1901 131. Jahrgang Donnerstag den 14. Februar Zweites Blatt Amts- und Anzergeblutt für den TLreis Gieren ascoes o- 5 5 Alle Anzeigen-Vermittlungsstellen des In- und 8i* landes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiga entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pf., auswärts 20 VL 5$ He#'- uchteWf Aus dem Reichstage. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 12. Februar: Daß die Reichshauptstadt gegenwärtig unter dem Zeichen der Landwirtschaft steht, läßt sich auch in den Parlamenten beobachten, besonders im Reichstag. Nur einmal im Jahre, aber gelegentlich der agrarischen Woche, bietet sich ja dem größten Teil der Landbewohner Gelegenheit, die vielgelästertc Hauptstadt der „Asphaltmenschen" zu besuchen. Ta bringt man denn ein umfangreiches Programm mit, damit sich die wejte Reise im Punkte der Zerstreuung und Belohnung gleichermaßen lohne. Tie bündlerischen Abgeordneten besorgen bereitwilligst Karten zu den Tribünen, spielen wohl auch den parlamentarischen „Bärenführer", kurz, versäumen nichts, was dazu beitragen kann, daß der Besucher mit Befriedigung an die Berliner Woche zurückdenkt. Freilich, Einfluß auf die Zusammenstellung der Tagesordnung haben die mandat- beglückten Herren vom „Bund der Landwirte" nicht. So konnten sie heute nicht ändern, daß der zweiten Lesung der E h i n a v o r l a g e, auf die sich die Tribünenzuhörer wohl in erster Reihe „gespitzt" hatten, die fortgesetzte zweite Beratung des Etats der Reichseisenbahnen voranging. Tiefe war insofern nicht uninteressant, als sie den preußischen Eisenbahnminister v. Thielen wiederum „vor die Front" führte. Sein Hauptpartner war der redegewandte elsässische Pfarrer Abg. Delfor. Er brachte Wünsche und Beschwerden seiner Landsleute über Eisenbahn-Tarif und Sozialpolitik zur Sprache und streifte auch das Thema von der Beteiligung der elsaß-lothringischen Abgeordneten an den Arbeiten des Reichstages. Vor einiger Zeit hatte bekanntlich Abg. Dr. Lieber (Ztr.) in ^ber Kommission die Herren aus dem Elsaß zu regerer parlamentarischer Thätigkeit ermahnt, und Abg. Gamp (Rp.) hatte diese Aufforderung in einer etwas weniger höflichen Form im Plenum wiederholt. Entrüstet wies Herr Telsor die Vorhaltungen von feiten des reichsparteilichen Kollegen zurück. „Ter Herr Präsident sieht noch so manche Abgeordnete, die nicht da sind!" Milde Heiterkeit, denn zu den ungefähr 375 Abgeordneten, die heute zunächst nicht da" waren, zählte auch Herr Gamp . . . Im übrigen wurde manch kritisches Wort gesprochen über Kleinbahnen, Reform der Güter- und Personentarife, Betriebssicherheit, Zugbeleuchtung, 4. Wagenklasse, T-Wagen usw., ohne daß rechter Schwung in die Debatte kommen wollte. Selbst Minister v. Thielen sprack) matteren Tones als sonst, und da er auch beiläufig seines Amtsnachfolgers Erwähnung that, raunten die parlamentarischen Zeichendeuter, daß Exzellenz v. Thielen seine Ministertage zähle. — Sv rannen die Stunden dahin. In gemessenen Zeiträumen öffnete sich die zur Bundesratsestrade führende Thür; Offiziere vom Kriegsministerium oder Marineckmt holten sich bei den geheimrätlichen Kollegen vom Eisenbabnressort Bescheid, wie weit die Dinge gediehen seien. Bedeutsamen Blickes wies man zur Rednerliste hin, auf der Vizepräsident von Freae immer neue Namen verzeichnen mußte. In Bezug auf Länge der Rede schoß Abg. Graf Oriol a (nl.) den Vogel ab. Ta er über ein klangvolles Organ verfügt, und — als weitgereister Mann — unterhaltend zu plaudern weiß, hört inan ihm gern zu, zumal auf den Tribünen, wo kaum ein Platz unbesetzt war. Auch Abg. Prinz Schönaich - C a r o l a t h, der „rote Prinz", hatte das Ohr des Auditoriums. Er beklagte wiederum die Unzulänglichkeit der D-Wageu, auf die er schon, ein großes Unglück voraussehend, im März 1900 im preußischen Herrenhause Hingewi esen hatte, und forderte die Anbringung von Setten- thüren, sowie vor allem die sofortige Beseitigung der starken Eisenstangen vor den Fenstern. Minister v. Thielen bestritt, daß die D-Wagen das Offenbacher Unglück so groß hätten werden lassen. Bei den viel schwächer gebauten Eoupe- Wagen wäre die Katasttophe ungleich grausiger geworden. Sämtliche Fachleute hätten erklärt, es könne kein größerer Rückschritt gethan werden, als er in dem Auf geb en des Prinzips der seitenthürlosen D-Wagen liegen würde. (Hört! hört!) Gegen den Schluß der Sitzung gab es noch eine lebhafte Kohlendebatte und zwar beim Titel: Kohlenversorgung der Eisenbahnen. Hier hatte die Budget-Kommission eine halbe Million Mark abgestrichen. Minister v. Thielen protestierte lebhaft gegen diesen Abstrich, und gab dadurch zu, daß thatsächlich eine Kohlen- knapPheit und Kohlenverteuerung vorhanden sei. Er war dabei so unvorsichtig, den Wert der Wasserstraßen für die Kohlenbeförderung keineswegs hoch zu veranschlagen. Aba. Graf Kanitz (kons.) säumte nicht, diese beiden „Eingeständnisse" festzunageln — zu nicht geringem 9Rißvergnügen der Linken. Trotz wiederholter dringlicher Vorstellungen des Ministers wurde der Abstrich der halben Million aufrecht erhalten. Abg. Hu g (Ztr.) seine Zustimmung zum Antrag Schlumberger aus und verbreitet sich über badische Etsenbabnverhältnisse. Abg. Lurz (Ztr.) bemängelt, daß die UebernachtungSräume für Beamte nicht überall den gesundheitlichen Ansprüchen entsprechen. Minister v. Thielen erklärt, daß der Frage der Einrichtung angemessener AufenrhaltSräume für die Beamten andauernde Fürsorge gewidmet werde. Abg. Delfor (Els.) wendet sich gegen den Vorwurf, daß die El'äffer nur beim Retchsetsenbahnetat hier anwesend seien. Im Uebrigen sehe der Präsident häufig genug auch noch andere, die nicht da sind. (Heiterkeit) Der Redner bringt verschiedene Beschwerden über die retchsländtschen Bahnen vor, namentlich in Bezug auf Löhne und Arbeitszeit der Beamten Minister v. Thielen bestreitet, daß die Arbeitszeit zu lang sei, und bemerkt gegenüber den Wünschen auf Sonntagskarten vom Lande in die Stabt, der Bauer bleibe Sonntags besser aut dem Lande. t , Abg. Dr. Müller-Sagan (freis. Dp.): Ich glaube nicht, daß diese Ansicht der Meinung der Mehrheit des Reichstags entspricht; wir wünschen, daß dem Bauern auch am Sonntag Gelegenheit ge- boten wird, sich höhere Genüsse zu verschaffen, als er auf dem Lande haben kann. Was die V-Züge anlangt, so wäre vor allem eine Vermehrung des Personals notwendig; dadurch würden viele Mißstände beseitigt werden. Ganz falsch ist eS, daß nur die untersten B amten und Arbetter über die schlechten Gehälter und Löhne Klai-en führten. Das Streben nach Gehaltsaufbefferung geht bis in die Kreise der höchsten B amten. Wir haben eS ja sogar erlebt, daß auch regierende Fürsten Gehaltserhöhung verlangten. (Heiterkeit.) Der Wunsch nach Herabsetzung der Tarife für Militärpersonen auf Urlaub ist schon im Vorjahre angeregt worden. Ich bitte Sie, die betreffende Resolution der Kommission anzunehmen. (Biaoo! links.) Abg. Graf Stolberg (kons.) erklärt, daß seine Freunde nicht grundsätzlich gegen eine Reform der Personentarife seien, aber zuerst eine R-form der Gütertarife verlangten. Abg. Segitz (Soz.) betont gegenüber Schlumberger die unzureichende Arbeiterfürsorge. Abg. Graf Oriola (ntl.): Die Wagen vierter Klasse sind j tzt zum großen Teil so ungestaltet, daß sie hell und luftig sind und Sitzgelegenheit bieten. Di« ursprünglich, Abneigung gegen die vierte Wagenklasse in Hessen ist jetzt ganz geschwunden. Der Bauer und die Bäuerin haben erkannt, daß sie für sie sehr bequem sind. Von rtchts trennt sich eine Marktfrau schwerer, als von ihrem Marktkord. Von Menschenunwürdigkeit kann da gar nicht die Rede sein. Ick halte die preußische Etsenbahnverwaltung zwar nicht für die beste der Wclt, aber die Angriffe des Herrn Segitz gingen doch zu weit. Ver- bkssrrungsfähig und verbesserungsweit ist noch manches an ihr. Der Redner klagt über die ungenügmde Zahl der Bediensteten in den V-Zügen und über die Unreinlichkeit der Wascheinrichtungen und Klofets in düsen Zügen Mit Etel erfülle es Einen beim Betreten dieser Räume. Die engen Gänge, die wenigen Thüren vergrößern die Gefahr im Falle eines Unglücks. Bei Schlafwagen sind die Fenster noch kleiner. Bei diesen Schlafwagen hat man wirklich häufig das Gefühl, man steige zu früh in einen Leichenwagen. (Heiterkeit.) Abg. Dr Vonderscheer wünscht Erleichterung und Verbilligung deS Marktverkehrs und eine Bahn von Schlettstadt nach der badischen Grenze. Abg P-tnz Schönaich-Carolatb beleuchtet unter Hinweis auf d>e UnglückSfälle in Bischweiler und Offenbach die Gefahren der V-Zügr und wünscht wenigstens die Einführung von AusgangSthüren, sowie die Entfernung der Stäbe von den Fenstern, sowie eine weniger gefährliche Beleuchtungsart. Minister v. Thielen erwidert, daß daS Offenbacher Um glück durch die V-Wagen nicht verursacht und auch nicht verschlimmert worden sei, sondern daß eS ohne sie viel schlimmer geworden wäre Die Wagen würde:.' bet Einfügung von Thüren in die Settenwände weniger widerstandstäbig sein. Die Widerstandskraft der Wagen habe sich gerade auch in Offenbach gezeigt. Die Opfer des Unglück« wäien auch bei dem Vorhandensein von Kouprethüren nicht zu retten gewest n. Der v Wagen hat das Unglück nicht verschärft, sondern gemildert. ES ist vieles noch verbesserungsbedürftig und oerb fferungSsäbig an diesen Wagen. Die Spettalsachverständigen haben alle Vorschläge nochmals geprüft; daS Resultat der Erörlerung war, daß sämtliche Herren es für den größten Rückschritt erklärten, wenn die thürlosen Wagen wieder beseitigt würden. Vollkommen also ist der v-Wagen nicht. Die Fenster können vergrößert, die Möglich? it au6 dem Fenster Gepäck hinauszugeben und durch dasselbe zu passieren, k-nn erleichtert weiden. Die S ange ist jetzt da angebracht, wo die Fensterbrüstung unten abschneidet; dort muß sie st hen bleiben, well der P.ssagier sich fefthalten muß. Das Fenster ist also frei, durch die Oeffnung kann jedcr hindurch, auch mit den annehmbarsten Gsund- heitsformen, die überhaupt existieren. (Heiterkeit.) Die Elektriz tät werde je auch auf die Dauer nicht in der Beleuchtung die Herrschaft erringen. Heute aber gebe eS roch kein in großem Maßstabe anwendbares zweckmäßiges System. Nach Erklärungen der Abgg. Müller-Fulda (Ztr.) und Werner (Antis.) wird Titel I angenommen; ferner wird angenommen eine Resolution bezüglich der Gepäcktarife und bezüglich der Berechnung einer Mindereinnahme bei den deutschen Reichs und Staatsbahnen, desgleichen erfolgt die Annahme der Resolution Schlumberger betr. die Förderung der Kleinbahnen in den Reichslanden. Ein weiterer Titel wird bewilligt. Bei dem Titel „Unterhaltung und Ergänzung von Betriebsmaterial" be- anttagt die Kommission, eine halbe Million anzusetzen. Eisenbahnminister v Thielen bittet, den Posten in unveränderter Höhe zu bewilligen. Die Annahme der Kommission, daß die Kohlen billiger zu beziehen sein würden, treffe nicht zu. Die Eisenbahnverwaltung könne mit geringeren Sorten nicht wirtschaften, auch müffe sie die Kohle vorziehen, die nicht schon mehrmals umgeladen ist. Mit dem Absetzen sei es nicht gethan. Die Budgeikommission müßte dann auch schon so freundlich sein, die Kohlen zu besorgen. Abg. Dr. Paasche: Es ist intereffant, daß der Fiskus als Kohlenlieferant von den Reichseisenbahnen 15 Mk. verlangt, während das Syndikat sich mit 11,10 Mk. begnügt. Ich möchte aus diesem Grunde trotz des Widerspruches des Ministers für den Koimmssionsantrag eintreten. Der preußische Fiskus als größter Kohlenbaron rottb im nächsten Jahre bei dem Anwachsen der Vorräte ebenso wie die Privaten zum Herabgehen mit den Preisen gezwungen sein, sodaß man etwa von dem 1. Juli ab billigere Preffe haben wird. Deutsches Reich. Berlin, 12. Febr. Aus Hornburg v. d. H. wird gemeldet: Ter Kaiser unternahm heute früh einen Spaziergang in die Tannenwald-Allee. Nach dem Schlosse zurückgekehrt, hörte der Kaiser den Vortrag des Kriegsministers v. Goßler. Am Nachmittag wurde eine größere Schlittenpartie mit den Hofstaaten nach der Saalourg gemacht, von wo aus Ihre Majestäten durch den Taunus nach Schloß Friedrichshof fuhren. , — Ter Staatssekretär Staatsminister v. Tirprtz hat sich heute nachmittag in Begleitung seines Adjutanten zum Vortrag bei Sr. Majestät nach Homburg begeben, und wt voraussichtlich am 14. ö. Mts. abends hierher zuruckkehren Offiziere dienenden Lokalitäten seines Anwesens entsprechend baulich zu vergrößern. — Heute mittag wurde in der Nachbar- g^markung Pohl-GönS eine fremde Mannsperson, anscheinend ein Handwerksbursche, hinter einem Stroh. Haufen im Felde erfroren aufgefunden. fc. Laub ach, 11. Febr. In großen Schrecken wurde gestern nacht eine Familie versetzt. An der HausthÄ wurde unter Hilferufen heftig angepocht. Vom Fenster aus bemerkte man einen halbangekleideten Mann, der in der Hand eine brennendeLampe hielt. Es war ein . in der Nähe wohnender junger Spenglermeister, dem man bald ansah, daß man es mit einem Irrsinnigen zu thun hatte. Der Irrsinn war bei dem Manne, der bis am vorhergegangenen Tage seinem Geschäfte in richtiger Weise vorgestanden hatte, ganz plötzlich in der Nacht zum Ausbruch gekommen. Ter Unglückliche, der an Verfolgungswahnsinn leidet, wurde in die Jrrenklinik nach Gießen gebracht. Er hat eine Frau und vier Kinder. Darmstadt, 12. Febr. Der Großherzog empfing am 12. Februar u. a. den Bürgermeister Mecum und den Regierungsrat Wagner von Gießen. — Gestern ist Geheimrat Dr. med. Hermann Pfeiffer im 71. Lebensjahre gestorben. Bis vor wenigen Jahren stand der Verblichene der Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege im Ministerium des Innern vor, in welcher Stellung er eine ungemein segensreiche Thätigkeit entfaltet hat. Um die Statistik unseres Landes hat sich Dr. Pfeiffer ganz be- ondere Verdienste erworben; er war bis zu seinem Tode Präsident der Großh. Zentralstelle für die Landesstatistik, deren Publikationen für viele Arbeiten aus diesem oder jenem Gebiete grundlegend erscheinen. Als Mensch genoß der Verstorbene, der früher eine ausgedehnte ärztliche Praxis hatte und als trefflicher Diagnostiker befon=; ders geschätzt war, allgemeine Hochachtung und Liebe. sch. Darmstadt, 12. Febr. Die Beratungen des Finanz- Ausschusses der Zweiten Kammer gehen nunmehr ihrem Ende entgegen. Der Etat ist in der Hauptsache bis auf einige Posten durchberaten, und sind die Ausschußmitglieder heute zur Inaugenscheinnahme einiger Bauten nach Oppen heim gefahren. Vor einigen Tagen fand die Besichtigung der Technischen Hochschule hier statt, und wird sich der AuS- •• Der Vortrag, der für heute abend im Kaufmännischen Verein und OrtSgewerbeverein angekündigt war (im Hotel Großherzog von Hessen) ist durch geistreicher Redner und tüchtiger Politiker, bei allen Parteien hochgeschätzt. In den letzten Jahren ist er nur wenig politisch an die Oeffentlichkeit getreten. -k- Gensingen, 12. Febr. Ueber die Unterschlagung des ostagenten und Weinhändlers Scherte! von hier, der sich, wie wir bereits meldeten, in einem Walde bei Offenbach er 'choffen hat, wird jetzt näheres bekannt. Wie verlautet, hat eme genaue Prüfung der Kaffe und Kaffenbücher des Flitch- «gen einen Fehlbetrag von 25- bis 26,000 Mk. ergeben, um welchen Betrag ausschließlich die Spar- und Darhatte aber bei der Polen-Interpellation keinen besonders glücklichen Tag. „Die Post muß stets koulant sein!-, so er klärte Herr v. PodbielSki selbst heute in der Budgetkommission des Reichstags. Aus Stadt und Sand. Gießen, den 13. Februar 1901. Die Vertretung während dieser Zeit übernimmt Kontre- polnischer Adresse scheint doch nicht ganz den Beifall des Admiral Büchsel, Direktor des Allgemeinen Marine-Depar- Kanzlers gefunden zu haben, wenn er auch den „Mißbrauch und dem deutschen Landwirtschaftsrat verschie- dingten Billigung der ReichStagS-Aeußerungen und der Verdenk Behandlung angedeihen lassen und der Staats- fügungen des Staatssekretärs v. PodbielSki würde wohl du sekretär Graf Posadowsky sei auf dem deutschen Handels- inspirierte Notiz darauf Bezug nehmen. Herr v. PodbielSki tage, nachdem er die Begrüßungsrede gehalten habe, verschwunden und bald darauf sein Kommissar, stellt die „Nordd. Allg. Ztg." fest, diese Behauptung ist unrichtig, der Staatssekretär des Innern, Graf Posadowsky, hat nach der Begrüßungsrede den Verhandlungen des Handelstages bis zu dem äußersten Zeitpunkt beigewohnt, der mit seiner Verpflichtung zur Teilnahme an der Eröffnung des Landtags vereinbar war. Sein Kommissar ist sodann von Anfang bis Ende anwesend gewesen, und hat weiterhin das Referat über das Börsengesetz vollständig mit angehört. — Die Justizreform-Kommission des Reichs- P-° Fassung des Paragraphen 77 des Gerichtsverfassungsgesetzes l^ffor Dr. Chelius abgesagt worden. an. Danach entscheiden die Zivilkammern und Strafkammern Gefechtsübung des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm in Besetzung von drei Mitgliedern. Hingegen entscheiden Nr. 116. DaS Infanterie Regiment Kaiser Wilhelm rückte die Strafkammern bei der Aburteilung von Verbrechen und gestern morgen 6ya Uhr aus und marschierte nach Butzbach, ™ Berufungsinstanz für Vergehen in Besetzung von wo Gefechtsübung mit dem in Butzbach liegenden 1. Bataillon fünf Mckglredern, wovon zwei Schöffen sind. der 168er stattfand. DaS Regiment kehrte am Nachmittag flat mrZn D'.®ü(0to wieder über Lang-Göns, GroßewLmden und Klein-Linden ^ermanto" beginnen ES sotten 1z rrn nu„ g jllrM Bor der Stabt wurde das Regiment oou der Regi- von den Bäckern gemachten Bedenken gegen die schon ange^ wenlSkapelle abgehM und mit Musik durch die Stadt nach kündigte neue Bäckerverordnung persönlich vorae- ~en ”alcFnen gebracht, wo die einzelnen Kompagnien kurz vor tragen und um eine Milderung ersucht werden. $ Uhr eintrafen. § Butzbach, 12. Febr. Das Offizierkorps unseres Bataillons hat dem Vernehmen nach die projektierte Er- richtung eines eigenen Kasinogebäudes im Schloßgarten . . London, 12. Febr. Das „Amtsblatt" veröffentlicht aufgegeben, nachdem derBesitzer des Hotels „Hessischer nUn? der Earlwürde an Lord Roberts, unter dem öof" sich bereit erklärt hat, die als Gesellschaftsräume der ^itel. „Earl Roberts von Kandahar und Pre- k<«**wfc** r«:*.-» cw-^.r-Z. .r_ x. _..v toria und Stadt Watterford." Paris, 12. Febr. Bei der Beratung der Reform der et b e g er id) te beschloß die Kammer auf Antrag der Sozialisten mit 376 gegen 161 Stimmen die Wählbarkeit der Frauen für das Rich ter amt. , P **ri.d' 12. Febr. Der oberste Gerichtshof kassierte das Urteil des Appellgerichts und ordnete an, daß Adele Ubao, die von den Jesuiten ins Kloster gebracht war, ihrer Mutter zurückgegeben werde. m ~ $11 Zaragoza eine von den gestern verwundeten c"t?nen> gestorben. Alle Cafes sind geschlossen, ungefähr 30 Verhaftungen wurden vorgenommen. Der Präfekt hat gestern die Abhaltung einer republikanischen Versammlung untersagt, die Behörden haben die Vorsichtsmaßregeln vermehrt. Wien, 12. Febr. Im Einlaufe des Abgeordnete n- netenhaufes befindet sich die Eheerklärung des Erzherzogs Franz Ferdinand. Abg. Groß be- Meberroeifung des Antrages an einen 37gliedriaen Ausschuß zur Berichterstattung. Abg. K r a m a r z erklärt unter stürmischer Zustimmung der Czechen, daß die Er- Narung nicht in die Kompetenz des ReichDrates, sondern • ’. .^.audtaaes gehöre und die Czechen die Erklärung für die Lander der böhmischen Krone als nicht erfolgt ansehen, demzufolge bie Czechen an der Abstimmung sich nicht beteiligen werden. Die Czechen, Slovenen und Kroaten verlassen unter höhnischen Zurufen den Saal, worauf der Antrag Groß angenommen wurde. Sodann kehrten sie wieder zurück. Nach Mitteilung des umfangreichen Einlaufes ergriff Ministerpräsident v. Körber das Wort, um verschiedenen Gerüchten entgegenzutreten, als ob me Regierung an dem bisherigen Wege des Paragraphen 14 Gefallen finde. Das Haus möge aus der Reihenfolge der Vorlagen die Bereitwilligkeit der Regierung zur parlamentarischen Arbeit erkennen. Der Ministerpräsident schlagt folgende Reihenfolge vor: Budget, Jnvestitutionen, Branntweinsteuer, kumulative Waisenkassen und Rekruten- Toiitingent Das Haus möge daraus entnehmen, daß wir uns nicht in die Beschaulichkeit des Bureaus flüchten wollen, sondern als Männer der Arbeit vor Ihnen stehen, die nichts sehnlicher wünschen, als die Wiederaufnahme der parlamentarischen Thätigkeit. Wir wollen dem .Hause nur ben ex. a id , • r- _------ Weg frei machen, ber aus ber traurigen Vergangenheit a?! 13:.na^ ®te&ctl begeben, um sich an Ort und herausführt. Wir hoffen, baß Sie uns folgen werben übcr blc Notwendigkeit der im Etat für die Uni- Prag, 12. Febr. In Ausgestaltung der Tarifreform oersitätsumbauten geforderten Zuwendungen zu tnfor vom 1 November 1900 werden ab 1. April die Kohlen- mieten. In der nächsten Woche dürfte dann die gemeinsame tar lse un böhmisch-thüringischen Verkehr, ferner im Etatberatung mit dem Finanz Ausschuß der ersten Kammer Mark LrI1t0^nna,JnaJ|tei^’er9 Jf e n um 4-8 erfolgen, sodaß nach Drucklegung der Berichte, die allerdings bleibt nur noch wn^für die Scbw^ ^A?porttarifen ziemlich viel Zeit in Anspruch nimmt, der Zusammentritt des Sofia 12 Febr Das aenau^-oehÄ^ & Plenums Ende dieses Monats beginnen könnte, eine Hinaus st-llt sich folgenkermüßkn i °36 StÄulowisten i? An" M V"9 ÄÄ a6et banger Petrows (des Premierministers), 21 Anhänger Stoi wahrscheinlich fein, da auch die übrigen Ausschüße ihre Belows, 31 Zankowisten, 23Karawelowisten,5Radoslawowisten ratungen noch nicht beendet haben. — Die LandtagS- 3 Sozialisten, 9 Türken, 13 Bauernbündler. Die An- ers atz Wahl für den verstorbenen Abg. Brunner aus Stock Jünger Petrows und die Bauernbündler bilden eine neue heim i. O. dürfte in aller Kürze vor sich gehen. Unter den Partei. 15 Stichwahlen sind erforderlich Herren, die als würdige Nachfolger Brunners und sehr ge iutj. or r. eignete Vertreter des Wahlkreises genannt werden, hört man yUllll Ulf CügfSsMaU. auch wiederholt den Namen des Kreisrat Dr. Fey in ** ' J Erbach i. O. ^L?/rriB,^2,£^ruar,,!t,irb un6 dWeben: Mainz, 12. Febr. Im Alter von über 70 Jahren Alla ^.A^""äler GA Bulow läßt sich in der „Nordd. verschied gestern abend infolge eines Schlaganfalles der neuen^Poleukur^"ein!öbr^n®°?e ci"e.n 5enior bcc Mainzer Anwältekammer, der 2 Vorsitzende der da« qini!”umführen. Es wird bet dieser Gelegenheit hessischen Anwältekammer, Geh. Justizrat Rechts kl-.d ch-n Kanzlers skizziert. Keine anwal. Dr. Karl Reinach, Mitglied ^des Provinzial, die Polen Ä Lwu C ^anb ' wenn tageS und des ProvinzialauSschuffeS. Der Verstorbene war wollen als "inhar?? 6Clci d^vvlnz etwas anders fein in früheren Jahren hervorragend politisch thätig als Führer mÜ dnsen Z^e " t M unb Leiter' der ehemaligen hessischen'Fortschritts, setzung, daß Graf Bülow ' “n,ter bcc Borans Partei und der späteren nationalliberalen Partei des Wahl Ministerpräsident streng daraus preußischer kreiseS Mainz-Oppenheim. Auch war der Verstorbene eine mendc Beschrän^un^gVn^und^Scherereien^^enen'd^Bolen^init 3°..-°ng Mitglied des srüh.ren G-meinder-.S, Er war -in unter ausgesetzt gewesen sind, unterbleiben. Was die jüngst tm Reichstag erörterte Behandlung von Postsendungen mit polnischer Adresse betrifft, fo will der Reichstan,?er - ausdrücklich spricht die offiziöse Notiz von ihm, und nicht von dem Staatssekretär deS ReichspostamtS v. PodbielSki — für eine feste und gleichmäßige Praxis Vorsorge treffen Man sieht auch in diesem Falle, daß Graf Bülow von seinem Recht, den Staatssekretären Direktiven zu geben, Gebrauch macht. DaS Verfahren gegenüber den Postsendungen mit 1 lehenSkasse von Gensingen gekommen ist. Die Erregung 1 ist ungemein, da die Mitglieder der genannten Saffe sich ausschließlich auS dem kleinen Mittelstand rekrutieren. fc. Frankfurt a. M., 12. Febr. Die drei Brüder- Kraus aus Hornau, die unter dem Verdacht, den Arbeiter Schmitt bei Königstein ermordet zu haben, in Haft ge- i nommen waren, sind wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Nach den weiteren Ergebnissen der Untersuchung handelt es sich um einen Raubmord, bei dem allerdings die beiden verdächtigen Burschen Jakob Klaus aus Halberscheidt, Kreis Westerburg, und Heinrich Wetteroth, aus der Umgegend von , Aschaffenburg gebürtig, gestört wurden, sodaß sie nichts mitnehmen konnten. Klaus befindet sich bereits in Haft. Gegen den 24 Jahr alten Wetteroth hat der Untersuchungsrichter in Wiesbaden einen Steckbrief erlassen. Der Schlußpassus des Steckbriefs lautet: Wetteroth scheint Beziehungen zum Raubmörder Kneißl in Bayern zu haben und soll sich gerühmt haben, in Bayern in einem Walde einen Mann mit dem Messer erstochen und ihm 6.25 Mk. abgenommen zu haben. fc. Frankfurt a. M., 12. Febr. Bei dem hier an Blinddarmentzündung erkrankten jungen Dewet wird nach Ansicht der Aerzte ein operati ver Ein griff nicht zu vermeiden sein. Grrichtssaal. -d- Gießen, 13. Febr. Strafkammer. Der vielfach vorbestrafte Emil Möller von Offenbach, zurzeit tn Strafhaft in der Zellenstrafanstalt Butzbach befindlich, ist belchuldtgt, den dortigen AnstattSarzt Dr. Kullmann, während deffm Ausübung feines Dienstes dadurch gköbltch beleidigt zu haben, daß er ihn einen Schurken und Lügner nannte. Der fraglichen ehrverlrtzmden Ausdrücke sich bedient zu haben, leugnet der Angeklagte, dem ein schätzenswertes oratorischeS Talent nicht abzusprechen ist, nicht, er behauptet aber, in Wahrung berechtigter Jntereffen gehandelt zu haben. DaS Gericht vermag jedoch den to Frage stehenden Thalbestand von diesem Gesichtspunkte aus nicht zu würdigen und verurteilt den Angeklagten in Anbetracht der Schwere der dem Anstaltsarzte zugefügten Beleidigungen in eine Gefängnisstrafe von 4 Monaten. — Em hiesiger Meister, Philipp Bauer III, ist geständig, die Ortskrankenkasse von Gießen, um einen erheblichen Betrag dadurch geschädigt zu haben, daß er seit Ende deS JahreS 1899 die Kaffenbetträge, die er von den bei ihm beschäftigten Arbeitern erhob, nicht an die empfangsberechtigte Zahlstelle ablteferte, sondern für sich behielt und verbrauchte. Wegen Zuwiderhandlung gegen 582b deS Krankenversicherungsgesetzes wird er in «ine Gefängnisstrafe von 14 Tagen verurteilt, «ine verhältnismäßig niedrige Strafe, bet deren Festsetzung die augenscheinlich bedürftige VermögmSlage, die den Angeklagten zur Zurückhaltung der etnkassterten Beträge bewog, als st afmildernd tn Betracht gezogm wird. — Die Gebrüder Philipp, Friedrich und Wilhelm Viehmann sind angeklagt, in der Nacht vom 26. aus den 27. Dezember v. IS. zu Allendorf a. d. Lahn den Wilhelm Mandler, JuliuS Weiß und Ludwig Stetnmüller daselbst, Philipp V. mittels eines Messers, Friedrich V. mit einer Latte, vorsätzlich gemeinschaftlich körperlich verletzt zu haben. Die Angeklagten berusm sich, soweit fie geständig find, auf Notwehr. DaS Ergebnis der um« fangretchen Verhandlung ist, daß Wilhelm V. mangels Beweises freigesprochen, die beiden anderen Angeklagten aber schuldig ci tonnt unb tn Anbetracht der großen Rohheit, der fie sich bet Begehung der Ihnen zur Last gelegten Thai schuldig machten und mit Rückstcht darauf, daß sie völlig grundloser Weise über die Verletzten 6trfielen, Philipp V tn eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr, Friedrich V. von einer Woche und in die Kostm des Verfahrens verurteilt werdm. — Von großer Gemütsroheit zeugt die That der tm jugenblichm Alter stehenden Angeklagten, Ludwig Zimmer, Josef Zeder und WUHelm Libbach, die in der Nacht vom 29. auf den 30. Dezember v. I. in der Gemarkung Nieder- und Ober: Eschbach Rngetlagten berufen i Ergebnis der um- igel» Beweises frei: chulbig erkannt unb Begehung ber ihnen nit Mficht darauf, en herfielen, PHUHv brich B. von einer ruitdlt werden- - ■ im jugendlichen Zeher und Wilhelm tmbtr o. 3- ber Hfibäumchen bmch schätzen W‘ie bet BnWn bet 5 Am Freitag den 22. d. M. im Gemeinde- Wald von Katzeufurt. Anfang morgens IO Uhr im Distrikt Altewaldfeite. Unter den Kiefern befinden sich einige Schneidstämme. 6. Am SamStag den 23. d. M. im Gemeinde' Wald von Werdorf. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt, den 18. Februar. 4% do. 8. 6/6 uhk. b. 1904 3Vs% do. 8. 7/8, unk. b. 1906 4 % D. Hyp.-Bank (Berlin) 3. 10 unk. 1908 3*/,°/o do. unk. 1905 4 °/0 Fleuss. Hyp'-A.-Bank 8. 8-12 Meteorologische Beobachtungen der Station Gieheu. fm Erchen-Abschnitte 0 Kiefern Abschnitte „ Fichtm-Avschnttte y Erlen Abschnitte Karl Hollmann, Aekorationsmater, Weißbinder und Lackierer. Kaufmännischer Verein und Ortögewerbeverein Gießen. Der dir heute abend vorgesehene Vortrag des Herrn Professor Dr. Chelius im Hotel Großherzog von Hessen ist umständehalber verschoben worden. 1302 3. Am Mittwoch den 20. d. M. im Gemeinde- Wald von Ehringshausen. Anfang morgens 9 Uhr im Distrikt Kombach und nachmittags IV, Uhr im Distrikt Thalberg. 145,07 fm Eichenstämme | 12,7 rm Eichen-Nutzholz. 4. Am DouuerStag deu 21. d. M. im Ge meindewald von Berghaufen Zusammenkunft morgens IO Uhr beim Saatkamp. Berlin, 12. Februar. 4 % Deutsche Grundschuld-Bank 1 n. 2 Neueste Meldungen. Dortmund, 13. Febr. In einer Brauerei wurden durch das Platzen des großen Lagerfasses beim Pichen 5Mannsch wer verletzt, von denen einer bereits gestorben ist. Mülheim a. Rh., 13. Febr. Ein Fabrikarbeiter nahm sich seine Dienstentlassung so zu Herzen, daß er nachts seine Frau im Schlafe überfiel und mit Messerstichen verwundete. Auf die Hilferufe seiner Frau eilten die 4 Kinder herbei, die er ebenfalls verletzte und dann einen Selb st Mordversuch beging. Madrid, 13. Febr. Die auf die Eheschließung der Prinzessin von Asturien bezüglichen Urkunden wurden heute im königlichen Schlosse unterzeichnet. — Die Unruhen dauern fort. Gegen Abend besetzte die Gendarmerie den Puerta del sol. Die Truppen sind konsigniert. „ Fichten Abschnitte „ Lärchen Abschnitte „ Ktefernstangen. 31/1% Konsole . • . 3 % do ... 3Va °/o Hessen . . . 5% Italien. Bente . . 4O/o Griech Monop.-Anl. 8 o/o Portugiesen . . 30/ü Mexikaner . . . 4,/i% Chinesen . . . 16,46 fm Ktefernstangen 5,44 „ Fichtenstangen. Geschäfts Empfehlung. Einem verehrlichen hiesigen und auswärtigen Publikum zur gefl. Nachricht, daß ich am hiesigen Platze 6 Nenenbäue 6 ein Dekorationsmaler-, Weißbinder- und Lackier-Geschäft errichtet habe. Ich halte mich in allen in mein Fach ein« schlagenden Arbeiten hei flotter, gediegener Ausführung bestens empfohlen. iereu. "««■ 't srei NZ ^genommen ,ei dem hier an wird nach &riff nityju Dillheim. Zn versetzte ihm Hauptmann Adams einen zweiten schallenden Schlag mit der rechten Hand auf die Wange. Alles stürzte auf. Oberstabsarzt Rüger wollte Abbitte haben; aber der Hauptmann entfernte sich, und die zurückgebliebenen Offiziere, darunter ein Oberst, waren sofort der Ansicht, daß ein Duell unvermeidlich sei. Die Bestimmungen wurden sofort festgesetzt: 10 Schritte Barriere, Korn und Vifir stehen, Kugelwechsel bis zur Kampfunfähigkeit. Die Hauptleute Hoffmann und Rademacher wurden beauftragt, die Forderung dem Hauptmann Adams noch au demselben Abend zu überbringen. Der Angeklagte war bei der Formulierung derselben zugegen. Das Duell sollte dxn anderen Morgen ausgefochten werden. Oberstabsarzt Rüger ging nicht nach Hause. „Ich kann", sagte er, „Frau und Kinder nicht Wiedersehen, bis meine Ehre wieder hergestellt ist." Inzwischen war der Bursche des Oberstabsarztes mit einem Zettel von dessen Frau ins Kasino gekommen, Oberleutnant Rüger nahm den Zettet in Empfang. Darauf stand: „Komme nach Hause, das Kind fiebert." Oberstabsarzt Rüger hat zwei Kinder, das eine neun, das andere sieben Jahre alt. Der Angeklagte hat eine mehr als gewöhnliche brüderliche Zuneigung zu seinem älteren Bruder. Als ihr Vater starb, war dieser 9 Jahre, der Angeklagte aber erst 9 Monate alt. Sein älterer Bruder hat Vaterstelle an ihm vertreten. Auch für 1 die «Kinder des Oberstabsarztes hegt der Angeklagte große Liebe und hat ihnen sogar Stunden gegeben Ter Angeklagte schildert nun, wie der Gedanke an seinen Bruder und an dessen Familie auf ihn eingewirkt und wie er zum Entschlüsse gekommen, den Hauptmann Adams kampfunfähig zu machen, damit sein Bruder seiner Familie erhalten bliebe. „Du mußt", sagte er sich, „das Duell verhüten", und er ging nach Haus, holte seinen Revolver, lud ihn und eilte in das Haus des Hauptmanns Adams. Er weckte den Burschen und gab ihm auf, den Hauptmann zu rufen. Dieser schlief schon. Inzwischen erschienen die Hauptleute Hoffmann und Rademacher und fragten den Rüger nach dem Grund seiner Anwesenheit. „Ich muß", sagte er, „den Hauptmann Adams zuerst sprechen, ich habe einen Ehrenhandel nm ihm abzumachen, der dem Ihrigen vorletzt." Der Bursche brachte eine Lampe, und die drei Offiziere setzten sich. Bald erschien der Hauptmann Adams an der Thür des Zimmers. Die Hauptleute verneigten sich zum Gruße und Oberleutnant Rüger, etwas hinter ihnen, feuerte einen Schuß ab. Der Hauptmann fiel nach einigen Sekunden Seile. la. gar. reine weitze Kernseife per Pfd. 26 Pfg, 1314 bei 5 Pfund ä 25 Pfg, gelbe Kernseife pr. Pfd. 24 Pfg-, bei 5 Pfd. ä 23 Pfg-, «arm. Seife per Pfd. 23 Pfg., bei 5 Pfd. L 22 Pfg-, mr Schmierseife per Pfd 20 Pfg., weiße do. per Pfd- 22 Pfg. Gebräder Berdnx, Kahnhofstr. 27. zindenplatz IS. diejenigen Frauen und Mädchen, welche vor Weih- nachten nicht zugelassen werden konnten, werden die Borträge über Krankenpflege Montag deu 18. Februar, abends 6 Uhr, in dem Zetchensaale der höheren Mädchenschule, Schillerstraße, beginnen. 1295 0,22 fm 0,09 „ 0,83 0,07 rm Kalkutta, 13. Febr. In Pendschab ist eine neue englische Grenzprovinz errichtet. Dadurch kommen die unruhigen Wasiristämme am Khaibarpaß unter direkte Verwaltung. BSrseiuiacbrichtea. 39,65 fm Eichenftämme 48,64 „ Ktefernstämme und Stangen 0,15 0,18 111,78 Distrikt Streiteuberg. 65,39 fm Eichen-Abschnttte 26,47 „ Kiefernstämme 71,39 „ Kiefern-Abschnitte Scheller* preisgekrönter Cognac ärztlich empfohlen in */i, 7» 7« Flaschen. Mosel-Cognac pro Fl. Mk. 1.80, 2.40, 8.—, 4—, 5.—. 1299 Französ.Cognac pro Fl. Mk. 3.—, 4.—, 6.—,6.—. Alleinige Niederlagen bei: H, Gengnagel, Giessen, Neuen-Bäue 10, Konsum-Halle Heuchelheim, Inh. W. Schmitt, Ant. Conr. Müller, Lang-Göns, Kolonial- und Eisenwarenhdlg., Aug. Seibert, Wleseck. Stadt. Schlachthaus. Freibank. C>eute und morgen: Wtnflnfä 56 jtfg. 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