en. intritt 50 Pfg. -Hal. Ihf. Glk. LZ. mittag-: hr ab: Unter- 4908 Vorstand. fll, Ahnhofftr. 59, von Mitgliedern bei vorden. 4911 nbergn, Präs. zu 350-3000 Mk. v.SOtik. an. m Fabriken e Lieferung, en. vermieten Ak. imente Out- edingungen. 50 Mk. an. ton Pianos, Ließen- Ne. 163 Erstes Blatt Sonntag 14. Juli i !H> 1 Amtlicher Feil. »icht Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchlllstrahe 7. 151. Jahrgang Birma, von wo die besten und kürzesten natürlichen Operationslinien nach China führen. In Ober-Birma steht England dem oberen Yangtse-kiang ganz nahe. Wenn nun England, wie Brodrick, Staatssekretär des Krieges, im Juni 1899, erklärte, das Zangtse-kiang-Gebiet, wenn die Zeit gekommen ist, mit Birma verbinden will, so muß es in der Festsetzung Rußlands in Tibet eine ernste Störung seiner Pläne erkennen. „Der Verlust von China" (gemeint ist das Yangtsegebiet) „bedeutet für England schließlich das Enbe des Reiches und den Tod .... England muß aus China Adresse für Depeschen: Anzeiger «iehen. FernsprcchanschliißNr.bl. erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Gießener Famllien- hlätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess. Landwirt" und „Blätter für he^ Volkskunde" viermal wöchentlich beigclegt. -lnnohme von Anzeigen fu bcr nachmittags für den olgenden Tag erscheinenden Nummer biS vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätesten« abends vorher. immer neue, immer größere Werte, leider nur imaginärer Art, geschaffen. Mancher Laie, der genannten Artikel liest, in welchem ja die Gesellschaft und ihre Verhältnisse kaum erwähnt sind, sondern nur das Gute ihrer Sache, ihrer Patente hervorgehoben wird, sagt sich vielleicht: „Ja, aus Abfall so wertvolle Stoffe zu schaffen, das muß ja äußerst lohnend sein." Tas war auch eine der gefährlichen Lockspeisen, mit denen der entschieden geniale Direktor Schmidt immer wieder neue Gimpel fing. Daß die Direktoren der Leipziger Bank zu diesen Gimpeln gehörten, wird wohl kein Mensch behaupten wollen, wenn es auch vielleicht in Bezug auf die erste Geschäftsverbindung mit Schmidt zutreffen mag. Ebenso kann man auch für die Aufsichjsräte der Bank und noch weniger für die der Treber-Gesellschast die Entschuldigung gelten lassen, daß sie Laien in der Sache gewesen, oder die Geschäfte zu umfangreich, unübersehbar für sie waren. Tas, gelinde gesagt, Zweifelhafte der Schmidtschen Manipulationen pfeifen schon seit Jahren die Spatzen auf den Dächern, und wo es sich um so große Summen handelt, ist es doch wohl Pflicht eines Aufsichtsrates, sich die Sache mit Hilfe von Sachverständigen einmal näher anzusehen. ** Erneuerung der Mietsverträge. Art. 171 des Einfuhr ungsgesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuche enthält bezüglich der vor dem 1. Januar 1900 abgeschlossenen Mietverträge eine für Vermieter wichtige Bestimmung, die noch wenig bekannt sein dürfte. "Demnach richtet sich ein Mietsverhältnis, welches vor dem 1. Januar 1900 begonnen und nach diesem Zeitpunkte nicht Aus Stadt und Land. «achrtt-ten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemrsie« honoriert. ** Ernennung. Der Gefangeuwärter am Gefängnis in Darmstadt, Sari Bittner, wurde zum Gefaugenauffeher m dieser Anstalt mit Wirkung vom 23. Juli 1901 ernannt •• Selbstmordversuch. Vorgestern machte ein hiesiger studierender in einem Restaurant in der Bahnhofstraße einen Selbstmordversuch. Nachdem er zuvor in einer anderen Wirtschaft in unmäßiger Weise dem Alkohol zugesprocheu latte, zog er in dem betreffenden Restaurant plötzlich ein Fläschchen hervor und führte es zum Munde. Das energische und schnelle Eingreifen einer Kellnerin, die ihm das Fläschchen ruS der Hand schlug, vereitelte sein Vorhaben. **Trebertrockuung. Unter Bezugnahme auf den in unseren Nr. 160 und 161 veröffentlichten Artikel über „Trebertrocknung" erhalten wir von fachmännischer Seite eine längere beachtenswerte Zuschrift. Wir wollen im voraus bemerken, um Mißverständnissen vorzubeugen, daß es keineswegs in der Absicht des Verfassers jenes Artikels lag, den Glauben zu erwecken, als sei die Sache der zu so trauriger Berühmtheit gelangten Kasseler Gesellschaft an sich durchaus gut, und nur unglückliche finanzielle Operationen hätten den Leipziger Bankkrach verursacht und dadurch die Trebertrocknungs-Gesellschaft zu unverdientem Falle gebracht, wodurch tausende Existenzen teils gänzlich ruiniert, teils in Frage gestellt sind. Ter Artikel hatte nur den Zweck, das große Publikum von unberechtigter Panik zurückzuhalten. Durchaus fern lag es dem Verfasser, für die Sache der Trebertt.-Gesellschaft neue Vertrauensselige zu gewinnen, denn das wäre ein Schaden für unsere ganze, im Grunde durchaus gesunde, deutsche Industrie, die selbst froh ist, wenn derartige zweifelhafte Elemente ausgestoßen werden. — Ter heutigen Zuschrift entnehmen wir folgendes: Es soll durchaus nicht Zweck dieser Zeilen sein, den Wert oder Unwert der von der Treber-Gesellschaft erworbenen Patente und Verfahren hier näher zu erörtern; das gehört event. in Fachzeitschriften. Dem Artikel nach scheint die an sich gute Idee, der weiteren Verwertung von Abfallstoffen, ein Monopol der Trebertrock uungs-Gesellschaft gewesen zu sein, deren Wohlthat und nationalökonomischer Wert nun leider, mit dem Zusammenbruch, der Menschheit verloren ginge, wenn man nicht die Sache, vielleicht unter anderem Namen, wieder ausnimmt. Nun, darüber kann die Menschheit beruhigt sein. Die weitere Verwertung von Abfallstoffen aller Art ist, mehr oder weniger hoch entwickelt, die Beschäftigung vieler ganz gesunder, nicht schwindelhafter Jndusttien wird ’ in seiner Entwickelung durch den Fall der Trebertrocknungs- Gesellschaft keine Einbuße erleiden. Tie, den Patenten der Gesellschaft zu Grunde liegenden Ideen mögen ja ganz gut sein; eine andere Frage aber ist die, ob es gelang, diese Ideen auch so in die Praxis umzusetzen, daß sie wirklich gewinnbringend waren. Tas ist hier jedenfalls nicht in dem Maße gelungen, wie man erwartete oder versprochen hatte, und so mutzten die verheißenen abnorm hohen Gewinne nach bekannten Mustern finanziell geschaffen werden. In dem Artikel wird besonders die ttockene Destillation von Holz und Holzabfällen als ein besonderes, hohe Werte schaffendes Verfahren der Trebertrocknungs- Gesellschaft hingestellt, und aus dem großen Leserkreis wird das vielen einleuchten. Dem gegenüber muß bemerkt werden, daß diese Testillationsweise längst bekannt ist und ausgenutzt wird, wo sie am Platze ist. Ebenso war es aber in Fachkreisen schpn seit Jahren kein Geheimnis mehr, daß gerade das Verfahren der Trebertrocknungs-Gesellschaft keine glänzenden Erfolge hatte; d. st die daraufhin gebauten Anlagen lieferten zum Teil die versprochenen Produtte, zum Teil auch nicht, doch in so geringfügigem Maße, daß von den hohen versprochenen Gewinnen, ja von Gewinn überhaupt nicht die Rede sein, konnte. Dennoch verstand es der Direktor Schmidt, als Kaufmann, stets die glänzendsten Zeugnisse auch da noch zu erstatten, wo seine Ingenieure ihm offen erklärt hatten, die Sache ginge absolut nicht. Auf Grund dieser glänzenden Zeugnisse wurde dann gegründet und durch Gründungen vezngspreis vierteljährl. Ml. 2.20, monotl. 75 Pfg. mit Bringerlohn; durch die Abholestellen vierteljährl. Mk. 1.90, monakl. 65 Pfg. Bei Postbezug vierteljährl. Mk. 2.00 ohne Bestellgeld. Alle Anzciqen-Dermitklung«-. stcllrn des In- und Ausländer ncfnncn Anzeigen für den Qfiefiencr Anzeiger entgegen. ZeUenprciS. lokal i» yfg„ auswärts 20 Pfg. GietzenerAnzeiaer General-Anzeiger " Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen sächlich wollen wir dadurch eine Stellung gewinnen, die England zur Erkenntnis bringt, daß es geratener ist, unser Freund, als unser Feind zu sein." Dieser Ausspruch ist 1 für die russische Politik überhaupt charakteristtfch. Hat Ruß- övlUimiUlUU|Uliy* l land doch durch den ^ruck, den es mittels der Bedrohung Betr.: Gesuch des Ludwig Deru vou Steinbörg um IIndiens fortgesetzt ausübte, England in allen Fragen zur Genehmigung zur Errichtung einer Schlächterei Nachgiebigkeit gezwungen, wie es auch keinem Zweifel unter- Ludwig D-ru von Steinberg b°°bfichligt,auf bem XSKdie Geschick HI-rWki liegen 14 Tage hVCd an ^rechnet, auf dem Bureau der Ein Blick auf die Karte zeigt, wie schwer es sowohl in Großh. Bürgermeisterei Watzenborn-Steinberg zur Einsicht, China, wie in Britisch-Jndien empftinden werden müßte, her Jntereffeurcu offen. Etwaige Einwendungen sind binnen I wenn Rußland auch in Tibet zu einer herrschenden Stellung dieser Frist bei Meldung des Ausschlusses bei Großh. Bürger- gelangen sollte. Seine Absichten auf Tibet datieren nicht meisteret Watzenborn-Steinberg vorzubringeu. von gestern. Rußland rechnet stets mit langen Zeittäumen, Gießen, den 10 trf fp«h»n -c in dre Zukunft, sie schmiedet auch das Eisen, solange es haben hieffr . « «6 J A r 1Bürm M Der geistliche Einfluß des Dalai Lama, der gleich- hnffo A« ulideu sofort ihre Militär- zeitig der oberste Priester des Buddhismus ist, erstreikt, passe an das Bezirks-Kommando eivzusendeu. sich weit nach China und Indien hinein, und es muß also Diejenigen Gauzinvaliden, deren jährliches Gesamt- Rußland zunächst daran gelegen sein, sich diesen Einfluß einkommen I dienstbar zu machen. Sehr wahrscheinlich hat man von auS den Jnvalidengebührniffen und sonstigen amtlichen! russischer Seite, dem Dalai Lama die Ueberzeugung bei- sowie privaten Einnahmen an barem Gelbe und gebracht, daß die englische Regierung die Absicht hege, aus anderweiten Einkünften, wie Naturalbezüge, ^^t zu annektieren, und daß es dieser Gefahr gegenüber, >■ -• -»»-«»«»«-- «»"<«• K 8r»U ÄÄ'MglTeS: s ”•>-°-M.-l.«!».......rfAtÄ?»«'« ? z« feldwebel unter Angabe ihrer EmkommeuSverhaltmsse Schutzherrschaft einer der beiden rivalisierenden Großmächte die Bewilligung einer AlterSzulage beantragen, sobald sie für Tibet unvermeidlich wird. Vermutlich erscheint ihm das 55. Lebensjahr vollendet haben, oder wenn sie nun die Freundschaft und der Schutz Rußlands vorteilhafter, vor diesem Zeitpunkte dauern d völlig erwerbsunfähig als ein englisches Protektorat, zumal er sehr eifersüchtig auf geworden find. I seine Handelsmonopole ist, die Rußland ihm unter allen Anträge auf Bewilligung von «lterszulagen sind sofort ^ständen auch für bie Zukunft garantieren würde, was svätestens bis Ende ^uli d bei dem »nständiaen England schwerlich zu erwarten wäre. Selbstverständlich Bezirksfeldwebel vorrubrinaen *1 J zuständigen russische Agenten in Tibet unermüdlich thätig, und «ezrr»feldwevel vorzubringen. machen mit Hilfe von reichen Geldmitteln eifrig Propa- Tieven, oen o. juit iwi. ganda. Ohne Zweifel ist auch die tibetanische Gesandtschaft Großh. Bezirks-Kommando Gießen. inach Petersburg mit ihren noch unbekannten Folgen das Detring. Ergebnis dieser rastlosen russischen Agitation. Oberstleutnant und Bezirks-Kommandeur. England ist bon dieser Gesandtschaft natürlich nicht —" .. . _____ erbaut. Es kann nur mit Sorgen sehen, oaß der Herrscher SRuitlanh ttt Ttfoei von Tibet heute der Freund oder gar der Verbündete Ruß- * lands ist. England betrachtete, wie gesagt, die russischen Eine Gesandtschaft des Dalai Lama (sprich: Talai Lama), Machenschaften in Tibet schon lange mit großem Mißtrauen, des Herrschers des asiatischen Binnenlandes Tibet, an den Ein englisches Journal (United Service Magazine) meinte Zaren ist jetzt in Petersburg empfangen worden. Sie lenkt schon 1895: „Wenn Rußland die Hand auf chinesisch Tur- den Blick auf die erstaunlich vielseitige Geschäftigkeit der kestan und das westliche Tibet legt, so steht es in unserer russischen Politik in Asien. Für Rußland liegt die Orient-! linken indischen Flanke . . . Wir müssen Tibet in einen frage voraussichtlich für lange Zeit in Asien und an der Pufferstaat für Indien verwandeln." Und in „The Eng- Grenze von Indien. In Ostasien, um die Lage dort in lishman" spricht 1899 Major Waddell das Erwarten aus, Mrze zu kennzeichnen, steht Rußland nach der Erwerbung daß England eine militärische Expedition nach Lhassa unter- von eisfreien Häfen endlich am offenen Meere, dort hat nehme, ehe Rußland Tibet, das eine beherrschende Stellung Rußland die offene Thür zum Ozean in Besitz, die ihm im Südwesten Chinas innehabe, annektiere. — In der ’n. ^Zvopa fehlt. Bon da aus wird es, wie in russischen! That, wenn Rußlands in Tibet stände, so könnte es den Eng- militärischen Schriften zu lesen ist, „seine Macht in dem ländern den Weg von Indien in das Vangtse-ttang-Thal unvermeidlichen Kampf mit jenen Feinden eiusetzen, welche! verlegen. Tibet grenzt südöstlich an das englische Ober- die Hegemonie über die ganze Welt an sich zu reißen ........ ~ braten." Freilich schiebt sich die Halbinsel Korea noch störend hinein in die Petropaulowsk, Nikolajewsk, Wladiwostok und Port Arthur verbindende russische Etappenstraße zur See, aber Rußland hat sich bekanntlich bereits rings um diese Halbinsel festgesetzt, im Norden am Turnenfluß, ; in Mukden, Port Arthur und Talienwan, auf den Elliot- und Blondeinseln in der Koreabucht, sowie in Masampho ; »n der Straße von Korea. Diese Straße besitzt infolge von ! klimatischen, geographischen und Strömungsverhältnissen^_________ _______ 'eine so große Wichtigkeit, daß ihre Beherrschung zugleich ein zweites Indien machen", schrieb^ das „United Service die Herrschaft über das Japanische Meer gewährleistet.! Magazine"' im März 1898. .Japan vermag sein „Hausrecht an diesem ozeanischen Thor"! Nicht minder fatal stellt sich die tibetanische Frage für vicht zu wahren, seit Rußland an oer südöstlichen Küste! England unter dem indischen Gesichtspunkt dar. Es ist unentbehrliche Etappe zwischen Port Arthur! den Engländern in Indien nach langjähriger Herrschaft und Wladiwostok den 5^afen von Masampho erworben und! nicht gelungen, ihre Nachbarn zu wahren, aufrichtigen die Festsetzung einer fremden Macht auf der diesem Hafen, Freunden zu machen. Das weite angloindische Reich, dessen vorgelagerten Insel Korgado vertragsmäßig ausgeschlossen! Bevölkerung die Engländer haßt und die Befreiung von hat. Mittels dieser Stellung, deren Befestigung begonnen ihnen herbeisehnt, ist überdies teils von heimlichen, teils i jat, beherrscht Rußland die Koreastraße, wodurch erst die! von offenen Feinden umringt, die die englische Herrschaft Verbindung Port Arthurs mit den nördlich gelegenen Häfen, in Indien gerne vernichtet sähen und zu offenem Angriff gesichert ist Im Hinterlande von Korea, in der Maud-, schreiten würden, wenn sie eine starke Macht hinter sick> schurei, die nach Sage, natürlicher Beschaffenheit und Aus- hätten. Um so bedentticher muß es den Engländern er- dehnung strategisch wie politisch von der größten Bedeutung scheinen, daß Rußland, das ihnen schon im Nord osten an ftft, spielt Rußland schon jetzt die Rolle des beatus possidens I der afghanischen Grenze so gefährlich nahe gerückt ist, And lacht die gesamte fremde Diplomatte aus. Als China nun auch im Norden und Nordosten, in Tibet, festen Fuß '1858 mandschurisches Gebiet mit verschiedenen Häfen (dar- zu fassen sucht. In Zukunft bedroht das weit voraiis- rnter den, wo heute Wladiwostok liegt) an Rußland ab-! schauende Rußland das angloindische Reich, sowohl von -tzttreten hatte, richtete Lord Elgin an den General Jgnatieff Tibet aus wie von Afghanistan, also auf seiner ganzen Ae Frage, warum eigentlich Rußland Hafen am stillen Grenze. Wzean zu erwerben ttachte. Die Antwort war: „Haupt-, ------ Kalbsrücken mit Edelpilzen. Ein Beschwerdegericht (mit plures conformes): Hummer warm, mit Remoulade. Das Gericht der Hauptsache (Wechsel Ordinarium) Junges Huhn, Rehrücken mit Kompot und Salat. Ein Land-Gericht (mit Haupt-Intervention): qekauft. „ * Dolberg, 11. Juli. Bei einem Brande tn Wente- kow verbrannte gestern ein Taglöhner. Eine Frau und- ihr Sohn erlitten Brandwunden. Donaueschingen, 12. Juli. Der Kassierer Strohe von der Dortmunder Bank wurde wegen Unterschlagung während seines Kuraufenthaltes verhaftet. Er vergiftete sich im Gefängnis. c w _ * New-York, 12. Juli. Im Süden und Westen der Vereinigten Staaten hält die große Hitze noch in einem Grade an, wie es bisher in keiner Stadt der Union festz- gestellt wurde. Nach Meldungen aus Topeka ist die Ernte in allen Counties von Kansas schwer geschädigt, wenigstens um 50 Prozent. * Eine juristische Speisekarte. Bei dem dies jährigen Liebesmahl der Herren des preußischen Kammergerichts erregte die Speisekarte großes Vergnügen. Dieselbe lautete nämlich nach der juristischen Zeitschrift „Das Recht": Gerichts-Ordnung: 1. Das erste Gericht (Gerichtsstand der Niederlassung): Schildkrötensuppe. 2. Ein hochnotpeinliches Halsgericht (Forum rei sitae): Schlei in Dill. 3. Ein Henschaftsgericht (jarisdictio patrimonialiß): 4. 5. 6. UnwersiMs Nachrichten. — Aus Erlangen wird berichtet: Der Chirurg Dr. Ernst Graser, der bis Mai a.-o., seitdem o. Professor in Rostock war, ist als Nach- Meratur, Wissenschaft und Kunst. «aiftrHauter», 12. Juli. Ser ,Ps. Pr." infolge wurde h-ut- nachmittag in Neustadt ob. Pfalz die Generalversammlung des Protestantenvereins der Pfalz abgehalten. Die Verhandlungen fanden unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Es wurde beschlossen, de« Vereinsfitz nach Kaiserslautern zu verlegen. .... - Der Schriftsteller OSkar P-nizz«, brr ^bekanntlich wegm Majestätsbeletdigung tn München tr. Untersuchungshaft befand, wurde mit Rücksicht auf seinen Geisteszustand in eine Heuausialt verbracht. gestellt. Cs verkehren täglich 18 Züge, darunter sogar crn bc chlcunigter Persouenzug, der die Nauheimer Dirgaste tn 39 Minuten nach Homburg bringt, --amtliche Arbeiten am Bahnbau wurden tnh!lkkord vergeben. Tie Crd- und Maurerarbeiten übernahmen die Bauunternehmer Kramer-Rod- hcim 1 und 2 Los, und Neuhof-Wetzlar. Den Lberbau für die ganze Strecke hat Bauunternehmer Feldmann-Griesheim ausgefllhrt. Die offizielle Eröffnung der neuen Bahnlinie für ’ das große Publikum ist bekanntlich leider erst am Montag. . ------- kehrs! Die neue Bahnlinie Friedberg-Friedrichsdorf trifft in Friedrichsdorf die Bahnlinie Homburg-Usingen. Von Friedberg laufen sämtliche Züge bis Homburg durch, 1 ebenso umgekehrt. Mehrere Züge fahren sogar von Bad- Nauheim bis Homburg und umgekehrt. Will man von Friedberg nach Usingen kommen, so muß man in Fried- ■ richsdorf umsteigen. Aus der Wetterau zur Saal bürg gelangt man, indem man von Friedberg bis Friedrichsdorf fährt und von dort, die andere Bahnlinie benützend, bis Station Loch-Mühle weiterfährt. Von dort hat man noch eine halbe Stunde zur Saalburg, am Pfahlgraben entlang, zu gehen, allerdings bergan. Will man das Bergsteigen vermeiden, so fährt man einfach bis Homburg und von dort mit der elektrischen Bahn direkt aus die Saalburg. Die neue Bahnstrecke Friedberg-Friedrichsdorf hat eine Länge von 17 Kilometer, die Länge der gesamten Bahnlinie Friedberg-Hornburg v. d. Höhe beträgt 21,5 Kilometer. Die größte Steigung, die auf der Strecke vorkommt, ist ein Meter auf 70 Meter. Der kleinste Radius ist 300 Meter. Die neue Bahn durchfährt die Gemarkungen: Friedberg, Fauerbach, Ober- und Nieder-Rosbach, Rodheim, Holzhausen, Seulberg und Friedrichsdorf. Die Bahn ist als eine eingleisige normalspurige Nebenbahn unter der Oberleitung der Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. durch Ingenieur Amson, der auch die Bahnlinien Friedberg-Hungen und Friedberg-Nidda gebaut hat, ausgeführt worden. Die Bauzeit währte zwei Jahre. Seit dem 1. Oktober 1900 hat die Bauleitung in Gießen die obere Leitung. Es sind auf der Strecke 17 größere Brücken und Unterführungen vorhanden. Außerdem bot der Bahnbau nrcht unerhebliche Schwierigkeiten dadurch, daß der Untergrund an vielen Stellen aus Letten bestand. Ter Letten v1- ecnme^tc<§ entfernt werden, konnte in den Dämmen *^tne D^rwendung finden und wurde deshalb abgelagert Aler -verbau der Bahn ist ganz besonders kräftig; es sind mehr schwellen benützt worden, wie bei anderen Nebenbahnen und auch die Verlaschungen und Verschraubungen sind vorzüglich, sodaß die schwersten Fahrzeuge darüber gehen können Diese starke Bauart ist auf Wunsch des Kaiser »geschehen, der die neue Bahnlinie auf seinen Reisen nach Homburg benutzen will. Die größte Geschwindigkeit ist die bei Nebenbahnen zulässige von 40 Kilometer in der Stunde. Der Fahrplan ist äußerst günstig zusammen- forget Hemekes wieder hierher berufen worden und hat dn-sen-Ruf genommen. - Aus Braunschwerg schreibt man: Stelle des n dm Ruhestand getretenen Prof. Konst. Uhde Dozent Mr antike Baukunst und Renaissance am hiesigen Polytechnikum ist der Sofbauinfpfeltor ßüble in Ch-rlottenburg und an Stelle des verstorbenen Geologen Proß Kloos der Privatdozent Dr. Ernst Stolley m Ku-l m Aussicht genommen. — Am 9. ds. geschah es an der Universität Breslau zum erstenmale, daß e.ne Dame als Opponentin bei dem Vortrag einer Jnauguraldchenatwn auftrat und zwar Frl. Dr. Jmmerwahr gegen den Promovierende« 2)r. Goldschmrdt^. bisher Oberingenieur der Firma Siemens & Halske, wurde als ordentlicher Professor der Elektrotechnck an die technische Hochschule in München berufen. . — Prof. Dr. C. A. Tenne von der Berliner Universität und Kustos am Museum für Naturkunde ist in Bad-Nauheim tm 4s. Lebens- ahre verstorben. Der zu früh Heimgegangene war ein hervorragender Mineraloge._________________ ___________ Gerichtsftrai. g. Gießen12 Juli. Gewerbegericht. Dcn Vorsitz führt Stadto. Ke Her. Der Postschaffner Jos. Staubach von hier klagt gegen den Kassenschrarikfabrirantcn Friedrich Krogmann von vier auf Herausgabe des Arbeitsbuches seines Sohnes, der bet Krogmann Leyr- ltng gewesen. Der Beklag! e entgegnet, daß der Lehrling ohne leglichm Grund die Lehre verlassen habe. Ec verlange, daß der Jvmge tn bte Lehre zurückkehre Das Arbeitsbuch gebe er nicht heraus. Der Klag« bringt vor, dec Jonge gehe nicht mehr in daS btkl. Geschält, wett er von einem Grsellen geschlagen worden sei; es sei auch ein schriftlicher VeUrag nicht abgeschlossen. Der Beklagte wurde durch daS Gewerb^ gericht darauf aufmerksam gemacht, daß nach 8 127ä der Gewerbeordnung die Rückkehr drS Lehrlings in die Lehre nur dann verlangt werden könne, wenn der Lehrvertrag schriftlich obgrschkossm fei, ww baß, wenn das Lehroerhä tui. vor Ablaut der verabredeten Lehrzeit ein Ende erreiche, nach S 127f der Gewerbeordnung weder von dem Lehrherrn noch von dem Lchrltng ein Anspruch auf Entschüdigung geltmd gemacht werden könne, wenn der Leh« vertrag nicht schriftlich abgeschlossen sei. Der Beklagte erklärte sich hiernach zur Herausgabe des Arbeitsbuches bereit. — Die Klage deS Platzmeisters Otto Wildhak aus Geünberg gegen b?n Unternehmer Konrad Rübsamen von Mer wegen Lohnfo'drruna fand durch V 'gleich seine EcledigU'g. D. Gr eße n, 12. Juli. (Strafkammer.) Der hiesige Brauereibesitzer Adolf Denninghof war durch Strafbescheid des hiesigen Hauptsteueramts wegen Zuwiderhandlung gegen § 16 des Brausteuergesetzes in eine Geldstraft von 30 Mk. genommen worden unter der Begründung, daß bei einer am 29. Dezember 1900, nachmittags halb sieben Uhr, in’ feiner Brauerei vorgenommenen Vermessung deH Bierzugs auf dem Kühlschiff zwischen der ermittelten Menge und der für den fragt. Brauakt rechtsgiltig deklarierten! Menge von 93 Hektoliter eine Differenz von über 10 Prozent bestanden habe. Das Gericht erster Instanz sprach durch Urteil vom 3. Mai den Angeklagten frei, da der der Anklage zu Grunde liegende Thatbestand nicht als genügen» festgestellt zu erachten sei. Nach sehr umfangreicher Beweisaufnahme verwirft die Strafkammer die von dem Hauptsteueramt eingelegte Berufung und legt die Kosten auch der zweiten Instanz der Staatskasse zur Last. — Gleichfalls freigesprochen war durch Urteil des Schöffengerichts Gießen vom 21. Mai der Braumeister in der hiesigen Aktienbrauerei, Franz R e s ch i n a, der durch Strafbescheid der oben angeführten Behörde in Strafe genommen worden war, weil ihm dieselbe Zuwiderhandlung wie dem Brauereibesitzer Denninghof, und zwar in verschiedenen Fällen, am 28. November, 29. Dezember, 6. Dezember 1900, zur Last gelegt wurde. Gegen das freisprechende Erkenntnis hatte das hiesige Hauptsteueramt das Rechtsmittel der Berufung eingelegt. Die Staatsanwaltschaft beantragt, der! eingelegten Berufung Dattzugeben, Pa sim Fra gefall zweifellos Betriebsunregelmäßigreiten als vorliegend erachtet werden müßten. Es sei jedoch, da es sich um ein fortgesetztes Delikt handle, nur auf eine einheitliche Geldstrafe in Höhe von 15 Mk., statt auf zweimal 15 Mk. und einmal 30 Mk. zu erkennen. Das Gericht erkennt dem Antrag der Staatsanwaltschaft gemäß. — Der hiesige Bäckermeister August Deibel ist angeklagt, weil er am 4. April d. I. feine Gesellen und Lehrlinge habe überarbeiten lassen, ohne diese Uüberarbeit auf der Kalendertafel mittels Durchlochung! oder Durchstreichung kenntliche gemacht zu haben. Das Schöffengericht hatte den Angeklagten durch Entscheidung vom 14. Juni freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft verfolgte gegen das freisprechende Erkenntnis des Untergei richts die Berufung an die Strafkammer, weil als feftt stehend zu erachten sei, daß in der That der Angeklagte seine Gesellen und Lehrlinge habe überarbeiten lassen. Es kommt hauptsächlich die Frage in Betracht, ob Wecken-Austragen, Holzabladen ?c. als gelegentliche Nebenarbeiten oder als dem Bäckergewerbe eigentümliche Arbeiten zu betrachten sind. Die Staatsanwaltschaft beantragt, den Angeklagten in eine Geldstrafe von 100 Mk. zu verurteilen, unter Auferlegung der Kosten beider Instanzen. Das Gericht schließt sich dem Antrag der Staatsanwaltschaft jedoch! nicht an und verwirft die eingelegte Berufuna. Hervorgehoben sei die Entscheidung der Kammer, daß Holzabladen und Fahren des Backwerkes nur als gelegentliche Dienstleistung angesehen werden könne. — Die Ehefrau des Joseph D a h m e n tn Schotten war durch Urteil des Schöffengerichts daselbst vom 15. Mai in eine Geldstrafe von 30 Mk. verurteilt worden und zwar wegen Körperverletzung ihres Schwagers mittels eines gefährlichen Werkzeugs. Gegen das verurteilende Erkenntnis verfolgte die Angeklagte das Rechtsmittel der Berufung mit der Begründung, daß sie in Notwehr gehandelt habe. Das Gericht verwirft jedoch auf Grund der erfolgten Beweisaufnahme dies eingelegte Rechtsmittel mit der Maßgabe, daß die Verurteilung nur wegen einfacher Körperverletzung gemäß § 223 Str.-G.-B. erfolgt- Darmvadt, 12. Juli. Zu der empfindlichen Strafe von fünf Wochen Gefängnis wurde von der Strafkammer als Berufungsinstanz ein fahrlässiger Radfahrer, der Steinschleifer Bernhardt aus Bensheim, oetur teilt. Er war, ohne mit dem Rade hinlänglich vertraut zu fein, durch den Bensheimer Jahrmarktstrubel gefahren und hatte u. a. eine ältere Frau so unglücklich zu Falle gebracht, daß sie einen Arm brach. Danach hatte er sich noch ungehörig benommen. Die Strafkammer ermäßigte zwar die vom Schöffengericht ausgesprochene zehnwöchige Gefängnisstrafe auf die Hälfte, verstand sich aber nicht zur Umwandlung in. eine Geldstrafe. Essen, 12. Juli. Vor dem hiesigen Gericht stand ein Poltzel- wachtmetfter, der angeklagt war, einen Schüler mit einem Gummischlauche geschlagen zu haben, damit er „wahrheitsgemäß" eingestehe, sich an der Zertrümmerung einer Straßenlaterne beteiligt zu haben. DaS Gericht verurteilte den Polizei-Wachtmelster zu einem Jahr Zuchthaus. Es sah sich zu der hohen Strafe ge» nötigt, weil der Angeklagte gegen den S 343 deS R.-Str.-G. verstoßen Riesenfpargel. 7. AppetiüNachlaßgericht: Ananas-Eis. 8. Dorfgerichte: Butter und Käse. 9. Ab-Schiedsgericht: Nachtisch. Schluß der mündlichen Verhandlung. Ein Kolonialgericht: Kaffee. Das Dollstreckungsgericht: Gericht kostenbeitreibung. Vermischtes. * Berlin, 12. Juli. Eine Hochzeitsreise auf dem Automobil erregte am Mittwoch im Westen großes Aussehen. Durch die Tiergartenstraße kam ein riesiges „Töss-Töss", dessen äußere Ausstattung schon einigermaßen Befremden Hervorrufen mußte. Auf dem massiv gehaltenen Unterbau erhob sich eine Art Zelt mit Fenstern versehen. Vorn und hinten war das Automobil mit allerlei Gerätschaften wie man sie für eine längere Reise mitnimmt, bepackt, selbst die Betten fehlten nicht. Tie Insassen, zwei junge Leute, befinden sich auf der Hochzeitsreise, das Ziel der Fahrt ist Straßburg im Elsaß, wo die Verwandten der jungen Frau wohnen. Das Hochzeitsreise-Fahrzeug hat der junge Gatte selbst gebaut. * Berlin, 12. Juli. Bei einem im Verlaufe einer Billardpartie in einem Restaurant in Eharlottepburg zwischen den Spielern entstandenen Streit wurde ein Arbeiter von beiden Mitspielern angegriffen, über das Geländer einer Veranda in den Hof hinabgestürzt und getötet. * Berlin, 12. Juli. Wegen Gattenmordes hat der Bäcker Bergmann die eigene Mutter angezeigt. Seine von ihm eines so furchtbaren Verbrechens bezichtigte Mutter, Frau riugufte Götze, verwitwete Bergmann, wohnt in Baruth in der Mark als Eigentümerin. Die That soll am Sylvestertage 1878 verübt worden sein. Es ist noch nicht festgestellt, ob es sich um einen Racheakt wegen Erb- schaftsstreitigkeiten handelt. Ueber die That selbst teilt Bergmann folgendes mit: Sein Vater war Ackerbürger in Baruth und Fuhrherr. Mit feiner Frau, der der Sohu nachsagt, daß sie einen lockeren Lebenswandel geführt habe, lebte er in Unfrieden und ergab sich dem Trünke, weshalb es häufig zu den wüstesten Auftritten kam. Die Wirtschaft ging zurück, und schließlich mußte Bergmann sein Haus am Marktplatze in Baruth verkaufen, rettete aber seine Aecker und kaufte dann außerhalb des Ortes ein Bauernhaus. Einige Wochen vor Weihnachten fand der Sohn, der inzwischen bei einem Tischler in die Lehre gekommen war, in der Küche seiner Eltern eine Flasche mit Schwefelsäure. Damit sie seinen kleineren Geschwistern nicht in die Hände fiel, vergrub er sie im Sande. Am Sylvestertage war Bergmann, als der Sohn wieder einmal seine Eltern besuchte, schwer betrunken. Die Mutter suchte nach der Flasche mit Schwefelsäure, angeblich, um den Ofen zu reinigen, und der Sohn holte sie aus dem Versteck hervor. Wie nun Bergmann behauptet, goß die Mutter die Schwefelsäure in eine Schnapsflasche, schleppte ihren Mann mit Hilfe von zwei anderen Frauen in eine kleine Kammer und gab ihm dort von dem Gifte zu trinken, worauf sie die Kammerthür abschloß Zwei Tage lang rang der Unglückliche mit dem Tode, und sein Geschrei soll furchtbar gewesen sein. Erst kurz vor seinem Tode wurde ein Arzt gerufen, der als Todesursache Alko- holismus feststellte. Ein Jahr später heiratete Frau Bergmann einen gewissen Götze, von dem sie sich aber schon vor 13 Jahren trennte. Seit zwei Jahren sind sie geschieden. Der Bürgermeister von Baruth hat die Anzeige an die Staatsanwaltschaft weitergegeben. Bergmann sagt, er habe so lange gezögert, weil feine Mutter gedroht habe, fte werde sich aufhängen, wenn er Anzeige erstatte. * O heiliger Bureau kratismus! Ueber die Versteigerung einer Zehnpfennigmarke wird aus Altona gemeldet: Eine Zehnpfennig-Brtefmarke wurde vor einiger Zeit im Zimmer des Gerichtsdieners der Königlichen Staatsanwaltschaft zu Altona gefunden und an die Behörde abgeliefert, woraus die Staatsanwaltschaft eine Aufforderung an den rechtmäßigen Eigentümer ergehen ließ, die Marke wieder in Empfang zu nehmen. Nachdem sich innerhalb der gestellten Frist von sechs Wochen niemand gemeldet hatte, sand gestern in der Gerichtsschreiberei der Staatsanwaltschaft die öffentliche Versteigerung des Fundes statt, wobei die Marke einen stattlichen Preis erzielte. Sie wurde von einem unbekannten Herrn für 10 Pfennig an- sür den ersten nach dem Vertrage zulässigen Termin gekündigt wird, von da ab nach den Vorschriften d • • • und es gelten von da ab die Bestimmungen schreibt bezüglich der Kündigung nicht wehr. | 1 e J jeden aber vor, daß eine Kündigung öum Schluß d^ser Kalendervierteljahres zulässig ist 3ur Sterbe ) 9 Vorschrift diene folgendes Beispiel: ,,x5n e gunfmbäu^ ist 1889 abgeschlossenen Mietverträge über ein Wohnhaus ts halbjährige Kündigung zum 1, Oktober und L Aprck fech gesetzt/ der erste nach dem Snkrasttre -n des die Kündigung vertragsmäßig zulaffige ^rrmi I der 1. April iSM. Wird nun an diesemTerm-n-von weiter bE°zumE"Okwbe/°300 «on da ab Hat aber her Sieter trotz d^s Vertrages das Recht der viertefiahrlechen ÄLndiguna - Es kann deshalb den Vermietern nur em- pfohlen werden, mit den ^lietern die bereits vor 1900 Gemietet haben neue Vertrage zu schließen. b Bußbach 12. Juli. Gestern traten beim hiesigen Bataillon 10 Lehrer zur Ableistung eE vierwöchigen Uebukig ein. Sie wurden aus die verschiedenen Korn- uagmen verteilt. Mit der Führung der m nächster Woche hier zusammentretendeu L an dw ehr-KornPagnte wird Herr Hauptmann Thies en beauftragt. G. Bad-Nauheim, 11. Juli. Die Zahl der Badegaste betrug bis zum 11. Juli 11 578. Bis zu diesem Tage wurden 142 258 Bäder verabreicht. Frankfurt, 12. Juli. In der Ueberzeugung, die be st en Möbel würden in Frankfurt a. M. gemacht, ließ sich ein badischer Staatsbürger eine bedeutende ^enoung von hier kommen. Ein im gleichen Orte anfapigcr Schreinermeister mußte die Möbel von der Bahn nach der Wohnung verbringen. Daselbst angelangt, entfernte der Schreinermeister die Verpackung unter Beisein des Hausherrn ; damit sich dieser von der „unbeschädigten Verpackung" eines Stückes (Kommode) überzeuge, zog er eine Schublade heraus und zeigte dem Hausherrn die Rückseite, die mit dem Datum und Namen des Anfertige^, d. i. des erwähnten Schreinermeisters, versehen war. Es stellte sich heraus, daß der Ankaufspreis 200 M war, während dem Schreinermeister des betreffenden Stuckes 150 Mk. von dem hiesigen Geschäft vergütet wurden. ^Die Einweihung der neuen Bahnlinie Friedberg-Friedrichsdorf. (Originalbericht des „Gieß. Anz.") Als der bekannte Schriftsteller von Sachier-Masoch^ noch in Lindheim in der Weterau lebte, hat er einmal die Wetterau und einen Teil Oberhessens eine „dunkle Gegend" genannt, in die man das Licht der Aufklärung bringet! müsse, um die „Finsternis" zu durchbrechen. Sach^r- Masoch hat diese -Worte damals nicht böse gemeint, im Gegenteil, er fdjrieb schjon lange keine Geschichten mehr von der Venus im Pelze, sondern lebte friedlich in einem kleinen Häuschen neben dem berühmten Hexen türm und trieb Volksausklärung, indem er einen Volksbildungsverein, einen Musik- und einen Theaterverein gründete. Brauchte er für die Vereine Geld, so legte er seine Orden an und fuhr nach Gießen zu. Kaum aber war damals das Wort von der Finsternis in der Wetterau, gegen die Sacher-Masoch ins Feld ziehen wollte, bekannt geworden, als sich die Wetterauer schwer gekränkt fühlten und die Bestrebungen des galizischen Ritters nicht mehr mitmachten und unterMtzten. Sacher-Masoch starb einige Jahre darnach, am 9. März 1895 zu Lindheim. Die Bewohner der gesegneten Wetterau fühlten sich durchaus nichi in der Kultur zurück ! Hatten sie denn nicht mit aller Macht den Bau der Bahnstrecken: Friedberg- Hanau, Friedberg-Nidda und Friedberg-Hungen betrieben, um nicht zurückzubleiben im großen Verkehr? Ein Wunsch nur blieb durch die ganzen Jah>re unerfüllt! Man sehnte sich nach! einer Bahnverbindung aus dem Herzen der Wetterau, aus Frieoberg, nach Homburg v. d. Höhe, um das Taunusgebirge besuchen zu können. Mit der Main- Weser-Bahu über Frankfurt a. M. zu reisen, war zu umständlich und auch zu kostspielig. Nun ist das ersehnte Ziel erreicht und das herrlich>e Tauuusgebirge kann sich auf neue Touristenscharen aus der Wetterau und Oberhessen gefaßt machen. Auch die beiden Kurorte Bad-Nauheim und Homburg v. d. Höhe vermögen nun ihren Gästen neue und prächtige Ausflugspunkte zu bieten, allen aber wird die neue Bahn Nutzen und Leben bringen, und das Wort des Kaisers wahr machen: Wir stehen im Zeichen des Ver- Kunst. «ÖS» £Ä ^tom°öutenbä Firma «**ss »«^5 “Art 1 Dnn s?6l6ta eDon 51« aus Romann Leh,- gütige in die fhS*1 5wn, öth tt »JNWWfcr <5 ort Giwnbe» 14 5» Gewtrbr, « bann ntilmt fit, unb uoredeim Lehrzeit J Weber von dem iflf Gnlfäibiguna 9 ”i$t ichiA.tch i jur HeriUkebr l-tzueiiins Oits rad Rüds«wi-g seine Eliedigu g, -r.) Der hiesig : durch Straf» । Zurviderhand- eine Geldskaft grünbung, daßj js halb sieben ermessung detz littetten Menge ig deklarierten! i über 10 Pro- nz sprach durch ia der der An- t als genügend ^Melcher Be- die von dem !gt bic Kosten zur Last. - des W\W Mer in der m durch Straf- träfe genommen ndlung wie dem. n verschiedenen Tezember 1900, ende Erkenntnis techtsmittel der t beantragt, der gefall zweifellos erachte/ werden /gesetztes Telift > in höhe von mal 30 M. zrl ja der Staats- rmeister August pril d. F. fern« Men, ohne W [5 Durchlochung u haben. ■ uh Entscheidung anwaltschast W> is des UntW c, weil als Lei der AngeklaE Zeiten lassen. ob Secken-Aus- eti zu betrachten mAngeklagM en, unter Aust Gericht iedochl j# « -rDor9eÄren iden und Men Istleistung ange KÄ ll)rcy.n- ycnir# W MS' te doch gefälligst selbst. Maximilian von Sdmeidew'tz. f. Ueberleutnant im 5. Regiment. Verschwendung. Fähnrich: „Aeh! äh! äh! esfor: „Aber, Herr Fähnrich, welcher G e d a n k e n po m pl ' Das letzte Mittel. In $• am Neckar wirb der Schulrat zur JnspeUton des Gymnasiums erwartet. Der Math ematil« Profesor kündigt dies den Schülern der Oberprima an mit den Worten: „Nechhe. kommt der Altphilolog von Oberschulrat, da rechne mer erst die große Tafel voll, und wenn er dann noch n'cht geht, mache' mer noch en chemischen Versuch, der recht stinkt. — GSUfltnt .) MW MM MM ## gewähre bis zum 24. Juli MU-LU MWauf die seither schon billigen Preise für sämtliche Waren, einschliesslich T epplche, Bettvorlagen und Läuferstoffe. Hippodrom -Variete. Frankfurt am Main. Tel. 8545. eggr Angenehmes und sehenswertestes Sommer« Vergnügungs-Lokal. "WI Täglich abends 8 Uhr große internationale Vorstellung. Seit 1. Juli: Neues sensationelles Programm. Jede Nummer ein Schlager» ms Ingina aus den Stsudrsamtsregisteru der Stabt Gießen. 1 Aufgebote. Am 4 Juli. Karl Martin, Bremser in Kleinlinden mit Elisabetha Graus dahier. 6. Dr. Georg Julius Ludolph Gleim, prakt. Arzt in AlS^ eld mit Karoline Wilhelmine Auguste Else Weigand dahier. Gustav Hermann Guldenpfennig, Schlaffer dahier mit Elise Marie Ruppert hier- selbst 8 Friedrich Karl Franz Winkler, Bildhauer dahrer mit Lina Wagner Hierselbst. 9. Friedrich Karl Wilhelm Reinhard Binz, Bureau- vorsteher dahier mit Anna Maria Huber in Nied. 10. Johannes Ludwig Georg Ernst Martin, Taglöhner dahier mit Elisabethe Grölp, geb. Bach mann Hierselbst. Eh efchtteßuugeu. Am 6. Juli. Johann Karl Kaspar Pfeiffer, Steinhauer dahier mit Henriette Klara Hermine Wipper Hierselbst. Friedrich Dörr, Metallgießer in Wiesbaden mit Anna Johanna Schelper dahier. «edoreue. Am 28. Juni. Dem Dachdecker Georg Wilhelm Panz em Sohn, Ludwig. Am 1. Juli. Dem Taglöhner Karl Luh ein Sohn, Johann August Friedrich. 2. Dem Kaufmann Oskar Georg ein Sohn. 3. Dem Hilfsheizer Friedrich Daniel ein Sohn, Friedrich Wilhelm. Dem Metzger Heinrich Huhn eine Tochter, Marie Elise Margarethe. 4. Dem Glaser pferch Plattner eine Tochter, Anna. Dem Schreiner Otto Harig em Sohn Gustav. 6. Dem Kaufmann Wilhelm Fischer eine Tochter, Marie Margarethe Else. Dem Schneider Heinrich Wagenbach eine Tochter, Marie. Dem Assistenzarzt Dr. Franz Volhard ein Sohn, Hans Wilhelm. Dem Betonmeister Hans Bär eine Tochter, Antonie. Dem Lagerist Ludwig Peter Bingel eine Tochter, Georgine Mathilde Elisabeth. Dem Kaufmann Karl Mandler ein Sohn. 7. Dem Friseur Georg Wahl ein Sohn. 8. Dem Hauptmann und Kompagniechef Paul Närker ein Sohn, Walter Hubert. Gestorben«. Am 5. Juli. Karl Hein, 44 Jahre alt, Hotelbesitzer dahier. Helene Henriette Barth, geb. Claus, 65 Jahre alt, Privatin dahier. 6. Johann Peter Malzan, 43 Jahre alt, Gerichtsschreiber i. P. dahier. 7. Loms Bersch, 78 Jahre alt, Rentner dahier. 9. Karl Christoph Dieter, 12 Jahre alt, Sohn des Bezirkskassiers Johann Philipp Dieter dahier. 10. Hugo Ruppel, 4 Monate alt, Sohn des Vizefeldwebels Otto Ruppel dahier. 12. Marie Friederike Clotilde Mathilde Freifrau Röder von Diersburg, 46 Jahre alt, dahier. —— Landwirtschaft. — Dm 17. deurschen landwirtschaftlichen Genossenschaftstag hat der Anwalt de« allgemeinen VrrbandeS der deutschen hatte, der wie folgt lautet: „(Sin Beamter, welcher in ehier Unter» suchung Zwangsmittel anwen!et oder anwenden läßt, um Geständnisse । oder Autzs-am zu erpressen, wird mit Zuchthaus bi« »u fünf Jahren i bestraft." Da es sich um ein Verbrechen im Sinn- deS Gesetzes bandelte, so war die Staatsanwaltschaft genötigt, die Drrhaftung deS,B. * urteilten zu beantragen. Diesen Antrag, lehnte aber das Gericht ab und zwar mit der merkwürdigen Begründung, die Verhaftung sei un-ölig, well bet V-tuf-tt,- b°ch b-gn.b«gt werben »arb. j&dtnbutn. 12 ^uli ^n dem vor dem Schwurgericht m Altona verhandelten Prozeß gegen den Erdarbeiter Hohendorf "egen Totschlags unb Vergehens wider die Sittlichkeit begangen an mmderMr^en Mädchen, gaben die Geschworenen einen Wahrspruch auf „Nicht '^München, 11. Juli. Unterm 25. Januar wurde der qabntechniker M. Weiherig vorn Schöfsengerrcht verurteilt, weiter bie Bezeichnung „Dr. of deut, furg amerikanischer ^abnarzt" geführt hatte und das Gericht der Anschauung war, dass, hierin eine ärztliche Bezeichnung liege, bte ge« eiqnet sei, den Irrtum hervorzurufen, als handle es sich um eine im Inland approbierte Medizinalperson. Weiherig liest nun seine Thürschilder u. s. w. mit der Aufschrift versehen- Dr. of Dental Surgery M. Weiherig, in Amerika Geprüfter Zahnarzt, allein er erhielt unterm 18. Mai l. I. wegen llebertretung des § 147 Z. 3 R.-Str.-G-B. einen neuerlichen Strafbefehl, gegen den er Einspruch erheben sich. Zur Begründung wurde ausgeführt, daß in dem gewählten Ausdruck ein arztähnlicher Titel nicht zu erblicken sei, insbesondere könne durch ihn kein Irrtum darüber erregt werden, ob es sich um eine im Jnlande approbierte Medizinalperson handle oder nicht. Der Titel lasse feinen Zweifel, daß Weiherig im Auslande approbiert sei, unh da außerdein die Bezeichnung „Dr. of mental Surgery" der im Inland gebräuchlichen Bezeichnung für den Erwerb der Doktorwürde nicht gleichkommt, so sei irgend ein strafbares Verschulden des Angeklagten nicht gegeben. Der Angeklagte führe seinen Titel zu Recht, denn er habe seine Zulassung zur zuständigen Staatsprüfungsbehörde in Illinois, >h)ie das Toktordiplom nach em- aehenden Studien und einer unter Klausur ab gehaltenen Prüfung erhalten. Auch dieses Diplom bestehe zu Recht, denn das hetr. Kollege bestehe auch noch zu Recht trotz her Bemühungen, die Reellität des Instituts anzugreifen. Handel md Verkehr. Volkswirtschaft. Hamburg, 12. Juli. Die „Hamb. Börsenhalle" veröffentlicht eine Erklärung der Direktion der Magdeburger Privatbank in Hamburg, da j die Behauptung eines Berliner Blattes, sie sei verlustbringende Speku- lationm in Kaffee eingegangen, absolut unwahr ist. Das Hamburger Institut hat weder in Kaffee noch in anderen Artikeln spekuliert. iermann Katz Mäushnrg* 5 Mäusburg 5 4702 Städtischer Arbeitsnachweis Gießen BÜrgergesellschaft Garteuftrahe S. «naebot bte MrMtueb««: 1 Glaser, 1 Schreiner, 2 Schlosser, Touutag den L4. Allsftg nad) der VadeMg all Vertreter: Herr Dr. Klein. 4937 Gießen, den 13. Juli 1901. 4934 Brillen und Pincenez 4940 empfiehlt Der geb. Ruppel. Gießen, den 13. Juli 1901. Prima neue holl. Vollheriuge schott. 4912 soeben frisch eingetroffen bei 21 Markt 21 »j ») .)> n n Dr. Markwald. Dr. Zinsser. Feldstecher Operngläser Kompasse Reisszeuge Barometer Thermometer Wetter- Telegraphen Lupen Lesegläser Salon-Lünetten mehrere Krankenwärter. Lthrlirrger 2 Buchbinder, 1 Glaser, 2 Schlosser, 1 Schreiner, 1 Schneider. Arrgedot der Arbeitaehrver: 1 Glaser, 1 Schreiner, 2 Schloffer, 2 Hausburschen, 1 Taglöhner, 1 Putzfrau, 1 Waschfrau, 1 Schreibgehilfe RaSfrage der Arbeitgrderr 2 Dachdeckergehilfen, 2 Schreiner, Winkelspiegel Wasserwagen Massstäbe Rollbandmasse Inhalier- Apparate Irrigateure Luftkissen Bruchbänder Elektrisier- Apparate Matjesheringe Florentiner Kartoffeln Bei ungünstiger Witterung von 5 Uhr ab in Steins Garten. 4943 Der Vorstand. findet statt: Montag den 5., Dienstag den 6. iin) Mittwoch den 7. August i>. Z. und nicht den 6., 7. und 8. August, wie im Heff. Land-Kalender fälschlich angegeben. 4924 Grotzh. Bürgermeisterei Schotten. SW Schon vom 3. bis 5. August "90 Kaupl Ziehung & G. Wallenfels Lel.phoa 46. Emil Schmidt, Neuen weg 10. Danksagung. Für die zahlreiche herzliche Teilnahme bei dem uns be» troffenen'jschweren Verluste unseres innigstgeliebten Söbnchens, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Dr. Grein und für die vielen Blumenspenden sagen innigsten Dank 4926 Wzefeldweöel Airppek und Irau, Dr. Schliephake ist vom 15. Juli ab verreist. Nur der Original - Soxhlet-Apparat oder eänzlich wertlosen Nachahmungen, er- möglicht die erfolgreiche Durchführung der Säuglingsernährung nach Soxhlet. Alleinige Fabrikation und Vertrieb für Hessto-Naeaau und das Grossherzogthum Hessen ____ 4221 Gebrüder Weil in Frankfurt a. M. Concessionäre der Aktiengeeellechaft Metzeler & Co., Gummiwarenfabrik und Asbestwerke, München. Niederlagen in Giessen: C. A. Faber; W. Kilbinger; Adam Reinig; Brüder Schmidt; Emil Schmidt; J. Schellenberg’s Nachf. In Wetzlar: Fritz Brenner; Rud. Spiess Nchf.; Anton Wald- schmidt. In Camberg: P. Haber; Ph. Wenz. In Alsfeld: G. Waldeck Wwe. In Friedberg in Hessen: Chr. Hess, in Bad- Nauheim: H. 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