Neste, !D Giessen. o 1246 ® Vfcf. -vU Heb«, Frankfurt a X, ® (Klarier). Hlo Salat-Satos, Schubert. ■aNee, i Beethoven ■autmaai. ihumaei. lOhubert Platz Mk. l.?L dlung tob En»t arten auch bei» r Hauödursch, lesuti. K euwlatz 11. lebrling. je (ann bie Kon= erlernen bei ntr, Ronbitorei. rtmg jilbung für gleicht. 1228 , Liebigsstaße 18. bei mir eme stellt 0468 BeMv roten bei 0450 -eine ***. tot Ollen. Sprech' )i§ 1 W _ . in^Trvrd. ojort - ^eltertoefly Etfii raa-®*5 j, Neuen-Bäue 16. unger Mann mit itmffen kann M n günstigsten 8«* Ehrling eintreten. >f. u. Uiiv.'W einen Sohn acht' elcbet gute Schul' l'SS SxS pS&«*4 1 n|f Postbezug vicrteljährl. Mk. 2.00 ohne Bestellgeld. Alle Anzeigen BermiiilungSa stellen deS Jn- und AuSlande» nehmen Anzeigen für den Uiiestene, Anzeiger entgeant. Zeilenpreiü lokal 18 Psg., auvwärlv 20 Pfg. Adresse für Depesche«: Anzeiger Gießen. FernsprcchanschlußNr.51. Amtlicher Heil. Bekanntmachung. Betr.: Ausführung des ReichSgcsrtzeS vom 28. Mai 1894 über den Schutz der Brieftauben und de» Brieftaubenverkehr im Kriege. Gemäß § 3 Absatz 2 rubr. Gesetzes bringen wir hiermit die Namen der Mitglieder des Briefkauben-Klubs Gießen, welch letzterer dem Verbände deutscher Brieftauben-Liebhaber« Vereine angehört, und somit seine Tauben der Militärverwaltung zur Verfügung gestellt hat, zur öffentlichen Kenntnisnahme. . Weinhändler Bäck rmeister Weißbiudermeister Steinstraße 72, Zahnarzt Schwan, August Forbach, Georg Rauling, Karl Jäger, Eduard Schlitt, Johannes Schmidt, Ferdinand Rosenbaum, Fritz Schreiner, Fritz Möser, Wilhelm Gießen, den Zugführer Tanzlehrer Schreinermeister Bäckermeister Mühlenbesitzer 12. Februar 1901. SelterSweg 64, Marktstraße 11, Frankfurterstr. 3, Mittelweg 1, Wetzsteingasse 31, Löwengaffe 10, Lindenplatz 3, Rodh«'merstraße12. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Der preußische Minister des Innern über die Theaterzensur. Aus dem preuß. Abgeordnetenhause, 13. Februar, wird uns geschrieben: Bei den Reichstagsdebatten über den freisinnigen Antrag auf Beseitigung der Theaterzensur hat der preußische Minister des Innern sich im Hause nicht blicken lassen, obwohl ihn diese Erörterung am nächsten anging. Statt seiner erschienen zwei „litterarisch-angehauchte" Herren von der Regierung als Zuhörer. Heute hat nun der Minister im preußischen Abgeordnetenhause, gelegentlich der Spezialberatung seines Etats, über die Handhabung der Theater- Zensur sich ausgesprochen, mit der anfechtbaren Bemerkung, für diese Angelegenheit sei der Reichstag nicht zuständig. Zur Sache polemisierte Frhr. v. Rheinbaben gegen den Abg. Dr. Müller-Meiningen (frs. Volksp.), dessen mit drastischen Zensurbeispielen illustrierte Rede ja seinerzeit im Reichstag viel Heiterkeit entfesselte. Dr. Müller-Meiningen hätte, so meinte der Minister, sich besser informieren sollen. Noch besser, noch mehr Material anführen? Dann wäre doch des Ergötzens kein Ende gewesen. . . . Frhr. v. Rheinbaben machte auch der Presse zum Vorwurf, sie erschwere der Polizei die Erfüllung der Aufgabe, „Berge von Schmutz" vom Publikum zurückgehalten. Abgesehen davon, daß in den Staaten, wo keine Zensur besteht, die Öffentlichkeit nicht umkommt in den „Bergen von Schmutz", hat die Presse doch nur gegen die Zensur ihre Stimmen erhoben, wenn anerkannte Meisterwerke, wie Tolstois „Macht d e r F i n st e r n i s" oder Björnsons „Ueber unsere Kraft" (2. Teil) von der Zensur beanstandet wurden. Von der Beanstandung eines so harmlosen Schwanks wie Blumenthal-Kadelburgs „Gestrenge Herren" ganz zu schweigen. Eine Aufhebung der Theaterzensur verlangt in Berlin die Mehrzahl der Bühnenleiter selbst nicht, um nicht nachträglich etwa von einem Verbot des Stückes betroffen zu werden. Wohl aber eine verständige, künstlerische Handhabung der Zensur. In diesem Sinne ist mit Frhrn. v. Rheinbaben zu hoffen, daß die Behörden lernen werden, ihres schwierigen Amtes zu walten. Damit sie dies lernen, bedarf es eben der dauernden Hinzuziehung von Sachverständigen. In der sich anschließenden Diskussion bedauerte sogar der freikonservative Abg. v. Kardorff, daß Frhr. v. Rheinbaben seine Erklärung nicht im Reichstage abgegeben habe, und Abg. Richter lud den Minister mit etwas ironischer Höflichkeit nach dem Hause am Königsplatz. Frhr. v. Rheinbaben erklärte, er sei ein warmer Freund der Kunst. Tas kann man ihm glauben, denn die Thatsache ist in seinem früheren Wirkungskreise, in der Kunststadt Düsseldorf, bekannt. Umsomehr sollte der Minister des Innern den Ehrgeiz haben, die Zensur ^reformieren und dahin zu wirken, daß „Mißgriffe" und „engherzige Streichungen", deren Vorkommen Frhr. v. Rheinbaben zugab, vermieden werden, und daß es nicht nötig ist, bis zum Oberpräsidium zu gehen, um. Abhilfe herbeizuführen. Nötig ist allerdings, daß die Kreise der Litteratur und ftunft für die Sachverständigen bei der Beurteilung der Stücke Sorge tragen. Daß nach der Feststellung des Ministers dies bisher nicht gelungen ist, beweist einen seltsamen Mangel an Rührigkeit und Initiative in diesen Kreisen. Aus dem Reichstage. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 13. Februar: Sang- und klanglos begann heute, nachdem man sich noch ein Stündchen mit dem Etat der Reichseisenbahnen beschäftigt hatte, die zweite Lesung der Chinavorlage. Abg. Dr. Paasche, der redefrohe nationalliberale Professor der Staatswissenschaften, nahm am Referentenpulte Platz, und vom Regierungstisch aus folgten die Staatssekretäre des Auswärtigen und des Reichsschatzamts, Frhr. v. Richthofen und Frhr. v. Thielmann, der preußische Kriegsminister v. Goßler nebst Kommissaren, sowie Offiziere vom Marineamt unter Führung des Kontre- admirals Büchsel dem Lauf der Dinge. Das Parquet zeigte die übliche Turchschnittsbesetzung. Erster Redner aus dem Hause war der Abg. Bebel (Soz.). Er wandte sich auf das schärfste gegen die von der Budgetkommission auf Antrag des Zentrums beschlossene Resolution, wonach im Friedensvertrag mit China die Freiheit der christlichen Religionsübung ausbedungen und unter den Schutz der beteiligten Staaten gestellt werden soll. Bebel sieht in diesem Beschluß die Quelle zu neuen Wirren, denn es sei — auch nach Ansicht erfahrener Chinakenner — unbestreitbar, daß zum wesentlichen Teile die Missionare an den Unruhen vom vorigen Sommer die Schuld trügen. Insbesondere Bischof Anzer habe seine Missionarstellung zu politischen Agitationen mißbraucht. (Widerspruch im Zentrum.) Bebel stellte, um die Thätig- keit der Missionare auf das religiöse Gebiet zu beschränken, den Zusatzantrag, diesen Sendboten die Verpflichtung auszuerlegen, jich weder in die wirtschaftlichen noch sozialen und politischen Angelegenheiten der Chinesen einzumischen. Abg. Graf Stolberg-Wernigerode (kons.) wies auf den nationalen Charakter der Resolution hin, die nichts anderes bezwecke, als die Wiederherstellung des früheren Zustandes. Wenn wir unsere Missionare gegebenen Falles nicht schützten, dann würden dies eben andere Mächte thun, und unsere nationale Ehre könne dabei nicht gewinnen. (Bravo! rechts.) Abg. Dr. Bachem (Ztr.) pflichtete dem bei und erinnerte dran, wie sehr Bebel den christlichen Regierungen den Text gelesen habe, als sie bei den Är- menierverfolgungen in der Türkei nicht eingriffen. (Hört! Hört!) Und nun hielt Dr. Bachem, der schlagfertige Kölner Rechtsanwalt, ein zündendes Plaidoyer zu Gunsten der geschmähten Missionare. Namens der Regierung bezeichnete Staatssekretär v. Richthofen den Antrag Bebel als höchst bedenklich. In welcher Weise sollte denn dem Antrag praktische Folge gegeben werden? Es fehle zum mindesten an den geeigneten Kontrollinstanzen. Betreffs der Zentrumsresolution bemerkte der Staatssekretär, daß man von der Wiederherstellung des früheren Zustandes füglich nicht sprechen könne, denn die alten Verträge mit der chinesischen Regierung beständen ja noch zu Recht. Im übrigen ist die Resolution der Regierung natürlich sympathisch. Eine längere Darlegung des Abg. Dr. Müller-Sagan (Frs. Volksp.) im Sinne derjenigen Bebels blieb ziemlich eindruckslos; die gegenteilige des Reichsparteilers Graf Bernstorff hatte dasselbe Schicksal. Tas Interesse an der Missionsoebatte war unbestreitbar erschöpft, doch Abg. Bebel belebte es vorübergehend durch feine temperamentvolle, einen nachträglichen Ordnungsruf provozierende Entgegnung auf die ihm zuteil gewordenen Angriffe. Abg. Dr. H i e b e r aus Württemberg (ul.) sprach knapp und markig zu Gunsten des staatlichen Schutzes der Missionare unter Würdigung des historischen Moments; nicht minder kräftig äußerte sich dessen Landsmann Abg. Gröber (Ztr.) in ähnlichem Sinne, wirkungsvoll gegen Bebel polemisierend. Die Resolution wurde schließlich nach vierstündiger Debatte unter Ablehnung des Antrags Bebel angenommen. Damit war die Chinavorlage, der Nachtragsetat für China, in zweiter Lesung erledigt. Das Gesetz betr. die Versorgung der Chinakämpfer und ihrer Hinterbliebenen wurde entsprechend dem Antrag der Budgetkommission zurzeit ab gelehnt, da die allgemeine Erhöhung der Invaliden- und Veteranengelder bevorsteht, und eine einheitliche Neuregelung des Militärversorgungswesens damit Hand in Hand gehen wird. China. Nach einer Meldung des „Reuterschen Bureaus" berieten die Gesandten in einer am 12. d. M. in Peking abgehaltenen Sitzung über die Antwort des chinesischen Hofes, in der dieser gegen die von den Gesandten verlangten Todesstrafen Einwendungen macht. Tie Gesandten beschlossen, bei ihren früheren Forderungen bezüglich der Bestrafung der schuldigen Beamten zu bleiben. Sie sprachen sich ferner dahin aus, daß es wünschenswert sei, sofort mit der Abgrenzung und Einrichtung des für die Gesandtschaften bestimmten Stadtviertels zu beginnen. — Li-Hung-Tschang machte am 12. d. M. dem russischen Gesandten v. Giers einen offiziellen Besuch. Er ist also wieder von den Toten auf erstanden. Nach einer Meldung des Generalfeldmarschalls Grafen v. Waldersee haben die Japaner der Abmachung wegen Uebergabe der Bahn Schanhai-kwan — Peking an die englischen Interessenten zugestimmt. Amerikanische und englische Berichte über Vorgänge innerhalb der Kommandobehörden der verbündeten Truppen sind immer mit Vorsicht aufzunehmen. Es mangelt diesen Quellen gewöhnlich die Voraussetzung, daß alle Befehlshaber der verbündeten Truppen sowohl in rein militärischer, wie auch gesellschaftlicher Beziehung, das Ihre thun, um dem Zweck der Besetzung und den politischen Rücksichten ebenso gerecht zu werden, wie den militärischen Bedürfnissen des Augenblicks und der Ueberlieferung der Heimat, daß es mit einem Wort dort so anständig und verständig zugeht, wie man es vor sorgsam ausgewählten Befehlshabern erwarten darf. Kleine Meinungsverschiedenheiten haben sich immer noch zur Zufriedenheit erledigt und nur zur Verbesserung der Beziehungen beigetragen. Wenn nun über Newyork von einem Zer - wür f n is zwischen dem Grafen Waldersee und dem französischen General Bailloud gemeldet wird, und zwar aus Anlaß der französischen Kämpfe bei Pao- tingfu, so wird vor allem außer acht gelassen, daß Graf Waldersee direkt mit General Bailloud gar nichts zu thun hat, sondern nur durch den Befehlshaber der französischen Truppen General Voyron Befehle erteilen kann. Alsdann ist es ausgeschlossen, anzunehmen, daß Graf Waldersee sich in die Maßregeln einmischen werde, die von französischen oder von anderen Truppen zur Sicherung der besetzten Stellungen, oft unter dem Drucke des Augenblicks unternommen werden müssen, ohne den Oberbefehlshaber ober gar einen Weltkriegsrat in Peking davon zu benachrichtigen. Schließlich ist es ganz ausgeschlossen, daß ein französischer oder anderer Unterbefehlshaber ohne Anordnung der Vorgesetzten einen so umfangreichen Zug plane, wie der, der General Bailloud zugeschrieben wird. Die Provinz Schansi mit einer Hand voll Leute zu erobern, das dürfte kein einsichtiger Mann erträumen. Von der amerikanisch-englischen Meldung bleibt also wohl nichts anderes übrig, als die Bestätigung des Zweifels in die Unantastbarkeit militärischer Meldungen über London und Newyork. — Es ist, wie zahlreiche Kundgebungen, die nicht immer an die große Glocke gehängt zu werden brauchen, beweisen, für unser deutsches Kommando und für das internationale Oberkommando eine Genugthuung, mit den französischen Kommandanten zu verkehren, wie es für unsere Offiziere und Soldaten eine der wenigen guten Erinnerungen fein wird, mit den französischen Kameraden gemeinsam thätig zu sein. Und wohl in ganz Deutschland wird es mit Befriedigung empfunden, daß diese Gefühle nicht einseitig geblieben sind, umsomehr, als die Haltung beider Regierungen in der chinesischen Frage stets völlige U e b e r e i n sti m m u n a gezeigt hat. Dies trat schon hervor, als Minister Dclcasse durch sein Rundschreiben vom 30. September v. I. die Grundsätze entwickelte, die nach Frankreichs Dafürhalten die Hauptpunkte der Friedensbedingungen in China zu bilden hätten. Valiüsche Tagesschau. Aus Berlin, 13. Februar, wird uvS geschrieben: Die Kommisfiovsberatungen über die große Kanalvorlage für Preußen haben heute begonnen. „Vielversprechend" sind bereits die heute eingebrachten Anträge, wobei insbesondere die Freikonservativen sich hervorthun durch den Wunsch einer Reihe von Nachweisungen von der Regierung, als Unterlage für die Beschlußfassung. Wenn die Regierung all dies Material glücklich geliefert haben wird, dann ist jedenfalls manche Woche dahin, obwohl die Regierung sich vorsorglich auf Auskunfterteilung gerüstet haben dürfte. Aber jede mögliche Frage läßt sich eben nicht in Betracht ziehen. Ebensowenig sind Koftanschläge für die zum „Ausgleichverlangten Wasserstraßen von heute auf morgen zu beschaffen. Und wenn schließlich jegliche $rage beantwortet ist, dann — ist eS auch noch so. Graf LimburgStirum hat namens der Konservativen erklärt: Den Mittellandkanal bauen wir auf keinen Fall. CS würde die Pein abkürzen, stellte Minister v. Thielen klipp und klar die Frage: „Soll eS dabei bleiben? Ans Anlaß des Todes des Königs ÜJlilan ist in Wien eine zwölftägigeHoftrauer angeordnet worden. König Alexander richtete eine Proklamation an daS Serbenvolk, in der es heißt: „Die Negierung MilanS bedeutete für daS Serbenvolk eine ganze Reihe von denkwürdigen, schwerwiegenden Ereignissen. Seine Thalen wird de Gelchichte würdig beurteilen. Das Serbenvolk bleibt aber M'lan ewig dankbar für die Erlanguna feiner UnabbSngigkett, für die Erweiterung der Grenzen des neuenistandenen Königreiches und für die kulturelle Wiedergeburt Serbiens." Der König spricht die Ueberzeugung aus, daS Serbenvolk werde seinen tiefen Schmerz teilen. Sin Tagesbefehl an die Armee hebt die speziellen Verdienste Milans um die Armee hervor und fordert die Soldaten auf, dem Ver- storbenen ein ehrendes Andenken zu bewahren. Sämtliche serbischen Blätter erscheinen mit Trauerrand. Das gesamte diplomatische Korps kondolierte im Konak zu Belgrad. Für das serbische Heer ist eine dreimonatliche Trauer angeorbnet Die Theater und die VergnügungSetabliffements Serbiens find geschloffen. Am Dienstag langte in Wien eine Kondolenzdepesche des Zaren an König Alexander ein, den man in Wien vermutete; sie wurde nach Belgrad weiter telegraphiert König Alexander telegraphierte an eine Wiener Persönlichkeit: „Ich bin derunglÜcklichsteMensch! Mein Theuerstes habe ich verloren!" Die erste Einsegnung der Leiche Milans fand am Mittwoch in der Privatwohnung des Verstorbenen in Wien statt. Der Kaiser Franz Josef empfing den ersten Adjutanten des Königs von Serbien, Petrowitsch, der anläßlich der Erkrankung Milans nach Wien entsandt wurde, in besonderer Audienz.____________________________________ Kolonialpost. Gefallener Offizier. Der stellvertretende Kommandeur der Kameruner Schutztruppe, Hauptmann von Schimmelpfennig. gen. v. d. Oye, macht bekannt, daß der Oberleutnant Ernst Lequis am 7. Dezember in einem Gefechte bei Wei jambaffe im Jaunde Bezirke gefallen ist. Oberleutnant Lequis gehörte früher dem Fuß-Artillerie- Regiment Nr. 15 an und ist erst im vorigen Juli nach Kamerun abgereist. Aus dieser Anzeige ist ersichtlich, daß im Jaunde Bezirke die erwartete Ruhe nicht eingetreten ist, und daß fortdauernde Kämpfe mit den Eingeborenen stattfinden. Auch die Buli haben von Neuem Anzeichen von Kampfeslust zu erkennen gegeben. Darin zeigen sich immer neue Gründe dafür, daß das ganze Küstengebiet von Kamerun eine starke Besatzung verlangt.________________________________ Deutsches Reich. Berlin, 13. Febr. Dem „Reichsanz." zufolge hörte heute der Kaiser im Homburger Schlosse die Vorträge des Reichskanzlers Grafen v. Bülow, sowie Marinevorträge und nahm die Meldungen des Botschafters Fürsten von Radolin, des Gesandten v. Alvensleben und des Generaladjutanten v. Kessel entgegen. — Zur gestrigen Tafel bei dem Kaiser und der Kaiserin waren außer dem Gefolge geladen: Fürst v. Löwenstein mit Töchtern, Prinz Schönburg-Waldenburg, Reichskanzler Graf v. Bülow, Kriegsminister v. Goßler, Generalleutnant v. Kessel, der aus Konstantinopel eingetroffen war, um dem Kaiser Bericht über die feierliche Enthüllung des dem Sultan verehrten Brunnens zu erstatten, Gymnasialdirektor Schulze und Baurat Jacobi. Nach der Tafel unternahmen Ihre Majestäten mit den geladenen Gästen eine Schlittenfahrt nach der S a a l - bürg. Heute vormittag unternahm der Kaiser mit Gefolge einen Spaziergang durch den Kurpark und machte am Nachmittag einen Ausflug nach Friedrichshof. — In der Budgetkommission des preuß. Ab - g e o r d n e t e n ha u s e s teilte Minister v. Thielen mit, er werde dafür Sorge tragen, daß die dritteWagenklasse in denSchnellzügen vermehrt werde, die Benutzung der dritten Klasse sei sehr start. — Die Budgetkommission des Reichstages bewilligte 200000 Mark für die Telegraphenlinie ins Innere Deutsch-Ostafrikas von Dar-es-Salaam nach M P a p u a. — In der K an al ko mm iss io n des preuß. Abgeordnetenhauses brachten die Abgg. am Zehnhoff und Letocha einen Antrag ein, in dem die Regierung ersucht wird, den Kostenanschlag mitzuteilen über die Herstellung einer leistungsfähigen Wasser st raße durch Begradigung des Ems- laufes von Papenburg bis Leer. Die Freikonservativen brachten eine Reihe Anträge ein, die Nachweisungen über die Folgen der Tarifermäßigungen verlangen, sowie über die Transportkosten der wichtigsten Gebrauchsgegenstände nach dem fallenden Rohstofftarif für Orte in geringer und weiterer Entfernung von den Wasserstraßen, um den Umfang der Vorteile der Wasserstraßen beurteilen zu können, ferner einen Vergleich der Transportkosten zwischen den verschiedenen Plätzen auf dem Seewege bezw. den geplanten Wasserstraßen. Ein anderer Antrag der Freikonservativen verlangt eine Nachweisung der Eisenbahnfinanzen von 1887 bis 1901. Ein Antrag des Grafen Fincken- stein und Genossen verlangt im Falle der Annahme der wasserwirtschaftlichen Vorlage einen Ausgleich für Ostpreußen vom masurischen Schiffahrtskanal abgesehen durch eine ausgiebige Vervollständigung des Bahnnetzes und erhebliche Dotation der Kreise zum Ausbau der Chausseen. — Der „Reichsanz." veröffentlicht eine Bekanntmachung des preuß. Staatsministeriums vom 28. Jan., wonach zum Erwerb der Berechtigung für den S u b a l t e r n di e n st, wo bisher eine Abschlußprüfung gefordert wurde, fortan die einfache Versetzung nach der Obersekunda genügt. — Die Verhandlungen des preuß. Abgeordnetenhauses in Sachen der jüdischen Notare beschäftigten in ausgedehntem Maße eine von den Zionisten einberufene j ü d i s ch e V o l k s v e r s a m m l u n g, die am Montag in der Tonhalle tagte. Ganz im Gegensatz zu der am Sonntag abgehaltenen Versammlung jüdischer Bürger lehnte die Versammlung es ab, Beschlüsse in der Angelegenheit zu fassen. Die Redner tadelten, daß die am Tage vorher statt- aehabte Protestversavnmlung die armen Juden nicht zugelassen und hinter verschlossenen Thüren getagt habe. Der Hauptredner, Herr Cassel, sei keineswegs als berufener Vertreter des Judentums anzusehen, wenn man bedenke, daß er seine Kinder dem Judentum entzogen habe. (Pfuirufe.) Der Referent Rechtsanwalt Schwarz bezweifelt, ob die Gemeindevertretungen zu der bekannten Eingabe an den Justiz- Minister Schönstedt befugt seien, da sie lediglich Kultuszwecke zu verfolgen hatten. Die Versammlung brachte insofern eine Überraschung, als die in voriger Versammlung gegen den Liberalismus und seine Führer erhobenen Beschuldigungen ausdrücklich zurückgenommen und bcn letzteren für ihr mannhaftes Eintreten zu Gunsten der gefährdeten staatsbürgerlichen Rechte der Juden „Tank und Anerkennung" ausgesprochen wurde. Sck)ließlich wurde eine Resolution, die die baldige Einberufung eines Deutschen Judentages fordert, mit allen gegen 16 Stimmen angenommen. Danzig, 13. Febr. Die Gemahlin des Oberpräsi- Äenten, Staatsministers Tr. v. Goßler ist heute nachmittag gestorben. Kronberg, 13. Febr. Die Kaiserin Friedrich machte in der Mittagsstunde wieder eine halbstündige Spazierfahrt im Parke von Schloß Friedrichshof. Um 4 Uhr nachmittags trafen der Kaiser und die Kaiserin auf Schloß Friedrichshof ein und kehrten nach dem Thee um 5 Uhr nach Homburg zurück. Stuttgart, 13. Febr. Pfarrer Naumann hielt hier gestern eine wirksame Rede gegen die Getreidezölle. Die Versammlung war gut besucht und nahm nahezu ein- timmig eine den Ausführungen des Redners entsprechende Resolution an. Ausland. Brüsiel, 13. Febr. Im Laufe der Beratung über das Gesetz betreffend die Spielhäuser lehnte die R^präsentanten- ammer mit 97 gegen 16 Stimmen den vom Senat angenommenen Artikel 7 ab, der das Privileg der Spiel- jäufer für Ostende uno Spa aufrecht erhält. Madrid, 13. Febr. Das aus Anlaß der bevorstehenden Vermählung der Prinzessin von Asturien gegebene Galadiner übertraf an Prunk bei weitem alles, was das onst so stille Madrider Schloß seit Jahren gesehen hat. Die Tafel war mit Sträußen von Rosen und Orchideen geschmückt, von der Decke und den Wänden hingen Blumen Gmrlanden herab, und der Hintergrund deS Saales war in einen Garten verwandelt. — Im Mittelpunkte der Stadt herrscht heute vollständige Ruhe, dagegen durchziehen kleine Gruppen die entferntesten Straßen unter den Rufen: „Sie oll sich nicht verheiraten." Es sind Vorsichtsmaß regeln für die Beerdigung des Dichters Lampoamoi getroffen. Infolge der Haltung der Regierung ist die Sprache der Blätter vorsichtiger geworden. — Bei den gestrigen Unruhen auf dem Unabhängigkeitsplatze sind 6 Polizisten und 3 Civt listen verwundet worden. Ihr Befinden ist heute besser Von den Verhaftungen wurden 35 aufrecht erhalten. — In Barcelona wurden heute Kundgebungen vor der Jesuiten-- chule veranstaltet. Die Polizei zerstreute die Manifestanten. In Villanueva y Geltrü bewarf die Menge das Haus des Pfarrers mit Steinen, der gegen den kürzlich verstorbenen Dichter Balaguer einen Artikel veröffentlichte. In Santander warfen Manifestanten gestern abend Steine in die Bureaus der katholischen Zeitung „Atalaya" und schrieen: „Nieder mit den Jesuiten!" Später gelang es ihnen, n das Kloster der Carmelitermönche einzudringen, die die Flucht ergriffen. Die Manifestanten plünderten dann noch mehrere Häuser und legten dort Feuer an, das aber von der Polizei bald wieder gelöscht wurde. Unterdessen zogen andere Gruppen nach den übrigen Klöstern und dem nschöflichen Palais und bewarfen auch diese Gebäude mit Steinen. Die Gendarmerie ging gegen die Menge, aus der Schüsse abgefeuert wurden, mit der blanken Waffe vor. Als )ie Menge an den Häusern einiger Carlisten vorüberkam, reschütteten diese die Manifestanten mit Wasser, worauf letztere Die Häuser der Carlisten mit Steinen bewarfen. Wien, 12. Febr. Das Abgeordnetenhaus begann die Verhandlung über die Dringlichkeitsanträge betr. die eventuelle Beantwortung der Thronrede durch eine Adresse und die Einleitung der Debatte über dieselbe. ES sprachen zunächst die Antragsteller Jaworski und Stransky.(Tscheche) Letzterer griff die Partei der Alldeutschen heftig an; diese trebe die Zertrümmerung Oesterreichs und dessen Angliede :ung an das Deutsche Reich an. (Großer Lärm, Widersprach iei den Alldeutschen, Ruse: Denunziant, Moskaupilger, Judenvertreter.) StranSky führte weiter aus, die Krone solle endlich erfahren, daß die gegenwärtige Richtung, welche die Herrschaft der deutschen Linken begünstige, während die deutsche Linke unter dem Kommando der Alldeutschen stehe, für den Staat und für die Existenz deS Reiches gefährlich sei. (Großer Lärm.) Nach Stransky ergriff der Antragsteller Daszynski das Wort. Nach langer Debatte lehnte das HauS die Dringe ichkeit der Anträge JaworSky und DaSzynSki auf Beantwortung )er Thronrede durch eine Adresse bezw. auf Einleitung einer Diskussion über die Thronrede ab und nahm mit allen Stimmen gegen die der Alldeutschen und der Sozialdemokraten die Dringlichkeit eines Antrags Baernreither an auf Be anttoortung der Thronrede durch eine Loyalitätskundgebung nebst der Versicherung, daß das Abgeordnetenhaus arbeitswillig fei. Bukarest, 13. Febr. In der Kammer verlas heute Carp und tm Senat MajoreSco eine Erklärung, die besagt, daß infolge der Demission des Kabinetts der König verschiedene parlamentarische Persönlichkeiten konsultiert habe. Der Führer der konservativen Partei, Fürst Cantacuzene, habe erklärt, daß bezüglich deS Steuergesetzes zwischen der Regierung und dem Komitee der Delegierten der Kammer- mreaus eine Verständigung möglich sei. Der König habe hierauf Carp ersucht, unter diesen Umständen seine Demission zurückzuziehen. Die Regierung hoffe, sie werde angesichts der schwierigen Lage beim Parlament die unbedingt notwendige Unterstützung finden. Konstantinopel, 13. Febr. Nach authentischen Informationen bübctc die Lage in Macedonien, insbesondere die Umtriebe der macedonischen Komitees bei der letzten Audienz deS russischen Botschafters beim Sultan den Gegenstand einer Besprechung. Der Botschafter tadelte die macedonischen Lokalbehörden wegen ihrer Duldsamkeit gegenüber Den Schuldigen und empfahl strenges Vorgehen gegen die Ruhestörer mit dem Beifügen, daß Rußland sich im Falle blutiger Konflikte zwischen den türkischen Truppen und Mace boniern neutral verhalten werde. Der Botschafter erklärte ferner, daß Bulgarien durch die Umtriebe des makedonischen Komitees alle Sympathien in Europa verliere. Der Botschafter berührte bei dieser Gelegenheit auch Die Frage der Weihe des Metropoliten Firmilian, indem er die bezügl. Schritte Serbiens unterstützte. New-York, 13. Febr. Cuba ist formell verständigt worben, baß Amerika drei Kohlen st ationen verlangt, nämlich Havanna, Ciensugos und Santiago; ferner baß die Anerkennung der Monroedoklrin und andere Bedingungen erfüllt werden, die mit dem amerikanischen Protektorat gleich bedeutend sind. Durban, 13. Febr. Zwischen Standerton und Greytrngstadt halten sich einige Buren auf. Sie ichken gelegentlich an der Eisenbahn Schaden an, lassen sich aber nicht tn ein Gefecht ein. French griff in der vergangenen Woche ein Burenlager bei Ermelo mit Erfolg an. 40 Buren sollen gefallen, 200 gefangen, eine große Menge Vieh erbeutet sein. Ter neue Stornier Prozeß. Könitz, 13. Februar. Der Prozeß gegen den Fleischergesellen MoritzLevy, der sich heute vor dem Schwurgericht des Lanogerichts wegen wissentlichen Meineids zu verantworten hat, weil er unter seinem Eide in Abrede gestellt hat, den ermordeten Gymnasiasten Ern st Winter persönlich gekannt zu haben, bildet in hiesiger Stadt ein großes Ereignis. Ter Angeklagte, der sich seit dem 6. Oktober 1900 in Untersuchungshaft befindet, ist 1871 zu Könitz geboren, mosaischer Religion, unverheiratet und unbestraft. Er hat bas hiesige Gymnasium bis Tertia besucht und bann bei seinem Vater, dem hiesigen Fleischermeister Adolf Levy in der Danziger Straße das Fleischerhandwerk erlernt und auch als Geselle gearbeitet Er ist ein mittelgroßer, schlanker Mann und trägt ein Plncenez. Er wirb deshalb der „Pincenez-Levy", oder auch der „Kueifer-Levy" genannt. Nach Bildung der Geschworenenbank werden die Zeugen aufgerufen und der Anklagebeschluß verlesen. Dann bemerkt der Präsident Landgerichtsdirektvr Schwedowitz, daß der Angeklagte zunächst am 22. Juni 1900 in Sachen Maß- loff Vvm Untersuchungsrichter als Zeuge vernommen worden sei. Es sei ihm vorher ausdrücNich gesagt worden, daß er das Recht habe, sein Zeugnis zu verweigern, wenn er strafrechtliche Verfolgung befürchte. Der Angeklagte habe auf Befragen gesagt, daß er den ermordeten Gymnasiasten Ernst Winter nicht gekannt habe. Auch nachdem ihm die Photographie gezeigt worden sei, habe er behauptet, er erinnere sich nicht, Winter gekannt zu haben. Angeklagter: Ich muß dabei bleiben, daß ich Winter nicht gekannt habe. — Präsident: Sie haben im Speisiger- Prozeß, nachdem Ihnen eine Anzahl Zeugen gegenüber- gestellt worden waren, gesagt, es sei möglich, daß Sie mit Winter gesprochen, zusammengestanden und sich auch begrüßt hätten. Sie hätten Ihres Wissens Winter aber nicht gekannt. Dieselbe Aussage haben Sie im Maßloff-Prozeß gemacht. — Angekl.: Ich muß auch heute dabei bleiben, daß ich ihn nicht gekannt Hude. Hätte ich Winter gekannt, so würde ich heute der Wahrheit die Ehre geben und es sagen. — Präsident: Ich habe Ihnen schon im Speisiger- Prozeß gesagt: Es ist kaum möglich, daß man in Könitz mit Menschen spricht, zusammensteht, geht und sich begrüßt, ohne sich zu kennen. — Angekl.: Ich kann nur wiederholen, daß ich Winter persönlich nicht gekannt habe. Angekl.: Ich kenne viele Gymnasiasten vom Ansehen, aber nicht persönlich. Trotzdem spreche ich mit diesen und grüße sie. Vielleicht bin ich auch mit Winter im Turn- Verein zusammen gekommen, da wir beide gute Turne» waren. — Präsident: Dann ist doch wohl anzunehmen, daß Sie Winter gekannt haben? — Angekl.: Ich kann nur nochmals versichern, daß es mir nicht erinnerlich ist, Winter gekannt zu haben. Als erster Zeuge wird der Obersekundaner M i k u l s k i aufgerufen. Er bekundet: Ich habe Moritz Levy mit Ernst Winter eines Abends zusammen gehen sehen. Ich kann mich in den Persönlichkeiten garnicht geirrt haben. Von Winter selbst habe ich nicht gehört, daß er mit dem Angeklagten verkehrte. Ich glaube, daß ich Winter dann noch einmal vor dem Levyschen Hause mit dem Angeklagten habe stehen sehen. Genau weiß ich aber das nicht mehr. Verteidiger Rechtsanwalt Sonnenfeld (Berlin): Wann wollen Sie Ihre Beobachtungen gemacht haben? — Zeuge: Das erste Mal im Hochsommer des Abends gegen 7 Uhr. Auf das zweite Mal erinnere ich mich nur noch dunkel. Das weiß ich nicht. Es ist richtig, daß ich anfänglich gesagt habe, ich hätte Moritz Levy oftmals mit Ernst Winter zusammen gesehen. — Auf Befragen des Verteidigers Rechtsanwalt Appelbaum bemerkt der Zeuge noch: Ich selbst habe mit Winter nicht verkehrt. Wir saßen auch nicht in einer Klasse. Früher habe ich einige Male mit Winter gesprochen. Er war aber sehr zurückhaltend. Zeuge Klempnergeselle Schlichter: Ich kenne Moritz Levy und kannte Ernst Winter sehr genau. Der Schriftsetzerlehrling $>ellmig hat mir Winter gezeigt und gesagt, daß letzterer der Selma Tuchler nachlaufe. Ich habe Moritz Levy mit Winter zusammen gehen und sprechen sehen. — Präsident: Wo war das? — Zeuge: Auf dem Markte. — Präsident: Weshalb haben Sie sich das so genau gemerkt? — Zeuge: Weil es mir auffiel, daß ein Gymnasiast mit einem Fleischergesellen spazieren ging. Außerdem habe ich Winter mit Levy zusammen an der Mauer- und Danziger- Straßen—Ecke zusammen stehen sehen. Auf weiteres Befragen erklärt der Zeuge: Ich habe im Dezember 1900 in der Fischerschen Zigarrenhandlung in der Danzigerstraße einen Mann getroffen, den ich für einen „Journalisten der „Staatsbürger-Zeitung" gehalten habe, da er die „Staatsbürger-Zeitung" sichtbar in der Tasche trug. Ter Mann nannte sich Wienecke. Er sagte, er müsse mich kennen und fragte, ob ich mich in meiner Aussage nicht irre. Der Zigarrenhändler Fischer winkte mir zu, daß ich nichts sagen solle. Wienecke sagte, er sei Journalist und Antisemit. Er wohne in der „Antisemitenbude" Kühn. Er forderte mich und meinen Freund, den Malergehilfen Löser, auf, mit zu Kühn zu kommen. Er wollte eine Lage Bier geben. Anfänglich haben wir uns geweigert, sind bann aber doch mitgegangen. Wienecke hat zwei Lagen Bier gegeben und mich nochmals gefragt, ob ich mich nicht irren könne, Levy mit Winter zusammen gesehen zu haben. Ich antwortete, daß ich mich nicht irren könne. Acht Tage später war Wienecke wieder im Fischerschen Laden. Wienecke sagte, wie ich dazu käme, z^ behaupten, daß er mich habe zum Meineid verleiten wollen. Ich antwortete ihm, daß ich das nicht gesagt hatte. Wienecke forderte mich auf, mit ihm eine Flasche Wein zu trinken. Ich sagte ihm: „Wie kommen Sie dazu, mit mir eine Flasche Wein trinken zu wollen? Wenn ich Journalist wäre und Sie ein Klempnergeselle, dann würde ich Sie nicht dazu auffordern." Auf Wieneckes wiederholte Einladung bin ich später mit ihm im Restaurant Malewski gewesen. Wienecke hat hier wieder Bier geben lassen; dann haben wir Billard gespielt. Ich habe Verloren aber Wienecke hat trotzdem bezahlt. r Z frt ; ch Ämter .m Speisiger- n gegenüberdaß Sie mit ! auch begrüßt iber nicht ge- M-Prozeß ge- i bleiben, daß nter gekannt, geben und es im Speijiger- an in Könitz > sich begrüßt, : wiederholen, Mruar ALL Ä*: persönlich 1 Srvtzeö Er. °ber 1900 in geboren W Sr hai ° bann bei loIf Levy in "lernt und schlanker deshalb bet 'h" genannt. J die Zeugen t’Qnn bemerkt K. daß der rachen M«ß- nmen worden worden, daß krn, wenn er Magie habe Hmnasiasten em ihm die chauptet, er vom Ansehen, lit diesen und ter im Turn- gute Turne» anzunehmen, Ich kann nur ich ift, Winten tWüsli evh mit Ernst en. Ich kann ;t haben. Von mit dem An- nter dann noch n Angeklagten as nicht wehr, eld (Berlin): icht haben? — Abends gegen nid) 'nur noch ich anfänglich Ernst Winter Nigers Achts- selbst habe । nicht in * j nter gesprWN' ch kenne Montz i Ter Schr^ qt und gesagt, sch habe Moritz ' * W; _ I .em Markt . - ienau gewerkt Wnnaswstwtt Aew habe >ch -und ME -iÄH« Äe ■ ^urnauire" j n nr die | zr'Z-Z I Nx L | dann a°e >°ß '* W Ä^tWtt ' 1 Erster Staatsanwalt Dr. Schweigger: Ist es richtig, daß Löser Sie gewarnt hat. Sie sollten sich nicht betrunken rnndjen lassen, damit Sie nicht etwa in der Trunkenheit Dummheiten sagten? — Zeuge: Jawohl, ich befürchtete Las, deshalb sagte ich zu Löser, er solle auf mich achtgeben, daß ich nicht etwa in der Trunkenheit Dummheiten sagte. — Auf Befragen des Präsidenten erklärt der Zeuge: Ich erinnere mich, daß ich Winter vielfach mit Levy zusammen gesehen habe. (Die Verhandlung dauert fort.) Aus Stadt und Land. Gießen, den 14. Februar 1901. R. Der Finanzausschuß in Gießen. Am Mittwoch weilte der Finanzausschuß der Zweiten Kammer der Lanostände bei uns in Gießen. Die Herren kamen 9 Uhr 56 Min. zugleich mit den Vertretern der Großh. Regierung, OberregierungSral Weber und Oberbaurat Klingelhöffer, mit dem Schnell- zuge von Frankfurt an und wurden vom Rektor der LanveS- univerfität. Geh. Justizrat Prof. Dr. Schmidt, begrüßt und geführt. Zunächst erfolgte eine Besichtigung der ophthalmol ogischen und der chirurgischen Kliniken, wobei die Pcosefforen Dr. vossius und Poppert die Führung über- nahmen. Hierauf fuhren alle Herren nach den Bauplätzen für die Neuerbauung der ophthalmologischen und chirurgischen Klinik, hatten sodann eine Besprechung mit Geh. Medizinalrat Pro- fessor Dr. Riegel und besichtigten weiter unter Führung der Professoren Dr. Eichbaum und Pfeiffer die veterinärmedizinischen Institute. Den Schluß bildete die Besichtigung der Universitätsbibliothek, für die gleich falls der dringend notwendige Neubau in das Budget für 1901/1902 eingesetzt ist. Hier übernahm Oberbibliothekar Profesior Dr. Haupt die Orientierung der Herren. ** Auszeichnung. Der Großherzog hat am 9. Februar dem Inhaber der Haube- und Spenerschen Buchhandlung in Berlin Dr. jur. Konrad Wei dling das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Militärisches. Dem Frhrn. v. Starck, Major und persönlichem Adjutant weiland des Prinzen Heinrich von Hessen und bei Rhein Großh. Hoheit, wurde mit Pension und der Uniform des 2. Großh. Hess. Drag. RegtS. (Leib- Drag. Regt.) Nr. 24 der Abschied bewilligt. •• Die Eisbahn an der Moltkestraße ist, wie man uns mitteilt, jetzt wieder in gutem Zustande und kann zum Teil wieder von Schlittschuhläufern benutzt werden. ** Aus dem Theaterbureau. Am Freitag geht Heinrich Laube's fünfaktiges Schauspiel „Die Karlsschüler" als volkstümliche Vorstellung zu kleinen Preisen in Szene. Die nächstfolgende Vorstellung findet erst nächste Woche Mittwoch, den 20. d. M., statt. Alsdann beginnt voraussichtlich Herr Hubert Dietzsch, erster Held und Liebhaber des Nürnberger Stadttheaters, ein auf zwei abende berechnetes Gastspiel. Der Künstler gastiert in nächster Woche im Hoftheater in Kassel auf Engagement und benutzt dabei die Gelegenheit, auch hier am Orte seiner früheren Wirksamkeit aufzutreten. Herr Dietzsch spielt hier den „Dr. MartenS" in Fulda'S Lustspiel „Die Jugendfreunde- und den „Fuhrmann Henschel". ko. Hochelheim (Kreis Wetzlar), 13. Febr. Unser Dorf wird in aller Kürze mit dem benachbarten Groß en-Linden durch eine Telegraphenlinie verbunden werden. w- Echzell, 13. Febr. Die Müllereigenossenschaft, die vor einiger Zeit hier in der Bildung begriffen war, ist mangels Beteiligung nicht zu stände gekommen. O Büdingen, 13. Febr. Heute morgen fuhren Kreisrat Jrle und Schulrat Buß über Land. In der Nähe des Bahnübergangs bei Rohrbach, unweit der Station Bleichenbach, kam der Chaise ein Güterzug entgegen (die Chausiee führt hier eine lange Strecke dicht an dem Geleise her). Der Kutscher stieg ab, konnte aber die Pferde nicht halten und das Gefährt stürzte mit den Insassen die Böschung hinunter; sich überschlagend stand der Wagenschlag nach oben. KreiSrat Jrle war an der Hand verwundet, während Schulrat Buß außer einigen Beulen nicht weiter beschädigt war. Vor kurzer Zeit erlitten dieselben Herren auf derselben Wegestrecke einen ähnlichen Unfall. Darmstadt, 13. Febr. Im Ludwig-GeorgS-Gymnasium fand gestern abend der zweite der von dem Evangelischen Kirchenbauverein Darmstadt (Beffungen) zum Besten des Baufonds veranstalteten Vorträge statt. Professor D. Dr. Gustav Krüger von Gießen sprach vor einem aufmerksamen Publikum in anschaulichster und fesselndster Weise über „Franziskus von Assisi. Mainz, 13. Febr. Gestern abend verstarb nach längerem Leiden im Alter von 74 Jahren Herr Domkapitular Josef No ft ad t. Der Dahingeschiedene war am 22. Juni 1826 zu Bensheim geboren. Die Priesterweihe erhielt er am 13. März 1850; er war Kaplan in Heppenheim und Pfarrer in Kastel und Lindenfels. Am 29. Oktober 1885 wurde er zum Domkapitular gewählt. Die Beisetzung findet am Freitag vormittag 11 Uhr vom Dome auS statt. -k- Mainz, 13. Febr. Der Teilhaber der Alzeyer Nudelfabrik, Paul Langfeld, der sich in selbstmörderischer Absicht eine Kugel in den Kopf jagte, ist gestern abend in dem Mainzer Rochushospital infolge der sich zu- gefügten Verletzungen gestorben. fc. Frankfurt a. M., 13. Febr. Die Operation des an Blinddarmentzündung erkrankten Burenoffiziers De We't wird morgen vorgenommen. ko. Frankfurt a. M, 13. Febr. Nach einer Mitteilung des „Figaro" soll das hiesige Bankhaus Rotschild auf- gelöst werden. DaS Pariser Boulevardblatt dürfte doch wohl nicht recht berichtet sein. fc. Homburg v. d. H., 13. Febr. Die Nebenbahn Hornburg - Friedberg wird am 1. Juli eröffnet. Zunächst werden täglich 6 Zugpaare verkehren, an Sonn- und Feiertagen 8 Zugpaare. Außerdem werden am Montag und SamStag je ein Arbeiterzug verkehren. — Am Bahnhof Holzhausen der ueugebautev Strecke wurde bei einer Bohrung nach Süßwaffer eine Quelle entdeckt, die stark kohlensäure- haltig ist. — Kultusminister Dr. Studt traf heute abend hier ein. — König Eduard von England wird in alle, Kürze hier erwartet, um von hier aus die Kaiserin Fried rich zu besuchen, deren Befinden neuerdings zu ernsten Be fürchtungen Anlaß giebt. DaS lokale Leiden vergrößert sich. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Die Stadtverordneten in Wetzlar haben die Gebühr für eine Radfahrerkarte auf 50 Pfg. festgesetzt. — Die Polizeiorgane fahnden in Mainz nach einem vor einigen Tagen in der Irren anstatt Ho fhe im flüchtig gegangenen gewissen Wein traut. Der Flüchtige ist einer der gefährlichsten Einbrecher, der stets einen Revolver bei sich trägt und vor einem Verbrechen nicht zurückschrecken würde. — Auf Anzeige hin wurde der in einer Stearinkerzenfabrik in Offenbach beschäftigte Gießerrneister H. nach Vernehmung durch die Darmstädter Staatsanwaltschaft wegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis zu Darmstadt verbracht. — Das Leben genommen hat sich nach dem „Han. Anz" in Hanau eine Kuh, die dort in einem Waggon auf dem Ostbahnhof ankam, um dem Viehmarkt zugeführt zu werden. Das Tier war mit einem Strick angebunden, an dem es sich den Hals zuschnürte. — Durch den Bruch des Bolzen in der Koppelung zwischen Maschine und Tender stürzte Dienstag nachmittag der den Vorspann leitende Lokomotivführer Gehrdt von Fulda, Vater von 5 Kindern, zwischen den Stationen Flieden und Elm von der Maschine und wurde vom Zuge überfahren. — Montag wurde in Treysa die Leiche eines Dienstmädchens in der Nähe der „Neuen Mühle" aus der Schwalm gezogen. — In Alsfeld wurde dieser Tage Georg Dietrich Gebauer zu Grabe getragen Im Dezember 1900 hatte er seinen 94. Geburtstag begangen. — Der Gemeinderat in Bü dingen beschloß, der Regierungsbaumeister Schmück soll beauftragt werden, ein vollständiges Projekt zur Kanalisierung mit Anlage eines Klärbeckens nebst Detailplänen ausarbeiten zu lassen. Vermischtes. • Mit dem Winter'schen Mord in Könitz hängt eine Beleidigungsklage zusammen, die fast ein ganzes Jahr zwischen dem Zahnarzt Wimmer in Berlinchen und dem jüdischen Zahnarzt Gluth in Könitz schwebte. Ersterer be hauptete in einer Berichtigung der „Neurnärk. Ztg.", nachdem diese eine Notiz des „Berlinchener Generalanzeigers", nach der durch die Auslassungen des Wimmer über die Konitzer Mordaffaire Klarheit geschaffen werden sollte, stark anzweifelte, daß Winter in der Lachgas-Narkose verstorben sei. Er habe sich selbst nach Könitz begeben, sich dem dortigen Zahn arzt Gluth als Herzkranker vorgestellt und eine Operation in der Narkose verlangt. Gluth habe diese vornehmen wollen ohne Hinzuziehung eines Arztes. Dagegen habe er sich verwahrt. Er bezeichne eine Narkose unter solchen Umständen als ein gewissenloses Spiel mit Menschenleben. Diese Berichtigung hat den Beleidigungsprozeß zur Folge, der durch alle Instanzen durchgefochten wurde, schließlich zurückoerwiesen und endlich vor der Strafkammer in Landberg a. W. zur Schluß Verhandlung kam. Wimmer wurde im vorigen Jahre wegen Beleidigung des Gluth vom Schöffengericht in Berlinchen zu 30 Mk. Geldstrafe verurteilt. Die hiergegen eingelegte Berufung bei der Strafkammer hatte Erfolg. Die damaligen Sachverständigen, SanitätSrat Dr. Friedrich und Professor Braune-Berlin, sprachen sich dahin auS, daß sehr wohl ein Zahnarzt die Lachgas-Narkose allein ausführen könne. DaS Urteil lautete dahin, daß Wimmer freizusprechen und die Kosten der Revisionsinstanz dem Kläger aufzuerlegen seien. * London, 13. Febr. Der deutsche Dampfer „Br ake", von Hamburg kommend, ist mit brennender Ladung in Oporto eingetroffen. ♦ Bombay, 13. Febr. Die Pest fordert hier wieder zahlreiche Opfer. In der letzten Woche kamen hier 2000 Todesfälle vor, davon wurden 922 der Pest zugeschrieben; doch ist die Zahl derer, welche an Pest starben, wahrschein lich noch größer. Die Eingeborenen sind ruhig. Die 8e= Pölteruna gebt wie gewöhnlich ihren Geschäften nach._______ Ktteratur, Wissenschaft und Kunst. Darmstadt, 13. Febr. In einer off entlieh en Versammlung deS Hessischen Goelhebundes, die recht gut besucht war, sprach am Montag abend Privatdozent Dr. Wtlibald Nagel über: „Johann Sebastian Bach und die Musik der Geaenmart." Eisenbahn Zeitung. ko. Darmstadt, 13. Febr. Die „N H. V " die „Frkf. Ztg." und andere Blätter brachten vor einigen Tagen die Notiz, daß die Einverleibung der Matn-Neckar-Bahn vor der Hand ad acta gelegt fei. Demgegenüber erfahren wir von unterrichteter Seite, daß di- Verhandlungen ihren ungestörten Fortgang nehmen. Preußen wünscht den Uebcrganfl oer Bahn in die Preußisch Hessisch-- Etsenbahn- a-meinschait je eher je Ibber. Arbeiterbewegung. Budapest, 13. Febr. Im staatlichen Arbettsvermittlungsbureau kam es heule zu Ausschreitungen. Ems große Anzahl Arbeitsuchender bewarfen das Bureau mit Steinen und zertrümmerten die Fenstrr und die Einrichtung. Die herdeieilende Polizei mußte, da die Arbeiter Widerstand leisteten, von der blanken Waffe Gebrauch machen und nahm ungefähr 30 Verhaftungen vor. Auf dem Wege zur Polizei' wache versuchten die Arbeiter die Verhafteten zu befreien. Es entwickelte sich ein förmlicher Sdaßenkamps, bis es berittenen Poltzci- beamten gelang, die Demonstranten zu vertreiben. Hierbei wurden wieder fünf Verhaftungen vorgenommen. Handel uud Verkehr. Volkswirtschaft. r- Friedberg, 13. Febr. DieAktten-Zuckerf-brik W-tterau hat mit ihren Lieferanten die neuen Akkorde für 1901 abgeschloffen. Danach erhält der Atkordant, der nichr nach dem Zuckergehalt der Rüben liefert, für solche mit 12V» Prozent Zucker, die er biß zum 15. November liefert 90 P'g., für diejenigen die er von da btS zum 15. Dezember liefert 95 Pfg. und für die später gelieferten 1 Mk. Rüben mit weniger als 121/» Prozent Zucker, werden nur zu einem geringeren mit der Fabrik zu oereinrarendrn Preise a genommen. Die Fabrik gibt in ben Akkordscheinen noch eingehende B-st mmungen über den Zuckerrübenoau, dte gei au etugchalten werden müffcn. Besondere Jnip.klaren werden dieZuck-rrübenselder zeitweise inspizieren, um sich zu überzeugen, ob man allen halben den Vorschriften nachkommt. Ist das nicht der Fall, so hat die Fab tk keinerlei V-rpflfätung, btt Rü'en abzunehmen. Ferner beoält si s di Fabrik vo», Rüb.n mit m ' - a s 20 P ozent Schmutz behufs orbnungsmäß ger Reinigung zu'ückzugcben. Aut Veilangen «rhätt j der ilffoitant auch noch Dom Rett g wicht 40 Prozent Futterschnitz l gratis. Hamburg, 13. Febr. Die Hamburg-^ merika-Linte beabsichtigt tm nächsten Winter einen regelmäßigen Paffagierdampfer - bimst zwischen Genua urb den Küftenp ätzen der Riviera emzur chten Ais erster Dampfer wird von der Hamburg-Ame> cka-Ltnte der hierfür g charterte Salonschnelldampfer „Eob.a" der Nordfeeltnte etngestrllt werden. Gerichtssaal. fc. Frankfurt a. M, 13. Fed'. (Kriegsgericht.) -'ln- alphabel ist der Musizier August Pohl aus Gießen vom 1. N-ff. Inf.-Regt. Nr. 87 'n Mainz. Er bat seinem Kam-raden Klee 8 Mk. unterschlagen, ist ohne Urlaub hierher nach Frankfurt gefahren und al hier dos frembe Gut ve:pulvert. Als e8 alle war, stellte er sich selbst der Polizei. Urteil: 4 Woch n Mtttelairest. Metz, 11. Frbr, Wie die „Rdetn. W.slf. Ztg." erfährt, h-t der vom Kriegsgericht zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilte Odtr eutnant Rüger beim Oberkriegsgericht b-6 Korps Berufung emadea'. Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage. Israelitische Religionsgemeinde. SamStag den 16 Februar 1901. Vorabend 515 Uhr, morgens 9 Uhr, nachmittags 3 Uhr, Sabbath- auSgang 686 Uhr. Gottesdienst der israelitischen Deligionsgesellschast. Eabbathseier am 16. Februar 1901. Freitag abend 6« Uhr, SamStag vormittag 88) Uhr Predigt, nachmttragS 8 Uhr, Sabbathausgang 635 Uhr. ®0fbennntte8bi<‘nft: morgens 7 Uhr, abends 5 Ubr. Neueste Meldungen. Berlin, 14. Febr. Ten Morgenblättern zufolge vertäutet in parlamentarischen Kreisen, das Bismarck- Denkmal vor dem Reichstagsgebäude soll am 10. Mai, dem Gedenktage des Frankfurter Friedens, enthüllt werden. — Am Abend fanden in Berlin und den Vororten 30 sozialdemokratische Versammlungen gegen die Erhöhung der Getreidezölle statt, die stark besucht waren und ruhig verliefen. — Tas auf einer Uebungsfahrt befindliche Torpedodivisionsboot D3 geriet im Sund bei stürmischem Wetter fest. Das Torpedoboot S94 geht zur Hilfeleistung ab. Waldenburg, 14. Febr. In einem hiesigen Schachte wurden 3 Bergarbeiter durch herabstürzendes Gestein getötet. Madrid, 14. Febr. Bei der Beerdigung des Dichters Campramor ereignete sich ein Zwischenfall. Nach der Beendigung der Feier zog eine Anzahl Ruhestörer vor das Nonnenkloster in der Torijastraße, schleuderte Steine dagegen und begab sich dann in die Silvastraße. Auch an anderen Punkten der Stadt sanden Rubestorungen statt. Tie Gendarmerie mußte mit blanker Waffe vorgehen. Zahlreiche Personen wurden verwundet. Die Ruhestörer schleuderten Steine gegen die Polizisten. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Kapstadt, 13. Febr. (Reuter-Meldung.) Infolge großer Zunahme der T Y p hu s e r kr an ku n g e n in ganz Südafrika wendeten sich die städtischen Verwaltungen an die Regierung mit der Bitte um ausgedehnte sanitäre Vollmachten. — Der Führer der Buren-Friedenskommission, P i e t D e w e t, der sich in Kapstadt befindet, bemüht sich, den Afrikanderbond zu veranlassen, den Buren unzweifelhaft klar zu machen, daß sie von dem Bond keine Unterstützung zu erwarten haben. Piet Tewet führt den Einfall der Buren in die Kapkolonie und den fortgesetzten Widerstand hauptsächlich auf die bei Gelegenheit des Afrikanderkongresses in Worcester gehaltenen Ansprachen, welche die Buren zu dem Glauben gebracht hätten, daß sich die Holländer ihnen anschließen würben, was letztere aber nicht gethan haben. Kapstadt, 13. Febr. Hier kamen zwei neue P e st - erkrankungen vor und ein Todesfall. Malaga, 14. Febr. Einige französische Mönche, die sich nach Brasilien einschiffen wollten, wurden, als sie die Stadt durchzogen, von einer Menge mit Pfeifen empfangen. Die Menge zog dann vor die Büreaus des Journals „Moticiero Malagueno" und schleuderte Steine da- gegen. Börsennachrichten. Berlin, 13. Februar. 4 o/o Deuteohe Grundsohuld-Bank 1 u. 2 45 50 M. 4®/o do. 8. 6/6 unk. b. 1904 45.50 „ 33. Februar 1901. Das S abtbauamt: Sckmandt 1348 Vergebung von Kauarbeiten. Die für bm inneren Ausbau nud die Abortautage des Schufhauses zu Stangenrod erforderlichen Arbeiten unb Lieferungen sollen im Wege schriftlich'n Angebots vergebe^ werden und si d Angebote bis Donnerstag den 21. Februar 1901, vormittags 10 Uhr, bet Großh. Bürgerin e ihrer Stangenrod, woselbst P äne, Voranschläge und Bedingungen zur Einsicht offen Liegen, abzugeben. Die Arbeiten und Lieferungen sind wie folgt veranschlagt: Eid« ui d Maurerarbeiten 540.19 Sleinhauerarbeiten 42.50 „ Zimmerarbeiten 181.45 M Dachdeckerarbeiten 60.— „ Spenalerarbeiten 32.50 „ Schlofferarbeiten 861.30 , Gbiserarbett n 994.06 „ Schreinerarbeitrn 2558 82 „ Weißbinderarbeitenl486.56 „ Tapezierarbeiten 51.— „ E sen- und Röhrenlieferung 45.35 „ Gießen, 13. Februar 1901. Der Großh Kreisbauinspektor: Stahl. 1340 (ftinpfrliliiitoen d ist erreicht mit meinem neuesten „KniVers««“ patent- Jistmeatat- Piaio prachtvoll in Ausstattung, wunderbar in Musik, mäßig im Preise Selbstthätige Retourrollurg der Notenrollen, letztere per Meter 80 Pfennig. 1892 Nur allein ju he^iehen von der Srma (grgriiuhttl889) Fr.Scip,Fra»hsurta.M., Kaiseistraße 77, hiredt am KaupthaHnHos. Fachmänwsche,coula'te Bedienung. ZablungSerleichterung. Seips Universum ohne Konknrrenz für Bierlokale, Säle, feinste Restaurants und CassS. Kain. Vertreter ühcrall ges. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Einen größeren Kosten Biber-Betttücher sowie 1345 baumwoll. Kolter verkaufen wir, der vorgerückten Jahreszeit halber, unter PrelA. C. Röhr & Co. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Schellfische Kabeljau in la. feinster, blulfrifcher Ware so den eingetroffen bei 296 A.& G. Wallenfels. Diarkt 21. — Fernsvrech-Nr 46 . Prima g ußsreir 0508 Nußkohlen per Gentner 1,35 Mk. Georg Schäler, Lickerst'aße 5. 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