151. Jahrgang Sonntag 12. Mai 1901 Nr. 111 Zweites Blatt null! 852; Preise». rkauf. Aus ganz Rußland kommen jetzt Nachrichten von die wie der vor der Vertagung zu verabschieden wäre. Das kann nun frühestens Ende des Jahres geschehen. **Uge für »en *•1 erscheinenden M Mra 10 llbr Maaren fu&ieftenl republikanischen Ideen nie so empfänglich gewesen gegenwärtig. Tie karlistische Gefahr falle gegenüber republikanischen nicht ins Gewicht. Mmmy. ist kmerMchaftl. Zusammen ntjurter hoi Der Vorftan-. Adresse für Depesch»»! Anzeiger (Sitfcee. Fernsprechanschlutz -er f.Ä. Engländer und Buren. In England blickt man zur Zeit infolge der hoffnungsvolleren Rede, die der Oberkommissar Milner bei einem Abschiedsessen in Kapstadt gehalten hat, wieder etwas mutiger in die Zukunft, und Chamberlain sucht diese Stimmung noch zu verstärken, indem er erklärt, die Regierung sei für den Fall der Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen an ihre Ende März bewilligten Bedingungen, die bekanntlich jenseits des Kanales vielfach verstimmt haben, nicht mehr gebunden. Die selbstverständ- Tie Lage in China. Daß an einen baldigen Abschluß der Operationen in China gedacht wird, wollen unterrichtete Kreise u. a. darin sehen, daß die deutschen Schulschiffe, die im vergangenen Winter wegen der chinesischen Verwickelungen in den eurr- li, Himwefiahrttag: täglich mit 'leH «freie les Montag-. ***er Kamillen. MtWr Wetten dem An- »chWe t» Wechsel mit „Hess. •ei*«*«tw «M „Blätter fi* freg. Matt» tun de" »»er« w* »Gchiiitttch beigelegt. Bejligsprels üterteij£>N Ml 2. JO, monotl. 75 mU Brnigcrlobn; durch h-' Abholestellen oierteljäfr/ Ml. 1.90, monotl. 65 Bei Postbezug vierteljichet Mk. 2.00 ohne Bestell** Hüt Wneeteen Perwittluee* steilen btt In- und Üußlaafr^ nehmen Anzeigen für k» •teyenei Anzeiger tntt*6V* gellenpretS lokal 11 W»- «uenörte 10 vlg. die Erbitterung selbst in den für „wohlgesinnt" geltenden Kreisen außerordentlich! sei. Tas Bürgertum sei für Aofaog 3 Uhr. 3602 irrad Kroßen 7elQndLacet Sr*.s Politische Tagesschau. Immer dichter schlingt sich das Netz des Verkehrs um den Erdball. Besonders der Seehandel sucht sich neue Bghnen, und in dein Bestreben, solche zu erschließen, stehen die Hansastädte Hamburg und Bremen allen Mitbewerbern voran. Eine Bremer Rhedereigesellschaft läßt zur Zeit neue Seedampfer von 8000 Tonnen Tragfähigkeit bauen, die den Verkehr auf der neu zu eröffnenden Linie New-York-Südafrika-Ostindien vermitteln sollen. Hamburger Rheder wiederum erörtern jetzt das Projekt einer Schiffsverbindung zwischen Japan und Kalifornien, also quer durch den Großen Ozean. Als Stationen sind Yokohama und San Franzisko in Aussicht genommen, und zwar sollen die Schiffe der Kosmoslinie — sie dienten bisher ausschließlich dem Verkehr zwischen Hamburg und der Westküste Südamerikas — die schwarz-weiß-rote Flagge ständig über den Pacific tragen. Ta die Steamer der Hamburg-Amerika-Linie — Ostasienroute —-bis Yokohama fahren, wird es also in Zukunft möglich sein, eine Erdumsegelung von Anfang bis Ende unter Hamburger Flagge zu bewerb stelligen. Kein anderer Staat, auch England nicht, hat eine gleiche Entwickelung des Seeverkehrs aufzuweisen^ Für den Bau der geplanten Kanäle in Preußen ist vielfach geltend gemacht worden, daß dadurch; vielen Tausenden deutscher Arbeiter willkommene Arbeitsgelegenheit geboten würde. »Zumal gegenwärtig, bei dem Rückgang der industriellen Konjunktur, war dies Argument einleuchtend. Umsomehr muß verwundern, daß bei dem gegenwärtig in Angriff genommenen Teltow-Kanal zahlreiche ausländische Arbeiter beschäftigt sind, während viele beschäftigungslose deutsche Arbeiter behaupten, es sei ihnen nicht möglich, Annahme zu finden. Diese Behauptungen bedürfen der Aufklärung. Sollte es sich wirklich so verhalten, so wäre durch entsprechende Vertragsbestimmungen, oder, wenn diese bestehen, durch, Kontrollmaßregeln für Abhilfe zu sorgen. Tie Angelegenheit hat ein allgemeines Interesse, da überall, wo Staat oder Kommune Unternehmungen ausführen lassen, die Forderung zu erheben ist, daß deutsche Arbeiter unbedingt den Vorzug erhalten vor ausländischen Arbeitern. Wenn man den von der Zensur nach' bewährten Mustern korrigierten Telegrammen glauben darf, dann ist die Bewegung in Spanien schon halb im Sande verlaufen — dank der „energischen Haltung "der Regierung. Nun hat die Erfahrung allerdings gelehrt, daß bei dem Operettenvölkchen der Spanier die Thaten selten den Worten oder den Vorbereitungen entsprechen. Man pflegt einen gewaltigen Anlauf zu nehmen, um nach wenigen Tagen schon zu harmloserem Amüsement zurückzukehren. Diesmal liegt die Sache aber doch wohl anders. Reisende, die vor kurzem die Provinz Katalonien durchquerten, berichten, daß Mtieo-Gesenscbait^ frtiifln fl’en -WH ^Itersweg. s Massenverhaftungen, die Ende April stattgefunden haben. Von solchen in der Kaukasusstadt Tiflis berichteten wir schon gestern. Im ganzen Lande sind Studenten und Arbeiter, Professoren, Schriftsteller, Beamte, Aerzte, Gutsbesitzer hinter Schloß und Riegel gebracht worden. Auch; der Schriftsteller Maxim Gorky soll verhaftet sein. — Bis jetzt wird über Verhaftungen berichtet aus Petersburg, Moskau, Kiew, Odessa, Warschau, Wilna, Nikolajew, Homel, Dwinsk, Nischny, Nowgorod, Rostow a. D. — In Petersburg sind, wie cs sich, jetzt herausstellt, einige siebzig Verhaftungen vorgenommen worden. Fast die gesamte Redaktion der Zeitschrift „Schisn" sitzt im Gefängnis. Auch wird berichtet, daß in den Städten zahlreiches Militär durch die Straßen marschierte, Kosaken die Straßen durchritten und es überhaupt überall aussah, als ob man die Ankunft des Feindes erwartete. Aber trotz all dieser Gewaltmaßregeln sanden in einer Reihe von Städten Rußlands Maidemonstrationen statt. In einigen Orten, besonders in Wilna, ist es zu einem heftigen blutigen Zusammenstoß zwischen Kosaken und Arbeitern gekommen. Nach einer amtlichen Bekanntmachung ist den Einwohnern von Moskau verboten worden, Messer zu tragen, ausgenommen diejenigen Personen, deren Be- rufsthätigkeit ein Messer erfordert. Tie Uebertretung des Verbots zieht eine Geldstrafe bis zu 500 Rubel oder Arrest bis 3 Monate nach sich. liche Bemerkung sollte offenbar den Glauben erwecken, daß England künftig den Frieden nur gegen härtere Bedingungen gewähren werde. Freilich bietet die Lage auf dem südafrikanischen Kriegsschauplatz für den objektiven englischen Beobachter keinerlei Anlaß zu optimistischen Gefühlen. Tie Buren, die nach den dem englischen Parlamente mit- geteilten Akten über die Verhandlungen im März den Frieden auch damals nicht gesucht, sondern angeboten erhalten haben, zeigen noicfy immer nicht die geringste Lust, den Engländern die Eroberungsarbeit au erleichtern. AuS dem Mangel eingehender Nachrichten darf man selbstverständlich! nicht schließen, daß in Südafrika nichts oder nur das vorgeht, was Lord Kitchener für gut befindet, zu melden. Wer sich der Mühe unterzieht, die englische Verlustliste regelmäßig zu studieren, kann vielmehr feststellen, daß kaum ein Tag vergeht, an dem es nicht zu einem Scharmützel kommt und der den Engländern nicht einige Verluste an Menschenleben bringt. Auch die dürftigen Meldungen der Agenturen und Zeitungen lassen diesen Thatbestand wenigstens ahnen. So erkennt man mit Sicherheit, daß in Transvaal und in der Kapkolonie kein Mangel an kriegerischer Arbeit ist. Reuter meldet aus Johannesburg: Trotz der fortgesetzten Kleinkrieg-Taktik der Buren in verschiedenen Teilen des Landes beginnt die Stadt ihr normales Aussehen wieder anzunehmen. Die meisten Läden sind wieder geöffnet. In den Robinson-Treasuty-Minen begann der Betrieb heute wieder offiziell. Vier weitere Minen sind für die Betriebsaufnahme wieder nahezu bereit. — Derselbe meldet aus Klerksdorp vom 7. d. Mts.: Lord Methuen berichtet aus Huisfontein, daß er den Buren die von ihnen bei Zilli- cattanek erbeutete Kanone wieder abnahm. Vier Buren wurden getötet und sieben gefangen genommen. General! Babington grub eine Kanone und neun Granaten aus. In der Gegend von Pietersburg haben KitchenerS Fighting Scouts, Eolenbranders Leute, unter Oberst Gren- fell bei Klipdam abermals einen harten Kampf gehabt. Von den Kolonnen, die nördlich! der Eisenbahn Pretoria- Telagoabai Streifungen durch das Buschfeld unternommen haben, ist die des Obersten Benson am 8. Mai in Belfast angekommen. Sie unterstand dem General Sir Bindon! Blood und hatte den Auftrag, in einem Bogen von Middelburg im Westen über Roos Senkal im Norden und Totes- burg, das ehemalige, jetzt aufgegebene Hauptquartier der Buren, zur Eisenbahn zurückzukehren. Das Haupthospital der Buren wurde in ein ent abgelegenen Thale entdeckt. Nur ein einziges ernstes Gefecht fand während des März statt. In diesem wurden die Buren aus einigen Höhlen verjagt, in denen sie sich mit ihren Familien verborgen hielten. Tie Engländer hatten 5 Verwundete, darunter drei Offiziere. Gewaltige Mengen Vieh und Proviant wurden genommen und viele Familien eingebracht. In der Entschädigungskommission erklärte der deutsche Vertreter Sieveking, er habe strenge Weisungen von seiner Regierung, darauf zu bestehen, daß er als Vertreter der deutschen Regierung und nicht bloß als Anwalt der Klageführendcn anerkannt werde. Tie Forderungen der letzteren seien im Namen der deutschen Regierung erhoben worden. Seine Regierung könne ihre Ansicht nicht aufgeben, derzufolge sie einer mündlichen Beweisaufnahme sich widersetze; aber er habe an die Anspruch erhebenden Personen in Teutschland ein Rundschreiben gesandt, in dem er darauf hingewiesen habe, daß ihr Erscheinen vor der Kommission wünschenswert sei. Er bitte nun die Kommission, die Arbeit dadurch zu erleichtere daß längere und häufigere Sitzungen anberaumt und daß die hierfür notwendigen Gelder ausgeworfen würden. Ter Präsident der Kommission erwiderte, die Stellung der Kommission sei einfack) die, daß sie zwischen den einzelnen Regierungen zu vermitteln habe, und wenn auch keine starre und strenge Regel aufgestellt sei, so sei es doch wünschenswert, daß die Anspruch Erhebenden vor der Kommission erschienen. Tie Zweckmäßigkeit dieses Erscheinens gehe aus dem Umstande hervor, daß na ch zweitägiger Sitzung ein Mann, der Holländer zu sein behaupte, sich als Bürger Transvaals entpuppt habe, dessen Ansprüche unzulässig seien. Die Sache gehe die englischen Steuerzahler an, die zu zahlen hätten. General Sir John Ar- dagh, der Vertreter des englischen Kriegsamts, stimmte der Forderung des deutschen und des holländischen Vertreters zu, daß sie als Vertreter ihrer Regierungen angesehen würden; er selbst vertrete lediglich die englische Regierung. Telegra«» des Gietzener Anzeigers. Birmingham, 10. Mai. Der Kolonialminister hielt eine Rede, worin er ausführte, England kämpfe nicht um Kleinigkeiten, sondern um den Bestand des britischen Besitzes in Südafrika. Wäre England vor dem Kampfe zurückgeschreckt, so wäre das Vertrauen der Kolonien verloren, so wäre es zum Spott und Verachtung der gebildeten Welt geworden. Tie englische Nation sei aus dem Kampfe in eiiner Weise hervorgegangen, welche darthue, daß sie ihrer Vorfahren nicht unwürdig sei. AML- jißa Avid, GietzennAnzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen Bekanntmachung, In der Zeit vom 4. Mai bis 10. Mai l. I. wurde» in hiesiger Stadt gefunden: 1 Paar schwarze DamenHandschuhe und 1 Portemonnaie; verloren: 1 Portemonnaie mit Inhalt und 1 schwarzer, seidener Sonnenschirm. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 10. Mai 1901. Großherzogliches Polizei amt Gießen. Hechler. Vom Tage. Aus Berlin, 10. Mai, wird uns geschrieben: Der Plan, den Reichstag bis zum 26. November zu vertagen, findet auch auf konservativer Seite Zustimmung. Das war nicht ohne weiteres zu erwarten, weil gerade die Rechte wiederholt erklärt hatte, sie legen den größten Wert darauf, den Zolltarif noch in diesem Sommer unter Dach zu bringen. Heute abend führt jedoch die „Kreuz-Ztg." aus, daß, selbst wenn die Erledigung des Zolltarifs im Bundesrat sich innerhalb Monatsftist hätte ermöglichen lassen, für das Vorhandensein einer beschlußfähigen Anzahl von Reichstagsmitgliedern bei den dann folgenden Beratungen nicht genügende Sicherheit vorhanden gewesen wäre. Vollkommen zutreffend; aber das hätte man fich auch vor einigen Wochen ebensogut sagen können, als man so stürmisch das Erscheinen des Zolltarifs verlangte. Herren der Regierung sollen damals ton Parteiführern auf die Frage, ob sie die Gewähr übernehmen möchten für ein dauernd beschlußfähiges Haus nach Pfingsten, die Antwort empfangen haben: „Unter keinen Umständen!" Graf Bülow hat keinen Anlaß, die Arbeitslust des Reichstags höher einruschätzen, als die Parlamentarier selbst dies thun. Von dem im Vorstände des „Bundes der Landwirte" angeregten Vorhaben, den Reichskanzler über den Stand der Zolb- tarif-Arbeiten zu interpellieren, wird Abstand genommen werden. Herr v. Miquel hat sich heute von seinen Beamten verabschiedet, wobei er nur mühsam seine innere Bewegung bekämpfte. Die Demission geht dem Minister nach allem, was man hört, sehr nahe, und er wird längere Zeit brauchen, bis er das seelische Gleichgewicht wieder erlangt hat. Niemals hatte Herr v. Miquel einen solchen Abgang vorausgesehen, er glaubte bis zuletzt seine Position völlig unerschüttert. Er hatte noch mancherlei Pläne vor, Pläne, die ihn auf einem anderen, populäreren Gebiet zeigen sollten, als' auf dem fiskalischen, steuertechnischen, und nach deren Ausführungen gedachte Herr v. Miquel sich zur Ruhe ^u setzen. Die ziemlich scharfen Urteile der liberalen Presse haben, wie verlautet, den Minister nicht besonders tangiert; er sei darauf gefaßt gewesen, von dieser Seite nicht glimpflich behandelt zu werden. Dagegen vermisse Herr v. Miquel sowohl die Wärme der Anerkennung wie der Inschutznahme bei den Konservativen und agrarischen Organen. Daß er der Landwirtschaft, innerhalb der gezogenen Grenzen, jederzeit seine Fürsorge zuwendete, konnte größeren Tank beanspruchen. Bis zum 1. Juni bleibt Miquel noch im Kastanienwäldchen wohnen, um dann seinem Nachfolger, Frhrn. v. Rheinbaben, Platz zu machen. Bis dahin haben also die bisherigen zahlreichen politischen Freunde des Exministers noch Gelegenheit, sich zu verabschieden und ihm ihre Erkenntlichkeit abzuslatten für manchen guten Rat, den sie bei dem klugen Alten einholten. Ter Reichstag hat heute den T i ä t e n a n t r a g in dritter Lesung gegen die Stimmen der Konservativen angenommen. Eine Diskussion über den Antrag fand nicht statt; auch die Regierung sah sich nicht veranlaßt, eine präzise Erklärung zur Sache abzugeben. Wozu auch! „Man spricht vergeblich viel, um zu versagen. Ter Andere hört aus allem nur das Nein". Eine Fraktion allenfalls könnte die Anwesenheitsgelder durchsetzen, wenn sie wollte: das Zentrum, und zwar dann, wenn wieder einmal die Regierung die ausschlaggebende Partei dringend nötig hat für eine wichtige Vorlage, sei es Steuern, oder Forderungen für Wehrzwecke. Setzten bann die „Diplomaten" des Zentrums den Hebel an, und ließen merken, daß eine öanb die andere wasche, und daß Diäten ein gutes Mittel seien, um alle Zentrumsmannen zur Unterstützung der Regierungspläne zu sammeln — so würde vielleicht der Bundesrat, obschon mit Seufzen, nachgeben. Ehe T e u t s ch - O st a f r i k q wirtschaftlich „gerettet" ist, was nach der Erklärung des Reichskanzlers nur durch den Bau der Eisenbahn Tar-es-Salaam-Mrogoro geschehen kann, wird noch geraume Zeit ins Land gehen. Nicht ohne Schuld daran ist das Finanzkonsortium, mit dem die Regierung den Bauvertrag abschließen will. Das Konsortium hat jetzt wesentlich günstigere Bedingungen zugestanden, so die Herabsetzung des ursprünglich auf 24 Millionen veranschlagten Anlagekapitals und die Erhöhung der dem Reich zu gewährendem Gewinnquote. Warum nicht gleich? Warum mußte erst Abg. Tr. Arendt (Rp.), ein eifriger Kolonialpolitiker, der Unterkommission eine von ihm ausgestellte Baw- und Rentabilitätsberechnung vorlegen, ehe Die leitende Bank günstigere Bedingungen anbot? Wären die Herren vom Syndikat von Anfang au entgegenkommender gewesen, dann hätte sich ivohl im Parlament eine Mehrheit für das Garantiegesetz gefunden, sodaß es noch frevirisi-G. 6°Pfiehlt aeine U,n* Moselweine »«>> TtatfenJ“ . zn den sten Kresienien «raten Weingutsbesitzer *7 ^tarreinheit, . Portofrei zu Dienen ^Vereinshaus Trevirig, Tr|Pr Ättckt N$N >ch Kloster Arusbarg. ■Mta, e*KMtion unb M: fiiHlrafrt 7. päischev Gewässern zurückblieben, Befehl erhalten haben, in diesem Jahre wieder auf ihre neunmonatlichen Auslandsreisen nach den ostamerikanischen Gewässern und nach Westindien in See zu gehen. Je mehr die Beendigung der Operationen beschleunigt würde, desto erfreulicher wär'S! Generalfeldmarschall Graf Waldersee meldet am 9. aus Peking: Die in die Gegend von Hohfiwu und Mathou entsandte Kolonne von Arnstedt nach Tientsin zurückgekehrt, ohne auf größere Räuberbanden gestoßen zu fein. Brücke 6ei Hanku seit gestern im Eisenbahnbetrieb. Der Korrespondent der „Daily Mail" findet auf Grund sorgfältig angestellter Nachforschungen, daß die meisten Leute, die in Geschäftsangelegenheiten so weitsehend find, wie die französischen Finanzleute, entschieden gegen jede gemeinsame Garantie einer chinesischen Anleihe, ebenso gegen jede von zwei und mehr Mächten, z. B. Frankreich und Rußland, gemeinsam getragene Garantie sind. Diese Anschauung wird iu den Kreisen der britischen Hochfinanz geteilt und entspricht der Ansicht, daß die Nationen, die über guten Kredit verfügen, unter keinen Umständen bei einem fragwürdigen Unter nehmen mit anderen Nationen sich verkoppeln laßen dürften, deren Kredit schlecht sei. Ein Leitartikel des Blattes führt aus, von Rußland werde ein sehr ernster Versuch gemacht, eine gemeinsame Garantie gewisser Mächte, die in China Hand iu Hand gegangen, zu stände zu bringen. Die Engländer beginnen ernst aus China zurückzugehen. Es find Vorkehrungen getroffen worden zur sofortigen Rückkehr eines indischen Kavallerieregiments mit Belagerungstrain aus Hongkong, eines Infanterieregiments aus Weihaiwei und eines Infanterieregiments aus Tientsin nach Indien. Die amerikanischen Truppen räumten am 10. Mai die unter ihrer Kontrolle gestandenen Distrikte Pekings, außer der verbotenen Stadt, welche sie trotz fremder Einwendungen besetzt halten, falls nicht gegenteilige Weisung aus Washington erfolgt. Um ein Chaos nach dem Abzüge der amerikanischen Truppen zu verhindern, benachrichtigte Chaffee vergangene Woche Waldersee, daß die amerikanischen Truppen die erwähnten Distriktgebiete verlaffen würden. Diejenigen, bisher von den Amerikanern besetzten Distrikte, welche an die briti scheu grenzen, würden den Engländern zugewiesen, während die übrigen unter deutsche Kontrolle gestellt wurden. • Telegramm des Gießener Anzeiger-. Shanghai, 10. Mai. Reuter-Meldung. Beau, der Nachfolger des französischen Gesandten Pichon, ist hier auf dem Wege nach Peking eingetrofsen. — Tie „North China Taily News" meldet: Privattelegramme aus zuverlässiger Quelle aus Singanfu besagen, die reaktionäre Partei, an deren Spitze der Eunuch Lihenying stehe, werde von Luchualin und Züngln unterstützt. Sie fordern offenbar die hohen Hofbeamten heraus. Es beständen Befürchtungen betr. einer Palastrevolution. Ter Kaiser solle beseitigt und nicht einfach abgesetzt werden zu Gunsten des gesetzmäßigen Thronerben. Deutsches Reich. Berlin, 10. Mai. Aus Straßburg i. .E. wird gemeldet: Ter Kaiser unternahm gegen Abend eine kurze Spazierfahrt. Ter Theo wurde bei der Fürstin Hohenlohe eingenommen. Morgen mittag erfolgt die Abreise Sr. Majestät nach Schlettstadt und "Besichtigung der Hohkönigs- burg. — Prinzessin Marie Luise Anna von Preußeu ist heute nachmittag an Herzlähmung sanft entschlafen. Sie war am 1. März 1829 in Berlin als zweites Kind des Prinzen Karl, des Bruders Kaiser Wilhelms, aus seiner Ehe mit der Prinzessin Marie von Sachsen-Weimar-Eisenach geboren und vermählte sich am 27. Juli 1854 mit Alexis, Landgrafen von Hessen-Philippsthal- Barchfeld. Die Ehe wurde 1861 von diesem geschieden. Seit vielen Jahren pflegte sie den Winter in Wiesbaden, den Sommer auf ihrem Schloß Montfort am Bodensee zu verbringen. Ta der Bruder der Prinzessin Luise, Prinz Friedrich Karl, schon 1885 gestorben ist, lebt von den Kindern des Prinzen Karl nur noch die Prinzessin Anna, verwittwete Landgräfin von öeffen, deren Sohn die Prinzessin Margarethe, die Schwester des Kaisers, geheiratet hat. Tie Leiche dürfte voraussichtlich nach Nikolskö bei Potsdam überführt werden, wo auch die Eltern der Verstorbenen beigesetzt sind. • Prinz Friedrich Carl von Hessen ist hier eingetroffen. — Ter Reichskanzler stellte dem Reichstage den am 14. Tezember 1900 zu Brüssel beschlossenen Zusatzartikel zur Pariser Uebereinknnft von 1883 betreffend den Schutz gewerblichen Eigentums zur Beschlußfassung zu. Tie bei- geftigte Tenkschrift besagt, das Reich konnte der 1883 in Paris begründeten Union mehrerer Staaten zum Schutz gewerblichen Eigentums nicht beitreten, weil in Teutsch- land besondere- Bestimmungen über Nachsuchungsfrist, Patentschutz und Ausführungszwangbestehen. Tie Brüsseler Konferenz 1900 änderte die für Teutschland unannehmbaren Bestimmungen ab, sodaß, wenn der Reichstag zustimmt, das Reich der Union beitreten kann. Zur Umgestaltung der inzwischen mit anderen Staaten abgeschlossenen Sonderverträge sind bereits einleitende Schritte gethan. — Bei der heutigen Uebernahme der Geschäfte des Finanzministeriums erklärte Minister Frhr. v. Rheinbaben, daß er es sich angelegen sein lassen werde, die Finanzen Preußens im bisherigen Geiste weiter zu verwalten. Herr v. Miquel, welcher am Tonnerstag an einem ^iner beim Fürsten Herbert Bismarck teilnahm, wird erst Anfang Juni nach Frankfurt a. M. übersiedeln. ., ~. ,~cr Verein zur Wahrung der gemeinsamen wirt- lchaftlrchen Interessen in Rheinland und Westfalen be- Meldung, Handelsminister Möller habe bei der 12 000 Mark-Affaire insofern eine Rolle gespielt, aU an den Verein zu dem Herr Möller in nahen Beziehungen stehe, auch einer von den „Bueck scheu Briefen" gelangt sei, für eine grobe und plumpe Unwahrheit. — x\n Borstnkreisen hofft man, daß es sich bei der demnächstigen Berufung des B ö r s e n a u s s ch u s s e s nicht nur um Maßnahmen zur Beseitigung bc$ Tifferenzein- wandes, sondern auch um eine A b f d) a f f u u g des Börsen re^gisters handele. — Tie „Berl. N. N." teilen mit, daß der Antrag auf Vertagung der Reichstagssession dem Reichs kanzler seitens des Präsidenten und aus der Mitte des Hauses gestellt, nicht aber von der Regierung ausgegangen sei. In unterrichteten Kreisen wird diese Äcitteilung bestätigt. — Tie Kommission des Reickstages für das Bräunt- weinsteuergesetz hat heute ein Notgesetz angenommen, durch das das bestehende Gesetz um ein Jahr verlängert wird. Unter Einführung eines Zuschlages auf die Brennst euer von 50 Proz. für Brennereien, die bis zum 1. Oktober 1900 in Betrieb gesetzt sind, kann das Höchstkontingent von 50000 auf 80000 Hektoliter erhöht werden. — Ter Apothekerrat trat heute im Kultusministerium zusammen. Tie Beratungsgegenstände betreffen die Prüfung eines Entwurfes zu einer neuen Fassung der Vorschriften über die Errichtung und Betrieb der Apotheken vom 16. Februar 1879, sowie die Frage, ob und inwieweit es sich empfiehlt, die Vorschriften der Sonntagsruhe auf den Apothekenbetrieb auszudehnen. Tie Verhandlungen dauern voraussichtlick) zwei Tage. Schwerin, 10. Mai. Bei dem gestrigen Einzug der Königin Wilhelmina und des Prinzen Heinrich der Niederlande ereignete sich ein Unfall. Als die Tragoner- Eskorte vor der Schloßbrücke anlangte, setzte plötzlich die Musikkapelle eines Vereins mit brausenden Klängen ein. Hierdurch scheute das Pferd eines Dragoners, der alsbald die Gewalt über dasselbe verlor. Tas Tier machte kehrt und stürmte zurück an 'dein königlichen Wagen vorbei. Ein Berichterstatter aus Holland namens van Groningen, der neben dem Zug herschritt, wurde von dem Pferd überrannt und erlitt einen doppelten B r u ch des linken Schienenbeins, sowie andere Verletzungen. Er wurde in das Krankenhaus gebracht, wo ihn Prinz Heinrich heute besuchte. Tie Wiederherstellung dürfte vier Wochen in An- spruch nehmen. Ein anderer holländischer Journalist namens Koch erlitt durch die Lanze des Dragoners eine leichtere Verletzung. Braunschweig, 10. Mai. Tie Lande ssynode vertagte die Beratung des Antrages der welfiscyen Vereinigungen auf Annahme einer Fürbitte für den Herzog von Cumberland in das allgemeine Kirchen- gebet, nachdem Minister Trieps Bedenken gegen die in dem Kommissionsberichte gebrauchte Bezeichnung des Herzogs von Cumberland als Landesherrn erhoben hatte. Ausland. London, 10. Mai. Das Unterhaus nahm die vom Schatzkanzler Hicks-Beach eingebrachte Resolution betreffend die Z i v i l l i st e an. — Auf das Beileidschreiben der Institution of Naval Architeets vom 28. Februar anläßlich des Ablebens der Königin Viktoria an Kaiser Wilhelm sandte der Kaiser eine Antwort, in der er für die Teilnahme dankt. Der Kaiser beklagt den Tod seiner edlen Großmutter, deren Andenken im Herzen ihres Volkes fortleben werde. Paris, 10. Mai. Die abgesetzte Hovas-Königin Rana v a l o, deren Thronmantel und Galakleider mit Szepter und Krone in Kisten verpackt liegen, hat die Erlaubnis erhalten, Paris zu besuchen. Wenn sie sich artig und sittsam aufführt, so soll ihr, wie es heißt, eine Verlängerung Aufenthalts in Frankreich gestattet werden, wo sie bis zum Herbst bleiben dürfte. Rom, 10. Mai. In der Deputiertenkammer erklärte der Schatzmeister Ti B r o g l i o, er stimme im ganzen den Ausführungen Guiceiardinis über die Einnahmen und Ueberschuß zu und betonte, daß trotz der Ausgaben der China-Expedition das vorliegende Budget eines der günstigsten sein werde, das die italienischen Finanzen je gehabt. (Zurufe: Sehr gut!) Wien, 10. Mai. Die gestrige Generalversammlung des Vereins pensionierter Offiziere, an der zahlreiche Generäle teilnahmen, gestaltete sich zu einer Demonstration gegen das Kriegministerium wegen des Erlasses, worin die Bildung des Vereins, dessen Zweck eine Verbesserung der Lage der Offizierswitwen und -Waisen ist, als ungehörig bezeichnet wurde. — Eine Versammlung der österreichischen Zentralstelle zur Wahrung der land - und forstwirtschaftlichen Interessen bei Abschluß der Handelsverträge nahm eine Resolution an, wonach seitens der Land- und Forstwirtschaft der im Reichsrate eingebrachten Kanalvorlage nur dann zuzustimmen sei, wenn mittels Zollschutzes ausreichende Garantien für den Schutz des inländischen Marktes gegen eine Überschwemmung ausländischer landwirtschaftlicher Produkte und sonstige im Interesse der heimischen Land- und Forstwirtschaft gelegene Kautelen gegeben eien. Belgrad, 10. Mai. Ter Kultusminister Manichowitsch und der Kriegsminister Milos Wasitsch demissionierten. Ter König ernannte den Universitätsprofessor Lym- bornio Kovatschenitsch zum Kultusminister und den Oberst Bozidar Jankowitsch zum Kriegsminister. — Tie wahre Ur- ache des Rücktritts der Minister bildet „cherchez la femme". Ter unverheiratete Marinchowitsch war sehr aufmerksam gegenüber der Frau Wasitsch, sodaß deren Gatte in Eifer- ucht entbrannte, ohne nähere Beweise in Händen zu haben. Ter Krietzsminister Wasitsch überreichte seine Demission mit der Begründung, er könne nickt weiter in einem Kabinette mit Manichowitsch verbleiben. Konstantinopel, 10. Mai. Tie von der Pforte in Angelegenheit des Postkon f likts an die fremden Botschafter gerichtete Note, worin die Pforte die Direktoren der fremden Postämter beschuldigt, den Schmuggel zu begünstigen und die türkischen Zolleinnahmen zu schädigen, wurde von den Botschaftern dem Minister des Aeußern Tewfik Pascha mit der schriftlichen Begründung zurückgestellt, daß die Note nicqt angenommen werden könnte, weil sie beleidigende Anschuldigungen wider die Beamten der betreffenden Staaten enthalte. Tie Botschafter lehnen es ab, mit der Pforte in dieser Sache in Schriftwechsel einzutreten und beharren auf Genugtuung der Pforte gegenüber den fremden Postämtern. Tie bulgarischen Beamten an der bulgarisch-türkischen Grenze erhielten den Auftrag, die aus Europa einlaufenden Postsendungen den türkischen Beamten nicht zu übergeben und die Post selbst nach Konstantinopel zu bringen. Die europäischen Briefposten werden durch spezielle Delegierte der fremden Postämter nach Konstantinopel gebracht. tzill schweres EljevdahllUllglück in kndwigshaseu. Gestern bereits berichtete der „Gieß. Anz." von dem Eisenbahnunglück, dem leider auch ein Menschenleben zum Opfer gefallen ist. Man meldet darüber jetzt Näheres: Ter Breslauer Schnellzug 43, der um 9 Uhr 18 Minuten in Ludwigshafen fällig ist, überfuhr die Station und geriet mit dem vorderen Zugteil auf die Straße, während die Lokomotive in den Winterhafen stürzte. Die Annahme, daß etwa die Bremsen versagt haben könnten, bestätigt sich nicht, es wurde vielmehr festgestellt, daß der Zug in voller Fahrt in die Station einlief und daß die Bremsen — allerdings mit voller Kraft — in Thätigkeit gesetzt wurden, als es bereits zu spät war. Ter Zug raste über die Drehscheibe und den Kopfperron hinaus, durchbrach die Glaswand der Stirnfront des Bahnhofes und fuhr quer über die Straße und die Geleise der Hafenbahn hinweg, wobei die im Wege tehenden Güterwagen zur Seite geschleudert und stark beschädigt wurden. Tie Lokomotive selbst stürzte, wie schon bereits erwähnt, in den Rhein, während der Tender auf ■ der Ufermauer hängen blieb. Tie ersten Wagen des Zuges, ein Packwagen, ein Wagen 2. Klaffe Nr. 138 und der Reichs- )ostwagen 2114, die die ungemütliche Fahrt durch die Glaswand mitmachen mußten, blieben intakt und die Insassen kamen mit dem Schrecken davon. In dem an den Postwagen angehängten eigentlichen Zug soll der Unfall laum bemerkt worden sein, und das klingt glaublich, da ja die Wagen auf den Schienen blieben. Leider hat das Unglück auch ein Menschenleben gefordert, und es ist noch als eine außerordentlich günstige Schicksalsfügung zu betrachten, daß es bei diesem einen Opfer geblieben ist. Wenn die Drehscheibe nicht zufällig zur Auswechselung der Schnell- zugslokomotive bereit gestanden, oder wenn die entgegen» tehenden Hindernisse nicht doch die Wirkung der Bremsen und des ausströmenden Tampfes so verstärkt hätten, daß der eigentliche Zug hart am Rheinufer gestellt wurde, dann würde das Unglück ungeheure Timensionen angenommen und sicherlich viele Menschenopfer gefordert haben. Tie Ehefrau des Bankdieners Kilthau von hier, die fid> im Augenblick des Unglücks an der betreffenden Stelle der Straße befand, wurde von der Maschine erfaßt, zur Seite geschleudert, und bei dem Anprall so schwer verletzt, daß ie eine Stunde später im Aerztezimmer des Hauptbahn Hofs, wohin man sie verbracht hatte, verschied. Als ein besonderes Glück ist es zu bezeichnen, daß der eben heranfahrende Lokalzug unmittelbar vor der Unglücksstätte zum Stehen gebracht werden konnte, wäre der Zug auch nur 20 Meter weiter gewesen, dann wäre ein Zusammenstoß unvermeidlich gewesen. . , Auf der Maschine befanden sich der Lokomotivführer Eugen Matern, 41 Jahre alt, der die Strecke probeweise zum ersten Mole befuhr; ferner der Lokomotivführer Karl Bauer, 35 Jahre alt, der die Strecke kannte und seinem Kollegen mit beigegeben war; als dritter befand sich noch )er Heizer Viktor Spener. auf der Maschine. Bei dem Un- all geriet Spener ins Wasser, wo er sich so lange hielt, bis ein Nachen ihn aufnahm. .Der Führer Bauer erlitt leichtere Kontusionen am Kopf; er konnte in Gemeinschaft mit dem Heizer Spener noch in der Nacht nach Straßburg zurückkehren, dagegen ist der Führer Matern schwer verletzt. Er hatte schwere Brandwunden am linken Bein und an der linken Seite und außerdem Verletzungen am Kopf erlitten, und mußte alsbald in das städtische Krankenhaus verbracht werden. Sein Zustand gilt als bedenklich, das linke Bein aber dürfte unter allen Umständen verloren sein. Wie das Unglück geschehen konnte, das ist noch nicht völlig aufgeklärt. Man nimmt an, daß die Fahrbeamten auf der Masclfine sich in der Station irrten und annahmen, daß sie in fine Turchgangsstation einfuhren. Indessen ist das nur eine Annahme, die noch der Bestätigung bedarf. Die Kunde von dem Unglück hatte sich natürlich schnell in der Stadt verbreitet und alsbald entwickelte sich eine förmliche Wallfahrt nach der Unglücksstelle. Auch! einige Aerzte und Feuerwehrleute waren bald zur Hand und auch die Sanitätskolonne, die gerade eine Uebung abhielt, stellte ofort in dankenswerter Weise ihre Hilfe zur Verfügung. Tie gerichtliche Feststellung des Thatbestandes fand noch in der Nacht statt. Tie Aufräumungsarbeiten wurden sofort ausgenommen. Die auf der Straße stehenden Wagen wurden mrch Ketten mit einer Lokomotive verbunden und wieder auf die Geleise gebracht — ein schweres Stück Arbeit, das ürz nach 1 Uhr gethan war. Tie Herausschaffung der Lokomotive wird natürlich? ungleich größere Schwierigkeiten bieten. Aus Stadt und Land. Sieben, 11. Mai 1901. *♦ PromenadenKonzert. Das Programm zu dem morgigen Konzert ist folgendes: Ouvertüre zum Liederspiel. „Die Heimkehr aus der Fremde" von Mendelssohn; Volks-Szene aus der Oper „Der Evangelimann" von Kienzl; lieber den Wellen, Walzer von RosaS; Finale aus der Oper „Der Nordstern" von Meyerbeer. J. Omnibusverkehr. Zu der am Sonntag auf Textors Terrasse stattfindenden internationalen Hundeausstellung wird ein regelmäßiger Omnibusverkehr eingerichtet werden. Die Wagen fahren von morgens früh 9f/a Uhr an vom Marktplatz ab und zwar derart, daß am Vormittag stets alle halbe Stunde die Abfahrt nach, und alle Stunde Abfahrt von der Ausstellung stattfindet; des nachmittags fahren die Wagen fortwährend nach Bedarf. Sie find durch Fahnen kenntlich gemacht. Der Fahrpreis beträgt 20 Pfg. Sonntagsruhe. Neun hiesige Firmen der Papier- und Schreibwarenbranche haben beschloßen, in der Zeit vom 1. Mai bis 30. September an den Sonntagen um 2 Uhr nachmittags, an den Wochentagen mit Ausnahme des Samstags, um 8 Uhr abends ihre Geschäfte zu schließen. *» Fechtverband Gießen-Lahr. Wie uns aus sicherer Quelle mitgeteilt wird, hat der Verein 6000 Mk. nach Lahr abgeführt, und sich infolgedeffen eine dauernde Stelle zur Erziehung eines Kindes aus unserer Stadt im Reichswaisen- hause gesichert. In der Sitzung am Mittwoch abend im Cafe Leib wurde beschloffen, fernerhin alle UeberschÜffe deS Vereins nur den hiesigen Stadtarmen zu überweisen; gleichzeitig wurde, wie im Inseratenteil ersichtlich, eine Summe Geldes ausgeworfen, die zu Unterstützungen von je 20 Mk verwendet werden soll. Das Sommerfest findet am 2. Juni auf der „schönen Aussicht" statt. fl. Londorf, 10. Mai. Auch hier hielt heute KrciS- assistenzarzt Dr. Königer aus Gießen vor den Lehrern der '"Wen in jLMiutt s°tomotib£ ■?'»» ?ü& etwa bie Jn derr nicht es^^sen ^voller Fa^rde iäSV-B ler übtt Stan. ;9- Wobei bip° -Qße Un& *A unÄ Ne selbst itünte bJlat!be= '°hrend bet Ä fd,On ersten SSaqeVÄ aui • Nr. 138 Zuges, itliche Sfebrf n '"taft u„i “SLMt Won. % x" 016 Zn- rNsU ZWck u-w°chl°lu«gd£^ jmcniwnen angenommen gefordert haben. Tie ,VO" hier die sich im betreffenden Stelle der aschme ersaßt, zur Seite 11 w schwer verletzt, daß mmer des Hauptbahnhoss, schied. Ms ein besonderes der eben heranfahrende igliicksstätte zum Stehen Zug auch nur 20 Meter MMuMMvermMich sich der Lotomotivführer er die Strecke probeweise der Lokomotivführer Kar! -trecke kannte und feinem s dritter befand jidt noch t Maschine. Bei dem Un- vo er sich so lange hielt, Ter Führer Bauer erlitt ?r konnte in Gemeinschaft der Nacht nach Straßburg ührer Matern schwer ver- nden am linken Bein und iem Verletzungen am Kopf bat ftäbtiffy .wanlenhaus gilt als bedenklich, das 1 Umständen verloren fein. , das ist noch nübt völlig v bie Fahrbemten auf m irrten und anuahmen, on einfuhren. Indessen ist ch der Bestätigung bedar). tte sich natürlich schnell m i entwickelte sich eine som- lsstelle. AuchE Aerzte > ur »and und auch die ue Uebung abhielt, stellk ihre Hilfe zur Verfügung A-tdest-nkk, fanb n«J mibeiten to«»cn jofort ” Renten J ne»*1 ?Lere§ StW * B Dl>- tiM >'- ®ai 190 ‘ 1 B de« vor- -- ,®i- i **&. ntb« W * an ! galen $u.nber;*tet verdev lverlehr ei S, an vov )ttl6 91V*8 k ba6 st«*»' ‘^betria120 0«' »Äf.Sw* J"! ,i j« (05 sch-«- 11 stJbH® Ä?» Umgegend im Beisein des Kreisschulinspektors Professor Dr. Luzius einen Bortrag über die Hygiene des Schulgebäudes. Die Ausführungen des Redners waren deshalb so spannend und selbst dem Laien so leicht verständlich, da der Dortrag durch anschauliche Demonstrationen erläutert wurde. Rudingshain, 10. Mai. Man schreibt unS: Die in Kürze zum drittenmale in Aussicht stehende Wahl eines Bürgermeisters erfolgt deshalb, weil ein Wähler der siegreichen Partei bei der ersten Wahl aus Versehen Steuer restant geblieben war und weil von der selbst reklamierenden Partei zwei Leute gewählt hatten, die daS der Landgemeinde Ordnung gesetzlich vorgeschriebene Alter noch nicht erreicht hatten. Bon einer begründeten Reklamation gegen den Gewählten ist keine Rede. -o- Homberg a. d. Ohm, 10. Mai. Wie schon kürzlich mitgeteilt wurde, soll mit dem 15. Mai in dem hiesigen Stationsgebäude Wirtschaft eingerichtet werden. Der Betrieb derselben ist dem Gastwirt Schröder aus Kaffel übertragen worden. Wie wir hören, hatten sich insgesamt 3 Bewerbe-, gefunden, von denen nur einer Hierselbst ansässig ist, und schon Wirtschaft betreibt. — Einen Festtag wird unsere Schuljugend kommenden Montag haben. Da sie gelegentlich der Bahneinweihung die Fahrt nach Nieder-Ofleiden, die im Programm vorgesehen war, infolge Platzmangels nicht mit machen konnte, hat nun der hiesige Gemeinderat das Geld für einen gemeinsamen Schulausflug nach Amöneburg be willigt. Büdiugeu, 9. Mai. Zur Vermählungsfeier der Prinzessin Thekla von Isenburg mit dem Grafen v. Collalto waren schon gestern viele Herrschaften angekommen. Abends war th6 dansant. Heute mittag fand die Trauung im fürst lichen Schlosie statt. Zu derselben waren mehrere Damen aus der Stadt eingeladen. Die Führorduuug war folgende: Prinzessin Hertha, Prinzessin Elisabeth zu Stolberg Roßla, Prinzessin Anna; Gräfin Ortrud zu Isenburg-Meerholz, Prinzessin Helene, Prinzessin Anna-Marie; Graf Friedrich von Büdingen, Erbgraf von Rechteren-Limpurg, Baron von Helden; Freiin Bertha von Thüngev; Graf Wilhelm zu Solms Laubach, Prinzessin Thekla, Graf Carl von Traun; Freiin Elisabeth von Thüngen, Freiin Irmgard von Thüngen; Prinzessin Mathilde, Graf Manfred von Collalto, Prinzessin Marie; der Fürst, Gräfin Octavian von Collalto; Graf Octavian von Collalto, die Fürstin; Graf Rambold von Collalto, Fürstin-Mutter zu Stolberg Roßla; der Erbprinz, Gräfin Marie Therese von Collalto; Graf zu Solms-Laubach, Freifrau Rudolf von Thüngen; Freiherr Rudolf von Thüngen, Gräfin Heinrich Fünfkirchen; Graf Heinrich Fünfkircheu, Gräfin zu Solms-Laubach; Prinz Ludwig zu Solms Lich, Gräfin Rambald von Collalto; Fürst zu SolmS-Lich, Prinzessin Alfred; Prinz Alfred, Prinzessin Marie zu Solms-Lich; Graf zu Isenburg-Meerholz, Fürstin zu Solms-Lich; Fürst von Jsenburg-Birstein, Gräfin zu Isenburg-Meerholz; Graf Cuno zu Stolberg-Roßla, Priu zessin Marie zu Isenburg; Prinz Diether, Gräfin Otto zu Castell-Rüdenhausen; Prinz Viktor von Jsenburg-Birstein Prinzessin Eleonore zu SolmS-Lich; Graf Friedrich zu SolmS- Laubach, Gräfin Marie zu SolmS-Rödelheim; Prinz Alfons von Jsenburg-Birstein, Prinzessin Karoline zu SolmS-Lich; Prinz Ferdinand zu Isenburg-Wächtersbach, Freiin Elisabeth von Thüngen. Um 2 Uhr war Diner. Um halb 6 Uhr reiste daS neuvermählte Paar ab. Sch. Darmstadt, 10. Mai. Einer Einladung der Bürger meisterei folgend, besichtigten heute nachmittag die hiesigen Vertreter der Presse das mit einem Kostenaufwand von zirka 100,000 Mk. durch die Stadt Darmstadt an Stelle der eiugegangenen Fasanerie-Wirtschaft Dillemuth in deren nächster Nähe neuerrichtete OberwaldhauS, das am nächsten Montag, 13. Mai, eröffnet werden soll. Auf einem zirka 16,000 Quadratmeter großen eiugezäunten, rings vou Wald umschlossenen, idyllisch gelegenen Platze hat die Stadt eine bis zu 2000 Personen fassende Waldwirtschaft errichtet, die zu mäßigen Preisen, den modernen Anforderungen ent- sprechend den ermüdeten Waldwanderern einen herrlichen Auf enthalt bieten wird. — Großes Aufsehen erregte seinerzeit das Verschwinden des Zimmermeisters und Dampfsägewerks- besitzerS Lorenz Meß, 27 Jahre alt und verheiratet, der seinerzeit mit kleinen Mitteln mit seinem Vater in Griesheim ttn Dampfsägewerk errichtete, aber nach kaum einjährigem Bestehen durchging, nachdem er ungefähr 25 Wechsel über 21,459 Mk. auf den Namen einer Anzahl Geschäfts- und Privatleute aus Griesheim, Bischofsheim, Friedberg, Groß- Gerau, Wolfskehlen, Crumstadt, Burgsinn rc. gefälscht und bei der hiesigen Volksbank versilbert hatte. Kürzlich wurde er verhaftet. (Er wurde von der Strafkammer verurteilt. Siehe unter den Neuesten Nachrichten.) Griesheim, 10. Mai. Der Bürgermeister macht folgendes b:kannt: „In den letzten Tagen tauchen in den Zeitungen wieder Nachrichten auf, als ob bei der Explosion in der Chemischen Fabrik in Griesheim noch viel mehr Menschen getütet worden seien und die Zahl der Opfer verheimlicht würde. Da durch derartige, teils auch noch grausig aus- gemalte falsche Nachrichten nur weitere Beunruhigung hervorgerufen wird, sehe ich mich zu folgender Erklärung veran laßt: Es sind 22 Personen vermißt und 22 Leichen gefunden worden. Wenn die Eltern des Arbeiters Schilling glauben, ihr Sohn sei nicht unter den aufgefundeven Leichen gewesen, so kann dies nur dadurch erklärt werden, daß einzelne Leichen fast ganz unkenntlich waren. Alle gefundenen Personen waren Lurch eiugestürzte Mauern oder Maschinenteile erschlagen, in dem Bau, in dem die Explosion erfolgte, befanden sich zurzeit der Explosion nur ein Direktor und ein Arbeiter, die rerettet sind. Ueber der Explosionsstelle befanden sich gan. bestimmt keine Menschen, es können mithin solche auch nicht mit in die Luft geflogen sein. Es ist nicht anzunehmev, daß fremde unbekannte Menschen bei der guten Aussicht in der Fabrik an die ExplosionSstelle gelangt sein könnten. Alle Schutthaufen, unter denen Verunglückte vermutet werden konnten, sind aufgeräumt, und kann daher bestimmt erklärt werden, daß weitere Opfer der Katastrophe nicht zu beklagen sind. M Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Rachbür-aäte«. Heute, am 11. Mai, feiert in Darmstadt der Hofgärtner i. P Wilhelm Hechler mit seiner Ehefrau daS Fest der Goldenen Hochzeit. Vermischtes. * Aachen, 10. Mai. In der Aachener Sternberg- affaire ist nunmehr die Untersuchung abgeschloffen. Angeklagt sind sechs Männer und die Frau des Postassiftenten Tahmen. Das in Betracht kommende zwölfjährige Mädchen, eine Tochter eines Betriebsleiters, wird einer Befferungsanstall überwiesen. Die Anträge der verhafteten Angeklagten auf vorläufige Haftentlassung find, obgleich einer von ihnen eine hohe Kaution hinterlegen wollte, abgelehnt worden. Der urue Elberfelder MttarbesreiunßS'jkojeß. XXII. (Schluß.) Elberfeld, 10. Mai. Um 12‘/8 Uhc wurde die Sitzung ausgenommen. Der Vorsitzende setzte an der Hand der B-wetsaufnadme das Vorleben Baumanns auseinander und kam zu dem Schluß, daß dieser sein Vermögen sich nur durch jahrelange Fretmacheret habe erwerben können- Bezüglitz des Oberstabsarztes Dt. Schimmel findet das Ger ich' eine Reihe Verdachtsmomente wegen Verbindung mit Baumann und Bestechung. Diese Verdachtsmomente könnten zwar jeder für sich allein keinen vollgilttgm Beweis erbringen, in ihrem Zuiammentreffen aber ließen sie saft notwendig auf eine Verbindung zwi'ch-, Baum»''« u:d Sch'mmel schließen, eine Folgerung, die durch dis oehakrltche Leugnen Baumanns eine Verstärkung ersaure. Anderseits aber hätten die Bekunde Dr. Schimmels in der Verhandlung zum Teil eine andere Be- stättgvng ais in d.r Voruntersuchung eifabren; dazu kämen die guten Z-.ugnisse für Dr. Schimmel. Deshalb sei ein Beweis für eine sträfliche Verbindung zwischen Baumann und Dr. Schimmel nicht erbracht. Die Frage der Bestechung müffe deshalb mit allen Folgen fallen. Wenn aber Dr. Schimmel auch nicht bestochen worden sei, so war er doch ein Arzt, der bei seiner Untüchtigkeit nicht in der Lage war, die zu erkennenden inntrn Krankheiten gründlich darzuthun, und der, um die Militärkommtssion zu täuschen und seine eigene Untüchttgkeit zu verdecken, die ihm vorgeschwindrlten oder übertriebenen Fehler als vorhanden bezeichnete. Der Vorsitzende geht dann auf die einzelnen Fälle ein. Was die StrafauLmessung anlangt, so kommt die Frage der Angehörigkeit der Väter zu den Söhnen, in Betracht, bet einzelnen Angeklagten auch der Umstand, daß sie eingestanden haben, bet allen aber der Umstand, daß sie wohlhabende Leute sind, mit einer einzigen Ausnahme vielleicht. Sie mußten sich bewußt sein, daß sie eines schweren Vergehens gegen die Heerordnung sich schuldig machten, daß sie, gestützt auf ihr« Wohlhabenheit, ein Vergehen bringen, welches ein großer Teil der Menschen «us Mangel an Mitteln nicht zu begehen in der Lage ist. Sie haben großes AergerntS erregt, sie haben dazu betgetragen, daß in der Menge der Glaube an die Unantastbarkeit der allgemeinen Wehrpflicht erschüttert worden ist, ferner haben sie biitte Personen in dm Kreis dieser Thätigkeit gezogen. Deshalb muß die Strafe eine ernste fein. Bei den Angeklagten, die ein Geständnis ablegten, ist eine Milderung ewgrtreten. Was Baumann betrifft, so komme bet ihm nicht blos seine Vorstrafe in Betracht, sondern vor allem, daß er aus dieser höchst ehrlosen Thätigkeit jahrelang ein Gewerbe gemacht, daß er ziemlich Vermögen dadurch erworben, oaß er der Oeffenllichkeit gegenüber einen fast nicht mehr gut zu machenden Schaden angerichtrt bat. Baumann hat den Glauben an die Unantastbarkeit der Wehrpflicht erschüttert, er hat eine gewisse Rechtsverwirrung verursacht, die sich in einer Weise geltend macht, daß sonst achtbare Personen, die hier als Zeugen auftraten, nicht begreifen konnten, daß die Teilnahme an solchem Treiben strafbar sei. Dazu kommt bei Baumann schließlich sein äußerst frivoles Leugnen, das sogar auf manche andere Prrfonen den Deroacht ehrloser Gesinnung werfen mußte. Dieselben Mommte sind vorhanden gegen die Angeklagte Witwe D i e ck h o s s. Wenn sie auch nicht vorbestraft ist, so hätte doch die Vorstrafe ihres Mannes, der dteserhalb verurteilt wurde, ihr eine ernste Warnung geben sollen. Aus diesen Gründen erkannte das Gericht, wie der „Gießener Anzeiger" gestern meldete, gegen 1. Rentner Hermann Baumann von Elberfeld auf 7 Jahre Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust unter Anrechnung von einem Jahr Untersuchungshaft, 2. Witwe Therese Dieck- Hoff 2 Jahre Gefängnis und 3 Jahre Ehrverlust, 3 Fabrikant H. Felde Sohn und Fabrikant H. Fclde Vater aus Remscheid je 3 Monate Gefängnis, 4. Drogist A. Garschhagen Sohn aus Reckltnghausm 3 Monate, 5 Kaufmann E. F. Schmidt aus Delstern 5 Monate, 6. Kaufmann K. W. Stöcker Sohn und Fabrikant K W. Stöcker Vater aus Gräsrath je 5 Monate, 7. HandlungSgehllfe O. Zimmermann aus Wermelskirchen 5 Monate, 8. Handlungsgehilfe P. Evers Sohn und Scherenfabrikant K. Evers Vater au« Höhscheid je 5 Monate, 9. Handlungsgehilfe P. WrynSberg Sohn und Federmeffrr- fabrtkant G. W, Käse 1 St. 5—8 «J, Käsematte 2 St. 5—8 «z, Erbsen per Liter 22 <$, Linsen per Liter 34 , Tauben per Paar M 0.80—1.00, Hühner per St. M 1.20—1.70, Hahnen per Stück JC 1.30—2.00, Enten per St. M 2.00—2.30, Gänse per Pfd. 0.00 bis ' .00, Ochsenfleisch per Pfd. 68—74 »>, Kuh. und Rindfleisch per Pfund 60—64 Schweinefleisch per Pfd. 64—74 <$, Schweinefleisch, gesalzen, per Pfd. 78 L, Kalbfleisch per Pfd, 60—66 5,, Hammelfleisch per Psd. 50—66 Kartoffeln per 100 Kilo 6.00-7.00 JC, Weißkraut per St. 00—00 , Zwiebeln per Ctr. M 8.00—8.50, Mich per Liter 18 <£. Dauer der Marktzeit von 7 Uhr vormittags bis 1 Uhr mittags. ko. Aravkfurt, 10. Mai. Heu- und Strohmarkt. An- gesahren: 12 Wagen mit Heu, 3 mit Stroh. Heu Mk. 3.40—4.80. Stroh (Roggmsiroh) Mk. 3.30-3.50. AllcS per 50 Kilo. Krieskasten der Redaktion. L. In der T h e a t e r b a o f r a g e hat der bekannte Berichterstatter W. wieder eine erheblich-: Jndiskretton begangen. Neueste Mldungen. (Telephon-Meldungen deS „Gießener Anzeigers".) W. Darmstadt, 11. Mai. 1.45 Uhr. Die Prinzessiu Erbach-Schönfeld geborene Waldeck-Pyrmont wurde vou einer Tochter entbunden. Sch. Darmstadt, 11. Mai, 12 Uhr 15 Min. Der Wechselfälscher Meß wurde soeben vou der Strafkammer zu einem Jahr und 10 Monaten Gefängnis verurteilt. 2 Monate Untersuchungshaft wurden ihm ungerechnet. Die bürgerlichen Ehrenrechte wurden ihm für 3 Jahre aberkannt. — Gestern stellte sich der Polizei der seit vorigem Jahre geflohene Eisenbahnasfistent Wolff. Er hatte vor etwa Jahresfrist Beträge aus der Stationskaffe in Eberstadt unterschlagen. Berlin, 11. Mai.' Tie „Bert. Pot. Rachr." führen die lange Vertagung des Reichstags auf die Notwendigkeit einer gründlichen Prüfung des Z o ll t ar i f en t w urfs durch den Bundesrat zurück. Der Zolltarif solle dem Reichstage unmittelbar nach dem Wiederzusammentritt vorgelegt werden. Hildesheim, 11. Mai. Durch eine Explosion schlagender Wetter im Kohlenbergwerk Leine bei Alfeld wurden vier Bergleute getötet, verschiedene verwundet. Beuthen, 11. Mai. Durch herabstürzende Kohlen in der Eoncordiagrube wurde ein Bergmann getötet. In der Luisegrube wurde ebenfalls ein Bergmann getötet, zwei schwer verletzt. Bremerhaven, 11. Mai. Der Steward des Lloyddampfers „Kaiser Wilhelm der Große", der seinerzeit die gestohlenen drei Goldbarren wiedergefunden hatte, ist seit gestern mittag verschwunden. Sein Verschwinden ist um so rätselhafter, als er heute heiraten wollte. Ulm, 11. Mai. Im nahen Göttinnen hat die ledige 28 Jahre alte Hagenmaier ihre zwei Kinder nach der Geburt getötet und teils in den Abort, teils in die Güllengrube geworfen. Meteorokogifche Äeovachtungen bet Station Gie«en. Mai c t- £ auf CO reduziert Temperatur der Lust _ Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit c? 2 *» K jO e K Windstärke Wetter 10. 9« 749,0 + 12,3 6,6 62 N. 2 Seb. Himmel 11. 7“ 748,4 + 9,9 8,0 88 NW. 1 11. 2“ 749,4 + 14,8 9,4 75 N. 2 Bew^ Himmel Hö chste Tk Mperatu am 9.-1 0. Mai + 16 6» C. Niedrigste „ , „ , 4- 2.4° 0. Telephonischer Kursbericht. 8Vi % Beichsanleihe . . 8 % do . . 8V| 8/g Konsolt . . . . 8 % do . . . . 81/» % Heasea . . 5% Italien. Rente . . . 4 f/u Gricch, Monop.-AnL 8 % Portugiesen . . . 8% Mexikaner , . . . &»» Kart Hmmet, Sparkaffenrechner, Hungen. Aoh. ßour. Nompf, Landwirt, Langgöns. Keinr. Watz, Spenglermstr., Lich. Keinr. ^spich, Ciseleur, Lollar. Johannes Schäfer IX., Wagner- rpeister, Steinberg. ZSikhetm Maker, Bürstenmacher, Wieseck. Stöbt. Schlachthaus. Areibauk. 3422 Heute und Montag: Ochseufleisch 54 Pfg. Zchwemeßeisch 50 Psg. Kchwemeschmal; 60 pfg. Berscherungen in Kraft am Schluffe des Jahres 19OO JC an Entschädigungen wurden von der Gesellschaft im Jahre 1900 gezahlt „ Seit ihrem Bestehen wurden von der Gesellschaft für Schäden überhaupt bezahlt .... 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