Haus, Johan« i, M Äsender" ete > öl- Mädchen, LS1). 1§ Z- lö. Zebruar, an le a- liebsten in kE *!e- Sosjelbe dct'2 •‘L k. waschen, tae Zu erfragen &ai. ME ein Arb^i/ ■ ’a,et» S1Ntt.ö. Näheres A. ■ unoa([egQuft- Nr. 04966 an Kädcheu, iv. fodjtnl iforr oder dis Lni> ‘llunti als e/iige btt lab. bei ,}rau Zält». eviroeg 67. 04915 vv Watt axßflv ttxx btixtbe xxxm XXX xon bxqts MW a.(M fort in jeder hohe v ichuldich.,Wechi-,Pe Urbich:,bypolh-u-dr u günstigsten Bedine E. Manier, Nürnberg)! WV mger Mann kann Ao- i einem Zimmer M >rterstrave^O^ ex erteilt MKvH mstaas Nachmittag ^Winbergec^ pariser «ff? ,.flethode litt1 Zirkeln angem lr. F'"% i ie.Stra!±3^ Nr. 291 Erstes Blatt. 151. Jahrgang. Mittwoch 11. Dezember 1901 Erscheint täglich Wu Ausnahme des Montag?. Die Giehener ZamUien. blätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit dem »Hess. Landwirt* und den .Blättern für Äche Volkskunde* al wöchentlich beigelegt. Redaktion, Erpedttlon und Druckerei: Schnlstratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FrrnsprechanschlußNr.51. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Annahme von Anzeiae« zu der für den folgenden Tag erscheinenden Nru dis vormrttags 10 Uhr. Alle Anzeigen-Vermitt-- lungsstellen des Jn-undk Auslandes nehmen Anzeigen entgegen. ZeilenpreiS: lokal 13 Ps^ auswärts 20 Pfg. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Universitäts - Druckerei! (Pietsch Erben). Verantwortlich sür den allgemeinen Teil: P. Witt ko; sür den Anzeigenteil: Hans Beck. Gießen, den 7. Dezember 1901. SBeir.: Die Jahresberichte der Großh. Gewerbeinspektion. Das Großherzsgliche Kreisamt Gießen an Großh. Polizeiamt Gießen und an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Wir erinnern Sie daran, daß nach unserem Amtsblati Nr. 3 vom 7. August 1896 die von Ihnen geführten beiden Verzeichnisse über die auf Grund der §§ 105 c Abs. 4 und 105 f der Gew.-Ord. gestatteten Ausnahmen von dem Verbot der Sonntagsarbeit bis längstens 116, Januar jeden Jahres in Urschrift oder beglaubigter Abschrift bei uns einzureichen sind. Falls keine Ausnahmen gestattet worden sind, ist dies zu berichten. v. Bechtold. KeKanntmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eines Auf schlags von Fünf vom Hundert pro Monat November 1901 für den Lieferungsverband Gießen pro 100 Kg. betragen: Hafer Mk. 16,30, Heu Mk. 10,20, Stroh Mk. 7,60. Gießen, den 7. Dezember 1901. Großherzogliches Kreisamt Gießen. v. Bechtold. KeKanntmachung, Betr.: Vermittelung von An- und Verkauf von Zuchtvieh. Die Nachfrage nach jungen sprungfähigen Bullen ist in der letzten Zeit so groß gewesen, daß fast sämtliche bei dem landw. Provinzialverein zum Verkauf angemeldeten Tiere verkauft worden sind. Wir empfehlen den Besitzern von jungen Bullen ihre verkaufsfähigen Tiere bei der Geschäftsstelle des landw. Vereins für die Provinz Oberhessen zu Alsfeld anzumelden. Der Direktor des Bezirkszuchtoereins Gießen. Dr. H einrichs. ßine offiziöse Darstellung der Wreschener Worgänge Ueber die Vorgänge in Wreschen bringt die „Nordd. Allg. Ztg." eine längere Darstellung. Sie hebt die Folgen der Instruktion von 1842 hervor, wonach der Unterricht hauptsächlich in der Sprache erteilt werden sollte, welche die Mehrzahl der Schüler von Hause aus spreche, und daß das Deutsche in den Schulen, wo hiernach der Unterricht polnisch erteilt wurde, der Unterrichtsgegenstand sein sollte. Tie Revisionen der Volksschulen der Provinz Posen im Jahre 1872 hätten ergeben, daß die Schule nicht nur die polnischen Kinder nicht in die Kenntnis der deutschen Sprache eingeführt, sondern die deutschen Kinder geradezu polonisiert habe. Daher wurde durch die Oberpräsidialbestimmungen von 1873 angeordnet, daß in allen Volksschulen der Provinz Posen fortan der Unterricht deutsch zu erteilen sei, bis auf den Religionsunterricht. Entsprechendes war für Ost- und Westpreußen sowie den Regierungsbezirk Oppeln angeordnet. Ueber den Religionsunterricht wurde abweichend von den Vorschriften sür die Provinzen Preußen und Schlesien verfügt: Der Unterricht in Religion und Kirchengesang wird den Kindern polnischer Hunge in der Muttersprache erteilt, wenn sie jedoch in der Kenntnis des Deutschen soweit vorgeschritten sind, daß ein richtiges Verständnis auch bei der in der deutschen Sprache erfolgenden Unterweisung erreicht werden kann, so ist letztere mit Genehmigung der Regierung auch in diesen Gegenständen auf per Mittel- und Oberstufe als Unterrichtssprache einzuführen. Durch die Bestimmungen von 1873 gewinne die Schule einen einheitlichen deutschen Charakter, und die Schüler könnten, wenn sie im späteren Lechen in deutsche Gemeinden kommen, am religiösen Leben Anteil nehmen . Ferner seien die Schulbehörden nicht mehr genötigt, den Gesamtunterricht in die Hand polnischer Lehrer Lu legen, deren politische Zuverlässigkeit häufig nicht gewährleistet sei. Von der Einführung der deutschen Sprache im Religionsunterricht machten die Regierungen von Posen und Bromberg nur einen sehr vorsichtigen Gebrauch. Sie stießen dabei seit 1873 nirgends auf Schwierigkeiten und Widerstand. Dieses habe sich geändert als im Jahr 1900 bei der Einverleibung der Vororte Posens, in denen der Religionsunterricht wegen der deutschen Katholiken deutsch war, in den Volksschulen der Stadt Posen auf der Mittel- und Oberstufe der deutsche Religionsunterricht einaefübrt wurde. Die Maßregel sei unverfänglich gewesen, oa oie Schulkinder die deutsche Sprach^ vollkommen beherrschten. Die polnische Nationalpartei habe aber 'Demonstrationen veranstaltet, welche die unteren Volksklassen zu dem Glauben führen sollten, der deutsche Unterricht sei kein katholischer Unterricht, die Maßnahme der Regierung nehme den Kindern ihren katholischen Glauben. Für die Einführung des deutschen Religionsunterrichtes kommen in erster Linie die Stadtschulen in Frage, über die bereits die Instruktion von 1842 bestimmte: In den oberen Klassen aller städtischen Schulen muß der Unterricht deutsch erteilt werden. Die katholische Stadtschule in Wreschen zählt 641 Kinder, von denen 110 der Oberstufe angehören. Sie fördert die Kinder bis zum vollen Verständnis oer deutschen Sprache und der Stand des Unterrichts ließ keinen Zweifel, daß die Voraussetzungen für die Einführung des deutschen Religionsunterrichts gegeben waren. Trotzdem beschränkte die Posener Regierung die Maßnahme auf die Oberstufe^ nachdem nochmals durch eine besondere Revision festgestellt worden war, daß drei Klassen der Oberstufe des Deutschen durchaus mächtig waren. Der deutsche Religionsunterricht begann nach den diesjährigen Osterferien und an den Antworten der Kinder, welche willig gegeben wurden, zeigte sich, daß die Kinder dem Unterricht volles Verständnis entgegenbrachten. Nach vierzehn Tagen änderte sich das Bild; zunächst verweigerten einzelne Kinder, die deutschen Religionsbücher mit nach Hause zu nehmen, andere brachten sie zurück. In steigender Zahl lehnten die Kinder ab, im Religionsunterricht auf deutsche Fragen zu antworten oder die gestellten Aufgaben zu lösen. Der Kreis- schulinspektor erhielt im Mai auf seine Anfrage von der Regierung die Weisung, die Kinder, welche ihre Aufgaben nicht lernten, ncichsitzen zu lassen, und soweit sie Trotz und Widerspenstigkeit zeigten, auch körperliche Züchtigung anzuwenden. Als der Kreisschulinspektor, der den Schulbetrieb selbst fortdauernd überwachte, am 20. Mai in der Schule erschien, fand er, daß von den in der Religion deutsch unterrichteten Kindern 26 zurückbehalten waren, weil sie sich geweigert hatten, das vom Lehrer vorgeschriebene Wort Maria nachzusprechen, und einen Satz in dem deutschen biblischen Geschichtsbuch zu lesen. Der Kreisschulinspektvv ermahnte die Kinder freundlich, und entließ nach einiger Zeit diejenigen, die sich nicht besonders widerspenstig zeigten. Es blieben 14 zurück, die nach dem Maße des bekundeten Trotzes eine ganz mäßige körperliche ©träfe erhielten. Mit einem dünnen Rohrstock erhielten drei Mädchen je vier Schläge auf jede Hand, und ein Knabe zwei Schläge auf das Gesäß An diesen Vorgang schloß sich der Tumult an, der zu dem Urteil des Gnesener Landgerichts geführt hat. Die Norddeutsche hebt hervor, daß unter den wegen widerspenstigen Verhaltens im Religionsunterricht vor oder am 20. Mai körperlich gestraften Kindern fein Kind einer der in Gnesen verurteilten Personen sich befindet. Was die Regierung dem Kreisschulinspektor am 4. Mai mündlich als Weisung gegeben hat, ist am 15. Juni in einer schriftlichen Verfügung folgendermaßen ausgedrückt worden: Die Kinder sollen nicht deshalb, weil sie im deutschen Religionsunterricht nicht antworten, körperlich gezüchtigt werden: diese (Strafe tritt nur ein, wenn mit dem passiven Ungehorsam eine offene Auflehnung gegen die Schulordnung sich verbindet. Die Regierung sieht andere Mittel der Schuldiszrplin vor, um allmählich in dem ruhigen Festhalten an dem für richtig erkannten Wege wieder geordnete Schulverhältnisse in Wreschen herbeizuführen. Daß dsies bisher noch nicht gelungen ist, darf bei der Art, wie der Wreschener Fall ausgebeutet ist, nicht befremden. Die „Nordd. Allg. Ztg." schließt, es läge nahe, zu erörtern, wen die moralische Verantwortung dafür trifft, daß die Kinder und die Bevölkerung gegen die Schule und die Lehrer so maßlos verhetzt find. Aber dies würde der gerichtlichen Entscheidung vorgreifen, die nach den mündlich verkündeten Gründen hierüber wohl vollen Aufschluß geben wird. Auf Grund der Bestimmungen von 1875 und 1873 wird in Oberschlesien, Ost- und Westpreußen der Religionsunterricht an die Kinder polnischer Muttersprache nur auf der Unterstufe polnisch, dagegen auf der Mittel- und Oberstufe ganz allgemein deutsch erteilt, zum Gewinn für den deutschen Charakter der Schulen und ohne daß die religiöse Erziehung der Jugend Schaden gelitten habe. Die mitgeteilten Bestimmungen für die Provinz Posen bilden eine Ausnahme. Werin somit in einem Falle, wie in Wreschen, für die letzten Schuljahre deutscher Religionsunterricht vorgeschrieben sei, so liege darin keine Rechtfertigung für die tumultuarischen Ausfchireitungen, wie sie in Wreschen vorgekommen sind. Daß diese Darlegung gerade am Vorabend der Poleninterpellation im Reichstage erschienen ist, ist bemerkenswert. Es war fast allgemein, auch von konservativen Blättern, mißbilligt worden, daß polnische Kinder wegen ihres Widerstandes gegen den deutschen Religionsunterricht körperlich gezüchtigt worden find. Offiziös wird betont, die „nach dem Maße des bekundeten Trotzes" verhängten körperlichen Strafen hätten sich „in ganz mäßigen Grenzen bewegt". Aber wir finden in dem Strafbericht zugegeben, daß auch Mädchen bis zu vier Schläge aus die Hand erhielten. „Mit einem dünnen Rohrstock." Als ob durch die Dünne des Schlagwerkzeugs die Schläge gemildert würden! Mindestens hätte die Züchtigung der Mädchen unterbleiben sollen. Weihnachtslitteratur. Ein prächtiges, auserlesenes Festgeschenk für Kunst- und Humorliebende, liegt uns in den „Fe der spie len" von 5)ans Thoma L Henry Thode, Verlag von Heinrich Keller, Frankfurt a. M., Preis 9 Mk., vor. Es ist ein hoher Genuß, Altmeister Thoma hier in feiner glänzenden Vielseitigkeit und Gestaltungsgabe zu bewundern. In kösllichster Einfachheit versteht er es schon mit ein paar Strichen eine ganze Geschichte zu erzählen. Sei es nun, daß er dabei scherzt und lacht, oder daß er tief in die Seele des Menschen eingreift, alles ist markig und kraftvoll, was er schafft. Aus feinen Werken, selbst aus der kleinsten Zeichnung, weht uns ein Hauch frischen Lebens und Gesundheit entgegen. Manchmal von übersprudelndem Humor, zaubert er uns gleich darauf ein zartes, poesie- volles Stimmungsbild vor die Seele. Diese so außerordentlich wertvollen Zeichnungen Thomas werden durch teils hunroristische, tells Lebenswahrheiten in sich schließende recht hübscye Verse von Henry Thode passend ergänzt. Das prächtige Werk möge auf recht vielen Weihnachtstischen Heuer zu finden fein! In Schafsteins Verlag für neudeutsche Kinder- kunst zu Köln a. Rh- sind soeben vier der verschieden- artiasten, reizvollsten, künstlerisch sehr fein ausgestatteten Bücher für Kinder erschienen, die es wohl verdienen, daß wir unsere Leser ganz besonders auf sie aufmerksam wachen. Schon lange war es ein dringendes Bedürfnis", die Kinderlitteratur aus der unendlichen Flachheit und Oberflächlichkeit zu reißen, in der sie bisher sich bewegt hatte, und sie auf die Höhe unserer modernen Kunst zu erheben, damit das leicht empfängliche kindliche Gemüt unter dem hebenden und fördernden Einsluffe künstlerischer Eindrücke sich entwickele. Die ersten Eindrücke sind die wich- ttgsten, find oft bleibend fürs Leben, sie wirken mitbe- stimmend auf den Charakter. Nun endlich haben sich echte Künstler mit vielem Eifer der Kinderlitteratur gewidmet; sie haben sich da um eine höchst wichtige, tiefgreifende Sache verdient gemacht, um die Erweckung künstlerischen Feingefühls im Kinderherzen und durch vereinte Kräfte vorzügliches geleistet. Hoffentlich schlägt dieser erlösende, belebende Versuch alle Hiirdernisse, die ihm Beschränktheit und Unverstand etwa in den Weg legen möchten, siegreich aus dem Feld. — Ein ganz prächtiges Werk liegt uns im „Knecht Ruprecht", lllustriertes Jahrbuch für Knaben und Mädchen, herausgegeben von Ernst Brause- wetter, Band 3, (Preis 3. Mk.)" vor. Poeten, wie Peter Rosegger, Trojan, Dehmel, v. Llliencron, Zeichner wie Hans Looschen, E. Kreidols, L- v. Zumbusch, haben es nicht verschmäht, ihre Kraft in den Dienst der Jugend zu stellen und so ist ein Buch entstanden, das sich weit über das Niveau des Gewöhnlichen erhebt. Die äußere und innere Ausstattung des Buches verdient höchste Anerkennung. Alles in allem ist es eine bedeutende Leistung und ein großer Schritt vorwärts auf .dem Gebiet der vornehmen Kinderlitteratur. — Ein in feiner Art ebenso wertvolles, doch für ein noch jugendlicheres Alter besttmmtes Buch sind oie mit großer Zierlichkeit und echt tünftlerifd)i ausgestatteten Blumen-Märchen mit Text und Biloern von E. Kreidols. (Preis 5 Mk.) Etwas Lieblicheres und zu Herz und Gemüt unserer Kleinen eindringlicher Redendes kann man sich kaum denken. Im allgemeinen wird ja der Sinn der Kinder leider viel zu wenig auf die Natur gelenkt, und wir müssen es daher dem Künstler Dank wissen, daß er auf so feine, zarte, künstlerische Weife in unseren Jüngsten die Freude an der Blumen- und Pflanzenwelt erwecken hilft. — „Die schlafenden Bäume" betttelt sich ein Märchen in Bildern und Versen von E. K r e i d o l f- (Preis 1 Mk.) Auch in diesem kleinen Buch macht sich das Streben nach Vollkommenerem bemerkbar. Es ist phan- tasttsch und eigenartig in feiner Ausstattung und wird nicht verfehlen, die Einbildungskraft der kleinen Betrachter zu beleben. — Zum Schluß fei noch „F i tz e b u tz e", allerhand Schnickschnack für Kinder von Paula und Richard Dehmel, mit bunten Bildern von E. Kreidols, erwähnt. Nicht so fein wie die drei erstgenannten, wird es sich aber trotzdem durch seine kräftige bunte, etwas derbe Art unter dem kleinen Volk viel Freunde erwerben. „Fitzebutze" ist so etwas wie ein neuer, modernisierter Struwwelpeter, ein Buch zum Lachen und zum Weinen, von grobkörnigem, echt deutschem Michel-Humor. Uebrigens ist dieses ungemein drollige Buch.soeben auch zu einem Bühnenspiel mit Musik bearbeitet und in Köln zur Erstaufführung gekommen. Aus dem Verlage von Velhagen & Klasing in Bielefeld liegt als 7. Jahrgang der schöne Quartband: „Kind er lüft", ein Jahrbuch sür Knaben und Mädchen von 8 bis 12 Jahren, herausgegeben von Frida Schanz vor, der eine Fülle sorgfältig ausgewählten Lesestoffs für die Jugend, Erzählungen, ernste und heitere Gedichte, Rätsel, Scherzfragen, Anleitungen zu Kinderspielen sowie zu allerlei Handarbeiten und Kunstfertigkeiten bietet Der Band ist reich illustriert mit 12 Buntdrucktafeln, zahlreichen Holzfchnittbildern und fonsttgen erläuternden Figuren. Als stattlicher Band von nahezu 500 Seiten erschien: „Im Wunderland Italien", Reifen und Studien deutscher Jünglinge, von A. Harder, eine lebhaft anregende Erzählung, aus der die Leser und Leserinnen eine reiche Fülle von Wissenswertem über Italiens Kunftschätze schöpfen können. Im einleitenden Abschnitt wird kurz erzählt, wie ein reicher Schloßherr feinen Drei jugendlichen Neffen ein bedeutendes Vermögen testamentarisch hinterlassen hat unter der Voraussetzung, daß sie unter kundiger Führung eine Studienreise durch Italien antreten. Hierdurch ist Plan und Rahmen für eine ausgedehnte Schilderung italienischen Kunstlebens vorgezeichnet, und die Fortsetzung des Bandes führt diesen Plan in Erzählungsform sehr geschickt durch; die Schilderung beginnt mit Mailand, umfaßt alle mit Naturschönheiten und Künftschätzen reich ausgestatteten oder geschichtlich merkwürdigen Städte der italienischen Halbinsel und Siziliens, und schließt mit einer prächtigen Schilderung der Lagunenstadt. Jeder der 17 Abschnitte ist reich mit Abbildungen von Gemälden, Skulpturen, Baudenkmälern, sowie mit malerischen Landschafts- und Städtebildern erläutert; im ganzen enthält der Band außer einer Titelaquarelltasel 8 Einschaltbilder und 214 Abbildungen im Text. Der Kaiser über das Duell. begab sich am Sonntag, den 1. Dezember, nach dem Gottes- stücke keine Anwendung findet, erläßt das hessische Finanz < • . r, .' - , ZT. ' -k._____ :...... Szifi Stz» (Vtnl nlnMfr 1tn< Scheuet keine Mühe dienst» nach dem Regimentshausc des 1. Garderegiments zu Fuß, wohin sämtliche Offiziere des Regiments befohlen und auch Kriegsminister v. Goßler und Generalleutnant v. Kessel zugegen waren- Der Kaiser trug die Unisorm der Gardehusaren. Es luar, so heißt es, dem Kaiser bekannt geworden, daß die Söhne des Miegsministers und des Generalleutnants v. Kessel, welche beim 1- Garde-Negt. als Unterleutnants Dienst thun, bei einein Licbesniahl über das Duell sich dahin ausgesprochen hätten, sie würden trotz des kaiserlichen Dnellbcrbots sich schlagen, luenn ihre Ehre angegriffen würde. Dieses Gespräch der beiden Unterleutnants hatte ein Vorgesetzter gehört und weiter gemeldet. Der Kaiser versammelte nach dem Frühstück sämtliche Offiziere des Regiments um sich und ließ ihnen durch den Mund des Obersten v. Plettenberg sein „T u c l l v e r b o t" werden, die Verpflichtung zur Annahme und zum Umtausch aber auf durchlöcherte und anders als durch den gewöhnlichen Umlauf im Gewicht verringerte, sowie auf verfälschte ^Münz- der Küche der Frau Rath wurde Gerät und Geschirr vervollständigt. Auch das Goethemuseum erfuhr eine reiche Vermehrung. Eine Anzahl wertvoller Handschriften wurde durch Ankauf erworben, und noch mehr wurden die Sammlungen durch Schenkungen und Vermächtnisse bereichert. So ist insbesondere der in der Familie Schönemann-Jügel bisher verwahrte handschriftliche Nachlaß von Elisabeth v. Türckheim, geb. Schönemann, Goethes Llli, in den Besitz de§ Museums gelangt. Es sind dies unschätzbare Handschriften, zahlreiche Briefe Lilis und ihres Gatten an ihren Bruder, sowie Familienpapiere und Aufzeichnungen. Sodann hat der Verband alter Korpsstudenten zu Frankfurt die Urhandschrift von Goethes vielgesungenem Liede „Ergo bibamus" erworben und dem Museum gestiftet. Außer dem Goethehause selbst war die Thätigkeit der Kommission noch einer anderen Gedenkstätte zugewendet, dem alten Weinberghäuschen am Hühnerwege, wo der greise Dichter mit Marianne Willemer stillfrohe Stunden verlebte, und das als ehrwürdige Erinnerung an die Tage, in denen das Buch „Suleika des westöstlichen Divans" entstand, den Goethefteunden lieb und wert ist. Nachdem das Häuschen im vorigen Jahr von der Stadt angekauft ivorden war, ist jetzt seine innere Wiedercinrichtung durch das Hochstift erfolgt. Es konnte dabei eine ganze Anzahl alter Einrichtungsstücke aus Willcmcr'schem Besitz verwendet ivcrden, und zur Ergänzung wurden passende Möbel aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts erworben. Die lieber eine Ansprache des Kaisers in Bezug auf das Duell berichtet die „Potsdamer Ztg.": Der Kaiser troffen. Letzten Freitag sollte von Mitgliedern unserer Hofbühne in Pforzheim Goethes „Lasso" aufgeführt werden. Kurz vor der Aufführung that Wagner auf der Treppe einen Fehltritt, glitt aus und zog sich eine ernste Verletzung des Kniegelenkes zu. Die Rolle des Herrn Wagner mußte von Herrn Knispel gelesen werden. Wagner befindet sich im Pforzheimer Krankenhaus. Marburg, 9. Dez. Die hiesige israelitische Gemeinde beging vom 6. bis 8. d. M. die Feier des 25jährigen Amtsjubiläums des Provinzialrabbiners Dr. Munck. — Der hoffnungsvolle Sohn eines hiesigen geachteten Bürgers wurde am Sonntagmorgen, nachdem er am Samstagabend in Gesellschaft geivesen war, in einem Zimmer auf dem Sopha sitzend tot aufgefunden. Man nimmt an, daß ein Schlaganfall dem Leben des jungen Mannes ein Ende gemacht hat. | Frankfurt, 9. Dez. Im Goeth e-Hause wurden im, abgelaufenen Verwaltungsjahre 1901 nach dem Bericht, den die Goethehaus-Kommission über ihre Thätigkeit veröffentlicht, die Einrichtung der wichtigsten Räume zu einem gewissen Abschluß gebracht, indem bisher noch fehlende Einzelheiten ergänzt wurden. Im Mansardzimmer wurden die lebensgroßen Silhouetten Lottens und der Gebrüder Stolberg wieder an ihrem alten Platze, neben der Thür und über dem Schreibtisch wieder angebracht, in dem kleinen Bücherbrett des jungen Goethe erstand seine Handbibliothek wieder, während die Bilderreihe des Gemäldekabinets sich um einige kleine Nothnagel-Bildchen vermehrte und für das Speisezimmer die Herstellung des Tisches nach einer mit Zugrundelegung eines alten Modells entworfenen Zeichnung begonnen wurde. In auf dem Bahnhof in Butzbach gemacht; auch hier hat man dasselbe günstige Ergebnis erzielt. In Butzbach hatte man bereits ftüher probeweise Spiritus-Glühlicht verwendet; doch war der Erfolg, den man damit zeitigte, wenn auch nicht gerade ungünstig, so doch keineswegs so günstig wie mit Petroleumgas-Glühlicht, ganz abgesehen davon, daß sich das erstere weit teurer stellte als das letztere. ** Außerkurssetzung der Zwanzigpfennigstücke aus Silber. Im Anschluß an die Bestimmungen des Bundesrats, wonach bie Zwanzigpfennigstücke aus Silber vom 1. Januar 1902 ab nicht mehr als gesetzliches Zahlungsmittel gelten und von diesem Zeitpunkt ab außer den mit der Einlösung beauftragten Kassen niemand verpflichtet ist, diese Münzen in Zahlung zu nehmen, wonach sie indes noch bis zum 31. Dezember 1902 bei den Reichs- und Landeskassen zu ihrem gesetzlichen Wert .sowohl in Zahlung als auch zur Umwechslung angenommen Stühle wurden nach altem Modell nachgearbeitet. Das Innere des Häuschens bietet jetzt wieder das Bild anspruchs- loser Behagllchkeit jener Zeit, in der Goethe hier wellte. Aus Atadt und Land. (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten rstmrr unter genauer Quellenangabe: „Gieß. Auz." gestattet.) Gießen, den 10. Dezember 1901. L U. Die Universität zählt in diesem Semester 947 immatrikulierte Studenten, und zwar 63 in der theologischen, 197 in der juristischen, 316 in der medizinischen, 371 in der philosophischen Fakultät. 565 Studenten sind Hessen, 382 Nichthessen, Da noch 2 Hospitantinnen und 48 sonstige Hörerer hinzukommen, beläuft sich die Gesamtfrequenz auf 997. Die Mehrung der immatrikulierten Studenten beträgt 31 gegenüber dem letzten Sommersemester, 100 gegenüber dem Wintersemester 1900/01. •• Titclverleihuugen. Der Großherzog hat am 7. Dezember dem Sekretär bei der Hofbibliothek Dr. Ludwig Boltz den Charakter als Bibliothekar, uud dem Kreisbauinspektor des Kreises Alzey Eduard Langgässer den Charakter als Baurat erteilt. •* Prrsonalveraudernngen im Bezirk der Kaiserl. Ober- Postdirektion Darmstadt. Versetzt sind: der Ober-Postassistent Habicht von Michelstadt nach Butzbach, Born von Gießen nach Waldmichelbach. Angenommen ist als Postgehilfe der Gymnasiast Vogel in Eberstadt. *• Erlaubnis-Erteilung. Der Kaiser hat die Erlaubnis zur Anlegung ihnen verliehener hessischer Orden erteilt und zwar des Komturkreuzes 1. Kl. des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Generalmajor Frhrn. v. Gall, Inspekteur der Kriegsschulen; des Ehrenkreuzes desselben Ordens: dem Geheimen Kriegsrat Wolf, Äbteilungschef im.Kriegs- ministerium. E.Ch. KonzertVerein. (Weihnachts - Mysterium nm Sonntag den 15. Dez. und Montag den 16. Dezember in der Turnhalle.) lieber die Lebenden Bild er, bezw. Pantomimen, die bei dem Weihnachts-Mysterium geboten werden, sind vielfach irrige Ansichten verbreitet. Wir glauben nicht aus der Schule zu plaudern, wenn wir heute eine kurz gefaßte Erklärung bringen. Die große Bühne im Tumsaa wird vollkommen von Chor und Orchester eingenommen, mit den Solisten sind dort fast 200 Personen versammelt. Die Bühne ist vom Zuschauerraum durch einen vollständig abschließenden Stoffvorhang getrennt, der ganze Klangkörper für die Hörer also unsichtbar. Auf einer Vorbühne, die durch eine Gardine geöffnet und geschlossen werden kann, vollzieht 'sich der pantomimische Teil. Die Darsteller auf der Vorbühne, die selbstredend in Kostümen auftreten, verkörpern die Worte, die von der Hinterbühne teils in Soli teils in Chören deutlich, aber doch geheimnisvoll hervorklingen. Es sind nicht starre, „Lebende Bilder" sondern es erscheinen Personen, vereinigen sich zu Gruppen, treten zum teil wieder ab, Alles in weihevoll, gemeßener Weise. - Versuche mit Petroleumgas Glühlicht. Auf dem Bahnhof Lollar sind seit kurzem Versuche mit Petroleumgas-Glühlicht Fog. Washingtonlicht) gemacht worden. Dieses Licht übertrifft an Leuchtkraft das elektrische Bogenlicht. Wie wir hören, sind zwar die Anlagekosten ziemlich teuer, doch stellen sich dafür die Betriebskosten verhältnismäßig billig. Die Betriebsstunde kommt bei einer Lichtstärke von etwa 500 Hefenerkerzen auf ca. 4x/8 Pfennig zu stehen. Das Licht zeichnet sich durch außerordentliche Ruhe und Gleichmäßigkeit aus. Den gleichen Versuch hat man vor etwa einem Vierteljahr Ministerium eine Bekanntmachung, daß die Einlösung und Umwechslung der mit Wirkung vom 1. Januar 1902 außer I Kurs gesetzten Zwanzigpfennigstücke aus Silber bis zum 31. Dezember 1902 bei der Großh. HauptsraatSkasse, den Großh. Bezirkskassen und Untererhebstellen slattfinden kann. j:( Große n-Buseck, 9. Dez- Heute feierte der hiesige K r i e g e r v e r e i n „Concordia" sein dreißigjähriges Stiftungsfest, wobei die vom Kaiser dein Verein verliehene F a h n e n s ch l e i f c überreicht wurde. Tic Feier wurde cingeleitet durch einen Gottesdienst, in dem Pfarrer Deich er t eine ergreifende patriotische Rede an den um den Altar versammelten Verein hielt. Um 3 Uhr nachmittags fand die Aufstellung des Vereins am Kriegerdenkmal statt, wo Regierungsrat Dr. Wagner nach einer [ernigcn Ansprache die Fahnenschleifc an die Fahne befestigte. Hierauf stattete der Vorsitzende des Vereins Dr. G e n g n a g e l den Dank ab und schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den Kaiser. Mit klingendem Spiel zog sodann der Verein nach seinem Vereinslokale, wo bald die richtige Feststtmmung sich entwickelte. Nach Toasten auf den Großherzog und das Vaterland, die von Bürgermeister Schwalb und Pfarrer D e i ch e r t ausgebracht wurden, wurden Dank- und Huldigungstelegramme an den Kaiser und den Großherzog unter großem Jubel abgesandt. Noch während des Kommerses lief bei dem Vor- itzenden folgendes Telegramm ein: „Herzlichen Dank für den Ausdruck der bewährten treuen Gesinnung. Ernst Ludwig." Das Telegramm wurde mit stürmischem Hurra ausgenommen. Die Festesstimmung erhöhte sich noch, als Regierungsrat Dr. Wagner erklärte, noch einige Stunden im Kreise der Kameraden verweilen zu wollen. Ihm wie Pfarrer Deichert stattete das Vorstandsmitglied Größer Danis für ihr liebenswürdiges Entgegenkommen ab. Bei den Klängen der Musik, Erzählung von Kriegserinnerungen und weiteren Toasten, u. a- auf die Feldzugskameraden und auf das Ehrenmitglied Freifrau A. von Nordeck zur Rabenau, | verflog rasch die Zeit, und man ging mit dem Bewußtsein! nach Hause, Stunden in echter und rechter Kameradschaftlich^ kett verlebt zu haben. st. L a u t e r b a ch, 8- Dez. Zu unserer Notiz in Nr. 283, der zufolge der Pfarrer eines benachbarten Dorfes einem Brautpaar auf das Standesamt (Schulhaus) nachgegangen und dem Bräutigam den Strauß und der Braut den Kranz mit der Begründung abgerissen hat, daß das Brautpaar sich vergangen habe, wird uns mitgeteilt, daß es in dem betr. Kirchspiel überlieferte, ununterbrochene Sitte ist, daß deflorierte Brautpaare sich nicht wie ehrbare schmücken dürfen. Nun hatte es aber doch ein solches Brautpaar gewagt, mit Strauß und Kranz den Weg nach dem Schulhaus, wo die Ziviltrauung stattfinden sollte, anzutreten. Der Pfarrer, der in demselben Schulhause sein Absteigequartter hat, sah dies, betrat den Schulsaal, in dem man auf den noch nicht erschienenen Bürgermeister wartete, und machte dem Brautpaar bezüglich ihres aller eingebürgerten Sitte zuwiderlaufenden Verhaltens Vorstellungen, woraufhin das Brautpaar die freiwillige Erklärung abgab, zur kirchlichen Trauung, der Sitte gemäß, ohne Strauß und Kranz erscheinen zu wollen, was auch ohne weitere Beeinflussung geschah. Darmstadt, 8. Dez. Da§ geschätzte und beliebte Mllglied unseres Schauspiels, Hofschauspieler Ludwig Wagner, wurde von einem sehr bedauerlichen und ernsten Unfall be- Universitlits-Nachi'ichten. Stockholm, 9. Dez. Die Professoren Röntgen und Behring sind zur Nobelfeier hier eingetroffen. Leipzig, 9. Dez. Wie das „Leipz. Taqebl." meldet, wird vom Rektor der hiesigen Universität durch Anschlag veröffentlicht, daß auf Grund einer Verordnung des Kultusministeriums das Rei,e- Zeugnis von russischenMädchengymnasie n ausnahms° tos nicht mehr als genügende Grundlage für Erlangung des Hörerjcheins für die bieiige Universität angesehen wird. New-York, 9. Dez. Carnegie plant die Stiftung einer nationalen U n.i versitat in Washington und hat da- fur 10 Millionen zur Verfügung gestellt. um Eure Kinder kräftig und gesund zu erhalten. Zwar ist es leichter, denselben morgens nur Kaffee und Brot zu geben, aber Kraft und Gesundheit sind sicherer entwickelt, wenn sie auch einen Brei aus „Quäker Oats“ bekommen. Das Rezept „Für den Frühstückstisch“ steht auf jedem Packet. Quäker Oats nur echt in Packeten mit der Quäker Schutzmarke. Litterarische Neuerscheinungen. (Besprechung Vorbehalten). Achleitner, Prof. Arthilr, C clsissimus. Salzburger Roman. (345 S-) Berlin, Alfred Schall. 3.50 Mk. (Für Mitglieder des Vereins der Bücherfreunde 1.85 Mk.) Kinderlusl. Ein Jahrbuch für Knaben und Mädchen von 8 bis 12 Jahren herausgegeben von Frieda Schanz. 7. Jahrg. (200 S. mit 12 bunten Vollbildern). Bielefeld, Velhagen u.Klasing. Gebunden. Harder, A., Im Wunderlande Italien. Reisen und Studien deutscher Junglinge. (454 S. mit einem bunten Titelbilde, 8 Einschaltbildern und 214 Abbildungen.) Ebenda. Geb. Rosenberg, Adolf, Handbuch der Kunstgeschichte. (629 S. mit 885 Abbildungen im Text und 4 Beilagen.) Ebenda. Geb. 12.00 Mk. r Ä , Die Arche Noah. Reime von Fritz und Emily Kögel. (32 S. mit Bildern.) Leipzig, B. G. Teubner. 2.80 Mk. noch einmal auf das Strengste einprägen und unbedingten 'Gehorsam fordern. Hierauf ließ der Kaiser die beiden Unterleutnants noch besonders vortreten, und während die Väter hinter ihnen standen, sprach er zu den beiden mit erhobener Stimme: „. . . . Und wenn auch der Papa des einen mir lieb und wert und der Vater des andern mein verdienstvollster General wäre, ich würde die Söhne derselben ebenso mit schlichtem Abschied aus dem Heere entfernen, wie ich dies mit jedem anderen Offizier halten würde, welcher mein Duellverbot nicht beachtet. Ich trage auch dieserhalb heute nicht die Uniform meines Regiments, weil ich Ursache gehabt habe, aus diesem Vorkommnis mit demselben nicht eines Sinnes zu sein und leider gerade solche jungen Leute Anlaß zu diesem Aerger- nis gegeben haben." Hierauf verabschiedete sich der Kaiser mit höflichem Gruß. Nach einer anderen Mitteilung, die die „Potsd- Zeitung" bringt, soll der Kaiser sogar von jungen Leuten, die hinter den Ohren noch nicht trocken sind, gesprochen haben. — Wqs in diesem Bericht der „Potsd. Ztg." „Duellverbot" genannt wird, ist die bekannte, nur auf Einschränkung der Duelle abzielende Ordre von 1897. Köndwirtschaft. Berlin, 9. Dez. 'Die „Statist. Storr." veröffentlicht die Ernteschätzung in Preußen im Jahre 1901 wie folgt: Winterweizen 1025916 Tonnen (2245515 Tonnen), Sommerweizen 395504 (145064), Winterspelz 20088 (20588), Wintcrroggeu 5719324 (6313121), Sommerroggen 93874 (57868), Sommergerste 1931981 (1649982), Hafer4 746 536 (4 631648), Kartoffeln 33 997 923 (27 564 406), Kleeheu 3533388 (3505428), Luzerne-Heu 407676 (462923), Wiesen- heu 10430493 (10934739). gpidplan der vereinigten Frankfurter Ztadttheater. Opernhaus. Mittwoch den 11. Dezember, nachmittags 3 Uhr: Volks- (Schüler-)Vorstellung: „Wilhelm Tell." (Schauspiel.) Donnerstag den 12. Dezember'): „Undine". Freitag den 13. Dezember geschlossen. Samstag den 14. Dezember: „Feuersnot". Vorher: „Die Maienkönigin." Sonntag den 15. Dezember, nachmittags halb 4 Uhr: „Der Postillon von Lonjumeau"; abends 7 Uhr: „Tannhäuser und der öängertrieg auf Wartburg." Montag den 16. Dezember geschlossen. Schauspielhaus. Mittwoch den 11. Dezember: „Die Grille". Donnerstag den 12. Dezember: „Hofgunst". Freitag den 13. Dezember: „lieber unsere Kraft." 1. Teil. Samstag den 14. Dezember: „pofginytt Sonntag den 15. Dezember, nachmittags halb 4 Uhr: „Hof- gunst." Abends 7 Uhr: „Das Glück.." Montag den 16. Dezember: „Was Ihr wollt." *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, den 10. Dezember 1901. „An der Frankfurterstraße zwischen der Jrrenklinik und der Kahl'schen Wirtschaft werden täglich Schlammbäder frei verabreicht", so könnte man annoncieren. Ein Schrei der Entrüstung geht durch die Anwohner dieses Stadtteils, denn die Straße befindet sich in einem derartigen verwahrlosten Zustande, daß man sich nach China verletzt glaubt. Ist etwa der Straßenwart gestorben oder ist demselben das Werkzeug zur Reinigung abhanden gekommen? Durch Legung eines Kabels, und zwar in der Mitte des Bürgersteiges, ist der Zustand geradezu unerträglich geworden. Frauen und Kinder die Straße passieren zu lassen, ist lebensgefährlich, denn diese würden in dem Schlainme und Morast sicherlich stecken bleiben, da imr noch mit Stelzen durchzukommen ist. Abhllse ist dringend notig, wenn die Straße nicht verkommen und den Anwohnern der Zugang zu ihren Wohnungen erhalten bleiben soll. Auch leben wir in einem Zeitalter, wo solche vorsintflutlichen Zustände zu beseitigen ein dürften. Hoffentlich tragen diese Zeilen hierzu bei. Einer für Ordnungsliebe und Reinlichkeit. Und doch! Wann wird das tiefe Dunkel fliehen, Das unser Leben eingehüllt? — Ach, kleine Krüppel nie des Weges ziehen, Im Erdenstaub ein Jammerbild. — Und doch — wir hoffen auch auf Trost und Freude. Wir Aermsten, die hinieden wohnen — Mit uns nur Arbeit, Sorg' und Last! Wer sieht es denn, wer wird es lohnen, Wenn Du Erbarmen mit uns hast? — Und doch — der Herr ist Dir ein gnäd'ger Vergelter. Unsere 120 verkrüppelte Kinder, uns aus allen Provinzen zugeführt, die hier aus Barmherzigkeit ganz unentgeltlich I verpflegt werden, harren des Weihnachtslrostes und der Weihnachts- fieude. — Die alten Anstaltshäuser (26 800 Mk. Grundschuldeii) sind überfüllt. Tas neue große Haus (60 000 Mk. Baukosten), tm Roh- I bau fertig, bedarf der Mittel zur Vollendung. — Edle Wohlthäter werben um freundliche Liebesgaben herzlichst gebeten. Geringste Gabe willkommen. Krüppelheim «ngerburg i. Ostpreußen. Braun, Superintendent. Bekanntmachung, 6efr.: Tie Ausführung des Reichsgcsetzes über Die Invalidenversicherung, insbesondere die An- und Abmeldung versicherungspflichtiger Personen. Da in jüngster Zeit wieder mehrfach gegen die Meldc- vorschriften gefehlt worden ist, bringen wir hiermit wiederholt in Erinnerung, daß btc Arbeitgeber verpflichtet sind, jede von ihnen nicht blos vorübergehend (unter einer Woche) beschäftigte versicherungspflichtige Person, welche nicht der hiesigen Ortskrankenkasse oder einer Jnnungs- oder Fabrik-Kranken- kasie angehört, spätestens am dritten Tage nach Beginn der Beschäftigung bei uns anzumelden und spätestens am dritten Tage nach Beendigung des Arbeitsver- HLLtnisses wieder abzumelden. Ebenso ist jede während der Dauer des Arbeitsverhält- nifses eintretende, das Versicherungsoerhältnis beeinflußende Aenderung, (wie z. B. Krankheit, zeitweise Einstellung der Arbeit oder militärische Dienstleistung rc.) binnen 3 Tagen nach deren Eintritt bei uns anzuzeigen. Zuwiderhandlungen werden nach § 179 des Reichsgesetzes vom 13. Juli 1899 mit Geldstrafe bis zu 20 Mk. geahndet. Die Meldungen haben schriftlich auf dem hierfür vorgeschriebenen Formular, welches auf unserem Bureau, Zimmer 9lr. 14, auf dem Meldebureau Großh. Polizeiamts dahier, sowie bei dem Kasseboten Schwan erhältlich sind, durch den Arbeitgeber zu erfolgen. Im Besonderen machen mir noch darauf aufmerksam, daß durch die An- und Abmeldungen bei dem Polizeiamt der vorbezeichneten Meldepflicht nicht genügt ist; diese Meldungen sind ganz unabhängig von denjenigen zur Versicherung. Gießen, den 4. Dezember 1901. 8036 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. __I. V.: Wolff.__________________ Bekanntmachung. 136 Mk. Zinsen aus der Stiftung der dahier verstorbenen Elisabethc Schmidt sind zu gleichen Teilen an vier bedürftige, unbescholtene, ledige, in Gießen lebende Dienstmädchen im Alter von über 50 Jahren und vier arme Witwen aus Gießen nach der Auswahl des Stadtvorstandes zu vergeben. Anmeldungen zum Bezüge derselben haben bis Montag den 16. Dezember er. unter Erbringung des erforderlichen Nachweises bei der unterzeichneten Stelle zu geschehen. Gießen, am 7. Dezember 1901. 8037 Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ___________________I. V.: Wolff.___________________ Bekanntmamuug Es wird hierdurch zur öffenllichen Kenntnis gebracht, daß im Monat Dezember l. I. außer an den feststehenden Zahltagen — Mittwochs und Samstags — auch noch Dienstags und Donnerstags Geschäftstage bei unserer Kasse abgehalten werden. Die Einleger werden im beiderseitigen Interesse ersucht, ihre Einlagebücher vorzulegen und entweder die Zinsen in Empfang zu nehmen oder beischreiben zu lassen. Sollten die Zinsen im Monat Dezember nicht erhoben und auch nicht beigeschrieben werden, so kann dies ohne Verlust auch später geschehen, weil am 1. Januar 1902 die nicht erhobenen Zinsen in den Geschäftsbüchern der Kasse den Einlegern gut geschrieben werden. Gießen, den 29. November 1901. 7834 Der Direktor der Spar- und Leihkaffe Gießen. Wiener. Verdingung. Es soll die Herstellung von 435 lfd. m Bahnsteigeinfassung aus Bahnhof Gießen aus Eement- bordsteinevergeben werden. Interessenten erhalten die Unterlagen gegen gebührenfreie Einsendung von 0,50 Mark und können ihre Angebote bis zum 20. Dezember 1901, nachm. 3i/, Uhr, post- und bestellgeldrrei unter der Aufschrift: .Angeool auf Herstellung von Bahnsteigeinsassung in Gießen" verschlossen bei der Unterzeichneten einreichen. Eröffnungstermin, zu dem die Bieter anwesend sein können, 20. Dezember 1901, nachm. 3*/, Uhr. 8033 Zufchlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 7. Dezbr. 1901. Großh. Hess. Eifenbahn-Betriebsinfpektion 1. Versteigerung. Mittwoch den LL dö. Mts., vormittags 11 Uhr, versteigere ich im Hofe des Gasthauses „zum Löwen" dahier im Auftrage den es angeht, gentäfc § 383 B. G.-B. eine als Wagenpferd geeignete, gesunde Fuchsstute (Bandmaß 1,62 Mtr.) unter den bei der Der- Özning bekannt gemacht roer= en Bedingungen. 8016 Versteigerung voraussichtlich bestimmt. Gießen, 7. Dezember 1901. Seipel, Gerichtsvollzieher. Mittmch, 11. Nr. K I. nachmittags 2 Uhr werden im Bieker'schen Saale versteigert: 8048 Sopyas, 3 Vertikows, Kleider- fchranke, Küchenschränke, Spiegel, Regulateure, eine Parthie Glas- u. Porzellanwaren u. v. a. Geißler, Gerichtsvollzieher. 10 Pfennige Originalpacket I Umerschutzulutr das beste der Welt empsiehlt 11 Adler-Drogerie I 7117 Seltersweg 39. Ecke Klinik- n. Frankfurtcrstr. empsiehll 7914 sßs. filiittnnitljl Handtuchsäckchen L 25 Pfd. 4.25 JC, dto. L10 „ 1.80 „ lose gewogen 10 Pfd. 1.70,1.50 „ Ferner qä sämtliche Maörzulhaten zur feinen Bäckerei in nur besten Qualitäten. W-,Gemse-,Ueisch- «lld W-Konserven in großer Auswahl billigst. Kaffee- u. Thee- Service O hochfein vernickelt u. nickelplattiert empfiehlt 8046 Wilhelm Orbig Haus- und Küchengerätehdlg. 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Kraft, Neuenweg 46. wer für amerikcrmsche Nabmascb.rcn sein Geld zum Lande hinauswirft, untergräbt den deutschen Volkswohlstand Mährend sich die deutsche Nähmaschine durch ihre Vorzüge den Weltmarkt erobert hat, ist es geradezu unbegreiflich, da st das deutsche Publikum noch immer Geld für ausländische Änger-Nähmaschinen ausgiebt! Ls wird dazu nur veranlafzt durch die mafzlose Reklame der Ameri- kaner, welche neuerdings durch ihre Sticfereircflame den Glauben zu erwecken suchen, als ob Kunststickereien nur auf amerikanischen Nähmaschinen hergestellt werden können. Dem gegenüber erklärt der Verein Deutscher Nähmaschinen- Fabrikanten, daß sich Kunststickereien auf allen guten deutschen Nähmaschinen ebenso gut Herstellen lassen, als auf ameri- kanischen. Man hat deswegen nicht nötig von Amerika zu holen, was man besser und billiger in Deutschland haben kann, ganz abgesehen davon, daß sich Amerika gegen die Ginfuhr deutscher Nähmaschinen durch ungeheure Zölle verschlossen hält. Zuverlässige, gute, deutsche Nähmaschinen für alle Zwecke, für deren höchste Vollendung die Fabriken mit ihrem Namen an den Maschinen einstehen, sind nur in fachmännisch geführten Geschäften, niemals bei sogenannten waren- und Versandhäusern zu haben, und empsiehlt der unterzeichnete Verein, welchem fast alle besseren deutschen Nähmaschinen- Fabrikanten mit einer Jahresproduktion von nahezu \ Million Nähmaschinen angehören, für den Linkauf bewährter Fabrikate folgende Firmen: in Gleesen: in Lollar: J. Kutscher, Hauptstraße 25. 8063 Verein Deutscher JSäbmascbinen-fabrikanten. wenn der Deutsche amerikanische Fläbmascbinen Kauft! ! lstlesendeitzllsiii! Ein grosser Posten Teppiche und Tischdecken aussergewöhnlich billig. Aohrsessel und Mümentische in reicher Auswahl. Carl Stückrath,Möbelfabr. Asterweg 47. Des Men Franck Schuhmarke: 7648 FRANCK ist der beste Kaffee-Zusatz!. 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