Nr. 162 Erstes Blatt. 151. Jahrgang. Samstag 13. Juli 1901 MH MW »g Nch eit flÄMle* M SZontaqg. W» Wtewr ^tetiüw- btm An. mb* „Blätter M HcL totWaebt" »irr- Ml WMfowiMj beyltyt. Mn er(4|e4n Sa*t Ädholel!' Nen pircrel^i^sk. 'iHt. 1.90, mer.atl. 65 Bei Postbezug vierteljShüt Mk. 2.00 ohne Beste8«M HUt tföligen.ÖrvmitUuxMk freien bei yn= und nehmen Anzeigen für Im Uhefaner Anzeiger entgiwt, Betlenyrets lokal 11 ife. auSwärlS SO $fg. Adresse für Depefchr«; Anzeiger Sietzen. Fernsprcchanschluß 9h:. Nu lLSMV SS HS Amtlicher Zeil. Bekanntmachung. Betr.: Abhaltung der Viehmärkte. Im Hinblick auf den am 6. August d. IS. stattfindenden Biehmarkt bringen wir zur allgemeinen Kenntnis, daß an dem genannten Tage nur Rindvieh aufgetrieben werden darf. Der Schweinemarkt findet an dem nächstfolgendem Tage, dem 7. August l. IS., statt. Im Anschluß hieran bringen wir die von uns unterm 28. März 1900 (Gießener Anzeiger Nr. 78) getroffenen allgemeinen Anordnungen nachstehend wiederholt zur Kennt- »isnahme. Gießen, den 10. Juli 1901. .Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold. § 1. Alles zu den Biehmärkten in Gießen aufgetriebene Klauenvieh (Rindvieh und Schweine) wird beim Markteiugang kreisveterinärärztlich untersucht und nur zugelassen, wenn eS seuchenfrei befunden worden ist. § 2. Die Gastställe und Ställe von Viehhändlern in Gießen, Heuchelheim und Wieseck werden der veterinär ärztlichen Aufsicht unterstellt. § 3. Vieh, welches an den Markttagen und an den vier vorhergehenden Tagen in den Bezirk der Gemarkungen Gießen, Wieseck und Heuchelheim eingebracht und daselbst eingestellt wird, muß an dem ersten Standort mindestens sieben Tage lang verbleiben und darf ihn innerhalb der nächsten 14 Tage nach Ablauf der siebentägigen Quarantäne nur verlassen, wenn es nach dem Zeugnis des Großh. Kreis- veteriuärarztes keine seuchenverdächtigen Erscheinungen gezeigt hat. Von dieser Quarautänepflicht ist daS Vieh nur dann befreit, wenn es auf den Markt gebracht und der tierärztlichen Untersuchung daselbst unterworfen wird. Alle Tiere, die vom vierten Tage vor dem Markt bis zum letzten Markttage eingestellt werden, sind sofort vom Eigentümer oder Begleiter der Tiere der Ortspolizeibehörde, und von dieser dem Großh. KreiSveterinäramt auzumelden; in gleicher Weise ist der Besitzer des Stalles zur Anmeldung verpflichtet und verantwortlich. § 4. Das Handeln auf Straßen und Plätzen der Stadt Gießen, der Orte Wieseck und Heuchelheim ist verboten. § 5. Vieh aus Gemarkungen, in welchen die Seuche herrscht, darf nicht aufgetrieben werden und wird nicht zu- gelaffen. § 6. Zuwiderhandlungen werden auf Grund des § 28 des Reichsstrafgesetzbuches und § 66, Abs. 4, des ReichS- viehseuchengesetzeS bestraft. Bekanntmachung, betreffend: Schweineseuche. In einem Gehöfte zu Langsdorf ist die Schweineseuche ausgetreten. Die Sperre des Gehöfts ist angeordnet worden. Gießen, den 11. Juli 1901. Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Erdarbeiten wird der Asterweg zwischen Wallihorstraße und Schillerstraße am Montag, den 15. Juli d. I. für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. Gießen, den 11. Juli 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekauutmachuug. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß nach § 12 des Regulativs vom 26. Februar 1875 der Provinzialausschuß während der Zeit vom 21. Juli bis 1. September Ferien hält. Während dieser Ferien können in öffentlicher Sitzung nur schleunige Sachen zur Verhandlung gelangen. Auf den Lauf der gesetzlichen Fristen sind dieselben ohne Einfluß. Gießen, den 12. Juli 1901. Der Provinzial-Ausschuß der Provinz Oberheffen. v. Bechtold. Provinzial-Direktor. Bekanntmachung, ES wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß nach § 10 des Regulativs vom 26. Februar 1875 der Kreisausschuß während der Zeit vom 21. Juli bis 1. September Ferien hält. Während dieser Ferien können in öffentlicher Sitzung nur schleunige Sachen zur Verhandlung gelangen, dagegen wird der Laus der gesetzlichen Fristen dadurch nicht unterbrochen. Gießen, den 12. Juli 1901. Der Kreisausschuß des Kreises Gießen. v. B e ch t o l d. Bekanntmachung. Betr.: Gesuch des Ludwig Becker von Wieseck um Genehmigung zur Errichtung einer Schlächterei. Ludwig Becker von Wieseck beabsichligt aus dem Grundstück Flur I Nr. 130 4/10 und 130 6/io der Gemarkung Wieseck eine Schlächterei zu errichten. Pläne und Beschreibung hierüber liegen 14 Tage lang, vom Erscheinen dieses im „Gießener Anzeiger- gerechnet, auf dem Büreau der Großh. Bürgermeisterei Wieseck zur Einsicht der Jntereffenten offen. Etwaige Einwendungen sind binnen dieser Frist bei Meidnng des Ausschlusses bei Großh. Bürgermeisterei Wieseck vorzubringen. Gießen, den 6. Juli 1901. Großherzogliches Kreis amt Gießen, v. Bechtold. Berufung in Strafsachen. Gegen die Massenfabrikation von Gesetzen ist in jüngster Zeit öfter bittere und nur zu berechtigte Klage geführt worden. Das Terenzische „ne quid nimis" ist ganz besonders auf die im letzten Jahrzehnt eingerissene Gesetzmachierei anzuwenden, bei der man fast den unerfreulichen Eindruck gewinnen konnte, als solle die Qualität durch! die Quantität ersetzt werden. In der nächsten Session des Reichstages soll nun, damit der gründlichen Beratung der Handelsverträge kein Eintrag geschieht, das Beratungsmaterial auf das Aeußerste eingeschränkt werden. Einstweilen werden wir also vor neuen Gesetzen bewahrt bleiben. Um so mehr sollte aber der Reichstag Anlaß nehmen, die bestehende Gesetzgebung da, wo sich! offenbare Mängel herausgestellt haben, zu ergänzen und zu reformieren. Hierher gehört in erster Linie die vom Reichstag am -21. Dezember angenommene Strafprozeßordnung, die seit dem 1. Oktober 1879 in Geltung ist. Sie bedarf, wie von allen Seiten zugegeben wird, dringend einer Reform. Schon im Jahre 1894 wurde ein umfangreicher Gesetzentwurf, betreffend Aenderungen und Ergänzungen des Gerichtsverfassungsgesetzes und der Strafprozeßordnung eingebracht, der eine Erweiterung der Zuständigkeit der Schöffengerichte, die Zeugenvereidigung im Vorverfahren, den Nacheid an Stelle des Voreides, Beschränkung der Beweisaufnahme u. a. m., vor allem aber die Berufung im Strafverfahren ins Auge faßte. Das Reformpvojekt scheiterte schließlich am 15. Dezember 1896 an dem Widerspruche des Reichstages gegen die Herabsetzung der Richterzahl in den Strafkammern von 5 auf 3, die von der Regierung damals als condicio sine qua non gefordert wurde. In der letzten Session des Reichstages ist von der Strafprozeßreform bedauerlicherweise überhaupt nicht die Rede gewesen, obwohl ein recht schwerwiegender äußerst Anlaß, sie wieder in den Vordergrund zu stellen, in der am 1. Oktober v. I. eingeführten neuen Militär-Strafprozeßordnung gegeben war. Diese hat durch die Einsetzung einer Berufungsinstanz in Strafsachen einen bedeutenden Vorsprung vor der bürgerlichen Strafrechtspflege gewonnen, den auszugleichen eine Pflicht der Gerechtigkeit ist. Die bei den militärischen Gerichten im Verlaufe des ersten Jahres ihres Bestehens gesammelten Erfahrungen dürften ein schätzbares Material für die Verhandlungen im Reichstage abgeben. So lange eine Berufung gegen die Urteile der Strafkammern nicht zulässig ist, besteht für die 99 Prozent aller Staatsbürger, die nicht unter der Waffe dienen, eine nur durch die unzureichende Arbeit des gesetzgebenden Apparates begründete Zurücksetzung gegenüber den Militärpersonen. Deshalb ist es Pflicht des Reichstages, so schnell als möglich die Reform der Strafprozeßordnung in die Wege zu leiten und den dunklen Schatten, der über den Grundsatz „Gleiches Recht für alle" gefallen ist, zu beseitigen. Die Notwendigkeit der Berufung in Straffachen wird von keiner Seite bestritten, auch von den Richtern nicht. Diese sind nicht unfehlbar, und sie nehmen dieses Privilegium selbst am wenigsten für sich! in Anspruchs Daß sie thatsächlich Irrtümern unterliegen, zeigt sich deutlich beim Zivilprozeß, bei dem die Berufung ohne Einschränkung zulässig ist, dadurch, daß die Berufungsinstanz häufig genug die Rechtslage anders auffaßt, als der Vorderrichter und infolgedessen zu einer anderen Entscheidung kommt als dieser. Das REsmittel der Revision, das gegenwärtig den von der Strafkammer Verurteilten zusteht und das in vielen Fällen an Stelle der ausgeschlossenen Berufung ergriffen wird- ist ethisch recht gering zu bewerten, ja, es ist sogar geeignet, das Rechtsgefühl im Volke zu verwirren. Kommt es doch bei der Revision lediglich darauf an, einen Formfehler oder einen Rechtsirrtum, sei es auch! nur einen ganz geringfügigen, herauszufinden, auf Grund dessen das Reichsgericht das Urteil aushebt und an die Strafkammer zurückverweist. Wenn diese dann, den im ersten Verfahren untergelaufenen Fehler vermeidend, zu demselben Urteil gelangt, wie vorher, und das wird zumeist der Fall sein, fv ist das dem Volke, das in dem Revisionsverfahren die rettende Planke, ein Analogon der Berufung zu sehen gewohnt ist, völlig unverständlich,. _ Für die Einführung der Berufung in Strafsachen haben sich! auch! die Gutachten der Oberlandesgerichte ausgesprochen, die von der Reichsregierung vor der Einbringung der Justiznovelle vom Jahre 1894 eingefordert wurden und der Reichstag hat die auf die Einführung der Berufung gegen Straffammerurteile gerichteten Anträge fast einstimmig angenommen. Der Wunsch nach einem der Zwu- rochtspflege analogen Berufungsverfahren im Strafver- verfahren ist beim ganzen Volke allgemein, und er ist um so dringender, als ja von einem Strafkammer-Urteile oft das ganze Lebensglück eines Menschen abhängt. Der Gedanke, daß Angeklagte unschuldig verurteilt werden tonnen, ist zu furchtbar, als daß man nickst alle Mittel anwenden sollte, derartiges zu verhüten. Tie Fälle, in denen ein Verurteilter, der einen Teil seiner Strafe schon verbüßt hat, im Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen wird, sind zwar nicht häufig, aber sie kommen doch hin und wieder vor, und sie sind eine unabweisbare Mahnung zur Reform der Strafrechtspflege. Denn wenn audji den im Wiederaufnahmeverfahren Freigesprochenen neuerdings der Anspruch auf eine Entschädigung zusteht, so ist diese dock> zumeist nur ein schwaches Pflaster aus die einem Unschuldigen geschlagene Wunde, und den seelischen Schaden, den der Unglückliche erlitten hat, kann kein Mensch wieder gut machen. Es ist nun allerdings zuzugeben, daß die Verurteilung Unschuldiger fast immer durch eine unglückselige Verkettung der Umstände herbeigeführt wird, welche wahrscheinlich die Berufungsinstanz ebenso wenig durchschauen würde, wie die Strafkammer. Allein die Wiederholung des Verfahrens vor einem anderen Richterkollegium giebt doch, wenigstens die Gewähr, daß alles nur mögliche gethan ist, um einen Irrtum auszufckstießen. Diese Gewißheit ist eine unbedingte Forderung des Rechtsbewußtseins des deutschen Volkes, die diesem auf die Dauer nicht versagt werden darf. Und es kommt noch ein wichtiges Moment hinzu. Es ist immer die Möglichkeit gegeben, daß ein Angeklagter erst aus der Begründung des Urteils ersieht, von welcher Voraussetzung aus die Richter zu einer Verurteilung gelangt sind. Wenn nun auch! der Verurteilte die Unrichtigkeit dieser Voraussetzung erweisen könnte, so fehlte ihm doch, die Gelegenheit dazu, da mit dem Urteil der Strafkammer das letzte Wort in der Sache gesprochen ist und eine Revision, wenn eine solche zu erzielen ist, eine neue Feststellung des Thatbestandes nicht zur Folge hat. Die Regierung hat sich im Prinzip der Einführung der Berufung in Strafsachen nicht abgeneigt gezeigt, forderte aber dafür, wie gesagt, die Besetzung der Strafkammern mit nur drei Richtern, und zwar mit der Begründung, daß ja nach der Einführung der Berufung fünf Richter nicht mehr nötig seien. Es .ist zwar unleugbar, daß die Gewißheit einer gerechten, gründlich erwogenen Beurteilung eines Delikts bei einem Kollegium von fünf Richtern größer ist, als bei einem solchen von drei Richtern. Es wäre daher sehr zu wünschen, daß die Berufungsinstanz ohne eine Verschlechterung der ersten Instanz durchgeführt würde. Aber auch! die Einführung der drei Richter-Kollegien würde bei Einführung der Berufung immer noch einen bedeutenden Fortschritt gegenüber dem heutigen Stand der Dinge bedeuten. Schließlich würde hierbei auch die Frage in Erwägung zu ziehen sein, ob bei dem seit den siebziger Jahren erstaunlich! in die Höhe gegangenen Stande der Volksbildung eine stärkere Heranziehung des Laienelements zur Strafrechtspflege möglich ist. Wie verlautet, stehen einer solchen Neuerung die süddeutschen Regierungen, namentlich die badische, nicht unsympathisch gegenüber. Politische Tagesschau. Die Errichtung von Ha us h al tun g s schul e n für Arbeiterfrauen und -Töchter macht erfreuliche Fortschritte, wenn der Weg bis zu der wünschenswerten allgemeinen Ausdehnung auch noch: weit genug bleibt. Aus verschiedenen Gegenden liegen eingehendere Berichte über die zum Teil recht umfassende Ausdehnung des hauswirtschaftlichen Unterrichts vor. Ein interessantes Beispiel bietet die Stadt Luckenwalde, in der sämtlichen Konfirmandinnen der dortigen vier Volksschulen in einem eigens dc^u eingerichteten Gn bäude Haushaltungsunterricht erteilt wird. Tie Konfirmandinnen erhalten im letzten Halbjahre ihrer Schulzeit wöchentlich an je zwei Tagen je drei Stunden Unterricht im Haushaltungswesen. An jedem Unterrichtstage findet zunächst theoretische Unterweisung statt; das herzustellende Gericht wird besprochen, im Anschluß daran die Lehre von den Nahrungsmitteln, deren Zusammensetzung, Nährwert, Berbrauchsweise und Preis. Daneben findet Unterricht statt über Feuerung, Lüftung, Staub, Sauberkeit, Wäsche usw. Nach Fesfftellung der Bestandteile des herzustellenden Gerichts wird der Preis für eine Person genau berechnet. Darauf wird praktisch gearbeitet. Nach dem Kochen werden die Küchentische sauber gedeckt, und die Mnder setzen sich zu Tisch Das Amt des Fleischoerteilen- und des Borlegens geht die Reihe herum. Erfreulich ist die Gelehrigkeit, mit der die Kinder der Lehrerin die guten Sitten beim Essen abzulauschen sich bemühen. Nach Tisch wird ausgewaschen und alles wieder m Ordnung gebracht- Am Schlüsse des Kursus findet großes ReinmackMN statt. Tie Schülerinnen sind also, wenn sie die Schule verlassen, in allen Zweigen der Hauswirtschaft, soweit die» für einen! kleinen Haushalt in Frage kommt unterwiesen worden Me Zahl der Schülerinnen betragt M. Durchschnittlich ist die Hälfte der Schülerinnen am Schlüsse des Unterrichts in den Gesindedienst eingetreten Die Schülerinnen- so ve^ schiedenartig ihre sonstigen Leistungen m der Schale auch ein mochten — hier haben sie mit gleich freudigem Eifer sich der Sache gewidmet. Hiermit erscheint das Wirken dieses Haushaltungs-Unterrichts aufs Beste bewiesen. Tie Kinder haben soviel Sinn für die häusliche Beschäftigung gefunden, daß sie in einer Stadt, wo sonst der UebergairA der Kinder unmittelbar von der Schule in die Textilindustrie die Regel bildete, sich von dieser Ueberlieserung lossagen und in den Gesindedienst treten. Hiermit dürste auch pir die gesundheitliche Entwickelung und die Ausbildung für den Hausfrauenberus die beste Grundlage geschaffen sein. Selbst wenn nach! einigen Jahren der Verdienst und das freiere Leben der Fabrikarbeiterin bis Mädchen an locken sollte, in die Fabrikarbeit überzugehen, wird die erworbene Grundlage ihnen nicht so schnell Vermischtes. Berlin, 11. Juli. Eine Gymnasiastenmensur mit eigenartigem Ausgange fand gestern nachmittag im Walde in der Mhe von Nieder-SchichweiLe statt. Dort hatten sich em Dutzend bunte Mützen und Bänder tragende junge Herren eingefunden, denen man es trotz ihres Bramarbasierens ansehen konnte, daß, sie bis zum Abiturientenexamen noch einige Hosen auf den Schulbänken abzunützen haben. Wie sich auch bald herausstellte, gehörten die Jüng- linge in der That sogenannten „Pennäler-Verbindungen"! an. Die Paukanten, Sekundanten und der Unparteiische hatten eben erst die Schläger ergriffen und Aufstellung ge- als, bevor noch das Kommando „Los" ertönte,, plötzlich einige ältere mit derben Stöcken wohlbewehrte Manner aus dem Gebüsch hervortraten und ohne jedes Federlesen die Waffenführenden und die meisten ihrer Freunde am Wickel packten und gehörig durchwalkten. An Widerstand dachten die „Buntfarbigen" nicht, denn in den An- früheren Gardisten Reineck, an seine Angehörigen gesandt der entzückende Gesang der Brüsseler Operetten-Diva Mlle. wurde. Inmitten der gestickten Fahnen der Verbündeten und Reineck hat seinen Angehörigen ferner eine ganze Anzahl echt chinesischer Seidenstoffe und kostbarer Stickereien, An- Aus Stadt und Land. Stadt im Hinterlande des deutschen Gebietes, abgeliefert. urteilten heran und hieb ihm den Kopf ab, der sogleich auf die Stadtmauer gesteckt wurde. Chinesische Soldaten feuerten, nachdem der Kopf gefallen war, ihre Gewehre ab. — Man kann hieraus ersehen, daß das Leben hier draußen nicht so ganz uninteressant ist! feit in Tsingtau richtet nun keine Chinesen hin, deshalb wurde der Räuber an den Mandarin von Tsimo, einer Bernhardt in Darmstadt ist gestorben. — Der weithin bekannte Verlagsbuchhändler und Mitinhaber der „Deutschen Weinzeitung" Jakob Diemer ist in Mainz im Alter von 63 Jahren verstorben. — In der Nacht vom 10. zum 11. Juli schoß sich in Mainz ein Schreiner Namens Meißler aus Fürth eine Kugel in den Kops. Er ist lebevsgfährlich verletzt. — Ein Opfer der Damenkneipe ist in Frankfurt augenscheinlich der Reichsbahnschaffner T ritsch geworden. Er hatte sich der Unterschlagung von Perronkarten schuldig gemacht uud war deshalb entlaffen worden, sollte auch gerichtlich bestraft werden. Seine Frau, die von allem nichts wußte, schickte er daraus zu Verwandten nach Straßburg, verkaufte alles, was er hier besaß, und ging mit einer Kellnerin einer hiesigen Damenkneipe nach Amerika durch, die Frau und Kinder mittellos zurücklaffend. waren tausende von Chinesen versammelt, die sich jedoch! ziemlich ruhig verhielten. Ein Chinese trat an den Ber- Jm Interesse der Kreise, für die diese Schulen bestimmt!. se" jun. , sind, im Interesse einer guten und gesunden Lebenshalt-„orneS hat man hier begonnen. Die ersten Kornhaufen ung der Arbeiterfamilien ist eine weitere Ausdehnung I schmucken bereits daS Feld. Die Quantität sowie die Qualität und fruchtbare Wirkung der Bewegung lebhaft zu wünschen. I des Roggens ist vorzüglich. _ , - -------, .. v^vWlttHWHvuui;, xv. OW1. dl, utw 8ui Der Chilwbrikf eivrs jungen NamMrrs. ifmn QhTetfi h? r9^lr-tlIh)CftbCUt^en UU^crem Kirchspiel gehörigen Schadges, einem der kleinsten > dürfte für unsere Leser Interesse haben. Er lautet: Tsing- ---1- - — - - 'tau, 13. April. Wir sind endlich in Kaurni abgelöst und befinden uns wieder hier in Tsingtau. In den acht Monaten, die wir hier weg waren, hat sich Tsingtau sehr verändert, wo noch vor kurzem elende Chinesenhäuser standen, befinden sich, letzt prachtvolle europäische Häuser; ein Leuchtturm ist gebaut, ferner eine Markthalle, schöne Straßen sind angelegt und abends erglänzt alles im schönsten elektrischen Lichte. Draußen in "der Bucht liegen fast sämtliche Kriegsschjifse, sowie Handelsschiffe fast aller Rationen vor Anker. Ties macht alles einen hübschen Eindruck. — Vorgestern nun konnte ich eine sehr interessante chinesische Handlung beobachten. Der Vorgang war ungefähr solgender: Der berüchtigste chinesische Räuberhauptmann von ganz Chantung wurde nämlich kürzlich von deutschen Soldaten eingefangen. Tie deutsche Gerichtsbar- 'nfcunbc« olze-Schrey" entnehmen Dörfer des Vogelsbergs, wurde dieser Tage das neuerbaute wrr folgendes: In emer begrüßenden Ansprache gab der Schulhaus in Anwesenheit der Vertreter der KreiS-Schul- b feftgebenben «ereinö Lehrer Bender aus kommission, des Schul- und Ortsvorstandes eingeweiht. Wetzlar, ferner Freude Ausdruck, oaß gerade im Lahnthal, Schadges hat ungefähr 80 Einwohner und 15 Schulkinder. A die ftenographische Sache noch manches zu thun sei, Offenbach, 11. Juli. Jrn Kreisausschuß! wurde gestern das Bundesfest stattfinde. Am 7. Juli begann um 8i/3 Uhr bezüglich des Gesuchs der Firma K. Oehler betr. die Er- mi „Schützengarten" das Wettschreiben, deffen Abschluß ein richtung einer Sä ur e f ab rif in Offenbach Beweisbeschluß Gruppenwettschreiben mit 200 bis 240 Silben pro Minute darüber verkündet, ob die Errichtung und Inbetriebnahme blldete. Seminaroberlehrer Habermas aus Mettmann hielt der Schwefelsäurefabrik durcy die örtliche Lage und Be- sodann den Festvortrag über daS Thema .Ist die Steno- Offenheit der Betriebsstätte für die Besitzer oder Be- graphie eine Fertigkeit, Kunst oder Wissenschaft?" L. barin ane, daß die Stenographie und ihre Wichtigkeit noch vielfach verkannt und deshalb von der breiten Maffe oft gering geschätzt würde. Daran seien aber die Stenographen zum großen Teil selbst schuld. Die Stenographie habe unzweifelhaft Anspruch darauf, eine Kunst, eine Wissenschaft genannt zu werden, denn sie dringe in das innerste Wesen E^.Sprache. Es folgte darauf die geschloffene Bundes- Hauptversammlung, bei der festgestellt wurde, daß der mittel- westdeutsche Bund vor zwei Jahren 1100, voriges Jahr 1300 unb letzt 1600 Mitglieder zähle. Als wichtiger wie dieser Zahlenzuwachs aber wurde die Thatsache referiert, daß die vereinfachte Stenographie (Einigungssystem Stolze-Schrey) bei verschiedenen Behörden eingeführt worden sei. Zum ^er für den Bezirk Oberhessen wurde Raab-Gießen gewählt. p Frankfurt a. M, 11. Juli. Der hiesige Verein zur Forderung des Fremdenverkehrs hat beschlossen, Ende Oktober d. I. einen BerbandStag der deutschen Ver- kehrsvereine hier zu veranstalten. Außer einer allgemeinen k °Sv?l^cr BerbandStag hauptsächlich beraten, durch welche Mittel und Wege eine weitere Hebung des Fremdenverkehrs tn Deutschland zu erreichen ist. k Aaukfurt a. M., 11. Juli. DaS Hippodrom-Varietee, das vor Kurzem hier eröffnet wurde und durch seine sen- ^tionellen Darbietungen die Aufmerksamkeit des ganzen Publikums auf sich zieht, hat feil Anfang d. M. wieder ein neues Programm zusammengestellt, wie man es nur von einem Etabliffemeut ersten Ranges erwarten kann. Die Produktionen der Mstr. Orfords Wunder-Elephanten- Butzbach, 11. Juli. Im Schaufenster des Glasermeister Harz hier ist, wie die „Butzb. Ztg." schreibt , v ein Bild ausgestellt, das auS einer kostbaren chinesischen Stickerei besteht und von einem Chinakämpfer unserer Stadt dem Em großes Sommerfest veranstaltet am nächsten Sonntag der Musikverein Gießen in dem Garten der Liebigshöhe. Für die nötige Unterhaltung, auch bei schlechtem Wetter ist bestens gesorgt. Der Verein, der sich zum Siel gesetzt hat, schulpflichtige Knaben im Alter von 10 bis 14 Jahren m der Musik auszubilden, darf wohl annehmen, daß dieses sem erstes Unternehmen von allen Seiten unterstützt wird. (Alles Nähere f. Annonce und Plakate.) Gestern lag eine sonntägliche St'lle über unserem Dörfchen. Wir feierten das alle zwei Jahre wiederkehrende Miss! o ns fest. Von dem schönen wenn auch heißen Wetter angelockt, hatten sich viele Be! wohner der umliegenden Ortschaften eingefunden. Fest- prediger waren Oberkonsistorialrat i. P. WaaS, Pfarrer Wittekiudt und Missionar Meisenholl von der Barmener Fkisston. Letzterer war längere Zeit in Südaftika thätig, viS er durch Krankheit gezwungen wurde, nach Europa zurück- Mehren. Bei seiner Thätigkeit kam er auch in vielfache m ^uren, deren begeisterter Freund er 2, “nb bc5en Sache er alle« Gute wünscht. Vom christlichen ,cr"ur ihre Verachtung der schwarzen »»» too6tL v°r allem die Heber,christ über : ^Unmbe runb Hottentotten haben keine» r rAfln®» ^"sammlung dauerte van 2 bi« 7 U^r mit emer halbstündigen Panse. Die Gesänge der Ge meinde wurden von dem hiesigen Posaunenchor begleitet. Auch sang der hiesige gemischte Chor zwei Lieder. Die er- 325 Mrnk°"^ ÄU 9unftcn ber Barmener Mission ergab Ivieder geraubt, und würden die Nachwirkungen jener Zeit beim Eintritt in die Ehe doch wieder deutlich hervortreten. , Ein anderes Beispiel einer in lebhafter Entwickelung begriffenen Haushaltungsschule liefert Elbing. Tw dortige Sckule ist im verflossenen Jahre insofern in ein neues Stadium der Entwickelung getreten, als der leitende Ver-. .... ein ein eigenes Gebäude aufgeführt hat. Verschiedene Ge- 3 9 Iw • werbetreibende bekundeten ihr Interesse an dem Zustande- l fommen des Baues durch Zuwendungen. Beilpielsweye ! wurden von den Ziegeleibesitzem der Umgegend 60Ol>l»«Waldwiesen , „ WI(V wlllw.vllv ... «... ~ Stück Ziegel geschenkt (25 000 von der Ziegelei aus dem erzielt; für einen Morgen wurden durchschnittlich 40 Mk. suchen. Das Varietee besitzt außerdem in den sieben ss» »’s« Quantität bietet. Der Zentner Heu kostet zurzeit kannten Wiener Op°retten^DÜ>a^ -ine vorzüglich- Kostüme- b-r W-stpreußisch-n Mk. mnrhf.s°w.« in Frl. B raun eine schneidige Soubrette» Verzinsung von dreieinhalb Prozent und einer Arnorti- Frredberg, 11. Juli. Dag hieslge Polytech- Außerdem find dem äußerst reichhaltigen Programm noch sation von eineinhalb Prozent übernommen. Dieselbe stellt «Nische Institut eröffnet am 1. Oktober akad e mische kosmographische Vorführungen beigegeben, die außerordentlich auch in Aussicht, ein Tarlehn bis zu dreiviertel der Kurse für Maschinen- und Elektro-Jngemeure sowie auch amüsant wirken. Da das Livvodrom wegen seiner impo- Werttaxe zu bewilligen, wem,. ba§ für Bau-Ingenieure rc. DaS Programm dieser höheren sauten Größe als eine SehInSwürdigkeil zu bezeichnen ist, hierzu die Genehmigung erteilen sollte. Jnsge amt Md Fachschule, welches zwischen einem Technikum und einer Lech- sollte Niemand der ^ra7k nrt besuckt es versäumen einer ÄiÄn Stele d-s Unterri^ »ornean^Tm'^o^SarieteÄ ttchen Kursen, 67 Tagesschülerinnen, die nur kochen lernen, w btcnSere.^ l Kassel, 11. Juli. Der heute abend 6 Uhr 57 Min. inib 42 Personen, die nur am Plättunterricht teitnelymen. Ir”* 1 * * * * : Militärdienst ober eine ähnliche allgemeine l von Hamburg kommende D-Zug Nr. 74 erlitt im hiesigen Tie Fabrikarbeiterinnen zahlen monatlich 1 Mk. für den Vorbildung, sowie entsprechende Praxis tn dem gewählten Bahnhof einen Unfall. Der Zug, dem zwei MaMnen Unterricht. Ta zeitweise der Bestick) gegen Schluß des Spezialfach gefordert. Für die mit der Anstalt verbundene vorgesetzt waren, wurde bei der Einfahrt nicht rechtzeitig Kurses etwas nachließ, beschloß der Vorstand mit gutem I technische Mittelschule find die Aufnahmebedingungen ent-19e^ut, obwohl er langsam einfuhr. Die im Bahnhof mit Erfolg, diesen Betrag nach Beendigung des Lehrganges sprechend leichter. Das Jntereffe, welches man in fast allen W^Mdrvck ausgestatteten Prellpuffer haben sich> in diesem denjenigen Arbeiterinnen, welche regelmäßig bis zuletzt Kreisen, namentlich auch in der Industrie diesem Institut ff gut bewährt, im anderen Falle wäre das Unglück am Unterricht teilgenommen haben, zurückzuzahlen und zuwendet, hat die sofortige Einrichtuna von zwei weiteren 9emorbcn- Die erste MaWne entgleiste. Hinter zngletch das etwa verfallende Lehrgeld unter sie zu ner* neiwna3fälen notmenbin nemnefct 9 8 dem Packwagen befand sich) der Speisewagen, tn dem durch teilen. | JJ rii«» in cS,n sm;» den heftigen Anprall alles Geschirr durcheinanderfiel, die ~e. Ober-Mockstadt, 10. Juli. 2Jht ^bem S^chneid^en folgenden zwei D-Wagen wurden an der Stirnwand in- einandergeschpben. Von den Passagieren erlitt niemand nennenswerten Schaden. Infolge des Unfalls mußten zwei D-Wagen, der Speisewagen und der Packwagen ausgesetzt und dafür Ersatzwagen eingestellt werden. Der Zug wurde sodann in zwei Teilen näch^ Frankfurt gefahren. ** Kleine Mitteilungen au8 Hessin uud den Nachbarstaaten. Der in weiten Kreisen bekannte Direktor der Volksbank re. Bellersheim, 10. Juli. Der Kriegervereinsbezirk Hungen feierte am 7. und 8. Juli hier fein diesjähriges richt-v bei dem »mlSg-richl Fürth mit Wirkuvg Born 16. galt ® S ?'?• ?rt n„al? öem -k°Matz. 1901 ernannt. Ernannt wurde ferner Johann Schäfer Lf, N dorfitzende des htesigen Kriegerveretns dte in Mainz zum Schreibgehilfen bei der Staatsanwaitfchast \ i . am Landgericht der Provinz Rheinhessen mit Wirkung vom ' d'- ^deu!ung und den Zweck 1. Juli 190L 9 der Knegervereiue sowie ihre Bestrebungen klar. Sein Hoch S ti f t u n g s f eft. Die Burschenschaft Germania,^) Groß Herzoge, die älteste in Gießen, begeht anfangs der nächsten Woche eigentliche Festrede hielt unser Geistlicher. Seme treff rhr 50 jähriges Stiftungsfest. Zugleich^ feiert die Burschen- l!$e mit großem Beifall aufgenommene Rede schloß mit schäft die Einweihung ihres prächtig gelegenen Bur-iemem Hoch auf bas deutsche Vaterland. Fräulein Bopp scheu Hauses am Wetzlarer Weg. Nach dem reichhaltigenIÜberreichte eine von den Frauen und Jungfrauen der hiesigen! Programm, das wir demnächst veröffentlichen werden, ver-I Gemeinde gestiftete prächtige Fahnenfchleise. An den ernsten feinen großartigen Verlauf 8u m^men. Teil des Festes schloffen sich Volksbelustigungen, Konzert , deutsche Stenographie. Einem uns von und Tanz, die die Festteilnehmer noch viele Stunden zu- Herrn Rechtsanwalt Raab zur Verfügung gestellten Bericht sammenhielten. 6 * ^lar st-ttg-habt- XV a Stockhaus-n (Kr-isLaut-rbach), 10. Juli. In d-m ------- v.............. ö.,-------v».y............. ~..j oan Loo; der feuerige National-Gesang und ber Tanz ber Chinas befinbet sich die Photographie des Kämpfers. Gardist russischen IgorPephkoff-Truppe erregen allabendlich stürmischen w e’ Beifall; nicht minder bedeutungsvoll ist daS Auftreten des Jongleurs Farini, dessen Geschicklichkeit im Balanzieren hängftl,^ Schuhe und sogar einen wirklichen Chinesenzopf und Jonglieren geradezu anS Unglaubliche grenzt; eine in» ’ tereffante Abwechslung bietet hierbei der vorzügliche Schul- § Butzbach, 11. Juli. Bei ber kürzlich stattgehabten reiter Herr Reinsch mit seinen gelehrigen Doggen, während Versteigerung des Grases unserer Gemeindewiesen, Wege und dem die Brothes Fidardi als Gigerl-Akrobaten alles bisher Waldwiesen wurde ein Gesamterlös von nahezu 1300 Mk. dahier in ähnlicher Weise Gesehene in den Schatten zu stellen ffr ffthrfp Bohner der benachbarten Grundstücke oder für das Publikum überhaupt voraussichtliche erhebliche Nachteile, Gefahren oder Belästigungen erbringen könnte. — Auf die Prüfung der gesundheitspolizeilichxn Vorschiristen, besonders etwaige Anordnungen zum Schutz der Arbeiter gegen Gefahr für Gesundheit und Leben der Arbeiter ist der Beweisbeschtuß nicht ausgedehnt. Die Beweiserhebung joll erfolgen durch .... Besichtigung pes für dre Anlage rn Äussrcht genommenen Ich und zwanzig Kameraden waren dazu kommandiert, ^errarns, sowie der Fabrikanlage zu Wohlgelegen bei Mann- den Räuber nach Tsimo zu schaffen und der Hinrichtung $5°^. Anilin- und Scchafabrik in Lud- beizuwohnen. Der Mandarin bat nämlich um deutschen cn’ fern^ Erhebung von Gutachten bei Prof. Schutz, da er siirchtete, die Anhänger des Räubers würoen -st, Hannover, Erdmann, Halle und Bergrat Dr. Schertet denselben befreien. Es ging aber alles ganz glatt von in Freiberg, fowre durch Einsichtnahme der Akten über statten, das Volk war ja sehr erregt, hatte aber zu heil- -.^n^lswnierung ähnlicher Anlagen. Schsießlich soll festz- losen Respekt vor uns deutschen Soldaten. In Tsimo wur- gestellt werden, ob durch die preuUsche Regierung Be- den wir sehr freundlich empfangen; der Mandarin wies Nsinmungen erlassen sind, unter welchen Voraussetzungen! uns einen schönen Tempel zur Wohnung an und bewirtete die Produktion von Schwefelsäure als unschädlich für Ge- uns sehr gut — natürlich in chinesischem Sinne, benn lunöbert uut) Vegetation anzusehen sei. die Speisen wollten unserem europäischen Gauinen doch s 3., 11. ^uli. Wie der „Mainz. Anz." erfährt, ist nicht recht schmecken — auch ließ er extra für jeden Mann öa§ Urteil m der Duell-Aff aire Richter-Vo gt>Izwei Flaschen Bier aus Tsingtau kommen. Die Hinrichtung entgegen anderweitiger Mitteilung, noch nicht bestä- ging nun schnell vor sich. Der Mandarin las dem Räuber ligt. Es sindet im Gegenteil eine nochmalige Verhandlung das Urteil vor, darauf strich er das Protokoll mit roter patt, weil der Kriegsherr Berufung gegen die Freisprechung Tusche durch, ferner nahm er ein Schwert, welches er oer Setunbanten eingelegt hat. Oberleutnant Richter be- l ebenfalls rot färbte, den Pinsel aber warf er dem Ge- J'moet lsitz Mr Zeit auf Urlaub und Leutnant Vogt bleibt fangenen, der vor ihm kniete, vor die Füße. Darauf toCItemi U^sigen Militär-Arresthaus interniert. I packten chinesische Soldaten den Räuber, setzten ihn in xr H' Versammlung von Vieh-1einen Korb, steckten ihm aber vorher noch das Todesurteil Händlern von Mainz und Umgegend gründete gestern auf den Rücken, und trugen ihn vor die Stadtmauer. Dort i m?ncn Mfifdjcn Viehhändler-Verein mit dem Sitze m Mainz. Der Verein hat den Zweck, seinen Mitgliedern Schutz, Rat und Unterstützung zu gewähren und die Jn- teressen des Biehhandels, namentlich durch Beseitigung von oeschrankenhen Hinderniffen, zu fördern, und wenn erforderlich, bei den Aufsichtsbehörden durch geeignete Vorstellungen Slrcte» ®em Verein- traten sofort 80 Mitglieder bei. Nächster Tag- findet wieder -ine Bcrsammlung statt, in welcher die Satzungen beraten und der Vorstand gewählt werden wird. * greifern erkannten sie zu ihrem Schrecken ihre Väter. Einem der Herren , dem Vater des Verbindungs-Schriftwarts waren die Schjriftstücke der „schlagenden Burschenschaft Franconia" in die Hände gefallen, die nicht nur die Namen und Wohnungen der Mitglieder dieser und anderer Schülerverbindungen enthielten, sondern auch Nachricht von der aus Mittwoch angesetzten „Bestimmungsmensur" gaben. Der betreffende Herr verständigte sich mit mehreren der anderen Väter zu der lleberraschung ihrer Sprösslinge. Was sie diesen zu Hause mitgeteilt haben, kann man sich denken! * Hastenrath (Rheinland), 11. Juli. In dem zum Typhushospital umgewandelten Schiulsaal liegen zwölf männliche und vierzehn weibliche Personen, darunter sechs Kinder, krank darnieder. Auch in Privatpflege sollen sich noch einige Typhuskranke befinden. Jedenfalls übersteigt die Zahl der Erkrankten nicht dreißig. Tie vom Typhus ergriffenen Personen wohnen in ein und derselben Straße, was bre Vermutung rechtfertigt, dasses {Wbei der Epidemie um eine lokale Entstehungsursache handelt. Alles deutet darauf hin, daß die Epidemie ihren Höhepunkt überschritten hat. ♦ Auf dem Aerztetag zu Hildesheim hatte der Düsseldorfer Arzt Dr. Pfalz die Behandlung der Aerzte bei dem großen Militärbefreiungsprozeß in Elberfeld besprochen und verschiedene Beschwerden gegen das Verhalten des Unter« suchungSrichters Landgerichtsrat Spieß in Elberfeld vor« gebracht, der darauf eine Berichtigung veröffentlichte des Inhalts, daß er niemals in einer Irrenanstalt oder anderen sogenannten Heilanstalt ausgenommen gewesen sei und auch nie an Verfolgungswahnsinn gelitten habe. Spieß war, woran die Frankfurter „Kleine Presse- erinnert, vor Jahren Amtsrichter in Frankfurt a. M. und führte den Vorsitz am Schöffengericht. Bei dieser Thätigkeit ließ übrigens sein Verhalten vielfach auf ungewöhnliche Nervosität schließen. Aber das fiel nur den Parteien und Anwälten auf. Dagegen wurden später auch weitere Kreise auf ihn aufmerksam. Denn er stellte — so erzählt die „Kleine Preffe" weiter — auf offener Straße einen Arzt Dr. B., der ihn absichtslos angeblickt hatte, zur Rede, er mißhandelte ohne sichtbaren Grund einen älteren Herrn M., er verfolgte einen Mann vom Hauptbahnhof bis in ein benachbartes Haus und prügelte ihn. Die Staatsanwaltschaft leitete damals gegen den Amtsrichter ein Verfahren wegen Körperverletzung ein. Dasselbe endete aber mit Einstellung auf Grund verschiedener ärzt« licher Gutachten, welche die Zurechnungsfähigkeit von Spieß bezweifelten und eine Nervenzerrüttung infolge von Alkohol- und Nikotinvergiftung bei erheblicher Belastung anuahmen. Jedenfalls mußte Amtsrichter Spieß damals seiner richterlichen Thätigkeit auf lange Zeit entsagen und suchte ärztliche Hilfe auf. Diese scheint von Erfolg gewesen zu sein, sonst wäre er nicht wieder in den Richterdienst übernommen worden. • Altenburg, 10. Juli. Der allgemeine VerbandStag des über ganz Deutschland verbreiteten Vereins deutscher Freimaurer ist Anfang September nach hier einberufen worden. * Marseille, 11. Juli. Unter den im Hospital zu Frioul in Behandlung befindlichen arabischen Heizern ist seit gestern €va Todesfall an der Pest vorgekommen. An Bord der „Gabore", wo die gesunden arabischen Heizer untergebrach-t worden find, ist kein neuer Erkrankungsfall festgestellt worden. Der Gesundheitszustand der Passagiere und der Schiffsmannschaft ist fortgesetzt gut. * Valladolid, 11. Juli. Infolge sehr heftiger Gewitter ist die Ernte hier völlig, vernichtet. * Das Vermächtnis eines Millionärs und Weiberfeindes. Wie aus New-York berichtet wird, starb der Millionär Jason S. Rogers im Alter von 76 Jahren. Er hatte sein Vermögen als Erbauer von Lokomotiven erworben. Rogers war ein ekzentrischer Herr, vor allem ein grimmiger Weiberfeind. Als er noch jung war, hatte ibn eine Frau getäuscht; darauf wurde er so erbittert gegen das ganze weiblichie Geschlecht, daß er nicht einmal weibliche Dienstboten in seinem Haus litt. Er hat dem Metropolitan Museum of Arts über 30 Millionen Mark als Vermächtnis hinterlassen. Seine Verwandten, die er enterbte, haben die Absicht ausgesprochen, das Testament anzufechten. * Die Schleppenfrage vor 100 Jahren. In einer Schilderung, welche ein Engländer über das Leben und Treiben auf dem Gesundbrunnen bei Berlin in einem vor 100 Jahren geschriebenen Briefe gab, heißt es: „Aus diesem Wenigen siehst Du, mein Freund, daß Du bei meiner Schilderung des Berliner Brunnens nicht an Pyrmont, Lauchstädt rc. denken mußt. Die Ähnlichkeit liegt meistens nur im Namen, nicht in der Sache, aber Du lebst dafür auch freier als irgendwo und darfst nicht fürchten, daß die Vornehmen und Rejchjen zwischen sich und den Niedern einen so großen Unterschied machen, als hätten sie einen ganz anderen Adam als diese. Sollten sich! ja einmal Wesen dieser Art hier einschleichen, nun, so sind das arme Kranke, die deswegen zum Brunnen und ins Bad reisen, weil sie krank sind an Leib und Seele! Wohl bekomme ihnen denn auch die Kur an Leib und Seele! Tie Trachten, welche ich bei den Frauen auf Diesen Spaziergängen wahr nahm, haben im ganzen keine Hauptveränderung erlitten. Tie beschwerlichen Schleppen, gegen die schon so viel geeifert worden, haben sich beinahe allgemein verloren, doch sieht man sie noch bisweilen auf öffentlichen Promenaden, und es scheint, daß es vielen Damen schwer wird, sich von einer so lang erhaltenen Lieblingsmode zu trennen. Nun, nachdem die Röcke beschnitten, und die Garderoben weitläufiger geworden sind, disputiert man, ob das Auge mehr beim Anblick des leicht beschuhten Fußes oder bei dem majestätischen Ansehen des herabfließenden Gewandes gewinnt. Seit einigen Wochen tragen die hiesigen Damen auch! fvieder ein Medaillon auf der Brust oder an der Seite, dessen Erfindung mir immer einen feinen Kops zu verraten schien, da es das Auge, das doch bei manchen Damen wenig verweilen möchte, unwillkürlich an sich zieht." * Moderner Ohrenschmuck. Bis jetzt waren die Damen, welche Ohrringe trugen, gewohnt, beide Ohren mit ganz gleichen Ohrringen zu schmücken. In amerikanischen Milliardärkreisen scheint man aber jetzt auf diesem Gebiete eine neue, durch ihre Uvsymmetrie pikant wirkende Mode einführen zu wollen. So konnte man in Kissingen die dort zur Kur weilende Frau Astor mit zwei Ohrringen sehen, von denen der eine aus einer weißen, der andere aus einer kohlschwarzen Perle bestand. Da diese Perlen von der Größe einer mittelgroßen Kirsche sind, wird es allerdings nur wenigen gut situierten Damen möglich sein, ebensolche Ohrringe zu tragen. Aber das Prinzip dieser Mode, die Unsymmetrie, bietet den phantasievollen Damen ein dankbares Feld in der Erfinnung aller möglichen Farben- und vielleicht auch Gestaltkontrasten der Ohrringe. Lied des Aktionärs. (AuS der „Münchener Jugend".) Leg' auf den Tisch die Leipziger Papiere, Die lange Scheere bringe mir herbei. Damit ich sie mit Oel noch einmal schmiere, Wie einst im Mail Ich will Koupon jetzt auf Koupon mir schneiden, Als ob der Krempel etwas wert noch sei, Ich will an ihrer Addition mich weiden, Wie einst im Mai! Nun reiche mir das Kistchen mit Zigarren, Das Stück 6 Pfennige! Es ist vorbei Jetzt mit den Importierten! — Ach, die waren So gut im Mai! Aus den KouponS nun dreh' mir Fidibusie, Und mit den Aktien heize die Kanzlei — Dann wird uns wenigstens noch warm zam Schlüsse, Wie einst im Mat! Harry Nitsch. Meratur, Wissenschaft und Kunst. Frau Ds. Marie Meyer ergreift jetzt im „Tag" persönlich das Wort zur Affaire Klinger-Geyger. Nach ihrer Darstellung hatte sie allerdings an eine Stiftung für deutsche Künstler gedacht. Geyger aber habe die Sache hintangehalten. Als seine bevorstehende Verheiratung befürchten ließ, das Geld werde nur seinem eigenen Hause zu gute kommen, sei die Hypothek, von M. 130 000 zurückgezogen worden. Die Mk. 91 000 aber seien Geyger zu freier Verfügung überlasten, und sie, Frau Dr. Meyer, habe keinerlei Ansprüche mehr an ihn. Das dünkt uns, ist die Hauptsache; damit fällt Professor Klingers Räubergeschichte von einer Unterschlagung in sich zusammen. UnioerMs-Uachrichten. Ausländer auf unser« technische« Hochschule«. Mit der Ueberfüllung der technischen Hochschulen und der Zulassung der Ausländer beschäftigen sich gegenwärtig aufs neue lebhaft die beteiligten Kreise. Die Meinung des Vereins deutscher Ingenieure und die Vorschläge, die er zur Beseitigung der vorhandenen Uebelstände macht, sind in einer Denkschrift zusammengefaßt und lauten: „1. Wir erkennen an, daß im Falle der Ueberfüllung erst die Ansprüche der inländischen Studierenden befriedigt werden müssen , aber es ist wünschenswert, daß die Maßregel des Ausschlusses der Ausländer nur vorübergehend in Wirkung bleibt (?), gegen die Erhebung eines höheren Studienhonorars von den Ausländern haben wir nichts einzuwenden. Um die Ueberfüllung zu beseitigen und ungeeignete Elemente, insbesondere auch ausländische, vom Studium an den technischen Hochschulen fernzuhalten, empfiehlt es sich, a) die Aufnahmebedingungen zu verschärfen, sowohl gemäß den Beschlüssen des Vereines deutscher Ingenieure vom 29. Dezember 1896 als auch durch das Verlangen einer mindestens einjährigen Werkstattthättgkeit vor dem Studium; b) die Erfüllung der Aufnahmebedingungen von den Ausländern in mindestens demselben Maße zu fordern wie von den Inländern; o) die Zulassung zu den Uebungen von dem Nachweise der erforderlichen Vor- kenntniffe abhängig zu machen; d) die von der Ueberfüllung betroffenen Hochschulen zu erweitern und die in Betracht kommenden Professuren doppelt zu besetzen; e) neue technische Hochschulen als vollständige und selbständige Anstalten zu errichten; f) durch vermehrte Errichtung und Pflege technischer Mittelschulen denjenigen, welche heute noch in großer Zahl den technischen Hochschulen zugehen, ohne dafür die ausreichende Vorbildung zu besitzen, reichliche Gelegenheit zu einer beffer für sie geeigneten technischen Ausbildung zu geben.8 — Nicht weniger als 121 Studenten der Universität Berlin sind aus den Büchern der Universität gestrichen worden, weil sie keine Privatvorlesung in diesem Semester belegt haben. — Dr. Max Ihm, Privatdozent für klassische Philologie an der Universität Halle ist zum a.-o. Professor an derselben Universität ernannt worden. — Aus Heidelberg wird berichtet: Mit der Abhaltung englischer Sprach- und Lltteralurkurse, die seither der in Ruhestand getretene Prof. Dr. Ihne abhielt, wurde Lektor Strachau betraut. — Der Professor der Mineralogie an der Wrener Universität, Hofrat Dr. Gustav Tschermak, beging am 10. ds das Jubiläum seiner Mjähr. Lehrthätigkeit. - In Pompeji hält vor einer Schaar deutscher Archäo, logen Professor Mau wieder seine El läuterungsvorträge. — In der Nähe von Tomsk starb am 25. Juni der o. Professor für Chirurgie an der Universität Tomsk E. G. Ssalischtschew im Alter von 50 Jahren. Er war ein geschickter Operateur. — Ein Zwillingspaar, ein junger Monn und ein junges Mädchen, haben an einem Münchener Gymnasium gemeinsam das Abiiurientenexamen bestanden. Es sind Kinder deS Uni« ve-sitätoprofeffors Dr. von Pringöheim, Enkel der Schriftstellerin Hedwig Dohm. Gerichtssaal. Kassel, 10. Juli. Wegen einer Herausforderung zum Zweikamps wurde der Referendar Breilhaupt zu einer Woche, der Kartei« träger Rechtsanwalt und Notar Eckhardt aus Witzenhausen zu drei Tagen Festungshaft verurteilt. Berlin, 10. Juli. Im Frühjahre des JahreS 1899 tauchten in Berlin zwei Herren aus Schweden auf, der Baron Kund v. Akerhjelm, der Sohn des HofpredigerS v. Akerhjelm zu Stockholm, der dort früher Landwirt gewesen, aber in Vermögensfall geraten war, und sein Begleiter, ein ehemaliger Konditor, der den Namen Olsen führte. Beide hatten vereinbart, sich durch Hochstapelei zu ernähren. Olsen legte sich den Namen v. Sylseth bei. Dieser hinterlegte bald nach seinem Eintreffen in Berlin bei der Deutschen Bank ein versiegeltes Packet, welches nach der Aufschrift 120 000 Mk. enthalten sollte. Die Deutsche Bank stellte hierüber eine Empfangsbescheinigung aus, und dies Papier, mit dessen Vorzeigung keineswegs gekargt wurde, diente dazu, die beiden Schweden mit dem Nimbus des Reichtums zu umgeben. Der angebliche von Sylseth wußte den früheren Rechtsanwalt Liffer zu bewegen, ihm eine Bescheinigung auszustellen, wonach er sich von dem Vorhandensein der 120 0,0 Mk. überzeugt habe. Wegen dieser That ist Liffer derzeit zu fünf Monaten Gefängnis verurteil! worden. Sie setzten sich nun mit Geldvermittlern und Darlehnsgebern in Verbindung, stellten g meinschaftlich Wechsel auS und erhielten mit Rücksicht auf das angebliche Dlpot bei der Deutschen Bank die Wechsel diskontiert, o. Akerhjelm heiratete und brachte das Vermögen der Frau durch. Der Genosse v. Akerhjelms, der angebliche v. Sylseth wurde in Haft genommen, der erstere entging seiner Verhaftung durch die Flucht. Da der Hauptangeklagte v. A. nicht zu ermitteln war, so wurde vor etwa Jahresfrist gegen die drei übrigen Genannten verhandelt. Im April d. I. wurde v. Akerjhelm in Triest verhaftet. Der Staatsanwalt hielt den Angeklagten in allen Fällen für überführt und beantragte gegen ihn eine Gefängnisstrafe von 4 Jahren. Der Gerichtshof erkannte auf eine Gefängnisstrafe von 3 Jahren. Lyck, 10. Juli. Die Strafkammer verurteilte den Rendanten der Darlehnskasse Lappat aus Wielitzken, der in den letzten fünf Jahren gegen 23 000 Mk. Kaffengelder unterschlagen und durch falsche Buchlmgen die Veruntreuungen verdeckt hat, zu vier Jahren Gefängnis. Handel nnd Verkehr. Volkswirtschaft. Berlin, 11. Juli. Nach einer hier eingegangenen Depesche betrug die Ausbeute der im Witwateratrand Chamber of Mines vertretenen Goldminen im Monat Juni 19 779 Unzen Gold. Leipzig, 11. Juli. Der Konkursverwalter der Leipziger Bank, Justizrar Barth, ist gestern aus Wien, wohin er sich zur Prüfung der Verhältnisse in den österreichisch-ungarischen Tochterunternehmungen der Aktiengesellschaft für Trebertrocknung begab, hierher zurückgekehrt und heute bereits wieder nach Kassel abgereist. Karlsruhe, 11. Juli. Die Bankfirma Karl August Scheider hier tritt mit dem heutigen Tage in Liquidation, nachdem der In« Haber, Geh. Kommerzienrat Schneider, mit hiesigen Banken, u. a. der Rheinischen Kreditbank und der Oberrheinischen Bank ein Abkommen getroffen hat, wonach letztere die Aktiva und Passiva übernehmen. ! "■ ----- ■■ ■■■■ ■■ ■■■■■ '■ Jagd und Spart. — Rudersport. Ein bisher einzig dastehender Rekord ist soeben einem Altstraßburger, dem Stadtrat Barbenes, gelungen. Infolge einer sportlichen Herausforderung machte er im eigenen Boote die Selbfi- ruderfahrt allein, in vier Tagen, von Straßburg bis Köln. Der erste Tag war Straßburg-Mannheim (150 Kilometer). Der bisherige Rekord auf dem Rhein, Basel-Straßburg, ist damit weitaus geschlagen. Kriefkasten der Redaktion. Lch. In unserer Nr. 159, 1. Blatt, befindet sich bereits eine Mitteilung über den scherzhaften Vorgang aus dem Dorfe G. als Korrespondenz aus Grünberg. — Besten Dank! Schisssnachrichten. Der Postdampfer „Friesland der „Red Star Linie", in Antwerpen, ist laut Telegramm am 9. Juli wohlbehalten in New-Pork angekommen. jtaben Sie schon einen schneidigen Schnurrbart? ttotnii nicht, so gebrauchen Tie meinen weltberühmten Bartbeförderungs-Balsam „KOMMELIN". Der Erfolg garantirt in wenigen Wochen. Preis p. Tose Stärke I 2 Mk., Stärke II 3 Mk., in ungünstigsten Fällen nehme man Stärke III zu ü Mk. Kein BartwnchS- schwindel, denn dieses beweisen meine unzähligen Anertenuungsschretbeu. Auch wurde mein Präparat In Paris 1900 mit der goldenen Medaille prämilrt. Versandt p. Nachnahme. Porto 40 Pfg. Bei NichterfolM zahle Geld zurück, daher kein Risiko. Nnr zu beziehen von Rob. Husberg. Neuenrade A 20 (Westfalen). Bekanntmachung. Die Pachtgelder von Triebvierteln und anderen städtischen Grundstücken pro 1901 sind innerhalb 8 Tagen bei Meldung der Beitreibung zur hiesigen Stadlkaffe zu bezahlen. Zahltage: Täglich vormittags. Gießen, den 11. Juli 1901. 4870 _______________ Der Stadtrechner: Doepfer. Verdingung von Bauarbeiten. Die nachstehend verzeichneten Arbeiten und Lieferungen zmn Neubau eines neuen Sparkaffengebäudes sollen verdungen werden. 1. Die Beschlagarbeiten, 2. „ Kunstschlofferarbeiten, 3. „ Blitzableiteranlage. Verdingungsunterlagen, Zeichnungen und Bedingungen können auf dem Bureau des Architekten Gust. Hamann, Bergstraße 11, eingesehen werden. Preisangebote sind daselbst gegen Erstattung der Kopialgebühren erhältlich. Angebote find bis zum 18. dS. Mts., abeudS 6 Uhr, auf dem Bureau der Spar- und Leihkaffe, Gartenstraße 11, in verschlossenem Kouvert mit entsprechender Aufschrift versehen, einzureichen. Gießen, ben 11. Juli 1901. Spar- und Leihkaffe Gießen. 4869 Wiener. Gascokes. Infolge Stadtverordneten-Beschluffes vom 20. Juni d. I. tritt eine Preisermäßigung unserer Gascokes ein und wurden die Preise derselben bis auf weiteres festge- fetzt wie folgt: Für den Centner ab Verkaufsstelle: Stück-Cokes..........1,20 Mk. Nutz-Cokes in zwei verschiedenen Korngrößen für Stubenheizung und für weite und enge Ofeuschachte paffend zerkleinert: Größe Nr. 1, etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthracit, gangbarste Sorte.......1,30 Mk. Größe Nr. 2, kleiner als durchschnittliche Korngröße des Anthracit.....1,35 Mk. In Wagenladungen von mindestens 36 Hentnern: Stückeokes . . . . 1,15 Mk. Nußcokes Nr. 1 . . 1,25 Nutzestes Nr. 2 . . 1,30 „ Aei gleichzeitiger Entnahme von mindestens 200 ßentrrern: Stückeokes .... 1,10 Mk. Nutzestes Nr 1 . 1,20 , Nutzeste- Nr. S . 1,25 „ Für Cokerabnehmer, welche 2 und mehr Doppelwaggons beziehen, ermäßigt sich der Preis um weitere 5 Pfg. pro C!r. Für Anfuhr au das Haus werden 5 Pfennig für den Centner berechnet. NB. Sofern das Verbringen der CokeS auf die betr. Hger- plStze (Keller, Stall rc.) mit keinem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung. Im Gaswerk findet nur ein Verkauf von über 5 Centner Cokes statt; dagegen bleibt bei folgenden hiesigen Firmen der Kleirrverkaus unserer Gaseokes von 1 bis 5 Centner bestehen, nämlich bei den Herren: Joh. Fischer, Micestraße 19, H. Hof, Löwengasse 11 und Bahnhofstraße 33, Gebr. Kahl, Frankfurterstraße 151, Ed. Klinket, Bahnhofstraße 10, Emil Lotz, Kirchenplatz 9, Emil Piftor Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Licherstraße 2, Georg Unverzagt, Kaplansgaffe 5. Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gas- cokes samt Anfuhr wie das Gaswerk und verabfolgen dieselben auch in Mengen unter 5 Gentnern. Gießen, den 21. Juni 1901. 4388 Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. I. V.: Edm. Wetter. Hessische Landes-Mlerie. | Sausmännillher Verein * £. wL Das Sommerfest finb-t, statt am h., X 42.— Hegen ht dieser Klasse gezogene ckose tausche auch Hriginak- tose eiu. 47*7 r E Siun Einmachen Otto Schaaf. 4891 Die Direktion. zu verm. Carl Ludwig Leib. Wattt-orstraße 44. 46ioj Vtetchstraße 18 schöne 725 61 79 66 1065 li sucht. Wallthorstraße 21. u ä a >l000] 116 65 70 [1000] 96 208 [1000] 19 47 65 83 321 49 62 403 44 566 [4OO] 87 645 [400] 706 [1000] 7 816 [2000] 21 [400] 45 84 [400] d09 29 400] 30 84 85 1400] 4020 80 92 109 21 26 [400] 48 205 48 348 [400] 405 42 60 74 [400] 553 89 730 [400] 78 98 908 cnoß 348 409 29 96 [400] 512 64 [400] 695 1400] 900(400] 6026 [1000] 61 86 90(4001 273 321 41 99 461 508 [400] 90 616 33 [400] AK)] 46 [500] 52 [400] 952 92 7163 [400] 78 248 90 [400] 98 ^7 [500] 403 24 [400] 51 516 26 [400] 36 68 [1000] 80 86 [400] 99 S3» r7/®?®?1 [40°] 902 57 8059 85 [1000] 108 [1000] 5165 [400] 88 244 l!400] 37 [500] 43 [500] 56 57 91 307 494 576 669 711 18 33 [4001 60 ?47 [30001 56 66 78 [400] 932 40 42 55 9008 [500] 179 [4001 217 29 41 82 85 344 83 [10 000] 422 29 51 542 89 96 641 60 80 85 702 96 [400] 817 48 ol kausen Sie , r, fiBHj I 3500 Mk. Rom AM ho, gern. I von einem Hausbesitzer e. 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