Nr. 294 Erscheint täglich mrt Ausnahme des Montags. Die Siebener ZamUien- rlaner werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem »Hess. Landwirt" und den .Blättern für hessische Volkskunde" viermal wöchentlich beigelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Tchulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger (Stetzen. Fernsprechanschluß Nr.SI. Zweites Blatt. 151. Jahrgang. Samstag 14. Dezember 1901 GiehenerAnzeiger w General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Annahme von Anzeige« au der für den folgenden Tag erscheinenden Nr. bis vormittags 10 Uhr. Alle Anzeigen-Vermitt- lungsstellen des In- und Auslandes nehmen Anzeigen entgegen. Zeilenpreis: lokal 12Ps* auswärts 20 Psg. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Universitäts - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich für ten allgemeinen xcil: P. Wlttko; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Der achte Jag der Zolltarisdebatte. ^nl‘cr . parlamentarische Mitarbeiter schreibt unterm 12. Dezember: achtzehn Namen weist die Rednerliste zum Zoll- tamsentwurs aus. Heute soll oer Reichstag in die Ferien gehen, soll dieser gründlichen Diskussion das Ziel gesetzt werden. Mit zwei Stunden „Vorsprung" gegen den sonstigen Beginn der Sitzung glaubt man es erreichen zu können. Bereits zu 11 Uhr vorm. ist der Reichstag geladen- Aber was sind Hoffnungen, was sind Entwürfe — wenn das Schreckgespenst der „Obstruktion" umgeht! Bald erzählt man sich allenthalben im Saale, die äußerste Linke plane zwei p^Ubntliche Abstimmungen, eine über den Antrag aus Schluß der Debatte, einen anderen über die Verweisung E Zolltarifs in die Kommission. Dabei werde sich die deschlußunfähigkeit des Hauses Herausstellen, folglich die Vorlage in schwebender Pein verharren müssen bis ins neue Jahr, um dann als Objekt für weitere Obstruktions-Versuche zu dienen. - . . Unter solchem Meinungsaustausch hat natürlich der erste Sprecher, Abg. Dr. P ach nicke, ziemlich empfindlich zu leiden. Die Aufmerksamkeit ist recht geteilt- Schon zwei Wortführer sind von der freisinnigen Vereinigung entsandt worden. Dr- Pachnicke braucht ungefähr anderthalb Stunde zur Darlegung seiner Ansichten, die dem Zolltarif nicht eben wohlwollend gegenüberstehen. „Einer Vorlage, die soweit abweicht von der Aufgabe, die Lebenshaltung der Arbeiterschaft zu erleichtern, welche handelspolitische Schwierigkeiten an allen Ecken und Enden erzeugen muß, setzen wir einen entschlossenen Widerstand entgegen!" Der Staatssekretär des Innern Graf Posadowsky ist den Zolltarif-Debatten von Anfang an mit unermüdlicher Aufmerksamkeit gefolgt. In einer großen, hervor- rugenden Rede beschäftigt er sich mit den Einwendungen, die von den verschiedenen Seiten gegen den Entwurf erhoben worden sind. Zunächst erläutert Graf Posadowsky iri klarer und besonnener Weise, wie der Zolltarif entstanden ist. Mit Wärme nimmt der Stellvertreter des Reichskanzlers — Graf Bülow erscheint im Verlaus der Rede — insbesondere den Wirtschaftlichen Ausschuß inSchutz. $on einem Animieren zu höherer! Zöllen in diesem Ausschuß sei gesprochen worden. Wenn ein Sachverständiger in den vorgelegten Fragen diesen Anreiz gesehen, so habe der das Wesen der Sache nicht verstanden. Die Jndustrie- zölle verfolgen ein sozialpolitisches Ziel: dem deutschen Arbeiter vermehrte Arbeit zu schaffen. Graf Posadowsky unterzieht mit außerordentlicher Sachkenntnis die hauptsächlichsten Jndustriezölle der Betrachtung. Den landwirtschaftlichen Zöllen sich zuwendend, bemerkt Graf Posa- d-owsky u. a.: „Wenn man immer gegen den Großgrundbesitz kämpft, so sollte man ebenso gegen das Großkapital kämpfen. . . . „Ich gestehe zu, es wäre vielleicht sehr nützlich, die Umwandlung desjenigen Großgrundbesitzes, der sich in besonders schwieriger Lage befindet, in bäuerlichen und mittleren Besitz zu vollziehen." Hier ist es die Linke, die den Beifall zollt, während bisher fast ausschließlich die Zustimmung von rechts und aus dem Zentrum gekommen ist. Der Staatssekretär hat aber die Herren von der Landwirtschaft sogleich wieder auf seiner Seite durch den Nachsatz: „Wer ein rechter Agrarier ist, muß wünschen, daß möglichst viele in Deutschland eigenen Grundbesitz haben." Tas erkennt die Rechte durch befriedigte „Sehr richtig!" an. Nicht so nach dem Herzen der Konservativen ist begreiflicherweise, was der Redner über die Gefahr der weiteren Erhöhung der landwirtschaftlichen Zollsätze durch den Reichstag sagt. Er bitte, daß man sich auf keiner Seite in dieser Beziehung optimistischen Hoffnungen hingebon möge, daß nämlich die Regierung den abgeänderten Tarif an- mimmt Möge die Mehrheit den beschwerlichen Weg durch rmübersteigliche .Hindernisse nicht noch beschwerlicher machen! Graf Posadowsky schließt mit einem poetischen Zitat, einer Inschrift über dem Thor eines Schlosses: „Wünsche nie Dein Glück zu groß, — Wünsche nie Dein Los zu schön! Das Geschick in seinem Zorn könnte es Dir zugestehen!" (Lebhafter Beifall rechts.) Abg. Dr- Arendt (Rp.), der sich als überzeugten Schutzzöllner bekennt, und seine Pfeile auf die Freihändler entsendet, sieht mit Resignation den großen Aufbruch tm Saale, der nach der Rede des Grafen Posadowsky vor sich §eht. In Anlehnung an das Bebelsche Kraftwort ruft Dr- Ärendt schließlich schallenden Tones: „Zum Teufel mit denen, die diesen Tarif zum Schutz der nationalen Arbeit unmöglich machen wollen!" Abg. Münch-Ferber (nl.) tritt, obwohl bayerischer Großindustrieller, so lebhaft und überzeugt für l a n d w i r t - schaftliche Zölle und den Doppeltarif ein, daß die Gruppe von Agrariern, die sich um das Rednerpult geschart hat, sich nicht genug thun kann in Beifallskundgeb- rmgen. Die Vereinigten Staaten müßten zollpolitisch schärfer amgefaßt werden. Eifrig die Hände bewegend, schildert Müncb-Ferber die bedenkliche Situation, wann etwa der Handel für die Volksernährung zu sorgen habe. „Ich werlange die gleiche Berücksichtigung für die Landwirtschaft wie für die Industrie." Präsident Graf Balle st rem kündigt den sozialdem. Abg. Stole als nächsten Redner an- Ein Schreckensruf ggeht durch den Saal. Sollte die Obstruktion damit an- Aeben, daß die äußerste Linke durch ihre bewährtesten ,„Dauerredner" das Haus leeren läßt? Stolle macht es inch so bequem auf der Rednerbühne, wie jemand, der dort lang zu verweilen gedenkt. Er legt eine Menge „Material" stich handlich zurecht und stützt sich mit behaglicher Ruhe, seinen Vortrag beginnend, aufs Pult. Was Stolle sagt, micht einmal die fünf oder sechs Frartionsgenossen, die um Saale sind, hören darauf. Im ganzen: eine lange Philippika gegen den Zolltarif, gegen die Getreidezölle, gegen den Bund der Landwirte und gegen noch vieles andere. Viertelstunde auf Viertelstunde verrinnt. Graf Limburg und Dr. Kropatscheck sind in leichten Schlummer gesunken- Andere Mitglieder des hohen Hauses wandern nervös auf und ab; wieder andere begeben sich in die Wandelhalle, kehren zurück und finden die Situation unverändert. „Will diese Qual denn nimmer enden?" Doch — da hat Stolle soeben einige Sätze erhobenen Tones gesprock)en, erfreut steht Büsing bereit, das Schlußwort zu vernehmen — aber es ist nur ein „Trugschluß" gewesen! Mit einem malitiösen Lächeln zur Rechten, einem verständnisvollen Blick nach links hin, aufs neue sich in Positur stellend und in den schier unerschöpflichen Schatz an Zetteln und Büchern hineingreifend, setzt Stolle die Geduldsprobe fort. Ein schwerer Seufzer der Enttäuschung entringt sich der Brust der zum Bleiben Verurteilten. Mit einer Selbstverleugnung sondergleichen absolviert Stolle sein mehrstündiges Pensum. Mehr als die Vorgänge auf der „Szene" interessiert, was „hinter den Eoulissen" vorgeht. Und es geht etwas, vor- Singer, der Geschästsordnungstaktiker, entfaltet eine beunruhigende Thätigkeit. - . . Die Sache des bayerischen Hopfens vertritt der Abg. Aigner, eine massive Bayerngestalt, dessen wohlgeru- detes Bäuchlein die Vorzüglichkeit des bayerischen Biers eklatant darthut. Aigner ist ein humoristisch veranlagter Herr. Gewaltiges Ergötzen entsteht, als er die Medaillen aufzählt, mit denen der bayerische Hopfen auf Ausstellungen ausgezeichnet wurde, und behauptet, daß dem bayerischen Hopfen nicht selten eine „böhmische Hose" angezogen werde. Er polemisiert mit herzerfrischender Urwüchsigkeit gegen die Brauereien und gerät alsbald mit dem Direktor der Schultheißbrauerei, Abg. Rösicke (wildlib-), in ein wahre Lachsalven auslösendes Zwiegespräch. Doch Aigner kann für sich in Anspruch nehmen, die landwirtschaftlichen Forderungen nicht minder wirksam begründet zu haben ,als seine Landsleute Dr. Heim ipib Nißler- Bayern hat in der Zolldebatte mit am besten abgeschnitten. Seinen Abgeordneten ist häufiger, von Herzen kommender Beifall zu teil geworden. Nicht ganz so wirksam spricht namens der badischen Landwirtschaft Aba. Fahler (nl ) für die „Mittellinie" der Verständige. Abg Rösicke, der bereits erwähnte Brauereidirektor eröffnet seine Ausführung mit der tröstlichen Versicherung, nur einige wenige Bemerkungen machen zu wollen. Aber es wird doch eine regelrechte „Generalrede" zum Zolltarif. Selbstverständlich betämpft Rysicke besonders nachdrücklich d ie Zollerhöhungen auf Gerste, Malz und Hopfen. Sieben Stunden, tagt die Versammlung bereits, das Interesse an der Diskussion ist erklärlicherweise auf ein Minimum gesunken, die Ermattung allgemein. Nachdem noch Abg. Schwarz-München (wildlib-) unter allgemeiner Unruhe das Wort gehabt hat, strömen zur lieber« raschung der Tribüne die Abgeordneten so zahlreich in den Saal, daß an der Beschlußfähigkeit kaum zu zweifeln ist. Triumphierende Blicke richten sich zur Linken. Nach persönlichen Bemerkungen kommt es zur Abstimmung über den Antrag des Grafen Schwerin-Löwitz (kons.), die Vorlage an eine Kommission von 28 Mitgliedern zu verweisen. Anscheinend hat bei der starken Besetzung im Saale die äußerste Linke die Absicht der Obstruktion für diesmal aufgegeben. In einfacher Abstimmung beschließt das Haus, einschließlich der Sozialdemokraten, jedoch gegen die freisinnige Volkspartei, dem Anträge gemäß. Deutsches Keich. Berlin, 12. Dez. Ter Kaiser hörte heute vormittag auf der Fahrt von Slaventzitz nach Breslau den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts v. Lucanus. Am Abend traf er mit Sonderzug auf Station Wildpark ein. — Dem „Börsencour." zufolge ist an hiesiger unterrichteter Stelle von der angeblich beabsichtigten Reise der Kaiserin nach Abbazzia im Januar auch jetzt noch nicht das Mindeste bekannt. Die neuerliche Meldung dürfte daher ebenso unrichtig fein, als die frühere. — Reichskanzler Graf Bülow gab aus Anlaß der Anwesenheit des japanischen Staatsmannes Marquis Ito heute abend ein Diner, zu dem u. a. die Staatssekretäre v. Tirpitz und v. Richthofen, sowie Oberbürgermeister Kirschner geladen waren. — Graf Orio la hat mit Unterstützung der National- liberalen im Reichstage eine Interpellation eingebracht, in welcher der Reichskanzler gefragt wird, ob die von feiten der Regierung früher in Aussicht gestellte Regelung des Militär-Pensionswesens noch in dieser Tagung dem Reichstage unterbreitet werden wird. — Der Bundes rat überwies heute die Vorschläge zur Abänderung einiger Bestimmungen der Betriebsordnung für die Haupteisenbahnen Deutschlands, den Entwurf eines Gesetzes über die Verlegung der deutsch-dänischen Grenze an der Norderau und der Kjarmühlenau sowie den Entwurf von Bestimmungen über die Beschäftigung von Arbeitern und jugendlichen Arbeitern in Rohrzuckerraffinerien und Melasse-Entzuckerungs-Anstalten den zuständigen Ausschüssen. Dem Beschlüsse des Reichstags zu dem Entwurf eines Gesetzes ,;ur' Abänderung der Strandungsordnung wurde die Zustimmung erteilt, ebenso dem Ausschußantrag zur Vorlage betreffend den Entwurf einer Verordnung wegen Festsetzung der Gebühren der Rechtsanwälte im Verfahren vor den Schiedsgerichten und dem Reichsversichetungsamte. Der Entwurf des Besol- düngs- und Pensions-Etats der Reichsbankbeamten mit Ausnahme der Mitglieder des Reichsbankdirektoriums für 1902 wurde genehmigt. — Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion brachte im Reichstage eine Jnterpellatiosn ein, welche Maßregeln der Reichskanzler zu ergreifen gedenke, um den Folgen der wirtschaftlichen Krisis, die sich in Betriebseinschränkungen, Lohnkürzungen und vornehmlich in Arbeiterentlassungen bemerkbar machen, zu begegnen und dem dadurch hervorgerufenen Notstand weiter Volksschicksten entgegenzuwirken. — Die Zolltariskommission des Reichstags setzt sich folgendermaßen zusammen: Vom Zentrum: Spahn, Trimborn, Herold, Lingen, Klose, Gröber, Speck, Heim; von der freis. Volkspartei: Müller-Meiningen, Fischbeck, Bräsicke; von der freis. Vereinigung: Gothein; von den Sozialdemokraten: Bebel, Singer, Molkenbuhr, Stadthagen; von der Reichspartei: v. Kardorff, Gamp; von der Reform Partei: Gäbel; von den Polen: v. Ko- mievowski; von den Konservativen: Graf Schwerin- Löwitz, v. Wangenheim, Gras Kanitz, Rettich; von den Nationalliberalen: Beumer, Blankenhorn, Heyl, Paasche. — Die ReichstagsLommisfivn zur Vorberatung des Schaum wein ft euer-Ge s etzes trat heute in die dritte Lesung ein. Zu einem Abschluß der Beratungen kam es nicht. — Die „Ntvrdd. Allg. Ztg." schreibt: Ein hiesiges Blatt hat sich lams Wien schreiben lassen, man erkläre dort, das deutsche Konsulat in Lernb erg habe die in Oesterreich gesammelten Gelder für die von dem Landgericht in Gnesen Verurteilten und deren Angehörige „bisher bereitwillig zur Beförderung übernommen". Selbstverständlich ist an dieser Angabe kein wcchres Wort. — Amüsant sind solgende beiden Preß stimm en nebeneinander über das Rededuell Bülow-Richter: Die „Münch Allg. Ztg." schrieb: „Ter Abg. Richter ist wirklich alt geworden; der Witz, früher so flüssig und packend, war schal; die Argumente unsäglich verbraucht und der Chorus so dünn. Es war „tönendes Erz und eine klingende Schelle — int luftleeren Raum". — Die freisinnige „Königsb. H. -Big." fand dagegen: „Eine Meisterrede, die bewies, wie der alte Richter sich wieder verjüngt hat, was man vorn Grafen Bülow, der nach ihm sprach wahrhaftig nicht behaupten kann. Freilich, wenn er auch mit Engelszungen redete — er hat der Liebe nicht; darum ist er ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle." Essen, 12. Dez. Ter „Rh.-Weftf- Ztg." zufolge wird dem Abgeordnetenhause gleich nach dessen Zusammentritt eine Vorlage betreffend den Ankauf von Bergwerkseigentum in Westfalen zugehen. Dazu bemerkt die Redaktion des Wolff'schen Telegr. Bureaus: Nach von uns eingegangener Erkundigung ist .d,ie Meldung in dieser Form falsch. Nichtig ist nur, daß Minister Breselb seiner Zeit über den Erwerb gewisser noch nicht aufgeschlossener Kohlenfelder Verhandlungen gepflogen hat, die inzwischen zum Abschüsse gekommen sind. Der Erwerb des Kohlenbergwerks „Minister Achenbach" ist dagegen nicht zu stände gebommen. Andere Verhandlungen schweben überhaupt nicht. Gotha, 11. Dez. Wie der „Torsztg." von hier gemeldet wird, hat der St a ats m i n i st e r Heutig das ihm verliehene Adelsprädikat ab gelehnt. Ausland. London, 12. Dez- Tie „Times" meldet aus Valparaiso von heute: Das erste bei der gegenwärtigen Lage auftretende Symptom eines möglichen Erwachsens kriegerischer Erregung unter der chilenischen Bevölkerung ist in der Ankündigung einer für nächsten Sonntag angesetzten Massenversammlung der arbeitenden Klassen in Santiago zu verzeichnen, in der die Billigung des Vorgehens der Regierung in der Behandlung der argentinischen Frage ausgesprochen werden soll. Doch ist selbst die Einberusung der Versammlung teilweise nur ein Gegenzug gegen eine andere, welche die Befürworter des Friedens um jeden Preis veranstalteten. Der Ankauf von Schiffen zum Ersätze für andere von zweifelhaftem Werte, die Mobilisierung der Flotte zu Manövern und Stärkung der Beziehungen zu den Nachbarstaaten wie Columbia und Ecuador werde hier nicht als Anzeichen eines aggressiven Vorgehens Chlles anaesehen, sondern als eine natürliche Vorsichtsmaßnahme, Die durch das unerwartet drohende Verhalten Argentiniens hervorgerusen worden ist. Haag, 12. Dez- Wie hier bestimmt verlautet, wird das deutsche K a i s e r p a a r der Königin und dem Prinzgemahl Anfang kommenden Frühjahrs im Haag einen Besuch abstatten. Paris, 12. Dez. Tas Defizit des Budgets für 1901 ist bis zum 30. November infolge des Minderertrages der Zölle und Zuckersteuern auf 108 Millionen gestiegen, was einem Minderertrage von 149 Millionen gegenüber dem Vorjahre gleichkommt. — Im Senat stehen heute Vorschläge zur Beratung, welche die Bestimmungen betreffend die z ei t w e i s e z o l l - freie Zulassung von Getreide strenger gestalten wollen. Prevet bekämpft diese Vorschläge und sucht nachzuweisen, daß sie die Landwirtschaft schädigen würden. — Das Marineuntersuchungsgericht in Brest sprach sich einstimmig für A b s e tzu n g des Leutnants zur See D e r e - son aus, welcher jüngst einen Roman voll von Beleidigungen gegen hohe Marineoffiziere und Beamte, sowie deren Familien veröffentlichte. Tereson suchte vor Zusammentritt des Untersuchungsgerichts um seine Entlassung an, doch lehnte der Marineminister dieselbe ab. Marseille, 12. Dez- Tie aus Jndochina ein- gelaufenen Meldungen berirbten über neue Aufstände von Piraten an der französischen Grenze und im Hinterlande des sranzösischen Gebietes. Die Führer der Meuterer sind Boxer. Die französischen Truppen sollen bereits mehrere Gefechte mit den Aufständischen gehabt haben. Bern, 12. Dez. Die Bundesversammlung wählte zum Bundespräsidenten für 1902 den Bundesrat Zemp- Vom Burenkriege. Hegen heute keine Nachrichten vor. Doch verdienen folgende Mitteilungen erwähnt zu werden. Einem Pariser Blatte zufolge istKitchenererkrankt und zwar derart, daß er eine Reise nach England nicht unternehmen kann. Man erwarte einen schlimmen Ausgang, der bereits in den nächsten Tagen bevorstehen dürfte. In Johannesburg macht der Hochverrats- Prozeß, der in London gegen den ftüheren Staatsanwalt und späteren Kommandanten Dr. Krause geführt wird, viel von sich reden. Dr. Krause hat sich während der Zeit des Krieges und besonders als Kommandant von Johannesburg als ent Administrator und Organisator ersten Ranges und als unbestechlicher Beamter bewiesen, sein klarer, durchdringender Afrikander-Verstand war durch eine vortreffliche Erziehung geschult, es war großenteils sein Verdienst, daß die Engländer bei ihrem Einzuge Stadt und Minen in dem vortrefflichen Zustand vorfanden, in dem sie noch heute sind. Am Donnerstag ist Dr. Krause wiederum im Londoner Polizeigericht vorgeführt, aber gegen Bürgschaft bis nächsten Mittwoch freigelassen worden. Am Mittwoch soll dann gegen ihn wegen der Anklage verhandelt werden, daß er den vor kurzem erschossenen früheren Staatsanwalt von Transvaal, Broeksma, aufgefordert habe, den Rechtsbeistand des Lord Roberts, Douglas Forster, zu ermorden. Der Burengeneral Pearson hatte in Washington eine Unterredung mit dem Präsidenten Roosevelt und wird demselben später eine Denkschrift über Südafrika überreichen. Indessen lehnte Roosevelt eine Erörterung des Burenkrieges ab. Begeisterung zur Burensache hat einen jugendlichen Hamburger zu einer langen Reise als blinden Passagier im Frachtraum eines Dampfers veranlaßt. Ein Telegramm berichtet, daß in Marseille kurz vor der Abfahrt des Frachtschiffes „Mont Eenis" nach Afrika zwischen großen Kisten ein junger Mensch Namens Fritz Dietrich aus Hamburg entdeckt wurde, welcher angab, daß die Sehnsucht, in den Reihen der Buren zu kämpfen, ihn veranlaßt habe, in einem Warenschiffe sich zu verbergen, von Hamburg nach Antwerpen und dann nach Marseille sich befördern zu lassen. Kolouialpost. Kamerun. Die „Deutsche Kolonialztg." meldet: Auf eine Eingabe der Kolonialgesellschaft betr. die Erschließung des Hinterlandes von Kamerun antwortete der Reichskanzler, daß Oberleutnant Dominik mit 60 Soldaten am 12. Oktober von der Küste aufgebrochen ist, um über Kribi, Yaundo, Yoko und Banyo Kontscha nach Garna zu gelangen und hier einen Beobachtungspostcn zu errichten. Ferner ist der Kommandant der Schutztruppe, Oberstleutnant Pavel (bekanntlich bisher in Gießen), mit zwei Kompagnien zu der Errichtung einer festen Mckitär- station in Banyo und zu anderen Zwecken abgegangen. Der Kongostaat scheint entschlossen zu sein, gegen seinen alten Mitarbeiter, Major Lothaire, wegen dessen jetzt fest- gestellter moralischer Unterstützung und Duldung von Grausamkeiten gegen die Neger im Mangalla-Gcbiet, die den blutigen Aufstand der Budjas herbeiführten, schonungslos vorzugehen. Wie au§ Brüssel gemeldet wird, wurde Major Lothaire von den in Banana an Bord kommenden Untersuchungsrichtern ersucht, sich sofort dem kongostaallichen Gericht in Boma zu stellen, um in vorläufige Haft genommen zu werden. Lothaire weigerte sich, versprach aber, von San Thomv, wohin ihn angeblich dringende Geschäfte riefen, nach Boma zurückzukehren. Statt dessen reiste er von dort schleunigst nach Europa. Es bleibt nun abzuwarten, ob der Kongostaat an Belgien den Antrag auf Auslieferung stellen wird. Aus Stadt und Zändl Gießen, 13. Dezember 1901. * * Dortrag. Gestern abend fand im „Eafö Ebel" eine gemeinsame Sitzung des Oberhess. GeschichtsVereins und de§ Latsch en Sprache», ein S statt, tn der Geheim- Luzern (katholisch-konservativ), zum Vizepräsidenten- den Bundesrat Deuches-Thurgau (radikal). Wien, 12. Dez. Sämtlichen Offizieren der österreichisch-ungarischen Armee wurde jüngst ein geheimer Erlaß des Kriegsministeriums zugestellt, der die Einschränkung der Duelle in der Armee bezweckt. Bei Ehrenafsairen zwischen Offizieren darf diesem Erlaß zufolge keine Forderung ergehen, bevor dem Regimentskommandeur hierüber Meldung erstattet ist. Tas Kommando hat dann erst zu entscheiden, ob ein Duell zulässig ist, und kann im Fall thätticher Beleidigung statt Zulassung des Duells den Beleidiger in gerichtliche Untersuchung ziehen. — Die „Neue Freie Presse" meldet aus Lemberg: Zum Schutze des hiesigen deutschen Konsulats wird demselben gegenüber in der Mochnacki-Gasse im Laufe der nächsten Tage eine Polizeiwache errichtet werden. — Abgeordnetenhaus. Im Einlaufe befindet sich eine Interpellation Breiter, in der auf den angeblichen Wider sprach zwischen den Erklärungen des Ministerpräsidenten v. Körber und des deutschen Reichskanzlers Grafen Bülow anläßlich der Lemberger Demonstrationen hingewiesen und der Ministerpräsident gefragt wird, ob er in der Angelegenheit die nackte Wahrheit mitteilew- wolle, ob es wahr sei, daß der Minister. des Aeußern wegen der Lemberger Demonstrationen der preußischen Regierung sein Bedauern zum Ausdruck gebracht habe. Der Unterrichtsminister Dr. v- Härtel erklärte in Beantwortung einer Interpellation Romanczuks, betreffend die jüngsten Vorgänge an der Lemberger Universität, die akademischen Behörden seien geneigt, den Studierenden gegenüber, soweit es die Wahrung der Autorität und Würde gestatte, ent- aegenzukommen. Sie könnten den ruthenischen Studierenden nur raten, die in leidenschaftlicher Aufregung gethanen Schritte wieder rückgängig zu machen und die Wiederaufnahme in die Lemberger Universität anzustreben. Das Haus setzte sodann die Generaldebatte über die Regierungsvorlage betreffend die landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften fort. Petersburg, 12. Dez- Ms der letzten Reichs- tagsredeBülows über die Polenfrage hat die russi- s ch e Zensur den ganzen aufRußlandbezüglichen Passus, in der von der russischen Telegraphenagentur verbreiteten Depesche g e str i chen. Es mag hierbei erwähnt werden, daß die Stimmung der meisten hiesigen Blätter, so insbesondere der nationalistischen, wie „Nowoje Wremja", „Rossija" und „Swet", feit einiger Zeit sehr deutschfeindlich ist. Wetter Bed. Himmel Regen Höchste 12. 4,1° C. Q,2U C. Feuchtigkeitswetter und Erkältung seiner zerrissenen Schuhe die Schule versäumen; denn e§ fieberte mit Hochachtung N. N.* Temperatur am 11. bis Niedrigste „ „ 11. „ Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. rat Prof. Dr. Behaghel einen Vortrag über „Litterarische Einflüsse im deutschen Sprachschatz" hielt. Der Redner zeigte an einer großen Reihe trefflicher Beispiele, wie die Litteratur aller Jahrhunderte auf Wort- und Satzbildungen unseres Sprachschatzes einen hervorragenden Einfluß geübt hat. Wir werden demnächst in einem ausführlichen Referat auf den Vortrag zurückkommen. ** Die erste Ausstellung des- Veieius „Kanaria" auf Lonys Bierkeller wurde heute mittag eröffnet Am Vormittag hatten die Preisrichter Schweickhar dt-Frankfurt a. M. und Siegel- Gießen 44 ausgestellte Konkurrenzfänger abgehört und danach prämiiert. Im Ganzen umfaßt die Ausstellung an Kanarien mehr als 100 Nummern. Als erste derartige Spezial-Ausstellung, die noch dazu nur einen lokalen Charakter hat, ist ste nicht nur gut beschickt, sondern auch red):: nett arrangiert. Liebhaber und Freunde des edlen Kanarien- gesanges werden, wenn sie die Ausstellung besuchen, recht befriedigt sein. Werning'sche Kriegsfestspiclc. Wie groß die Begeisterung der Darsteller der lebenden Bilder ist, die bei den Kriegs- fejtspielen jüngst aufgeführt wurden, und roe(d)en nachhaltigen Eindruck die neu aufgefrischte Erinnerung an die großen Jahre 1870/71 bei ihnen hinterlassen hak, geht daraus hervor, daß sie am kommenden Sonntag den 15. d. M., abends von 71/, Uhr, ab, im (Safe Ebel sich wiederum zu einer Erinnerungsfeier zusammenfinden wollen, die sie natürlich auf ihre Kosten veranstalten. Wie c5 in der Einladung zu der : Festlichkeit heißt, betrachten es die Darsteller als eine Anerkennung für ihre Arbeit, wenn recht viele Mitglieder des Gesamtausschusses und der veranstaltenden Vereine sich an dieser Feier beteiligen würden. ** Eutsverpachtung. Das Kempff'sche Fideikommiß-Gut hier (übrigens das einzige derartige Familiengut im Groß- Herzogtum, das sich in bürgerlichen Händen befindet) geht Anfang Februar k. I. aus den Händen des bisherigen Pächters, Oekonomen Kitz, an dessen seitherigen Verwalter Curtmann für 22 Mk. pro Morgen Jahrespacht über. DaS Gut besteht außer der Hoftaite an der Marburgerstraße au§ ca. 200 Morgen Land. Oekonom Kitz übernahm vor länger als 12 Jahren die Pachtung für 18 Mk. pro Morgen und zahlte zuletzt 20 Mk. ** Bluthochzeit. Zu unserer gestrigen Notiz unter dieser Spitzmarke schreibt uns heute der Wirt L. Wagner, daß in einem Lokale keine Schlägerei stattgefunden, sondern nur ihren Anfang genommen hat und bann auf der Straße fortgesetzt vorden ist. Entstanden fei die Schlägerei allerdings durch 'inen ungeladenen Gast, der auch verletzt wurde. Butzbach, 12. Dez. Die „Butzb. Ztg." erhält zu der ruch von uns übernommenen Notiz betr. die Verwundung 'ines Aufsehers von der Direktion des Landeszuchthauses Narienschloß folgende Berichtigung: Der Vorfall fand am Nontag statt. Der Schlag wurde mit der blechernen Zellen- ampe ausgefuhrt. Die Wunde ist glücklicherweise nur eine Zleischwunde ohne Beschädigung de§ Knochens. Das Bernden des AufseherS- ist derart, daß er nicht einmal bett- ögerig ist. Kissel wird nach ärztlichem Gutachten bei normalem Verlauf des Heilungsprozesses voraussichtlich nur J bis 4 Tage dienstunfähig sein. 8. Darmstadt, 12. Dez. Gestern und heute tagte unter )em Vorsitz des Abg. Köhler-Darmstadt der 1. Sonder- ÜuSschuß zur Vorbereitung der Regierungs- ) o r l a g e n betr. a. die Gesetzentwürfe über die Errichtung •incr hessischen Pfandbriefbank, b. die Landeskreditkasse und '♦ die öffentlichen Sparkassen. An den Beratungen nahmen luch Regierungsvertreter teil, doch sind die Verhandlungen loch nicht zum definitiven Abschluß gelangt. Kommende Woche vird der 2. Gesetzgebungsausschuß unter dem Vorsitz )e§ Abg. v. Brentano zur Erledigung einiger wichtiger fragen zusammentreten. — Im Anschluß an die Hofjagd m Kranichsteiner Park fand heute abend im Residenzschloß dofjagdtafel statt. fc. Darmstadt, 12. Dez. Die preußische Regierung legte >er hessischen einen Kaufvertrag betreffs der Main- lleckar-Bahn vor. Darmstadt, 12. Dez. Heute fand im Kranichsteiner Park pofjagd statt, zu der zahlreiche Einladungen ergangen waren. }ur Teilnahme waren u. a. eingetroffen und im Hotel „Zur Sraube" abgestiegen: Fürst Bruno zu Psenburg-Büdingen, Mrst zu Solms-Lich, die Grafen zu Erbach - Fürstenau, Zolms-Lauback) und Psenburg-Meerholz. — Die von der Verwaltung des Großh. Museums in der Kunsthalle veran- taltete Ausstellung von Bildern und Handzeichnungen des Darmstädter Malers Karl Stahl (1824—1848) ist nunmehr röffnet. Da die Arbeiten und die Persönlichkeit des jung »erstorbenen Künstlers bisher in weiteren Kreisen wenig begannt waren, hat die Verwaltung des Museums einen biographischen Führer herauSgegeben. b. Mainz, 12. Dez. Nach dem erst heute völlig fertig- gestellten Skrutinium der am verflossenen Montag statt- gchabten Ergänzungswahl zu der hiesigen Stadtver- >rdnetenversammlung ist das Resultat der Wahl olgendes: 5 Sozialdemokraten, 5 Deutschfreisinnige, 4 Demoraten und 2 Nationalliberale sind gewählt. Die wenigsten stimmen erhielten zwei Sozialdemokraten, von denen der ine nur auf 6 Jahre und der andere auf 3 Jahre gewählt st, während das Mandat der übrigen neuen Stadtverordneten ine Tauer von 9 Jahren hat. Mainz. 12. Dez. In der gestrigen Versammlung des kirchcnvorstandeS für die Diözese wurden mit großer Nehrheit die Anträge des Landtagsabg. Molthan, die Gehälter der katholischen Geistlichen bis 3200 Mk. Höchstgehalt wie in Preußen festzusetzen, angenommen. Ferner ourde beschlossen, die Kirck)ensteuer in dem Bistum Mainz 'on 4 auf 6*/z pCt. zu erhöhen und die Stolgebühren in llen Pfarreien des Bistums Mainz, in welchen sie noch be- iehen, abzulösen. Frankfurt a. M., 12. Dez. In ein Koupee 2. Klaffe des äer um 5,51 Uhr gestern nachmittag eingetroffenen Cron- 'erger Zuges wurde zwischen Bockenheim und dem Hellerhof in etwa V, Pfund schwerer Stein geschleudert. Eine «on Frankfurt stammende Dame wurde durch den Stein leicht im Kopf verletzt. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten, rinem Lehrer auf dem Lande ging kürzlich folgender origineller öntschuldigungszettel ^u; „Wem Söhnchen konnte wegen Vermischtes. * Köln, 12. Dez. Die Rheinhöhe betrug heute früh 3,62 Meter, das Wasser ist seit gestern früh um 77 Etm. gestiegen. Die Nebenflüsse des Rheines steigen auch. 'Bielefeld, 12. Dez. Die Stadtverordneten-Ver- farnmlung bewilligte heute die Summe von 1 250 000 Mk. zum Bau eines neuen Rathauses und eines Stadttheaters. * Frankfurt a. Oder, 12. Dez. Heute nachmittag nach 4 Uhr stürzte ein Teil des Neubaues des Gut- feldschen Warenhauses ein. Sechs Arbeiter wurden unter den eingestürzten starken Monirdecken begraben. Vier wurden bisher 'schwer verletzt ins Krankenhaus geschasst. S)h2 Feuerwehr arbeitet an der Befreiung der übrigen Verschütteten. • Pans, 12. Dez. Oberstleutnant Marquis d'Elbee, der vom Marquis de Chauvelin wegen einer Schrift über die Memoiren der Marquise de la Roche- Jaequelin zum Duell gefordert worden war, lehnte unter Hinweis auf seine religiöse Ueberzeugung ab. — Einer Abteilung des 152. Infanterie-Regiments gelang es, die Familie des Gastwirts Bernez, welche im Restaurant auf dem. 1300 Meter hohen Berge Hoheneck vom Blitzschlag schwer verwundet war, trotz schwerer Stürme nach ©craromer zu bringen. * Ungarischer Deutschenhaß. Nach einerMeldung aus Budapest hat ein Teil der Unioersitätsstudenten eine Bewegung gegen die in Kaffeehäusern und Orpheen wirkenden deutschen Artisten eingeleitet. Etwa 200 Studenten erschienen in verschiedenen Singspielhallen, wo deutsche Attisten ihre Brettlkunst ausüben, und schrieen und lärmten so lange, bis sie die Einstellung der deutsck)en Votträge erzwangen. An einzelnen Orten kam e§ dabei zu Tätlichkeiten zwischen den Gästen und den Studenten, deren Terrorismus man nicht dulden wollte. Die Polizei mußte einschretten, um die Ruhe herzustellen. Etwa 15 Studenten wurden von der Polizei angehalten. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Frankfurt a. M., 12. Dez. Unter dem Namen „Frankfurter Frachtmarkt" hat sich hier eine Bereinigung von Ge- treidehandlern und Getreide-Interessenten zum Zweck« der Erleichterung und Hebung ihres Handelsverkehr gebildet. Für diesen Zwecke^ sind von der Bereinigung Räumliche teilen, derzeit im Gebäude der Effettttv-Sozietär, ^enriad, in benq? Kirchliche Uachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag den 15. Dezember. 3. Advent. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9'/, Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Schlosser. Abends 5 Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Beichte und heil. Abendmahl für die Markusgememde, wozu noch besonders die konfirmierte Jugend der Gemeinde ein- geladen wird. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer der Gemeinde, Alicestraße 12, erbeten. , Am 1. Weihnachtsfeiertag wird im Vormtttagsgottesdienste Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Diarkusgemeinde gemeinsam gehalten werden. Donnerstag den 19. Dezember, abends 8 Uhr, im oberen Konfirmandensaal Kirchstraße 9: Bibel st unde. Psalm 39. Pfarrer Schlosser. In der IohauueSkirche. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die JohcmneS- gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Abends 5 Uhr: Pfarrer Euler. Beichte und heil. A b e n d m a h.l für die Lukasgemeinde, wozu noch besonders die konfirmierte Jugend der Gemeinde ein- gelabcn wird. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer der Gemeinde erbeten. Nach allen Gottesdiensten wird eine Kollekte für das „Rauhe Haus" bei Hamburg erhoben werden. Montag den 16. Dezember, abends 8 Uhr, im Konfirmandensaale der Johanneskirche: Bibelstunde. Text: Hebraerbttef, Kap. 13, von Vers 14 an das Vergängliche und Bleibende im Ehristenleben. Pfarrer Dr. Naumann. Am 2. Weihnachtsfeiertage wird im Vormittagsgottesdienst Beichte und heil. Abendmahl für Lukas- und Johannesgemeinde gemeinsam gehatten werden. Nächsten Sonntag, den 4. Advent, nachmittags 31/, Uhr wird in der Johanneskirche Gottesdienst und kirchliche Feier der Ehrist- bescherung für die Kleinkinder-Bewahranstalt gehalten werden. Beim Herannahen des W e r h n a ch t s f e st e s richten die Pfarrer und Kirchenvorsteher der vier Gemeinden an ihre Gemeindeglieder die herzliche Bitte, ihnen dazu behilflich fein zu wollen, auch den ärmeren Gemeindegliedern eine Weihnachtsfreude ju bereiten. Gaben an Geld, Naturalien oder Gebrauchsgegenständen für diesen Zweck entgegenzunehmen, sind für jede Gemeinde Pfarrer, Kirchenvorsteher sowie die Gemeindeschwester bereit. Dagegen werden Anmeldungen zum Empfang einer Bescherung nicht gewünscht. Katholische Gemeinde. Samstag den 14. Dezember. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht. Abends um 8 Uhr wird ein fremder Priester Beicht h ö r e n. Sonntag den 15. Dezember. 3. Adventssonntag. Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. „ um 7 Uhr: Die erste heil. Meße; vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. „ um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. „ um 9% Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 6 Uhr: Christenlehre; darauf sakramentalische Bruderschafts-Andacht. Dezember Barometer auf 0° reduziert -E — Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke c A. 5 12. 2“ 724,3 4- 2,6 4,6 82 8. 1 12. 9!S 738,3 + 1,9 3,6 67 SSE. 1 13. 7" 733,3 + 2,1 5,0 93 3. 2 sie Mitglieder wöchentlich an einem Tage, bis auf weiteres Mon» logS, zusammenkommen. Landwirtschaft. lc Kassel, 12. Tez. Tie Landwirtichastskamnler für den Re- -perungsbezirk Kassel beschloß, eine Eingabe an das Kriegsministe- num zu richten, daß letzteres die Proviantämter aiiroeijen soll, bei irren Einkäufen 30 Pfennig über die höchste Hirirktnotiernnq zu bezahlen. Ncncste Metdnngen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Breslau, 13. Tez. Der Kaiser verlieh anläßlich eines Besuches beim Leibkürasfier-Regimeat „Großer Kurfürst" eine Anzahl von Auszeichnungen; n. a. erhielt Prinz Lizzo von Lchwarzburg den Charakter als Major. Berlin, 13. Dez. Die Zotltarif.Kommission des Reichstages konstiiuierte sich gestern nach der Plenarsitzung und wählte zum Borsitzeudea v. Kardorsi und zu seinem Stellvertreter Dr. Paasche. Paris, 13.Dez. Der frühere Minister Bo urgois trat auS dem Professoreuverein „Coudorat" aus, weil dieser eine Resolution zu Gunsten des gemaßregelten Mittelschiil- lehrers Herob beschlossen hat. Dünkirchen, 13. Dez. Gegenüber dem Fort Mardyck ging ein französischer Schoner unter. Man befürchtet, daß die gesamte Mannschaft ertrunken ist. St. Etienne, 13. Dez. Unter den Seiden- und Bandweberu machte sich neuerdings eine Ausstands- b ewegung bemerkbar. Die Weber werden morgen eine große Versammlung abhalteu, um über die Mittel zur Wahrung ihrer Zmteresien zu beraten. Bukarest, 13. Dez Eine Abordnung des Senats überreichte gestern dem König eine Adresse. Ter König nahm sie dankend entgegen, und sagte, er erblicke in den zum Ausdrucke gebrachten Gefühlen der Liebe und Ergebenheit für Thron und Dynastie eine hohe Belohnung dafür, daß er fein ganzes Lehen dcm öffentlichen Wohle widmete. Er hoffe, die begonnene Besse- nrug der Finanzen werde fortgesetzt werden und die Armee werde sich der vom Lande gebrachten Opfer würdig erweisen. Pretoria, 12. Dez. (Reuter.) Gestern abend versuchte eine größere Burenobteilung vergeblich, die Bahn östlich von Wanderfontein zu überschreiten. Durban, 13. Dez. Ein Hotel in Jngogo ist am 6. Dezember von einer Bnreuschaar vollständig ausgeplüündert worden. Bonny, 13. Dez. 4 englische Kolonnen, jede 21 Offiziere rnb 400 Mann stark, wirken jetzt gegen die Aro-Stämme im Lroff-Flußgebiet zusammen. Am 28. Dez. griff der Feind das Lager einer Kolonne au, die in einem Kanonenboot den kleinen Kluß hlnabgefahren war. Die mit einer Art Panzerung versehenen Boote des Feindes wurden jedoch zurückgeworfea, da die beschütze des Kanonenbootes erfolgreich wirkten. Eine andere Bekanntmachung, betreffend: Tinnen-Abfuhr. Die Abfuhr der Tonnen ist bis zum 1. Oktober 1904 dem H-errn Oekonom Christian Rebe dahier übertragen. Die Ge- bckhren, welche der Unternehmer zu erheben hat, sind wie- folgt festgesetzt worden: a) für eine Tonne von 120 Liter Inhalt 70 Psg. b) „ „ v „ 40 „ „50 „ o) „ Entleerung eines liegenden Behälters 1.80 Mk. Die Hauseigentümer werden ersucht, rechtzeitig dem Unternehmer Mitteilung zu machen, wenn die Abfuhr der Tonnen erforderlich ist. Gießen, den 11. Dezember 1901. 8143 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. D.: Wolff. Bekanntmachaug. Der Voranschlag der Gemeinde Lumda für das Jahr 1902,03 liegt vom 16. L Mts an auf hiesigem Bürgermeisterei - Büreau acht Tage lang zu jedermanns Einsicht offen. Lumda, den 12. Dezember 1901. Großherzogliche Bürgermeisterei Lumda. Schultheiß. 8133 Mobiliar-Versteigerung. Dienstag den 17. Dezember, nachmittags l1/« Uhr anfangend, werden in dem Hause Kirchstraße 13, II, die zum Nachlaß des verstorbenen Ortsgerichtsmannes Müller gehörigen, sehr gut erhaltenen Mobiliargegenstände gegen gleich bare Zahlung versteigert: 1 Kaffeuichrank, eine Plüschgarnitur (Sofa mit 6 Stühlen), 1 geschw. Salontisch, 1 Ledcrsosa, 1 Schreibtisch, mehrere Kommoden, 1 Weißzeugschrank, ein- und zweithürige Kleiderschranke, verschiedene Tische, 12 Rohrstühle, Sessel, Bilder und Spiegel, 1 gold. Herren- und 1 gold. Damen- Uhr, 4 vollständige Betten, mehrere Nachttische, 1 Küchenschrank mit Glasaufsatz, eine vollständige Kücheneinrichtung, sowie Hausgeräte aller Art. 8139 Die zu versteigernden Gegenstände können am Versteigerungstage vormittags zwischen 10 und 12 Uhr angesehen werden. I. A.: Schneider. Ist die Krone aller KaffneverbesserunSsmittd ^ee-Gewitoj Weber’s Carlsbader Kaffeegewürz ist die Krone aller Kaffee- Terbeeeerunge mittel. 304 Weltberühmt als der feinste Kaffeezusatz. Kolonne nahm am 21. Dezember Obeku, 50 Meilen nördlich von Opobo, wobei 80 Schwarze getötet wurden. Zccruft, 12. Dez. De Viljoen machte gestern mit 200 Buren einen Angriff auf die mit Eingeborenen besetzte Station Linokana» wurde aber mit einem Verlust von 7 Toten und Verwundeten zurückgeschlagen. Washington, 12. Dez. (Reuter.) Staatssekretär Hay erhielt von den amerikanischen Gesandten in Buenos-Aires und Santiago Telegramme, wonach die Lage sehr ernst sei. Man habe jedoch die beste Hoffnung, es werde nicht zum Kriege kommen. Buenos Aires, 13. Dez. Durch ein Regierungßdekret werden vom 1. Januar 1902 6000 Reserven zu den Fahnen einberuscn. Berlin, 13. Tez. Gegen den Landtagsabg. Max Schulz war auf Grund einer Rede, die er am 27. August d. I. im Verein Waldeck gehalten, ein Verfahren wegen Beleidigung des Gumbrnner Kriegsgerichts eingeleitet worden. Tas Verfahren ist nunmehr eingestellt worden, da ein wortgetreuer Bericht der Rede nicht zu beschaffen gewesen isr. Berlin, 13. Tez. Eine Zustimmungsadresse an Mommsen wegen der „ovraussetzungslosen Wissenschaft" haben jetzt auch 31 Professoren an der Bonner Universität abgefandt. Die Adresse trägt die Unterschrift liberaler Theologen, verschiedener Juristen und Philosophen. Tie Mitglieder der medizinischen Fakultät haben ihre Unterschriften nicht gegeben. London, 13. Tez. Die Blätter lassen sich aus Konstantinopel berichren: Die türkische Postverwaltung habe eine Note veröffentlicht, worin mitgeteilt wird, daß in Zukunft für Konstantinopel keine gefch los jenen Briefe mehr angenommen werden und daß sämtliche ^Korrespondenzen innerhalb der Stadt mittelst Postkarte erledigt werden müssen. Weiter wird gemeldet, die Botschafter haben eine gemeinsame Aktion ein geleitet, um den Uebergrissen der Zollverwaltung Etnhalt zu thun. — Ter Dampfer „City of Lienna" ist mit 353 gefangenen Buren an Bord in Bombay eingetroffen. — Aus Bloemfontein wird gemeldet: Dewet erschien gestern an der Spitze von über tausend Mann in der Nähe von Lindley. Es kam zuin Zusammenstoß mit zwei englischen Ko- tonnen, üie ihn nach südlicher Richtung zurücktrreben. — General Dartnell hielt Haussuchungen in verschiedenen Farmen des Distriktes von tzarrysmith ab. Ber dieser Gelegenheit machte er 24 Buren zu Gefangenen, die er aus den Betten herausholen ließ. — Aus Pretoria wird depeschiert: Bewaffnete Buren haben in den letzten Tagen zahlreiche Versammlungen abgehalten. Diejenigen Buren, die sich ergeben haben, erzählen, daß viele ihrer Kameraden den Wunsch hätten, dasselbe zu thun. Wien, 13. Dez.. Tas Lemberger Militär-Kommando hat die Mitwirkung von Militär-Musikkapellen an einem Konzert in Tarnow, dessen Erträgnis zu Gunsten der Verurteilten im Genesener Prozeß bestimmt war, untersagt. Wien, 13. Dez. Ter autonome österreichischungarische Zolltarif wird den beiderseitigen Parka-, menten erst im Herbst künftigen Jahres vorgelegt werden. Tie hiesigen Regierungst'reise hoffen, datz infolge der Schwierigkeiten bei Erledigung des Zolltarifs im deutschen Reichstage eine Kündigun g der Handelsverträge bis Schluß des nächsten Jahres nicht würde erfiotoenf können. Dadurch würde auch die Zeit zur Klärung der Verhältnisse mit Ungarn um ein Jahr verlängert. Wien,.1L Tez. Nach einer Meldung aus diplomatischen Kreisen erfuhren die russisch-österreichischen/ Beziehungen in jüngster Zeit eine wesentliche Stärkung. EL besteht der Plan, zwischen beiden Staaten eine Handels- bsolitische Einigung herbeizuführen, „um den Gefahren des deutschen Zolltarifes beim Abschluß künftiger Handelsverträge gemeinsam begegnen zu können." Wien, 13. Dez. Eine zahlreich besuchte Protest-Versammlung des Leopoldstädtiscyen deutschen Wähler-Vereins wegen Beleidigung der österreichischen Armee durch Chamber tarn nahm eine Resolution an, in der der Vergleich Chamberlains über die Art der Kriegführung in Südafrika mit jener in Bosnien aufs schärfste zurückgewiesen wird. Budapest, 13. Dez. In Szatmar richtete gestern mittag halb zwölf Uhr ein heftiges Erdbeben großen schaden an Gebäuden an. Das Erdbeben erfolgte in der Richtung von Ost nach West. Budapest, 13. Dez. Ungefähr 1500 Bäcker» gehilfen' und Arbeitslose hielten gestern abend eine Versammlung ab, nach welcher sie zum Arbeits-Vermittelungs- amt zogen und dort die Fenster und Thüren zertrümmerten. Als die Polizei einschritt, entspann sich ein Kampf. Jedoch machte die Polizei von der Waffe feinen Gebrauch Mehrere Excedenten wurden verhaftet. T i entmin, 12. Dez. Reutermeldung. Ein gemein» famer amtlicher Bericht der Generale. Creagh und v. Bohr scheid t über den Vorfall am 9. Dezember stellt fest, daß die deutsch enTr uppen frei v o n j e g l i ch e r S ch u l d s ind und daß ferner die deutschen Mannschaften zunächst nur den rasenden Afridi zu töten suchten. Als dann die chrem Kameraden folgende Afridi- wache zu demselben Zweck die Schußwaffe gebrauchte und in der Richtung auf die Deutschen schoß, wurde in ber Dunkelheit die entstandene Verwirrung noch erhöht. Tie Deutschen mißverstanden den Zusammenhang. Der Vorfall ist nunmehr erledigt. - -.......— -----------" i Telephonischer Kursbericht. 3*40/0 Reicheauleihe . . 100.70 30/0 do. ... 90.15 3*/,0/c Koneols .... 100.70 30/0 do......90.30 3'/i°/o Heesen .... 98.45 to/ö Italien. Rente . . . 100.20 4 /o Grieoh. Monopol-Anl. 42.50 5°/. Portugiesen .... 27.10 3,J/o Mexikaner .... 40.75 4*/z'/z Chinesen . , . . 87.20 furt a, 21., 13. Dezember. Kreditaktien..... 206.60 Diskonto-Kommandit . . 179.70 Darmstädter Bank . . . 125.30 Dresd njr Bank .... 127.30 Beniner Handelsges. . . 139.50 Oesterr. Staatabahn , . . 141 60 Gotthardbahn.....164.70 Laurahütte ...... 183.50 Bochum ....... 171.00 Harpener ...... 161.00 : fest. Verding. Die Herstellung von 1275 gm Mosaikpslaster für die Befestigung von Bahnsteigen auf Bahn- Hos Gießen soll vergeben werden. Gegen Porto- und bestellgeldfreie Einsendung von 50 Pfg. erhalten Interessenten die Unterlagen zu- gestelll. Angebote sind verschlossen unter der Aufschrift: „Angebot auf Herstellung von Mosaikpflaster auf Bahnhof Gießen" gebührenfrei an die Umerzeichnete bis zum 23. d. Mts., norm. 11 Uhr, einzureich en, zu welcher Zeit die Eröffnung im Beisein der etwa erschienenen Bieter stattfindet. Zuschlagssrist 4 Wochen. 8100 Großh. Hess. Eisenbahn-Betriebs- Inspektion 1 Gießen. Stöbt. Schlachthaus. Freibank. Heute und morgen: Ztierfleisch 54 Pfg. rchmmrAklsch 50 pfg. 8050 Vorzügliches Sauerkraut LchnÄcbohnen Rote Än Lch- u. W-Knckn PlliselbmcH in 50% Zucker foroie W-, W- Mi) Kmusk-Konsttm empfehlcn zu denbilligsteuPreisen A. & 6. Wallenfels Markt 21.___Telephon 46. 10 Pfennige Originalpacket UmerschutzAloer das beste der Welt empfiehlt Adler-Drogerie 7117 Seltersweg 39. Kaffee- u. Thee- • Service O hochfein vernickelt u. nickelplattiert empfiehlt 8046 Wilhelm Orbig Haus- und Küchengerätehdlg. Schulstrasse 10. 05002 0000000000000000000000000000000 eröffnet habe. Es wird mein eifriges Bestreben fein, meine werte Kundschaft durch rt Verabreichung von nur prima Waren, sowie durch zuvorkommende Bedienung in X jeder Hinsicht zufrieden zu stellen. Jjj Mit der Bitte um gütige Unterstützung meines neuen Unternehmens empfehle Q ich mich Hochachtungsvoll X Heinrich Decker. O OOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOO g Geschäfts-Eröffnung. Z Meinen werten Freunden und Bekannten, sowie einem verehrlichen Publckum Ql o die ergebene Mtteilung, daß ich O g 43 Bahnhofftratze 43 g O eine Q Des Echten Franck Schuhmarke: 7648 । & § \ 7 ** \ FRANCk7 H MA, L Z j SCHUTZMARKE.| H ® tzcht Kranck 4- ist der beste affee- Zusatz! KiellknßGervkteiu für Gieße» u. jlmg. Versammlung 8128 Sonntag de« 15. Dezember, nachmittags 3 Uhr, im Vereinslokal. TageL-Ordnrmg ist bekannt. Der Vorstand. Cervelatwurst fste. Gothaer, soeben frisch in befmmter Güte wieder eingetr 8137 L. Kalkhofe Das feinste Parfum Parfümerien ist das 8123 hiirtiltto von Monson & Co. Alle anderen deutscher eo^ie französischen Parfümerien billigst bei H. Tichy, Seltersweg 43. Schöne Christbäume in großer Auswahl zu haben bei 05106 Dienstmann Ferber im Schloßhofe au der alten Kaserne. zristzeschosselie HaM Reh im Anschnitt sowie Pariser Kopfsalat empfiehlt 05005 Heinr. Klotz MäuSburg 17. Christian Wallenfels 17 Marktplatz 17. Am Kriegerdenkmal. 17 Marktplatz 17. iS? * 5 & Q? Telephon 262. 8127 Gegründet 1826. 8126 Die Beerdigung findet Sonntag den 15. d. MtZ., nachmittags Uhr von der alten Klinik aus statt. Seltersweg 43. (8011] Größte HuswaJji in fertigen Bildern und Spiegeln Bahnhofstrasse 27. Lindenplatz 12 8129 DWWWMM Capitalien lirrfdiirbriiffi Zu-vermieten lUictnelinhe 3it vevluntfen 1'tanM-eI lüste Kunftttantilung BNller- emratzme öejWtl / Kunfk und Blciücrglafungcn- 8031] 20 Mk. Nebenverdienst täglich für jeden leicht und an- tändig. Anfr. an ZudnstriewerL inZtostöach E198,Pfalz. (Rückmrke.) 1. hirz ScltcrsiDcg rr MäScheii oöer FrM gesucht. (8186) Neuenbäue 41, H. Peter Bingel. Gießen, Bockenheim und Idstein, den 12. Dezember 1901. F £ 7874) Laudgrafeustraße 3 drei 5-Zimmerwohnunqen, 1. u. 3. Stock, und Mansarde sofort oder per 1. April zu vermieten. H. W. Rinn, Heuchelheim. // pMukbeitS-Merricht -! ür Kinder erteilt Mittwochs unb Samstags Nachmittag Elise Scharge, Grünbergerstr. 8. 8? . Sumatra, Java, Felix, Brasil hochfeine 5* Pfg. ■ Cigarre. Ernestine Höpfner Grüubergerstraße 17. Für ein Engros-Geschäfl mit lohnenden Spezialitäten wird behufs Vergrößerung ein Teilhaber mit 15—20000 M. gesucht. Offert. unter 8181 an die Exped. d. Bl. Prima frisches 8145 MaßgeMgcl -empfiehtt zu bill. Tagespreisen A. Steinreich, Lindenplatz, an den Marktlauben. <^>n den Neubauten am Braud- -V Platz Nr. 14 und 15 sind mehrere 4. und 5-Zimmer- wohuuugen und Bad perl.April event. auch früher zu vermieten. Näh. AranKfurterSrahe 2». (7478 Emser Pastillen mit Plombe, dargestellt ans den echten Salzen der König Wilhelms-Felsen- quellen, sind ein bewährlesMittel gegen Husten, Heiserkeit, Verschleimung, Magenschwäche and Verdauungsstörung. Zum Gurgeln, Inhaliren und zur Verstärkung des Emser Wassers beim Trinken benutze man das aus den nämlichen Quellen hergestellte natürliche Emser Quellsalz mit Plombe. Um keine Nachahmungen zu erhalten, beachte man, dass jede Schachtel mit einer Plombe verschlossen ist und verlange ausdrücklich Emser Pastillen mit Plombe oder Emser Quellsalz mit Plombe, Vorrätig bei Heinr. Wallach, M. Krause, Hirsch-Apotheke, und in der Engel-Apotheke. 8184 049/7) Suche für feineren, kl. Haushalt z. Januar saub., in all, Hausarbeit durchaus erf. Madch w. etw. koch. kann. G.Zeugn.erf' Frau Schmitt, Teufelslustg. 26. ProbatKaffees Wir bieten mit unseren Qualitäts-Kaffees eine vorzügliche Auswahl herrlich schmeckender Mischungen. Probat No. 0 per Pfund Mk. L—. Perle Hessens, weisse Packung. Probat No. I per Pfand Mk. L20. bevorzugter Haushaltskaffee,rote Packung. Probat No. m per Pfund Mk. 1.40. blaue Packung. Probat No. IV per Pfund Mk. 1.60. braune Packung. Probat No. V per Pfund Mk. 1.80. rosa Packung. Fatent-Dampf-KafEee-Bösterei „Probat“ Gebrüder Berdux Feinste TmettMsten Feinste TEetteknsten in Schildpatt re. empfiehlt billigst 8122 H, Tichy, SkUersmg 43. Kaufe stets 8142 KinderiilchMchseil unbrauchoar gewordene Gummisauger nicht unter 50 Gramm, nicht unter 5 Stück. Otto Schaaf, Seltersweg 39. k-ZimerWhniing )er 1. April 1902 zu mieten zeucht. Offerten mit Preisangabe unter 04996 an üMimlriMÜ Im Stricken u-Anstrickm von Strümpfen empfehle ich mich angelegentlich^ StrickgarnestesteGuMatnI habe ich stets vorrätig. 864 / A- S'i Kuren- ■"* Wä$che empfiehlt billigst Zugelaufen: ÄÄ«. gestichelt, mit braunen Platten. Abzuholen auf Aorftyans Wald- Hans gegen Erstattung der Futter- und Jnsertionskosten.8130 Junger Mann sucht Stellung auf einem Bureau oder sonstigen Vertrauensposten. Kleine Kaution vorhanden. Offerten unter 04995 an die Expedition d. Bl. Wirtschaft, gutgeh., in Gießen umständehalber preiswert unter coulanten Bedingungen zu verkaufen. Offerten unter C H 04997 an die Expedition dieses Blattes. Als paffendes Weihnachtsgeschenk kauft man am besten u. billigsten Sessel, Blumentische, Reisekörbe, Papierkörbe, Martt- körbe, Arbeitskörbe, Zeitungswappen u. s. w. in der Korb- u. Stuhlflechterei von Ang. Werner _______Neuenweg 58. 8135 Stahrpauzer» Geldschränke feuer- und sturzsicker, thermit- und diebessicher. J. C. Petzold, Geldschrankfabrik, Magdeburg. Preise äußerst billig. 1573 Illustrierte Kataloge kostenfrei. Präsent-Cigarren Kistchen von 25. 50 und 100 Stück von Mk. 1.— an, größte Auswahl vorzüglicher Qualitäten. 8144 „Neue Welt, Perle to VorstenlMell alles bisher Gebotene übertreffend per Stück 6 Pfg., 100 Sttick M. 5.50, empfiehlt Markt 1. Philipp Weiler Markt 1. Ecke Kaplaneigasse. Havauna-HauS. Ecke Kaplaneigaffe. gebildeter Pariser wünscht frarttöstscheu Unterricht zu geben. Gefl. Offerten unter Nr. 04902 an die Exped. d. Bl. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unsere innigst geliebte Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Fm Elise jtntidi Witwe na.fi schwerem Leiden heute früh 6V< Uhr im 70. Lebensjahr sanft entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: IlDer erteilt einem jungen Mann gründlichen Unterricht in einfacher und doppetter Buchführung? Offerten unter 05003 an die Expedition d. Bl. B Lchwein SÄ & Johs. Sick, Hammslraße 7. Vergleichende Proto iiberzew^eit Sie von der hervorragenden to und Preisvirdifteit unseres S (Siebener tadttheater. Sonntag den 15. Dezember: Gastspiele ^>es Herrn Hans Portz l.KomikeramKölner Stadtcheater nachmittags 4 Uhr: Im weissen RössL Lustspiel in 3 Akten von Blumenchal und Kabelburg. (Giesecke . Hans Portz als Gast.) Abends 8 Uhr: Charleys Tante. Schwank m 3 Akten von Brandau Thomas. (Babberley . Hmis Portz a. Gast.) In Vorbereitung: Never unsere Kraft (Teil 1) Tegernsee'r Kastspiet. Dillenburg. Donnerstag deulv.Dezember: Wh-111 Klmmitl. 50 MI. $tlejmd.I Am Dienstag, 3. d. M., nachm. 5 Uhr, wurde am Postamt I ein Portemonnaie liegen gelassen ob. von da zum Bahnhof verloren. Inhalt ein 100-Markschein und acht 20-Markstücke. Dem ehrlichen Finder oder auch dem, der Jur Wiedererlangung des Geldes beitragt, obige Belohnung. Mitteil- ung erbeten im Lass Hehler. b^chän möbl. Zimmer, a. Wunsch 2*'mit Klavier. Bismarckstr. 17,pt. 7607s Unmöbl.Parterrezimmer, in nächster Nähe der Bahn, zu vermieten. Frankfurterstr. 36. 04993] Eür Mann kann Kost u. Logis erhalten. Mäusburg 3. Coaks. Wir haben prima trocken gelagerten 8023 Gaseoaks in Waggonladungen biMg abzugeben. Wetlbnrger Gasbelenchtungs ° Gesellschaft. Ein braves, ordentl. Madchem welches kochen kann und alle Hausarbeit gründlich versteht sucht Stellung auf sofort, eventl' 1. Januar, in besserem Hause. Zu erfragen in d. Exp. (05004 Ein pünktlicher Zinszahler sucht tÄ5000W. Offerten unter W 8066 an die Expedition d. Bl. erbeten. Hastnstlle, Edel- und Steinmarder-, Jltis- und Fuchsselle kauft zu hohen Preisen die Kürschnerei 7738 A. Kretzschmar, zwischen Atarkt- und Kirchenplatz. cut gewandtes besseres Dicustmüdcheu, welches kochen kann unb die Hausarbeit versteht, in kleinen Haushalt. Eintritt Mitte Februar. Näh. West-Anlage 35, II. Etage. (8088 Tüchtiges MMchen auf Wechuachten gesucht. 7961 LouiS Lony, Bahnhofstraße 27. 04958s 3-Zimmerw. n. Zubeh. zu verm. Bahnhofsttaße 15. 6765s Hofmaunstraße 7, in der Nähe des Bahnhofs, ist der mittlere Stock, bestehend aus fünf Zimmern mit Gartenanteil und allem Zubehör, per sofort an ruhige Familie zu vermieten. 7890s Nordanlagc (Eder- straße 7) ist die 1. Etage, 4 schone Zimmer mit Zubehör, Gcrrten- anteil und Bleichplatz, per 1. Jan. evtl, früher versetzungshalber zu vermieten. Näheres __Marburgerstraße 83._ Liebigstrasse 37, in schöner Lage Gießens, sind 3 Siebenzimmer-Wohnungen mit Bad, Balkon und allen Bequemlichkeiten der Neuzett ausgestattet, nebst großem Garten per 1. April 1902 oder ftüher zu vermieten. Näh. Bleichftraße 11, p. 8056 8132s Kl., eins. möbl. Zrmmer zu vermieten. Frankfurterftr. 41. 05001) Ein eleg. Zimmer mit Kab. zu v., a. W. w. a. 1 Z. abg. Bahnhofstraße 35 im Laden. .»sofort in jeder Höhe aus [JtjIU Erbsch.,Hypoth. 1L bergt zu günfttgsten Beding. ll. Marller, Nürnberg 53. Kapitalien. 25000 Mark sucht pünktlicher Zinszahler auf ein prima Object als erste Hypothek. Offerten unt. A. B. 8065 an die Exped. d. Bl. Das schönste Geschenk ist ein __ Apparat. Katalog gratis. 8038 ____Heinrich Holl, Mäusburg 7. Mm Papagei anfangend zusprechen, fingstrzahm, preiswert zu verkaufen. 8146 Wohlmuth, Seltersweg 89, Hof, Kontorgebäude 1 Tr. Ein PuMMgeu mit Puppe und -Wiege zu verkaufen. . ______Grünoergerstratze 31. Mschtt poflohnkutscher Huhn. Ein braver Barsche vom Lande zu einem Pferd auf Weihnachten gesucht. 8120 Näheres in der Exped. b. Bl. TicnitniaDdien ^Wagengasse 5. Glas- o. Porzellan. Lang & \Wiederstein Marktstrasse in