1 Hatz,. ieiner Sr-k,:. Ceit dieser - r6ibaUU 4453 zimmer * Satin Kleider- CmitMarmor- ’acetten-Glas, mdtuchhaltei iO. Schaufenster M25 ick üf/trit. B . Soptewbtt VsJUt 3.5 0 m 5145 1, Kamvast- nb NohleoseE hrung. chaukel. Hirt. iwflniieit ui». Liner ivare jassend 'M dner «6» X»,9*Li «r. 189 Zweites Blatt. 151« Jahrgang. Mittwoch 14. August 1901 »,Nch «H (Jk.rwi*— M MontagZ. *^CH1 «M*Wn ke* Kn. räw s»O<4H mit ,Heff. i|*3OT*a* wb „Blätter Ar ^oG. ••iWfeMrte" »ier. Stet' Mchowltch berykgt. ■ ksei|«n .‘4> iM0Bi4tefie*e «6h»jUI 6»*brr. ÄAtfSlec. »3»*itien unk 7. . x^gaua— GietzenerAnzeiger General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen ve)»S,prett vierteltet* Mk. 2.20, monetl. 76 W» mit Briugerlohn; durch M AbholcsiellkN DierteljiNet. Mk. 1.90, monatl. 65 Wch Bei Postbezug vierteljWR, Mk. 2.00 ohne BeReBf*. Alle -Inzetaen BermttlluWG». stellen tc4 In- und 81 u •<•*»«■ nehmen Anzeigen für bar • ttfaer.cr ilnzciger tntgeem. geilcnpreis lokal 11 Pst», euenärte 80 Vf9. Hbreffe für Depesche»» Anzeiger Siehe». Fernsprechanichluß 9it.M. gmUicher Teil. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Erdarbeiter wird die Bahnhof straße zwischen Liebigstraße und Westanlage am 14. I. MtS. für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. Gießen, den 13. August 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Graf Waldersee in Hannover. Hannover, 12. Ang. Graf Waldersee wurde bei seiner Ankunft auf dem Bahnhof feierlich begrüßt. In dem Fürstenzimmer, durch welches Graf Waldersee seinen Weg nahm, war ein herrliches Blumen-Arrangement aufgestellt, das die Stadt ihrem Ehrenbürger darreichen ließ. Der Bahnhof selbst war reich mit Blumen geschmückt und mit rot- und gold- bordiertem Tuche behängt. Auf dem Bahnhofe hatten die Spitzen der Verwaltungsbehörden und das gesamte Ofsizierkorps Aufstellung genommen, unter Führung des Generalleutnants v. Rosenberg, für den beurlaubten kommaridiercnden General v. Stünzner. Ferner waren zur Begrüßung erschienen: der Chef des Generalstabes v. Soden, General z. D. v. Knobelsdorfs und der Chef des Militär-Reitinstituts v. Mitzlafs. Bon den Verwaltungsbehörden waren Polizei-Präsident Graf Schwerin u. a. erschienen. Kurz nach 1 Uhr erschien Gräfin Waldersee in Begleitung der Frau v. Wächter. Offiziersdamen in schtvarzer Toilette hatten auf der linken Seite des Fürstenzimmers auf dem Bahnhofe Aufstellung genommen. Mit einer Verspätung von 20 Minuten traf der von Frankfurt kommende Zug auf dem Bahnhofe ein. Da die Absperrung durch die Polizeibehörde mit größter Milde vorgenommen wurde, war dem größten Teil des Publikums die Möglichkeit gegeben, am Empfange des Grafen Waldersee teilzunehmen. Graf Waldersee wurde beim Einfahren des Zuges mit lautem Jubel und brausenden Hurrarufen willkommen geheißen. Einen herrlichen Blumenstrauß in der Hand, begrüßte er zunächst seine Gemahlin und trat dann an das Offizierkorps heran. General-Leutnant v. Rosenberg hieß den Grafen willkommen und schloß mit einem Hurra auf den Feldmarschall. Graf Waldersee erwiderte: Es ging mir ausgezeichnet gut, ich bin frisch an die Arbeit gegangen und gesund wiederaekehrt. Wenn mir einiges gelungen ist, so ist es allein dem Umstande zuzuschreiben, daß ich den Kai ser h in t er mir h att e un d nach seinen Intentionen handeln konnte. Was in China geschaffen worden ist für Deutschland, wird lwffentlich recht bald an den Tag kommen. Wir danken jalles allein dem Kaiser. Nochmals herzlichen Dank für die schöne Begrüßung. Unsere Truppen hielten sich ausgezeichnet bei alten Gelegenheiten. Es wurde viel von ihnen verlangt; es gab zwar keine großen Schlachten, aber es war viel zu thun unter den schwierigsten Umständen. Die jungen Herren von der berittenen Artillerie vollbrachten Leistungen, wie solche noch nicht dagewesen sind. Patrouillenritte wurden ausgeführt, wie sie im letzten Kriege kaum vorgekonlmen sind. Wir können sicher sein, daß unsere Freunde uns fetzt noch mehr cuhten werden als vorher. Unsere Feinde aber kennen uns jetzt ganz genau. Denen haben wir gründlich Achtung boigebracht. Sie wissen, daß mit Deutschland schlecht anzubinden ist, und daß der Kaiser eine starke Macht hinter sich hat. Darauf betrat Graf Waldersee das Fürstenzimmer, wo vberpräsident Fürst von Stolberg-Wernigerode ihn be- tzrüßte. Graf Waldersee dankte und fuhr darauf tnit feiner Gattin nach der „Villa Waldersee, wo die Stadt eine Ehrenpforte hatte errichten lassen. Vor der Billa Waldersee hielt Stadtdirektor Tramm eine Ansprache an Graf Waldersee, welcher dankend erwiderte. Stadtdirektor Tramm sagte folgendes: „Hochgeehrter Herr Graf! Durch die allgemeine Trauer, -welche infolge des Ablebens Ihrer Majestät der edlen Kaiserin Friedrich im ganzen Lande herrscht, sind die städtischen Kollegien und mit ihnen die gesamte Bürgerschaft zurückgehalten, Ew. Exzellenz denjenigen festlichen Empfang zu bereiten, welchen dieselben für diesen Tag sich gewünscht hatten. Aus der allgemeinen Teilnahme aber der Bevölkerung, aus der stürmischen und warmen Begrüßung der vielen Tausende, welche zusammengeströmt sind, um Eure Erzellenz beim Wiederbetreten der Heimatstadt zu beigrüßen, mögen Ew. Exzellenz die Ueberzeugung entnehmen, daß Sie ein Denkmal sich, errichtet haben in dem Herzen und der Liebe der Bevölkerung, welches lauter und köstlicher redet als alle festlichen Veranstaltungen. Bor Jahres- fnst sind Ew. Exzellenz hinausgezogen, beauftragt mit der Währung der internationalen Armee im fernen Asien zur Mederschlagung unübersehbarer Wirren, also mit einer Aufgabe, wie solche in dieser Form wohl einzig dasteht in der Geschichte. Alle unsere Wünsche aber und Hoffnungen, welchen wir am Tage des Abschiedes Ausdruck gegeben Haden, sind unter Gott^ gnädigem Beistand in glänzendster Weise erfüllt. Militärisch und diplomatisch ist die schwierige Aufgabe gelöst worden in einer Weise, daß dieselbe nicht nur die lebhafteste Zustimmung und Anerkennung unseres Kaisers und Königs, sondern mit ihm auch aller Urigen Souveräne der beteiligten Mächte gefunden hat. Daneben aber empfinden wir, wenn wir heute Ew. Ex- tzellenz in elastischer Frische des Geistes und Körpers wieder «unter uns sehen, lebhafte Befriedigung über die Ausführungen, welche Ew. Exzellenz selbst über das ganze Vorgehen und Auftreten der deutschen KrtMer gemacht hüben, und wir find dankbar, daß ein guterVoden vorgearbeitet ist und Verhältnisse angebahnt wurden, auf denen weiter bauend bei entsprechender Thatkraft und Initiative unseren Kaufleuten und Industriellen demnächst ein reiches Absatzgebiet für unsere Produktion erschlossen werden kann. Ew. Exzellenzaber, der uns dieses Arbeitsfeld in erster Linie gewonnen hat, reichen wir beim Betreten des deutschen Bodens bei der Rückkehr in die Heimat einen herzlichen Will kommen grüß entgegen, indem wir einstimmen in den Ruf: Seine Exzellenz, Herr Generalseldmarschall Graf Waldersee, unser hochverehrter Ehrenbürger, er lebe hoch! hoch! hoch!" Zolltarif-Notizen. Das Direktorium des „Zentralverbandes deutscher Industrieller" hat mit seiner Erklärung gegen die „Feststellung von Mindestzöllen nur für Getreide" im Zolltarifentwurf den Politikern etwas zu raten aufgegeben. Was heißt dies „nur?" Das ist die Frage. Ein Teil der Presse neigt sich zu der Auffassung hin, daß der Zentralverband solche Mindestzölle ebenso für industrielle Erzeugnisse verlange; die „National Ztg." dagegen hält das Wort „nur" für ein Versehen in der Formulierung. Wir möchten der ersteren Annahme Recht geben. Es sei daran erinnert, daß bereits vor längerer Zeit, als die Doppeltarif-Idee auftauchte, der Vorstand der nordwestlichen Gruppe des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller, also eine dem Zentralverband sehr nahestehende Vereinigung, den Beschluß faßte: Sollte für einen Teil der einheimischen Produktion der Doppeltarif aufgestellt werden, dann verlangt diesen Tarif die Eisen- und Stahl-Industrie auch' für ihre Erzeugnisse. Darnach ist mindstens wahrscheinliche daß die Großindustrie, soweit si^ im „Zentralverband"- vereinigt ist, die gleiche Forderung erheben wird. Der Entwurf des Zolltarifs, der den Beratungen des „Wirt- schaftlicyen Ausschusses" zu Grunde lag, soll durchiveg ein Doppeltarif gewesen sein. Späterhin wurde daraus, nachdem sich viele Stimmen gegen dies System geäußert hatten, der Einheitstarif in der jetzigen Form, jedoch mit Beibehaltung der Mrndestzollsätze für die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte. Beharren nun größere Teile der Industrie auf gleicher Behandlung von Landwirtschaft und Industrie im Zolltarif, so würde also die Regierung zu ihrer „ersten Liebe", dem allgemeinen Doppeltarif, zurückkehren, oder aber die landwirtschaftlichen Mindestzölle opfern müssen. Denn was dem einen recht, ist dem anderen billig. Bekannt ist, daß im Reichsamt des Inneren (Graf Posadowsky) von Anfang an Neigung für ein Tarif- systzem mit Mindest- und Höchstzöllen herrschte, und daß die rechtsstehenden Parteien diese Neigung unterstützten. Bon links ist der Doppeltarif stets bekämpft worden, schon im Hinblick auf die ungünstigen Erfahrungen, die Frankreich mit dem Doppeltarif gemacht hat. Der Doppeltarif erschwere das Zustandekommen von Handelsverträgen, beschwöre Zollkriege herauf. Zahlreiche Handelskammern haben sich gegen den Doppeltarif erklärt. Die Industrie wird es sich nach alledem nody sehr zu überlegen haben, ob sie auch für die Jndustriezölle den Doppeltarif verlangt, der den Vertragsverhandlungen nur geringen Spielraum läßt. * • * jEtwas spät wird die Aufsehen erregende Nachricht dementiert, daß Rußland die Vorarbeiten für den russischen Handelsvertrag einstellen lasse. Nach einer vom offiziösen Draht weiter gegebenen Meldung bezeichnet die „Petersb. Ztg," dies als unwahrscheinlich. Es nimmt allerdings Wunder, daß eine solche Feststellung durch Vermittlung unserer amtlichen Vertretungen in Petersburg nicht viel früher erfolgt ist! Die Aufgabe war doch, nicht gar so schivierig. Die konservative „Kreuzztg." erbebt heute abend erneut die Forderung, daß das Wolfsche Bureau auch die der deutschen Regierungspolitik günstigen Urteile (über den Zolltarifentwurf) nicht verschweige. * • Von einem raschen „Abflauen" der Zolltarif-Diskussion, worauf man hier und da in der Regierung in Anbetracht der heißen Jahreszeit still gehofft haben soll, ist nichts zu bemerken. Im Gegenteil, mit wachsendem Eifer wird die Erörterung geführt. Nur die Offiziösen halten sich zurück, entsprechend der von der Regierung ausgegebenen Parole. Zum Tode Crispis. Den Nachrufen, die die reichshauptstädtische Presse dem von seinem langen Todeskampf endlich erlösten Franzesco Crispi widmet, ist eine lebhafte Anerkennung der Leistungen des Staatsmannes für sein italienisches Vaterland gemeinsam. So schreibt die „Kreuzztg.", die Erhebung Italiens zu einer europäischen'Großmacht sei Crispis dauerndes Verdienst. Durch seinen Tod habe die glänzendste Epoche der neueren italienischen Geschichte ihren Abschluß gefunden. — Die „Nordd. Allg. Ztg." gedenkt der einer ehrlichen Ueberzeugung entsprungenen Freundschaft Crispis für Deutschland. — Die „National-Ztg." weist darauf hin, daß er ein Muster in der Tugend der politischen Selbstbeherrschung war. Nur wenn Italien an den Crispi'schen Traditionen festhalte, werde es eine große staatliche Zukunft haben. Die römische Preße widmet dem Andenken Crispis ernste Betrachtungen. „Popolo Romano" nennt ihn einen der Großen Italiens, der das Vaterland mit seiner Liebe zu kraftvollen sieghaften Thaten anfeuerte. Das Volks- blatt Messagero erkennt seine historische Bedeutung an: "Tie kommenden Geschlechter würden ihn gerechter beurteilen als die, die mitten im Kampfe um oder gegen ihn standen, deicht viele sahen die zukünftigen Schicksale des Vaterlandes so klar vor Augen wie er. Er scheiterte an dem Gegensatz zwischen feinen großen Plänen und der Kargheit der zu ihrer Ausführung verfügbaren Mittels noch viel mehr scheiterte er an Kleinlichkeit der Männer, die ihn umgaben und (nicht verstanden. — Interessant ist, daß die italienische Presse mit der deutschen in der Erkenntnis überein stimmt, Crispi habe bei seinen politischen Plänen die wirtschaftliche Kraft Italiens zu hoch eingeschätzt. Daß ihm nicht alles geglückt ist, daran trägt ohne Zweifel die Unzulänglichkeit der finanziellen Mittel des Landes ebenso Schuld wie die Gesinnung der Männer, die ihn umgaben. Materiellen Gewinn hat Crispi das halbe Jahrhundert von Arbeit im Dienste des Vaterlandes nicht eingebracht. — Ebenso widmen auch die englischen Blätter Crispi sympathische Nachrufe. „Standard" erklärt: Obwohl kaum mit so großen Eigenschaften begabt wie seine berühmteren Kameraden Mazzini, Cavour, Garibaldi und Victor Emanuel wird seiner als einer hervorragenden kühnen und erfolgreichen Figur unter den modernen Staatsmännern gedacht werden. In: Gegensatz^ zu den anerkennenden Worten, die die übrige Presse dem Verstorbenen widmet, hat in der Pariser; Presse sein Tod nochmals den ganzen grimmigen Haß aufleben lassen, den sein Name seit Jahrzehnten, insbesondere seit der Gründung des Dreibundes, in Frankreich erweckte. Man sucht in allen Nekrologen vergebens nach einem einzigen herzlichen Wort. Ter „Figaro" meint, Crispi sei allerdings von großem Patriotismus beseelt gewesen. Aber selbst diesen Patriotismus habe er bis zum Widersinn übertrieben. — Der „Matin" findet, daß Crispi ein kleiner Geist war, der Bismarck wie ein Affe nachahmte, ohne eine einzige der großen Eigenschaften des großen Staatsmannes zu besitzen. — Die „Libre Parole" schildert Crispi als Politiker wie als Privatmann in den abscheulichsten Farben. Er war für das fromme Blatt der vollendetste Typus des Freimaurers. Der „Eclair" wirft Crispi vor, die französischen Republikaner, mit denen er Freundschaft unterhielt, nach dem Sturz des Kaiserreiches im Stich gelassen zu haben, als sie sich nach Italien wandten, um Hilfe gegen Deutschland zu erhalten. Das Blatt druckt den Brief ab, den Crispi am 18. September 1870 an Jules Favre schrieb. Der Italiener habe damals den besten'Rat gegeben, den man dem Franzosen erteilen konnte, nämlich so schnell wie möglich Frieden zu schließen, anstatt das von Napoleon begonnene Blutvergießen fortzusetzen. « • Telegramme des Gießener Anzeiger-. Rom, 13. Aug. Crispis Beisetzung ist auf den 15. ds. festgesetzt. Die Leiche wird auf dem Kreuzer „Varese" nach Palermo überführt. Neapel, 13. Aug. Der König sprach telegraphisch der Gemahlin Crispis seine und der Königin Teilnahme aus. In dem Telegramm heißt es: Der verewigte tapfere Patriot werde stets als einer der Schöpfer der Einheit Italiens genannt werden, der ein so beträchtlicher Teil seines Lebens gewidmet getvesen sei. Engländer und Buren. Eine eigentümliche Nachricht, die, wenn sie sich bestätigen sollte, ein drastisches Licht auf die Verhältnisse in Südafrika werfen würde, kommt vom Kriegsschauplatz. Dem „Standard" wird aus Pretoria vom 11. August gemeldet : Zwölf Buren, welche sich ergeben und von den Engländern Gewehre erhalten hatten, um ihr Vieh zu beschützen, wurden in einer Farm nördlich von Volksrust von Burentruppen umzingelt und ergaben sich, nachdem einer von ihnen getötet worden war. Fünf derselben wurden vor ein Kriegsgericht unter dem Vorsitz Christian Bothas gestellt, auf dessen Urteilsspruch, wie es heißt, vier erschossen worden sind. Es ist dies der erste Fall dieser Art, der gemeldet wird. Sollte er eine Folge der neuesten englischen Kriegführung sein, oder ein Zeichen der zunehmenden Ver^ Milderung, welche beide krieg führenden Parteien Leben und Eigentum immer geringer achten läßt? Die englische Presse stellt sich überwiegend zu der bereits von uns mitgeteilten Kitchenerschen Proklamation günstig. Manche Blätter sind dabei ganz kritiklos. So findet der „Globe", selbst die rvildesten Burenfreunde könnten der Proklamation keine Unmenschlichkeit vorwerfen, und „Daily Graphic" meint gar, die Proklamation schmälere die Rechte der Buren als Kriegführender in keiner Weife. Selbst in diesem Teile der englischen Presse finden sich jedoch Aeußerungen, die in irgend einer Weise Unzufriedenheit mit der Proklamation durchblicken lassen. „Daily Mail", die .Hauptscharfmacherin, vermißt in der Proklamation einen Hinweis darauf, daß die Burenführer die Kontrolle über ihre Leute verloren hätten, und daß letztere sich infolge dessen in vermehrtem Maße unmenschliche Handlungen zu Schulden kommen ließen. Das sieht beinahe danach aus, als ob die Zeitung doch eine leise Vorstellung davon hätte, daß die Pro kl ama t i o n einer genauen Begründung dringend bedürfe. Tas hält sie natürlich nicht ab, ihr den Vorwurf zu großer Milde zu machen, und nach noch schärferen Proklamationen zu schreien. „Daily Akail" har eben die Fähigkeit, die Dinge vorurteilslos zu beurteilen, längst eingebüßt. „Daily Telegraph" läßt durchblicken, daß ihm weniger Worte und mehr Thaten lieber wären, denn das wirksamste Mittel zur Beendigung des Krieges bleibt nach -ihm die u n e r m ü d l i ch e V e r f o l g u n g der Buren. Auch „Daily Chronicle", bekanntlich ein Organ der Opposition, sieht in der unablässigen Thätigkeit der Truppen und ferner in der Ausdehnung des Gebietes, wo Landwirtschaft und Industrie wieder ausgenommen werden könnten, die sicherste Garantie, bald zum Ende zu kommen. Am verständlichsten erscheint nichtenglischen, unvoreingenommenen Lesern das Urteil der „Daily News" und der „Westminster Gazette": die erstere Zeitung nennt die Proklamation ganz ehrlich eine Verletzung der anerkannten Kriegsregeln, denn wenn ein Recht von den Bestimmungen der tpaager Konvention einer Nation gesichert sei, so sei es das, sich bis zum äußersten zu verteidigen. Lächerlich sei die Annahme, daß die Männer, die dem Tod in jeder Gestalt ins Auge gesehen, deren Farmen zerstört und deren Familien „konzentriert" seien, die nur das Bestreben hätten, auf eigenem Boden als freie Männer zu leben, die Verbannung scheuen würden. Die meisten von ihnen hätten schon erklärt, daß sie das Land verlassen würden, falls England gewinnen sollte. Die Proklamation bedeute weder Krieg noch Frieden. Die „Westminster Gazette" legt die Worte über den Unterhalt dar Burenfamilien dahin aus, daß die Regierung die kämpfenden «Buren für den Unterhalt ihrer Familien verantwortlich machen wolle, und findet das in der Ordnung, wobei sie allerdings vergißt, daß die englische Regierung, wo sie den Burenfamilien durch Internierung die Möglichkeit genommen hat, sich aus eigenen Mitteln zu verpflegen, auch verpflichtet sei, sie zu ernähren. Sie bezeichnet jedoch weiter die Proklamation als eine papierene Maßregel ohne jeden praktischen Wert. Sie bezweifelt, daß die Proklamation die kämpfenden Buren überhaupt erreichen und daß sie im Falle des Bekanntwerdens für die Buren irgend welche Schrecken haben werde. Auch die Drohung mit der Verbannungl der Führer würde keinen größeren Einfluß ausüben. • Telegramme des Gießener Anzeigers. Middelburg, 12. Augusts Kruitzinger wurde nach, dem Nordwesten verdrängt. Er ließ hierbei 100 Pferde zurück. Oberst Crabbe war mit ihm in ein zweistündiges Gefecht verwickelt und verfolgte ihn alsdann heftig. London, 13. August. Kitchen er meldet aus Pretoria vom 12. August, er könne die größte Verlustliste der Buren mitteilen, die sie bis jetzt in einer Woche gehabt hätten. Seit dem 5. August hätten die Truppen gemeldet, daß 39 Buren gefallen, 20 verwundet, und 685 gefangen genommen seien, während sich 85 ergeben hätten. Ferner seren 244 000 Patronen, 754 Wagen, 5580 Pferde, 33 000 Stück Rindvieh und eine große Anzahl andere Tiere erbeutet. Der größere Teil dieser Beute entfalle auf den Oranje-Freistaat. — Ferner meldet Kitchener, in der Nähe von Naboomspruit, an der Linie nach Pietersburg, sei von den Buren am 10. August ein Zug zum Entgleisen gebracht worden, wobei zwei Engländer leicht verletzt, ein gefangener Bur getötet, sowie zwei englische Flüchtlinge verletzt seien. Ein Panzerzug sei alsdann eingetroffen, worauf der Feind angegriffen sei, und 8 Tote, sowie 2 Verwundete gehabt habe. Oberst Kekewick habe bei Magalies- berg 40 Gefangene gemacht, darunter befinde sich F. W ol- m ar ans, der frühere Präsident des ersten Volksraad. Die Truppen des Generals French in der Kapkolonie drängten die Haufen des Feindes allmählich gegen Norden zurück und zerstreuten sie. Deutsches Reich- Berlin, 12. Aug. Der Kaiser besichtigte am Samstag vormittag auf der Saalburg die Statue des Antoninus Pius, die arn Freitag abend in Gegenwart des Künstlers Johannes Götz zwischen den Eingangsthoven der Porta Decumana aufgestellt wurde. Wegen des Todesfalles der Kaiserin Friedrich« war von einer feierlichen Enthüllung Abstand genommen worden. Die ganz grün pati- nierte und teilweise vergoldete Statue nahm sich vortrefflich aus und fand die vollste Anerkennung des Kaisers, der dem Künstler eine mit Saphiren und Brillanten geschmückte Busennadel überreichen liest Berlin, 12. Aug. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Der Reichskanzler nahm im Laufe des Vormittags den Vortrag des hier anwesenden Chefs der Reichsämter entgegen und hatte darauf mit dem russischen Botschafter eine längere Besprechung. Nachmittags empfing der Reichskanzler den Präsidenten des Reichstags und den lothringischen Reichstags- abgeordneten Baron de Schmid. — Die „Nordd. Allg. Ztg." ist zu der Feststellung ermächtigt, daß die in der Presie erörterten, auf den angeblich bevorstehenden Rücktritt des Statthalters von Glsaß-Lothringen bezüglichen Gerüchte jeder Begründung entbehren. Zur Landestrauer schreibt man uns: Es ist von mehreren Seiten angeregt worden, daß bie durch die achttägige Landestrauer in ihrem (Ä:- werb beschränkten Mitglieder von Sommertheatern, Musiker, Artisten usw. eine staatliche Unterstützung als Entschädigung für den entgangenen Verdienst erhalten. Schritte zur Herbeiführung einer solchen einmaligen Subvention werden dem Vernehmen nach vorbereitet. Es ist aber wohl kaum wahrscheinlich, daß sie von Erfolg begleitet sein werden, und zwar wegen der ziemlich beträchtlichen Konsequenzen einer solchen Hilfsaktion. Einen ähnlichen Anspruch wie die Mnstzler hätten z. B. auch die Unternehmer von theatralischen und Vergnügungs-Veranstaltungen, viele Wirte, Kellner u. a. Wird doch allein die Zahl der in Betracht kommenden Bühnen-An gehört gen auf zehntausend berechnet. Zu gönnen wäre ja sicherlich« den Betroffenen die staatliche Unterstützung. Aber es wird ihnen am ehesten damit geholfen sein, wenn das Publikum die Stätten der Erholung nach Wiedereröffnung, dem guten Zweck zuliebe, doppelt eifrig besucht, und zumal die Veranstaltungen zum Besten der Künsller und Angestellten. — Mitteilungen des Kriegsministeriums über die Fahrt der Truppentransportschiffe: Auf dem Dampfer „König Albert" fahren der Stab des Korpskommandos, der Stab der ersten und vierten Abteilung, die dritte Eskadron und die zweite Pionierkompagnie heim. Transportführer ist Rittmeister Prieß. — Ein Transport mit 18 Offizieren und 425 Unteroffiziere» und Mannschaften ist am 9. August von Taku nach Shanghai abgegangen. Der internationale Zoologenkongreß wurde heute vormittag unter Teilnahme zahlreicher Vertreter der Wiffenschaft, der Reichs-, Staats- und städtischen Behörden, einer großen Zahl offizieller Vertreter auswärtiger Regierungen eröffnet. Nachdem Geh. Rat Möbius den Kongreß für ei öffnet erklärt hatte, beantragte er, dem Kaiser sowie dem Protektor des Kongreffes, dem Kronprinzen, den Schmerz über den Verlust der Kaiserin Friedrich auszudrücken. Nachdem der französische Delegierte Professor Perrier die aufrichtige Anteilnahme an dem Schmerze der deutschen Nation seitens der ausländischen Delegierten versicherte, wurde dem Anträge des Vorsitzenden entsprochen. Hierauf begrüßte Unterftaatssekretär Rothe den Kongreß namens des Reiches, Oberbürgermeister Kirschner namens der Stadt, Professor Harnack namens der Universität Berlin, Professor Perrier namens der französischen Delegierten und übrigen Vertreter anderer Länder. Darauf wurde in die Tagesordnung ein getreten. — Für den sozialdemokratischen Parteitag, der am 22. September in Lübeck beginnt, giebt der Parteivorstand die Tagesordnung bekannt. Danach wird lief) än den Geschäftsbericht des Vorstandes der Bericht der Kontrollkommission und der von Wurm erstattete Bericht über die parlamentarische Thättgkeit auschließen. Th. Metzner berichtet über die Maifeier und A. Südekum über die Wohnungsfrage. Danach folgen Anträge zum Programm und sonsttge Anträge, über die noch nichts mitgeteilt wird. Kiel, 12. Aug. Prinzessin Heinrich traf heute vormittag halb elf Uhr ein und wurde auf dem Bahnhof vom Prinzen Heinrich empfangen. Nachmittags 3 Uhr reisten die Hoheiten nach Potsdam ab. — Tie Sozialdemokraten wollen eine Massenpetition gegen die im Zolltarifentwurf vorgesehene Erhöhung der Getreide- und Lebensmittel- Zölle an den Reichstag richten. Am Sonntag wurde in Berlin und den Vororten über eine Million Listen zur Unterschrift verteilt. Die Listen wurden in Restaurationen, Eafehäusern usw. ausgelegt: außerdem gingen am Vormittag Hunderte von Männern und Frauen von Wohnung zu Wohnung, um Unterschriften einzusammeln. Nur in seltenen Fällen wurden ihnen Abweisungen zu Teil. Die Petition hat folgenden Wortlaut: „Die Nachricht, daß die verbündeten Regierungen in dem Entwurf eines Zolltarifgesetzes eine abermalige und sehr erhebliche Erhöhung der Getreidezölle und dementsprechend eine Erhöhung der übrigen Lebensmittel Vorschlägen, hat bei den ergebenst Unterzeichneten die lebhafteste Entrüstung hervorgerufen. Die Brot- und Lebensmittelsteuer ist die ungerechteste, die Interessen der Arbeiter und Gewerbetteibenden ain chwersten schädigende Steuer. Unter der hereingebrock),e- nen Krise hat die Arbeiterschaft bereits schwer zu leiden. Diese Notlage wird verschärft durch die Verteuerung der Lebensmittel unter dem Druck der Zollerhöhung. Die Erhöhung der Getreide- und Lebensmittelzölle bringt nur einer kleinen Gruppe — den Großgrundbesitzern — Vorteil. Diese kleine Gruppe hat durch die Liebesgabenpolitik des Reichs und der Einzelstaaten schon eine Bevorzugung er- ahren, die nur dazu beigetragen hat, die Forderungen dieser kleinen Gruppe ins Ungemessene zu steigern. Das Vorhandensein und die Erhöhung der Getreidezölle stellt ich auch als eine Schädigung weiter Kreise der bäuerlichen Bevölkerung dar. Der zu erwartende geringe Erttag der diesjährigen Ernte bedingt eine gesteigerte Getreideinfuhr und ein Emporschnellen der Preise über die geplanten Zollsätze hinaus. Von der Preissteigerung wird der größte Teil der Landbevölkerung betroffen, am schwersten die Arbeiter und die Besitzer der bäuerlichen Anwesen, die zu klein sind, um das Jahresbedürfnis der Familie zu decken. Die ergebenst Unterzeichneten ersuchen deshalb den hohen Reichstag, bei Beratung des Entwurfs die Getreide- und Lebensmittelzölle gänzlich beseitigen zu wollen, unter keinen Umständen aber irgend einer Erhöhung derselben eine Zusttmmung geben zu wollens Nürnberg, 12. Aug. Die Mittelfränkische Handwerkskammer erklärte sich einstimmig gegen jede Zollerhöhung. Die Wagnerinnung will gegen Erhöhung der Holzzölle vorstellig werden. München, 12. Aug. General-Feldmarschall Graf Waldersee sandte aus Hamburg an Se. Kgl. Hoheit den Prinz-Regenten folgendes Danktelegramm: „Eure Königliche Hoheit haben mich durch das überaus gnädige Telegramm und die Verleihung des Ordens vom hl. Hubertus, die im hiesigen Rathause durch Eurer Königlichen Hoheit Abgesandten feierlich vollzogen wurde, hoch beglückt und mit Stolz erfüllt und lege ich meinen ehrfurchtsvollen Dank zu Füßen. Tapfere, hervorragend tüchtige bayerische Truppen befehligt zu haben, werde ich allezeit mir zur höchsten Ehre anrechnen, (gez.) Feldmarschall Graf v. Waldersee." Aachen, 12. Aug. Oberbürgermeister Weltmann erhielt vom Obermarschallamt des Kaisers die Mitteilung, der kaiser könne wegen des tiefen Trauerfalles die Enthüllung res Kaiser-Wilhelm-Denkmals in Aachen am 16. Oktober nicht vornehmen, er habe aber den Kronprinzen mit seiner Vertretung beauftragt. Der Kaiser hoffe in den nächsten Jahren der Stadt einen Besuch abzustatten; er könne in diesem Jahre nur der Enthüllung des Kaiser Friedrich-Denk malS in Cronberg beiwohnen. Ausland. London, 12. August. Die „Times" meldet aus Peking: Der Aufschub der Unterzeichnung des Protokolls ist hauptsächlich England zuzuschreiben, welches Einspruch erhebt, daß die Mächte, die nur ganz geringe kommerzielle Interessen in China haben, in der vorgeschlagenen internationalen Kommission für Revision des Zolltarifs gleiche Stimme wie England haben sollen. — Reuter meldet aus Peking vom 10. August: Die letzte V e r- ammlung der Gesandte n war durch einen versöhnlichen Geist gekennzeichnet. Tie Gesandten hoffen in einigen Tagen, nachdem sie sich mit ihren Regierungen telegraphisch in Verbindung gesetzt haben, das Protokoll zu unterzeichnen. Der Tarif wird zwei Monate nach der Unterzeichnung zur Anwendung kommen. Man kam heute darüber überein, daß die in den zehn Tagen nach Unterzeichnung des Tarifs ausgeführten Verladungen vom Tarif nicht betroffen werden sollen, ohne Rücksicht auf das Datum der Ankunft. Der Zoll wird 5 Prozent vom Werte nut wenigen Ausnahmen betragen, da die Mehrheit Nahrungsmittel, wie Mehl und Mais bilden. Di« Frage eines zehnpro^entigen Zolles, sowie die Abschaffung der Likinabgabe wird voraussichtlich Gegenstand künftiger Verhandlungen sein. (Nach einem Kabeltelegramm der „Frkf. Ztg." aus New-York hat der amerikanische Gesandte Rock Hill telegraphisch gemeldet, das Protokoll sei unterzeichnet. Die fünfprozentigen Wertzölle würden Mitte Oktober in Kraft treten.) Antwerpen, 12. Aug. Nach den Berichten, die der heute angekommene Kongodampfer der deutsch-belgischen Linie mitgebracht hat, ist der A u f st a n d d e r B a t c t e l a durchaus noch nicht niedergeschlagen. Diese Aufständischen ziehen in dem Gebiete des Uellesttomes im Norden der Kolonie umher und richten viel Schaden an. Sie sollen einen Weißen ermordet haben. Eine Truppe ist zu ihrer Verfolgung ausgesandt, lieber das im Süden am Lualaba und am Tanganjikasee fortgesetzte Kesseltreiben gegen die meuterischen Bangalasoldaten vernimmt man nur, daß mehrere Gefechte stattgefundeu haben. Paris, 12. Aug. Der Leichnam des Prinzen Heinrich von Orleans wird nach Marseille gebracht und in. der Familiengruft in Dreux beigesetzt werden. Belgrad, 12. Aug. Nachdem nunmehr die Stichwahlen vollzogen sind, besteht die nächste Stupschtina aus 110 Anhängern der Regierung, 14 unabhängigen Radialen und 6 Liberalen. Unter den Regierungsanhängern befinden sich 84 Radikale. Belgrad, 12. Aug. Es ist eine M i n i st e r k r i s e aus- gebrochen, die jedoch heute oder morgen ihre Erledigung finden dürfte. Ter Polizeiminister und der Kultusminister erklärten wegen des Ausfalles der Wahlen, die zu wenig Fortschrittler gebracht Hütten, ihren Austritt aus dem Kabinett, der Kriegsminister wegen Geldknappheit und der Unmöglichkeit, die geplanten Aenderungen und die Verminderung der Friedensstärke durchzuführen. Konstantinopel, 12. August. In der Audienz des Botschafters Constans beim Sultan wurde die Quai- affaire vorläufig in befriedigender Weise geregelt. Ter Sultan verpflichtete sich, im Verlaufe von acht Tagen die Gesellschaft unverkürzt in sämtliche ihr zustehende Rechte einzusetzen, wozu in erster Linie die Auslieferung der Terrain-Besitztttel gehört. Constans gab auf Wunsch des Sultans die Zusicherung, die Gesellschaft werde während sechs Monaten keinen Besitztitel veräußern, da in diesem Zeiträume der Rückkauf bethätigt werden soll. Außer den gemeldeten kleineren Anleiheverhandlungen entrierte die Pforte gestern Unterhandlungen mit der Ottomanbank betr. einer eventuell zu emittterenden Anleihe von zwei bis zweieinhalb Millionen Pfund auf der Basis der zur Hälfte freigewordenen 1898 an Rußland für Rückstände einer Indemnität gegebenen Pfänder. Trotz der dringenden Auf- forderungerr des Palastes an die Provinz-Valis, alles Verfügbare nach Konstanttnopel zu senden, konnte dieselbe insgesamt nur eiuen Betrag von 40 000 Pfund abführen. — In der gestrigen Konferenz der Botschafter wurde auf Antrag C a l i e e unter lebhafter Unterstützung des englischen Botschafters in der Angelegenheit der vom Sultan selbständig verdoppelten Quarantäne gegen Egyp- ten beschlossen, zur Wahrung der Autorität des intern nattonalen Sanitätsrats eine Note an die Pforte zu richten, worin nachgewiesen werden soll, daß der Sanitätsrat bei Ergreifung seiner Maßregeln von den besten Intentionen gegenüber der Türkei geleitet war. Gleichzeitig wurde beschlossen, daß die Botschafter von ihren Regierungen Kredite verlangen sollen zur Errichtung eigener Pestbaracken in Konstiantinopel. — Die gestrige endliche Audienz Con- stons' beim Sultan währte anderthalb Stunden. Vorläufig verlautet, der Sultan beobachte eine nachgiebigere Haltung. Der Generaldirektor der Tabakregie Rambert ist nach Wien gereist, um das dorttge Komite, welches gegen die Anleihe an die Pforte entschieden Stellung nimmt, umzusttmmen. Madrid, 12. Aug. Die Meldung, die Regierung beabsichtige eine Anleihe im Betrage von 50 Millionen auf*, zunehmen, die zu außerordentlichen Ausgaben des Kriegsund Marineministeriums verwendet werden sollen, wird von ministerieller Seite für unbegründet erklärt. New-York, 12. Aug. General Urib el erließ ein Manifest, das andeutet, daß Krieg zwischen Venezuela und jlo lumbia besteht. Die Columbische Gesandtschaft verließe Caracas. Peking, 12. August. Die helgische Mission in der Westmongolei wurde von regulären chinesischen Truppen befreit. Aus Klatt and Kand. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist uut unter genauer Quellenangabe: „Gieß. «»1/ gestattet.) * * Ehrung. Der Ausschuß des LandeSgewerbe- v er eins hat den Geh. Kommerzienrat Jul. Röm Held in Mainz in Anbetracht seiner hervorragenden Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt. • * Telephoubefitzer, die sich in die Sommerfrische begeben und in ihrer Wohnung niemand zurücklaffen, sollten nicht versäumen, die Beamten des Fernsprechamts hiervon zu verständigen. Den Anrufenden werden dadurch viele vergebliche Anfragen, Zeitverlust und Aerger erspart. • • Leicheufund. Am Sonntag vormittag wurde unweit der „Dicken Eiche" bei Bubenrod eine Leiche gefunden. Nach den „Wetzl. Nachr." wurde in dem Toten der seit einiger Zeit vermißte Ludwig Bill vom Hof Bubenrod erkannt. • * Der Jahrestag der Schlacht von Gravelotte, der 18. August, wird auch in diesem Jahre von den Gießener Militäroereinen gefeiert werden. Nach dem Kirchgang am Sonntag, 18. August findet die Schmückung der Kriegergräber auf dem Friedhöfe statt. Der Veteranenvereia veranstaltet am Nachmittag und Abend auf BichlerS Terrasse eine Gravelottefeier, die nach den bisherigen Vorbereituugea eine recht unterhaltende zu werden verspricht. • • Eriunerungsfeier der 115er. Im Jahre 1871, nach glücklich beendigtem Feldzuge anf seinem Marsche in die Heimat, bezog daS Infanterie.Regiment Nr. 115 sei» letztes Quartier in Mannheim. Als es am nächsten Morgen antrat, um in seine Garnison WormS zurückzukehren, wurde dem Regiment bekannt gegeben, daß der Großherzog da» Regiment nach Darmstadt verlegt, jedoch die Erlaubnis erteilt habe, daß das Regiment, bevor eS an dem allgemeinen Einzug der hessischen Truppen in Darmstadt teilnehme, in seine alte Garnison eivziehen könne. WormS und seine Bürger bereiteten dem beliebten Regiment einen herzlichen Empfang, und al» eS damals nach einem Ruhetage au» Scheiden für immer ging, da gelobten die Soldaten, nach 30 Jahren einen großen Regimentsappell in WormS abzuhalten, zu dem sie alle, soweit sie noch nicht zur großen Armee abberufen seien, erscheinen würden. — Diese dreißig Jahre find nun um und im Frühjahre lief bei dem geschäftsführenden Ausschuß des „Hassia"-BezirkS WormS eia Schreiben ein, worin die alten Hundertfünfzehner mitteilte«, daß dieser Appell in diesem Jahre abgehalten werde, und Neueste Meldungen. Angehörigen des Mitkämpfer aus Herrn veranlaßt, in diesem Apparat Offenbacher Eisenbahn-Unglück hat den leine Erfahrungen im praktischen Dienst zu verwerten. bcchnzug durch auf ,tne Schienen gelegte Stämme zum Entgleisen gebracht. Der Heizer wurde schwer verletzt. — In Gijow begannen 2000 Arbeiter verschiedenen Geschäftszweige den Ausstand. Die Arbeitgeber drohen mit Schließen der Fabriken. London, 13. August. Dem Hofbericht zufolge, empfing König Eduard in Homburg den Grafen Walderfeei und verlieh ihm das Großkreuz des Bath-Ordens. gestern zwei junge Leute schwer verletzt. — Infolge aus dem Vierwaldstättersee Paris, 13. August. Für Kühne setzt- der Gerichtshof wegen de» Verbrechens der Miß- Lndlung eines Untergebenen in d .i Jällm, für den ersten 14 Tage UZitteletreft, für die beiden anderen je 10 Tage Mittelarrest tn Anrechnung und sprach eine Gesamtstrafe von 4 W o ch e n Mittel- Arrest gegen idn aus. Sofia, 12. Am.ust. Dor dem Schwurgericht begann heute der Bro>e6 gegen Sarasow und Genossen. Angeklagt find Sara- ow und Stojanow weg'N M tschuld an der Ermordung FtlowSky» ind Kowatschrw, sowie Prolew wegen Mitschuld an der Ermordung ui. »«.* gattet.) l>eSgeweri)t' Dudi^ i» sie bäten um Nachricht, welcher Tag dazu wohl der ge-ig uetste wäre Der Brief wurde dahin beantwortet, daß der 2. September, an welchem Tage Worms seit fast 30 Jahren das deutsche Fest zu feiern gewohnt sei, den Kameraden nur empfohlen werden könne. Die alten Soldaten, vom Regi ment 115 werden nun mit ihren damaligen Offizieren bereits am 1. September nach Worms, ihrer früheren Garnison, kommen, um alte Eriancrungen zu feiern und allen lieben Bckanntsn die Hand zu schütteln. " Neue Münzsorte? Durch die württembergischen Zeitungen geht die Mitteilung, die Handelskammer von Heilbronn, der ersten Handelsstadt Württembergs, habe ausführliche Erhebungen über die Wirkung des Gesetzes vom 1. Juni 1900 angestellt, das die Zwanzigpfennigstücke dem Geld- Verkehr entzogen hat. Nach Ansicht der Handelskammer hat diese Zurückziehung eine empfindliche Lücke im Gebrauch des Kleingeldes geschaffen, und es liegt ein Bedürfnis vor, zwischen dem Zehn- und Fünfzigpfennigstück wieder eine Münze zu schaffen. Diese Münze müffe wieder ein Zwanzigpseunigstück sein, wenn anch Prägung und Größe anders sein müßten als bei den bisherigen Stücken in Silber oder Nickel. Für die bisherigen Fünfzigpfennigstücke, die so oft zur Verwechslung mit den Zehnpfennigstücken führen, schlägt die Heilbronner Handelskammer eine gleichfalls silberne Münze, aber in kleinerer und dickerer Form vor. Wie die Handelskammer durch Rundfrage festgestellt hat, finden ihre Vorschläge auch in anderen HandelSkammerbezirken Anklang. *• Zum Schutz gegen Eisenbahn-Unfälle ist dem Stationsvorsteher Rückeis in Bischofsheim bei Mainz ein von ihm konstruierter Apparat zur Sicherung von Blockstationen patentiert worden. Sobald nämlich der Lokomotivführer bei Nebel u. s. w. das Hauptsignal überfährt, zeigt der Apparat durch selbstthätige Abgabe mehrerer Schüsse dem Personal an, daß die Einfahrt bezw. Durchfahrt nicht frei ist. Das einbüßen. Bei einbcechender Dunkelheit vom Felde heim kehrend, wollte er sich im Wasierfaß (Brunnen ober Leitung^ wasser hat der Hof nicht) einen Trunk Wasser nehmen, als c-et Karren aufschnappte und dem Armen den Schädel eirv drückte. Der Tod trat nach 6 Stunden ein. — Der Dach Zecker Michel, der am SamStag aufl Uebermut ouf die Thürme des Eisernen StegS in Frankfurt a. M. kletterte und abstürzte, ist heute an seinen Verletzungen gestorben. — In der Hafenstraße wurde das 2jährige Mäochcn des Bäckers Wimmer von einem Bierwagen der Henninger'schen Brauerei überfahren und blieb sofort tot. — In der Nacht vom Sonntag zum Montag gingen in Rheinheffcn schwere Gewitter nieder, die vielfach Schaden anrichteten. In Wies Oppenheim schlug der Blitz in die Wirtschaftsgebäude des Landwirts Lohr und tötete zwei Kühe. In Großniedesheim schlug der Blitz in die Scheune des Landwirts Fischer und zündete. Zwei Scheunen brannten nieder. — Der Wittwe des bei dem Offeybacher Eisenbahnunglück um's Leben gekommenen Kaufmanns Klein von Mainz wurde von der Eisenbahnverwaltung eine Entschädigungssumme von 210 000 Mk., dem bei demselben Unglück schwer verwundeten Kaufmann Ebert eine solche von 50 000 Mk. ausbezahlt. Arbeiterbewegung. New-Uork, 12. Aug Die Generalstreik-Ordre hat einen Mißerfolg erlitten, da in Trustwerken von Chicago, Milwaukee, Joliet kein Streik ist, obwohl die „Amalgamated Association" dort sehr stark ist. Die Carnegie-Werke sind in vollem Betrieb, ebenso die Rührenwerke in Mckeesport. Die Gesamtzahl der neuen Streiker beträgt höchstens 30 000. Gerichtssaal. D. «testen, 12. August. Heute fand wiederum nach I Inger er Peuse eine K r t e g S g e r t ch t S s t tz u n g statt. OberkrtegSgertchtsrat H a s e m a n n au« Frankfurt a. M. leitete die Verhandlungen. Die Anklagebehörde war vertreten durch Krtegsgertchtsrat Obenauer. Die Verteidigung lag tn den Händen deS Justizrat» Metz und des Rechtsanwalt» R ö m h e l d. Zu verantworten hatten sich der wegen Mißhandlung eines Untergebenen bereit» mit fünf Wochen mittleren Arrests vorbestrafte Unterosfizter Kühne und der Musketier Wtp« p er t, beide von der 2. Komoagnte des Jnf -RegtS. Nr. 116, der erstere wiederum wegen Mißhandlung eine» Untergebenen, der letztere wegen Achtungsoerletzung, Gehorsam«Verweigerung und thütltchen Vergreifens «n einem Vorgesetzten. Die Beweisaufnahme beruhte hauptsächlich auf den zeugenetdltchen Aussagen der Unteroffiziere Keßler, Schuhmacher und Stoffel. Doch wiesen die Aussagen der drei mancherlei nicht unbedeutende Differenzen auf, so daß man kein völlig klare» BUd von den Vorgängen gewinnen konnte. Der Sachverhalt war »ach ihren Angaben etwa folgender: Der Angeklagte Lippert kam am 12. Juni zwischen 8 und 9 Uhr vormittag» auf die Stube Nr. 25, um dem Unteroffizier Kühne die auf deffen Befehl gekaufte neue Fußbekleidung zu zeigen. Kühne ließ hierbei den Wippert seine Stiefel auSziehen und machte die in dem Zimmer mit anwesenden vorhin genannten drei Unteroffiziere auf die überaus mangelhafte Fußbekleidung deS Wippert aufmerksam. Wippen machte dabei fortgesetzt unruhige Bewegungen, ballte die Hände und knirschte mit den Zähnen und hörte auch trotz des mehrfachen Befehls seines Vorgesetzten damit nicht auf. Gleichzeitig faßte der Unteroffizier in die Drillichjacke deS Wippert, wohl um seinem Befehl größeren Nachdruck zu geben. Wippert griff nun nach dem Arm deS Unteroffiziers, worauf ihm dieser eine Ohrfeige gab. Unmittelbar darauf hob der Geschlagene einen seiner Stiefel auf, wie um den anderen damit zu schlagen. Kühne suchte diesem Schlag zu begegnen, indem er den Arm seines Gegners ausfing und ihn einige Schritte zurückdrängte. Währenddem fiel der Stiefel zu Boden. Nun drängte Wippert den Kühne nach der isette d:S Zimmers zurück, wo sich Waschtisch und Thüre befanden, indem er ihn mit auSgestreckten Armen anfaßte. Dabei fiel der Unteroffizier hin. Wippert kniete mit einem Fuße auf ihn, während er mit der linken Hand die Thürklinke faßte. Die im Zimmer anwesenden Unteroffiziere halten merkwürdigerweise bis dahin sich völlig passiv verhalten, jetzt endlich fühlten sie sich bewogen, einzugreifm. Sie rissen den Wippert von Kühne hinweg. Wieder aufgestanden, raßte dieser den Wippert beim Arm und drängte ihn gegen ein Bett. Dabei kam er halb über Wippert zu liegen. Dieser schrie „HUse" und gab außerdem noch dumpfe Laute von sich. Da er sich nicht anders zu helfen wußte, weil ihm schwach wurde, biß er Kühne in den Finger. Beim Hilferuf rief Unteroffizier Keßler dem Kühne zu: „Kühne lasten Sie das." Letzterer ließ nunmehr von seinem Untergebenen ab und befahl ihm, nachdem er ebenfalls aufgestanden war, still zu stehen und sich die Stiefel anzuziehen. Nach der Darstellung de» Wippert spielte sich die Sache bei weitem ander« ab. Er will ohne Grund zweimal mehrere Ohrfeigen bekommen haben: nicht er habe den Stiefel angefatzt und erhoben, sondern der Unteroffizier habe ihm damit auf den Kopf geschlagen, außerdem sei ihm mit der Faust gegen die Zähne geschlagen worden. Wippert vetfiel, auf seiner Stube angekommen, in einen Zustand hochgradiger, krampfartiger Erregung. Er warf sich hin, sprang wieder auf, warf sich aufs Bett, schlug mit Händen und Füßen um sich, stieß unverständliche Aeußerungen au» und wollte ohne Grund sogar ein Seitengewehr gegen einen Kameraden brauchen. Erst nach V* bis 1/t Stunde beruhigte er sich. Außer einigen Hautfchrammen halte er keine Verletzungen aufzuweisen. Dem Kühne wurde von sämtlichen Vorgesetzten das Zeugnis eines sehr tüchtigen, fähigen, keineswegs zum Jähzorn neigenden Soldaten ausgestellt, während Wippert als unfähiger, geistig wenig veranlagter, zur Faulheit neigender Menfch geschlldert wurde. Das Urteil der ärztlichen Gutachter über den Geisteszustand des letzteren ging dahin, daß er bei feinem schwachen, minderwertigen Geisteszustand in einen schwachsinnigen Erregungs- und Dämmerzustand geraten sei, dessen AnfangSgrenze sich allerdings nicht genau feststellen lasse. Doch könne er nicht verantwortlich gemacht werden. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft berücksichtigte dieses Gutachten zu Gunsten des Angeklagten und beantragte Freisprechung. Dem Unteroffizier Kühne wurden noch zwei wettere Mißhandlungen deS Wippert zur Last gelegt. Die eine hat er sich vor der Kompagniebesichttgung, die andere vor der ökonomischen Musterung zu Schulden kommen Uff en. Im ersten Falle gab er Wippert einige kräftige Ohrfeigen, im zweiten hat er ihm gegen Ohr und Unterkiefer 'gestoßen. Durch die Zeugenaussagen wurde die Schuld deS Kühne in diesen beiden Fällen völlig erwiesen. Der Vertreter der Anklagebehörde beantragte im ersten Falle gegen ihn 10 Tage gelinden Arrest«, wobei er in Betracht zog, daß er größtenteils tn berechtigter Notwehr gegenüber den thätltchen Angriffen eines Untergebenen gehandelt habe, für die beiden anderen Fälle, die viel gröber seien, weiter je 10 Tage Mittelarrest Der Gerichtshof schloß sich in der Sache gegen Wippert dem Anträge des Vertreters der Staatsanwaltschaft an und sprach Wippert frei. Wetzlar, 13. Aug. Die früheren 88. Infanterie-Regiments, größtenteils 1870/71 feierten am Sonntag hier im Hotel Keffel den Jahrestag der Schlacht bei Wörth. Die Versammlung beschloß, alljährlich in Wetzlar am Sonntag nach dem Jahrestag (6. August) eine Wörthfeier abzuhalten. ol( 7>seir. E Ätzer ben ^stierte bie tomanbaiif betr bKon Mei bis zur hälstr E einer Sfr, Engenden Aus- alles Bei, tonnte dieselbe W abführen. qter mürbe auf hng des eng- >er vom Sultan i e gegen chy, tÄ des inter« fortqu richten, -amtälsrat bet n Intentionen sitig wurde be- gieningen Kre- m Pestdaracken e Audienz Gon. iben. Vorläusiz hgiebigere halt- e Rambert ist welches gegen tellung nimmt, Regierung be- KWwrren aub en des Kriegs- n Men, wird Wirt ibel erließ ein ’n Venezuela he GesandtM Mission in Msischen Trap- mrfrische btgüa |en, sollten B l hiervon zn ^ h viele verM ig wurde ie gesunden, w i der seit tW jubeutob eM Travelotte, w ton ben ®«l* >«° RI*,8" -ung der W tteranenver'' Sichler- TE tn Lorbereituogrl i« 18"; ückzukehre--' Lt it einen l1». rss- **«ES Eingesandt. Aür Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Urtrkel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber ____ keinerlei Verantwortung.) Gießen, 12. Aug. Nachdrm man vor acht- Tagen in den „Alldeutschrn «llttan- anter der Spltzmatt- „Deutsche, und Undeutschc," hat lesen können, daß ein hicfioes G schäft für Herrendttleidunasstucke Stroh- Hute sich enfettigen lasse mit dem mehrfachen Eindruck: „Expreeeely made for « (zu deutsch: „Besonders gemacht für"), also nicht einmal au» England, al» für Engländer bestimmt, bezogen, und man Recht über den Mangel an deutschem Gefühl, der darau» ^.»."ufhielt, jedoch hoffte, daß der Hinweis für die Firma, die ttSbald davon Kenntnis eibtelt, genüge, in Zukunft etwa« mehr Rück- Pia deutsches Empfmden zu nehmen, so hat man sich doch grünte lid) getauscht. Heute ist da» eine Ladenfenster jener Firma ganz englisch. »THE STAR MAKE MANUFAKTURING CO.' feiert oatin seinen Triumph und der Eigora Eiavatten'Stoff. Man meint oor einem rein englischen Laden zu stehen, wenn man nicht in dem 5u*ter Jtt»eter®inben den Namen der Gießener Firma wahrnähma, unter sieben Plakaten eins tn deutscher Sprache, aber über englische« Stoff, und an zwei Binden folgende Aufschriften läse: .CROWN PRINCE WILHELM CRAVATTEN“ und .CROWN PR INCE EITEL FRITZ CRAVATTEN-. Diese Aufschriften beweise», daß sie für Deutschland bestimmt find, denn e» beißt „Eravatten', ist also das bekannte Fremdwort mit deutscher Endung, demnach nicht für englischen Sprachgebrauch gebildet. Und auf ein für deutsche» Publikum bestimmtes Rekiameblatt über eine Binde, die den 9tamen deutscher Hohenzollern-Prinzen trägt, setzt man die deutsch, Bezeichnung der deutschen Prinzen in oerenglischtern Kauderwelsch !! Und diese Karte legt man in Deutschland den Deutschen vor die Nase! Da behaupten die Leute noch, die Deutschen hätten fich oor allzu heißspornigern Chauvinismus zu hüten! Hätten wir doch ein paar Intolerante von der Sorte! Ich glaube, für die Beseitigung derartiger nationaler „Eigentümlichkeiten" wären sie nicht oh^ Nutzen. N. N. Vermischte». • Medaillen der Pariser Weltausstellung. Die Aussteller find ungeduldig, daß sie noch immer nicht die ihnen verliehenen Medaillen erhalten können. Die Medaillen werden in der Pariser Münze fertiggestellt. Der „Confekt." hat Über die Verzögerung Nachfragen laffen und den Bescheid erhalten, daß man schon seit mehreren Wochen mit der Fertigstellung der Medaillen beschäftigt ist. Bis jetzt sind 11 000 Exemplare abgeliefert und zur Verteilung gelangt, es find aber im ganzen 60 000 Medaillen zu prägen. Die Fertigstellung ist deshalb so schwierig, weil diese Medaillen zweimal geprägt werden müffen, da auf der Rückseite der Name des Ausstellers eingeprägt wird. Die Aussteller werden fich also noch ein paar Wochen gedulden müffen, bevor es möglich ist, die ihnen verliehene Auszeichnung abzuliefern. * Luzern, 12. Aug. Gestern abend ist während eines Orkans auf dem Vierwaldstättersee nahe bei Stansstad ein Boot untergegangen, wobei vier Personen ertranken. * B a k u , 12. Aug. Gestern brach zu S a b u n t s ch i au: dem Grundstück der Bakner Naphthagesellschaft Feuer aus, durch das 52 Bohrgruben verschiedener Raphthagesell- schaften und mehrere Wohnhäuser zerstört wurden, lieber Menschenverluste liegen bisher keine Meldungen vor. Berlin, 13. August. Der „Lok.-Anz." meldet: Den 60jährige Arbeiter Reiske brachte infolge Erbschaft^- streitigkeiten seiner verheirateten Stieftochter einen Stich in die Herzgegend bei, und stürzte sich, als er zu seiner! Verhaftung kommende Schutzleute sah, aus dem Fenster in den Hof. Beide wurden schwerverletzt ins Krankenhaus! geschafft. — Dasselbe Blatt .meldet aus Graz: Tesla richtete wie er einem Freunde schreibt, die drahtlose Telegraphie zwischen Amerika und Europa mit dem Sender auf New- ?)erfetj und dem Empfänger bei Lissabon ein. — Die „Voss. Ztg." meldet aus Bern: Beim Edelweißsuchen stürzten ab; einer ist tot, der andere eines Gewittersturmes kenterte ein Kahn. 6 Personen ertranfen. Bei der heute in der deutsch- der Rue Blanche ftattfinbenben § Butzbach, 12. Aug. Das für gestern im Nachbarorte N Leder-Weisel angesetzte JahreSfest des hiesigen G u st a v- Ädolf'ZweigvereinS mußte wegen Ausbruchs epidemischer Kinderkrankheiten ausfallen. Darmstadt, 12. Aug. Der Großherzog und die Großherzogin, die Herzogin Marie von Sachsen- Loburg und Gotha und die Prinzessin Victoria zu Schleswig-Holstein wohnten gestern der Trauerfeierlichkeit für die Kaiserin Friedrich in der Kirche zu Cronberg bet und kehrten gegen Abend nach Wolfsgarten zurück. Darmstadt, 12. Aug. Finanzminister Gnauth hat eine mehrwöchige Urlaubsreise angetreten. Hanau, 12. Aug. Am Sonntag ist der zweite Beigeordnete unserer Stadt, Karl Pannot, infolge eines Schlaganfalles verschieden. Paunot gehörte seit 1879 dem Gemeindeausschusse, seit 1884 dem Stadtrate als Mitglied au. fc Offenbach, 10. Aug. Gestern abend wurde der bei Oberrad verunglückte Eisenbahuschaffner Jeck el unter großer Beteiligung zu Grabe getragen. Er hinterläßt eine Witwe, welche in Bälde ihrer Niederkunft entgegeufieht, sowie ein Kind. Wohlthätige Menschen, zwei Bereiue iu der Stadt Taste! haben für sie eine Sammlung veranstaltet, die 200 Mk. ergab. Jeckel ist gebürtig aus Diebach am Haag (Kreis Büdingen). fc. Frankfurt a. M, 12. Aug. Gestern abend versuchte eine ganze „Zelle- von 12 meist schweren Jungens, aus dem Untersuchungsgefängnis „Klapperfeld- auSzubrecheu. Die Herrschaften hatten ein Eisengitter auSgebrochen und sich au zusammengebundenen 'Betttüchern herabgelassen. Mitten in der Arbeit wurden sie jedoch gestört, so daß es daher nur ungefähr der Hälfte gelang, auf einige Augenblicke fich der goldenen Freiheit zu erfreuen. Alsbald begann ein großes Jagen in der Friedberger Anlage, an dem sich Soldaten, Gefängnisbeamte, Schutzleute und Zivilisten beteiligten. Die Verbrecher, die nur in Hemd und Hose waren, wurden bis auf zwei, die über die Turnhalle der Klingerschule wegvoltigierten, wieder dingfest gemacht. Zwei hatten bei dem verwegenen Fluchtversuche Verletzungen erlitten und mußten ins Krankenhaus gebracht werden. *’ Kleine Mitteilungen au» Hessen und den Nachbarstaaten. In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist der Backofenbauer Scheuern von der Mitte der Ernst Ludwigs-Brücke in Mainz in den Rhein gesprungen und zwar in Gegenwart des Schreiners Johann Köllner. Beide gingen miteinander über die Straßenbrücke. Nach etwa 5 Minuten kam Köllner allein zurück und meldete dem Brückenaufseher Kiffel, sein Begleiter sei in den Rhein gesprungen, er habe nur noch den Schirm treiben sehen. Die Leiche ist noch nicht geborgen. — Geringfügiger Ursache wegen vergriff fich ein Handwerksmeister in Homberg am 7. August an seinem Gesellen, einem verheirateten Mann und Vater mehrerer Kinder. Nachdem man dem Wütenden gewaltsam eine Barte entwunden hatte, ergriff er ein Beil und brachte dem unglücklichen Manu derartige Verletzungen am Kopfe bei, daß an seinem Auskommen ernstlich gezweifelt wird. — AuS dem Arbeitshaus Dieburg find während des Monats Juli zwölf Personen, die daselbst zur Verbüßung korrektioneller Nachhaft uutergebracht waren, entlassen worden. Die längste Dauer der Nachhaft betrug bei einer Person 660 Tage, die kürzeste Dauer 180 Tage. — Während eines Ausflugs der Schüler des Dieburger bischöflichen Convikts wurde in der Anstalt ein Einbruchsdiebstahl ausgeführt. Dem Dieb fielen zirka 500 Mk. in Silber in die Hände. — Auf der Station Bestrig sprang ein Soldat des 11. Artillerieregi- meins aus dem nur kurze Zeit haltenden Extrazuge, um sich einen kühlen Trunk Wasser zu holen. Als der Artillerist vom Brunnen zurückkehrte, hatte fich der Zug schon wieder in Bewegung gesetzt,- der Mann versuchte aufzuspringen, geriet unter die Räder und wurde getötet. — Ein auf dem ThauffeehauS bei Marienborn (Mainz) bediensteter achtzehnjähriger Knecht mußte auf eine traurige Art sein Leben "iben»^ BZ .e bk-» fe! . und her ltlb die Ltt, Kandel nud UerKrhr. Volkswirtschaft. TtArtte. Giesse«, 13. August. Marktbericht. Aus dem heuttg« Lochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. A 1.00—1.20, Hühnereier per St. 7 2 St. 00-00 Enteneier 1 St. 7—8 4, Gänse- eiet per St. 11—12 Käse 1 St. b—8 Käsematte 2 St. 6—8 g, Erbsen per Ltter 22 4, Linsen per Liter 84 4, Tauben per Paar M 0.75—0.90, Hühner per St. jfC 1.00—1.50, Hahnen per Stück Jt 0.70—1.20, Enten per St. JK, 2.00—2.20, Gänse per Pfd. 0.00 bi» 0.00, Ochsenfleisch per Pfd. 66—76 , Kuh« und Rindfleisch per Pfund 60—64 4 Schweinefleisch per Pfd. 64—80 A, Schweinefleisch, gefallen, per Pfd. 84 , Kalbfleisch per Pfd, 60—66 4, Hammelfleisch per Pfd. 50—70 4, Kartoffeln per 100 Kilo 6.00—8.00 X, Weißkraut per St. 00—00 Zwiebeln per ;®tr. X 7.00—8.00, Milch per Liter 18 Dauer der Marktzeit von 7 Uhr vormittag» bi» 1 Uhr mittag». Striegan, 12. Aug. Am 2. September wird hier eine von bet Reichsbankstelle m Schweidnitz abhängige Reichsbanknebenstelle mit Kasseneinrichtung und beschränttem Giroverkehr eröffnet werden. Ludwigshafe«, 12. Aug. Die Unterbilanz des Vorschubvereins Landstuhl, hervorgerufen durch dessen flüchtigen Direttor Herrle, beläuft sich nach den bisherigen Feststellungen auf 200—250 000 Mk. E» wird versucht, den Verein durch Hinzuzahlung von je Mk. 1000 über Wasser zu hatten. protest.antisck)«n Kirche in Trauer feier für die Kaiserin Friedrich wird Präsident Loubet durch den Oberstteutnant Maux Saint Marc vertreten sein. Das Ministerium, die englische und» deutsche Botschaft, sowie das ganze diplomatische KorpA sind an der Feier, in dem würdig ausgestatteten Gottes" hause beteiligt. Äe Mitglieder der deutschen Botschaft erscheinen in Unifann. Die Trauerrede hält Pfarrer Anthes. Nancy, 13. August. Der Kommandant des FortH Frouard ließ ein Individuum verhaften, welches sich in der Nahe der neuen Deckungsanlage für die Infanterie zu schaffen machte. Der Verhaftete gaü an, er sei Engländer, 25 Jahre alt, stamme aus Liverpool und heiße Wellington. Man glaubt jedoch in Nancy Grund zu der! Annahme zu haben, daß er ein Deutscher sei, welcher die Deckungsanlage auszukundschasten unternommen habe. London, 12. August. (Unterhaus.) Bm Erörterung des Berichts über die Fa b r i k-und Wer k stä t t en - V 0 r- läge bringt Renshaw einen Zusatzantrag ein, wonach Samstags die Arbeitszeit bis 1 Uhr nachmittags statt bis Mittag dauern solle. Uitterstaatssekretär Ritschie befürwortet die Annahme des Antrags. Derselbe wird mit 163 gegen 141 Stimmen verworfen. Die Opposition bricht bei Bekanntwerden des Ergebnisses der Absttmmung in Beifall aus. Die Iren rufen: „Demission". Rischie erklärt hierauf, die Regierung schließe sich dem Beschluß des Hauses an. — Der Beschluß bezieht sich nur auf Frauen und Kinder. Bilbao, 12. August. In Galalames wurde ein Eisen- Meteorologische Beobachtungen der Station Gietzeu. August Barometer auf 00 reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 12. 9» 748,5 + 17,2 12,9 89 Still — Heller Himmel 13. 7« 750,1 4- 14,0 11,0 93 Still — Nebel 13. 2« 750,1 + 22,6 9,4 46 NNE. 2 Bed. Himmel Loch fle Tem peratur am 1 1.-12 . Auguf + 25 .60 C. Niedrigste ■ n ff R 4- 16.30 C. SsMpn^'''^ ^vlUvSI Blusen, Besatz liefern toit birrkt an Brtoate. ... Mmr Verl. Muster unserer großen Auswahl, von Elten & Keossen.i^^ Krefeld. ln jeder beliebigen Schriftart und Karton« ü IsilSGlIvil sowie mit Zirkeln aller studentischen f ****** *VB* Vereinigungen, liefert zu mäßigen Preisen vrühl'sche UniverfltSts-Druckerei, Schulstratze 7 Stomata! für mund« und Zahnpflege in Idiwedflchen Kliniken 30.000 Liter in einem Sahre verbraucht und durch ßoflieferanfen-Titel ausgezeichnet. . . 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Gestern abend 68/4 Uhr verschied nach kurzem, aber schwerem Leiden unser lieber Gatte, Vater, Bruder, Schwager und Onkel Hermann Kraft Mechaniker was wir hiermit tiefbetrübt anzeigen. Die trauernden Hinterbliebenen. Giessen, den 12. August 1901. 5563 J. Happel, 5565 Wilh. Reiber Danksagung finine festneh. spanische Wand biU. vs/ zu verkaufen. Schillerstr. 5.III. 693.90 Hausbalt gesucht. 5556 Stahl. 5561 •T. Haas. st^riedbero, Hellen Verantwortlich für den allgemeinen Teil: I. B.: R. Tittmann; für den Anzergcntcil: HanS Beck. — Truct uxb Verlag der n H u n n n ft arbeiten Schreiner« bezw. Zimmerarbeiten Schlofferarbeiten Anstreicherarbetten Pflasterarbetten Planierarbeiten Eisenlieferung Basaltgruslieferung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste sagt innigen Dank Rassereine Saaner-Ziege in verkaufen. Milchertrag 5 Ltr.pro Tag. Näh, in d. Expedition. 5558 /Vesucht ein ordentliches 'S, Mädchen od. Lauffrau 1. 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Pläne, Voranschlag und Bedingungen liegen auf Großh. Bürgermeisterei Daubringen zur Einsicht offen. Gießen, den 11. August 1901. Großh. Kulturinspektion Gießen. _______Wißmann.____5555 Verkauf von Aöbruchmaterial. Die bei Abbruch der Lahnbrücke bei Ruttershausen angefallenen Mats- rialien (Hichenhotz, Schmied- inib Gußeisen) werden am Samstag den 17. August I. I , nachmittags 4 Uhr, an Ort und Stelle meistbietend verkauft. Gießen, 12. August 1901. Der Großh. Kreisbauinspektor. Meine Mansardenwohn. zu verm. ol- A. 3>je$, Sckützenftr. 14. 5548 fftbelOrafte 5, Ltebtglleatze- 'S/ Ecke, 5-Zimmer-Wobnung mit allem Komfort per 1. HStoöer biD zu vermieten. Näh. 1. Etage das. GUansarde« Wohnung, 3 Sun. -VI Küche, Wasserleitung und Zubehör sofort zu vermieten. 5562 Sonuenstraße 8, L. Seidel. 5567] Klem'Lmoen Frankfurter« straße 76 sind 3 4-Zrmmerwohn- ungen mit allem Zubehör, elegant eingerichtet, alSbald zu vermieten Näheres bei Frau Haeuser. 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Ja Set soll tm Lau „erweitert Lehrer an h> Unter H 1876, die \ tteffend, wer za nnteraiftK zeichnete M «forderlichen bis sp« bti btt bettrs Dtn zn gehen, ob welchem Tas wird, sowie bet Prüsun, Die S OrtSschnlvoi machnng in Darm, Sw, I Beliessen Die all nach folgende 1. am 29. 2. , 31. 3. , 3. 4- y 5. 5. « 1. 6. , 10. 7- H 12. 8- H 14. Gießrn & detr.. Die' un$ Nach Art S 12 Augu ^kommenste Ein Wren^.Hn »9 baÄate^