Nr. 215 erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Gießener Familien- blätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem „Hess. Landwirt" und den „Blättern sür hessische Volkskunde" viermal wöchentlich beigelegt. Redaktion, ©rpebition und Druckerei: Gchulstraße 7. .Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. bl. Zweites Blatt. 151. Jahrgang. Freitag 13. September 1901 GietzenerAnzeiger ' General-Anzeiger " Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Annahme von Anzeige« zu der für den folgenden Tag erscheinenden Nr. bis vormittags 10 Uhr. Alle dlnzcigen Vermittlungsstellen desJn-rmd Auslandes nehinenAnzeigen entgegen. Zeilenpreis: lokallSPß, auswärts 20 Psg. Rotationsdruck u. Vev» lag der B r ü h loschen Unwerfitäts - Druckerei (Pietsch Erben). Verantwortlich für den allgemeinen xeil: P. Wittko; für den Anzeigenteil : Hans Beck. QazeUe, 2J/nrLsions'boote. ~Lampsor> Herhn, W..5C \KriserWiZ7itii7L. \,Kaiter 'WiUieZzn derGrosse, 1 jBariaro&sa.. 1D0C nund schloß matt, wozu fehl des Kapitänlcutnant Behring. Die erste wird gebildet ungünstige, unzutreffende aus den acht großen Hochseetorpedobooten S 93 bis S 101. 'I If PI l}11 TT n P 11 K PT* 21 Li' »T ’ Onr SI< nuvtXrtv» kn» a am (y (7*. 1 Al * TU f* < . . • < . o- , . Aber schon werden, wie man uns aus Berlin, 11. September, schreibt, auch kritische Stimmen laut, die da fragen, ob „es so bleiben werde". „National-Ztg." und „Kreuz Ztg." konstatieren, daß in der sonst überwiegenden unfreundlichen Haltung der russischen Presse gegen Deutschland eine allgemein beachtete Veränderung eingetreten sei, die man nur mit Genugtuung begrüßen könne, wenn auch unter dem Vorbehalt: vorausgesept, daß es andauert ... In dieser Voraussetzung wird bereits ein leiser Zweifel ausgedrückt. Die Börse, der man ein feines Gefühl für die Politik und für das Kommende beimißt, in Berlin nicht festlich gestimmt; sie gab sich einer Wie stattlich die Flotte ist, die an den Herbstmanövern teilnimmt, und über die die beiden Kaiser die Parade abnahmen, geht aus der beistehenden Abbildung hervor. Die Flotte, die unter dem Oberbefehl des Admirals von Köster steht, zerfällt in zwei Geschwader zu je zwei Divisionen. Chef des ersten Geschwaders ist Prinz Heinrich, der zweiten Division desselben Kontreadmiral Fischcl. Gebildet wird das erste Geschwader aus folgenden Schiffen: Kaiser Wilhelm der Große (Flaggschiff), Kaiser Barbarossa, Wprtl), Weißenburg, Brandenburg, Kürsürft Friedri' Wil- S 101 ist- Flottillen-Flaggschiff und S 96 Flaggschiff der 2. Trvlswn. Von der zweiten Flottille ist Flaggschiff das ^rvrsionsboot D 9 und von der zweiten Division derselben D 10. Zur ersten gehören die Torpedoboote S 75, © 76, S 77, S 79, S 80, S 81, und zur zweiten,' die Torpedoboote S 82, S 83, S 84, S 85, S 86, S 87. Auf unserer Tafel finden unsere Leser die sämtlichen urypen dargestellt. Oben sind oie Linienschiffe, deren Panzerung durch die ganz schwarz gehaltenen Teile kenntlich gemacht ist; es folgt der große Kreuzer Viktoria Luise, der, wie aus der Zeichnung ersichtlich, außer gepanzerten Geschütztürmen noch über ein Panzerdeck verfügt, welches sich über die ganze Länge des Schiffs erstreckt. Tann kommt der Typ der vier Küftendampfer Siegfried, Aegir, Hagen, Odin und die sämtlichen übrigen Schiffe der Flotte. Wie stattlich die letztere sich übrigens gestaltet, geht am besten daraus hervor, wenn man ihre gesamte Artillerie zusammenzählt. Dieselbe besteht nämlich aus insgesamt 68 Geschützen großen, 116 mittleren und 468 kleineren Kalibers. Die Besatzung der Flotte aber zählt im ganzen rund 9800 Offiziere und Mannschaften. Entspannung zwischen den beiden Polen dieser Bündnisse eingetreten ift — Das „Neue Wiener Journal" schreibt, die Zusammenkunft beweise am deutlichsten, daß die Bürgschaften für den Frieden nicht im mindesten erschüttert seien. — Das „Extrabl." erblickt im Moment der Anwesenheit beider Reichskanzler das Zeugnis, daß beiderseits der Wunsch vorherrsche, im Interesse des Weltftiedens alle Ursachen zu Reibungen und Verstimmungen zwischen Rußland und Deutschland aus der Welt zu schaffen. Helm. Zu diesen Linienschiffen des 1. Geschwaders tritt Auftlarungsschiffen, die aus dem großen und den kleinen Kreuzern Hel^ und Wacht besteht. Letzterer ist unmittelbar vor dem Zusammentritt der Flotte an Stelle des Schwcsterschißfts ^agd in den Geschwader-Verband eingetretcn, und st»ie b^annt, am 4. September nach einer Kollision mit dem Sachsen ge unken. Tas zweite Geschwader, gleich alls aus zwei Divisionen bestehend, wird w/n dem Vizeadmiral von Arnim befehligt, der seine Flagge auf der Baden hißt. Es setzt sich zusammen aus deu Linienschiffen der ersten Division, Baden, Sachsen, Württemberg und den vier Küstenpanzern Siegfried, Odin, Hnqen Aeair welch letztere unter dem Befehl des Kontrezümiirals von Schuckmann stehen. Dem zweiten Geschmier als Ausklärungsschiffe noch beigegeben sind die kleinen Kreuzer Nymphe, Gazelle und Niobe. Fernerhin gehören zu der Manöverflotte noch die Spezialschiffe Grille und Ziethen und der Minen-Dampfer Pelikan, sowie zwei Torpcdoboots- flottillen. Tie erste Flottille steht irnter dem Befehl des Korvetten-Kapitäns Scheer und die zweite unter dem Bc- Bei der Mittagstafel an Bord der „Hohenzollern" saß ver Zar rechts vom Kaiser und der Großfürst Alexis links; rechts vom Zaren der Reichskanzler, gegenüber den Fürstlichkeiten Oberhofmarschall Graf v. Eulenburg mit dem Grafen Lambsdorff zur Rechten und dem Hofminister Baron Fredericks zur Linken. Tie Mittags- tafel verlief bei angeregtester Unterhaltung. Nachdem beide Karzer miteinander angestoßen hatten, trank der Zar dem Reichskanzler, dem Generalstabschef Grafen von Schlieffen, dem Grafen v. Eulenburg, sowie den Admiralen Hollmann und v. Tirpitz zu, während der Kaiser mit dem Großfürsten Alexis ein Glas leerte und dann den Grafen Lambsdorff, Baron Fredericks, Grafen Bcnckendorff und Dr. v. Hirsch durch Zutrinken auszeichnete. Die Tafel wurde aufgehoben, als Hela in Sicht kam. Bei herrlichstem Wetter, Sonnenschein und ruhiger See wurde die „Hoheu- zollern" von der Flotte mit Salut begrüßt. Die Kaiseryacht dampfte, mit der deutschen und der russischen Kaiserstandarte im Großtopp, durch die beiden Schiffslinien. Die beiden Monarchen nahmen vom Kaiserstand der „Hohen- zollern" aus die Parade über die Schiffe ab, welche über die Toppen geflaggt hatten und deren Besatzungen paradierten und beim Passieren die Fürstlichkeiten mit drei Hurras begrüßten, während die an Bord befindlichen Musikkapellen die russische Nationalhymne spielten. Tie Kaiseryachten ankerten darauf an den für sie vorgesehenen Plätzen an der Spitze der ganzen Formation. Hierauf wurden die Admirale, Kommandanten, Stabschefs und Flo- tillenchess an Bord der „Hohenzollern" zur Defiliercour befohlen. Um halb 4 Uhr nachmittags glitt die „Hohenzollern", gefolgt von dem „Standart", der. „Svetlana" mit dem Großfürsten Alexis und dem Kreuzer „Verajak", in die von den beiden deutschen Geschwaderri gebildete Schiffsstraße hinein, unter den Klängen der russischen Hymne und drei Hurrahs. Der K a i s e r i n r u s s i s ch e r Admiralsuniform stand mit der Hand am Hut stramm hinter dem Zaren, der deutsche Admiralsuuiform trug. Tie Fahrt hinter dem zweiten und um das erste Geschwader herum währte eine halbe Stunde. Die russischen Schiffe ankern hinter dem ersten Geschwader. Der Zar besuchte nach der Meldung der Geschwaderofsiziere „Kaiser Wilhelm den Großen", „Viktoria Luise", den „Kurfürst" und „Kaiser Wilhelm den II." In Petersburg erklingen noch immer zur Begegnung der beiden Kai) er freundliche Stimmen. In einem Artikel „Danziger Begegnung" betont die „Nowoje Wremi-" noch einmal, baß die Tanziger Begegnung und die wetteren Festlichkeiten in Paris unbedingt den europäischen Frieden zum Zie le haben. Die Begegnung zweier mächtiger Monarchen könne nicht anders gedeutet werden als ein Zeichen hoher Freundschaft und des unbedingten Verlangens, gut nachbarliche Verhältnisse zu kultivieren. Auch die „Rossija" äußert sich in ühn- Ncher Weise: Die traditionelle Freundschaft und die lang- jährlgen vcrwandtschgftlicheu Bande zwischen beiden Kaisern seien ein genügender Grund für ihre Begegnung. In Wien wird die deutsch-russische Annäherung ebenfalls als n'este Friedensbürg) chast gewürdigt und betont, daß auch Oesterreich-Ungarn allen Grund habe, dieses neue Unterpfand der Erhaltung des Weltftiedens willkommen zu heißen. — Die „Neue Freie Presse" hebt als das charakteristisch Neue hervor, daß weder Deutschland noch Rußland aus ihren Kombinationen auszutreten brauchen, um die .beiderseitige Annäherung zu vollziehen, daß also der Zlveibund und der Dreibund weitem beziehen, daß aber eine, Miquels Beisetzung. Frankfurt a. M., 11. September. Tas Leichenbegängnis des Staatsministers v. Miquel ging heute nachmittag in feierlicher Weise von statten. Im Trauerhause, Wöhlerstraße 2, versammelten sich gegen halb drei Uhr die Leidtragenden im Eckzimmer zur ebenen Erde, wo der Sarg inmitten eines Haines grüner Blattpflanzen aufgebahrt war. Tas Zimmer war schwarz ausgeschlagen. Um den Sarg herum waren die Kranzsvendcn, die überaus zahlreich eingegangen sind, niedergelegt, am Fuße des Sarges der Kranz desKaisersundderKaiserin, dessen weiße Schleifen die Initialen und Krone der Majestäten trugen. Bon anderen Traucrwidmungen bemerkte man besonders die Kränke der deutschen Botschaft in Paris mit schwarz-weiß-rotem Bande und des Hagenauer Dragonerregiments Nr. 15, dem Miquels ältester Sohn angehört. Tie Ordenskiss en mit dem Schwarzen Adler, dem Kreuz Wilhelms des Großen, dem Stefansorden und Dutzenden anderer Insignien lehnten tzegen den Unterbau des Sarges. Und damit im Raume des Toten das Abbild des Lebenden nicht fehle, grüßte von ber Kaminwand das ernste Porträt würdig? Eine Antwort darauf giebt möglicherweise die Petersburger Meldung der „Schles. Ztg.": Finanzminifter Witte mache mit seinem Plane Ernst, eine Anleihe in Deutschland aufzunehmen. Das wäre also eine Doppel- Anleihe, da den Verbündeten Frankreich bekanntermaßen die gleichen „ernstlichen" Pläne zugedacht sind. Selbstverständlich wird die Meldung in Bezug auf Deutschland von Petersburg aus bestritten werden. Aber warten wir ab, wem die Zukunft Recht giebt. Frankreich allein kann Rußland nicht der argen Finanznot entreißen. Die Kaiserzusammenkunst bei Hela. Die Begegnung des deutschen Kaisers mit dem russi- fchen Zaren hat sich nunmehr vollzogen. Am Dienstag rmchmittag war die russische Kaiseryacht „Standart" mit dem Kaiser Nikolaus an Bord nach Danzig w ,®ee gegangen. Mittwoch früh wurde signalisiert, daß sie sich der Tanziger Bucht nähert. Ter Kaiser fuhr darauf auf der „Hohenzollern", der das Linienschiff „Kaiser Wilhelnt II." folgte, dem kaiserlichen Gast entgegen. Bald nach 10 Uhr vormittags kam in der Höhe von Rixhöft der „Standart" in Sicht. Auch der russische Kreuzer „Swelana" mit dem Großfürst Alexis, direkt von Petersburg kommend, wurde sichtbar. Als der „Standart" an der Längsseite der „Hohenzollern" erschien, paradierten auf den beiden Kaiseryachten die Besatzungen. Die Musikkapellen intonierten die Nationalhymne und drei Hurras zur Begrüßung wurden ausgebracht, während die Begleitschiffe Kaisersalut feuerten. Nachdem sich der zum Ehrendienst befohlene Flügeladjutant Graf v. Platen au dem „Standart" gemeldet hatte, begab sich der Zar in seiner Gig, begleitet von dem Gcneraladjutanten Prinzen Engalrtschew, Fregattenkapitän v. Heyden, Marineattache an Beniner Botschaft, Fregattenkapitän Pauli, Flagg- offizier Prinzen Golikine, Leibarzt .Hirsch, Ministex des Auswärtigen, Grafen Lambsdorff und dem Kammerherrn Hofrat Sawinsky an Bord der „Hohenzollern". Der Kaiser erwartete seinen Gast am Fallreep. Tie beiden Kaiser begrüßten und umarmten sich h erzlichst. Tar- auf fand die Vorstellung der beiderseitigen Gefolge und der Offiziere der „Hohenzollern" statt. Die SNonarchen gingen die Fuont der Ehrenwache ab und begrüßten dar- Bord der „Hohenzollern" eingetrosfenenGroßfürsten Alexis wärmstens, der von dem Adjutanten Fre- gattenkapitän Zuroff begleitet war. Tie Fürstlichkeiten begaben )ich hierauf auf das Promenadendeck, wo sie in eiftigem Gespräch bis zur Frühstückstafel verblieben, die bis 1 Uhr die Herrschaften mit den Gefolgen weiter vereinte. Meldungen über McKinleys Befinden beitrugen. Im ganzen geht auch in unseren politischen Kreisen die Auffassung dahin, daß nicht zu viel von der Kaiserbegegnuna erwartet werden dürfe. Bei Monarchenzusammenkünften spielt sich alles programmmäßig ab, nichts ist improvisiert, jeder Schritts ift aus beiden Seiten genau abgemessen, und mag das glänzende Bild, das sich entfaltet, noch so sehr den Eindruck des Spontanen machen: für die beteiligten Staatsmänner giebt es keine Ueberraschung, keine„überwältigende Szene". Daß die Zusammenkunft eine „Festigung des Friedens" bedeutet, wird versichert, und man kann es gerne glauben. Was darüber hinaus erreicht wird an etwaigen Vereinbarungen und Verständigungen, die zwischen Deutschland und Rußland zunächst und haupt- ächlich handelspolitischer Natur sind, das bleibt einstweilen das Geheimnis weniger Eingeweihten. Ganz sichere Schlüsse lassen sich auch aus Trinksprüchen und sonstigen Kundgebungen nicht ziehen. Tas Beste, was sie wissen, dürfen auch die Regierungen großer Reiche den Leuten, d. h. der Öffentlichkeit, nicht sagen, wegen der Gefahr, daß andere Länder die Kenntnis zu „Gegenzügen" benutzen. Warum ist Rußland so ausnehmend liebeus- XWT bergaftet torrben. Sie erflärte bei itjxet Usetnetjmung, hat den Landgerichtsrat beim Landgericht der Provinz Rheinhessen Emil Lai st zum Oberlandesgerichtsrat beim Oberlandesgericht ernannt, den Steuerkommissär des Steuerkommissariats Ober-Ingelheim Christian Braun in gleicher Diensteigenschaft in das Steuerkommissariat Offenbach versetzt, den Finanzaspiranten Philipp Schmidt aus Offenbach zum Registrator bei der Registratur des Ministeriums der Finanzen ernannt, den Bezirkskassierer der Bezirkskasse Ulrichstein Heinrich Zimmermann in gleicher Diensteigenschaft in die Bezirkskasse Dieburg versetzt und den Hauptsteueramtsassistenten bei dem Hauptsteueramt Gießen Georg Hanstein zum Bezirkskassier der Bezirkskaffe Rieder-Olm ernannt. 8. Der Charakter als Profeffor wurde am 11. September vom Großherzog erteilt dem Oberlehrer an d em Realgym- ebgeben. Er habe sie dann zum Bahnhof begleitet und nur einige Worte mit ihr ausgetauscht. Sie leugnete, daß Das Attentat auf Mae Kinley. In dem Heilungsprozeß der Wunde McKinleys ist eine kleine Verzögerung eingetreten. Wie uns in einem kurz vor Redaktionsschluß unserer letzten Nummer zugegangenen leider etwas verstümmelten Telegramm mitgeteilt wurde, bemerkte man, als am Freitag nach dem Anschlag die Ope- dem Wahlrechte Gebrauch. Gewählt wurden 4 Gemeinderatsmitglieder, da ein Mitglied von hier verzogen ist. Wieder gewählt wurde Friedrich Kuhl, neugewählt die Landwirte Ludwig Fr. Reitz 2. und Friedrich Raab, sowie der Mühlenbesitzer Wilhelm Stoll. hn. Bellersheim, 10. Sept. Unser neu gewählter Bürgermeister Georg Bopp 6. wurde dieser Tage verpflichtet und durch die kreisamtliche Behörde in sein Amt eingeführt. fc, Büdesheim bei Bingen, 11. Sept. Heute fand die Beerdigung des Geh. Reg.-Rats Dr. Braden, Krcis- rats des Kreises Friedberg, auf dem hiesigen Friedhof statt. Die Beteiligung an beni Leichenbegängnisse war sehr groß. — Ortenberg, 11. September. Bei der heute stattgehabten Synode des Dekanats Büdingen wurde der bisherige Dekanatsstellvertreter Pfarrer E l len berge r-Orten- berg mit 37 von 41 Stimmen zum Dekan gewählt. Darmstadt, 11. Sept. Der Großherzog nahm heute ! Vormittag auf dem Griesheimer Schießplatz die Parade über I die im Barackenlager untergebrachten Infanterie-Regimenter Rr. 116, Rr. 168 und Rr. 115 ab, nachdem die Regimenter [ein Manöver durchgeführt hatten. die Prinzessin Heinrich machten heute Nachmittag in der Stadt Einkäufe und unternahmen später eine Spazierfahrt durch Düsternbrook. — Die Yacht „Polarstern", mit der Kaiserin von Rußland und den kaiserlichen Kindern an Bord, passierte heute Vormittag unter dem Salut der Strandbatterie Friedrichsort. Der „Polarstern" führte im Großtopp den Breitwimpel der Kaiserin von Rußland und erwiderte den Salut, welchen bei seinem Herannahen die im Hafen liegenden Kriegsschiffe „Friedrich Karl" und „Blücher" feuerten. Um 10 Uhr 15 Min. machte der „Polarstern" gegenüber dem Schlosse auf der Stromlinie fest; hierauf fuhr Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Heinrich mit einer Pinasse an Bord des „Polarstern" zur Begrüßuog der Kaiserin. Nach kurzem Aufenthalt daselbst landete die Kaiserin mit den Kaiserlichen Kindern und Prinzessin Heinrich an der Barbarossa- 6rüde und begaben sich, von einer zahlreichen Menschenmenge begrüßt, ins Schloß. — Das Kriegsministerium beauftragte die Bauftrma Löck, schleunigst zehn Eisenbahnwagen Bauhölzer für einen Jsolier- ;baracfcnbau in der Lüneburger Heide zur Unterbringung von Mannschaften des o',stasiatischen Expeditions- >korps zu liefern, da Seuchen aus?ebrochen seien. ration ausgeführt wurde, daß die Kugel ein Stückchen von dem Rock des Präsidenten mit sich gerissen hatte, das gleich unter der Haut in der Schußöffnung saß. Es wurde zwar sofort entfernt, trotzdem wurde durch diesen Fremdkörper eine leichte Entzündung der Gewebe verursacht, wie sich erst am Dienstag abend zeigte. Es wurde infolge dieser unbedeutenden Störung notwendig, einige Stiche der Wundnaht zu entfernen, und die Haut über der Wunde teilweise! zu öffnen. Dieser Zwischenfall kann indessen keinerlei' weitere Komplikationen nach sich ziehen, wird aber der Öffentlichkeit zur Kenntnis gebracht, da die Aerzte den Wunsch hegen, ihre Berichte ganz offen abzufassen. Durch diese Trennung der oberen Wundränder wirb der Heilungsproßeß etwas verzögert. Doch ist der Präsident jetzt schon stark genug, um mit der Aufnahme der Nahrung durch den Mund beginnen zu können. Er erhält zunächst reinen Fleischsaft." <. »Nach der Meinung der Aerzte ist die Heilung der Wunde sogar bereits so weit fortgeschritten, daß die chirurgische Behandlung jetzt weniger wichtig ist, als die sorgfältige Pflege. Infolgedessen wurde die hervorragende Krankenpflegerin Miß Grace Mackenzie nach Buffalo zum Präsidenten berufen. Dieser hat bereits mehrmals gebeten, und auch gefragt, wann er auf- recht sitzen dürfe Die Aerzte gestatten ihm aber vorlänfig noch nicht, sich durch Lesen oder Sprechen zu ermüden. Seine Gattin i,t die emzige Person außer dem medizinischen Stabe, welche das Krankenzimmer betreten darf. Are Anarchistin Emm a Goldmann ist nun endlich Ausland. Lemberg, 12. Sept. Bei den heutigen Landtag S- to aMen der Städtekurien wurden 11 Kandidaten der gemäßigten Linken, 9 Demokraten, 6 Konservative und em Kandidat der polnischen Bolkspartei gewählt. Eine Wahl ist noch ausstehend. Die Deutschen verloren zwei Mandate. Triest, 11. Sept. Das S chlachtschiff „Arpad" ist heute vormittag in Gegenn ört des Erzherzogs Josef August, der Erzherzogin Auguste sowie der Prinzessin Ludwig Leopold von Bayern und dem Marinekommandanten Frei- herrn v. Spann glücklich vom Stapel gelaufen. Die Erzherzogin fungierte als Tauspathin. Konstantinopel, 10. Sept. (Wiener Korr.-B.) Die Nachricht von der Nie der metzelun g von Armeniern in Musch scheint sich zu bestätigen. In türkischen Kreisen wird behauptet, ausstänbische Armenier hätten an das türkstche Viertel in Musch Feuer gelegt, wodurch es zu einem Zusammenstoß zwischen ihnen und den Truppen kam. Die Aufständischen flüchteten in der Richtung gegen den Distrikt Sasfun. Andere Nachrichten, gleichfalls aus türkischer Quelle, besagen, die Armenier hätten eine Kaserne samt den darin ^befindlichen Soldaten in die Luft gesprengt. — Die Ange- Ilegenheit der Forderung Tubinis wurde (wie bereits „Raubzug" gebraucht hätte. Denn etwas anderes als eine! französische Kreuzer „Suchet" liegt hier vor Anker. Räuberei ist es doch nicht, wenn den unglücklichen Be-I Curacao, 12. Sept. (Reuter.) Die venezolanischen wohnern eines Landstreifens alles, was zum täglichen Leben Truppen stellten eine Verbindung mit den kolumbischen Re- gehört, weggenommen, und ihnen nichts als das nackte volutionären in der Nähe von Rio Hache her und auch auf Leben gelassen wird. — I dem Punkte die 6000 Mann starke reguläre kolnmbische Ar- Wieder einmal ist ein Dampfer festgehalten worden, s mee anzugreifen. Wie aus Kapstadt gemeldet wird, ist der Dampfer Limpopo ""---'■—- ' 1 ' in der Delagoa-Bai festgehalten worden unter dem Ver- Aus Stadt und Lund. dacht, daß er Kriegskontrebande an Bord habe. Die Buren ® rf & Men anbet Grenze bei Chnich-t (?) herumziehen, wohin »» «e -E— der Dampfer unterwegs war. I „ io Auch Lord Methueu hat wieder einmal eine Heldenthat ® n, ♦ P • . ausgeführt. Wie Kitchener meldet, hatte er mit dem FeindeI Empfang. Der Großherzog empfing am 11. tiep» unter Vanconder und Delarey am 8. d. bei Grootmarcen (?) Itember den Professor Behrens; zum Vortrag den StaatS- , W1 Gefechte, und vertrieb ihn aus feiner starken Stellung. Minister Rothe, den Justizminister Dr. Dittmar, den der iwch lebenden persönlichen und politischen Freunde »Der Feind ließ sechs Tote zurück, Methuen nahm 41 Buren Präsidenten des Ministerriums der Finanzen Gnauth, den Miquels gedachte er in beredten Worten des Verblichenen!gefangen, und erbeutete Wagen und Vorräte. Wieviel Kabinetsrat Römheld. und würdigte feine Verdienste als Politiker, Staatsmann Tote und Verwundete der brave Lord hatte, wird klüglich •» ßniennunaen und Versekunaeu. Der Groß Herzog und Minister. Miquel habe niemals im Banne pol i ti s ch e r l verschwiegen. f ~ . — — ■ Dogmen «oder Formeln gestanden. Es sei ihm daraus (Sine merkwürdige Nachricht über ein Gefecht berichtet! ost ein Vorwurf gemacht woroen. Aber ein Minister könneba3 Reutersche Bureau aus Matjessontein. Danach heute nicht mehr Partei mann fein. Miquel sei kein I hatte Major Kavanagh ein Gefecht mit Theron nördlich einseitig handelnder oder denkender Politiker gewesen. Was ber Moselbai. Der Feind zerstreute sich ohne den geringsten in früheren Jahrhunderten von Deutschland versäumt wor- Versuch zu machen, auf den Kamps sich einzulassen. Ein den fei, habe er erkannt, und erklärt, daß für diese P^r wurde getötet, eine Anzahl guter Pferde erfreutet, reiche Arbeit auf hem Gebiet des Wiedererrichtens alle I Theron wandte sich nordwärts, offenbar war es seine Afr- Kräfte thätig sein konnten. Ein genialer Redner, ein groß- sicht, Moselfray anzugreifen, wenn er nicht daran gehindert artiger Organisator, ein treuer Freund aller, die ihm nahe I morden wäre. Es ist eine Glanzleistung des Majors, ein standen, sei er gewesen. Was er geleistet im Aus gleich Gefecht zu gewinnen, das die Buren Nichtannahmen.— der Gegensätze, für die innere Kultur und EntwickelungI(Zch^bpers soll südlich von Ladysmith (Kapkolonie) stehen, des Staates, werde fortlefren in der deutschen Geschichte. Er I^herst Grabbe stieß mit Vaudermeer zusammen, wobei letz- schloß mit den Worten, das deutsche Volk werde seinem k^er und ein anderer Bur getötet, mehrere andere ver- großen Sohne ein bleibendes Andenken bewahren und Die lüunbet, und 37 gefangen genommen wurden. deutsche Geschichte feine Thaten eingehend würdigen und ihm — .., einen dauernden Platz sichern. Dorrit nafium zu Gießen Dr. August Sturmfels und den Ober- Der Vortrag des Chorals „Wie sie so sanft ruhen", I ArUlslyrS lehrern an der Realschule zu Butzbach Ludwig Stork und schloß die erhebende Trnuerseier. Das Grab, in welchem Berlin, 11. Sept. Die an das Generalkommando des Wämser. der Verstorbene ruht, rst dn^ Beschluß der Stadtveoord- ^^tsordre, in welcher der Kaiser E. Wiest», 12. Sept. Der hiesige Radfahrer- wird"^auch^von^^r^unterhalwn"^werde>?^ Äuch^ ist die ErM>ch zum Ches des Grenadier-Regiments König Friedrich Verein feiert am Sonntag, den 15. Sept., sein 1. Süj- richwng^inez Monumentes, als sichtbares Zeechen der Er- Wilhelm I. (3. Ostpreußisches) Nr. 3 erklärt, hat folgenden tungsfest. Mit dem Feste ist eine Bannerweche, sowie em innerung an den Ehrenbürger und einstiges Stadtober- Wortlaut: „In dem Wünschendem 1. Armeekorps gelegent- Preiskorso verbunden. Der Hauptfeier geht »ne Vorfeier am Haupt Frankfurts geplant. — Ein eigener Zufall ist es, daßi lich Meiner Anwesenheit bei den diesjährigen Herbstmanövern Samstag voraus. Die Aufstellung des Korsos am Sonntag Miquel an der Stelle des Friedhofes die letzte Ruhe fand, einen besonderen Beweis Meiner Anerkennung zu geben, I findet um 3 Uhr nachmittags statt, von 4 Uhr ab ist Tanz, wodieerstenToten des Jahres 1848 Platz gefunden erkläre Ich mich hierdurch zum Chef des'Grenadier-Regi-1 um 7 Uhr Preisverteilung, um 8 Uhr Festball. haben. IKönig Friedrich Wilhelm I. (3. Ostpreußisches) Nr. 3. e. Lollar, 12. Sept. Das Fest der silbernen Hoch- Jch habe in Erinnerung an das 200jährige Bestehen des zeit feierten heute in voller Rüstigkctt Sanitätsrat Dr. Königreichs.Preußen gerade dieses Regiment dafür ausersehen, i Dickorß und Gemahlin. welches den Namen Meines erlauchten Vorfahren, des Sol- -n- Reiskirchen, 11. Sept. Beider heutigen Wahl von datenkonigs, führt und seit langen Zeiten mit der alten fünf Gemeinderatsmitgliedern wurden Ludwig Damm 9. mit Königsstadt aus Meiner treuen Provinz Ostpreußen auf das 75 und Ludwig Launspach 9. mit 58 Stimmen wiederge- engste verbunden ist. Königsberg i. Pr., den 9. Sept. 1901. wählt. Von den neugewählten erhielten Ludwig Launspach 8. gez. Wilhelm R." 55, Ferdinand Balser 52 und Johannes Mengel 3. 47 St. Danzig, 11. Sept. Bei der gestrigen Flotten-Ruder-! Die sämtlichen abgegebenen Stimmen verteilten sich auf nicht regatta gewann der Kutter der „Nymphe" den Kaiserpreis.Iweniger als 31 Kandidaten. Kiel, 11. Sep. Die Kaiserin von Rußland unt>| 9. Inheiden, 10. Sept. Bei der hier stattgehafrten Gemeinderatswahl machten von 80 Wahlberechtigten 60 von Miauels von Mar Scküler aemalt, in seiner lebensvollen I veryaftet worden. Sie ertlarte vei itjrer ^erneijmung, «sjsän#—«—-—KM rewÄBWÄi Auße? Än^näcksten Familienangehörigen des Ver- wo Emma Goldmann sich damals befand, einen Besuch Mich en en haften fidi u. a. cinqefunben: Finanzminister machte. Er habe damals gewünscht, sie zu sprechen. Sie v Rbeinbaben als Vertreter des Kaisers, Minister Schönstedt sei aber gerade fortgegangen, um sich zur Eisenbahn zu ati tetreter iä Raatsministeriums, der kommandierende ebgeben. Er habe sie dann zum Bahnhof freglett und General des 18 Armeekorps, Generaladjutant v. Lindequist, nur einige Worte mit ihr ausgetauscht. Sie leugnete,, daß der Stadtkommandant v. Stülpnagel, Vertreter des Ober- sie irgend etwas gejagt habe, was daraus berechnet sei, Präsidenten von Hessen-Nassau, der Oberbürgermeister Adickes Czolgosz zu dem von ihm begangenen Verbrechen zu ver- nn der Sviüe des frankfurter Magistrats, der Bürgermeister leiten. c Von Osnabrück eine Abordnung des Kolonialrates, viele Czolgosz soll vor dem Attentat gewisse Papiere Stadtverordnete, eine Deputation des Zentralvorstandes der weggeworfen haben. — Mr. Penny, der Staatsanwalt für nationalliberalen Fraktion, bestehend aus den Herren Ru- Buffalo, der das Pr ozeßverfahren gegen Czol- dolf v Bennigsen, Oechelhäuser und Hammacher, ferner gosz wegen versuchter Ermordung des Präsidenten der Devutattonen von städtischen Korporationen, Gesellschaften, Vereinigten Staaten letten wiro, äußerte, daß er wahr- Verein^ m f. w. scheinlich int Stande fein werde, die Anklage und Schuldig- Nach dem Vortrag eines Chorals durch den Frankfurter erftärung auf sechs verschiedene Verbrechen zu erstrecken, Sängerbund hielt Konsistorialrat Dr. Ehlers eine tief- für die das höchste Strafmaß msgeiamt 30 ^ahre Gefängnis emvttindene Gedächtnisrede, in welcher er den Heimge- sein würde, anstatt 10 Jahre für einen bloßen Mordversuch, aanaenen als Mensch> und Vater schilderte und zum Schlüsse Die Anklagen betreffen im Einzelnen zwei geänderte Anden Angehörigen Trost spendete. Der Vortrag eines Chorals griffe auf den Präsidenten, jeber nut 10 Zähren Gefängnis beendete die schlichte Trauerfeier im Hause. strafbar, ferner eme thatliche Bedrohung feder der drei Um 3 Uhr fetzte sich der imposante Trauerzug in Be- Personen, die den Verbrecher packten, nachdem er aus Mac I erwähnt) direkt zwischen diesem und der Pforte erledigt, wegung. Vorau schritt die Kriegerkameradschaft, der Schützen- Kinley geschossen hatte, und endlich das Tragen euier ^ Pforte wird ihm in zwei Jahren seine Forderung, die verein, die Diener des Verstorbenen mit den Kränzen, die verborgenen Waffe. — Nach einer Meldung des „New-^orkkx üon 250000 auf 162 000 Pfund ermäßigt hat, in monat- Ordensträger. Dann kam der nut vier Pferden bespannte Herald" aus Buffalo, soll Czolgosz eingestanden haben, k^n Raten mittelst Anweisung auf die Zolleinkünfte be- Leichenwagen, welchen städtische Förster zu beiden Seiten daß das Attentat die Folge emes Komplotts sei, woran Gestern abend verständigte der Generalsekretär im begleiteten. Hinter dem Sarge schritten die nächsten Fa- viele Personen beteiligt seien. Ministerium des Aeußeren, N u r y - B e y persönlich den krau- mttienangehörigen mit dem Geistlichen, Minister v. Rhein- nt.s I zösisclfen Botschafter Bapst von dieser Lösung der Auge- baben, Minister v. Schönstedt, Generale v. Lmdequift und Engländer NNV Buren. legenheit und lud denselben neuerlich em, dem Bankett im v Stülpnagel, sonstige Vertreter von Staats- und Militär- Die Blätter geben allgemein zu, daß Kitcheners Kund- Yudizpalast beizuwohnen. Der Botschaftsrat lehnte ledoch behorden, der Magistrat von Frankfurt, Stadtverordnete, g eb un g bisher eine nennenswerte Wirkung nicht ge- Einladung ab. „ t auswärtige Deputationen, städtische Beamte und andere Leid- habt habe, und auch wenig Wahrscheinlichkeit dafür vor- Paris, 11. Sept. Der heute unter dem Vorsitz des trauende. Den Schluß des Zuges bildeten Mannschaften der Händen sei, daß sie sich in den nächsten Tagen bis zum Präsidenten Loub et im Elysee abgehaltene Ministerrat Feuerwehr mit Musik. 15. ds. plötzlich wirksamer zeigen werde. Im Anschluß beschäftigte sich mit den letzten.für den Empfang des Kaisers ' ' Das Wetter war regnerisch. In den Straßen hatte sich hieran wird wieder mehr oder minder dringlich auf die 9tok bon Rußland zu treffenden Einzelheiten. Ferner machte bei auf dem langen Wege bis zum Friedhof ein tausendköpfiges wendigkeit hingewiesen, schärfere Maßregeln zu Minister des Auswärtigen, Delcasse, Mitteilung von der Publikum angesammelt, das in ehrfurchtsvollem Schweigen treffen. (!) Kitchener hatte in seinem letzten Wochenberichte Unterzeichnung des Friedensprotokolls in Peking. — Die den Leichenkondukt vorbeipassieren liest Um 4 Uhr langte über die Zahl der getöteten, verwundeten, gefangenen und Regierung hat bisher keine Mitteilung hinsichtlich der Mög- ber Trauerzug am Portale des Friedhofs an, der in den übergetretenen Buren, der erbeuteten Gewehre usw. ben eines Besuches des Kaisers von Rußlanb in Paris Stunden vor und während des Traueraktes geschlossen war burschikosen Ausdruck Bag, Jagdbeute, gebraucht; dieser erhalten. und zu dem der Zutritt nur gegen Karten erlaubt war. findet selbst bei Blättern der Scharsmacherpresse, wie die Curacao, 11. Sept. (Ag. Havas.) Präsident Castro Unter den Klängen des Chorals „Jesus meine Zuver-ITimes eines ist, Tadel. Kitchener will damit jedenfallskst über Rio Hacha in Kolumbien e ingedrungen. Die sicht" wurde der Sarg zur Gruft getragen und dort nieder- ausdrücken, daß von einem Kriege keine Rede mehr fei. kolumbischen Revolutionäre machen gemeinsame Sach^ mit gelassen, worauf Konsistorialrat Ehlers Gebet und Segen Es wäre richtiger gewesen, wenn er einen Ausdruck wie thm. Eine Schlacht steht unmittelb ar bevor. Der sprach, Sodann trat Oberbürgermeister Adickes an das' —3 3 ~*3 1' * ~ J *• *** offene Grab und widmete im Namen der Stadt Frankfurt dem hettngegangenen Ehrenbürger warme Worte des Ab- fchieds. In der Charakteristik, die er von dem großen Verstorbenen gab, wies er besonders hin auf die überquellende Phantasie, die unablässig schöpferisch thätig war, auf den scharfen Verstand, der das Erreichbare mit Weltklugheit au erzielen wußte, auf das immense Gedächtnis und der Rede Zaufrerflust der mit krafsicherem Ausdruck zu gestalten wußte, was er sagen wollte. Es folgten kurze Ansprachen von Vertretern städtischer Korporationen, der Stabtvertretung von Osnabrück, der Gesellschaften und Vereine, denen der Verstorbene bei Lebzetten nayegestanden hatte. Als Letzter sprach Rttidolf v. Bennigsen. Als der älteste lebenden persönlichen und politischen Freunde 0 Alsferd, 11. Sept. Den Schulsälen des Kreises Alsfeld wird in letzter Zeit eine Aufmerksamkeit in hygienischer Hinsicht geschenkt. Die jedermann mit Freuden begrüßen muß. Ein viel gefährlicherer Feind, als, man gemeinhin glaubt, ist der Schurstaub. Zur Bekämpfung dieses, für Schüler wie Lehrer gesundheitsschädlichen Faktors ist behördlicherseits überall, soweit es noch nicht geschehen, cm Streich en der Schulböden mit Oel angeordnet worden. Daneben wird einer neuen Verfügung zufolge auf die peinlichste Sauberhaltung der Schullokalitäten gesehen. Der edle Zweck: die Gesundheit unserer Kinder zu erhalten, und zu fördern muß die geringfügigen Mittel Überall gerne bewilligen lassen. f. Wihmar, 11. Sept. Hier kam es am vergangenen Sonntag zwischen drei Burschen im Alter von 18 Jahren in einer Wirtschaft zu einem Streit. Als der Anstifter des Streites den beiden andern später vor einer zweiten Wirtschaft wieder begegnete, erneuerte er den Streit, und stach den einen mit einem Mester, das er'offen in der Hand trug, in das Bein. Von weiterem Stechen hielten ihn die Umstehenden ab. Frankfurt, 11. Sept. Wie in der gestrigen Stadt- derorvncten-Versammlung mitgeteilt wurde, hat Frau Theodor Stern am Todestage ihres Mannes der Stadt die Summe von 500 000 Mk. als Grundstock einer „T h e o d o r ,Ste rn-Stiftung" zur Förderung medizinisch er Zwecke überwiesen. Kandwittschast. *• LandeSversammlnng des hessischen Bauernstandes in Darmstadt. Wie wir erfahren, wird auf der om 15. ftattfmbcnoen Landesversamrnlung des hessischen Bauernstandes die rvrage der Wein-, Ob ft - und Gemüsezollfätzevon Gutsbesitzer Emil Schätze! aus Selzen besonders besprochen werden; im übrigen tvtro die Begründung der landwirtschastlichen Forderungen zum Zolltarisentwurfe Fr. Schade-Altenburg übernehmen, der un Namen des LandwirtschastsratS und der Provinzialvereme sprechen wird. Hirschel-Offenbach spricht im Nmnen des hessischen Bauernbimdes, Pfarrer Mauer-Fehlheim in Vertretuna des^hessischen Bauernvereins, Landtagsabgeordnete K o r e l l-Leuscl tm Namen der hessischen Abteilungen des Bundes der Landwirte. — Aus dem kleinen Orte Fehl heim bei Bensheim haben sich nicht weniger als 50 Landwirte zur Teilnahme an der Landesversammlung angemeldet, aus Arheilgen 70. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Frjankfurt- 11. Scht. „Die hiesige fiebermelfe erreichte mit dem gestrigen Tage, soweit der Großhandel jin Betracht kommt, ihr Ende. Für das Detailgeschäft, ivird sich der lebhaftere Verkehr noch einige Tage fortsetzen. Man ist mit dem erzielten Resultat im großen und ganzen nicht unzufrieden. Nach dem ruhigen Sommergeschäft zeigte sich wieder allgemeinerer Bedarf, und da die Zw- fuhren nicht sehr bedeutend waren, wickelte sich das Geschäft auch prompt ab. Die Preise konnten sich durchschnittlich auf ihrem seitherigen Stand behaupten, und auch für die nächste Zeit/steht eine Verschiebung nadji unten nicht zu erwarten. Am'meisten wurden bis zule^t gute Wild- svhlleder gehandelt, worin sowohl Kuh- wie Ochsenleder zum größten Teil geräumt wurden. Auch in norddeutschen schweren Wildsohlledern blieb das Geschäft bis zuletzt lebhaft; eS dürften nur recht bescheidene Reste an den hiesigen Lagern zurückbleiben, fierchtere norddeutsche Leder waren weniger begehrt. Zahmsvhlleder wurden wohl viel gehandelt, waren aber, weil etwas, reichlicher angeboten, nicht ganz so fest in der Haltung wie Wildsohlleder. Aehnlich war es mit Vacheleder. Schwere Sbrten darin wurden gern genommen, für leichtere Gewichttz blieb das Geschäft ruhiger. Für Oberleder entwickelte sich namentlich in den letzten Tagen ziemlich lebhafter Händel. Bevorzugt und knapp waren besonders Schaftedcr, die zu hoben Notierungen in ben Verkauf gingen. Auch gute Rindleoer waren mäßig angeboten und fest im Preise. Kipse waren in seinen Sorten am verkäuflichsten. Im Ganzen waren ien arte Provision von Er hat i Künstler Tendenz: schwach. 9 9 100.65 90.45 100.30 90.45 98.20 98.80 43.40 25.80 26.45 84.50 50/0 Italien. Rente . . 4’/o Griech. Monopol-Anl, 8»/0 Portugiesen . . • 80/q Mexikaner . , . 4,/2% Chinesen . « . , 195.70 . 172.00 . 119.05 . 127.50 . 134.70 . 183.50 . 154.00 . 180.00 . 162.50 . 155.80 Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsgeg. Oesterr. Staatsbahn , Gotthardbahn . . . Laurahütte . . . . Bochum . . . . . Harpener . . . . Kirchliche Nachrichten. Gottesdienst m der Synagoge, Südanlage. Israelttische Religionsgemeinde. ssSamstag, den 14. und Sonntag, den 15. September 1901: Neui ahrsfest. 1. Tag. Vorabend: 6^Uhr. Morgens: 7'° Uhr. Predigt: Uhr. Nachmittags 4 Uhr. .. , 2. Tag. Vorabend: 710 Uhr. Morgens: 7°° Uhr. Predigt: Uhr. Nachmittags 4 Uhr. Festesausgang: 780 Uhr. NB. Während der Predigt ist der Eintritt nicht gestattet. Reichsanleihe do. Konsols . . do. . . Hessen . , Hotte^mrst te israelitischen Aeligionsgesellschast. Samstag den 14. und Sonntag den 15. September: Neujahrsfest. 1. Tag: Vorabend 6" Predigt. Morgens 6" Predigt. Nachmittags 400. 2. Tag: Vorabend 735. Morgens 6". Nachmittags 4°°. ^^^Woc?^ngottesdienst: morgens 5'°, abends 6°°. Telephonischer Kursbericht. Frankfurt a. ML, 12. September. Neueste Meldungen. Brüffel, 12. Sept. Die Blätter melden, die Königin war in den letzten Tagen leidend, ohne daß ihr Zustand jedoch Besorgnis erregte. Gegenwärtig scheint sie völlig wiederhergestellt. Hela, 12. Sept. Kaiser Nikolaus verlieh dem deutschen Kaiser das russische Dragonerregiment „Narva" 9h:. 39. Das Regiment ist eines der berühmtesten und hervorragendsten der russischen Armee und hatte früher 87ao/o 8 o/o 3V,% 3% 3*/t% Me Zuführungen in Oberledern nur bescheiden, sodaß auch darin das meiste geräumt werden konnte. Tie Preise stellten sich etwa wie folgt: Prima starke Zahmochscn 130—140 Mk., prima kräftige Zahmkalbin 120—130 Mk., Wildrübe, feine Trierer, 150—165 Mk., Wild- kühe, gute Malmedyer, 130—150 Mk., Wildkühe, leichtere rheinische zc. HO—120 M., Wildochsen, prima Trierer, 125—145 Mk., Wildochsen, Luxemburger, Prümcr und .Eifeler, 120—130 Mk., Esch- roeger Sohlleder 85—115 Mk., Norddeutsche Wildochsen 90 bis 100 Mk., Norddeutsche Wildkühe 90—110 Alk., Norddeutsche Brand» ohlleder 85—97 Mk., Vacheleder, feine Ware, 135—150 Mk., Vacheleder, geringere Ware, 110—120 Mk., Geschirrleder, gute Qualität, 120—1'30 Mk., Geschirrleder, geringere, 100—110, Kipse, leicht, 170—190 Mk., Kipse, schwer und sekuiida, 120—150 Mk., ^ahlleder, fein und leicht, 150—170 Mk., Fahlleder, geringere, 130—140 tnlblcdc;, seine Qualität, 3.00—3.70 Mk. und geringere 2.20-2.80 Mk. zum Chef den Großadmiral Großfürst Konstantin Nikolaje- witsch. Kaiser Wilhelm verlieh dem russischen Kaiser du Uniform des zweiten Garde-Dragoner-Regiments Kaiserin Alexandra von 9tußland. Hela, 12. Sept. Nachdem der Zar von der „Hohem. Kollern" nach dem „Standart" zurückgekehrt war, begab sich Kaiser Wilhelm auf die russische Kaiseryacht, um den Besuch des Zaren zu erwidern. Beide Kaiser gingen mit dem inzwischen eingetroffenen Prinzen Heinrich m; die Gemächer des Zaren, wo sie eine halbe Stunde verweilten. Hierauf kehrten der Kaiser und der Zar an Bord der „Hohenzollern" zurück, um von dort die Schiffe „Kurfürst Friedrich Wllhelm", „Viktoria Luise" und „Kaistr Wilhelm den Großen", sowie „Kaiser Wilhelm II." zu besuchen. Auf „Kaiser Wilhelm dem Großen" verweilten die Her» chaften längere Zeit bei dem Geschwaderchef Prinzen Heinrich. Abends 8 Uhr fand Tafel an Bord des „Standard" statt. Vor der Tafel wurden die Herren des deutschen Gefolges dekoriert. Der Zar überreichte persönlich dem Reichskanzler den Andreasorden; dieselbe Auszeichnung wurde dem Oderhosmarschall Grafen Eulenburg zu Teil. Die russischen Herren wurden in gleicher Weise durch preu- zische Orden dekoriert. Graf Lambsdorff erhielt den Ver- oienstorden der preußischen Krone. Nach 11 Uhr abends verabschiedete sich Kaiser Wllhelm von dem Zaren auf das Herzlichste und kehrte auf die „Hohenzollern" zurück. Buffalo, 11. Sept. Der Präsident ist andauernd bei gutem Befinden. Die Wunde heilt gut. Die Nahrungs- aufnahme in den Magen wird allmählich gesteigert. Puls 120, Temperatur 100,2. Chicago, 11. Sept. Emma Goldmann erschien heute vor dem Gerichtshof ohne Rechtsbeistand. Der Staatsanwalt erklärte, der Polizeichef von Buffalo ersuchte darum, die Gefangene während der schwebenden Untersuchung möglichst lange in Gewahrsam zu behalten, und verlangt Vertagung bis zum 19. September, wo die anderen in Chicago verhafteten Anarchisten vor Gericht erscheinen werden. Der Richter kam dem Wunsche nach. Emma Goldmann wurde ohne Zulassung einer Bürgschaft in Haft behalten. Shanghai, 11. Sept. (Reuter). Die hiesigen britischen Importeure hielten heute hier eine Versammlung ab und besprachen die gemäß dem Friedcnsprotokoll erfolgende Umwandlung der Wertzölle in spezifische Zölle. Der Vorsitzende führte darüber Klage, daß die Großkaufleute bet der Tariffrage trotz der gegenteiligen Versprechungen nicht hinzugezogen wurden. Es wurde eine Resolution angenommen, worin der Wunsch ausgedrückt wird, daß die spezifischen Zölle auf den Durchschnittswerten aus den Jahren 1896 bis 1900 basiert werden, unter Berechnung der Durchschnittswerte nach den Kosten am Ausschiffungsorte. Ferner wird gewünscht, daß inzwischen ein der Prüfung der interessierten Handcls- lämmern unterliegender Präliminartarif baldigst in Wirksamkeit trete. Loureozo Marquez, 12. Sept. Bei der Nachforschung, welche auf Veranlassung des hiesigen britischen Generalkonsuls angestellt wurde, sind in der Umgebung der Stadt größere Vorräte von Munition und andere Kriegskontre- bande aufgefunden und beschlagnahmt worden. Mehrere in • die Angelegenheit verwickelte Personen wurden verhaftet. Gerichtssaal. 8 Darmstadt, 11. Sept. Der Fall Deiters, des Geschäftsführers der Künstlerkolonie, gegen die Kolonie wegen unrechtmäßiger Entlassung stand heute vor der Ferienzivilkammer des Gronh. Landgerichts zur Verhandlung und hatte zahlreiche Zu- chauer angezogeu. Klager T. verlangt Zahlung seines monatlich« Gehaltes bis 1. Februar 1902 und die vereinbarte Provision vi den Verkäiifen. Er behält sich weitere Ansprüche vor, wahrend die Beklagten (durch R.-A. Hallwachs vertreten), behaimtm, daß D. durch feine fortgesetzt eigenmächtige Handlungsweise die Kolonie in jeder Weise geschädigt und benachteiligt, zum Schluß seine Stellung als Geschäftsführer mißbraucht und sogar den Generalbevollmächtigten aller betelligten Künstler, Prof. Christiansen, trotz wiederholter gütlicher Zusprache ausdrücklich den Gehorsam verweigert habe, sodaß seine Entlassung nut dem 1. September nut vollstem Recht erfolgt sei. Die Vertreter beider Parteien suchen die Ausführungen der Gegner nach Möglichkeit äu entkräften, wobei sich über die Vorgänge und Zustände m der Kunstlerkolome ein sehr unerquickliches Bild entwickelte, aus dem hervorgeht, daß aus beiden Seiten gefehlt worden ist. Die Künstler haben m der ersten Beit mit durch ihre Uneinigkeit D. allzuviel Freiheiten gestattet. Er hat aber auch sein Teil dazu beigetragen, die Uneinigkeit der Künstler zu schüren und dabei seinen Vorteil zu wahren. Wieviel er nebenbei verdient bat, kommt vielleicht spater zur Sprache. Trastig ist das Beispiel, in dem er auf dem Ankauf des gotoenen Schmuckes als ersten Preises der Lotterie bestand, charakteristisch, daß er am Tage seiner Entlassung noch von dem Wrrt einen Ehek von 4000 Mk. kassierte, ebenso daß er stets die sinanziellen Resultate als glänzende hinstellte, während nach Revision eines sachverständigen Garantiezeichners sich voraussichtlich em Defizit von 170000 *M. ergeben dürfte, sodaß die Garantiezeichner nut circa 66 pCt. "herangezogen würden. — Urteil resp. Beweisbeschluß soll Mittwoch den 18. ds., verkündet werden. A?; .-'5 -W Statt jeder besonderen Meldung Heute abend entschlief in Siegsdorf bei Traunstein mein lieber Mann, mein guter Vater, unser treuer Bruder und Schwager Otto Biermer Kunstmaler und Mitglied der Künstlergenossenschaft aus München, im 44. Lebensjahre. Pfaff-Nähmaschinen. Keine anderen Nähmaschinen weisen aneickanntermaßen so viele Vorzüge und Ber- beffernngen auf, wie die Pfaff-Mähmaschinen. Aber auch keine andere Nähmaschine ist mit derselben Genauigkeit, Sorgfalt und Gediegenheit gearbeitet, wie die Pffaf ff-NähmaSChine, welche aus den besten Rohstoffen hergestellt wird und daher eine unverwüstliche Dauerhaftigkeit besitzt. Die Pfaff-Nähmaschinen find ebensogut wie die amerikanischen Nähmaschine» zur Kunststickerei geeignet. Alleiniger Vertreter: H. Kraft. Nähmaschinen- und Fahrradhandlung. Reparaturwerkstätte Neuenweg 46. cm Zubehörteile stets am Lager. MF Magda Biermer, geb. Spehr. Leopold Biermer. Ernst Biermer. Elisabeth Biermer, geb. Boltz. Magnus Biermer. Margarete Biermer, geb. Soetbeer. Hermann Biermer. Frieda Biermer, geb. Freiin von Cotzhausen. Rudolf Biermer. Else Biermer, geb. Kuhlmann. München,' Berlin,' Giessen, Magdeburg, "Wiesbaden, den 8. September 1901. 6127