Nr.Sl« Zweites Blatt Samstag 14. September 1901 GiehenerAnzeiger General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen 151. Jahrgang Natürlich verfolgt man auch in England die Vorgänge bei "Danzig mit gespanntester Aufmerksamkeit. Daß die Engländer von dem herzlichen Einvernehmen der beiden Kaiser nicht sonderlich erbaut sind, kann man leicht begreifen; denn alles, was zu weiterer Lösung der Spannung zwischen Dreibund und Zweibund beiträgt, erschwert die diplomatische Lage Englands. Die englische Presse äußert sicb deshalb auch sehr kühl. „Daily Telegraph" sagt, alle diese Zusammenkünfte seien ein klares Anzeichen, daß die Herrscher aller europäischen Länder ernstlich bemüht seien, den Frieden aufrecht zu erhallen. Der König von England, der dem Grafen Lambsdorff in Kopenhagen eine lange Audienz gewährte, gab und empsing zweifellos dieselben Versicherungen, wie dies in Danzig geschehen sei und in Compiegne geschehen werde. Das Blatt hält auch eine Aussprache bezüglich der Anarchisten für wahrscheinlich., — „Standard"' sagt, dem Besuch des russischen Kaisers in Danzig müsse, so kurz er auch sei, offenbar eine internationale Bedeutung beigemessen werden. — Mor- ning Post" schreibt: Die Kaiserzusammenkunft sei ein Ereignis, welches, wenn es auch jeder besonderen Bedeutung entbehre, doch auf ein freundliches Einvernehmen der Nation hinarbeite. Krieg zwischen Kolumbien und Venezuela. Der Krieg zwischen Kolumbien und Venezuela ist in . vollem Gange, ohne daß eine förmliche Kriegserklärung erfolgt wäre. Tie Venezolaner sind bereits zu Wasser und zu Lande in die nordöstliche Ecke der Nachbarrcpublik eingedrungen. Nach telegraphischer Nachricht aus Cura- cao brach Präsident Castro selbst über den Hafenplaü Rio Hacha ein; seinen Truppen schlossen sich alsbald die kolumbischen Revolutionäre an. Eine Schlacht gegen die 6000 Mann starke kolumbische Armee steht, wie wir in unserer letzten Nummer meldeten, unmittelbar bevor. Freilich scheint es den hitzköpfigen Freistvatlern an dem zum Kriegführen von Alters her so notwendigstem Geld zu mangeln. Kurz entschlossen hat daher die kolum- bische Regierung, einer nach Köln gelangten Privatmeldung zufolge, die Gouverneure in den Provinzen angewiesen, alle Hilfsmittel für die Unterhaltung und Ausrüstung des Heeres durch Enteignung zu erzwingen. Gleichzeitig wurde die Aufhebung aller Zahlungen für Kriegslieferungen verfügt. In einem Rechtsstaate wären solche Maßregeln unmöglich; doch im spanischen Amerika können sie nicht überraschen, und sie würden schließlich dem Ausland gleichs- giltig sein, wenn allein die kolumbischen Bürger darunter zu leiden hätten. Doch ist das nicht der Fall. Im „Notalle" soll nämlich auch das Eigentum der anderen Bürger beschlagnahmt werden. Bereits sind, wie berichtet wird, zahlreiche vermögende Deutsche um ihre gesamten Er- Zur Kaiserbegegnung schreibt man uns noch aus Berlin, 12. September: Tie Kaiserbegegnung hat einen Intimen, familiären Charakter. Neber Trinksprüche, die sonst bei solchen Anlässen der politischen Welt einen Anhaltspunkt als „Stimmungssymptom" geben, liegen bis heute abend keine Meldungen vor. Es scheint aber, nach oen Ordensverleihungen auf beiden Seiten zu schließen, die Verständigung unter den leitenden Staatsmännern in wünschenswerter Weise erfolgt zu sein. Nach der „National Ztg." ist der Verlauf der Zusammenkunft ein durchaus zufriedenstellender. Da Meinungsverschiedenheiten auf politischem Gebiete zwischen Rußland und Deutschland nicht in Frage kommen, so wird man annehmen dürfen, daß die Aussprache bezüglich des neuen Handelsvertrags mit Rußland in der Hauptsache (Getreidezölle) zum Einverständnis geführt hat. Die Kaiserzusammenkunft bei Hela. Wir berichteten bereits in unserer vorigen Nummer unter den letzten Nachrichten von dem Besuch Kaiser Wildelms bei dem Zaren auf der russischen Kaiseryacht, von der Besichtigung einzelner Kriegsschiffe und einzelnen Dekorationen. Jetzt sei noch folgendes nachgetragen: Nach dem Besuch der Kriegsschiffe geleitete der Kaiser den Zaren auf die russische Kaiseryacht zurück und besuchte den Großfürsten' Alexis an Bord oes Kreuzers „Swetlana". Um 8 Uhr fand Wendtafel an Bord des „Standart" statt, wozu Großfürst Alexis mit Gefolge, die Admirale und die Kommandanten der Uebungsflotte geladen waren. Vor der Tafel wurden die Herren des deutschen Gefolges dekoriert. Der Zar überreichte persönlich dem Reichskanzler, wie schon berichtet, den Andreasorden. Tieselbe Ordensauszeichnung wurde auch dem Oberhofmarschall Grafen Eulenburg zu teil. Die Generaladjutanten Grafen Schliessen, Plessen und Staatssekretär v. Tirpitz erhielten das Bild des Zaren. Die russischen Herren wurden in gleicher, Weise durch preußische Dekorationen ausgezeichnet. Gra Lambsdorff erhielt den Verdienstorden der preußische! Krone, der Minister des kaiserlichen Hofes, Baron Fredericks, das Großkreuz des Roten Wlerordens in Brillan- ten. Nach aufgehobener Tafel verblieb der Zar mit den Gästen auf dem Promenadendeck vereint und erfreute sich an dem herrlichen Schauspiel, das die prächtig illuminierten deutschen und russischen Schiffe boten. Die für den folgenden Tag das Westgeschwader der blauen Partei bildenden Schiffe gingen wäl"end dessen mit Salut in See. Nach 11 Ubr abends verabredeten sich die Kaiser aufs herzlichste. Kaiser Wilhelm kehrte auf die „Hohen- Annahme von Anzeigen zu der für den folgenden Tag erscheinenden Nr, bis vormütags 10 Uhr. Alle Ameigen-Vermm- lungsstellen des In- und Auslandes nehmen Anzeigen entgegen. Zeilenpreis: lokal 12Ps^ auswärts 20 Psg. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Universitäts - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wittko; für den Anzeigenteil: Hans Beck. zollern" zuruck. Nachdem die Schiffe der blauen Partei die Rhede verlassen hatten, dampften die Schiffe der roten Partei Donnerstag früh westwärts. Um 9 Uhr begaben sich Kaiser Wilhelm und Kaiser Nikolaus an Bord des „Kaiser Wilhelm II.", der alsbald in See ging. Die russischen Schiffe feuerten einen Salut von 21 Schüssen. In der Begleitung des Kaisers Nikolaus befand sich Großfürst Mlexis. Bei dem Kaiser Wilhelm befanden sich der Reichskanzler v. Bülow und Staatssekretär des Reichsmarineamtes v. Tirpitz. Es war herrliches Manöver- wetter. Bald fielen die ersten Schüsse. Das rote Geschwader, die „Baden" und die Brandenburgklasse, griff die Küshenpanzer der blauen Partei, die mit den Batterien von Neufahrwasser Danzig verteidigten, an. Der Führer des roten Geschwaders war der Vizeadmiral v. Arnim; Führer des blauen, v.on? Westen kommenden Geschjwaders Prinz Heinrich mit den Panzerschiffen „Wilhelm der Große", „Barbarossa", „Sachsen" und Württemberg". Um 11 Uhr nahm der blaue Kreuzer Fühlung mit der roten Partei. Der Angriff der roten Partei wurde von den Küstenpanzern und Küstenbefestigungen, wenn auch unter Verlust, abgeschlagen. Die rote Partei schleppte die durch das feindliche Feuer als schwer beschädigt angesehene „Baden" von der blauen Partei. Ein Küstenpanzer suchte vergebens zur rechten Zeit heranzukommen. Ein vorzüglich geleitetes Nachgefecht, bei welchem auch Torpedoboote ein- grissen, brachte die Entscheidung und damit Beendigung des Manövers. Das Signal des Kaisers „sehr gutes Manöver" belohnte die Schiffe für ihre Leistungen. Um 6 Uhr ankerte die Flotte auf der Rhede von Hela und beide Kaiser begaben sich auf ihre Pachten. Abends fand auf der „Hohenzollern" ein Diner statt. Vor dem Diner empfing Kaiser Wilhelm den russischen Ministers des Auswärtigen, Grasen Lambsdorff, in längerer Audienz. Der Kaiser überreichte dem Minister sein Bildnis. Die russischen Blätter fahren fort, die Kaiserzüsammen- kunft in der herzlichsten Weise zu besprechen. Besonders' betonen sie die heilsamen Folgen, die die Zusammenkunft auf die Festigung des europäischen Friedens haben müsse. So schreiben die „Npwosti", daß die Danziger Zusammenkunft unter den günstigsten Umständen stattfinde. In ganz Europa herrsche voller Friede und nichts deute darauf hin, daß er in der mehr oder weniger nahen Zukunft gestört werden könne. Tas Verdienst an der Erhaltung des europäischen Friedens gebühre hauptsächlich Rußland und Deutschland. Tie Kaiser der beiden Reiche führten eine streng friedliche Politik, die in den traditionellen gegenseitigen Beziehungen beider Länder wurzele. Tas Blatt betont ferner die ausgezeichneten dynastischen Beziehungen zwischen Rußland und Deutschland und sagt: Dieser Umstand sei sehr wichtig, weil er eine Gewähr sei für die guten und aufrichtigen nachbarlichen Beziehungen der beiden Reiche, da deren Interessen einander nicht widersprechen. Tas persönliche Element sei in der Politik stets von großer Bedeutung gewesen; wenn der feste Wille beider mächtigen Herrscher auf die Erhaltung des Friedens gerichtet sei, so werde der Friede natürlich erhalten bleiben. Es sei unmöglich, an dem heilsamen Einfluß der Danziger Zusammenkunft auf die Festigung des europäischen Friedens zu zweifeln. Die Aeußerungen der österreichischen Presse lauten ebenfalls durchaus sympathisch. So sagt das „Wien. : Tagebl.", in der Zusammenkunft werde das gute Einvernehmen und die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Reichen und den beiden Herrscherhäusern gefe tert. Auch die wirtschaftliche Seite wird : in den Besprechungen der Zusammenkunft von den Blättern । berührt. Die Friedensbürgschast, die die Zusammenkunft ‘ der Kaiser biete, werde nur dann von Tauer sein, wenn die beiderseitige Staatstünft die wirtschaftlichen Be- I Ziehungen inniger zu gestalten verstehe. : Unverbürgte Kaiserworte. Aus Berlin, 12. September, wird uns von besonderer Seite geschrieben: Tie „Franks. Ztg." hat angebliche Aeußerungen von hoher Stelle verbreitet: „Der Minimaltarif ist Unsinn; Bülow ist übrigens derselben Meinung" und,cher Kanal müsse im nächsten Winter durchgehen". Bei allen solchen „Zitaten" privater Aussprüche des Kaisers läßt sich die Beobachtung machen: Diejenigen, die mit dem Urteil über- einsfimmen, sind von der Echtheit des Zitats überzeugt; wer anderer Meinung ist;, glaubt zunächst bezweifeln zu dürfen, ob die Bemerkung überhaupt, und ob sie in dieser Form gefallen ist. Auch die heutige „Nordd. Allg. Ztg.", die man nach erfolgten Enthüllungen aufsehenerregender Art besonders genau zu lesen pflegt, nimmt zu jener Mitteilung, obwohl sie Die Runde durch die Presse macht, keine Stellung. Möglicherweise, weil Graf Bülow während der Danziger Kaisertage Wichtigeres zu thun hat, als Dementis zu verfassen. Tenn unseres Erachtens wird ein solches nicht ausbleiben. Ter Ausspruch über den Unwert des Mindefttarifs (für die künftigen Getreidezölle) kann aus dem einfachen Grunde nicht vom Kaiser herrühren, weil als feststehend zu erachten ist, daß der Reichskanzler von dem Herrscher die Ermächtigung zur Einbringung des Zolltarifentwurfs im Bundesrat erhalten hat. Und nicht nur das: auch das preußische Staatsministerium hat ein Einverständnis erklärt mit den Grundprinzipien oes Tarifentwurfs. Es versteht sich wohl von selbst, daß Graf Bülow nicht etwas, was er für „Unsinn" hält, also den Mindesttarif, über dessen Wert ja die Ansichten der Öffentlichkeit weit auseinandergehen, amtlich vertreten wird. Ebenso unglaubwürdig erscheint es, daß bei einer entschiedenen Abneigung des Kaisers gegen den Mindesttarif die preußische Regierung sich für diese Form ausgesprochen haben würde. Tie „Voss. Ztg." die sich heute abend mit der angeblichen Aeußerung des Kaisers beschäftigt, schreibt u. a.: „Ob der deutsche Kaiser dieses Wort gesprochen hat, wissen wir nicht. Wäre es gesprochen worden, so könnten wir dem Kaiser nur beipflichten." Tie konservative „Kreuz-Ztg." macht der Demokratie zum Vorwurf, daß diese sonst Gegner eines persönlichen Regiments des Monarchen, gelegentliche private Aeußerungen Sr. Majestät im politischen Kampfe zu ihren Gunsten verwerte, auch wenn diese Aeußerungen nur sehr mangelhaft oder überhaupt nicht beglaubigt seien. Soweit die „Kreuz-Ztg." Tie weiter zitierte angebliche Aeußerung über den Kanal, der im nächsten Winter durchgehen müsse, hat ebensowenig Wahrscheinlichkeit. Tie „Nationalztg." erklärt heute abeno, sie habe Grund, die Meldung der Münchener „Allgemeinen Ztg." für zutreffend zu halten, daß die Kanalvorlage in der nächsten Landtagssession noch nicht wieder eingebracht werden soll. Vermutliche mit Rücksicht auf die Zolltarif-Beratungen, bei denen man gerade genug mit parlamentarischen Kämpfen zu thun haben wird. Aber die ^analvorlage ist nur vorläufig abgesetzt vom Programm der Negierung. Dafür bietet der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten, Herr v. Thielen, eine gewisse Bürg- chast. Ms im Mai ds. Js- Herr v. Luc an ns seine mi- nisterstürzenden Visiten absolvierte, stellte Exzellenz von Thielen den ruhenden Pol in der Erscheinungen Flucht dar. Er darf sozusagen als eine Verkörperung des unerschütterten Bestandes der Kanalidee gelten. Alles in allem erwächst dem Zitat angeblicher Kaiserworte einstweilen wenig Unterstützung durch die Thatsachcn. i Wir halten es auch für nicht glücklich, daß mit privaten , Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Siebener Zamilien- blätler werden dem Anzeiger im Wechsel mit 'oem »Hess. Landwirt* und den »Blättern für Sche Volkskunde" al wöchentlich beigelegt. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FernsprcchanschlußNr.51. Aeußerungen des Herrschers nach der einen oder anderen Richtung hm Stimmung genracht wird. Dergleichen leistet 1 nur dem politischen Klatsch Vorschub. Niemand weiß, in welchem Zusammenhang solche Aeußerungen gefallen sind und in welchem Tone sie gethan wurden. Ein national-, liberales Blatt hat kürzlich mit Recht auf das Bedenkliche hingewiesen, den Kaiser mit allem, was in Deutschland politisch Wichtiges geschieht, in Zusammenhang zu bringen, ^n der That erregt man dadurch in minder urteilsfähigen Köpfen den Gedanken, dem Herrscher auch das nicht Gelungene in der Politik — keine Politik hat nur Erfolge — aufzubürden. Vollends liegt die Gefahr einer Verwirrung des Publikums nahe, wenn durch Mitteilung unverbürgter Aussprüche der Kaiser in Geaensatz gebracht wird zur Politik der Regierung. _________' Tie kleineren Staaten Deutschlands. Tas offiziöse Organ des russischen Amts, das „Jour» naldeSt. Petersbour g", veröffentlicht einen längeren Artikel, in dem der 75. Geburtstag des Großherzogs von Baden zum Anlaß einer Erörterung genommen wird über das Verhältnis, in dem die kleineren deutschen Staaten zum Reiche und Preußen standen resp. stehen. Es heißt darin: Die Regierung des Großherzogs Friedrich von Baden wird eine bedeutungsvolle Spur in der Geschichte des zeitgenössischen Teutschland mrücklassen. Sein aufgeklärter Geist und seine glühende Vaterlandsliebe haben ihn zu einem derjenigen deutschen Herrscher gemacht, welche am meisten im letzten Jahrhundert hervorragen. Man weiß, mit welchem Eifer er sich der nationalen Sache angenommen hat, und wie sehr er bemüht gewesen ist, die Träume so vieler deutscher Patrioten, welche ein einiges Teutschland herbeisehnten, zu verwirklichen. Durch seine Vermählung mit- der Tochter König Wilhelms I. stand er dem preußischen Königshause nahe und er war berufen, eine große Rolle bei allen Ereignissen während der inneren Kämpfe in Teutschland zu spielen, welche das Werk der Vereinigung der verschiedenen Staaten Deutschlands vorbereiteren. Tie deutsche Nation ist dem Großherzog Friedrich dankbar für die Dienste, welche er dieser Sache geleistet hat und weiß wohl, daß seitdem seine Ratschläge große Bedeutung für die Entwickelung der inneren Lage des Landes gehabt haben. Das Kennzeichen der von ihm eingeschlagenen und vertreten Politik ist große Mäßigung und gleichzeitig eine außerordentlich große Festigkeit in den von ihm verfolgten Zielen. Die Herrscher der kleineren Staate-n Deutschlands haben sich dadurch, daß sie sich vom nationalen Ge- dan fen leiten ließen, nicht herabgesetzt, sondern haben gleichsam noch an Macht gewonnen. Die ganze übrige Nation hat ihnen Achtung und Verehrung gezollt, die für sie ein Zuwachs an Macht bedeutete und ihre eigenen Untertanen, die sahen, daß das Herz ihrer Herrscher im Einklang mit den ihrigen schlug, waren ihnen darum nur um fo ergebener und treuer. So vollzog sich die deutsche Einheit, ohne daß das monarchische Prinzip verletzt wurde. Dieses Prinzip wurde im Gegenteil noch mehr erhöht durch die Thatsache, daß die Fürsten dem Reichsgedanken und die Unterthanen ihrem Fürsten treu waren. Tas Großherzogtum Baden ist einer der blühendsten Staaten Deutschlands, einer derjenigen, in denen die geistige Bildung am meisten in der Masse der Bevölkerung verbreitet ist. Sicherlich hängt der Badenser am Heimatlande, seinem engeren Vaterlande, wie man sagt, aber er besitzt auch im höchsten Maße Gefühl für die deutsche Einheit. Großherzog Friedrich ist der erste der in Versailles versammelten deutschen Fürsten gewesen, welche am 18. Januar 1871 auf Kaiser Wilhelm den Erften das Hoch ausgebracht hat, und ist neben König Albert von Sachsen einer der wenigen deutschen Fürsten, welche noch aus jener Zeit am Leben sind. Tie deutsche Nation hegt Wünsche für die lange Dauer der Regierung des Großherzogs Friedrich, und im Großherzogtum Baden wissen die in demselben Gefühl der Verehrung für den Herrscher geeinten Parteien, wie sein weises, erfahrenes Handeln stets dem Wohle des schönen badischen Landes gedient hat.__ sparnisse gebracht. Trifft das zu, dann liegt hier ein Gewaltakt vor, für den die kolumbische Regierung natürlich seitens des deutschen Reiches verantwortlich gemacht werden wird. Augenblicklich läßt sich freilich nichts thun. Ter große Kreuzer „Vineta" ist; Zwar zum Schutz der deutschen Interessen an der Küste stationiert, aber er kann nicht allenthalben sein und nur Schutz gewähren, soweit seine Schiffskanonen reichen, oder Landungsdetachements in die Küstenstädte gelegt werden. "Tie Eintreibung der Entschädigungsforderung dürfte später erheblichen Schwierigkeiten begegnen, besonders wenn Kolumbien im Kriege unterliegen, die jetzige Regierung also, die die Gewaltakte verschuldete, hinweggesegt werden sollte. Unter solchen Umständen ist es mit großer Freude zu begrüßen, daß unsere Regierung die Entsendung der beiden Schulschiffe „Stein" und „Moltke" nach den mittelamerikanischen Gewässern beschlossen hat, um den großen Kreuzer „Vineta" in der Wahrung unserer Interessen zu unterstützen. Ms erstes wird die Fregatte „Stein" dort eintreffen, während „Moltke" erst, Anfang November Rio de Janeiro erreichen und alsdann über Bahia nach der venezolanischen Küste abgehen wird. Das Attentat auf Mac Kinley. Das Befinden des Präsidenten ist fortgesetzt gut. Die Besserung schreitet ohne Unterbrechung fort. Aus den neuesten Meldungen ist folgendes hervorzuheben: Am Donnerstag Abend 10 Uhr wurde ein Bulletin ausgegeben, demzufolge man Mac Kinleys Blut untersuchte. Die Untersuchung bestätigte den klinischen Befund, daß keine Blutvergiftung vorliege. Die weißen Blutkörperchen sind fast in normaler Zahl vorhanden, während die roten wegen der mangelhaften Ernährung etwas zurückgegangen sind. Die Gefahr einer Blutvergiftung scheint also ganz geschwunden zu sein. Der Präsident ist schon im Stande, mehr Siahrung zu nehmen, und genießt diese mitSlppetit. Mynter, einer der den Präsidenten behandelnden Aerzte, bestätigte auf eine An- ftage, daß Mac Kinley Nahrung zu sich nehme, umgebettet sei und sein Zustand sich weiter besiere. — Im Laufe des Tages verlangte er sogar eine Cigarre, die ihm aber natürlich verweigert wurde. Dr. Mc Burney ist abgereist, da die Genesung in sicherer Aussicht sei. Valencia, o CARACAS 2 A & in ,p p M \c7cer.O /—Z- a J 4 6-0* a ■ A c * '■ente o Jdazpurdk v O e ' o Cumaj'ibo , Kompliziert wird der Fall noch durch die Thatsache, )aß die nordamerikanische Union eine Art Schutzherrjchaft über Kolumbien beansprucht. Die Staatsmänner der Vereinigten Staaten glauben sich hierzu berechtigt auf Grund eines schon 1846 mit dem damaligen Neu Granada geschlossenen Abkommens, durch ivelches sich die Union verpflichtete, Kolumbien auf Verlangen Hilfe zu gewähren. Bekanntlich hatte Mac Kinley den streitenden Parteien seine Hflfe angeboten. Doch war sein Vorschlag von Venezuela schroff zurückgewiesen worden, während ihn Kolumbien angenommen hatte. Man darf daher auf die weitere Entwickelung dieser „amerikanischen Wirren" gespannt sein. Gleiche Interessen wie Deutschland in den beiden südamerikanischen Republiken hat Frankreich zu vertreten. Somit treten die tobengenannten Republiken urplötzlich in den Vordergrund des allgemeinen Interesses. Aus diesem Grunde bringen wir heut unsern Lesern die beistehende Karte der beiden kriegslustigen Staaten und bemerken dazu kurz Folgendes: Jede der beiden Repu- bliken ist annähernd doppelt so groß wie Deutschland, doch hat die erstere nur 4 und die andere sogar nur 2 einhalb' Millionen Einwohner. Tie Friedensstärke ihrer Armeen beträgt 1000 bezw. 3600 Mann. Im Kriegsfälle sind in Kolumbien alle männlichen Staatsbürger wehrpflichtig, und die Kriegsstärke der venezolanischen Armee beziffert sich auf dem Papier auf 250 000 Mann. Ob überhaupt für so viele Personen: Waffen vorhanden sind, darf sehr bezweifelt werden. Die beiderseitigen Kriegsflotten weisen für Kolumbien 1 Torpedojäger und sechs kleine Tampfschooner und für Venezuela 2 Kanonenboote und 1 Dampfschvoner auf. Der Sitz der Regierungen be- ftndet sich in den Hauptstädten Bogota bezw. Caracas. Tie wichtigsten Häfen sind in Kolumbien Panama, Colon, Cartagena und Baranquilla, und in Venezuela Carupano, ,Lä Guayra (Hafenstadt von Caracas), Puerto Cabello, S. Miguel und Maracaibo. In allen diesen Städten, ebenso wie in vielen binnenländischen Orten wohnen deutsche Kaufleute und in den meisten derselben ist Deutschland durch einen Konsul bezw. Vizekonsul vertreten. Deutschlands Ausfuhrhandel nach Venezuela bezifferte sich 1900 auf 5,0 und sein Einfuhrhandel auf 9,7. Millionen Mark. Nicht ganz so groß, aber doch immerhin recht bedeutend sind unsere Handelsbeziehungen zu Kolumbien. Wir haben also allen Grund, bereit zu sein, falls die kommenden Ereignisse unseren Handel in Südamerika! bedrohen sollten. Wir empfehlen unseren Lesern, die Karte aufzubewahren, um an der Hand derselben für den Fall, daß.die Kriegsereignisse größere Ausdehnung gewinnen sollten, den einzelnen Phasen des Krieges folgen zu können. " New-York, 12. Sept. (Reuters Nach Berichten aus Willemstad meldet der französische Kreuzer „Suchet" aus Porto Kolumbia bei Baranquilla, ein Dampfer habe tausend kolumbische Soldaten bei La Hacha am 9. September gelandet. Vier venezolanische Kanonenboote befänden sich auf der Höhe von La Hacha. Die kolumbischen« Truppen erwarten einen Angriff. Weiter wird berichtet, daß tausend Venezolaner unter Davila am 4. September Maracaibo an Bord von vier Schiffen verlassen hätten, und wenige Meilen nordöstlich von La Hacha gelandet seien. Ferner sei eine Expedition von Venezolanern und kolumbi- schen Liberalen, im Ganzen 500 Mann, von Maracaibo auf- gebrochen und habe sich auf dem Landweg gegen La Hacha gewandt; dieselbe sei der Zeit nach jetzt wohl in der Nähe ihres Bestimmungsortes angelangt. Darüber, ob ein Komplott gegen den Präsidenten oorliegt, hat die Polizei immer noch nichts Sicheres ermitteln können. Nach einer Meldung der „Daily Mail" aus Washington kehrte der stellvertretende Sekretär des Ackerbaudepartements, Brigham, aus Buffallo zurück und erklärte, er habe aus guter Quelle gehört, daß die in der Ausstellung thätigen Beamten des geheimen Dienstes über 20 Telegramme erhalten hätten,'worin ihnen mitgeteilt wurde, daß der Plan bestehe, den Präsidenten Mac Kinley in Buffalo zu ermorden. Ein strenges Kreuzverhör mit Emma Goldmann ist resultatlos geblieben, sie dürfte in Kurzem aus der Haft entlassen werden. Aus London wird berichtet, daß man in dortigen Anarchistenkreisen der That des Czolgosz keine politische Bedeutung beigelegt. Fürst Krapotkin erklärte, sie sei ein gemeines Verbrechen und werde als solches behandelt werden; Czolgosz sei ein aufgeblasener Mensch, der von der Natur und den Wirkungen seiner That keine Ahnung habe. Der bekannte Anarchist Malatesta meinte, in einem Lande wie Amerika sei keine raison d’Stre für ein solches Verbrechen vorhanden. 'Ueber die Herkunft Czolgosz' meldet der „Dziennik Posnanski" in Posen noch, die Familie Czolgosz' stamme aus Censkowice bei Znin (Prov. Posen). Von dort seien drei Brüder von Czolgosz, Josef, Leo und Franz, vor einigen 20 Jahren nach Amerika ausgewandert; ein vierter Bruder befinde sich noch in Znin. Gegen den Anarchismus scheint man thatsächlich in Amerika Ernst machen zu wollen. So soll sich der Generalkommissar für Einwanderung, Powdermy, dahin ausgesprochen haben, daß er eine Abänderung der Einwanderungsgesetze beantragen werde, nach der kein Einwanderer in die Vereinigten Staaten zugelassen werden solle, der nicht durch ein Zeugnis aus seinem Heimatsort sich als friedfertig, unbescholten und dem Anarchismus fernstehend ausweisen könne. Bundesagenten sollten in allen Ländern bestellt werden, um danach zu sehen, daß die Zeugnisse in gehöriger Form ausgestellt werden. Ebenso soll Mr. S y l v e st e r, der Präsident der Vereinigung von Polizeichefs in den Vereinigten Staaten und Kanada eine Cor- respondcnz mit dem Direktorium eröffnet haben in der Absicht, eine gemeinsame Aktion der Polizei aller Städte zur Ausrottung der anarchistischen Organisationen herbeizuführen. Engländer und Buren. Wie der Gouverneur von Lourenco Marques berichtet, sind etwa 10 Stunden von Komati Poort die portugiesischen Grenz truppen auf eine Buren- abteilung von 50 Mann gestoßen, die auf portugiesischem Gebiet Vieh und Lebensmittel geraubt haben sollen. Es entspann sich ein Kamps, wobei die Buren fünf Tote und sechs Gefangene verloren. Die Portugiesen hatten ebenfalls schwere Verlushe, da fünszehn Mann getötet oder verwundet wurden. — Welcher außerordentlichen Heuchelei die englischen Staatsmänner fähig sind, geht auch aus einer Rede hervor, die Lord Londonderry dieser Tage auf einer Versammlung der Primrose-Liga hielt. Er äußerte dabei die Ansicht, daß der südafrikanische Krieg sich so in die Länge gezogen habe, „weil wir den Frauen und Familien der Buren so viel Güte und Liebe erwiesen haben." Welche Behandlung mag wohl der edle Lord für richtig hallen, wenn die bisherige Behandlung Liebe und Güte aufweist?. — In Lord Kitcheners Bericht über den Stand der Dinge aus Pretoria vom 9. September heißt es: Seit dem 2. September haben die Kolonnen wieder gute Erfolge gehabt. Die gesamte Beute (bag) betrügt einschließlich aller besonders Gemeldeten: 681 Buren, nämlich 67 Tote, 67 Verwundete, 384 Gefangene, 163 Uebergänger. Ferner 179 Gewehre, 65 211 Patronen Gewehrmunition, 371 Waaen, 3400 Pferde, 19 000 Schafe und verschiedene andere Vorräte. Die Lage in der Kap- kolonie ist unverändert, abgesehen von der Gefangennahme des Lotterschen Kommandos durch Scobell und von dem Einbruch einer Abteilung bei Herrscht, deren Verfolgung noch nicht durch Frenchs Kolonnen ausgenommen worden ist. _ Ein Beleg für die gute Wirkung der Kundmach" ung Kitcheners ist dieser Bericht gerade nicht. Denn er zählt freilich eine erhebliche Anzahl Toter, Verwundeter und Gefangener auf, aber nur 163 Uebergänger, deren Zahl sich doch beträchtlich vermehrt haben müßte, wenn die Kundmachung nachhaltigen Eindruck gemacht hätte. Uebri- gens hat es auch mit den Gefangenen eine eigene Bewandtnis. In dieser Rubrik finden sich zwar 384 Buren angegeben, aber die Zahl der erbeuteten Gewehre weist demgegenüber ein starkes Minus auf, da sie sich nur auf 179 beläuft. Demnach sind von den gefangenen Buren nicht weniger als 205 unbewaffnet gewesen. Die Erklärung, daß die Buren viele Pferdehalter nötig hätten, die keine Waffen trügen, trifft nur dann zu, wenn es sich um Kaffern handelte, davon sagt aber Kitchener nichts; die burischen Pferdei Halter sind selbstverständlich ebenfalls bewaffnet. Wenn man also nicht annehmen will, daß diese unbewaffneten Gefangenen ihre Gewehre vor der Gefangennahme versteckt haben, oder daß den Buren die Waffen so knapp sind, daß sie nur noch die Hälfte ihrer Leute damit versehen können, so bleibt nur d ie eine Erklärungsmöglichkeit, daß die Betreffenden zu jung oder zu alt waren, um Waffen zu führen, daß sie also Knaben und Greise sind. Bekanntlich rechnen die Engländer jeden Bur, der das 12. Lebensjahr überschritten hat, zu den Waffenfähigen. Telegramme *deS Gießener Anzeiger-. London, 12. Sept. Wie Kitchener aus Pretoria von gestern telegraphiert, haben sich C. Krüger, der Sohn des Präsidenten Krüger, und Hauptmann Feneira am Mittwoch ergeben. Brüssel, 12. Sept. Die „Jndependance Belge" veröffentlicht den Wortlaut einer amtlichen Zuschrift, welche von den bevollmächtigten Delegierten Transvaals und des Oranjefreistaates Dr. Leyds, Wessels, Wolmarans und Fischer am 10. September an den Schiedsgerichtshof im Haag abgegangen ist. Die Delegierten verlangen hierin nochmals, daß die Streitigkeiten, welche den Krieg mit England veranlaßten, durch schiedsgerichtliches Urteil geregelt werden. Mafeking, 12. Sept. (Reuter.) General Methuen hatte ein ernstes Gefecht mit Delareys Streitmacht in der Nähe von Zeerust am 5. ds. Mts- Nach mehrstündigem Kampfe zogen sich die Buren zurück, mit einem Verluste von 20 Toten, einschließlich General Lemmer und Feldkornet Joubert, 17 Verwundeten und 44 Gefangenen. Erbeutet wurden 300 Wagen, 1500 Stück Vieh und 6000 Schafe. Die Verluste der Engländer betrugen 15 Tote und 30 Verwundete. PoUlifche Tagesschau. In der letzten Nummer der „Korresv. des Bundes der Landwirte" teilt über die Stellung des Bundes der Landwirte zu den Beschlüssen des ständigen Aus- schu sses des Landwirtschaftsrats zum Zolltarif der engere Vorstand des Bundes Folgendes mit: Der Ausschuß des Bundes der Landwirte hat in seiner Sitzung vom 17. August für alle vier Hauptgetreide - arten unter wissenschaftlicher Begründung einen Zollschutz von 7.50 Mark pro D«opPelzentner im Minimaltarif einstimmig gefordert. Er hat ferner ausreichend hohe Zölle für alle landwirtschaftlichen Rohstoffe und Produkte verlangt, einschließlich die Erzeugnisse der Gärtnerei, sowie aller land- und forstwirtschaftlichen Nebengewerbe. Wir müssen es uns zur Zeit noch versagen, bevor der vom Ausschuß des Bundes der Landwirte beschlossene und begründete lückenlose Minimal- und Maximaltarif für alle landwirtschaftlichen Produkte dem Bundesrat eingereicht worden ist, die übrigen Zollsätze schon ' jetzt im einzelnen zu veröffentlichen. Der Vorsitzende des Bundes Frhr. v. Wangenhetm erläßt eine Erklärung, daß ernichtMitglied des Aus- schussesdes Landwirts chastsrat es ist und daher auch an der Abstimmung nicht teitzunehmen hatte, und daß er bezüglich der Zollsätze für landwirtschaftliche Erzeugnisse auf demselben Standpunkt wie der gesamte Vorstand und Ausschuß des Bundes der Landwirte stehe. Ter Deutsche Handelstag hält am 30. September in Berlin eine Vollversammlung für Beratung des Zoll- tar ifgesetzes ab. Der Ausschuß des Deutschen Handelstags beschloß in seiner Sitzung vom 2. September, der Vollversammlung folgende Anträge zu dem Zolltarifgesetz- Entwurf zu empfehlen: Mindestzolltsätze, die vertragsmäßig nicht ermäßigt werden sollen, sind für Getreide ebensowenig wie für andere Waren einzuführen. — Den deutschen Zoll- ausschüssen ist gesetzlich die Meistbegünstigung einzuräumen. — Tie Grenze der Zollfreiheit für Po stsen- düngen ist von 250 auf 350 Gramm zu erhöhen. — Die Zollfreiheit des Schiffsprojviants ist in dem gegenwärtig zugelassenen Umfang beizubehalten. — Vergleiche Vereinszollgesetz vom 1. Juli 1869 § 80 Abs. 3: „Der Schiffsproviant wird insoweit zollfrei und außer weiterer Kontrolle gelassen, als derselbe den mutmaßlichen Bedarf der Schiffsmannschaft während der Dauer des Aufenthaltes des Schiffes am Lande nicht übersteigt. Dagegen werden die diesen Bedarf übersteigenden Mengen zur Verzollung gezogen oder auf den Antrag des Schiffsführers unter amtlichen Verschluß gesetzt." — Im Zolltarif nicht besonders genannte Abfälle sind wie die Rohstoffe au behandeln. Die Bestimmung des Gesetzentwurfs, daß dies nur dann gelten soll, wenn die Verwendung der Abfälle zu anderen Zwecken ausgeschlossen ist, ermangelt der erforderlichen Klarheit. — Auch im Zollkrieg sind keine Zölle in der Form von WejÄt" zöllen zu erheben. — Für einige bisher zollfteie Erzeugnisse der Landwirtschaft und landwirtschaftlichen Nebengewerbe sind, falls sie zollpflichtig werden, Einfuhrscheine und Transitlager einzuführen. — Die Errichtung und Beibehaltung der gemischten Transitlager für Getreide ist nicht zu erschweren. — Die gesetzlichen Bestimmungen bctr. Zollnachlaß für Abfälle bei der Bearbeitung von Holz in Transitlagcrn und betr. Abfertigung von Holz auf Flößen sind beizubehalten. — Die Zollstundung ist für Getreide ufw. ebenso wie für die anderen Waren beizubehalten. In Bezug auf die LebenAmittelaölle beschloß der Ausschuß, der Vollversammlung Pie .Abgabe einer dürste. ept. Bei der hiesigen G e me i n b c- 9L; Schneider. 6150 UWWigWUM sitzenden, H. WeidenhauS zumSchriMhrer und A. Schambach zum Kassierer gewählt. bc. Wieseck, 12. September. Am vergangenen Dienstag gegen Abend kehrte der Musiker Sp. von Daubringen nach Hause zurück. In der Nähe des Hangelsteincr Waldes wurde er von einem Strolche überfallen. Der wackere Musiker aber besann sich nicht lange, legte rasch sein Gepäck ab und leuchtete dem Strolche dermaßen heim, daß diesem die Lust zu einem neuen Ueberfalle wohl auf längere Zeit vergangen sein Neueste Weisungen. Berlin, 12. Sept. Vor Eintritt in die Tagesordnung der gestrigen Stadtverordneten -- Versammlung bedachte der Vorsteher Lüngerhans des gegen Me. Kinkey verübten Verbrechens und drückte namens der Versammlung den Abscheu über das Attentat aus. Berlin, 13. Sept. Die Morgenblätter berichten: In der Ortschaft Korschwitz bei Münsterberg in Schl, wurde der 26 Jahre alte geisteskranke Sohn der Stellenbesitzer Spatzker' schen Eheleute in finsterem Raume in seinem Bett gefessel vorgefunden. Die Eltern hatten den Sohn gefangen gehalten. Hela, 13. Sept. Gestern Abend um 8 Uhr fand Abendtafel an Bord der „Hohenzollern" statt, woran die beiden Majestäten, der Großfürst Alexis, Prinz Heinrich, das Gefolge und die Admirale teilnahmen. Kaiser Nikolaus blieb bis 11 Uhr an Bord der „Hohenzollern" und begab sich dann nach dem „Standart" zurück. 8 Ober Mörlen, 12 ratswahl siegten: L. SchneiderII. mit 190, K.Scheibel VII. mit 175 und A. Wagner mit 190 Stimmen. — In dem benachbarten Hoch-Weisel gingen unter sehr heftigem Wahlkampfe als Gemeinderatsmitgliedcr hervor I. Diehl XXII., I. Schäfer IV., H. Bletz und P. Kuhl. Bad-Nauheim, 11. Sept. Heute wurde der Thüringer Hof, Herrn Hugo Obermeyer gehörig, an Herrn E. Kiechle aus Worms, mit Inventar für 130 000 Mk. verkauft. — Der vor etwa 14 Tagen in einem hiesigen Hotel durch Dampfausströmung eines Dampfkessels verletzte Arbeiter, ist einen Verletzungen erlegen und wurde gestern beerdigt. Darmstadt, 12. Septbr. Der Großherzog und die Großherzogin werden sich am Samstag Vormittag zur Eröffnung der Allgemeinen deutschen Gartenbau-Ausstellung Aus Stadt und Zand. Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert. Gießen, 13. September 1901. ** Von der Landesuniverfität. Wie wir hören, hat Professor Dr. Albert in Halle a. d. S. den an ihn ergangenen Ruf an unsere Landesuniverfität an Stelle des in den Ruhestand getretenen Geh. Hostats Dr. Thaer angenommen. ** Das Großh. Regierungsblatt Nr. 60, ausgegeben am XI. September 1901, enthält die Bekanntmachung, den Fortbestand der Ortsgerichte und; Standesämter Friedberg und Fauerbach betr. *• Gießener Friseurgehilfenschaft. ; In der gestern abend «bgehaltenen Vorstandssitzung wurde I. Mohr,zum 1. Vor- Deutsches Reich. Berlin, 12. Sept. Bei der heutigen Wahl des zweiten Bürgermeisters von Berlin wählten die Stadtverordneten den bereits einmal gewählten, aber nicht bestätigten Stadtrat Kauffmann mit 109 von 124 Stimmen wieder. 15 Stimmzettel waren unbeschrieben. Es fehlten 18 Stadtverordnete. — Heute vormittag traf Prinz Tschirn mit Gefolge (n Stettin ein und wurde vom Direktor des „Vulkan", Kommerzienrat Stahl, und dem Mitgliede des Aufsichtsrats des „Vulkan", Geh. Kommerzienrat Abel, empfangen. Die Herren begaben sich sogleich nach dem „Vullan", wo die Werst besichsigt wurde. Um y22 Uhr nahm der Prinz an einem vom „Vulkan" im „Hotel de Prusse" ihm zu Ehren gegebenen Frühstück teil. Nachmittags 3x/2 Uhr trat der Prinz die Rückreise nach Berlin an, um morgen Hamburg einen Besuch abzustatten. Die Reise nach Danzig tritt der Prinz erst am Sonntag an. — Der Kaiser von Rußland hat dem Feldmarschall Grafen Waldersee den St. Andreasorden mit Schwertern verliehen. — Abg. Dr. Lieber ist auf der Rückreise vom Katholikentage wieder an seinem alten Lcid-en erkrankt. Er mußte die Reise unterbrechen und ist, noch nicht ganz hergestellt, nach Camburg zurückgekehrt. — Der Alterspräsident des deutschen Reichstags, Dr. Lingens wird, nach der „Aachener Post", demnächst sein Mandat niederlegen. — Der Kaiser hat der Standarte des Regiments der Gardes du Corps Stern und Band des Schwarzen Adler-Ordens verliehen. Die Ucbergabe erfolgte in Königsberg i. Pr. unmittelbar vor dem Festgottesdienste anläßlich des 200jährigen Bestehens des Königreichs Preußen. Der Monarch hielt an den Regimentskommandeur Obersten Grafen von Hohenau und an die nach Königsberg entsandte Abordnung des Regiments eine Ansprache, welche vom Regimentskommandeur beantwortet wurde, und in der Graf von Hohenau den Dank des Regiments für die hohe Auszeichnung aussprach. Thorn, 12. Sept. In dem Prozeß gegen 60 polnische Gymnasiasten wegen Geheimbündclei beantragte der Stautsanwalt für 14 Angeklagte Freisprechung, für die übrigen Gefängnisstrafen von 14 Tagen bis vier Monaten. Gumbinnen, 12. Sept. In nem Ermittlungsverfahren '„gegen unbekannte Thäter" betr. unberechtigter Oeffnung v'on Briefen, die der Verteidiger des Sergeanten Hickel, Rechtsanwalt Horn, während der Untersuchungshaft an seinen Klienten gerichtet hatte, ist nunmehr auf Beschluß des Gerichts der 2. Jnf.-Division die Untersuchung eingestellt worden. Durch den stellvertretenden Kommandeur der Division, Generalmajor Gruffau, ist dies bekannt gegeben worden unter dem Motiv, es stände zwar fest, daß ein von dem Rechtsanwalt an Hickel gerichteter Brief geöffnet worden sei. Das sei aber lediglich aus Versehen geschehen, und ferner hätten die Ermittlungen keinen Anhalt dafür gegeben, wer der Thäter gewesen sei. Strafanttag war bekanntlich gegen den Kriegsgerichtsrat Lüdicke gestellt worden. Rechtsanwalt Horn wird im Namen Hickel's gegen dieses Erkenntnis Berufung einlegen. Ausland. SMttblloit; 12. Sept. Nach einer Laffandepesche aus Montreal empfing der dortige Bürgermeister per Post einen von Jovani Cabani unterzeichneten Brief, worin mitgeteilt wird, daß mehrere italienisch e Anarchisten von den Unionsstaaten nach Kanada unterwegs seien, mit der Absicht, den Herzog von Cornwall und York bei dessen Ankunft daselbst am 16. September zu ermorden. Die Polizei wisse nicht, ob sie djie Sache ernst 'ober als Scherz behandeln solle. Konstantinlopel, 12, Sept. (Wiener Korr.-B.) Tie aus türkischen Quellen in Er zer u m und Rh ar p ut stammenden Berichte über angebliche revolutionäre? Unternehmungen der ArmeNier in Müsch und dem angeblich von Armeniern gemachten Versuch, die Kaserne in Sassun in die Lust zu sprengen, wird in armenischen Kreisen auf das Entschiedenste mit der Behauptung bestritten, daß weder in Musch noch in Sassunn sich eine revolutionäre Bewegung bemerkbar gemacht habe. Die angeführten Behauptungen seien wahrscheinlich von den lokalen Behörden erfunden, um ihre Haltung gegenüber den kurdischen Aus'- schreitungen in Musch und Sassun, die durch diese türkischen Berichte an Wahrscheinlichkeit gewännen, zu entschuldigen. .Eine zuverlässige, diese Ausschreitungen bestätigende Meldung liege allerdings bisher nicht vor. Im Aildizpalast wird versichert, der Kriegsminister habe den Befehl erteilt, einige Bataillone des vierten Armeekorps in Erzinqhiere nach Musch und Sassun zu entsenden. — Tas von der Pforte und Tubini getroffene Arrangement, wonach Tubini 162000 Pstind anstatt der von Constans geforderten 250 000 Pfund erhalten soll, ist vom Sultan noch nicht sanktioniert. — Tie Geltung bezüglich des mit Tubini "getroffenen Ueberein- kommens ist an die Zustimmung der französischen Regierung gebunden. Lorando hat seinerseits abgelehnt, in Verhandlung mit der Pforte einzutreten. Uebrigens be- sindet sich sein Bevollmächtigter in Paris. klärung zu empfehlen, in der gegenüber der außerordentlichen Erhöhung dieser Zölle im Tarifentwurf die dagegen sprechenden Bedenken (Gefährdung der Handelsverträge, ^Versteuerung des Lebensunterhalts, Schwächung der Kaufkraft für industrielle Erzeugnisse, Erschwerung deS Wettbewerbs der deutschen mit der auslänoischen Gewerbethättgkert) nachdrücklich hervorgehoben werden. Laibach, 12. Sept. Bei den heuttgcn Landtags» wählen in den Landgemeinden wurden 15 Slovenisch» Klerikale und 1 Slovenisch-Liberalcr gewählt. Die Kleri» kalen gewannen 1 Mandat. Hela, 12. Sept. Gegen 1 Uhr fand auf dem „Kaffer- Wilhclni II." ein Frühstück statt. Zur Rechten des Kaisers Wilhelm saß der Zar, links der Großfürst Al exi8, rechts neben dem Zaren der Reichskanzler Graf v. Bülow, gegenüber den Majestäten die Admirale Koester und v. Tirpitz owie der russische Vizeadmiral Üomen. Am Schluß der Manövcrübung ersuchte der Zar Kaiser Wilhelm, der deutschen Flotte den Ausdruck seiner hohen Befriedigung über die Leistungen der Flotte zu signalisieren. Gegen 7 Uhr abends kehrte die Flotte auf den Ankerplatz bei Hela zurück. Der. Zlaiser geleitete den Zaren an Bord des „Standard" und kehrte an Bord der „Hohenzollern" zurück. Buffalo, 12. Sept. (Bulletin von abends 8 Uhr 30 Min.) Der Zu st and des Präsidenten ist nicht durchajug gut. Die aufgenommene Nahrung wurde nicht gut verdaut, eine Entleerung konnte nicht ftattfinben. Der Puls ist unbefriedigend: indessen hat sich der Zustand seit zwei Stunden gebessert. Die Wunde hat ein gutes Aussehen. Der Schlaf ist ruhig. Temperatur 100,2, Puls 128. Baltimore, 12. Sept. Die Mitglieder des Vorstandes der „Union League" von Maryland hielten hier gestern abend, eine Versammlung ab, in der sie beschlossen, den Senator Wellington aus der Liga auszustoßen, weil er wiederholt, öffentlich die That Czolgosz'L gutgeheißen hat. Wellington ist Mc Kinley aus Veranlaffung persönlicher Stteittgketten innerhalb des republikanischen Parteilebens feindlich gesinnt. • • • Das Befinden des Präsidentsn Mac Kinley hat sich plötzlich bedeutend verschlechtert. Kurz vor Redattions- schluß gehen uns noch folgende Telegramme zu: Buffalo, 13. September, früh 2.50. Soeben wurde folgendes, von sechs Aerzten unterzeichnetes Bulletin aus- gegeben: Der Zustand des Präsidenten ist sehr ernst und giebt Anlaß zu den schwersten Befürchtungen. Die Thätigkcit der Eingeweide war gut, aber das Herz reagierte auf die Anregungsmittel nicht entsprechend. Der Präfi. deut ist bei Bewußtsein. Die Haut ist warm, der Puls regelmäßig. Puls 126, Atmung 20, Temperatur 100. Buffalo, 13. Sept.. 4 Uhr früh. (Reuter.) Die Aerzte Dr. Mann und Dr. Mynter haben soeben das Haus des Präsidenten verlasien. Sie sagen, Mac Kinley befinde sich besser als vor einer Stunde. Er habe sich etwas erholt und sie hätten die Hoffnung nicht aufgegeben. Buffalo, 13. lSept, 4.38 Uhr früh. (Reuter.) Die Erholung, die sich um 4 Uhr im Befinden des Präsidenten zeigte, war gering. Der Privatsekrctär des Präsidenten verließ soeben dessen Wohnung uud sagte, der Präsident ruhe jetzt. Bier Aerzte sind im Krankenzimmer. Der Sekretär gab wenig Hoffnung. nach Mainz begeben. S. Darmstadt, 12. Sept. In der heutigen Stadt- Verprdneten-Sitzuug machte Oberbürgermeister Mvrne- w e g bekannt, daß er unterm 27. entsprechend dem Vorgehen anderer Städte gleichfalls an das Finanzministerium eine Eingabe betr. die Beschränkung der Sonntagssahr- Eaiten und Aufhebung der Rückfahrkarten eingereicht habe; u. a, habe er auch den Bürgermeistereien sämtlicher hesft- schen Städte Abzüge hiervon zugehen lassen, r— Hierauf sand eine kleine Abschiiebsfeier für den als Kreisrat nach Erbach i. O. versetzten Beigeordneten Schliephake statt. t— Ferner wurde u. a. ein noch kaum dagewesener Fall behandelt, der die Gemüter sehr erregte, und einen förmlichen Stadtverordneten-Beschtuß und Protest gegen das Ministerium des Innern zur Folge hatte. Die Großh. Bauabteilung hat nämlich über die Köpfe der Stadtverordneten hinaus die Genehmigung zum Bau einer noch nicht im Bauplan liegenden Villa unter Bedingungen erteilt, auf die die Stadt nach dem Urteil ihrer Sachverständigen und juristischen Berater unter feinen Bedingungen eingehen kann; die Konsequenzen seien sehr bedenkliche und durch? brächen direkt die setther übliche Anwendung des Bau- statttts, obwohl man wiederholt seine Bedenken bekannt gegeben habe. In der Genehmigung wird u. a. verlangt und beftimmt, daß die Stadtverwaltung nicht berechtigt sei, in näherer Entfernung als 15 Meter von der Außenseite des zu erbauenden Hauses jemals eine Straße vorbeizuführen. Während also in gewöhnlichen Fällen der um Bauerlaubnis Nachsuchende entsprechende Bedingungen zu erfüllen hat, werden hier der Stadt Bedingungen gestellt. Ties will sich die Stadtverwaltung nicht bieten lassen, will vielmehr wiederholt dem Ministerium ihre Bedenken bekannt geben. Charakteristisch ist hierbei, daß das Kreisamt eine bezügliche Beschwerde nicht an das Ministerium weitergehen ließ, sondern sie einfach ablehnte und wieder zurücksandte. Auf den Ausgang dieses Konfliktes ist man hier sehr gespannt. Worms, 12. Sept. Die Handelskammer Worms ha: sich in einer Eingabe an bas Ministerium ber Finanzen in Darmstabt, sowie an bie Eisenbahnbirektion Mainz entschieden gegen bie beabsichtigte Einschränkung ber Ausgabe von Sonn- tagsfahrkarten im Bereiche ber Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft ausgesprochen. Franfurt a. M., 12. Sept. Bei der von Frau Theodor Stern gemachten Stiftung von einer halben Mil-- tio n Mark handelt es sich nicht, wie es nach den ersten Meldungen schien, um eine Unterstützung der hier bestehenden medizinischen Institute, fonbern nur um Begründung einer neuen Anstalt, die auf einem besonderen Gebiete der Medizin Forschungen durchführen soll. Es soll auch schon ein bestimmter Zweig der medizinischen Wissenschaft in Aussicht genommen sein. Auch ist die Rede davon, daß die neue Anstalt in der Nähe des Semm-Jnstttuts errichtet werden soll. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Sonntag den 15. (September. 15. nach Trinitatis. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Nächsten Sonntag den 22. September findet Beichte und heil. Abendmahl für Mathäus- und Markusgemeinde im Hauptgottesdienst statt. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeirrde erbeten. In der Johanneskirche. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Euler. Am nächstfolgenden Sonntag, den 22. September, wird nach Gottesdiensten eine Sammlung angeordnet zur Erbauung der Gedächtniskirche der Protestation von 1529 zu Speyer. Katholische Gemeinde. Samstag den 14. September. Nachmittags um 41/, Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht. Sonntag den 15. September. Dornrittags von 6V, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. „ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe; vor und in derselben Anstellung der hell. Kommunion. „ um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. „ um 9V2 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2l/, Uhr Mobiliar- Bersteigerung. Samstag den 14. September, nachmittags 2 Uhr, werden im Brcker'schen eaale, Neustadt 5o dahier, nachoerzeichnete Moblliar- Gegenstände gegen Barzahlung versteigert: Mehrere vollständigeBetten, 1 Kommode, 1 Kleider- schrant, 1 Sofa, diverse Stühle u. Hausgeräte, Wrrßetzermg. Donnerstag den 19. September sollen auf dem Hofgut Winnerod auf dem Stand versteigert werden: 6130 Ein größeres Quantum Tafelobst (Ranau, Goldparmäne 2C.), ferner ein größeres Quant. Kelterobst und Birnen. Zusammenkunft vormitt. 'LIO Uhr an der Ziegelei auf der Straße Winnerod—Reiskirchen. Hofgut Winnerod, 12.Sept.1901 Hofgut Winnerod. „Locher’s Antineon.“ Marke gesetzlich geschützt. Unschädliches innerliches Mittel gegen Blasen-Harnleiden. (Gonorrhoe-Ausfluß, Harnbrennen, Harndrang, Harn» Verhaltung, Blasenkatarrh u. s. w.) Zus.: 40 Sarsaparil, 20 Burzelkraut, 10 Ehrenpreis, 100 Weingeist, 100 Cvgnae Aerztlich wärmstens empfohlen! Schmerzlos! Rasch und unschädlich wirkend! Ohne jede Berufsstörung) Dr, Lv^vts schreibt in seinem Buch: „Gonorrhoe kann nur durch innere Mediän einfach, sicher und ohne Folgen geheilt werden. Als das weitaus beste und zweckmäßigste Mittel zur Bettung genannter Krankheiten hat sich „Autineon" erwiesen! ie Anwendung des Präparats ist eine bequeme und für jeden Patienten ohne viele Umstände möglich, da die Flüssigkeit in etwas Wasser leicht eingenommen werden kann. — Die Heilung vou Gonorrhoe und Blasenleiden nahm bei Anwendung von „Locher’s Antineon“ einen ungewöhnlich raschen Verlauf und konnten Patienteu mit acuter (frischer) Gonorrhoe fdjou nach einigen Tagen als gesund entlassen werden.“ Dr. E. Sommer in Thayngen berichtet: „Antineon“. Bei verschiedenen Krankheiten der männlichen und weiblichen Blase kam es zur Verwendung und der Erfolg hat mich stets vollauf befriedigt. Es scheint dieses neue Medikament auch auf gewisse krankhafte Prozeße des Magens heilkräftigen Einfluß auszuübeu rc. rc. 6147 Dr. in E. sagt in feiner Abhandlung, daß nach dem Gebrauch der setthcrigeu Mittel (Balsamioa Cubeben, des Sandel-, öls rc.) Appetitlosigkeit, Aufftoßen, Erbrechen, Durchfälle, nessel- artige Ausschläge rc., nach dem Gebrauch des Sandelöls hauptsächlich Nierenentzündungen entstehen. Derselbe Arzt fährt fort: „Angesichts dieser den bisherigen Behandlungs-Mdthodcn anhaftenden Nachteile glaube ich mit Recht ein Mittel empfehlen zu dürfen, welches frei vou allen schädlichen Nebenwirkungen, eine vortreffliche Heilwirkung gegen Gonorrhoe besitzt, nämlich Locher’s Antineon, ein flüssiges Präparat u. f. w. u. s. w. An späterer Stelle schreibt derselbe Ar^t: „Nach zwei Richtungen hin wirkt „Locher’s Antineon“ außerordentlich günstig: einmal als desinficireudcs Mittel, welches die Schleimhaut der Harnorgane rasch und sicher reinigt, und zweitens wirkt es als ein den Stoffwechsel des Organismus günstig umstimmendes, krankhafte Absonderungen beförderndes Mittel. . „Locher’s Antineon“ ist ohne jebe Sandelholzolbei» Mischung! Flasche M. 2.50. - Zu haben in den Apotheken. - Literatur gratis. L - T Man hüte sich vor Nachahmungen und achte ausA. Locher s Namenszug l Alleiniger Fabrllaiu: Aavoralor., Stuttgart. Niederlagen m Gießen. Pelrkan Apo theke und 1lniversitäts--lpotheke zum golducn Engel. v - ,________________________________ Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen, unseren geliebten Gatten, Vater, Schwiegervater und Grossvater sich zu nehmen, 6143 Die Beerdigung findet Sonntag den 15. ds. Mts., nachmittags 3^ Uhr, vom Sterbehause, Bismarckstrasso 22, aus statt. Julius Schulze 6097 6136 Nr. 6152 an die Expedition. 6133 Strecke. Hildesheimer Bank. Hildesheim Carl Schmidt 2.50. 6135 von Stütze der anschluß. )ausfr. bei Familien- 'nerbieten unter A H Hlrsohberg: Abr. Schlesinger. Magdeburg: Magdeb. Privatbank. Posen: Ostbank für Handelt Gewerbe. Prenzlau: H. Herz. Stettin: Rob.Th.SohrBderNachfl. Wittenberg: Paul Berndt Für Central-Heizungs-Be- sitzcr! Um im Winter Reparat. an Anlagen, sowie Aenderungm au vermerden, etnpf. ich jetzt, noch bei der wartnen Witterung solche vornehmen zü lassen, da sich ost diese Arbeiten im Winter kehr häufen. Reparat, sowie Aenoer- ungen werden gut u. bill. ausgef. Daniel Baum, Krofdorferstr. 3. in Berlin: Bank für Handel und Industrie, Berliner Bank, Berliner Handels-Gesellschaft, Commerz- & Disconto Bank, Deutsche Bank, Deutsche Genossenschaftsbank von Soergel, Parrisius L Co., Direktion der Diskonto-Gesellschaft, Dresdner Bank, Nationalbank für Deutschland, A. Sohaffhausen’scber Bankverelri, Born & Busse, . E. G. Kaufmann, geb. Kühne. 03588 Mehrere junge Mchen, die das Putzfach erlernen wollen, sofort gesucht in Braunschweig: 0. Weibezahl L Co. „ Breslau: E. von Stein & Co. „ Coblenz: Glück & Dornhoeffer. „ Dessau: Friedr. Franz Wandel. „ Frankfurt a. M.: Ferd. Sander. „ Frankfurt a. 0.: t. Monde. „ Glogau: H. M. Fllesbachs Wwe. „ Hamburg: E. Cal mann. „ Hannover: A. Spiegelberg. Karl Kuhl Wieseck, 13. September 1901. nach langem Leiden heute abend gegen 7 Uhr durch einen sanften Tod Montag den 16. September, abends 87, Uhr: D-F7- Haupt-Nebuug. 6134 Das Kommando. Eisversteigerung in Klein-Linden. Montag den 16. September, vorm. 8 Uhr, wird die Eisnutz- ung auf den Schachtgräben an den Bahndämmen in Klein-Linden ür den Winter 1901/02 öffentlich meistbietend verpachtet. Beginn bei Wärterbude 148 der Kölner Die glückliche Geburt eines kräftigen Knaben zeigen hocherfreut an Adolf Bramm and Frau In Gemässheit des § 3 des Reichsgesetzes, betreffend die gemeinsamen Rechte der Besitzer von Schuldverschreibungen, beruft die Direktion der Pommersohen Hypotheken-Aktien-Bank die Inhaber der von dieser Bank ausgegebenen Hypotheken-Pfandbriefe, und zwar sämtlicher Serien, zu einer am Sonnabend, 28. September er., vormittags 10 Uhr, in der Philharmonie, Berlin, Bernburgerstr ässe 22/28, ßtatt- findenden Versammlung. Tagesordnung: 1) Bericht über die Lage der Bank, insbesondere die Ergebnisse der bisher erfolgten Nachprüfungen der Pfandbriefunterlagen und des Zinseinganges. 2) Die Bestellung eines gemeinsamen Vertreters auf Feststellung der Befugnisse desselben, insbesondere zu einer Teilstundung von Zinsen für die am 2. Januar und 1. April 1902 fälligen Coupons. Gezählt werden nur die Stimmen derjenigen Gläubiger, welche ihre Pfandbriefe spätestens am zweiten Tage vor der Versammlung a) bei der Reichsbank, b) bei einem Notar, c) bei der Seehandlung, der Preussischen Central-Genossenschafts- kasse, einer sonstigen Preussischen öffentlichen Bankanstalt (Landesbank, landschaftliche, rittersehaftliche Darlehnskasse u. ß. w.) oder d) bei einer der folgenden privaten Bankinstitute, nämlich Danksagung. Für die vielen Beweise der Teilnahme, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Helbig, und für die zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung unserer guten KaroSine Kuhl geb. Reuter sagt den herzlichsten Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen! WmßeiMq. Donnerstag den 19. September d. I., vou vormittags 10 Uhr an, soll das hiesige Gemeinde-Obst, bestehend in Äepfeln, Birnen und Zwetschen, versteigert werden. — Zusammenkunft bei der Kirche. Annerod, am 13. Sept. 1901. Großh. Bürgermeisterei Annerod. Horn. 6151 Die trauernden Hinterbliebenen: Marie Hofmann, geb. Spruck. Dr. Karl Hofmann, prakt Arzt zu Heuchelheim. Minna Fresenius, geb. Hofmann. Marie Hofmeyer, geb. Hofmann. Wfllhe Hofmann, Assistenzarzt im 1. Grossh. hess. Inf.- (Leib-Garde) Regt. Nr. 115 Anna Hofmann, geb. Fresenius. Dr« Otto Fresenius, Kreisassistenzarzt zu Worms. Wilhelm Hofmeyer, Pfarrer zu Nieder-Erlenbach und 7 Enkel. Meinen Kunden und Gönnern die herzlichste» ßMnninjdje zum neuen Jahr! J. Fleischmann und Frau. G. R. V. 1885. Samstag abend 9 Uhr: Kommers in Wieseck. , — Zusammenkunft 9 Uhr beimferslen Vorsitzenden. Sonntag nachmittag 31/, Uhr: Preis-Korso in Wieseck. — Ab- fahrt 2 Uhr ab Wallthor. — Bannerweihe 21/, Uhr. 6149 Der Vorstand. p. S. Für diejenigen Mitglieder, welche bis 3 Uhr im Geschäft thätig sein müssen, Abfahrt 3.10 Uhr ab Wallthor. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, insbe- sondere Herrn Pfarrer Kraus, der Kriegerkameradschaft Gießen, und für die zahlreichen Blumenspenden sagt besten Dank 6148 Familie Graf. Gießen, den 13. September 1901. sowie bei den Filialen und Depositenkassen obenbenannter Firmen (hinterlegt haben. Die .zu o) und d) aufgeführten Bankinstitute sind durch den Herrn Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten zur Hinterlegung der Hypothekenpfandbriefe der Pommersohen Eypotheken- • Aktien-Bank für geeignet erklärt. (§ 10 Absatz 2 a. a. O.) Das Stimmrecht kann auch durch einen Bevollmächtigten ausgeübt werden. Für die Vollmacht ist die schriftliche Form erforderlich und genügend. (§ 10 Absatz 8 a. ö. 0.) Zur Ausübung des Stimmrechts bedarf es der Vorlegung der ^Bescheinigung, über die Orfolgte Hinterlegung der Pfandbriefe, die für die Pfandbriefe jeder Serie besonders auszustellen sind. Berlin, den 6. September 1901. Pommersche Hypotheken-Aktien-Bank. 6137] Buddenberg. Tanzen. echte Frankfurter Würstchen empfiehlt 6146 Eberhard Metzger. Frisch geschossene__ SP Hasen ™ pa. Sauerkraut, neue Nüsse, Speise- und Salatkartoffeln. H. Klotz, Mäusburg 17. Samstag den 14. September: Weißkraut Marktlaube 12. Gentner Mk. 03547) Schöne Drei- bis Bier - Zimmer ° Wohnung in reier Lage von jungem Ehepaar per 1. Januar au mieten gesucht. Näheres in der Expe- oition dieses Blattes.____________ Ein Ehepaar, jung verheiratet, Beamter, sucht per 1. Oktober chöne 4-Zimmerwohnung. Gefl. Offerten unter J K 6142 an die Expedition dieses Blattes. Ein junges Ehepaar sucht per 1. Oktober eine schöne 5-Zimmer- wohnung in ruhiger Lage. Offerten mit Preisangabe urtt Nr. 03577 an die Exped. d. Bl. 6153] Bis 20. d. Mts. sucht led. Herr em möbliertes Zimmer mit ganzer Pension. Gefl. Offerten erbitte bis zum 17. d. Mts. unter M K 22 postlagernd Alsfeld. Z. Mn & (io., vormals F. Leitzow & Co. MW Verkäuferin per 1. Oktober gesucht. Offerten unter Z 6113 an Expedition dieses Blattes. 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