^"scokes ' sch,. ai $Ö|NIM,. »• 1126 ®t **. 189 Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Die Gießener Familien- Vlätter werden dem Än« Zeiger im Wechsel mit „Hess. Landwirt" und „Blätter für Hess. Volkskunde" vier« mal wöchentlich beigelegt. «nnahmr uon önxetgen ru der nachmittag« ,ür den olgendem Lag erscheinenden Nummer bi« vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätesten« abend« vorher. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schutftratze 7. Erst-S Blatt. 1151. Jahrgang. Mittwock, 14. August 1901 GiehenerAnzeiger General-Anzeiger “ Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis Vierteljahrs. Mk. 2.20, monatl. 75 Pfg^ mit Bringerlohn; durch die Abholestcllen vicrteljädrl. 2)if. 1.90, monatl. 65 Pfg. Jet Postbezug vierteljährl. Mk. 2.00 ohne Bestellgeld. Äste?lnzrigcn-BcrmitllungS« .cll'n de« In- und AuLIaiidrt chmen Anzeigen für de« Hichrncr Anzciqrr entgegen. Jctlcnpvctß. lokal 12 Psg^ auöwärt« 20 Pfg. Adresse für Depeschenr Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr.bl. Je iche M R g »ft** h io; 16 . w ?ScPeÜD609oei re 5 W- pro Cd 5 Pfevg^ °uf dir brtr. La» ?,.außirgeivzhnlits ieht bi« hSTS verkauf von über ifchM-ietzka Äaseoies hosstraße 83, ü, We 10, Y vax\txtt ck pnodichrv te \. 4% 1 Gießen. IN bett 19. N ftttuftk Schneider. Freitag. ( Sg£s>. illlB w gtrWLj 4 KmUicher Fell. Bekanntmachung. Die nachstehende Bekanntmachung bringe ich zur Kennt« «iS von Interessenten. Für unseren Bezirk werden besonder- die Gruppen 1, 3 (Flachs) und 11 in Betracht kommen. Da die Ausstellung verhältnismäßig nahe unserem Bezirk ist, so ist eine Beteiligung nur zu empfehlen. Anmeldungen können bei mir gemacht werden. Gießen, den 10. August 1901. Der Direktor des landw. Bezirksvereins. v. Bechtold. Bekanntmachung. Betr.: Die Wanderausstellung der Deutschen Landwirt- schaftSgesellschaft zu Mannheim im Juni 1902. Für die Wanderausstellung zu Mannheim im Juni 1902 fyit die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft auf Grund eines Beschlusses des Gesamtausschusses vom 14. Februar l. IS. ein Preisausschreiben für landwirtschaftliche Feld Erzengntffe erlassen, das folgende Gruppen umfaßt: Gruppe 1 Samen. A. Preisbewerb für Samen, nur für Erbauer. Preise. 1. Preis 2. Preis 3. Preis «1. 1. Für einzelne Samen 40 Mk. 30 Mk. 20 Mk. B. Sammlungen von S amen aller Art von Erbanern und Nichterbauern. (Außer Preisbewerb.) C. Preisbewerb für Getreidezucht.Genossen« schäften. Preise: 1. Preis: Große silberne Preismünze, 2. Preis. Kleine silberne Preismünze. Gruppe 2: Gebrauchsgetreide. Ein Preisbewerb um Geldpreise für Brau« und Brenngerste, sowie Brauweizev ist in der Weise vor« gesehen, daß die Prüfungen auf der von der Deutschen Land- wnrtschaftS«Gesellschaft in Gemeinschaft mit dem Verein „Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei- in Berlin uud dem Deutschen Hopfenbauverein eingerichteten Gersten« uud Hopfen-Prüfung in Berlin im Oktober 1901 stattfinden, die zugleich für die Wanderausstellung zu Mannheim Geltung haben. Die Ausstellung findet so statt, daß der Verein „BersuchS« und Lehranstalt für Brauerei- in Berlin Proben der preisgekrönten Gersten und Weizen auf der Berliner Herbstausstellung entnimmt und die Deutsche Landwirtschafts- Gesellschaft diese in Mannheim zur Ausstellung bringt. Gruppe 3: HaudelSgewächse. 1. Hopfen. A. Frischer Hopfen der Ernte 1901, ausgestellt vom Erbauer. Die Ausstellung von frischem Hopfen wird in der Weise veranstaltet, daß die Hopfen zur Berliner Hopfenprüfung, die im Herbst 1901 stattfindet, eiugesandt, dort in frischem Zustande geprüft, dann zu Dauerware umgearbeitet und durch die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft in Mannheim zur Ausstellung gebracht und dort durch die Gesellschaft aufgestellt Derben. ES ist daher erforderlich, Anmeldepapiere für die Gruppen 2 und 3, für welche Geldpreise in Aussicht ge- -tommen sind, von der Hauptstelle der Deutschen Landwirt- schaftSgesellschaft im Laufe des Sommers einzufordern. B. Konservierter Hopfen der Ernte 1901, ausgestellt in handelsgemäßer Packung. Preise: 1. Preis: Silberne Preismünze. 2. Preis: Große bronzene Preismünze. 3. Preis: Kleine „ „ 0. Darstellungen der Hopfenkultur in jeder Form, Lehrmittel, Modelle u. s. w. (außer Preisbewerb). Diese sowie die vorhergehende Abteilung wird bis 28-. Februar 1902 unter den gewöhnlichen Schaubedingungen augemeldet. 2. Flachs. Zur Ausstellung zugelassen werden alle Arten von Roh- ßachS, sowie von halb oder vollständig bearbeiteten Flächsen, ebenso Samen und kleinere Apparate und Gegenstände, welche jiic Flachs-Kultur und -Bereitung dienen. Unter Preisbewerb stehen nur die Erzeugnisse des Flachsbaues unter A und B. Preise. A. a) Flachs, ausgestellt von Einzel-Erbauern. Klaffe 1: Rohflachs 1. Preis 2. Preis 3. Preis 4. Preis 25 Mk. 20 Mk. 15 Mk. 10 Mk. Klaffe 2: Rohflachs und daraus gewonnener Röstflachs 1. Preis 2. Preis 3. Preis 4. Preis 50 Mk. 40 Mk. 30 Mk. 20 Mk. Klaffe 3: Rohflachs und daraus gewonnener Röstflachs und Brech- bezw. Schwingfiachs. 1. Preis 2. Preis 3. Preis 4. Preis 100 Mk. 80 Mk. 60 Mk. 40 Mk. b) Flachs, ausgestellt von Flachsbau-Geuoffenschaften. Klaffe 4:1. Preis 100 Mk., 2. Preis 80 Mk. B. Ausstellung von Flächsen, roh oder in beliebiger Bearbeitungsform bis e inschl. Garn von Erbauern uud Nichterbauern des Flachses. Klasse 5: 1. Preis: Kleine silberne Preismünze. 2. Preis: Große bronzene „ 3. Preis: Kleine „ „ C. Darstellung der Flachskultur in Form von Modellen und schriftlichen Darstellungen jeder Art. (Außer Preisbewerb). 3. Hanf. A. Rohhanf der Ernte 1901 gebrecht oder geschleißt in Bunden ausgestellt und außerdem entweder gebrecht oder geschleißt im Gewicht von 20—25 Kilogramm, ausschließlich von Erbauern ausgestellt. Preise. 1. Brechhauf. 1. Preis 40 Mk. 2. „ 30 „ 3. „ 20 „ 2. Schleißhanf. 1. Preis 40 Mk. 2. „ 30 „ 3. „ 20 „ B. Darstellung der Hanfkultur in Form von Modellen, schriftlichen Darlegungen und Lehrmitteln jeder Art. (Maschinen und Geräte stehen in der Geräteabteilung). Kl. M Anerkennungen. 1. Elsaß. 2. Baden und Hessen. 3. Rheinpfalz. 4. RechtSrhein. Bayern. Für jede Klasse werden ausgesetzt: 1. Preis 5Ö Mk. Kl. 5. Württemberg. „ 6. Niederrhein. „ 7. Uckermark. „ 8. Uebrige Norddeutsch!. Groppe 4: Tabak. A. Fermentierter Rohtabak ausgestellt von Erbauern. Preise. Der Tabak wird nach ErzeuguvgSbezirken in folgende Klassen eingeteilt: 2. „ 30 3. „ 20 4. „ 10 Anstatt des 1. uud 2. Preises ist eS gestattet, Preismünzen an Stelle der Geldpreise zu fordern, und zwar: für den 1. Preis große bronzene Preismünze, w w 2. „ kleine M „ Erste Preise können nur für Zigarrentabak auSgegeben werden. Für die mit dem ersten Preise gekrönten Tabake aller Klaffen (Aubaugebiete) werden Siegerpreise zur Aussetzung kommen, bestehend aus Ehrengaben. Die Anmeldung für Tabak A. hat bis 30. September 1901 zu geschehen. B. Sammlungen von Tabak, ausgestellt von Erbauern und Nichterbauern. Preise: 1. Preis: Kleine silberne Preismünze, 2. „ Große bronzene „ 3. „ Kleine „ „ Anerkennungen. C Darftellung von Feldavbauversu chen des Jahres 1901. Preise: 1. Preis 100 Mk., 2. m 75 „ 3. „ 50 „ Anbauversuche von öffentlichen Anstalten (Versuchsstationen) stehen außer Preisbewerb. D. Darst ellung von Fabrikationsmethoden, Lehr« Mitteln und allen Hilfsmitteln des Tabakbaus (außer Düngemitteln und Maschinen), Sammlungen ausländischer Tabake. (Außer Preisbewerb.) Gruppe 11: Dürrgerwirtschast. Gründünger. I. Feldmäßig angebauteGründüngungspflanzen, ausgestellt nur vom Erbauer. Preise: 1. Gründüngungspflanzen des Sandbodens: Klaffe 1. Leguminosen: 1. Preis 100 Mk. 2. Preis 50 Mk. Klaffe 2. Andere Kulturpflanzen: 1. Preis 100 Mk. 2. Preis 50 Mk. 2. Gründüngungspflanzen des Lehm- Klaffe 3. Leguminosen: 3. Preis 25 Mk. 3. Preis 25 Mk. und ThoubodenS: 1. Preis 100 Mk. 2. Preis 50 Mk. 3. Preis 25 Mk. Klaffe 4. Andere Kulturpflanzen: 1. Preis 100 Mk. 2. Preis 50 Mk. 3. Preis 25 Mk. Für solche GründüngungSpflanzen, die zugleich zur Fütterung geeignet find, können Zuschlagspreise zu obigen unter 1. und 2. ausgesetzten Preisen gegeben werden, bestehend auS: kleiner silberner Preismünze, Zuschlag für 1. Preis, großer bronzener „ „ „ 2. „ kleiner „ „ „ „3. H n. Sammlung von Gründüngungspflanzen. Preise: 1. Preis 100 Mk., 2. n 50 „ 3. „ 25 „ Die Preise in den einzelnen Gruppen werden der An- Meldung entsprechend vermehrt. Die Ausstellungs-Bedingungen, Anmeldepapiere rc. find von der Hauptstelle der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft zu Berlin SW., Kochstraße 73, zu beziehen. Nach einer Mitteilung des Direktoriums genügt vorläufig briefliche Anmeldung zu den verschiedenen Preisbewerbungen. Darmstadt, den 1. August 1901. Großh. Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe. Braun. Gießen, den 10. August 1901. Betr.: Errichtung einer Sammelwasenmeisterei für den Kreis Gießen. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden deS Kreises. Wir beauftragen Sie, uns zu Anfang eines jeden Monats bis auf weiteres nach geeigneter Feststellung bericht« lich anzugeben, wie viel Stück Großvieh und wie viel Stück Kleinvieh im Laufe des jeweils zu Ende gegangenen Monats in Ihrer Gemeinde gefallen find. Unter Kleinvieh wolle dabei verstanden werden: Fohlen und Rinder bis zu 1 Jahr, Schweine, Ziegen, Schafe und dergleichen. v. Bechtold. Bekanntmachung. Betr.: Erlöschen der Maul« und Klauenseuche zu Wieseck. Zur Durchführung der durch unsere Bekanntmachung vom 9. Mai 1901 (Gießener Anzeiger Nr. 113) angeordneten veterinärpolizeilichen Ueberwachnng und Beaufsichtigung der von Unternehmern behufs öffentlichen Verkaufs in öffentlichen oder privaten Räumlichkeiten zusammengebrachten, sowie der in Gastställen, privaten Gaststätten und Ställen von Viehhändlern vorhandenen und in solche gelangenden Viehbestände in den Gemarkungen Gießen, Heuchelheim und Wieseck hat die vorgeschriebene Anmeldung bei dem Großh. KreiSveterinär« amt Gießen während des Urlaubs des Großh. Kreisveterinär» arzteS Herrn Schmidt zu Gießen, d. i. bis zum 25. d. MtS. einschließlich, bei Herrn Professor Dr. Winckler zu Gießen zu erfolgen. Gießen, den 10. August 1901. Großherzo glich es Kreisamt Gießen. .v Bechtold. Bekanntmachung. Betr.: Die Heegezeit der Feldhühner und Wachteln. Aus Grund des § 3 der Verordnung vom 2. September 1893 haben wir mit Rücksicht auf den Stand der Ernte uud der Weinberge das Ende der Heegezeit der Feldhühner und Wachteln für die Provinzen Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen mit Ausnahme der Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten auf den 19. August d. Js. festgesetzt. Für die Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten behält es bei der allgemeinen Bestimmung, wonach die Heegezeit der genannten Wildarten am 31. August endigt, fern Bewenden. Darmstadt, den 10. August 1901. Großh. Ministerium des Innern. Rothe. ___Pfeiffer. Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Daubringen; hier Drainageanlagen im II. Feld. In der Zeit vom 15. l. M. bis einschließlich 21. l. M. liegen auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Daubringen 3 Pläne über die im II. Felde noch auSzu- führenden Drainagen zur Einsicht der Beteiligten offen. Einwendungen hiergegen find bei Meidung des Aus« schluffeS innerhalb der oben angegebenen Offenlegungsfrist bei Großh. Bürgermeisterei Daubringen schriftlich einzureichen. Friedberg, den 9. August 1901. Der Großh. Feldbereinigungslommissär: Sandmann. Zum Tode der Kaiserin Friedrich. Cronberg, 12. August. Die Nachricht des Hofmarschallamts, daß der Z u t r i t t zur -Kirche 'heute von morgens 8 Uhr bis nachmittags 4 Uhr geftattet sei, wurde vom Publikum dankbar begrüßt. In großer Zahl begaben sich die Einwohner Cron- bergs zu der sterblichen Hülle ihrer hohen Schutzherrin, um den letzten Gruß zu entbieten. Auch von den benachbarten Orten brachten die Frühzüge viele Leute, die am Sarge langsam vorbeischritten. Tie Kirche mar von der Menge gefüllt, da jedermann hier wenigstens auf einen Augenblick der toten Kaiserin huldigen wollte. Doch vollzog sich alles in musterhafter Ordnung, sodaß die Militärposten nirgends Veranlassung zum Einschreiten hatten. Bürger und Bauern, viele Frauen mit dem Marktkorb und dazu ein Kind an der Hand, Soldaten, Touristen, Scl)ulkinder defilierten vor bem Sarge, an welchem das Regiment von Gersdorff die Ehrenwache hatte. Ausrufe schmerzlicher Teilnahme wurden laut: „Tie arme Kaiserin, sie ist erlöst!" Gestern der strahlende Glanz des Hofes in diesem Kirchlein, heute an derselben Stätte der Schmerz und die Teilnahme des Volkes. Ten Ehrenposten, die in der heutigen Nacht upt die zwölfte Stunde die Wacht an dem Sarge hielten, .wird dieser Dienst unvergeßlich bleiben. Tie Schwüle der letzten Tage wurde von einem schweren Gewitter abgelöst. Blitz auf Blitz zackte nieder, sodaß die Kirche minutenlang erhellt war; dazu heulte der Sturm um die alten Mauern. Erst nach zwei Stunden war die Gewalt des Wetters gebrochen, und ein Tauerregen brachte die ersehnte Erlösung. Kranzspenden für die Heimgegangene gehen noch immer in großer Fülle ein. Bemerkenswert ist, daß fortgesetzt in erster Linie humane Institute, Rote Kreuz-Vereine, Bildungsvereine, Vereine zur Hebung des Verständnisses für die Volkshygiene und Bildungsanftalten die Spender sind. Es mögen hier nur einige Widmungen genannt fein, die des British and Americain Gouvernesse Home in Berlin, des Vereins deutscher Lehrerinnen in England, der Englischen Gemeinde, des Hilfsvereins für kaufmännische weibliche Angestellte, des allgemeinen deutschen Lehrerinnen-Vereins, der englischen Gemeinde St. George, der Königlichen Museen in Berlin. Drei Eisenbahnwaggons dürften notwendig werden, um die Kränze zu transportieren. Heute abend 8.45 Uhr wird die Leiche in feierlichem Zuge von der Kirche zur Bahn gebracht, wobei die Cron- berger Bürger und die Vereine mit Fackeln Spalier bilden werden. Prinz Friedrich Karl von Hessen und der Kronprinz von Griechenland werden mit dem Hofstaat der hoch- seligen Kaiserin die Leiche begleiten. Tie Gemahlinnen der beiden Prinzen werden nach dem Schlosse in Homburgj übersiedeln. Prinzessin Viktoria von England und Prinz Nikolaus von Griechenland trafen heute früh von Homburg auf Schloß Friedrichshof ein. Die Prinzessin Viktoria wird für einige Zeit auf Friedrichshof Wohnung nehmen. Auch die Königin von England kehrt nach den Potsdamer Feierlichkeiten hierher zurück und wird 8 Tage bleiben. In der russischen Kapelle in Hom b u rg , deren Grundsteinlegung und Einweihung die Kaiserin Friedrich seinerzeit mit vollzogen hatte, wurde gestern vormittag durch Probst Wolsky-Stuttgart eine Seelenmesse für die Kaiserin Friedrich gelesen. — Heute hat sich in Homburg ein Komitee gebildet, das die Errichtung eines Kaiserin Friedrich-Denkmals im hiesigen Park als Seitenstück zu dem dort bereits stehenden Kaiser Friedrich- Denkmal in die Wege leitet. , In allen Kirchen Berlins wurde gestern der Heimgegangenen Kaiserin Friedrich gedacht. Tem Gottesdienste im Jnterimsdom wohnte auch der Präsident des evangelischen Oberkirchenrats, T. Barkhausen, mit anderen Mitgliedern der oberen Kirchenbehörden bei. Tie Vor b er eit un g en in Potsdam sind nahezu vollendet. Dem Publikum ist jede Beteiligung an die Trauerfeierlichkeit durch die umfassendsten Absperrungsmaßregeln unmöglich gemacht. Bereits am heutigen Tage wird der Park von Sanssouci vollständig geschlossen. Tort, wo der Leichenkondukt seinen Weg. durch den Park nimmt, werden rote Seinen gezogen werden, die an Stäben befestigt werden. Radfahrende Ordonnanzen sah man gestern in kurzen Unterbrechungen auf der Straße zwischen dem Neuen Palais und dem Bahnhof Wildpark. Auf den besonderen Wunsch des Kaisers werden die Fenster der au den Park angrenzenden Beamtenhäuser während . der Trauerfeierlichkeiten geschloffen gehalten werden. In Potsdam selbst ist, dem letzten Wunsch der Kaiserin Friedrich entsprechend, von Trauerdekorationen abgesehen worden. Nur die Fahnen wehen auf Halbmast, zum Teil mit Flor umwunden. Eine mächtige schwarze Fahne ist auf dem Rathause gehißt. Schmucklos wird die Friedenskirche bleiben, in der die Vorfeier stattfindet. Hier, ebenso wie im Mausoleum, werden sich nur die allerhöchsten und höchsten Herrschaften einfinden, um der Verstorbenen das letzte Geleit zu geben. Groß ist die Zahl der Kränze, die bereits aus aller Herren Länder ein getroffen sind. Sie werden vorläufig in den königlichen Gewächshäusern untergebracht und am Tage der Beisetzung auf schwarzumflorte Wagen gelegt, die bem Trauerkonbukte folgen. Anläßlich der Beisetzung ber Kaiserin Friebrich erlassen der Oberbürgermeister von ^PotsdamZJaehne, und der dortige Stabtverorbnetenvvrsteher Pusch folgenden Aufruf: „Am Tienstag, 13. August findet am Vormittag die Beisetzung Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich im Mausoleum statt. Wir ersuchen unsere Mitbürger, der innigen Teilnahme an dem schweren Verlust, der unser Kaiserhaus betroffen hat, dadurch Ausdruck zu geben, daß möglichst allgemein die Häuser mit Trauerfahnen geschmückt und die Ge- s chä ft e während der Beisetzungsfeterlichkeit geschlossen bleiben." Ter Verband Berliner Spezialgeschäfte hat seine Mitglieder durch Rundschreiben ersucht, am Tage der Beisetzung ber Kaiserin Friebrich während ber Stunben ber Feierlichkeiten ihre Geschäfts/okalitäten zu schließen unb durch angemessene £rau er betör ationen ber allgemeinen Trauer auch nach außen Ausbruck zu geben. Ter Zug mit der Leiche ber Kaiserin Friedrich traf um 10.35 Uhr auf Station Bockenheim ein, von wo er umgeleitet wurde unb bann fernen Weg mit ber Main-Weser-Bahn über Kassel nach Potsdam nahm. Der Zug . bestand aus 9 Wagen. • • • Ter Sarg der Kaiserin Friedrich besteht aus zwei Teilen: dem aus Eichenholz hergestellten und mit kupferbronziertem Zinkblech überzogenen Einsatz, dem eigentlichen Sarge, und dem die äußere Umhüllung bildenden Parade- farge. Der Einsatz ist schon vvn Berlin nach Cronberg abgesandt worden. Er enthält ein mit schwerem weißen Atlas überzogenes Kissen und ist mit weißem Atlas ausgeschlagen. Tie.Decke, die über die Leiche gebreitet werden wird, ist mit seidener Kurbelstickerei und Spitzen verziert. Ter Paradesarg besteht ebenfalls aus Eichenholz unb ist mit rotem Purpursammet überzogen. Auf bem Deckel ruht auf einem öiolettfammetnen Kissen die eckst vergoldete Kaiserkrone. An den Seiten sind zehn schwere, feuer», vergoldete Bronzegriffe angebracht, und ber Teckel ist geziert mit Rosetten, beren Entwurf von ber Kaiserin Friebrich herrührt. Sie stellen die englische Rose dar. Ter Sarg selbst, der ebenfalls von der Kaiserin entworfen wurde, hat die flache englische Form. Tas auch von uns gestern wiedergegebene, von Cronberg datierte Telegramm des Wolff sch en Bureaus erregt in unterrichteten Kreisen mit Recht Aufsehen und Entrüstung. Es wird dort über die Zulassung der Presse zu der feierlichen Einsegnung der Leiche der Kaiserin Friedrich gesagt: „Auch die Presse ist in großer Zahl bedacht worden. Etwa 25 Journalisten, allerdings meist Engländer, erhielten Berechtigungsatteste." Tas ist eine Entstellung der Thatsachen. Jeder ber anwesenden deutschen Pressevertreter hat eine Zulassungskarte erhalten, und etwa nachträglich sich noch meldenden würde eine solche unbedingt ebenfalls verabfolgt fein. Hofmarschall Freiherr v. Reischach hatte dahingehende Anordnungen getroffen. Wenn mehr Engländer als Teutsche Einladungen erhielten, fo lag das lediglich daran, daß eben mehr Engländer als Teutsche sich gemeldet hatten. * Politische Tagesschau. Wir lesen in der „Korrespondenz desHandels- vertragsvereins": , „Die deutsche Landwirtschaft vermag den Bedarf Deutschlands an landwirtschaftlichen Produkten selbst zu decken, so behauptet die Bündlerpresse, sobald ihr nur ein „angemessener" Schutzzoll bewilligt wird. Daß im Gegensatz zu dieser Behauptung die Produktion gerade im umgekehrten Verhältnis zur Höhe des Zollsatzes stehen kann, dafür haben die deutschen Eichenschälwaldbesitzer den eklatanten Nachweis geliefert. Trotzdem denselben Ende der 70er Jahre ein Rindenzoll von 50 Pfg., d. h. von 10 Proz. des Wertes der Ware zugestanden wurde. blieb der Umfang der Rindenerzeugung äußerst gering ber bes Schälwaldes hatte sich in ben Jahren von 18S bis 1893 nur um ca. 2'Proz. gehoben, vermochte also tro des Schutzzolles ben Bedarf bei weitem nicht zu beckch Und warum war dies so? Die hochschiutzzöllnerischn Jnbustriellenkreisen nahestehenben „Berl. Pol. Nach:, charakterisieren die Sachlage wie folgt: „Tie Eichenschäl walbsbesitzer gaben auf Pflege unb Kultur des Walde; recht wenig, ließen die Rinden verkommen, kümmerte sich um die für die Gerberei durchaus notwendig g», roorbcnen Aenderungen beim Bezüge des Gerbmaterials gar nicht, kurz bewirkten durch ihre Verharrung aff völlig veralteten Geschäftsgrundsätzen, daß die beutfrte Gerberei genötigt wurde, sich nach dem Gerbmaterial begen zu „wetzen", "E Bier war billig, -och. sehr schlecht, aber es I d. h. an die Pflastersteine zu hauen, daß die Funken sprühten. §^a”n Joseph Franz, Johann Heinrich Franz, Adam Joseph Adam, Georg Reinhardt, Kaspar Joseph ^»raun, Michael JooS, Johann Martin Roth, Franz rlaton Sattler III. — Ernannt wurde der Gefangen. Wärter am Gefängnis zu Darmstadt Otto Bellmann zum «»efangenaufseher an dieser Anstalt mit Wirkung vom 15. August. — In den Ruhestand wurde versetzt der Monteur bei der Main-Neckar-Eisenbahn Peter Srenkel zu Darmstadt auf sein Nachsuchen wegen geschwächter Gesundheit unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste mit 'Wirkung vom 1. September an. Ts hat zur Zeit 23 Diakonissen, 13 Schwestern und 6 Probe, schwestern. Im letzten Geschäftsjahre wurden im ganz-n 565 Kinder verpflegt. An einem Tage sind in dem Hospital glerchzeilig etwa 70 bis 80 Kinder in Pflege. Für die Frauen. Bezüglich der Gesundheitspflege in den Mädchen, instituten haben die Vorstände der ComemuSgesellschaft, des Ev. Diakonievereins und des deutschen Vereins für Volkshygiene eine Umfrage an ungefähr 1500 Töchterinstitute erlassen, aus deren Beantwortung sich zweifellos ergiebt, daß die Gesundheitspflege und der Unterricht in denselben in den deutschen Mädchenpensionaten im ganzen sehr im Argen liegt. Die Ergebnisse der Umfrage bringen die Organe der genannten drei Vereinigungen zum Abdruck. Es ergiebt sich daraus, wie notwendig der Zusammenschluß solcher Penfionate ist, die nicht Erwerbs-, sondern wirkliche Erziehungsinstitute sein wollen. Em solcher Verband besteht seit einem halben Jahr (Vorsitzender: Pfarrer Bender in KönigSstetn i. Taunus) und wird^nit der Zeit gewiß auf eine bessere GesundheitS. pflege in unseren Pensionären einen großen Einfluß ausüben können. * Kopenhagen, 12. Aug. Gestern und in der heutigen Nacht ging em heftiges Gewitter über Jütland nieder BiSher sind 18 Feuersbrünste gemeldet. Viel Vieb ifi verbrannt. W Und in einem Liede der Zeit heißt es- „Studentenschulden und Luthers Lehr' Vergehen nun und nimmermehr. Bläst einst der Teufel zum Gericht, Selbst da bezahlt der Burscl)e nicht." > v -- o—o — . Was aus solchem Universitätsleben hervorqinq? Null, Stieseln und Sporen angethan, aber! in guten Fallen wurde der wilde, trotzige Raufbold zuletzt bis cy trhnn „,,a na^m sich ein zahmer, demütiger Beamter oder ein reckt würdiaer Pflastersteine und schrie: „Pereat N N "der'Hlndsfott' I wir uno ^cusse, die wurden aufgeknackt und geJWsr. Häufiger folgte er dem Kalbfell oder einer wan- der Schweinekerl! Tief! Pereat, Pereat'" Tann erschien ^lt ?£,€mq?^a??rar geplaudert und Possen getrieben, dernden Komodiantentruppe. Nur selten wurde ein brauch- der Beleidigte auf der Straße, und die Raufbolde schlugen kaum Horen konnte. Wenn er barer, säst, me em bedeutender Mensch aus ihm. sich, bis einer genug hatte, oder der Pedell tarn und die eine Viertelstunde gesessen, fmg er an, mit den Fußen Tas ist die so sehr ersehnte „Alte Burschenherrlich- Burschen spazierten ins Carcer. Sehr oft hatten diese qn^i- r ba^. Dozent wohl mit Gewalt aufhören keil! Telcassö kämpfe Verwundungen, nicht selten tötlicke zur ^olap muBts" 9ln9 S S» Tische, von da aus den Keller, ^n Gießen ni„n <>a 1 f .9 öon M au^ Darf, vom Dorfe abends wieder „herein", um __________ »rito W. Tas &9 tnar besonders auf den Gassen zu schreien und mit dem Degenzu ...wetzen». * Paris, 12. Aug. In Pontarlier an der schweizer .^enze schlug der Blitz gestern abend in die berühmte k ?fUnK^s^nnrCret von Pernod, die während der Rächt vollständig niederbrannte. Zn den Kellern und Reservoiren der Fabrik sollen 8 Millionen Liter Absinth unter fort gesetzten Explosionen verbrannt sein. Ter Absinth floß in förmlichen Feuerströmen bis zum Fluß Toubs, wo er erst iin Wasser verlöschte und auf der Brandstätte erhob sich die ganze Nacht hindurch eine die benachbarten Berge feen hast beleuchtende Feuersäule, deren Schein inan HO Kilometer entfernt in Besancon bemerkte. — Ein 24jähriger Spanier Namens Francesco C i t a n n e v a wurde in Treues verhaftet. Man glaubt in ihm den Urheber des Bomben attentats entdeckt zu haben. Ter Schaden, deii die Kirche erleidet, ist bedeutend. Tie prächtigen Mrchenfenster sind völlig zerstört, die Orgel und das Harmonium beschädigt, r ■ * Hoore, 12. Aug. Tie große Spinnerei von Rene bei Valle wurde gestern abend durch Flammen zerstört.! Ter schaden wird auf drei Millionen Francs geschätzt. . *ar?!9 i eL' 12‘ In Fort-de-l'Eau, '15 Kilometer Algier, stürzte die Tribüne des Kasinos ein, wobei lo Personen verletzt wurden. ! * Sonderbare Tapeten. Tie zur Zeit herrschende Sammelwut für Ansichtspostkarten hat eine Berlinerin ans den Gedanken gebracht, ihr Zimmer mit sorgfältig aus- gewählten Ansichtspostkarten zu tapezieren. Diese Nachricht -ei-1 englisches Journal auf, und führt eine Reihe von Beispielen an, die zeigen, daß derartige Tapeten noch lange nicht die sonderbarsten sind, die es giebt. Ein New- -n?« Geschäftsmann hat seine Zimmer mit 6 prozentiqen Pfandbriefen zum Nominalwert von 1640000 Mark tape- knS? -!a,'enJ bie für 10 000 Mark Unkosten für eine Ge- ft gebrückt wurden, die zusammenbrach. Ein Bo- v Finanzmann hat einige Hundert ungiltiger Checks ÄI^^E^eren eines Zimmers verwendet, das er „Meine ni 2’ nennt, da jeder Chea ursprünglich zur Bezahlung hrihpr Lm^ra^aParSCn- geschrieben wurde. In ihrem Ma- WnfpwFiUuJ!»e ^^^lsristine Nilsson ein Schlafzimmer mit r ? 2 vus den verschiedenen von ihr gesungenen nih rniÄn/’1 ^s,en und die Wände des Eßzimmers sind mit einer merkwürdigen Sammlung von Hotelreckv- b>n9nrT\klL^?;kenfen an die Wanderungen der Tiva über dre ganze Welt, sind, bedeckt. Ter Sänger Signor Mario machte sich emst den Spaß, die Wände eines 'Wirtshaus- U?^brs mit lobpreisenden Bemerkungen über seine Frau, '■Jm.o. Grift, zu tapezieren, ^ie von ihm benutzten Ausschnitte stammten aus verschiedenen Zeitungen. Ter Teu- I ^ew-York hat ein Zimmer mit Theuter- brllets und ein zweites mit 6000 Spielkarten tapezieren und eine Wiener Gesellschaft besitzt ein Zimmer, dessen Wände und Tecke unter einer Sammlung von Eisen- I vahu- und Straßcnbahuoill.ts jeder Nationalität verborgen sind. Auch Pfandscheine sind von einem öerm der in einer südlichen Vorstadt Londons lebt, zu einem ähnlichen Zweck verwandt worden. Es ist das natürlich I ein kostspieliges Steckenpferd; aber der Mann ist begütert und die verpfändeten Gegenstände sind nicht kostbar. Nur „rechtmäßig" erworbene Pfandscheine werden an den Wänden dieses außergewöhnlichen Heiligtums geduldet. Eine Tarne tn Sussex hat ihr Schlafzimmer mit „In Memoriam- Karten" tapezieren lassen, und eine ältliche Jungfer, die vor Jahren ihren Bräutigam kurz vor der HoclHeit verlor, verschaffte sich mehrere Hundert Abzüge seines Bildes und ließ damit die Tecke, die Wände und sogar den Fußboden । ~ letzterer ist durch dickes Glas geschützt in ihrem Zimmer, das sie kaum je verläßt, bedecken. Ganz anders IM dagegen die Gemütsart einer reichen Chicagoer Erbin, die zum größten Erstaunen ihrer Freundinnen die Wände ihres Boudoirs mit Liebesepisteln, die sie zu verschiedenen Zeiten von seufzenden Liebhabern erhielt, hat bekleiden lassen. Eine andere, aus Washington gebürtige Dame hat von ihren Liebesbriefen einen ähnlichen Gebrauch gemacht, ' und em besonderer Teil der Wände ihres Boudoirs ist den Heiratsanträgen gewidmet. Zimmer, die mit Marken tapeziert sind, brauchen nicht besonders erwähnt zu werden. Ein höchst merkwürdiges Beispiel philatelistischer Ta- pete ist jedoch von den Mönchen des Krankenhauses x .3£on ke Dieu in Gent entworfen. Man sieht arch>itek- tonifche Kompositionen, Landschaften, Wald- und Fluß- fzenerien in diesem Entwürfe, und dann und wann wird das Auge durch einen prächtigen Vogel, ein phantastisches Twr oder emen bunten Schmetterling gefesselt^ ' einen i '"»"Tj—V Und trotzdem erfolgte Italien ist ganz, Frankreich zumeist I aU(^v dieser Station, wo die kleinsten Kinder gepflegt l'hirA* fiwS Die werden — und zwar bereits am dritten Tage nach der Auf nähme des Kindes aus dem Waisenhaus in der Alten Jakob 7" Ansteckung bei mehreren kleinen Patienten. Der letzte Fall der Ansteckung trat im vorigen Monat ein. Bier Kinder, die an Brnstfellvereiterung erkrankt waren wurden aus Privathäusern in das Hospital eingeliefert: sie standen im Alter von etwa acht bis elf Jahren. Unter diesen | oefönb sich eines, baS gleichzeitig ein Geschlechtsleiden hatte. Wie früher, so erfolgten auch hier mehrere Ansteckungen. Ore 13 zur Zeit erkrankten Kinder find von diesem Kinde M ,infiziert worden. — Die Anstaltsleitung selbst erklärt, in Uermischtes. allen vorbenannten Fällen die notwendigen VorfichtSmaßregeln Elisabeth-Hospital ist vor 59 Jahren gegründet wurden. । xö-chtfdort|ober Ä L'Ld?n7»JteS Sachen hielt man U Betanterk-““' ’sc‘e9t,eI: -."Arsche heraus!" »nd es entstanden blutige Tu- - - ' 4seoanterie, I mutte und förmliche Straßenschlachten. Schützte der Senat öie ^er Studentenschaft nicht genug oder strafte er Rädelsführer bei Aufständen zu hart, so wurde ein •• Daß Regierungsblatt veröffentlicht in Beilage Nr 17 eine Ueberficht der von Großh. Ministerium des Innern für oas Etatsjahr 1901/02 genehmigten Umlagen der Kommunal- bedürfniffe in den Landgemeinden des Kreises Worms und eine Ueberficht der von Großh. Ministerium des Innern für das Jahr 1901 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfniffe der israelitischen ReligionSgemeinden der «reise Alsfeld, Alzey, Dieburg, Gießen und Schotten. ** Eröffnung der Hühnerjagd. Laut Bekanntmachung des M mstermms des Innern ist das Ende der Hegezeit auf Feldhühner und Wachteln im ganzen Großherzogtum (mit fln«nttjme der «reife Alsfeld, Lauterbach und Schotten) auf den 19. August festgesetzt. ’ ' » ä « sw» - den Beitrag um i/, Prozent zu erhöhen, sodaß er nunmehr * Petersburg, 12. Aug. Im Gouvernement beltät9'' , b"llääl9t Satrtnjjeit soll wied-rs ch N "..N ° w g o r o d sanden in drei Bezirken qrvße ewgesührt, ebenso eine 26wöchlge Unterstützung beibehalten IWaldbrande statt, wodurch mehrere Dörfer zerstört werden. Ferner wurde beschlossen, auf jedem Orte eine IJDür£c,b- % .???t9Q war vormittags in Rauch gehüllt, Erheberstelle zu errichten. Diese OrtSeiuuehmer sollen einen °baB bte SchNsahrt teilweise eingestellt werden mußte, gewiffen Prozentsatz ihrer Einnahme als Vergütung erhalten. I. * Ein nettes Kinderkrankenhaus. Das Ber «er Versammlung wohnten eine Anzahl Bürgermeister der lmer Elisabeth Kinderhospital machte schon einmal von fick, oetnligten Orte, sowie «reiSamtmann Dr. Wagner bei. reden, als in der „Berl. Zeit.- ein Arzt der Anstalt dieselbe k ... Walde. Hinaus in den Wald, in den herrlichen °ufs unbarmherzigste angriff: jetzt wird bekannt, daß die üe P^ole in den jetzigen Sommer- Anstalt geradezu verseucht ist, und zwar werden seit einem L- W« nach der Wochentage Mühe und Last Erquickung Aahre Kmder in der Anstalt gesch lechtskrank. Im f.torCm b e Wtxx* einer kostspieligen Bade- Laufe des letzten Jahres find im ganzen etwa 40 Fälle von Erholung SU suchen, der wandere hinaus in den präch Ansteckungen der bezeichneten Art in dem Hospital vor hat, in den Märchen- gekommen. Von diesen 40 Kindern konnten 23 als geheilt ber feinc wohlthätige Einwirkung entlaffen werden. Für einige Monate war es gelungen, die ÄninLnL? - h^eu, Tagen verspüren läßt. Wenn die Uebertragung der Krankheit zu verhüten, bis vor kurzem nnhDlbh e m ? e ?tmet jeder Zweig, jedes eme neue Infektion von außen her die Erkrankung der IN nn« nnh1 Frische in verstärktem der Anstalt untergebrachten Kinder verschuldete. Der jüngste ? e 8u? “D(,e:xbtm lebendigen Blätter- Fall ereignete sich im April dieses Jahres in der Station, -in-« m . b l btnbenr “?be erleichternden Sauerstoff, daß wo die kleineren Kinder im Alter bis zu vier Jahren unter wird, als befände man fich inmitten eines gebracht find. Dort wurde ein Kind aus dem Waisenhaus ift hSfrt*^°h^e,m?Ur b°6 «r zarter anb feiner hn der Alten Jakobftraße ausgenommen, das, wie sich später al-tck^ ^m angenehmsten und zu- herausstellte, mit ansteckender Geschlechtskrankheit behaftet ftS unb wohlthuendsten für städtische, an war Nach gestellter Diagnose wurde das Kind aus der 9bwohnte Lungen wirkt der ozonreiche Harzgernch Station entfernt. Die Wäsche, sowie sämtliche Betten der des Nadelwa^eS. Wir Deutsche haben Ursache, die Schön. Klein-Kinder Station wurden aufs peinlich^ desinfiziert \ heit unseres Waldes in hervorstechender Weise zu würdigen, Infolge der vorher gemachten Erfahrungen Reinigte man die re0 n?“0te Eigentümlichkeit unserer Heimat ist. ganze Station. Gebrauchtes Spielzeug wurde zum Teil ®“Ibc genoß schon m früheren Zeiten einen fortgeworfen, zum Teil desinfiziert. ~ ' wohlverdienten Ruf. fVA*r-— ,B — - 1—x- *-* r waldarm und ihre Gebirge find größtenteils kahl. D« rusfischen Wälder find Sümpfe, und die tropischen Wälder, "1 bK- ? ?^"^A'dlfrika hauchen gefährliche drückende Dünste aus, die das »örderffche Fieber der heißen Zone erzeugen, sodaß mau hier lieber au kahlen, den glühenden Sonnen- strahlen ausgesetzten Orten rastet, als im schattigen Wald. Welch wohlchätigen Aufenthalt bietet dagegen unser Herr- licher Wald jedem Erholungsbedürftigen! Man gehe nur hinaus und man wird diese Wohlthat an fich ftlbst empfinden^ ' oder Pflastertreter.-, b«, welcher nicht über zwei "Cf^ön derselben zu Hause -vor, „Kümmeltürke" genannt. Ä murb£ man im -wb'ten Jahre, im drittL „alter II be?1Mup Die .nrh<>H fntnnfif , «Sachen hielt man für Pedanterie; l - "3Um $<,rP°raI ""'acht und nicht zum Mnsensohn, IN Gießen und den Faßbinder-, den Lilien-und den Fenster-!^ .. Sprach er den Grazien und Wissenschaften Hohn." I ... ■ - - - orocn nennen, als die Lmidsmannschaften waren die hohen wurde auf der Straße kommersiert. Viele ?- -^weiner Auszug verabredet, die Studierenden ver- Schulen der tollsten Streiche, und ihre Senioren spielten I sanken sich so um den Verstand oder zu Tode, wie die I.-^^n tue ©taht und zogen auf benachbarte Dörfer, wodurch in der Regel die Rolle der Führer und Meister bei ber [°9cnannteii Grünhöfer Gesellschaft in Halle, die nack-1^ St. ^lten ihre Obrigkeit zur Nachgiebigkeit nötigten, damals ubnchen Renommisterei und den stets sich wieder- fie etliche Tage hindurch ohne Unterlaß gezecht und!«, Natürlich wies die Kasse eines alten Burschen solcher holenden Paukereien und Zechgelagen. Nur eine gewaltige s^wnzt, das Abendmahl spöttisch nachgeahmt und bei S mehr Passiva als Aktiva auf. Zwar suchte man Kehle und ge,chickte Hand in der Führung des Scküäaers Nehmung des Kelches immer zwei Kannen Broihan auf LTd> ^urch Pumpen bei Füchsen etwas aufzuhelfen, aber war geschätzt. Tie Füchse wurden von den alten Burschen ^nmal austranken, des Teufels Gesundheit gesoffen" unb ^?uerni)e. war bies boch nicht. Zahlreich sind die meist gemißbraucht, man lockte ihnen ihr Geld ab nötiate b9L famt dem Wirt und seiner Tochter in ein hitziaes ?^gen in damaligen Studentenliedern über die tragi- IC' Handel zu suchen un'o Schulden zu machen, und ver Neber verfiel, an dem die Wüstlinge samt und sonders ^w^.^age solcher Schuldenmacher, und zuletzt half in führte sie zu allerlei Unfug. Tie verschiedensten ftarben- ° Zielen Fallen nichts als durchzubrennen, oder wie man's diesem Unwesen ein Eicke zu bereiten, waren trnh hör Der Student ersckien unaeladen b-i k damals nannte, zu „schwänzenDie Manichäer zu prellen, schärfsten Verordnungen der Senate und Reaie^n^ Bürger setzte sich mit zu Tücke üThrfp xCr nad) Aufbindung tfit)U.o\er Bären plötzlich unsichtbar zu SSB® 83 Ä KXriÄSÄ'ISÄi'U^S! "■£ L äs*- SW" 8”a W* M» *-SS SMS SMÄSStittÄM Waner. Auch in Vielen kam das vor und zÄ.r noch ziemlich mit der wilden Gans um die Wette" Sn ^ater. d,vuc stand er früh auf, noch seltener ging er ins Kollegium. Vekautttmachurrg. Der die Stadtarmen behandelnde Arzt Herr vr. Heichelheim ist bis zum 1. k. Mts. beurlaubt und wird von Herrn Assistenzarzt Dr. Bönninger vertreten. Best lluugen für Stadtbesuche Armer sind an die Vor- v?altung dec neuen Klin.ken zu richten. Gießen, am 9. August 1901. Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. Wolff. 5516 IWWWK Täglich von morgens 9 Uhr an: Irische 5478 Heidelbeeren. J, Hankel, TchloMjsek. Frischer Zlviebelkllchen Montag, Mittwoch u. Freitag bon « Uyr ab. 4731 ^riebrtijb Noll, Hoi^äcker. WWft! 50 Kilo Mk. 2.75 frei inS Haus empfiehlt 5486 J- Hankel, 6 SLlostgasse Nr. 6. Empfehle frisches Pseriießeisch L Pfund 80 Pfennig, sowie 5439 frische Ileischwurst ä Pfund 40 Pfennig. Kessler, Pferhemetzger. Die Maschinen-Schreiberei von G. E. 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