Nr. 293 Zweites Blatt. 151. Jahrgang. Freitag 13. Dezember 1901 Erscheint täglich lnu Ausnahme des Montags. Die Eichener ZamUien- vltmer loerbctt dem Anzeiger im Wechsel mit dem »Hess. Landwirt" und den ^Blättern für hessische Volkskunde" viermal wöchentlich beigelegt. (Rebaftion, Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse sür Depeschen: Anzeiger Gießen. FernsprkchanschlußNr.bl. GietzenerAnzeiger w General-Anzeiger v v Amts- und Anzeigeblatt für den Meis Gießen Annahme von Anzeige« zu der für den folgendem Tag erfcheinenden Nr. bi« vormittags 10 UfycJ Alle Anzeigen-Vermitt- lungSstellen deS In-und Auslandes nehmen Anzeigen entgegen. Zeilenpreiö: lokal 12 Pf, auswärts 20 Psg. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'sche« UntversitätS - Druckerei lPietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Witt ko; für den Anzeigenteil: HanS Beck. Deutsches Deich. Berlin, 11. Dez. Tie „Nordd. Allgemeine Zeitung" kann die Erzählung, der Kars er hätte am 1. Dezember ju Potsdam im Streife der Offiziere des ersten Äarde- regiments Aeußerungen über dasDuell gethan, als glatt erfunden bezeichnen. Aucb der „Reichsanzeiger" stellte fest, daß die Zeitungsmeldung über bie angebliche Aeußer- ung des Kaisers beim Lftizierkorps des ersten Garde-Regiments über das Duell van Anfang bis Ende erlogen ist. — Ter Kaiser begab sich, wie aus Slawentzitz gemeldet wird, heute morgen halb 10 Uhr ins Jagdgelände. — Tie „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Wir lesen in der „Freis. Ztg.": „Reichskanzler Graf Bülow hat in der Rede gegen Eugen Richter am vorigen Dienstag nachträglich eine Korrektur vorgenommen. Bülow hatte Richter charakterisiert als einen Geist, der zwar verneint, ober überstimmt wird. Mephisto unterliegt, die Engel triumphieren. Nachträglich ober muß sich Graf Bülow erinnert haben, daß Richter seinerzeit für alle Handelsverträge gestimmt hat, auch für die Kanalvorlage ein getreten ist. Infolge dessen hat er im stenographischen Bericht eine Korrektur dahin vorgenommen, Richter werde stets dabei stehen als ein Geist, der oft verneint, aber schließlich überstimmt wird." Die „Nordd. Allg. Ztg." bemerkt hierzu: Die „Freis. Ztg." befindet sich in einem Irrtum. Der Reichskanzler hat die Worte gesprochen, wie sie auf dem gedruckten amtlichen Berichte stehen, eine nachträgliche Sborrektur der Stele im Stenogramm ist nicht vorgenommen worden. — Der Grvßh. Hess. Finanzminister Dr. Gnauth ist von hier nach Darmstadt zurückgekehrt. — Beim Staatssekretär des Auswärtigen, Frhrn. von Richtbofen fand heute abend zu Ehren des Marquis Ito ein Diner statt. — Der Präsident des Reichstages Graf Balle st rem hat gestern in der Präsidialwvhnung dem Vorstand des Reichstages ein Essen gegeben, dem auch der Staatssekretär Graf Pvjadowsky beiwohnte. — Die Fraktionen des Reichstages, die einem höheren Zollschutz für die landwirtschaftlichen Produkte geneigt sind, sind eifrig bemüht, ihre Mitglieder zu- sammenzuhalten, damit sich nicht bei der Abstimmung über die Verweisung der Vorlage oder einzelner Teilendes Zolltarifentwurfs eine Ueberraschung ergiebt. — Nach der „Dtsch. Tagesztg." sollen einzelne Vertreter der verbündeten Regierungen kürzlich Aeußerungen gethan haben, aus denen gefolgert werden müsse, daß man entschlossen sei, die Handelsverträge sofort zu kündigen, sobald man die Vereitelungsabsicht der Ob- ftrutiion klar erkannt habe. — Im Reichstage geht die Stimmung dahin, bereits msorgen die erste Lesung des Zolltarifs zu beendigen und alsdann in die Ferien zu gehen. Die Fortsetzung der Besprechung der Polen-Interpellation sowie die Interpellation Arend betreffend die Militär-Invaliden soll erst nach den Ferien vorgenommen werden. — In der Kommission für die Vorberatung des Schaumweinsteuergesetzes, die heute vormittag tagte, war geplant, den Bericht des Abg. Dasbach (Zentt.) entgegenzunehmen und festzustellen. Der Bericht wurde indessen mckst allgemein als eine geeignete Grundlage für die Verhandlungen des Plenums angesehen, und die Kommission beschloß, morgen noch in eine dritte Lesung der Vorlage einzutreten. Es soll vor allen Dingen die Regierung gefragt werden, ob sie nicht in eine Kontrolle der Flasche (durch Banderole re.) statt der im Gesetzentwurf bisher vorgesehenen Kontrolle der Fabritationsräume willigen wolle. — Der „Reichsanz." enthält heute die Verlustliste , 23 des ostasia tischen Exv editions ko rps, wyrin die Verwundung von einem Unteroffizier und vier Pionieren bei der Explosion in Paotingfu am 30. November vorigen Jahres gemeldet wird. Ferner ist ein Musketier im Hospital Singapore am Typhus gestorben. — In Sachen Beb el-Arnim veröffentlicht die „Köln. Volksztg." eine Erklärung des Lehrers über den Fall, den Abg. Bebel in der Reichstagssitzung vom 5. Dezember zur Sprache brachte und den Graf Arnim mit einer unschönen Zwischenbemerkung begleitete. Danach handelt es sich um eine skebeuköpfige Familie, die in einer Tach^- fhibe wohnt. Die Frau ist krank. Das älteste Kind ist siebenjährig. Der Verdienst des Mannes, der fein Trinker ist, sei unzureichend. Wiesbaden, 12. Dez. Die Zahl der jetzt bei der Reichstagsstichwahl für den f eisinnigen Dr. Crüger abgegebenen Stimmen beträgt etwa 15 000, der Sozialdemokrat Quarck erhielt 11450 (bei der Stichwahl des Jahres 1898 Wintermeyer 15 205, Quarck 10 499) Stimmen. Von den Nationalliberalen hat, wenigstens in Wiesbaden-Stadt, ersichtlich ein Teil sich der Abstimmung enthalten. Stuttgart, 11. Dez. Ter Finanzminister v. Zeyer feilte in der Finanzkommission der Kammer mit, die Regierung beabsichtige im Interesse der Industrie u>nd der Arbeiter einen Teil des Eisenbahnbedarfes, her noch nicht bewilligt fei, möglichst rasch zu vergeben. Die Kommission erklärte sich damit einverstanden.________ Ausland. Tientsin, 11. Dez. (Reuter.) Nunmehr hat es sich herausgestellt, daß der indische Posten, der Amok lief, ein Afridi war. 9luch die indischen Soldaten, welche den Wahnsinnigen festnehmen wollten, waren Afridis. Von englischer und deutscher Seite wurden Ausdrücke des Bedauerns gewechselt. Englische Stabsoffiziere wohmen der heutigen Beerdigung derbeidenDeutschen bei. Die beiderseitige Untersuchung des Falles ist noch nicht abgeschlossen. Jokohama, 11. Dez. Das Repräsentantenhaus er- llärt in der Antwort auf die Thronrede, daß Anzeichen von in Zukunft bevorstehenden Verwickelungen in O st a s i e n vorhanden seien. Vom Burenkriege. Nach einem „Standard"-Telegramm aus Heilbron war Ober ft Wilsons Lager bei dem gemeldeten Kampf mit Dewet thatsächlich vollkommen umzingelt. Wilson sandte eine heliographische Depesche an Oberst Ri- mington, der auf der Nordseite des Klipflusses stand. Dewet hatte gehofft, daß er bei dem Hochwasser wenigstens drei Tage gebrauchen wurde, um zu Wilson zu stoßen. Ri- mington überschritt den Fluß jedoch in einer Nacht und gelangte in einem Eilmarsch von 32 Meilen zu der Stelle, wo er seine Bereinigung mit Wilson herstellte. Beim Rückzug beider Kolonnen auf Heilbron griff Dewet in voller Stärke an und eroberte sechs Wagen mit Gespannen. Natürlich werden dieser englischen Schlappe wieder ein paar „Sieges"-Botschaften gegenübergestellt. Aus Pretoria wird gemeldet: Oberst Macenzie überraschte nach Eilmärschen ein Burenkommando, nahm 13 Buren gefangen unb erbeutete eine große Anzahl Vieh. Nach einer Meldung aus Bloemfiontein nahm die nach Ladybrand entsandte berittene Infanterie im mittleren Tisttikt des Oranjefteistaates drei Buren gefangen. Oberst Holland überraschte im Westen von Smithfield das Lager des Burenkommandanten Brand und nahm 6 Buren gefangen. Eine Depesche Kit- cheners aus Standerton vom 10. ds. besagt: Die Kolonnen, die unter der Führung von Bruee Hamilton operieren, überraschten nach einem Nachtmarsch heute morgen das Kommando Bethel bei Prichardsstmlein und nahm dasselbe fast ganz gefangen. Sieben Buren wurden getötet, 131 g. fangen. Wie aus Standerton weiter berichtet wird, trifft Lord Kitchener am Samstag dort ein und begiebt sich alsdann nach Pretoria zurück. Was er in Standerton zu thun beabsichtigt, wird verschwiegen. Ein Eisenbahnwärt'er fand in der Mhe von Kromdraae, sechs Meilen südlich von Standerton, auf den Eisenbahnschienen Dynamitpatronen. Am 10. d- M. soll eine größere englische Wtellung mehrere! Buren gefangen haben, die anscheinend einen llebersall auf einen Eisenbahnzug geplant hatten. Der englische Ober- kommandierende scheint wieder einmal ein Attentat zu wittern. In Bezug auf die F l ü ch t l i n g s l a g e r scheint Herr Kitchener that,ächlich eine Systemänderung bewirkt zu haben, um, wie es in der Meldung.eines Londoner Blattes heißt, „die undankbare Beraulwortung los zu werden". Der englische Schatzkanzler soll einen dahingehenden Regierungs- beschluß aus Billigkeits-Rücksichten befürwortet haben. Das „Reutersche Bureau" meldet vom 9. d. M. aus Piquetbergroad in der Kapkolonie: Tie Kommandos in Clanwilliam, Ealwinia und den benachbarten Distrikten fahren fort, große Geschicklichke it und Beweglichkeit in der Vermeidung von Gefechten zu entwickeln. Zum wenigsten vier Fünftel von ihnen sind Aufständische aus der Gegend; sie kennen jeden Gebirgspaß. Besonders große Schwierigkeiten haben die englischen ttoüuinen in dem längs der Meeresküste sich erstreckenden Z a n d v e l d zu überwinden, wo die Wagen der Engländer die Bewegungen der Truppen in hohem Maße hinderten, während die Wagen der Buren leicht und schnell fortbewegt wurden. — Das klingt auch nicht gerade sehr sieges- und hossnungsfroh. 5250 Geistliche der englischen Lissenter-Gemeinden haben ein Manifest zu Gunsten des Friedens unterzeichnet. Im ungarischen^ Mgeordnetenhaus interpellierte am Mittwoch der Abg. Schmidt den Ministerpräsidenten wegen der wiederholten M a s s e n a n k ä u f e v o n P f e r d e n- durch Agenten der englischen Regierung und fragt, ob die Regierung jene, die Neutralität Ungarns verletzenden Pferdelieferungen, die von Fiume direkt nach dem südafrikanischen Kriegsschauplatz verschifft werden, künftig zu verhindern gedenke. Schmidt schilderte den verzweifelten Freiheits- lamps der Buren, der ihnen von Börsenspekulanten auf- gezwungen worden fei. England trete im Kampfe alle Völkerrechte mit Füßen. Ein solcher Gegner, der Frauen und unschuldige Kinder peinige, darf nicht unterstützt werdem Ungarn möge den ersten Schritt zu Gunsten der Buren thun und die Pserdeausfuhr verbieten. Tie übrigen europäischen Staaten werden nachfolgen. Ministerpräsident Szell erllärte, die Regierung forsche nicht, wohin die Pferde ausgeführt werden. Zu einem Pferdeausfuhrverbot fei keine Veranlassung vorhanden. UebrigenS fei noch nicht aufgeklärt, ob die Pferde Kriegsmittel feien. Es sei bedauerlich- daß über das befreundete England so wegwerfend gejprodjen werde. England habe Ungarn in schweren Zeiten Sympathien bewiesen und verdient unsere volle Wertschätzung und Sympathie. Präsident Krüger ist in Utrecht eingetroffen. 11. Sitzung Grotzh. Handelskammer Gießen, für die Streife Gießen, Alsfeld und Lauterbach. Protoko ll-Auszug. Gießen, 11. Dezember 1901. Anwesend sind die Herren: Kommerzienrat Koch, Vorsitzender, Kommerzienrat Heichelheim, Balser, Dürbeck, Grünewald, Hoos, Jhring, Katz, Moll, Nowack, Ramspeck, Schirmer und Zurbuch, sowie der Syndikus Dr. Kehrn- Entschuldigt fehlen die Herren: Rinn, Röhr, Schmall, Steinecke und Wallach. Vor Eintritt in die Tagesordnung giebt der Vorsitzende der Befriedigung der Kammer darüber Ausdruck, daß bei den kürzlich vorgenommenen Eraänzungswahlen pro 1903 die sämtlichen, nach den gesetzlichen Bestimmungen aus- geschiedenen Herren wiedergewählt worden sind. Hierauf nimmt die Kammer 1. den Geschäftsbericht entgegen, aus welchem folgendes hervorzuheben ist: Das hiesige Grvßh. Pvlizeiamt hat die Kammer um eine Aeußerung darüber ersucht, welche Tage als Ans- nahmetage von den allgemeinen Bestimmungen der Gewerbeordnung über Ladenschluß und Ruhezeitder Angestellten in offenen Verkaufsstellen für das Jahr 1902 festgesetzt werden sollen. Die Kammer hat auf Grund der von ihr eingezogenen Erkundigungen das genannte Polizei amt ersucht, es bei den für das Jahr 1901 bestimmten Ausnahmetagen auch pro 1902 bewenden zu lassen und von einer Verminderung der Zahl dieser Tage vorerst abzusehen. An das Grvßh. Ministerium des Innern hat die Kammer die Bitte gerichtet, die 3 kaufmännischen Fortbildungsschulen, hier, in Alsfeld und Lauterbach, durch Bewilligung von Zuschüssen aus dem hierfür bewilligten Staats-Fonds nachdrücklich unterstützen zu wollen. Am 7. dS- hat in Angelegenheit der Verteilung des oben genannten Fonds eine Konferenz von Delegierten der hessischen Handelskammern in Mainz stattgefunden, bei der die Kammer durch ihren Syndikus vertreten war. In dieser Konferenz wurde beschlossen, der Großb. Regierung zu empfehlen, oie Verteilung nach Maßgabe der Zahl der Klassen jeder einzelnen Schule vvrzunehmen, jedoch hierbei den besonderen Leistungen der einzelnen Schulen in der Weise Rechnung zu tragen, daß für höhere Leistungen auch höhere Zuschüsse gewährt werden. Im Anschluß hieran befchließt die Kammer, in einer Eingabe an das Grvßh. Ministerium des Innern dafür einzutreten, daß lediglich dre Zahl der Klassen maßgebend sein solle, da eine nebenhergehende Berücksichtigung der Leistungen einer Schule ohne gleichzeitige Berücksichtigung der finanziellen Leistungsfähigkeit derselben eine einseitige Begünstigung der größeren Schulen zu Ungunsten der Heineren bedeuten würde. 2. Den Hauptgegenstand der Tagesordnung bildete der dem Reick)stage vom Bundesrate vorgelegte Entwurf eines Zolltarifs. Die Kammer nimmt zu diesem Entwürfe mit nachstehender Erklärung Stellung: „Der dem Reichstage vom Bundesrate vorgelegte Entwurf eines Zolltarifs hat den ernsten Bedenken, die in weitesten Kreisen der Bevölkerung gegen den unterm 26. Juli veröffentlichten Entwurf der Reichsregierung erhoben worden sind, in allem wesentlichen so gut wie keine Rechnung getragen. Insbesondere sind die hohen Lebensmittelzölle des letzteren in der Hauptsache beibehalten worden, obwohl in der Begründung des Entwurfs speziell bezüglich der Zölle auf Brotgetreide unumwunden anerkannt wird, daß die Jnlandpreise des letzteren durch die Zölle eine ihrem Betrag ziemlich entsprechende Steigerung erfassten dürsten, sodaß also auch eine entsprechende Steigerung der Brotpreise und damit eine entsprechende Belastung des allgemeinen Konsums in Aussicht genommen werden müßte. Vor allem aber muß es befremden, daß selbst die Mindestzölle für Getreide nickst beseitigt worden sind, obwohl gerade vor diesen von Handel und Jndusttie — und zwar selbst von solcher Seite aus, die im übrigen lebhaft für höheren Zollschutz der landwirtschaftlichen Produkte eintritt — mit größter Einmütigkeit gewarnt worden ist. Wir erblicken hierin eine einseitige Bevorzugung agrarischer Interessen zu Ungunsten aller übrigen Erwerbsstände und Bevölkerungstlassen, sofern den über ihren eigenen Bedarf hinaus Getreide produzierenden Landwirten von vornherein im Wege autonomer Gesetzgebung Zugeständnisse gewährt werden, selbst auf die unleugbare Gefahr hin, daß mit diesen Zugeständnissen eine angemessene Berücksichtigung der Interessen der übrigen Erwerbs- und Bevölkerungskreise nicht vereinbar ist, daß insbesondere mit diesen Zugeständnissen brauchbare Handelsverttäge mit einigen unserer Hauptexportländer nicht erzielt werden können. Diese Politik der einseitigen Begünstigung gewisser agrarischer Interessen steht im Widerspruch mit Der von der Reichsregierung selbst proklamierten Politik des Ausgleichs der sich gegenüberstehenden wirtschaftlichen Interessen bei gleichmäßiger Berücksichtigung der letzteren; sie steht ferner und vor allem in schroffem Widerspruch mit der Bedeutung, welche heute dem Getreidebau in unserem gesamten Wirtschaftsleben im Vergleich mit den ihm hier gegenüberstehenden, übrigen wirtschaftlichen Interessen jufommt. Wir geben daher der Erwartung Ausdruck, daß der deutsche Reichstag als Vertretung der Gesamtinteressen des deutschen Volkes dem Entwurf des Bundesrats in seiner jetzigen Fassung die Zustimmung versagen werde." Die Kammer beschließt, diese Resolution auch dem Reichstage zur Kenntnis zu bringen. Im übrigen beschließt dre Kammer, nunmehr dem Reichstage unter Berücksich- tigung d er dem Zolltarif beigegebenen offiziellen Begründung eine eingehend motiöierte Eingabe zu unterbreiten in welcher alle wesentlichen Wünsche, welche die Kammer zu dem Entwurf vom 26. Juli b- I. dem Grvßh. Ministerium des Innern unterbreitet hat und die in dem vorliegenden Entwurf keine Berücksichtigung gefunden haben, erneut geltend gemacht werden. 3. Der Ausschuß für das Studium der Errichtuna einer technischen Reichsbehörde in Berlin hat die Kammer um eine Aeußerung über die Frage der Errichmna einer solchen Behörde ersucht. Letztere soll die Vorbereitung der in das Gebiet der Technik einschlagenden Gesetze, Verordnungen, Ausführungsbestimmungen übernehmen u s. f Die ‘"immer stellt fest, daß die Interessen von Handel und Industrie ihres Bezirks keine hinreichende Veranlassung ent- zutreten, daß die Bahn nicht über das 574 Meter hohe Hart- Dithmarschen, der Matrose Engel aus Wismar und der V ' . u_ . J.. • .. • a _____< < < cn■ Y.i_____ iv» viT)fa»n SRdiihon mig VtnrSrnm Matrose Majus Peulsen aus Kakskow. * München, 11. Dez. Em Student der Phar- hervor: Es ist der Wahrheit entsprechend, daß der Landstrich gesunden, neben ihm lag ein unabgeschossener Revolver. Die ' .. . ~ M ■ I -Y. - ___Z___X._____ ,— f, A fitv fVitrf-rw av$< ungen abzusehen. Kammer der Stände gerichtet, in dem sie bitten, dafür ein Untr Bett Lr. eidg. 1054 letzte solg« mch! 65 oem 405 in tz in S Sol mannshain, sondern in der Richtung Völzberg—Volkartshain geführt werde. Die Begründung der Petition deckt sich un- Mordthat trieb. * Gewitter in den Vogesen. Aus dem Hoheneck in den französischen Vogesen schlug der Blitz während eines Schneesturmes in das dortige Wirtshaus ein. Der Wirt Bernez, seine Frau und seine Kinder wurden schwer verletzt. Von Gerardmer versuchten Truppen und Gensdarmerie Hilfe zu bringen, konnten aber bisher wegen der Schneemenge nicht zum Ziele gelangen. * Zur Geschichte des Tabaks. Ein Engländer, W. A. Penn, hat auf Grund umfangreichen Materials eine Geschichte des Tabakrauchens geschrieben, die nicht nur für den Raucher, sondern auch für den Nationalökonomen her- ,v.~vtr(rt), .^v.Ov. v-, v... . . vorragendes Interesse bietet. Bekannt ist ja, daß die medi- -sDierking aus Geeste, der Matrose TurowSky aus Burg imitierenden Orientalen, die je£t ohne Wasserpfeife kaum -r führt und zwar zum letzten Male in i v , , . . Sonntag gastiert hier Herr Hans Portz, der erste Komiker stellte drei Rippenbrüche fest und ließ die Frau in das Moa- Gießen, den 12. Dezember 1901. ** Audienzen. Der Großherzog empfing u. A. am 11. Dezember den Eisenbahndirektions-Präsidenten Thomä -von Frankfurr a. M., den Forstmeister Spengler von Büdingen, den Pfarrer Heß von Münzenberg, den Forstmeister Heß von Homberg a. d. Ohm, den Dekan Sartorius von Groß-Karben, den Bürgermeister Ste-inhäuser von Friedberg, den Geh. Schulrat Dr. Schädel von Gießen, den Prof. Martin vom Veterinär-Jnstittrt zu Gießen, den Mi oer A Jioim ■Plonbt H)urbe ^,60( ?Qröi z°Duni|| xge Lilli Exa und des Kölner Stadttheaters, nachmittags als „Giesecke" in dem l biter Krankenhaus bringen. beliebten Lustspiele „Im weißen Rößl" und abends als! • Eberswalde, 11. Dez. Ein Messerstecher nach „Babberley" in dem dreiaktigen Schwank „Charleys Tante".! Art des Kieler Unholds stach vorgestern abend ein junges! — Das Gastspiel der „Tegernseer" beginnt DonnerstagIMädchen in Hegermühle in die Hand und entkam. den 19. Dezember mit der Bauernkomödie „Der Prozeß-! Hamburg, 11. Dez. Während eines heftigen Sturmes hanSl". .sank gestern unweit Helgoland der Hamburger Hochsee-Fischer- rt. Friedberg, 11. Dez. Am Atontag hielt Pfarrer Kn ab dampfer „Erna" bei dem Versuch, dem durch einen Schrauben- von Bruchenbrücken im „Hotel zu den drei Schwertern" im bruch in Not geratenen englischen Kohlendampfer „Achroite" Auftrag der hiesigen evangel. Vereinigung einen Vortrag überI Hilfe zu leisten. Neun Mann von der „Erna" sind er# „Frhrn. v. Stein und seine Zeit". Er schilderte die Verdiensteitrunken, einer wurde gerettet. Die „Achroite" wurde später dieses für die Entwicklung Deutschlands so bedeutenden und ein- von dem englischen Dampfer „Corennie" geborgen und nach flußreichen Mannes und hob besonders seine vortrefflichen Eigen- Hamburg gebracht. Der Gerettete ist der Netzmacher Josef schäften als echter evangel. Christ hervor. Reichel aus Neustadt in Oberschlesien. Die Ertrunkenen sind 4- Dom höchsten Vogelsberg, 10. Dez. Bezüglich der Kapitän Lühmann aus Schleswig, Steuermann Kalhorn, ge- von der Zweiten Kammer genehmigten Nebenbahnlinie! boren in Altpassag in Mecklenburg, Maschinist Wagner, ge- Grebenhain—Crainfeld—Gedern haben die petitio- boren zu Fischau bei Danzig, Maschinist Proschinsky aus nierendcn 13 Gemeinden nochmals ein Gesuch an die Erste Reudnitz bei Leipzig, Heizer Wiechmann aus Fensc, der Koch führ Ludi nur nehi schä beru Wie Dem min Str« des zur: nach der § vom zwei, werd vorst gerid Unt Der Aus Stadt und Land. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Arrz." gestattet.) denke» f Tabak Den Ta ec ivurdl der ftan das neu sehr, d< wurde, duckt v seit Zehntel war dl gelangt Frauen Ainder des Sia pensunu gewaltl! rauchen- tabaksd> Lord P Jahres diener zutage uns ers stschen von ih Heimcr Prof, der Ohrenheilkunde Dr. Leut ert. Mainz sind gestern folgende offizielle Wafferstandsnach- schäft versammelt. Man war un Prinzip darüber emig, Haus geschleift. Als der Schwiegersohn so viel Besinn- richten etnqetaufen: Kehl: Rhemstand 285, steigt langsam, daß zur Abwehr gegen dieKohlensLuresyndrkate durch Grund- ung und Kraft wieder erlangt hatte, daß er nut Erfolg Mannheim' gestern 254, heute 348, steigt. Maxau: ung eigner Fabriken oder Kauf resp. Anschluß an ringftele Widerstand leisten und feinem Mörder gefährlich werden beute 380 gestern 301 steigt. — Auch die Mosel steigt Werke mit aller Energie vorgegangen werden muffe. Be- konnte, eilte die kranke Tochter aus dem Bette, von wo sie ravid weiter Der Pegel zeigte gestern einen Wafferstand sonders wurde betont, daß es im Interesse der Brauerei- bisher zugeschaut hatte, kam ihrem Vater zu yilse, und esi von 3,20 Metern. Der Betrieb dec Moself-Hre ist eingestellt besitzen selbst liege, den Wirten die Kohlensäure auf billigste gelang den Beiden, den sich verMeftelt Wehrenden zu er. worden Es herrscht Schnee und Gestöber mst Regen. Des- Art zu beschaffen. Eine Kommission mit ausgedehnten Voll- d r o s s e l n. Um dies surchtb^e Verbrechen, das unter so, gleichen wird auS K ° l n gemeldet, daß bei heftigem Schnee- machten zur Prüfung des Materials, Besichtigung vorhandener gräßlichen Umständen vollbracht wurde, vor der Welt zu lall mit Regen der Rhein seit gestern Vormittag um 40 Ltm. Werke usw. wurde gewählt, die m Kurze einer«wn-ren Ver- verbergen schleppten sie den Ermordeten m em Kell rgewölbe, gestiegen ist - Auch die Lahn ist ,m Steigen begriffen und sammlung eingehend Bericht zur deftmtwen Beschlußfassung und hängten ihn d°^ an einem Haken der Decke auf Dam, droht an verschiedenen Stellen über die Ufer zu treten. Die erstatten soll. legte sich der entmenschte Vater >n das Bett des Ermordetem Wiefeck schwillt ebenfalls immer mehr am — Der Main " Kleine Mitteilungen aus Heffen und den Nachbarstaaten. Am nächsten Tage erzählten sie überall, der Mann habe sich ist oberhalb Hanau bereits stellenweffe aus den Ufern ge- In Darmstadt bot sich denjenigen, die Gelegenheit hatten, selbst das Leben genommen. Auf die Verletzungen am Körper, steten Bis gestern betrug die Steigung 60 Ltm. Auch die am Sonntag stütz am Hauptportal des Theaters vorbeizu- des angeblichen Selbstmörders aufmerffam gemacht, erfand Kinzig bringt große äßaffermafim/ Sie hat oberhalb kommen, ein wunderbarer Anblick. An der Feuerleiter, die der Vater folgende Geschichte: Der Schwiegersohn habe dis Gelnhausen be? Nstdenodenbach da? Uferland überschwemmt, sich neben dem Haupteingang befindet, hmg der englische Tochter geschlagen; auf deren Hcheruf sei er h^be^eeüt, sei iodast der Verkehr zwischen einigen beiderseitigen Usergemeinden Minister Chamberlain, d. h. seine gesteue Nachbildung ,ed°ch von dem Ehemann selbst bedrängt und bis m den! abgeschmtten ist. - Nach weistren Nachrichstn richten Lahn, in Lebensgroße. Sein Gesicht bestand aus einer vörtreMich Hof verfolgt worden. Dost sei es zum Kample ge ommen . Saar, Neckar, Mosel, $M>r und Wupper ssteckenweffe große gelungenen Maske, in’S lmke Auge war das bekannte Mo- wobei der Schwiegersohn sich die Verletzungen 8“8W>SC” Verbeerunaen an nokle geklemmt. — In Schwanheim feierte am Dienstag habe. Er, der Vater, fei dann in seine Auszugsstube ge-, .. -»ubil-um Der in Diensten des Fuhrunternehmers der Gemeinderechner Rhon bei voller Rüstigkeit das Fest flohen und habe sich dost eingeriegelt. Am nächsten Morgen Christoph Spieß stehende Georg Rollshausen beging der goldenen Hochzeit. - In Schierstein wurde von habe er dann, n^is ahnend den Sohn erhängt vorgestnden. am Dienstag? wie ww bereits mftteilten, fein 25jähriges dem Vieruhr-Schnellzuge Mannheim der Bahnwärter Bast,an Obgleich diese ^zahlung für den scharfer Zuf-h-nden die Dienstjubiläum. Der Jubilar wurde nicht nur von überfahren. Er war sofort tot. größten Unwahrscheinlichkeiten m sich trug, z. B. daß bet . V“. "*> . . I dem ungleichen Kampfe der viel schwächere Vater außer I einigen Hautwunden im Gesicht gar keine Verletzungen davon- getragen hatte, ferner, daß Vater und Tochter sich die ganzem 10. Dez. Auf der Straße überfallen, Nacht nicht um den Verbleib des nicht bekleideten Ehemannes: vergewaltigt wurde am Samstag Abend gekümmert haben wollten, u. a. wurde sie doch zunächst dem 9 Uhr an der Ecke der Torfsstaße und des Erzähler geglaubt, well man ihm mchts Böses zutraute. D,e 2 »aff« es nw nur be tonnte: laßen. Zulaß^ Fakult minift1 von U auf di sind, mit de am P hätten und 1 nicht 5 milit Kurop von 3 bemit bote“ Sen nann teilm 10 D wese nicht Carm otub peima. verftL W mei1 Medi seinem Arbeitgeber aus diesem Anlaß besonders geehrt und — beschenkt, auch die Angehörigen der weitverzweigten Familie Spieß erfreuten den Jubilar durch wertvolle Geschenke. *• Bluthochzeit. Eine blutige Hochzeit wurde am Mon-I Berlin, tag in einer in der Steinstraße gelegenen Wirtschaft gefeiert. I b er au bt und Ein Ungeladener gestattete sich auf Kosten des Brcuckpaares, Izwischen 8 und r, uql un uci vz-uc ^,uH|n.uPc «hv / - aber ohne deffen Wissen und Willen, mitzuzechen, worüber Nordufers die 46 Jahre alte Witwe Antonie Böttcher geb. verwandten des zum Selbstmörder Gestempe es zu emem Wortwechsel kam, der bald in Thätlichkeiten aus- Starke, aus der Fennstraße Nr. 32. Drei Strolche im Alter gleich Verdacht und riefen das Gericht behusi, Untersuchung artete. Biergläser und Messer dienten als Waffen, und alles I von etwa 25 Ähren packten die ^nnt dm axx auä) schlug feste drein. Die Streitigkeit setzte sich auf der Straße warfen sie zu Boden. Während dann einer ihr auf der I zu schaffen, und es erkannte auf Selbs mor . fort, wo mehrere der Gäste durch Mefferstiche schwer verletzt I Brust kniete und ihr die Kehle und den Mund zudrückte, -^age gelang es anderen, deren iß auew em wurden. Vor Gericht dürfte demnächst eine für manche der.raubten ihr die beiden anderen das Portemonnaie mit 6 Mk. gerufen tuar, au§ dem ganzen Ikrfja cn^ e )wl g Beteiligten nicht gerade erfteuliche Nachhochzeit gefeiert werden, und vergewaltigten sie. Dann ließen sie die Frau bcsinnungs- rmmer neue Verdachtsmomente 3" schöpfen^un ^n ]:[ Aus dem Theaterbureau. Freüag wird der erfolgreichellos liegen. Als später eine Arbeiterin sie fand und sich ihrer durch die Aucheckung der Widerspruche Swyche s 9 Schwank „Die Dame von Maxim" noch einmal aufgc- annahm, kam sie wieder zu sich und war im Stande, mit und ,der TochterAussagen foweit m> die. ^"3« zu ' - ' ’ dieser Saison. Am ihrer Begleiterin nach ihrer Wohnung zu gehen. Ein Arzt daß er die Blutthat emgestand Auch die achter wurde^ ' ' - \ J b - - - - - - -3- v • ---> unabhängig davon, durch ihr Gewissen dazu gedrängt, nach anfänglichem Leugnen ihre Mithilfe zu bekennen. Die Veranlassung waren Geiz und Unverträglichkeit der Beteiligten und daraus entspringender Haß, der die bis dahin völlig unbescholtenen Menschen schließlich zu dieser grauenvollen 4- Der Verband K^fleu^ I (m ber* Richtung Hartmannshain :c.) dünn bevölkert ist. Bei ärztliche Untersuchung ergab auch keinen Anhalt für Giftmord, un ^re Kammer dre Bttte gerichtet, ftine Bestrebungl . Proickt von Hartmannshain bis Gedern oder Ober- Der rätselhafte Todesfall erregt hier großes Aupehen. tüfrerMoTf änlnb 'M knU Entfernung, ohne daß man Barcelona, 11. Dez Die Marchesa ViSear schließt, gemäß einem von ihr bereits int vorigen Jahre einen Ort trifft, wahrend die Lime Völzberg rc. mehreren wurde heute morgen von ihrem 2fahrigen Sohne -gefaßten Beschlüsse, dem Anträge des Verbandes zu ent- und bedeutenden Orten nahe kommt, so außer Völzberg undIerschossen, weil fre diesem eme Gcldsorderung vertagte, sprechen. ' Volkartshain dem eine halbe Stunde von Völzberg entfernten Der Sohn war em unverbesserlicher Taugenichts. 5. Die Handelskammer zu Ruhrort hat beim deutschen Lichenroth mit starkem Verkehr und dem bedeutendsten 'Budapest, 11. Dez. Heute mittag fand zwpchen Handelstag angeregt, derselbe möge dufür eintreten, daß Biebhandel im südöstlichen Vogelsberg. Die Bedeutung dieses den Abg. Jvankä und Csavolszky ein unblutiges Pistolen- burch eine bundesrätliche Verordnung Haferpräparatei roieqt die der Orte Hartmannsham, Hcrchenhain, duell statt, weil Jvanka gestern Csavolszky, der von der tm EmzeWerkehr ^r m suchen PaMngen gewer^matzig unb Kaulstos vollständig auf. Dazu kommt Regierung eine energische Aktion für öu 2M)eit§Ioien M G^am^n^d^er ^ein^ Vielf^chZ Meiton b^age° Der An- noch das eine viertel Stunde davon entfernt liegende Wüst- langte, einen „sozialstuschen Schwindler" nannte. traget gegen die in englffchen Pfunden aufgemachten, wlllenroth mit Dampfsägewerk und bedeutend entwickelter Sydney, 11. Dez. In emcr der Vorstädte von Sydney amerikanischen Präparate (die sog. Quäker Oats) gerichtet, Holzwaren-Jndustrie, ferner die preußischen Orte Radmuhl ist em Todesfall an Pest vorgekommen. die den deutschen, in deutschen Pfunden auf gemachten und Wettges, sowie die hessischen Orte Radmühl und Salz, * Der Aufsehen erregende Unfall, daß der Fabrikaten einen scharfen Wettbewerb machen. Im Hinblick welche alle nur auf die Station Völzberg angewiesen sind, Orient-Expreßzug in Frankfurt a. M. in den Warte- auf den Umstand, daß einem großen Teil des Publikums Ehrend Ober-Moos und Gunzenau die Station Bermuths- saal zweiter Klasse gefahren ist, hat naturgemäß die ber Unterschied zwischen englischen und deutschen Pfunden benützen würden. Die beiden Orte Hartmannshain nnd I Frage, ob denn die Technik gar kein Mittel bietet, um der- beschließt die Kammer, dre Anregung H^/h^uhain sind auch nur etwa 25 Minuten von der Linie 1 artige Unfälle selbst beim Versagen der Bremsen zur Unmög- der Ruhwrter K-mmer Kil uErstuyen^ ^ mtsemi und durch sehr gute Kreisstraßen mit Grebenhains lichtest zu machen, abermals aufgeroUt. Da diese Frage. Mitteilung des tziesigen^Kaiserlichen Postamts 1, nach der Bermuthshain, Völzberg und Vollartshain verbunden. - gerade in diesen Tagen in aüen Äreifen eitrig erörtert mttb bie Anträge ber Kammer auf Herstellung, bezw. Zulassung Zum Schluß wstd daraus hmgenneten, daß es gut ,em werde, so sei daraus ausmerkiam gemacht, datz auch dieser Unfall des Fernsprechverkehrs mit den Orten des niederrheinisch- wenn sachkundige Mttglieder des Finanzausschuffes vor der nicht vorgekommen wäre, wenn diese Kopfstation emen hydrau- westfälischen Jndustriebezirks, sowie mit Salzschlirf von ge- Berichterstattung eine Lokal-Besichttgung beider Linien vor-l lischen Sicherheits-Prellbock gehabt hätte! Derartige Prellböcke nanntem Postamt der Kaiserlichen Oberpostdirektion in nahmen und nähere Erkundigungen über die eigentlichen haben sich auf verschiedenen Bahnhöfen bei ähnlichen Unfällen Darmstadt unterbreitet worden sind; ferner eine Mitteilung wirtschaftlichen Verhältnisse einzögen. durchaus bewährt (u. A. befinden sich in Deutschland hydrau-f des hiesigen Kaiserlichen Postcnnts 2, nach welcher injmge g Darmstadt, 11. Dez. Der Großherzog wird sich lische Prellböcke auf: Wannseebahnhof Berlin, Köln Norden, einer bezügltchen (^ngc^e K^me^elegranmte aus ge- 20. Dez. nach K i e l begeben, um daselbst die Weihnachts- Sttaßburg, Altona, Kassel und Erfurt). Wenn man bedentt, ft^°L-Nunaen über^Er^^o^^en irn feiertage ,u bringen. - In einer heute Abend slattge- daß der m Frankfurt angerichtete Schaden mindestens über. Orantefreistaaf Schutz deutscher Fabrik- und Handels- habten Bürgerversammlung wurde gegen den von der 50000 Mk. betragt, so erscheint es kaum glaublich, daß von marken in Tanger; Ausfuhr rumänischer Nüsse nach Deutsch- Bürgermeisterei mit der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft den Eisenbahnen ein zu Gebote stehendes technisches Sicher- land; Maschinenaüsfuhr nach Transvaal; Einfuhrgeschäft abgeschlossenen Vertrag besonders mit Rücksicht auf die von heitsmiüel, das sich noch dazu in den letzten Jahren wieder- nach Bombay; Errichtung eines Musterlagers in Mexiko; länderen Städten (Mainz) gemachten Erfahrungen p rote stiert,! holt gut bewährt hat, wesentlich infolge der leidigen Spar- Eisenerzlager in Norwegen; zweifelhafte Firmen in London, Uebrigen die rascheste Ausführung der Linie Darmstadt-! samkeitspolittk nicht überall angebracht wird. Gefährdete Barcelona, Maastricht und Rotterdam. Interessenten toirb £ornjanb empfohlen. Kopfstationen sollten überall mit den hydraulischen Sicherhierüber auf dem Bureau der Kammer näheres mttgeteilt. j Darmstadt, 11. Dez. Prinzessin Heinrich von hettsprellböcken ausgerüstet werden, denn für den in Frank- Preußen reifte heute abend 8.05 Uhr nach Kiel, wo der furt angerichteten Materialschaden könnten allein sechs solcher^ Besuch ihrer Schwester, der Großfürstin Sergius von Rußland Einrichtungen aufgestellt werden. In diesem Falle verlief erwartet wird. das Unglück noch gut, indem weder Menschen verletzt noch b. Mainz, 11. Dez. In einem hiesigen Warenbazar getötet wurden; wäre dagegen das Unglück bei Tage zur verhaftete die Polizei eine Ladendiebin, in deren Reisezeit passiert, so wären sicher viele Menschen schwer ver- Wohnung in Bretzenheim man ein ganzes Magazin voll ge- unglückt. Vielleicht trägt aber der Frankfurter Unglücksfall stohlener Waren mit Beschlag belegte. Die meisten der vor- doch dazu bei, daß die Eisenbahnen im Interesse der Sichergefundenen Waren hatte die Diebin in dem Warenhaus ge- Heck des Verkehrs auf den Kopfstationen die Sicherhettsprell- stohlen. Ihre Festnahme erfolgte, als sie wieder einen Korb böcke aufstellen, sodaß derartige Unfälle unmöglich sind, voll Waren entwendet hatte, wobei sie von einer Ladnerin 'Eine entsetzliche That. In Nieder-Tschirnau, beobachtet worden war. Kr. Guhrau, ist am Abend des 3. Dezember eine entsetzen- 8. Frankfurt a. M., 11. Dez. Hier waren heute Nach- erregende Mordthat vollführt worden. Ein Auszügler bat. mittag gegen 100 Vertreter der Mitteldeutschen Gastwirt- den Ehemann seiner Tochter, mit welchem er seit lange im Verbände und Vereine, u. a. auch aus Gießen, zwecks Unfrieden lebte, im Bette überfallen, dem Schlafenden. JnlGründung einer Kohl ensäurebeschaffungs-Gesell- einen Strick um den Hals gelegt und ihn sodurchs halten, für die ins Auge gefaßte Einrichtung eines regelrechten Reichsamts mit einem Staatssekretär an der Spitze .—a--------y — --------- ----- , , - emzutreten, und beschließt deshalb, von der erbetenen Unter- ^fähr mit dem, was unser -^--Korrespondent uns bisher über macie Namens Wilhelm Wahl, der Sohn emes Ober- Stützung der auf eine solche Behörde abzielenden Bestreb- ~ e mttgeteilt hat. Wir heben daraus noch folgendes lehrers in Württemberg, wurde hier todt im Bett auf» I denken sind, den Tabak dem Abendlande verdanken, vom Tabak ist in Tausend und eine Nacht noch nirgends die Rede. Den Tabak brachte erst 1559 ein Spanier nach Europa, und er wurde zuerst in Spanien angebaut. Schon 1561 rühmte der französische Gesandte am Hofe von Portugal, Jean Nicot, das neue Gewächs seiner Herrin, Katharina von Medici, so sehr, daß es auch in Frankreich als nicotiane cingeführt wurde. Erst mehrere Jahre später lernte England den Tabak direkt von Amerika her kennen, und er fand in der goldenen Zeit Englands so gewaltige Verbreitung, daß ein volles Zehntel der Staatseinnahmen von ihm herrührte. Um 1650 war die Sitte des Tabakrauchens auf ihrem Höhepunkt angelangt. Man rauchte in der Kirche, im Parlament, überall. Frauen rauchten ohne jedes Bedenken, Mütter schickten ihre Kinder mit Pfeife und Tabak in die Schule, denn die Kunst des Rauchens gehörte damals ganz ernsthaft zum Unterrichtspensum. Im achtzehnten Jahrhundert ließ das Rauchen gewaltig nach, es gab Zeiten, wo es verächtlich war, zu rauchen. Man tröstete sich bekanntlich mit der Schnupftabaksdose und Penn erzählt, daß der englische Staatsmann Lord Petersham eine besondere Dose für jeden Tag des Jahres besaß und sehr böse werden konnte, wenn sein Kmnmer- diener chm nicht jeden Tag die richtige brachte. Die heutzutage sehr verbreitete Sitte des Cigarettenrauchens ist zu uns erst durch den Krimkrieg gekommen, in dem die französischen und englischen Offiziere diese bequeme Art des Rauchens von ihren türkischen Bundesgenossen erlernten und mit in die Heimat nahmen. Universttäts Nachrichten. Berlin, 11. Dez. Durch die Zulassung der Realgym-- /lasialabrturienten zum Studium der Medizin ist es möglich geworden, daß vormalige Realgymnasiasten, die zuvor nur bet der philosophischenFakulät eingeschrieben werden konnten, ohne weiteres sich in die medizinische Fakultät übertragen lassen. Es kommt nun m Frage, ob und inwieweit ihnen bei der Zulassung zu den medizinischen Prüfungen die in der philosophischen Fakultät zurückgelegten Semester anzurechnen sind. Ter Kultusminister hat bestimmt, daß gemäß der ärztlichen Prüfungsordnung von 1883 die in der philosophischen Fakultät zttrückgelegten Semester aus die medizinische Studienzeit teilweise oder ganz anzurechnen sind. Die Entscheidung hat der Reichskanzler in ikebereinftimmung mit der zuständigen Landes-Zerttralbebörde zu treffen. Braunschweig, LL Dez. Bei der heutigen Preisverteilung am Polytechnikum teilte der Rektor mit, Rektor und Senat hätten im Interesse der Disziplin beschlossen, konfessionelle und fremdnationaleÄereiuigungen an der Hochschule nicht mehr zu gestatten. Petersburg, 10. Dez. Bei einem Ball der Studenten der Militär-medizinischen Akademie hielt der Kriegsminister Ruropotfin eine Ansprache und teilte mit, öajä der Zar ein Kapital von 30,000 Rubeln, dessen Prozente armen Studierenden der Akademie zu gute kommen solle, gestiftet habe. — Wie der „Regierungs- bote* meldet, ist der Kurator des Warschauer Lehrbeztrks, aDr. ©enger »um 2. Gehilfen des Ministers für Volksaufklärung ernannt woroen. Washington, 10. Dez. Das Robinet beriet über die Mit- tellung Carnegies, welcher dem Präsidenten vorschlug, er wolle 10 Millionen Dollars zur Förderung des Unterrichtswesens aussehen. Die Einzelhetten des Stiftunasplanes werden nicht veröffentlicht, bis die Angelegenheit geregelt ist. Es verlautet, Carnegie beabsichtige, Fonds zu errichten, um verdienstvolle Studenten in die Lage zu setzen, Originalforschungen in der Heimat ober auswärts obzuliegen. — Dem Privatdozenten in der juristtschen Fakultät der Universität zu Berlin, öiegierungsrat und ständigen Mitgliede am Reichsversicherungsamt Dr. Ludwig Laß ist das Prädikat »Pro- sessor" beigelegt worden. — Nachfolger des Professors Lieber- meister in Tübingen wird der Vorstand der Greifswalder Medizinischen Klinik, Professor Dr. Krell werden. — Zur Erlangung der philosophischen Doktorwürde legte Herr Christoph Knipper aus Niederweisel (Kreis Friedberg L H.) der philosophischen Fakultät der vereinigten Friedrichs- Universität Halle-Wittenberg seine Jnaugural-Dissertatton: »Der Berliner Effektenhandel unter dem Einflüsse des Börsengesetzes" vor. — An der Technischen Hochschule zu Dresden unterzogen sich 29 Studierende der Hauptprüfung für den technischen Staatsdienst im Baufache. Sämtliche Kandioaten bestanden das Examen und zwar 3 für das Hochbau-, 14 für das Jngenieurbau- und 12 für das Maschinenbaufach. — Zum Direktor der neu begründeten Kaiser Wilhelms-Bibliothek in Posen wurde der bisherige Oberbibliochekar an der Universitätsbibliothek zu Greifswald Dr. Rudolf Focke ernannt — Man schreibt aus Zurich: Tas eidgenössische Politechnikum verzeichnet für dieses Wintersemester 1054 Studierende, wovon 702 Schweizer und 352 Ausländer; unter letzteren nehmen die Oesterreicher mit 97 die erste Stelle ein, ihnen folgen die Deutschen mit 37. Studentinnen sind am Polytechnikum nicht immatrikuliert Die Gesamtzahl des Lehrpersonals, worunter 65 ordentliche Professoren, beläuft sich auf 150. — Am 29. November ist in Philadelphia Dr. E. Schmidt gestorben, der feit 40 Jahren Lehrer des Deutschen, Lateinischen und der Naturgeschichte in St Marys Hall, einem protestantischen Seminar für Mädchen in Burlington, N. A, gewesen war. Dr. Schmidt war 1819 in Soldau geboren. Gerichtssaat e. Gießen, N. Dez. (Gewerbegericht) Den Vorsitz führt Beigeordneter Wolff. Als Beisitzer fungieren Metzgermeister Ludwig Pirr uni» Bierbrauer Gustav Holtberg von hier. Es stehen nur zwei Klagen zur Verhandlung und zwar beide gegen den Unternehmer Ludwig Weimer zu Waldgirmes. Der Erdarbeiter Heinrich Lemberger hier verlangt wegen kündigungsloser ©ntlaffung Entschädigung. Da beide Parteien nicht erschienen sind, bleibt die Sache beruhen. — In der eadje des Erdarbeiters Stefan Kreiling von Wieseck, über welche wir bereits berichtet haben, wurde ein Zeuge oemommen. Der Beklagte und ein von diesem zum heutigen Termin zu sistierender Zeuge sind dagegen ausgeblieben. Da das Streitverhältnis noch nicht hinreichend geklärt ist, mußte auf Grund des § 41 des Gesetzes betr. die Gewerbegerichte ein weiterer Termin zur Verhandlung anberaumt werden. — Es sei hier bemerkt, daß nach der 9looelle zum Gewerbegerichts-Gesetz vom 30. Juni 1901 der § 41 des cit. Gesetzes gestrichen worden ist und daß mit Wirkung vom 1. Janur 1902 im Fall des Nichterscheinen einer Partei im zweiten oder folgenden Termin ebenfalls Versäumnisurteil erlaffen werden kann. Darmstadt, 11. Dez. Heute stand der seitherige Stationsvorsteher Seitz, des Lokalbahnhofs Offenbach vor dem Schwurgericht unter der Anklage der Urkundenfälfchung und Unterschlagung. Seitz wurde zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt; er war in jeder Hinsicht geständig. Sandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berlin, 11. Dez. An der heuttgen Versammlung der Pfandbriefbesitzer der Pommerschen Hypothekenbank nahmen von der Aufsichtshehörde Regierungsrat Hoppe und Bauinspektor Hartmann teil. Von den heute im Umlauf befindlichen 168 475 300 Mk. Pfandbriefen sind etwa 118 Millionen vertreten. Zum Vorsitzenden wurde Justizrat Kempner gewählt. Direktor Dernburg erläutert die Reorganisationsvorschläge, und weist nach, daß thatsächlich 29,600,000 Mark uneinbringlich verloren seien. Hierbei waren bei den Deckungshypotheken die Schätzungen der Banken- kommission in keinem Falle niedriger als diejenigen der staattichen Kommission, deren Aufgabe mit der Prüfung der Deckungshypotheken beendigt war. Schneider, von der dculschen Treuhand-Gesellschaft, erklärt seine volle Zustimmung $u dem Reorgamjattonsplan und entpfiehlt Annahme desselben. Für den in der Versammlung vom 28. September gewählten Ausschuß der Psandbriesinhaber legt Juslizrat Kempner dar, daß der Reorganisationsplau der Tarrn- ftäbter Bank sich als der einzig gangbare Weg erweist, um den Besitz der Baitk den Pfandbriesbesitzen» zu erhalten. Auf eine Anfrage über die Einleitung von Regreßansprüchen gegen die frühere Verwaltung teilt Juslizrat Kempner mit, daß die Tirektoren Schultz und Romerck jeben Vergleich ablehnten. Schultze steht auf dem Standpunkte, daß überhaupt nichts verloren sei. Unter diesen Umständen blieb nichts anderes übrig, als Klage gegen Schultz und Romeick einzrileiten. Im weiteren Verlauf macht Rechtsanwalt Josephsohn Gegenvorschläge, die darin gipfeln, daß feine Obligationszinsen erlassen, sondern nur gestundet werden, und daß die Bank verpflichtet bleibt, die gestundeten Zinsen mit Zinseszins zu- rürfmerftatten, und ein Klageanspruch von Obligationären ausgeschlossen wird. Justizrat Rießer weist die gegen die Großbanken wegen ihrer Sanirungsthätigkeit gerichteten Angriffe zurück. Außer der ausbedungenen mäßigen Provision erwachse ihnen kein materieller Vorteil. Tem Wunsch der Mttglieder der Versammlung entsprechend erklärt Justizrat Rießer, daß für das aus dem Obligationenbesitz nach dem Neuorganisationsplan heroorgehende Aktienkapital die Vertretung im Aussichisrat der Pommerschen Hypothekenbank gesichert werden soll. Es folgen längere Erörterungen meist persönlicher Art. Zum Schluß kritisiert Juslizrat Kempner die Josephson'schen Anträge. Diese enthielten nichts darüber, auf welche Weise oas Verlorene wieder eingebracht und die Unterbilanz beseitigt werden soll. Hierauf wird die Debatte geschlossen. Die An- iragc A. B. und C. des Reorganisattonsplanes werden von allen Serien der Obligationen einstimmig angenommen, ausgenommen gegen 3 Stimmen für die Serie 11 und 12, welche vom Rechtsanwalt Josephsohn vertreten werden. Die Annahme erfolgt mit dem Zusatz, daß der Beschluß nur zwecks Vermeidung des Konkurses gefaßt wird, und mit dem Amendement, daß, wenn sich die Möglichkeit tm Lause der Zett Herausstellen sollte, die Zinszahlung ein Vierteljahr früher als im Reorganüationsplane in Aussicht genommen ist, ausgenommen werden soll. Auch die Anträge D. und 8. werden angenommen. Die Treuhand-Gesellschaft erklärt sich zur Annahme der Vertretung bereit. Der bisherigen Vertretung und dem Ausschuß der Obligationäre wird Entlastung erteilt Berlin, 11. Dez, Die gestern hier tagende Versammlung der Berliner und Stettiner Eisengroßhändler beschloß die Herabsetzung des Preises von Stabeisen um 50 Pfg., von Grobbleche um 2.50 Mk. (von 16.50 auf 14), von Feinbleche um 1 Mk. (von 15 auf 14) per 100 Kgr. Märtte. Gießen, 12. Dez. Viehmarktbericht Auf dem gestrigen O ch s e n m a r f t waren etwa 10 Paar junge angelernte 2'/,jähr, stiere anaesahren, die ein Reflektant aus dem Siegerlande zu 500 bis 550 Alk. das Paar abnahm. Tie sonst noch vorhandenen wenigen Fahrochsen sanden wegen der allzuhohen Preisforderung keine Liebhaber und verließen unverkauft den Mattt. — Der Schweinemarkt hatte einen Auftrieb von 500 Stück. Ter Handel war überaus schleppend, weil die geforderten Preise höher waren als auf dem letzten Markt. Erst als die Verkäufer mit den Preisen herunteraingen, kam mäßiges Lehen in das Geschäft. Trotzdem blieb der Markt bei dem verhältnismäßig geringen Austrieb um */s überständig. Gezahlt rourbeu für Springer, 8—10 Wochen alt, 40—50 All., 12—14 Wochen alt, 60—70 Mk., 18—20 Wochen alt 100—120 Mk., für '/,jährige Einlegschweine 170—180 Mk. pr. Paar. Limburg a. d. L., 11. Dez. Frachtmarkt Durchschnittspreise pr. Malter. Roter Weizen 14.04—00.00 Mk., Weißer Weizen 00.00—00.00 Mk., Korn 10.22—00.00 2JIL, Gerste 9.32 bis 0.00 Mk., Haser 7.51—0.00 Mk., Erbsen 00.00-00.00 Mk., Kartoffeln 0.00—0.00 All. Literarische Neuerscheinungen. (Besprechung vorbehatten). Ar am, Kurt, »Die vornehme Tochter". Geschichten und Skizzen. (224 S.) Berlin W., F. Fontane & Co. 3 All. Grad, Max, »Die Overbecks Mädchen". Roman. 2 Bdel (310 — 276 S.) Ebda. 8 Mk. Krauß, Nttolaus, *Die Stadt". Roman. (187 S.) Ebda. 2 Mk. Martens, Kurt, »Die Vollendung". Roman (316 S.) Qbba. 3,50 Mk. Polenz, Wilhelm v., „Junker und Fröhner". Torftragödie in drei Aufzügen. (173 S.) Ebda. 3 Mk. Ritt land, Klaus, »Ein Moderner". Roman (257 S.) Ebda. 3 Mk. Schlaf, Johannes, »Die Suchenden". Roman (322 S.) Ebda. 5 Mk. Zobeltitz, Fedor v., „Die Freibeuter". Ein Roman vor hundert Jahren 2 Bde. (271 — 368 SJ Ebda, 8 Mk. Lange, Sven, „HerthaJuncker". Roman Einzig berechtigte Uebersetzung von Mathttde Mann (373 S.) Ebenda. 3.50 M. Kirchliche Nachrichten. Gottesdienst m der Synagoge, Südanlage. Israelitische Religionsgemeinde. Samstag, den 14. Dezember 1901. Vorabend: 480 Uhr. Morgens: 9 Uhr. Nachmittags: 3 Uhr. Sabbachairsgang: 516 Uhr. tzottrsdirnk ter israelitischen Keligionsgesellschast. Sabbctthfeier am 14. Dezember 1901. Freitag abend 4°°. Samstag vormittag 8". Nachmittag 3*°. Sabbathausgang 516. Wochengottesdienst: morgens 7 Uhr, abends 400 Uhr. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. ■C & e « N 'S'S' £ 5 CD 2“ 9“ rjU 734,6 4- 2,8 739,1 4- 1,3 743,9 + 1,1 86 W. 92 SW. 92 SSW. Wetter Bed. Himmel »öchste Temperatur am 10. bis 11. Dez. + 3,6® C. ttedrigste , „ 10. „ 11. „ + 0,6° C. Neueste Meldungen. Originaldrahtmcldungen des Gießener Anzeigers. Wiesbaden, 12. Dez^ Rach dem bisher vorliegenden Ergebnis der Reichstags-Stichwahl erhielt Dr. Crüger 15 3 62, Dr. Quark 11 242 Stimmen. Einige kleine Ortschaften fehlen noch. Leipzig, 12. Dez. Zm Prozeß gegen die Direktoren und Aufffchtsratsmitglieder der Wollkämmerei ist das Sach- verständigenverhör geschloffen worden. Tie Aussagen stellen sich für die Angeklagten im Allgemeinen günstig. Morgen beginnen die Plaidoyers. Hamburg, 12. Dez. Der Schausteller-Kongreß nahm den Antrag der Sektion Berlin au, beim Ministerin» vorstellig zu werden, um eine Ermäßigung der Steuer für Lustbarkeiten zu erlangen. Paris, 12. Dez. Tas Budget der Stadt für 1902 6e- betragt 334 Millionen, 8 Millionen mehr als in 190L Die Ausgaben für öffentliche Anstalten belaufen sich auf 25'/, Mill. Madrid, 11. Tez. Eine gestern hier stattgehabte Versammlung von Weinbauern beschloß die Aufhebung des Oktrois auf Wem, sowie eine Abänderung der Weingesetzgebung in dem Siune zu verlangen, daß die Herstellung von Kuustweiu verboten, Ausfuhrprämien für Weinzolle gewährt, die Herstellung von nicht aus Wein gewonnenem Alkohol verboten und die Steuer auf Wemalkohol aufgehoben, sowie die Transporttarife herabgesetzt werden. Zürich, 12. Dez. Gestern kam der Prozeß gegen die hl dem vor 6 Monaten aufgedeckteu Billetschwiudel Beteiligten zum Austrage. 15 Personen wurden verurteilt, darunter fünf Beamte der Nordostbahn zu Gefängnisstrafen von 2 Wochen bis zu 5 Monaten. Newyork, 12. Dez. Der Staat Nicaragua erhielt ffi» die Gebietscesfiou, die er anläßlich des Kanalweges den Vn> einigten Staaten machte, die amerikanische Garantie seiner eigene» Integrität und Souveränität. Berlin, 12. Dez. Bor Vertretern der r u rn ä n i scheel und holländischen Regierung finden zur Zeit auf bentl bei Dieppen gelegenen Schießplätze der Firma Friedrich! Krupp umfangreiche Schießübungen statt. Dem Vernehmen nach handelt es sich um besonders große und schnell« Lieferungen. London, 12. Dez- Nach einer Depesche aus Sidney hat die englische Regierung die australische abermals ersucht, neue Verstärkungen nach Südafrika zu sendert — Aus Washington wird gemeldet: Im Kongreß wurde ein Gesetzentwurf eingebracht betreffend Anweisung batt 20000 Dollars für die Befreiung der Miß Stone. —» Wie aus Vryheit telegraphiert wird, befindet sich Bothck an der Spitze eines bedeutenden Kommandos nordöstliche von der Stadt. — Ein Telegramm aus Atville berichtete die Frau des Präsidenten Steijn habe erklärt, ihr Gatte werde erst Südafrika verlassen, luenn die Engländer vorn dort vertrieben sind. Cherbourg, 12. D^- Infolge des herrschendem Sturmes können zahlreiche Dampfer nicht auslaufen. Der Dampfer „Morbitan" ein gelaufen, dessen Kapitän durchs einen um stürz en den Mast schwer verletzt wurdet. Auch vom Mittelmeer werden zahlreiche Schiss-^ Unfälle gemeldet. Triest, 12. Dez- Wie verlautet, wird die Kaiserin^ Augusta Viktoria gegen den 12. Januar in Abbazim zu längerem Aufenthatt eintreffen. Zur Verfügung derj Kaiserin stehen dort zwei Villen des Grafen Henckä von: Donnersmarck. Tas deutsche Kriegsschiff „Charlotta wird! mit dem Prinzen Adalbert im Laufe des Januar ausVenedig in Triest eintreffeu gleichzeitig mit dem österreichisch-uni g arisch en Geschwader. Es werden große Feftlichkeipen ge-> plant Lemberg, 12. Dez. In den Warschauer Blätter« wird lebhaft dafür eingetteten, die Handelsbeziehungen mit Deutschland zu lösen und den Bedarf in Oesterreich zu decken. In Krakau fand bei dem Universitäts-Professor Jordan eine Beratung angesehener Kaufleute zur Lösung der Handelsbeziehungen mit Deutsch»-, land statt. Moskau, 12. Dez. Anläßlich der letzten Stnden-l ten-Unruhen wurden 21 Studenten zu 3 bis 14 Tage« Polizei-Arrest verurteilt New-York, 12. Dez. Heute werden im ganzen eine! Million Dollars Gold zur Verschiffung gelangen. Wie verlautet, ist eine halbe MillionfürDeutschlandi besttmmt Außerdem geht für 550000 Franks Gold uachs Havre. Cassat, 12. Dez. Der Präsident der Pennsylvania^ Bahn erklärte gestern, es werde zwischen Pennsylvania! und Long-Jslaud eine Verbindung durch eine« Tunnel hergestellt, und beide Bahnen würden eine gp meinsame Untergrundendstation in New-York erhalten. Telephonischer Kursbericht, Frankfurt a. M., 12. Dezember. 37e®/o Reichsanleihe . . 100.65 3°/o do. ... 90.10 8V,*/o Konsole .... 100.70 3»/0 do......90.25 3*/»% Hessen .... 98.50 8<>/o Italien. Rente . . . 100.10 4 /q Griech. Monopol-Anl. 42.70 5% Portugiesen .... 27.60 3% Mexikaner .... 28.50 tVaVo Chinesen .... 87.60 Kreditaktien..... 206.30 Diskonto-Kommandit . . 179.00 Darmstädter Bank . . . 126.50 Dresd< ner Bank .... 126.20 Berliner Handelsges. . . 138.40 Oesterr. Staatobahn . . . 143 00 Gotthard bahn ..... 165.00 Laurabütte..... 182.70 Bochum ....... 170.25 Harpener ...... 161.00 : fest. Die Erfahrung lehrt’» tagtäglich, daß ein Geschenk um so wertvoller ift je prak» tischer es für uns ist, je größere Dienste es uns leistet. Tie eleganten Weihnachts-Kartons mit je 3 Stück Doerlng’s Eulenseife sind daher eine doppelt wertvolle Beigabe zu Weihnachts-Geschenken, denn 1. sind sie oas Beste, was die ^eifen-Brairche bietet, 2. sind die Kartons sehr schön ausgestattet, 3. sind dieselben in Damen- wie in Herrenkreisen als Geschenk sehr beliebt und 4. ist chr Nutzwert in Folge ihrer günstigen Wirkung aus Zartheit der Haut und Klarheit des Teints, ein anerkannt aroger. Doering'S Weihnachts-Kartorrs sind überall ohne Preisaufschlag zu haben. Cbte-ItnsM Ronnetcldt, TranXfert a. in. vo= Dizbr. m kttnitlorUca «igotuitoUn Das war immer mein Wunsch, diesen Ausspruch des Horaz sich am Weihnachtsabend als Anerkennung aus holdem Vcunde zu verdienen, ist das höchste Bestreben jeden Familienvaters, der seinen weiblichen Angehörigen zum Feste eine große Freude zu bereiten gedenkt. Um die richtige Wahl in dieser Beziehung zu treffen, braucht er seine Schritte nur in das hiesige Geschäft der Singer Co Nähma, chinen-Akü-Ges., Bahnhofstraße Nr. 4, tif lenken und eine jener dort ausgestellten Original-Singer- Familien-Nähmaschinen zu erstehen, und er hat ein gleich elegantes wie praktisches Weihnachtsangebinde. Sri Gießen, den 12. Dezember 1901. 8119 Die Beerdigung findet Freitag den 13. Dezember, vormittags 11 Uhr, vom Sterbehause, Wilhelmstr. 8, aus statt. Torfstreu hat billig abzugeben 7344 wirt' 8118 reu. H. 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