Hing6 $ Hilft) jrvkiftti. »7 nur ! > P.76^ edem^ -jL cs Zimmer X^Don** ^jae* -ont-r- Ne, iftWhV^ *« 8g"lt™>‘Ä“&! i^-sssL MLff LL^MUtet^t ^'NierwobnünTh . ’^eptembtt iB £ däitmi, Mebrantflrajt 1, ~ Einern Me mürb 2. Storf, befitben) unitt M.cmni^t m objpatet iu v«, il PiKor «atz^, -einem Zubern, HJta. ». ® eine eleoaKe '.«tafle, k> Zmwr Wt.pet Metz«, '«mieten. lech, Orünbergerftr, i» tansardtnvohmuu, ut all. Zubehör, Grü», k 3# eöentl. 2. Babeemriibtung, 6a!’ er ober früher ju ve i- Has. 1 Treppe hoL Küche vi v»LU»»,tkaft 11 Bobnunfl mit Küche i Mort oder später x S845] Mrchvraße 1 k'Wohnvag mit Hi i vermieten. 54C KlbttgerSratzi 82. ie von Henn PrMi er bewohnte 8. 8ia- tttstr.^ ist voml.Ü vermieten.__________ ige 81, schöne üti vohnung perl.Dktobc eptbr. ju verm. M jerrn /«dwkg Aaäe oWW^SM^ üM.SWtW.w kvtgtzr. 4ö t>&m> Qflt ob. 1. Ott. 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Mit Allerhöchster Ermächtigung Seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs hat Großherzogl. Ministerium des Innern bestimmt, daß am DienStag dem 13. Aagust 1901, dem Tage der Beisetzung weiland Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich, öffentliche Lustbarkeiten zu unterbleiben haben. Gießen, den 12. August 1901. Großherzogliches Kreis amt Gießen, v. Bechtold. Die Trauerfeier in Cronberg. Cronberg, 10. Aüg. Heute morgen halb 10 Uhr fand in der katholischen Kirche ein Trauergottesdienft für die Kaiserin Friedrich statt, zu der Einladungen an die Stadtvertretung und an den Krieger- und Militärverein ergangen waren. In den Straßen, deren Häuser reichen Trauerschmuck tragen, und in denen mit Flor umschlungene Masten ausgestellt sind, herrschte schon am Nachmittag ein überaus reges Treiben, das gegen Abend noch zunahm. Aus den be- uacicharten Ortschaften und Städten, namentlich aus Frankfurt a. M. und Homburg v .d. Höhe, sind zahlreiche Vereine und Korporationen eingetroffen, die hinter dem von dem 80. Infanterie-Regiment gebildeten Cordon Aufstellung nahmen. Am Eingänge der Stadt sind vier Obelisken erbaut, auf denen Pechpfannen brennen. Um halb 10 Uhr wurde der Sarg mit der sterblichen Hülle der Kaiserin Friedriche unter Glockengeläute aus dem Schloß getragen. Der Leichenzug setzte sich alsbald in Bewegung und erreichte um 10 Uhr die Stadt. Vor dem Zuge und an der Seite marschierten Soldaten mit aufgepflanztem Seitengewehr und neben diesen etwa hundert Fackelträger. Der Sarg wurde von 36 Unteroffizieren des .80. Infanterie-Regiments, die sich zu je 12 Mann ab lösten, getragen. Hinter dem Sarge schritt allein der Kaiser, ernsten Antlitzes, in großer Generalsuniform mit den »Marschallabzeichen, hinter ihm der Kronprinz und 'die ^Prinzen Eitel Friedrich, Adalbert, der Großherzog von Hessen, der Kronprinz von Griechenland, der Erbprinz wou Sachsen-Meiningen, die Prinzen Adolf von Schaumburg- Lippe und Friedrich Karl von Hessen, Oberhofmeister Graf Seckendorfs, Hofmarschall von Reischach Kammerherr von Wedel, Leibarzt Dr. Spielhagen und das Gefolge. Die Fackeln wurden durch Mannschaften des 80. Regiments getragen. Beschlossen wurde der Zug durch eine Abteilung demselben Regiments. In der evangelischen Stadtkirche war vor dem Altar eine purpurne Decke ausgebreitet, die den Sarg tragen sollte. Der Altar war geschmückt mit einer schwarzen in Gold gestickten Decke, die die Kaiserin Friedrich selbst gearbeitet und der Kirche geschenkt hat. Auf 4 goldenen Leuchtern, die vor dem Altar und vorn an den Seiten standen, brannten Lichter, die Kirche war im übrigen mit Gasflammen mäßig erleuchtet. Vorn standen Tabourets mit den Orden der verblichenen Kaiserin, die Altarbänke zur Seite waren mit einigen wenigen Kränzen geschmückt. Keine großartige Prunkentfaltung, keine auf große Wirkungen berechnete Dekoration, aber in seiner Einfachheit äußerst eindrucksvoll, so präsentierte sich der Raum. Ein Jnfan- terie-Offiziersposten von zwei Stabsoffizieren und zwei Hauptleuten hielt mit gezogenem Degen zu beiden Seiten des Altarraumes Wache. Tie Glocken läuteten; die Kirche war von dem Duft der Kränze erfüllt. Am Eingänge hatten der Oberhofprediger D. Dr. Dryander, der Ortsgeistliche und die Vertreter der Stadt Aufstellung genommen. Um 10 Uhr 15 Min. nahte der Zug; die Geistlichkeit schritt voran irr die Kirche, der Kaiser, die kaiserlichen Prinzen, die Fürstlichkeiten und der Reichskanzler folgten. Nachdem der Sarg vor dem Altäre niedergesetzt worden war, hörten die Glocken auf zu läuten. Der Kaiser trat vor den Sarg. Oberhofprediger D. Dr. Dryander sprach ein kurzes Gebet, verlas das Schriftwort: „Aus der Tiefe rufe ich Herr zu dir" und segnete die Leiche ein. Ter Kaiser kniete zum Gebete am Sarge nieder, die Anwesenden folgten dem Beispiele. Nach dem Gebet legte Se. Majestät einen Kranz nieder und verließ dann die btirche, um alsbald nach Homburg zurückzukehren. e Cronberg, 11. Aug. Große Menschenmengen erwarteten schweigend die Anfahrt der Fürstlichkeiten zu der Trauerfeierlichkeit. Vom Schloß Frieorichshof bis zur Kirche in Cronberg bildete Militär Spalier. In der Kirche ist es still und kühl. In der Nische des Altars steht, von Kränzen bedeckt, der ©arg. An den Wänden zwischen den altertümlichen Bildern sind gleichfalls Kränze aufgehängt. Unbeweglich standen die Offiziere der verschiedenen Regimenter der Kaiserin, die Ehrenwache hielten, sowie die Unteroffiziere mit den Fahnen des 80. Regiments. Hofmarschall Frhr. v. Reischach empfing die Trauergemeinde. Die Deputationen der Regi- imenter der Kaiserin mit umflorten Schärpen und Goldstickereien trafen ein. Dann folgte der Hofstaat der Kaiserin Friedrich, die Gefolge der Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften, die Spitzen der Ortsbehördeu, der Reichskanzler Graf v. Bülow, der Justizminister Schönstedt, der'englische Botschafter Sir Fr. E. Lascelles. Kurz vor 4 Uhr rollten Wagen auf Wagen mit den Fürstlichkeiten in schneller Folge vorüber. Der Kaiser in der Uniform der Posener Leibhusaren, des Regiments der verstorbenen Kaiserin, König Edward von England in deutscher Gardedragouer--Uniform, die Kaiserin und die Königin, die Großherzöge von Baden und Hessen, die Herzöge von Connaught und Cambridge, die kaiserlichen Prinzen und Prinzessinen und ein zahlreiches Gefolge. Täe Fürstlichkeiten nahmen hinter dem Sarge in der Altarnische Platz, während die Orgel leise spielte. Der Berliner Domchor intonierte das Lied: Ich, weiß, daß mein Erlöser lebt. Die Gemeinde sang: Jerusalem du hochgebaute Stadt. Oberhofprediger D. D. Dryander sprach das Gebet. Alsdann sang der Domchor das Lied: „Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit, denn ihre Werke folgen ihnen nack> Während des Gesanges traten die Prinzen August Wilhelm und Oskar mit Helm und Haarbusch und Prinz Adalbert in Marineuniform mit gezogenem Degen vor, nahmen Aufstellung neben der Ehrenwache und standen unbeweglich am Fußende des Sarges, während der Kronprinz und Prinz Eitel-Friedrich zu Häupten des Sarges neben Oberhofprediger Dryander Aufstellung nahmen. Darauf sprach letzterer nochmals ein Gebet, in dem er der Kaiserin Friedrich gedachte, die mit reichen Gaben geschmückt und für ihren Beruf ausgerüstet beglückt und beglückend an der Seite ihres Gatten gelebt, und.gedachte des hohen Dulders und der schweren Leiden und Prüfungen der hohen Frau. Alsdann nahm er die Einsegnung vor. In diesem Augenblick präsentierten draußen die Truppen. Trommelwirbel und Trompetenklang der Trauerparade drang in die Kirche hinein. Der Domchor sang: Wenn ich einmal soll scheiden, die Gemeinde: Erscheine mir zum Schilde. Nach dem Vater- llnser und dem Segen erklangen die wundervollen Stimmen des Domchors zu: „Sei getreu bis in den Tod", während wiederum Trommelwirbel und Kommandoruf von draußen erscholl. Die Truppen hatten präsentiert. Nach der Feierlichkeit begatten sich die Fürstlichkeiten zu Wagen nach Hornburg und Friedrichshof. In dem ersten Wagen saßen die Kaiserin und die Königin von England, im zweiten Wagen der Kaiser und der König von England, im dritten der Großherzog und die Großherzogin von Baden. • * Tas Hofmarschallamt hatte Allerhöchsten Befehl zur Beiwohnung der Einsegnung d r Leiche,Ansagen ergehen lassen, die sich aus ctf. 350 Personen erstreckten. Auch die Presse war in großer Zahl bedacht worden. Ca. 25 Journalisten, allerdings meist Engländer, erhielten Berechtigungs-Atteste. • Das hessische Ministerium des Innern hat mit Ermächtigung des Großherzogs bestimmt, daß am D i e n s - tag, den 13. August, dem Tage der Beisetzung, öffentliche Lustbarkeiten zu unterbleiben haben. (Siehe amtlicher Teil. D. Red.) Der preußische Minister des Innern hat an die ihm unterstellten Behörden einen Erlaß gerichtet, wonach während der Dauer der Landestrauer um die Kaiserin Friedrich alle dienstlichen Schreiben mit schwarzem Siegel oder schwarzer Stempelmarke zu versehen sind. Es kommen für diesen Erlaß außer den Regierungs-, Landratsund Polizeibehörden auch die Steuerbehörden und kommunalen Verwaltungen rc. in Betracht. Am Tage der Beisetzung werden in Berlin voraussichtlich sämtliche Läden zeitweise geschlossen sein. Der Kaiser hat dem Landrat des Obertaunuskreises, v. Meister, dem Vorsitzenden zur Errichtung eines Kaiser- Friedrich-Denkmals in Cronberg, die Mitteilung zugehen lassen, daß die Einweihung des Denkmals nicht verschoben, sondern programmmäßig am 18. Oktober erfolgen soll. Telegramme deS Gießener Anzeigers. London, 11. August. In der St- Georgs-Kapelle zu Windsor sowie in der St. Pauli-Kathedrale gedachten heute die Prediger in ihren Reden der Heimgegangenen Kaiserin Friedrich und hoben ihre große Gaben des Herzens und Geistes hervor, die sie stets zum Wohle des deutschen Volkes, das dem englischen so nahestehe, gebrauchte. Haag, 11. August. In der hiesigen deutschen Kirche sand heute ein Gedächtnisgottesdienst für die Kaiserin Friedrich statt. Anwesend waren die Königin, die Königin- Mutter, Prinz Heinrich der Niederlande, der Minister des Aeußeren, das diplomatische Korps und zahlreiche Würdenträger. Die Landestrauer. Die wirtschaftlichen Folgen, die aus der polizeilich angeordneten Landestrauer und dem Verbot der Theatervorstellungen, Konzerte rc. für Tausende von Existenzen in Preußen entsprungen sind — vgl. auch unseren Lokalartikel „Die Operetten-Vorstellungen" rc. — bilden den Gegenstand mannigfacher Erörterungen in der Presse. So wird von einem Berliner Blatt ausgeführt: „In den meisten Kontrakten der Theaterangestellten ist" für die Dauer einer polizeilich verhängten Landestrauer die Direktion von der Zahlung der Gage entbunden. Man frage jeden beliebigen Beamten vom höchsten bis zum niedrigsten, wie er es empfinden würde, wenn ihm von seinem Einkommen soviel Tagesquoten abgezogen würden, als die Landestrauer bedingt, dann würden die fixierten Existenzen um so leichter begreifen,, was es in wirtschaftlicher Beziehung heißt, durch eine polizeilich befohlene und überwachte Landestrauer finanziell betroffen zu werden. Die Zahl der Personen, die solchergestalt an den preußischen Theatern allein empfindlich geschädigt werden, beläuft sich aus mehrere Tausende. Und noch größer ist die Zahl der Musiker, die wegen des ~ allgemeinen Konzertverbots in der Hoch- faifon der -sornmerkonzerte in ihren dringend notwendigen Einnahmen aufs Empfindlichste verkürzt werden. Es erscheint uns billig, daß, wenn in Verfolg einer allgemein aiibefohlenen Landestrauer derartige schwere Schädigungen eintreten, den ohne ihr Verschulden davon Betroffenen eine Entschädigung gewährt werde. Es ist eine Art „force majeure", der sie sich beugen müssen. In • solchen Fällen erfordert es die Gerechtigkeit, daß der Versuch eines Ausgleichs des entstandenen Schadens mit tauglicksen Mitteln gemadyt werde. Demgemäß erwarten wir weiter von den volkssreundlichen Abgeordneten, datz sie einen Gesetzentwurf vorbereiten und in der nächsten Session beantragen, daß im Falle einer polizeilich an geordneten Landestrauer die durch ein Theater-, Konz er t- und sonstiges Lustbarkeits-Verbot Geschädigten für den ihnen daraus erwachsenen wirtschaftlichen Verlust schav- los zu halten seien." Auch die „Köln. Volksztg." schreibt: „Die Landestrauer greift tief in die Erwerbsverhältnisse zahlreicher Personen ein, da „öffentliche Musik, Lustbarkeiten und Schauvorstellungen" bis zur Beisetzung der verstorbenen Kaiserin Friedrich verboten sind. Nach der letzten Berufsstatistik waren in Musik, Theater und Schaustellungen im Deutschen Reiche 65 565 Personen erwerbsthätig. Davon werden viele Tausende, wohl die meisten, durch die Landestrauer betroffen. Es ist doch ein schwer zu rechtfertigender Anachronismus, daß durch die Landestrauer eine bestimmte Klasse von Personen, die der Todesfall nicht mehr angeht, als die übrige Bevölkerung, auch in ihrem Erwerb geschädigt oder vollständig brotlos gemacht werden können. Man sollte doch, nicht unbeteiligte Tausende dadurch zur Trauer zwingen, daß man ihnen schwere Sorgen um das tägliche Brot schafft." Schärfer noch sind die Ausführungen der „Hamb. Nachr.", die an frühere Trauerfälle ohne Vorschriften wie folgt erinnern: Die' von einer behördlich gebotenen Landestrauer untrennbaren Begleiterscheinungen haben den verstorbenen Kaiser Friedrich veranlaßt, bei dem Ableben Kaiser Wilhelms I. keinerlei derartige Bestimmungen äu treffen, es vielmehr, wie es in dem Erlasse hieß, „jedem Deutschen zu überlassen, wie er angesichts des Heimganges eines solchen Monarchen seiner Betrübnis Ausdruck geben wolle." Der edle, hochsinnige Monarch handelte dabei ganz in dem Geiste seines Vorbildes, Friedrichs des Großen, der bei Landestrauer auf dgs Gesuch eines Stadtmusikus, die angekündigten Konzerte dich geben zu dürfen, da er sonst wirtschaftlich ruiniert werde, das lapi darische Konklusunr schrieb: „Da ick) nicht gehört habe, daß der P. Stadt- musikus mit der Familie des Verstorbenen verwandt ist, s» mag er spielen." — Der kaiserliche Befehl, betreffend die jetzige Landestrauer, wird in der That auch allgemein hart empfunden und selbst ein streng konservatives Blatt schreibt: „In der gegenwärtigen Zeit wird die unfreiwillige Ruhepause um so schwerer empfunden, als in den zwei Sommermonaten s o viel verdient werden muß, daß das Personal über die engagementslose Zeit hinwegkommt. Manche der fliegenden Künstlergesellschgften in der Umgegend Berlins werden durch die aufgezwungenen Ferien thatsächlich ruiniert. Das wirkt weiterhin auch auf die Geschäftsleute und Handwerker zurück, welche von der Artistenwelt abhängig sind. Man hört allgemein im Publikum die Ansicht, daß ein Verbot am Beisetzungstage der Kaiserin Friedrich den Wünschen weiter Kreise, die durchaus patriotisch sind, am meisten entsprochen hätte." Ganz besonders nachteilig macht sich die Landestrauer in den Badeorten geltend, die gerade jetzt in der Hauptsaison mit der Einstellung der Konzerte vollständig veröden. Francesco Crispi Am Totenlager seiner Mutter weilt der deutsche Kaiser mit zahlreichen Fürstlichkeiten. Hat auch die erlauchte Frau, die jetzt abberufen wurde, seit langen Jahren darauf verzichtet, vor der Oeffentlichkeit ein Anderes zu sein, als die ihrer Trauer und ihren Erinnerungen lebende Witwe Friedrichs UL, so ist doch die Lücke breit und tief, die dem Herzen des Sohnes der Verlust der Mutter bereitet. Die politische Be- Wertung dessen, was die Kaiserin Friedrich war, wild einer weit zurückliegenden Vergangenheit den Stoff und die Daten entnehmen, die innige Teilnahme, die der harte SchmsalS- schlag im Palaste deS Kaisers in allen Gauen des Vaterlandes erweckt, wird auch durch das Bewußtsein nicht gemindert, daß die Geschichte den einstigen Bestrebungen der Tochter deS Prinzgemahls den Erfolg versagte. Und während die Kaiserin Friedrich auf der Totenbahre ruht, zog wieder der Schatten des Todes ein in ein HauS, in dem einer von Jenen weilte, deren Namen die Feder niederschreiben muß, wenn sie von der Geschichte der zweiten Hälfte deS 19. Jahrhunderts berichtet. FranceSco CriSpi ist, 82 Jahre alt, am Abend des 11. d. M. um 7®/4 Uhr gestorben. So wird aus Rom gemeldet. Wie einst der Name Cavours fich verknüpfte auch mit den EinheitSbestreb- ungen Deutschlands, so verbindet sich der Name des nun verstorbenen sizilianischen Staatsmannes mit dem Werke, das eines der wertvollsten war in der Entwickelung unserer Zeit, mit der Errichtung des Dreibundes. ES ist die Persönlichkeit CriSpis, die hier hervortritt, auSgleicheud und schaffend, wie die deS treuen Andrassy. Die Staatsmänner, nicht die Herrscher waren es, die all die zahllosen Hemmniffe wegräumten, die sich dem Bündnis entgegenstellten; sie waren es, die ihren vornehmsten Kampf zu führen hatten gegen die zögernde Sorge Wilhelms L, der die Verschärfung der rassischen Beziehungen befürchtete, gegen die Empfindungen deS Hauses Habsburg, das nur schwer sich in die Entscheidungen des Gottesgerichtes von 1866 fügte, gegen die Neigungen des Hauses Savoyen, das den franzosenfreundlichen Traditionen der Piemontesen, wie sie Lamarmora pflegte, nur ungern entsagte. Der unruhige Ehrgeiz eine- Gortschakoff, der es nicht dulden wollte, daß ein anderes Licht neben ihm leuchte, der sich rühmte, Bismarcks Lehrer zu sein, war CriSpi sowohl wie Andraffy fremd. Beide beugten sich vor dem deutschen Staatsmann. Das ist gerade bei CriSpi um so höher zu bewerten, als der leidenschaftliche und energische Mann im eigenen Lande niemals zu Konzessionen bereit war, als er seinem Regimente stets einen autokratischen Stempel aufprägte und rücksichtslos nur dem eigenen Willen folgte. Er war kein Mann der Kompromisse, und weil er eS nicht war, deshalb erweckte er ebenso wie die heiße Bewunderung seiner Freunde, so auch den leidenschaftlichen Haß seiner Feinde, die ihm am liebsten ein ehrloses Ende bereiten und seinen Namen mit der Schmach eigennütziger Bestechlichkeit überhäufen wollten. WaS er auch that, seitdem er Mazzini verließ und mit Cavour an der Errichtung des Thrones für Viktor Emanuel schuf, verfiel der Verdächtigung, und nur im Königspalaste blieb durch alle Zeiten das Vertrauen zu seiner Rechtlichkeit und zu der Reinheit seiner Vaterlandsliebe ungetrübt. Es ist zweifellos der leitende Gedanke in dem Leben CrispiS gewesen, Italien in die Reihe der Großmächte ein- zuführen und seinem Vaterlande eine starke Machtstellung zu sichern. Darum hat er unermüdlich an der Verstärkung von Heer und Flotte gearbeitet, und vielleicht hat er eS, stets das gleiche Ziel verfolgend, sogar versäumt, die wirtschaftlichen Kräfte seines Landes stets hinreichend in Rechnung zu stellen, wie er ja auch andererseits von dem Vorwurf nicht freigesprochen werden kann, den sozialen Notwendigkeiten nicht ein hinreichendes Verständnis entgegengebracht zu haben. Hier lagen auch die Gründe seines Niederganges. Denn die Hungerrevolten von Mailand und Monza mochten mit dem Schwerte niedergeschlagen werden, ein Don Alber- tarie mochte die Ausschreitungen seines Hasses mit langer Kerkerhaft büßen, der Fanatiker De Felice mochte auf die Galeere wandern und die Anklagen der Jmbriani und Cavalotti mochten an ihren eigenen Uebertreibungen ersticken — die Ursachen deS Nebels blieben dennoch bestehen, die finanzielle Zerrüttung des Landes wurde nicht durch ZwangS- maßregeln aufgehalten und das Elend nicht gemildert. Zu gleich bedeutet der Name Adua, bedeutet das Drama von Malhalle, das des nun auch verstorbenen Baratieri Thorheit heraufbeschwor, eine intensive Warnung vor der Fortsetzung einer Politik, die nicht das Bedürfnis des Landes zum alleinigen Maßstab nahm. Da sich jetzt die Augen CrispiS schloffen zum ewigen Schlafe, wird der Haß seiner Gegner von neuem emporlodern, werden sich die Stimmen der Sozialisten mit denen der Anhänger des Vatikans vereinen, um den „Henker Si- clliens-, den „Helden des Panamino", den „Totengräber der italienischen Freiheit" in alle Ewigkeit zu verdammen. Das Urteil der Besonnenen wird anders lauten. Es wird die lautere Vaterlandsliebe des italienischen Staatsmannes anerkennen, wie seine Treue zum Hause Savoyen, es wird sich nicht scheuen vor dem Zugeständnis, daß er die realen Mächte des wirtschaftlichen Lebens nicht hinreichend berücksichtigt hat, wenn es ihm galt, den Glanz des italienischen Namens zu erhöhen, aber es wird dort, wo vielleicht die Schroffheit seines Charakters sich allzu scharf ausprägte und wo die Härte seiner Maßregeln Befremdung hervorrief, anerkennen müffen, daß Crispi gehandelt hat als energievoller und rücksichtsloser Vertreter des staatlichen Machtgedankens. E- ist eine ganze, vollsaftige Persönlichkeit, die mit Crispi schied und es gilt für ihn das Wort, das Hamlet seinem Vater nachruft: „Es war ein Mann, nehmt alles nur in allem!M • e Telegramme deS Gießener Anzeiger-. Neapel, 12. Aug. Die Leiche CrispiS wurde im großen Salon der Villa Lina aufgebahrt. Sie liegt auf dem Totenbett und dabei halten Veteranen und Feuerwehrleute die Ehrenwache. Der Tag der Beerdigung ist noch nicht bestimmt. Rom, 11. August. Bei dem Tode Crispis waren die Familie und die näheren Freunde anwesend. Die Nach richt von dem Ableben wurde sofort dem König, der Königin Magherita, den großen StaatSwürdenträgern sowie dem deutschen Reichskanzler telegraphisch übermittelt. — Die Blätter melden, der Leichnam Crispis werde auf einem Dampfer nach Palermo geschafft werden, wo die Municipalität ein feierliches Begräbnis veranstalten wird. Engländer und Buren. Aus Südafrika liegen wieder Nachrichten vor, die sürdieBuren durchausgünstig lauten. Ein Burenkommando hat die Stadt Bremersdorp im Swaziland nach heftigem Kampfe eingenommen und den Engländern empfindliche Verluste beigebracht. In Durban traf schon vor einer Woche Nachricht von der Eroberung von Bremersdorp durch die Buren ein. Ein starkes Buren-Kommando aus Swaziland marschierte am 23. Juli auf Bremersdorp. Die Buren griffen mit großer Entschlossenheit an. Steinackers Reiterei verteidigte die Stadt. Nach achtstündigem, erbittertem Kampfe zogen sich die englischen Truppen aus der Stadt zurück. tÄe verloren zehn Tote und Verwundete und dreißig Gefangene. Auch in der mittleren Kapkolonie entwickeln die Buren fortgesetzt große Rührigkeit. Am Freitag wurden vier Panzerzüge von ihnen angegriffen. Der Kommandeur des einen wurde getötet. Ein Kommando, welches für das Kruitzingers gehalten wird, überschritt die Bahn südlich von Eonway. Es war vierhundert Mann stark. Kruitzinger scheint nach dem Graaf Reinet-Tistrikt zurückkehren zu wollen. Kitchener meldet aus Pretoria: Ein Blockhaus in der Nähe von Brandfort (im Oranjestaat an der Bahn nördlich Bloemfontein) wurde in der Nacht vom 7. zum 8. ds. nach heftigem Kampfe genommen ch. h. wohl von den Buren). Die Verlusts der Engländer betrugen einen Toten und drei Verwundete. Englische Zeitungen veröffentlichen folgenden, dem Brief eines in Transvaal stehenden Offiziers an seine Verwandten entnommenen Passus über die Konzentrationslager : „Die Burenlager machen uns große Schwierigkeiten. Sie sind die Quellen der Rebellion und aller Schwierigkeiten. Die Frauen und ganz besonders die Gattinnen der Buren-Offiziere und -Kommandanten hassen uns und unsere Art. Sie lachen uns aus und verhöhnen uns, weil wir sie ernähren und kleiden. Ten Buren, die noch im Felde stehen, schreiben sie, sie sollten den Kampf nur ruhig fortsetzen, denn ihnen gehe gut. „Al zal recht komen", ist ihre immer wiederkehrende Redensart. Sie halten nicht endenwollende Gebetstunden ab, verbreiten Lügen über die Erfolge ihrer Männer auf dem Schlachtfelde und suchen, wie die Trojanerinnen, den Mut ihrer schwächeren Schwestern zu heben. Sobald neue Frauen in das Lager kommen, geht der Streit und die Unzufriedenheit von neuem los. Sie verhöhnen dann die Männer, die sich mit den Umständen abgefunden haben und beginnen gegen uns loyal zu werden. Es kann gar keinen Zweifel darüber geben, daß die Frauen, die sich in diesen Lagern befinden, zum größten Teile dafür verantwortlich sind, daß der Krieg noch immer nicht zu Ende geht. Sie sind vollkommen unversöhnlich und werden jedenfalls immer jeder Annäherung zwischen den beiden Nationen im Wege stehen. Ich sehe eine Menge von allen diesen Sachen mit eigenen Augen, denn wir haben hier über 2000 Flüchtige. Es ist sicher, daß diese fortwährend in Verbindung mit ihren Freunden auswärts stehen, und sobald wir irgendwo ein bischen Pech haben, so ist die Nachricht sofort im Lager herum, lange ehe wir auf militärischem Wege irgend eine Meldung davon haben." Es ergiebt sich aus der Schilderung, wie wenig die Bezeichnung Zufluchtslager für diese Lager am Platze ist. Eine solche Stimmung unter den Frauen wäre doch unmöglich, wenn sie sich freiwillig in englischen Schutz begeben hätten. Ueber den angeblichen Go l d s ch a tz de s Pr ä sid en - ten Krüger waren die seltsamsten Gerüchte verbreitet, die von Delogoa-Bai ihren Ausgang nahmen. Danach sei Kapitän Crowe, dem britischen Konsul in Delagoa-Bai, zur Kenntnis gelangt, daß der Goldschatz des Präsidenten Krüger, der ungefähr auf zwei Millionen Pfund Sterling zu taxieren, an Bord eines Schiffes am Flusse verborgen sei. Darauf habe Crowe einen notorischen Vagabunden gelungen, sich des Schützes zu bemächtigen. Die Schiffsmannschaft habe hiervon Wind bekommen, zunächst den Schatz in den Fluß versenkt, und schließlich mit Hilfe des amerikanischen Konsuls Hollir und eines amerikanischen Kapitäns von Delagoa-Bai nach einem fremden Hafen in Sicherheit bringen lassen. Die abenteuerliche Geschichte wurde von dem irländischen Deputierten Davies im britischen Unterhause zum Gegenstände einer Anfrage an die Regierung gemacht, die Cranborne mit der Erttärung beantwortete, daß die Regierung von der Sache absolut nichts wisse, daß die Delagda-Bai portugiesisches Territorium sei, und daß weder Kapitän Crowe noch irgend ein englischer Funktionär das Recht hätte, dort einen Goldschatz zu beschlagnahmen, ob er Mr. Krüger oder sonst jemandem gehöre. Ihrer Majestät Regierung habe übrigens keine Ursache, zu glauben, daß das seitens der portugiesischen Regierung erlassene Goldausfuhrverbot aus Delagoa-Bai durch amerikanische Hilfe und auf amerikanischen Schiffen verletzt worden sei. Volltische Tagesschau. Kopenhagener Nachrichten stellen den Abschluß des Der- kaufes der dänischen Antillen an Nordamerika als vollzogen fest. Als Kaufsumme werden 4 Millionen Dollars genannt. Somit hat das neue demokratische Ministerium vom 23. Juli d. I. seine erste That zu verzeichnen und hat außerdem noch einen eine halbe Million Dollars höheren Kaufpreis erzielt, als seine Vorgänger. Die VerkaufSverhandlnngen dieser für Dänemark allmählich wertlos gewordenen Inseln — 6V2 Quadratmeilen mit nicht ganz 50 000 Einwohnern — gehen zurück bis in'S Jahr 1867, als die nordamerikanische Union einen weit größeren Preis geboten hatte, der Senat zu Washington aber aus Chikanen gegen Andriew Johnson, deS stellvertretenden Nachfolgers des ermordeten Lincoln, dem bereits abgeschloffenen Vertrag seine Genehmigung versagte. König Christian hatte abermals seine getreuen Unterthanen auf St. Thomas, St. Croix rc. in Gnaden bereits seiner Herrschaft entlassen, mußte die Proklamation aber wieder zurückziehen; sie braucht jetzt nur aus dem Archiv hervorgesucht zu werden, um nach 34 Jahren ihre Dienste zu leisten. Für Deutschland hat dieser Verkauf insofern ein bedeutendes Interesse, als damit der dänischen Propaganda in Nordschleswig ein hervorragendes Agitationsmittel entzogen ist. Dort wurde den Bauern ständig davon vorgeredet, daß Deutschland die dänisch sprechenden Grenzbezirke an der KönigSau gegen diese Antillen an Dänemark vertauschen wolle. Angesichts der hochgehenden Kolonialflut der letzten Jahre brauchte es gar keiner so besonderen Leichtgläubigkeit, um an die Möglichkeit eines solchen Tausches zu glauben und darauf Hoffnungen zu setzen. Wir sind nur begierig, was die dänischen Agitatoren, speziell die Herren Johannsen und Haussen, jetzt an dessen Stelle erfinden werden. Der kaiserliche Kommiffar der freiwilligen Krankenpflege Graf SolmS veröffentlicht das Ergebnis der Sammlungen freiwilliger Gaben für das ostafiatifche Expeditionskorps. Demnach gingen von der Hauptsammelstelle in Bremen bis Ende Juli Gaben im Werte von 950 000 Mk. ein. Zur Verwaltung der Gaben wurde in Tientfin ein Depot und in Tongku eine Filiale errichtet. Da infolge Vereisung des Golfes von Petschili zahlreiche freiwillige Gaben in Shanghai, Taintau und Schanhaikwan gelandet werden mußten und direkt von dort aus durch Vermittelung des Generalkonsulats in Shanghai und der Intendantur an die Truppen und die Marine zur Verteilung gelangten, ist wohl in häufigen Fällen den Empfängern der freiwilligen Gaben der Ursprung nicht deutlich zum Bewußtsein gekommen. Am 5. und 6. März wurde das Depot in Tientfin aufgelöst und die Bestände der Intendantur dem Expeditionskorps Übergeben. Graf Solms spricht allen Spendern nochmals wärmsten Dank aus und lenkt die Opferwilligkeit nunmehr auf die Unterstützung der Angehörigen der Besetzungsbrigade. Dem unter dem Protektorat der Kaiserin und dem Vorfitz des Herzogs von Ratibor stehenden Deutschen Hilfskomitee für Ostafien wird von allen Seiten der Bevölkerung eine rege Teilnahme entgegengebracht. Vom Rheinischen Hilfskomitee gingen im Anschluß an die schon früher geleisteten bedeutenden Beiträge 1805,92 Mk. ein. Auch die deutschen Bade- und Kurortverwaltungen haben vielfach in der entgegenkommendsten Weise ihre Unterstützung zugesagt. Mehrere Kreisverwaltungen erklärten sich zum großen Teil zur unentgeltlichen Aufnahme und Verpflegung erholungsbedürftiger Chinakrieger bereit. Vom 25. bis 28. August findet in Osnabrück der diesjährige deutsche Katholikentag statt, in dem über die Ziele und die Bestrebungen der Katholiken DeutschlandA beraten werden wird. Bei dieser Gelegenheit dürfte es unsere Leser gewiß interessieren, zu erfahren, wie sich die Angehörigen der katholischen Konfession auf das oeutsche Reich verteilen. Tie Hauptstütze des (Katholizismus im deutschen Reich ist der Süden und Westen. Nur in Oberschlesien finden wir den Katholizismus in gleicher Stärke, sonst ist der Osten Teutschlands bis auf das Bistum Erme- land und die Provinz.Posen von beiden Konfessionen gleichmäßig beherrscht. Ganz Nord- und Mitteldeutschland stehen hiergegen fast ausschließlich unter dem Banner der protestantischen Kirche, die außerdem noch« das Gebiet von Franken und einen Teil Württeinbergs für sich in Anspruch nimmt. Im Königreich Preußen entfallen auf 1000 Einwohner 342,2 Katholiken. Tas Verhältnis in den einzelnen Provinzen des Königreichs gestaltet sich aber, gleichfalls auf je 1000 Einwohner gerechnet, wie folgt: Ostpreußen 131,3, Westpreußen 500,5, Brandenburg 35,4, Pommern 18,1, Posen 664,6, Schlesien 532,1, Sachsen 71, Schleswig-Holstein 17,9, Hannover 126,2, Westfalen 514,9, Hessen-Nassau 273,6, Rheinland 711,6, Hohenzollern 952,1. In Bayern kommen auf 1000 Einwohner 708,3 Katholiken, und zwar in dem Gebiet rechts vom Rhein 749,5 und in der Pfalz 432,9. Tas Königreich Sachsen zählt unter 1000 Einwohnern nur 36,9 Katholiken; der Spruch „Cujus regio, eius religio", der im Mittelalter seine Giltigkeit hatte, trifft also nicht mehr zu. In Württemberg entfallen auf 1000 Einwohner 299,4, Baden 620,2, Hessen 295,8, Mecklenburg - Schwerin 8,7, S.-Weimar 35,9, Mecklenburg - Strelitz 6,7, Oldenburg 219,1, Braunschweig 40,7, S.-Meiningen 12,5, S.-Altenburg 12,2, Koburg-Gotha 14,1, Anhalt 32,6, S.-Sondershausen 8,4, S.-- Rudolstadt 4,6, Waldeck 28,9, Neuß ä. L. 14,9, Reuß j. L. 9,9, Sch:-Lippe 15,5, Lippe 33,7, Lübeck 14,9, Bremen 45,9, Hamburg 37,7, Elsaß-Lotbringen 765,3. Für das deutsche Reich giebt das im Durchschnitt auf 1000 Einwohner 357,6 Katholiken. Als Versammlungsort des Katholikentages ist die alte Bischofsftadt Osnabrück ausersehen worden. Tas Programm wird folgende Fragen behandeln: 1. die römische Frage, Missions- und Bereinswesen; 2. die soziale Frage und die christliche Charitas; 3. Wissenschaft, Schule, Unterricht, Presse, christliche Kunst. Bei der zahlreichen Teilnahme, die am Katholikentag zu erwarten steht, machte sich als Versammlungsort ein sehr geräumiges Lokal erforderlich. Ein solches, das diesen Anforderungen vollständig gerecht werden dürfte, ist das Vereinshaus zu Osnabrück, eins der größten derartigen Etablissements in Teutfchland. Tas imposante Haus ist von dem kürzlich verstorbenen Kölner Architekten Seche erbaut und enthält außer zahlreichen kleineren Sälen und Vereinszimmern usw. zwei große Säle, welche durch Verschieben von Rollthüren in einen Raum verwandelt werden können und 5—6000 Personen zu fassen vermögen. Damit noch nicht genug, soll das Vereinshaus durch Anbau auch noch erweitert werden. Man darf gespannt sein, welchen Verlauf der Katholikentag nehmen wird, und mit Interesse richten sich daher die Blicke in den Tagen vom 25.—28. August nach dem Osnabrücker Vereinshaus. Deutsches Reich. Berlin, 11. August. Aus Homburg wird gemeldet: Zu der gestrigen Mittagstafel bei den Majestäten aus Anlaß der Heimkehr be§ Grafen Waldersee tvaren u. a. geladen: der Oberstkämmerer Graf Solms-Baruth, der Justizminister Schoenstedt und der Oberhofprediger D. Dr. Dryander. — Zum Abendessen waren wiederum Graf Wal- dersee und die mit ihm ein getroffenen Herren geladen. Nach demselben begab sich Se. Majestät nach Schloß Fried- richshof zur Ueberführung der Leiche der Kaiserin Friedrich — Heute vormittag trafen mittels Sonderzuges der König und die Königin von England, die Prinzeß Viktoria, der Prinz Nikolaus von Griechenland mit Gefolge sowie der Botschafter Lascelles, der bis Frankfurt a. M. entgegengefahren war, ein. Auf dem Bahnhose war als Ehren- wache eine Kompagnie des Füsilier-Regiments von Gers- dorff (Hessisches) Nr. 80 mit der Fahne aufgestellt. Zum Empfange waren anwesend: der Kaiser und die Kaiserin, der Kronprinz, die Prinzen Eitel-Friedrich und Adalbert, alle Damen und Herren der Umgebung und des Hauptquartiers, der Reichskanzler Graf v. Bülow, der Gesandte v. Tschischch und Bögendorff und Feldmarschall Gras Wal- dersee. Tie Ehrenkompagnie präsentierte oas Gewehr, als der Zug einlief. Die Majestäten begrüßten sich herzlich. Nach der Vorstellung des Gefolges und dem Abschreiten der Front wurde der Vorbeimarsch der Ehrenkompagnie in Sektionen abgenommen. Sodann geleiteten der Kaiser und die Kaiserin den König und die Königin in das Parkhotel. Der Kaiser, der englische Uniform trug, fuhr mit der Königin von England, der König von England, der die Uniform der Garde-Dragoner trug, mit der Kaiserin. Der Kronprinz fuhr mit der Prinzessin Viktoria. — Nach Rückkehr vom Empfang des Königs von England nahm der Kaiser den Vortrag des Reichskanzlers Grafen v. Bülolck und des Chefs des Militärkabinetts Grafen Hülsen entgegen. — Ter Großherzog von Weimar soll sich nach dem Wunsch einiger Blätter durchaus verloben. Die „Greiz^ Ztg." nimmt den bevorstehenden Besuch des jungen Groß- Herzogs in Greiz zur Veranlassung, um seine Verlob-? u n g mit einer Tochter des Fürsten von Reußä. L. anzukündigen. Bisher haben sich alle Gerüchte dieser Art als grundlos erwiesen. Merkwürdig ist, daß schon zum zweitenmal die eifrigen Heiratsstifter im Welfenlager auftauchen. Bekanntlich umgiebt sich der Greizer Hof mit einem Kreis von Beratern, die ganz in der Atmosphäre der sogenannten „Teutschen Rechtspartei" leben, d. h. Welfen sind, oder mit Welfen in engster Verbindung stehen. . — Amerikanische Blätter wußten vor einiger Zeit zu melden, daß eine Verlobung des russischen Großfürst-Thronfolgers mit der Herzogin Cäcilie von: Mecklenburg geplant sei. Wie nun verlautet, ist diese Nachricht unzutreffend. Am russischen Hof wird vielme^ eine Verbindung des derzeitigen russischen Thronfolgers, Großfürst Michael Alexandrowitsch, mit der Prinzessin von Connaught, einer Nichte des englischen Königs, ins Auge gefaßt. ~ m n — Dem Staatssekretär in Elsaß-Lothringen Wirkl. Gey. Rat v. Puttjkamer ist unter Verleihung des Roten Adlerordens erster Klasse die erbetene Entlassung aus- Frankfart, aeu 12 Tendenz still. v t: August Wetter K Z «’/B ö/0 8O/o 8V»Vo »“/• 8Vi*/a 32.10 C. 11.50 c. 27.70 C. II.90 C. s *e . 101 35 . 91 85 . 101 35 . 92 20 . 90 60 . 97.70 43.00 . 25.60 . 26.00 . 82.30 | August . . 202.50 . . 173 10 . . 120.20 . . 129 50 . . 136 50 . . 187.40 . . 153 00 . . 180 50 . . 166.00 . . 152 60 5 % Italien. Rente . . 4% Grieoh. Monop.-Anl. 8 0/0 Portugiesen . . 8 0/3 Mexikaner . . . 4V| i/0 Chinesen . . . £-0- sr 3 tiD 95 5 BeichaanJelhe do Konsole . . do . . Hessen . . Ausland. Antwerpen, 11. Aug. Nach dem Blatt „Metropole" ffcnb durch den Dampfer „Albertville" neue Nachrichten vom Kongo überbracht worden, die besagen, daß die BatetelaS sich wieder in der östlichen Zone zeigen. Mau versichert, daß ein Aufstand im Kuilu-Gebiet auSgebrochen ist. Die Aufständischen wurden von Truppen verfolgt. Bruffel, 11. Aug. Auf Antrag des SenatS-AuSfchuffeS ließ die Regierung die Erklärung abgeben, der Stadt Ostende fünf und der Stadt Spaa drei Millionen Franken Ent- Ichädtgung zu bewilligen, falls der Senat die sofortige Abschaffung der dortigen Spielklubs verfügt. Dieses Angebot der Regierung hat Aussicht, vom Senat angenommen jtt werde«, sodaß eine endgiltige Beseitigung der Spielhöllen in Belgien zu gewärtigen ist. Paris, 10. Aug. Der deutsche Geschäftsträger, Minister 0. Schlözer, dankte dem Minister des Auswärtigen, Delcassö, Ar die Zuvorkommenheit der Behörden in Brest gegenüber Ser „Hela" und für die mit Rücksicht auf die eventuelle Landung des Prinzen Heinrich getroffenen Borkehrungeu. — 3« dem Besuche der „Hela" erzählt der „SiScle" gerücht- weise, daß die französischen Hafen- und Eisenbahubeamten, die die „Hela" besuchten, den ihnen dort angebotenen Wein Md Zigarren zurückwiesen, was die deutschen Offiziere sehr verstimmt habe. Ferner werde in Brest erzählt, daß ein Oßftzier der „Hela" beim russischen Konsul mit der Bitte nn Regelung der Kosten des Lotsendienstes erschien. Der rllßfische Konsul habe deu deutscheu Offizier jedoch belehrt, daß er nicht mit der Vertretung der deutschen Jnterefien betraut Wr und daß es seit 1870 keinen deutschen Konsul mehr in drtron- prinzen von Griechenland und des Prinzen Friedrich Earl von Hessen ab. Tic Regimenter 80, 81 und 166 werden Spalier bilden. Homburg, 12. August. Tas Königspaar von England sowie Prinzessin Viktoria sind heute früh 8 Uhr 25 Min. nach Potsdam abgereist. Berlin, 12. August. Gestern abend fand im Reichstagsgebäude die Begrüßung der Teilnehmer an dem heute beginnenden internationalen Zoologen kon greß statt, wozu^ eine überaus große Zahl der bedeutendsten Zoologen des In- und Auslandes eingetroffen sind. Ter Tirektor twö Museums für Raturkunde, Mocbius, begrüßte die Ver- sammlung namens der deutschen zoologischen Gesellschaft. Nachher fand zwanglose Unterhaltung statt. . $ c *. c.r sburg, 11. August. In Stanitschawa Sloboda bei Bonssoglensk (Gouvernement Tanchovo) brannten gestern 14 Bauernhöfe nieder, wobei vier Personen ihr Leben einbüßten. Petersburg, 11. Aug. Die „Deutsch Petersburger Ztg." bezeichnet die Meldung, daß der Agent des russischen Finanzministeriums in Berlin Ordre erhalten habe, die Vor- arbeiten für den Handelsvertrag einzustellen, alS unwahrscheinlich und betont, daß die offiziellen Organe deS Finanzministeriums den Zolltarifenlwurf so ob- iektiv und kurz behandelt hätten, daß auch die feinste Nase auS diesen Artikeln keine Retorsion herauSwütern könne. Das Gerücht über ein bevorstehendes Verbot der Preußengängerei verrate die vollständige Unkenntnis der Sachlage. Die Nachricht beruhe insofern auf einem Irrtum, als die Erhebungen der Regierung über die Preußengängerei in gar keinem ursächlichen Zusammenhang mit der Veröffentlichung deS deutschen Zolltarifs stehen und durchaus nicht geheimgehalten würden. Die Absicht von einer bevor- stehenden Sperrung der Grenzen für die Preußengängerei sei von russischer amtlicher Seite nicht ausgesprochen worden. — Das Blatt weist noch ferner darauf hin, daß der in dem Artikel: „Die Lage der Preußengänger in russischer Beleuchtung" in Nr. 368 der „Königsberger Hartung'schen Zeitung" enthaltene, angeblich einer russischen Enquete entnommene PaffuS, wongch die Antwort der russischen Regierung auf die neuen Agrarzölle Deutschlands nur die Sperrung der Grenze für Preußeugänger fein könne, in der Denkschrift des Ministeriums de» Auswärtigen überhaupt nicht enthalten ist. New-York, 11. Aug. Der Generalkonsul in Venezuela erhielt noch folgendes Telegramm des Präsidenten Castro vom 7. August: Der zweite kolumbische Einfall wurde vollständig abgeschlagen. 22 000 Soldaten verteidigen die Grenze. Der Konsul sieht die Nachricht als solche an, die das Ende des Aufstandes meldet. Troyes, 11. Aug. In der Kirche Saint Dizier explodierte nachmittags, während der Geistliche fünfzehn Kindern KatechiSmuSunterricht erteilte, eine in der Nähe des AltarS niedergelegte Bombe, wodurch die Betstühle und der Beichtstuhl umgeworfeu und eine Anzahl Fensterscheiben zertrümmert wurden. Niemand ist verletzt worden. Algier, 12. August. In Fort-de-l'Euu, fünfzehn Kilometer von Algier, stürzte die Tribüne des Kasinos ein, wobei 15 Personen verletzt wurden. Verwischter. * Die Erdbebenwarte in Laibach verzeichnet ein entferntes heftiges, mit kurzen Unterbrechungen den ganzen Tag andauerndes Erdbeben. * Explosion. Die Rebbachsche Bierbrauerei in Groß isrgwedel, Kreis Burgdorf, ist infolge einer Keffel- explofion von einer großen Feuersbrunst heimgesucht worden. ~ • Brüssel, 11. Aug. Von der Entwendung einer Summe von fünfhunderttausend Francs wurde dem Gericht Anzeige erstattet. Der Diebstahl ist zum Schaden der großen Stahlwerke von Terneuzen von deren Kassierer unter Mitschuld des Verwalters verübt worden. Der Kassierer Ijat die Summe bei einer Bank hinterlegen sollen, sich jedoch angeeignet und eine falsche Quittung angefertigt. Gerichtssaal. h. Gieße«, 10. Aug. (Strafkammer.) Die Verhandlung gegen Eleonore Gr ix, Witwe des Johann Grix von Ilbenstadt, wegen falscher Anschuldigung endigt damit, daß die Angeklagte zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt und zugleich dem fälschlich Denunzierten Publikations» befugniS zugesprochen wird. — Der Angeklagte Heinrich Seim von Sellnrod, geboren 1877, wird wegen einer schweren Urkundenfälschung und vier Betrügereien unter Zubilligung mildernder Umstände in eine Gefängnisstrafe von 2 Jahren unter Aufrechnung von 2 Monaten erlittener Untersuchungshaft, verurteilt. Der Verurteilte erkennt die Sttafe als rechtskräftig an, ebenso die Staatsanwaltschaft. — Ein wegen Zechprellerei schon sehr häufig vorbestrafter Mensch steht heute wegen des gleichen Delikts in der Person des Konrad Weber aus Blaichach in Bayern vor Gericht. Da es sich nur um wenige Pfennige handelt, erhält er unter Zubilligung mildernder Umstände 3 Monate Gefängnis. Auch er erkennt die Sttafe sofort als rechtsttäftig an und ebenso die Staatsanwaltschaft. — Die Katharine König von Bergheim erhält auf die Berufung der Staatsanwaltschaft gegen ein Urteil des Schöffengerichs Orten« berg wegen Diebstahls einen Tag Gefängnis. i wird gemeA. jestäten aus 8n> e e waren u. 0. s-Baruth, btt Prediger T. Tr. erum Graf Bal- Herren geladen, h Schloß Fach- nserin Friedrick juge» der König Moria, der )fge sowie ixt M. entgegen- ai als Bsmi- M von &Vr= ifoeHt > nb die Kchm, । und Adalbert, inb des W v, der Gesandit schall Gras Lai Geivehr, ck en sich herzm dem Abschmle- enkompagnie a l der Kaiser m t das Parkhm fuhr mit da ng» .tote >1 Sailen«. » |lwd ** tafen »■ fei Ml« * "'ÄÄ sh - einigt 5J< S” n8e” n r7„uber bie heü Knds Vs AüE F religio", KM mMner Awerin 8'?' 219,1 5jltenburg 12,2 Kusen 8,4, e; , '^uß j. L ' Genien 45,9. das deutsche ^uivvhner 35fy ist die alte römische Frage, ule Frage unb Wie, Unterricht, mchte jid) als ilerforbeiliih. ständig gerecht drück, eins der fichiand. Tas ordenen Kölner ßer zahlreichen »■ zwei groß huren in einen -6000 Personen >enug, soll das weitert werden, der Katholiken- sich daher die W bem Os- feinem Amte erteilt, Staatsminister und Oberpräsident von Köller-ist zum Staatssekretär in Elsaß^Lothringen ernannt worden. Ter Wirkt. Geh. Ober-Regierungsrat und Vortragender Rat in der Reichskanzlei Freiherr von Wil- mowski ist zum Oberpräsrdenten von Schleswig-Holstein ernannt — Ter „Reichsanz." veröffentlicht die Verleihung der Brillanten zum ftronenorben zweiter Klasse an den Generaldirektor der Hamburg-Amerika Linie Ballin. — Tas Direktorium des Zentral-Berbandes d e u t s ch e r I n d u ft r i e l l e r hat zu dem Entwurf eines neuen Zolltarifs einen Beschluß gefaßt, in dem es heißt: „Tas Tirektorium hat die ernstesten Bedenken gegen die Bestimmung des Gesetzentwurfs, wonach allein bie Zollsätze für Getreide in keinem Falle durch vertragsmäßige Abmachungen ermäßigt werden dürfen. Tiefe Bestimmung kann geeignet sein, den Abschluß von Handelsverträgen überhaupt zu gefährden, oder selbst unmöglich zu machen. Eine solche Gefahr kann die Industrie nicht laufen, wie auch der Zentralverband nie die Absicht gehabt hat, höhere Getreidezölle seinerseits zuzugestehen ohne den gleichzeitig erfolgten Abschluß neuer Handelsverträge. So wenig das Direktorium einer ausreichenden Erhöhung der Getreidezölle entgegenzuwirken beabsichtigt, so muß dasselbe doch sich im Interesse der im Zentralverband vertretenen deutschen Industrie mit aller Entschiedenheit dagegen aussprechen, daß die Feststellung von Minimalzöllen nur für Getreide prohibitiv in Anbetracht des Abschlusses von .Handelsverträgen wirkt. Eine entsprechende Abänderung des § 1 des Zolltarif-Gesetzentwurfs vom 26. Juli d. Js. ist daher unabweislich." — Die Schadenersatzansprüche, die sich an die samoanischen Wirren knüpfen, sind noch immer nicht erledigt. Wie die „Sam. Ztg" meldet, sind die Verhandlungen darüber bei dem Gouvernement des Schutzgebietes schon seit Wochen abgeschlossen, nachdem auch die Ansprüche nichtdeutscher Ansiedler: Franzosen, Skandinavier, Portugiesen, Chinesen und Japaner, einbezogen sind. Das Material ist nach Berlin geschickt worden, um von der dort zuständigen Stelle dem Schiedsrichter, König Oskar, vorgelegt zu weroen. Kiel, 10. August. Die zu der Ostseestation gehörenden Unteroffiziere und Mannschaften des mit dem Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Rhein" aus China heimbeförderten Ablösungstransporte des Kreuzergeschwaders in Stärke von etiva 1000 Mann trafen abends mit Sonderzug aus Bremerhaven hier ein. Wilhelmshaven, 11. August Tie zur Nordseestation gehörige über 800 Mann starke Ablösung des Kreuzer- qeschwaders ist gestern abend mit Sonderzug hier einge- irofsen. — Die von China heimkehrende Linienschiffsdivision ist heute vormittag auf der hiesigen Rhede eingetroffen. Brunsbüttelkoog, 11. August. Das Flaggschi iver ersten Division des ersten Geschwaders „Kaiser Wilhelm der Große", mit dem Geschwaderchef Prinzen Heinrich an Bord, hat auf der Fahrt nach Kiel heute »vormittag 9 einhalb Uhr Brunsbüttelkoog passiert. Die übrigen Schiffe der Division werden im Laufe des Vormittags in den Kanal ein laufen. Münster i. W., 10. August. Das Seelen amt für den l. erstorbenen Gesandten Frhrn. v. Ke tt e ler war sehr feier» l ich ausgestaltet. Bischof Dingelstädt und Weihbischof Graf Galen leiteten es. Die Witwe und die Mutter des Gesandten ü>arcn anwesend. Oberpräsident Staatsminister Frhr. v- d. Recke legte im Auftrage des Kaisers, Staatssekretär Frhr. w. Richthofen Namens des Reichskanzlers einen Kranz am Sarge nieder. Ten Leichen-Kondukt eröffneten eine Ehrenkompagnie vom Infanterie-Regiment Henvarth v. Bitten- seld und die studentischen Verbindungen der hiesigen Aka- i»emie mit ihren Bannern. Tas Domkapitel und als Träger d»es Ordenskissens Graf Korff-Schmising gingen dem vierspännigen Leichenwagen vorauf. Hinter dem Sarge schritten die Familienangehörigen, der Oberpräsident, der kommandierende General und der Staatssekretär sowie die Ab- v-rdnung des Auswärtigen Amtes, die Vertreter des weft- ftilischen Adels, die Offiziere und Behörden und zahlreiche Cinwohner der Stadt. Die Einsegnung der Leiche auf dem Friedhöfe erfolgte unter präsentiertem Gewehr der Ehren- Iimpagnie, die bei der Einsenkung 3 Salven abgab. Straßburg, 11. August. Kreisdirektv r Graf Ernst v. Solms-Laubach tritt am 1. Oktober d. I. aus Gesundheitsrücksichten in den Ruhestand. Graf v. Solms- Laubach, der im 65. Leüeusjahne steht, ist ein erfahrener unb kenntnisreicher Verwaltungsbeamter, der lange Jahre hindurch mit großem Erfolg den Landkreis Straßburg verwaltet hat, bei dessen Eingesessenen er sich des Vertrauens und der Beliebtheit in einem hohen und nicht gewöhnlichen Maße erfreute. Washington, 10. Aug. DaS amerikanische Kriegsschiff „Ranger" ist angewiesen worden, sich bereit zu halten, vo Santiago nach Panama zu gehen. — Der „Daily Telegr." meldet, Morgan beschäftige sich augenblicklich mit der Bildung eine« Trusts der Transatlanjtischen SchifsfahrtS« Gesellschaften. DaS Blatt versichert, auch die älteste dieser Gesellschaften, die Cuuard-Linie, sei in den Trust einbegriffen. Aus Stadt und Land. (Der Abdruck der unter dieser Bubrik befindlichen Original-Nachrichten i 1 nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß« gestattet.) ** Die Operettenvorstellungeu, die für SamStag, Sonntag und heute angekündigt waren, haben nicht stattfinden können. Die Direktion Kruse & Helm, die den Festsaal im Cass Leib vom 1. August ab gemietet hat, hat ihre Einwilligung zur Veranstaltung der Operettenaufführungen nicht gegeben und zwar, wie es scheint, aus einer Veranlassung, mit der sich die Oeffentlichkeit vielleicht auch beschäftigen wird. ES werden aus Wiesbaden unkontrollierbare Gerüchte verbreitet, die wir unsererseits für falsch halten. Soviel steht fest, daß das Wiesbadener Operetten-Tnsemble mit zahlreichen ähnlichen Unternehmungen durch die Landestrauer in Preußen in große Verlegenheit geraten ist. Der Abschluß hier war unter besonderen Schwierigkeiten zustande gekommen. Die Militärkapelle, die bekanntlich das Ensemble beim ersten hiesigen Gastspiel begleitet hatte, darf infolge der Trauer nicht spielen und hatte in der letzten Stunde absagen müffen. ES wurde daher beschlossen, das Orchester des Wiesbadener Walhalla-Theaters mitzunehmen und die ganze Gesellschaft war am Samstag in vergnügter Stimmung bereits von Wiesbaden hierher abgereist, als dort das ablehnende Telegramm der Direktion Kruse & Helm eintraf. Wer entschädigt nun die Künstler für ihre Ausgaben? Dem „Rh. C." zufolge zahlt die Direktion, die sehr geschädigt ist, keine Gage, giebt dagegen während der unfreiwilligen Ruhepausen freie Verpflegung. ** Tätlicher Sturz. Wie wir hören, hat sich gestern in einem Hause der Südvorstadt ein Kranker, der an geistigen Störungen leidet und in ärztlicher Behandlung sich befand, aus seinem Zimmer auf die Straße hinabgestürzt und so seinen Tod gefunden. W. Steinbach, 12. Aug. In der Samstagnacht brach in unserem Orte Feuer aus, durch das ein Wohnhaus und drei Scheunen eiugeäschert wurden. Die EntstehnngSursache des Feuers ist b>'S jetzt unbekannt. -h- Burkhards, 11. Aug. Bei der Ergänzungswahl zum Gemeinderat wurde der Landwirt Heinrich Wolf I. mit 79, JohS. Schäfer XXI. mit 52 und Karl Blöser mit 49 Stimmen gewählt. Die Wahl verlief ziemlich lebhaft. In Sichenhausen wurden die ausgeschiedenen Mitglieder Ludwig Fischer HI. mit 40, Balthasar Fischer II. mit ebenfalls 40 und Johannes Nies II. mit 41 Stimmen neugewählt. S. Darmstadt, 11. Aug. Die Großherzogin, Herzogin Marie von Coburg und Prinzessin Albert von Schleswig-Holstein sind gestern abend 9 Uhr 35 Min. von Coburg hier angekommen und fuhren direkt nach Wolfsgarten. Heute fuhren die Herrschaften in Begleitung des Großherzog- zu deu Trauerfeierlichkeiten nach Cronberg und werden morgen Nachmittag 12 Uhr 42 Min. wieder nach Coburg zurück- kehren. — Die beiden Vorstellungen des französischen Schwankes „Coralie u. Co." haben bisher nur ein kleines, aber dankbares Publikum anzuziehen vermocht. Das Stück strotzt von Unwahrscheinlichkeiten und bis an die äußerste Grenze des Anstandes gehenden Pikanterieen, reicht aber im übrigen an die „Dame von Maxim" nicht heran. Hanau, 10. Aug. Gestern morgen gegen 6 Uhr fand man, wie aus Schlüchtern berichtet wird, zirka 300 Meter von seiner Wohnung den 72jährigen Auszüger und Bauer Ludwig Fuchs von der Heeg bei Herolz erstochen auf. Als des Mordes verdächtig ist Bauer Gläser von Herolz, welcher einen Termin mit dem Erstochenen beim Amtsgericht Schlüchtern haben sollte, verhaftet worden. Fuchs soll durch Messerstiche arg zugerichtet und dann in die nahe vorbeifließende Kinzig geworfen wordeu fein, sodaß er entweder verblutete oder ertrank. 10. 9» 746,1 4- 21,4 13,9 78 Still —— lcht.bed. Himmel 11. 7» 748,3 4- 17,8 13,8 91 SB. 1 leichter Regen 11. 2« 1 748,1 4- 22,9 14,3 69 NE. 1 Sonnenschein 11. 9“ 746,2 4- 19,3 14,2 85 Stil — lcht.bed. Himmel 12. 7“ 746,2 4- 17,7 14,3 95 Still — Reoen 12. 2» 747,5 4- 21,4 12,3 65 NE. 2 Sonnenschein. Danksagung tritt Für den Gentner ab Verkaufsstelle: 1,20 Ml. Giessen, den 12. August 1901. 1,30 Ml. 5537 Nathan Rosenthal Pferdeknecht gesucht . 1,35 Ml. S« 5535 A. Rübsameu Gießen, den 12. August 1901. 5539 Tetr/. T für A 5670 von C. Preis 24. August. 5515 4388 AFri -q ausgestellt. 5425 wozu 5519 «-r-MW°rttich für d-n -llg-m-in-n Zeit: ®. 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