemeinen Wohlfahrt diene. Wiederholt wurde deswegen betont, daß eine preußisch»-württembergische Eisenbahngemeinschaft schon aus dem Grunde abgelehnt werden müsse, damit der Weg zum Anschlüsse an das Reich freibleibe. Aber auch der Reichsgedanke an sich fand eine warme Würdigung. Harmonisch klang aus allen Reden hervor, daß die Reichs-Verfassung durch die Reichseisenbahngemeinschaft in der Weise auszubauen sei, wie die Verfassung sie andeute, und Fürst Bismarck sie angesttebt habe. „Wo ein Wille ist, da ist auch! ein Weg". So sagte der Frhr. v. Soden, allein den Weg hat er noch! nicht gefunden. In der württembergischen Abgeordnetenkammer äußerte er, er sei der Meinung, daß der württembergische Verkehrsminister die Aufgabe habe, die Verwaltung zu leiten, und nicht die Aufgabe, Wege oder Formen zu finden, die Verwaltung an andere Verwaltungen überzuleiten. Zunächst handle es sich! nur um Anttäge; er wolle deshalb bie Beschlüsse abwarten. So erklärt sich die Meldung, daß der Landtag den sozialdemokratischen Antrag zu Gunsten einer Reichsbetriebsverwaltung mit 44 gegen 31 Stimmen abgelehnt hat. In der Annahme war der Stuttgarter Landtag einig, von Preußen sei tn der Reichseisenbahnfrage nichts zu erwarten, so lange es von der Fiskalität und der Reformlust beherrscht werde. Hoffentlich vergißt man inj Württemberg nicht, daß die Reichsbetriebsgemeinschaft das Ideal unserer Verkehrspolitik ist, und bleiben muß, und daß sie kommen wird, wenn ihre Zeit erfüllet ist. Tie Amerikaner iw Anrncken. Tie „amerikanische Gefahr" kommt näher und näher. Tarüber sind sich die einsichttgen Beurteiler einig, daß die Konkurrenz von Kohle und Eisen durch die Kapital- gewaltigen der Vereinigten Staaten, der Kampf der neuen Welt gegen die alte auf den beiden größten Wirtschaftsgebieten, gründlich vorbereitet und nicht länger als ein „Schreckgespenst" zu betrachten ist, ein Schlagwort, mit dem sich noch vor Jahresfrist sehr angesehene und kühle Leiter von deutschen Eisenwerken vollkommen beruhigten. Tas Geld, der Unternehmungsmut, der Zusammenschluß, über alles das verfügten die Amerikaner; was ihnen fehlte, um auf den europäischen Märkten mit kolossalem und unerhört wohlfeilem Angebot zu erscheinen und die eingesessenen Jn- dustrieen zu unterbieten: die transatlantische Flotte — sie wird fast im Handumdrehen geschaffen. Ten Anfang hat man mit dem Ankauf der „Leyland-Tampferlinie" in Liverpool gemacht, und zwar zu einem für die Aktionäre geradezu unwiderstehlich glänzenden Preise. W. Morgan, der rührige Agent, der jüngst erklärte, die Vereinigten Staaten vermöchten heute sämtliche Märkte der Welt zu versehen, geht mit einem Elan und einem Zielbewußtsein vor, daß man sich sagen muß, ein Zurückweichen vor Schwierigkeiten giebt es nicht. „Wer steht uns dafür", bemerkt ein Berliner Blatt zu den höchst wichtigen Vorgängen, „daß er (Morgan) nicht eines Tages in H a m b u r g oder Bremen erscheintundsich nachdemPreise unserer großen Schisfahrtlinien erfunbigt ?' Spröder als die englischen Aktionäre würden die unsngen bei hohem Angebot schwerlich sein — und bann?" lieber bies „Tann" scheint man sich in unseren Jnbustrie- und Haubelskreisen auch jetzt noch nicht klar werden zu wollen; wenigstens widmet man den Newyorker Börsenvorgängen zur Zeit eine viel größere Beachtung als dem drohenden amerikanischen Wettbewerb auf unserem Kohlen- und Eisenmarkt. Tie amerikanische Konkurrenz kündigt sich für einen unglücklichen Zeitpunkt an. Tie Roheis en b e stände haben nach einer heute vorliegenden Meldung eines Fachblattes eine Zunahme erfahren; die Koksnachfrage läßt nach; das Kohlensynbikat nimmt fortgesetzt zu Förderungseinschränkungen seine Zuflucht. Was bei dieser Situation werden soll, wenn die amerikanische.,Bombe" hereinplatzt, dieser verheerende Wettbewerb, das läßt sich nicht absehen. Ter amerikanische „StahltruÜ" allein umfaßt über vier Milliarden Kapital. Riesen sind im Anrücken begriffen. Von diesen Kriegen wird noch mehr als von den mit den Waffen auszufechtenden gesprochen werden. Und schon entrollt die „Newyorker Handelsztg." eine neue Perspektive: Zahlreiche weitere „klinge" sind in der Bildung begriffen. Nicht weniger wie sechs große amerikanische Schiffsbaugesellschaften — Attienkapital rund 280 Millionen — sollen vereinigt werden, um die Schiffsbauindusttie der Vereinigten Staaten in den Stand zu setzen, „der auswärtigen Konkurrenz wirksamer entgegenzutreten und einen dauernde Anwesenheit eine schädliche und gefährliche Angelegenheit sei, daß sie ferner annehmen,, daß jeder Staat nach dem Völkerrecht berechtigt ist, Fremde auszuweisen, deren Anwesenheit als gefährlich erachtet wird; 3. daß die Mitglieder untersuchen werden, ob von der ausweisenden Behörde in den einzelnen Fällen mit unnötiger Härte verfahren worden ist; 4. die Kommission wird nach der Untersuchung der Entschädigungsansprüche, wenn nötig, sich nach Südafrika begeben, um ihre Erhebungen an Ert und Stelle sortzusetzen; 5. nach Beendigung der Untersuchungen in Südafrika wird die Kommission nach England zurückkehren und nach Aufnahme weiterer Beweise in London, welche etwa noch für notwendig gehalten werden sollten, der Regierung einen Bericht überreichen, worin die zu zahlenden Entschädigungen enthalten sind. Auf eine Anfrage des niederländischen Vertreters Bischopp erklärte der Vertreter des Kriegsamts, General Ardagh, es dürste nicht angenommen werden, daß die Anwesenheitserlaubnis auf Grund des Neutralitätseides unwiderruflich sei; es könne leicht der Fall eintreten, daß die Anwesenheit unerwünscht sei, selbst nach- der Ableistung des Neutralitätseides. Der Vorsitzende trat dieser Ansicht bei. * « Telegramm des Giehener Anzeigers. London, 13. Mai. Aus dem Bankette der Vereinigung der Neuconformisten und Unionisten hielt Lord Salisbury eine Rede, in der er auf die unerwarteten Schwierigkeiten hinwies, die das letzte Jahr für England gebraclst habe; er beklagte das vergossene Blut und rühmte den Mut der Soldaten und die Tüchtigkeit der Generale. Ein Rückblick zeige, daß dem Reiche jeder Gedanke eines Unrechts freilag. Der Krieg in Südafrika beweise, welche Macht England noch ausübe. Die Sache des Friedens sei jetzt sicherer als zuvor. Die gebrachten Opfer hätten das Ergebnis gehabt, daß es jetzt keine Macht in der Welt gebe, die nicht wisse, daß, wenn sie die Macht Englands herausfordere, sie einen der furchtbarsten Feinde herausfordere, dem man begegnen kann. Deutsches Keich. Berlin, 13. Mai. Aus M o n t i g n y bei Metz wird gemeldet: Die Ankunft des Kaiserpaares erfolgte um 1 Uhr bei dem Wärterhäuschen von Tournebride, wohin beide Majestäten, ohne Metz zu berühren, direkt von Straßburg gekommen waren. In Tournebride stiegen die Majestäten^ zu Pferde und nahmen zunächst die Parade über das 145. Infanterie-Regiment ab. Die militärischen Ueb- ungen auf dem UebungSplatze von Frescaty spielten sich in folgender Weise ab: Zunächst fand Parade über das 145. Infanterie-Regiment statt, dann Einzelexerzieren in Bataillonen und zum Schluß eine größere Gefechtsübung, an der noch andere Infanterie-Regimenter, die beiden Metzer Dragoner-Regimenter und vier Batterien teilnahmen. Das Manöver schloß mit einem Angriff auf Frescaty und den Wald von Frescaty und endete um 6 Uhr. Um 6 Uhr 40 Min. rückte der Kaiser an der Spitze des 145. Infanterie-Regiments, begrüßt von dem Jubel einer zahllosen Menschenmenge, durch den festlich geschmückten Sablon in die Kaserne des 145. Infanterie-Regiments. Tie Kaiserin war schon um halb 4 Uhr direkt von Tournebride per Eisenbahn nach Schloß Urville gefahren. Tas Torf Mon- tigny war reich geschmückt. Eine zahlreiche Menschenmenge brach bei der Ankunft der Kaiserin in brausende Hochrufe aus. — Nach Eintreffen des Kaisers in der Kaserne des 145. Infanterie-Regiments fand nochmals Vorbeimarsch der Truppen in Sektionen vor dem Kaiser statt. Tann begab sich der Monarch nach dem Offizierskasino, um im Kreise des Offizierkorps zu speisen. Um 10 Uhr abends reiste der Kaiser nach Urville. — Aus Anlaß des Todes des Generalleutnants Frhrn. v. Bülow, kommandierenden Generals des 7. Armeekorps, hat der Kaiser folgenden Armeebefehl erlassen: „Um das Andenken des verstorbenen Generalleutnants Frhrn. v. Bülow, kommandierenden Generals des 7. Armeekorps, welcher sich in allen Tienstleistungen im Kriege wie im Frieden hohe Verdienste erworben hat, zu ehren, bestimme Ich hierdurch, daß sämtliche Offiziere des Armeekorps drei Tage lang Trauer — Flor um den linken Unterarm — anzulegen haben. Ich beauftrage Sie, vorstehendes der Armee bekannt zu machen." — Veränderungen in hohen militärischen Kommando- stcllen stehen voraussichtlich schon nach der Frühjahrsparade bevor. Wie in militärischen Kreisen verlautet, wird der Kommandeur des Garde-Drps, General von Bockund P o l a ch , den Chef des Großen Generalstabes Graf von S ch l i e f f e n in dieser Stellung ersetzen. Das Kommando des Gardekorps wird dann aus den Generalleutnant von Kessel, Führer der 2. Garde-Jnfanterie-Tivision übergehen. — Die vielen unrichtigen Mitteilungen über den Hergang beim Scheiden des Ministers Tr. v. Miquel aus seinem Amte werden jetzt von berufener Seite dahin rektifiziert, daß, nachdem Ministerpräsident Graf Bülow am 2. d. Mts. den Ministern Kenntnis gegeben hatte von der beabsichtigten Schließung des Landtages, Herr v. Miquel sofort erklärte, der Augenblick sei jetzt für ihn gekommen, seinen Abschied zu nehmen. Geheimrat v. Wilmowski ist nicht zu Herrn v. Miquel gegangen, um diesem, wie vielfach behauptet worden ist, sein Rücktrittsgesuch nahezulegen, sondern er sollte im Auftrage des Grafen Bülow nur feststellen, ob Herr v. Miquel auf seinem Vorsatz beharre. Alle anderen über den Hergang gebrachten Versionen entbehren der Begründung. — Tie Reichstagskommission zur Vorberatung der Ost- asrrkanischen Eisenbahnvorlage erledigte die 4.orlage in General- und Spezialdebatte. Die den Bahn- ^-^M^bnde Teutsche Bank gesteht dem Reiche das Rück- raussrecht in 40 bis 50 Jahren nach Eröffnung des Betriebes zu Ate Kommission nahm die Anträge Müller-Fulda an, daß der Reichszinszuschuß frühestens 1903 statt 1902 begonnen habe von dem Gewinne über fünf Prozent das ltl\ öu erhalten habe und im Falle des Ruckkaufs nur das Zwanzigsache statt deo Fünfundzwanziq- fachen des durchschnittlichen Jahresertrages als Abfinduna an die Aktionäre gezahlt werden soll. — In der Presse ist unter Bezugnahme auf den dem Kaiser erstatteten Bericht über die „V e r w a l c u n g d e r öffentlichen Arbeiten" in Preußen von 1890 bis 1900 behauptet worden, daß für den Bau evangelischer Kirchen 20 378 100 Mark, für den Bau k a t h o l i s ch e r K i r ch e n aber nur 1 044 900 Mark aus Staatsmitteln aufgewendet sei. Tiese Nachricht ist, der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge, unzutreffend. Der Bericht giebt nur die Höhe der Anschlags- und Ausführungskosten an. Die letzteren sind aber, abgesehen von den Kosten des neuen Toms in Berlin, nur zum verhältnismäßig geringen Teil aus Staatsfonds aufgebracht worden. Tie Aufbringung des größeren Teils der Baukosten ist durch Beträge der beteiligten Gemeinden erfolgt. Außerdem sind die Erträge von Prämienkollekten beteiligt, wie sie auch für den Kölner Tom veranstaltet wurden und für den in Paderborn in Aussicht genommen sind. Außerdem sind die als evangelisch genannten Kirchen in Huckerdc und Wormditt thatsächlich katholisch. — Tem Reichskanzler liegt der Entwurf einer neuen Verordnung zur weiteren Entschließung vor, durch welche die kaiserliche Verordnung vom 27. Januar 1890 über die dem ausschließlichen Vertrieb in den Apotheken vorbehaltenen Arzneizubereitungen, T r o g en und chemischen Präparate abgeändert itnb ergänzt werden soll. Es handelt sich dabei um eine Neuregelung der Rechtsverhältnisse der Drogisten, insbesondere um die Freigabe von unschädlichen Heilmitteln für den Trogenkleinhandel. Der Entwurf ist im Jahre 1899 auf Grund des Ergebnisses von Sachverständigen-Beratungen, die zuvor unter Teilnahme von Vertretern des Apotheker- und Trogistenstandes im kaiserlichen Gesundheitsamt stattgefunden hatten, ausgearbeitet und dann später auf Grund mannigfacher Abänder- ungs- und Ergänzungsvorschläge seitens der Einzelregierungen und auch der Interessentenkreise, namentlich der Fachpresse, erheblich umgearbeitet worden. Braunschweig, 13. Mai. Tie Landessynode lehnte durch Uebergang zur Tagesordnung den Antrag der welfischen Vereinigungen auf Aufnahme einer Fürbitte für den Herzog von Cumberland in das allgemeine Kirchengebet fast einstimmig ab. Köln, 13. Mai. Heute wurde der zweite deutsche Kongreß für gewerblichen Rechtsschutz eröffnet. Nach einer kurzen Begrüßung des Vorsitzenden, Direktor von Schutz-Berlin und einer Ansprache des Oberbürgermeisters Becker, nahm Oberlandesgerichtspräsident Hamm au einer Begrüßung im Namen der rheinischen Juristen das Wort. Man ging alsdann zur Besprechung des ersten Punktes der Tagesordnung über: Reform des Patentrechts. Dr. Osterrieth aus Berlin besprach die Frage des Patentgerichtshofes. Der Kongreß sprach sich für die Schaffung eines aus Juristen und Technikern zusammengesetzten Patentgerichtshofes und die Errichtung besonderer Lehrstühle für gewerbliches Urheberrecht an den deutschen Universitäten aus. Ferner erklärte der Kongreß es für wünschenswert, daß schon jetzt bei allen Gerichten die den gewerblichen Rechtsschutz betreffenden Rechtsstreitigkeiten bestimmten Kammern zugewiesen werden, und das Dezernat in Strafsachen aus dem gewerblichen Schutzrecht bestimmten Staatsanwälten zugewiesen werde. Osnabrück, 13. Mai. Nach» Gutheißung des Bischofs von Osnabrück steht nunmehr fest, daß die diesjährige General-Versammlung der Katholiken Deutschlands in Osnabrück in der Zeit vom 25. bis 29. August tagen wird. Cronberg, 13. Mai. Tie Kaiserin Friedrich hat gestern und auch heute wieder größere Spazierfahrten unternehmen können. Prinz Adolf von Schäumburg-Lippe traf gestern hier ein, und reiste heute abend nach Berlin. — Tie Erbprinzessin von Sachsen-Meiningen trifft morgen auf einige Tage hier ein. Wiesbaden, 13. Mai. Generalmajor a. D. Pestel eierte heute in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 80. Geburtstag. Aus diesem Anlaß sandte der Kaiser folgendes Telegramm: Straßburg-Elsaß, Kaiserpalast. Ich sende Ihnen zum heutigen Tage, an dem Sie Ihr 80. Lebensjahr vollenden, Meinen herzlichsten Glückwunsch, indem Ich hierbei Ihrer rühmlichen Teilnahme an dem letzten großen Kriege gedenke. Wilhelm R. — Auch der Großherzog von Baden sandte ein Telegramm. Straßburg i. Els., 13. Mai. Sicherem Vernehmen nach hat der Kaiser den Geh. Regierungsrat Graf Zeppelin, bisher Vorsteher des Bureaus des Kaiserlichen Statthalters zum Bezirkspräsidenten von Lothringen ernannt. Ausland. Stockholm, 13. Mai. Die erste Kammer nahm heute die Regierungsvorlage betreffend die Einführung der alL gemeinen Wehrpflicht und eine durchgreifende Neu. organifation des Heeres und der Flotte an. Loudon, 13. Mai. Der UnterfeLetär des Krieges, Brodrick, bringt im Unterhause eine Resolution ein, welche die Zustimmung des Hauses zu den militärischen Vorschlägen der Regierung, wie sie im Militärbudget enthalten find, ausspricht. Campbell-Bannerman bringt dagegen einen An- trag ein, worin erklärt wird, daß das Haus zwar die Maßnahmen zur Erhöhung der Schlagfertigkeit des Heeres zu unterstützen wünsche, aber zugleich der Meinung sei, daß die Vorschläge der Regierung in vieler Hinsicht den besonderen Bedürfnissen des Reiches und den stark angewachsenen Lasten, welche die Nation zu tragen habe, nicht angemessen seien, während sie deren militärische Stärke nicht wesentlich er- weitern. Campbell-Bannerman bemerkte, die Unterhaltung von drei für den Dienst im Auslande bestimmten Armeekorps sei unnötig und politisch unerwünscht. Wenn England seine Rüstungen über Gebühr erhöhe, könne dies die Politik des Landes in hohem Maße beeinflusien und es könnten sich dadurch Englands Nachbarn herausgefordert fühlen, sowie die ehrgeizigen zu Angriffen geneigten Elemente im englischen Volke dadurch zur Verfolgung ihrer Bestrebungen angestachelt werden. Campbell-Bannerman betont am Schluffe seiner Rede: Die Vorschläge der Regierung beweisen den Wunsch, die Politik des FrieÄns und der Freundschaft, worauf die Stärke und Wohlfahrt des Reiches beruhen, zu verlaffen. Der Lordkanzler von Irland, Wyndham, führt dagegen aus, wenn die vorgeschlagenen Aenderungen nicht durchgeführt werden, werde England die Mängel des bestehenden Systems nie los werden und nie aus den Erfahrungen des gegenwärtigen Krieges Vorteil ziehen können. Daß für den auswärtigen Dienst ein Armeekorps verlangt sei, rühre daher, daß in diesem Kriege au das Land die Forderung nach einer noch stärkeren Streitmacht für den gedachten Zweck herangetreten sei. Brüffel, 13. Mai. Heute gesteht Esterhazy in den Enthüllungen der „Jndependance" selbst ein, das Bordereau geschrieben zu haben. Er habe es persönlich nach der deutschen Gesandtschaft getragen und in den Briefkasten SchwarzkoppenS geworfen. Abbazia, 13. Mai. Heute nachmittag begab sich ber König von Rumänien an Bord der „Psara", um den König von Griechenland zu begrüßen. Beim Erscheinen des Königs an Bord spielte die Schiffskapelle die rumänische Hymne, während die Geschütze Salut feuerten. Wien, 13. Mai. Im Abgeordfietenhause wurden die Notstandsanträge verhandelt. Abg. DaSzynSki (Soz.) greift die Schlachzizen heftig an und verweist auf die ungeheuerlichen Diebstähle, die in Galizien von den Priestern, Fürsten und Grafen verübt werden. Redner nennt den Abg. Wieloweyski einen Lumpen im Poleuklub, der am Fürsten SapiSha Erpreffung versuchte. Die stehlenden und betrügenden Lumpen, wie Graf Potocki und Baron BruNicki, seien meist straflos der Justiz entronnen. Graf Potocki habe in einer Nacht einige Hunderttansende im Jockeyklub verspielt. Ein bekannter Schwindler und Gauner, Graf Scipjo, erhalte bei der polnischen Landesstelle täglich 10 fl. dafür, daß er im Bureau Zigaretten raucht. Dieses Schlachzizentum könne nicht länger bestehen bleiben. Der Präsident erteilt DaSzynski einen Ordnungsruf wegen Beleidigung des Abg. Wieloweyski. Dieser, sodann Abg. GniewoSz und CzaykowSki widersprechen DaSzynski, der replizierte, womit die Affaire erledigt war. Die Notstandsanträge wurden angenommen. Aus Stadt und Land. Sieben, 14. Mai 1901. * * Für die Verunglückten in Griesheim gingen noch ein von Frau H. in Gießen Mk. 10.00 und Ungenannt Mk. 2.00. Im ganzen hat unsere Expedition Mk. 101.35 gesammelt und wird 102 Mk. der Bürgermeisterei in Griesheim übersenden. • * Das letzte Unwetter und feine Folgen. Die ganze Provinz Oberheffen scheint von dem schweren Gewitter am Sonntag heimgesucht worden zu sein. Man meldet uns jetzt von vielen Schäden an Haus, Hof und Vieh aus allen Gegenden. So berichtet unser t^.-Korrespondent auS Dauernheim, daß dort ein Blitz in eine Gäaseherde fuhr und 6 Gänse tötete. Unser ^.-Berichterstatter meldet, daß ber Blitz in eine Scheuer und Stallung des Landwirtes Phil. Spitznagel zu Heegheim schlug und 1 Pferd und 2 Kühe tötete. Das Wohnhaus blieb unversehrt. Ein ähnliches Unglück traf, wie unser § Korrespondent berichtet, den Maurer und Landwirt Schaub in Lanzenhain (Kreis Lauterbach). Dort schlug der Blitz in das Wohnhaus und zündete. Glücklicherweise war die Pflichtfeuerwehr zur Hebung versammelt, sodaß das Feuer bald gelöscht werden konnte. Eine Kuh im Stall wurde jedoch von dem Blitz getötet. ÄuS Nieder-Weisel wird gemeldet, daß bei den Gewittern der Blitz außer in einen Baum in der Nähe deS Ortes, in die Scheuer deS Jakob Zimmer einschlug und zündete. Das Feuer wurde glücklicherweise durch daS rasche Eingreifen der Einwohnerschaft bald gelöscht. In Grebenhain schlug, wie uns unser Korrespondent meldet, der Blitz in den Stall des Landwirts August Döll, ohne zu zünden. Ein Eckpfosten wurde etwas zersplittert und die beste Kuh im Stall erschlagen. Döll fand die Kuh erst tot, als er um Vi6 Uhr sein Vieh füttern wollte, auch die Kette war zerschlagen. Das Vieh ist in einer Versicherung gegen Feuer und Blitzschlag versichert. Im Hause selbst hat man den Blitzschlag gar nicht wahrgenommen. Auch in Rheinhessen wütete heftig das Gewitter. In Gonsen- cheim schlug der Blitz in den Wald ein und ein furchtbarer von Hagel untermischter wolkenbruchartiger Regen ging nieder. In Mainz wurde der 10jährige H. Glöckle, der während oefl Gewitters auf dem Sockel des LenibergturmeS Schutz vor den niedergehenden Regenmaffen suchte, vom Blitz getroffen. Der Blitzstrahl ging an einer eisernen Stange deS Thurmes herunter, sprang aus den Fuß deS Knaben über, zerschlug diesen am Knöchel und fuhr in daS Thurmzimmer, wo er größeren Schaden anrichtete. Schuhe und Strümpfe des Knaben sahen später aus, als ob sie von Hunderten von Schrotkörnern durchlöchert worden wären. Der Junge erfreut sich heute verhältnismäßig guten Wohlseins. Der Blitz hat ein kanalförmiges Loch in dem Fuß hinterlassen, doch sind die Knochen in keinerlei Weise verletzt, sodaß der Kleine bald wieder hergestellt sein wird. Sogar in Löwen (Belgien) trat das Unwetter auf. Bei A er schot wurden zwei Arbeiter, die sich in einen Tannenschlag geflüchtet hatten, vom Blitz erschlagen. • * Die Steinhaufen, die den rechtsseitigen Fußsteig der Rodheimer Straße feit Langem sperrten, find beseitigt. Das Eindecken der Straße ist so rasch vor sich gegangen, oaß demnächst die Straße wieder ohne Gefahr für Fußgänger, Fuhrwerke und Fahrräder benutzt werden kann. Hoffentlich kommt auch die geplante, durch die Anlage der Bieberthalbahn notwendig gewordene Verbreiterung dieser Straße bald zur Ausführung. fo. Eisenbahn Laubach—Mucke. Zur Uebernahme der Erbauung der Eisenbahnstrecke Laubach—Mücke find dem hiesigen Baubureau zahlreiche Bewerbungen zugegangen. Dem Vernehmen nach werden die Strecke 1 zunächst Laubach an den Bauunternehmer Busch (Homberg a. d. Ohm), die Strecken 2 und 3 über Freienseen (Tunnel) nach Mücke an die Firma Kunz (Wiesbaden) zum Bau übergeben werden. Die Fertigstellung hat bis zum 1. August 1902 zu erfolgen. fc. Laubach, 13. Mai. Der Kaiser hat dem hiesigen Kriegerverein aus Anlaß seines 25jährigen Bestehens die Fahnenschleife mit silbernem Nagel verliehen. DaS Geschenk wird den Kriegern am 19. Mai durch den KreiSrat des Kreises Schotten, Geh. Regierungsrat Schönfeld, überreicht werden. i. £ au bad), 13. Mai. Am Sonntag fand im Schützen- hvf eine gut besuchte Wählerversammlung sbatt> » d M Nto. 14. Mai 1901. Mem gingen noch thi mö Ungenannt Mk. 2.00. Mk. 101.35 gesammelt mi m Griesheim über« iut t$olyn. Die ganze n schweren Gewitter an i. Man meldet uns jetzt A und Vieh aus allen ^.-Korrespondent aui I in eine Gänsehude fuhr mchterstatter meldet, dah Stallung des Landwirtes schlug und 1 Pferd und ieb unversehrt. Ein Lho- nespondent berichtet, den n Lanzenhain (LreiS tz in das Wohnhaus und Pflichtfeuerwehr zur lleb- alb gelöst werden konnte. Don dem Slip getötet. >lbet, daß bei den Ge- laum in der Nahe bei M Mmr WM it aMicherweise durch vhnerschast bald gelöscht. 16 unser §-Korrespondent 6 Landwirts August Doll, wurde etwas zersplittert MN. Döll fand dte Kuh Lieh füttern wollte, auch h ist In ’rrt. 3« H M S ahrgenomwen. m « *-*.ss em M ^,Me i verletzt, soN Sogar in LMU .rschot roUlb.nltL vo« rxgiffs ,rl,en r.m, bet r. rüsten w. ' um ben 'tu** ».'“Hi »ntb,. .. A HÄ?“ d?-wch ‘Ms»w ? aj? «L hu« ft Ää;S Äftrssj ^ bestehen bleiben. Der Ordnungsruf £ A°ser, sodann «bg. chn DaSzynsli, bet 11 töati Die Notstands. wozu die Christlich-Sozialen in gemeinsamem Vor- gehen mit dem hessischen Bauernbunde und dem Bund der Landwirte eingeladen hatten. Ter Vor- fihende der Versammlung, Tr. Vogel, leitete die Versammlung ein mit der Mahnung an die Landwirte, nicht mutlos zu werden, namentlich auch sich zu regen und ihre Stimme zu erheben; und bract)te ein Hoch auf den Kaiser und den Landesherrn aus. Ten Hauptvortrag hielt Herr Otto Hirsche!, Schriftführer des hessischen Bauernbundes, über die Getreidezölle. Er führte aus, die Landwirtschaft sei geschädigt durch Mangel an Schutz. Unter der Herrschaft der Handelsverträge habe die Ausfuhr im Vergleich zu der Einfuhr bedeutend abgenommen und die Hypotheken in land- wirtschaft!. Streifen zugenommen. Allerlei Verbesserungen im landwirtschaftlichen Betrieb, so meinte H., helfen allein noch nicht, auch staatlicher Schuh müsse der Landwirtschaft gewährt werden. Tie Städte hätten alle Ursache, nicht gegen Getreidezölle zu agitieren, komme doch ihnen die Kaufkraft des Bauernstandes zu gute. Es sollten die sozialdemokratischen Arbeiter, die höhere Löhne haben wollen, dem Bauern und seiner schweren Arbeit Schutz durch mäßigen Zoll gönnen. Brotwucher sei das nicht, der komme von ganz anderer Seite. Nach Herrn Hirsche! sprach Pfarrer Fritsch von Ruppertsburg, kräftig betonend, wie wichtig die Erhaltung der Landwirtschaft sei. Bürgermeister Jochem von Laubach mahnte die Landwirte zu vereintem Eintreten für die Interessen ihres Standes und zeigte, an ergreifenden Beispielen die Schwierigkeit der Lage der Landwirtschaft. Fabrikant R ö m h e l d warnte die Negierung, mit der Anlegung von Ackerland zu Wald nicht noch weiter vorzugehen, worauf Herr Jochem Beispiele gab, wie viel Land zu Wald angelegt werde. Einstimmig beschloß die Versammlung die Absendung einer Petition zu Gunsten der landwirtschaftlichen Zölle. Tie Versammlung verlief sehr einmütig, etwa acht Orte der Umgegend waren vertreten. Schlitz, 13. Mai. Am 10. d. M. verstarb im 79. Lebensjahre infolge eines Schlaganfalls, von dem er am Mittagstisch plötzlich betroffen wurde, der in seiner Gemeinde als treuer Seelsorger beliebte und durch seine Schriften weithin bekannte Geheime Kirchenrat Tr. Christian Tieffen- b ach. Am bekanntesten dürften unter seinen vielen Schriften die „Hausagende" und die unübertrefflichen „Kinderlieber" sein, durch die sich der Verewigte in den Herzen der Kinder und Jugendbildner einen bleibenden Denkstein gefetzt hat. Darmstadt, 13. Mai. Bor einiger Zeit hat die Affaire Wild den Gesprächsstoff der ganzen Residenz gebildet und viel Staub aufgewirbelt. Der Garnisons-Verwaltungs« Direktor Wild, ein Mann von beinahe 70 Jahren, hat 20 längere Zeit verstanden, seine vorgesetzten Behörden über seine Geschäftsführung zu täuschen; er führte ein sehr luxuriöses geben, zu dem selbst sein hoher Gehalt nicht auS- reichte, sodaß er Dienstgelder in bedeutender Höhe unterschlug und auch betrügerische Manipulationen bei den Lieferungen vornahm. Letzteres hatte u. a. auch die Folge, daß acht hiesige Familien vom Kriegsministerium für alle Zeit von Armeelieferungen ausgeschlossen wurden. W. wurde kurz vor seiner beabsichtigten Verhaftung flüchtig und die seltsamsten Gerüchte durchschwirrten die Lust. Wie die „Worms. Ztg.- nun hört, soll W. in Bad Salzschlirf festgenommen worden sein; et soll ohne Aufsehen nach Darmstadt überführt werden. Wenn sich dies bewahrheitet, steht wahrscheinlich ein sensationeller Prozeß in Aussicht. **M a i n z, 13. Mai. Am Samstag trat hier eine Vertreter-Versammlung des Rhein-Main-Gaues des Alldeutschen Verbandes unter dem Vorsitz des Rechtsanwalts Claß zusammen, die sehr zahlreich aus nahezu sämtlichen Ortsgruppen des Gaues besucht war. Im Geschäftbericht stellte der-Vorsitzende fest, daß der Gau jetzt 15 Ortsgruppen mit rund 1800 Mitgliedern zählt. Zum Vorsitzenden wurde Rechtsanwalt Claß einstimmig für die nächsten zwei Jahre wiedergewählt, wobei ihm Tank und Anerkennung ausgesprochen wurden. Es folgte nunmehr die Besprechung über die weitere Werbethätigkeit: es wurde von allen Seiten betont, daß auch während des Sommers die Arbeit nicht ruhen dürfe und daß insbesondere auf dem flachen Lande bis zur Erntezeit noch zahlreiche S8er*. sammlungen abgehalten werden sollten. Es meldeten sich sofort zehn Herren, die bereit sind, über die wichtigsten politischen Tagesfragen Vorträge zu halten. Den wichtigsten Punkt der Tagesordnung bildete die Besprechung der politischen Lage. Kreisaultmann Tr. Merck legte in eineinhalb- flündigen Ausführungen seine Ansichten dar. Der Redner verstand es, im knappsten Rahmen ein nahezu erschöpfendes Bild aller vom alldeutschen Standpunkt interessierender Fragen zu geben; es wurde ihm für seinen Bericht der lebhafteste Beifall zu teil. An den Bericht schloß sich eine Aussprache, die viel Interessantes bot. An den Verhandlungen beteiligten sich besonders Oberlehrer Gebhard- Friedberg, Oberkonsistorialsetretär Keerl-Wiesbaden, Tr. med. Ruhus-Spre.ndlingen, Rechtsanwalt Dr. Lucius-Mainz, die Oberlehrer A l t e nd o r f-Gießen und Bitsch-Alzev, Amtsrichter Bonhard-WormS und Oberlehrer Tr. Bauwens- tzöchst. Mainz, 13. Mai. Die Bürgermeisterei hat den Stadt, verordneten als Abschluß der Haushaltungsvoranschläge für das Rechnungsjahr 1901/02, insbesondere Feststellung der Anschlagsziffer für die Gemeindesteuer einen gedruckten Bericht zugehen lassen. Nach diesem ist im ganzen, wie der „Mainz. Anz." meldet, durch Umlagen zu decken der Betrag von 2 415 985.30 Mk. Die Bürgermeisterei beantragt nun, daß die Stadtverordnetenversammlung beschließen wolle, 1. daß lür das Rechnungsjahr 1901/02 als Zuschlag zur staatlichen Einkommensteuer 91,8 Prozent und zu den Grundzahlen für den Ausschlag der Grundsteuer, der Gewerbesteuer und der Kapitalrentensteuer 183,6 Prozent Umlagen erhoben werden; 2. den sich hieraus ergebenden Umlagebetrag von 2 419 786.40 Mk. zur Betriebsrechnung für 1901/02 in Einnahme vorzusehen. Griesheim a. M., 13. Mai. Die AufräumungS- ar beit en auf der chemischen Fabrik schreiten nur langsam vorwärts, da im Auftrage der beteiligten VerficherungS-Gesell- Ichaften sehr vorsichtig zu Werke gegangen wird. In den Laufälligen Gebäulichkeiten befinden sich nämlich noch Apparate und Maschinen, die noch ziemlich gut erhalten sein dürften und einen Wert von weit über 100,000 Mk. repräsentieren. Ein HerauSschaffen ist nicht angängig, da die Bauten einzustürzeu drohen und auch ein Absprießen ist wegen der Gefahr des Einsturzes nicht ratsam Man beabsichtigt, die Pfeiler, die den Bau noch notdürftig halten, mit der Dampf spritze zu bearbeiten, um so das Mauerwerk zu lockern. Bei den AbbruchSarbeiteu ereignete sich ein bedauerlicher Unfall, indem der 24 Jahre alte Zimmergeselle Martin Sprey von Seligenstadt aus Stockhöhe infolge Ausgleitens in die Tiefe stürzte und einen schweren Bruch des linken Ellenbogen- gelenkes erlitt. Frankfurt, 13. Mai. Ein neues Frankfurter Theaterprojekt wurde vor einigen Tagen von einem bekannten Berliner Theaterleiter, der sich zu diesem Zweck in Frankfurt aufhält, im Journalisten- und Schriftsteller-Verein erörtert. Der Betreffende beabsichtigt in Frankfurt ein drittes Theater zu bauen, auf dem in erster Linie daS humoristische Genre zur Geltung kommen soll. Dann ver spricht er sich große Erfolge von glänzend inszenierten klassischen Volksvorstellungen bei möglichst geringem Entree, ferner soll die litterarische Produktion des In- und Auslandes auf der neuen Bühne eine künstlerische Pflege ge meßen, besonders auch Stücke, die ihrer Tendenz nach sich nicht zur Aufführung im städtischen Schauspielhause eignen. Eine anserer größten Baufirmen trug sich längere Zeit mit dem gleichen Projekt und verfügt über fertig ausgearbeitete Pläne, mit dieser will sich der Unternehmer in Verbindung setzen und da er bereits im Besitz einer Konzession ist, und die Finanzfrage auch bereits genügend geklärt ist, so dürfte eS wohl der Fall sein, daß Frankfurt vielleicht schon sehr bald ein drittes kleineres Theater erhält. Die zu erwartenden Schwierigkeiten seitens der Stadt glauben die Interessenten dadurch zu beheben, daß sie von vornherein jede Konkurrenz mit dem Schauspielhause vermeiden und nach einer ganz anderen Richtung als dieses marschiern wollen. Von fach männischer und journalistischer Seite wurde dem neuen Projekt wirksame Unterstützung in Aussicht gestellt. • Wiesbaden, 13. Mai. Als der gestern nachmittag 6.43 Uhr von Wiesbaden nach Frankfurt abgehende Personenzug bei Kastel an dem von Frankfurt kommenden Schnellzug vorbeifuhr, gingen unter schußähnlichem Geräusch die Scheiben in mehreren Abteilungen des Personenzuges in Trümmer und einige Paffagiere trugen mehr oder minder schwere Verletzungen davon. Die Ursache des Unfalles soll darin liegen, daß ein Wagenwärter des Frankfurter Schnellzuges, während er auf dem Trittbrett stand, eine Thüre des Wagens offen stehen ließ. Er wurde am Arm so schwer verletzt, daß der Arm heute vormittag amputiert werden mußte. •* Kleine Mitteilungen ans Hesien und den Nachbar-aateu. Wegen Lohndifferenzen hat die Arbeiterschaft in der ©üb/ deutschen Waggonfabrik - Aktiengesellschaft in Kelsterbach Sperre über die Fabrik verhängt, sodaß der größte Teil des Werkes stillsteht. — In der Nähe von WormS wurde die Leiche des Schiffers Krauß von Altlußheim, der bei dem bekannten Bootsunglück in Mannheim ertrunken ist, gelandet. — In Mainz wurde ein Soldat des 87. Jnf.-Regts. von einer Anzahl Personen auf dem Nachhauseweg überfallen und uiedergestochen. Der Soldat, der sehr schwer verletzt worden ist, hat drei Mefferstiche erhalten. — Der Schulvorstand in Mainz hat beschlossen, den Fortbildungsschulunierricht, der seither nur im Winter erteilt wurde, auf das ganze Jahr auszudehnen und dieser Beschluß hat die Zustimmung des Ministeriums, Abteilung für Unterrichtswesen, erhalten. Während der Sommermonate soll der Unterricht wöchentlich einmal und während der Wintermonate zweimal alle Woche erteilt werden. — Die Stadtverordneten in Wetzlar haben entsprechend dem Kommissionsantrag mit allen gegen zwei Stimmen die Herabsetzung des Bürgerrechtsgeldes von 15 auf 3 Mark beschloffen, für gänzliche Abschaffung hatte vorher eine Mnderheit von 6 Stimmen sich ausgesprochen. — Bei Bingerbrück wurde die Leiche eines Mädchens von ca. 20 Jahren im Rhein gelandet. Es ist sehr wahrscheinlich, daß es die Leiche eines Mädchens aus Waldalgesheim ist, die schon eine Woche von ihren Anverwandten vermißt wird. Vermischtes. * Mannheim, 13. Mai. In der vergangenen Nacht ist hier ein Mordversuch und Selb st mord verübt worden. Der 22 jährige ledige Sattler Philipp Weber feuerte aus noch unbekannten Gründen in der Wohnung seiner Geliebten, der 32 Jahre alten Witwe Elise Möllinger geb. Krause aus Berlin, einer früheren Kellnerin, drei Revolverschüsse ab, von denen zwei trafen Als die Möllinger um Hilfe schrie, richtete Weber die Waffe auf sich, und brachte sich einen Schuß in die rechte Schläfe bei. Er wurde in das Krankenhaus gebracht und starb dort bald nach seiner Einlieferung. Tie Verletzungen der Möllinger sind nicht lebens- gefährlicki Gerichtssaat. Elberfeld, 13. Mai. Gegen bas Urteil im Militärbefreiungsprozeß legten die Hauptangeklagten Baumann, Wittwe Dieckhoff und mehrere andere Revision ein. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.! Angesicht« der ILeberschwemmung der tiefer liegenden Stadtteile durch den Gewitterregen am Sonntag möchte ich ans Einiges aufmerksam machen, was diese Uebelstände mit verursacht hat. Der Hauptgrund liegt in der Stauung der Wieseck, deren neugegrabenes Bett bei der Anlegung der Hammstraße nicht tief genug auSgegraben wurde. Erhöht wird diese S'auung noch durch ein vollständiges Wehr, das in dem Bett des Flüßchens liegt bei der neugebauten Brücke an der Hammstraße. Hier scheinen weder die bei drm Bau der Brücke in den Flußlauf gefallenen Steine, noch die überflüssig gewordenen Rammpfähle entfernt worden zu sein, wodurch der Wasserspiegel bedeutend erhöht worden ist. Der untere Trll deS Stadt- bachrS glich bei früheren starken!Regevgüssen einem reißenden Strome, und gerade diese starken Regengüsse waren eS, die das Bett des Baches sowohl, wie daS der unteren Wieseck reinigten. Heule fließt der Stadt- dach langsam und träge zur Wieseck, sein eigentliches Bett ist mit Schlamm angefüllt, der sich durch daS Stauwasser ablagert. Bei großem Andrang von Wassec ist daS Gewölbe bei der unteren Schleuse (GerbrrhäuSchen) nicht im Stande, das Wasier abzuführev, weil der Hohlraum durch die Ablagerung von Schlamm kleiner geworden ist. Die zufließenden Wasiermasim stauen sich und füllen das Lett bis oben hin an, wodurch die einmündend-n Kanäle ebenfalls da» Wasser nicht abführen können, da? dann in kurzer ZeU die Straß« ansülll und seinen Weg in die tief angelegten Kellerlöcher nimmt, v-ß meine Behauptung bett, de» WteseckbetteS richtig ist, beweise ich )amtt, daß sich die Wieseck in einer langen Stromschnclle zur Lahn ergießt. Hier hat das Wasser nach und nach das Erdreich auSge- waschen. Die Stauung des Wassers oberhalb der Elfenbahnbrücke ist fast bis zur Brücke an der Goetbestraße bemerkbar. Durch diese Stauung lagert sich auch hier eine Mmge Schlamm ab, der besonder» im Sommer und bei geringem Wasserstond in sanitärer Beziehung geiahiltch sein dürfte. Soweit mir bekannt ist, hat die Eisenbahn- Verwaltung die Verlegung der Wtescck oorgenommen, und ist dem- >ach auch verpflichtet, deren Bett genau auf das Niveau von früher zu bringen, und alle nicht in dasselbe gehörenden Steine und Holzteile, vom Bau der Brücke herrührend, zu entfernen. k. Eisenbahn Zeitung. Karlsruhe, 13. Mai. Vom 1. Juni an werden Kilometerhefte zu SCO Kilometer für 12.50 Mt. ausgegeben mit Jahreügiltigkeit und Rückersatz von 50 Pfg. bei Ablieferung des abgenützten HesteS. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Gießen, 14. Mai. Marktbericht. Auf dem heutig« Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. JC 1.10—1.25, Hühnereier per St. 0—0 «), 2 St. 10—11 <$, Enteneier 2 St. 12—18 $, Gänse» eier per St. 10—11 Käse 1 St. b—8 Käsematte 2 St. 5—8 Erbsen per Liter 22 4, Linsen per Liter 34 4, Tauben per Paar JC 0.80—1.00, Hühner per St. JM, 1.20—1.70, Hahnen per Stück vtt. 1.30-2.00, Enten per St. JC 2.U0—2.30, Gänse per Psd. 0.00 bi» 0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 , Kuh. und Rindfleisch per Pfund 60—64 Schweinefleisch per Pfd. 64—74 4, Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 78 , Kalbfleisch per Pfd, 60—66 , Hammelfleisch per Psd. 50—70 Kartoffeln per 100 Kilo 6.00—7.00 JO, Weißkraut per St. 00—00 4, Zwiebeln per Ctr. JC 8.00—8.50, Milch per Liter 18 4. Dauer der Marktzeit von 7 Uhr vormittags bis 1 Uhr mittags. Kirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinde. Mittwoch, den 15. Mai. Nachmittags um 4as Wasser. Von der Mannschaft verlassene Barken schwimmen auf dem Wasser. Durch das Feuer wurde Holz im Werte von etwa 200 000 Rubel vernichtet Man vermutet Brandsttftnng Da-5 Feuer ist jetzt gelöscht. 3 ■X /- 'M sD I »Blusen? luf dem offeriert 8589 3 J. Pfeffer, Marktplatz 6.H Bitte Schaufenster zu beachten. sA 01910 Teufelslustgärtchen 3. Streng reelle Bedienung. 8494 «Zicherfiratze 5. 01903 EutSosrn Vogel. Abzugeben gegen Belohnung 01901 Telephonischer Kursbericht Frankfurt, den 13. Mai 8Ve u/9 Belchßanleüie . 8 5/0 do Tendenz sehr still. am 12.-13. Mai UL» Drriatz bet Sratzl'schiu an» (Pietsch krben) in. T'.cßrn 24.7° 10.3° C. c. . 218 90 . 188 10 . 182.79 . 148.50 . 152.50 . 147 80 . 162 40 . 214 00 . 197 00 . 69 75 . 98.40 . 88.15 . 98.25 . 88.25 . 94.65 . 96.20 44.20 . 00.00 . 27.10 . 81.70 Höchste Temperatur Niedrigste , Kreditaktien Diskonto-Kommanclit Darmstadter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsg»1, Oeeterr. Staatsbahn Gotthardbahn . . LaurahQtte . . , Bochum Harpen er . . Dachdecker, Kathurirreugasse 8 leide welU «ad eon dem stchere» heilmi! Me eine Zli Oie kvh-m Zuc tcheht und teil Llmoht i und Manuin1 nannte Hitttl1 )U warnen. Darm Dachdeckerei- Empfehlung. Reparaturen aller Arien von Dächern werden unter Garantie sofort billig aus- geführt. Uebernahme von Neu- bauten. Bestellung nimmt entgegen 20 Mk. SrlohMW Demjenigen, der mir die Persönlichkeit, welche mich durch falsche Aussagen beleidigt hat, so namhaft macht, daß ich sie gerichtlich be- langen kann. 01904 Philipp Bob, Nahnhoffiraße LI. Mar8.p,a,z Wilh. Herbert Marktplatz Schuh- und Stiefel-Lager bietet grösste Auswahl in allen durchaus solid gearbeiteten modernen Schuhwaren. Neuheiten in Herren-, Damen- und Kinderstiefeln in gediegenster Ausführung und in allen Preislagen. in geschmackvoller; sehr grosser Auswahl J* zu auffallend billigen Preisen | Meteorologische Beobachtungen der Ttatiou Oieheu. IFd7 Himurelfahrttag: Iss Ausflug W Bad'Rauheim-Wintero stet«— Ztegenberg — Hausber§ —Butzdach. Abfahrt 6 55 Uhr vorm. nach Bad-Nauheim. 8590 Zwischen Lollar und Staufenberg ein 8563 roter Dachshund mit Halsband und Marke Nr. 788 auf den Namen .Strick" hörend, entlaufe«. Benachrichtigung oder Abgabe gegen Hobe Belohnung an Georg Balser, Gieße«, Goetbestraße 27. Faden-Einrichtung zu verkaufen. Marktplatz 17. £udwig$btirg - jtcuclidhdm. Schöner Ausflugsort. ff. Bier aus dem Giessener Brauhaus. Gute Küche. 1888 8>/, J/'q Konsois . , , 8 0/z? do ... 8Vfi c/o Hessen - . 6% Italien. Bente . . 4% Grioch, Mcnop.-Anl. 8 ; *$. t-uiU; f»U Sen Henk Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Dr. Heinrich Zinsser Statt besonderer Asssig*®. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Mann, unseren lieben Vater, Schwiegervater und Grossvater Herrn Dr. Theodor Zinsser, Kreisarzt i, P nach langem, mit Geduld getragenem Leiden zu sich zu rufen. 3574 Giessen, den 14. Mai 1901. Klein Linden, den 13. Mai 1901. 3568 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teil,rahme bei der -6ecrdlgung unseres so rasch dahingeschiedenen Sohnes Heinrich Adolph sprechen wir allen, insbesondere auch dem Herrn Pfarrer Hepteng, unseren tiefgefühltesten Dank auS. Die trauernden Eltern: Keinrich Adolph «nd Krau. Bekanntmachung. An Stelle des seitherigen Rechners der ifrael. Religions- g^meinde Gieren, Herrn Ober- postsekretär Stammler, ist Herr Kreiskassenrechner Kauß dahier bestellt worden und sind von heute ab alle Zahlungen an diesen zu leisten. Das Bureau des Rechners befindet sich Westanlage 62, prt. Die Zahltage werden Dienstags, Donnerstags und Freitags, vormittags von 8 bis 12 Uhr, abgehalten. Gießen, den 14. Mai 1901. Der Vorstand der Israel. Religionsgemeinde Gießen. 3585 I. V.: N. Stamm. Dotzversteigerung DieuStag den 21. dss. Mts. wird im hiesigen Gemeindewald folgendes Holz versteigert: 17 Kiefernstämme (6 Stück Schnittholz), 21 bis 40 cm Durchm., 5 bis 12 m lang — 8,58 fm, 386 rm Nadel-Knüppel (hierunter 65 rm 8 und 4 m lang), 2970 Nadel-Wellen, 81 rm Nadel-Stöcke, 3620 Weichholz-Wellen. Die Zusammenkunft ist nach- mittags 3 Uhr beim Pstanz- garten. Großen-Linden, 13.Mai 1901 Großherzogliche Bürgermeisterei Großen-Linden. Leun. 3581 ZjO-BkrpiiWllg. Dre Gemeindejagd von Salzböden, umfassend 155 ha Wald und 20 ha Feld, soll am DieuStag dem 28. ds. Mts., nachmittags 3 Uhr, im Sitzungssaale dec Bürgermeisterei hierselbft öffentlich auf 6 Jahre verpachtet werden. Die Jagd, eine halbe Stunde von dem Bahnhofe Friedel- Hausen der Strecke Gießen- Cassel gelegen, ist gut und komnt in dersilbcn euch Rot- mild vor. Krofdorf bei Gießen, den 10. Mai 1901. Der Bürgermeister: Ltchtenthaeler. 3577 Versteigerung. Mittwoch den 15. d-. Mts., nachmittags 3 Uhr, versteigere ich dadrer im Bieker'schen Saale — Aengadt 55: 1. 8>, Mille Cigarre«, 2. einen Kleiderschrank, 8. HanS« und Küche« GerLte aller Art, sowie einen größeren Posten Schuhwaaren. NB. Die Versteigerung der Cigarren und deS Kleiderschran's findet ganz bestimmt, und der unter ad 3 aufgefübrten Sachen voraus- fichtlick teilweise statt. Meßen, den 14. Mai 1901. 01912 Seipel, G-'nck svollüeber. Stadt. Schlachthaus. Kreibavk. 3566 Hente «nd morgen: LchmWcisch 30 pfg. Der Verkauf deS Fleisches befindet sich während der Marktzeit am Eingang der großen Schlachl- viehhalle.____________________________ Vorzüglicher deutscher n. franz. Kognak ärztlich empfohlen die Flasche von Mk. 1.50 an in gut gelagerter Qualität stets vorrätig bei 413 A. & G. Wallenfels, Wein h and lang Telephon46. Markt21, Für Hotels u. Restaurants Vorzugspreise. — Prompter Versand nach auswärts. Rissige Zwiebeln zu haben heute Mittwoch 01920 Oswald» Garte«. Spitzen^Uer Art Einsätze, Tifchläufer, Jäckchen, «ragen (neueste Fa