ei) Mine .WÜStaB JuÄ iSftWfr? s^SÄ* istaHfl 3m Stricktn *Wtn»onettii^e« 14 6114 ange-egmüiG WarveWAMai Wbe ich stets bottälig. SM ** Preise billigst. -H, Besline Heptoer Grüiibttgeistratzt 17. oooooooco nad) tfd> t,i"‘ 6 Sta |itit in MM, to. ft. SN in Eilt», LIM io SWM .™6wTw'nl“/ -öl!#®1® ' aiirplaos den ß*"® I der »af irarbnrgf H M,^el-ffetdar,| !dern’/n und ! '”,®e”aeF»bßeiW,der| fie d-e F9n 4o t*«’ I , Prei«6 edltfo" | in der IM | fr’ vorr^^ g «*' ie *•** { »rcB .Jaü. |o|fcin;fer von iilverM # k ♦ il zu allen GeleM Wkss: Möen angefert. MSM M deuOnbenbeM^^^, M, E«. e^rniliffl , stabreslobn unier'* Nr. 112 Erstes Blatt. 151. Jahrgang. Dienstag 14 Mai 1901 ■WjN* tt-ttch mit •ei**w frei MontogS. ■bW**« |<*Hten- MMUt werdru dem An. -ch^ei-Ebchsttmit.Heff. «»briiil- R»tz „Blätter M bi- BetWunbe" her« Wal iBchentttch bnfitkflt. *«■«♦■< e»n Bnietgen P* nichmN»«g, für den B*** *5« rrfchetnenden ........ we »erm 10 Utir mag en (päteftenl *mM Berber. ■*eH4*i, Expedition und »chalßratz« 7. GietzenerAnzeiger . General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen vezngrprels virrKWM Mk. 2.20, monatl. 76 PG. mit Bringerlohn; durchM Abholesteüen oiertelDhtt. Mk. 1.90, monatl. 65 WG, Bei Postbezug vierleljähtt. Mk. 2.00 ohne Bestes^». «Ule anietfltn Ktrmtttlueel« fttticn de« In. und tlu6te*W nehmen Anzeigen für dem •»ebener Anzeiger eiitgeew, Zetlenpret« lokal 11 W». audwärt« so Pfg. Adresse für Depescheal Anzeiger Gießen. Fernsprechanichluß Nr. K. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Gemäß Artikel 39 der Kreis- und Provinzial-Ordnung wird nachstehend das Protokoll der am 10. April 1901 stattgehabten ordentlichen Sitzung des Reistages des Kreises ließen zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Gießen, den 10. Mai 1901. Der Vorsitzende des Kreistages des Kreises Gießen. v. Bechtold, Protokoll der einovbvierzigften Sitzung deS Kreistage- deS Kreises Oießeo. Geschehen Gießen, den 10. April 1901. Gegenwärtig: 1. der Vorsitzende: Großh. Provinzialdirektor Geheime- rat v. Bechtold, 2. Großh. Kreisamtmann Dr. Heinrichs, 3. Großh. Kreisbau-Jnspektor Baurat Stahl, 4. die Kreistagsabgeordneten: Bürgermeister B u t t r o n - Hungen, Gemeinderat D e m p e r - Großen-Buseck, Kommerzienrat Emmelius-Gießen, Kommerzienrat Gail- Gießen, Kommerzienrat Georgi-Gießen, Justizrat Dr. G u t f l e iZ ch - Gießen, Bürgermeister Heller- Lich, Kommerzienrat He y l i g e n staedt-Gießen, ♦ Justizrat Hirschhorn- Gießen, Bürgermeister Horst- Nieder-Bessingen, Bürgermeister Leun- Großen-Linden, Gemeinde-Einnehmer Maid- Watzenborn, Apotheker W e l ck e r - Allendorf a. d. Lumda, 5. das Kreisausschußmitglied Beigeordneter Wolff-Greßen, 6. der Protokollführer: Bureauvorsteher S ch i f f n i e. Unter Begrüßung der erschienenen Mitglieder eröffnete der Vorsitzende oen heutigen Kreistag und stellte die Beschlußfähigkeit desselben fest. Es. fehlten mit Entschuldigung die Abgeordneten: Bürgermeister Roth- Muschenheim, Landgerichtsrat Dr. Schäfer- Gießen, Ingenieur S ch r e l e - Gießen, Oekonomierat Schiente- Hardthof, Bürgermeister Sommerlad- , Wieseck, Bürgermeister Zimmer-Grünberg. Es wurden zu Urkundspersonen die Abgeordneten: Bürgermeister B u t t r o n und Apotheker W e l ck e r gewählt, und hierauf wurde in die Tagesordnung eingetreten. 1. Wahl zweier Sachverständiger für die Abschätzung der durch Truppenübungen veranlaßten Flurschäden. Für die verstorbenen Alt-Bürgermeister Köhler von Langsdorf und Bürgermeister Geißler von Lollar haben Ersatzwahlen für den Rest der Wahlperiode, bis Anfang 1902, stattzufinden. Durch den Kreisausschuß wurden zur Wahl empfohlen 1. Großh. Bürgermeister Heller zu Lich, 2. Großh. Bürgermeister Zimmer zu Grünberg. Auf Antrag des Abgeordneten Kommerzienrat Em melius fand die Wahl per Akklamation statt; Bürgermeister Heller und Bürgermeister Zimmer wurden gewählt. 2. Wahl der Mitglieder und Ersatzmänner zur Genossenschaftsversammlung der land- und forst wirtschaftlich en Berufsgenossenschaft. Von den im Jahre 1900 gewählten Mitgliedern scheidet der Gutspachter v. Oven- Hungen aus. Der Kreisausschuß befürwortete die Wahl des seitherigen Ersatzmitgliedes Oekonomierat Hofmann zu Hof-Güll als Mitglied, und an dessen Stelle die Wahl des Gutspächters Klein zu Hof Albach als Ersatzmitglied. Auch hier wurde per Akklamation gewählt und die Wahl dem Vorschlag des Kreisausschusses entsprechend vollzogen. 3. Vorlage der Kreiskasserechnung für 1899/1900 und Erstattung des Verwaltungsberichts. Ter Vorsitzende trägt die den Abgeordneten des Kreistags mit dem Entwurf zum Voranschlag zugleich zugegangene Uebersicht der wirklichen Einnahmen und Ausgaben der vorliegenden, von Großh. Beigeordneten Wolff vorgeprüften Rechnung vor und erklärt die Abweichungen gegen die Voranschlagskredite. Im Anschluß hieran verlas der Vorsitzende den vom Kreisausschuß erstatteten Bericht über die Verwaltung und den Stand der Kreisverbandsangelegenheiten in 1899/1900 und stellte sowohl die Rechnung als auch den Bericht zur Diskussion. Niemand meldete sich zum Wort. Hierauf wurde die Rechnung der Kreiskasse Gießen für 1899/1900 gutgeheißen und die darin stattgehabten Kreditüberschreitungen zu Lasten der in Beleg Nr. 199 nachgewiesenen Deckungsmittel genehmigt. 4. Feststellung des Voranschlags für 19 01/19 0 2. <£er Entwurf des Voranschlags wurde rubrikenweise, mit der Ausgabe beginnend, durch den Vorsitzenden vorgetragen und den Abgeordneten Gelegenheit gegeben, sich zu den einzelnen Rubriken zu äußern. — Zu den Rubriken 27 und 28 erstattete der Großh. Baurat Stahl das Referat. Zu Rubrik 27 fragt Kommerzienrat Emmelius an. ob es nicht möglich sei, daß an der Straße nach Heuchelheim noch weitere Steinlagerplätze angelegt werden könnten, da die große Menge der namentlich jetzt dort liegenden Steine den starken Verkehr der Fußgänger sehr störe. Kommerzienrat Georgi hält die Frage des Herrn Emmelius für außerordentlich wichtig und bemerkt, daß derjenige, der den Verkehr auf fragt. Straße kenne, sagen müsse, daß dort kaum ein Fuhrwerk dem anderen ausweichen könne. Er halte den Kreistag für verpflichtet, einen Beschluß darüber herbeizuführen, daß bie Steine von dem Fußgänger-Bankett weggeschafft würden, sei es durch Eindecken der Straße oder auf sonst welche Art. Großh. Baurat Stahl erklärte, daß eine Aenderung des Zustandes bezüglich der Lagerplätze sich nur durch eine Verbreiterung der Straße ermöglichen lasse, und dass sich jetzt durch die im Gange befindliche Feldbereinigung hierzu Gelegenheit biete. Die eben auf der Straße lagernden Steine würden baldmöglichst zum Einwalzen verwendet, die Verhandlungen hierüber seien im Gange, und er glaube, daß in aller Kürze diese Arbeit ausgeführt werden könne. Der anhaltende Frost habe dieselbe verzögert. Kommerzienrat Gail erklärte, die Gefahr auf der Straße bestehe zum größten Teil für die Fußgänger am Abend, da man die Straße wegen der damit verbundenen Gefahr nach dem Geleise der Bieberthalbahn hin nicht befahren könne, denn es sei wohl möglich, in dsts Geleise hineinzufahren, aber heraus könne man nicht mehr. Es empfehle sich, die Bieberthalbahn anzuhalten, auch im Innern des Geleises entsprechende Auffüllung vorzunehmen, damit das Heraussahren möglich sei. Kommerzienrat Georgi stellt hierauf den Antrag: - „Der Kreistag wolle beschließen, den Kreisausschuß zu beauftragen, alsbald ein Projekt auszuarbeitcn, welches eine angemessene Verbreiterung der Kreisstraße Gicßen-Rodheim und der nach Heuchelheim abzweigenden Straße vorsieht. Diese Verbreiterung werde zweckmäßig im Anschluß an die Feldbereinigung ausgeführt." Dieser Antrag wurde hierauf einstimmig zum Beschluß erhoben. Bürgermeister Horst ton Nieder-Bessingen fragt an, warum bei dem Eindecken der Straßen vorzugsweise Hammerschlag verwendet werde. Er glaube, daß der Handschlag weit besser und mehrwertiger sei, als Maschinenschlag. Großh. Baurat Stahl bemerkte, die Menge der gebraucht werdenden Steine könne durch .Handschlag nicht hergestellt werden, da es an den erforderlichen Arbeitskräften fehle. Soweit indes Handschlag zu haben sei, würde er verwendet, da er mehrwertiger sei als Hammerschlag. Großh. Bürgermeister B u t t r o n brachte zur Sprache, daß bei der über-die Horloff bei Hungen führenden Brücke das Wasser sich namentlich bei Hochwasser staue und fragte an, ob hier nicht eine Aenderung vorgenommen werden könne. Großh. Baurat Stahl glaubt nicht, daß die Brücke schuld sei an diesem Uebel, sondern daß die Horloff unten zu enge und nicht genügend geräumt sei. Ter Vorsitzende sagte Prüfung dieser Angelegenheit zu. Zu Rubrik 28 ist zu bemerken: Das Straßenprojekt Taubringen-Staufenberg wurde genehmigt. Zum Projekt II: „Kreisstraße von Langsdorf nach Nieder- Bessingen und Nonnenroth" bemerkte Großh. Bürgermeister Heller, er finde das Projekt für das günstigste der vorgeschlagenen Projekte, da Torf und Wald aufgeschlossen würden. Er müsse indes beantragen, der Kreistag wolle beschließen, daß auch das vom Gemeinderat zu Lich vorgeschlagene Projekt einer Kreisstraße von Lich nach Nonnenrot angefertigt und die Mittel zur Erbauung dieser Straße in den nächsten Voranschlag eingestellt werden möchten. Turch diese Straße habe die Gemeinde Langsdorf größeren Vorteil, da die Wiesen aufgeschlossen würden. Auch der Stadt Lich sei alsdann viel Rechnung getragen, der Wald lasse sich leichter erreichen, und die Umwege würden vermieden. Es könne diese Straße aber später weiter ausgebaut und der Vogelsberg bis Schotten aufgeschlossen werden. Bürgermeister Horst erklärte, er könne sich für den Vorschlag des Bürgermeisters Heller nicht erwärmen. Ter gleiche Zweck könne erreicht werden, wenn die Straße von Lich nach Nonnenrot über Nieder-Bessingen erbaut werde. Tie beantragte Straße habe nur für Lich Wert, nicht aber für den Kreis. Dringend notwendig fei dagegen eine Straße von Burkhardsfelden nach Hattenrod, da eine solche fehle und diese Gemeinden, welche im Brandhilfeverband ständen, bei Feuerausbruch nicht zu erreichen seien. Er bitte, daß die Vorarbeiten für eine Verbindungsstraße Burkhardsfelden-Hattenrod gefertigt würden. Justizrat Hirschhorn fragte an, ab die vom Gemeinderat zu Lich gewünschte Straße, wie dieser behaupte, chvn in 1895 beschlossen worden sei. Großh. Baurat Stahl erwiderte hierauf, es sei nur beschlossen, eine Verbindungsstraße nach Nieder-Bessingen- Nonnenroth bezw. Langsdorf anzulegen mit Turchgangs- verkehr nach dem Wetterthal. Eine bestimmte Strecke sei nicht beschlossen, da die Terrainverhältnisse noch zu prüfen gewesen seien. Justizrat Hirschhorn konstatiert, daß es also ein Irrtum sei, was der Gemeinderat von Lich in seiner Eingabe behaupte. Er müsse sich für Genehmigung des vorliegenden Projektes aussprechen und nehme Anstand, über das Projekt Heller heute abzusttmmen, da man nicht genug vorbereitet sei. Justizrat Dr. G u t s l e i s ch stimmte dem Vorredner zu, da man nicht in der Lage sei, zu ermessen, ob der Vorschlag von Lich zweckmäßig sei. Er müsse sich heute gegen den Antrag Heller aussprechen und könne nur das vorliegende Projekt zur Genehmigung befürworten. Er glaube, daß mehr Lokalinte ressen als Kreisinteressen den Anlaß zum Projekt des Gemeinderates in Lich gegeben hätten. Er rege die Frage an, ob nicht eine Anzahl Karten für die Abgeordneten zu beschaffen seien, damit sie in der Lage seien, vom Platze aus die Richtungen zu verfolgen. Ter Kreistag ermächtigte hierauf den Kreisausschutz zur Beschaffung von 50 Exemplaren Generalstabskarten deS Kreises Gießen. Nachdem auch noch der Abgeordnete Leun zur Sache gesprochen hatte, bemerkte der Abgeordnete Heller, der Gemeinderat habe beschlossen auf eine Kreisstraße überhaupt zu verzichten, wenn seinem Projekt nicht stattgegeben werden könne. In diesem Falle bitte er um einen Zuschuß von dem Kreis, damit die Gemeinde sich die Straße selbst bauen könne. Hierauf wurde das vorliegende Projekt genehmigt. Der Antrag des Bürgermeisters Heller-Lich mit allen gegen eine Stimme abgelehnt. Abgeordneter Maid fragte an, ob die Straße von Garbenteich bis Lich bald zur Ausführung komme. Großh. Baurat Stahl erwiderte, daß das Projekt für Garbenteich fertig sei, für Lich indes etwas habe zurückgestellt werden müssen mit Rücksicht auf die dort beschlossene Feldbereinigung. Nach vollständiger Durchberatung des Voranschlags, zu welchem weitere Bemerkungen nicht erhoben wurden, wurde derselbe mit einer Einnahme und Ausgabe von je 511955.31 Mark genehmigt. Dem Voranschläge ist eine Anlage beigegeben, betreffend die Fürsorge für die Kreis st raß en Wärter und deren Hinterbliebene. Dieselbe steht zur Beratung nicht auf der Tagesordnung, weshalb der Vorsitzende die Frage an den Kreistag richtet, ob diese als dringlich zu bezeichnen sei und die alsbaldige Erledigung des Gegenstandes erfolgen solle. Nachdem diese Frage bejaht war, wurde die gedachte Anlage einstimmig genehmigt. Zum Schluß bat Großh. Bürgermeister Heller, der Kreisausschuß möge den vom Gemeinderat vorgeschlagenen Weg einmal begehen, um sich von der Richtigkeit des gestellten und leibet abgelehnten Antrags zu überzeugen. £er Vorsitzenbe sagte dies zu. Hieraus wurde der Kreistag geschlossen. Der Vorsitzende: Die Urkundspersonen: v. Bechtold. Buttron. W e l ck e r. Det Protokollführer: Schiff nie. Bekanntmachung. Betr.: Geflügelcholera. Nach Erlöschen der Geflügelcholera in Ruppertenrod Kreis Alsfeld, ist die angeordnete Stall- und Gehöftesperre wieder aufgehoben worden. Gießen, den 11. Mai 1901. Großherzogliches Kreis amt Gießen. v. Bechtolds Bekanntmachung. Betr.: Die Abhaltung von Körterminen zwecks Auf« nähme der Zuchttiere in das Provinzialherdbuch im 2. Körbezirk. Die Körkommission des 2. Körbezirks (Simmenthaler Vieh) wird an folgenden Tagen im Kreise Gießen nachfolgende Körterrnine abhalten: 1. Montag bett 2V. Mai 1901 zu: Grünberg mittags 12 Uhr, Stangenrod nachmittags 2i/2 Uhr, Beltershain nachmittags 3i/2Uhr, WeiterShain nachmittags 4i/2Uhr; 2. Dienstag bett 21. Mai 1901 zu: Münster vor- mittags 9 Uhr, Ettingshausen vormittags 10 Uhr, Ober-Bessingen vormittags 111/2 Uhr, Nieder-Bessingen nachmittags 12V3 Uhr, RöthgeS nachmittags 3 Uhr, Nonnenroth nachmittags 4 Uhr; 3. Mittwoch bett 22 Mai 1901 zu: Hungen vormittags 9 Uhr, Langd vormittags 11 Uhr, Inheiden nachmittags 2 Uhr, Riedmühle nachmittags 3 Uhr, Bellersheim nachmittags 5 Uhr; 4. Donnerstag bett 23. Mai 1901 zu: Langsdorf vormittags 9^ Uhr, Bettenhausen mittags 12 Uhr, Muschenheim nachmittags 2i/3 Uhr, Birklar nachmittags 4 Uhr; 5. Freitag bett 24. Mai 1901 zu: Eberstadt vor- mittags 9% Uhr, OberHörgern mittags 12 Uhr, Holzheim nachmittags 3 Uhr, Grüningen nachmittags 5 Uhr; 6. BamStag deu LS. Mai 1901 zu: Lich vormittags 10 Uhr, Garbenteich nachmittags 3 Uhr, Hausen nach mittags 5 Uhr. Die Züchter von Simmenthaler Vieh, welche ihre Tiere in das Herdbuch eintragen lassen wollen und diesbezügliche Anmeldungen schon bei mir gemacht haben, werden ersucht, ihre betreffenden Tiere an einem von der betreffenden Großh. Bürgermeisterei hierzu bezeichneten Orte aufzustellen, damit die Arbeiten der Kommission ohne Aufschub erledigt werden können. Sollten noch weitere Viehzüchter ihre Tiere kören lasten wollen, so werden dieselben ersucht, solche gleichfalls an den betr. Körterminen vorzuführen, vorher aber dem Vorsitzenden dieser Kommission, Herrn Gutspächter Pfannstiel in Angenrod, oder dem Geschäftsführer, Herrn Landwirtschafts lehrer Reichelt in Alsfeld, direkte Mitteilung davon zu machen. Hardthof, deu 30. April 1901. Der Präsident des landwirtschaftl. Vereins für die Provinz Oberhesten. Schlenke. Bekanntmachnng. Betr.: Beschaffung von Zuchtebern mit Unterstützung des landw- Prvvinzialvereins. Tem landw. Verein für die Provinz Oberhessen stehen auch in diesem Jahre wie seither Mittel zur Unterstützung von Gemeinden bei Beschaffung von Zuchtebern zur Verfügung. Ter Zuschuß beträgt für einen Eber 20 bis 40 Mk. und hängt die Gewährung davon ab, daß: 1. der Nachweis geliefert ivird über die Rassereinheit und Abstammung; und zwar werden nur Zuchttiere, welche der Borkshire-Rasse (weißes deutsches Edcl- schwein) angehören, unterstützt, 2. ein Beauftragter des Provinzialvereins den betr. Eber nach dem Ankauf einer Besichtigung unterzieht und seine Zuchttauglichkeit bescheinigt, 3. der betr. Eber mindestens ein Jahr zur Zucht in der fragt. Gemeinde benutzt wird. Ich ersuche die verehrlichen Gemcindevorstäude, Bewerbungen um den fragl. Vereinszuschuß gegebenenfalls an die Geschäftsstelle nach Alsfeld einsenden zu wollen. Hardt-Hof, den 9. Mai 1901. Ter Präsident des landw. Vereins für die Provinz Oberhessen. _________________Schlenke._____________•™"" Politische Tagesschau. In den „Tientsiner Täglichen Nachrichten", einer seit kurzem unter japanischer Aegide erscheinenden chinesischen Zeitung, veröffentlicht ein jüngst aus Hsianfu nach Peking zurückgekehrter hochgestellter Chinese ein recht sonderbares Stimmungsbild von, kaiserlich chinesischen Hofe. Danach haben sich Prinz Tuan und sein Sohn, der Thronfolger Puchün, auf der Flucht von Peking äußerst ungeberdig benommen, sodaß sich der Kaiser aus Furcht in seinem Wagen gehalten und nicht gewagt habe, sein Gesicht zu zeigen. Ter Thronfolger habe dem Kaiser nicht nur den üblichen Respektsgruß verweigert, sondern auch jeden Gebrauchsgegenstand des Kaisers, dessen er ansichtig geworden sei, ohne weiteres entzwei geschlagen oder weg- gcnommcn. Auch sonst habe er in vieler Beziehung den Anstand verletzt, und als man nach Hsianfu gekommen sei, habe der Kaiser bei der Regentin darüber Beschwerde geführt. Diese habe aber den Spieß umgekehrt und dem Kaiser bedeutet, er solle sich nicht mit dem Kinde zanken. Ter Kaiser, hierüber sehr erregt, habe die Sache nunmehr mit den hohen Staatswürdenträgern besprochen, worauf die Regentin nicht umhin gekonnt habe, eine Peitsche zu nehmen und dem Thronfolger 40 Hiebe aufzuzählen, um dem Kaiser Genugthuung zu verschaffen. Wie weit diese Darstellung der Wahrheit entspricht, niuß dahingestellt bleiben; daß der — jetzt 15 Jahre alte - Thronfolger Peitschenhiebe erhält, würde nach dem, was hin und wieder über die Gebräuche am chinesischen Hofe in die Ocsfeutlichkeit dringt, nicht gerade uninöglich sein. ? n Li-Hung-Tschang nahestehenden Kreisen glaubt man auch, daß Puchün bald gezwungen ioerden wird, auf die Thronfolge zu verzichten. Seine im Jannar 1900 erfolgte Einsetzung sei eine Folge des Staatsstreichs vom Herbst 1898 gewesen. Der damals unter Vormundschaft gestellte Ku- anghsü sollte ganz beseitigt und Puchün sein Nachfolger werden. Nachdem nunmehr eine Versöhnung zwischen dem Kaiser und der Regentin erfolgt und Hoffnung vorhanden sei, daß Dlanghsü noch eine Reihe von Jahren am Leben bleibe, läge die Nottoendigkeit, schon jetzt einen Prinzen als Thronfolger zu bezeichnen, nicht mehr vor. Zudem sei Puchün ungeeignet, es fehle ihm an Ernst und Verständ nis für seine Pflichten. Auch köune er als Sohu des zuin Verbrecher gestempelten Prinzen Tuan nicht mehr Kaiser von China werden, obwohl ja dadurch, daß Puchün vom Kaiser Tnugchih adoptiert worden sei, Tuan rechtlich aufgehört habe, als sein Vater betrachtet zu werden. Politische Wochenschau. Gleich zu Beginn der abgelaufenen Woche brachte der Reichsanzeiger die offizielle' Bestätigung des Kulissen Wechsels im arg nervös gewordenen preußischen Ministerium und gleichzeitig die Namen der neuen Männer, die berufen sind, das Räderwerk des, um mit dem hessischen Poeten Holzamcr zu reden, „auf staubigen Straßen" bald hier hin, bald da hin humpelnden Staatskarrens in normalen Gang zu bringen. Graf Bülow hat nun seinen Willen durchgesctzt, er hat sich den ihm unbequemen Miquel, den Manu mit dem unendlich dehnbaren fir anzpolitischen Herzen, vom Halse geschafft ivie einen alten Kragen. Neue Wäsche ist da, em .Ainistermm nach Bülolvs Belieben. Es liegt ledig lich im Interesse des leitenden Staatsmannes, daß er nun keinen Zweifel mehr läßt über die Ziele seiner Politik, daß er klipp und klar zu erkennen giebt, von welchen politischen Anschauungen ar getragen wird. Soll nicht neue Verwirr ung und llnsicherheit entstehen, sollen die Zweifel an der Einheitlichkeit der Regierung cntgiltig beseitigt sein, so muß Graf Bülow seine Absichten offen darlegen. Will er sich die Unterstützung weiter Kreise sichern, so wird er schlicht und einfach sagen müssen, was er will, er darf nicht den Gedanken auskommen lassen, als habe er etwas zu verschleiern und zu verbergen. Besonderes Interesse bringt man dem neuen Handelsminister Möller entgegen, von dem es neuerdings heißt, daß er dem Kaiser schon aus dessen Jugendzeit, als noch Hinzpcter aus Bielefeld sein Lehrmeister war, bekannt sei und daß schon Kaiser Friedrich ihn hoch geschätzt habe. Als Leiter des Zentralverbandes deutscher Industrieller hat er der Sicherung und Erweiterung der Rechte der Arbeiter feindlich gegenüber gestanden. Ter neue Landwirtschaftsminister v. PodbielSki besitzt ein von der Natur nicht kärgli ch bemessenes Maß von Klugheit. Als Generalleutnant z. T. war er Agrarier und Industrieller in einer Person, als Korpskommandeur der Postillone ein energischer Förderer des Fernsprechwesens und in fernen Versprechungen vorsichtig. Herrn v. Hammersteins erste Ministertage waren zweifellos recht heiter ob des Schwankens feiner feudalen Gestalt in der Tagesgeschichte. Er wird bald so, bald so geschildert, „wie sich's trefft". Schmunzelnd hat er nach einander gelesen, 1) daß seine Familie in Hannover stets liberalen Anschauungen huldigte, und daß er ein überaus konservativer Mann sei; 2) daß er der Jugendfreund des Grafen v. Bülow sei, daß dieser ihn aber gar nicht kenne, und daß der Kaiser allein auf ihn aufmerksam umrde, als er ihn in Urville kennen lernte; 3) daß er in Hannover begütert sei, sich aber dort niemals auf seiner Besitzung blicken ließ; gleichzeitig aber las er, daß er, so oft er da erschien, den Eindruck eines schneidigen Beamten machte, und 4) soll Herr v. Hammerstein nach der einen Meldung eine streng aristokratische „zugeknöpfte" Natur sein, dem schwer näher zu treten sei, während er nach der Schilderung eines anderen von bestrickender Liebenswürdigkeit, entgegenkommend und gütig sowie leicht nahbar sein soll. Er weiß nun ganz genau, wie sich sein Bild in den Augen der Zcitungsleser darstcllt: etwa so wie die geniale Illustration zu den klassischen Wirbelwino- versen Meisters Wilhelm Busch in seinem Poem vom undankbaren Herrn Meier: „Und es drehn sich alle Pappeln Und auch Meiern dreht es um." Nach! Erledigung dieses politischen Kulissenzaubers scheint nun die Sommerruhe mit scheuer Hand an die Thür zu pochen. Tann hängen wir alle politischen Sorgen an den langen Nagel und freuen uns mit den Herren Reichsboten der Diäten, die sie, zweifellos erfolglos, sich selber zuzubilligen die große Güte hatten. Nachdem die preußi- chen Abgeordneten bereits nach Hause geschickt worden sind, werden die der süßen Kindererinnerung des Schwänzens mit bewundernswerter Ausdauer sich begebenden Rerchs- tagsherren am morgenden Dienstag ihre Sommerferien erhalten. Weder heute noch, morgen wird man ein beschluß- ähiges Haus erzielen — über die sonstigen Fähigkeiten der Mehrzahl der verehrten Insassen des Wallotbräuhauses wollen wir lieber nicht reden, um die Guten nicht „außerm Häuschen" zu bringen. In einer Angelegenheit aber haben sic ganz gewiß die Zustimmung der Allgemeinheit gefunden. Daß die Interpellation wegen der Behandlung deutscher Missionare im südafrikanischen Kriegsgebiete Veranlassung geben würde, die Kriegführung der Engländer gebührend zu kennzeichuen, war selbstverständlich; unsere 1 Freunde jenseits des Kanals haben derbe Wahrheiten hören müssen, die freilich bei ihnen wenig ver- angeu werden. Unangenehm wird ihnen die Erklärung aus dem Munde des Staatssekretärs Freiherrn v. Richthofen gewesen fein, daß auf ihrer Seite „Ungerechtigkeiten" geschehen seien. Auf dem Gebiete der internationalen Politik leht die C h i n a f r a g e noch immer im Vordergründe des Interesses. Von deutscher Seite liegt eine Aeußerung betreffs der Zurückziehung der Truppen noch nicht vor, es werden sogar noch die Werbungen für frischen Nachwuchs ortgesetzt, aber man darf wohl erwarten, daß, auch Teutsch^- land, sobald ein Einverständnis der beteiligten Mächte über die Bedürfnisfrage erzielt worden ist, das Gros seiner Truppen abberuft und nur diejenigen Mannschaften zurück läßt, welche zur Sicherung der Gesandtschaft und zur Verhütung der Verletzung deutscher Interessen, sowie zu dem Zwecke notwendig sind, um China zur Erfüllung der stipu- lierten Friedensbedingungen anzuhalten. Neuerdings verlautet, daß Italien und Frankreich, bereits die Zurückberufung der entbehrlichen Truppen beschlossen haben. Tas Bundesparlament der australischen Staaten ist am Donnerstag vom englischen Thronfolger in Melbourne eröffnet worden, womit die Vereinigung der australischen Kolonien ihre Sanktion erhalten hat. Kann sich der ehrenwerte Mr. Chamberlain dieses seines Werkes freuen, so hat er dazu noch immer keine Ursache betreffs des Verlaufs der Tinge in Südafrika. Wohl veröffent lichen die englischen Blätter fortgesetzt amtliche Berichte über „Siege "der englischen Trappen über die Buren und verzeichnen sorgfältig jeden einzelnen Toten oder Verwundeten und jedes Stück beschlagnahmten Viehs auf der gegnerischen Seite, aber selbst in England legt man diesen Telegrammen keinen Wert mehr bei. Solche kleinen Erfolge, selbst wenn sie auf Wahrheit beruhen, üben auf die Gesamtlage wenig Einfluß aus und ändern nichts an der Thatsache, daß die Buren noch immer unbesiegt sind, daß das Ende des Krieges noch nicht abzusehen ist. Uebrigens ist wenigstens eine Sorge von der englischen Regierung genommen worden: der infolge des einzusiihrenden Kohlenzolls geplante R i e s e n a u s st a n d auf den britischen Kohle n gr u b e n findet nicht statt; das Ausland muß also jetzt die Kosten der C.hamberlainschen Politik in Südafrika tragen helfen. Im Quirinal zu Rom und im Konat zu Belgrad harren die Aerzte des Eintreffens des Thronerben. Besonders in Serbien würde die Geburt eines Prinzen von erheblicher Bedeutung für die Dynastie fein, die bekanntlich nur auf den Augen des Königs Alexander ruht und keines- wcgs als gefestigt geltend kann. Die Obrenountschs haben sich in den letzten Jahrzehnten viele Sympathien verscherzt und ihr Ansehen ist stark verblichen. Jetzt segelt Alexander ganz im russischen Fahrwasser, er hat anscheinend vergessen, was er Oesterreich Ungarn zu verdanken hat. Wenn übrigens nicht alles täuscht, so treiben die Dinge auf dem Balkan neuerlich wieder einer Entscheidung zu, die von Bulgarien ihren Ausgang nimmt. Die Lage in Spanien haben wir eingehend behandelt: sie bleibt ernst trotz aller Vertilschungsversuche der Madrider Regierung, welche die Vorgänge in Katalonien ganz den Anarchisten in die Schuhe schieben will. Deutscher Reichstag. Der Antrag wegen Vertagung beß Reichstags bis zum 26. November wird in einmaliger Lesung ohne Debatte angenommen, desgleichen werden der Nachtragsetat und die Novelle zum Flaggenrecht der Kauffahrteischiffe in erster und zweiter Lesung debattelos genehmigt und ebenso Rechnungssachen erledigt. Es folgt die erste Beratung des Gesetzes, betreffend die Handels» beziehungen zu Großbritannien. Abg. v. Levetzow (kons) erklärt, die Konservativen würden ihre Bedenken gegen die Vorlage jetzt nicht geltend machen und für dieselbe stimmen. Abg. Münch «Ferber (natl.) führt aus, die Nationalliberalen würden dem Handelsprovisorium zustimmen mit Rücksicht auf die früheren eingehenden Besprechungen und darauf, daß die Handelsverträge doch bald ablaufen. Abg. Bachem (Zentr.) schließt sich dem Vorredner an. Abg. Pachnike (ftf. Ser.) stimmt der Vorlage ohne Bedenken zu. Abg. v. Tiedemann (frf.) schließt sich namens der Reichspartei den Ausführungen des Abgeordneten v. Levetzow an. Abg. Müller-Sagan (ftf. Vp.) tritt den Bemerkungen des Abg. Pachnicke bei. Hierauf wird ein Schlußantrag angenommen und der Entwurf in 1. und 2. Lesung in der Fassung der Regierung angenommen. Die nunmehr folgende erste Beratung der Verordnung bett. Zoll auf Blauholz und Zollzuschlag auf Kaffee und Kakao aus Haiti wird durch Kenntnisnahme erledigt, ebenso die zweite Lesung. Nächste Sitzung Montag 1 Uhr. Tagesordnung: Kleinere Vorlagen, Branntweinsteuernovelle, Gewerbegerichte. Schluß gegen 2 Uhr. Parlamentarisches ans Hessen. Mehrere Berichte des Ersten Ausschusses sind zur Ausgabe gelangt. In Bezug auf einen Antrag der Abgg. Ulrich und Genossen, betreffend die Besoldung der Kreistier- ärzte wünscht der Ausschuß, daß demnächst bei der Ausführung des Fleischbeschaugesetzes die Gebührenfrage bezüglich der Fleischbeschau entsprechend geregelt und im übrigen dem Antrag Ulrich und Genoffen weitere Folge nicht gegeben werden möge. Ein Mitglied beantragt, dem Antrag Ulrich und Genossen Folge zu geben. Die Regierung wollte deren Wünsche durch eine Vorlage entsprechen, derzufolge Oekonomierat Leithiger als Staatsbeamter gegen ein provisorisch normiertes Gehalt von 7000 M. zu Lasten des landwirtschaftlichen Vereins für Oberhessen angestellt, der Dienstaufsicht der Großh. Oberen landwirtschaftlichen Behörde unterstellt, im übrigen aber auf Ber- anlassung des ProvinzialauSschusseS im Zusammenwirken mit demselben mit Ausführung der in dem bereits erwähnten Grundplan niedergelegten Funktionen eines Zuchtinspektors betraut werden sollte. Ein neuerlicher Antrag des Abg. Dr. »Heidenreich auf staatliche Anstellung Leithiger'S fand nicht die Zustimmung der Regierung, die es schon mit Rücksicht auf die Konsequenzen für unthunlich erachtet, Vereinsbeamten die Eigenschaft von Staatsdienern zu verleihen. Ein Eingehen auf den Antrag des Dr. Heidenreich müßte zur Folge haben, daß mit gleichem Recht die nämliche Bewilligung für die Sekretäre und Rechner der landwirtschaftlichen Vereine, Genossenschaften oder sonstiger gemeinnütziger Vereinigungen in Anspruch genommen werden könnten. Nach langem Hin und Her hat sich nun der Ausschuß in Erwägung, daß 1. Herr Leithiger bereits seit längerer Zeit die Stelle eines Tierzuchtinspektors für die Provinz Oberhessen nebenamtlich oerfieht und voraussichtlich weiter versehen wird, somit zur Zeit eine absolute Notwendigkeit für die staatliche Anstellung eines Tierzuchtinspektors für Oberhessen nicht vorliegt, 2. eine Neuorganisation der gesamten Landwirtschaft, insbesondere die Errichtung einer Landwirtschaftskammer in absehbarer Zeit zu erwarten steht, deren Aufgabe die Erledigung dieser Angelegenheit sein dürfte, — dahin erklärt, alle darauf abzielende Wünsche abzulehnen. Ein Bericht des Ersten Ausschusses über die Regierungsvorlage, betreffend die Besoldung der Realschuldirektoren erklärt sich dahin, deren Gehalt auf 5200—6200 Mk. fest- zusetzen. Der Vorstellung der staatlich angestellten älteren Geometer 1. Klasse betreffend anderweitige Festsetzung ihrer BesoldungS- und pensionsfähige Bordienstzeit soll nach Wunsch oer Majorität des Ausschusses keine Folge gegeben werden. Nur 1 Mitglied beantragt teilweise Berücksichtigung. Die Regierungsvorlage betreffend Abtretung von fiskalischem Ge- lande zur Erbauung einer evangelischen Kirche in Bad-Nauheim hat die Zustimmung des Ausschusses ge- fanden. Die Kirche soll auf dem Platze des alten KursaaleS errichtet werden. Die Regierungsvorlage betreffend die Abänderung des Gesetzes vom 25. November 1871 die Versicherung von Mobilien in Feuerversicherungsanstalten beantragt der Ausschuß anzunehmen und die Vorstellung deS AnSschuffeS des Verbandes deutscher Privat-Feuerversiche« rungsgesellschasten in gleichem Betreff für erledigt zu erklären. Ferner bringt, auf Grund einer Regierungsvorlage und eines Antrages des Dr. Fernay, der Ausschuß solgenden Antrag ein: Die Kammer wolle ihre Zustimmung dazu erteilen: 1. Daß der Besoldungsordnung vom 9. Juni 1898 folgende Bemerkungen zugefügt werden: a) Der Gehalt eines Oberlandesgerichtsrats oder Landgerichtsdirek- lorS, der sich geringer bemißt, als der Gehalt, den er im Falle des Verbleibs auf einer der unter 5 bezeichneten Stellen (Landrichter, Amtsrichter, Staatsanwälte re.) innerhalb der für diese Stellen vorgesehenen acht Besoldungsstufen beziehen würde, erhöht sich um den Betrag des Unterschieds. Diese Gehaltszulage ist pensionsfähig; sie wird bis zu dem Zeitpunkte gewährt, in welche« sich der Unterschied durch das Einrücken in eine höhere Gehaltsstufe ausgleicht. Die AufrückungSfristen werden durch die Gehaltszulage nicht berührt, b) Ein Oberlandesgerichtsrat oder Landgerichtsdirektor, dessen Gehalt sich geringer bemißt, all der Gehalt eines nach ihm zum OberlandeSgerichtSrat oder Landgerichtsdirektor ernannten Beamten wird dem anderen Beamten im Gehalt sowie in Ansehung der AufrückungSfristen gleichgestellt. Diese Bestimmung findet keine Anwendung, wenn der andere Beamte vor seiner (Ernennung zum OberlandeSgerichtSrat oder Landgerichtsdirektor einen Gehalt von mehr als 6000 Mk. bezogen hat. II. Daß entsprechende Bemerkungen wie unter I 'Hst-g, S**?BÄ!I**' '-^r.rrL ’M aus, bit 9m *h**Usyft* Vorredner t» ^vetzow an 61 Mtytttei “ b'" •**!■ to Jh#, aS=as ;' $t*emMetnoi)dk, ®,: $ ^us Hesse«. ;N*ri«bi«rte -'AtwgdlriibAWch olbnng bet SttiMitt. »B d-Miichst bei bet «w, »te ©ebiibtenftage bejüglid re9e“ und im übrigen dem '"ere Folge nicht gegeben 'tragt, dem Antrag Ulrich Lüvsche durch eine Vorlage wt Leithiger als Staats- aertes Gehalt M1WM. t Vereins \wt Oberhchen Glotzh. Oberen landwirt- m übrigen aber auf 8er- es im Zniammenivirken mit in dem bereits ewähnten ionen eines ZchichcktvrS clicher Antrag des Abg. Dr. ng Leithiger'S fand nicht die es schon mit Rücksicht ans erachtet, Vereinsbeamten die |U verleihen. Ein Eingehen eich müßte zur Folge haben, nliche Bewilligung für die viitföaftlifyn Vereine, Ge- vemuüKiger Bereinigungen unten. Nach langem Hin schuß in Erwägung, baß m IflL A «e eines az Obrrhrsien nebenamtlich •t vergehen wird, somit zur it für die staatliche «n- fir Oberheßei mG amten Lwwvschch, * MMch-ME '°7 t, beten ilch-b- du » i bürste, - d°hi« "'M Mbii bkN”* a?5Ä<»* f»' * ^“SÄ« lderweittge W V°sch Zordienstzelt soll u 4 keine Fck° iweise BerückM ^ @e, •5SS.5.X ^^^Kie«ellungdrt men ""d d at.Feueroerß^ ft 3*”“ 3«*® ** Xi* j >est aeivayrl'»» g; hende Bel» auch zu C. b. 6 der Besoldungsordnung Dom 9. Juni 1898 in Ansehung der an dieser Stelle (Gerichtsschreiber bei den Amtsgerichten rc.) sowie der unter Nr. 10 (HilfS gerichtSschreiber bei den Amtsgerichten rc.) bezeichneten Beamten zugefügt werden. III. Daß die Bemerkungen unter I und II mit Rückwirkung vom 1. April 1900 in Kraft treten. Der Regierungsvorlage, betr. eine provisorische Lehreritelle am Realgymnasium zu Darmstadt stimmt der Ausschuß zu. Die Wahl des Agb. Georg Häusel zu Michelstadt soll auf Antrag deS Ausschusses für gütig erklärt werden. Ans Stadt und Zand. Gießen, 13. Mai. ** Personal Nachrichten. Der Großherzog hat dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Gießen Ferdinand Schmidt und dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Lauterbach Ferdinand Frey den Charakter als .Amtsgerichtsrat" erteilt; ferner den Steuerinspektor Regierungsrat Dr. Ludwig Lauer der ihm übertragenen Funktion eines VifitationSkommissärs der Steuerkommissäre enthoben; den SteuerkommiffariatS- assistenten bei dem Steuerkommissariat Offenbach RegierungS- assessor Georg Hoos zum Steuerkommifsär deS Steuer- kommissariats Beerfelden, den Gerichtsschreiber-Aspiranten Herman» Müller zu Darmstadt zum 2. Affistenten bei dem Erbschaftssteueramt und den Zeichengehilfen bei der Main- Neckar-Eisenbahn Ludwig Heiland aus Darmstadt zum Zeichner bei dieser Bahn ernannt. ** Nach Kamerun. Oberstleutnant Pavel, Stabsoffizier im hiesigen Infanterie-Regiment Nr. 116 ist, wie wir hören, Kommandeur der Schutztruppe in Kamerun geworden, als Nachfolger des Majors v. Kamptz. Ein Bruder des Herrn Pavel ist bekanntlich Kommandeur des 2. Ostasiatischen Infanterie-Regiments. Tie Schutztruppe soll eine wesentliche Vermehrung der Mannschaften erfahren. ** Turngang. Wie aus dem Inseratenteil erficht- lich, unternimmt die Gießener Turnerschaft am Himmel- f a h r t S t a g einen Turngang auf den Tünsberg, der auch dazu dienen soll, den für das allgemeine Wettturnen vorgesehenen und von der kgl. Forstbehörde bereitwilligst zur Verfügung gestellten und abgeholzten Turn-Platz in Augenschein zu nehmen. Am 30. Juni wird gelegentlich des Tünsbergfestes auch einWettturnendesTurn- gaues Hessen stattfinden. t Annerod, 13. Mai. Gestern fand durch Kreisfeuerwehrinspektor Loos eine Besichtigung unserer freiwilligen und Pflichtfeuerwehr statt. Mit Ausnahme einiger durch Krankheit entschuldigter Wehrleute war die Mannschaft Dollzählig zur Stelle. Die Schulübung ging sehr gut von statten und der Brandangriff zeigte, daß sich- die Geräte in sehr gutem Zustande befinden, deshalb nahm auch der Kreisfeuerwehrinspektor Veranlassung, sich über die Leistungen der gesamten Mannschaft sehr anerkennend auszusprechen. E- Allendorfa. d. Lumda, 12. Mai. Sonntag Exaudi, 19. Mai, nachmittags 2 Uhr, soll unser Klein kinder- schutfest, diesmal in der Kirche, mit nachfolgenden' Spielen der Kinder im Freien, abgehalten werden. Pfarrer Volp von Laubach, der frühere Geistliche unserer Gemeinde, wird die Festansprache halten. Bad-Nauheim, 12. Mai. Unterhaltungen vom 15. bis 19. Mai. Frühkonzert der Kurkapelle täglich von halb 7 bis halb 8 Uhr vormittags am Kurbrunnen. Mittwoch 15. Mai, abends 8 Uhr Eröffnung der Theatersaison: „Tie versunkene Glocke". Ein deutsches Märchendrama in fünf Akten von Gerhard Hauptmann. Donnerstag 16. Mai, Himmelfahrt, nachmittags von halb 4 bis halb 7 und abends von halb 8 bis 9 auf der Terrasse: Konzert der Kapelle des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm (2. Gvoßh. Hess.) Nr. 116 aus Gießen. Freitag 17. Mai, abends 8 Uhr Theatervorstellung unter Mitwirkung der Kurkapelle: Einmaliges Gastspiel der Solotänzerinnen Fräulein Milla Reisinger und Fräulein Samsa vom Opernhaus in Frankfurt a. M. „Ballet". Hierauf: „Zum Einsiedler". Lustspiel in 1 Akt von Benno Jacobson. Tann: „Ballet". Hierauf: „In Civil". Lustspiel in 1 Akt von G. Kadelburg. Zum Schluß: „Ballet". Samstag 18. Mai, abends 8 Uhr Theatervorstellung: „Ter Schlafwagen-Kontrolleur". Schwank in 3 Akten von Alexandre Bissau. An den Wochentagen spielt die Kurkapelle täglich von halb 4 bis halb 7 auf der Terrasse. Sonntag 19. Mai, Konzert der Cornet a Piston-Virtuosin Fräulein Sophie Branden und der Kurkapelle. —h— Kaulsto ß, 11. Mai. Bei der heutigen Bürgermeisterwahl wurde der Gast- und Landwirt Heinrich Uf in g er VIII. einstimmig zum Bürgermeister gewählt. Von 54 Wahlberechtigten hatten 46 abgestimmt. Schlitz, 17. Mai. Tem Gräflich Görtz'schen Ehepaar in Schlitz hat der Kaiser zur silbernen Hochzeit eine Zusage gemacht, die für die Stadt Schlitz und den ganzen Bezirk von großer Bedeutung ist. Hiernach soll die dem nächst zu erbauende Bahnlinie Gerstungen-Hünfeld baldigst eine direkte Fortsetzung nach Schlitz erhalten, so daß dieser Platz Station einer abgekürzten Verbindung Berlin- (bezw. Sachsen-) Thüringen-Koblenz-Metz wird. Auch ist für Schlitz die Schaffung einer Militärverpflegungsstation in Aussicht genommen. Tamit erhält das Schlitzer Amt geeigneten Ersatz für die seit Jahrzehnten vergebens gehoffte Einbeziehung in eine direkte Route Berlin-Frankfurt a. M. § Grebenhain, 12. Mai. Dvr einiger Zeit wurde hier die Nachricht verbreitet, daß das hiesige Postamt in eine Agentur umgewandelt werden solle, da zwischen der Gemeindevertretung und dem PofifiskuS beim Ankauf des Geländes zum Bau eines neuen PoftgebäudeS keine Einigung erzielt worden sei. Nunmehr hat sich diese Angelegenheit zur Freude der hiesigen Bürgerschaft geklärt. Zwischen der Postbehörde und der Gemeinde ist jetzt ein Kaufvertrag zustande gekommen. Das neue Postgebäude wird in der Mitte des Dorfes errichtet werden. — Im Walddistrikt „Rothebach" der hiesigen Oberförsterei werden zurzeit größere Fichtenstammholzfällungen für die ^Telegraphenstangen-Jmprägnieranstalt" bei Schotten sorgenommen. Dem Forstwart Dillemuth zu Bermuthshain wurde bei den Meffungsarbeiten vonseiten der Forstbehörde >er Forstwartasfistent Körber aus Altenbuseck beigegeben. Die Stämme werden von Fuhrleuten der Umgegend gefahren und beim Verladen muß große Vorsicht obwalten, da das Holz zu dem Zwecke keinerlei Beschädigungen erleiden darf. Darmstadt, 11. Mai. Der Großherzog und die Großherzogin empfingen am 10. Mai den kgl. Großbritannischen Geschäftsträger mit Gemahlin, Mr. und Mrs. Johnstone. — Der Großherzog empfing am 11. Mai u. a. den Generalleutnant v. Perbandt, Kommandeur der Großh. (25.) Division, den Staatsanwalt Reuß von Gießen, den Fabrikanten Finger von Lauterbach. Groß-Umstadt, 11. Mai. Auf dem sogen. Querwege am GeyerSberg wurde kürzlich eine Messing täfel in Größe von 21x17 Ctm. gefunden, in die folgende merkwürdige Inschrift von sachkundiger Hand sauber und exakt mit hübschem EinfasiungSrand eingraviert ist: CARL • WILHELM * VON ♦ CURTI * GENANT ♦ CURTIUS * BARONET • IN • ENGELLAND • GEWESENER • UNGLUECKLICHER * CHURPF AELZISCHER • OBER-AMTMANN • ZU • UMSTADT * UND * OTZBERG • NACHGEHENDß • HOCHFUERSTLICHER • HESSEN-DARM8TAEDTISCHER • ADLICHER • REGIERUNGBRATH • BESCHLOSS * SEINEN • MUEHSEELIGEN • ANFECHTUNGS - VOLLEN * LEBENSLAUFF • DEN • XIII. * APRIL • MDCCXXXIII * SEINES * ALTERS • LXXVIH • JAHR • III MONAT • UND * VII * TAGE *. Vermutlich war die Tafel als Schild an einem Sarge befestigt, was die zehn Durchbohrungen für Nägel am Rande genügend darthun. -k- Mainz, 10. Mai. Bei neuen Kelleranlagen unfern des alten israelitischen Friedhofes hier, ist man jüngst auf Reste eine« römischen Friedhofes gestoßen. Es wurden nicht weniger wie 32 ganze Grabstellen festgestellt. Diese Grabstellen verteilen sich auf 20 Skelettgräber, bei denen noch vielfach die Reste von Holzsärgen und Sargnägeln in 8 Brandgräbern und 4 Sarkophagen aufgefunden wurden. Diese waren zum Teil aus rotem und grauem Sandstein, die Skelette waren Aum Teil noch wohl erhalten. In den Brandgräbern befanden sich Aschenurnen und andere Gefäße, in denen sich noch Aschereste vorfauden. Die Beigaben in den Gräbern bestanden zum größten Teil aus Thonkrügen, Schalen und Schüsseln. An Schmucksachen wurden Glasperlen, Armringe und auch einige Silbermünzen mit dem Bilde des römischen Kaisers Elagabalus gefunden. Die meisten Fundstücke wurden dem städtischen Museum einverleibt. Wißmar (Kreis Wetzlar), 10. Mai. Gestern wurde hier unter großer Anteilnahme ein Mann zu Grabe getragen, der in weiten Kreisen seiner Heimat Verehrung genoß: der seit Herbst vorigen Jahres im Ruhestand lebende Pfarrer Karl Liebrich. Geboren 1821, studierte er, sich dem Berufe widmend, dem bereits eine Reihe seiner Borfahren gedient hatte, in Halle und in Bonn Theologie. Bon jeher ein be- geisterter Patriot, schloß er sich in Halle der burschenschaft- lichen Bewegung an und gründete in Bonn im Sommer 1844 mit seinen Freunden eine neue Burschenschaft, die noch heute blühende „Alemannia", deren 1. Sprecher und ältestes Ehrenmitglied er war. 45 Jahre lang hat er in dem Heimatort Wißmar, wo er der Nachfolger seines seit 1824 in der Ge- meiude thätig gewesenen Vaters wurde, in Segen gewirkt. Dem Vorstand der Synode Wetzlar gehörte er seit 1862 an, mehrere Jahre lang fiel ihm an Stelle des vom Alter gebeugten Superintendenten die Verwaltung der Superinten dentur zu; als er dann selbst in dieses Amt erwählt werden sollte, glaubte er mit Rücksicht auf seine vorgeschrittenen Lebensjahre ablehnen zu müssen. Der Förderung des Gemeinwohles hat er seit Bestehen der neuen Gemeindeordnung in der Rheinprovinz als Mitglied des Kreistages des Wetzlarer Kreises eifrig gedient. In den Reden und Ansprachen, die seiner Bestattung vorangingen, wurden sein lauterer Charakter, sein ideales Streben, sein Patriotismus mit Wärme hervor- gehoben. Auch die oben genannte Bonner Burschenschaft hatte eine Vertretung geschickt, deren Sprecher mit huldigenden Worten einen Lorbeerkranz mit schwarz rot-goldener Schleife am Grabe niederlegte.^ Vermischtes. • Görlitz, 11. Mai. Hier brachte die Ehefrau eines Handlungsreisenden, wie vermutet wird in einem Anfalle von Geistesstörung, sich und drei ihrer Kinder durch Leuchtgasvergiftung ums Leben. * Münchberg (Oberfranken), 11. Mai. Heute vormittag zertrümmerte der Weber Hofmann in Winklas bei Münchberg mit einem eisernen Wagenreifev seinem vier Wochen alten Kinde den Kopf, sodaß der Tod sofort eintrat, und brachte seinem zweijährigen Knaben mit dem gleichen Jnsttument lebensgefährliche Verletzungen bei. Nach der That stellte sich der Mörder der GenSdarmerie. * Petersburg, 11. Mai. Der Medizinalrat hat festgestellt, daß es sich bei der zu Ende des vorigen und zu Anfang des laufenden Jahres in verschiedenen Ortschaften des Gouvernements Astrachan und der Kirgisischen Steppe vorgekommenen epidemischen Erkrankungen um Fälle der indischen Pest gehandelt hat. — Stadt und Hafen Rio de Janeiro find vom Medizinalrat für seuchenfrei, Alexandrien ist für verseucht erklärt worden. * Catania, 11. Mai. Heute nachmittag wurde ein sehr starkes Erdbeben in Nicolovi verspürt, mehrere Häuser wurden beschädigt. Ein Verlust an Menschenleben ist nicht zu beklagen. Universitäts-Nachrichten. — Ebenso wie die Ordnung der Reifeprüfungen an den neunklassigen höheren Lehranstalten (Gymnasien, Realgymnasien und Ober-Realschulen) in Preußen eine Aenderung erfahren wird, deren Grundzüge wir mitgeteilt haben, ist auch eine Neuordnung für die Entlassungsprüfung an den sechsklassigen höheren Schulen (Progymnasien Realprogymnasien und Realschulen) in Preußen in Aussicht genommen' Durch den königlichen Erlaß vom 26. November 1900 ist bekanntlich die „Abschlußprüfung" an den neunklassigen höheren Schulen, d. h. die Prüfung für die Versetzung nach Obersekunda, in Wegfall gekommen. Diese Maßregel muß nach dem Grundsätze ausgleichender Gerechtigk-ü auch auf die sechsklassigen Schulen einwirken, an denen die gleichaltrigen Genoffen der Untersekundaner auf den neunstufigen Anstalten unter einen wesentlich komplizierteren Apparat gestellt sind, als derjenige ist, der jetzt an den neunklassigen Schulen nach Aufhebung der Abschlußprüfung en Thätigkeit getreten ist und in Zukunft an den Pforten zur einjährigen Berechtigung stehen wird. Wie die „Nat.-Ztg." erfährt, soll die ganze Ordnung für die Entlaffungsprüfung an sechsklassigen Anstalten in Zukunft nur wenige Paragraphen umfassen. Der Zweck der Prüfung wird darin bestehen, zu ermitteln, ob die Schüler die Reife für die Obersekunda einer Vollanstalt erteilt haben; also die Entlaffungeprüfung wird in Zukunft der Ser« setzungsprüsung, die ja auch an neunklassigen Schulen nach Fortfall der Abschlußprüfung nach wie vor besteht, ähnlich sein. Die Prüsungs. kommission wird aus den Lehrern der obersten Klaffe, dem Direktor und einem königlichen Kommissar bestchen, der aber feine Rechte dem Direktor übertragen kann und hiervon voraussichtlich ausgedehnten Gebrauch machen wird. Für den Umfang der Prüfung, den Maßstab der Anforderungen und die Feststellung der Reife werden dieselben Grundsätze maßgebend sein, die an Vollanstalten für die Versetzung nach Obersekunda gelten. Gerichtssaal. Mainz, 11. Mai. Mit einer TestamentSfülschung hat sich die Strafkammer zu beschäftigen. Der Kaufmann Anton Feilzer und deffen Frau hatten im Oktober in Oberolm, als die Großmutter der Frau schwer erkrankte und starb, ein Testament angefertigt, in dem die Ehefrau als Universalerbin eingesetzt war. Die anderen Angehörigen fochten dieses Testament an und wiesen die Fälschung nach. Die Strafkammer verurteilte den Kaufmann zu neun und deffen Frau zu sechs Monaten Gefängnis. — Der Metzgermeister Bernhard Fröhlich hatte während des Gutenbergfestes tuberkulöses Vieh geschlachtet und verkauft. Er erhält eine Gefängnisstrafe von einer Woche. Daudet und Verkehr. Uolkswiüschast. Epirral, 12. Mai. Dis Baumwoll-Industriellen des Departements Meurthe et Moselle und Haute Saone, sowie des Territoriums von Belfort hielten heute hier eine Versammlung ab, in welcher beschloffen wurde, zur Einschränkung der Produktion vom 15. Mai ab an jedem Samstag die Arbeit in den Fabriken ruhen zu lasten, bis die vorhandenen Vorräte abgesetzt sind. Damit die Arbeiter keinen Schaden erleiden, soll eine Erhöhung der Löhne erwogen werden. 7" Grünberg, 11. Mai. Fruchtmarkt. Durchschnittspreis pro 100 Kilo. Weizen 17,75—18 Mk.,fKorn 16,00 Mk., Gerste 16,50-17 M., Hafer 14,75—15 Mk., Erbsen 18 Mk., Linsen 00,00 Mk., Samen 00,00 Mk., Wicken 20 Mk., Kartoffeln 5,50—6,50 Mk. Arbeiterbewegung. Darmstadt, 12. Mai. Der, wie wir in letzter Nummer berichteten, zum Ausbruch gekommene Bäckergehilfeustretk dauert noch fort. Nur wenige Meister sind es, die den Forderungen ihrer Gehilfen, und zwar zum Teil, entsprochen haben und diese zur Wiederaufnahme der Arbeit veranlaßten. Ueßer 200 Gehilfen befinden sich noch im Ausstand. Den „N. H. Volksbl." wird mitgeteilt, daß die Bäckerinnung ein Lohnangebot von 20, 17 und 15 Mk. pro Woche gemacht hat, während die Gesellen 26, 25, 23 und 19 Mk. verlangen. Das Verlangen nach Bezahlung von gesetzlich erlaubten Ueberstunden wurde abgelehnt. Zunächst will die Innung auf keinen Fall den Gesellen Wohnung aus dem Hause zubtlligen, sowett sie nicht verheiratet sind. In der Gesellenversammlung am Donnerstag abend wurde letztere Bewilligung als ein Scheinzugeständnis bezeichnet, da verheiratete Gesellen alsdann nicht mehr beschäftigt werden würden. Der Streik wurde, nachdem Hegmann aus Mannnheim einen Vortrag über die „Notwendige Verkürzung der Arbeitszeit" gehalten» mit 181 Stimmen in der schon erwähnten Versammlung beschloffen. 13 Meister mit 37 Gehilfen und 7 Hausburschen haben die Forderungen anerkannt und bei ihnen wird gearbeitet. Harrau, 12. Mai. Die hiesigen organisierten Friseur- und Bar« biergehilsen sind mit Forderungen an ihre Arbeitgeber herangetreren, die aus Gewährung eines Wochenlohnes von 8 Mk. bet freier Station hinauslaufen. In den Kreisen der Arbeitgeber ist man nicht abgeneigt, darauf einzugehen, wenn die vor einiger Zeit beschloßene geringe Preiserhöhung einheitlich gehandhabt wird. Skelsterbach, 12. Mai. Wegen weit auseinandergehender Lohndifferenzen hat die Arbeiterschaft in der Süddeutschen Waggon-Aktien- gesellschaft in Kelsterbach Sperre über die Fabrik verhängt, infolgedessen der größte Teil des Werkes stillsteht. LpikylM ötr otrttuigftn franfefnrttr Ltittthkiarr. Opernhaus. Dienstag, den 14. Mai,*) „DieBettlerinvomPontdes Arts". Mittwoch, 15. Mai, abends >/-8 Uhr: „Die Geisha". Donnerstag, 16. Mai. „Lohengrin." Freitag, 17.Mai. Geschloffen. Samstag, 18. Mai. „Die Bettlerin vom Pont des Arts". Sonntag, 19. Mai. „^ra SD ian o Io/ Hierauf: „Tanzbilder/ Schauspielhaus. Dienstag, 14. Mai. „Ueberunsere Kraft". Mittwoch, 15. Mai. „Romeo und Julia." Donnerstag, 16. Mai. 3ameu-Kalvschuhe , 2.50 „ , LaL-Spangenschnye „ 8.50 „ „ Besonders günstiger Gelegenheitskaufr Ein Posten Damen - Knopf stiefel sehr solide Qualität, nur in Nr. 89, 40 und 41, das Paar nur 4 JC Ein Posten Kinder-Stiefel von 1 an. Alle Arten Schuhwaren für Jedermann, vom billigsten biS feinsten Genre, wirklich preiswert. Nur Mittwoch in Oswalds Garten zum Jahrmarkt Frau Anna Springmann- DM 15 aaX‘eer‘ Treffer muß jeder einzelne Teilnehmer schon vis 30. Auni ds. As. erzielen. Nur einmalige Zahlung Man verlange sofort kostenlosen Prospekt. Ariedrich Kster, Bank-Kommission, AranLfurt a. W. 3541 WWWWI Kostenloses Kachschtagen sämtlicher Prämienlose. WMWM 8508] Saub. Laufmädchen für vorm. gesucht. Babnhoistr. 63, III. Mädchen können das Weißzeug-WLHeu (Hand- und Maschinen-Mhen), sowie Zuschneiden gründlich erlernen. 2822 Magdal. Rauher Aeuenweg 36. MMtislW Neuer KuUühruugsKursus für Damen und ßetter beginnt am 20. Mai d. IS. t-tähereS Koethestraße 35, prt. II. Hypotheken. Sensal Mckert,13üdalbertstr.,Frkf.aM Der Gesamtauflage unserer heutiges Ausgabe liegt ein Prospekt von Der Tag, moderne illustrierte Zeitung, bei 3543 Pique - Costümc vorzüglich sitzend, aus prima Piquö gefertigt, per Stück 5 Mkij G Mk. und 8 Mk.} empfiehlt als ganz besonders billig 3423 ___________________________ das Modewarenhaus Carl Voiracli. Verantwortlich für Hw «Lgemeinm Itil: P. öttttei ftc pen Äe^tntnl: — »rnck trab Berleg der Brützl'schrn UBiBerfttitl-ea*- nnb «Uinbrnckerti sPietsch trben) in **n. Are heutige Kummer umfaht 12 Seiten. Atr 1 .— LS» "Lol ÄKlk $etr.: Da< ras @1 andiekw Wir st' 1. welch 1. A] noch 2. durck 3) welch wend Wenn i Staat oder Le/onders $ Wie öi gramive qu Wbtnt ui bdanute D Meldung r M Rhodi Forderung c afrifa nur; Triedensverl Glider ringe fi $mÄ^cnf 1 Ma,, dal h MLckgekehrt Transvaal fi NN nabt 5 7 düsen 'H de,; °at9 tMb,n J-Ä? ter “’M, Mji'h« EU18 6 en8 Erblich A'' k1 abEt Sehr s Hin Madri zu raten, weil neue Frankre ist angeblic Ten BI kürlich vo nis-Zellen die Sermitb weiteren Q layo", auf befinden, I lona soll Teil der Sü bedingungen ftänbigen n Zensur K vndvi btx ( zu schreibet chisten vor, sind Tunm wagen ein wurde, wm und veran yauptanstis schreiten.