Nr. 12 AMes Blatt. Dienstag den 15 Januar 131. Jahrgang 1901 KichmerAnzeiger Henerat-An^eiger grfdieint täftNch mit Ausnahme des Montags. Die Gießener Aamilieu ö tatter werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Heff. Landwirt" u. „Blätter für hefs. Bolkskunde- wvchtl. 4 mal beigelegt. Bezugspreis viertcljährl. Mk. 2.90 monatlich 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestelle» vierteljährl. Mk. 1.90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2.— vierteljährl. ohne Bestellgeld. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Dornt A) Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorhsr. Alle Anzeigen-Dermittlungsstellen des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pf., auswärts 20 Pf. Aints- und Anzeigeblcrtt für den Kreis Gieren. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstrahe Nr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hestische Landwirt, Glätter für hestische UollrsKunde. mumm uwati ■■■ I ! ,1 — 1,»,, ■i.-.Jr-Tn—T Adresse für Depeschen: Anzeiger Siehe». Fernsprecher Nr. 5L Amtlicher Teil. Bekanntmachung, Betr.: Die Veranstaltung vonVerlosungen innerhalb des Großherzogtums. Der Verein für Geflügel- und Vogelzucht in Mainz be abfichtigt, mit der am 2.-5. März 1901 daselbst statt findenden allgemeinen Geflügel« und Vogel Ausstellung eine Verlosung von Hühnern, Tauben, Wassergeflügel, Vögeln vud Gerätschaften zu verbinden. Die nachqesuchte Erlaubnis zur Veranstaltung dieser Verlosung ist demselben unter der Bedingung erteilt worden, daß nicht mehr als 15,000 Lose, zu 50 Pfg. das Stück, ausgegeben werden dürfen, und mindestens 50 Prozent der BruttoerlöseS aus dem Verkaufe der Lose zum Ankauf von Gewinngegenständen zu verwenden sind. Der Vertrieb der Lose ist im Großherzogtum gestattet. Gießen, den 10. Januar 1901. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ___________v. Becht old. An die Großherzogl. Bürgermeistereien der Bezirkskasse Lich. Diejenigen von Ihnen, welche noch mit Einsendung der Hundesteuer-Hebliften — steuerpflichtige und steuerfreie — im Rückstände sind, werden um baldige Uebersendung derselben et sucht. Lich, den 9. Januar 1901. Großherzogliche Bezirkskasse Lich. Nahrgang. Bekanntmachung. Das Proviant-Amt in Hanau kaust Roggen, Hafer, Pferdeheu, Roggen-Flegelstroh, Roggen-Maschinenstroh, Weizenstroh und Haferstroh gegen Barzahlung. Tie Körner müssen gesund, trocken und gut gereinigt sein, auch im Viertelliter nicht unter 179 Gramm bezw. 112 Gramm wiegen. Tas Heu muß gut gewonnen, auch grün in der Farbe sein und aus süßen Gräsern bestehen. Alle Strohsorten müssen gesund, trocken, ohne die kurzen Teile (Abfall), nicht von den Mäusen zerschnitten, lang gelegt und fest gebunden sein. Preßstroh wird nur dann gekauft, wenn solches aus gesunden langen Halmen besteht und der Abfall nicht mit eingepreßt ist. Bei Bahnsendungen ist die Adresse für den Frachtbrief: Hanau Bahnhof Nord. Ten Anstellungen von Körnern sind ungeschmeichelte Proben von reichlich ein Viertel Liter beizufügen und die Forderung frei Magazinhof Hanau zu stellen, wobei zu berücksichtigen bleibt, daß die Abfuhr von der Bahn 6 Pfg. pro Zentner Körner und 15 Pfg. pro Zentner Heu oder Stroh beträgt. Jede weitere Auskunft wird bereitwilligst von dem genannten Amte mündlich wie schriftlich erteilt. Gießen, den 11. Januar 1901. Großherzvgliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold. Auch ein Vermächtnis. Dieser Tage starb, wie bekannt, in plötzlicher und unerwarteter Weise der zweite Bürgermeister von Berlin, Brinkmann. Der so rasch Dahingeschiedene hat sich in Iden wenigen Monaten seiner Thätigkeit in der Reichshauptstadt weitgehende Sympathien in Berlin selbst und draußen im Reiche erworben, weil er durch sein Streben nach Gerechtigkeit, Objektivität und zeitgemäßen Reformen sich als ein moderner Mann im guten Sinne des Wortes erwies. Brinkmann hat zum erstenmale im Roten Hause hen Gedanken der Kommunalisierung, der V e r st a d t - lichung gewisser Betriebe, vertreten. Wir gehören nicht zu denjenigen, die das soziale und wirtschaftliche Heil in ver Verstadtlichung und Verstaatlichung der Betriebe erblicken. Ganz im Gegenteil sind wir der Meinung, daß die B u r e a u k r a t i s i e r u n g des Geschäftsbetriebs, wie er sich I als eine unabweisbare Folge städtischer und staatlicher Ge- schäftsmonopolisierung sicher einstellt, ein Hindernis gesunder wirtschaftlicher Entwickelung ist und der frischen, schneidigen Geschästsluft der Konkurrenz den belebenden Eau^rstofs entzieht. Es ist deshalb die Verstaatlichung und Kommunalisierung großer Betriebe sicherlich eine der diffi- -ielsten Aufgaben der Wirtschafts- und Sozialpolitik, und man wird im allgemeinen gut daran thun, in der Dosierung von Staats- und Kommunalsozialismus so zurückhaltend wie mir möglich ru sein. Aber man darf selbstverständlich auch herbei nicht dem Zopf, nicht dem Doktrinarismus verfallen. Venn die Mehrzahl politischer, wirtschaftlicher und sozialer Kründe in einem gegebenen Falle für Ueberführung ter Produktionsmittel an Staat oder Stadt spricht, so braucht man nicht dem „Prinzip" zu Liebe sich natürlichen Verpflichtungen zu entziehen. In Berlin aber, wo neben glänzenden Zeichen des Fortschritts Versteinerungen politischer Ideen anzutreffen sind, wollte man von jeher nie etwas auch von einem mäßig modulierten „Kommunal- Sozialismus" wissen. In diesem Karpfenteich wirkte nun der von fortschrittlichen Ideen erfüllte Brinkmann wie ein bissiger und gefürchteter Hecht. Alt-Berlin stand gegen ihn auf und er hätte jedenfalls noch schwere Kämpfe zu bestehen gehabt, wenn der unerbittliche Tod seinem Wirken nicht vorzeitig ein Ziel gesetzt hätte. Der Verstorbene hat nun Aufzeichnungen hinterlassen, die im „Berl. Tageblatt" veröffentlicht werden. Es finden sich da interessante Stellen, die Beweis genug sind, wie der Verstorbene in methodischer Selbsterziehung, unbeeinflußt von den Vorschriften der Schablone, an sich gearbeitet hat; sie thun aber auch desweiteren dar, wie praktische Thätigkeit im Dienste öffentlicher Interessen milde und versöhnlich stimmt und den Geist und die Gesinnung von den Sklavenfesseln des Partei-Schlagwortes befreit. So schreibt Brinkmann u. a.: Daß und in welchem Maße ich während meiner Wirksamkeit in Tilsit als Stadtverordneter, Politiker und überhaupt im öffentlichen Leben thätig gewesen bin, dürfte zur Genüge bekannt sein. Ebenso brauche ich wohl darüber, welcher politischen Partei ich aus Neigung und Ueberzeugung angehört, nichts zu sagen. Dagegen möchte ich bezüglich des damaligen politischen Lebens in Tilsit von meinem heutigen reiferen Standpunkt aus zweierlei bemerken: Erstens habe ich inzwischen eingesehen, daß politische Parteiunterschiede nicht notwendig zu einer solchen Entfremdung der Gemüter zu führen brauchen, wie dies dort zuweilen, hauptsächlich zur Zeit der Vorbereitung der Reichstags- und Landtagswahlen, der Fall war. Zweitens besteht für mich nicht der geringste Zweifel, daß die Opposition wesentlich von ihrer Stärke verlieren würde, wenn die Wählerschaft, anstatt mit Schlagworten bearbeitet zu werden, häufiger von solchem Männern, die nicht bloß durch Schlußfolgerungen, sondern durch die tägliche Erfahrung über die Bedeutung der Regierungsvorlagen oder der Gesetz gewordenen Einrichtungen unterrichtet sind, in möglichst objektiver Weise aufgeklärt werden würde. Eine solche verdienstliche Thätigkeit müßte allerdings von der Regierung nicht behindert, sondern eher noch gefördert werden! Wir brauchen nicht besonders zu betonen, daß wir es hier mit den Grundsätzen aller maßvollen und ehrlichen Politiker zu thun haben. Wie recht hat Brinkmann darin, daß er die Belehrung der Wähler durch Männer von Bildung und Erfahrung verlangt, um sie nicht dem tendenziösen Geschreibe eines jonglierenden Agitators auszusetzen, das vielleicht gar nicht böswillig ist, dem es aber tatsächlich an wirklichen Kenntnissen und an Praxis, die aus der Erfahrung geschöpft ist, fehlt. Die Kenntnis der Thatsachen mäßigt jede Opposition. Wie oft sind schon die größten demokratischen Schreier zu Kommunal-Konservativen geworden, wenn sie erst im Kollegium saßen! Nicht als ob sie ihre Gesinnungen geändert hätten, sie haben sich lediglich von der Macht der Thatsachen belehren lassen und sahen sich vor einen ungeheuren Konflikt zwischen ihrer papiernen Ueberzeugung und der brutalen Wirklichkeit gestellt. Darum ist es geradezu ein goldenes Wort, wenn Brinkmann verlangt, man solle die Wähler aus der Erfahrung und Praxis heraus belehren. Sein Wunsch wird nicht so leicht in Erfüllung gehen. . . . Brinkmann schreibt weiter: Die Theorie der freien Selbstbestimmung jedes Menschen, also auch des Arbeiters, war immer wieder so laut und eindringlich gepredigt, daß die entgegenstehenden, guten Absichten trotz der schon errungenen Erfolge kein Gehör fanden. Dem gegenüber stehe ich keinen Augenblick an, einerseits einzugestehen, daß ich selbst erst durch gründliches Studium und durch die mir gebotene Gelegenheit zu positiver Mitarbeit von der Notwendigkeit eines gewissen zwangsweisen Eingreifens überzeugt worden bin, andererseits aber auch das Verdienst für mich in Anspruch zu nehmen, daß ich, sofort nach Erkennung meines Irrtums, zur Beseitigung desselben durch Wort und Bild beizutragen versucht, habe. Gewiß halten wir alle an der Selbstbestimmung fest, und nichts Schlimmeres wüßten wir, als wenn das köstliche Gut moderner Kulturentwickelung, das Recht der Individualität, in der Staatsauffassung des „wissenschaftlichen" Sozialismus erstickt werden sollte. Aber so sehr wir die persönliche Freiheit über alles stellen, so nachdrücklich muß man dwch auf der anderen Seite anerkennen, daß die fortschreitende Kompliziertheit aller wirtschaftlichen Verhältnisse die ordnende, eingreifende, regulierende Hand des Staats und der Gesetzgebung bedarf. Der Zwang auch in wirtschaftlichen und sozialen Dingen ist unvermeidlich. Nur darf er nicht schablonenmäßig und nicht in Uebertreibung angewanot werden. Die Wohlthat der Freiheit darf sich nicht zur Plage der Zügellosigkeit umwandeln. Die Anwendung des „gewissen Zwanges" muß nach Maßgabe des praktischen Bedürfnisses erfolgen und unter Aufrechterhaltung des Grundprinzips der persönlichen Freiheit und persönlichen Verantwortung ausgeübt werden und zwar von Sachkennern und Männern der Erfahrung. Möchten gerade diese Worte Brinkmanns überall Beachtung erfahren und Beherzigung finden. Und zum Schlüsse sagt Brinkmann: Was dagegen bei mir auf dem gleichen Wege sich immer mehr befestigt hat, ist die Ueberzeugung, daß die Verteilung der Gewalten im Reich, Staat und Gemeinde überall und unbedingt anzuerkennen ist. Mag es puch noch so wünschenswert sein, das staatliche und gemeindliche Leben volkstümlicher auszugestalten; die bestehende Ordnung der Dinge ist unter allen Umständen von jedermann zu respektieren. Alle diejenigen, die wissen, daß der gesunde Fortschritt nur aus dem Wesen kontinuierlicherEntwick- lung erstehen kann, sehen in diesen Sätzen des freisinnigen Mannes das Anerkenntnis jener praktischen Staatsweisheit, die immer das vositive hat leisten müssen. Möchte das „Vermächtnis" oes Heimgegangenen Berliner Bürgermeisters überall dort Beachtung finden, wo der Geist der Schablone und des politischen Parteihasses seine rücksichtslose Herrschaft errichtet hat. Dann wird dieses Vermächtnis eine T h a t bedeuten. Deutscher Reichstag. Berlin, 12. Januar. Die, Aweite Beratung des Etats des Reichsamts des Innern wird fortgesetzt. Abg. Fischer (Soz.) kommt auf die 12000 Mark- Affair e zurück, die er skandalös nennt. (Der Präsident rügt diesen Ausdruck.) Ter neuliche Entschuldigungs-Versuch des Staatssekretärs Grafen Posadowsky habe die Sache nur noch verschlimmert. Ter Redner kritisiert namentlich, daß Ministerialdirektor v. Woedtke als Opferlamm vorgeschoben worden ist, und beleuchtet das Verhältnis des Staatssekretärs zum Zentralverband deutscher Industrieller, von dem gewissermaßen eine Abteilung im Reichsamt des Innern installiert sei. Es sällt mir nicht ein, dem Staatssekretär daraus einen Vorwurf zu machen, daß er Sachverständige über die Wünsche der Industrie gehört hat, aber darin ist alle Welt einig, daß es der Würde der Regierung im höchsten Maße widerspricht, wenn die Kosten für solche Unternehmungen von denen getragen werden, die den Profit davon haben. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Nur aus dieser unwürdigen Stellungnahme der Regierung heraus ist es auch zu erklären, daß ein bezahlter Agitator wie Bueck es sich herausnehmen kann, in dieser Weise von einem Vertreter der Regierung zu sprechen und ihm Undankbarkeit und Treulosigkeit vorzuwerfen. Wie lehrreich ist auch das Geständnis, daß die Kosten für die großartigen Flottenkundgebungen vom Zentralverband bezahlt wurden, d. h. von den Leuten, die an der Annahme der Flottenvorlage kolossal interessiert waren, weil durch diese den Stumm und Krupp Millionen in die Tasche fließen. Damals wurde es so hingestellt, als sei die Flottenbegeisterung die Folge einer plötzlichen Erhebung der Volksseele aus einem langen Schlase, und nun hören wir, daß sie nichts weiter war, als ein ganz gewöhnlicher Barnumschwindel. (Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) In welchem Lichte erscheint aber nach Feststellung dieser Thatsachen auch die bekannte Rundreise des Staatssekretärs Tirpitz, in welchem Lichte erscheint der Patriotismus der Flottenprofessor e(n! Sind auch diese etwa je nach der Höhe ihres Patriotismus bezahlt worden? Wenn man weiter an die angeblich kolossalen Bestechungsversuche der De Beers Compagnie denkt, so muß jeden, dem die Ehre des deutschen Namens heilig ist, ein Angstgefühl überkommen. (Unruhe rechts.) Wir hoffen, daß, wenn bei der Abänderung des Hypothekenbankgesetzes der Staatssekretär Fragebogen ausarbeiten wird, dort auch die Frage figuriert, ob einzelne Bankiers sich besonders durch Verbindung mit Oberhofmeistern und dem Hofe Vorteile zu erringen suchen. (Heiterkeit.) Durch alle diese Vorgänge ist festgestellt, daß es die Interessenten sind, die im Deutschen Reich die Gesetze machen. Vielleicht kommt die Regierung selber auf den Gedanken, daß sich bei jedem Gesetz die Frage erheben muß: Wer zahlt denn bei diesem Entwurf die Kosten? Heute ist der Staatssekretär etwas abgerückt vom Zentralverband; er muß sich da den Vorwurf der Treulosigkeit machen lassen. Wer schützt aber das Reichsamt vor dem Verdacht, daß heute blos die Agrarier an die Stelle der Industriellen getreten seien? Wie kann sich das Reichsamt gegen die Frage verteidigen, ob alle von ihm eingebrachten Gesetzentwürfe nicht nur gemacht sind, um die Arbeiter in dem bevorstehenden Kampf um die Lebensmittelzölle widerstand^- unfähig zu machen? Bueck hat seinen scharfen Angrtss gegen den Grafen Posadowsky wieder zurückgenommen, uno zwar soll dies geschehen sein nach einer Unterhaltung mit Herrn v. Miquel. Nach seinen Erfahrungen nt der Gründerzeit und bei der Tiskontogesellschaft ist dieser ja in der Thal berufen, den ehrlichen Makler zu spielen. (Heiterkeit.' Ter Redner schlägt folgende Resolution, vor: „Der Reichstag luolle beschließen: eine Kommission zu wählen zur Erforschung der politischen und finanziellen Beziehungen, die das Re ich samt des Innern mit dem Zentralverband d e r I n d u st r i e l l e n oder anderen Interessengruppen unterhalten hat, iinb darüber dem Reichstage Bericht zu erstatten". Es liegt uns fern, den Grafen Posadowsky von seinem Platz zu bringen; je länger er an seinem Platze bleibt, desto lieber ist es uns, desto mehr liegt cs im Interesse unserer Sache. (Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Staatssekretär Graf Posadowsky: Ich werde an dieser Stelle stehen, so lange ich das Vertrauen meines Monarchen besitze, so lange ich es politisch für zulässig halte, und so lange meine körperliche und geistige Widerstandsfähigkeit gegen solche Angriffe ausreicht. (Beifal! rechts.) Mich zur Sache selbst zu äußern, habe ich nicht die geringste Veranlassung. Ich habe die volle Verantwortlichkeit übernommen für das, was in meinem Amte geschieht. Wer die Vorlagen der Regierung hier vertritt, darüber zu entscheiden ist nicht Sache des öauscs, sondern Sache der verbündeten Regierungen. Ter Vorredner ist eingegangen auf eine Mitteilung, die der Generalsekretär des Zentralverbandes deutscher Industrieller gemacht hat in Bezug auf Vorgänge beim Abschluß des russischen Handelsvertrags. Ich kann dem Herrn versichern, daß mir diese Thatsachen vollkommen fremd waren, daß ich mich bemüht habe, ihre Richtigkeit zu ermitteln, und daß mir das nicht gelungen ist. (Hört, hört! rechts.) Ter Redner wendet sich gegen den Vorwurf der Arbeiterfeindlichkeit und hält daran fest, daß er die Reform des Kranken-Ver- sicherungsgesetzes wünsche. Bezüglich der Denkschrift zum Zuchthausgesetz macht er geltend, daß das Material von den verbündeten Regierungen geliefert war. Tie Veröffent- lichung sollte nur zur Beruhigung der aufgeregten Arbeiter gegenüber den sozialdemokratischen Uebertreibungcn dienen. Tag das Gesetz sich auch gegen die Arbeitgeber richtete, insofern sie einen ungesetzlichen Einfluß ausüben könnten, hat der „Vorwärts" im Jul. 1900 zugegeben in einer Bemerkung, die sich an die Vorgänge in Hamburg an- knüpfte. Es hieß in jener Nummer: „Hätten die Sozialdemokraten nrtbt gegen die Zuchthausvorlage gestimmt, so würden die Mitglieder des Hamburger Arbeitgeber-Verbandes in das Zuchthaus koiknnen!" (Zuruf bei den Sozialdemokraten: Das war Ironie!) Der Einfluß des Zentralverbandes auf den wirtschaftlich e n A u s s ch u ß be- schränkte sich darauf, daß auf dessen Verlangen die Körperschaft von der Reichsregierung und unter deren Leitung statt aus eigener Initiative von Landwirtschaft, Handel und Industr ie gebildet wurde. Redner bestreitet weiterhin, daß er das Koalitionsrecht der Arbeiter für einen Nonsens erklärt habe. Wenn jemals, was Gott verhüten wolle, an dieser Stelle ein Mann stände, der das Lob und die Billigung des Vorredners hat, so würde es nicht nur um die Existenz der bürgerlichen Parteien, sondern auch des Deutschen Reiches^ geschehen sein. (Lachen bei den Sozialdemokraten^ und Sie würden das Gefühl der Befriedigung haben, daß Sie am Ziel Ihrer Wünsche angelangt sind. (Lachen bei den Sozialdemokraten. Beifall rechts.) Abg. R o e s i ck e - Dessau (wild): Wenn auch der Reichskanzler die 12 000 Mark-Affaire als einen Mißgriff bezeichnet hat, so geht der Abg. Fischer doch zu weit, wenn er von einem System spricht. Von einem solchen kann keine Rede sein. Gewiß übt der Zentralverband auf das Reichsamt des Innern und den Staatssekretär sehr großen Einfluß aus, und- ich bin überzeugt, daß Letzterer zuweilen diesen Einfluß zu bedauern Veranlassung hat, aber das liegt in der wirtschaftlichen Bedeutung dieser Organisation der Industriellen und ihres Einflusses nicht blos auf die Mitglieder der Reichsregierung, sondern auf viel höhere Stellen Die ganze Flottenagitation auf solche materiellen Interessen zurückzuführen, ist ungerecht; der Flottengedanke war im deutschen Volke lebendig. Und die Professoren, die für die Flotte eingetreten sind, als bezahlte Agitatoren zu bezeichnen, ist der Gipfel der Ungerechtigkeit. (Unruhe bei den Sozialdemokraten. Abg Fischer: Hab^ ich nicht gesagt.) Ter Redner stimmt in Bezug auf seine sozialpolitischen Forderungen den neulichen Ausführungen Bassermanns zu, wendet sich dann insbesondere gegen die polizeilichen Verhinderungen des Streikpostenstehens, und fordert das Vereinsrecht für die Frauen. Abg. Tr. Oertel - Sachsen (kons.): lieber die unglückselige 12000 Mark-Geschichte ist nunmehr so viel geredet worden, daß wir eigentlich damit verschont werden sollten. (Zustimmung rechts.! Diese Wiederholung wirkt tätlich. Da aber die Herren jedenfalls keinen Selbst- mord begehen wollen, so müssen sie einen anderen Beweggrund haben. Sie sollten aber erwägen, daß diejenigen Parteien und Personen, welche ihnen in der Beurteilung dieser Angelegenheit ursprünglich etwas nahestanden, durch die fortgesetzten Angriffe immer weiter von ihnen abrücken, so daß sie bald die Wahrheit des seinerzeit im Reichstag gebrauchten Zitats an sich erfahren können: Doch schon in des Weges Mitte verließen die Begleiter mich. Wollen die Sperren die Stellung des Staatssekretärs unmöglich machen? Ich komme fast auf den Gedanken, daß die Herren jm Gegenteil beabsichtigen, die Stellung des ^taatsseketärs zu stärken. (Heiterkeit.) Für sie ist es ja auch der verhältnismäßig beste Mensch. (Heiterkeit.) Tr. Vertel fordert eine Ersetzung der alten Bäckerei-Ver- U burefi eine andere, die zwischen Groß- und Klein betrieben differenziert, und die Maximalarbeitszeit ersetzt. Auch wir wünschen eine gemäßigte, ruhig vorschreitende Sozialpolitik, die aber Mleich bre Mitt^ren und Heineren Betriebe möglichst schont. ^Verfall rechts.) Abg. Tr. W i e m e r (frei). Berga - wendet sich gegen Bmntradmguna der freien Silf«taffen nnd verlangt die Wahrung be? Koalitionsrechts der Arbeiter auch namentlich in Bezug auf das Streikpos enstehen. Andernfalls gebe man nur den Sozialdemokraten Waffen in bie Hand. Weiterhin warnt er im Interesse der arbeitenden Bevölkerung entschieden vor einer die Lebensrnittel mehr belastenden Zollpolitik. Tie Regierung thäte gut, das Wort Napoleons I.: Alle Revolutionen kommen aus dem Magen, zu berücksichtigen. Aber ich fürchte, daß die verkehrte Wirt sckiaftspolitik der Regierung, die bet Sozialdemokratie allem Wasser auf die Mühlen gießt, auch im neuen Jahrhundert sich nicht änbern wirb. Beifall links. Abg. Wurm (Sckz.) verbreitet sich über die Mißachtung der Arbeiterorganisationen von oben herab unter Hinweis auf Erlasse in Preußen und Sachsen, nicht mit den Arbeiterausschüssen in Verbindung zu treten, bemängelt die unzulänglichen Hserichtsstrafen bei Verstößen der Unternehmer gegen die Gewerbeordnung, die durch die Gewerbeaufsicht Komödie werde, und tritt schließlich für baldige Schaffung eines Reichsarbeitsamtes ein. Nach einer Erwiderung des sächsischen Bevollmächtigten Tr. Fischer wird die Weiterberatung auf MoytaF 1 Uhr vertagt. Politische Tagesschau. Nach dem schon erwähnten, dem Bundesrat zugegangenen Gesetzentwurf sollen die Teilnehmer an der ostafiatischen Expedition — Land- und Seetruppen in gleicher Weife — und ihre Hinterbliebenen nach den für die Schutztruppen geltenden Bestimmungen versorgt werden. Darüber hinaus sollen noch jährliche Zuschüsse an die Hinterbliebenen gegeben werden, und zwar sollen jährlich erhalten: die Witwe eines Generals (Admirals)........ 600 Mk. n ■ o Stabsoffiziers...........400 „ u „ Hauptmanns (Kapitänleutnants), Eubaltern- osfiziers oder Deckosfiziers...........300 die Witwe eines Feldwebels oder eines Unterarztes .... 426 nun Sergeanten oder eines Unteroffiziers ... 348 * „ n Gemeinen............270 jedes vaterlose Kind eines Offiziers oder DeckoffizierS ... 60 jedes elternlose , „ „ „ „ ... 75 jedes vaterlose Kind eines Soldaten vom Feldwebel abwärts . 42 jedes elternlose Kind eineS solchen Soldaten......60 der Vater oder Großvater und die Mutter oder Großmutter eines Offiziers oder Deckoffiziers je........300 der Vater oder Großvater und die Mutter oder Großmutter eines Soldaten vom Feldwebel abwärts je.....124 Die Hinterbliebenen von Beamten -sollen entsprechend versorgt werden. Das ganze Gesetz soll rückwirkende Kraft erhalten. zuuehmen, welche den Verkehrsinteressen der Stadt Mainz so äußerst schädlich ist. — Der Vorsteher des chemischen Untersuchungsamtes für die Provinz Rheinhessen, Professor Dr. Mayrhofer hier, wurde vom Bund srat als Mitglied des ReichSgesundheitSamls auf die Dauer von 5 Jahren gewählt. Mainz, 12. Jan. Bei Erdarbeiten zur Kupferbergschen Kellerei, wurde unter der jetzigen Kästrichstraße, wo sich früher das Mainzer LegionSlaaer befand, ein Münzfund gemacht, der interessant ist. Die Münzen waren zu einem Klumpen znsammenoxidiert und wurden von Herrn Kupferberg dem städtischen Museum zum Geschenk gemacht. Das AuSeinanderlösen der mit einer halten Oxydschichte zusammengebackenen Münzen, das in dem Museum vorgenommen wurde, war eine mühselige und harte Arbeit, doch gelang es, sämtliche Münzen — es waren 38 Denare (altrömische Silbermünzen) — auseinanderzulösen. Prof. Körber, der Vorsitzende dcs Vereins zur Forschung der rheinischen Geschichte und Altertümer, hat sämtliche Münzen, bis auf eine derselben fcftgestellt. Dabei zeigte sich die für unsere Gegend merkwürdige Thatsache, daß sämtliche Münzen bis auf zwei derselben, die vom römischen Kaiser Tiberius Claudius Nero (14—37 n. Chr) herrührten, der vorchristlichen Zeit angehörten. Die älteste der Münzen ist ein Dioskuren-Denar aus der Zeit von 217 Jahren vor Christi Geburt. Demnach erstrecken sich die Münzen über einen Zeitraum von über zwei Jahrhunderten, doch glaubt man, daß sie nicht viel später als im Jahre 15 n. Chr. in die Erde gekommen seien. Weilburg, 12. Jan. Seit zwei Tagen waren die Läden an der Wohnung der Briefträgerswitwe Fischer verschlossen. Nach gewaltsamer Oeffnung fand man die Frau und ihren zwanzigjährigen Sohn infolge Aus strömens von Gas leblos in den Betten. Wiederbelebungsversuche hatten nur bei dem jungen Manne Erfolg. e***1"5' s*:*. * Petersburg »eiche 6rfr lelbe^ L tu Charkow, w- «,g„ Ä- MH* Mdnte im Gouvern« Tage führte fit ihre nommentn Personen » Polizei war tritt mchtl Militär konnte erst m gefangen nehmen. Die Mehrere hundert Zeugen nach dem lknegSrecht g daiern. Aus Stadt und Land. Gießen, 14. Januar 1901. -o- Versetzungen. Es wurden versetzt: die GerichtS- affefforen Hans ult, bisher HilssgerichtSschreiber am Land gericht zu Gießen, als stellvertretender Amtsanwalt nach Ulrichstein, Döll vom Landgericht in Gießen als Amtsanwalt nach Alsfeld, Groß, bisher Amtsanwalt in Alsfeld, als stellvertretender Amtsrichter nach Fürth i. O., Löh le in n Gießen als Regierungsassessor an das Kreisamt in Heppenheim. •• Auszeichnung. Dem Großh. Hess. Geh. Kommerzienrat Röm Held zu Mainz ist der König!, preuß. Kronen- Orden 3. Kl. verliehen worden. *• Die Handelskammern zu Gießen, Harburg, Biele- eld, Hanau und Thorn, die Aeltesten der Kaufmannschaft zu Elbing, die Vorsteher der Kaufmannschaft zu Settin und daS Vorsteheramt der Kaufmannschaft zu Tilsit haben an den Reichstag die Bitte gerichtet, dem Anträge der Abgg. Gras v. Kanitz und Genossen wegen Abänderung des § 6 deS Zoll tansgesetzkS die Zustimmung zu versagen. ** Bezirks-Lehrer-Tnrnverein. Vom Lehrer Bach in Großen Linden war an die Lehrer des amtlichen Konferenz- bezirkS Gießen eine Einladung auf Samstag Nachmittag nach dem Restaurant Feidel hier zu einer Versammlung er aangen. Es wurde ein Vortrag über den „Hessischen Lehrer Turnverein- gehalten. Nach längerer Diskussion gründete ich ein Bezirks-Turnverein, der zum Vorsitzenden Lehrer Bach in Großen Linden und zum Schriftführer und Kassierer Lehrer Zöller in Watzenborn wählte. Zehn Herren haben ihren Beitritt sogleich erklärt, weitere Mitglieder stehen in Aussicht. So ist die Anregung vom letzten Turnkursus bei uns auf fruchtbaren Boden gefallen, und es ist anzunehmen, daß der neue Bezirks-Lehrer Turnverein, einer der ersten, wohl ersprießlich wirken wird. •* Die Brutto- und Netto-Einnahme des Großherzog tums Hessen an ReichSfteuern im Rechnungsjahre 1899/1900 beziffert sich auf: Zölle: Bruttoeinnahme: 10,328,083.50 Mk., zur Großh. Staatskaffe: 41,602 60 Mk., Tabaksteuer 417,677 10 Mk. refp. 15 096.83 Mk., Zucket steuer 1,404.262.40 Mk. refp. 50,155.45 Mk., Salzsteuer 1,079,127.50 Mk. refp. 12,969.02 Mk., Branntweinsteuer, Verbrauchs Abgabe von Branntwein und Brennsteuer 1,184,931 30 Mk. refp. 151,001.37 Mk., Brausteuer 1,385,510.90 Mk. refp. 208,603.80 Mk, Stempelabgabe von Spielkarten 184,064 50 Mk. refp. 9250 Mk., andere Reichsstempelabgaben 127,735.55 Mk. refp. 2554 71 Mk., zusammen 16,111,392.75 Mk. refp. 491,233 78 Mk. Mainz, 12. Jan. Ein junger Mainzer, der vor einigen Jahren als Chemiker in Wiesbaden angestellt war, ließ sich aus Abenteuerlust auf die Dauer von 5 Jahren für die Fremdenlegion in Algier anwerben. Er zeichnete sich durch seine Tapferkeit aus und brachte es zu einer höheren Charge. Als die Wirren in China ausbrachen, wurde er mit seinem Truppenteil dorthin verschifft und nahm an der Erstürmung von Taku teil. Kü zlich wurde er, da seine fünfjährige Dienstzeit beendet war, aus der Fremdenlegion entlaßen und kehrte nach Deutschland zurück. Am Mittwoch traf er hier bei feinen erfreuten Elter« ein. Als er am nächsten Morgen sich auf dem Militärburean anmeldete, wurde er sofort als HeereSunsicherer eingezogen und einem Infanterie Regiment zugeteilt. Er muß nun zwei Jahre als gemeiner Soldat dienen, obwohl er die Ernjährigen- Berechtigung besaß. Mainz, 12. Jan. In dem soeben erschienenen Jahres b ribt des ^Verein Mainzer Kaufleute- wird bezüglich der Trajektverbindung Mäinz-Kastel u. A. folgendes mngeteilt: „Sollte sich die Firma Disch nicht gutwillig zu iner Ermäßigung des Fahrpreises für den Trajektverkehr herb-ilaffen (der Fahrpreis wurde bekanntlich von 6 auf 10 Pfg. erhöht) so soll demnächst diese Angelegenheit im Landtage zur Sprache gebracht werden und die Großh. Re gie'ung ersucht werden, bei der demnüchstigen Wiederver Pachtung des Trajekts keine Vertragsbestimmung mehr auf Vermischtes. * Könitz, 13. Jan. Dieser Tage trafen der Vater und bie Schwester des ermordeten E r n st W i n t e r auf telegraphisches Ersuchen des Ersten Staatsanwalts hin hier ein. Sie rekognoszierten auf das bestimmteste das Jackett und die Weste'sowie das Stück des Taschenbuches als ihrem Sohne bezw. Bruder gehörig. An der Identität der aufgefundenen Kleidungsstücke und der übrigen Gegenstände dürfte nicht mehr der geringste Zweifel obwalten, zumal Professor Tr. Passenfuß die Schriftzüge der auf dem auf* gefundenen Zettel enthaltenen phnsikalischen Notizen als von der Hand Ernst Winters herrührend erkannt hat. Die Spielleute des Regiments Nr. 14, die während des Vormittags an derselben Stelle geübt hatten, hatten zu jener Zeit nichts Auffälliges bemerkt; erst als sie nachmittags wieder an jener Stelle (Lichtung) im Wäldchen erschienen, fanden sie die Sachen vor. Tas Jackett und die Weste lagen frei und offen am Fuße einer Tanne, während das abgerissene Stück des Taschentuches mit dem Monogramm E. W. offenbar ostentativ an einem Aste des Baumes hing. Tie Kleidungsstücke sind offenbar am Hellen lichten Tage zwischen 12 und 2 Uhr an die Fundstelle von Mitwissern des Mordes hingebracht worden. Tie Soldaten meinten, „die Sachen eien so frisch gewesen, als ob sie eben eingelegt worden wären." Es fanden sowohl in dem von dem Synagogendiecker Nossek bewohnten Lewinskyschen Hause als auch bei einem Mauerpolier S. Haussuchungen statt; sie haben nicht das mindeste zu Tage gefördert, was auf die Mörder bezw. die Verschlepper der Winterfchen Sachen schließen lassen könnte. Auch die vielen Personen, die hierüber eingehend vernommen worden sind, wußten keine Anhaltspunkte zu geben. Es weilt hier der König!. Kriminalkommissarius von Kracht aus Berlin, der mit der eigentlichen Leitung der weiteren Ermittelungen betraut ist. Tie hiesige Bevölkerung ist empört über das ostentative und provozierende Auftreten der Mordbuben und ihrer Helfershelfer. — Heute nachmittag wurden im Logengarten mitten in der Stadt die Beinkleider Winters gefunden. * In der »Thür. Montags-Ztg." lesen wir folgendes „Lehrlingsgesuch-: „Ich suche für meine Korbmacherei und Gärtnerei sofort oder später einen Lehrburschen mit besonders guter Schulbildung. Logis und Kost im Hause. Letztere sehr gut, auch reichlich. Beispielsweise erhält der Bursche bei Festlichkeiten, wenn er fleißig, willig und geschickt ist, vom Gänsebraten das Hauptstück (Kopf ohne Hals, aber mit Schnabel), wie ich in meiner Lehrzeit! Christian Spät. Deutscher Reichs-Korbmacher und Landwirt, Weimar, Brerner- ftraße 15.“ * Mailand, 13. Jan. Ter MörderKönigHnm- berts, der gegenwärtig noch hier im Zellengefängnis weilt, wird dieser Tage in das Bagno von Portolongone übergeführt werden. Tie Reise dorthin wird er während der Nacht an Händen und Füßen gefesselt, antreten. Sein neuer Aufenthaltsort erhebt sich auf einem steilen Felsen, der ins Meer vorspringt, und erweckt den Eindruck einer Grabstätte. In seinen langen Mauern sind die Zellen für die Einzelhaft eingebaut, die 2 einviertel Meter breit, 4 Meter lang und 3 Meter hoch sind. Ein winziges Fenster öffnet sich von unten nach oben. Tie Zelle ist durch eine chwere, eisenbeschlagene Thüre, und durch ein Eisengitter verschlossen. Eine enge Galerie läuft außen an den Zellenmauern entlang, von wo aus die beständig im Dienst wechselnden Wächter die Gefangenen durch Gucklöcher beobachten. Tie dort gefangen Sitzenden sind aus der Zahl der Lebenden so gut wie gestrichen. In Portolongone ist auch der Anarchist Acciarito, der früher einen Mordversuch auf König Humbert unternommen hatte. Er ist heute bereits halbtoll, ein Schicksal, das jeden der dort Inhaftierten ereilt, es sei denn, daß der Tob ihn frühzeitig von aller Pein erlöst. . * Fiume, 13. Jan. Hier ist ein vollständiger Witterungsumschlag eingetreten. In Abbazia herrscht FiuhlingSwetter bei 28° C. in der Sonne. * Budapest, 13. Jan. Der dcs Kassenraubes beschuldigte Ulanen Oberleutnant Diossy hat sich freiwillig der Militärbehörde gestellt. * Belgrad, 12. Jan. Der Pfarrer Minitsch ist verhaftet worden, weil er den Kreispräfekten Protitsch aul G s9ezah|le? NSsjS verblau, 13.Jan. ( Soenütae M Inn Rrh Verso« brt UntiToHtjiti JUjitntnt Kurfürst' ungtn, ooi^illtewtbilg« £ Untergebener zu vemtwo t ü:i au5 ihtngn Borges.tz« idafltn übel jus-hte, die li auf stiae Fisgui gaben, rnnanitm* - wie er sich Mitteln: Er ließ die |u $ «j ihm gerade pche, In. Ihm Püjse und Ohrfeh »ob ihm wegen falscher ^al metallenen tzübelscheil Wmplch wurde wtgtn tim krivpe gebunden und tni deria arg unler dm Mi warde doch wtltiu! im | an^tl tjla mit Zitufatont M Am gerinMlgea M M« Ohren off» ju Hilten*, c 1900 der Kaiser na: «Wi M obuftin Kriegs wbi er Dom Lngtk.ialri (21. November) drückte ih •8ÄIe iu!°mmen. E l ? einem Klo Ä S Sendung M weil er die k ^'ie, eine Maulschelle l ■ÄV“ Hetzen, b'schlo n lur 8nidi SiÄJ •« 22. No e -Kr-.r SäÄ Beklit, 1901 Ä uigen dkj änLm M (°Nt ber Tit. 7. ~ 457.491, 49 ^2 LZ? 5h i ^^ttelbep ben u . Pr enss. Renten-Ver sicherungs-Anstalt Im Jaftren?838. zu Berlin, Kaiserhofstr. 2. Su"™S!m. Bis Ende 1900 ausgezahlte Versicherungsbeträge: 97 Millionen Mk. Rentenversicherung 598 zwr Einkommens-Erhöhung und Alters-Versorgung. Kapital versicherunff für Aussteuer, Militärdienst und Studium. ^"•rtreter: Chr Emil Derachow, Frankfurt a.M., Kaiseratr. 14,Kaiserpl. Lit. T. Lit. dieser 'Schuldverschreibungen gebracht, daß die Einlösung derselbe« 570 Q. Nc. 24, 41, 170, 195, 199 und 245 A 100 Mk. R. Nr. 85, 116, 160, 268, 283, 810, 333 A 200 Mk 8. Nr. 60, 71, 113, 147, 164, 339, 396, 417, 421, Jan. Furchtbare Schnee- tn der frrim, im Kaukasus und Lit. Lit. Lit. bei der Stadtkaffe Gießen bei der Mitteldeutschen Creditbank ln Frankfurt a.M. bei der Deutschen Genossenschaftsbank 457, 491, 494, 507, 510 A 500 Mk. Nr. 5, 26, 81, 209, 240, 254, 284, 299, 313, 317, 323, 336, 380, 449, 501 A 1000 Mk. Rr. 62, 105, 172, 174, 230, 268 A 2000 Mk. wird dies mit dem Ansügen zur Kenntnis der Besitzer Gießen, den 11. Januar 1901. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. U. Es Bekanntmachung. Bei der in der gestrigen Sitzung der Staotoerordnetrn- Versammlung vorgenommene« planmäßigen Verlosung der am 15. Mai 1901 zur Rückzahlung kommenden Schuldverschreibungen des Anlehen» der Stadt Gießen vom Jahre 1896 sind folgende Stücke gezogen worden: Quarantäne gestellt. * Petersburg, 13. stürme wüten andauernd Miodrag durch den Jnfanteriekorporal Ludimaz hat ermorden lassen. • Bukarest, 13. Jan. Wegen der Pest in Kon stantinopel ist aller Passagier und Warenverkehr dorthin eingestellt worben. Der Oiientexpreß und der Ostendexpreß ist zwischen Buzen und Konstantza, sowie der Marineoienst zwischen Constantza und Konstantinopel suspendiert worden. Falls Bulgarien nicht sofort ebenfalls eine strenge Quarantäne einführt, wird auch der Verkehr mit Bulgarien unter Gerichtssaal. vreSlau, 13. Jan, Ein arger Soldatendrlller halte sich am DonaerStag vor htm Kriegsgericht der elften Division fn der Person deS Unteroffiziers Karl Barton vom Leib-Kürasfier- Aiegiment „G.oßer Kurfürst" wegen vielfacher vorsätzlicher Beleidig UNgen, oorschliftSwidriger Behandlung und körperlicher Mißhandlung Untergebener zu verantwo ten. Barton wird von den Zeugen als ein überaus strenger Borges hier geschildert, der insbesondere den Mannschaften übel zus tzte, die in der Jnstruktionsstunde falsche Antworten auf seine Fragen gaben. „Um seine Leute zur Aufmerksamkeit zu ermuntern" — wie er sich ausdrückte —, griff er u. a. zu folgenden Mitteln: Er ließ die zu Best äsenden kürzere oder längere Zeit, wie ui ihm gerade paßte, in Kniebeuge stehen, oder aber er oers.tzie ihnen Püffe und Ohrfeigen. Der Kürassi r Linke I bekam einmal von ihm wegen falscher Haltung beim Lanzenstechen Schläge mit der metallenen Säbelscheide über die Finger, und der Kürassier Wippich wurde wegen eines andren Berschens an eine Pferde- krippe gebunden und mußte Heu kauen. Hatte schon der gesamre BerM arg unter den Mißhandlungen d-S Angeklagten zu leiden, so wurde doch weitaus am schlimmsten dem Kürassier Zorn von ihm mstgespielt. In zehn Fällen wurde Zorn nachgewiesrnermaßen vom Angel agten mit Titulaitonen wie: Bulle, Saumade, Aas rc. belegt, bei jedem geringfügigen Anlaß aeohrfeigt und gepufft oder „um ihm die Ohren offen zu halten", an den Ohren gerissen. Als am 16. November 1900 der Kaiser nach BreSIau kam, gehörte Zorn mit zur Eskorte deS obersten Kriegsherrn; «eil er etwa« spät dazu antrat, wurde er vom Angek agten geohrfeigt. Am Butz- und Bettage (21. November) drückte ihm der Ang>klagte mit beiden Händen die Kehle zusammen. E n anderes Mal hieb er auf ihn beim Voltigieren mit einem Klopfstock ein, wie er zum Einreiten der Remonten Verwendung stöbet, und am 22. November gab ihm der Unteroffizier, weil er die Schuppenkette am Helm nicht hoch gewacht hatte, eine Maulschelle, daß Blut floß. Um all den Mißhand lungen zu entgehen, beschloß Zorn endlich, weil er sich fürchtete, den rohen Vorgesetzten zur Anzeige zu bringen, Selbstmord zu verüben, et schlich sich am 22. November auf den Heuboden und stach sich sein Taschenmesser tief in Hals und Brust. Lebensgefährlich verletzt wurde er aufgefunden und in das Garnisonlazarett geschafft, wo er heute noch schwer krank daniederliegt. Der Leumund deS Zorn war der denkbar beste, er hat sich freiwillig zur Kavallerie gefüllr ge habt, und nie war ihm der Dienst zu schwer oder zu viel Ba ton, der bis dahin die Mißhandlungen seiner Leute entschieden bestritten hatte, machte angesichts deS etbtürfenben Beweismatertals vor Gericht das Geständnis, daß er sich Uebergriffc habe zu Schulden kommen lasten. DaS Kriegsgericht verurteilte Bat ton wegen vorsätzliche» in Fra» kfurt a. M. erfolgen kann, sowie daß die Verzinsung mit dem 15. Mai 1901 auf hört. Südwesten von Rußland. Der Eisenbahnverkehr erleidet große Störungen. In den bessarabischen und taurischen Steppen sind gan^e Dörfer vom Schnee verweht. Viele Menschen werden vermißt und täglich werden zahlreiche Erfrorene aufgefunden. In Taurien wurden hunderttausend Schafe vom Schneetreiben überrascht. Dieselben sind jedenfalls umgekommen. Heber die Schäfer fehlt jede Nachricht. Das von der Regierung abkommandierte Militär vermag nur wenig zu helfen, da die frei gelegten Wege sofort wieder zugeweht werden. * Charkow, 13. Jan. Ein großer Sensationsprozeß gegen eine Räuberbande, die von Personen in hervorragender Stellung geleitet wurde, hat seinen Anfang ge nommen. Die Bande, die 150 Köpfe stark war, raubte unb plünderte im Gouvernement Charkow. Sogar am hellen Tage führte sie ihre Neberfälle aus. Bon gefangen genommenen Personen wurde hohes Lösegeld erpreßt. Du Polizei war teils machtlos teils bestochen. Das aufgebotene Militär konnte erst nach heftigem Scharmützel die Bande gefangen nehmen. Die Anklageakte umfassen neun Bände. Mehrere hundert Zeugen sind vorgeladen. Der Prozeß wird nach dem Kriegsrecht geführt und dürfte mehrere Wochen dauern. tage trafen der Vater n ErnstVinter auf Staatsanwalts hin hier bestimmteste das Mett Taschenbuches als ihrem der Identität der auf- ;r übrigen &egenftänbe weifel obwalten, zumal tzüge der auf dem auf* alischen Notizen als von erkannt hat. Tie Spielährend des Vormittag? tten zu jener Zeit nickt? Mttags wieder an jener Schienen, fanden sie die este lagen frei und offen ls abgerissene Stuck bei i G. Ä offenbar oftei> s hing. Die Feit» lichten Tage zwischen Nitwifsern des Mordes meinten, „dre Sachen eben eingelegt worden a von dem Synagogen- chen hause als auch bei M statt; sie haben mcht äs aus die Mörder bezw Lachen schließen laffen die hierüber eingehend keine Anhaltspunkte zu iminallonmissarius von iaentlichen Leitung der Tie hiesige Bevölkerung Sier - decke u* tuen in der Stadt d>. g» [eitti wir f°t9'nbe’ %r meine Sorte*1 L«i«°^een. er w-hren» .ortbl” »erd er £el, geftlPL Sen S-li» b« « Si"de/, Uhr: „Flachsmann als Erzieher"; abends: „Der Le-ibalte". Montag, 21. Jan.: „Emilia Galotti". *) Wenn nicht anders bemerkt, Anfang 7 Uhr. Kunde! und Verkehr. Volkswirtschaft. Finanzielle Rundschau. Von einem lebhaften Börsenverkeh ist nach wir vor nichts zu merken, so baß die betreffenden Gerückte eigentlich mit ihrer Charakterisierung der TageSveränderungen nu einer gewissen Form genügen. Alle angegebenen Motive, w'e Steigen ober Fallen der Kurse an der Newporter Börse, bessere Nachrichten au8 China, Jnduüriehcsinungen wegen der Handelsverträge rc. treffen den eigentlichen Börsenverkehr gegenwärtig nicht. Denn derselbe ist eben hierfür zu klein. Das Reforrngesitz hat unsere alte Organisation unterbunden und an deren Stelle eine Spekulation -urückgelassen, b e es vorzieht, lieber die Chancen im Auslande für sich auSzunützni. Siebe vor allem den amerikanischen Sharesmarkt, den unsere spekulativen FaiseurS und auch Bankiers in einer Weife frequentieren, daß ihre Käufe offenbar schon mit ein Element der Haussebewegung geworden sind. ES sind dabei Unsummen von Zwischenvergü ungen zu bezahlen, von denen die deutsche Maklerwelt nichts spürt. Der Geldsatz bet uns befindet sich in der eigentümlichen Lage von London unabhängig sein zu muffen, ba die abnormen Verhältnisse deS englischen Geldmarktes ja in dem Prioatdiskonto drüben stark genug zum Aus druck kommen. Ist eS doch so weit gekommen, daß wir heute a offenen Markt über ein ha des Prozent niedriger diskontieren als dieß in der City der Fall ist. Ganz gleich, ob die Bank von England den Geldsatz drüben künstlich verteuert, um bei ihrer offiziell erhöhten Rate nicht die Kontrolle über den Wechselmarkt zu verlieren, so ist dies 'och eine Situation, die alle Aufmerksamkeit verdient. Sicher ist, daß der Transvaalkrieg und China noch viele Mittel erfordern werden, unb daß Amerika wohl in erster Reihe dazu berufen sein wird, englische SchatzbondS auszumhmen. Schon au9 diesem Grunde wären wir nicht tn der Lage, in Newyork ein Anlehen zu machen, obgleich die Sensationsnachrichten von deutschen Verhandlungen dort üb r 600 Millionen Mark neuer preußischer KonsolS oder Reichsanleibe schon in sich zusammensällt. Das find Summen, b e Deutschland weder augenblicklich brausst, noch selbst zu bet weit kleineren Beträgen in einem fremden Lande aufnehmen würde. Wit sind nicht wie England in einem kostspielig n und blutigen Krieg begriffen, der ein schweres Defizit Hervorrufen muß. Bei uns würden vielmehr unsere leitenden Finanzmänner einen überaus schweren Stand haben, sich wegen eines solchen Appells an das Ausland vor der öffentlichen Meinung zu rechtfertigen. Von anderen neuen Staatsanleihen verlautet genug Hessen, Bayern, Baden und Sachsen suchen ihren Geldbedarf rasch zu befriedigen, woraus hervorgeht, daß eine besondere Zuversicht zu der heutigen Haltung des Publikums betreffs Kapitalsanlagen noch nicht allzu stark vorhanden ist. Ist man doch von früher her rfUt zu sehr gewohnt, solche Anläufe des Publikums wieder rasch verschwinden zu sehen. Das Gehen des Herrn v Miquel ist noch keineswegs so sicher, wie dies verkündet wird. Unter Umständen würde der Rücktritt dieses Mannes Schlimmeres bedeuten, als ein einfacher Erfolg für die Kanalvorlage, die, nach alten Vorgängen zu urteilen, durchaus noch nicht so sicher ist, wie dies der Thron. Bekanntmachung. Mit Bezugnahme auf die Bestimmungen in § 25 ber W-hrorbnung werben alle im Jahre 1881 geborenen Militär pfl'chtigen, sowie bie in früheren Jahren geborenen, welche sich noch nicht zur Musterung gestellt ober welche hinsichtlich ihrer Verpflichtung zum Eintritt ober ihrer Befreiung vom Militär, dienste noch keine definitive Entscheidung erhalten und entweder in Gießen ihrer; gesetzlichen Wohnort haben, ober als Studenten. Gymnasiasten und Zöglinge anberer Lehranstalten, ober als Haus- unb Wirtschafrsbeamte, Handlungsgehilfen, Lehr iinge, Handwerksgesellen, Dienstboten, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft sich dahier aufhalten, hiermit ausgefordert sich behufs Eintragung ihrer Namen in die Rekrutierungs- ftammrolle in der Zeit vom IO. bis 20. Januar d. I bei der Bürgermeisterei dahier im Zimmer Nr. 13 zu melden und dabei, wen« sie dahier nicht geboren sind, ihren Geburtsschein, welcher von dem betreffenden Stand-Samt zu erwirken ist, und, wenn sie bereits bei einer früheren Musterung konkurriert haben, ihren Losungsschein vorzulegen. Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß diejeniqm, welche die Anmeldung unterlassen, sich zu gewärtigen haben daß sie mit einer Geldstrafe bis zu 80 Mark oder mit Hast bis zu drei Tagen belegt, von der Teilnahme an der Losun.. ausgeschlossen und ihrer etwaigen Ansprüche auf Zurückstellung u. s. w. für verlustig erklärt werden. Bezüglich der zur Zeti ier Meldefrist abwesenden Militärpflichtigen sind deren E lern, Vormünder, Lehr«, Brod« ober Fabrrkherren zu diesen An Meldungen verpflichtet. Ferner wird bemerkt, daß Gesuche um Zurückstellung von Militärpflichtige auf Grund des $ 32, pos. 2, lit. a, b, o, d, e, f und g der Wehrordnung recht- zeitig bei der Bürgermeisterei dahier vorzubrmgen find, da verspätete Gesuche keine Berücksichtigung finden. Gießen, den 3. Januar 1901. 378 Der Bürgermeister: I. V.: Wolff. rebe nach vielleicht g-chofft werden könnte. Die Rede des Grafen Bülow bezüglich der Berücksichtigung d>-r Landwirtschaft unb ber Industrie bei ben Handelsverträgen ist von ber Börse ganz augenscheinlich zu hoch eingeschätzt worben. Berlin, 12. Jan. Ein neueL Opfer deS Krachs der Epielhagen- Banken ist die alte Berliner Seifenfabrik von Franz Spielhagen qetootben Die Inhaber derselben sind zur Z it Franz Otto Spiklhagen J1, . Slbolf Spi lhagen. Ueber das Vermögen dieser Handelsgesellschaft rst heute der Konkurs eröffnet worben. Märkte. Grünberg, 12. Jan. Fruchtmark!. Durchschnittspreis pr» 100 Kilo. Merzen 15,80 Mk., Korn 14,80 Mk., Gerste 13,44 Mk., Hafer 3,00 Mk., Erbsen 00,00 Mk., Linsen 00,00 Mk., Samen 00,00 Mk., Kartoffeln 0,0" Mk Auszug ans -cn Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getraute. MartbäuSgemeiud» Den 6. Januar. Karl Heinrich Dietz, Postbote zu Darmstadt, unb Wilhelmine Elisabeth Kalharine Henriette Weber, Tochter des Zugführers Johannes Weber zu Gießen. Getaufte. MatthäuSgemeinde. Den 6. Januar. Dcm Schriftsetzer Richard Lehmann ein Sohn, Karl Ludwig geboren den 17. November. Den 6 Januar. Dem Schriftsitzer Hugo Weber ein Sohn, Rudolf Richard, geboren den 3. Dezember. LukaSgemeinde. Den 6. Januar. Dem Jnstrumentenhändler Franz Arthur Eyserb ck ein Sohn, Maximilian Albert Arthur, geboren den 22. November. Denselben. Dem Hellenmeister Ludwig GeiSmar ein Sohn, Ludwig Martin Emil, geboren den 27. November. Militärgemeindc. Den 7. Januar. Dem Vizefeldwebel Heimich Becker, Zwillingstöchter, Friederike und Margarethe, geboren den 11. Dezember. Beerdigte. MarkuSaernervde. Den 6 Januar. Wt Helm Bou färbe, Sohn des Postschaffners Heinrich Bourkarde, 5 Jahre alt, starb den 3. Januar. Den 9. Januar. Katharine Schmidt, geb. Balser, Ehefrau bt3 Taglöhners Heinrich Schmidt, 38 Jahre alt, starb den 7 Januar. Militärgemeinde. Den 7. Januar. Elise Gonker, geb. Schmidt, Ehefrau deS Re^i- mentSschneiders Va'entin Gonter, 34 Jabre alt, starb den 4 Januar. Ein wohlbekömm- liches Frühstück ist vo« größter Wichtigkeit. Wer Bohnenkaffee trinkt, sollte stets eine« großen Zulatz von Kathreiners Matz- ttaffee nehmen, den« dadurch wird der Kaffee viel öeffer «vd vekömmticher. AVer nut ber „Kathreiner" in ptom- Sierte» Paketen ist echt und von kaffee- arligem Hcschmack. 608 Frauenleiden Von Ärztlichen Autoritäten glanzende Lr- foige erzielt mit „Sanatogen Zu haben in Apotheken und-Drogerien. Bauer & Cie., Berlin SO. 16. Bekanntmachung, betr.: Die Heichelheim'sche Stiftung. Aus obiger Stiftung sind am 27. April d. I. die halbjährigen Zinsen mit 525 Mk. an eine in Gießen wohnhafte würdige und bedürftige christliche Familie oder Person zu vergeben. Anmeldungen werden von heute an bis 20. Februar ar. auf dem Büreau des Armenamtes — Zimmer Nr. 2 — ent» gegen genommen. Gießen, am 3. Januar 1901. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff. 486 Ortskrankenkasse Gießen. Vom 1. Januar 1901 ab können die in Gießen wohnenden Mitglieder unserer Kasse nebst deren Familienangehörigen folgende Aerzte zu Rate ziehen: 1. für Gießen: a) Herrn Dr Zirrher, Westanlage 85. Sprechstunden: vormittags von 8 bis 9 Uhr, nachmittags von 2 bis 3 Uhr. Sonntags nur von 8 bis 9 Uhr vormittag». b) Herrn Dr. Ploch, Asterweg 9. Sprechstunden wie Herr Dr. 3 in ff er. c) Herrn Dr. Hanau, Nordanlage 21. Sprechstunden: vormittags von 9 bis 10 Uhr, nachmittags von 2 bis 3 Uhr. Sonntags nur von 8 bis 9 Uhr vormittag». Der Arzt darf während einer Krankheit nicht gewechselt werden. Der Vorstand der Hrtskrankerikasse Kießerr. 435 Dahmer, Vorsitzender. Schutzmarke kXFOr . ■ V 4 ▼ 'S- ungüschr. bew. Erlang eines starken Haar- und Bartwuchses, und Ist allen Pomad., Tlnkt. nnd -Bals, enlsch. vorzu- zlehen, durch viele Dank- u. Anerkenn- Arzflich empfohlen liiederlagen durch Plakate ersichtlich Beste Kinder- rawwi Hohenlohe'»*« Hafer-Mehr 1 ahnschmerz BÄ hohler Zähne beseitigt sicher sofort „Kropp* Zahn- watte“ (20°/, Carracrol watte) A Fl. oo Pfg. nur echt in der 27" l»rogerie Anv. Neil. C. Röhr & Co. Gtetze«. Spezialität: Kinderbetten und i Erstlingswäsche. Jlluftr. Kataloge gratis u. franko. Dausverkauf. Ein in der Hauptstraße gelegenes Hau- mit neu erbautem Nebengebäude und Hofraum ist Familien- verhältniffe halber unter günstigen Bedingungen alsbald tu versaufen Näh. zu erfr. Nordanlage 31,1 /Gebrauchter Herren- und Damen-Schreibtisch, fast neu, für 70 Mk. zu ve> kaufen. 550 S-lter-weg 77. 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