Nr. 241 Zweites Blatt. 151. Jahrgang. Sonntag 13. Oktober 1901 GietzenerAnzeiger w General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Erscheint täglich mü Ausnahme des Montags. 2)ie Gießener Zamiliew blätter »oerden dem Anzeiger im Wechsel mit dein „Hess. Landwirt" und den .Blättern für hessische Volkskunde" viermal wöchentlich beigelegt. Redaktion, Exneditiov und Druckerei: Schulstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger (Sieben. FernfprechanschliißNr.51. Annahme von Anzeigen zu der für den folgenoen Tag erscheinenden Nr. bis vormittags 10 Uhr. Alle Anzeigen-Vermitt- lungsstellen des In- und Auslandes nehmen An» zeigen entgegen. Zeilenpreis: lokal 12Pf, auswärts 20 Pfg. Rotationsdruck u. Verlag der Bruhl'schen Universitäts - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wntko: für den Anzeigenteil: Hans Beck. Politische Tagesschau. Graf Bülow in Hubertusstock. Graf Bülow hat sich gestern (vgl. unsere gestrigen Trahkmeldungen) zum Vortrag veim Kaiser nach Hubertusstvck begeben. Es sind wichtige Fragen, die seit dem Zarenbesuch in Danzig, bei welcher Gelegenheit der Kaiser zuletzt mit dem leitenden Staatsmanne Beratung Pflog, der Erörterung und Erledigung harren. Zunächst und haupksächli chdie endgiltige Stellungnahme zum Zoll- tarisentwurs. Das „Berl. Tagebl." teilt mit, nach dem Verlaus der Verhandlungen der Bundesratsausschüsse könne mit einiger Wahrscheinlichkeit curgeniommen werden, daß der Entwurf im allgemeinen seine Gestalt wenig verändern, und daß das Plettum des Bundesrats auch dem Doppel- taris für Getreide seine Zustimmung geben werde. Wir sind der Meinung, daß wohl erst in Hubertusstock die Würfel über den Doppeltarif fallen, soweit das Votum der preußischen Regierung in Bezug auf diesen viel erörterten Punkt -in Betracht kommt. Noch, immer hat die von der „Franks. Ztg." verbreitete angebliche Aeu^ruug des Kaisers „Der Mindestlaris ist Unsinn, Bülow ist übrigens derselben Meinung", lerne amtliche oder halbamtliche Widerlegung erfahren. Man wird also mit besonderer Spannung das entscheidende Wort nach der Besprechung zwischen Kaiser uhb Kanzler zu erwarten haben. Das eine jedenfalls rst unbestreitbar, vast innerhalb der Regierungen die Zahl oer Doppeltarif- Gegner gewachsen ist, seitdem so nachdrückliche Protestkundgebungen aus Industrie- und Handelskreisen die Festlegung von Getreide-Mindestzöllen als ernste Gefährdung neuer Handelsverträge bezeichnet haben. Und selbst die Stimmung derjenigen Mitglieder der Reichs-Regierung, die von vornherein den 'Toppeltärif „zur Beruhigung der Landwirt- schast" empfahlen, soll, wie man wissen will, einigermaßen kühler geworden seül. Wir halten es unter diesen Umständen 'für nicht außerhalb der Möglichkeit liegend, daß in Hubertusstock eine Wendung vorbereitet wird, mit dem Effekt, haft' die preußische Regierung im Plenum des Bundesrats gecstn den Doppeltarif stimmt, und daß sich andere Regierungen dieser Auffassung anschließen, wodurch der Doppeltarif bereits im Bundesrat zu Fall käme. Mit der Rücksichtnahme auf starke öffentliche Kundgebungen wurde ja s. Z. auch die Absetzung des'preußischen Schulgesetzentwurfs mo- tiviert. Ohne dies ist es mindestens zweifelhaft, daß der Reichstag dem Doppeltarif zustzimmt. Ist Gras Bülow noch „der Mann des Kaisers^ Die „Grenzboten" kündigten kürzlich eine Kanzlerkrisis an. Auch! die „Voss. Ztg." schreibt: „Aus den Dhatsachen, wie sie sich dem unbefangenen Beobachter darbieten, kann allerdings gefolgert werden, daß die Stellung des Reichskanzlers nicht so fest, ist, wie er wünschen möchte. . . . Wir bezweifeln, daß Graf Bülow seine Zusagen cm die Agrarier mit Zustimmung des Herrschers gethan hat." Die letztere Annahme ist nicht eben wahrscheinlich, denn ein so vorsichtiger Staatsmann wie Graf Bülow wird gewiß nicht versäumt haben, sich völlige Klarheit zu verschaffen, wie weit der Kaiser die Forderungen der Landwirtschaft für berechtigt hält. Es steht fest, daß Graf Bülow niemals den Doppeltarif für Getreide öffentlich zugesagt, niemals sich, allen parlamentarischen Kreuzverhören zum Trotz, auf bestimmte Zollsätze hat festnageln lassen. Mithin würde nichts im Wege sein, wenn die Beratung in Hubertusstock zu dem Schluß gelangen sollte, es sei vorzuziehen, den Doppeltarif fallen zu lassen. Allerdings hätte Graf Bülow den „Sturm" der Agrarier auf sich zu nehmen. Aber ein Sturm ist in dieser Sache unvermeidlich — wenn nicht von rechts, dann von links. Da ein so hoch angesehener Mann wie Mg. Graf Kanitz, die wirtschaftspolitische Autorität der Konservativen, freimütig geäußert hat, er vermöge dem Doppeltarif keinen Geschmack abzugewinnen, so ist es am Ende nicht gar zu scharf zu beurteilen, wenn auch in der Regierung hier die Geschmacksrichtungen verschieden sind. Zu dem Uebcrfall deutscher Matrosen in Puerto Cabello (vgl. unsere gestrigen Auslands-Meldungen) meldet uns heute W. T. B.: Ein Trupp venezolanischer Polizisten, die als solche nicht kenntlich waren, versuchten am Sonntagabend in Puerto Cabello zwei Unteroffiziere von S. M. S. „Vineta" fest zunehm en. Die Unteroffiziere, die sich keiner Schuld bewußt waren, setzten sich zur Wehr, wurden mit Säb elhieb en verwundet, entrissen in der Notwehr den angreifenden Polizisten die Säbel und verteidigten sich damit. Sie wurden schließlich überwältigt und zum Verbinden chrer Wunden auf einen in der Mhe befindlichen deutschen Handelsdampfer gebracht. Auf diesem Wege wurden sie von einem Volkshaufen, in dem sich auch Polizisten und Zollsoldaten befanden, weiter angegriffen. Auf die Offiziere des deutschen Handelsdampfers wurden Schüsse abgegeben. Zum Schutz des Dampfers schickte oer Kommandant S. M. S. „Vineta" 30 Mann an Bord. Die Regierung in Caracas hat bei dem deutschen Vertreter wegen angeblicher GebietK- verletzung Beschwerde geführt. Die Beschwerde ist vorläufig mit einer Richtigstellung des Kommandanten S. M. S. „Vineta" unter Vorbehalt deutscher Anträge auf Bestrafung der Schuldigen und Genugthuung zurückgewiesen worden. Diese Vorfälle, die sich gewissenmaßen unter den Kanonen des deutschen Kriegsschiffes abspielten, lassen erkennen, welcher Unverfrorenheiten die Beamtenschaft und die Bevölkerung in den verlodderten spanischs-amerikanischen Staaten fähig sind. Schon der Umstand, daß die venezolanische Regierung den Deutschen Gebietsverletzung vorwirft, ist nicht geeignet, an eine ernstliche Schuld der Deutschen glauben zu machen. Man kennt derartige Manöver, bin... die die Revolte auf das diplomatische Gebiet hinübergespielt werden soll, von Port-au-Prince (Hayti) her. Der Verdacht, als hätten die Deutschen in irgend einer Art gegen Venezuela demonstriert und so für Columbia, das mit Venezuela halb und halb im Kriege liegt, Partei ergriffen, ist ohne weiteres von der Hand zu weisen. Tenn die an Land beurlaubten, übrigens unbewaffneten Marinemannschaften haben sich streng nach der Instruktion zu richten, und diese macht selbstverständlich ein absolut neutrales Verhalten zur Pflicht. Der Zwischenfall wird ein für Venezuela wenig erfreuliches Nachspiel haben, und, was Deutschland anbetrifft, voraussichtlich zur dauernden Stationierung von mehreren Kriegsschiffen — der Kreuzer „Falke" tritt, wie wir schon meldeten, bereits am 15. ds. Mts. die Ausreise an — in den mittelamerikanischen Ge- wässern führen.______________f Bom Burenkriege. Der Gouverneur der Kapkolonie hat eine Proklamation erlassen, nach der in den Distrckten Elliot und Talanga in Tembuland und Maclear, Mount Fletcher und Matatiele in Ost-Griqualand ähnliche Bestimmungen zur Anwendung gelangen, wie in den Distrikten, in denen das Kriegsrecht verkündet ist: die Verwaltung verbleibt indessen den Civil- behürden. — Das ist ein Zeichen der erhöhten Besorgnis der britischen Behörden. Das Gefecht, das am Sonntag mit Bothas, auf 2000 Mann geschätzter Streitmacht stattfand, dauerte den ganzen Tag über. Schließlich räumten, so meldet Reuter, die Buren ihre Stellung und zogen sich in nördlicher Richtung auf den Baviaanfluß zurück. — Das ist die großartig vorher ausposaunte „Vernichtung" des Bothaschen Häufleins! — Botha verständigte übrigens Lord Kitchener, daß er die Erschießung des Staatsanwalts Broek- man seinerseits mit Repressalien beantworten werde. Präsident Krüger beabsichtigt, nach Meldungen aus dem Haag, wegen englischer Truppenwerbungen im Luxemburgischen und in Deutsch-Lochringen bei der deutschen Re- gierung zu protestieren.________________________________________ Deutsches Keich. Berlin, 11. Okt. Der Kaiser hateiner 2lnzahl von kleinen Landwirten des Kreises Colmar in Posen eine unverhoffte Freude bereitet. Er hat ohne nach voraufgegangener Prüfung angeordnet, daß von den 260 Pächtern der königl. Herrschaft Margoninsdorf, welche einen Pachtzins von insgesamt 15 832 Rck. zu erlegen haben, 238 Personen ein bedeutender Pachtnachlaß zugestanden wurde, der sich auf durchschnittlich 54 Prozent beläuft. Den Anlaß zu dieser Ver- günsügung boten die schlechten diesjährigen Ernteergebnisse. —* In der gestrigen geheimen Sitzung der Stadtverordneten wurde beschlossen, der Kaiserin in diesem Jahre zu ihrem bevorstehenden Geburtstage keine Adresse zu übersenden. — Der Magistrat hat heute nach langen Erörterungen beschlossen, die Märchenbrunnen-Angelegencheit nochmals der Kunstdeputation zur Aeußerung vorzulegen, und zwar, ob unter Aufrechterhaltung der Grundidee, wie sie vorliege, Abänderungen, wie der Kaiser sie gewünscht hat, möglich sind. — Tie Bundesrat saus schlisse haben bisher in drei Sitzungen über den Zolltarif beraten. Nach dem Verlauf der Verhandlungen könne man, wie das „Berl. Tagebl." hört, mit einiger Wahrscheinlichkeit annchmen, daß — von kleinen Aenderungen bei einzelnen Positionen natürlich abgesehen — der Entwurf im allgemeinen seine Gestalt weni^verändern wird. Wie die Stimmung in Bundesratsneisen jetzt ist, darf weiter heut schon mit einiger Sicherheit die Vermutung ausgesprochen werden, daß auch das Plenum des Bundesrats, das voraussichilich in den ersten Tagen des November sich mit dem Zolltarif beschäftigen dürfte, ebenfalls keine grundsätzlichen Aenderungen desselben beschließen und auch oem Doppeltarif für Getreide seine Zustimmung geben werde. — In einem hiesigen Montagsblatte war ohne Namensnennung ein bekannter einflußreicher freisinniger Stadtverordneter betrügerischer und unehrenhafter Handlungen im Geschäftsleben und des Mißbrauchs seines Einflusses als Stadtverordneter beschuldigt worden. Auf Ersuchen des Stadtverordnetenvorstehers hat der Redakteur des Blattes den Stadtverordneten Leopold Jacobi als denjenigen bezeichnet, dem die Angriffe gelten. Jacobi erließ nun eine Erklärung, daß er sofort die notwendigen Schritte ergriffen habe, damit in gerichtlicher Verhandlung die völlige Unwahrheit der gegen ihn ausgesprochenen Verleumdungen dargethan werde. — Die agrarische „Dtsche. Tagesztg." schreibt in einem längeren Artikel: Tabaksteuer und Biersteuer, deren Erhöhung immer und immer wieder vorgeschlagen worden ist, sino recht wenig volkstümlich. Es würde sich zwar über eine andere Gestaltung, insbesondere eine Staffelung der Brausteuer, reden lassen, aber wenn diese Staffelung, wie wir fordern, eine Entlastung der mittleren und kleineren Brauereien herbeiführen soll, dann wird die Steueränderung keine sehr erheblichen .Mehrerträge 6ieten können. Ob der Tabak no ch m e h r bluten könne, darf mindestens als zweifelhaft bezeichnet werden. Breslau, 11 .Okt. Im weiteren Verlaufe der Generalversammlung des Evangelischen Bundes sprach Professor D. Mirbt (Marburg) über den „Tolcranzantrag" des Zentrums, dessen Ablehnung im Reichstag er erhofft. Zum Schluß wurde folgende Resolution angenommen: „Tie XIV. Generalversammlung des evangelischen Bundes spricht ihre dankbare Freude über den gesegneten Fortgang der evangelischen Bewegung in Oesterreich aus, ruft unser evangelisches Volk zu wachsender Opferfreudigkeit auf, damit alle Mitarbeiter in zuversichtlicher Hoffnung und ausharrender Treue das Werk weiter fördern können. Sie sendet den evangelischen Gemeinden in Oesterreich, den berufenen Hütern und Trägern des Evangeliums, herzlichen Gruß und Segenswunsch, daß auch! die Arbeit ihrer Vertreter! in der bald tagenden Generalsynode zu neuer Hebung und Stärkung der evangelischen Kirche gereiche. Endlich erhebt sie lauten Widerspruch gegen die übliche römische Verdächtigung, daß die tief religiös gewordene Bewegung „antiösterreichisch^ und „antidynastisch' sei und bedauert lebhaft die fanatische Bekämpfung, die in Oesterreich schon zu blutigen Angriffen geführt hat." — Auf das Begrüßungs- telegramm an den Kaiser war folgende Antwort eingetroffen: „Seine Majestät der Kaiser und König lassen für das an denselben gesandte Begrüßungstelegramm der Generalversammlung des evangelischen Bundes bestens danken, v. Lucanus." .# Dresden, 11. Okt. Bei den heute stattgehabten Ergänzungswahlen zur zweiten Ständekammer wurden gewählt: 20 Konservative, ein Mitglied des Bundes der Landwirte, 7 Nationalliberale und 2 Fortschrittler. Ausland. Paris, 11. Okt. Der Gouverneur von Jndochina hat an den Minister des Aeußern Delcasse das Ersuchen gerichtet, die französische Attssion, die in den nächsten Tagen nach China abgehen sollte, vorläufig noch zurückzuhalten, da große Gefahr vorhanden sei, daß die Missionsmitglieder ermordet werden könnten. Die Mission wird also erst später abreisen. Petersburg, 11. Okt. Ein Privattelegramm der „Nowoje Wremja" äußert sich! zum Tso de des Emirs von Afghanistan dahin, dieser würde wahrscheinlich Wirren Hervorrufen. Habibullah Khan könne darauf rechnen, von Rußland wie von England als Emir anerkannt zu werden. Falls Habibullah genötigt sei, mit anderen Prätendenten zu kämpfen, würde England ihn gewiß unterstützen. Britische Truppen würden in Afghanistan einrücken und das werde dann Rußland veranlassen, seine Maßregeln zu ergreifen. Das Blatt bedauert, daß Rußland in Kabul keinen Vertreter habe, man daher über Vorgänge in der afghanischen Residenz völlig im Unklaren sei. Rußland müsse, schließt das Blatt, sich zu einem aktiven Vorgehen bereit halten und sich nicht nur auf die abwartende Haltung beschränken. Auch andere Blätter halten es für möglich, daß die englische Regierung den Tod des Emirs zu neuen Unternehmungen in Afghanistan benutzen werde. Auch die russische Diplomatie müsse sich auf solche vorberetten. Der Umstand, daß Abdurrahman von England Subsidien bezog und mit England ein Sonderabkommen traf, wird als eine offene Verletzung der Verträge mit Rußland und als Verletzung der russischen Interessen bezeichnet. Peking, 11. Okt. Ter Streit hinsichtlich der Zahlung des Oktrois seitens der fremden Kaufleute scheint infolge einer Uebereilung entstanden zu sein. In der Auslassung eines fremden Hauses, welches in ausgedehnten Handelsbeziehungen zu Chinesen steht, wurde gegen die Oktroi mit der Angabe Einspruch erhoben, daß seine Waren zum Gebrauche der Gesandtschaften bestimmt seien. Prinz Tsching erwiderte, die von den Gesandtschaften gewünsch ten Waren könnten von Um en ja aus den Verttagshäfen bezogen werden und wären dann nicht zollpflichtig. Schwurgericht. (Fortsetzung aus dem ersten Blatt.) Die Zeugin Frau Chr. Knoll wohnt neben Schneiders und ist mit der Angeklagten befreundet gewesen. Die alte Frau Schneider habe ihr oft geklagt, daß sie sehr schleicht behandelt werde und auch recht kärglich und knapp zu essen erhalte. Besonders hat sie gejammert, daß die eigenen Enkel ihr eine garstige Behandlung zu teil werden lassen . D-ie Zeugin war die erste, welcher die kleine Rosa Mitteilung von dem Tode der alten Frau machte, sie hat jedoch die blutige Stätte nicht eher betreten, als bis Bürgermeister und Polizeidiener dort waren. Tie Lage der Leiche machte keineswegs den Eindruck, als habe die Tote Selbstmord verübt .Frau Knoll ist der Ansicht, hätte das am Abend im Bett gelegene Messer bereits ftüher dort gelegen, es wäre ihr nicht entgangen. Bürgermeister Nagel-Stammheim hat nichts von schleckter Behandlung der alten Frau gehört. Er will weder behaupten, daß das befleckte Messer, das man am Abend im Bette fand, früher darin gelegen hat und kann auch nicht das Gegenteil behaupten. Er wlll sich! darüber, ob Selbstmord oder ein Verbrechen begangen fei, keine Gedanken gemacht haben, umso weniger, als am Tage des Ablebens der alten Frau das Gericht an Ort und Stelle gewesen sei, Für eine Leich en wache hat er nicht gesorgt. Eine ganze Reihe von Zeugen bestätigt, daß die Tote sich oft über schlechte Behandlung und knappes Essen beklagt und mit Selbstmordgedanken nie getragen hat. Zeugin Frau Reichold hat den Eindruck gehabt, als wenn die alte Frau einen Todeskampf nicht durchgemacht hätte. Frau Reichold bekundet, mehrere verdächtige Reden der Schneider- schen Kinder gehört zu haben, die geeignet sind, besonders die Mutter zu belasten. Der Landwirt Müller von Stammheim und dessen Frau, bei denen August. Schneider in Dienst ist, erklären, derselbe sei gegen 6 Uhr am Tage der That nach Hause gekommen. Ihnen sei es so vorgekommen, als wenn der Bursche am Abend ein verändertes Wesen an den Tag gelegt habe, er sei nicht so vergnügt gewesen wie sonst, habe starr ** An der Virchow-Fei er nimmt, wie wir hären, Verunglückt. Am gestrigen Abend wurde am Schiffen- nahe. Gießen, den 12. Oktober 1901. A. Allgemeine Vorstelllung: S Nummerirter Platz Mk. —.75 Saalplatz —.30. Pfarrer Dingeldey erhebt sich das Haus von den Sitzen. Im Vorverkauf Sperrsitz Mk. 1.50, tf n n 1.— -.60 Stehplatz u. Gallerte 40 Pfg. chülervorstellung: Im Vorverkauf chuß von Mk. 33102 vorhanden. Die Mitgliederzahl beträgt 229. 10% der Einnahmen sind an den Hauptverband nach Berlin abzuführen. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. — Die Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: Dr. E. A. Merck, Dr. Heil, Prof. Harnack, Hofschauspieler Hacker, Zahnarzt Hellbronn, Major von Heyl, Landgerichtsrat von Hessert, Lehrer Hartleb und Lehrer Elias. — Zum Andenken an die im Laufe des letzten Jahres verstorbenen, um den Bund verdienten Mitglieder Hofjuwelier Wondra und Stadt- Abendkasse Mk. 2.— S. Darmstadt, 11. Okt. Heute Abend fand im Kaisersaal die Generalversammlung des Hessischen Goethe- bundes statt. Der Vorsitzende Prof. Dr. Harnack begrüßte die Versammlung und gab nach Verlesung des vorjährigen Protokolls durch den Schriftführer Lehrer Hartleb einen Bericht über die Entwickelung des Allgemeinen Hauptverbandes, wie des hessischen Bundes. Er erwähnte u. a. die verschiedenen Vorträge, die meist gut besucht waren, sowie die auf Anregung des Bundes aufgeführten Theater- Volksoorstellungen. Für das Frühjahr sind weitere Vorträge vorgesehen, u. a. über „die Kunst im Leben des Kindes". Dr. E. A. Merck erstattete den Kassenbericht über die letzten zwei Jahre. Das Resulat ist erfteulich. Es ist ein lieber» fc. Oppenheim, 11. Okt. Die bis jetzt gelesenen Weine ergeben eine gute Mittelqualität. Die Mostgewichte haben allerdings in Folge der Feuchtigkeit abgenommen, aber auch die Säure. Das Einkaufsgeschäft ist ruhig. fc. Frankfurt a. M., 11. Okt. Im Untersuchungsgefängnis erhängte sich der gestern auf dem hiesigen Hauptbahnhof festgenommene Kofferdieb Franz Böhm aus Walldürn. — Bei der hiesigen Post werden seit einigen Jahren unreife Bürschchen, die kaum der Schulbank entwachsen find, als Telegrammbesteller verwendet. Gegenwärtig wird nun ein solcher jugendlicher Depeschenbote, der 16 Jahre alte Georg Bayer, steckbrieflich verfolgt, nachdem er vor einiger Zeit Reißaus genommen hat. Anstatt die Telegramme nämlich den Geschäftsleute zuzustellen, hat er sie zerrissen und in die Kanallöcher geworfen. (Auch bei uns in Gießen haben wir klagen hören über die Unzuverlässigkeit der halbwüchsigen jungen Herren, die hier als Telegramm- und Eilbrief-Beförderer verwendet werden, und wir selber haben die Erfahrung gemacht, daß täglich zu einer bestimmten Zeit von uns erwartete Eilbriefe, die vordem mit erfreulicher Pünktlichkeit bei uns abgeliefert wurden, seit kurzem wiederholt um etwa eine Stunde sich verspäteten, was für uns regelmäßig große Unannehmlichkeiten hervorruft und wesentlich mit dazu ^iträgt, daß unsere Zeitung bisweilen verspätet zur Ausgabe gelangt. So schlimme Erfahrungen wie in Frankfurt hat man aber glücklicherweise bei uns noch nicht gemacht. D. Red. d. Gieß. Anz.) ** Kleine Mitteilungen aus Heffen und den Nachbarstaaten. Die städtische Verwaltung in Mainz scheint das nachahmenswerte Bestreben zu haben, Fremdwörter zu beseitigen und sie durch gut deutsche Namen zu ersetzen. Kürzlich ist dort der Garderobier des städtischen Theaters in Pension getreten und es wurde ein Nachfolger gewählt. Als der Neugewählte sein Anstellungsdekret von der Bürgermeisterei erhielt, fand er, daß er städtischer Gewandmeister ist. Damit dürfte nunmehr auch die „Garderobe" dem „Gewandzimmer" den Platz räumen. — In Frankfurt a.M. wird eine deutsche Schuh- und Lederindustrie-Ausstellung vom 16. bis 18. Februar 1902 vom Verein deutscher Schuhwarenhändler veranstaltet werden. Von der Veranstaltung von Volksvorstellungen hat man, infolge der hohen Unkosten, die an jedem Abend entstehen, Abstand nehmen müssen. 1.25 —.75 —.40 B. § Butzbach, 12. Okt. Sicherem Vernehmen nach werden ** Weruiugs Kriegsfestspiele. In der gestern abend statt- schon diesen Winter zu dem projektierten Bau einesWohn- gehabten Sitzung oes Festausschußes wurden für die ver- gebäudes für die verheirateten Unteroffiziere unseres Ba- schiedenen Vorstellungen nachfolgende Eintrittspreise .fest- taillons die ©runbarbeiten in Angriff genommen. gesetzt: 1. Platz 2. „ 0 Merkenfritz, 11. Okt. In den nächsten Tagen findet y nicht hier Bürgermeisterwahl statt. Die Wahlagitation ver- __ lief schon sehr stürmisch. Zwei Bürger kamen vor einigen 'A irir Tagen in Streit, wobei der eine mehrere Messerstiche yiUUl llllV AUllB. von seinem Gegner erhielt. Ein Untersuchungsrichter saus (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten Gießen vernahm kürzlich eine Anzahl Zeugen; der Messerist mrrunter genauer Quellenangabe: „Gieß. Auz." gestattet.) Held wurde verhaftet. Abendkasse Mk. 1.— „ -.40 C. Nur für Vermischtes. * Berlin, 11. Okt. Wie vom Lockstedter Lager berichtet, wird, müssen die Mannschaften der 3. Kompagnie des Ostasiatischen Pionierbataillons, obgleich, sie bereits vom 2. bis 8. ds- Mts. in dem dortigen Lager in Quarantäne gelegen haben und am 9. früh entlassen werden sollten, infolge Erkrankung eines Mannes an Typhus nochmals eine zwölftägige Quarantäne unter strengen Absperrungsmaßregeln unterworfen werden. * Typhus. Wie aus Kaiserslautern berichtet wird, ist eine Typhus-Epidemie unter den in der Kammgarnspinnerei Kaiserslautern beschäftigten Arbeitern aus- gebrochen. 12 schwere Erkrankungsfälle und ein Todesfall sind in den letzten Tagen bekannt geworden. Die Ursache der Epidemie ist in schlechtem Trinkwasser zu suchen. * Dortmund, 11. Okt. Die bei dem Unglücks fall an l>er Schadkenhalde der Dortmunder Union vermißten swei Arbeiter wurden tot aufgefunden und geborgen. Von >en Schwerverletzten sind zwei gestorben, sodaß die Ge- ämtzaht der Toten sechs beträgt. Gerichtliche Untersuchung ist eingeleitet. * Witten, 11. Okt. Die Ruhr ist seit gestern einen Meter gestiegen, sodaß der Pegelstand 2,70 beträgt. Tie Ruhrweiden sind überschwemmt. * Breslau, 11. Okt. In der Brunnenstraße stürzte der zu Reparaturen an der Oberleitung an der Straßenbahn dienende Turmwagen um. Zwei auf demselben be- chäftigte Arbeiter wurden schwer verletzt, einer leicht. * Hansell (Westff.), 11.Okt. HierentdeckieKohlen- lager werden demnächst ausgebeutet werden. Eine neu gegründete Gesellschaft hat bereits große Terrain an kaufe hier gemacht . Valladolid, 11. Okt. Ein Telegramm aus Aripk meldet: In der Nähe des Ortes entgleiste ein Per- onenzug. Eine große Anzahl Personen wurde verletzt. * Wien, 11. Okt. Gestern erschoß sich der Sektionsrat des Eisenbahnministeriums Dr. RvbertSturm. * Budapest, 11. Okt. 'Der „Pesti Naplo" bringt aus angeblich gut informierten Wiener Hoftreisen die 97ach- vicht, daß die Eh escheidung der Gräfin Stefan ie Lonyay dort als eine abgeschlossene Thatsachie erklärt wird. Man glaubt, die Scheidung, deren eigentliche Veranlassung nicht bekannt ist, werde in England erfolgen. Die Initiative sott vom Grafen ausgehen. * Paris, 11. Okt. Santos Dumont versuchte heute nachmittag wieder einen Auf st iegmitseinem Ballon; einige Augenblicke na chdem Loslassen des Ballons erlitt aber die Steuervorrichtung eine Beschädigung, und Santos Dumont landete wieder. * Neapel, 11. Okt. Ter Zustand der Pestkranken im Lazarett in Nisida, sowie sämtlicher Isolierten ist den Umständen nach beftiedigend. Weder in Neapel noch anderswo ist ein neuer Krankheitsfall zu verzeichnen. * Fiume, 11. Okt. Bei der unweit von hier gelegenen Station Meja fuhr ein Güterzug infolge falsch erWeichen- tiellung in einen dort haltenden anderen Güterzug; vom Zugpersonal wurden eine Person schwer und drei leichter verletzt. _ - ** Konzert. Das Programm für das am morgigen Die 14 Jahre alte Anna Schneider erklärt, sie habe Sonntag in der Südanlage stattfindende Prvmenadenkonzert P Großmutter Kamittenthee gekocht, ihr ist folgendes: Ouvertüre a. d. Optte. „Indra" von Linke, Blau • - — - - — — - - ** Befihwechsel. Der hiesige Gutsbesitzer Oekonomiera • • Aus dem Theaterbureau. Sonntagnachmittag 4 Uhr wird als Kindervorstellung das beliebte Märchen r, - -----D- —— )W) ™ „Aschenbrödels goldener Pantoffel" aufgeführt. Abends 8 Uhr Zum Schluß dankte Landgerichtsrat v. Hessert dem seit- geht auf vielfachen Wunsch Feydeaus dreiaktiger Schwank herigen Vorstand für feine ersprießliche Thätigkeit. „Die Dame von Maxim" zum dritten Male in Szene. . Darmstadt, 11. Okt. Der Großherzog 'begab sich * • Bezirksschulhäuser. Herr Bürgermeister Mecum hat gestern mittag zur Jagd in den Viernheimer Wald und kehrte die Liebenswürdigkeit, uns zu der im Briefkasten unserer im Laufe des heutigen Vormittags zurück. Die Großgestrigen Nummer enthaltenen Erklärung des Begriffes „Be- Herzogin mit der Prinzessin Elisabeth reiften gestern mittag zirksschulhaus" ergänzend folgendes mttzuteilen: Unter Be- zum Besuche der Prinzessin Ludwig von Battenberg nach zirksschulhaus ist ein Schulhaus zu verstehen, welches für die Schloß Heiligenberg. Die Rückkehr erfolgte heute mittag. Kmder eines bestimmten, räumlich begrenzten Bezirks bestimmt Mainz, 11. Okt. Der Stadt Mainz sind bekanntlich, ist, unabhängig davon, ob dasselbe von Knaben oder Mädchen don dem vor kurzem verstorbenen Weinhändler Hir siy, oder von beiden Geschlechtern besucht wird. Nach Vollendung 100 000 Mark testamentarisch vermacht worden. Ob die Stadt der jetzt geplanten Schulbauten werden in Gießen drei Be- °tele Suchte in Wirklichkeit erhält, ist noch fraglich, da, wie zirksschulen vorhanden sein, nämlich die jetzige Stadtknaben- ?"z." meldet, Anverwandte des Verstorbenen s»sr * * r „ h 4.13, heute 5.16, stark steigend, Mannheim Rhein am vergangenen Sonntag o.04, langsam steigend. Von Wimpfen wird berichtet das? SSSLÄr?1116?- Militär-Kapelle wieder einmal der Neckar im Fallen begriffen sei L sonst soVsckeidni' de^ ^nzertes^Äftie^enari^ '^^kigung Mittelmain ist zu einem wahren Strom angeschwollen und! aU 8EWnEn 6tEl(En Ufcrgela.w-übcr- Der 10 Jahre alte Wilchek-m Schneider giebt an, Beptzwecyfek. Der hiesige Gutsbesitzer Defonomterat er habe anfangs die Wahrheit nicht gesagt, weil die lenke hat den Hardthof, den er seither bewirtschaftet, Mutter ihm gesagt hat, wenn sie vor Gericht mit sämtlichem lebenden und toten Inventar an Brauerei- ko m men, sollten sie sagen, sie wüßten von besitzer Georg Bichler käuflich abgetreten. r^Hts. Um die Mittagszeit sei seine Mutter ♦* Eirkus Althoff. Wir haben bereits in der und der Brud er Augustrn der Stube der Groß- vorigen Woche ausführlich die Leistungen sämtlicher Künstln uti er gewesen; was sie darin gemacht, wisse er ler und Künstterinnen des Eirkus Altkwff besprochen; wir nicht, ^re Schwester Anna habe nachher ntoch ein- können auch heute nur wiederholen, daß das gesamte malzurGrioßmutterhLne.ingehenwollen,doch Personal nach wie vor bemüht ist, allabendlich sein Bestes habe die Mutter ihr dies verboten. Er habe ru zeigen. 'Deshalb können wir jedem den Besuch des dann gefragt, ob er der Großmutter nicht Eirkus empfehlen, umsomehr, chs er nur noch beute' und bringen solle, da habe jene gesagt: morgen Vorstellungen giebt. „D-re braucht keines mehr." Es habe dann im Hause ** An der Virchow-Feier nimmt, wie wir hären brandig gerochen. Die Mutter hätte die Hauschür aufge- als Delegierter unserer Landes-Universität Geh. Medizinalmacht und dann sei der Geruch vergangen. Am Dienstag rat Prof. Dr. Bostroem teil, der vorgestern früh nach morgen habe die Mutter zu Au g ust gesag t: „Ach, Berlin ab gereist ist. «**»«»* Tie Vernehmung der Kinder gegen die eigene Mutter ^Let?er Arbetter von auswärts durch einen leichten machte einen erschiütternden Eindruck. Tie Mutter verzog ueoerroagen überfahren. Er soll neben einer leichten Kopf- dabei keine Miene. So aufgeregt sie am Morgen sich ge- Verletzung nicht unerhebliche Verletzungen an einem Beine bärdet hatte, bei der Vernehmung .ihrer Kinder, besonders davon getragen haben. Der Verunglückte wurde in die hiesige bei der sie arg belastenden Aussage des kleinen Wllhelm, Klinik verbracht. schien sie ruhig. Anders der junge August Sckin. Ihm sah 1. Bleichenbach, 11. Okt. Heute wurde auch hier ein man, als sein Bruder Franz m den Saal trat, die Erregung neues Ortsoberhaupt gewählt. Bürgermeister Bickel der Di, er kämpfte mit sich, um ruhig zu bleiben. Als aber feine nahezu 30 Jahre in selbstloser Weise seinem Amte rum Seaen den, auch den Richtern ging das Leid des jungen Burschen , ™ine 1^.te^Eroa^ Wahlkampf war nache. ' ; heiß. Von 170 Stimmberechtigten machten 120 von ihrem Der Vorsitzende, Landgerichtsrat Müller, ließ nach dieser Wahlrecht Gebrauch. Es erhielten Heinrich Naumann 63, auftegenden <^ene eine Pause eintreten. Die späteren Zeu- Heinrich Bickel VI 55 und Konrad Lohfink 2 Stimmen. gen-Aussagen waren unwesentlich. Heute vormittag wurde Ersterer ist somit gewählt. in der Verhandlung mit der Zeugenvernehmung fortgefahren. Bei Schluß der Redaktion war die Sache noch nicht beendet. Gerichtssaal. e. Gießen, 12. Okt. Strafkammer. Das heute in der Strafsacke gegen den hiesigen Bäckermeister Frey wegen lieber» tretung oer Gewerbeordnung verkündete Urteil lautet auf Frei» prechung. Bekannllich war Bäckermeister Frey auf die Anzeige eines früheren Gehllfen hin in eine Geldstrafe von 20 Mk. genommen worden, weil er seine Gehilfen nachts von 12 bis morgens 4 Uhr und nachmittags von 12—4 Uhr zu beschäftigen pflegte, wodurch der gesetzlich vorgeschriebenen Ruhepause von 8 Stunden nicht enügend Rechnung getragen fein sollte. Das Untergericht hatte ich dieser Ansicht angeschlossen und die durch Sttafzettel verhängte Strafe bestätigt. k Gießen, 11. Okt. (Schöffengericht.) Das Schöffengericht verhandelte heute u. a. gegen die Wittwe eines hiesigen Tagelöhners und deren Sohn Heinrich, die beschuldigt sind, einem dem hiesigen Provinzial-Arreslhaus entsprungerlen Gefangenen zu einem Fortkommen Hilfe geleistet zu haben, und die sich deshalb ivegeu Begünstigung zu verantworten hatten. Das Gericht erkannte gegen die Mutter auf eine Geldstrafe von 5 Mk., gegen ihren schwerer belasteten Sohn auf eine solche von 10 Mk. — In eine esängnisstrafe von je einem Tag wurden vier Landwirte aus .cicjecE (Ph. Müller VII., Dan. Oswald, Hch. Weller XU. urid Ph. Römer Ww.) genommen, weil sie die Absperrungsmaßregeln zur Verhütung und Verbreitung von Viehseuchen verletzt haben. Abendkasse Mk. 2.— „ 1.25 „ ~-75 „ —.40 tor sich hnrgeblrckt. Als gegen 8 Uhr Muller von dem sehr gefällig und die Ausführung unter der Leitung des Toda der alten Frau gehört, da stand deren Enkel von Herrn Köhler nach jeder 5ftnsicht gediegen. Bei dem chm entfernt und konnte nicht hören, was gesprochen wurde, regnerischen Wetter hatte sich der Saal fast bis auf den fc*11 bemerkt haben, daß der Bursche zu ihm letzten Platz gefügt, und die Konzertbesucher spendeten hinüber geblickt hat. Als er ihm dann die Mitteilung von der Kapelle reichen Beifall. Hervorheben möchten wir noch dem Vorfall machte, ist August sofort in das mütterliche daß mit den Zugaben nicht gegeizt wurde, sodaß nach vielen Haus gegangen. Stücken, unter großem Beifall, ein schneidiger Militär- Der lojähnge Konrad Kohler rst am Sonntag mit marsch folgte. — Wir wollen heute nicht verfehlen, auf August Schneider in der Kirche gewesen. Nach der Kirche das im Annoncenteil angezeigte morgige Konzert im Phihat man sich getrennt und vereinbart, sich! bald darauf losophenwald aufmerksam zu machen. Wie wir hören, hat zu treffen.» August fet aber nicht dort gewesen. Später Herr Krauße einige tüchtige Kräfte für seine Kapelle neu fet er mit ihm in zwei Wirtschaften gewesen, wo August aber engagiert. Der Solotrompeter ist von dem Philharmonie nichts getrunken hat, weil er kein Geld hatte. Ihm sei an scheu Orchester aus Wien, der zuletzt in der Künstlerkolonie jenem Sonntag nichts aufgefallen. in Darmstadt konzertierte. Herr Neudack, der sich bei dem Frau Köth. von Stammheim erllärt, sie habe mit der bekannten Pistonvirtuosen Kümmel vervollkommnet hat, ver- Angeklagten in der Woche vorher vereinbart gehabt, am fügt über eine kolossale Technik und wird am nächsten Sonn- 16. .im Walde Erdbeeren zu suchen. Tie Angeklagte habe tag zum erstenmal sein Können hier in Gießen zeigen. Im eines chrer Kinder zweimal zu ihr geschickt und sie hätte Programm sind u. a. folgende Stücke: Ouvertüre zu „Flotte Laun dieselbe außerhalb des Ortes, wo diese schon auf Burchsen" von Suppee, Balletmusik aus Tell, Phantasie fie gewartet hat, getroffen und seien zusammen bis nach aus den Geishas, Ouvertüre z. Op. Mantana v. Wallace, 6 Uhr .im Wald gewesen. Die Schneider sei ganz wie sonst Rosen a. d. Süden v. Strauß, ein lustiges Potpourri und gewesen. Die Angeklagte hat an dem Nachmittag nur von ein Polka-Solo für Cornet und Piston. Es ist anzunehmen, chrem verstorbenen Mann gesprochen, die Mutter aber nicht daß auch diesmal die Konzertbesucher befriedigt werden erwähnt. Man hatte sich gerade getrennt, um heimzugehen, und das Wald-Restaurant gut besucht wird. — Herr Dkusik- da fei die kleine Rosa mit der Mitteilung gekommen, daß direktor Krauße befindet sich gegenwärtig in Wiesbaden die Großmutter tot sei. zur Kur. Die Leitting liegt in den Händen des Korps- Ter 17 Jahre alte Sohn der Angellagten, Franz, ver- führers Hoboist Köhler. weigert fein Zeugnis. * * Mitglieder der hiesigen vier Militärvereine: Im Vorverkauf Sperrsitz Mk. 1.—, 1. Platz „ -.60, 2» „ u -.40, Stehplatz und Gallerie Mk. —.20. Atteratur, Wissenschaft und Kunst. — Alljährliche Festspiele in Bayreuth. Aus München wird gemeldet. Wagners Erden beschloßen, nächstes Jahr in Bayreuth Festspiele zu veranstalten und die alljährliche Saison in Bay- reuth bis September auszudehnen, um die Konkurrenz des Prinz- /Regenten-Theater lahm zu legen. — Der Kultusminister hat für Rudolf V i r ch o w eine besondere Ehrung vorbereitet. Er bat durch den Bildhauer Prof. jJoh. Pfuhl eine Marmorbüste des Gelehrten anfertigen lassen und wird sie ihm mit einer Ansprache überreichen. Tie Büste soll !zum dauernden Andenken an den Begründer und ersten Direktor des pathologischen Instituts im Hörsaal desselben ausgestellt werden. Für Zuckerkranke dürfte es von größtem Interesse sein, daß es jetzt doch endlich ein Präparat giebt, welches diese gefährliche Krankheit mit dem besten Erfolge bekämpft iuiö beseitigt. Glyco- isolvol ist ein von Apocheker R. Otto Lindner, Dresden-N., aus ^Bauchspeicheldrüsen von Hammeln und Rind hergestelltes Präparat P. dahier. 9. Elise Atüller, geb. Knrspel, 75 Jahre alt, Wittwe dahier. 10. Anna Flamme, 9 Monate alt, Tochter des Wirts Ludwig Flamme dahier. 11. August Wagner 41 Jahre alt, Rechts- Anwalt dahier. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Märtte. Gießen, 12. Oktober. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfund 1,30—1,40 Mk., Hühnereier pr. Stück 0—0 Pf., 2 Stück 15—17 Pf., Käse pr. Stück 5—8 Pf,. Käsematte 2 Stück 5—8 Pfg., Erbsen pr. Liter 22 Pfg., Linsen per Liter 34 Pfg., Tauben pr. Paar 0,75—1,00 Mk., Hühner pr. Stück 1,20—1,50 Mk., Hahnen pr. Stück 0,70—1,20 SDit, Enten pr. Stück i0,00—0,00 Mk., Gänse pr. Pfd. 55—60 Psg., Ochsenfleisch pr. Pfund i66—76 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60—64 Pfg., Schweineifleisch pr. Pstmd 64—80 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund '84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 60—66 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund i50—70 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 3,00—3,50 Mk., Weißkraut per Stück 14—25 Pfg^ Zwiebeln pr. Zentner 4,50—5,00 Mk„ Milch per Liter 18 Pfg. Äepfel per Pfd. 8—14 Pfg., in Körben 12—15 Pfg. Trauben 35—50 Pfg., Tomaten per Pfd. 18—20 Pfg. Dauer der Marktzeit von morgens 8 Uhr brs nachmittags ;2 Uhr, während der ersten drei Stunden der Marktzeit darf nicht nm Umhe^iehen feilgeboten werden. Heikdrouu, 11. Okt. Die hiesige Gewerbebank hat den Kon- kurs angemeldel. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Wetter Oktober — c - a- - O o i5 S'/gO/o Reichsanleihe 3% do. 3,/1% Konsole do. Tendenz: ruhig. 5,7 5,8 6,5 11. 11. 12. + 11,8 + 3,7 + 6,3 Kreditaktien . . Diskonto-Kommandii Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsges Oesterr. Staatsbahn Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum .... Harpener . . . 2,& 926 715 752,5 752,2 752,2 3*/2°/o Hessen . . . 6% Italien. Rente . . 4 /q Griech. Monopol-Anl. 3 Iq Portugiesen . . . 3% Mexikaner . . . 4V27j Chinesen . . . 3% . 100.30 . 90.50 . 100.50 . 89.90 . 98.40 . 99.50 42.50 . 25.65 . 25.80 . 00.00 . 195.50 . 169.70 . 116.90 . 118.50 . 12930 . 134.70 . 156.00 . 175.50 . 157.70 . 151.80 Höchste Temperatur Niedrigste „ ________ Telephonischer Kursbericht. Frankfurt a. Jl., 12. Oktouer. | 56 w. 2 Bew. Himmel 97 8. 1 Klarer „ 91 sw. 1 Bed. , am 11 Okt. + 12, 1° C. „ 11 • ,, 4- 1,3° C Neueste Weisungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Darmstadt, 12. Olt. Dem Vernehmen nach veranstaltet die Regierung Erhebungen betr. des neuen Zolltarifs. Roch in den letzten Tagen haben Konferenzen mit Vertretern der Praxis stattgefunden. Berlin, 12. Okt. Die Morgenblätter feiern den 80. Geburtstag Virchows in Festartikeln. Die „Klinische Wochenschrift" veranstaltete eine Festausgabe, worin die hervorragendsten medizinischen Gelehrten aus aller Welt, teilweise iu der Sprache ihres Landes, Virchows Verdienste um die Medizin feiern. Eine lateinische Widmung des italienischen Landwirtschastsministers Baccelli nimmt den ersten Platz ein. Köln, 12. Okt. Gegenüber den Gerüchten, der Erb- großherzog von Baden wolle an Stelle des Großherzogs einen Teil der Regierungsgeschäste übernehmen, kann die „Köln. Ztg." versichern, daß diese Ausstreuung jeder Grundlage entbehrt. London, 12. Okt. Kommandant Kruitzinger befindet sich nach einer Meldung aus Herschel auf dem rechten Ufer des Oranjeflusses und versucht, diesen zu überschreiten. Er wird durch den hohen Wafferstaud des Flusses an der Ausführung seines Vorhabens gehindert. London, 12. Okt. Rach den neuesten Meldungen aus Afghanistan ist der Zustand dort derartig, daß der Ausbruch von Unruhen gegen den Emir stündlich zu erwarten ist. Der Vizekönig von Indien hat alle verfügbaren Truppen an die Grenze von Afghanistan dirigiert. London, 12. Okt. „Standard" bespricht anläßlich der Virchowfeier die Persönlichkeit Mommsens und Virchows und sagt, Deutschland könne auf diese beiden Greise gleichmäßig stolz sein. Sie stellten die Verbindung von zwei auf entgegengesetzten Gebieten thätigen Genies dar, die die Erinnerung an die Tage Darwins und Carlisles wiedererweckten. London, 12. Okt. Während der letzten Woche find auf der Insel Mauritius 75 Pestfälle konstatiert worden, darunter 47 mit tätlichem Ausgaug. Paris, 12- Okt. Von Seiten der Familie Bonaparte wird dementiert, daß Prinz Viktor zugunsten seines Binders Louis, der General in der russischen Armee ist, auf seine Ansprüche verzichtet hätte. Paris, 12. Okt. Die russisch-französischen Besprechungen inbezug auf den Zolltarif nehmen einen erfreulichen Fortgang und werden erst definitiv abgeschloffen, sowie der russisch-deutsche Zolltarif erledigt und vom Reichstage angenommen ist. Paris, 12. Okt. Die Verhandlungen zwischen Rußland und Bulgarien wegen Errichtung einer Schifffahrtsver- bindung aus dem Schwarzen Me ere mit Landungsstellen in Kurgas und Varna gehen ihrer Verwirklichung entgegen. Rew-Z-ork, 12. Okt. Ein Kongreßmitglied will einen Gesetzentwurf ejnbringeu, welcher eine Verbannung aller Anarchisten nach einer Insel der Ladronengruppe vorsieht. Middelburg, 11. Okt. Ter Bureukommandaut Lotter ist heute früh von den Engländern hin gerichtet worden. Pietermaritzburg, 12. Okt. Lord Kitcheuer hat die Freiwilligen von Ratal in ihre Heimat zurückgeschickt, ohne daß diese Truppen nur einen eiuzigen Schuß abgegeben hätten. ________ Berlin, 12. Okt. In der Schön eberg er „Morb- A f f a i r e" ist die Kriminal-Polizei, die gleich, nach den ersten Vernehmungen mit der Möglichkeit eines Unglücks- falles rechnete, in Uebereinstimmuug mit dem Gutachten der obduzierenden Aerzte der Ansiclst, daß Gabriel wahrscheinlicherweise einem Unglücksfall zum Opfer gefallen ist. Berlin, 12. Okt. In den Raumen der „Staatsbürger-Zeitung" sand gestern mittag eine Haussuchung statt. Fünf Beamte durchsuchten die Redaktions- räume nach, einem Manuskript, betreffend die Umfrage über jüdische Blutmorde, ohne dasselbe indes zu finden. Berlin, 12. Okt. Die Atorgeublättcr melden: Der Geschäftsführer des Virchow -Fe stkomites, Professor Posner, gab gestern den zum Virchow-Jubiläum emgetroffe- nen auswärtigen Gelehrten ein Festmahl, dem Virchow und die Koryphäen der medizinischen Wissenschaft Berlins! beiwohnten. Virchow hatte den Ehrenplatz zwischen dem italienischen Minister Baccelli und dem Münchener Kliniker Ziemßen. Von fremden Gelehrten waren n a Lord Lister und die Professoren Toldt-Wien und Eoreil-Paris zugegen. Berlin, 12. Ott. Der Präsident des Verbandes deutscher Gastwirte, Tcheodor Müller, ist gestern gestorben. Berlin, 12. Okt. Die „Rationallib. Korresp." schreibt: Es scheint verfrüht, schon heute von den Aussichten der Beratung des Zolltarifs in den Bundesrats-Ausschüssen zu sprechen. Doch glauben wir sagen zu können, daß, auch bei den Vertretern Badens, der Hansastädte und einiger thüringischer Staaten schon jetzt die Geneigtheit vorhanden ist, bei der Beurteilung des Zolltarifs dem Gesichtspunkt voll und ganz Rechnung zu tragen, daß, es sich zunächst darum handelt, ein Instrument zu gewinnen, mittels dessen man nach verschiedensten Richtungen bessere Vertrags-Bedingungen erzielen kann, als dies auf Grund des jetzigen autonomen Tarifs möglich ift Hamburg, 12. Okt. 9tachdem der Sturm an der Nordsee nunmehr ausgetobt hat, laufen fortgesetzt Meldungen über seine verheerenden Wirkungen ein. Eine Anzahl S chif f e mußte von der Mannschaft verlassen und ihrem Schicksal überlassen werden. Der Dampfer „Elisabeth" ist gesunken, die Mannschaft ist gerettet; der Schooner, „Robert" ist gestrandet, Kapitän und zwei Aiatrosen ertranken. London, 12. Okt. Sir Eduard Grey, welcher gestern abend in New-Eastle über den Krieg sprach, warf in seiner Rede die Frage auf, wo der talentvo lle Mann sich befinde, der England aus dem Sumpfe ziehen könne, in den es gefallen sei. Brüssel, 12. Ott. Die letzten aus Südafrika hier eingetroffenen Meldungen besagen, daß der Aufruhr der .Holländer in der Kap-Kolonie einen großen Umfang angenommen hat. Die Zahl der Rebellen soll nicht weniger als 20 000 betragen. Dieselben bedrohen ernstlich die Umgegend von Kapstadt. in (diwedikhen Kliniken 30.000 Liter arznicn . empfohlen KCMGQ» Bekanntmachung. In der Zeit vom 5. bis 12» Oktober 1901 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Damenregenschirm, 1 Spazierstock und 1 Stück Seidel verloren: 1 goldenes Armband. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 12. Oktober 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Krstpreise vom 13. bis 27. Oktober 1901. Der hiesigen Bäcker. (1 Kg. (2 Pfd.) Tafelbrot 28 H 1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrot 24 H 2 „ (4 „ ) u 56 „ 2 * (4 , ) „ 48 M -1 , (2 „ ) Weißbrot 26 , 3 „ (6 „ ) , 72 „ •2 , (4 „ ) „ 52 „ Der auswärtigen Bäcker. 1 Kilogramm (2 Pstmd) Weißbrot bei: SL Schnüdt, Gr.-Linüen. . 24 H W. Weitzeh Lang-Göns . . 24 W. Steinmüller, Lang-Göns 24 „ Karl Post, Wies eck ♦ . . 26 „ 2 Kilogramm (4 Pfund) Weißbrot bei: I. Kd. Betten, Kirch-Göns 46 W. Steinmüller, Lang-Göns 48 H W. Fabel, Wieseck . ♦ . 48 „ W. Weitzel, Lang-Göns . . 48 „ L. Schmidt, Gr.-Linden . . 48 „ Karl Post, Wieseck . t . 52 „ 1 Kilogramm (2 Pstmd) Schwarzbrot bei: L. Schmidt, Gr.-Linden. . 22 H W. Weitzel, Lang-Göns. . 22 W. Steinmüller, Lang-Göns 22 „ 2 Kilogramm (4 Pfund) Schwarzbrot bei: I. Kd. Betten, Kirch-Göns 42 Karl Post, Wieseck . . . 44 L. Schmidt, Gr.°Linden. . 44 „ W. Steinmüller, Lang-Göns 44 „ *W. Weitzel, Lang-Göns. . 44 „ Gust. Jakoby, Alten-Buseck 44 „ 3 Kilogramm (6 Pfund) Schwarzbrot bei: W. Fabel, Wieseck . . . 66 H Gust. Jakoby, Alten-Buseck 66 , Karl Post, Wieseck . i . 66 „ Ernst Christ, Wieseck . ^9 , Der Brotverkäufer: Dieselben Preise wie bei den hiesigen Bäckern. Gießen, den 30. September 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Verdingung vott Schreinerarbeit. Die Herstellung und Lieferung eines Zeichenschrankes und zweier Aktengestelle soll Mittwoch den 16. Oktober ds. Js., vormittags 11V2 Uhr, öffentlich verdungen werden. Plan, Arbeitsbeschreibung u. Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns auf Zimmer Nr. 6 zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, 10. Oktober 1901. Das Stadtbauamt. Schmandt. 6782 Versteigerung Dienstag, 15. Oktober d. M. nachmittags 2 Uhr versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: 1. 28 silb. Remontoir-Uhren, 1 goldene Anker-Uhr und 1 Partie Konserven insbes. Staugeuspargeln; 2. 1 Kassaschrank, Sophas, Kleiderschränke, Komoden, Tische, Stuhle, Verticows,u. s. w. Die Versteigerung zu 1 findet bestimmt statt. 6813 Boru, Gerichtsvollzieher. Tiemeier 04211 Krautschneider wieder da. Bestellungen werden in der Stadt BerlinlBrandgaffe2, entgegengeu. Stöbt. Schlachthaus. Freibank. Heute und Montag: fnfrl* 35 pfg. Infdflirrfltifd) 45 pfg. Glhsesfieifch 50 Kfg. Weinstube Schott. Prima 6289 Federweisser! in allen neuesten Fa^ons. Brüsseler Korsetten Marke P. D. Korsett „SUiene" Kinderkorsetts empfiehlt Robert Haas Nacht Inhaber g-rrnspr-chc Unterröcke in Tuch, Moire u. Seide von den einfachsten bis zu den elegantesten, Anstandsröcken in Flanell u. Pique in allen Preislagen empfiehlt Robert Haas Macht.. iaaa reiche Damen IvVV wünschen Heirat sof. durch „Reform", Berlin 14. Ausschneiden! Nlicwatjreii! 100 Waggons Wiesenheu la,, Kleeheu la., Futterstroh, Kartoffel abzugeben. L Schmidt jr. LaudeSprodukten. 6793 Schweinfurt a. M. Oswalds Garten Cirhs Älihiü. Heute: Große Vsestellung. Sonntag 2 große Mu-MschiedSmstellllMN Beide mit reichhaltigem Programm. 6811 Nachm. 4 Uhr u. abends 8 Uhr. In der Nachmittagsvorstellung hat jeder Erwachsener 1 Kind frei. Ein Beamter sucht ein gut rentables Familien- 04202 Haus zu kauf. Nördl. Lage bevorz. Näh. Ausk. Ph. Schneider im Adler. Mo fcttW Von A Für Beguiu au einer K volle Ha Was herhältn Nend i neueren Greueln Krzahlm der sud Aufricht denn di Seelengi Burenvo den kam Um Vorsteller weichem Mitärr Vaffent Heeres ■ defehlsh Kind c die Erb mitte worden sende t worden, rmg, j( auf der durch zi Neostait 23 Rotiert Stuhl Nenstadt 23 »er lügt b( . Ter: Kber sieg entschiede, ^Zenten aufgepf von ihr die notb ßfefangen Tritt troi M kn stehende von (k‘ und Z-r Hllfsbe! den füi und To sich Gel ist es n das nöti wird kn: Kranken Gesunde nngend diejenige abgescht, Inoch bei den Fein treten m die im a haben, zn geht, tüii fich zu wiesen. Nügende die Kleir ungcheu: 04209] Zu verkaufen warmes Damenjacket u. schw. Gehrockanz. beid. f. mittll Fig. Bleichstr. 4, p. Wrzügl. schöne BirPuittev, 100 Stück 3 Mark, sind zu haben in der Pfarrei Weiße Foxterricr- *^7^0** Lundin entlaufen. Kopf dunkel, Körper schwarz ge° sprenkelt. Gegen Belohnung abzug. bei Friseur Stier, Neue Baue. Oanksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme anlässlich des Ablebens unserer unvergesslichen Mutter Frau Elise Möller, geb. Knispel, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Schlosser und für die überaus zahlreichen Blumenspenden sagen innigen Dank «errichtet habe. Durch Verabreichung von nur prima Ware« hoffe ich meine werten Abm Weise zufrieden zu stellen. Mit der Bitte um gütige Unterstützung meines neuen Mrpfchle ich mich Hochachtungsvoll G esch ästs- Eröffnung. Einem geehrten Publikum, Freunden und Bekannten, sowie meiner werten Nachbarschaft Lur gefl. Nachricht, daß ich feit Oktober L I. in meinem Neubau decken. } «nnbet i> R nicht Zer tu ^turur b M Ä'ttzusatz ans fl d Couverts mit Firma s vrühl'schr UuiversttälL-vruckerei. §N- unii MDklschlkiiiktk! errichtet habe. Durch langjährige Thätigkett bei der Firma Reiber bin ich in der Lage, jede in mein Fach einschlagende Arbett prompt und billigst auszuführen und empfehle mich Hochachtungsvoll H. Haas III. empfiehlt 6816 Jagdwesten, woll. Jacken Normalhemden, Flanellhemden Hautjacken, Unterhosen Strümpfe, Socken, woll. Strickgarne la. Hemdenflanelle Faust- und Fingerhandschuhe. Nur gute und bessere Qualitäten. MiWrm Nerze«. Wir beabsichtigen in nächster Zeit neue Schüler im Alter von 10—14 Jahren zur Ausbildung in der Musik aufzunehmen. Nähere Auskunft erteilt der Dirigent I. Gröninger, Weserstraße 23, woselbst auch Anmeldungen entgegengenommen Sonntag, den 13.LktoberlV01. Nachmittags 4 Uhr: Kindervorstellung: AschenbröSels flolhener Pnntsffcl. Märchen in 6 Bildern von Sophie Hennig. Abends 8 Uhr: Zum dritte Male: Die 3« m MaK. Schwmik in 8 Akten von Georges Feydeau. Anfang 8 Uhr. C dcl6'/»Uhr. empfiehlt billigst Wilh. Kohlennann, Heirat! Junger Techniker (Staatsdienst- asprt.), schöne Erscheinung, wünscht sich mit einer hübschen, jungen, nicht unvermögenden Dame, im Atter von 18—25 Jahren baldigst zu verheiraten. Gebildetes Mädchen vom Lande bevorzugt. Nur wirkl. ernstgem. Off. m. Photogr. u. ausftihrl. Angaben der näheren Verb, unt F. K. 6796 an d. Exped. d. Bl. bis zum 15. d. M. erbeten. philssophenwald. Sonntag, den 13. Oktober: KONZERT der vollständigen Regimentsmusik des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm Str. 116 unter Leitung des Hoboisten Rudolf Köhler. Wärmflaschen aus Kupfer, Nickel und verzinntem Stahlblech empfiehlt billigst 6820 Wilhelm Mg Haus- und Küchengeräte- handluug. 10 Schulsrraße 10. Unterricht im Mschineuschreibeu (10 Fingermethode) erteile Damen und Herren zu jeder Tageszeit. la. Schwarzwurzeln 1 Ctr., auch einzeln billig abzug. 04094________Lahustraße 11. Guitarre-Zither zu verkaufen. 04079 Crednerstratze 36. 6809] Em Vogelsberger Zuchtbulle, sehr schön (Simmenthaler) zu verkaufen._______Wteseck 245. Zu verkaufen ein neuer leichter Wagen, ein neuer Pflug u. 1 Kuh, bei PH. Müller V. in Beuerir. 04208 Todes-^mseige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe Frau, unsere gute Mutter Frau Eiise nach schwerem Krankenlager im 35. Lebensjahre zu sich zu rufen. Niederlassung. Nach lOjähr. selbständiger Thätigkeit als staatlich approb. Zahnarzt und nach voraufgegangener Thätigkeit als Assistent resp. Vertreter bedeutender Zahnärzte habe ich mich hier Bahnhofstrasse 63 niedergelassen. 6812 Snrßchstunden- wochentags 8 bia 6 Uhr- oprecnsiunuen. Sonntag8 8 bis 12 uhr. Robert Schwalm, prakt. Zahnarzt Giessen, Bahnhofstrasse 63, 1.