filktlicb 1282 'S, Hessens. >i den Herren &n Kasse; 1 Kwae stände, är zu Giessen. . Ä 12^ ids 8 Uhr. läolf Bebner ‘8 Frankfurt a M , iftBii (Klarier). iamillo Saint-Saens rr. Schubert. I. Brahms. L. van Beethoven. 3. Traetmano. 1. Schumann. F. Schubert. rter Platz Mk. 1.75, ihandlung von Ernst tenkarten auch beim Zirkulare, Adreeeen* igungen.eo- he vor- •hreibereien Treiben er- ,.»KS tedt’s Vogelintt« L2 ,g 83,Laden. inner1 »verein. 111. -ebruae ct<, »» 9 Uhn enerav ammlung BralltttiAörts« 12 FeiM L-E eE 1901 151 Jahrgan Mittwoch b?n 13. Februar Erstes Blatt Zlnrts- und Anzeigeblatt für den Gieren Alle Anzeigen-Vermittlungsslellen des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Gießener Anzetga entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pf., auswärts 20 Ps Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für ben folgenden Dag erscheinenden Nummer bi« vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Redaktion, Expedition und Druckerei: Ochulstrahe Nr. 7. Gratisbeitagen^ießene^äuütiercktütter, Der hessische Landwirt Dtätter für hessische Dolkskunde. Aeznqspreis viertcljafal. Mk. 2.20 inonattich 75 Psg. mit Brinqertohn; durch btt Abbotcsttlle» vicrltljährl. Mk. 1.90 monatlich 65 Pfg. Bei Postbezug Mk. 2 — incrtcljährt. ohne Bcslcllgtld. Gießener Anzeiger General-Nn^eiger Adresse für Depeschen: Anzeiger «letze». Fernsprecher Nr. 51. I ■■ I—! I '".."-WM Ne 37 frf4einl lä-Nch Mir PuSnadmt deS Montag-. Die Vitßtntr S«mtrten 6 fdtter erden dem Anzeiger bn Wechsel mit „Hess. Hemdwirt" u. „Blätter für b^ss. Volkskunde- -chN- 4 mal beigelegt. die Ver Welt und denen des Geistes, zu genügen. Für die deutsche Bühne neu war es und imponierte auch vielen „Kindern des Geistes", reformatorische Ideen und Sünden der Zeit im Theater Halbwegs ernsthaft und nicht ohne Geist behandelt zu sehen, gute alte Gedanken eines wackeren Bürgertums hübsch neu aufgeputzt und geschickt und prägnant zurecht gestutzt mit dem Brusttöne einer biederen Ueberzeugung vor getragen zu hören. Die leichtlebigen, lustigen Kinder der Welt aber kamen zu dem Vergnügen, im Theater einen litteransch sich gebährdenden Sinnenkitzel zu verspüren, in pikanter Wollust mit Grazie herumzuplätschern und ihr Abbild auf der Bühue mit behaglichem Schmunzeln verständnisvoll zu genießen. So kam damals die Mehrzahl der bei weitem überwiegenden Theaterbesucher auf ihre Kosten. Heute dagegen ist die Zahl derer doch schon etwas gewachsen, die das ganze Komödiantenhafte dieser Scheinrealistik, die so ganz unmögliche Moralpathetik des Theatergrafen Traft ebenso schwer vertragen können, wie die sentimentale Tugend- boldigkeit seines Freundes Robert. Graf Traft, der von der „Gesellschaft" seiner „Ehre entblößte Märchen-Krösus, ist der Träger der dramatischen Handlung und des gesamten europäischen Kaffeehandels. Herr Oskar Bohnee aus Köln als^Gast, „Ehrencavalrer Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen von Lusignan, Ehrenmitglied der König!. Akademie der Wissenschaft und Künste zu Florenz" wie es auf seiner Visitenkarte heißt, errang als dieser halbasiatische, halb europäische Ueberkultur- Uebermensch einen äußerlich großen dramatischen Erfolg. Diesen Herrn mit der großen Visitenkarte ist man leicht geneigt, im Tone gänzlicher Naivetät nach Suder- manischem Vorbilde zu fragen: „Sonst nichts?" O doch, Herr B. ist sonst noch etwas, er ist ein Bühnenroutinier, wie man ihn nicht allzu häufig findet. Er ist ein Mann von imponierender Gestalt, schönem Organ und ausdrucksvoller Amtlicher Teil. SMmtmri (fnttt (j. Betr.: Bezug von künstlichen Düngemitteln. Auf die Bekanntmachung vom 23. v. MtS. find bis jetzt einige Bestellungen eingegangen. Ich richte daher nochmals die Aufforderung an alle Interessenten, möglichst bald ihre Bestellungen machen zu wollen. Die Vorteile des Bezuges sind Scontoabzug, Rabatt, zuverlässig gute Ware und für die Mitglieder des landwirtschaftlichen BezirkSveretns Frachtfreiheit bis zur nächsten Bahnstation bis zum Betrage einer Bestellung von 40 Mk. Gießen, den 11. Februar 1901. Der Direktor des landw. Bezirksvereins. v. Bechtold. Bekanntmachung, betreffend die Außerkurssetzung der Bereinsthaler österreichischen Gepräges. Vom 4. Dezember 1900. Unter Bezugnahme auf die nachstehende Bekanntmachung wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Einlösung und Umwechslung der mit Wirkung vom 1. Januar 1901 außer Kurs gesetzten VereinSthaler österreichischen Gepräges bis zum 31. März 1901 bei der Grohh. Hauptstaatskasse, den Großh. DistriktSeinnehmereien und Untererhebstellen statt- fiuden kann. Darmstadt, am 4. Dezember 1900. Großherzogl. Ministerium der Finanzen Gnauth. Bekanntmachung. Sonntag, 17. b. Mts., nachmittags 31/* Uhr, wird Herr Oekonomiecat Leithiger von Alsfeld im Saale des Johs. SameS zu Queckborn einen Bortrag über Aeldbereiniguug halten. Ich lade dazu jedermann, der sich dafür interessiert, freundlichst ein, und ersuche die Herren Bürgermeister von Queckborn und der Nachbarorte um Bekanntmachung. Gießen, am 7. Februar 1901. Der Direktor des landwirtschaftlichen Bezirksvereins, v. Bechtold. Bekanntmachung. Am 26. Januar ist bei der Posthilfsstelle Ober Hörgern eine Telegraphenaastalt mit Fernsprechbetrieb er öffnet worden, mit der eine Unfallmeldestelle und eine offent liebe Sprechstelle verbunden ist. Darmstadt, 30. Januar 1901. Kaiserliche Ober-Postdirektion. Holfeld. Deutscher Reichstag. Berlin, 11. Februar. Tas Haus erledigt ohne Debatte den Rest des Etats des Reichsjustizamtes und geht dann zur Beratung vcL Reichsschabamtes über. . Aba. Bassermann (nl.) bemängelt, daß iniWioer spruch mit der letzten Stempelsteuernovelle für Preußen die Stempelsteuer für nicht vollbezahlte Stammaktien, vom vollen Aktienbetrag erhoben werden. Abg. Dr. Böcke! (Antis.) beklagt die zunehmende Schuldenwirtschaft und vermißt eine rationelle Finanzwirtschaft- Dic Anleihe verkleisterte nur die zerfahrene F^nanzwirt- 'chaft. Die Pumpwirtschaft mehre sich ja auch in Preußen durch die nach Redners Ansicht sichere Annahme der Kanal- Vorlage. Das Schuldenmacken sei nur eine Vertu,chimg, man solle lieber neue ehrliche Steuern Vorschlägen. Wie denkt sich denn der Staatssekretär diese Entwickelung? Er sitzt bei alledem dabei und lächelt (Heiterkeit). A-urd) die Schuldenwirtschaft kommen wir auch in eine unnitt arößere Abhängigkeit von der Börse, die unsere ganze Freiheit und unser Recht beeinträchtigt. Und was verlangt die Bör e als Aequivalent ? Eine Abänderung des Börsen^ Gesetzes. Ich kann die Entwickelung der letzten ^ahre nur bedauern; will man schon Anleihen, so mache man nntor« tifiirbarc. ßertet Die Kanalvorlage würde allerdings viel Geld kosten; ich zweifle aber daran, daß sie angenommen wird. Ob hinter den Kulissen etwas gespielt hat, oder „gemimt" ist, weiß ich nicht, es entzieht sich meiner Kenntnis, ich war nicht dabei. (Heiterkeit.) Ter Redner hält die Bemängelung Böckels für übertriebe». Er ersucht den Schatzsekretär um baldige Fertigstellung des Zolltarifs im Interesse der Landwirtschaft. Reichsschatzsekretür Frhr. v. Thielmann erklärt, der Abschluß der Vorarbeiten der Zolltarife im Reichsschatzamt sei in allernächÜer Zeit zu erwarten. Schon seit einem Jahre werde mit allen Kräften daran gearbeitet, Hand in 5->and mit dem Reichsamt des Innern. Er hoffe, daß in kurzem die Sache an die anderen zu befragenden Instanzen abgegeben werden könne und daß diese Instanzen den Zolltarif in kürzester Frist an den Bundesrat gelangen lassen werden. vx„, /t., „ Äbg. Dr. Paasche (nl.) weist die Bocke! sche Kritik als unberechtigt und stark übertrieben zurück. Gerade bic Antisemiten hätten immer für Ausgabevermehrung und gegen Anträge auf Schuldentilgung gestimmt. Abg. Speck (Ztr.) fragt, wie es mit der weiteren Ausprägung von Kronenstucke n fei: bemängelt die künstlerische Ausführung der preußischen Jubilaumsdenk- münze Ist der Kunstwerk der neuen Denkmünzen schon fragwürdig, so gilt dasselbe von der Ausführung. Der Ruhm Münchens, in diesem Punkte an der Spitze Deutschlands zu marschieren, wird in absehbarer Zett nicht ge- Auf Grund des § 1 des Gesetzes, betreffend rinSthaler österreichischen Gepräges, vom 28. Februar 1892 (ReichS-Gesetzbl. S. 315) hat der Bundesrat die nachfolgenden Bestimmungen getroffen. § 1* Die in Oesterreich bis zum Schluffe des Jahres 1867 geprägten VereinSthaler und Vereinsdoppelthaler gelten vom 1. Jarrrrar 1901 ab nicht mehr als gesetzliches Zahlungsmittel. Es ist von diesem Zeitpunkt ab außer ben mit der Einlösung beauftragten Kaffen niemand ver pflichtet, diese Münzen in Zahlung zu nehmen. § 2. Die Thaler der im § 1 dieser Bekanntmachung bezeichneten Gattung werden bis zum 31. März 1901 bei den Reichs und LandeSkassen zu dem Wertverhältniffe von drei Mark gleich einem Thaler sowohl in Zahlung als auch zur Umwechselung angenommen. § 3. Die Verpflichtung zur Annahme und zum Umtausche (§ 2) findet auf durchlöcherte und anders als durch den gewöhnlichen Umlauf im Gewichte verringerte, sowie auf verfälschte Münzstücke keine Anwendung. Berlin, den 8. November 1900. Der Reichskanzler. In Vertretung: Freiherr von Thielmann. Gießen, 4. Februar 1901. Betr.: Wie oben. _ Das Großherzogliche Kreisamt Gießen att die Rechner der KreiSkasse, der Gemeinden, Kirchen und Stiftungen im Kreise. Unter Bezugnahme auf vorstehende Bekanntmachung beauftragen wir Sie, darnach zu verfahren. Vom 1. Januar 1901 ab wollen Sie womöglich keine Thaler der obigen Art in Zahlung nehmen, die vorhandenen rechtzeitig vor dem 31. März 1901 bei den Reichskaffen oder der Großherzogl. Hauptstaatskasse, den Großh. Bezirkskaffen (Distrikts Ein nehmereien) oder den Untererhebeftellen zur Einlösung oder Umwechselung vorlegen. v. Bechtold. Redeweise im Sinne der Jffland'schm Theaterart, cm Manu wie geschaffen, ein für das Komödienhafte in der Komödie schwärmendes Publikum hinzureißen. Er versteht es ganz vorzüglich, fi-h di- Allüren eines alle überragenden Geistes zu geben, mit einem getragenen Theaterpathos zu sprechen, wie man es heute selten hört, er besitzt den echten TheaterweltmannSschl.iff, echten Theatersarkasmus, kurzum eine alles subordinierende Theatererfahrung, die die gesamte Theaterkonvention mit samt ihren sämtlichen bekannten Nüancen von Jffland bis Haase vollkommen beherscht. Hätte er dem Grafen Traft einen zwanglos "^ürlichen, warm« Herzenston gegeben, dann hätte er ihn über die Sudermann- fche Theaterfigur erhoben. Er gab ihn nach Sudermann- scher Vorschrift und erreichte damit am Montag einen un- aewöhnlich lauten Erfolg. , Frl Wohlbrück gab die Alma. Dieser Simili-Diamant der Familie Heinecke, eine stark auf die vom Freunde bezahlten Stiefeletten gestellte Figur aus der übergoldeten Hefe der Gesellschaft, die ihrer Verdorbenheit gar nicht bewußt ist, die den Unterschied zwischen Schuld und Unschuld nicht kennt und auch in ihrem Innersten keine Empfindung dafür besitzt, bietet wegen dieser eigenartigen einheitlichen Zwiegestaltung von Naivetät und Verworfenheit für die Darstellerin keine ganz leichte Ausgabe. Frl. W. traf aber den Grundton ganz richtig. Ihre leicht schnippische Art fand sich mit der Alma ganz annehmbar ab. Den jungen Heinecke, der mit der Blindheit pietätvoller Liebe geschlagen ist und den ganzen Abend zu den Seinigen „indianisch" spricht, die gänzlich mißlungene Hauptfigur des Stückes, spielte Herr di Aus d-m Robert läßt sich m. E. überzeugende L-b-nsM- noch weil schwieriger auspressen als aus dem ®tofen Straft. Herr B. gab sich darum alle Mühe. Em- Dosis "Sicher Ruhe könnte Robert wohl «ertragen, er braucht mch «J oon indischer Leidenschaft und indischem Wortschwall bei-si-n Gießener Stadttheater. Vt- Ehre von Hermann Sudermann. Um die Wende der Jahre 1889/90 wars. Allenthalben herrschte in deutschen Landen bei der urteilsfähigen Gesell schatt Unzufriedenheit mit der Litteratur. Man hatte sich übergetanzt auf den Traumböden eingebildeter, unwahrer Menschlichkeit und sehnte sich nach dem festen und gediegen gründigen Boden der Wirklichkeit in der Kunst. Auch auf ben Brettern, die, einem unverbürgten Gerüchte zufolge, die Welt bedeuten sollen, wünschte man Leben, volles, wahres, warmes, saftiges Leben, das Leben wie es ist, bedeutend und unbedeutend, die Gattung Mensch in ihrer Mannigfaltigkeit und Abstufung, die Verkörperung des gesamten Zeitgeistes. Da traten zwei markante Gestalten hervor, ein stattlicher, klug blickender Mann, der kürzlich erst das Alter erreicht hatte, das Dante die Mitte des Lebensweges genannt hat, und ein Jüngling, damals unreif noch, aber in seines Augen rin Meer von Hoffnungen bergend — Hermann Sudermann, der Oftpreuße, und Gerhard Hauptmann, der Schlesier. A!« Sudermanns dramatische Erstlingsgabe am Berliner Lessing Theater gegeben wurde, ward er mit frappierender Einstimmigkeit als der lange erwartete deutsche Volksdramatiker gepriesen. Allerdings hat er diese Hoffnung kaum erfüllt. Seine „Ehre" aber eroberte sich rasch und dauernd siegreich die erdrückende Mehrzahl der deutschen Bühnen. Nur die Hoftheater verschlossen ihre Pforten vor der „Ehre". Sudermann machte es sich viel leichter als Hauptmann. Er verfuhr nach einem bewährten alten Rezept. „Wollt ihr zugleich den Kindern der Welt und denen des Geistes gefallen, malet die Wollust, doch malet den Teufel dazu." Mit großem Geschick wußte er beiden Parteien, den Kindern der fährdet werden können. (Heiterkeit.) Schließlich fragt der Redner nach dem Stande der Vorbereitung des Saccharin steuergesetzentmurfes. Sraatssekretär v. Thielmann: Ter Entwurf ist im Reichsschatzamt fertigaestellt, aber die anderen Instanzen, welchen Einfluß auf diesen Entwurf eingeräumt ist, haben noch nicht zu einer Einigung gelangen können. Werden strengste Verkehrsbeschränkungen eingeführt, so genügt eine verhältnismäßig nicht zu hohe Steuer, sagen die einen; die andern meinen, den Verkehr wirklich einschränken kann nur eine sehr hohe Steuer. Dieser Streit ist noch nicht ausgeglichen, lieber den Geschmack gegenüber den Denkmünzen läßt sich streiten. Ich stelle München und seine Leistungen sehr hoch, aber eine große Mehrzahl anderer Deutscher haben die neuen Denkmünzen ihrem Geschmack entsprechend gefunden (Widerspruch), so daß 1 Million Zweimarkstücke und 100 000 Fünfmarkstücke der Nachfrage nicht genügt haben. Für ein weniger mit dem 10-Pfennig- stück zu verwechselndes Fünfzigpfennigstück werde ein neuer Probestempel geprägt. Von Kronenstücken seien in den Jahren 1898/99 für 42 Millionen Mark geprägt worden. Von weiter beschlossenen' 20 Millionen seien 5 Millionen schon geprägt, 5 Millionen jetzt in Prägung und weitere 10 Millionen würden bald nachkommen und außerdem seien 5 Millionen umgeprägt worden. Gegebenen Falles würde er noch weitere Nachprägungen beantragen. Abg. Tr. Oer tel : Hinter der Saccharinvorlage könnte doch mehr Dampf gemacht werden; es würde doch angehen, beide Forderungen zu vereinigen, möglichst hohe Steuer und möglichst starke Verkehrsbeschränkungen, das würde uns und dem Zentrum sehr angenehm sein. Daß der Staatssekretär die Prägung der neuen Denkmünzen leidlich oder hübsch fand, war mir neu. Innerhalb des Hauses werden es wohl nur wenige sein, die mit ihm übereinstimmen; die meisten haben das Bild des ersten preußischen Königs mit der Kaiserin verwechselt und erst die Existenz des SchnurL- barts klärte den Irrtum auf. (Heiterkeit.) Der Redner begrüßt die Erklärung des Staatssekretärs über den Zolltarif und hofft, daß der Geist des Reichsamts des Innern auch bestimmend für das Reichsschatzamt sein werde. Ab^- Werner (Antis.): Ohne neue Steuern werden wir bei der jetzigen Finanzlage nicht auskommen, nur müssen diese auf die leistungsfähigen Schultern gelegt werden. Die Aufbesserung der Beamtengehälter darf freilich nicht leiden. Abg. v. Kar do r ff (Rp.) schließt sich dem Wunsche nach Ausprägung neuer 50 Pfennigstücke an und hält auch die Prägung von 25 Pfennigstücken für empfehlenswert. Abg. Dr. Müller-Sagan (frs. Bp.): Die 25Pfennigstücke passen nicht in unser Dezimalsystem hinein, eine Neuausprägung von 50 Pfennigstücken wäre dagegen sehr wünschenswert. Abg. Kirsch (Zentr.): Ich habe bisher erst zwei Herren gefunden, die die neuen Denkmünzen geschmackvoll fanden: den Herrn Reichsschatzsekretär und den Unterschatzsekretär Mehnert. (Heiterkeit.) Unser Volk verlangt nach etwas anderem, als den gewöhnlichen Zweimarkstücken. Der Redner beschwert sich weiter darüber, daß es auf den 50-Markscheinen „Fünfzig" statt „Fünfzig" Mark heißt. Abg. Speck: Dem Wunsche der Ausprägung einer Zwischenmünze zwischen Fünfzig- und Zehnpfennigstücken sind wir schon bei der Beratung der Münznovelle entgegengetreten; der Verkehr hat auch kein Bedürfnis nach einer solchen Münze. Dem Vorschlag, den Verkehr mit Saccharin einzuschränken und die Steuer recht hoch zu normieren, können wir nicht folgen; wir wollen nicht das Zuckersyndikat durch eine Reichssteuer unterstützen. Damit schließt die Diskussion. Das Gehalt des Reichsschatzsekretärs wird bewilligt, desgleichen der Rest dieses Etats. Ferner werden der Etat des R e i ch s s ch u l d - und des Rechnungshofes debattelos erledigt. —r Beim Etat für die Verwaltung der Reichseisenbahnen kritisiert 'Abg. Segitz (Soz.) das System der Plusmacherei in der preußischen Verwaltung unter Hinweis auf die im einzelnen hierüber und zuletzt wieder beim Offenbacher Unglück erhobenen Beschwerden und mahnt, darauf zu achten, daß nicht bei den Reichseifenbahnen eine gleiche falsche Sparsamkeitspolitik getrieben werde. Abg. Riff (freif.) bemängelt, daß trotz der hohen Rentabilität der Reichseisenbahn die Reform der Personen- und Gütertarife nicht von der Stelle kommt, weil lediglich tißkalische Rücksichten obwalten, und findet es unleidlich, daß die Landesveriretung bon Elsaß-Lotyriitgeii nicht Mit- jUireben habe. Er befürwortet, daß den Reichslanden aus zu fein. Sehr anzuerkennen ist, daß die Eltern Heinecke von Frau Kruse und Herrn Kirchner nicht nur für ein zum Lachen geneigtes Publikum gegeben wurden, sondern mit dem rechten Maße und mit manchen guten Einzelzügen. Auch Frl. Eichenwald und Herr Ramsey er hielten sich durchaus in den rechten Grenzen und füllten den Rahmen des Proletarierhauses mit vollkommen angemessener Charas teristik. Die Hinterhausszenen waren Überhaupt im Ganzen recht wohl gelungen. ES steckte ein tüchtiges Stück ungeschminkten , aber von jeder Uebertriebenheit sich fernhaltenden Realismus darin. Im Vorderhause zeichnete sich Frl. Korn, die wir in der letzten Zeit leider recht selten gesehen haben, durch warmen Seelenton, seine Ironie und diskrete Weiblichkeit aus. Ja Frl. K. gab aus eigenen Mitteln das hinzu, was der Autor verabsäumt hat ihr zu geben, das wichtigste: Lebenswahrheit. Die Lenorenszeuen der „Ehre" gehören mit zu den schwächsten, wenigst interessanten des Stückes, gestern konnten sich an tieferer Wirkung wenig andere mit ihuen messen. Als „halben Hampelmann und halben Dämon" bezeichnet Sudermann den Kurt Mühlingk. Herr Marlitz war eigentlich weder das eine noch das andere. Herr Reinhardt bemühte sich, dem famosen Thuenichts Lothar Brandt so viel an Schuldigkeit und Selbstbewuhtsein zu geben als er selber besitzt. Herr Lach mann bot als Stengel eine belustigende Karrikatur, war aber doch etwas zu zappelig, um des Umganges mit einem „Reserveleutnant im Kürassier- Regiment Kronprinz" gewürdigt werden zu können. Der kalte, geschäftsmäßige Kommerzienrat des Herrn Liebscher und Frau Ernst als dessen kaum bessere Hälfte ließen nicht kälter als gewöhnlich. P. W. den Eisenbahnüberschüssen eine Rente zur Deckung des Mehr an Matrikularbeiträgen zufließe. Abg. Schlumberger (nl.) befürwortet einen Antrag auf Einführung eines Gesetzes über Kleinbahnen und Privatanschlußbahnen in den Reichslanden. Keine kon- turrenzsähige Privatindustrie könnte, wie die Eisenbahnverwaltung es thut, 44 pCt. ihrer Herstellungskosten für ihr Personal ausgeben. (Sehr richtig! rechts.) Die Verwaltung bemüht sich nach Kräften, die Löhne im richtigen Verhältnis zu der Stellung der Beamten zu bemessen: etwaige Ungleichheiten werden immer mehr ausgeglichen. Ich fühlte mich verpflichtet, das hier zu konstatieren. (Bravo! rechts.) Minister v. Thielen erklärt, daß die Frage der allgemeinen Tarifreform betr. den Personenverkehr bisher keinen erheblichen Fortschritt gemacht habe, namentlich wegen der 4. Wag en klasse, an der die norddeutsche Verwaltung festhalten müsse. Man hat gesagt, in den Reichslanden seien die Bahnen nur im strategischen Interesse gebaut worden ; ich möchte einen Preis dafür aussetzen, nur eine Bahn in Elsaß-Lothringen zu nennen, die man vermissen möchte. Kein anderes Land ist so billig zu seinen Verkehrsmitteln gekommen wie die Reichslande; sie haben nur 8,6 Prozent zu dem gesteuert, was das Reich gegeben hat. (Zustimmung.) Es sei auch zweifelhaft, ob es richtig fei, die Tarifreform mit Verbilligung der Personentarife zu beginnen. Die reichsländischen Interessen dienen hauptsächlich strategischen Interessen, weshalb das Reich die Verwaltung in der Hand behalten müsse. Abg. Gamp (Rp.): Die preußische Bahnverwaltung ist wohl die bestverwaltete, die es giebt. Die Tarif festsetzunkp ist Sache der Krone und die Regierung thut schließlich doch, was sie für das Richtige hält. Dr. Abg. Paafche (nl.): Was die Reform der Tarife betrifft, so empfehle es sich angesichts unserer Finanzlage nicht, auf diesem Gebiete zurzeit Experimente zu machen. Die vierte Wagenklasse sei für die weniger Bemittelten eine Wohlthat. Um 6 Uhr wird die weitere Beratung auf Dienstag 1 Uhr vertagt. (Vorher zweite Lesung des Nachtragsetats für die China-Expedition.) Sitzung des Provinzialausschusses. —i—l. Gießen, 9. Februar. Als erster Punkt der Tagesordnung war die Verhandlung über das Gesuch des Maurermeisters W. R. S ch n e i d e r z u O b er-M ö r l e n um Genehmigung zur Au f st e l lu n g eines Ringofens in der Gemarkung Nieder-Mörlen an- gesetzt. Die fragliche Anlage war geplant etwa 70 Meter östlich der Chaussee Bad - Nauheim — Nieder - Mörlen und etwa 300 Meter nördlich des Bad-N,auheimer Parkes. Hiergegen hatten innerhalb der gesetzlichen Frist von vierzehn Tagen die Gemeinde Nieder-Mörlen, ein Restaurateur von da, sowie die Oberförsterei Ober-Rosbach Namens des Großh. Familieneigentums Einspruch erhoben. Im Laufe der weiteren Verhandlungen wurden diese Einwendungen zurückgenommen, nachdem der Gesuchsteller sich bereit erklärt hatte, den Ringofen noch weitere 70 Meter von der Chaussee zurückzustellen. Einige Monate nach Ablauf der obengenannten vierzehntägigen Frist protestierte nun auch die Badedirektion Bad-Nauheim gegen die Anlegung des Ringofens, da jede rauchende Fabrikanlage für Bad-Nau- heim erhebliche Schädigungen nach sich ziehe, außerdem auch noch besondere Gefahr für die neue Wasserleitung in diesem Falle vorliege. Diese Befürchtungen wurden von den zur Sitzung des Kreisausschusses des Kreises Friedberg geladenen Sachverständigen nicht geteilt, und es wurde aus diesem Grunde, sowie deshalb, weil die von der Bade-Direktion erhobenen Einwendungen nicht rechtzeitig eingelegt waren, die Reklamantin in die Kosten des Ver- ahrens verurteilt. Gegen dieses Erkenntnis war Rekurs eilens der Badedirektion erfolgt worden, der zur Folget hatte, daß das Urteil des Kreisausschusfes aufgehoben und Schneider gemäß der Gewerbeordnung zur Tragung der Kosten des Vorverfahrens verurteilt wurde, weil das Gericht zu der Ansickst kam, daß durch die Veränderung des ursprünglichen Planes — Zurückverlegung der Anlage um etwa 70 Meter — möglicherweise andere Interessen in Frage gekommen seien und deshalb eine erneute Bekanntmachung und Offenlegung der Pläne hätte erfolgen müssen. In der folgenden Sache, betr. Festsetzung des Gehaltes des Gemeinde-Einnehmers B r ü ck zu Oppenrod wurde der seitens der Gemeinde Oppenrod eingelegte Rekurs gegen die Entscheidung des Kreisausschusses kostenfällig verworfen und erkannt, daß die Gemeinde ihrem Rechner einen jährlichen Gehalt von 250 Mark zu gewähren habe. Die nächste Sach^ betraf die Teilung der gemeinschaftlichen Gemarkung der Gemeinden Ober- und Nieder- Ros b a ch. Hier war gegen eine Entscheidung des Kreisausschusses des Kreises Friedberg vorsorglich Rekurs erhoben worden, der aber zurückgenommen wurde, nachdem eine nähere Erläuterung der Gründe des Erkenntnisses des Kreisausschusses durch dessen Vertreter zu Protokoll erklärt worden war. Tie folgende Sache betraf lediglich die Entscheidung über die Kostenfrage in einem gegen die Entscheidung des .Kreisausschusses des Kreises Schotten — Genehmigung zur Aufstellung eines Dampfkessels seitens des Ch r. O b e x - heim II. in Gedern — erhobenen Rekurse, welcher vor der mündlichen Verhandlung zurückgenommen worden war. Die Rekurrenten werden in die Kosten des Verfahrens verurteilt. Tex nun folgenden Klagesache des O r t s a r m e n v e r - bands Guthmannshausen gegen den Landarmenverband des Kreises Gießen lag folgender Thatbestand zu Grunde. Die Dorothea Oppermann aus Elbersdorf war vom 10. Juli bis 27. Oktober 1898 in der chirurgischen Klinik hier wegen verschiedener Krankheiten behandelt und als geheilt entlassen worden, soweit bei dem bereits mehrere Jahre bestehenden Lungenleiden von einer Heilung die Rede sein kann. Sie konnte jedenfalls leichte Arbeiten verrichten. Nach ihrer Entlassung hielt sie sich bei Verwandten und Bekannten in Elbersdorf und Guthmannshausen besuchsweise auf, angeblich, weil sie zu einer erwerbbringenden Thätigkeit nicht fähig war. Da die Landarmenqualität der Oppermann außer Zweifel stand, wurden die in der hiesigen Klinik entstandenen Kosten auf tue Kreiskasse Gießen übernommen. Ende Januar 1899 wurde die Oppermann in eine Augenheilanstalt und später in eine Irrenklinik verbracht. Ter klagende Ortsarmenverband verlangt nun die Zahlung der bis jetzt entstandenen Pflegekosten und der bis zur Entlassung oder Uebernahme nach Gießen entstehenden Kosten, da es sich um Fortsetzung der früheren in Gießen bestandenen Krankheit handele und fortgesetzte Hilfsbedürftigkeit vorliege. Beide Punkte wurden seitens des Kreisausschusses bestritten und betont, daß die frühere Hilfsbedürftigkeit als beseitigt und die in einem anderen Landarmenverband hervvrgetretene Hilfsbedürftigkeit als ein neuer Pflegefall betrachtet werden müsse, wenn die betr. Person längere Zeit von dazu befähigten Verwandten Unterhalt empfangen habe ober durch Eingreifen von Privatwohlthätigkeit dem Notstände in der Weise ab- geholfen wurde, daß für die öffentliche Armenpflege jede Verpflichtung entfiel, sich ihrer anzunehmen. Ties sei bei der Oppermann während mehrerer Monate der FaU gewesen. Aus diesen Gründen erfolgte die Abweisung der erhobenen Klage und Verurteilung des klagenden Armenverbandes zur Zahlung eines Aversionalbetrags von 10 Mark. Die Sitzung endigte gegen 2 Uhr. Aus Stadt und Land. Gießen, 11. Februar 1901. Gedenket der hungernden Vögel! •• Verzeichnis der für das Schwurgericht pro 1. Quartal 1901 ausgelosteu Geschworenen. 1. Heinrich Reif Pachter in Dorheim? 2. Johannes Brückel IV. Landwirt in Pohl-GönS. 3. Franz Schneider, Gemeindeeinnehmer in Heldenbergen. 4. Friedrich Leonhard Bender, Fabrikant in Gießen. 5. Karl Hadermann II. Kaufmann in Butzbach. 6. Wilhelm Nos, Landwirt in Düdelsheim. 7. Heinrich Eichenauer, Fabrikant in Gießen. 8. Karl Gerbode II. Kaufmann in Gießen. 9. Konrad Schepp VIII. Landwirt in Pohl-GönS^ 10. Daniel Ludwig Fuhr, Kaufmann in Gießen. 11. Johann Wilhelm Wittich, Landwirth in Rendel. 12. Karl Friedrich Jakob Lauckert, Landwirt in Staden. 13. Georg Wilhelm Balthaser Theodor Breitenbach, Oekonom in Bad-Nauheim. 14. Hermann Pfannmüller, Kaufmann in Lauterbach. 15. Karl Hoffmann, Oberamtmann in HofGüll. 16. Heinrich Schutt II., Müller in Muschenheim. 17. Konrad Roth, Landwirt in Liederbach. 18. Wilhelm Thaler, Landwirt in Stammheim. 19. Karl Pansch, Landwirt in Wieseck. 20. Anton Schmidt, Sparkassenrechner in Großeu-Buseck. 21. August Frees, Buchhändler in Gießen. 22. Georg Dechert, Landwirt in HebloS. 23. Christian Jochem, Bürgermeister in Gonterskirchen. 24. Karl Roth, Bürgermeister in Kaichen. 25. Konrad Schäfer IV. Oekonom in Dorheim. 26. Ludwig Schreiner, Landwirt in Lollar. 27. Heinrich Lung V. Landwirt in Wohnbach. 28. Karl Kirchhof, Landwirt in Nidda. 29. Franz Senner, Rentner in Gießen. 30. Johannes Weil, Gemeinderechner in Münzenberg. ** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten« Versammlung am Donnerstag dem 14. Februar, nachmittags 3V2 Uhr: 1. Vorlage der Rechnung des Realgymnasiums und dersRealfchule pro 1899/1900. 2. Aende- rung der Satzungen über die Gehalte der Bolksschullehrer. 3. Gewährung von Oktroirückvergütungen. 4. Die städtische Gehölzschule hinter den Eichen. 5. Vergebung von Kultur-, Wegbau- und Grabenarheiten im Gießener Stadtwalde pro 1901/02. 6. Verkauf eines Magazingebäudes, sowie eines Schuppens im Hofe der Neumühle zum Abbruch. 7. Baugesuch des Philipp Kröck zu Gießen für die Landgrafen- kraße; hier: Dispens. 8. DeSgl. des Kaspar Müller zu Nießen für die Landgrafenstraße; hier: Dispens. 9. DeSgl. >es Wilhelm Rinn von Heuchelheim für die Landgrafenstraße; per: Dispens. 10. Desgl. deS Hubert Heinz zu Gießen für )ie Landgrafenstraße; hier: Dispens. 11. DeSgl. deS Martin Abermann zu Gießen für die Landgrafenstraße; hier! DiS- ienS. 12. DeSgl. der Firma Stein u. Meyer zu Gießen für ne Landgrafenstraße; hier: Dispens. 13. Umbau des Bahn- ;ofeS Gießen; hier: GeländeauStausch mit dem Eisenbahn- iskuS. 14. Gesuch deS Philipp Stier um Erlaubnis zum Gastwirtschaftsbetrieb im Hause Sonnenstraße (Kaiserhof). 15. Gesuch des Forstwarts Peter Arst um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb auf dem Forsthause Hochwart. 16. Gesuch )eS Karl Schmid um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb auf der Liebigshöhe. ♦* Personalnachrichten. In den RnhestanS wurden versetzt, am 2. Februar der Hilfsgerichtsschreiber bei dem Großh. Amtsgericht Offenbach Georg Meier auf Nachsuchen mit Wirkung vom 5. Februar bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit und der Sleueraufseher bei dem Hauptsteueramt Mainz Heinrich Becker zu Osthofen auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 16. Februar an. ** Zu dem Hauptvoranschlag über die Staatseinnahmen und -Ausgaben Pro 1901/02 sind der ztveiten Kammer der Landstände in 20 Anlagen Nachträge und Berichtigungen zugegangen, von denen wir die wichtigsten hervorheben. Durch den erfolgten Ankauf der im Kreise Offenbach gelegenen früheren Fürstl. Jsenburgischen Besitzungen erleidet Kap. 7, Karneral- und Forstdomänen, eine beträchtliche Veränderung. Die durch Verwaltung der Wälder entstehende» Ausgaben werden auf 48 515 Mk. veranschlagt, denen eine Einnahme von 168 700.31 Mk. gegenübersteht. Die Summe der Einnahme des Kap. 7 erhöht ich demnach auf 291218.37 Mk., die der Ausgabe auf 124 203 Mk. Aus derselben Veranlassung sind unter Kapitel 114, Ausleihungen und Staatsschuld, in Ausgabe einzustellen wegen der am 1. Juli 1901 und 2. Januar 1902 fälligen Annuitäten durch Uebernahme der Anleihe bei der Bergisch- Märkischen Bank zu Elberfeld 74 000 Mk. und für Verzinsung zusammen 218500 Mk. und für Verzinsung der wegen dieses Erwerbs neu aufzunehmenden Staatsschuld 48400 Mk. Tas Kapitel erhöht sich um 266 900 Mk. auf 11 986 781.87 Mk. Die Bahnmeister sollen, wie dies vor Erlaß des Besoldungsgesetzes der Fall war, den Werkführern an Gehalt wieder gleichgestellt werden, weshalb für die vier hessischen Bahnmeister ein Zuschuß von je 100 Mk. gefordert wird. Für die Landstände werden infolge der Zentralheizung und der elektrischen Beleuchtung 4300 Mark und für den Truck des jetzt in ganz anderer Gestalt erscheinenden Hauptvoranschlags 3000 Mk., zusammen 7300 Mark mehr gefordert. Für Auszahlung von je 50 Mk. Remuneration an die 248 Beamten des Gendarmeriekorps (Oberwachtmeister, Wachtmeister und Gendarmen) tritt in ernähr. „, ortsekn» na$ deleS.der •S4R ft!en Ser. «Wen ZJMe ab- te «S™ 'war 1901, Vögel! pxy i. CAittai P^tn in inPohl-Sön-. ^Ibtnbttgen, lt in @it^, $■, K.Wilheiv Eichenauer, -, Kaufmann in in Pohl-Göns. n- tl. Johann M ftriebridj eorg Wilhelm Vad-Nauheim. bad), io. 8axl mch Schutt IL, ), Landwirt in in Stammheim. Anton Schmidt, lugust Frees, t, Landwirt in er in Gonters- en. 25. Konrad iivig Schreiner, Landwirt in dda. 29. Fran; lt« Weil, Ge« vtadttemdntten. 14. Februar, Rechnung des [900. 2. Sende- loiWussehrer. Die ftäbtiftt t m jiatltoolh yrv >S, \owit eines rych, 7. 8au» die Landgrafen« Spar Müller zu m». 9. togl. indglesevfirahe; , ru ©iefien ffc «gltoWtto je; hier! Dir- iir Gieße» für ibau M 8* )tn eiftnbaiif itl«*11” At (M«W- Stlaubni« i»« irt. 16. ®‘lu* ^chibettlid i«f 'M*6 ra Meier aul ■Litt Wieder- iS-rs x wiWan2 ö v «i.imq der ^^Bver- Gs *bi5W bei der^^er- k und P t)Cr «» iverd^' üOn ze ;Ä?S h» jui“"1 St w Kap. 31 eine Erhöhung um 12 400 Mk. ein. Ar^einer höheren Schule wird wegen starken Anwachsens der Schülerzahl die Sexta geteilt, weshalb ein seminaristischer Hilfslehrer mit 1500 Mk. neu anzustellen ist. In Kap. 64, Staatsunterstützungstasse, erscheint die von den Kammern bewilligte Pension für die Witwe des Hofrats Becker mit 1200 Mk. Für Trennung der noch vereinigten Kanzlei des Ministeriums des Innern und der Justiz werden für Anstellung eines Kanzlei- iuspektors und zur Errichtung einer selbständigen Registratur, da für diese eine Personalvermehrung nicht notwendig ist, zusammen 3660 Mk. gefordert. Tie genehmigte Erhöhung der Dienstbezüge der staatlich bestätigten Forstwarte verlangt einen Staatszuschust von jährlich 20000 Mk. An Forderung für das „Grundbuchsbüreau" fallen wegen anderweitiger Regelung 7100 Mk. aus, dagegen werden eingestellt für 3 Zeichner, 3 Schreibgehilfen, Vergütung für den Leiter des Büreaus und für weitere Aushilfe zusammen 9600 Mk. Die Regierung ist geneigt, die Gründung von Winzer- geuofsenschaften zu fördern, aus welchem Grunde um Bewilligung einer Nachtragsforderung von 20000 Mk. nachgesucht wird. P. Wieder ein Frühlingsbote. Heute zeigte uns ein Jüngling eine lebende große Raupe vor, die er in einem Gebüsch in Steins Garten, der ganz mit Schnee bedeckt ist, gefunden hatte. Das Wetter ist so unbeständig, einmal watet man tief im Schlamm, dann liegt handhock) Schnee, daß es beim besten Willen nicht möglich ist, einem solchen kleinen Frühlingsboten zu trauen. •• Die goldenen 5 Mark Stücke werden bei den Reichs- und Landeskassen bis zum 30. September 1901 angenommen. Oesterreichische Thaler dagegen nur bis zum 1. März 1901, b. Friedberg, 10. Febr. Gestern abend fand im Saale des Gastwirtes Pätow eine ^Versammlung von Kaufleuten statt, in der Herr Döring aus Hamburg einen Vortrag über Warenhäuser und Warenhaussteuer hielt. Die Versammlung protestierte gegen die Warenhäuser und verlangte Maßregel zum Schutze des Kaufmannstandes. ReichstagS- und Landtagsabgeordneter Graf Oriola aus Büdesheim hatte sein Fernbleiben brieflich entschuldigt. i" Allendorf a. d. Lda., 10. Febr. Die Notiz in Nr. 31 über den Ueberfall der hiesigen Nachtwächter hat sich in einigen Punkten als nicht ganz zutreffend erwiesen. Das Attentat wurde nicht von vier, sondern nur von drei Burschen verübt. Von den beiden Nachtwächtern, die mit Prügeln geschlagen worden sind, ist nur der eine erheblich vorletzt; doch sollen auch diese Verletzungen nun nicht mehr schlimmere Befürchtungen erregen. Was über das Fahren mit kleinen Schlitten gesagt wurde, ist unzutreffend. Eine größere Anzahl hiesiger Burschen hatte auf einem großen Schlitten eine Fahrt nach auswärts unternommen, wobei aber weder in einem auswärtigen Orte, noch hier Anstößiges vorgekommen ist. Daß das Ueberfallen der Nachnvächter mit einer weiteren Körperverletzung und mit zwei für die hiesigen Verhältnisse auffälligen Diebstählen in irgend welchem Zusammenhang stünde, hat wohl niemand angenommen; das Zusammentreffen dieser Vorgehen innerhalb weniger Monate ist jedenfalls reiner Zufall. erschreckend können diese nur deshalb betrachtet werden, weil dergleichen Uebertretungen des Strafgesetzes in unserer mit Recht als sehr ruhig geltenden Gemeinde bisher nicht vorkamen. Voraussichtlich wird auch in Zukunft der gute 9tuf der Gemeinde durch solche Delikte, wie sie in Wahrheit nun leider einmal vorliegen, nicht weiter geschmälert werden. sc. L a u b a ch, 10. Febr. In diesen Tagen mußte sich eine etwa 50 jährige Bürgerfrau, die vor einiger Zeit infolge eines Unterleibsleidens in das hiesige Johann-Fried- richstift gebracht worden war, einer Operation unterziehen. Geleitet wurde diese von Prof. Dr. Walther von der gynäkologischen Klinik in Gießen. Das Ergebnis war ein schwammartiger Auswuchs von abnormer Größe, gefüllt mit einer gallertartigen Masse. Das Gewicht des Auswuchses, den man in einer blechernen Kiste zur Konservierung nach der Anatomie in Gießen brachte, soll nahezu 40 Pfund betragen haben. Die operierte Frau besindet sich den Umständen nach wohl. -k- Mainz, 10. Febr. Heute nachmittag fand die Fremden s4tzung der Mainzer „Narr halla" statt, in der sich die Karnevalsfreunde der Nachbarstädte Frankfurt, Mannheim, Wiesbaden, Darmstadt, Worms, Bingen 2c. hier ein Rendesvous gaben. Vorträge, Lieder u. dgl. waren zum Teil den auswärtigen Gästen gewidmet, wobei es auch nicht an mehr oder minder geistreichen Anspielungen über die Eigentümlichkeiten, Tugenden oder Untugenden der verschiedenen Nachbarstädte und deren Bewohner fehlte, die aber sämtlich in so echt karnevalistischer Weise zum Vortrag kamen, daß sich niemand verletzt fühlen konnte und jeder herzlich mitlachte. Erst die späten Abendzüge entführten Mainz wieder die Fremden. — Im allgemeinen ist dieses Jahr hier außerordentlich wenig Karnevalsti m m u n g. Alle karnevalistischen Veranstaltungen waren dis jetzt nur mäßig besucht und will man in den meisten nicht die gewohnte ausgelassene Stimmung wahrgenommen haben. Tie Karnevalstage selbst versprechen auch wenig Leben zu bringen-, da der große Kamevalsverein von dem meisten gewohnten Veranstaltungen, wie Zug, Kappensahrt und bergt abzusehen beschlossen hat. — In der „Neuen Anlage" soll im kommenden Sommer ein Palmenhaus errichtet werden. Es kommt auf das Plateau der „Neuen Anlage" neben den Reftauralionslokalitäten zu liegen und "-^^ausschließlich aus Mitteln des Verschönerungsvereins Kleine Mitteiluugeu aus Hessen uud deu Nachbarstaale«. Der Rechtsanwalt Dr. Heertz in Wetzlar ist zum Notar ernannt worden. — Bei Revision der Stadtkasse in Rüdes, heim, hat sich ein Fehlbetrag von mehreren taufend Mark ergeben. Der seit einiger Zeit erkrankte Stadtrechuer, der «uch gleichzeitig die Allgemeine Ortskrankenkasse verwaltete, ist vorläusig vom Dienst suspendiert worden. Er wurde sstüher für die Kassenführung prozentweise bezahlt und soll leinen erst im nächsten Jahre fälligen Gehalt im Voraus «ntnommen und gebucht haben, um dringenden Privat' Verpflichtungen nachzukommeu. Ein Verlust für "bie Stadt »wirb wohl nicht entstehen, da eine Sicherheit von 15000 Mk. =C1C £CL^‘ — ®er flüchtige Teilhaber der Alzeyer Nudel ßabnk, Paul L a n g f e l d, hat sich im Gasthaus zum Dreibund in Mastel auf dem Abort eine Kugel in den Kopf geschoffen. Dem LÄchwerverletzten wurde sofort ein Verband angelegt, aber niur mit vieler Mühe konnte er am Abreißen desselben gehindert werden. Er wurde sterbend ins Rochushospital nack Mainz gebracht. — Das Scheitholz 1. Klosse in Gedern kostete, entgegen einer Nachricht in Nr. 34 unseres Blattes, „aus dem Nisdathal", nur 7.80 Mk. pro Raummeter im Ourchschnckt, in Ranstadt noch keine 9 Mk. Vermischtes. • Eine Prinzessin im Kloster. Prinzessin Adelheid von Isenburg trat inchas Prager Kloster der Barm herzigen Schwestern vom heiligen Karl ein. Adelheid Marie Sofie ist die jüngste Tochter Der Erzherzogin Maria Luise Annunziata, verwitweten Fürstin Karl zu Isenburg Birstein, und Schwester des Fürsten Franz Josef zu Jsenburg-Birstein. Sie ist am 31. Oktober 1878 geboren, steht somit im 23. Lebensjahre. Von ihren Schwestern sind die Prinzessin Marie Michaele und Elisabeth, die Erstere unter dem Namen Schwestcr Michaele, die Letztere unter dem Namen Schwester Augustine Nonnen der Kongregation der Schwester vorn heiligen Josef in Trier. * Ein Student als Bürgermeister. Der Fall, daß ein Student zum Bürgermeister gewählt wurde, hat sich in Landsberg in Oberschlefien ereignet. Es ist der 27jahrige Student Pietrulla, Sohn eines dortigen Ackerbürgers und Stadtverordneten. * Aus dem Harz. Angesichts der Thatsache daß der Brocken gipsel gegenwärtig auch zur Winterzeit und namentlich in diesen Tagen, da viele aus Anlaß des St. Andreasberger Winterfestes den Harz besuchen, bestiegen wird, dürfte die Mitteilung interessieren, daß die erste Brockenbesteigung im Jahre 1560 ausgeführt wurde, und zwar von dem Kartographen Tileman Stos^ aus Siegen. Ihm folgte 1572 der Thüringer Arzt Joh. Thal, und am 3. August 1579 war der Hildesheimer Bürgermeister Henni Arneten auf den Gipfel. Die nächste bekannte Besteigung des Berges war die des Herzogs Heinrich Julius von Braunschweig, der 1591 seine junge Gemahlin einen großen Teil seines Landes übersehen lassen wollte. 1649 machte Fürst Friedrich von Anhalt-Bernburg mit 15 Pferden einen Aufstieg, und 1697 besuchte der Zar Peter der Große den Berg. Jrn 18. Jahrhundert war anscheinend die Scheu, die man bis' dahin vor dem Gespensterberge gehabt hatte, gewichen und wurde der Brocken öfters bestiegen. So war Goethe dreimal oben, 1777, 1783 und 1784. Der stärkere Besuch des Berges datiert eigentlich von 1736 an, nachdem ordentliche Wege angelegt und auch ein bescheidenes Rasthaus, das noch jetzt vorhandene sogenannte „Wolkenhäuschen", errichtet worden war. 1753 waren nachweislich bereits 198 Personen oben, 1779 421 und zu Anfang des 19. Jahrhunderts jährlich schon etwa 2000. Am 30. Mai 1805 weilte König Friedrich Wilhelm III. von Preußen mit der Königin Luise oben, am 19. Juni 1821 der spätere Kaiser Wilhelm I. und im Oktober 1865 die jetzige Kaiserin Friedrich mit ihrem Gemahl. Jetzt verkehren auf dem Brocken jährlich 50- bis 60 000 Personen. Auch im Winter, wenn ba§ Brockenhotel zwischen riesigen Schneemauern fast verschwindet, fehlt es Dort oben kaum jemals an Besuchern. * Karlsruhe, 11. Febr. Auf der Fahrt von Berlin nach hier erschoß sich heute der Fähnrich von Manteuffel, der beim hiesigen Dragonerregiment eingestellt war. Der Tod ist nach zwei Stunden dngetreten. Als Ursache wird eine schon früher in Erscheinung getretene Geistesstörung angesehen. * Rom, 10. Febr. Die Frechheit römischer Diebe wagte sich in der letzten Nacht in das Pantheon. Heute morgen fand der Sakristan die Hinterthüre der Kirche offen. Als die herbeigerufene Polizei eintrat, wurde entdeckt, daß auch in das Grab Umbertos eingebrochen war. Die Diebe hatten die imitierte eiserne Krone und das imitierte Kreuz des Annunziatenordens, die auf dem Kissen vor dem Sarg lagen, geraubt. Außerdem waren einige Votivgeschenke von den benachbarten Altären gestohlen. Die Spuren einer Mahlzeit lassen darauf schließen, daß die Diebe sich abends in die Kirche einschließen ließen. * Trient, 9. Febr. Die infolge des jüngsten Wetter sturzes und der damit verbundenen Schneeverwehungen hervorgerufenen Unterbrechungen der Bahnverbindungen sind num mehr behoben. Sowohl in Südtyrol, als auch an den Ufern des Gardasees ,ift wieder herrliches Wetter tingetreten. • Athen, 10. Febr. Depeschen aus Ky thera (Cerigo) zufolge haben Taucher dort aufs neue Bildsäulen auf- gesunde n. Der Unterrichtsminister hat sich nach Kythera Cerigo begeben, um die Forschungen zu leiten. Gerichtssaal. ko. Laubach, 9. Febr. Der Fabrikarbeiter Seip in Gonders- tir^en, der vor einiger Zeit seinen Arbeitsgenoffen Hofmann, einen Oester- reicher, an einem Sonntagabend auf der Straße Gonderskirchen Friedrichs- Hütte überfallen und blutig geschlagen hatte, weil sich dieser geweigert hatte, noch eine Runde Bier zu bezahlen, wurde vom hiesigen Schöffengericht zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Anfänglich hatte man die Sache als einen Raubanfall behandelt. fc. Limburg a. d. L., 10. Febr. Bor drei Jahren wurde der Schuhmacher Jsbach aus Dillenburg wegen vorsätzlicherBrandstistung vom Schwurgericht zu 8 Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Mann beteuerte von Anfang bis zu Ende seine Unschuld. Die wiederholt 6fr antragte Wiederaufnahme des Verfahrens wurde vom hiesigen Landgericht abgelehnt. Nunmehr, nachdem der Mann 3 Jahre im Zuchthaus geseffen hat, ist dieselbe vom Oberlandesgericht in Frankfurt a. M. beschlossen worden. Der Häftling wurde bereits auf Antrag des Oberstaatsanwalts Hupertz in Frankfurt a. M. auf freien Fuß gesetzt. Essen, 9. Febr. Der Arbeiter Ernst Pohlke, der am 23. Ro- vemb-r in ein Ztgarrengeschäft der Kettwigerstraße eingebrochen und den Kommis Müller ermordet hatte, wurde heute vom Schwurgericht zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt Gingesandt. (Für Form unb Inhalt aller unter biefer Rubrik stehenden Artikel übernimmt bie Rebaktion bem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Voin oberen Vogelsberg, 10. Februar. Dem Vernehmen nach soll bas Projekt Der Bahn Gebern — Grebenhain mit ber Führung über Hartmannshain fertiggestellt werben unb nun eine Vorlage darüber ben Sanbftänben zugehen. Demnach scheint bie Regierung an diesem Projekt festzuhalten, das ursprüngliche Projekt aufzugeben unb nicht gewillt zu sein, bie eingereichten Petitionen zu berücksichtigen. Es sei gestattet, beide Projekte einer nochmaligen Betrachtung zu unterwerfen. Soviel uns bekannt ist, soll bie sehr bcbcutenbe •Steigung von Gebern nach Ober Seemen burch Serpentinen und Kurven ber Bahntrace überwunben werben unb ber Bahnhof Ober-Seemen an bie im ursprünglichen Projekt vorgesehene Stelle kommen. Es sei hier nur bie Fort- sührung über Völzberg ober Hartmanns Hain einer Vergleichung unterzogen. Die Länge unb Baukosten beider Linien werden keinen großen Unterschieb ausmachen. Die östliche Linie würbe ohne bebeutenbe Steigungen ausgesührl werben können unb überschritte ben Gebirgsrücken aii einer Stelle, ber um 80 Meter tiefer liegt als ber Gebirgsrücken, über ben bie Bahn über Hartmannshain geführt werben müßte. Tie Betriebskosten unb Betriebsstörungen müssen baburch gewiß viel geringer sein. Tie Bahn hätte beit großen Vorteil, baß sie auch einem mehr bevölkerten Landstriche, nämlich bem nörblichen Teil des Kreises Gelnhausen unb bem süblichen Teile bes Kreises Lauterbach zu Gute käme. Tie westliche Linie dagegen würbe sehr bedeutende Steigungen, sowohl von Gedern, Ober-Seemen als auch von Grebenhain aus bekommen; ber Betrieb würbe beschwerlicher unb kostspieliger werden und mehr Störungen ausgesetzt sein. Tie Linie würde nur ben Orten Hartmannshain unb Herchenhain zu Gute kommen, benn bie Orte Sichenhausen, Kaulstos unb Burkhards würden nur wenig Gebrauch machen können, unb mit Fuhrwerk den Verkehr von unb nach ber Station Gebern vorziehen. Dev einzige ins Gewicht fallenbe unb greifbare Gesichtspunkt, dieser Linie den Vorzug zu geben, könnte nur oer sein, daß die Bahn in unserem Lande bliebe. Man versteht nicht, warum die Bahn über das 568 Meter hochliegende Hartmannshain geführt werden soll, während etwa 3 Kilometer östlich zwischen dem hessisck>eni Ort Bermuthshain unb bem preußischen Orte Völzberg ein, wie von ber Natur vorgezeichneter unb etwa 80 Meter tiefer als Hartmannshain liegender Uebergang über den Gebirgsrücken vorhanden ist, bei dessen Benutzung man freilich durch preußisches Gebiet müßte. Tas erinnert an Zustände und Vorgänge aus früherer Zeit, bei der Anlage bet) Frankfurt-Bebraer Bahn, von Fulba nach Hersfelb, wo man auch die Bahn im Lande behalten wollte und diese anstatt des natürlichen Weges durch das Fuldathal und damit durch einen Teil des Großher^ogtums über Hünfeld nach Hersfeld führte. Jene Zeiten sind doch glücklicherweise vorüber und nur wenige werben sie zurücksehnen. Win haben jetzt eine Reichseinheit und obendrein die preußisch- hessische Eisenbahn-Gemeinschaft, unb ba sollte man bvchj von ben Lanbesgrenzen absehen unb die Bahnanlage nur bem allgemeinen Wo hle bienftbar machen. Wiv bitten unb hoffen, baß die Großh. Regierung und Stände diese Angelegenheit nochmals einer sorgfältigen Prüfung unterziehen, damit nicht Fehler gemacht werden', die später bereut werden unb nicht wieder gut zu machen sind. Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde. Getaufte. Matth äusgemeinde. Den 3. Februar. Dem Packer Heinrich Arnold eine Tochter, Elise Lisette Johanna Jakobine, geboren den 11. Januar. Denselben. Dem Buchhändler Karl Krebs eine Tochter, Emmy Grethe, geboren den 4. Januar. Markusgemeinde. Den 3. Februar. Dem Postboten Wilhelm Stein ein Sohn, Heinrich Karl, geboren den 26. Dezember. Denselben. Dem Bäckermeister Ludwig Engelhardt eine Tochter, Anna Wilhelmine Elisabeth, geboren den 7. Januar. Lukasgemeinde. Den 3. Februar. Dem Grubensteiger Wilhelm Heinrich Dern eine Tochter, Elifabethe Henriette, geboren den 27. Dezember. Denselben. Dem Kaufmann Georg Böhm eine Tochter, Paula Antonie Elsa Albertine Erna Wilhelmine Margarethe, geboren ben 10. November Denselben. Dem Asphalteur Johannes Greb ein Sohn, Ernst Ludwig, geboren den 25. November. Johannesgemeinde. Den 8. Februar. Dem Dachdecker Adolf Thielmann ein Sohn, Wilhelm Hugo, geboren den 16. Dezember. Denselben. Dem Taglöhner Julius Friedrich Jeschke eine Tochter, Emma Marie, geboren den 8. Juni. Denselben. Dem Sattler Ludwig Biedenkapp eine Tochter, Anna Elisabeths Emilie Emma, geboren den 8. Dezember. Den 7. Februar. Ein unehelicher Sohn, Johann Konrad, geboren den 1. Februar. Beerdigte. Matthäusgemeind e. Den 7. Februar. Ludwig Zinßer, Wiesenwärter i, P., ein Witwer^ 83 Jahre alt, starb den 5. Februar. Markusgemeinde. Den 7. Februar. Margarethe Zahlt geb. Stecker, Ehestau des Laternenwärters Heinrich Zahrt, 58 Jahre alt, starb den 5. Februar. Lukasgemeinde. Den 1. Februar. Wilhelm Belloff, Weichensteller, 50 Jahre alt, starb den 80. Januar. Johannesgemeinde. Den 3. Februar. Minna Heß geb. Hillert, Ehefrau des Schmiedemeisters Johann Heß, 54 Jahre alt, starb den 1. Februar. Lungenkranken toirb Sanatogen als Nähr» und Kräftigungsmittel von besonderer laurtung empfohlen. Aon Professoren und Aerzten glänzend begutachtet. Erhältlich in Apotheken und Drogerien. Atteste gratis und franco. Bauer & Cie., Berlin 8.0.16. Ungeachtet gewaltigen Wettbewerbs behauptet die 'ßlicbensderfer ihren wohlbegründeten Ruf als einfachste, darum zuvi-r lässigste, dabei dauerhafteste und handlichste tfcfireibmasefiine. Preis der No. 5: Mk. 160,—, der No. 7: Mk. 225,— Ausführliche illustrierte Kataloge und Anerkennungy- tchreiben durch die Brilhl’sche Druckerei, Giessen, Schulstrasse 7. Kttf dem 1264 Werden Palmin 1216 1274 Sdmiuiitaali 1272 9 Kreppeln Schober. 1277 EamStag den 16. Fe- r. i. Kl. mit 5 2. Kl. mit 3. 19 4. 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