Nr. »14 Erstes Blatt Donnerstag 13» September 1901 Feuilleton. r \ wie auch an der Schulstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FernsprechanschlvßNr.bl. 151. Jahrgang am ?,aribc ,ber Schlucht lcicht goncrrs sind m. >...we,zcnm-n »oa uZ> 'l$ei ba^n gleitet. Lor allem aber cnt.Iehen dem,An den Universitäten Bern und 0 Weibliche Privatdozenten in der Schweiz. Man schreibt uns aus Zürich: Privatdozenten feminini ... s nn schweizerischen Hochschulen nichts neues. KekaMmachung. Die am 21. August l. Js. angeordnete Sperre des von der Margarethenhütte nach dem Güterschuppen über die Geleise führenden Weges wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 10. September 1901. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth. Erscheint täglich mit Ausnahme des MoMags. Die Gießener Famillen- blätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem .Hess, ßonbroirt" und den »Blättern für hessische Volkskunde" vrermal wöchentlich beigelegt. -iedaktion, Expedition Der Friede,rsschlutz in Peking. Tas Friedensprotokoll ist endlich unterzeichnet. Die bedeutsame Handlung fand am Samstag in der spanischen Gesandtschaft statt. Tie Gesandten und ihre Sekretäre trafen um 11 Uhr daselbst ein. Li-Hung-Tschang und der Prinz Tschrng kamen in Sänften, von Kavallerie begleitet Sobald die Unterzeichner versammelt waren, hielt der spanische Gesandte de Cologan, als Doyen des diplomatischen Korps, nne Ansprache, in der er die Hoffnung aussprach, daß bte Unterzeichnung des Protokolls eine neue Aera der Beziehungen zwischen China und den Mächten kennzeichnen 5??®% .^niy Tsching erwiderte, er sei glücklich- daß die Schrecknisse des letzten Jahres beendet seien, und gab der Zuversicht Abdruck, daß, man keinen neuen Bruch in den Beziehungen zwischen China und den Mächten mehr er- lebeu werde; denn China werde alle ihm obliegenden Verpflichtungen erfüllen. s Mit der endlich erreichten Unterzeichnung des Frie- densprotokollv sind die chinesischen Wirren dem Punkte ^orbeü' ^uf den sie zu bringen, das unausgesetzte Bemühen der deutschen Staatskunst von Anfang an gewesen und bis zuletzt geblieben ist. Die deutsche Politik richtete sich auf folgende Ziele: 1. Rettung und Befreiung der bedrohten Gesandtschaft und der in Peking einqe- chlossenen Europäer. 2. Erreichung einer angemessenen Sühne für die von den Chinesen begangenen Unthaten. 3. möglichst starke Bürgschaft gegen die Wiederkehr derartiger Vorgänge. 4. Erstattung der Unkosten, die dem Reiche durch die Schuld Chinas erwachsen waren. Diese Programmpunkte der deutschen Regierung sind im wesentlichen zur Zufriedenheit erledigt worden. Die Zahl derer der uns, die gemeint hatten, wir sollten uns diplomatisch Akademie zu Neuenburg dozieren weibliche Lehrkräfte. Tre erste Privatdozentin in der Schweiz besaß bereits 1891 bie lurlstische Fakultät der Hochschule K e m p i n. Man sollte nun glauben, daß für die Hochschule des Kantons Zürich, der nach seinem vor zwei Jahren erlassenen Gesetze über dre Rechtsanwaltschaft anch Frauen expressis verbis zur Ausübung dieses Berufes zuläßt, die Frage der Zulassung weiblicher Privatdozenten bereits als bejaht gelten kann, konform der Stellung, welche die in Betracht kommenden Faktoren dem Frauenstudium gegenüber überhaupt ein- genommen haben. Die philosophische Fakultät der Züricher Hochschule scheint indes Skrupel gehabt zu haben, als sich kürzlich zwei Bewerberinnen um die venia legendi cin- fanden, und sie wandte sich an den kantonalen Erziehungsrat, um eine grundsätzliche Entscheidung darüber zu haben, wie die Zulassung von Frauen sich in Ueberein- stimmung bringen lasse mit den bestehenden Vorschriften, die nur von wissenschaftlich gebildeten Männern handeln. Mit dieser prinzipiellen Frage, die in zwiefacher Bedeutung als akademische Frage bezeichnet werden darf, verknüpfte die philosophische Fakultät eine indirekte allerdings nicht in Frageform gekleidete Anfrage über die Vermehrung der ohnehin schon zahlreichen Privatdozenten. Die Antwort, die der Erziehungsrat erteilte, ging dahin, daß die Zulassung von Frauen als Privatdozenten als Konsequenz der Zulassung der Mädchen zum Hochschul- studiuhl und zur Promotion zu betrachten und an und für sich durch den Wortlaut der gesetzlichen Bestimmungen nicht anSgeschlossen sei. Was die Prüfung der Gesuche um die venia legendi anlangt, sollen diese nach Ansicht des Erziehungsrates nicht blos hinsichtlich der Eignung der Gcsuchsteller, sondern ganz besonders auch mit Bezug auf das Bedürfnis geprüft werden; es soll also eine Art Numerus clausus geschaffen und bei den Privatdozenten-„Kon- zessionen" analog den Wirtschafts-Konzessionen die Bedarfsfrage erwogen werden — int Interesse der Studierenden oder der Professoren oder am Ende im Interesse der Wissrn- 'chast? Die Zusamurmenkuuft des Kaisers mit dem Zaren. Den „Drache nach Rußland in Ordnung zu haben, war bekanntlich die vornehmste Sorge des Fürsten Bismarck auf dem Gebiete der auswärtigen Politik. Er hat in dieser Be- zrehung den Lehrsatz aufgestellt, daß jeder Schritt nach der englischen Seite hin uns um einen Schritt von Rußland entferne. Es ist den Nachfolgern des Altreichskanzlers wiederholt entgegengchalten worden, daß sie den „Draht" nach Petersburg vernachlässigten zu Gunsten desjenigen nach London. Und wenn jetzt anläßlich der bevorstehenden Begegnung Kaiser Wilhelms und des Zaren die russischen Preß- organe schreiben, es sei in der Regierungszeit Kaiser Wil- eine beständige Festigung der freundnachbar- ltchen Beztehungen zwischen Rußland und Deutschland erfolgt, so kann dieses Zeugnis wohl nur mit der „Fußnote" zu Reckst bestehen, daß gewisse Unklarheiten und Verstimmungen zwischen den Kabinetten erfreulicherweise vorübergehender Natur waren. Cs sei in letzterer Hinsicht erinnert an die zu Beginn dieses Jahres erfolgte Reise des greisen Generals v. Werder nach Petersburg. Die allgemeine Auffassung ging damals dahin, daß es die Mission dteses vom Zaren besonders geschätzten deutschen Generals set, bestehende Mißverständnisse durch eine Aussprache zu beseitigen. Solche mochten entsprungen sein der damals ziemltch verworrenen Lage in China und vielleicht noch mehr dem Besuch des Kaisers in Cmgland, bett ungewöhnlichen Ehren, die ihm dort erwiesen wurden: Ernennung zum englischen Feldmarschall usw. Doch die Wolken haben sich zerstreut. Wilhelm II. und Nikolaus II. vereinbarten in privatem, die Merkmale herzlicher Freundschaft tragenden Briefwechsel die Entrevue iu Danzig, und es bedurfte nicht erst der an sich wohlgemeinten Hinweise russischer Blätter, um bte hochpolitische Bedeutung der Monarchenbegcgnuna erkennen zu lassen. Diese Bedeutung wird zur Genüge drr- gethan durch die Thatsache, daß die beiderseitigen Leiter der auswärtigen Politik, Graf Bülow und Graf Lambsdorff, den Danziger Kaisertagen beiwohnen. In erster Reihe wird also durch die Begegnung zwischen Kaiser und Zar, zu der die Schlackstenbilber ber Lanb- und Seemanöver einen Wie muß man die Rigi besuchen? . ^r den berühmten Schweizer Aussichtsbergen ist per besuchteste und des Besuches werteste die Rigi, die „Königin der Berge". Verschiedene Fußwege und zwei Bergbahnen fuhren zu ihrem höchsten Punkt, dem Riai- Kttlm empor; wer aber bte ganze wonnige Schönheit dieses Jnselgebtrges kennen lernen und nicht nur die unverqleich- ltche Rund,tcht auf dem Kulm genießen will, dem kann nur Goldau als Ausgangspunkt einer Rigareise empfohlen werden; denn tne hohen, packenden, die Seele ergreifenden und entzückenden Ueberraschungen zeigen sich nur auf dieser ™ ,unb auch nur, wenn man die Arth- Rtgt-Bahn zur Bergfahrt benutzt. Das Panorama zwar, welches sich auf dem seit Jahrhunderten besuchten Fuß- wege bts zum Rrgi-Tächli und auf der Bahnstrecke bis zur Station Fruttlt bet jedem Schritt und bei jeber Rad- nmdrehung in immer wechselnden Bildern von großer Lieblichkeit entrollt, und die prächtigen Aussichten über ^vollen Zugersee, das Arther Paradies, Goldau rmb das Bergsturz gebiet, den Lowerzersee mit der Insel ^chwanau, das anmutige Thal von Schwyz und die hinter diesem idhllifchen Gelände fielt aneinander reihenden Berg- giewalttgen Roßberg, Kaiserstock, Hacken, bie beiben Mythen ,vwie den yochgebirgskranz Glürnisch, Tödi und Schecr- horn dahmter, find auf der Fußtour, wie auf der Bahn- fciyrt, bteielben; allein der Fußgänger kommt um die packenden, em gewifses Gruseln erregenden Momente der Fahrt am Rande der hundert Meter steil zur Tiefe ab- Mrzenden Kräbelwand oder über die breite und tiefe Schluchten kühn überspannenden Eisenbahnbrückcn, unter dienen gewaltige Wasserstürze dahindonnern. Auch wird dser Fußgänger nicht durch die prächtigen Tiefblicke in die wildromantische, den ausgeprägtesten Gebirgs-Charakter ^cigenbe Aabachschlucht in dem Maße entzückt, wie der Wanderer die großartigen, den Sinn bezaubernden Ueber- raichungen, die dem Fahrer zwischen der Station Klösterli und Staffel zu teil werden. Wenn wir auf der Eisenbahn fahren, so ist es uns rblc Landschaft vorüber wandele, wir selbst aber !». - ße?en’ ^selbe Täuschung erlebt der aus der Arth- Rigi-Bahn Fahrende zwischen Klösterli und Staffel. Nachdem mail die neue Station Wölsertschen, von welcher die gut angelegte, romantische Straße nach Rigi-First unb äur Kaltbad-Scheibegg-Bahn abzweigt, passiert hat, be- fchreibt die Bahn einen emporsteigcnden Halbkreis. Der Alpenkranz ist bisher durch die Rigigipfel Hochfluh, Scheidegg und Dossen verdeckt gewesen. Jetzt aber entrollt ftch em wunderbares Wandelpanorama von ergreifender Größe und Pracht. Die ganze Alpenwelt scheint lebendig geworden zu sein; Gipfel auf Gipfel steigt lang- >am, wie aus einer Bühnenversenkung, empor, reiht sich m stiller, erhabener Majestät aneinander, und sobald der Zug bie Höhe von Staffel erreicht hat, steht ber ganze gewaltige Alpen kränz vom Jura bis zu ben Tyroler Firnen bont Säntis bis zum Berner Oberlanb strahlenb unb blendend vor ben entzückten Blicken, währenb urplötzlich die schweizerische Hochebene mit ihren Wälbern, Strömen und Seen, ihren Städten, Dörfern und Weilern bis zum Lchwarzwald und den Vogesen hin wie ein großartiges Rte,engcmalbe in ungeahnter Schönheit zu unfern Füßen ausgebreitet liegt. ° l) Tie meisten Rigibesucher kommen um diesen zwischen Klösterli und Staffel ihrer harrenden, ungemein ergreifenbcn Naturgenuß, dessen allerdings in den Reiseführern bisher nirgends Erwähnung geschehen ist, weil sie in gespannter Ueberraschung achtlos daran vorübergleiten. Vielleicht nehmen sie zu ihrer eigenen Freude in Zukunft mehr davon Notiz. Ein alter Rigifahrer. ebenso imposanten wie eigenartigen Hintergrund bilden, der Fortbestand freundlicher und friedlicher Beziehungen zwischen Deutschland und Iiußlaud besiegelt. Doch auch au: das wirtschaftliche Verhältnis beider Reiche dürfte die Danziger Zusammenkunft ihre Wirkung ausüben, schwerlich aber in dem Sinne, daß Rußland durch diese äußerliche Freundschaftsbezeugung einseitig handelspolitische Vorteile erringen wird. Graf Bülow ist nicht der Mann, sich derart den Wind aus den Segeln nehmen zu lassen. Er hat wiederholt mit Bezug auf die Erneuerung der Handelsverträge ausgesprochen, daß Deutschland nicht mehr Vorteile bieten wird, als man ihm zu gewähren bereit ist, wem gegenüber es immer sei. Ganz abgesehen davon, daß Graf Bülow als Diplomat der Bismarck'schen Schule an dem Grundsatz festhalten dürfte, politische Angelegenheiten nicht mit wirtschaftlichen zu verquicken. Die russischen Staatsmänner mögen ja durch die Allianz mit Frankreich eine gewisse Vorliebe dafür gewonnen haben, dem Angenehmen das ihnen Nützliche beizugesellen. Doch Deutschland ist nicht Frankreich, Graf Bülow nicht Minister Delcasse. Der Wunsch, einen beide Teile befriedigenden neuen Handelsvertrag zu stände zu bringen, wird deutscherseits gewiß ebenso lebhaft empfunden, wie seitens der Russen. Die Handelsinteresssen beider Länder kollidieren in der That nirgends, sie ergänzen einander. Vielleicht nehmen die Herrscher Anlaß, in ihren Toasten auf dieses wirtschaftliche Vorzugsvcrhältnis hinzuweisen, sodaß die Bedeutung der Kaiserbegegnung als eines Merksteins in der Entwickelung der sreundnachbarlichen Beziehungen zwischen ihren Reichen in vollem Umfange und aus berufenstent Munde offenkundig Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Betr.: Rotlaufseuche. Die Rotlaufseuche zu Elnhausen, Kreis Marburg, ist erloschen und sind die Sperrmaßregeln wieder aufgehoben worden. Gießen, 9. September 1901. Großherzogliches KreisamL Gießen. v. Bechtold. un^ militärisch möglichst aus den Dingen in Ostasien herauslasten, ist längst sehr erheblich zusammcngeschmolzcn. ^.azu hat aber wesentlich mit die zielbewußte Haltung der deutschen Staatsleitung und Diplomatie unb die mit ihr Hand in Hand gehende weise Mäßigung des militärischen Oberkommandos beigetragen. Wollte man in China über» höchstt wieber geordnete Zustände herbeiführen, so war es nötig, daß die Mächte über alle wesentlichen Forderungen, die sie China gegenüber geltend machten, sich von Fall zu Fall einig zeigten. Dies Ziel ist erreicht worden, nicht in letzter Linie durch deutsches Bemühen; jetzt, wo das Werk gelungen ist, wird auch des Schweißes und Blutes nicht vergessen werden, die es gekostet hat, um so weit zu kommen. In Deutschland wird die Nachricht vom Abschluß ber Friebensverhanblungen mit großer Beftiebigung ausgenommen. Die „Köln. Ztg." schreibt am Schluß eines längeren Artikels: „Als unsere Truppen ihre Reise nach China antraten, behaupteten bie Sozialbemokraten unb auch anbere Leute mit Beharrlichkeit, baß nunmehr bie „uferlose" beutsche Politik ihre wildesten Triumphe feiern, und baß man auf große Gebietserwcrbungen in China losgehen würbe. Schon damals war bie beutsche Staatsregierung sich vollkommen barüber klar, baß weitere Gebietserwerbungen in China ausgeschlossen fein müßten. Auf Grunb genauer Kenntnis ber einschlägigen Verhältnisse würben sie, ganz abgesehen von ben internationalen Schwierigkeiten, bie sie möglicherweise hätten Hervorrufen können, als unpraktisch, unnütz und sogar schädlich zurückgewiesen. Die Bevölkerung Chinas ist so außerordentlich bicht, baß eine Auswauber- ling Deutscher in großen Mengen dorthin schon deshalb unmögli'chs erscheint. Vor allem aber sind bie Arbeitslöhne so niedrig, daß beutsche Auswanberer bavon nicht leben könnten. Eine Erwerbung großer chinesischer Gebiete würbe außerbem bie Auftcchterhaltung einer großen Truppenmacht und eines starken Verwaltungsapparates nötig gemacht und babunfji Kosten hervorgerufen haben, die man dem deutschen Volke weder aufbürben wollte noch! konnte. Aus dieser Beurteilung der Lage heraus hat man sich von vornherein entschlossen, Gebietserwerbungen nicht ins Auge zu fassen, ein Entschluß- an ben bie Sozialdemokraten unb ihre Freunde allerdings nicht eher glauben wollten, als bis sie jetzt durch die Bedingungen bes Friebensvertrages mit China bavon zwangsweise überzeugt worben sinb. Unsere Interessen in China liegen auf Dein Gebiete bes Hanbels unb ber Jnbustrie. Wenn uns für biese bie „offene Thür" gewährt wirb, so sinb wir vollkommen zufrieben gestellt. Wie bann unsere Kaufleute und Industriellen diese ihnen gebotene Gelegenheit ausnutzen wollen, bas ist Sache ihrer Intelligenz, ihrer Thatkrast und ihres Unternehmungsgeistes. Unter ber Gewalt ber Thatsachen haben beim auch bie Feinbe ber chinesischen Expebition jetzt bereits aufgehört, bas halbtot gerittene Wort von ben uferlosen Plänen weiter in Kurs zu halten. Nicht uferlos waren bie beutschen Pläne, sondern ruhig, bebacht unb unsere Interessen ernst prüfenb und abwägenb. Wir sinb nicht freiwillig, sonbern gezwungen in bas sogenannte chinesische Abenteuer hineingegangen. Wenn bie Nation in ihrer großen Mehrheit dabei ber Regierung Vertrauen entgegengebracht hat, so mrd sie sich heute sagen können, baß ihr Vertrauen nicht chlecht angelegt gewesen ist, beim alles, was verftänbiger- weife verlangt unb erstrebt werben konnte, bas ist heute erreicht zwar unter großer Machtentfaltung unb manchen O Annahme von Anzeigen GietzenerAnzeiger General-Anzeiger v Universitäts - Druckerei! Amts- unö Anzeigeblatt für den Kreis Gießen wu».—। _____________________________rJ* zeigenteil: Hans Beck. SS ÄS ‘ kurzem LeLenslauj Lbe£ tzpeü. d. aiticben. Jffllaneiflafje 5 W Spengler, ? 'M Installation Wandert ist, fü- ™»9 gegen gute schassstaete tudüSTioe? t gesucht. Neustadt ü. M 6056 'crg & Manuo. cd zu einem Krd ein IO*» von einem ^Arzie aus bem iente ^eiüe werben konatlich 30 M bi: ilNug. Off. unter ■ b. fypeb. d. A mit guten (&axten- ichim, M 1. Cl= ir. Ltamm, fiidi. eriahrener Kutscher er in 14 Tagen ge- chnkutscher Huhu. ge Leute von 14 bis gort gesucht. licht, Brennersabril ejenftraie 4. vt wirb zum 1. Cf' Mäöchcu pirflurf’-1 qroficm Hausball Pros. Sievers, burgerstmße 11 UuQen • 133.5-j • 154.06 • 183.00 . 164.20 • 1U.U0 lo- September, naadit" ' 1 N »nk ' ’l'bi bete? Laitstnädchen Lehnuädcheu idem gesucht. 2, Ecke Mrdautage. .0 süriiurz-tl.We'P- t nach mlsivarE ge- and Logis im Haus, teer L 6069 au bie ieie5jIaM____ ubetMetiR srsm ildtbausen, nchen 30, SAM V^sM bei bf L, tni er 03^ /Scltcr^^ icr-lvegb'* II 8,81 % Weizenmehl konnte." Werte der: UlV | U. V V l- U L I VI/, V r bereits auf ihren Jnnungstagen gegen den Entwurf Unbearbeiteter Tabak Mucker . u ii » 141 t = 1,8 ti Wein für 4874943 M Wert 434217 JK, Wert ii ii. führten die Vereinigten der Gesamteinsuhr u 22874 t — 16,5 6036422 jfC 4667142 M w n ii ii ii 58524 t 988625 t ii ii ii n ii 11,4 5,8 16,36 3 3,5 20,4 der H der » der ii ii ii ii ii Staaten 3,03 21,9 16,3 2,4 15,6 15,2 6,6 V II n 1899 227223 „ 3692 bl EesamieMuhr V V II Gesamteinfuhr u V 0 V Gesamteinfuhr Holzfobrikate für Dagegen zu uns aus: Weizen . . . Weizenmehl . . v. Miquel mit, 1 Plätzen geehrt wurde. . co Sodann trat die Versammlung in ^ie(r.^9^0^Tll^n9 ein: Buchdruckereibesitzer Julius Maser, Vorsitzender des die Abgrenzung von Fabrik und Handwerk. Er schlug folgende Resolution vor: ... 1 Die obersten Reichsbehörden smd ungesäumt zu ersuchen, auf dem Wege der sio '"-"o-"«"" Mais Taback, unbearbeiteter 1,9 19,3 12,5 7,6 1,4 1900 167479 t = 6,28 °/( zu 'wollen. Die Versammlung lehnte hierauf mit erheblicher Majorität alle den Zolltarif behandelnden Anträge ab. Hierauf teilte der Vorsitzende mit, daß der Regent des Herzogtums Sachsen-Coburg-Gotha, Erbprinz v o n H ohen- lohe-Schillingsfürst, der Staatsminister Dr. Heutig und der Oberbürgermeister Lieb eirau-Gotha ihr Erscheinen für die morgige Hauptversammlung zugesagt hätten. Als Vertreter des Handelsministers ist der Geh. I Regierungsrat Hofmann und Regierungsassessor Dr. v o n Seefeldt-Berlin angemeldet. Glotha, 9. Sept. Tie ersteHauptversammlung wurde heute vor- < 1 n iif.v- So«r SRnriihpnhprr Vernarb- ii ii der Gesamteinfuhr Uebearbeiteter Tabak Mucker .... Spiritus . . . . ■ Aus Stadt und Sand. Nachrichten von allgemeinem Interesse sind uns stets willkommen und werden angemessen honoriert. Landmirtsch. Ausfuhr Deutschlands nach den V. St. 51253 388 JC der Ver. Staat, n. Deutschland 182 <44 oJ8 „ " Gesamtausfuhr der Vereinigt. Staaten 1 444 538 619 .. Unzweifelhaft hat dieser Gegensatz viel bazu beigetragen,, die Arbeiter von dem Platten Lande itt die Industriezentren zu drängen, und daher liegt seine Beseitigung zugleich .im wohlverstandenen Interesse der ^andwirte selbst. Zudem werden sich diese im Hinblick auf die bevorstehende Erhöhung der Kornzölle der Ehrenpflicht nicht entziehen^ können, auch ihre Arbeiter von den errungenen wirtschaftlichen Vorteilen mitgenießen zu lassen. — Ohne^Beziehung auf den Zolltarif und die erhöhten Getreidezolle hat sich schön viel früher der badische Minister Buchenberger über die ländliche Arbeiterfrage klassisch und einfach geäußert: Ter Schwerpunkt der ländlichen Arbeiterfrage liegt in der Herbeiführung solcher Beziehungen zwischen den Arbeit- aebern und Arbeitern, die den Verbleib in dem landwirtschaftlichen Gewerbe den Letzteren erwünscht scheinen lassen. war von co. 300 Delegierten besucht und wurde von dem Obermeister der deutschen Bäcker-Innungen B ernar d- Berlin geleitet. Nach der Begrüßungsansprache des Obermeisters Burkhardt-Gotha trat die Versammlung in eine ehr eingehende Debatte über die auf die Tagesordnung des morgen früh beginnenden Jnnungstages zu setzenden Verhandlungsgegenstände ein. Der Zoll t a r i s - L n t -- Wurf bildete den Hauptpunkt der Besprechung. Der Vorstand des Zentralausschusses der vereinigten deutschen Jnnungsverbände, der den Jnnungs- und Handwerlertag einberufen hat, hat alle Anträge der Einzel- Jnnungen, die eine Stellungnahme zum Zolltarif-Entwurf forderten, nicht in die vorläufige Tagesordnung aufgen ommen. Von den Delegierten der betreffenden Jnnungsverbände wurde gegen diese Maßnahme Protest erhoben. Obermeister F i scher - Berlin (Goldschmiede-Jnnung), der Vertreter der Berliner Maler- Innung und der Vorsitzende der Plauener Handwerkskammer Thieme ersuchten in längeren Ausführungen, die I Anträge nachträglich wieder aufzunehmen. Lxigegen wandten sich jedoch sowohl die Vertreter des Zentralaus- chusses, Obermeister Bernard und Dr. Schulz-Berlin, I wie die Delegierten der Hannoverschen, Breslauer^und Krefelder Innungen. Dall jow - Hannover führte dazu aus: Er warne den Jnnungstag dringend, sich durch eme Besprechung des Entwurfs in Gegensatz zu der Staats- reqierung zu stellen. Dadurch würde man dem deutschen Handwerk nur neue Schwierigkeiten bereiten, ^er Zoll^ tarif-Entwurf gehe die Versammelten nichts an, und sich mit ihm zu beschäftigen, sei nicht ihre Sache. S.alge- IDresden erklärte, er sei auch der Meinung, daß diese Frage nicht auf den allgemeinen Jnnungstag ! g e h ö r e. Ten einzelnen Innungen bliebe es deswegen doch Organe zu ver,rani>igen, väff gemäß ver W» d« Jnnungsgesetzgebung bei Beurteilung von auS 8 100». Abs 1 entstehenden Streitigkeiten den §§ 127 und 131 a. d. N G ausschlaggebende Bedeutung beizumessen sei. 2. Die Auslegung des § 100 f. der R. G. 0? seitens der Behörden widerspricht der Tendenz der Innung s g e s e tz e ; sie macht nicht nur die gesmide Bill>mig von Zwangsinnungen unmöglich, sondern, sie muß die Grundlagen der gesamten gewerblichen Erziehung ausdas Tiefste erschüttern. Die Leistungsfähigke^l oes , beutfcöen Handwerks wird hierdurch ebenso gefährdet wie die der deutschen Industrie überhaupt. 3. Beim Bundesrat wie dem Reichstage eine Abänderung des § 100 f. der R. G. O.int Sinne der ersten v. Berlep'schen HandwerkeEnossen. schafts-Borlage zu beantragen, nach welcher ieder, derhä^ werksmäßig ausgebildete Arbeiter in dem gelernten Berufe beschäftigt, als zwangsinnungspflichtig zu betrachten ist 4 Soort in die Agitation für die bevov- stehendeu Reichstagswahlen einzutreten und dafür Sorge zu tragen, daß bei denselben die dentschM Handwerker nur die Parteien und Kanditen unterstütze, welche für die im Interesse der Existenz des deutschen - der We.mW. ' I Ui7 nötig" MnLng''^r Ä UjÄ vA Aügkmmer hentfdjrr Iliuungs- und fjaiiiiiutrktttng. ^al-Ausschusses der vereinigten Jnnungs- P GHtha, 8. Sept. 1 - - - --• CO--T-** *•***«— 252863 t — 50447 t — Mais 1149881 t = Tabak, unbearbeiteter . 2o474 t = Tabaksabrikate sür 525192 Jt Wert — Krücbte u. Nüsse „ 6582435 ult „ rüchte u.Nüsse „ 3938159 JC • ' „ 6063762 M ,, 6352361 JC „ 674594 jfC „grauen von heute", „Heber unfere firaft«, ,,§au3 Rosenhagen", „Die Macht der Finsternis', „D^ Sieger , „Der Hochzeitstag", „Die rote Robe", „Die Dame von Der Handelsverkehr zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten.! Ueber den Umfang derEin- undAusfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten berichtet der landwirtschaftliche Sachverständige in New-York in der Beilager zu Stuck 33 der „Mittheilungen der Deutschen Landwiftschafts-Gesellschaft . Danach wurden: , aus Deutschland emgefuhrt: 1900 148 t== 1,40 °/( 355420 „ — 20,8 Spiritus 4471 hl — 6,3 Wein sür 32461599 M Wert — 16,7 tzolzsabrikate für 1054290 M Wert = 5,25 1899 . - . - - . v, -n „hier Weise ITäbaksabrikate für 456023 Wert — schmerzlichen Verlusten, aber dochE Früchte - die große Deutsche ^uterenen &ant()oh heute noch Deuffche geben ine den Ausgang taÄmefWn etammU Wirren nicht als einen idealen betrachten, auch 0rese mit |öohfabrifate E vbWcnden Umststnien erreicht werden Früchte u.Nüssc „ Kantholz „ Stammbolz „ -------- 5R Holzfabrikate „ 649 268 M „ — t . Insgesamt betrugen die dabei m Betracht kommenden Gießen, 11. September 1901. *• Gießener Stadttheater. Das Mitgliederverzeichnis unseres Stadttheaters für die Spielzeit 1901—1902 (1 Oktober 1901 bis 21. März 1902) wird demnächst erscheinen Wir veröffentlichen daraus nachstehende Angaben: Regisseure des Schau- und Lustspiels sind die Herren Heinrich Gerlach von Zürich (1. Liebhaber) und Hans Ramsey er (wieder engagieU), der Posse Herr Otto Woisch von Berlin (Eharakterkomiker). Als darstellende Mitglieder sind ferner engagiert die Herren: Paul Gemmek^. m Flensburg), Jaques Sandor (Bremen, Twolltheater), Karl Schneider (Hoftheater Sigmaringen), Karl de Giorgi (Stadttheater Hanau), Julius Rubens (Stadttheater Liegmtz), Hans Zoder (Schillertheater Kiel), August Ruff von Nuim- berg Julius Feist (Stadttheater Frankfurt a. d. O^); die Damen: Helene Brand au (Stadttheater Reval), Martha v Aspernburg (Stadttheater Guben), Helene Hohenfels (fürstl. Theater Arnstadt), Margarethe ^et9e von.Breslau Marie Jenny und Franziska Krebs von: Schwenn Aara Barny (TivolitheaterNordhausen), Marie Unger und Ml - Z- l (Zürich, II. Theater), Else Feist (Stadt- Hofmann-Berlin überbrachte die Gruße oes 5 d O.). - An Neuheiten'.sind m spkach in Vertretung des Ltaatsministers Dr. e n tr g , der Ämu=r später mit dem Regenten erscheinen werde, den Wülkom- Menß-Gruß iber herzoglichen Stäatsregierung, /aus. Oberbürgermeister Liebetraut begrüßte den ^n- mungstag im Namen der Stadt. Er glaube, daß Nicht nur die landschaftliche Schönheit Thüringens bei der Ortswahl ausschlaggebend gewesen sei, sondern daß hierbei die Ueberzeugung mitgesprochen habe, daß Gotha und feine Einwohnerschaft dem deutschen Handwerk ganz besondere Sympathien entgegenbringe. Tas deutsche Handwerk ruhe I heute auf der breiten Basis der vollzogenen sozialen Um- (bilbung als eine unentbehrliche Tragsäule für die Ehre unb Größe des beutschen Vaertlaubes. Die praktffche unb sittliche Durchbilbung des Heranwachsenden Geschlechtes, der Idas Handwerk gerecht werden wolle, bilde dessen vornehmste Aufgabe. Das Handwerk habe erkannt, daß dem bie Zukunft gehöre, welchem die Jugend zu eigen sei. Er Wunsche Iden Arbeiten des Jnnungstages reichen lwfolg. Vorsitzender Bernard-Berlin teilte der Versawmlmig I bie Trauerkunde vorn Ableben des Staatsministers Dr. ivrecken 5 Mit der Durchführung dieser Beschlüsse ben Vorstand des Zentral-Ausschusses der v^einigten Jnnungs- — ■ .verbände Deutschlands zu Berlin zu betrauen und dem- Tie heutige Vorversammlung zum Jnnungstage|jcI()Cn anheim zu geben, sich ^^^^raumspersonen — — v - -1--- r.-r..-c.4. tm.rho «nrr hpm p < verschiedenen deutschen Gauen zu verstärken. Tie Resolution wurde einsdimmig angenommen. Um elf Uhr erschien in Begleitung des Staat^ministers Dr frartia der Regent des Herzogtums Sachsen-^burg- G01lia Er b P r i n z v 0 n H 0 h e n l 0 h e - L a n g e n b u r g der vom Vorsitzenden Bernard im Namen des Jnnungs- taaes ehrfurchtsvoll begrüßt wurde. Ter Regentwo^ite dem Referat des Abgeordneten Baumeisters Aelisch-Ber° li^über die Organisation des deutschen Handwerks nach Handwerkskammern/ ^nnungs- verbänden und Jnnungsausschüssen" beu Die Versammlung nahm nach Schluß des oft vvn Berfall unterbrochenen Vortraaes folgende Resolution emstimmig an. „Das Gesetz vom 26. Juli 1897 hat die Wun^e des Handwerks keineswegs voll befriedigt, man kamt das Gesetz vielmehr nur als den Anfang für eine deutsche Hcmd- werksaesetzaebung betrachten. Weder der Befähigungsnachweis ^noch die alleinige Berechtigung des Meisters zur Ausbildung von Lehrlingen ist erreicht vwrden. Dw In n - nnaen sind kaum noch Trager des Handwerks, da -denselben nur Berp slichtnngen aber^^k-rne Rechte gegeben worben ftnb. Selbst bie wenigen Rechte, welche sie früher besaßen, smd ihnen genommen worden. Auch die Jnnungsverbände, welche als berechtigte Vertretung der Fachinnungen über ganz Deutschland anzu sehen sind, wie auch die Jnnungsausschlisse vereinigter Innungen zur Wahrnehmung der gemeinsamen lokalen ge- werblichen Interessen, werben wegen, rhres rem fäkülta- tiveu Charakters und, weil He ebenfalls keine Rechte besitzen, starke Einbuße ihres Ansehens erleiden. Nur l>ie Handwerkskammern, welche die Vertretung aller fymb- werklichen Gewerbe in begrenzten Bezirken darstellen, haben durch das Gesetz vom 26. Juli 1897 Rechte erlangt. Es liegt daher im Interesse des beutschen Handwerks, daß die H a n d w e r k s k a m m e r n i h r e M a ch t b e f u g n i s s e nur in engster Fühlung undHand 1 n Hand mit b?n Jnnungsverbänden und Innungs-Aus- schössen bei Regelung der handwerklichen Aufgaben au-, üben weil sonst die Einheitlichkeit der zu tres,enden Matz- nahmen in Frage gestellt wird."_____________ “ Ter Zweiten Kammer ging der Bericht des iroeiten Ausschusses zu übrr di- Regierungsvorlage, betreffend den Gesetzentwurf über den Denkmalschutz. Berichteritatter t|t Abg. 0. Brentano. Der Ausschuß schlägt m Ueberemstemmung mit Großh. Regierung eine neue Fassung des Gesetzes zur Annahme vor. Des weiteren brachte Abg. Köhler einen Antrag ein, betr. die Schächtsrage; ferner -men solcher, betr. die Sonntagsrückfahrkarten un früheren G-bt-t- der Hessischen Ludwigsbahn di- Abbg. Haas (Mamz). und Dr. David. Ein- Vorstellung des Großh. Bezwkskassttts SÄMSÄÄäS. oUbleben des Staatsministers $£I«« der am stattge. 10 000 Mk.; Nr. 60 289, 74 063, und 60 409 mit 1000 Mk. ein: iöuaiDructereiDe|iver ^unu» yjcui cx, r< Alsfeld, 11. Sept, ^^enwartig ie hi Annungsansschussses zu Leipzig, ^ielt^ ernten Vortrag Gnskfnble des fürstlichen Au^hrung ... , . nKlanaen^aiwtsächlich Novitäten moderner Bühnenschnftsteller. Darstellung der emzelnen Eharakterrolle. 1900 Landmirtsch. Ausfuhr Deutschlands nach den B. St 105 648 325 M der Ver. Staat, n. Deutschland 137 208 uu.4 „ " Gefamtaussuhr der Vereinigt. Staaten 1^410 790 „ Die rechtliche Lage der Landarbeiter. Neben bem heißen Kamps um bie Getr^ezölle nimmt Lüche Arbeiterftage bie forgenbe ttifmerffamleit ber deutschen Agrarpolitik in erfter Lime in Anspruch. Die Leutenot" bildet ein stänbiges Kapitel in den Ver- harMungen ber meisten parlamentarischen Körperschaften ber deutschen 'Bundesstaaten. Man glaubt vielfach, die! übliche Arbeiterftage durch gesetzliche Regelung des Rechtsverhältnisses zwischen ländlichen Arbeitern und Ar- beitgebern, vor allem durch die Besftafung de» Vertrags- ^^^erö deutsche^ Landwirtschaftsrat hat sich eine Reihe von Jahren hindurch mit diesem Problem beschäftigt und ein Eingreifen der Reichsgesetzgebung, die sich doch gegen bie ländlichen Arbeiter kchren würde, schwerlich zu gewinnen wäre, ftihrten einzelne Bundesstaaten wie Herzog-1 tum Anhalt, Reich j. L. und Braunschweig den KoutrE- bmchsparagraphen durch partikulare Gesetze em. Wie wenigs diese dem erwarteten Erfolg entsprechen und wie notwendig eine Anbahnung der Klärung über die rechtlichen Verhältnisse der Landarbeiter sni Interesse der ^.and- wirffchaft selbst ist, versucht eine srngehende Studie ick>er diese Frage von Dr. A. Nußbaum in dem Schmoller scheu Jahrbuchs (bei Duncker u. Humblot, Leipzig) darzulegen. Darin wiro ausgeführt: c, ,, . m c. Für die ländlichen Dienstboten, die nach der Berufszählung vom Jahre 1895 1719179 KnechteundDienst- mäade betrugen, also fast ebensoviel wie die Zahl aller I Taglöhner mit unb ohne Land (1828 550h verlangt der Verfasser Befreiung aus ben Fesseln des Geflnberechts und Gleichstellung mit ben eigentlichen Land arbeit erm, bie m zivilrechtlicher Beziehung ben Vorschriften bes burgerMien Gesetzbuches über den Dienstvertrag unterliegen; aber den zivilrechtlichen Fragen kommt mir eine untergeordnete Bebeutung zu. Im Vorbergrunde des Interesses steht mit Recht die Läge der Landarbeiter auf straf- und polizeirechtlichem Gebiete, besonders die Bestrafung des Kontraktbruches. Hierbei ist nun zu erwägen, baß im Gebiete ber Jnbustrie unb des Handels bie Strafbarkeit bes Kontraktbruches nicht an-1 erkannt ist und eine gesetzliche Anwendung ber Strafe auf die Landarbeiter jedenfalls bas Abströmen ber letzteren in die Stäbte vermehren unb badurch die Leutenot nur noch steigern würde. Namhafte Sozialpolitiker und Nativ- nalükonomen wie z. Y. Pro essor Freiherr von der Goltz warnen daher vor der Besftaftng des Kontraktbruchs: geholfen wird badurch, wie die Erfahrung gelehrt hat, sehr wenig." Aus einer Haftstrafe macht sich ber Arbeiter nichts, unb eine Geldstrafe kann er nicht v _.u „ o.... . ■ leisten Mit beiden ist auch dem Landwirt nicht getnent. I unbenommen, sich zu dem Entwurf zu stellen. ~er Ver- Er muß deii Arbeiter zu einer ganz bestimmten Zeit haben; ^er der Berliner Maler-Innung verwies daraus, oaß bekommt er ihn nicht zu dieser Zeit, so ist der ent- ^e süddeutschen Innungen und Haiidwerkerkammern stcmdene Schaden nicht wieder gut zu machen." Gerecht- bereits auf ihren Jnnungstagen gegen d^n Entwurf fertigt dagegen ist die Bestrafung der Verleit- Stellung genommen hätten, er bitte feie ^cr^amm^ung, uua zum Vertragsbruch, wie sie vom preußischen Abgeord- ^^ch nicf)t hinter den süddeutschen Kollegen zuruckstehen net^ihaus verlangt wurde. . fpTltlfe hterauf mit er# Die meisten gesetzlichen Bestimmungen in der Materie . ber länblichen Arbeiterfrage kehren sich gegen ben Arbeitnehmer unb toenben sich nur ui geringem Maße an ben Arbeitgeber. Hierin liegt ein Gegensatz zwischen ben gewerblichen unb länblichen Arbeiterverhaltnissen. Es hat sich in unserer deutschen Sozialpolitik ein auffälliges und der Landwirtschaft schädliches Mißverhältnis heraus- aebildet. Während den Fabrikanten in der Arbeiterschutz- aesetzgebung eine wahre Dornenhecke von Gesetzesparagraphen entgegenstarrt, ist für die ländlichen Arbeiter m dieser Hinsicht fast noch gar nichts geschehen. (Der von dem Verfasser übersehene Grund dafür durfte Hauptfach- x,tc. • - - o - » , M darin liegen, daß das Verhältnis zwischen Arbeitgeberdreiviertel 10 Uhr von dem Vorsitzenden Ber n ar b. unb Arbeitnehmer auf bem Laube auch viel enger unb ftg^rlin im „Schützenhause" eröffnet. Ueber 500 Delegierte familiärer ist, als in ber Fabrikstabt unb baft badurch I au§ allen Gauen Deutschlands waren anwesend. Herr Ber- ! vielfach gesetzliche Bestimmungen bei nicht patria^ali- Laib wies in kurzer Ansprache darauf hm, daß der Züscher Gesinnung des Arbeitgebers überflüsftg werden. D. R-) unngstag zusammengetreten fet, um über das Wohl des hnnt -hPinpirnaen.Ibeut-^en ^anbh)erfe§ §u beraten. Ehrenvorsitzender Fas- ber - Berlin hieß die Versammlung herzlich willkommen und begrüßte die Vertreter der staatlichen und stadtiichen Behörden. Es waren anwesend: als Vertreter des preußischen Ministers für Handel und Gewerbe Geheimer Regier- ungsrat Hofmann, Regierungsassessor Dr. v. Seefeld, als Vertreter der herzoglichen Staatsregierung Geh. Reg.-Nat >Tr. Dietsch, als Vertreter der Stadt Gotha Oberbürgermeister Dr. Liebetraut, Oberbaurat Bergfeld, Assessor xr. Zeiß und Senator Hahn. Herr Fasber schloß mit einem Hoch auf ben Kaiser unb bie Bunbesfürsten. ^heimrat ,(( 15 - Berlin üb-rbracht- di- Grüße des Ministers H-llbronn Vorderschiff noch über Für die Redaktion verantwortlich i. V.: R. Dittman n. Aie Heutige Yumrner umfaßt 10 Seiten sowie das Gesamtspiel des Ensembles ist nach dem allgemeinen Urteil des Theaterpublikums durchweg vorzüglich. Es in darum auch kein Wunder, daß bisher sämtliche Vorstellungen vor gutbesetztem Hause stattfinden konnten, was man in einer ganzen Reihe früherer Jahre von den Gastspielen ^anderer Gesellschaften nicht sagen konnte. Einen gleichen Erfolg hat das Ensemble auch in Lauterbach errungen, wo es ebenfalls einige Gastspiele gegeben hat. Echzell, 10. Sept. Bei der gestern dahier stattgehabten Aemeinderatswahl waren drei Gemeinderäte zu wählen. Es wurden gewählt Wilhelm Heller II., Karl Ptpp I- Heinrich Wilhelm Möbs. Von 387 Stimmberechtigten machten 281 von ihrem Rechte Gebrauch. . Bilkheim, 8. September. Hier stieß dieser Tage em Landmann bei Vornahme von Feldarbeiten auf einen wertvollen Münzenschatz. In einem irdenen Kruge befand sich eine Sammlung seltener, alter Geldstücke, die aus dem Anfang bis Ende des 17. Jahrhunderts stammen. Von besonderem Interesse ist darunter eine Kollektion Frankfurter Geldsorten und zwar die in Sammlerkreisen als Rarität geltende „Frankfurter Stadtmünze" aus den Jahren 1673 bis 1693. Die Stücke sind in Feinsilber geprägt und haben die Größe eines altpreußischen Thalers. Von französischen Münzen sind die Stücke mit den Bildnissen von Louis XIII. und Louis XVI. am bemerkenswertesten. Von deutschen Geldsorten sind die alten Brandenburger und die kurfürstlich-trierischen besonders zahlreich vertreten. Weiter genannt seien noch schöne Marienthaler aus dem Jahre 1693, Münzen aus der Negierungszeit des Fürsten von Nassau als Erbstatthalter in Friesland und einige seltene Stücke aus Spanien, Schleswig, Württemberg, Speier, Köln und Mainz. Wasser ist. A Frankfurt a. M., 10. Sept. Die Bereicherungen, die der Ti er bestand in der letzten August- und der ersten September-Woche erfahren hat, betreffen verschiedene Tiergruppen. Von Landsäugetieren wurde ein männlicher Wildesel angeschafft, dessen starker und doch graziöser Bau auch nicht entfernt an die traurige Figur eines Milcheselchens er- i innert. Der Wildesel ist ein schönes, stolzes und feuriges Tier. Für das Aquarium wurde ein Seehund geschenkt, dessen Fischjagd bei der Fütterung ein interessantes Schauspiel abgiebt. , Reich war der Zuwachs an Vögeln, von denen besonders farbenprächtige Individuen angekauft wurden, unter diesen ' die blaue Mandelkrähe und der vorn rotgoldene Rohrstärling. (Für Jäger dürfte von Interesse sein, daß sich seit einigen Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Dießen gebrachte Kranke kommen. Tagen auch zwei TiermuS, die unter der Spitzmarke „ein neues Jagdtier" in Jägerzeitungen viel behandelt wurden, im Vogelhause beftnden. — Am Sonntag den 15. September ist der Eintrittspreis während des ganzen Tages auf 50 Pfg. (Kinder 25 Pfg.) und für das Aquarium auf 20 Pfg. ermäßigt. Cronberg, 9. September. In dem Parke, in dem sich das Kaiser Friedrich-Denkmal befindet, wurden heute, an dem Geburtstage des Großherzogs von Baden, des Protektors des hiesigen Kaiser Friedrich-Denkmals, die lebensgroßen Bü.sten des Kaisers und des Großherzogs enthüllt. An den Kaiser uttd den Großherzog wurden Begrüßungs- telegrmnme abgesandt. 1 Kassel, 9. September. Die am 14. d. Mts., stattfindende Feier des 25jährigen Bestehens des Hessischen Bezirksvereins deutscher Ingenieure hat bei den vielen Freunden dieses Vereins großen Anklang gefunden, so daß die Anmeldungen sehr zahlreich eingehen. Da sich die Veranstaltung dieser Feste bekanntlich immer in hervorragender Weise auszeichnet, so steht auch diesmal wieder Vielen cm großer Genuß in Aussicht. Amsterdam, 9. Sept. Der internationale Kongreß für Kri- minalanthropologie wurde unter zahlreicher Betelligung heute eröffnet. Ten Vorsitz führt van Hamel. Zu Vizepräsidenten wurden Sanitätsrat Baer-Berlin und Benedikt-Wien gewählt. Den ersten Vortrag hielt Lombroso-Turin. Vermischtes. • Eine Nachricht von Andröe? Laut einer New- Yorker Meldung der Londoner „Central News" berichten zwei Touristen aus Illinois, welche aus dem Hudsonbai-Territorium zurückgekehrt sind, Indianer hätten ihnen mitgeteilt, sie hätten die Leichen von zwei weißen Männern und den Korb eines Ballons im Frühling letzten Jahres 900 englische Meilen nördlich vom Moose Flang gefunden. Eine der Leichen wird als die Leiche Audrees beschrieben. Unter dem Moose Flang wird man den Moose Lake (Elenticrsee) in Kanada, nordwestlich vom Winipegsee, 53 Grad N. und 100 W. Greenwich, zu verstehen haben. Die Ortsbestimmung ist noch recht undeutlich. Daß der Ballon von Spitzbergen bis tief nach Nordamerika hinein getrieben sein sollte, ist wenig wahrscheinlich. Vorherrschend war die Annahme, daß die Katastrophe bald nach dem Aufstieg sich ereignete. 'Hamburg, 7. Sept. Heute nachmittag entstand in der Hamburgischen Landgemeinde Moorwärder Großfeuer. Fünf große Wohnhäuser und vier Scheunen mit großen Erntevorräten sind vernichtet. * Aus einer Reihe Au g enb l ickA bilder vom Kriegsschauplätze in Südafrika, die die „Dtfch^ Wochenschr. in den Kiederl." bringt, sei hier folgendes rntt- geteilt. Daß es ddr Frau des berühmten Burengenerals de Wet nicht an Mutterwitz gebricht, beweist die nachf- stehende wahrhettsgetreue Episode. Bekanntlich wurde ein höherer englischer Offizier zu Frau de Wet gesandt, um sie zu überreden, ihren Mann zur Uebergabe zu bewegen. Da Frau de Wet fö: that, als ob sie der englischen Sprache nicht mächtig sei, nahm der englische Offizier seine Zuflucht zum Geberdenspiel. Er entnahm einem aus dem Tisch im Wohnzimmer stehenden Korb mehrere Eier und legte sie kreisförmig auf den Tisch. Der Kreis sollte den englischen Kordon vorstellen. Danach legte er in die Mitte ein großes Geldstück. „De Wet", sagte er, darauf hindeutend. Darauf beeiferte er sich, Frau de Wet begreiflich zu machen, daß ihr Mann unwiderruflich verloren ser und sich ergeben müsse. Frau de Wet folgte seinen stummen Ausführungen mit großem Interesse. Plötzlich wies sie mit dein Finger auf ein Bild ihres Mannes, das an der Wand hinter dem Offizier hing. Der Offizier schaute in die angedeutete Richtung, aber als er sich wieder umdrehte, war das Geldstück verschwunden. „Well", sagte Frau de Wet mit boshaftem Lächeln in reinstem Englisch, „wo ist de Wet?" Der englische Offizier soll nicht gerade sehr gescheit dreingeschaut haben. * Wie man sich in London vor der Auto- mobilplage schützt. Jedem Fremden, der nach London kommt, fällt es in letzter Zeit auf, daß man in den Straßen der City keine Automobile mehr zu sehen bekommt. Im Londoner Mansion House sind die Rcchtsgelehrten mit dem „Töff-töff" schnell fertig geworden; sie suchten, da in England alles, nach- ölten Ordonnanzen geht, in den alten Archiven und fanden richtig eine Verordnung aus früheren Zeiten, die einmal aus solches mechanisches Fuhrwerk erfunden wurde. Darin heißt es: „Die Geschwindigkeit solcher Fahrzeuge darf nicht größer sein, als höchstens drei englische Meilen in der Stunde. Außerdem muß jedem solchen Fuhrwerke auf hundert Schritte Distanz ein Mann zu Fuß vorangehen, der zur Warnung eine kleine rote Fahne schwingt." Drei englische Meilen entsprechen 4,8 Kilometern, die jedermann zu Fuß in einer Stunde bequem gehen kann. Der Polizeidirektor der City veröffentlichte kurzweg diese Verordnung, und rasch verschwanden alte Automobile aus den Straßen der City. Schiffers Streng, zusammen. Das Schiff, welches eine Ladung Kohlen für oie Firma Gebrüder Schneider in Darmstadt hat, ist sofort gesunken und liegt mit dem Hinterteil auf dem Grund, während das O ‘ ' 7"'" 7 "* Gerichtssaal. ke. Frankfurt a. M., 8. Sept. (Kriegsgericht.) In der gestrigen Sitzung hatte sich ein „falscher Quartier- m a ch e r , zu verantworten. Er hatte in Offenthal bei Langen für 68 Mann Quartier bestellt, ließ sich die Quartierzettel aushändigen und bezog selbst Quartier im Wirtshaus. Das Gleiche tbat er in Langen, wo Oswald einen Wirt auch noch dadurch schädigte daß er für 14 Offiziere Essen bestellte. Der Quartiermacher wird zu insgesamt 4 Atonalen Gefängnis verurteilt. Auch wird ihm zum ziveitenmale während seiner dienstlichen Laufbahn die Kokaroe abgeschnitten. Osthofen, 9. Sept. Tas hiesige Schöffengericht hatte dieser Tage eine ganze Familie aus Rheindürkheim wegen Milchfälschung abzuurteilen. Der Vater erhielt 200, die Mutter 100 und der Sohn 50 Mk. Geldstrafe. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Lübeck, 9. Sept. Die Einnahmen der Lübeck-Büchener Eisenbahn betrugen im Monat Auaust 1901 provisorisch 584 206 Mk. gegen 573 288 All. provis. im Monat August 1900, mithin mehr 10 918 Mk. Die Gesamteinnahmen vom 1. Januar bis ultimo August 1901 betrugen provisorisch 3 878 547 Mk. gegen 4 001 542 M. provisorisch im gleichen Zeitraum des Vorjahres, mithin weniger 122 995 Mk. Zürich, 9. Sept. In der heutigen Sitzung der Kommission zur Beratung der Frage wegen des Rückkaufs der Nordost- b a h n erklärte sich die Mehrheit für die Genehmigung des Rückkaufsoertrages. Hahn-Frankfurt a. M., Brunner-Wien und Men- delssohn-Bärtholdy-Berlm wohnten der Sitzung nicht bei. Dr. Eugen Curti hielt an dem oppositionellen Standpunkt fest und stellte einen Antrag der Minderheit in Aussicht. Die Schlußabstimmung wurde auf eine neue Sitzung verschoben, welche am nächsten Frettag stattfinden soll. Derselben werden Hahn, Brunner und Mendelssohn beiwohnen. Mainz, 10. Sept. Der Vorstand und der Ausschuß des Vereins Mainzer Kaufleute beschlossen in ihrer gestrigen Sitzung, in einer Eingabe an die Eisenbahn- Direktivn das Gesuch um Aufhebung der beschränkenden Bestimmungen hinsichtlich der Sonntagsfahrkarten zu unterstützen. Des weiteren gelangte der neue Handelskammer-Gesetzentwurf zu eingehender, mehrstündiger Beratung. Hinsichtlich verschiedener Bestimmungen des Gesetzes trat eine einmütige Stellungnahme der Versammlung zu Tage. Der Vorsitzende Landtagsabg. Molthan wurde ersucht, in der Zweiten Kammer bei Beratung des Gesetzentwurfs entsprechende Mänderungs- Mträge zu stellen. — Hier wurde eine Fevienverbindung „Rhenanio" des C.-V. der kath. deutschen (farbentragenden) Studenten-Verbindungen gegründet. Die „Rhenania" hat am 6. September im festlich geschmückten großen Saale des „Kötherhofs" hier einen solennen Lwrn- mers veranstaltet, der sehr gut besucht war und einen in jeder Hinsicht glänzenden Verlauf genommen hat. Außer Mainz hatten Worms, Bingen, Darmstadt, Bensheim, Frankfurt, Wiesbaden usw. ihr Kontingent von Aktiven, alten Herren und Ehrenmitgliedern gestellt, angesehene Bürger, Kleriker und Laien, Vertreter der Presse, Parlamentarier bekundeten durch ihren Besuch ihre Sympathien für den C.-V., selbst Akademiker des Auslandes, die zufällig hier weilen, ließen sich zu der Feier einführen. Telegramme übermittelten die Gruße und Wünsche auswärtiger Freunde. Cand. iur. Gaßner entbot den Gästen und Bundesbrüdern herzlichen Willkomm. Redner kam auf die Aufgabe und die Ziele der katholischen Studenten und deren Organisationen zu sprechen. Er ermahnte seine Bundesbrüder zu beharrlicher, werkthätiger Arbeit und bat die, Gäste um ihr ferneres Wohlwollen. Auf die Verwirllichung dieser Wünsche rieben die Rhenanen einen donnernden „Salamander". Cand. iur. Lotz feierte in gedankenreicher Rede die höchsten Autoritäten in Kirche und Staat, Papst, Kaiser und Großherzog, denen in studentischer Form eine begeisterte Ovation dargebracht wurde. Mit seiner Dia-- lekttk verbreitete sich der Philister-Senior „Hasso-Rhena- uiae", Oberlehrer Professor Dr. Ledroit-Mainz, über die Prinzipien des C.-V's., Religion, Wissenschaft und Freundschaft. Der Verdienste der „Rhenania" gedachte in formvollendeter Diktion der A. H. Oberlehrer Müller-Büdingen. Das Präsidium der Exkneipe war bei dem A. H. Landlagsabgeordneten Dr. Fr enay-Mainz gut aufgehoben; die Exkneipe wie die Fidulität, letztere unter der Leitung des Nassoven Schröder, wiesen trotz der weit vorgerückten Stunden eine sehr rege Beteiligung und eine recht feucht-fröhliche Stimmung auf. Am Samstag, 7. Sept., vereinigten sich nachmittags die Rhenanen mit den ihnen befreundeten Familien zu einer Rheinfahrt. — Gestern nachmittag zwischen 3 und 4 Uhr stieß im Gustavsburger Hafen das Güterboot „In d ustrie Nr 24" beim Rückwärtsfahren mit dem Kohlenschiff „Kath ar in a", Eigentum des Unter den Plätzen, welche sich mit der Herstellung besserer Tuche beschäftigen, prnunt die rheinische Stadt Lennep eine her- vorragenoe Stelle ein. Die Tuchfabrikattorr ist hier seit dem Anfang des 14. Jahrhunderts heimisch, und werden Lenneper Fabrikate, die sich durch gutes Tragen und durch die Echtheit der Farben auszeichnen, in allen Erdteilen mit Vorliebe getragen. Die Firma Gustav Huppert in Lennep, welche sich hauptsächlich mit dem Vertrieb Lenneper Fabnkate direkt an Private befaßt, hat ihre neue Herbst- und Wchterkollektton fertig gestellt. Dieselbe enthalt sämtliche Neuheiten m Anzugs Paletot- und Hosenstoffen in großer Auswahl, und werden die Muster auf Verlangen Jedermann franko zugesandt, ohne daß der Besteller zum Kauf verpflichtet ist. Litterarische Neuerscheinungen. „I ü d i s ch - d e u t s ch e r Dolmetscher", ein praktisches Järgonwörterbuch, dritte völlig neu bearbeitete Auflage, herausg. von E. Bischoff. Leipzig, Th. Griebens Verlag. Deutscher S o l d a t e n h o r t. 12. Jahrg. Nr. 85. Vierteljährlich 1,80 Mk. Berlin SW., Verlag von Karl Siegismund. Zum Ausstand der Nordhäuser Tabakarvetter. Dle Firma K n e i s f ist gegen die bei ihr beschästigt gewesenen Strikenden mit Klagen wegen Kon tr ak t b ruch s vorgegangen. Bis jeqt sind 118 Arbeiter vom Gewerbegericht verurteilt worden, an die Firma Schadenersatz in Höhe eme§ Wochenlohnes zu zahlen.______________ Kunst und Wissenschaft. — Die Hiiseland'sche Gesellschaft in Berlin hat den sogen. Alvarenga-Preis für die Bearbeitung der Prersaufgabe: „Der Einfluß des Salzgehaltes der Trinkgueilen auf die Blutbeschasfenheit" einstimmig dem Dr. H. Tünschmann in Wiesbaden verliehen; von demselben ist auch jüngst die deutsche Uedersetzimg der Grundzüge der Allgemeinen Mikrobiologie von M. Nicolle, eines Schülers Pasteurs, tm Verlage von A. Hiftchwald-Berlin erschienen. — Aus Anlaß des bevorstehenqen 8 0. Geburtstages Rudolph Virchows hat der Magistrat der Stadt Berlin vorbehaltlich der Zustimmung der Stadtverordneten-Versammlung beschlossen, 100 000 Mk. der bereits bestehenden, für^ wissenschaftliche Zwecke hestimmten V i^r ch o w -S11 f t:una zuzufuhren.. Stuttgart, 9. Sept. Der König versieh Wilhelm Raabe die große Goldene Medaille fiir Kunst und Wissenschaft am Bande des Kronenordens. Kmdwittschast. — Ein böser Spätsommer. Aus Görbersdorf in Schlesien wird uns über die abnormen Wittterungsver- hältnisse der letzten Tage berichtet: Hier und in der Umgegend im Kreise Waldenburg sank das Thermometer bereits in der Nacht zum 3. September unter den Gefrierpunkt. Das bis dahin noch sehr grüne Kartoffelfeld wurde plötzlich schwarz, ebenso haben Bohnen und andere Feldfrüchte stark unter dem Frost gelitten, der .sich auch in Gärtnereien und Parkanlagen schlimm bemerkbar machte. Vom Mittwoch bis Freitag waren tagsüber 4 bis 6 Grad Wärme, in der Nacht zum 8. September sank das Thermometer wieder unter Null und die Dächer waren weiß vom Reif. Auf den Feldern sieht man den erst halbreif gemähten Hafer liegen; teilweise ist auch noch gemähter Hafer draußen. Monatliche UebeMt btr Todesfälle in Gießen. Monat August 1901. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr Diphtheritis 1 (1) 9 ■■ — 1 (1) Keuchhusten 1 — 1 — Wochenbettfieber 1 1 — — Lungentuberkulose 3 (2) 3 (2) — —— anderer Tuberkulose 2 1 — 1 Lungenentzündung 2 (2) 1 (1) 1 (1) —- Herzleiden 3 (1) 3 (1) —— — Darmkatarrh Atrophie und Lebens- 10 1 9 schwäche Krebsgeschwülsten anderen Krankheiten 9 (1) 11 (3) 12 (5) 11 (3) 7 (3) Ml) 3 2 (2) Selbstmord Mord und tötlicher 1 (1) 1 (1) — — Körperverletzung 2 (1) 1 (1) 1 —— Summa: 58 (17) 30 (12) 24 (2) 4 (3) M Grosser Ausverkauf M wegen Verkauf eines Hauses. Milche Mel, Betten, Spiegel, Mnz, Mas und Pobterwirei verkaufe von heute ab zu ganz bedeutend herabgesetzten Preisen. WW HT/üSTZ' Möbelgeschäft, Kaplansgasse. i aller in da« Bank fach einschlagenden Geschäfte« 4787 Müller. v. Jungenfeld. Ö aöoaaDöODCTcsocciDcxaDaciooacaoaaoooaDaoaDnoaoDaaoa MM Gros. 5957 Gros. 6831 Stockhausen (Hessen). 5805 Soeben erschien und ist in allen Buchhandlungen au haben: H । 5 n. Geflügel 6011 herabgesetzten 5761 Tckrlohqasse 19 5547 03504 8731 | Jenn Weisel in bej Aels Mr l Echt austtalischeS Eucalyptusöl bestes Universalmittel. Flasche Mk. 1.—. 6061 Adler-Drogerie, Seltersweg 39. acDDDce^^DDoaQDaöaDaöQDacöacx3MaDaac3Qcx2acxxMD Die Giessener Depositenkasse u. Wechselstube 0 PferdemarktzuGießen Am Mittwoch dem 18. September L I. findet auf den städtischen Marktanlagen nächst der Rodheimerstraße Pferdemarkt statt. Für Stallungen in der Nähe der Marktes ist ausreichend Sorge getragen; wegen derselben wolle man sich an Herrn Hoflohnkutscher Kuhn dahier wenden. Auskunft über sonstige Marktangelegenhetten erteilt Herr Wein- händler August Schwa« dahier. MU dem Pferdemarkt ist eine Prämiierung verbunden, für welche 1425 M. zur Verfügung stehen. Der Prämiierungsplan ist von Herrn Oekonomierat Sch lenke, Hardthof bei Gießen, zu erbitten. Die AferdernarLt-Aommiffiou zu Hießen. Wolff, Beigeordneter. 5756 Ä & UN Häusern, und Ruß Jul des Kcns bei der minder < Kartoffeln pro Gentner inkl. Sack 2 Mark, Zwiebeln, prima Winterware, 4 Mark. 4961 A. Simon II., Echzell in der Wetterau. Saatgut-Offerte. Von unseren auf der Landesausstellung in Darmstadt mit 3 Preisen ausgezeichneten Gelreidesortimenten verkaufen wir, soweit Vorrat reicht: Pctkuser Oio^cn, per Ar. 10 Mk., 10 (Str. 95 Mk. Derselbe zeichnet sich durch starken Halm und großarttge Kvrnererträge aus. Schwedischer Schncmizgeli per 6tr. 10 Mk., 10 6fr. 95 Mk. Derselbe verträgt späte Saat, besitzt starkes Bestockungsvermögen und liefert hohe Erträge in Stroh und Kern. Kirsches Sherriss-Weizen per 6fr. 12 Mk., 10 6fr. 115 Mk. wird hier 2 Jahre gebaut und winterte hier nicht aus, sehr widerstandsfähig gegen Lager und liefert bet entsprechender Düngung koloffale Erträge. Lickenden-Mizen per 6fr. 11 Mk., 10 6tr. 105 Mk.; er verträgt späte Saat und giebt befriedigende Erträge. Unser Saatgut ist doppelt gereinigt, in Höhenlagen gewachsen und deshalb zum Saatwechsel empfehlenswert. Der Versand geschieht per Nachnahme. Säcke berechnen wir mit 60 Pfg. pro Stück. Bei größerer Abnahme findet Ermäßigung nach Vereinbarung statt. Keihmliih Mesel'schc GutsNmaltMg, Wasche mit t ÜMS . Wasch- Extract, UM Bekanntmachung, rbetreffend-: das Beschneide« der Hecken. Das Polizeireglement vom 24. Februar 1882, wonach die Garten- und Feldbesiher an den ihren Grundbesitz an öffentlichen Fahr- oder Fußwegen einfriedigenden Hecken im Laufe des MouatS Septemder die neuen Schößlinge wiederholt zu be- .schneiden oder zurückzubinden haben, werd mit dem Anftigen wiederholt zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß Zuwiderhandlungen auf Grund des Art. 31 des Feldstrafgesetzes mit Geldstrafe von '1 bis 10 Mark bestraft werden. GieHen, am 4. September 1901. 5986 GroßHerzoglübe Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Wolff. Gesangverein JCeiterKeit Sonntag den 15. September, abends 8 Uhr: Feier des AUchen AistungsfeKes mit Konzert, Theater und Tanz im Festsaale des Caf 6 Leib. Karten an der Kasse 1 Mark 5984 Der Borstand. Versteigerung. Freitag den 20. d. Mts., mittags 2 Uhr, versteigere ich im Pfandlokal Seltersweg 11 gegen Barzahlung: 2 Kassen- schränke, 1 Vertikow, 1 Glas- fchrank, 1 Sofa, 1 Kommode.' Gießen, den 11. Septbr. 1901. 6085 Mulch, Pfanomeister. WchmllidttMtLichiOlikch.). Sämlliche Arbeiten und Lieferungen aur Herstellung des Wafferwecks für die Stadt Lich sollen in den nachstehend aufgeführten Losen einzeln oder zusammen öffentlich vergeben werden: 1. Ouellfaffuug. 2. Hochbehälter von 150 cbm Faffungsraum. 3. Lieferung von gußeisernen Muffenröhren und Formstücken und zwar: rd. 1000 m Röhren von 100 mm Lichtweite und rd. 1900 kg bearbeitete und unbearbeitete Formstücke. 4. Verlegen der gußeisernen Muffeuröhreu und Formstücke. Die allgemeinen und besonderen Bedingungen, sowie das Augebotfonmllar sind gegen Einsendung von Mk. 3.— für jedes einzelne Los von der Großherzogl. Bürgerrneisterei in Lich zu bezrehen. Die Zeichnungen liegen vom 16. bis 21. September d. Js. während der Bureaustunden zur Einsichtnahme der Bewerber auf der Großherzogl. Bürgermeisterei in Lich auf, woselbst auch die näheren Erläuterungen erteilt werden. Außerdem wird etwa weiter gewünschte Auskunft von Herrn Regierungs-Baumeister Schmick in Frankfurt a. M., Liebig- straße 37, während der Geschäftsstunden gegeben. Angebote sind unter Verwendung der vorschriftsmäßigen An- gebotsformulare und unter Beifügung der anzuerkennenden Bedingungen bis zum 26. Septcmöcr, mittags 2 Mr, an die Großherzogl. Bürgermeisterei in Lich versiegelt, portofrei und unter einer das angebotene Los bezeichnenden Aufschrift einzusenden, woselbst sie zur angegebenen Zeit und in Gegenwart etwa erschienener Bewerber geöffnet werden. Die freie Auswahl unter den Bewerbern ist vorbehalten. Die Zuschlagsfrist betragt 14 Tage. Von k Migu ordnung Utisches '"Wfante Plai über ollez m. " >°as ^S-nstood ™.,n «us KM k 1° hlnrei -er Heben in bett ä l Mel ?01 Ich qJJ'N venog " \vonEmiltoh^inGiöiei) versandt nach auswärts sehr prompt, da nur 4 Minuten von den Aayriöösen u. Kauptpoffamt. N-d-lÄ und Sch» Ferchs begrüßen, lleberzeus gteidjqrtii ung de pas we nicht d iige St die Verp und sie die gesch Welt die russischen bimsen 2/iittua Ä den deu über den darin such feit zu je Gestaltung Absichten nung bei archÄ m Aus besonders artigen",, nicht die' Schwierig^ Verpflicht Man wir! schlvungvo Ae „bergt sich wohl 1 vertrag den ruisis su „erhöh männische lassen, al stehenden Wirtschaft M einer anlaßte. borff, b frage zu herein mi Hauptfrage VerfieigeMsi m Eilheu-Lchivelltuholz. Wegen Säumigkeit des ersten Steigerers in der Bürgschaftsleistung oezrv. Zahlung sollen Donnerstag den 20. September l. Js., vormittags 11 Uhr. Huf dem Bureau der unterzeichneten Behörde — Zimmer Nr. 15 — 67 Stämme Eichen-Schweltenholz mit 34,96 Fstm. «us den Waldungen der Stadt Gießen, Distrikt Schall, Oberhag und ZollstockwLldchen anderweit versteigert werden. Wegen vorheriger Besichtigung des Holzes wende man sich andre Forstwarte Geisel-Gießen, Arft-Hochwatte oder C. Brück- . Rödgen. Gießen, den 6. September 1901. 6072 GroßherMgliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Mktn-M in größter Auswahl zu bedeutend herab. / Preisen empfiehlt Heinrich Hochstätter, Stühle in größter Auswahl und allen Preislagen bei größter Dauer« haft« gleit empfiehlt die Ltiihl-Lchreinerci von Philipp Henkel ttirb w. Kcnst beiwohne fchen Kre oufamm« zwischen Reiches der Tag in der schäft traue: austa: ung, di der dyn nach al daß tw gleich ü ßchlichmg. Die Lieferung des ^»ottbedarfs unserer Gruben soll für die Zeit vom 1. Januar 1902 bis 31. Dezember 1902 vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen, sowie das Verzeichnis der Holzsorten und der ungefähren Be- darfsmen^en können auf unserem Bureau hierselbst eingesehen oder auch von uns bezogen werden. Offerten auf den ganzen Bedarf oder für den Bedarf einzelner Gruben oder auf die Lieferung bestimmter Holzarten sind in ver- schloffencn, mit der Aufschrift „Holzlieferung" versehenen Couverts bis spätestens den 21. September 1901 bei uns einzureichen. 6084 Weilburg, den 10. Sept. 1901. Krupp'sche Bergverwaltung. Weidenverkauf. Am 17. d. Mts. werden die Weidenbestände der Bahnstrecke Gießen — Butzbach meistbietend verkauft. Der Verkauf beginnt in der Gemarkung Großen-Linden bei Posten 741 9*/2 Uhr vorm. Bahnmeisterei 16. 6088 Erstttassige deutsche Lebensversichernngs - Gesellschaft (keine Bolksvers.) hat ihre 5950 Hauptagentur unter sehr günstigen Bedingungen zu vergeben. Gefl. Offerten unter B 93 an Haasenstein & Vogler, A.-G., Darmstadt. Zuschneide -Lehranstalt Grüubergerftraste 14a (Mittelbau). Matzuehmeu, Muyerzeichnen, Zuschneideu und Verarbeiten kann jebe Dame gründlich erlernen. 5545 Der Kursus beginnt am 16. September 1901. I