finden i Q m“. ^'s unter L C -5" d« Tivrb tj m«Jtod flut «öb, in ruhiger Laa, 7« Sibert unter 6u vkllkttlllDt ikhr leAnMhjgi, en, einoefübtte Mtnl. unb T'«eifid)erungb®^y^ Jtrtbfamer und energischer :*udlt- Frühere Beamte, ient,n oder Kaufleute,welche ' Berus widmen wollen -flirten mit turrm LebenS. itn L. F. 850 au die on dieser .Heilung einreit. rchssnzlsckzksch Mrtzavd', Vöberftrofte 6. hinr yitMirijl item Lohn für dauernde la gesucht. 096 Tribut & CnubbeittU aus Hangen Ür Gießen gesucht bei freier Meldungen find -u richten ■ fypMon biefei Blattet ÄkKM m Lohn sofort gesucht. tzau»düricha>eutz»W»t. A. M. eftuibof. in allen **»“T. w* ii -wdche Äe5? »> leichkraße 1 i Liebe zu Kindern hat, b« L»un«i«<»Ä£iL n Kolonialwaren, oder una 'N ROH"1“ , nff X. toSL'LZ 10 Zweites Blatt. SamStaq den 12. Januar 131. Jahrgang___1901 KießenerAnzeiger Keneral-^n^eiger All« Anzeigen-Vermittlungsstellen des In- und Auslandes nehmen Anzeigen für den Siebener Anzeiger entgegen. Zcilenpreis: lokal 12 Pf., auswärts 20 Pf. Ae)„g»preis vierlkljührl. Mk. 2.Ä) monatlich 75 Psg. mit Briiigerlohii; durch die ÄbboteNellni viertetjährl. Mk. 1.90 monatlich 65 Psg. Bei Postbezug Mk. 2.— vierieljährl. ohne Bestellgeld. frfdfeint täglich mit Ausnahme deS Montags. Die Gießener AamilienStäller werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess. Landwirt" u. „Blatter ffir heff. Volkskunde" wöchtl. 4 mal beigelegt. Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher. Amts- und Anzeigeblatt für den Avers Greben. Rebaftion, Expedition und Druckerei: Schulftratze Nr. 7. Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Klätter für hessische Volkskunde. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße». Fernsprecher Nr. 51. Aus dem Reichstage. Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unferm 10. Januar: Ein eigenartiges Bild ließ sich heute im Reichstag beobachten, als gleichzeitig Reichskanzler Graf Bülow und Staatssekretär Graf P o s a d o w s k y die Bundesratsestrade betraten. Der Erstere strahlend vor Zufriedenheit, nach allen Seiten hin Händedrücke und verbindliche Worte auslauschend, jetzt mit dem Zentrumsmann Dr. Spahn, dann mit dem Konservativen Grai Dönhoff-Friedrich- ftein, jetzt wieder zum Demokraten Beckh-Coburg sich wendend. Graf Posadowsky dagegen in gemessener Haltung, tiefer Ernst in den Mienen, schritt alsbald seinem Platz zu und durchblätterte prüfend die dort liegenden Aktenstücke. Später sah man beide Staatsmänner in eifrigem Gespräch nebeneinander sitzen. Da sie durch wiederholtes, beiderseitiges Kopfnicken ihre Uebereinstimmung zum Ausdruä brachten, ist die innere Harmonie wohl vollkommen. Zur Erörterung stand zunächst derEtatdesReichs- k a n z l e r s. Ein Scharmützel zwischen dem Abg. Molken- b u h r (Soz.) und einem Hamburgischen Senator, Bundesratsbevollmächtigter Dr. Lavpenberg, über den Werftarbeiter-Streik vermochte nicht sonderlich zu interessieren. Mehr Erfolg hatte der letzthin vielgenannte Abg. Gra Klinckowström (kons.) — eine echte Kürassiergestalt — mit der Begründung seiner Resolution, in der er fordert, im künftigen Handelsverträge mit Rußland die billigen Tarifsätze für russisches Getreide nur soweit in Geltung zu lassen, als das Getreide zur Ausfuhr über See, und zwar von den ost- und westpreußischen Häfen nach dem Zollausland, bestimmt ist. „Wir wollen niemanden schädigen, auch den Handel nicht, .verlangen aber Gerechtigkeit für die deutsche Landwirtschaft und erwarten, daß die verbündeten Regierungen ihr diese werden lassen!" (Bravo rechts.) Die verbündeten Regierungen, vertreten durch den Reichskanzler, wollen aber die Karten heute noch nicht ausdecken. Dafür pflichten die folgenden Redner aus dem Haufe größtenteils dem Antragsteller bei, sodaß die Resolution der Budgetkommission zur weiteren Prüfung überwiesen werden konnte. Abg. Gra: Kanitz, der kenntnisreichste und deshalb am Regierungstisch mit besonderer Aufmerksamkeit gehörte Agrarführer, forderte — beiläufig bemerkt — für di^e neuen Handelsverträge paritätische Behandlung aller in Betracht kommenden Länder und empfahl schließlich das russische, über dem amerikanischen bisher vernachlässigte Petroleum einer wohlwollenden Beachtung. Ein Kommissar aus dem preußischen Eisenbahnministerium erklärte die Bereitwilligkeit seines Ressortchefs, in der Kommission über die Tariffrage Rede und Antwort zu stehen. Die Angelegenheit wurde diesmal im Reichstag durchweg sachlich und leidenschaftslos verhandelt. Sonst hatte man zum Etat des Reichskanzlers nichts zu bemerken. Graf Bülow erhielt sein Gehalt widerspruchslos bewilligt, und „vor die Schranken" trat nunmehr Graf Posadowsky, um die parlamentarische Kritik seiner Amtsführung entgegenzunehmen. Den Reigen der Redner eröffnete — vor nahezu leerem Haufe — der konziliante Führer der Nationalliberalen, Abg. Bassermann, mit einer warmherzigen Befürwortung des weiteren Ausbaues der Sozialreform, besonders auf dem Gebiete der Kinderarbeit. In der Diplomatenloge hatten es sich die Abgg. Fürst Bismarck, v. Karborff (Rp.), Prinz Schöna ich - Carolath (wildlib.) und ein distinguierter Nichtparlamentarier bequem gemacht. Auch im Parkett bildeten sich plaudernde Gruppen: ein parlamentarisches Idyll, das ebenso wenig wie der nationalliberale Redner derjenige der freisinnigen Volkspartei, Abg. Beckh-Coburg, störte, der — ein nicht hoch genug zu schätzendes Verdienst — feine jahraus, jahrein, bisher leider vergeblich, erhobene Forderung nach gesetzlichen Maßregeln gegen den überhand nehmenden Massenmord der Singvögel erneut vorbrachte. Mit der Aufzählung sozialdemokratischer Wünsche und Beschwerden seitens des Abg. Molkenbuhr (er nimmt sich mit Vorliebe die Seeberufsgenossenschaft aufs Korn) und einer spezialisierten Erwiderung des Staatssekretärs Graf Posadowsky auf sämtliche an ibn gerichteten Anfragen — das Krankenversicherungsgesetz erscheint darnach in dieser Session nicht — schloß die Sitzung. Herr v. Miquel im Privatgespräch. Von besonderer Seite wird uns aus Berlin geschrieben: Keinem anderen Staatsmanns wird so häufig die Ueber raschung zu Teil, seine vertraulichen Aeußerungen ix der Presse wiederzufinden, wie Herrn v. Miquel. Das Fatale ist dabei, daß diese Aeußerungen den Minister mit »vier in einen gewissen Gegensatz bringen zu der „einmütigen" Politik der Regierung. Das war der Fall bei der bekannten drastischen Bemerkung: „Die Konservativen müßen wahre ksel sein, wenn fie den russischen Handelsvertrag annähmen- — und jetzt bringt ein Agrarier, Abg. Lucke, ein anderes angebliches Kernwort Miquels in die Oeffertt- lichkeit: „Den Fehler (bei den Handelsverträgen) habt Ihr gemacht; nun organisiert Euch und geht gegen den ganzen Schwamm vor!- Offener kann man kaum sein. Wer Herrn v. Miquel etwas näher kennt, weiß, daß er im Privatgespräch aus seinem Herzen keine Mördergrube macht. Gr, der im Parlament die Worte auf die Goldwage legt, ist unter vier Augen von einem charmanten Freimut. Wer ihn da hört, fragt sich mit Erstaunen: Ist denn das der selbe kühle, fast pedantisch vorsichtige Politiker, der hier mit der hinreißenden Verve eines Feuergeistes spricht? Wenn der Vergleich gestattet ist: draußen, vor der Oeffentlichkeit, „König Phillipp-, drinnen, allein mit einem Besucher, „MarquiS Posa-. Allerdings, Herr v. Miquel, muß erst warm geworden fein, bevor er den ihn bewegenden Gedanken freien Lauf läßt. Aber das währt in der Regel nicht lange. Irgend eine Politische Bemerkung seines Gegenüber, die an sich vielleicht ganz harmloser Natur ist, den Minister aber interessiert, kann wie ein Funken die Mine zur Entzündung bringen. Dann setzt sich Herr v. Miquel in Bewegung; jugendlich elastischen Schrittes durchschreitet er das Zimmer, die Ideen und Worte fließen ihm zu in reichem Strome. Bewundernswerter als in seinen besten öffentlichen Ansprachen entfaltet er seine außerordentliche Rednergabe, Witz, Ironie, Sarkasmus, Pathos in prachtvoll gebauten, glänzenden Sätzen. Vor einer Pointe hemmt er feinen Schritt und, die mächtigen Augenbrauen hochziehend, die sprühenden Augen weit öffnend, die Hand zu ausdrucksvoller Geste erhebend, dem Besucher nahetretend, bringt er in wirksamster, zuweilen verblüffender Weise den Höhepunkt zur Geltung. Herr v. Miquel ist fast ein noch besserer, originellerer „Plauderer-, als es Fürst Bismarck gewesen ist. Der Altreichskanzler war nicht so rasch „in Stimmung" zu bringen, und selbst inmitten der Stimmung konnte er sich plötzlich ernüchtern und kühl einem gleichgiltigen Thema sich zuwenden. Herr v. Miquel dagegen wird von seinem Temperament fort gerissen; feine einmal geweckte Lebhaftigkeit hält an und wächst bis zum Schluß der Unterhaltung. Man wird begreifen, daß impulsive Aeußerungen, die bei solchen Gelegenheiten ein Staatsmann thut, nicht in die Oeffentlichkeit gehören, zumal da der innere Zusammenhang fehlt, die Art der Entstehung nicht kontrollierbar ist. Gewiß ieße sich aus den Privatgesprächen Miquels eine im hohen Grade fesselnde und charakteristische Sammlung zusammen stellen — aber Herr v. Miquel hat mindestens dasselbe Recht wie jeder Privatmann: daß er erwarten darf, daß ein Besucher — und der Minister wird viel „konsultiert" — vertrauliche Aeußerungen, ohne die Ermächtigung zur Wieder gäbe, als solche behandelt. Gerade bei dem M tgliede einer Parte gruppe, die, mit Recht, wiederholt scharsen Einspruch erhob gegen unbefugte Preisgabe von Briesen u. s. w., muß die Anerkennung dieses Prinzips vorausgesetzt werden. Engländer und Buren. Schon seit mehreren Tagen steht die westliche der beiden in die Kapkolonie eingefallenen Bur en kolonnen, in bedrohlicher Nähe von Piquetberg, nur rund 150 Kilometer von Kapstadt entfernt, und noch immer sind von englischer Seite keine gründlichen Gegenmaßregeln getroffen. Obgleich die Eisenbahn nördlich von Kapstadt bis Clanwilliam führt, sind die englischen Truppen doch nicht über Piquetberg vorgedrungen und haben so den Buren Zeit gelassen, sich an dem südafrikanischen Randgebirge, das der Küste parallel verläuft, festzufetzen. Dieses Gebirge nimmt den ganzen Bezirk Clanwilliam ein und bildet unter dem Namen Olifantsberg zum Teil die Grenze gegen Piquetberg. Hier haben die englischen Truppen — es sind reguläre und schnell gebildete Freiwillige — die Pässe besetzt, um die in zwei Kolonnen von Clanwilliam und Ceres (der Berichterstatter von Piquet Rood sagt fälschlich Worcester) auf Piquetberg vorrückenden Buren aufzuhalten. Zur Sicherung der Hauptstadt hat man ferner begonnen, die Tafel- und Falsebai durch Schanzwerk zu verbinden; das sieht beinahe aus, als ob man sich auf eine Belagerung von Kapstadt gefaßt machte. Ueber die östlicheBurenkolonne erfährt man aus Graaff Reinet nur, daß Oberst Grenfell sich eifrig, aber mit geringem Erfolg bemüht, ihre Spur nicht zu verlieren. Wo sich diese Manöver abspielen, kann man vielleicht der Meldung aus Richmond entnehmen, daß die Buren ein Patrouille von 5 Mann gefangen genommen hätten und nach Verlust vou zwei Toten, einen Verwundeten und 11 Pferden von 40 Mann verfolgt würden. Richmond liegt etwa 100 Kilometer westlich von Middelburg. Während also die Lage in der Kapkolonie für die Engländer wenig erfreulich ist, meldet Lord Kitchener aus Pretoria vom 9. Januar: „Die Buren griffen gleichzeitig sämtliche britischen Posten in Belfast, Wonderfontein, Nooitgedacht,- Wyldsfonten und Pan in der Nacht vom 7. Januar bei dichtem Nebel an, und wurden nach schweren Gefechten zurückgetrieben. Die Briten hatten 21 Tote, darunter; einen Hauptmann, und 62 Verwundete, darunter drei Offiziere. Die Buren ließen 24 Tote zurück. — Ein britischer Transportzug wurde gestern nördlich von Krügersdorp von Beyers Kommando angegriffen. Tie Buren wurden zurückgetrieben und hatten 11 Tote, die Briten vier Leichtverwundete." Ter gleichzeitige Angriff auf mehrere Posten ist ein Fortschritt-in derburisch en Taktik, der in dem Erfolge sofort zum Ausdruck kommt. Tie genannten Orte liegen sämtlich an der Bahnlinie Pretoria- Telagoabai, östlich von Middelburg (in Transvaal). Dev Angriff auf den Transportzug bei Krügersdorp zeigt abermals, daß die Zurückdrängung Delareys und Beyers nur von kurzer Tauer gewesen ist. Aus Warreuton wird berichtet: „Die Engländer beschlagnahmten sämtliche Pferde der Holländer sowie der Eingeborenen. Die Lebensmittel haben bereits unerschwingliche Preise erreicht. Diejenigen Farmer, von denen man annimmt, daß sie Freunde der Buren sind, werden verhaftet und ins Gefängnis gesteckt. Aus Warreuton kommt ferner die Meldung, daß ein furchtbares Gewitter über den ganzen Distrikt niedergegangen ist. Tie englischen Lager von Warrenton! und Fonrteenstream sind sehr erheblich geschädigt worden. Tie Zelte sind umgerissen und Gewehre und Kleidungsstücke vom Wasser weggeschwemmt worden. Tas neu eingerichtete englische Radfahrer-Korps hat bis jetzt 3 Tote unb 23 Verwundete zu verzeichnen. Tas englische Kriegsamt veröffentlich die Verlustliste der Engländer im Gefecht vom 5. Januar. Ein Hauptmann, ein Leutnant und 18 Mann sind getötet und 25 Mann verwundet. Telegramme des Gießener Anzeigers. London, 11. Jan. Ein Telegramm aus Kapstadt berichtet, daß 5000 Buren, die aus dem Betschuana-Land kommen, auf dem Wege nach der Kapkolonie sich befinden. Dasselbe Telegramm berichtet weiter, daß das Kommando, das jüngst in der Nähe von Vryburg signalisiert wurde, ebenfalls 5000 Mann stark ist. — Aus Johannesburg wird gemeldet: Nach den letzten Berichten aus Magali es berg kam es zwischen Buren und der Kolonne des Generals Paget zu einem Zusammenstoß. Einzelheiten über dieses Gefecht sind noch nicht bekannt, da man sich wegen des schlechten Wetters des Heliogravhen nicht bedienen kann. — Wie aus Sidney berichtet wird, hat Sir Robert Stout, Mitglied des obersten Gerichtshofes, den Vorschlag gemacht, Australien möge den Buren große Gebiete zu ihrer Niederlassung anbieten. — Die heutigen Morgenblätter stellen fest, daß sich die Lage in der Kapkolonie in den letzten 24 Stunden be- b euren o verschlimmert hat. Die Telegramme vom Kriegsschauplätze beweisen, daß eine vollständige Aenderung in her englischen Taktik erfolgt ist, indem sämtliche verfügbaren Streitkräfte zur Deckung der Eisenbahnlinien benutzt werden, während alle entfernt liegenden Garnisonen ihrem Schicksal überlassen bleiben. London, 11. Jan. Aus Kapstadt wird depeschiert:, Lord Kitchener beschloß, sämtliche Distrikte, die nicht an der Bahn liegen, zu räumen, sämtliche Städte darin auf» zugeben und alle Truppen allein zur Deckung der Kommunikationslinien zu benutzen. China. Aus Peking wird vom 6. d. M. gemeldet: Vier Kompagnien des 2. ostasiatischen Infanterieregiments sowie ein Kommando Gebirgsartillerie unter Leutnant Frhr. v. Dinck- lage erstürmten unter Führung des Regiments - kommandeurs Pavel am Donnerstag (3. d. M.) ein Boxerfort bei Szehaiku, 120 Kilometer nördlich von Peking. Die Deutschen hatten zwei Mann schwer und zwei leicht verwundet, die Chinesen 150 Tote. Aus Peking wird telegraphiert: Nachdem nunmehr die Bedenken, die seitens des chinesische n Hofes gegen die Forderungen der Mächte erhoben worden waren, erledigt sind, wird angenommen, daß Prinz Tsching und Lihungtschang binnen wenigen Tagen das Protokoll unterzeichnen werden, das die formelle Annahme der Friedensbedingungen ausspricht. Man erwartet aus Singanfu die telegraphische Vollmacht für die chinesischen Unterhändler, das hier verwahrte kaiserliche Siegel zur Unterzeichnung benutzen zu dürfen. Aus Shanghai wird gemeldet, daß, wenn nicht neue Schwierigkeiten entstehen, W ldersee EndeMärznach Europa zurückkehren werde. Der „Reichs-Anzeiges veröffentlicht eine Bekanntmachung des kaiserlichen Kommissars und Militärinspekteurs der freiwilligen Krankenpflege, worin dieser mitteilt, daß eui Hauptmagazin für die Ausgabe von freiwilligen Gaben Ende Oktober in Tientsin angelegt und außerdem in Tongku eine Zweigstelle errichtet Worden ist. Die mit besonderen Aufträgen von ihren Standorten ausgesandten Inippenteüe würden mit Bekleidungs- und Verpflegungsgegenständen, insbesondere wannen Wintersachen versehen. Für die Weihnachtszeit war die Verteilung von Liebesgaben in Aussicht genommen worden. Der bei der Hauptfammel- stelle in Bremen lagernde Bestand der freiwilligen Liebesgaben gelangt voraussichtlich Ende Januar zur Versendung. Da die alsdann zur Verschiffung kommenden Güter erst nach Beendigung der kalten Jahreszeit bei den Truppen ein- treffen können, ist es erwünscht, in nächster Zeit die zuge- sicherten Bekleidungsstücke für die kalte Jahreszeit abzu- knben und in erster Linie außer Verpflegungsgegenstäuden, die nach wie vor erwünscht sind, besonders auf den Ersatz der Leibwäsche Bedacht zu nehmen. Schließlich spricht die Kommission allen Gebern den wärmsten Dank aus. Die französische Regierung hat beschlossen, das französische Geschwader im äußersten Osten durch die Entsendung des Kanonenbootes Acheront zu v e r st ä r k e n. Es wird am TO. Februar nach Saigon abgehen. Berichte aus dem Innern Chinas besagen, schreibt die „Daily News", daß die Kaiserin nachträglich fünf chinesischen Würdenträgern, die bei Beginn der Voxerbeweguug den „fremden Teufeln" ihren Schutz hatten augedeiheu lassen und dieserhalb enthauptet wurden, mit allen Ehren ein angemessenes Begräbnis zuteil werden ließ und ihre so lange gefangen gehaltenen Familien wieder in Freiheit setzte. Der „Franks. Ztg." wird aus Peking gemeldet: Bewaffnete chinesische Christen morden und brennen in der Provinz Tschili. Der Telegraph nach Paotingfu ist an verschiedenen Stellen durchschnitten. * * * Telegramme deS Siebener Anzeigers. London, 11. Jan. Eine Depesche aus Peking meldet: Die Kaljerin sandte eine Botschaft, worin eS heißt, sie würde über die in der gemeinschaftlichen Note genannten Beamten, die schwersten Strafen verhängen, aber über niemand sonst. Die Gesandten haben dagegen schon Llsten von 100 weiteren Uebelthätern aufgestellt. Loudon, 11. Jan. In hiesigen diplomatischen Kreisen verlautet, Japan habe sowohl hier, als auch in Washington angefragt, ob die englische und amerikanische Regierung sich einem Protest gegen das russisch-chinesische Uebereinkommen, betreffend die Mandschurei, anschließen würde. Weiter habe Japan erklärt, sich einer dauernden Besitznahme der Stadt und deS Hafens von Niutschwanq durch die Russen energisch widersetzen zu müssen. Rom, 11. Jan. Wie ein auS China zurückgekehrter Gewährsmann der „Tribuna" erklärt, bleibt das einheit liche Vorgehen der Truppen nach wie vor ein frommer Wunsch. Die Russen und Franzosen handeln noch immer auf eigene Faust. Graf Waldersee könne nur auf den Gehorsam der Deutschen und Jta liener rechnen, und selbst zwischen den italienischen und deutschen Offizieren herrsche große Eifersucht. Washington, 11. Jan. Die amerikanische Regierung hat ihre Anträge auf Abänderung der Kollektivnote zurückgezogen. Deutsches Reich- B e r (i n , 10. Jan. Ter Kaiser hörte heute die Vorträge des Kriegsministers von Goßler, des Chefs des Ingenieurs-Korps Generals Frhr. von der Goltz und des Chefs des Militär-Kabinetts von Hahnke. Morgen nachmittag wird das Kaiserpaar vom Neuen Palais nach dem königl. Schloß übersiedeln. — Ter Kaiser hat bestimmt, daß der 200jährige Gedenktag der Erhebung Preußens zum Königreich auch bei der kaiserlichen Marine mit Rücksicht darauf, daß sie aus der kgl. preußischen Marine unmittelbar entstanden ist, feierlich begangen werde. Eine Verlegung der zur Feier von Kaisers Geburtstag abzuhaltenden Fest- tichkeiten auf den 18. Januar hat in der Marine nicht stattzufinden. — Nach einer Korrespondenz erwartet man, daß der Kaiser aus Anlaß der 200 Jahrfeier eine allgemeine Amnestie für Strafen bis zu 6 oder 8 Wochen erlasfen werde. , — Tie.Beförderung des Großherzogs Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar zum Oberst a la suite des 1. Garde-Regiments z. F. und die Ernennung desselben zum Chef des 5. Thüringischen Infanterie-Regiments Nr. 94 (Großherzog von Sachsen) wird unmittelbar nach der Beisetzung des verstorbenen Großherzogs Karl Alexander erfolgen. Gleichzeitig dürfte 5as Infanterie-Regiment Nr. 94 iwn dauernden Andenken au den verewigten Großherzog die Bezeichnung: „Infanterie-Regiment Großherzog Karl Alexander von Sachsen (5. Thüringisches) Nr. 94 erhalten. — Nach dem Tode des Großherzogs Karl Alexander ist die Altersfolge der deutschen Bundesfürsten: Großherzog von Mecklenburg-Strelitz (1819), Prinzregent von Bayern (1821), Herzog von Sachsen-Meiningen (1826), Großherzogi von Baden (1826), Herzog von Sachsen-Altenburg (1826), König von Sachsen (1828), Fürst von Schwarzburg-Sondershausen (1830), der in St. Gilgenberg bei Ansbach lebende kranke Fürst zur Lippe (1831), Herzog von Anhalt (1831), 3-urffc Reuß jung. Linie (1832), Prinzregent von Braun- zchwerg (1837), Graf-Regent zur Lippe (1842), die Fürsten Von Reuß ält. Linie und Schaumburg-Lippe (1846), die Könige von Bayern und Württemberg (1848), Fürst, von Schwarzburg-Rudolstadt und Großherzog von Oldenburg (1852), Herzog-Regent von Mecklenburg-Sck)werin (1857), Erbprinz von Reuß jüng. Linie, dauernd mit der Vertretung des Fürstentums beauftragt (1858), König von Preußen (1859), Regent von Sachsen Koburg und Gotha (1863) Fürst von Waldeck (1865), Großherzog von Hessen (1868) Großherzog von Sachsen-Weima- (187i.i, Grvßherzog von Mecklenburg - Schwerin, minderjährig (1882), Herzog von Sachsen-Koburg und Gotha, minderjährig (1884). — Wie die „Nordd. Allg. Ztg." berichtet, hat der Reichskanzler Graf B ü l o w den deutschen Botschafter in Petersburg beauftragt, dem Grafen Lambsdorff die aufrichtigsten Glückwünsche der deutschen Regierung dazu ans- zurichten, daß er durch das Vertrauen des Kaisers Nikolaus eudgiltig zur Leitung der Auswärtigen Politik des russischen Reiches berufen worden ist. — Die „Köln. Volksztg." meinte neulich, es wäre für die katholische Kirche ein großer Gewinn, wenn verschiedene Bundes st aalen von Preußen annektiert würden. Diese Aeußerung hat aber das süddeutsche Zentrum verstimmt, und das rheinische Blatt sieht sich zu der Erklärung genötigt, es habe nur sagen wollen: „Als Katholiken haben wir an dem Fortbestände intoleranter kleiner Bundesstaaten kein Interesse, aber vom staat s - rechtlichen Standpunkte aus, als „Gegner des Uni- tarismus" „halten wir an der Reichsverfassung fest", sogar am Fortbestand der Jntoleranzstaaten". Sie fügt hinzu: „Wenn die Anhänger des Föderalismus keinen schlimmeren Gegner hätten als uns, die wir stets entschlossen den Unitarismus bekämpft haben, dann könnten sie ruhig schlafen". — Im Bundesrat gab vor Eintritt in die Tagesordnung der Vorsitzende Graf Posadowsky der Trauer des Bundesrats Ausdruck über das Hinscheiden des Großherzogs von Weimar. Ter Bundesrat überwies den Zusatz-Antrag zum Ausliefe rungsvertrage zwischen dem Reiche und Belgien vom 24. Dezember 1874, den Entwurf des Schaumweinsteuergesetzes, den Entwurf des Gesetzes wegen Versorgung der Teilnehmer an der ostasiatischenExpedition und ihrer Hinterbliebenen sowie den Entwurf des Gesetzes wegen Feststellung des Landeshaushaltsgesetzes von Elsaß-Lothringen für 1901 den zuständigen Ausschüssen und stimmte den mündlichen Berichten des 3. und 9. Ausschusses über die für Elsaß-Loth- ringen bestimmten (Entwürfe des Gesetzes betreffend Kapitalsteuer, des Gesetzes betreffend Lohn- und Besoldungssteuer, des Gesetzes betr. Verwendung der Erträge der Kapitalsteuer, der Lohn- und Besoldungssteuer, sowie der Erhebung )er Bezirkszuschläge zu. — In der B u d ge t ko m m i ssi o n des Reichstages wurde heute, nachdem Abg. Tr. Lieber Herrn v. Kardorff, >em bisherigen Vorsitzenden, Namens der Kommission den Tank für die Leitung der Verhandlungen ausgesprochen, Graf Udo S t o l b e r g zum Vorsitzenden gewählt. Sodann wurden die Referate für den Reichshaushaltsetat verteilt. Tie Beratung der Chinavorlage wird erst fortgesetzt, wenn das Versorgungsgesetz beim Reichstage eingegangen sein wird. Zunächst wird der Etat beraten, und am 15. Januar, mit dem Reichseisenbahnamt (Referent Möller-Tuisburg) begonnen. — Im preuß. Abgeordneten Hause haben die freis. Abgg. Kopsch und Ernst folgende Interpellation eingebracht: „Ist bie Staatsregierung in der Lage, Auskunft über Umfang und Ursache des zurzeit bestehenden Mangels an Volksschullehrern zu geben, und was gedenkt sie zur baldmöglichjsten! Beseitigung desselben zu thun?" — In der Justiz kommissio n des Reichstages wurde heute die Beratung der Anträge Rintelen und L e n z m a n n wegen Wiedereinführung der Berufungs-Jn- tanz fortgesetzt. Nach längerer Tebatte über § 77 des Gerichtsverfassungsgesetzes wurden die dazu gestellten Anträge abgelehnt; es bleibt also bei dem bestehenden Gesetz; allerdings ist eine zweite Lesung in Aussicht genommen. — Abg. Schmidt-Warburg meint, daß die Kommission bis jetzt pro nihilo gearbeitet habe. Der Vorsitzende Abg.Li inte len erwidert, man dürfe die Flinte nicht ins Korn werfen. Abg. Stadthagen (Soz.) erklärt, die Sozialdemokratie wünsche eine Gesamtrevision der Gerichts-Ver- assung. Die Beratung wird am Freitag fortgesetzt. Breslau, 10. Jan. Aus dem oberschlesischen Industrie-Gebiet wird von zuverlässiger Seite mitgeteilt, daß die Regierung zu ihrem Wunsche nach Bildung des K o h l e n s y n d i k a t s neuerdings die Absicht hinbgegeben habe, das Projekt auf jeden Fall zur Durchführung zu bringen. Nach dem heutigen Stande der Angelegenheit ei jedoch nicht mehr zu sagen, als daß die Entscheidung hierüber nicht übers Knie gebrochen werden könne. Wohl aber sei der Widerstand derjenigen Grubenbesitz.er, die bisher dem Projekt abgeneigt waren, so gut als gebrochen. Kronberg, 10. Jan. Tie Kaiserin Friedrich er- reut sich fortwährend eines guten Befindens und macht täglich zur Mittagsstunde Ausfahrten im Park und in der nächsten Umgebung. Heute ist die Fürstin Hatzfeldt zum Besuche eingetroffen. Das griechische Kronprinzen- ?aar wird am 28. d. M. hier eintreffen. Ausland. Paris, 10. Jan. „Petit Parifien" erklärt, die in Cher bourg mit den neuen Unterseebooten „Morse" und „Narval" vorgenommenen Versuche zeigten, daß Frankreich nunmehr ein Mittel besitze, um seine Küsten gegen jeden Angriff zu sichern. Madrid, 10. Jan. Die Vermählung des Prinzen vonBourbon mit der Prinzessin von Asturien findet Milte Februar statt. Rom, 10. Jan. Die Meldung von der angeblichen Verlobung des Prinzen Georg von Griechenland mit der Prinzessin Xenia von Montenegro wird von kompetenter Seite als Erfindung bezeichnet. — Die Bevölkerung hat die Rückkehr der Königin- Witwe mit großer Freude begrüßt, und die respektvolle Verehrung, die ihr auf ihren täglichen Spazierfahrten durch die Straßen der Stadt entgegengebracht wird, gibt einen Beweis von der Anhänglichkeit, der sich die Königin Mar gherita beim Volke erfreut. Nur über einen Umstand ist man nicht angenehm erstaunt, daß nämlich der Wagen der Königin nicht von einer Ehreneskorte, sondern von einfachen Schutzleuten aufFahrrädern begleitet wird. Da der König sich bei seinen Ausfahrten von einer Schwadron Kürassiere umgeben läßt, so rst nickt verständlich, warum der Kouipin Witwe nicht die gleiche Leibwache beigegeben wird Budapest, 10. Jan. Der , Magyar OrSzag" publiziert den Wortlaut einer angeblich von dtm Exkönig Milan ar das Serbenvolk gerichteten Proklamation, in der er das Volk auffordert, das jetzige drückende Joch ab zu 'chütteln und die Ketten zu sprengen. Die jetzige^ Machthaber wollen ©erbten in die Hände einer fremden Macht spielen. DaS Volk möge in der Wohl der Waffen "cht wählerisch fein gegen Jene, die daS Land dem Abgrund tut-eiben. @r, Milan, lei auf das kleinste Zeichen bereit, unter dem Bocke zu erscheinen. Die Proklamation wurde von der Polizei konfisziert. Petersburg, 10. Jan. DaS Befinden des Zaren ist unverändert, jedenfalls nicht ungünstiger geworden. Er leidet augenblicklich nur an einer leichten Influenza, die ihn nötigt, das Zimmer zu hüten. New-York, 10. Jan. Die „Post" sagt, Deutschland suche eine Anleihe von 600 Millionen Mar.k in Loudon und New-Iork zu plazieren. Komische Tagesschau. In der „Germania" lesen wir: Wie gemeldet, hat in jüngst r Zeit der Kaiser sich auf das allerstrengste gegen daS Tragen von Zivil seitens der Offiziere ausgesprochen bei Gelegenheiten, wo ein solches nicht ausdrücklich genehmigt ist. DaS Z viltragen ist den aktiven, wieder angestellten und zur Dienstleistung einberufenen Osfizieren nur während der Feldarbeiten bei der Landesaufnahme gestattet, ferner auf Urlaub, jedoch sind im letzteren Falle die kommandierenden Generale berechtigt, für die ihnen unmittelbar unterstellten Offiziere innerhalb des Korpsbereichs, außer zu Rennen, einschränkende Bestimmungen zu erlassen, und endlich im Falle der Erkrankung, sobald die Gen.hmigung zum AuSgehen durch deu Garnisonsältesten erteilt ist. Ein der Veranlassung entsprechendes Zivil darf ferner getragen werden zur Jagd, zu Maskenbällen, mit Genehmigung des Garuisone ältesten beim Rudern, Segeln, bei Spielen, welche Körperfreiheit verlangen, und bei Karnevalsaufzügen, mit Genehmigung des Regimentskommandeurs auch bei größeren Radfahrtouren. Wie weiter gemeldet wird, hat sich der Kaiser besonders gegen daS Ziviltragen der nach Berlin kommandierten Offiziere gewendet. Der Kaiser soll hierzu veranlaßt worden sein durch die Mitteilung, daß manche Offiziere zur abendlichen Zerstreuung Berliner Vergnügungsstätten aufgesucht hätten, an denen sie sehr leicht nicht ganz standesgemäße Abenteuer hätten erleben können. Der Kaiser meinte, daß der Offiziersstand nicht nur gesellschaftliche Rechte gewähren solle, sondern auch Ent- sagungspfbchten auferlege. Von den Aeußerungen des KaiserS zu diesem Thema wurde besonders die folgende sehr bemerkt: „Wenn den Herren der Rock nicht mehr gefällt, den ich ihnen gebe, so sollen sie ihn ablegen, aber dann überh iupt; dagegen habe ich nichts. So lange sie ihn aber behalten, sollen sie ihn immer tragen.“ Der Preußische Kultusminister hat aus Anlaß eines Spezial- falleS eine Verfügung über bie Handhabung des Unterrichts in den Gymnafialkrrrfen für Mädchen erlassen, in der eS heißt: „Aus einem Berichte meines Fach Referenten über seinen Besuch der dortigen Gymnasialkurse für Mädchen habe ich erfahren, daß eS bis jetzt noch nicht gelungen ist, im Unterricht dieser erwachsenen Schülerinnen, die auf der höheren Mädchenschule gewonnene und in der Aufnahmep'Üiung nachgewiesene Bildung mit den Anforderungen gymnasialen Unterrichts in Einklang zu setzen, und so eine innere Verbindung beider Bildungsgänge herzustellen. Ich muß dies als einen schwerwiegenden Mangel bezeichnen. Neu sind für die Schülerinnen der Gymnasialkurse die alten Sprachen und die Mathematik. In diesen Disziplinen ist selbstverständlich von den Elementen auszugehen, wenn auch die unterrichtliche Behandlung der geistigen. Entwicklungsstufe der Schülerinnen angemessen sein muß. Die anderen Fächer sind dem Gymnasium und der höheren Mädchenschule gemeinsam. Hier wird bei Auswahl und Bemessung des Lehrstoffes unter Zugrundelegung deS Lehrplanes der höheren Mädchenschule vom 31. Mai 1894 sorgfältig und im einzelnen erwogen werden müffen, welche Teilgebiete der verschiedenen Disziplinen den Schülerinnen neu sind, welche anderen einer Ergänzung und Erweiterung im Sinne gymnasialen Unterrichts bedürfen, und welche nach der erworbenen Vorbildung vorausgesetzt werden müssen, also nicht mehr, oder doch nur gelegentlich und wiederholungsweise, zur Behandlung kommen sollen. Es ist ein pädagogischer Mißgriff, wenn, wie dort geschehen, in dem untersten Gymnafial- kursus, namentlich in evangelischer Religion und im Deutschen Stoffe behandelt und Dichtungen gelesen werden, die aus den Mädchenschulen bereits genugsam bekannt sind, be- onderS wenn dies in einer Form geschieht, die der geistigen Emlwickelung strebsamer sechszehn-b's achtzehn- ähriger junger Mädchen nicht entspricht. Mit ilaßer Uebertragung des der entsprechenden Lehrstufe deS Gymnasiums angemessenen Verfahrens auf die Gymnasialkufe der Mädchen ist es nicht angethan. Wenn die Aufnahmeprüfung, wie ich annehme, gründlich und ernst gewesen >st, muß der neue Unterricht den früheren zur Voraussetzung haben. Hat die Mädchenschule an den Zöglingen ihre Aufgabe erfüllt, so wird auch der Unterbau, auf dem sich die gymnasiale Fortbildunq erheben soll, traafäbiq fein." Aus Stadt und Land. Stehen, 11. Januar 1901. ♦* Mordversuch. Nach Erkundigungen an Ort und Stelle können wir nunmehr unseren Lesern mitteilen, daß daS Mädchen, auf das ihr Geliebter, der Knecht Schwabe in Oberbreidenbach, einen Schuß abgegeben hat, unverletzt geblieben ist. Die Ladung des Revolvers ging in eine Thür. Es liegt also nur ein Mordversuch vor, und obendrein läßt fein Geständnis die That in noch milderem Lichte erscheinen. Das Nähere wird die eingeleitete Untersuchung ergeben. Schwabe befindet sich weiterhin in Haft. — Man ichrerbt uns aus Niederbreidenbach vom 10. d. MlS.; Gestern Abend plauderte die ledige Elisabeth Peter hier auf der Onsftraße in der Nähe der Wohnung ihres Dienstherrn Hugo Kaspar mit einem hiesigen Barschen, mit dem sie aus der Spinnstube gekommen war. Plötzlich trat der Dienstknecht Georg Schwabe, mit dem sie früher ein Liebes- ve'hältnis unterhalten hatte, entgegen und tief sie an. Der Ruf erschreckte sie und sie lief davon. Schwabe aber sandte ihr drei Revolverschüsse nach. Die Peter stieß einen Schrei aus und brach an der HauSthüre zusammen. Die beiben Burschen aber suchten daS W-ite. Glücklicher Weise sind die Schüsse fehl gegangen; die Peter ist mit dem Schrecken davongekommen. In der Nähe der Kasper'schen HauSthür find die Spuren der eingedrungenen Geschoße. « Ä." SyÄ'S ,r sich Schills "chL- «Ksg- tat 'N mN s» S'SL'M' 1899: 16 9‘ V Grimberg, / Lto. ®N>u,b btt M WW W M 115' er, hi® Nfrf*,n' wtl(, Ul 3 1 ^gerochen" werden, anb die Stadtverordneten beschlossen, den Lästerer der stadlväterlichen Weisheit auf dem Civ'lklagrmegr ocim Ohrläppchen zu nehmen. — Die Sektion der Leiche des WeinhänbleiS Schnabel ergab Schlaganfall mit nach- gefolgtem Absturz von der Treppe, wöbet der Unglückliche 1 1 1 (1) 4 2 1 1 (1) 1 1 1 G» starben an: Mafern Kirchliche Uachrichten Evaageltfche Gemeinde. Todesursache. Der Schlaganfall hat Schnabel gerade gc troffen, als er oben an der Treppe stand. Die Familie hatte die Sektion vornehmen lassen, um den Gerüchten von wahrzunehmen. Schwabe soll die Peter schon im vorigen Fahre mit Erschießen bedroht haben, wenn sie ihm untren würde. Der Thäter wurde gestern der SkaatSanwaltschaft in Gießen zugeführt. Er wird sich demnächst vor dem Schwur gericht verantwort-n müsien. •• Vermißt wird seit dem 9. Januar der Knabe Hans Offenbacher, 8—9 Jahre alt. Am Mittwochnachmittag 4 Uhr entfernte er sich vom Elternhause und wurde um 6 Uhr an der Lahn gesehen. Um 9 Uhr abends zum letzten Male auf der Schillerstraße. Die geängstigten Eltern, Aster- Weg 7, Hth. I, wären für Nachrichten über den verbleib des Kindes dankbar. Q Besitzwechsel. Die ehemals Hermann Thielesche Besitzung in der L'.b'gstraße hat der Bauunternehmer Georg Pfaff von der Konkursmasse für 78 800 Mk. erworben. ♦♦ Siu jüdischer Oberlehrer. Wie uns mitgeteilt wird, hat jüngst der erste iSraelitsche Lehrer im höheren Schulwesen Hessens seine Anstellung gefunden, und zwar als Obeilehrer am Offenbacher Gymnasium. ES ist der bisherige LehramtSasicsior Leopold Schwarzschild. ** Mischehen wurden im Großherzogtum H'ssen abge schlosien 1890: 1098, 1891: 1120, 1892: 1183, 1893: 1159. 1894: 1312, 1895: 1271, 1896: 1324, 1897: 1473, 1898: 1542, 1899: 1619. X Grünberg, 10. Jan. Der Kaufmann Philipp Kropp hier wurde genern durch einen jähen Tod seinen Angehörigen entrisien. Gesund und munter verließ der im rüstigen ManneSalter stehende um Mittag seine Wohnung, um nach der bei Beltershain befindlichen Eisfläche zu gehen. Vorder Rückkehr begab er sich nach dem dortigen Gasthause, wo er, kaum eingetreten, von einem Hirnschlage betroffen wurde, dem er noch an demselben Abend erlag. Die ganze Stadt nimmt herzlich Anteil an dem herben Schicksalsschlage, der die Familie des Entschlafenen so unerwartet betroffen hat. — Wie das aus dem Bürgermeister und den Vor- sitzenden sämtlicher hier bestehenden Vereine gebildete Komitee beschloffen hat, wird auch diesmal wieder der Geburtstag des Kaisers durch ein Festbankett in der Turnhalle ge feiert werden. Die Festrede hat Pfarrer Koch übernommen. Außerdem sind Musik- und Gesangsvorträge, die Aufführung lebender Bilder u. s. w. vorgesehen. — Während in den meisten Orten deS Landes, selbst in kleineren, längst Kirchen- Heizungen eingerichtet wurden, müssen die Bewohner unserer Stadt bis jetzt die Annehmlichkeit einer solchen ent behren. Gegenwärtig beschäftigt man sich wieder mit dieser Angelegenheit, und es ist Hoffnung vorhanden, daß die „brennende" Frage nunmehr endgiltig in befriedigender Weise und der Militärbehörde übergeben. fc. Frankfurt, 10. Jan. Die hiesige Eisenbahudirektion wird die BearäbniSstätte der Opfer des Eisenbahn Unglücks bei Mülheim auf dem Offenbacher Friedhöfe gärtnerisch Herstellen lassen und mit einem De> kmal versehen. •• Kleine Mitteilungen auS Hessen und den Nachbarstaaten Die von dem evangelischen Kiichbauverein Darmstadt (Bessungen) zum Besten deS Baufonds veranstalteten Bor- träge werden am nächsten SamStag beginnen. Ei öffnet wird die BortragSreihe durch den Vortrag von Prof. Dr. Albrecht Dieterich auS Gießen über „Die Religion des MithraS". Sentimentalität vermieden. Nur die einleitenden Zeilen verraten, daß der unerschrockene Mann schon mit sich im Klaren war über das Geschick, das ihn erwartete. Der Inhalt des Testamentes lautet folgendermaßen: „DaS Testament, welches ich heute schreibe, ist wahrscheinlich daS letzte Schriftstück, das ich verfasse, daher rechtSgiltig. Ich schreibe am abend, bevor ich eine Reise antrete, die Gefahren bringen wird, wie sie die Geschichte bis jetzt aufzuweisen nicht in der Lage ist. Meine Ahnung flüstert mir vor, daß diese schreckliche Reise für mich den Tod bedeutet." Seine großartige Bibliothek, die mit den bedeutendsten wissenschaftlichen Welken ausge- .lallet ist, überließ Andrer seinem Bruder unter der Bedingung, daß er sie seinerzeit liner Volksbibliothek vermache. * Konstantinopel, 10. Jan. Die bakteriologische Untersuchung eines gestern unter verdächtigen Symptomen ver. storbenen Mannes ergab Buboncnpest. Wöchentliche Ueverstcht der Todcssülle tu Gießen 1. Woche. Vom 1. di« 6 Januar 1901. Vermischtes. • Könitz, 10. Jan. Auf Veranlassung des erstens Staatsanwalts wird durch Militär das gesamte Areal der! Umgebung nach den noch fehlenden Kleidungsstücken des ermordeten Gymnasiasten Winter abgesucht werden. ES fehlen noch der Ueberzieher, Beinkleider unb Uhr nebst Kette. Die Soldaten erhalten voraussichtlich 300 Mk. für den Fund. MassenhauSsnchungen stehen bevor. * Eine Schnellfeuer-Lanze ist von einem Görlitzer Techniker erfunden worden. DaS neue Gewehr bietet Lanze und Büchse in einer Gestalt und soll bei der Kavallerie den Karabiner ersetzen. Die Schnellfeuer-Lanze bietet den Bor teil, daß mit ihr der Kavallerist fechtend auf den Feind 20 Schuß nacheinander abgeben kann, desgleichen bei einem Angriffe zu Fuß auf die Infanterie. Somit dürfte nach Ansicht der Sachverständigen diese neue Waffe den jetzigen Gewehren weit überlegen sein. DaS Gewicht deS neuen Ge wehres würde sich durch eigenartige Einrichtung auf 1 bis l*/g Pfund schwerer stellen als die jetzige Lanze und dem Kavalleristen durch Entbehrung des K.rabinerS eine bedeutende Erleichterung schaffen. Der Techniker wird seine Elfindung demnächst dem preußischen KriegSministerium unterbreiten. • Zittau, 10. Jan. Das Erdbeben, das heute früh zwischen 3 und i/24 Uhr in einem großen Teile Schlesiens und Böhmens verspürt worden ist, ist auch hier und in der ganzen Lausitz wahrgenommen worden. Ein Gleiches wird aus Bautzen und auS der Dresdener Gegend gemeldet. * Amerikanische Professoren als deutsche Studenten. ES ist kein seltener Fall, daß amerikanische Gelehrte, die bereits den Prosessorentitel erlangt haben, noch malS an deutschen Hochschulen in die Lehre gehen. So hat Professor Mills ein Physiologe der Mac Gill-Universität, im letzten Jahre bei den deutschen Profefforcn HiS, Held und Flechsig gearbeitet und sich besonders mit Untersuchungen deS Nervensystems beschäftigt. Jetzt nach seiner Heimk.hr soll er in Amerika ein neues Laboratorium einrichtcn und Vorlesungen UniversiMs Nachrichten. Dr. Friedrich Scdenck, außerordentlicher Prosestor brr Physiologie an bet UniDerfität Würzburg, ist al« ordentlicher Pros'sior an bk Universität Marburg beraten worden. Er tritt dort an die €-1 Ne Albrecht Kassel«, der nach H.,d Ib rg Ubergestcb.lt ist, wo durch Wild 1« Kuetme« Tod der Lehrstuhl der Physiologie sie» g worden ist. Dr Schenck wird unm ttrlbarev Nachfolger von Eduard Äu-l| nein S lbümord cntgegenzutreten. M a i n z, 10. Jan. Als eine auf bei' Gnstavsbnrg wohnende Frau von einem Ausgana zunickkehrte, fand sie ihr dreijähriges Kind, das wahrscheinlich dem Ofen zu nahe gekommen war und dessen Kleider dabei Feuer gefangen hatten, als Leiche mit Brandwunden bedeckt vor. — Der ü l t e st e Ma n n in Mainz, der Gendarmerie Leutnant i. P. Hans Heinr. Krämer, feiert heute in völlig geistiger und körperlicher Frische seinen 97. Geburtstag. — Der Musketier K., der sich am Sonntag zum vierten Male ohne Urlaub v o n fei n c ni T r u ppenteil e in Mainz en t f e r n t e , wurde in Wiesbaden Von einer Polizeipatrouille verhaftet 3n der Etadtktrche. ......7‘. '.Ihr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 11 Ubr: Kinderkirche für die MattbäuSgemeinde. Pfarrer Schlosser. Nachmittags 5 Uhr: Missionsstunde. Missionar Flad auS 9ftoorben a,, iQ' die jh, Sonntag den 18. Januar. 1. Sonntag nach Epiphanias Gottesdienst. schau. Sw«, ialll 9'8t’ S °^tn bei Gc. H W|»igt ja unb m n,?w “nbterenbtn 5 Falle bet Er. b« ^etankfsung ent. ®tTbefn zur ^agb, » ^rmfontalteften beim ^ttfteihcit ütilanqen des Regimes Wwta Wie veiler tertOsfiMe Wendet, tn fein durch die M. 'endlichen Zersstetning hätien, an denen sie Steuer hätten erleben - Osfiziersstand nicht lle. sondern auch Ent. 'ußcrungen des Kaisers solgende sehr bcmerlt: gefällt, den ich ihnen n überhaupt; dagegen >et behalten, sollen sie Frankfurt a. M. Donnerstag den 17. Januar, abends 8 Ubr, Vibelftunde im Konsirmandenfaal (Kirchftraße v). Pfalm 1». Pfarrer Schlosser. Sonntag den 20. Januar findet im AdendaoPeSdicnst Beichte und heil. Abendmahl für die Matthäus« und MaikuSgemeindc gc. meinsam statt. Anmeldung zuvor bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. In der AohanneSkirche. Vormittag« S'/. Ubr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittag« 11 Uhr: IkindergotleSdienft für de gemeinde, Pfarrer Dr. Naumann. Einwohnerzahl 26 500. Kinder Zusammen: Erwachsene: im vom gelöst wird. fc. Laubach, 10. Jan. Aus Veranlassung dcS Vereins ,Rotes Kreuz" findet ein Kursus zur Erlernung der „Krankenpflege im Feldzuge" im hiesigen Gymnasium statt. Es beteiligen sich an demselben ein Oberlehrer und 19 Schüler der Höheren Klassen. Die Dauer desselben ist auf 7 Wochen festgesetzt. In dieser Zeit hält der hiesige praktische Arzt Dr. Vogel, Stabsarzt z. D., 14 Vorträge mit praktischen Anweisungen. Der Verein vom Roten Kreuz stellt Unterrichtsmittel, wie Tragbahre usw. zur Verfügung. Ar. Darmstadt, 10. Jan. In dem heutigen Schluß Vortrag des Vortragskurses für praktische Landwirte wurde nach einem ausführlichen Referat des General-Sekretärs Dr. Neumann, die Errichtung einer landwirtschaftlichen Zentralmaschinenhalle mit dem Sitz in Frank furt a. M., als ein Bedürfnis und für die Landwirtschaft sehr empfehlenswert erachtet und der Beitritt zu diesem Ver ein empfohlen. Der Stammantcil beträgt Mk. 500, von denen vorerst nur Mk. 100 in Raten von je Mk. 25 begeben werden. Eine größere Anzahl der Anwesenden erklärte sofort ihren Beitritt; der Verein soll als „eingetragener Verein" gelten. Die Statuten liegen zurzeit der zuständigen Behörde vor, nach deren Genehmigung weitere Schritte eingeleitet werden. — Der Fabrikant M. hier, der mit den Zusammenbruch des Bankhauses Marx Söhne veranlaßt hat, da die Marx Söhne ca. Mk. 15 000 an M. durch falsche Papiere rc. verloren haben sollen, ist seit mehreren Tagen, da seine Verhaftung in Aussicht stand, spurlos verschwunden. Vor aussichtlich wird diese Thatsache noch weitere Kreise ziehen. — Wie wir hören, wird der Großherzog, der sich bekanntlich seit dem 3. d. MtS. zu Besuch bei seinem Schwager, dem Kaiser von Rußland, befindet, Ende d. Mts. wieder von dazurück kehr en, da sowohl wichtige Negierungsgeschäfte, wie auch die Vorbereitungen zu der im Mai d. I. zu er öffnenden Ausstellung, die der Hauptinitiative des Groß Herzogs zu vei danken ist, seine Anwesenheit dringend er heischen. Die Großherzogin wird dagegen noch einige Zeit bei ihren hohen Verwandten verweilen. — In der heutigen nichtöffentlichen Sitzung der Stadtverordneten wurde die Begebung des Restes brr 3r/zprozent. 5 Millionen Anleihe einstimmig beschlossen. fc. Offenbach, 10. Jan. Für die hiesige Allg. Geflügel und Bogelausstellungen vom 9.—11. März wird für die unverkauften Tiere und Gegenstände auf der Strecke der Preußisch-Hessisch n Staatsbahnen frachtfreier Rücktransport innerhalb der üblichen Fristen (4 Wochen) gewährt. -k- Aus Rheinhessen, 10. Jan. Das weithin berühmte .Krätzer'sche Weingut in Nackenheim, das vor Jahren durch Erbschaft in den Besitz des Kammerherrn Frhrn. von Joeden-Koniecpolski gekommen ist und auf dem teilwei c Weine geplauzt werden, die mit den feinsten Marken des Rheingaues erfolgreich konkurrieren, ist um 470000 Mk. an die Großh. Hess. Staatsdomäne verkauft worden. fv. Bingen, 10. Jan. Die DiSziplinarangelegen- heit gegen 2 hiesige Polizeibeamte wird nun doch "och das Gericht beschäftigen, wenn auch nur indirekt. Be kanntlich hatte das Stadtoerordnetenkollegium in erster Ver« Handlung auf Dienstentlassung erkannt, diesen Beschluß jedoch in zweiter Lesung wieder aufgehoben. In der BÜrgerfcha t war man geteilter Meinung. Dieser gab ein Handwerksmeister drastischen Ausdruck, indem er die Stadtverordneten mit einem Namen belegte, den ein wegen Klugheit gerade nicht berühmtes Haustier in Ehren trägt. Das muß natürlich über die Physiologie der Nerven halten. Uebrigens hat auch der Londoner Lancet in seiner Jahresübersicht über die Fort-1 Lungenentzündung schritte der Medizin anerkannt, daß die Physiologie gegen- ^edS . wärtig in Deutschland durch die meisten und bebcutenbftcn $ennfntiünbunß Forscher vertreten wird. Lebenöfchwäche * lieber das Testament AndröeS schreibt die „Allg. Ztg.": Verbrennung ______________________________________________ Bevor AndrLe seine gefährliche Fahrt antrat, mochte er wohl Summ«: 11 (1) 5 (1) 5 1 selbst noch einen Funken von Hoffnung an eine einstige Wieder. «nm. Die in Klammern gefetzten Ziffern geben an, wie viel Ur befeffen haben, denn er machte sein Testament mit bet *Uf "°" n“* Bestimmung, daß man dieses erst am Ende des Jahres 1 »001 __ ___8 ' ------- eröffne. Die« ist nun in Stockholm geschehen. Da» Bündel Ullrrpflmftpn tli-r IHrhilltfriTlt enthielt gesondert viele kleinere Schriftstücke. Mehrere von! |nll|UH Vtl l Unlll II. ihnen waren in eine Wachsleinwand eingehüllt, die folgende «elnyause». Es wird Sie inb-refsieren zu erfahren, was der ist Irua - Nickt leien verbrennen" Ferner preußische Minister de« Innern Frhr. v. Rheinbnben UN preußischen Herren. e !rU9" .Vna)I "'en, "eroreriucn . eftrnu ü[)cv Z^^nerplaae sagte. Radikale Mittel stünden indeß fand sich eine Reihe von Zuschriften von Gelehrten vor, bte ber 9tefl(eruno jut Abhilfe nicht zu Gebot.-. Den Zuzug ausländischer Andrse ermutigten, seine waghalsige Fuhrt zu unternehmen. Zigeuner bemühe sich die Regierung nach Kräften von der Grenze fern- Diese Briefe legte AndrLe wohl zu dem Zwecke bei, um damit zuhalten. Wir können aber nicht einen ähnlichen Grenzkordon ziehen, rot« eine fHenr Inhnnn für fein fühnc« Unternehmen in neben - B. Rußland. Jndeß sei der Zuzug ausländischer Z'geuner schon ge. ente -öegrunoung pir fein ruyncs untetnegmen zu «even. ° geworden. Schwerer sebn die inländischen Zigeuner zu bekämpfen. Unter den Briefen war nur ein einziger, der vor dem oben- wiederholt die Behörden angewiesen, strickten Gebrauch von den tenerlichen Unternehmen warnte, und diesen hatte der Franzose Vorschriften der Gewei bcoidnung zu machen. Auch könnte man wohl eine De Tonvielle geschrieben. Bezeichnenderweise war dieser Bries Besierung durch Anwendung des 3ivanfl6et8Munflflße|eticö erzielen. - mit der Bl-ististbem-rkung Vctfdjen: „ffi« ist möglich, daß er I™ mä> b“ R«s'-ruu» «u »hulich-n. recht hat, aber es ist schon zu spät. Ich habe alle Vor- 0 bereitungen getroffen, ich kann nicht mehr zurück. DaS Testament selbst ist sehr kurz abgefaßt. AndrLe hat jede! 18 Anlaß eines Spezial« )abung deS llnlcm'cht- iaffen, in der es Wjt: Referenten über feinen für Mdchen habe ich lelungen ist, im Unter« , die auf bet höheren lufnahmep'ibung nach- geu Mnasiaien Unter« eine innere Verbindunz sch mb dies als einen 'leu finb für bit Schille« n Sprayen unb bit 1 felbffreiftänbiid) Mit bte unieirichtliche 8e« lüft btt WW» ^tstubbemGymuastW am. Hier wird bei AuS- unter Zuqrnndelegung hule vom 31. Mai 1894 werben müßen, welche ihnen den Schülerinnen inznng und Erweiterung rfen, und welche nach der verben müssen, also nicht nb wieverholungSweise, ist ein Pädagogischer untersten Ghmasta. igion unb Qtltftn ro«tbw. i. 3a’“° Ort ««» ibli«««1" Sffihn, d°i ttn ütf,tnM Zchtnnbt i« r, btt ,/gtbtn “ int E ' Mhi° b. >-« L titf s" loon- «tter rä ftaiiS AlÜckl'^j, des «,t,t fittcrulur, lUilFriildiiift und Kunst. Das Vorbild des Haupt mn n u sch c n M i ch * cl Kra tu e r soll ber verstorbene Historienmaler und Lehrer an ber Breslauer Kunstschule Albrecht Bräuer fein. Er war, wie Breslauer Blätter berichten, ein Mann von strengstev Rechtlichkeit, idealstem Streben und ebelftvr Gesinnung, der während seines ganzen Lebens kaum für etwas anderes Zeit sand als für die Kunst und das, ivas mit ihr iut innigsten Kontakt steht. . . . Seine Schüler leitete er von frill) bis spät, er dozierte in der ihm eigenen, drastischen Weise stundenlang und war beglückt, wenn er Erfolge sah. Er konnte über viele Mängel hinwegseheu, wenn er nur iLiebe zur Kunst und Fleiß fand. Nicht eine Minute ließ en feinen Schülern freie Zeit; stets saß er ihnen im Nacken. Das Modell, ja das mußte seine Ruhepausen haben, darauf Vielt er mit peinlichster Gewissenhaftigkeit; aber der Schüler mar nur zum arbeiten da. „Skizzieren Sie, fixieren Sie, um Gottes Willen, stehen Sie doch nicht müßig; die Zeit ist kostbar", preßte er dann mit nervöser Hast zwischen den festgeschlosseuen Zählten hervor. . . Streng, wie gegen sich I selbst, ja vielleicht hart, war er zu seinem Sohne, einem außerordentlich begabten Menschen. Es hat wotsi nie eil enges Band diese beiden Künstlerseelen verknüpft, nie ein inniges Verhältnis zwischen Vater und Sohn bestanden. Ihibt' doch war der Vater beseelt von dem Gedanken, einen echten und rechten Kiiustler aus dem Sohne zu machen; aber die Strenge des Vaters empfand der Sohu als übermäßige Härte, als Graufamkeit, als Knechtung, von der er fiel) zu befreien suchte um jeden Preis. So kam es, daß er häufig genug sich von Hause fortschlich, wenn die Eltern längst im. tiefen Schlummer lagen, seine Freunde aufsuchte und dam I über die Stränge schlug. Die darauf folgenden häuslichen I Differenzen führten zeitig zum vollständigen Bruch. Wir I siiiden Bräuer jun. bann als Dekorationsmaler, zuletzt beim IBau der Zwinger Ressource wieder. Ihn ereilte ber lob I nach nur mehrtägigem Krankenlager infolge einer heftigen I Erkältung.__ Gisenvastn-Zcitung. fc. Die kilometrische Betriebslänge her deutschen Eis en - l bahnen betrug am 1. Januar 1901 49 150,72 Kilometer. Güterbeförderung. Durch Frost und Schnee wird die Eisen« I bahngüterbesürdeiung mehr oder weniger ungünstig beeinflußt, bezw. ver° langfamt. Zur Wahrung der Entschädigungsansprüche wegen verspäteter I Ankunst von Gütersendungen, fei darauf aufmerksam gemacht, daß der« I artige Ansprüche spätestens am 14. Tage, den Tag der Annahme nicht I mitaerechnet, bet der Eisenbahn angebracht werden müssen, andernfalls sie I erloschen sind. Die Beförderung von Kleinvieh in den Packwagen der Per« I sonenzüge ist von jetzt ab nur bet Verwendung vorschriftsmäßiger Käfige gestattet. Gemeinsame Beförderung von Vieh. Die Frachtberechmmg I für Einzelvieh, baß aus einer Eisenbahnstation von beliebig vielen P.-,sonen angetrteben wird, um mit der Eisenbahn näch ein und derselben Station I befördert zu werden, wird auf Verlangen der Versender unter Berechnung I der Wagenladungsfracht vorgenommen, wenn die Versender mit der Ge« I samtausgabe deS Vi-bs eine Person beauftragt haben. Hierdurch wird I für die einzelnen Versender stets eine Ersparnis erzielt. In den AuSnahmetarif für Düngemittel und Rohmaterialien I der Kunstdüngerfabrikation find mit 1. Januar „Kalisalze, rohe und Ig-mahlene Phosphate oder Superphoüphat gemischt" ausgenommen worden. Abend« 5 Uhr: Siehe Stadtkirche. Montag den 14. Januar, abends 8 Uhr: BiMfhtttbt im Aonfirmandenfiial der JohanneSkirche. Hebräerbries Kap 6 Warnung tzor Rückfall, Vermahnung zur Beständigkeit im Streb n nach dem vorgeftecklen Ziel. Pfarrer Dr. Naumann. Am Sonntag, dem 20 Januar, 2 nach Epiphanias, Beichte und heiliges Abendmahl für die Johanuesgemetnve tm Abendgottesdienst. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer erberen. Katholische Gemeinde. SamStag den 12. Januar. Nachmittags um 4«/, Uhr und abends um 8 Uhrr Gelegenheit zm heil- Beichte. Sonntag den 13 Januar. 1. Sonntag nach Epiphanie. Bormittags von 6 Acker 3, Telephon 684. 635 Hießen. - Hswalds^arten. MI Fr. Bergs Welt-Theater-Menagerie Keule und folgende Hage: Ze zwei große Vorstellungen. Anfang 4 Uhr und S Uhr abends. Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Witt ko: für den KSllskltIllmmalimNllchlW Hintrittsgeld: 8100,— JL 16300,— ii Stahl. 549 qm qm Frankfurt a. M 537 engagiere bei hoher Provision überall hin. 542 550 SelterSwea 77. Direktor Rühl. Anzeigenteil: Hans «eck. 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'n i 7«er »iz 0 ö9ert, odec^de Berei,? toen,t er