m 1901, iuutea: tat Leib. Mb»».«, »ft** aut [olten engagiert. ;* dm fierten: L* £• Nett Buchbinder, kS-Mkiik rttf «chttl 8.50 1160 ibnrg II. IMark arktes. en’. imitlPierfl sm Geschirr Fohlen igs-fiegenslände. ’hen Geschäftes ikG" ron iessen ien-Bäue 11 1211 .Mn 1901. gemahlene eife er Welt / •ein U Kl cheft WM in DS,in einK^vB- Rt. .37 Zweites Blatt. Mittwoch den 13. Februar 181. Jahrgang ISV1 Gießener Anzeiger Henerat-Unjeiger Alle Anzeigen-Dermittlungsstellen des In- und Au4- landes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiga entgegen. Zcilenpreis: lokal 12 Vf., auswärts 20 Pt. SSeinflspreli viertrljährl. Mk. 3JB monailich 75 Pfg. mit Bringerlohn r durch die Bbholestel« »ierteljährl. Mk. 1.^ monatlich 65 Pf«. Bei Poslbezn, Mk. 2.— vierteltttzri. ohne Bestellgeld. Orschetnt täglich int Ausnahme deS MontagS. Die Gießener A«»itie«0litter »erben dem Anzeiger tat Wechsel mit „Hess, teibtoirt" u. „Blätter für hrff. Volkskunde- »4chU. 4 mal beigelegt. ■ nn«bmc von Anzeigen zu der nachmittags für bei folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Dornt X) Ufo. Abbestellungen spätestens abends vorher. Aints- und Airzeigeblntt süv den Ttveis Gieren. lUbaftb*, Expedition und Druckerei: «chnlßruhe Nr. 7. Gratisbeilagen: Gießener FamUienblätter, Der hessische Landwirt, Klütter für hessische DolKsKunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gktzm. Fernsprecher Nr. 5L Engländer und Buren. Der Sonderberichterstatter der „Times" stellt in einer Uebersicht über den gegenwärtigen Stand des südafrikanischen Krieges vier Hauptbewegungen fest, die während der letzten 14 Tage eingeleitet wurden. Zunächst unternahm General French mit sieben Kolonnen einer^Vorstoß nach Osten gegen Bothas Streitmacht, welche die englischen Verbindungen mit Komatipoort ernstlich bedrohte. Ferner wandte sich General Cunningham zu einer kleineren Operation gegen De l a re y s 2000 Mann starkes Kommando in den Bezirken Potschefstroom und Krügers- dorp. Eine dritte Bewegung richtete sich unmittelbar gegen De Wets Abteilung, die vor 14 Tagen in Winburg stand. Auch hier operierten sieben Kolonnen unter den Generälen Knox, Bruce-Hamilton, Maxwell und den Obersten W. L. White, Pilcher und Major Crewe. Sie marschierten süd- wärts, versuchten mit De Wets Nachhut Fühlung zu halten und trachteten, ihn gegen die am Orangefluß konzentrierten britischen Abteilungen zu drängen. Die Buren schwenkten jedoch unter Deckung durch eine detachierte Abteilung nach Westen ab, nahmen der Kolonne Crewe ein Maschinengeschütz, überschritten zwischen Springfontein und Edenburg die Bahnlinie und wichen so der Streitmacht am Orangefluß aus. De Wet dürfte wahrscheinlich nunmehr im Bezirk Philippolis stehen, was die gemeldete nordwestliche Bewegung der in die Kapkolonie eingefallenen Burenscharen erklären würde. Eine vierte britische Konzentration strebt eine Säuberung der Kapkolonie an. Obschon kleinere fliegende Kolonnen in dieser Richtung bereits in Thätigkeit sind, hat die Hauptbewegung unter General Brabant (dessen Stabschef Oberst Girouard ist, der sich unter Kitchener in Aegypten ausgezeichnet hat) sich noch nicht entwickelt. De Wets Kolonne wird in den neuesten Meldungen auf 2400 Mann mit zwei Fünfzchnpfündern, einem Maxim und einem Pompom geschätzt. Eine Proklamation, die De Wet und Steijn soeben veröffentlichen, schließt: Ich werde jetzt in die Kapkolonie eindrrngen und den dortigen Landwirten zu kosten geben, was wir in diesem Kriege erduldet haben. Die Kombinationen des Times-Berichterstatters decken sich in den Darlegungen über De Wets Zug nicht überall mit Kitcheners und sonstigen Meldungen. Bei diesem Zuge war vor allen Dingen De Wetund nicht die Briten die treibende Kraft. Unklar bleibt, ob Major Crewe noch ein zweites Pompom verloren hat, oder ob der Berichterstatter das am Thaba verlorene meint. Nach Mitteilungen der „Daily Mail" aus Lissabon vom Samstag stände die feierliche Bekräftigung des englischportugiesischen Bündnisses bevor, wodurch Klauseln alter Verträge wieder in Kraft gesetzt würden. England werde alsdann Portugal, auf dem Vertrag fußend, ersuchen, eine gewisse Anzahl von Truppen in Südafrika herzuleihen, um die bereits von britischen Truppen besetzten Punkte zu bewachen und die bisherigen Besatzungen zur Verwendung im Kriege freizumachen. Zunächst werde eine Expedition zum Schutze der auf portugiesischem Gebiet liegenden Bahnstrecke abgehen, gegen die Botha wegen der im Gegensatz zu früheren Abmachungen der Buren mit Portugal erfolgten Verproviantierung der Engländer durch die portugiesische Bahnlinie einen Racheanschlag und Sprengungen vorbereitet hätte. Portugal habe keine englische Hilfe nachgesucht, wozu auch kein Bedürfnis vorliege, da beide Mächte an den fraglichen Punkten nebeneinander oder doch so nahe zusammen wirkten, daß England im Notfälle helfen könne, und da außerdem abgemacht sei, daß in jeder Schwierigkeit mit den Buren England sofort freiwillig Beihilfe leisten werde. Nach neuesten Meldungen wären die am 1. Februar von dem Gouverneur von Mozambique erhaltenen Meldungen über einen Einfall von 2000 Buren zur Befreiung gefangener Landsleute in Lourenzo Marques nicht ganz zutreffend gewesen. Für alle Fälle war aber bereits um 4 Uhr nachmittags die Stadt in vollständigem Verteidigungszustand. Die fraglichen Burenkommandos hatten nur Swaziland überschritten und das Map otya gebiet nur dort betreten, wo es britischer Jurisdiktion untersteht. Sie schienen ein österreichisches Schiff zu erwarten, das eine bedeutende Ladung von Kriegs- kontrebande am Eingang der Santa Luciabai landen sollte. Man nehme indessen an, daß die Landung nicht erfolgt sei, da ein englisches Schiff abgesandt sei, um die englische Küste und ein portugiesisches, um die portugiesische Küste zu überwachen, und da kein verdächtiges Fahrzeug entdeckt wurde. Die Lissaboner Regierung erließ den Befehl nach Lourenzo Marquez, gefangene Buren bis zum Eintreffen der zur Abholung gesandten Schiffe sorgfältigst zu bewachen und sie im Falle eines wirklichen Einbruchs sofort auf die schon im Hafen liegenden Fahrzeuge einzuschiffen, im Notfälle auch Gewalt zu brauchen. Nach einer Wiener Meldung der „Daily Mail" könne obiges österreichische Schiff jedenfalls kein Postdampfer, sondern höchstens ein zufälliger österreichischer oder Dalmatiner Frachtdampfer sein, der von einer holländischen Firma zur Beförderung von Kriegsmaterial geschartert sei. Keine von den großen österreichischen, meist mit der Regierung arbeitenden Fabriken habe Kriegsmaterial für die Buren geliefert. Bei einem Kampfe, der am Freitag in der Nähe von Klipplaat Junction stattfand, verloren die südafrikanischen leichten Reiter 2 Tote, 5 Verwundete und 15 Gefangene. ♦ « • Telegramme des Gießener Anzeigers. London, 11. Febr. Dem „Standard" wird aus Kapstadt vom 11. ds. gemeldet: Meldungen von der Delagoa- bai zufolge, haben sich die Eingeborenen im Norden von Transvaal gegen die Buren erhoben. (?) Kapstadt, 11. Febr. (Reutermeldung.) Die Regierung beschloß, den auswärtigen Mächten amtlich anzuzeigen, daß Kapstadt von der Pest verseucht sei. — Im Hafen sind heute drei neue Fälle vorgekommen. Ein Militär-Hospital ist zeitweilig errichtet worden. St Helena, 11. Febr. (Reutermeldung.) 5 Burengefangene machten am 2. d. M. den Versuch, in einem Fischerboote zu entflieehn, doch wurde der Fluchtversuch dadurch vereitelt, daß man vorher die Ruder entfernt hatte. Die Flüchtlinge wurden in das Gefängnis gebracht. Das Militärgericht hat eine Untersuchung eingeleitet. China. Jeldmarschall Graf W a 1 d e r s e e meldet am 10. aus Peking: Kolonne Trotha ist am 9. hier eingetroffen. — Bei meiner Besichtigungsreise nach Schanhaikwan habe ich Betrieb und Sicherung der Bahn sowie die längs derselben stehenden Truppen aller Nationen in vorzüglicher Verfassung gefunden. Ein Telegramm des französischen Generals Voyron meldet: Ein deutscher Soldat hat durch Zufall bei Jangtsan einen französischen Soldaten verwundet. Die deutsche Militärbehörde hat sofort eine gerichtliche Untersuchung angeordnet und um nähere Mitteilungen über den Vorfall ersucht, um die eventuell zu leistende Entschädigung feststellen zu können. Aus Peking wird vom 10. d. M. gemeldet: Li-Hung- Tschang hat erklärt, zwischen dem Kaiser Kuangsü und der KaiserinTsuhssi herrsche jetzt größereEin- tracht als je zuvor. Die Kaiserin gebe die Notwendigkeit von Reformen im modernen Sinne zu. An den chinesischen Hof telegraphierte Li-Hung-Tschang, die Weigerung des Hofes, den über die Würdenträger verhängten Todesurteilen zuzustimmen, sei von der höchsten Gefahr für die Dynastie selbst. Aus Tientsin wird unterm 6. Februar gemeldet, daß die Häfen von Schanhaikwan und Tschiugwantao, welch letzterer bisher als eisfrei galt, zugefroren sind und daß deshalb eine Landung der Post daselbst zur Zeit nicht möglich ist. Dies betrifft insbesondere auch den Post- verkehr mit den deutschen Truppen in China. Das Reichspostamt fügt dieser Mitteilung nicht besonders hinzu, daß für geeignete Maßnahmen zur Beförderung der deutschen Feldpost gesorgt sei. Es kann daher mit Recht angenommen werden, daß eine wesentliche Störung in dem Postverkehr nicht zu besorgen ist. Ter „Figaro" meldet aus Toulon, daß entsprechend dem im französischen Ministerrat gefaßten Beschluß, die 30 Kisten, die General Frey aus China mitgebracht habe, in Marseille nach China verladen werden, um der chinesischen Regierung zurückgegeben zu werden. Im französischen Senat gab Graf d'Aunay seiner Genug- thuung Ausdruck, daß die französische Politik in China anerkennenswerte Erfolge erzielte, insbesondere durch ihre freundschaftliche Zusammenarbeit mit Rußland. Englands Politik habe sich schwankend gezeigt, weil England in Südafrika absorbiert werde und Deutschlands Politik habe die Diploniatie oft erschüttert. Es sei zu befürchten, daß die Mächte sich schließlich doch dazu gedrängt sehen, die Integrität Chinas zu verletzen. Tel- c assee erwidert, die von ihm mehrfach ergriffene Initiative habe stets die Wiederherstellung einer normalen Lage der Tinge zum Ziele gehabt. Durch die Zustimmung der Mächte den französischen Vorschlägen seien die Interessen jeder derselben gewahrt. Tie Ereignisse hätten bewiesen, daß die Mächte die Aufrechterhaltung der Einigkeit unter ihnen allem anderen voranstellen. Die Bedingungen der Mächte seien angenommen, es handle sich nur darum, deren Ausführung durchzusetzen. Wir bleiben entschlossen, fährt Telcassee fort, eine angemessene Genugthuung zu erlangen, und wollen unsere Truppen schnellstens abberufen, werden dies aber erst thun, wenn die Lage wieder normal geworden sein wird. ♦ * ♦ Telegramm des Gießener Anzeigers. L o n d o n, 12. Febr. Die „Times" melden aus Shanghai vom 11. ds.: Meldungen aus Nanking zufolge hat Linkunyi dem Thron eine Denkschrift über die finanziellen Reformen eingereicht. Er schlägt hierin vor: 1. Tie Aufhebung aller Einnehmestellen und Likin-Abgaben im Innern des Landes, Erhebung der Likin-Abgaben von der fremden Einfuhr in den Eingangshäfen und zwar durch fremde Zollbehörden. 2. Ernennung eines besonderen Handelskommissars, der mit den fremden Handelsverhältnissen völlig vertraut ist und seinen Sitz in Shanghai hat. 3. Einrichtung von Münzstätten und Prägung von Geld mit Dollar-Münzeinheit. 4. Erhöhung des Zolltarifs. Deutjches Reich. Berlin, 11. Febr.\)er Kaiser und die Kaiserin wohnten gestern dem Gottesdienst in der evangelischen Kirche in Homburg bei und unternahmen hierauf in Begleitung des Reichskanzlers Grafen Bülow, des Gesandten Grafen Wolff-Metternich und des Generaladjutanten, Generals der Infanterie v. Plessen, einen Spaziergang im Kurpark. Am Nachmittag begaben die Majestäten sich, wie bereits gemeldet, zum Besuch der Kaiserin Friedrich nach Schloß Friedrichshof. Heute früh unternahmen die Majestäten wieder den üblichen Spaziergang, worauf der Kaiser den Vortrag des Chefs des Civilkabinetts, Wirkt. Geh. Rats Dr. v. Lucanus sowie den Vortrag des Reichskanzlers Grafen Bülow hörte. Heute nachmittag trafen der Kaiser und die Kaiserin auf Schloß Friedrichshof ein und kehrten nach einstündigem Aufenthalt nach Homburg zurück. — Prinz Georg von Preußen, der Senior des königlichen Hauses, feiert morgen seinen 7 5. Geburtstag. Ein Sohn des Prinzen Friedrich von Preußen, welcher der Neffe König Friedrich Wilhelms III. und also ein Vetter Kaiser Wilhelms I. war, wurde Prinz Georg in Düsseldorf erzogen. 1861 wurde er Chef des 1. Pommerschen Ulanenregiments und 1866 General der Kavallerie. Die dramatischen Werke des Prinzen sind unter dem Autornamen Georg Conrad gesammelt erschienen. — Im preuß. Abgeordnetenhause errklärteAbg. Peltasohn (frs. Vg.): „Mir ist von dem Iustizminister der Vorwurf gemacht worden, daß ich im Interesse einiger Beteiligter über die Anstellung jüdischer Notare hier gesprochen habe. Tas ist nicht der Fall; es lag mir fern, die Interessen der Beteiligten hier zu vertreten; ich perhorresziere jede Jn- teressenpolitik." — In einem längeren Artikel der „Köln. Ztg." spricht sich ein „hervorragender Vertreter des Tabakhandel s" über die Tabakfrage aus. Er schließt seine Ausführungen folgendermaßen: Jede Verteuerung des Rauchgenusses würde einen entsprechenden Minderverbrauch an Tabakfabrikaten zur Folge haben und dies eine ungleich, größere Schädigung berechtigter Interessen des deutschen Volkes mit sich bringen, als die etwa vorhandene ungünstige Lage des deutschen Tabakbaues bedeutet. Das deutsche Tabakgewerbe beschäftigt heute allein in der Fabrikation etwa 175 000 Arbeitskräfte mit einer Lohnsumme von rund 100 Millionen Mark, d. i. mehr als das gesamte Europa zusammen an Arbeitslohn für Tabakfabrikation ausgiebt und mehr als viermal soviel als der Gesamtbetrag einer Jahresernte an deutschem Tabak ausmacht. Eine solche Industrie sollte man nicht mit neuen Zollprojekten beunruhigen. — Eine Prote st Versammlung gegen die Beschlüsse des Abgeordnetenhauses betr. die Ernennung jüdischer Notare fand am Sonntag unter zahlreicher Beteiligung statt. Hauptreferent war Professor Dr. Mendel, dem Rechtsanwalt Fuchs I. und die Stadtverordneten Nathan und Kassel sekundierten. Es wurde einstimmig eine Erklärung beschlossen, in der die Aeußerungen des Mrnisters- Schönstedt und die Beschlüsse der Mehrheit des Abgeordnetenhauses mißbilligt werden. D e s s a u, 11. Februar. Wie die „Magdeb. Ztg." meldet, soll nach dem der anhaltischen Landessynode jetzt vorliegenden Gesetzentwurf, die anderweitige Festsetzung des Diensteinkommens der Geistlichen betreffend, das Einkommen für Hilfsprediger und Kreispfarrvikare auf 2100 Mark nebst freier Wohnung, für die Geistlichen auf 3000 Mark im ersten bis zu 6500 Mark im 27. Tienstjahre, für die Superintendenten auf 5400 Mk. im ersten bis zu 7400 Mk. nach löjähriger Dienstzeit festgesetzt werden. Ausland. London, 11. Febr. Ter König regte die Bildung eines Komitees von Mitgliedern des gegenwärtigen und des vorigen Kabinetts an, behufs Erwägung, in welcher Form der Königin Viktoria ein Denkmal zu errichten sei. Paris, 11. Febr. Der „Temps" meldet, das Marineministerium sei mit einem Gesetzentwürfe betreffend die Vermehrung des Mannschaftsbestandes ,der Flotte beschäftigt, da der gegenwärtige Mannschaftsstand nach der Durchführung des Programms der Flottenverstärkung unzureichend sein werde. Vorläufig werde dre aktive Dienstzeit der Flottenmannschaften auf 56 Monate f efto^f ctit Madrid, 11. Februar. Vor der U n i v e r s i t ä t, deren Thore geschlossen waren, erschien heute eine Anzahl Studenten und erhob Widerspruch dagegen, daß man aus Anlaßber Hochzeit der PrinzessinvonA st urien die Vorlesungen ausfallen lasse. Von der Universität zogen die Studenten unter dem Ruse „Nieder mit den Jesuiten" zum Prado. An der Puerto del Sol sammelte sich heute ein Volkshaufe zu einer Kundgebung gegen d ie Redaktion des „Pais". Stadtsoldaten versperrten demselben jedoch den Durchzug. Auf die Polizeibeamten wurde sodann mit Steinen geworfen und einer derselben verwundet. Einige Studenten wurden verhaftet. Granada, 11. Febr. Tie Ruhestörungen haben sich im Lause des Tages wiederholt. Manifestanten durchzogen unter den Rufen: „Es lebe die Freiheit!" und „Nieder mit den Jesuiten!" die Straßen und bewarfen ein Jesuitenkloster mit Steinen. Als darauf aus demJnnerndes Klosters einige Flintenschüsse abgegeben wurden, stieg die Erregung der Menge aufs höchste. Ter Präfekt drang in das Kloster ein und stellte fest, daß die Schüsse von zwei Gendarmen, die sich im Kloster befanden, abgegeben worden waren. Tie Menge versuchte nun gegen das Kloster vorzudringen, wurde aber von der Gendarmerie auseinandergetrieben. Valencia, 11. Febr. Heute fanden hier in den Straßen neue Kundgebungen statt, die von dem Deputierten Hanez geleitet wurden. Tie Manifestanten versuchten, ein Klo st er mit Petr oleum in Brandzu st ecken, doch gelang es t>er Gendarmerie, dies zu verhindern. Einige ändere Klöster wurden mit Steinen beworfen. Wien, 11. Febr. Der „Politischen Korrespondenz" wird aus Petersburg gemeldet: Der Generalgouverneur von Kiew, General Dragomirow, hat über Kiew (wahrscheinlich wegen der Studentenunruhen D. R.) den kleinen Belagerungszustand verhängt und die Behörden anwiesen, im Falle von Widerstand seitens der Demonstranten Militär herbeizurufen und erforderlichenfalls von der Waffe Gebrauch zu machen. Budapest, 11. Febr. Abgeordnetenhaus. Bei der Verhandlung über das Ackerbau-Budget sagte der Minister für Ackerbau, Daranyi, es würde gewagt sein, die Zollgemeinschaft mit Oe st erreich anzutasten. Was die Richtung der Regierung betreffe, die sie bei dem neuen autonomen Zolltarif einnehmen werde, könne das Haus versichert sein, daß die Gesamtheit der wirtschaftlichen Interessen berücksichtigt werde. In dem neuen Zolltarif würden Landwirtschaft und Industrie gleichen Schutz erhalten. Mehr zu sagen, wäre weder richtig noch opportun. Die Regierung verfolge nicht ephemere Erfolge, sondern arbeite an der Festigung der Grundlagen für das wirtschaftliche Gedeihen des Landes. (Allgemeiner Beifall.) Sofia, 11. Febr. Die Wahlen zur Skupschtina sind rphig verlaufen. Nur in Philippopel fand eine Rauferei außerhalb des Wahllokales statt, bei der zwei Personen getötet und mehrere verwundet wurden. Petersburg, 11. Febr. Einer Mitteilung des Ministeriums des Innern zufolge sind die Gouvernements Chersson, Tomsk, sowie "das Gebiet von Akmolinsk von vollständiger Mißernte heimgesucht. In den Gouvernements Daurien, Bessarabien, Podolien, Kiew, Tobolsk und in den Gebieten von Ssemipalatinsk und Transbaikalien sind mehrere Kreise von der Mißernte betroffen. Nach Eingang der vorläufigen Angaben über den Notstand wies die Regierung anderthalb Millionen Rubel an. Nach den später eingegangenen genaueren Angaben beläuft sich der Gesamtbedarf auf 5 529519 Rubel, wovon 5 014 519 Rubel bereits ausgeworfen sind. Tie Mitteilung enthält ferner Angaben über die Organisation der Hilfeleistung. Zum Schluß wird betont, daß auch die Hilfe der privaten Wohlthätigkeit in Ansprw'ch, genommen werden müsse. New-York, 11. Febr. Das Gesetz über die Vermehrung der Marine wurde angenommen. Politische Tagesschau. Das Hauptblatt des Centrums, die „Köln. Volksztg.", urteilt über die im preußischen Abgeordnetenhause behandelte Frage der Anstellung jüdischer Richter und Notare folgendermaßen: „Bei dem unverhältnismäßigen Andrang der Juden zu den höheren Studien würden wir, wenn alle Juden, welche die Befähigung nachweisen, nun ohne weiteres für alle Staatsämter zugelaffen würden, bald dahin kommen, daß ganze Landesteile ausschließlich von Juden verwaltet würden und von Juden Recht nehmen müßten. Das kann man aber doch vernünftigerweise nicht verlangen. Die freisinnige Bevölkerung selbst würde damit nicht einverstanden sein. Wir erkennen grundsätzlich die volle Gleichberechtigung der Juden an, aber ihre Verwendung im Staatsdienste muß doch einigermaßen dem Verhältnis ihrer Zahl zur Zahl der übrigen Bevölkerung entsprechen. Wenn wir für die Katholiken nicht einmal die Parität fordern, die ihrer Zahl entspricht, so kann man doch nicht wohl erwarten, daß wir für die Juden gar noch eine Bevorzugung verlangen und mit klagen helfen sollen, wenn ihnen diese Bevorzugung nicht in dem Maße zu teil wird, wie sie wünschen." Der traurige Mörchinger Fall giebt demselben Blatte Veranlassung, aufs neue gegen das Duell in eine scharfe Aktion einzutreten. Dem Kriegsminister v. Goßler wird ziemlich deutlich zu verstehen gegeben, daß er noch Ge legenheit bekommen wird, sich über den Mörchinger Vorfall und alles, was damit noch zusammenhängt, auszuspcechen. Das Blatt schreibt: Der Kölner Fall ist selbstverständlich mit den matten Erklärungen und Zusagen des Ministers vom 15. Januar nicht erledigt. Daß die Centrumsfraktion dem Kriegsminister noch einige Zeit läßt, um die nötigen Ermittelungen zu machen und dann entsprechende Verfügungen zu treffen, ist in der Ordnung, und es ist nicht ausgeschlossen, daß der Aufenthalt des Kaisers in England eine Verzögerung herbeigesührt hat. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und je nach Umständen muß und wird bei der zweiten Beratung des Militäretats ein sehr deutliches Wort gesprochen werden — die Stimmung in den Wählerkreisen über die neuesten Aus- fchreitungen des Militarismus ist derartig, daß man sagen kann: je deut kicher, desto bester. Der serbische Ex-König Milan ist am Montag in Wien gestorben. Schon am Sonntag soll er seinem Arzt, Hofrat Neußer, geklagt liaben, daß er mit 47 Jahren sterben müsse. Einen Abschiedsbrief diktierte er an König Alexander und an die Königin Natalie, die sich kurz vor dem Tode Milans erkundigte, ob sic vielleicht benötigt werde. Man telegraphierte ihr: Ter König ist mit einem Gebet für seinen Sohn Alexander verschieden. Milan hinterließ schriftliche Wünsche, daß er a u f öfter r e i ch i s ch e m Boden begraben sein wolle und zwar in der Kirchengruft im Kloster Kraschedol bei Peterwardein. Dorthin wird die Leiche am Freitag nachmittag übergeführt werden. Kaiser Franz Josef ordnete an, daß die Kosten des Leichenbegängnisses, das mit dem beim kaiserlichen Hofe üblichen Zeremoniell stattfinden soll, von der Wiener Hofhaltung bestritten werden. Tas Ableben König Milans hat in Budapest, besonders in aristokratischen Kreisen, tiefe Teilnahme hervorgerufen, da der Verstorbene Mitglied des- dortigen Nationalkasinos und mit zahlreichen aristokratischen Familien gut befreundet war, und als Ungarfreund galt. Sonst werden dem Verstorbenen Thränen kaum nachfließen werden. Weder als Mensch noch als König hat er Anspruch darauf erheben können, daß sein Lebensweg mit Teilnahme verfolgt wurde. Sowohl an edlen Zielen wie an Mitteln hat es ihm gemangelt, obgleich die Natur ihn mit nicht gewöhnlichen Geistesgaben ausgezeichnet hatte. Und wenn sein Name mehr in der Leute Mund kam, als sein Leben es verdient hatte, so war es, weil viele mit Neugier die Entwickelung des,Schicksals eines Mannes abwarteten, der für die theater- hafte Unterhaltung der Welt soviel Stoff zu liefern pflegte. Und alles aus seinem eigenen Leben. Vergeblich sucht in diesem bewegten Leben man menschlich große Stürme, die selbst wenn sie Irrtümer sind, nicht ohne reinigenden Einfluß bleiben, die Aufmerksamkeit zu Ehrfurcht erregen und in die harte Schrift der Geschichte hier und dort eine Blume streuen. Es war ein schlechter Scherz des Geschicks, ihn durch einen Zufall auf den Thron zu heben. Am 22. August 1872 übernahm er, mit 18 Jahren für volljährig erklärt, die Regierung. In den Kriegen gegen die Türkei 1876/77 und 1877/78 spielte das serbische Heex eine ziemlich klägliche Rolle. Nur dem Eingreifen Rußlands ist der erlangte Gebietszuwachs zu Hanken, wie auch die Anerkennung der Unabhängigkeit. Es folgten die wildesten Parteikämpfe, in denen alle schlechten Leidenschaften Feste feierten; schließlich der thöricht begonnene und schlecht geführte unglückliche Krieg gegen Bulgarien, — alsdann der öffentliche Skandal mit der Königin Natalie, der endlich zur Scheidung führte. Später wurde die Scheidung wieder für ungUtig erklärt. 1892 entsagte Milan der Krone, nicht ohne seitdem sich in verhängnisvoller Weise in die inneren Angelegenheiten Serbiens einzudrängen. Erst kürzlich noch raffte man sich in Serbien zu dem Entschlüsse auf, den früheren König für immer aus Serbien zu verbannen. In politischer Beziehung ist der verschlagene Mann häufig bei seinen österreichischen Nachbarn überschätzt worden. In Wirklichkeit war er auch bei seinen sonst nicht schwierigen Landsleuten unmöglich geworden, und Pläne, die mit Milan rechneten, waren stets auf Sand gebaut. König Alexanderhat die Reise nach Wien zur Totenbahre seines Vaters Milan aufgegeben. Die Nachricht von dem Tode Milans ward der S k u p s ch- t i n a durch den Ministerpräses Jovanovitsch überbracht, der dem Verblichenen einen warmen Nachruf hielt, worin er die Verdienste Milans hervorhob. Die Versammlung stimmte in den Ruf „Friede seiner Asche" ein und beschloß, daß die Leiche nach Belgrad überführt werde. Gleichzeitig wurde die Tagung der Skupschtina durch einen Ukas des Königs geschlossen. Bund der Landwirte. Aus Berlin, 11. Februar, wird uns geschrieben: Der „Bund der Landwirte" hat heute seine Generalversammlung, die alljährlich im „Zirkus Busch" stattfindende „Heerschau", abgehalten. Aus dem vom Bundes- lirektor, dem „Agrarier ohne Ar und Halm" Abg. Tr. Diederich Hahn erstatteten Geschäftsbericht für 1900 ist die interessante Thatsache zu entnehmen, daß mehr als die Hälfte der organisierten 232 000 Bündler westlichder Elbe ihren Wohnsitz hat. Mit dem Sammelnamen „Ostelbier" wird man also die Agrarier fernerhin zutreffend nicht bezeichnen dürfen. Der „Accent" des Tages lag naturgemäß auf dem die Stellung der Versammlung zum neuen Zolltarif behandelnden Antrag v, Olden- bnrg-Lucke. Dieser fordert gleichmäßigen Schutz allerland wirtschaftlichenProdukte und wünscht den Mindestsatz des Tarifes so bemessen, daß die Erhaltung auskömmlicher Durchschnittspreise, wie sie die Jahrzehnte 1870—1890 aufroiefen, garantiert ist. Ausdrücklich wird in dem mit stürmischer Zustimmung begrüßten Antrag kon- latiert, daß der „Bund der Landwirte" ein politischer Machtfaktor geworden sei, der sich zum wirtschaftlichen auswaschen müsse. Und Direktor Frhr. v. W a n g e n h e im wies triumphierend darauf hin, daß selbst eine starke Minorität des deutschen Handelstages sich für höhere Getreidezölle erklärt habe. „Die Entscheidung", so meinte Herr v. Wangenheim, „steht nicht beim Reichskanzler ober den Ministern, sondern beim Kai sie r!" Und mit lebhaftem Beifall „unterstrich" die sehr zuversichtlich gestimmte Ber- 'ammlung diesen Appell an den Träger der Krone. Eine Anzahl Parlamentarier wohnten der Versammlung bei. Es wurde ein Antrag einstimmig angenommen, in dem es heißt: Die Mindestsätze des neuen Zolltarifs sind so zu bemessen, daß sie die Erzielung auskömmlicher Turch- schnittspreise landwirtschaftlicher Produkte, wie sie die beiden Jahrzehnte von 1870—1890 aufweisen, ermöglichen. Dieselben dürfen nicht überschritten werden und sind nur denjenigen Ländern zu gewähren, welche ihrerseits Deutschland ein gleiches Entgegenkommen zeigen. Für diejenigen Länder, welche Teutschland zollpolitisch ungünstig behandeln, sind die Sätze eines ausreichend hoch bemessenen Generaltarifs in Anwendung zu bringen. Bevorzugungen des Handels mit ausländischen Erzeugnissen durch Zollkredite ober Tarifermäßigungen, welche bie Wirkung ber Zölle beeinträchtigen, sind zu beseitigen. Tie Versammlung würbe alsbann mit einem Hoch auf bas beutsche Vaterland geschlossen. ßtntralDtrfflinmlnng der Gruoffenschaft für Pirhoeiwnllmg in Deutschland. Tie Genossenschaft für Viehverwertung in Deutschland trat am Sonntag in Berlin zu ihrer ordentlichen Generalversammlung zusammen. Ter Vorsitzende des Vorstandes, Oekonomicrat Ring-Düppel erstattete den Geschäftsbericht. Die Mitgliederzahl beträgt z. Z. rund 1200, die sich auf 82 Genossenschaften verteilen. Ter Redner bemerkte, es müsse in landwirtschaftlichen Kreisen bie Ueberzeugung Platz greifen, daß sie allein burch bie Genossenschaft höchste Preise erzielen könnten. Major v. Schütz teilte mit, baß man bas erste Jahr ohne Unterbilanz abschließen könne. Das halte er für einen großen Erfolg. Ter bilanzmäßige Umsatz betrug fast 19 Millionen Mark. 85 Prozent bes gesamten Viehs sei in ben Händen ber kleinen Besitzer. Diese müsse man also unbebingt an bie Genossenschaft heranziehen; um bies Ziel zu erreichen, bebürfe man aber unbedingt ber bestehenben lanbwirtschaftlichen Verbänbe. Ein sehr wichtiger Punkt sei bie beabsichtigte Aufhebung der Depots ur Magervieh. Der Aufsichtsrat hat sich nur schwer zu einer solchen Maßregel entschließen können, da gerabe der Handel mit Magervieh von so außerordentlicher Bedeutung ei. Die Sache würde deshalb auch weiter verfolgt werden, aber im Augenblick stehe die Angelegenheit doch so, daß man sagen müßte, es könnten bei Weiterführung zu schwere Verluste eintreten. Im übrigen habe es sich bei ben Depots zunächst auch nur um einen Versuch gehanbelt, unb man werbe jebenfalls bie Depots so lange halten, als es irgend geht. Ter Redner empfahl weiter möglichst reiche Beschickung der Ausstellung in Rußland seitens der Züchter, für die die Genossenschaft alle Kosten trage. Dem Anschluß des Verbandes ländlicher Genossenschaften Raiffeisen scher Organisation, sowie des Allgemeinen Verbandes der landwirtschaftlichen Genossenschaften (Offenbach) stimmte die Generalversammlung zu. Die Versammlung erteilte ihre Zustimmung zu der Vermehrung des Aufsichtsrats durch ünf neue Mitglieder, die Herren: Stephan für Schlesien, Neutzc für Hessen, Pauli für die Rheinprovinz und Generaldirektor Heller unb v. Werbeck als Vertreter bes Berbanbes länblicher Genossenschaften Raiffeisenscher Organisation. __________________________________________________ Aus MM und Kund. Meßen, den 12. Februar 1901. x Vortrag. Gymnafialdirektor Prof. Dr. Schädel wird in einer Sitzung des Oberhessischen Geschichtsvereins am Donnerstag den 14. ds. (im unteren Saale des Cafö Ebel), abends 8*/, Uhr, einen Vortrag hallen, besten Titel: „Aus ber Custodia Philipps des Groß, mütigen" lautet. Wie und ausdrücklich bemerkt wird, sind Nichtmitglieder als Gäste willkommen. Es ist anzunehmen, daß sich zu diesem schon durch seinen Gegenstand anziehenden Bortrage eines hier und draußen beliebten Redners zahlreiche Zuhörer aus allen Kreisen unserer Stadt einfinden werden. ** Professor Max v. Pettenkofer in München, der Begründer der modernen Hygiene, der, wie wir gestern meldeten, n einem Anfall von Schwermut seinem Leben durch Er- chießen ein Ziel setzte, arbeitete Ende der 30er Jahre hier in dem von Liebig geschaffenen ersten Musterlaboratorium auf dem Seltersberg als chemischer Assistent. Hier begann er seine physiologisch chemischen Arbeiten unb legte ben Grund zu seinem umfangreichen Wissen. ** Prüfung für das Baufach. Im amtlichen Teil veröffentlicht die „Darmft. Ztg." folgende Bekanntmachung Iber die Gleichstellung unb gegenseitige Anerkennung der Vorprüfung und ersten Hauptprüsung für das Baufach in Hessen und Preußen: Nachdem die Verordnung vom 26. September v. I., die allgemeinen Staatsprüfungen für das Hochbau-, Ingenieurbau- und Maschinenbaufach betreffend, erlaßen worden ist, die sich im allgemeinen den Vorschriften über die Ausbildung und Prüfung für den Königlich preußischen Staatsdienst im Baufache vom 1. Juli 1900 anschließt, wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß an der mit der König!, preußischen Regierung getroffenen, durch die Bekanntmachung vom 2. November 1898 Reg.-Blatt Nr. 49) veröffentlichten Vereinbarung wegen gegenseitiger taatlicher Gleichstellung und Anerkennung der vor einem der beiderseitigen Prüfungsämter bestandenen Vorprüfung und ersten Hauptprüfung im grämten Baufache nichts geändert ist. Nach bestandener erster Hauptprüfung haben sich diejenigen Baubefliffenen, welche in Heffen zum Regierungsbauführer ernannt zu werden wünschen, an das Großherzogliche Ministerium der Finanzen und diejenigen, welche in Preußen zum Regterungsbauführer ernannt zu werden wünschen, an die in S 26 der preußischen Prüsungs- Vorschriften vom 1. Juli 1900 bezeichneten Behörden zu wenden. In beiden Fällen find dem Gesuche beizufügen: 1) der Lebenslauf, in dem auch über die Militärverhältniffe Auskunft zu geben ist (Gesuch und Lebenslauf sind in deutscher Sprache abzufaffen und eigenhändig zu chreiben); 2) die Zeugnisse über die praktische Vorbildung (SS 5 und 14 der Verordnung vom 2d. September 1900 und der Vorschriften vom 1. Juli 1900) und die dabei geführten Geschäftsverzeichnisse; 3) die Zeugnisse über die Ablegung der Vorprüfung und der ersten Hauptprüfung. E. Die Mitglieder des Ortsgewerbevereins Gießen besich. tfgten am Montag Nachmittag die Maschinenfabrik unb Eisengießerei von H eyligenstaedt u. Comp. Daß ein Werk von solcher Ausdehnung, wie sie bie Heyligen- taebl'sche Maschinenfabrik in knapp zwei Jahrzehnten erfahren, viel beS Interessanten unb Lehrreichen bieten würbe, davon war man allgemein überzeugt, diese Ueberzeugung machte aber im Verlaufe der Besichtigung ber Überraschung Platz. Kommerzienrat Heyligenstaebt hatte bie Führung ber Gäste selbst übernommen, unb so war es diesen vergönnt, den Werdegang der in der Fabrik hergestellten Werkzeugmaschinen vom Rohguß bis zum versandtfertigen Fabrikat zu beobachten und die einschlägigen Erklärungen zu erhalten. Wenn wir mitteilen, daß die Fabrik zurzeit zirka 560 Per- sonen (Beamte, Techniker unb Arbeiter) beschäftigt, alljährlich Tausende von Maschinen, darunter Kolosse von über 200 Zentner Schwere, nach allen Weltgegenden versendet, so können wir wohl annehmen, daß die Stabt Gießen stolz darauf ist, ein solches Etabllffement innerhalb ihres Gemewbe- wesens zu haben. Stadtverordneter Petri und Schuhmachermeister Berg gaben nach Beendigung des Rundganges namens ner Teilnehmer dem Danke derselben für das Gesehene Ausdruck, Kommerzienrat Heyligenstaebt weihte ein GlaS dem Blühen unb Gedeihen des Gewerbes. 8g. Der Gabelsberger Stenographen Verein veranstaltete als Nachfeier des am Donnerstag begangenen GeburtstagS- feftes des Altmeisters Gabelsberger am Sonntag einen recht zahlreich besuchten Ausflug nach dem „Jagdschlößchen Duten-> yofen". Der noch von dem Feste des Vogesenklubs in lieblichstem Tannengrün und im Herbstgewande unserer Laubwälder prangende große Saal versammelte auch Jüngerinnen und Jünger Gabelsbergers sowie zahlreiche Gäste zu fröhlichem Treiben und Thnn zu flottem Tanze. Begeistert würbe von Allen die Gabelsberger-Hymne gesungen, und ebenso ein zweites Lied des Schnellschreibkunst mit Freuden angestimmt. Die wohl auch von andern abends unangenehm empfundene sehr schlechte Rückfahrgelegenheit nach Gießen machte zum allseitigen Bedauern dem herrlichen Vergnügen e W Iber ? f,"t r schwer w ^dedeutung tz gerben, N lo, bah b-^schwere N'r Ä er' sur die die Üblicher Ge- ,on' sowie des Unschön- > stimmte die eJteilte ihre stsrats durch m Schlesien, Krovrnz m des Genscher Liga. . bruar 1901, Dr. Schädel i Geschichts« unteren Saale "rag hallen, 8 des Groß« ttft wird, sind t MMehwrn, ad anziehenden Redners zahl« stadt einfinden nchen, der Be- Bern meldeten, eben durch 6t. Oer Jahre hier terlaboratorinm hier begann egte den Grund ichen Teil ver« lnntmachung nerkennung der >aS Baufach in f., bie aUgtmtinai WtfdjintnbauiaQ den Vorichrist«^ wb hindurch |«f RW- 2. Novembn 1898 wegen gegenleitign m der beiderseitigen luplpiüsung ini genfer §auptp*g n zm RegitMSr- logliche Mistrnuni legterungsbauführer ußischen Prüsung8' ju wenden. 3*1 ebenM in deo ist ,Gesuch und b eigenhindig »ildung iÄ5 c rorichcheaE ttitW") Vf ersten hauptpMr- nS Siebe« W* nenfabnkvvd i, ComP. ru bie W Jahrzehnte« tv ?n bieten lvitrde, s, llebelpSUNS >r Ueberraschung ;tte die MM ,sä: w 56X K.r »'S«»-- g.*w" i«; ffüt g»ß' «"i, B- 19*” "(«H £,J"b’ «'M äs«? mA”* schon um 7 Uhr ein Ende. Der Verein vermag auf ein weiteres wohlgelungenes Fest während seines nun 40jährigen Bestehens zurückblicken. •• Das Restaurant „Kaiserhof" ist, wie wir hören, an einen Berliner Restaurateur verpachtet worden, der dem Be sitzer eine entsprechende Summe als Kaution gestellt hat. Die Uebernahme durch den neuen Pächter soll in den nächsten Tagen erfolgen. ** Unter verdächtigen Umständen soll, wie man berichtet, seit einigen Tagen ein Drechsler M. „verreist" sein unter Zurücklassung erheblicher Schulden. ** Wichtig für unsere heimische Industrie ist eine Ent- scheidung des Gerichtshofs (Oberlandesgerichts) zu Amsterdam. In einem Erkenntnisse vorn 12. Dezember v. I. hat dieses oberste niederländische Gericht als Berufungs-Instanz das Ausstellen unrichtiger Fakturen zum Zwecke der Täuschung der Zollbehörden als Urkundenfälschung qualifiziert und von diesem GefichtSpunkte aus unter Be ftätigung des Urteils der ersten Instanz (Arrondissements- Rechtsbank) zwei Amsterdamer Kaufleute zu einer Gefängnis strafe von je 6 Monaten verurteilt. „e" Ahbach, 11. Febr. Die Bewohner von hier und Umgegend mußten es in letzter Zeit wieder schmerzlich em« pstnden, daß ihnen durch den Austritt der Lahn die direkte Verbindung nach Dutenhofen abgeschnitten war. Bekanntlich wird feit der Erbauung der Dutenhofer Lahnbrücke von hier aus die Station Dutenhofen fleißig benutzt, um die Nachbarstädte Gießen und Wetzlar zu besuchen. Sobald aber Hochwasser eintritt, kann man den sogen. Lein« Pfad nicht benutzen und man ist genötigt, über Heuchelheim nach Gießen zu Fuß zu gehen. ES wird daher allseitig gewünscht, daß der vorgesehene Verbindungsweg zwischen Atzbach und Dutenhofen gebaut werde. Sollte Dutenhofen eine Güterhaltestelle bekommen, so wäre eS um so sehnlicher zu wünschen, daß der Weg bis dahin fertig gestellt wäre. An Baumaterial fehlt es ja nicht, da der Atzbacher Berg dieses reichlich bietet. W.S. Saasen, 11. Febr. Gestern abend feierte der hiesige Gesangverein „Eintracht" sein Stiftungsfest, verbunden mit komischen Vorträgen im dekorierten Saale des Gastwirts Heinrich Sch epp V. Um 8 Uhr eröffnete der Dirigent, Lehrer Herber, mit kerniger Ansprache die Feier und brachte ein Hoch auf den Gesangverein aus. Das reichhaltige Programm fand bei allen Zuhörern lebhaften Beifall. Dann begann der gemütliche Teil, der bis nach Mitternacht dauerte. Dem Dirigenten, Lehrer Herber, gebührt für den guten Erfolg aufrichtigen Dank. T. Londorf, 12. Febr. Gestern fand ein Konzert des Gesangvereins „Frohsinn" int Ziegler'schen Saale statt. Unter der vortrefflichen Leitung seines Dirigenten Bandaß wurden die zahlreich von nah und fern erschienenen Besucher vollauf befriedigt. Das Konzert wurde eingeleitet mit dem schönen Chor „Der Tag des Herrn" von Zwyßig, dem in steter Abwechslung Chore ernsten und heiteren Inhalts, sowie Soli, vom Dirigenten vorzüglich vorgetragen, folgten. Aus dem überaus reichhaltigen Programm heben wir nur die besonders große Anforderungen an Dirigenten wie Sänger stellende Chöre: „In den Alpen" von Hegar, „Der Trompeter an der Katzbach" von Möhring und „Des Kindes Klage" von Rebbert hervor, die von großem Fleiß und guter Schulung zeugten und von dem überaus enthusiasmierten Publikum mit großem Beifall aufgenommen wurden, Die Zwischenpausen wurden von einem Teil der Gießener Regimentsmusik ausgefüllt und ernteten wohlverdienten Beifall. Der Verein hat durch dieses Konzert bewiesen, daß er vollkommen auf der Höhe steht und selbst den schwierigsten Anforderungen gewachsen ist. „Der Trompeter an der Katzbach" wurde auf allseitigen Wunsch wiederholt, ebenso mußte sich der Verein zu einer Zugabe „Die Einkehr" verstehen. g. Friedberg, 11. Febr. Im Saale des Hotel Trapp fand gestern Abend der sogen. Juxabend des hiesigen Turn- Vereins statt. Zur Vorführung gelangten mehrere Theaterstücke und komische Vorträge. Die Gesangabteilung deS Vereins fang unter Leitung des Dirigenten Hertel einige recht schöne Lieder. Hieran schlossen sich Konzert und Tanz. fo. Laubach, 10. Febr. Der Obstbauverein deS Kreises Schotten hielt heute hier im Hotel Schützenhof seine Hauptversammlung ab. Oberlehrer Reichelt aus Friedberg hielt einen Vortrag über die Schädlinge des Obstbaus. fc. Grebenhain, 11. Febr. Die Arbeiten am Rohbau der Bahn von hier nach Lauterbach sind bis auf das letzte Stück zwischen hier und Ilbeshausen, an dem wohl noch drei Monate zu arbeiten ist, vollendet. Fast alle Unternehmer haben bei Herstellung des Rohbaues mit Verlust gearbeitet, woran das durchweg felsige Gelände schuld ist. Die Einschnitte treffen fast alle Basaltlagen, die nur durch Sprengen zu beseitigen sind. fc. Gensingen, 10. Febr. Der verschwundene Post- agent und Rechner bet Spar- und Leihkaffe, Scherfel, hat sich erschossen. □ Stockheim, 12. Febr. In einer hiesigen Wirtschaft verkehrten dieser Tage mehrere Burschen eines Nachbarortes. Gegen Abend erlaubten sie sich im Lokal verschiedene Ausschreitungen, die sich der Wirt verbat, und als es immer noch keine Ruhe gab, wurden die Ruhestörer vorn Wirt aus dem Lokal entfernt. Kaum auf der Straße angelangt, bedrohte einer der Ausgewiesenen den Wirt mit einem Revolver. Der Polizei wurde Anzeige erstattet, und die Tumultuanten sehen nun ihrer Bestrafung entgegen. Darmstadt, 11. Febr. Der Großherzog reift morgen wieder nach Petersburg. Er nimmt von Gotha aus seine Tochter, die Prinzessin Elisabeth, die dort bei ihrer Großmutter weilt, mit nach Rußland. -k- Mainz, 11. Febr. Gestern fand hier eine von den Sozialdemokraten einberufene zahlreich besuchte Protestversammlung gegen die Erhöhung der Getreidezölle statt, in der der LandtagSabg. Dr. David gegen die geplante Steuer sprach. Zum Schluß nahm die Versammlung eine Resolution an, in der auf das schärfste gegen die vom Großagrariertum geplante Brodverteuerung, in der sie eine große Gefahr für die gesamte Entwickelung unseres Volkes sieht, protestiert wird. •• Kleine Mitteilungen aus Heffeu und den Nachbarstaaten. Eine seltene Ueberraschnng wurde jüngst dem Landwirt Beruh. Klinger in Ockenheim zu teil. Eine Kuh brachte vier vollständig ausgewachsene Kälber (3Ochsen und ein Mutterkalb) zur Welt. Vermischtes. * Ordensschwindel. Im Anschluß an den Titelschwindel, von dem wir mehrfach berichteten, weiß eine Berliner Korrespondenz mitzuteilen, daß ähnliche Maschenschaften bezüglich der Erlangung von Orden bekannt werden. Darnach hatte ein Herr v. N. verschiedentlich geäußert, daß er in der Lage sei, zu Ordensauszeichnungen zu verhelfen. Andererseits war einem Berliner Künstler darum zu thun, einen Orden zu besitzen. M. wurde nun von einem Agenten H. besucht, der ihm bedeutete, daß er mit dem Eintritt in einen Klub für WohlthätigkeitSzwecke, dessen Vorsitzender v. N. sei, die erste Stufe zur Erreichung eines Ordens zurückgelegt habe. An der Mitgliedschaft des Klubs war Herrn M. indeß nichts gelegen, und der Agent trat nun mit der Erklärung hervor, daß er trotzdem einen Orden erlangen könne, wenn er auf einer bestimmten Bank 15,000 Mark hinterlege. DaS machte den Künstler stutzig, und als er nun auf feine Frage nach der Art der Auszeichnung erfuhr, daß es sich um einen Orden aus einem anderen Staate handele, da ihm in Preußen eine Dekoration der gewünschten Art nicht verliehen werden könne, zerschlug sich die ganze Sache. Hoffentlich wird auch hierüber durch eine gründliche Untersuchung bald Klarheit geschaffen. * Bern, 11. Febr. Der Amtsnotar Aeschbach von Bern, der mit Aktien des verkrachten Schweizerdorfes spekuliert hatte uub durch anderweitige Herhällniffe in eine Finanzklemme geraten war, hat sich erschossen. * Budapest, 12. Febr. Der int „Harmlosen-Prozeß" verurteilte v. Kröcher, der sich mit Gehetter Lona Hussinger, einer unter dem Namen Ledelores in Chantants austretenden Sängerin, zwei Monate unter falschem Namen hier aushielt, entfloh rechtzeitig, als die hiesige Polizei aus Veranlassung der Berliner ihn verhaften wollte. Er wendete sich bann mit Gehetter nach Wien, wo er ebenfalls vor ber Verhaftung entfloh unb soll nun nach Warschau gegangen fein, wohin Ledelores engagiert ist. Kröcher erhielt hier wiederholt größere Geldsendungen aus Berlin und Hannover, seiner Angabe nach von früheren Kameraden in deren Interesse, damit er nicht nach Deutschland zurückkehre. • Budapest, 11. Febr. In Leutschau wurde gestern zwischen den Leutnants des 85. Infanterieregiments Alfred Lerner und Rudolf En der le aus unbekannter Veranlassung ein Säbelduell ausgetragen. Beim ersten Gange stieß Lerner seinem Gegner den Säbel ins Herz. Enderle war unmittelbar darauf eine Leiche. Aitteratur, Wissenschaft und Kunst. München, 11. Febr. Der Prinzregent hat dem Direktor der Glyptothek. Professor Furiwangler, eine Summe zur Verfügung gestellt, um auf der Insel Aeaina bei jenem Tempel, zu dem die berühmten aeginettlchen G-ebelfiguren gehörten, Ausgrabungen vorzunehmen. Von der griechischen Regierung ist bereits die Erlaubnis zu Grabungkn erteilt worden, die im März und April vorgenommen werden sollen. Gerichtssaal. ko. Darmstadt, 11. Febr. Das Urteil in dem Strafprozeß gegen den Wohnungsinspektor Wilhelm Carle aus Offenbach wegen Urkundenfälschung wurde heute vor der hiestgen Straf kammer verkündet. ES lautet, wie man erwartet hatte, auf Freisprechung. Die Enlscheidmlgsgründe wurden nicht bekannt gegeben, da Carle auf Verlesung derselben verzichtete. Mainz, 11.Febr. Das Kriegsgericht verurteilte am Samstag den Feldwebel Wteskemann aus Frieda vom Pionier-Bataillon Nr. 11 in Kastel wegen Mißhandlung eines Untergebenen zu zehn Tagen Arrest. Der Feldwebel batte während einer Zimmerübuna einem Rekruten, der schwer von Begriff war, mit der geballten Faust, in der sich eine Munittonsgabel befand, einen Schlag hinter das linke Ohr versetzt. Bald darauf meldete sich der Rekrut an Ohrensausen krank und kam ins Lazaret. Nach dem Gutachten der Aerzte soll es aber ausgeschlossen fein, daß das Ohrensausen vom Schlage herrühre; die Krankheit müffe schon früher bestanden haben. Arbeiterbewegung. -n. Mainz, 11. Febr. Unter den in der Hausindustrie be, schäfiigten hiestgen Schneidern ist eine Lohnbewegung im Gange. Wegen der hoben Kohlenpreise unb der wachsenden Schwierigkeiten, geeignete und preiswerte Ardeitöräume >u finden, verlangen diese Errichtung von gesunden, menschenwürdigen Betliedswerkstätten mit geregelter Arbeitszeit. Die sogen. Lohnkommisfion hat die Forderungen bereits den Arbeitgebern übermittelt und einige haben der Kommission auch schon Zugeständniffe gemacht, so daß eine Einigung zu erwarten steht. — In der Faßfabrtk von I. Flurschütz hier haben die Küfer heute wegen Lohn- und sonstiger Differenzen die Arbeit nirdergelegt. Handel und Urrbehr. Volkswirtschaft. ReichSbank. Am 2. April wirb in Biebrich eine von der Retchsbankstelle in Wiesbaden abhängige Reichsbanknebenst lle mit Kaffenetnrtchtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. Gießen, 12. Februar. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. jft 0.80—1.00, Hühnereier per St. 8—9 L, 2 St. 00-00 <$, Enteneier 2 St. 00—16 -z, Gänse- eier per St. 00—00 Käse 1 St. 5—8 <£, Käsematte 2 St. 5—8 <), Erbsen per Liter 22 L, Linsen per Liter 34 <), Tauben per Paar JC 0.80—1.00, Hühner per St. JC 1.00—1.50, Hahnen per Stück JC 1.00—1.80, Enten per St. JC 2.00—2 20, Gänse per Pfd. JC 0.60 bis 0.80, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 , Kuh. und Rindfleisch per Pfund 60—64 $ Schweinefleisch per Pfd. 64—74 Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 78 4, Kalbfleisch per Psd, 60—66 -), Hammelfleisch per Pfd. 50—66 L, Kartoffeln per 100 Kilo 5.00—6.00 JC, Weißkraut per St. 00—00 Zwiebeln per Ctr. X 6.00—6.50, Mich per Liter 18 . Mainz, 9. Febr. In der abgelaufenen Woche war unser Viehmarkt mit 1916 Stück betrieben. Bezahlt wurde für Ochsen 60—69 Mk., Kühe und Rinder 44—68 Mk., Kälber 70—75 Mk., Schweine 53-60Mk. Alles pr. 50 Kgr. Schlachtgewicht je nach Qualität. Frankfurt, ll. Febr. Am heutigen Wochenmarkt war Landweizen ausreichend angeboten, die Kauflust der Mühlen dagegen wenig angeregt und war daher nur eine mäßige Preisbefestigung bei beschränkten Umsätzen bemerkbar. Landroggen spärlich angeboten und im Preis unverändert. Ausländische Brodftüchte fortgesetzt in unbefriedigender Rach« frage bei stabilen Preisen. Gerste ruhig. Hafer behauptet sich in fester Tendenz bei guter Bedarfsfrage. Mais im Preis und Absatz günftia Es notieren: Weizen hi.siger und Wetterauer 16,55 Mk., kurheisischer 16,55 Mk , norddeutscher —, russischer 17,75—18,40 Mk, Redwinter 17,75—18,20 Mk., KansaS 17,90—18,25 Mk., La Plata 17,75—18,5" Mk., Numänier 17,75—18.25 Mk. Roagen, hiesiger 14,65-14.75 Mk., Pfälzer —, russischer 14,75—15,25 Mk. Gerste, hiesige ' 5,50-15,75 Mk , Pfälzer 16,25-16,80 Mk., fränkische 18,25—17,00 Mk., Riedgerste 16,20 bi« 16,50 Mk, ungarische 17,25-18,75 Mk Hafer, hiesiger 13,50—14,50 Mk-, Württemberger —, bayerischer 13,50—15,25Mk., russischer 14.00—15,50Mk. Mais mixed 11,10—11,25 Mk., Lapla'a —. Alles pr. 100 Kgr. netto effcltio loko hier. — Mehl unverändert. Es notieren: Weizenmehl, hies. Nr 0 15,25—15,75 Mk., feinere Marken 28,00—28,50 Mk., Nr. 1 24 00—24,50 Mk, feinere Marken 24 .75—25,25 Mk., Nr. 2 23.00 bi« 23,50 Mk., feinere Marken 23.75—24,25 Mk., Nr. 3 21,00—21,30 Mk., feinere Marken 21,75-22,25 Mk., Nr 4 18.50—19.00 Mk, feinere Marken 19,50—20,00 Mk. Roggenmehl, hiesiges Nr. 0 23,00—24,00 Mk, Nr. 1 20,50—21,50 Mk., Nr. 2 15,25—16,00 Mk. Alles pr 100 Kgr. inkl. Sack loco hier. — Futterartikel unverändert. Es notieren: Weizen'chalen 4,70- 4,75 Mk., Weizenkleie 4,65—4,75 Mk., Roggenkleie 5,25—5,40 Mk., Futtermehl 6,50—7,25 Mk. Biertreber, getrocknet 5,40—5,45 Mk. je nach Qualität. Alles pr. 50 Kgr. netto effektiv loco hier. Ztzravkfurt, 11. Febr. Amtliche Notierung der Viehmarkt-Preise. Zum Verkauf standen: 375 Ochsen, 36 Bullen, 771 Kühe und Färsen (Stiere und Rinder), 347 Kälber, 300 Schafe und Hümmel und 1298 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Schlachtgewicht: Ochsen: a. voll- fleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren 67—69 Mk., b. junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 62—65 Mk., c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere 57 — 60 Mk, d. gering genährte jeden Alters 00 Mk. Bullen: a. vollfieischige höchsten Schlacht- wertes 54 — 56 Mk., b. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 50—51 Mk., gering genährte CO Mk. Kühe und Färsen (Stiere und Rinder): a. vollfieischige, ausgemästete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwertes 60—62 Mk, b. vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 55—57 Mk., 0. ältere auSgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rind.r) 44—46 Mk., d. mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rmder) 31—32 Mk., e. gering genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 28—30 Mk. Bezahlt wurde für 1 Psd. Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast- (Vollm. Most) und beste Saugkälber 76—78Pfg., b. mittlere Mast- und gute Saugkälber 68—70 Pfg, c. geringe Saugkälber 57—58 Pfg., d. ältere, gering genährte Kälber (Fresser) 00 Pfg. Schafe: a. Mastlämmer und jüngere Masthämmel 68—60 Pfg, b. ältere Masthämmel 48—49 Pfg., c. mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafe) 40 bi« 42 Pfg. Schweine: a. oollfleischige der feineren Raffen und deren Kreuzungen im Alter bis zu l>/< Jahren 61 Pfg., b. fleischige 59—60 Pfg., c. gering entwickelte sowie Sauen und Eber 00, d. ausländische Schweine (unter Abgabe der Herkunft) 00 Pfg. Bezahlt wurde für 1 Pfd. Lebendgewicht: Kälber a. 46—48 Pfg., b. 40—42 Pfg. Schweine a. 48 Pfg., fleischige 47 Pfg. — Aus Oesterreich standen 91 Ochsen zum Verkauf. — Geschäft bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend, bei Kleinvieh gut, Markt geräumt. Neueste Meldungen. Madrid, 11. Febr. Die Kundgebungen bauerten heute hier fort. Jrn Prabo wurde die Gendarmerie von den Manifestanten mit Steinwürfen angegriffen. Die Gendarmerie ging dann mit der blanken Waffe gegen die Menge vor. Einige Personen wurden verwundet. In Saragossa hielten die Manifestanten einen Umzug mit der republikanischen Fahne und schossen auf die Gendarmerie. Ein Unteroffizier und mehrere Manifestanten wurden verwundet. Pnvat- depeschen zufolge wurde Generalkapitän Bescero von der Menge mit den Rufen „Es lebe der republikanische General" begrüßt. — Auch in Valencia und Barcelona dauern die Kundgebungen fort. Bern, 12. Febr. Der Danteforscher, Pfarrer Sc ar- tazzine, ist in Fahrwangen (Aargau) gestorben. Sofia, 11. Febr. In maßgebenden Kreisen wird die Auflösung der Kammer für unvermeidlich gehalten, da die Zersplitterung der Parteien die Bildung einer Kammer- mehrhcit unmöglich macht. BSrsennachrichten. Berlin, 11. Februar 4 % Deutsche Grundschuld-Bank 1 u. 2 46.00 M 4 o/o do. 8. 5/6 unk. b. 1904 46.00 n 8V.O/0 do. 3. 7/8, unk. b. 1906 44-80 „ 4 o/q D. Hyp.-Bank (Berlin) S. 10 unk. 1908 97 30 M 8’/,0/n do. unk. 1905 89.50 , 4 o/n Preuss. Hyp’-A.-Bank 8. 8-12 8170 „ 4 O/q do. 8. 15-18 unk. b. 1900 81 70 » 4 o/q do. 8. 19-20, unk. b. 1905 00 00 „ 3’/, 0/o do. 8. 13, 14 73.30 „ 31/, O/o do. 8. 21, 22, unk. b. 1905 73.30 „ Telephonischer Kursbericht. 81/! 0/o Reichsanleihe . . 3O/o do . . 3i/i o/o Konsols . . . . 3 0/0 do . . . . 3Vt % Heesen . . . . 5 % Italien. Rente . . . 4 0/0 Griech. Monop.-Anl. 8 o/q Portugiesen . . . 3 0/0 Mexikaner . . . . 41/ie/o Chinesen . . . . Frankfurt, -'en 12. Februar 98 45 | Kreditaktien.....211 50 89.25 98 30 89.10 94.80 96.10 43 7b 24.80 25.70 Diskonto-Kommandit . Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . . Berliner Handelsges. . Oesterr. Staatsbahn Gotthardbahn . . . Laurahütte . . . . Bochum..... 82.00 Harpener Tendenz fest. . lr 1.90 . 133 90 . 149 40 . 152 26 . 143 50 . 116 20 . 197 50 . 178 30 . 168 00 Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Februar ttD 5? *• 11. 12. 12. 9“ 751,7 -5,6 2,5 85 _ 2 725 750 2 -6,4 2,6 95 SE. 1 2« 748,0 -2,7 2,9 77 w. 2 Höchste Temperatur am 10.—11. Febr. 0,1° C. Niedriosie „ „ w „ —5 5° C. SEeti't Sternhell bedtck Sonnenschein f Scvor Sir jbrtn . a Jbirni .Intereiir • > rrft umjcbeitb unb _ __________ ( ftanfo lllujlrr pon —-------------— < von brr ., . $ HohensteinerSeidenweberei „Lotze“, Hohenstein Ernsttnai y Höniglidyrr-,