Dienstag IS November 1901 151« Jahrgang Nr. 5866 Erftes Blatt Schnlstratze 7. Adresie für Depeschen: Anzeiger Gießen. KerusprechaaschlnßNr.51. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Die Giehener KamNien« Glätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem „Hess. Landwirt" imb den ^Blättern für Lesfische Vollskunde" viermal wöchentlich beigelegt. Politische Tagesschau. Die Entschädigung für die aus Südafrika ausgewieseneu Deutschen Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Zwischen der deutschen und der britischen Regierung ist über die Entschädigungsansprüche der aus Südafrika ausgewiesenen Rcichsange- hörigen ein Abkommen getroffen worden, wodurch eine schnellere Erledigung der Ansprüche ermöglicht wird als durch die Kommissionsverhandlungen. Unter Verzicht aus eine Prüfung der Einzelfälle ist die Zahlung einer Pauschalsumme vereinbart, deren Verteilung unter die Berechtigter den beteiligten Regierungen obliegen wird. Von diesem Pauschquantum ist für deutsche Interessenten eine Summt leid zu verbinden weist. Der in deutschen Landen viel verbreiteten Sucht, sich in Wort und Schrift über Dinge zu ereifern, die des Ereiferns unwert sind, sollten sich aber doch die Vertreter der deutschen Gelehrsamkeit und ebenso die der Kirche entschlagen. In diesen Tagen ist für eine neue deutsche Nationalpartei Propaganda gemacht worden. Fürwahr, um das Nationalbewutztsein zu stärken, dazu bedarf es keiner neuen Parteibildung, der nationale Gedanke lebt viel, zu kräftig im Volke, als daß er die einzelnen Glieder desselben nicht zu einigen wüßte, sobald es von Nöten, wenn er auf die inneren Verhältnisse zunächst auch noch seine Wirkung versagt. Doch auch in dieser Beziehung hat die vergangene Woche ein kleines Wunder gebracht, indem sie in Bezug auf die geschäftliche Behandlung des Zolltarifs im Reichstage einen Vorschlag zeitigte, der Aussicht hat, daß sich die verschiedenen Parteien auf ihm einigen. Auch, die Parlamentarier wollen einig handeln, indem sie den Zolltarif nach der ersten Lesung nicht im ganzen, sondern in einzelnen Abschnitten an die Kommission zu verweisen gedenken. Man will damit erreichen, daß die wichtige Vorlage eingehend geprüft wird, und verhindern, daß hinter den Kulissen verhandelt und gehandelt wird und im Plenum des Reichstags selbst nur so eine Art Komödie zur Aufführung gelangt. Zunächst sind die Konservativen und Nationalliberalen mit diesem freisinnigen Vorschläge einverstanden; ob sie bis zum Tage des Wiederbeginnes der Reichstagsverhandlungen, dem 26. November, der den Zolltarif bereits in den Händen der Abgeordneten sehen dürfte, nicht anderen Sinnes werden, das steht dahin. Die Einigkeit pflegt in derartigen Dingen leicht in die Brüche zu gehen. Vielleicht bewährt sich^ um bei dem eingangs zitierten Tell zu bleiben, diesmal die Mahnung Attinghauseu's aber doch und die Ginigkeit bleibt im Lothe. Im Auslände machte sich auch so etwas wie Einigkeit bemerkbar, wenigstens dem Vorgehen Frankreichs der Türkei gegenüber. Die Mächte waren sich einig darüber, diesem Vorstoß nicht den Charakter einer das europäische Gleichgewicht störenden Handlung beizumessen, und sie beschränkten sich lediglich a uf die aufmerksame Verfolgung der Vorgänge, die sich in der Zugangsstraße zum Bosporus abspieÜen. Die Nachricht, daß der Sultan den Franzosen alles zugestanden habe und das Geschwader Gaillard aus Mytilene zurückberufen sei, hat allenthalben, nur nicht — in Frankreich selber, Befriedigung erregt. So überschreibt „Figaro" einen Leitaufsatz geradezu: „Enttäuschung" unb sagt: „Es schien, daß Frankreich an seine edelsten Ueberlieferimgen anknüpfte. Wir wiegten uns in der Hoffnung, die langdauernde Politik der Zugeständnisse, Rückzüge, Furchtsamkeiten fei zu Ende, mit den Prachtfesten von Dünkuchen und Betheny beginne eine neue Zeitrechnung. Und nun kehrt das Geschwader schon zurück. Man glaubt an Jrades, Versprechungen und Zusagen, die schon so oft gebrochen tourt)en. In vier Monaten werden wir von vorn ansangen müssen. Wir begreifen nichts von alledem, und das Land wird unsere Verblüffung teilen. Wollten wir an diesem Punkte anlangen, so war es hundertmal besser, Constans in Konstantinopel, Munir in Paris und unsere Kriegsschiffe bei ihren Uebungen mit dem drahtlosen Telegraphen zu lassen." Genau denselben Gedankengang drücken der regierungsfreundliche „Matin" und viele andere Pariser Blätter aus. Unverkennbar glaubten alle, die jetzt so un-ufrieden sind, die Besetzung von Mytilene sei eine endgiltige Besitzergreifung, obschon amtlich und halbamtlich immer das Gegenteil beteuert wurde. Die französische Kammer wird sich ja wohl mit dieser Angelegenheit auch noch befassen, und wir werden da ja wohl interessante Ge- tändnisse zu hören bekommen. Englands Verhalten in dieser Angelegenheit war eltsam schüchtern — weil ihm die.Hände in Südafrika gebunden sind. Der Bur hält es viel zu fest, als daß es andere Abenteuer unternehmen könnte, und er hat außerdem bereits so sehr am Blute und Marke Old-Englands gesogen, daß dieses gar nicht in der Lage wäre, Frankreich ein zweites Faschoda zu bereiten. aNch den letzten schweren Schlappen ist das englische Prestige noch mehr gesunken, und je mehr die Buren sich der Kriegführung ihrer Feinde anbequemen und Auge um Auge, Zahn um Zahn handeln, desto größer wird für sie die Aussicht, den mörderischen Krieg siegreich zu Ende zu führen. Zu allen Sorgen für England kommt noch der Tod des „chinesischen Bismarck", L i - H u n g - T s ch a n g s, der bisher trotz feiner Russenfreundlichkeit auch England nod) ein wenig die Wage in China gehalten hat. Von seinem Nachfolger hängt es zum Teil ab, wie sich in Zukunft die Verhältnisse im Osten gestalten werden, denn mochte der verstorbne Vicekönig auch mit allen chinesischen Teufeleien und Raffinements vertraut sein, er wußte, daß die europäischen Mächte nicht zu unterschätzen waren, und verstand es, im letzten Augenblick die entsprechender: Konsequenzen daraus zu ziehen. Hoffentlich bleibt auch seinem Nachfolge: gegenüber die Einigkeit der Mächte aufrecht erhalten, denn nur einiges Handeln vermag, das haben die vergangenen Ereignisse gezeigt, im fernen Osten etwas zu erringen. In Spanien sollte es wieder kriseln. Der Finanz- Minister hatte für den Dienst der auswärtigen Schuld als Zuschlag wegen der sich aus dem Wechselkurs ergebenden Differenzen einen Kredit in Höhe von 9 Millionen Pesetas in Anschlag gebracht. Ties würde einem Wechselkurse von 22.50 Prozent entsprechen. Da aber der jetzige Kurs 42.8c ist, so gab die Vudgetkommission der Kammer zu bedenken, daß der Kredit erhöht werden müßte. Der Finanzminister Urgaiz hielt dem aber entgegen, daß Dank seiner Vorschläge der Kurs bedeutend heruntergehen würde. Die Kommission zeigte sich dieser Annahme gegenüber mißtrauisch und bestand aui der Ncotwendigkeii. den Kredit zu erhöhen. An- gesichts oes Widerstandes der Kommission hielt man eine Ministerkrisis für unvermeidlich, indes hat Urgaiz diese Be- fürchtung zerstreut, indem er erklärte, aus dieser Differenz keine Kabinettsfrage machen zu wollen. Volttische Wochenschau. „Wir find ein Voll und einig wollen wir handeln!" Die Erinnerung an diesen Schwur der Landsleute Tell's, dem nachzueifem für uns Deutsche alle Veranlassung vorläge, wird geweckt, wenn man die Erscheinungen, welche die letzte Woche auf politischem Gebiete brachte, noch einmal prüfend an sich vorüberziehen läßt. Da ist zunächst, und das will im Sinn der deutschen Reichseinheit nicht wenig besagen, die Vereinbarung, die zwischen dem Reiche und Württemberg bezüglich der Postmarken getroffen ist, eine Vereinbarung, die viele lange und unangenehm empfundene Mißstände im Postverkehr aus der Welt schafft. Angesichts partikukaristischer Strömungen, die sich in neuerer Zeit hier und da wieder mehr denn seit langem bemerkbar machen, kann das nur Genugthuung erregen, und tocnn es auch vorläufig noch vergeblich,es Hoffen ist, die Postschranke auch in Bayern fallen zu sehen, so muß man doch vertrauen, daß die werbende Kraft des Ein- beitsgedankens, die in Württemberg sich bethätigte, auch en Bayern mit der Zell noch durchdringen wird. Die Verwirklichung des Eisenbahngemeinschaftsgedankens aber liegt für Bayern trotz des Präsidenten Thome in Frankfurt, in weitester Ferne. Es ist ein immerhin bemerkenswertes Zusammentreffen, daß das erneute Näherrücken zwischen Süd und Mrd zeitlich sich berührt mit einer Bewegung, durch welche die Erinnerung an jene große Geschichtsperiode, in der die ersten Brücken zu einem einigen Deutschland geschlagen wurden, auss neue auf gefrischt wird. Allenthalben ist man in deutschen Landen empört über die seit Monaten schon von den Engländern getriebenen Mord- örennereien auf südafrikanischem Boden, und als unlängst Chamberlain sich unterfing, Vergleiche zu ziehen, die der historischen Wahrheit ins Gesicht schlugen, da begann es sich zu regen in den verschiedensten Kreisen des Volkes, und es wurden recht energische Verwahrungen laut und drangen über den Kanal, um Herrn Chamberlain daran zu erinnern, daß man ihn in deutschen Landen ernster nimmt, als er es verdient. Der Rektor der Berliner Universität, Prof. Kekule v. (Aradonitz, hat am Mittwoch .einer zu diesem Zwecke einberufenen Stu-- dentenversamnllung die akademische Erlaubnis versagt. .Wir haben bereits mehrfach betont, daß die deutsche Wissenschaft für uns viel zu erhaben ist, als daß wir uns! darüber freuen könnten, wenn ihre Vertreter Dingen Wert betmessen, die viel zu niedrig sind, um Abscheu Hervorrufen zu können. Dem kläglichen Herrn Chamberlain, der in feiner Beklemmung nichts anderes zur Entschuldigung der Frevelthaten dort unten am Kap der „guten Hoffnung" — welche Ironie liegt heute in diesem Worte! — hervorzubringen weiß, als ein paar Frechheiten gegen andere Nationen, der verdient u. E nicht, von ernsthaften Männern ernsthaft rektifiziert zu werden. Der Leiter der deutschen Reichspolitll möge ihm — und wir wollen das hoffen — bei Beginn der parlamentarischen Session einen kräftigen Dämpfer zu teil werden lassen, ohne übertriebene Erregung und ohne der unverletzlichen Würde der deutschen Nation etwas zu vergeben, sondern, wie das ja Herr von Bülow so gut versteht, mit jener echten Diplomatenart, die unter Umständen tiefste Verachtung mit lächelndem Mit» Zs ® Annahme von Anzeige« y&itiBeär 'tir fSy M au der für den folgenden Eichener Ammer w General-Anzeiger ° Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen MM Gießener Stadüheater. Robert und Bertram. Posse von Gustav Raeder. Die altehrwürdige Posse „Robert und Bertram", vielleicht also benamset nach dem Teufel jun. und Teufel een. der einstmals sensationellen Scribe-Meyerbeer'schen Teufelsoper, ist eine Quodlibetposfe, in der jeder All ein anderes Bild darstellt, und wurde im 3. All noch durch ein Extraquodlibet erweitert, man konnte also nichts Bunteres als diese Vorstellung sehen und das alte „Variatio delectat“ kaum vergnüglicher bestätigt finden. Der köstliche Humor dieses Stückes hat sich bis heute noch frisch erhalten, und das, was darin im Laufe der Jahre doch vergilbt ist, heimelt uns an wie ein altertümlicher vormärzlicher Modekupfer. Für den Erzfilou Bertram hatte sich Herr Direktor Kruse Herrn Portz aus Köln verschrieben. Daß es bei uns in Gießen so große Spitzbuben nicht gibt, ist ja schließlich ein zu verschmerzender Mangel und Herr Portz hatte schon im vorigen Jahre, wo das gleiche Manco sich fühlbar machte, in einer Aufführung des Nestroy'schen „Lumpaci Vagabundus" seine talentvolle Vagabundenhaftigkeit bestens bewiesen. Daher war es natürlich, daß, als die Absicht auftauchte, hier „Robert und Bertram" zur Darstellung zu bringen, der ehrenvolle Ruf an Herrn Portz erging, den tollsten Galgenvogel aus dem Käfig feines mimffchen Schatzes hervorzuholen und nach Gießen zu bringen, über den er verfügt. Und das hat denn auch Herr Portz sich zum zwettenmale gern sagen lassen. Er kam und ließ sich sehen und siegte. Er zeigte uns die Höhe des zum Teil und namentlich in den beiden ersten Akten geradezu glänzenden Spitzbubenhumors, an dem die Weisen wie die Thoren sich wieder einmal satt lachen konnten. Sein Bertram war einer der liebenswürdigsten und charmantesten Gauner, die je in eine Wohnung ein- und aus einem Gefängnis ausgebrochen sind. Er entfesselte geradezu stürmische Heiterkeitsausbrüche. Seine Stromermaske war von famoser Echtheit, als italienischer Sänger aber, der das Guttapercha und Gummiarabikum der .hochbusigen Frau Kommerzienrätin Forchheimer bejubelfingt, war die allergekungenste Karikatur jener musizierenden Salonschmarotzer, wie sie in der „guten" alten Zett die deutschen Lande unsicher gemacht haben sollen. Schwarze Atlashofen, Escarpins und Schnabelschuhe, em mit selbst verliehenen Ordensternen übersäeter Frack, keck emporgeschwungenes schwarzes Schnurrbärtchen und ein wüstes Haartoupet vervollständigten die geradezu brillante Maske. Verblüffend war auch feine Gelenkigkeit, mit der er durch das gar früh geöffnete vermittelnde Deckenloch aus dem Pallerre des Gefängnisses in die obere Etage und wieder zurückschlüpfte, von höchster Komik seine possierlichen Sprünge mit den Gen- darinen und mit dem guten Michel. Im ersten Akte schien er ja vielleicht an Drafttk etwas zu viel zu geben, aber schließlich gewöhnte man sich daran und freute sich unbändig über alle seine Spässe. Und dann hatte man auch wieder seine Freude an seinem Singsang. Er ist in Köln gewiß in manchen Partien zugleich eine Stütze der Oper. Er ist ja kein Helden- und kein lyrischer Tenor, man darf ihn wohl nur als einem Deminutivtenor ansprechen, aber man gewinnt den Eindruck, als sei er eine durch und durch musikalische Natur, dem vielleicht manche Rolle nur wenige Genossen nachspielen und nachsingen. Ich traue ihm z. B. einen recht respektablen Mime in Wagners „Siegfried" zu. Auch unser Herr Ger lach war als Bertrams Complice Robert von einer ganz unerwarteten Beweglichkeit des Leibes und der Seele und offenbarte ungeahnte Tiefen eines echten Komikerbusens. Die Doppelszene der Beiden mit den Gendarmen bildete den komischen Glanzpunkt des Abends, nicht zum wenigsten infolge der Frische und Wirksamkeit des Herrn Gerlach. Im ersten Bilde hatte Herr Woisch, der die Regie mit Umsicht und Geschick besorgte, einen schnauzbärtigen Gefängniswärter zu zeichnen. Herr W. wirds selber am besten wissen, daß derartige Aufgaben nicht für ihn geschaffen sind. Herr Zo der aber war ein dummer Michel, wie er im Buche steht. Dem zweiten Bilde verlieh das blankaugige Scheukmadel des Frl. Ungar den zuckersüßen Rosinenreiz fescher Weiblichkeit. Grad aus dem Wirtshaus kam sie heraus ! In dieser Rolle war Fräulein Ungar ir ihrem Element, und sie sang dazu als echte, rechte Soubrette so frisch und froh und frei und keck, daß uns das Herz im Leibe lachte. Herr Ramsey er stellte einen schwäbischen Bauer auf die Bretter von köstlichster Lebensechtheit. Mit dem dritten Bilde wird der Spaß der Posse ein wenig lahm, wenn die Karrikatur des Salons Jppelmeye: auch noch manchen guten Witz produziert, der aber freilich meistens durch minder geschickte Darstellung unter den Tisch fiel. Hier trat nun die lyrisch-humoristische Muse ein, um ein Gastkonzert zu geben, das auch beim Publikum den lebhaftesten Anklang fand und in dem von Herrn Portz virtuos vorgetragenen Dorchenliede gipfelte. Da es über alledem y4 nach 10 Uhr geworden war, dachten wir „bei Klügere giebt nach", und entsagten dem Rest der Vorstellung in der beruhigenden Ueberzeugung, das Publikum in guter Gesellschaft zurückzulassen. Das Haus war gut geheizt und gut besucht, und das Publikum unterließ nichts, dem Gast und den heimischen Darstellern zu beweisen, daß cs sich aufs beste unterhielt. P.W. Carl William Büller, der an diesem Mittwoch den 13. im Gießener Theaterverein gastiert, ist unserem Theaterpublikum längst nicht mehr ftemd. Die mehrfachen Gastspiele, die er im Laufe der letzten Jahre hier gab, haben den in ganz Europa geschätzten Künsller zum Liebling auch der Gießener gemacht, die sich an seiner wunderbaren Komik immer von Neuem erfreuen. Büller hat schon seit mehreren Jahren jedes feste Engagement ausgeschlagen, er gastiert nur, in Deutschland wie im Auslande, und nie ist er in Verlegenheit um Gastspiele, so zahlreich laufen fortwährend die Gesuche bei ihm ein. Die Mitglieder des Theatervereins erinnern sich wohl noch mit besonderer Freude des Abends, an dein er vor zwei Jahren in Max Dreyer's „Großmama" den weiberfeindlichen Baron gab. Der von Vielen ausgesprochene von 30 000 Pfund Sterling gesichert, nahezu die Halste der von England überhaupt bewilligten Gesamtsumme und das Dreifache des ursprünglich zur Mlösung der deutschen Forderungen gemachten Angebotes. Der Betrag reicht zum Ersatz aller unmittelbaren Schäden aus, soweit solche nach den Ermittelungen des deutschen Bevollmächtigten als berechtigt sich herausgestellt haben. Die Ersatzpflicht erstreckt sich unter Zugrundelegung der bereits früher in ähnlichen Fällen angewandten Grundsätze des internationalen Rechts, nicht auf die Forderungen von Ausgewiesenen, welche die Neutralität verletzt haben, und die Forderungen solcher Deutschen, die vor der Ausweisung nach den geltendeu deutschen Gesetzen der Reichsangehörigkeit verlustig gegangen waren. Hiervon abgesehen dient die Summe zur Befriedigung der Entschädigungsforderungen, die von den Ausgewiesenen in London vor der Kommission anhängig gemacht und bis zum 17. Oktober 1901 zur amtlichen Kenntnis gelangen. Bon den Ansprüchen, welche nicht vor der Kommission, sondern direkt bei der britischen Regierung in London erhoben wurden, sind nur einige wenige nicht aus Ausweisungen erwachsene Forderungen auf die Pauschalsumme übernommen. Dagegen sollen mit geringen Ausnahmen alle auch in Südafrika selbst an gemeldeten Ansprüche durch, das Abkommen nicht erledigt sein, sondern weiter betrieben werden, eventuell können solche, wenn die dortigen Behörden aus formalen Gründen die Befriedigung der Ansprüche ablehnen sollten, in London abermals geltend gemacht werden. Das gilt auch für alle in Südafrika angemeldeten Forderungen, die nicht aus Ausweisungen erwachsen und die vor den an Ort und Stelle eingesetzten Kommissionen durch einen besonderen Bevollmächtigten Deutschlands vertreten werden. Auch hier verfolgt die Regierung das im Londoner Abkommen erreichte Ziel, nämlich mögliche Sicherstellung des Ersatzes für die einwands- srei nachgewiesenen unmittelbaren Schädigungen und Durchsetzung aller Zugeständnisse, wozu Deutschland selbst als kriegführende Macht gegenüber den Angehörigen neutraler Staaten bereit wäre. Zum „Kazelle"-Vrozeß. Don der kriegsgerichtlichen Verhandlung über die Vorgänge an Bord des kleinen Kreuzers „Gazelle" berichtet man aus Kiel: Die Verhandlungen begannen morgens 9 einhalb Uhr in der Kommandantenmesse des Linienschiffes „Kaiser Wilhelm II.", während die Sitzung am Tage zuvor über den Untergang des kleinen Kreuzers „Wacht" in den Kaiserräumen stattfand. In der Hauptsache richtete sich die Anklage gegen den Obermatrosen Weiß und den Matrosen Gröger. Ersterer sollte eine Kurbel, Abzugshebel, Vorstecher und Schlagbolzen mit Spitze eines Maschinengewehres über Bord geworfen haben, letzterer die 'Manilatrossen durchschnitten, den dabei liegenden Drohzettel „Fort mit Leo, sonst passiert auf der Reise ein Fall Krosigk für schuftige Behandlung, keine Freizeit, bessere Behandlung, Nachtarbeit" geschrieben, einen Kutterläuser ebenfalls durchf schnitten und das Gedicht auf den Kommandanten Kor- vetten-Kapitän Neitzke verfaßt und in Gemeinschaft mit den anderen gesungen haben. Genz, Peik und Wachtmeistersmaat Kunze sollen bei der Abfassung des Liedes beteiligt gewesen sein und mitgesungen haben, Genz wird außerdem Gehorsamsverweigerung vor versammelter Mannschaft, und Weiß Ungehorsam und Achtungsverletzung vor versammelter Mannschafts .vorgeworfen. In der Verhandlung wurde das Lied verlesen; es hat fünf Strophen und lautet: Unser Kreuzer, die „Gazelle", Ach wer hätte das gedacht, Wird uns allen bald zur Hölle, Denn beim Alten hat's gekracht. Wer nicht kann Fockschoten scheren, Muß dran glauben 's ist egal, Jeden Dienst uns thut erschweren, Wie, wodurch, ein ander Mal. Wienern, scheuern, schmirgeln, wischen, Ohne Rast und ohe End', Aber die da wirklich schuften, Das find höchstens drei Prozent. Anfangs, na da ging's so leidlich, Jeder gern den Dienst versah, Aber jetzt wird's urwermeidlich, Keiner mehr die Lust zu hat. Denn oer Alte! welch ein Grausen—Steckt'so manchen schon ins Loch. Wer da drinnen kommt zu Hausen, Muß versehn den Dienst dann doch In der Freizeit Stützen schrapen, Bis die Wach' ihn davon trennt, Die davon find frei geblieben, Tas sind höchstens drei Prozent. Neulich bei der Fahrt zur Probe, Er durchkreuzt den Segelsport, Er dacht sich, es wär zum Lobe, Doch er stoppt „Idunas^ Fahrt. Wunsch, den Künstler einmal in einer fein komischen Nolle zu sehen, und Büllers eigene Bitte, ihn im Theaterverein den „Biberpelz" spielen zu lassen, wird nun am Mittwoch erfüllt werden. Der Amtsvorsteher von Wehrhahn ist eine Rolle, die Büller recht eigentlich kreiert hat, die ihm, nachdem er die unvergleichliche Komik der Rolle aufgedeckt hatte, nunmehr von Berufenen und Unberufenen überall nachgespielt wird. Erst nachdem Büller den Wehrhahn gespielt hatte, erfolgte die Aufnahme des „Biberpelz" in die Spielpläne der Bühnen, wie vor drei Jahren in Frankfurt. Büller gab dort den Wehrhahn und den „Registrator auf Reisen" (übrigens neben dem Striese im „Raub der Sabinerinnen" wohl seine beste drastisch-komische Rolle). Das ursprünglich auf zwei Abende berechnete Gastspiel dehnte sich damals auf eine volle Woche aus, immer wieder mußte Büller im „Biberpelz" auftreten. Jetzt spielt Herr Bolz die Rolle des Wehrhahn in dem dort dauernd in den Spielplan aufgenommenen Stück. Ein besonderes Interesse erhält die Mittwochs-Vorstellung dadurch, daß Gerhart Hauptmann eine Fortsetzung des Biberpelz geschrieben hat, die schon am 28. d. M. im Deutschen Theater in Berlin zur Erstaufführung gelangen soll. Sie betitelt sich, wie wir schon mitteilten, „Der rote Hahn" und soll außer den Hauptfiguren des von Wehrhahn und der Waschfrau Wolff auch noch mehrere Nebenpersonen des Biberpelz wieder bringen. Erzielt das neue Stück Erfolg, so dürfte es im Anschluß an den Biberpelz schon in diesem Winter auch hier im Theaterverein zur Aufführung gelangen. • Irene Triesch vom Deutschen Theater in Berlin wird, wie man aus Berlin meldet, während ihres Urlaubs, vom 2. Februar bis 5. März, an folgenden Bühnen gastieren: Königl. Hoftheater in Stuttgart, Residenztheater in Hannover, an den Stadttheatern in Köln, Graz, Basel, Nürnberg, Straßburg i. E. Außerdem wird Frl. Triesch im Laufe der gegenwärtigen Spielzeit an 15 Abenden am Schauspielhause in Frankfurt a. M. gastieren. (Von einem Gießener Gastspiel fit also vorerst in den Plänen der Künstlerin noch keine Rede. Wir wissen aber bestimmt, daß Verhandlungen im Gange sind, die voraussichtlich doch zu dem erhofften Ende führen werden. Die Red.) W. II. ließ signalisieren 24 Stunden Arrest, Dabei sollte er kampieren Im Salon in seinem Nest. Dadurch fühlt er sich geschlagen, Hat den Abschied eingereicht, Doch was da übrig ist geblieben, Tas find höchstens drei Prozent. Sonntags bei den Musterungen, — 's ist doch wahrlich eine Plag' Hosen werden aufgeschlagen, Ob das Unterzeug auch rein, Ob die Schleife von dem Kragen Nicht 511 groß und nicht zu klein, Ob pomadisiert die Haare und der Scheitel grab' gekämmt, Doch die dieses alles haben, Tas sind höchstens drei Prozent. Ist die Musterung zu Ende, Wird die Sache erst famos, Alles springet dann behende, Tenn gleich ist der Teufel los. Auf der Hütte Er nun schreitet, Mit sehr grimmigem Gesicht. Ob auch alles vorbereitet Zu der Inspizierung ist. Man reinigt schnell noch Eck'und Winkel, Jeder rühret noch dieHänd', Doch was der Alle gut befindet, Das sind höchstens drei Prozent. Der Obermatrose Weiß bestritt seine Schuld, Genz, Gröger und Peik gaben die Beihilfe bei der Abfassung des Liedes und das Singen zu. Genz und Gröger be- zichttgten den Wachtmeistersmaaten Kunze der Beihilfe und des Mitsingens, während der Beschuldigte dies bestritt. Er Hube sich eine Abschrift des Liedes genommen, weil er glaubte, dann leichter den Thäter zu entdecken, der die Geschützteile über Bord geworfen hatte. Nach dem Gutachten des Sachverständigen Kanzleirat Böger war es nicht möglich, den Schreiber des Drohzettels zu entdecken; stark verdächtig war Gröger, aber ein schlüssiger Beweis ließ sich nicht führen. Der Ungehorsam, Gehorsamsverweigerung und Beleidigung eines Vorgesetzten sind gegen den Maaten Krebs begangen worden. T«r Vertreter der Anklage erachtete sämtliche Angeklagte im vpllen Umfange schuldig und beantragte mit Ausnahme von Weiß und Gröger wie im Urteil erkannt. Gegen Weiß beantragte er eine Gesamtstrafe von 1 Jahr 4 Monat Gefängnis, gegen Gröger wegen Bedrohung mit Totschlag und wegen der Liedasfaire 1 Jahr 6 Monate Gefängnis. Nach längerer Beratung verkündet der Gerichtshof das bereits mitgeteilte Urteil. Auf das Recht der Berufung hingewiesen und be- ragt, ob sie auf die Berufung verzichten wollten, erklärten die Angeklagten einmütig, Berufung einlegen zu wollen. Kunze wurde dann wegen der Höhe der Strafe und wegen Fluchtsverdachts vorläufig in Hast genommen. Gegenüber verschiedenen Blättern, die sich darüber aufhielten, daß das Geschwader-Kriegsgericht in den letzten Tagen an Bord abgehalten wurde, und nicht im Gerichtslokale an Land und daß die Maßnahme bezwecke, in Fällen, in welchen Offiziere beteiligt sind, die Berichterstattung unmöglich zu machen, teilt die „Nordd. Allg. Ztg." mit, daß in dem Verfahren gegen den Korvetten- Kapitän von Cotzhausen im Interesse der Landesverteidigung die Verhandlung geheim geführt werden mußte. In Sachen der Gazelle wurden die Verhandlungen an Bord geführt, weil es notwendig wurde, den nicht fachmännischien Mitgliedern des Kriegsgerichts das Herausnehmen einzelner Verfchlußstücke vor Augen zu führen. Aus Stadt und Sand. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ift nur unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Anz." gestattet.) Gießen, den 11. November 1901. ** Die Stadverordnetenwahleu. Am nächsten Donnerstag wird die Bürgerschaft der Stadt Gießen an die Wahlurne gerufen, um ihr Votum über die dem Gesetze zufolge notwendig werdende Ergänzung unserer Stadtvertretung abzugeben. Die Bewohnerschaft unserer Stadt hat alle Veranlassung, mit vollem Ernste und durchaus bewußt der Verantwortlichkeit gegenüber dem Allgemeinen, die die Ausübung des Wahlrechtes für jeden Bürger in sich schließt, an die Erfüllung ihrer Pflicht heranzugehen. Aufgabe der Stadtvertretung ist es, besonnen und ruhig den notwendigen ^ort* chritt im kommunalen Leben zu pflegen, ohne der Steuerkraft der Einwohnerschaft allzu viel zuzumuten, zwischen der finanziellen Leistungsfähigkeil und der kommunalen Weiter- entwickelung Uebereinstimmung zu b-wahren. Die Erhaltung dieser Uebereinstimmung ist in die Hände der Wähler gelegt, und zu wählen hat jeder das Recht, der zur Zeit der Wahl das 25. Lebensjahr überschritten, seit vier Jahren seinen Wohnsitz in der Gemeinde bezw. seit 2 Jahren den Unterstützungswohnsitz erworben hat und mit der Enttichtung der Gemeindesteuer nicht länger wie zwei Monate im Rückstände ist. Aus Bayern und Elsaß-Lothringen gebürtige Personen können nur dann wählen, wenn sie in den hessischen Unterthanenverband ausgenommen find. Jeder Wahlberechtigte sollte für die Regelung der konunenden städtischen Dinge das Seine thun und durch die Beteiligung an den Gemeinderatswahlen nach seinen Kräften dahin wirken, daß Manner in den Gemeinderat gezogen werden, die neben tadellosem Rufe einen scharfen Blick und volles Verständnis für die Verhältnisse ihrer Standesgenossen im besonderen und der Bürgerschaft im allgemeinen haben. Die Kandidatenfrage ist von den bürgerlichen Parteien unserer Stadt u. E. ganz glücklich gelöst. Auf der Liste stehen außer den Männern, die bereits seit Jahren einen Teil ihrer Arbeitskraft in den Dienst der Allgemeinheit mit bestem Erfolge gestellt haben, vier Bürger, von denen man weiß, daß sie vor vielen Anderen das Interesse des Allgemeinwohles im Auge haben, daß sie sich um die Regelung der städtischen Angelegenheiten mit besonderer Geschicklichkeit und besonderem Verständnis zu widmen wiffen würden. Sie erfüllen die oben angeführten Bedingungen vollkommen. Darum ist es wünschenswert, daß sich die gesamte Bürgerschaft auf diese Kandidatenliste am Tage der Wahl vereinigt, zur Vermeidung einer Zersplitterung der Stimmen, die die Niederlage der bürgerlichen Parteien zur unbedingten Folge haben müßte. Und zwar ist die aller regste Wahlbeteiligung dringend geboten. Die Interesselosigkeit an den kommunalen Vorgängen in weiteren Kreisen muß weichen. Der schneidet sich ins eigene Fleisch, der alles, was seine Berufspflichten nicht unmittelbar betrifft, gehen läßt, wie es geht, und der erfüllt schlecht seine Bürgerpflicht, der seine Rechte nicht ausnützt. Wem hat er am Ende Schuld zu geben, wenn Beschlüsse vom Stadtverordnetenkollegium gefaßt werden, die seinen Ansichten und Ueberzeugungen zuwiderlaufen, die nach seiner Meinung dem allgemeinen Besten nicht dienen — als alles sich selbst?! Darum fordern wir schon heute jeden wahlberechtigten Bewohner der Stadt Gießen auf, am Tage der Wahl, am nächsten Donnerstag, nicht zu Hause zu bleiben, sondern im Wahllokal zu erscheinen, auf der Bürgermeisterei, und seine Stimme abzugeben für die Kandidaten der bürgerlichen Parteien- Er nützt nicht allein sich selbst, sondern auch, was gewiß jeder weit mehr im Auge zu behalten hat, dem ganzen Gemeinwesen der Stadt Gießen, wenn er am nächsten Donnerstag seine Stimme abgiebt für Männer, die nach ihren vollen Kräften am besten für das Wohl der Stadt Gießen zu wirken wissen werden, für Männer, die alles politische Parteigezänk im Stadtverordnetensaale mißbilligen. Denn ein Blick auf zahlreiche Städte unseres engeren und unseres großen deutschen Vaterlandes zeigt, daß das Hineintragen rein politischer Prinzipien in die Stadtverwaltungen den Städten selbst meist schwere und unerquickliche Zeiten bringt. Die Vorgänge in Offenbach haben uns ganz besonders gelehrt, daß es sehr mißlich ist, die Politik ins kommunale Leben zu tragen und die letzten dortigen Stadtverordnetenwahlen haben denn auch gezeigt, daß die dortige- Bevölkerung es gründlich satt ist, Parteipolitik zu treiben im Stadtparlament. Wir aber wollen nicht das frühere, sondern das jetzige Beispiel Offenbachs nachahmen, und darum wollen wir und müssen wir alle unsere Stimmen vereinigen auf die Herren Brück, Emmelius, Flett, Gaffky, Helfrich, Huhn, Fann, Metz, Orbig, Lchaffstädt, und Schmall ** Audienzen. Der Großherzog empfing am 9. November u. a. den Kreisamtmann Dr. N e i d h a r t von Büdingen, den Geh. Kommerzienrat Frhrn. Heyl zu Herms^ heim und den Professor der Landwirtschaft an der Landes-- Universität Gießen Dr Albert. und den und ot ior vr or ** .Justizpersonalnachrichten. Durch Entschließung des Ministeriums der Justiz wurden beauftragt: gerichten Büdingen, Altenstadt, Nidda, Ortenberg Schotten Gerichtsaecessist Dr. Metz in Homberg, an Amtsgerichten Bingen, Ober-Ingelheim, Nieder-Olm Wöllstein Gerichtsaecessist T r ü m p e r t in Darmstadt. Goldschmidt in Mainz; mit Wahrnehmung der Dienst- Verrichtungen eines Amtsanwalts am Amtsgericht Darmstadt I Gerichtsassessor Glückert in Friedberg, in Mainz der Gerechtsassessor Plitt in Büdingen, an den Amtsgerichten Friedberg, Butzbach, Bad-Nauheim und Vilbel Gerichtsaecessist Schuhmann in Bensheim, an den Amts- mit Wahrnehmung der Tienstverrichtungen eines Amtsrichters bei dem Amtsgericht Darmstadt I Gerichtsas es Neur 0 th in Bad-Nauheim, in Groß-Gerau Gerichtsas es Wendel in Darmstadt, in Bad-Nauheim Gcrichtsasses Hoffmann in Darmstadt, in Laubach Gerichtsasses Birnbaum in Bingen, in Bingen Gerichtsassessor Dr. ** Auszeichnungen. Der Großberzog hat verliehen den Charakter als Regierungsrat: oem Steuerkom- missär in Michelstadt Dr. Gärtner, dem Steuerkommissär in Gießen Dr. Metzler, dem Steuerkommissär in Laugen Greiner, dem Steuerkommissär in Büdingen Fresenius, dem Obersteuerinspektor in Darmstadt Dr. Würth, dem Kontrollbeamten der Lokalkassestellen des Bezirks Darmstadt I Rentamtmann Hiemenz, dem Mitglied der Preuß. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. Negierungsassessor Dr. Weber; den Charakter als Forstmeister: den Oberförstern der Oberförsterei Feldkrücken Diefenbach in Schotten, Lang in Bingenheim, Hofmann in Dieburg, Ebel in Lorsch, Joseph in Groß-Gerau, dem Oberförster der Ober- sörsterei Trebur Kutsch in Groß-Gerau, den Oberförstern Andre in Laubach, Hoppe in Hirschhorn, Weber in Seligenstadt, dem Oberförster der Oberförsterei Nieder Ohmen Schneiderin Grünberg, den Oberförstern S p e n g ler in Büdingen, Schallas in Wimpfen und dem Oberförster der Oberförsterei Mitteldick H i l l e r i ch in Langen. — Der Großherzog hat dem Forstwart der Forstwartei Messel Förster Germann zu Messel aus Anlaß seines am 25. Oktober d. I. stattgehabten 50jährigen Tiensflubiläums das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — Der Großherzog hat den Station^ Vorsteher in Heppenheim der Main-Neckar-Eisenbahn Korn-' d ö r f e r auf sein Nach suchen mit Wirkung vom 1. Dezember an, den Stationsassistenten bei der Main-Neckar-Eisenbahn Georg zu Darmstadt auf fein Nach such en mit Wirkung vom 1. Dezember an, den Stationsassistenten der Main- Neckar-Eisenbahn Expeditor Weber zu Darmstadt auf sein Nach such en wegen geschwächter Gesundheit mit Wirkung vom 1. Januar 1902 an — in den Ruhestand versetzt und dem ersteren die Krone zum Sttbernen Kreuz des Verdienst vrdens Phllipps des Großmütigen, dem letzteren das Sil« Derne Kreuz des Verdienstordens Phttiovs des Großmütigen verliehen. ** Eisenbahnarbeiten. Wir haben bereits mitgeteilt, daß die Nachrichten von Arbeiterentlassungen im Eisenbahnbetriebe durch die ,/Nordd. Allg. Ztg." offiziell dementiert worden sind, und daß im Gegentell vom preuß. Eisenbahnminister Vorkehrungen getroffen worden sind, zur Abhilfe der Arbeiternot. In einem Erlasse macht nun der Eisenbahnminister wiederholt darauf aufmerksam, daß Aushilfsbedienstete und Arbeiter, die infolge des Verkehrsrückganges und der dadurch eingetretenert Abnahme der Dienstgeschäfte insbesondere auf den Rangier und Umladebahnhöfen sowie auf den Zugbildungsstationen und in den Reparaturwerkstätten entbehrlich geworden sind, gleichwohl aus diesem Anlasse unter feinen Um - ständen aus dem Eisenbahndienst zu entlassen sind. Solche Personen sind vielmehr in geeigneter Weise anderweit zu beschäftigen und überall da zu verwenden, wo infolge des natürlichen Ausscheidens von Arbeitskräften Bedarf eintritt. Bei einer so großen Verwaltung wird es auf diese Weise in verhältnismäßig kurzer Zeit gelingen, den Personalstand dem Geschäftsmnsange' anzupassen. Bei den hiernach erforderlichen Ueber- weisungen an andere Dienststellen ist nach Möglichkeit zu vermeiden, daß Arbeiter, welche eine Familie zu ernähren haben, nach .anderen Stationsorten verfetzt werden. Selbstverständlich bezieht sich diese Anordnung auf solche Personen nicht, die von vornherein nur für eine bestimmte Arbeit vorübergehend in Arbeit gestellt und hiervon sogleich bei der Arbeitsüberweisung verständigt worden sind. — Thatsächlich sind be.m auch, auf dem hiesigenBahn^ Hof, wie wir in Erfahrung gebracht haben, nicht nur keine Entlassungen, sondern sogar z. T- erhebe liche Mehreinstellungen von Arbeitskräften zu den in vollem Gang befindlichen Umbauarbeiten vorgekommen. Zu der von uns kürzlich gebrachten Mitteilung über Einstellung der Arbeiten in der Betriebswerk- Itätte an den Samstag Nachmittagen wird uns erläuternd mitgeteilt, daß infolge des großen Rückgangs im Verkehr eine ganze Anzahl des Maschinenpersonals überflüssig geworden wäre. Um diese zu beschäftigen, müßte Hilfs-Personal den Werkstätten überwiesen werden, wodurch ein Anwachsen der Arbeitskräfte in diesen unvermeidlich wäre. Hierzu kommt noch, daß der Rückgang des Verkehrs auch weniger Neparaturarbeiten verursacht, und auch dadurch Arbeitskräfte entbehrlich werden. Wenn nun trotzdem die Eisenbahn-Verwaltung von Arbeiterentlassungen Abst-arrd Die zum größten Teil freigelegten Fa?aden zeigen m AMTLICH GLXlCZEND BEGUTACHTET; Oeffrntlicher Dank 7382 Gießen, am 11. November 1901. Der Festausschuß für die Werning scheu Krieggfr st spiele dem von uns vorgeschtagcnen Kandidaten seine Stimme. Das Metzaeraewerbe herrliche Gabe geschenkt. Um den wirklich echten Weidemann'schen russ. Knöterich zu lrch ruhig. Offenbach, 10. Nov. In der letzten Sitzung der Stadtverordneten wurde ein Beschluß von allgemeinem Interesse gefaßt. Die Entscheidung des Kreisausschusses, wonach die Stadt nicht das Recht haben soll, von den Einwohnern mit einem Einkommen unter 500 M. nur die weiblichen allein von der Steuerzahlung zu befreien, sondern daß sie diese Befreiung auch auf die männlichen Steuerzahler auszudehnen habe, soll durch Berufung bei dem Provmzial- ausschuß angefochten werden, um eine grundsätzliche Entscheidung derFrage herbeizuführen. — Für dieBeschäftigung Arbeitsloser mußte ein weiterer Betrag von 30000 Mk. auf Voranschlag bewilligt werden, da die vorhandeneu Mittel fast völlig aufgebraucht sind. Es wurde bedauert, daß die schlechte Finanzlage der Stadt gerade jetzt, wo so viele Arbeitslose zu beschäftigen wären, die Inangriffnahme größerer Arbeiten verbietet. . Lampertheim, 10. Nov. In der Angelegenheit der neuen Absteckung der Bahnstrecke Lampertheim —Viernheim waren in der letzten Woche Ministerialpräsident Gnauth, Ministerialrat Braun und Kreisrat Geh. Rat Gros hier anwesend. Durch die erste Anlage der Bahn wurde eine Schädigung des Wildstandes der prachtvollen Waldungen befürchtet. Nun wird die Bahnlinie nach Ueberbrückung der Hauptbahn weiter südlich, etwa 500 Meter von der ersten entfernt, ausgeführt. k. Mainz, 9. Nov. Die nn Bau begriffene evangel. Ehristuskirche hier ist nunmehr soweit gediehen, daß die Baugerüste bereits entfernt werden konnten. Die Kirche, eme Zur Ztadtverordneten-wahl! Nachdem nunmehr alle Stände und Vereinigungen ihre Kandidaten benannt, gilt es, Umschau zu halten, wie sich wohl die demuächstige Vertretung der städtischen Körperschaft zusammensetzen wird, um möglichst fehlende Stände oder Gewerbe durch Neuwahl zu ersetzen. burc6 Ein bis jetzt in dem Stadtvorstand nicht vertretenes Gewerbe ist das Metzgergewerbe, obgleich dasselbe mit den städtisch 9 Schlachthausanlagen, Oktroi-Angelegenheiten, Volksernährung u. dgl. m. in engster Verbindung steht. , äderen Wichtige Fragen stehen bevor, z. B. die Erbauung einer Kühlanlage, sowie Erweiterung des Schlachthauses, wo es un e gt, Nori'cülaa nickt Städten, erforderlich ist, einen Fachmann in dem Stadtvorstand zu haben. Darum, Mitbürger, laßt Euch nicht irreführen und weil als Sonderinteresse zurück, sondern betrachtet ihn als Gemeindeinteresse zum Wohl der ganzen Bürgerschaft. Wir schlagen Euch hiermit vor Herrn Mehgermeister Ludwig Pirr. Wähler! An Euch alle richten wir die Bitte, sorget, daß auch das Metzgergewerbe einen Platz im Stabtvorstam cchält und ge e 3^ Nach Beendigung der Festspiele drängt °3 uns, allen Denjenigen, welche zum guten Gelingen unseres Unternehmens b-ig-trag-n haben, unseren h-rzkchften Dank zu sagen. Wir danken den Herren des Ehren-Ausschusses für ihre Bereitwilligkeit, mit uns zusammenzuarbeiten. Wir danken den Damen und Herren, sowre den Unteroffizieren und Mann- iLatten unseres Regiments, welche bei den Aufführungen teils auf der Bühne, teils als Deklamatoren mitgewirkt habe», für ihre aufopferungsfrerwlge Hingebung an die gute Sache Wir danken allen Behörden und insbesondere dem Großherzoglichen Kommando des Infanterie-Regiments „Kaiser Wilhelm" für dre wirkungsvolle Unterstützung dui uns unsere' Ausgabe sehr erleichtert hat. Wir danken endlich den Bewohnern von Gießen und Umgegend für die gut- Aufnahme, welche unsere F-stsp.ele m allen Kreisen gefunden haben. Lange Wochen haben wir an der Vorbereitung gearbeitet und die Zeit der Aufführungen hat an alle Ausschußmitglieder hohe Anforderungen gestellt. Ww fühlen uns aber reichlich belohnt durch das Bewußtsein, für eine gute Sache mit vollem Erfolg eingetreten zu sein. kommen. . ~ * Ostende, 9. Nov. Der englische Dampfer „Con- duetor" hat sich infolge des Nebels verirrt und ist bei Westend aufgelaufen. Ein Schleppdampfer versucht vergebens, den Dampfer wieder flott zu machen. * Brescia, 9. Nov. Gestern Abend wurde hier und an den Ufern des Garda-Sees ein neuerliches Erdbeben verspürt. Die Bevölkerung ist panikartig erregt. Bisher sind । keine Menschenverluste zu beklagen. * Konstantinopel, 9. Nov. In der Stadt Erzerum wurde gestern durch mehrere Erdstöße eine Anzahl Häuser zerstört; die meisten Gebäude, darunter solche fremder Konsulate, wurden beschädigt und zeigen Risse. Opfer an Menschenleben sind nicht zu beklagen. • Oran, 9. Nov. Ein Soldat des 2. Regiments der _________ _________ , ^emdenleaion schoß heute nach einem kurzen Wortwechsel erhalten, beziehe man denselben nur von dem Importeur E. Weide- seinem Vorgesetzten, einem Sergeanten, eine Kugel ins|mann m -lebenburq am varz. Herz, wodurch ein hinter dem Sergeanten stehender Unteroffizier gleichfalls getötet wurde. nimmt und dem oft auftretenden Wunsche von Arbeitern, zeitweilig einige Stunden zur Ausführung von Privat- ox6eiten zur Verfügung zu haben, nachkommt, fv kann dies nur Anerkennung verdienen. ** Lamborg-Konzert. Man schreibt uns: Lam- borg, der ewig junge kommt am Mittwoch, den 20. Nov- hierher, um in Steins Saal seine famosen musikalischen Humoristica vorzuführen. Er bringt diesmal, neben seinem eisernen Bestand, manches Neue und zwar Zündendes mit. Alle Darbietungen Lamborg's sind harmlos und durchaus einwandsfrei, aber so hoch komisch, daß selbst der grimmigste Hypochonder lachen muss. ♦» Alice-Schule. Bei der vorjährigen Weihnachts- ausstellung der Alice-Schule war zum erstenmale der Versuch gemacht worden, Arbeiten von Schülerinnen der damaligen und früheren Zeit zu verwerten. Auch in diesem Jahre will der Vorstand der Schule cs zu ermöglichen suchen, fleißigen, strebsamen jungen Mädchen einen kleinen Verdienst zuzuweisen. Zu diesem Zweck wird wiederum mit der Ausstellung ein Verkauf verbunden sein. — Wir machen hierauf unter Hinweis auf das Inserat in der heutigen Nummer aufmerksam. ♦♦ Die Ortskrankenkassen und der Zolltarif. Eine in Darmstadt abgehaltene außerordentliche Generalversammlung der Ortskrankenkassen hat, von der Ansicht ausgehend, daß die projektierte Erhöhung der Lebensmittelzölle notwendigerweise eme enorme Verschlechterung und Gefährdung der Leistungsfähigkeit der Krankenkassen sowie der gesamten Arbeiter- Versicherungen zur Folge haben muß, einstimmig den Be- schlüß gefaßt, beim Großh. Ministerium um eine Audienz nachzusuchen und zur Teilnahme an derselben die größeren Ortskrankenkassen des Großherzogtums einzuladen. -h° Kaul stoß, 9. Nov. Heute wurde der seitherige Beigeordnete Johann Herget L als solcher einstimmig wieoergewählt. Von 51 Stimmberechtigten hatten 35 von ihrem Wahlrechte Gebrauch gemacht. Die Wahl verlief ziem- Gerichtssaal. Berlin, 9. Nov. Tie am 14. Tezernber 1900 in den Eon- cordia-Sälen veranstaltete antisemitische Versammlung beschäftigte heute abermals die 2. Strafkammer des Landgerichts 1. Angeklagt waren Graf Pückler wegen Aufreizung, begangen durch einen der bedeutendsten und größten evvnget Knchen Süddeutsch. ” Ä lands, ist bekanntlich nach hinterlassenen Planen dev Mainzer j r c , q c । p r 0 % e t>a er nachweisen konnte, daß er den Bericht Stadtbaumeisters, Geh. Oberbaurats Kreyssig, durch den vor der Veaöffenllichnna nicht gelesen hatte, Gras Pückler da» Architekten Fredriks en zur Ausführung gebracht wordcn. gegen wurde zu 300 Ä! k. G e l d st r a f e verurteilt. Der SwMs- .'lichitetlen tfjeorimu r , ^rer anwall hatte gegen Böckler 600 AU. und gegen Graf Pückler 500 All. *»e -um größten »StTafcit eines Geldstrafe beantragt. schönen, formvollendeten Linienführung die Tüchtigkeit emes —————— . > > ausgereiften Künstlers. Es ist gewiß keine leichte ^ache ge- wesen, in den gewählten Stilformen etwas ganzes zu schaffen, ^tUlDUniiluJUfL ist doch die Detaildurchbildung in den Formen der Hoch- Das Jahrbuch des Allgemeinen Verbaue renaissance gehalten, wogegen sich die Grundriß-Anordnung ft $ der^d eutsch en landwirtschaftlichen Ge- an diejenigen mittelalterlicher Kirchenbauten anlehnt. — eine ft^vssenschaften für 1900 und der Jahresbericht des auf Veranlassung der städtischen Verwaltung durch das ^ntüa(ted des Verbandes für 1900-01 liegen mm im Drucke Arbeitsanit aufgestellte Statistik über die Arbeits- Aus den umfangreichen Veröffentlichungen, denen! l^osiakcit hat ergeben, daß die größte Arbeitslosigkeit unter genaues Zahlenmaterial als Beleg beigegeben ist, geben Arbeitern der Metallbranche und der Küferei be- winnt man einen klaren Ueberblick über die Entwickeluns steht nack ihnen bei den unständigen Arbeitern und Tag- des Genossenschaftsvereins, die wirksamsten Mittel der teht, nach ihnen _ .„„kaLao« hntim bis ieüt Selbsthilfe für den deutschen Landwirt im harten Existenz- löhnermnen. Groszere Arbeiterentlaffungen ) J B xampf der Gegenwart. Tas Genossenschaftswesen hat im noch nicht stattgefunden. - Jahre 1900-1901 wiederum nicht unerhebliche Fortschritte Frankfurt, 9. Nov. Alexander Barthe l, der ^^acht, vor allem auf dem Gebiete der gemeinschaftlichen jugendliche Heldendarsteller des Frankfurter Stadtthe . ft)^lch-, Vieh- und Eierverwertung, im ganzen hat sich die liegt lebensgefährlich er f ta n f t bat nie Der, e landwirtschaftlichen Genossensa)asten um nahezu Krankheit halt schon Monate lang an. Barthel war fruy r vermehrt. Tie vorliegenden Veröffentlichungen sind ein hervorragendes Mitglied der Memmger und erfreut wichtiger Beitrag zur Geschichte der nationalen Arbeit, sich in Frankfurt der größten Beliebtheit. Vermischtes. Kirchliche Kachrichten. * Hamburg, 10. Nov. Der in Elbing beheimatete Evangelische Gemeinde. Dampfer „Primus", von Hamburg nach Danzig md; einer ^ntag den 11. November, abends 8 Uhr, Bibelstunde Ladung Getreide, ist in der Ostsee auf der Höhe von Ar o aI ^on^nn®nbcnjaa[ der Johanneskirche. Text: Pf. 90. infolge schweren Sturnies gestern morgen voll Waffer ge- Pfarrer Euler, chlagen und gekentert. Sechs Mann der Besatzung,! , darunter Kapitän und Steuermann, ertranken. Der Ham-1 . bürget S-^chl-ppd°mpf-r „Gladiator" hat zwei Matrosen fstzs)gl-8ed^tzlllllli ist AllßS des „Primus" gerettet und nach Holtenau gebracht. ^-,1 echten Weibeinann'schcn russischen Knöterich. Die großartigen Er- * Stuttgart, 9. Nov. In der vergangenen yiad)t fo[ oesfeIben bei Erkrankungen der Lunge, des Halses überhaupt ist Zwischen Jsnn und Röthenbach der nach Jsnp fahrende ber Atmungsorgane, beweisen folgende Schreiben. (Die Originale Postwagen beraubt worden. Es fehlt ein Geldbrief liegen zu JedermannsEinsicht bereit. Es chre.ben: mit 1 5 00 Mark ein zweiter mit 8100 Mark und Frau Justizrat M. P. m W Hiermitbitte ich>nnr freun^ Mit l o00 JJtart, em Pnuber sind ent- lichst umgehend per Nachnahme loPacket russifchenKnöterich außerdem die ganze Briefpost. Oie Rauver sind eni | schicken. Wirkung immer sehr gut. Herr F. S. in D. Senden Sie mir bitte auf alle Fälle 20 Packete Ihres Thee's. Schon nach dem 3. P. haben wir eine ganz erstaunliche Wirkung zu verzeichnen und hoffen Sie hier recht enipfehlen zu können. Herr Pastor A. S. in B. Teile Ihnen hocherfreut mti, daß Ihr Thee bei einer feit drei Jahren schwer an Lungenleiden erkrankten 30 Jahre allen Frauensperson vorzüglich gewickt hat. Dieselbe kann nicht genug danken. Senden Sie mir bitte Prospekt, Anweisung und 5 Packet per Nachnahme für einen alteren Mann wieder an meine Adresse. CH. N. Tiakouisfin in B. Bitte umgehend um die 3. Sendung russischen Knöterichs. Es geht dem jungen Mädchen prachtvoll besser. Möchte aber gern eine gründliche Kur erzielen, darum bitte die 3. Sendung. Sie selbst meint, es wäre nicht mehr notig. Gott hat uns in dem Knöterich eine Ich hatte durch den ruhigen Geschäftsgang bei Grossisten und Fabrikanten Gelegenheit, grosse Posten zu noch nie dagewesenen Preisen einzukaufen und bin ich deshalb in der Lage, meiner verehrten Kundschaft einen ganz besonderen Vorteil zu bieten, •wie aus den folgenden Preisen zu ersehen ist. Modell-Kleider von tadellosem Sitz in chiker Ausführung. Serie I......Mk. 45-55 Mk. Serie II......Mk. 35.-.,^'^ SerieHI.....Mk. 42,—, 6Ä». Sammet-Blousen Serie I. ...... Mk. G.—- «L. Serie II.......Mk. 8—, Ä Serie III,.......Mk. Ä Reinwollene Blousen einfarbig und karriert. Serie I.......Mk. 5.—, Serie II.......Mk. €5, so, j;Q mL Blousen in Waschseide Serie I..........Mk. G.—, Ä' Serie II..........Mk. 8.— Kostüm-Röcke neuester Volantschnitt mit Lüsterfutter. R8--3S Mk., früher 25-40 Mk. Unterröcke mit reichen Volants, aus reinwollenen Tuchen angefertigt. 8--13 Mk., früher 12—20 Mk. Unterröcke Serie I. Mk. 1®*—- 2ohMk. Serie II. 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November 1901, vormittags von 9 bis 12 Uhr und nachmittags von 3 bis 6 Uhr, auf dem Büreau des Herrn Kommerzienrat Heichelheim hier mit dem Anfügen offen gelegt, daß etwaige Einwendungen gegen dasselbe binnen dieser Frist vorzubringen sind und später vorgebrachte Beschwerden keine Berücksichtigung finden werden. Gießen, den 10. November 1901. Die Hroßl-erzoglrche Kandelskammer. Koch. Dr. Kehm. 7392 Wirtschafts-Empfehlung. Brauerei-Ausschank Ad. Denninghoff. Restauration Fr. L. Spuck. 7348 Vorzügliches Bier. Anerkannt gute Küche. Reingehaltene Weine. Aufmerksame Bedienung. Separate Zimmer. Los von Rom. Mittwoch den 63- November fiSOfl, abends L'A Uhr, im grossen Saale von Steins Garten: des Herrn Pfarrers Kinzenbach aus Braunau (Böhmen) über: 7821 Bilder aus der evangelischen Bewegung in Oesterreich mit besonderer Berücksichtigung Ostböhmens. Alle Evangelischen werden hierzu herzlichst eingeladen. Eintritt frei. Der Hilfsausschuss für die evangelische Bewegung in Oesterreich. Mähler! Die Wahlen zum Stadtvorstande stehen vor der Thüre. Es liegt nun in Eurer Hand zu entscheiden, wer in den nächsten Jahren Eure Interessen im Stadtvorstande vertreten soll. Da gilt es vor allem Männer zu wählen, die jederzeit für das Wohl aller schaffenden Stände eintreten und die nicht blos Vertreter einer einseitigen Parteipolitik sind. Von der Ansicht ausgehend, daß nur ein ersprießliches Wirken für das Gesamtwohl der Stadt erzielt werden kann, wenn sämtliche Berufsstände ohne Unterschied der Partei im Stadtvorstande vertreten sind, gestatten sich viele Wähler aus allen Teilen der Stadt nach stattgefundenem Meinungsaustausch Euch nachstehende Herren in Vorschlag zu bringen. Es sind dies: Carl Brück, Mtmordmter. Martin Dörr, Mchmnßn. Louis Mett, Mwemdneter. Prchffor Dr. Gaffky, Mlmorimter. Friedrich Helfrich, Stiihtrirhrkr. Louis Huhu, Mtomlbmter. Carl Jann, Keilchn. Emil Heinrich Müller, 8ßrki«rr»ritrr. Carl Orbig, Mtoemdueter. Ludwig Pirr, Mrhgmmißn. Emil Schwall, Stütrnirindrt. Mehrere Bürger. 7374 Handwerker und Gewerbetreibende! Als geeignete Vertreter für die Stadtverorduetenwahl möchten wir Euch Vorschlägen: WilheBm Klappert, Weißbindermeister, Heinrich Roth, Schneidermeister. 04588 Biele Handwerker. und zurin Würzen ist im Gebrauch beqnem, beim wenige Tropfen genügen, um schwache Suppen, Saucen, Gemüse rc. auaenblicklich zu verbessern und deren Verdaulichkeit zu erhöhen. Es sollte darum in keinem Haushalte fehlen. In Fläschchen von 35 Pfg. an zu haben bei C. G. Hleinheian. Bahnhofftraße 59. Bienenhonig S zu haben SelterSweg 67. Ein Unwersal-Borbengungs- unb Heilmittel gegen Krankheiten ber verschiedenst. Art, insbesonbere ErkSltuilgcii und Katinhe aller Art find die Skaller'schen Präparate. Aecht in der yictoria-Drogerse Adolf Bieler, Marttstraße 5. 7281 Frische, geräucherte Kieler Bücklinge empfiehlt billigst 7053 E- Port, < Emil > Fischbach Gleesen. 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