151, Jahrgang Erstes Blatt Donnerstag 14. November 1901 Nr. S68 Annahme von ien GietzenerAnzeiger Tjy General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt fiir den Ureis Gießen Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Gießener Familien, blätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem „Hess. Landwirt" und den „Blättern sür hessische Volkskunde" viermal wöchentlich beigelegt. "Redaktion, Expedition und Druckerei: Gchulstraße 7. Adreffe für Depeschen: Anzeiger Kietzen. Fkrnsprcchanschluß Nr.51. au der sür den folgenden Dag erscheinenden Nr. bis vormittags 10 Uhr. Alle Anzeigen-Vermitt- lungssteuen des In-und Auslandes nehmen An« zeigen entgegen. Zeilenpreis: lokall2Pf^ auswärts 20 Pfg. Rotationsdruck u. Ver» lag der Brüh l'schen Universitäts - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wrttko; sür den Anzeigenteil: Hans Beck. Gießen, den 11. November 1901. Bett.: Das neue Einberufungsverfahren durch Kriegsbeorderungen und Paßnotizen (Mob.-Jnstt. § 37, 10). Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Grotzh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Mit Bezug auf unser Amtsblatt Nr. 3 vom 5. März 1901 beauftragen wir Sie, jeweils bis zum 26. März die vollzogene Aushändigung der Kriegsbeorderungen und Paßnotizen, sowie die rechzeitige Absendung der Bescheinigungen an das Bezirkskommando uns anzuzeigen. Die genaue Einhaltung der Fristen machen wir Ihnen besonders zur Pflicht. v. Bechtold. Sekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Garbenteich; hier bie Arbeiten des III. Abschnittes. Mittwoch, 27. November l. I. findet die Ueberweisung der neuen Grundstücke und die Versteigerung der Massegrundstücke an Ort und Stelle statt. Zusammenkunft vormittags 9 Uhr im Gemeindehause zu Garbenteich, woselbst auch die Versteigerungsbedingungen bekannt gegeben werden. Die Ueberweisung erfolgt unter folgenden Bedingungen: 1. Meliorationsarbeiten können auf den überwiesenen Grundstücken auch fernerhin vorgenommen werden. 2. Eigentumsveränderungen, die infolge der Ausfiihrung von Meliorationsarbeiten, der Anlage von Wegen und Gräben und dergleichen innerhalb der Zeit der Ausführung dieser Arbeiten notwendig werden, müssen die neuen Eigentümer dulden. Ein hierdurch bedingter Ab- und Zugang von Gelände wird dem neuen Eigentümer nach dem Bonitätswert vergütet bezw. zugeschrieben. Friedberg, 8. November 1901. Der Großh. Feldbereinigungskommissär. Spam er, Kreisamtmann. Nervegte MrlamerrLsverhandlungerr. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 12. Nov.: , Präsident Graf Ballestrem hat Sorge getragen, daß die bevorstehende, eine „dramatische Steigerung" der Entwicklung verbürgende Reichstagssession durch friedliche Klänge eingeleitet wird. Strandungs- und Seemannsordnung, deren zweite Lesung auf der Tagesordnung der ersten Sitzung stehen, sind nicht geeignet, schwungvolle Debatten zu entfesseln. Sozialpolitiker und Juristen werden sich am Rednerpult ablösen, bis die lange Kette von Paragraphen in veränderter Gestalt zusammen gefügt ist. Das kann, wenn die Beratungen ununterbrochen fortgefübrt werden, immerhin eine Woche in Anspruch nehmen, und giebt dem Gros der Abgeordneten erwünschte Gelegenheit, das Zoll- tarifgesetz nebst Begründung (600 Quartsetten) eifrigst zu studieren. Keinenfcttls wird also die Generaldebatte über den Zolltarif vor Anfang Dezember beginnen können. Vielleicht legt aber Präsident Graf Ballestrem den Beginn der Weihnachtsferien diesmal auf einen möglichst späten Termin, etwa auf den 20. Dezember, wodurch 5 Sitzungstage mehr verfügbar werden. Nicht nur beim Zolltarif, sondern auch beim Etat wird's ungewöhnlich heiß hergehen. Die Finanzlage des Reiches läßt bekanntlich sehr zu wünschen, was allgemein zu kritischerer Beurteilung Anlaß geben dürfte. Zudem sind Klagen zu erwarten wegen der drohenden Erhöhung der Matrikularbeiträge. Reichsschatzsekretär Frhr. v. Thiel- mann wird also diesmal keinen leichten Stand haben, umsomehr, als ihm der vorzügliche Kenner des Etats- und Finanzwesens, der frühere Unterstaatssekretär Aschenborn, nicht zur Seite steht. Im übrigen ist anzunehmen, daß schon bei der Generaldiskussion zum Etat die durch den traurigen Jnsterburger Fall aktuell gewordene Duellftage zur Sprache gebracht und vom preußischen Kriegsminister, eventuell vom Reichskanzler, eine Aeußerung provociert wird. Dem Vernehmen nach beabsichtigt das Zentrum, das im parlamentarischen Kampfe gegen das Duell die Führung hat, einen scharfen Vorstoß gegen die Regierung. Auch der Gumbinner Militärprozeß wird voraussichtlich gestreift werden, ebenso die Ehina-Angelegenheit — Besatzungs-Brigade, Kolonial-Armee-Projekt —; ferner wird man Aufklärung heischen über das Schweigen der Regierung gegenüber den Ehamberlain'schen Schmähungen der deutschen Armee, über die Entblößung der ostaftikanischen Flottenstation von Kriegsschiffen usw. Kurzum: cs werden alle Register der Kritik gezogen werden, ehe Zolltarif und Etat in den Hafen der Kommission gelangen. Daß auch der Zolltarif der Kommission überwiesen wird, steht fest, da das Zentrum dem von der Linken gemachten Vorschläge, den Abschnitt über die Getreidezölle gleich im Plenum in zweiter Beratung zu erledigen, widerstrebt. In die Zolltarif-Kommission wird natürlich jede Fraktion ihre hervorragendsten Mitglieder entsenden, sodaß sich dort ein Zirkel von Elite-Parlamentariern zusammenfindet. Und besonders schwierig und bedeutungsvoll ist ja auch die von diesem Elite-Zirkel zu leistende Arbeit, die vor den Osterferien kaum wird beendet werden können. Bei der zweiten und vollends bei der dritten Lesung des Zolltarifs, zur schönen Sommerszeit, beginnt der Kampf um die Beschlußfähigkeit, dann heißt es: „Sein oder Nicht- sein" des Tarifs! Der Schwerpunkt der Reichstagsarbeiten nach Neujahr wird denrnach in den Kommissionen liegen. Das Plenum hat mittlerweile das von der Vertagung unerledigt her- übergenommcne Bcratungsmaterial in Angriff zu nehmen: Süßstoff-, Schaumweinsteuer-Gesetz, die Garantievorlage betreffend die Ostafrikabahn und zahlreiche Initiativanträge. An neuen Gesetzentwürfen soll nur ein Minimum eingebracht werden, darunter eine Novelle zum Börsengesetz, bei der Exzellenz Möller sich die ministeriellen Svoren zu verdienen gedenkt. Ausgedehnte Debatten sind hier unumgänglich, da die Börsenfrage der letzten fünf inhaltsschweren Jahre aufgevollt werden wird. <5o geht denn das Reichsparlament einer ungewöhnlich bewegten Tagung entgegen, deren Verlauf auch das Ausland gesparrnten Interesses folgen wird. Die gewaltigen Jnteressenkämpfe der Gegenwart werden in diesen Reichstagsdebatten sich wiederspiegeln; deshalb wohnt den Sitzungsprotokollen der bevorstehenden Session ein besonderer historischer Wert bei. Es wird auf diese Parlamentsdebatten noch nach Jahren zurückgegriffen werden. Gelingt es dem Grafen Bülow, den Zolltarif unter Dach und Fach zu bringen, dann darf er sich eines staatsmännischen Erfolges ersten Ranges rühmen. Eine nicht zu unterschätzende Voraussetzung für den günstigen Ausgang ist die Regierung in der Lage zu schaffen, und zwar dadurch, daß sie die Reichstagsmitglieder mit Diäten versieht. Graf Bülow liebt die Ueberraschungen — vielleicht präsentiert er eines Tages den im Ehrenamt sich plagenden Volksvertretern diese langersehnte „Morgengabe". Politische Tagesschau. Graf Hahseldt. D. B. Hd. meldet uns aus Berlin: Der Kaiser hat an den Botschafter in London, Grafen Hatzfeldt, anläßlich seines Ausscheide ns aus dem diplomatischcnDienst ein Schreiben gerichtet, in dem er defien Verdienste während seiner 44jährigen amtlichen Thätigkeit anerkennend heroor- hebt und ihm mitteilt, daß er ihm als Beweis seines Wohlwollens den Verdienstorden der preußischen Krone verliehen habe. Seit etwa 4 Wochen schon kursierten Gerüchte, die nicht mehr daran zweifeln ließen, daß Graf Hatzfeldt damals nur nach London zurückgekehrt war, um dort sein Abberufungsschreiben zu überreichen und demnächst seinen dortigen Posten zu verlassen, den er seit Jahren bekleidet hat. Es sind in diesem Falle wirklich allein die so häufig zur Verdeckung der wahren Ursache vorgeschobenen Gesundheitsrücksichten, die den Siebenzigsährigen zwingen, die diplomatische Laufbahn auf- zugeben, der er fast 40 Jahre hindurch angehört hat. Er ist seit langer Zeit schwer leidend, und hat nur mit dem Aufgebot der letzten Energie bisher seine amtliche Thätigkeit auszuüben vermocht. Wiederholt hat er sich mit Rücksichtsabsichten getragen, die er nur auf dringende Bitten von Berlin aus immer wieder vertagt hatte. Jetzt aber sind seine körperlichen Kräfte aufgebraucht. Das Deutsche Reich verliert in ihm seinen gegenwättig bedeutendsten und erfolgreichsten aus-^ wärtigen Vertreter, dem an diplomatischer Schulung, Erfahrung und Geschicklichkett vielleicht allein der Botschafter in Madrid, von Radowitz noch gleichkommt. Seine außerordentlichen Fähigketten fanden an den maßgebenden Berliner- Stellen stets die gebührende Anerkennung, und wenn er nicht den Reichskänzlerposten erlangt hat^ zu dem er sich wohl in jeder Beziehung geeignet hätte, so wär der Hauptgrund dafür wohl sein stets schwankender und im letzten Jahrzehnt meist ungünsttger Gesundhettszustand. Graf Paul von Hatzfeldt, ein Sohn jener Gräfin Hatzfeldt, die als mütterliche Freundin Lassalles und Gönnerin der sozialistischen Agitation weithin bekannt geworden ist, trat schon ftüh, bald nach Beendigung seiner Rechtsstudien, in die diplomatische Laufbahn ein und wirkte zunächst als Legationsrat bei mehreren preußischen Gesandtschaften, namentlich in Washington und Paris. Ende der sechziger Jahre berief ihn Bismarck, der auf seine glänzende Begabung aufmerksam geworden war, als Geheimen Legationsrat und vortragenden Rat in das Auswärtige Amt nach Bcrliu. Als sich die Verhältnisse in Spanien infolge des Karlistenkrieges bedenklich zuspitzten, wurde er im Jahre 1874 als außerordentlicher Gesandter nach Madrid geschickt und verttat dort während der inneren Wirren in schwieriger Zett das Deutsche Reich mit großem Takt und Erfolg. Im Jahre 1878 wurde er zum deutschen Botschafter in Konstantinopel ernannt und rechtfertigte auch in dieser wichtigen Stellung das in ihn gesetzte Verttauen des Kaisers und des leitenden Staatsmannes. Er führte im Jahre 1880 als ältestes Mitglied des diplomatischen Korps die Kollektivverhandlungen der Mächte mit der Pforte über die damals sehr bedeutsame Dulcignofiage und den griechischen Grenzstreit. Auch erwarb er sich ein besonderes Verdienst durch Erwirkung des Fermans für die deutschen Ausgrabungen in Pergamon, die demnächst in Berlin in einem besonderen Museum Aufstellung finden sollen. 1881, als Fürst Bismarck sich gesundheitlich besonders schlecht fühlte, fetzte er die Ernemumg Hatzfeldts zuin Staatssekretär im Auswärtigen Stritte nicht ohne besondere Schwierigkeiten durch. Die häuslichen Verhältnisse des Grafen — er war mit einer Amerikanerin vermählt, von der er längere Zeit getrennt lebte — machten seine Stellung zum Berliner Hofe, nantentlich zur Kaiserin Au'gusta überaus heikel und ließen sein Verbleiben gerade in Konstantinopel, wo sie nicht tn Betracht kommen konnte, da es ja dort ein eigentliches Hofleben nicht giebt, wünschenswert erscheinen. Indessen wußte Fürst Bismarck im Interesse der Sache diese Schwierigkeiten zu überwinden und hatte-vier Jahre hindurch den Grafen Hatzfeldt als tüchtigsten Mitarbeiter zur Seite. Als dann infolge der von ihm inaugurierten deutschen Kolonialpolitik die Beziehungen zu England gespannt und vorübergehend äußerst bedenklich wurden, setzte Fürst Bismarck im Jahre 1885 seine Ernennung zum deutschen Botschafter in London durch, wo jene ungedeuteten Verhältnisse anfangs noch größere Schwierigkeiten zu bereiteu drohten als in Berlin. Graf Hatzfeldt überwand diese und andere Schwierigkeiten seiner dortigen Stellung siegreich, und bald gehörte er zu den angesehensten und einflußreichsten Staatsmännern am Themsesttande. Der Zolltarifentwurf. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Eine hies. Zeitung (die „Nat. Ztg.") bezeichnet unsere Mitteilung über den Vorttag des Reichskanzlers beim Kaiser, wie über die Sitzung des Staats-Ministeriums als ungewöhnlich ungeschickt, und schickt dem Abdruck der betreffenden Notiz Andeutungen voraus über lebhafte und stellenweise pikante Meinungsverschiedenheiten, die sich bei Beratung des Zolltarifen t Wurfs in den Ausschüssen des Bundesrats zwischen Vertretern mancher Reichsämter und preußischen Ministern ergeben hätten. Wir stellen fest, daß nicht das Geringste vorgekommen ist, was diese Angaben rechtfertigen könnte. Das Interessante dabei ist, daß jetzt die „Nationalztg." sich beeilte, bereits gestern abend ihre Mitteilungen zurückzunehmen, indem sie schrieb, es sei dem Vernehmen nach in den Bundesratsausschüssen durchaus nichts geschehen, was zu den erwähnten Gerüchten Anlaß geben konnte. Trotzdem wird nicht gut die Behauptung aufgestellt werden können, daß im Bundesrat „volle Ueberein- sttmmung" herrscht über die Hauptpunkte der Vorlage. Nur daß es sich eben nicht um Meinungsverschiedenheiten handelt zwischen preußischen Ministerien und den beteiligten Reichsämtern, sondern um Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Bundesregierungen, und zlvar wegen der Getreidezölle und des Doppeltarifs für Getreide. Das ist der Kernpunkt der Sache. Bon keiner Seite ist der Antrag gestellt worden, die künftigen Getreidezölle höher zu bemessen, in Annäherung an die agrarischen Wünsche; wohl aber wird versichert, es sei von mehreren Bundes- regierungen eine Ermäßigung angesttebt worden, in dem Sinne, daß auch für Weizen nur ein Höchstzoll von 6 Mk., statt 6,50 Mk., wie der Entwurf vorschlägt, zum Ansatz gelange, sodaß Weizen und Roggen den gleichen Höchstsatz hätten. Indessen ist es nicht wahrscheinlich^ daß diese Bestrebungen, ebenso wie diejenigen auf Beseitigung des Doppeltarifs für Getreide, die Mehrheit im Buudesrat finden. Dienstag hat die Plenarversammlung des Bundesrats zur Beschlußfassung über den Zolltarisentwurf statt- gesunden. Das offiziöse Lelegraphenburcau meldet darüber: Der Bundesrat erteilte dem Ausschußantrag zur Vorlage betr. den Entwurf des Zolltarifgcfetzcs nebst dem Zolltarif seine Zustimmung, ebenso den Vorlagen betr. a) den Entwurf emer Berordnung wegen Inkraftsetzung des Gesetzes über die privaten Versicherungsunternehmungen vom 12.Mai 1901, betr. b) den Entwurf einer Verordnuna über Inkrafttreten der Unfal lversicherung. Nun kann der Kampf im Parlament beginnen, Wie dem , „Bert. TM." zufolge „in politisch gut unterrichteten Kreisen" angenommen wird, waren von den Bündesrats- ausschüssen nur minimale Aenderungen am Zolltarif beantragt, und es ist auch der Minimaltarif aufrecht er- halteu worden. Der neue Direktor des kaiserlichen statistischen Amtes. D. B- Hd. meldet uns aus Berlin: Zum Chef des kaiserlichen statisttschen Amtes an Stelle des verstorbenen Direktors v. Scheel ist der Geh. Oberregierungsrat Dr. Wilhelm! aus dem Reichsamt des Innern ernannt worden, und hat den Titel eines kaiserlichen Präsidenten erhalten. Diese Berufung ist geeignet, in weiten Kreisen Interesse zu erregen. Erfreut sich doch Dr. Wilhelmi großer Beliebtheit bei den deutschen Gewerbetreibenden und Handwerkern, mit deren organischen Vertretungen er in enger Fühlung stand. Die hervorragenden sozialpolitischen Kenntnisse Dr. Wilhelmi's sanden auch seitens der Reichstagsabgeordneten, zumal der Mitglieder sozialpolitischer Kom- missiouen, in denen Herr Wilhelmi vorzugsweise thätig war, Würdigung. Auf die „Geheimräte" war bekanntlich selbst Fürst Bismarck nicht immer gut zu sprechen, und man erblickt ja auch gemeinhin im Geheimrat den Typ des „BureautrateN". Dr. Wtthelmi hat von alledem nichts an sich. Er ist zuvorkommend gegen jedermann, mit einem Wort: ein Muster-Geheimrai. Seine unter Beförderung zum Kaiserlichen Präsidenten erfolgte Berufung in das verantwortungsvolle neue Amt begegnet deshalb auch in den weisen der Reichstagsabgeordneten lebhafter Anteilnahme, die bei Gelegenheit wohl zum Ausdruck kommen dürfte. Ans Stadt und Zand. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten tft.ttnr unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Anz." gestattet.) Gießen, den 13. November 1901. ** Die Zweite Kammer der Land stünde nimmt ihre Thätigkeit, wie wir bereits meldeten, am Dienstag, dem 19. November, vormittags 10 Uhr, wieder auf. wurde das aktive Mitglied Christian Dö ringer gnügten Abend verlebt zu haben. der ländlichen Fortbildungsschulen zu Ackerbau-Vorschulen betreffend. 7. Vorstellung der Petitions-Kommission der landwirtschaftlichen Bezirksvereinsversammlung zu Langwaden, Hagelversicherung betreffend. 8. Vorstellung der F e l d s ch ü tz e n des Kreises Gießen, Anstellung und Gehaltsregulierung betreffend. 9- Vorstellung des Ortsvorstandes zu Armsheim, Errichtung einer Irrenan st alt in Rheinhessen betreffend. 10. Vorstellung des Verbandes deutscher Musikwerke- und Automaten- Händler und -Fabrikanten in Leipzig usw., Revision des Gesetzes vom 12. August 1899 über den Urkunden st em- pel betreffend. 11. Vorstellung der Witwe des Gemeinde- fvrstwarts Philipp Schröder III. zu Lampertheim, die Bewilligung eines Witwengehalts betreffend. 12. Antrag der Abg. Köhler (Langsdorf) und Genossen, den Strich des Artikels 41 Abs. 2 und Artikels 43 Äbs. 2 des Gesetzes über den Urkunden stempel vom 12. August 1899 betr. 13. Vorstellung der Kanzleig ehilf en bei den Landgerichten, ihre Besoldungs- und Anstellungsverhältnisse betreffend. 14. Regierungsvorlage betreffend: 1. Nachweisungen über die Einnahmen und Ausgaben an Domanial- und Staatsvermögen und über die und Genossen, 'die Milderung der Ärbeitslosig- — Aus die Tagest keit betreffend. 3. Antrag des Abg. Diehl, die Unterstützung wird die Wahl e von Gemeinden bei Anlagen von Wasserleitungen betreffend. 4. Antrag des Abg. Backes, die Ausbildung und Anstellung der israelitischen Religionswaltschaft und des Angeklagten das Wort. Staatsanwaltschaft hält den Thatbestand der Anklageschrist für erwiesen, und beantragt eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren und Tragung der Kosten des Verfahrens zu erkennen. Der Verteidiger betrachtet das Ergebnis der Beweisaufnahme als nicht überzeugend und beantragt Freisprechung des Angeklagten von Strafe und Kostern Das Gericht erkennt den Angeklagten in vier Fällen der Körperverletzung schuldig und verurteilt ihn in eine Gesamtgefängnisstrafe von 6 Monaten;'der Körperverletzung durch einen MessersNch spricht es den Angeklagten frei. Die Kosten des Verfahrens werden dem Angeklagten zur Last gelegt. Die sofortige Verhaftung des Angeklagten wird angeoronet. Der Angeklagte erkennt die so ortlge II Büdingen, 12. Nov. Gestern Abend stürzte der _ , . . _ _ .. . _ ... Primaner des h.esigen Gymnasiums Multra Sohn des Ä» Tri» TX Remerförsters zu Wächtersbach, aus seiner Wohnung vom Rechtskraft des Urteils wider Erwarten an. — Der Lanfdwirt 3. Stock aufs Pflaster. Multra hatte mit einigen Kameraden Moritz Bender in Gambach war der feldpolizeilichen Uebertretung die Vorstellung des 1870/71 Kriegerfestspiels besucht und schuldig befunden worden und fein Einspruch gegen einen Straft kehrte spät nach Büdingen zuruck. Der Schwerverletzte wurde ^mmen"wordm war,'"durch Urteil des Amtsgerichts Butzbach besmnungslos aufgehoben und m die Kumt nach Greß en verworfen worden. Gegen das Urteil hat er Berufung eingelegt, gebracht. Multra ist ein sehr begabter Schüler. Das heutige Urteil lautet auf Verwerfung der Berufung. Jedoch rrrtnf<-nhi 19 Wnh (Mpftprn abend hielt der bieiiae wird der Schadensbetrag heruntergesetzt. — Eine noch, anstehende «--'ammlung ^°mgelLn WUe( erledig.. zu Gunsten der «Hanbelsvertröge der Boykott angedroht wird. Man beschloß, den Verfassern des Schriftstücks eine Ant- Verwendung der bewilligten Staatsgelder für die Finanz- , perrode 1894/97 nebst 67 Anlagen und den von den Großh. Ministerien bezw. der Oberrechnungskammer gegebenen Er- Iläuterungen; 2. eine Bemerkung der Großh. Ober-Rechnungskammer zu den vorerwähnten Nachweisungen; 3. die .aus den Rechnungen des Fonds zur Ergänzung des Fa- snrilleneigentums des Großh. Hauses für 1894/97 gefertigten Nachweisungen und die hierzu gegebenen Erläuterungen. ^Berichterstatter: Abg. Köhler-Darmstadd) 15. Anttag der .Abgg. Ulrich und Genossen, eine Sammelausgabe sämtlicher geltenden Verfassungs- und Verwalt- ungsgesetze betreffend. (Berichterstatter: Abg. Köhler- !Langsdorf.) 16. Antrag des Abg. Köhler (Langsdorf), die .Aufhebung der Ziffer 50 (L u x u s w a g e n) des Tarifs zum .-Gesetz über den Urkundenstempel betreffend. (Berichterstatter: Abg. Möllinger.) 17. 1) Antrag der Abgg. Ulrich und Genossen, die obligatorische staatliche Mo biliar- Versicherung betteffend. 2) Antrag des Abg. Köhler ^Langstwrf), die Einrichtung einer staatlichen Mobiliar- ^Feuer Versicherungsanstalt für das Großherzogtum Hessen betreffend. (Berichterstatter: Abg. Joutz.) 18. An- jtrag des Abg. Diehl, den Jahresbeitrag der Stadt Alzey su den Kosten der Realschule und des Progymnasiums 'vaselbft betreffend. (Berichterstatter: Abg. Molthau.) 19. Vorstellung des Lehrers i. P. H. Baumann zu Lam- 'pertheim, die dienstliche Maßregelung desselben betreffend. Die Tagesordnung für di- afte Sitzung lautet: Zur voll.- bie Gerichts losten betreffend, 23 Dezember E Ö-ÄwÄ.!® g^Äiw^ gen Beratung im Plenum in Gemäßheit des Artikels 33 Berichterstatter. WL JSLL) 23. R^^^ru^ der ^sen ^'Diebstahls vorbAraften Heinrich Bindewald von Grunberg und 35 der Geschäftsordnung: 1. Antrag der Abgg. Leun Kammer bezüglich des Antrags der Abgg. Ulrich und Ge- 8 „ Verbrechens gegen § 176, Pof. 3 verhandelt. Das Utteil und Wolf, Portofreiheit für Postpakete an Mi- nossen, die Entschädigung unschuldig Veryas- f^^^t auf eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten und die Kosten des litärpcrsonen betreffend. 2. Antrag der Abgg. Ulrich teter betreffend. (Berichterstatter: Abg. v Brentano.) Verfahrens. - Unter 3nf8cniei-ung eines großen SeugenQpparttteä - - - ----- . Auf die Tagesordnung der Sitzung am 20. dcovember Ull^ großen Zulaufs der rnteressietten Bevöllerung wrrd die An- ' '• ' fines dritten Präsidenten gesetzt klage verhandelt gegen den Lchrer Johannes Erdmann von Har- toerscn bad) wegen Körperverletzung. Der Angeklagte ist beschuldigt, am ** Personal-Nachrichten. Der Großherzog hat 11. Oktober 1898 oder 1899 seine Ehefrau durch einen Messerschmtt den Professor der Veterinäranatomie Dr. Phil. Paul Mar- verletzt, im Juli 1900 nach der Heimkehr von dem Kr^erfest m 444iu 4weihe zu Saasen mit einem des Abg. Köhler (Langsdorf), die Schächtfrage betr- medizinischen Kollegium der Land es-Universität uno Spazierstock mißhandelt und sie schließlich anfangs Juli 1901 mV 6. Antrag des Aba- Köhler (Langsdorf), die Umgestaltung zum Direktor des veterinar-anatomischen Instituts bei der- x^emPrügel mißhandelt zu haben. Auch wird ihm eineMißhandlung .....- - - * ■ ■" - selben mit Wirkung vom 11. November an ernannt- — A/Ct ^iner Tochter zur Last gelegt. Der Angeklagte leugnet beharrlich Großherzog hat dem Pfarrer Ludwig 23er cf zu Essenheim Der Verdacht, daß die Mißhandelte infolge der Verletzungen ge- die evangelische Pfarrstelle zu Wald-Michelbach, Dekanat ftorbcn sei, wurde durch die vorgenommene Sektion nicht bestätigt. Erbach übertragen. — Ernannt wurde der Fußgendarm Tie Anklage wurde erhoben auf die Bekundungen der eigens uno Stationsfutzrer Heinrich Stremmeibein in Orten- Tochlcr des Angeklagten hin, der Marie Erdmann von Harbach, berg zum AmtsgeriZtsdiener am Amtsgericht Grünberg LgeklagteZ Lraine. mit Wirkung vom xage fernes Dienstantritts. ?end ist für diesen das Zeugnis der kommissarisch vernommenen b. Wieseck, 12. Nov. Der Gesangverein „Concordia" 3cugin ^rolme Herber Ehefrau des Lehrers Herber in Saasen, feierte am Samstag in seinem Nereinslokal das 51jährige bereit Protokoll den Thatbestand der Anklage — allerdings nut Stiftiinasfest durch Veranstaltung eines Balles. Bei der Feier als indirekte Wahrnehmung — bestätigt. Belastend ins Gewicht wurde "das aktwe Mitglied Christian Dar,ng-r der dem gto SÄ Verein 25 Jahre angehott, durch den zwecken Präsidenten Nach mehrstündiger, in manck)er Beziehung recht eigen- Otto Seuling zum Ehrenmitgliede ernannt und ihm tümlicher Beweisaufnahme, erhalten die Vertreter der Staatsan- cine prachtvolle Ehrentafel (hergestellt in der Brühl'schen lualticbaft und des Anaeklagten das Wort. Der Vertreter der Druckerei) überreicht. Die Feier nahm einen schönen Verlauf. Die Beteiligung am Tanze war sehr rege; selbst Mitglieder von sechszig und siebzig Jahren sah man in den Reihen der Tänzer. Erst in vorgerückter Stunde verabschiedete man sich von einander mit dem Bewußtsein, wieder einmal einen ver- ______Vermischtes. wort zu erteilen. Weiterhin wurde beschlossen, mit den , \ c , - • _ übrigen Handelsvertragsvereinen Hessens in nähere Bezieh- Herne, 13. 2Lov. In Holsterhausen erschoß eine ungen zu treten und auf einen Tag in Frankfurt über Bergmannsfrcm im Streite chren Nachbarn. gemeinsames Vorgehen und energisches Zusammenwirken * Staß für t, 12. Nov. Bei dem gestrigen Grubenzuberaten. Unglück sind im ganzen 30 Bergleute verwundet Worms, 12. Nov- Bei der Jagd int Nonnenbusch, worden. 13 liegen im Krankenhause, von denen zwei über die gestern in Anwesenheit des Großherzogs und des Nacht gestorben sind. Nach den 16 noch unter der Erde Prinzen Heinrich von Preußen stattfand, bildeten ein Befindlichen wird eifrigst geforscht. Die Rettunasarbeiteni Reh, 25 Hasen, 297 Fasanen und ein Raubvogel die Strecke, sehr schwierig, da das Erdreich nachrutscht. Die hohen Herrschaften kehrten nachmittags wieder nach! * Sübed, 13. Nov. In einem Anfall von Delirium Darmstadt zurück. erschoß der Schneidermeister Trieb in Barkensen seine 111 -............. ——— iß jährige Tochter und verletzte seine Frau schwer. Trieb Genchtssaal. * Seinem an ger (Szombathely, Ungarn), 12. Nov. v. Gieße«, 12. Nov. (Strafkammer.) Die seinerzeit ver° ^arl Dreyer, der Besitzer einer Maschinenfabrik, hat sich ...AH ffitüTinna Teni in Siiiiprhrtfh __ cn-—t.xti-w;erf chossen. Der Betrieb bTr^abrit bie 250 Arbeiter beschäftigte, ist eingestellt.. (23erichterstatter: Abg. Backes.) 20. Vorstellung der Hilfsgerichtsschreiber bei den Amtsgerichten und zweiten ^Staatsauwaltsgehilfen, die Anrechnung von Besoldungsvordienstzeit betreffend. (Berichterstatter: Abg. -• —«—, — x-— m..r. v •. o,“ , , .Höckel.) 21. 2Zorstelluna der Hilfsgerichtsschreiber tagte Strafsache gegen den Johannes Philipps XIIi. in Fauerbach toeg€n mißlicher VerhLltnisse bei den Llmtsaerichten der zweiten Staatsanwaltsgehilfen rotr‘) heute fortgesetzt. Dem Angdttagten war zur Last gelegt worden, ^^rik. die 250 Arbeiter vei Den .Elsgerill)ren, oer zweilen . Löschen von Kalk üble Gerüche erregt und dadurch ferne !Und Gerichtsschreiber-Alpiranten, die anderweite Regelung Nachbarschaft belästiat zu haben. Durch das Schöffengerichts ckhrer Gehaltsverhaltni|se betreffend. (Berichterstatter: Abg. Friedberg war Freisprechung erfolgt. Gegen das ft-eisprechende ____ Jäckel.) 22. Antrag des Abg. Leun, betreffend die Abänder- yrlei( hatte die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Nach er- ungen: 1) Nummer 32 des Tarifs zum Urkunden st em- folgte- Beweisaufnahme stellte die Staatsanwaltschaft die Ent- pelgesetz vom 12. August 1899 ; 2) § 17 der Verordnung, scheidung in das Ermeßen des Gerichts. Das Gericht verwirft bie Wähler? Wollt Ihr einen Mann zur Vertretung Eurer Interessen haben, der unabhängig, freimütig und offen seine Meinung gegen Jeden vertritt, so gebt Eure Stimmen 7456 Herrn Ludwig pirr, Metzgermeister. Viele Wähler aus allen Stadtteilen. Wähler der Neustadt und der Bahnhofstraße schließt Euch dem Zettel des Xord - - Vereins an. 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Diese dabei vollständig unabhängige und erprobte Persönlichkeit ist unser Mitbürger Hm OltsstliiitsmiW uni) FckMmmm Karl Steinberger. Arbeiter! Bürger! Die Kandidaten der sozialdemokratischen Partei sind: ‘x sozraloemorranjchen Partei find: Adam Volz, Schneider. Heinrich Baum, Aaser. Wähler! Georg Beckmann, Kontrolleur. Heinrich Fourier, Geschäftsführer. Michael Kessler, Buchdrucker. Carl Orbig, Stadtverordneter. Chr. Petersen, Schneider. Ferner enthält unser Stimmzettel die Namen folgender Herren: Hermann Elle, Werksührer. Lonis Flett, Stadtverordneter. Professor Dr.Gaflky, Stadtverordneter. Karl Jann, Reallehrer. ImIMmMetemM! Memme WlkmchMlillig Heute Mittwoch den 13. November, »b«mds sv2 w, im Saute des Lonys Bierkeller, Schanzeustratze. Tagesordnung: Die bevorstehenden SladlverordneLenwahten. Referenten: Stadtverordnete E. Krumm und C. Orbig. Wir ersuchen alle unsere Freunde, unsere Stimmzettel unverändert abzugeben. Wähler! Die Thätigkeit unserer bisher in der Gemeindevertretung thätigen Genossen, sowie der Charakter der von uns aufgestellten Kandidaten bietet uns Gewähr dafür, daß sie als Stadtverordnete stets die Interessen der Gesamtheit im Auge behalten werden. Niemals werden sie dulden, daß dem Kapitalismus uni) gewissen Cliquen Vorteile auf Kosten der Steuerzahler zugeführt werden. Minderbemittelte und Besitzlose haben Anspruch aus mehr Vertreter im Stadtparlament als bisher! 04607 Darum gebe jeder zur Wahl und gebe den Zettel der sozialdemokratischen Partei ab! Jeder Wahlberechtigte muß das 3. Ziel Gemeilrdesteuern — fällig im August — bezahlt haben. Wer das 3. Ziel erst nach dem 10. November bezahlt hat, muß den quittierten Steuer» äe«ei mubTtuac». Aas sozialdemokratische Wahtkomitee. Die Wahlen zum Stadtvorstande stehen vor der Dhüre. Es liegt nun m Eurer Hand zu entscheiden, wer in den nächsten Jahren Eure Interessen im Stadtvorstande vertreten soll. Da gilt es vor allem Männer zu wählen, die jederzeit für das Wohl aller schaffenden Stände eintreten und die nicht blos Vertreter einer einseitigen Parteipolitik sind. Von der Ansicht ausgehend, daß nur ein ersprießliches Wirken für das Gesamtwohl der Stadt erzielt werden kann, wenn sämtliche Berufsstände ohne Unterschied der Partei im Stadtvorstande vertreten sind, gestatten sich viele Wähler aus allen Teilen der Stadt nach stattgefundenem Meinungsaustausch Euch nachstehende Herren in Vorschlag zu bringen. Es sind dies: Carl Brück, MImMckr. Martin Dörr, SchlojsnMißer. Louis Mett, Mlmorimt». Professor Dr. Gaffky, Mioerorimter. Friedrich Helfrich, Äntrotimrtcr. Louis Huhn, Mtorrordirter. Carl Jann, Stallefirtt. Emil Heinrich Müller, Sifjmtitrnitinrr. Carl Orbig, Mloem-urler. Ludwig Pirr, Mrtzemeisser. Emil Schmall, StaMntmiinttrr. 7$M Mehrere Bürger. Bezirksverein Nord-Ost. In der gestrigen Generalversammlung wurden folgende Herren zur bevorstehenden Stadtverordnetenwahl bestimmt, die wir unseren Mitbürgern angelegentlichst empfehlen; Karl Brück, Stadtverordneter. Martin Dorr, Schtoffcrmeister. Lottis Flett, Stadtverordneter. Pros. Dr. Gasfky, Stadtverordneter. Friedrich Helfrich, Stadlverordneter. Louis Huhn, Stadtverordneter. Karl Jann, Reatgymnafiattehrer. Emil Heinrich Müller, Schreinermstr. Carl Orbig, Stadtverordneter. Ludwig Pirr, Mchgermeistcr. Emil Schmall, Stadtverordneter. 7428 Der Vorstand. Im MtomrimtenW schlagen wir unseren schlichten Bürgersmann, den iwa Kaufmann Carl Eichmann Ederstratze 1 vor. Er ist der Mann, der die Interessen aller Kaufleute vertritt. _____________________Mehrere Wähler des IlmM. Grch AiisninhI ongekkihftir piiWN von den billigsten bis zu den feinsten. 7333 «Är' Gelenkpuppen in allen Größen $ Lroufseanr rk? sowie alle Puppenteile, Puppenwäsche, -Kleider, -Schuhe, -Strümpfe. Plippell-Heilllllstalt. Puppeil-Seilallstalt. Sonnenstrasse 25. J. H. Fuhr Sonnenstrasse 25. HeschäftsKröffnung. Einem geehrten Publikum von Gießen und Umgebung, sowie Freunden und Bekannten die ergebene Mitteilung, daß ich am 6. November WM- 77 Seltersweg 77 ein zweites Geschäft eröffnet habe. In Schirmen und Stöcken, Weiss* wasche und Trikotagen, Handschuhen und Krawatten, Hosenträgern u, S. W. halte ich mich bestens empfohlen. Mein Geschäft Bahnhofstrasse 2 führe ich unverändert fort. 7292 Hochachtungsvoll S. Abraham. Der Norö-Ost-Derein ♦ ♦ die von den beiden liberalen Bürgerparteien Schwall, Emil, Ltadtverordliettt. Wiele Wühler. 7435 if © G Huhn, Ludwig, Stadtverordilettt. Jann, Carl, Realghmmslallehrer. Metz, Aug., RkchtsaMillt. Orbig, Carl, Ltadtverlirhllettt. Schaffstaedt, Heinrich, goBrifaut Unsere Kandidaten sind und bleiben vorgeschlagenen Herren: Brück, Carl, LtMvmMeter. Emmelius, Louis, Zt^tvcrorhseter. Flett, Louis, AMvemimter. Gaffky, Pros. K, LtMueMlieler. Helfrich, Friedrich, Mliittordll. hat gesprochen. Eitelkeit und Selbstsucht haben Triumphe gefeiert. Die Versammlung hat die ihr vom Vorstand präsentierte Liste der beiden liberalen Bürgerparteien abgelehnt und eigene Kandidaten ausgestellt. Man nahm dabei den Standpunkt ein, daß nur solche Leute vorgeschlagen werden sollen, die im ftlord"Ost°B®zirk ansässig seien, und giebt damit ein Beispiel krassester interessenpolitik! Kliibiirger1! Wohin soll es führen, wenn jeder Bezirk seine eigenen Kandidaten anfstellt, nur aus das eigene Wohl bedacht, unbekümmert um das Wohl des Sanzen? Ein solches Ansinnen weise man mit Entschiedenheit zurück. Wir fordern hiermit alle Wähler auf, diese Zumutung des Nord-Ost-Vereins, der nach unserer Ansicht in der Stadtverwaltung genügend vertreten ist, abzulehnen und am Entscheidungstage nur den Zettel der beiden liberalen Parteien abzugeben, welcher Männer vorsieht, die unabhängig und frei von Sonderinteressen nur das Wohl der Gesamtheit im Auge haben. Thue jeder seine Pflicht, damit keine Stimmenzersplitterung eintrete, die nur der sozialdemokratischen Partei zu gute kommt, deren allzu starke Vertretung nicht wünschenswert erscheint. Wähler! Die Hauptstütze einer jeden Gemeinde ist ein kräftiger Bürger-, Handwerker- und Gewerbestaud. Derselbe muß seine Vertretung voll und ganz im Stadtvorstande haben und wem daran gelegen ist, daß dies geschehe und daß der Mittelstand der Stadt und dem Staat erhalten bleibe, der wähle: Martin Dörr, Mosscrmeister. Emil Heinrich Müller, Achreinernmster. Ludwig Pirr, Mehaernmster.